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ENDBERICHT
Prognose ausgewählter Energiedaten
einschließlich der Energiebilanz
Prognose bis 2019
Auftraggeber:
Freistaat Sachsen
Sächsisches Staatsministerium für
Energie, Klima, Umwelt und Landwirt-
schaft
Leipzig, 21.10.2020

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Geschäftsführung:
Sitz und Gerichtsstand: Leipzig
USt.-ID DE257965047
Ilka Erfurt und Matthias Reichmuth:
Handelsregister: Amtsgericht Leipzig HRB 23778
Steuer-Nr. 231 / 113 / 10211
Impressum
Auftraggeber
Freistaat Sachsen
Sächsisches Staatsministerium für Energie, Klimaschutz,
Umwelt und Landwirtschaft
Postfach 100510 (Außenstelle Ammonstraße 10)
01076 Dresden
Auftragnehmer
Leipziger Institut für Energie GmbH
Lessingstraße 2
04109 Leipzig
Bearbeitung
Christoph Voigtländer (Projektleitung)
Telefon 03 41 / 22 47 62 14
E-Mail Christoph.Voigtlaender@ie-leipzig.com
Laufzeit
August - Oktober 2020
Datum
Leipzig, 21.10.2020

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INHALTSVERZEICHNIS
Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis
Tabellenverzeichnis
1 Hintergrund und Einleitung
4
2 Prognose des Energieverbrauchs
5
2.1 Primärenergieverbrauch
5
2.2 Endenergieverbrauch
11
2.2.1 Endenergieverbrauch des Verarbeitenden Gewerbes
16
2.2.2 Endenergieverbrauch des Sektors Gewerbe-Handel-Dienstleistungen (GHD)
18
2.2.3 Endenergieverbrauch des Sektors Private Haushalte
22
2.2.4 Endenergieverbrauch des Sektors Verkehr
26
2.3 Ausgewählte Kennziffern zur Energiewirtschaft im Freistaat Sachsen
28
2.3.1 Primärenergieproduktivität des Bruttoinlandsproduktes
28
2.3.2 Pro-Kopf-Verbräuche
30
2.3.3 Endenergieproduktivität des Verarbeitenden Gewerbes
32
2.3.4 Endenergieproduktivität des Sektors Gewerbe-Handel-Dienstleistungen (GHD)
34
2.3.5 Spezifischer Endenergieverbrauch des Sektors Private Haushalte
36
2.3.6 Spezifischer Endenergieverbrauch des Sektors Verkehr
37
3 CO
2
-Emissionen
39
3.1 CO
2
-Emissionen des Primärenergieverbrauchs
39
3.2 CO
2
-Emissionen des Endenergieverbrauchs
41
Glossar
43
Literaturverzeichnis
44

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INHALTSVERZEICHNIS
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1
Entwicklung des Primärenergieverbrauchs nach Energieträgern (IST) ........................... 7
Abbildung 2
Entwicklung der Anteile der Primärenergieträger (IST) ................................................... 7
Abbildung 3
Entwicklung des Primärenergieverbrauchs nach Energieträgern (IST) ......................... 10
Abbildung 4
Entwicklung des Endenergieverbrauchs nach Energieträgern (IST) .............................. 12
Abbildung 5
Entwicklung des Endenergieverbrauchs nach Sektoren (IST) ........................................ 12
Abbildung 6
Entwicklung des Endenergieverbrauchs nach Energieträgern (Tber) ........................... 15
Abbildung 7
Entwicklung des Endenergieverbrauchs des Verarbeitenden Gewerbes nach
Energieträgern (IST) .......................................................................................................... 17
Abbildung 8
Entwicklung des Endenergieverbrauchs des Sektors GHD nach
Energieträgern (IST) .......................................................................................................... 19
Abbildung 9
Entwicklung des Endenergieverbrauchs des Sektors GHD nach
Energieträgern (Tber) ....................................................................................................... 21
Abbildung 10
Entwicklung des Endenergieverbrauchs des Sektors Haushalte
nach Energieträgern (IST) ................................................................................................. 23
Abbildung 11
Entwicklung des Endenergieverbrauchs des Sektors Haushalte
nach Energieträgern (Tber) ............................................................................................... 25
Abbildung 12
Entwicklung des Endenergieverbrauchs des Sektors Verkehr
nach Energieträgern (IST) ................................................................................................. 27
Abbildung 13
Primärenergieindex (Tber) und Kettenindex Bruttoinlandsprodukt
von 2000 bis 2019 ............................................................................................................. 28
Abbildung 14
Index der Primärenergieproduktivität (Tber) von 2000 bis 2019 .................................. 29
Abbildung 15
Endenergieverbrauch je Einwohner (Tber) von 2000 bis 2019 ...................................... 30
Abbildung 16
Stromverbrauch je Einwohner (Tber) von 2000 bis 2019 ............................................... 31
Abbildung 17
Endenergieindex (Tber) und Kettenindex Bruttowertschöpfung des
Verarbeitenden Gewerbes von 2000 bis 2019 ................................................................ 32
Abbildung 18
Index der Endenergieproduktivität der Bruttowertschöpfung des
Verarbeitenden Gewerbes (Tber) von 2000 bis 2019 ..................................................... 33
Abbildung 19
Endenergieindex (Tber) und Kettenindex Bruttowertschöpfung des
Sektors GHD von 2000 bis 2019 ....................................................................................... 34

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INHALTSVERZEICHNIS
Abbildung 20
Index der Endenergieproduktivität der Bruttowertschöpfung des
Sektors GHD (Tber) von 2000 bis 2019 ............................................................................ 35
Abbildung 21
Endenergieverbrauch je m² Wohnfläche im Sektor Private Haushalte
(Tber) von 2000 bis 2019 .................................................................................................. 36
Abbildung 22
Spezifischer Endenergieverbrauch im Straßen- und Flugverkehr (Tber) ..................... 38
Abbildung 23
Spezifischer Endenergieverbrauch im Straßenverkehr (Tber) ...................................... 38
Abbildung 24
CO
2
-Emissionen des Primärenergieverbrauchs ............................................................. 40
Abbildung 25
Anteile der Energieträger an den CO
2
-Emissionen des Primärenergieverbrauchs ..... 40
Abbildung 26
CO
2
-Emissionen des Endenergieverbrauchs nach Sektoren in Sachsen ...................... 42
Abbildung 27
Anteile der CO
2
-Emissionen des Endenergieverbrauchs in Sachsen nach Sektoren .. 42

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INHALTSVERZEICHNIS
Tabellenverzeichnis
Tabelle 1
Primärenergieverbrauch nach Energieträgern 2000 und 2017 (IST) .............................. 6
Tabelle 2
Prognos Primärenergieverbrauch nach Energieträgern bis 2019 (IST) .......................... 6
Tabelle 3
Primärenergieverbrauch nach Energieträgern 2000 und 2017 (Tber) ............................ 8
Tabelle 4
Prognose Primärenergieverbrauch nach Energieträgern bis 2019 (Tber) ...................... 9
Tabelle 5
Endenergieverbrauch nach Energieträgern 2000 und 2017 (IST) ................................. 11
Tabelle 6
Prognos Endenergieverbrauch nach Energieträgern bis 2019 (IST) .............................. 13
Tabelle 7
Endenergieverbrauch nach Energieträgern 2000 und 2017 (Tber) ............................... 14
Tabelle 8
Prognos Endenergieverbrauch nach Energieträgern bis 2019 (Tber) ........................... 14
Tabelle 9
Endenergieverbrauch nach Energieträgern des Verarbeitenden Gewerbes (IST) ....... 16
Tabelle 10
Prognose Endenergieverbrauch nach Energieträgern des Verarbeitenden
Gewerbes bis 2019 (IST).................................................................................................... 17
Tabelle 11
Endenergieverbrauch nach Energieträgern des Sektors GHD (IST) .............................. 18
Tabelle 12
Prognose Endenergieverbrauch nach Energieträgern des Sektors GHD bis
2019 (IST) ........................................................................................................................... 19
Tabelle 13
Endenergieverbrauch nach Energieträgern des Sektors GHD (Tber) ............................ 20
Tabelle 14
Prognos Endenergieverbrauch nach Energieträgern des Sektors GHD 2019 (Tber) .... 21
Tabelle 15
Endenergieverbrauch nach Energieträgern des Sektors Haushalte (IST) ..................... 22
Tabelle 16
Prognose des Endenergieverbrauchs nach Energieträgern des Sektors
Haushalte 2019 (IST) ......................................................................................................... 23
Tabelle 17
Endenergieverbrauch nach Energieträgern des Sektors Haushalte (Tber) ................... 24
Tabelle 18
Prognose des Endenergieverbrauchs nach Energieträgern des Sektors
Haushalte 2019 (Tber) ....................................................................................................... 25
Tabelle 19
Endenergieverbrauch nach Energieträgern des Sektors Verkehr (IST) ......................... 26
Tabelle 20
Prognose Endenergieverbrauch nach Energieträgern des Sektors Verkehr
2019 (IST); *Prognose IE ................................................................................................... 27

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HINTERGRUND UND EINLEITUNG
4
Prognose ausgewählter Energiedaten einschließlich der Energiebilanz
1 Hintergrund und Einleitung
Gegenwartsnahe Daten über die Entwicklung der Energiewirtschaft sind für die energie-
politische Arbeit von entscheidender Bedeutung.
In den Jahren 2007/2008 wurde dafür vom Leipziger
Institut für Energie für das Sächsische Staatsministe-
rium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr ein analyti-
sches Prognosemodell erarbeitet und eine Zeitreihe der
Energiebilanz und energiewirtschaftlicher Kennziffern
für den Freistaat Sachsen erstellt. Im Jahr 2009 wurde
dieses Prognosemodell hinsichtlich der Nutzung erneu-
erbarer Energien um eine "Satellitenbilanz" erweitert.
Die Zeitreihe der Energiebilanz und der energiewirt-
schaftlichen Kennziffern für den Freistaat Sachsen
sollen aktualisiert und für die Jahre bis 2019 (Prog-
nose) fortgeschrieben werden. Aufbauend auf den ak-
tualisierten und fortgeschriebenen Energiedaten sollen
energiewirtschaftliche Indikatoren zur Energieproduk-
tivität und Energieeffizienz im Freistaat Sachsen als
Grundlage für die energiepolitische Arbeit abgeleitet
werden. Darüber hinaus soll die Entwicklung der CO
2
-
Emissionen abgebildet werden.
Hintergrund des Projektes ist, dass die amtliche Ener-
giebilanz i. d. R. erst ca. drei Jahre nach Ablauf des
jeweiligen Berichtszeitraumes vorliegt. Die Energiebi-
lanz wird nicht direkt statistisch erfasst, sie entsteht
durch Zusammenfassung verschiedenster Statistiken
aus allen Gebieten der Energiewirtschaft. Die letzte
amtliche Energiebilanz im Rahmen der Projektbearbei-
tung liegt für den Freistaat Sachsen für das Jahr 2017
vor.
Als Grundraster des Bilanzierungsmodells dient die
amtliche Energiebilanz des Freistaates Sachsen.
Frühzeitig vorhandene Wirtschaftsdaten und -progno-
sen werden in ein mehrstufiges Verfahren einbezogen,
sodass bereits bis Mitte eines Kalenderjahres eine
Prognose jeweils für das vergangene Jahr ermittelt
werden kann.
Methodisch wurde zunächst der Endenergiebedarf auf
Ebene der Sektoren Verarbeitendes Gewerbe, Verkehr,
Haushalte sowie Gewerbe prognostiziert und anschlie-
ßend zum Gesamtendenergiebedarf aufsummiert.
Diese Prognose erfolgte mit Hilfe der Bildung von
Energieverbrauchsindikatoren. Das heißt, der tempera-
turbereinigte Energieverbrauch wird mit entsprechen-
den Aktivitätsgrößen verknüpft (z. B. Fernwärmever-
brauch je Wohnfläche, Kraftstoffverbrauch je Flugbe-
wegung, Stromverbrauch je Einwohner) und die Ent-
wicklung der Indikatoren anschließend entsprechend
analytisch fortgeschrieben.
Auf Basis eines Bottom-Up-Ansatzes kann auf Grund-
lage der Endenergiebilanz und dem funktionalen
Zusammenhang
zur
Umwandlungsbilanz
der
Umwandlungsbereich
prognostiziert
werden.
Abschließend lässt sich die Primärenergiebilanz
ermitteln, indem die Summe aus Energieangebot nach
Umwandlungsbilanz und dem Saldo der Umwand-
lungsbilanz gebildet wird.
In der vorliegenden Studie werden die Prognose-
ergebnisse für den Freistaat Sachsen überblicksartig
dargestellt.

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PROGNOSE DES ENERGIEVERBRAUCHS
Prognose ausgewählter Energiedaten einschließlich der Energiebilanz
5
2 Prognose des Energieverbrauchs
Die letzte amtliche (aktuelle) Energiebilanz liegt für den Freistaat Sachsen für das Jahr 2017
vor. Mittels eines Prognosemodells des IE Leipzig wurden die Energieverbrauchswerte für
das Jahre 2018 und 2019 prognostiziert. Im Folgenden werden reale Verbräuche (IST) und
um Temperatureinflüsse bereinigte Verbräuche (Tber) dargestellt.
2.1 Primärenergieverbrauch
Entwicklung 2000 bis 2017 (IST)
Der Primärenergieverbrauch (IST) stieg, ohne Berück-
sichtigung des Stromaustauschsaldos, im Zeitraum von
2000 bis 2017 um etwa 124 PJ auf 717 PJ
(+ 20,8 %). Bei der Entwicklung der Verbräuche der
einzelnen Energieträger sind zum Teil deutliche Ver-
änderungen erkennbar (vgl. Tabelle 1 und Abbildung
1). Wird das Stromaustauschsaldo einbezogen, stieg
der Primärenergieverbrauch im Betrachtungszeitraum
lediglich um 13,0 %. Grund dafür ist der deutlich ge-
stiegene Stromexport durch gestiegene Stromerzeu-
gungsmengen aus den Braunkohlekraftwerken (Lip-
pendorf und Boxberg) und erneuerbaren Energien.
Der Rückgang des Einsatzes von Mineralöl und Mine-
ralölprodukten ist insbesondere auf geringere Einsätze
im Umwandlungssektor, zum Teil aber auch auf
gesunkene Mineralölverbräuche im Endenergiebereich
zurückzuführen. Der Anstieg des Einsatzes erneuerba-
rer Energien resultiert vorwiegend aus den deutlichen
Steigerungen im Bereich Biomasse, Photovoltaik und
Wind im Umwandlungsbereich sowie Biomasse in den
Endenergiesektoren.
Während der Anteil der erneuerbaren Energien am Pri-
märenergieverbrauch im Jahr 2000 noch 0,6 % betrug,
stieg dieser bis 2017 kontinuierlich auf 8,3 % an (Ab-
bildung 2). Der Anteil von Mineralölprodukten sank
von 40,5 % im Jahr 2000 auf 29,7 % im Jahr 2017. Im
gleichen Zeitraum stieg der Anteil von Kohle am Pri-
märenergieverbrauch von 35,4 % auf 41,5 %. Der An-
teil von Gasen sank im Zeitraum von 2000 bis 2017
von 22,4 % auf 19,9 %.

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PROGNOSE DES ENERGIEVERBRAUCHS
6
Prognose ausgewählter Energiedaten einschließlich der Energiebilanz
Tabelle 1
Primärenergieverbrauch nach Energieträgern 2000 und 2017 (IST)
Prognose bis 2019 (IST)
Der Primärenergieverbrauch (IST), ohne Stromaus-
tauschsaldo, sinkt voraussichtlich bis zum Jahr 2019
gegenüber 2017 um 3,3 % (- 23,9 PJ) (Abbildung 1 und
Tabelle 2). Grund für den Rückgang ist vorwiegend
eine sinkende Stromproduktion aus Braunkohle. Dem-
gegenüber steht ein bundesweiter Anstieg im Bereich
der Mineralölprodukte aufgrund preisbedingt höherer
Heizölabsätze im Jahr 2019. Diese Tendenz wurde
auch für Sachsen angenommen.
Die einzelnen Primärenergieträgereinsätze bis zum
Jahr 2019 können der folgenden Tabelle entnommen
werden.
Tabelle 2
Prognos Primärenergieverbrauch nach Energieträgern bis 2019 (IST); *Prognose IE
PJ
%
PJ
%
PJ
%
Kohle
209,86
35,3
297,51
41,5
+87,65
+41,8
Mineralöl und Mineralölprodukte
240,25
40,5
213,27
29,7
-26,98
-11,2
Gase
132,69
22,3
143,04
19,9
+10,35
+7,8
Erneuerbare Energieträger
3,63
0,6
59,46
8,3
+55,84
+1539,7
Stromaustauschsaldo
-15,20
-62,13
-46,93
+308,9
Sonstige
7,40
1,2
4,16
0,6
-3,24
-43,8
Summe (ohne Stromaustauschsaldo)
593,83
100,0
717,45
100,0
+123,62
+20,8
Summe (inkl. Stromaustauschsaldo)
578,64
655,32
+76,69
+13,3
Primärenergieverbrauch (IST)
2000
2017
Veränderung 2017 ggü. 2000
2017
2018*
2019*
PJ
PJ
PJ
PJ
%
Kohle
297,51
297,34
267,55
-29,96
-10,1
Mineralöl und Mineralölprodukte
213,27
212,44
220,61
+7,33
+3,4
Gase
143,04
137,09
138,66
-4,38
-3,1
Erneuerbare Energieträger
59,46
59,29
62,43
+2,97
+5,0
Stromaustauschsaldo
-62,13
-61,36
-54,98
+7,15
-11,5
Sonstige
4,16
4,36
4,28
+0,12
+2,9
Summe (ohne Stromaustauschsaldo)
717,45
710,52
693,53
-23,92
-3,3
Summe (inkl. Stromaustauschsaldo)
655,32
649,16
638,55
-16,77
-2,6
Primärenergieverbrauch (IST)
Veränderung 2019* ggü. 2017

Prognose ausgewählter Energiedaten einschließlich der Energiebilanz
PROGNOSE DES ENERGIEVERBRAUCHS
7
Abbildung 1
Entwicklung des Primärenergieverbrauchs nach Energieträgern (IST); *Prognose IE
Abbildung 2
Entwicklung der Anteile der Primärenergieträger (IST); *Prognose IE
-100
0
100
200
300
400
500
600
700
800
Primärenergieverbrauch (IST)
Sonstige
Stromaustauschsaldo
Erneuerbare Energieträger
Gase
Mineralöl und Mineralölprodukte
Kohle
[PJ]
0%
10%
20%
30%
40%
50%
60%
70%
80%
90%
100%
Primärenergieverbrauch (IST)
Sonstige
Erneuerbare Energieträger
Gase
Mineralöl und Mineralölprodukte
Kohle

image
PROGNOSE DES ENERGIEVERBRAUCHS
8
Prognose ausgewählter Energiedaten einschließlich der Energiebilanz
Entwicklung 2000 bis 2017 (temperaturbereinigt)
Hinweis: Um die Entwicklung des Energieverbrauchs
unabhängig vom Einfluss der Temperaturschwankun-
gen darstellen zu können, wurde die Zeitreihe des Pri-
märenergieverbrauchs ab 2000 einer Temperaturbe-
reinigung unterzogen. Im Ergebnis wird ein fiktiver
Primärenergieverbrauch dargestellt, der sich ergeben
hätte, wenn die jährlichen Durchschnittstemperaturen
konstant dem langjährigen Mittel entsprochen hätten.
Dabei wurden Korrekturfaktoren auf der Basis von
Gradtagszahlen regionaler Wetterstationen verwendet
[IWU 2020].
Der Primärenergieverbrauch (Tber), ohne Berücksich-
tigung des Stromaustauschsaldos, stieg im Zeitraum
von 2000 bis 2017 um etwa 119 PJ auf 729 PJ
(+ 19,5 %; vgl. Tabelle 3 und Abbildung 3). Im
Vergleich zu den realen Verbräuchen (IST) zeigt sich
bei Betrachtung der um Temperatureinflüsse bereinig-
ten Werte (Tber) eine "Glättung" der Verbrauchsent-
wicklung. Nach den Jahren des kontinuierlichen An-
stiegs des Primärenergieverbrauchs bis 2003 war ein
Rückgang bis zum Jahr 2005 zu beobachten. Nach ei-
nem zwischenzeitlich deutlichen Anstieg im Jahr 2006
ging in den Jahren 2007 bis 2012 der temperaturberei-
nigte Primärenergieverbrauch wieder leicht zurück.
Der Anstieg in den Jahren 2013 und 2014 ist auf ge-
genüber den Vorjahren deutlich höhere Einsätze von
Braunkohle in den Kraftwerken Lippendorf und Box-
berg zurückzuführen. Im Jahr 2015 sank der Braunkoh-
leeinsatz wieder deutlich. Der Anstieg nach 2015 ist
vorwiegend auf steigende Endenergieverbräuche im
Verkehr zurückzuführen.
Tabelle 3
Primärenergieverbrauch nach Energieträgern 2000 und 2017 (Tber)
PJ
%
PJ
%
PJ
%
Kohle
211,75
34,7
298,84
41,0
+87,10
+41,1
Mineralöl und Mineralölprodukte
244,38
40,1
215,03
29,5
-29,35
-12,0
Gase
142,25
23,3
149,56
20,5
+7,31
+5,1
Erneuerbare Energieträger
3,66
0,6
60,78
8,3
+57,11
+1559,4
Stromaustauschsaldo
-15,22
-62,30
-47,07
+309,2
Sonstige
7,49
1,2
4,34
0,6
-3,15
-42,0
Summe (ohne Stromaustauschsaldo)
609,53
100,0
728,55
100,0
+119,02
+19,5
Summe (inkl. Stromaustauschsaldo)
594,31
666,26
+71,95
+12,1
2000
2017
Veränderung 2017 ggü. 2000
Primärenergieverbrauch (Tber)

Prognose ausgewählter Energiedaten einschließlich der Energiebilanz
PROGNOSE DES ENERGIEVERBRAUCHS
9
Prognose bis 2019 (temperaturbereinigt)
Gegenüber dem Jahr 2017 wird der temperaturberei-
nigte Primärenergieverbrauch (Tber) im Jahr 2019
voraussichtlich um 15,0 PJ sinken (- 2,1 %; vgl. Ta-
belle 4 und Abbildung 3). Verantwortlich für diesen
Rückgang
ist
im
Wesentlichen
ein
deutlicher
Rückgang der Stromproduktion aus Braunkohle. Die-
ser Rückgang kann bundesweit beobachtet werden und
ist vorwiegend auf deutlich gestiegene Preise für CO
2
-
Zertifikate zum Jahr 2019 zurückzuführen.
Tabelle 4
Prognose Primärenergieverbrauch nach Energieträgern bis 2019 (Tber); *Prognose IE
2017
2018*
2019*
PJ
PJ
PJ
PJ
%
Kohle
298,84
299,44
269,76
-29,09
-9,7
Mineralöl und Mineralölprodukte
215,03
215,12
223,70
+8,67
+4,0
Gase
149,56
148,69
151,00
+1,44
+1,0
Erneuerbare Energieträger
60,78
61,44
64,83
+4,05
+6,7
Stromaustauschsaldo
-62,30
-61,36
-54,98
+7,32
-11,7
Sonstige
4,34
4,37
4,29
-0,05
-1,1
Summe (ohne Stromaustauschsaldo)
728,55
729,06
713,58
-14,97
-2,1
Summe (inkl. Stromaustauschsaldo)
666,26
667,70
658,60
-7,66
-1,1
Primärenergieverbrauch (Tber)
Veränderung 2019* ggü. 2017

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PROGNOSE DES ENERGIEVERBRAUCHS
10
Prognose ausgewählter Energiedaten einschließlich der Energiebilanz
Abbildung 3
Entwicklung des Primärenergieverbrauchs nach Energieträgern (IST); *Prognose IE
-100
0
100
200
300
400
500
600
700
800
Primärenergieverbrauch (Tber)
Sonstige
Kernenergie
Stromaustauschsaldo
Erneuerbare Energieträger
Gase
Mineralöl und Mineralölprodukte
Kohle
[PJ]

Prognose ausgewählter Energiedaten einschließlich der Energiebilanz
PROGNOSE DES ENERGIEVERBRAUCHS
11
2.2 Endenergieverbrauch
Entwicklung 2000 bis 2017 (IST)
Im Zeitraum 2000 bis 2017 stieg der Endenergiever-
brauch um 32 PJ (+ 9,3 %) auf 377 PJ. Die Verände-
rung der Energieträgerverteilung in diesem Zeitraum
ist in Tabelle 5 dargestellt (vgl. auch Abbildung 4).
In der langfristigen Betrachtung gingen die Einsätze
von Mineralöl und Mineralölprodukten sowie der Ver-
brauch von Fernwärme zurück, während Strom, Kohle,
Gase, erneuerbare Energien und sonstige Energieträger
in den Endenergiesektoren an Bedeutung gewannen
.
Der Anteil der erneuerbaren Energien am Endenergie-
verbrauch betrug im Jahr 2000 noch 0,1 % und stieg
bis 2017 kontinuierlich auf 6,3 % an.
Hinweis: Auf Seiten des Endenergieverbrauchs sind
die Anteile der erneuerbaren Energien für die Strom-
und Fernwärmeerzeugung nicht berücksichtigt.
Der Anteil des Endenergieverbrauchs der Verbrauchs-
sektoren am gesamten Endenergieverbrauch verän-
derte sich im Zeitraum 2000 bis 2017 zum Teil deut-
lich. So stieg der Anteil des Verarbeitenden Gewerbes
am Endenergieverbrauch deutlich von 19,4 % auf
24,1 %, der Anteil des Sektors GHD sank dagegen von
21,7 % auf 15,9 %. Der Anteil des Sektors Haushalte
am Endenergieverbrauch verringerte sich nur leicht
von 29,4 % auf 29,0 %, der des Sektors Verkehr er-
höhte sich dagegen um 1,6 Prozentpunkte auf 31,0 %
(vgl. Abbildung 5).
Tabelle 5
Endenergieverbrauch nach Energieträgern 2000 und 2017 (IST)
PJ
%
PJ
%
PJ
%
Kohle
5,95
1,7
6,33
1,7
+0,38
+6,3
Mineralöl und Mineralölprodukte
146,58
42,5
141,20
37,4
-5,37
-3,7
Gase
95,60
27,7
98,30
26,1
+2,70
+2,8
Erneuerbare Energieträger
0,48
0,1
23,63
6,3
+23,15
+4853,7
Strom
66,19
19,2
79,42
21,0
+13,24
+20,0
Fernwärme
30,38
8,8
28,06
7,4
-2,32
-7,6
Sonstige
-
-
0,37
0,1
+0,37
-
Summe
345,17
100,0
377,31
100,0
+32,14
+9,3
2000
2017
Veränderung 2017 ggü. 2000
Endenergieverbrauch (IST)

image
PROGNOSE DES ENERGIEVERBRAUCHS
12
Prognose ausgewählter Energiedaten einschließlich der Energiebilanz
Abbildung 4
Entwicklung des Endenergieverbrauchs nach Energieträgern (IST); *Prognose IE
Abbildung 5
Entwicklung des Endenergieverbrauchs nach Sektoren (IST); *Prognose IE
0
100
200
300
400
Endenergieverbrauch (IST)
Sonstige
Fernwärme
Strom
Erneuerbare Energieträger
Mineralöl und Mineralölprodukte
Gase
Kohle
[PJ]
0
50
100
150
200
250
300
350
400
Endenergieverbrauch (IST) nach Sektoren
Verkehr
Haushalte
GHD
Verarbeitendes Gewerbe
[PJ]
*
*

Prognose ausgewählter Energiedaten einschließlich der Energiebilanz
PROGNOSE DES ENERGIEVERBRAUCHS
13
Prognose bis 2019 (IST)
Der Endenergieverbrauch (IST) hat sich im Jahr 2019
gegenüber 2017 voraussichtlich um rund 1,4 % verrin-
gert. Ursächlich dafür ist im Wesentlichen ein gesun-
kener Verbrauch im Sektor des Verarbeitenden
Gewerbes sowie witterungsbedingt im Sektor Haus-
halte. Der Einsatz der einzelnen Endenergieträger wird
sich bis zum Jahr 2019 voraussichtlich gemäß Tabelle
6 entwickeln.
Tabelle 6
Prognos Endenergieverbrauch nach Energieträgern bis 2019 (IST); *Prognose IE
Entwicklung 2000 bis 2017 (temperaturbereinigt)
Hinweis: Um die Entwicklung des Energieverbrauchs
unabhängig vom Einfluss der Temperaturschwankun-
gen darstellen zu können, wurde die Zeitreihe des En-
denergieverbrauchs ab 2000 einer Temperaturbereini-
gung unterzogen. Im Ergebnis wird ein fiktiver End-
energieverbrauch dargestellt, der sich ergeben hätte,
wenn die jährlichen Durchschnittstemperaturen kon-
stant dem langjährigen Mittel entsprochen hätten.
Der Endenergieverbrauch (Tber) stieg im Zeitraum
von 2000 bis 2017 um etwa 28 PJ auf 388 PJ
(+ 7,7 %; vgl. Tabelle 7 und Abbildung 6).
Im Vergleich zu den realen Verbräuchen (IST) zeigt
sich bei Betrachtung der um Temperatureinflüsse be-
reinigten Werte (Tber) eine "Glättung" der Ver-
brauchsentwicklung (vgl. Abbildung 4 und Abbildung
6). Der im Jahr 2007 deutlich zu erkennende niedrigere
Mineralölverbrauch geht überwiegend auf Lagerbe-
standsschwankungen beim Heizöl (Aufstockung und
Abbau von Lagerbeständen infolge der USt-Erhöhung
zum 01.01.2007) zurück. An dieser Stelle sei darauf
hingewiesen, dass in der Energiebilanz (speziell bei
Mineralölprodukten) stets nur der Absatz (verkaufte
Mengen) und nicht der reale Verbrauch ausgewiesen
werden kann. Dies führt zwar u. U. zur Unschärfe bei
2017
2018*
2019*
PJ
PJ
PJ
PJ
%
Kohle
6,33
6,1
5,88
-0,44
-7,0
Mineralöl und Mineralölprodukte
141,20
139,9
143,52
+2,31
+1,6
Gase
98,30
95,4
94,54
-3,76
-3,8
Erneuerbare Energieträger
23,63
23,6
24,51
+0,88
+3,7
Strom
79,42
78,8
76,90
-2,52
-3,2
Fernwärme
28,06
26,5
26,40
-1,66
-5,9
Sonstige
0,37
0,4
0,36
-0,00
-1,1
Summe
377,31
370,6
372,12
-5,19
-1,4
Endenergieverbrauch (IST)
Veränderung 2019* ggü. 2017

image
PROGNOSE DES ENERGIEVERBRAUCHS
14
Prognose ausgewählter Energiedaten einschließlich der Energiebilanz
einzelnen Jahren, ist für langfristige Tendenzen jedoch
ohne größere Bedeutung.
Tabelle 7
Endenergieverbrauch nach Energieträgern 2000 und 2017 (Tber)
Prognose bis 2019 (temperaturbereinigt)
Im Jahr 2019 wird der Endenergieverbrauch (Tber) ge-
genüber 2017 voraussichtlich um 3,5 PJ (+ 0,9 %) stei-
gen (Abbildung 6). Der Einsatz der einzelnen
Endenergieträger wird sich bis zum Jahr 2019 voraus-
sichtlich gemäß Tabelle 8 entwickeln.
Tabelle 8
Prognos Endenergieverbrauch nach Energieträgern bis 2019 (Tber); *Prognose IE
PJ
%
PJ
%
PJ
%
Kohle
6,49
1,8
6,63
1,7
+0,14
+2,2
Mineralöl und Mineralölprodukte
149,90
41,6
142,79
36,8
-7,11
-4,7
Gase
103,41
28,7
103,44
26,7
+0,03
+0,0
Erneuerbare Energieträger
0,51
0,1
24,83
6,4
+24,32
+4762,2
Strom
66,32
18,4
79,65
20,5
+13,33
+20,1
Fernwärme
33,32
9,3
29,92
7,7
-3,40
-10,2
Sonstige
-
-
0,37
0,1
+0,37
-
Summe
359,95
100,0
387,62
100,0
+27,68
+7,7
Endenergieverbrauch (Tber)
2000
2017
Veränderung 2017 ggü. 2000
2017
2018*
2019*
PJ
PJ
PJ
PJ
%
Kohle
6,63
6,60
6,40
-0,23
-3,4
Mineralöl und Mineralölprodukte
142,79
142,45
146,50
+3,71
+2,6
Gase
103,44
104,07
103,80
+0,36
+0,3
Erneuerbare Energieträger
24,83
25,75
26,92
+2,10
+8,4
Strom
79,65
79,36
77,47
-2,18
-2,7
Fernwärme
29,92
29,62
29,71
-0,21
-0,7
Sonstige
0,37
0,36
0,36
-0,004
-1,1
Summe
387,62
388,22
391,16
+3,54
+0,9
Endenergieverbrauch (Tber)
Veränderung 2019* ggü. 2017

image
PROGNOSE DES ENERGIEVERBRAUCHS
Prognose ausgewählter Energiedaten einschließlich der Energiebilanz
15
Abbildung 6
Entwicklung des Endenergieverbrauchs nach Energieträgern (Tber); *Prognose IE
0
100
200
300
400
Endenergieverbrauch (Tber)
Sonstige
Fernwärme
Strom
Erneuerbare Energieträger
Mineralöl und Mineralölprodukte
Gase
Kohle
[PJ]

image
PROGNOSE DES ENERGIEVERBRAUCHS
16
Prognose ausgewählter Energiedaten einschließlich der Energiebilanz
2.2.1 Endenergieverbrauch des Verarbeitenden Gewerbes
Entwicklung 2000 bis 2017 (IST)
Im Sektor Verarbeitendes Gewerbe wurden im Jahr
2017 rund 91 PJ an Endenergie (IST) eingesetzt (Ta-
belle 9). In der langfristigen Betrachtung stieg der En-
denergieverbrauch im Zeitraum 2000 bis 2017 deutlich
um 23,8 PJ (+ 35,5 %).
Im Jahr 2009 werden mit einem Rückgang des End-
energieverbrauchs die Effekte der Finanz- und Wirt-
schaftskrise deutlich (Abbildung 7). Der Anstieg im
Jahr 2010 spiegelt die Regenerierung der Wirtschaft
nach der Krise wider. Markant im Verarbeitenden Ge-
werbe ist die mit zusammen 82,6 % (2017) hohe Be-
deutung von Strom und Erdgas (Tabelle 9).
Tabelle 9
Endenergieverbrauch nach Energieträgern des Verarbeitenden Gewerbes (IST)
Prognose bis 2019 (IST)
Der Endenergieverbrauch (IST) des Verarbeitenden
Gewerbes wird im Jahr 2019 gegenüber 2017 voraus-
sichtlich um etwa 2,8 PJ auf 88,1 PJ sinken (- 3,1 %).
Der geringere Verbrauch wird vorwiegend auf eine
sich seit dem vierten Quartal 2018 eintrübende Wirt-
schaftsentwicklung im Jahr 2019 zurückgeführt, die
Bruttowertschöpfung im Verarbeitenden Gewerbe
stieg gegenüber 2017 zunächst im Jahr 2018 noch um
1,3 %, zum Jahr 2019 sank diese um 4,0 % gegenüber
2018.
Der Energieträgereinsatz im Verarbeitenden Gewerbe
entwickelt sich bis zum Jahr 2019 voraussichtlich ge-
mäß Tabelle 10.
PJ
%
PJ
%
PJ
%
Kohle
1,64
2,4
3,02
3,3
+1,38
+84,4
Mineralöl und Mineralölprodukte
6,91
10,3
1,87
2,1
-5,04
-72,9
Gase
31,63
47,2
36,25
39,9
+4,61
+14,6
Erneuerbare Energieträger
-
-
5,04
5,6
+5,04
-
Strom
22,00
32,8
38,82
42,7
+16,82
+76,5
Fernwärme
4,90
7,3
5,52
6,1
+0,63
+12,8
Sonstige
-
-
0,37
0,4
+0,37
-
Summe
67,07
100,0
90,89
100,0
+23,82
+35,5
Endenergieverbrauch (IST)
Verarbeitendes Gewerbe
2000
2017
Veränderung 2017 ggü. 2000

image
PROGNOSE DES ENERGIEVERBRAUCHS
Prognose ausgewählter Energiedaten einschließlich der Energiebilanz
17
Hinweis: Durch geringeren Einfluss der Temperatur
auf den Energieverbrauch im Sektor Verarbeitendes
Gewerbe wird im Folgenden auf eine Betrachtung der
temperaturbereinigten Entwicklung verzichtet.
Tabelle 10
Prognose Endenergieverbrauch nach Energieträgern des Verarbeitenden Gewerbes
bis 2019 (IST); *Prognose IE
Abbildung 7
Entwicklung des Endenergieverbrauchs des Verarbeitenden Gewerbes nach Energie-
trägern (IST); *Prognose IE
2017
2018*
2019*
PJ
PJ
PJ
PJ
%
Kohle
3,02
3,01
2,88
-0,14
-4,5
Mineralöl und Mineralölprodukte
1,87
1,67
1,88
+0,01
+0,4
Gase
36,25
36,44
35,87
-0,38
-1,0
Erneuerbare Energieträger
5,04
4,59
4,82
-0,22
-4,4
Strom
38,82
38,61
37,04
-1,79
-4,6
Fernwärme
5,52
5,29
5,26
-0,26
-4,7
Sonstige
0,37
0,36
0,36
-0,004
-1,1
Summe
90,89
89,98
88,11
-2,78
-3,1
Endenergieverbrauch (IST)
Verarbeitendes Gewerbe
Veränderung 2019* ggü. 2017
0
10
20
30
40
50
60
70
80
90
100
Endenergieverbrauch (IST) Verarbeitendes Gewerbe
Sonstige
Fernwärme
Strom
Erneuerbare Energieträger
Mineralöl und Mineralölprodukte
Gase
Kohle
[PJ]

image
PROGNOSE DES ENERGIEVERBRAUCHS
18
Prognose ausgewählter Energiedaten einschließlich der Energiebilanz
2.2.2 Endenergieverbrauch des Sektors Gewerbe-Handel-Dienstleistungen (GHD)
Entwicklung 2000 bis 2017 (IST)
Bezogen auf das Jahr 2000 sank der Endenergiever-
brauch (IST) im Sektor Gewerbe, Handel und Dienst-
leistungen (GHD) im Zeitraum bis zum Jahr 2017 um
14,7 PJ (- 19,6 %) auf rund 60 PJ (Tabelle 11 und Ab-
bildung 8). Besonders die Verbräuche von Mineralöl
und Mineralölprodukten, Strom und Fernwärme sind
im Betrachtungszeitraum deutlich gesunken. Der Ein-
satz der erneuerbaren Energien hat im Sektor GHD
deutlich zugenommen, wenngleich sich dieser mit ei-
nem Anteil von 2,2 % gemessen am Gesamtverbrauch
auf niedrigem Niveau befindet.
Die Anteile der Energieträger am Endenergieverbrauch
(IST) des Sektors GHD im Jahr 2017 sind in Tabelle
11 dargestellt.
Tabelle 11
Endenergieverbrauch nach Energieträgern des Sektors GHD (IST)
Prognose bis 2019 (IST)
Im Jahr 2019 sinkt der Endenergieverbrauch (IST) des
Sektors GHD voraussichtlich gegenüber dem Jahr
2017 um etwa 1,0 PJ auf 59,1 PJ (- 1,7 %; vgl. Tabelle
12 und Abbildung 8). Ursächlich für den Rückgang ist
vorwiegend die gegenüber dem Jahr 2017 deutlich mil-
dere Witterung im Jahr 2019.
Bis zum Jahr 2019 wird für Sachsen der in Tabelle 12
dargestellte Energieträgereinsatz (IST) im Sektor GHD
erwartet.
PJ
%
PJ
%
PJ
%
Kohle
1,17
1,6
0,60
1,0
-0,57
-48,8
Mineralöl und Mineralölprodukte
21,05
28,1
12,90
21,4
-8,15
-38,7
Gase
18,58
24,8
18,59
30,9
+0,01
+0,0
Erneuerbare Energieträger
-
-
1,35
2,2
+1,35
-
Strom
22,75
30,4
19,33
32,1
-3,43
-15,1
Fernwärme
11,25
15,0
7,39
12,3
-3,86
-34,3
Summe
74,81
100,0
60,15
100,0
-14,66
-19,6
Endenergieverbrauch (IST)
GHD
2000
2017
Veränderung 2017 ggü. 2000

image
PROGNOSE DES ENERGIEVERBRAUCHS
Prognose ausgewählter Energiedaten einschließlich der Energiebilanz
19
Tabelle 12
Prognose Endenergieverbrauch nach Energieträgern des Sektors GHD bis 2019 (IST);
*Prognose IE
Abbildung 8
Entwicklung des Endenergieverbrauchs des Sektors GHD nach Energieträgern (IST);
*Prognose IE
2017
2018*
2019*
PJ
PJ
PJ
PJ
%
Kohle
0,60
0,56
0,54
-0,06
-10,6
Mineralöl und Mineralölprodukte
12,90
12,66
13,51
+0,61
+4,7
Gase
18,59
17,91
18,05
-0,54
-2,9
Erneuerbare Energieträger
1,35
1,38
1,40
+0,05
+3,8
Strom
19,33
19,09
18,77
-0,56
-2,9
Fernwärme
7,39
6,96
6,87
-0,52
-7,0
Summe
60,15
58,55
59,13
-1,02
-1,7
Endenergieverbrauch (IST)
GHD
Veränderung 2019* ggü. 2017
0
10
20
30
40
50
60
70
80
90
Endenergieverbrauch (IST) GHD
Sonstige
Fernwärme
Strom
Erneuerbare Energieträger
Mineralöl und Mineralölprodukte
Gase
Kohle
[PJ]

image
PROGNOSE DES ENERGIEVERBRAUCHS
20
Prognose ausgewählter Energiedaten einschließlich der Energiebilanz
Entwicklung 2000 bis 2017 (temperaturbereinigt)
Im Sektor GHD wurden im Jahr 2017 rund 63 PJ End-
energie (Tber) eingesetzt, bezogen auf das Jahr 2000
sank dieser Einsatz um 16,4 PJ (Tabelle 13). In der
langfristigen Betrachtung kann im GHD-Sektor zwi-
schen den Jahren 2000 und 2010 ein stetiger Rückgang
des Endenergieverbrauchs beobachtet werden (Abbil-
dung 9). In den Jahren nach 2010 ist der bereinigte En-
denergieverbrauch auf tendenziell leicht ansteigend.
Tabelle 13
Endenergieverbrauch nach Energieträgern des Sektors GHD (Tber)
Prognose bis 2019 (temperaturbereinigt)
Im Jahr 2019 wird der Endenergieverbrauch (Tber) im
Sektor GHD gegenüber 2017 voraussichtlich um
1,4 PJ steigen (+ 2,3 %; vgl. Tabelle 14 und Abbildung
9).
Bis zum Jahr 2017 wird für Sachsen der in Tabelle 14
dargestellte Energieträgereinsatz (Tber) im Sektor
GHD erwartet.
PJ
%
PJ
%
PJ
%
Kohle
1,32
1,7
0,66
1,0
-0,67
-
Mineralöl und Mineralölprodukte
22,13
27,9
13,28
21,1
-8,85
-40,0
Gase
20,61
26,0
20,13
32,0
-0,49
-2,4
Erneuerbare Energieträger
-
-
1,45
2,3
1,45
-
Strom
22,80
28,8
19,41
30,9
-3,38
-14,8
Fernwärme
12,42
15,7
8,00
12,7
-4,42
-35,6
Summe
79,28
100,0
62,92
100,0
-16,36
-20,6
Endenergieverbrauch (Tber)
GHD
2000
2017
Veränderung 2017 ggü. 2000

image
PROGNOSE DES ENERGIEVERBRAUCHS
Prognose ausgewählter Energiedaten einschließlich der Energiebilanz
21
Tabelle 14
Prognos Endenergieverbrauch nach Energieträgern des Sektors GHD 2019 (Tber);
*Prognose IE
Abbildung 9
Entwicklung des Endenergieverbrauchs des Sektors GHD nach Energieträgern (Tber);
*Prognose IE
2017
2018*
2019*
PJ
PJ
PJ
PJ
%
Kohle
0,66
0,65
0,63
-0,03
-4,0
Mineralöl und Mineralölprodukte
13,28
13,28
14,24
+0,96
+7,2
Gase
20,13
20,53
20,87
+0,75
+3,7
Erneuerbare Energieträger
1,45
1,56
1,60
+0,15
+10,3
Strom
19,41
19,39
19,09
-0,33
-1,7
Fernwärme
8,00
7,98
7,95
-0,05
-0,7
Summe
62,92
63,40
64,37
+1,45
+2,3
Endenergieverbrauch (Tber)
GHD
Veränderung 2019* ggü. 2017
0
10
20
30
40
50
60
70
80
90
Endenergieverbrauch (Tber) GHD
Sonstige
Fernwärme
Strom
Erneuerbare Energieträger
Mineralöl und Mineralölprodukte
Gase
Kohle
[PJ]

image
PROGNOSE DES ENERGIEVERBRAUCHS
22
Prognose ausgewählter Energiedaten einschließlich der Energiebilanz
2.2.3 Endenergieverbrauch des Sektors Private Haushalte
Entwicklung 2000 bis 2017 (IST)
Der Endenergieverbrauch des Sektors Haushalte (IST)
betrug im Jahr 2017 rund 109 PJ. Bezogen auf das Jahr
2000 stieg dieser um 7,9 PJ (Abbildung 10). Im Be-
trachtungszeitraum ist der Einsatz aller Energieträger,
bis auf Fernwärme und erneuerbare Energien, rückläu-
fig. Im Jahr 2000 hatten die erneuerbaren Energien ei-
nen Anteil von nur rund 0,2 % am Endenergiever-
brauch der Haushalte. Durch massiven Ausbau von Bi-
omassekesseln, Solarthermie und Wärmepumpen stieg
dieser Anteil bis zum Jahr 2017 auf 12,0 %.
Der Energieträgereinsatz sowie die Anteile der Ener-
gieträger am Endenergieverbrauch entwickelten sich
im Zeitraum zwischen den Jahren 2000 und 2017 ge-
mäß Tabelle 15 (vgl. auch Abbildung 10).
Insbesondere beim Heizöl (Mineralöl und Mineralöl-
produkte) ist im Jahr 2007 ein deutlicher Rückgang ge-
genüber den Vorjahren erkennbar, dieser ist durch Vor-
ratskäufe in den Jahren vor der Umsatzsteuererhöhung
(2007) zu erklären.
Tabelle 15
Endenergieverbrauch nach Energieträgern des Sektors Haushalte (IST)
Prognose bis 2019 (IST)
Der Endenergieverbrauch (IST) im Sektor Haushalte
wird voraussichtlich im Jahr 2019 gegenüber 2017 um
etwa 2,7 PJ auf 106,6 PJ sinken (- 2,4 %; vgl. Tabelle
16 und Abbildung 10). Ursächlich dafür ist im Wesent-
lichen eine gegenüber dem Jahr 2017 mildere Witte-
rung im Jahr 2019 mit entsprechend geringerem
Heizwärmeverbrauch, welcher sich vor allem bei den
Energieträgern Gase, Kohle und Fernwärme nieder-
schlägt. Beim Heizöl ist es bundesweit im Jahr 2019 zu
einem deutlichen Anstieg des Absatzes aufgrund güns-
tiger Heizölpreise gekommen, diese Tendenz wurde
auch für Sachsen angenommen.
PJ
%
PJ
%
PJ
%
Kohle
3,14
3,1
2,71
2,5
-0,43
-13,7
Mineralöl und Mineralölprodukte
17,73
17,5
15,19
13,9
-2,54
-14,3
Gase
45,38
44,8
43,35
39,7
-2,03
-4,5
Erneuerbare Energieträger
0,16
0,2
13,13
12,0
+12,97
+8260,7
Strom
20,76
20,5
19,75
18,1
-1,01
-4,8
Fernwärme
14,23
14,0
15,15
13,9
+0,92
+6,4
Summe
101,40
100,0
109,28
100,0
+7,88
+7,8
Endenergieverbrauch (IST)
Private Haushalte
2000
2017
Veränderung 2017 ggü. 2000

image
PROGNOSE DES ENERGIEVERBRAUCHS
Prognose ausgewählter Energiedaten einschließlich der Energiebilanz
23
Der Einsatz der einzelnen Endenergieträger bis zum
Jahr 2019 ist in der folgenden Tabelle dargestellt.
Tabelle 16
Prognose des Endenergieverbrauchs nach Energieträgern des Sektors Haushalte
2019 (IST); *Prognose IE
Abbildung 10
Entwicklung des Endenergieverbrauchs des Sektors Haushalte nach Energieträgern
(IST); *Prognose IE
2017
2018*
2019*
PJ
PJ
PJ
PJ
%
Kohle
2,71
2,52
2,46
-0,24
-9,0
Mineralöl und Mineralölprodukte
15,19
13,96
15,87
+0,68
+4,5
Gase
43,35
40,92
40,55
-2,80
-6,5
Erneuerbare Energieträger
13,13
13,33
13,97
+0,84
+6,4
Strom
19,75
19,58
19,49
-0,26
-1,3
Fernwärme
15,15
14,27
14,27
-0,88
-5,8
Summe
109,28
104,58
106,61
-2,67
-2,4
Endenergieverbrauch (IST)
Private Haushalte
Veränderung 2019* ggü. 2017
0
20
40
60
80
100
120
140
Endenergieverbrauch (IST) Haushalte
Sonstige
Fernwärme
Strom
Erneuerbare Energieträger
Mineralöl und Mineralölprodukte
Gase
Kohle
[PJ]

image
PROGNOSE DES ENERGIEVERBRAUCHS
24
Prognose ausgewählter Energiedaten einschließlich der Energiebilanz
Entwicklung 2000 bis 2017 (temperaturbereinigt)
Der Endenergieverbrauch (Tber) der privaten Haus-
halte stieg im Zeitraum von 2000 bis 2017 um etwa
5,6 PJ auf 116,3 PJ (+ 5,0 %; vgl. Tabelle 17 und Ab-
bildung 11).
Im Vergleich zu den realen Verbräuchen (IST) zeigt
sich bei Betrachtung der um Temperatureinflüsse be-
reinigten Werte (Tber) eine "Glättung" der Ver-
brauchsentwicklung (vgl. Abbildung 10 und Abbil-
dung 11).
Tabelle 17
Endenergieverbrauch nach Energieträgern des Sektors Haushalte (Tber)
Prognose bis 2019 (temperaturbereinigt)
Im Jahr 2019 steigt der Endenergieverbrauch (Tber)
voraussichtlich um etwa 3,2 PJ auf 119,4 PJ (+ 2,7 %;
vgl. Tabelle 18 und Abbildung 11). Der Anstieg ist
zum einen auf den preisbedingt höheren Heizölabsatz
im Jahr 2019, zum anderen auf einen höheren Einsatz
erneuerbarer Energien zurückzuführen. Im Jahr 2019
gab es gegenüber den Vorjahren deutlich mehr
Sonnenstunden, was zu höherer Wärmeerzeugung aus
Solarthermie führte, zudem stieg das Brennholzauf-
kommen aufgrund von Kalamitäten (Stürme, Dürre,
Borkenkäfer) deutlich.
Der Einsatz der einzelnen Endenergieträger bis zum
Jahr 2019 ist in der folgenden Tabelle dargestellt.
PJ
%
PJ
%
PJ
%
Kohle
3,53
3,2
2,95
2,5
-0,58
-16,3
Mineralöl und Mineralölprodukte
19,79
17,9
16,33
14,0
-3,45
-17,4
Gase
50,57
45,7
46,64
40,1
-3,92
-7,8
Erneuerbare Energieträger
0,18
0,2
14,15
12,2
+13,98
+7971,3
Strom
20,81
18,8
19,87
17,1
-0,94
-4,5
Fernwärme
15,85
14,3
16,35
14,1
+0,50
+3,2
Summe
110,71
100,0
116,29
100,0
+5,59
+5,0
Endenergieverbrauch (Tber)
Private Haushalte
2000
2017
Veränderung 2017 ggü. 2000

image
PROGNOSE DES ENERGIEVERBRAUCHS
Prognose ausgewählter Energiedaten einschließlich der Energiebilanz
25
Tabelle 18
Prognose des Endenergieverbrauchs nach Energieträgern des Sektors Haushalte
2019 (Tber); *Prognose IE
Abbildung 11
Entwicklung des Endenergieverbrauchs des Sektors Haushalte nach Energieträgern
(Tber); *Prognose IE
2017
2018*
2019*
PJ
PJ
PJ
PJ
%
Kohle
2,95
2,93
2,88
-0,07
-2,3
Mineralöl und Mineralölprodukte
16,33
15,82
18,02
+1,69
+10,3
Gase
46,64
46,43
46,39
-0,25
-0,5
Erneuerbare Energieträger
14,15
15,18
16,04
+1,89
+13,4
Strom
19,87
19,78
19,70
-0,17
-0,8
Fernwärme
16,35
16,27
16,40
+0,06
+0,4
Summe
116,29
116,41
119,44
+3,15
+2,7
Endenergieverbrauch (Tber)
Private Haushalte
Veränderung 2019* ggü. 2017
0
20
40
60
80
100
120
140
Endenergieverbrauch (Tber) Haushalte
Sonstige
Fernwärme
Strom
Erneuerbare Energieträger
Mineralöl und Mineralölprodukte
Gase
Kohle
[PJ]

image
PROGNOSE DES ENERGIEVERBRAUCHS
26
Prognose ausgewählter Energiedaten einschließlich der Energiebilanz
2.2.4 Endenergieverbrauch des Sektors Verkehr
Entwicklung 2000 bis 2017 (IST)
Der Endenergieverbrauch (IST) im Sektor Verkehr
stieg von 2000 bis 2017 um etwa 15,4 PJ (+ 15,2 %;
vgl. Tabelle 19 und Abbildung 12). Der Einsatz von
Mineralöl und Mineralölprodukten stieg im gleichen
Zeitraum um 10,4 PJ, während die erneuerbaren Ener-
gieträger im Straßenverkehr (Beimischung) ca. 4,1 PJ
Zuwachs verzeichneten. Der Einsatz von Strom stieg
um ca. 1,3 PJ. Somit wurden im Jahr 2017 im Sektor
Verkehr die in Tabelle 19 dargestellten Energiemengen
verbraucht. Innerhalb der Subsektoren im Verkehr
hatte der Straßenverkehr im Jahr 2017 mit 74,6 % den
größten Anteil am Endenergieverbrauch. Luftverkehr
hatte einen Anteil von 23,3 %, Schienenverkehr 2,1 %.
Insgesamt entwickelte sich der Endenergieverbrauch
zwischen den Jahren 2000 und 2006 rückläufig. Nach
2007 zeigt sich eine steigende Tendenz, vor allem auf-
grund steigender Energieverbräuche im Luftverkehr
zwischen 2007 und 2010, aber auch durch steigende
Verbräuche im Straßenverkehr (Abbildung 12).
Tabelle 19
Endenergieverbrauch nach Energieträgern des Sektors Verkehr (IST)
Prognose bis 2019 (IST)
Bundesweit sind die Verbräuche von Diesel und Ben-
zin zum Jahr 2019 angestiegen [MWV 2019]. Diese
bundesweiten Zahlen wurden im Rahmen der Berech-
nungen auf das Bundesland Sachsen übertragen. Eine
deutlich gestiegene Zahl der Starts und Landungen auf
den sächsischen Flughäfen gegenüber 2017 deuten zu-
dem auf einen Anstieg des Endenergieverbrauchs von
Flugturbinenkraftstoffen hin. Die Tendenzen für die
Prognose zur Entwicklung des Endenergieverbrauchs
lassen daher auf einen Anstieg des Verbrauchs von
Mineralöl und Mineralölprodukten im Jahr 2019 um
1,1 % gegenüber 2017 erwarten (+ 1,3 PJ; Tabelle 20).
Durch diese Entwicklung bis Jahr 2019 setzt sich der
allgemeine Trend der letzten Jahre im Sektor Verkehr
fort (Abbildung 12).
Hinweis: Durch den geringen Einfluss der Temperatur
auf den Energieverbrauch im Sektor Verkehr wird im
Folgenden auf eine Betrachtung der temperaturberei-
nigten Entwicklung verzichtet.
PJ
%
PJ
%
PJ
%
Mineralöl und Mineralölprodukte
100,89
99,3
111,25
95,1
+10,35
+10,3
Gase
-
-
0,11
0,1
+0,11
-
Erneuerbare Energieträger
0,02
0,02
4,11
3,5
+4,09
+21537,1
Strom
0,68
0,7
1,52
1,3
+0,85
+124,8
Summe
101,59
100,0
116,99
100,0
+15,40
+15,2
Endenergieverbrauch (IST)
Verkehr
2000
2017
Veränderung 2017 ggü. 2000

image
PROGNOSE DES ENERGIEVERBRAUCHS
Prognose ausgewählter Energiedaten einschließlich der Energiebilanz
27
Tabelle 20
Prognose Endenergieverbrauch nach Energieträgern des Sektors Verkehr 2019 (IST);
*Prognose IE
Abbildung 12
Entwicklung des Endenergieverbrauchs des Sektors Verkehr nach Energieträgern
(IST); *Prognose IE
2017
2018*
2019*
PJ
PJ
PJ
PJ
%
Mineralöl und Mineralölprodukte
111,25
111,59
112,26
+1,02
+0,9
Gase
0,11
0,10
0,08
-0,03
-31,4
Erneuerbare Energieträger
4,11
4,29
4,32
+0,21
+5,1
Strom
1,52
1,54
1,61
+0,08
+5,5
Summe
116,99
117,52
118,27
+1,28
+1,1
Endenergieverbrauch (IST)
Verkehr
Veränderung 2019* ggü. 2017
0
20
40
60
80
100
120
Endenergieverbrauch (IST) Verkehr
Strom
Erneuerbare Energieträger
Gase
Mineralöl und Mineralölprodukte
[PJ]

image
PROGNOSE DES ENERGIEVERBRAUCHS
28
Prognose ausgewählter Energiedaten einschließlich der Energiebilanz
2.3 Ausgewählte Kennziffern zur Energiewirtschaft im Freistaat Sachsen
2.3.1 Primärenergieproduktivität des Bruttoinlandsproduktes
Als Indikator wird für die Effizienz der Energienut-
zung der Index der Primärenergieproduktivität als
Quotient aus preisbereinigtem Kettenindex des Brutto-
inlandsproduktes
1
auf Vorjahrespreisbasis und Primär-
energieindex gebildet. Das Referenzjahr beider Indizes
wird durch den Kettenindex des Bruttoinlandsproduk-
tes vorgegeben, wie ihn die Volkswirtschaftlichen Ge-
samtrechnungen (VGR) des Bundes bzw. der Länder
bereitstellen (Kettenindex Referenzjahr 2000=100)
[VGRdL 2020]. Die VGR bestehen aus Inlandspro-
duktberechnung, der Input-Output-Rechnung sowie
Vermögens-, Erwerbs-, Arbeitsvolumen und Finanzie-
rungsrechnung. In Abbildung 13 sind die für die Bil-
dung des Index der Primärenergieproduktivität not-
wendigen grundlegenden Indizes (Bruttoinlandspro-
dukt, Primärenergie) dargestellt.
Abbildung 13
Primärenergieindex (Tber) und Kettenindex Bruttoinlandsprodukt von 2000 bis 2019;
*Primärenergieindex Prognose IE
1
Im Jahr 2019 fand in Deutschland eine umfassende Revi-
sion der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen (VGR)
statt. Im Rahmen dieser Revision wurden insbesondere neue
Datenquellen und Berechnungsmethoden eingebaut. Dar-
über hinaus wurde diese Gelegenheit auch genutzt, um die
gesamten VGR-Systeme umfassend zu überprüfen und – wo
nötig – zu überarbeiten und neue Erkenntnisse in die Be-
rechnungen zu integrieren. Um Brüche in den Zeitreihen zu
vermeiden, wurden die Ergebnisse für Deutschland zurück
bis 1991 neu berechnet.
0
20
40
60
80
100
120
140
I NDEX
2000 = 100
Kettenindizes Primärenergieverbrauch (Tber) und Bruttoinlandsprodukt
Primärenergieindex (Tber)
Kettenindex Bruttoinlandsprodukt
*
*

image
PROGNOSE DES ENERGIEVERBRAUCHS
Prognose ausgewählter Energiedaten einschließlich der Energiebilanz
29
Aus den Berechnungen ergibt sich eine Zeitreihe des
Index der Primärenergieproduktivität, der insgesamt
einen steigenden Trend aufweist, d. h. pro Einheit ein-
gesetzter Energie wird zunehmend mehr wirtschaftli-
che Leistung erzeugt (Abbildung 14). Infolge der Fi-
nanz- und Wirtschaftskrise ist in den Jahren 2008 und
2009 ein vorübergehender Rückgang erkennbar. Der
deutliche Anstieg der Primärenergieproduktivität zum
Jahr 2015 ist auf einen deutlichen Rückgang des Pri-
märenergieverbrauchs von Braunkohle in Wärmekraft-
werken der allgemeinen Versorgung zurückzuführen.
Nach einem leichten Rückgang zum Jahr 2017 wird in
den Prognosejahren bis 2019 besonders aufgrund einer
gesunkenen Stromproduktion aus Braunkohle zum
Jahr 2019 von einem Anstieg der Primärenergiepro-
duktivität ausgegangen.
Abbildung 14
Index der Primärenergieproduktivität (Tber) von 2000 bis 2019; *Prognose IE
100
97
97
98
102
100
101
106
105
102
107
111
111
109
112
117
117
115
116
119
0
20
40
60
80
100
120
140
I n dex
2000 = 100
Index der Primärenergieproduktivität des Bruttoinlandsproduktes (Tber)
Index
*
*

image
PROGNOSE DES ENERGIEVERBRAUCHS
30
Prognose ausgewählter Energiedaten einschließlich der Energiebilanz
2.3.2 Pro-Kopf-Verbräuche
In Abbildung 15 ist der gesamte Endenergieverbrauch
des Freistaates Sachsen je Einwohner dargestellt. Ins-
gesamt ist zwischen den Jahren 2000 und 2005 ein
etwa stagnierender Wert knapp unter 23.000 kWh/Ein-
wohner erkennbar. In diesem Zeitraum sank sowohl
die Einwohnerzahl (- 4,1 %) als auch der temperatur-
bereinigte Endenergieverbrauch (- 3,9 %).
Zwischen den Jahren 2005 und 2017 stieg der End-
energieverbrauch deutlich um ca. 11,9 %, vor allem
durch steigende Verbräuche innerhalb der Sektoren
Verarbeitendes Gewerbe und Verkehr. Gleichzeitig
sank die Einwohnerzahl um 3,4 % ab, sodass sich der
steigende Endenergieverbrauch (Tber) auf immer we-
niger Einwohner verteilt. Diese Tendenz wird sich vo-
raussichtlich auch bis zum Jahr 2019 fortsetzen, wäh-
rend die Einwohnerzahl gegenüber 2017 um 0,2 % ge-
sunken ist, ist der bereinigte Endenergieverbrauch vo-
raussichtlich um 0,9 % gestiegen (vgl. Kapitel 2.2).
Abbildung 15
Endenergieverbrauch je Einwohner (Tber) von 2000 bis 2019; *Prognose IE
In Abbildung 16 ist der temperaturbereinigte Strom-
verbrauch bezogen auf die Zahl der Einwohner darge-
stellt. Aus den Berechnungen ergibt sich eine Zeitreihe
des spezifischen Stromverbrauchs je Einwohner, der
zwischen den Jahren 2000 und 2006 einen deutlich an-
steigenden Trend zeigt. Nach 2006 ist die Entwicklung
rückläufig. Grund für den deutlichen Rückgang hin
zum Jahr 2009 sind die Folgen der Finanz- und Wirt-
schaftskrise und dadurch gegenüber den Vorjahren
deutlich niedrigere Stromverbräuche im Verarbeiten-
den Gewerbe. Zum Jahr 2010 und in den Folgejahren
stieg der Stromverbrauch dann bei gleichzeitig sinken-
der Einwohnerzahl wieder deutlich an, was zu einem
starken Anstieg des einwohnerbezogenen Strom-
20.000
21.000
22.000
23.000
24.000
25.000
26.000
27.000
28.000
[kWh /Einwohner]
Endenergieverbrauch je Einwohner (Tber)
Endenergieverbrauch je Einwohner
*
*

image
PROGNOSE DES ENERGIEVERBRAUCHS
Prognose ausgewählter Energiedaten einschließlich der Energiebilanz
31
verbrauchs führte. Seit 2012 zeichnet sich ein etwa
stagnierender Wert bis zum Jahr 2017 ab. Zu den Prog-
nosejahren 2018 und 2019 hin wird besonders
aufgrund von sinkenden Stromverbräuchen im Verar-
beitenden Gewerbe von einem Rückgang des spezifi-
schen Verbrauchs ausgegangen.
Abbildung 16
Stromverbrauch je Einwohner (Tber) von 2000 bis 2019; *Prognose IE
3.000
3.500
4.000
4.500
5.000
5.500
6.000
[kWh /Einwohner]
Endenergieverbrauch je Einwohner (Tber)
Stromverbrauch je Einwohner
*
*

image
PROGNOSE DES ENERGIEVERBRAUCHS
32
Prognose ausgewählter Energiedaten einschließlich der Energiebilanz
2.3.3 Endenergieproduktivität des Verarbeitenden Gewerbes
Im Bereich des Verarbeitenden Gewerbes wird als zu-
sammenfassender Indikator für die Effizienz der Ener-
gienutzung der Index der Energieproduktivität als
Quotient aus preisbereinigtem Kettenindex der Brutto-
wertschöpfung (BWS) auf Vorjahrespreisbasis und En-
denergieindex gebildet (Referenzjahr 2000 = 100). Wie
in Abbildung 17 dargestellt, steigt der Kettenindex der
Bruttowertschöpfung bei steigendem Endenergiever-
brauch im Verarbeitenden Gewerbe. Infolge der Fi-
nanz- und Wirtschaftskrise im Jahr 2009 sank sowohl
die Bruttowertschöpfung, als auch der Endenergiever-
brauch deutlich ab und erholte sich in den Folgejahren.
Nach einem deutlichen Anstieg zum Jahr 2011 ist in
den Jahren 2012 und 2013 ein leichter Rückgang der
Bruttowertschöpfung zu erkennen. In den Jahren 2014
bis 2018 stieg die Bruttowertschöpfung stetig an. Im
Jahr 2019 trübte sich die Wirtschaft ein, was in Sach-
sen zu einem Rückgang der BWS um 4,0 % gegenüber
2018 führte.
Abbildung 17
Endenergieindex (Tber) und Kettenindex Bruttowertschöpfung des Verarbeitenden
Gewerbes von 2000 bis 2019; *Endenergieindex Prognose IE
Aus den Berechnungen ergibt sich eine Zeitreihe des
Index der Endenergieproduktivität, welche zwischen
den Jahren 2000 und 2007 einen deutlichen Anstieg
aufweist (Abbildung 18). In diesem Zeitraum ist die
Bruttowertschöpfung
in
Relation
zum
Endenergieverbrauch im Verarbeitenden Gewerbe
deutlicher angestiegen, was auch in Abbildung 17 er-
kennbar ist. In den Folgejahren sank die Endenergie-
produktivität tendenziell ab. Nach 2013 ist die Brutto-
wertschöpfung deutlich und der Endenergieverbrauch
0
20
40
60
80
100
120
140
160
180
200
I n dex
2000 = 100
Kettenindizes Endenergieverbrauch (Tber) und Bruttowertschöpfung
Endenergieindex (Tber)
Kettenindex Bruttowertschöpfung
*
*

image
PROGNOSE DES ENERGIEVERBRAUCHS
Prognose ausgewählter Energiedaten einschließlich der Energiebilanz
33
(Tber) gleichzeitig nur leicht angestiegen, was zu einer
deutlichen Steigerung der Endenergieproduktivität im
Verarbeitenden Gewerbe bis zum Jahr 2018 führte.
Zum Jahr 2019 wird die Bruttowertschöpfung voraus-
sichtlich deutlicher sinken als der Endenergiever-
brauch, was zu einem Rückgang des Index führt.
Abbildung 18
Index der Endenergieproduktivität der Bruttowertschöpfung des Verarbeitenden Ge-
werbes (Tber) von 2000 bis 2019; *Prognose IE
100
103
113
118
126
118
128
134
129
119
124
121
113
114
129
134
137
139
142
139
0
20
40
60
80
100
120
140
160
I n dex
2000 = 100
Kettenindex der Endenergieproduktivität (Tber) der Bruttowertschöpfung
Index
**

image
PROGNOSE DES ENERGIEVERBRAUCHS
34
Prognose ausgewählter Energiedaten einschließlich der Energiebilanz
2.3.4 Endenergieproduktivität des Sektors Gewerbe-Handel-Dienstleistungen (GHD)
Im Bereich des GHD-Sektors wird als zusammenfas-
sender Indikator für die Effizienz der Energienutzung
ebenfalls der Index der Energieproduktivität als Quoti-
ent aus preisbereinigtem Kettenindex der Bruttowert-
schöpfung auf Vorjahrespreisbasis und Endenergiein-
dex gebildet (Referenzjahr 2000 = 100). Wie in Abbil-
dung 19 dargestellt, steigt der Kettenindex der Brutto-
wertschöpfung bei einem bis zum Jahr 2010 sinken-
dem, anschließend stagnierendem und seit 2014 wieder
ansteigendem Endenergieverbrauch. Für die Prognose-
jahre 2018 und 2019 wird ein leicht steigender End-
energieverbrauch (Tber) im Sektor GHD angenommen
(vgl. Kapitel 2.2.2).
Aus den Berechnungen ergibt sich eine Zeitreihe des
Index der Endenergieproduktivität, der bis zum Jahr
2013 eine steigende Entwicklung aufweist, d. h. pro
Einheit eingesetzter Energie zunehmend mehr wirt-
schaftliche Leistung erzeugt wurde. In den Jahren zwi-
schen 2014 und 2017 ist der Endenergieverbrauch ge-
genüber der Bruttowertschöpfung deutlicher gestiegen,
was zu einem Rückgang der Endenergieproduktivität
im GHD-Sektor führte. Für die Prognosejahre bis 2019
ist ein leichter Anstieg der Bruttowertschöpfung
bekannt, gleichermaßen wird von einem steigenden
Endenergieverbrauch ausgegangen, was insgesamt zu
einer Stagnation der Endenergieproduktivität führt
(Abbildung 20).
Abbildung 19
Endenergieindex (Tber) und Kettenindex Bruttowertschöpfung des Sektors GHD von
2000 bis 2019; *Endenergieindex Prognose IE
0
20
40
60
80
100
120
140
I NDEX
2000 = 100
Kettenindizes Endenergieverbrauch (Tber) und Bruttowertschöpfung
Endenergieindex (Tber)
Kettenindex Bruttowertschöpfung
*
*

image
PROGNOSE DES ENERGIEVERBRAUCHS
Prognose ausgewählter Energiedaten einschließlich der Energiebilanz
35
Abbildung 20
Index der Endenergieproduktivität der Bruttowertschöpfung des Sektors GHD (Tber)
von 2000 bis 2019; *Prognose IE
100
105
119
116
120
127
136
155
168
163
169
176
177
182
173
173
165
160
161
161
0
20
40
60
80
100
120
140
160
180
200
I n dex
2000 = 100
Kettenindex der Endenergieproduktivität (Tber) der Bruttowertschöpfung
Index
*
*

image
PROGNOSE DES ENERGIEVERBRAUCHS
36
Prognose ausgewählter Energiedaten einschließlich der Energiebilanz
2.3.5 Spezifischer Endenergieverbrauch des Sektors Private Haushalte
In Abbildung 21 ist der temperaturbereinigte Endener-
gieverbrauch des Sektors Private Haushalte bezogen
auf die physisch vorhandene Wohnfläche Sachsens
dargestellt. Der spezifische Endenergieverbrauch (um-
fasst neben der Heizwärme auch Strom für Elektroge-
räte sowie Energie zur Warmwasserbereitung) ist zwi-
schen den Jahren 2000 und 2009 in etwa konstant um
200 kWh/m² geblieben und weist anschließend bis zum
Jahr 2011 eine sinkende Tendenz auf. Seither hat sich
der Verbrauch um 180 kWh je m² Wohnfläche gehal-
ten. Im Prognosezeitraum bis 2019 wird besonders auf-
grund preisbedingt steigender Heizölabsätze mit einem
leichten Anstieg des Verbrauchs je m² Wohnfläche ge-
rechnet.
Abbildung 21
Endenergieverbrauch je m² Wohnfläche im Sektor Private Haushalte (Tber) von 2000
bis 2019; *Prognose IE
197
190
199
201
200
191
205
190
210
202
195
178
182
184
180
177
177
182
181
184
0
50
100
150
200
250
[kWh/m²]
Endenergieverbrauch je m² Wohnfläche im Sektor Private Haushalte (Tber)
Spezifischer Verbrauch
*
*

image
PROGNOSE DES ENERGIEVERBRAUCHS
Prognose ausgewählter Energiedaten einschließlich der Energiebilanz
37
2.3.6 Spezifischer Endenergieverbrauch des Sektors Verkehr
In Abbildung 22 ist der gesamte Endenergieverbrauch
des Straßenverkehrs bezogen auf die Anzahl der Kraft-
fahrzeuge als Quotient aus beiden Größen dargestellt.
Daraus ergibt sich eine Zeitreihe des spezifischen
Endenergieeinsatzes der gemeldeten Kraftfahrzeuge,
die insgesamt zwischen den Jahren 2000 und 2012
einen Abwärtstrend zeigt.
1
Nach 2012 ist ein leicht stei-
gender Verbrauch je Kfz erkennbar, welcher den aktu-
ellen Trend hin zu größeren Fahrzeugen sowie zu mehr
Güterverkehr widerspiegelt. In den Prognosejahren ist
ein Rückgang des spezifischen Verbrauchs erkennbar.
Bundesweit ging der Energieverbrauch im Straßenver-
kehr im Jahr 2018 leicht zurück und stieg im Jahr 2019
wieder an (MWV 2019), diese Tendenzen wurden auch
für Sachsen angenommen. Durch diesen Indikator
kann die Effizienz der Fahrzeuge aber nur bedingt dar-
gestellt werden, da zunehmend mehr Kfz je Einwohner
gemeldet sind. Der Endenergieverbrauch des Straßen-
verkehrs verteilt sich demnach auf immer mehr Fahr-
zeuge bei wenig veränderter Verkehrsleistung.
Daher wurde zusätzlich der spezifische Endenergiever-
brauch des Straßenverkehrs je Einwohner als Kenn-
größe in Abbildung 23 dargestellt. Daraus kann
1
In den Jahren 2000 bis 2007 wurden statistisch auch die
vorübergehend stillgelegten Fahrzeuge erfasst. Seit 2008
fließen nur noch die tatsächlich angemeldeten Fahrzeuge in
die Statistik ein. Bei Abzug der vorübergehend stillgelegten
abgeleitet werden, dass der Endenergieverbrauch je
Einwohner im Straßenverkehr zwischen den Jahren
2000 und 2012 tendenziell rückläufig war (ca. - 6 %).
Nach 2012 steigt der spezifische Verbrauch wieder
leicht an. Zurückzuführen ist dies vorwiegend auf ei-
nen stetig steigenden Endenergieverbrauch des Stra-
ßengüterverkehrs sowie der Tendenz hin zu größeren
Fahrzeugen (SUVs). Der Anstieg nach dem Jahr 2015
ist auf einen deutlichen Anstieg der Kraftstoffverbräu-
che (vor allem Diesel) zurückzuführen.
Im Luftverkehr ist, bezogen auf die Anzahl der Flug-
bewegungen, zwischen den Jahren 2000 und 2006 ein
stagnierender Endenergieverbrauch erkennbar (Abbil-
dung 23). Nach 2006 ist der spezifische Verbrauch
deutlich angestiegen, dieser Anstieg korreliert mit der
Entwicklung des Anstiegs des Luftfrachtaufkommens
am Flughafen Leipzig/Halle.
Der Straßenverkehr hat mit 73,4 % den größten Anteil
am Endenergieverbrauch des Verkehrssektors im Prog-
nosejahr 2019. Der Luftverkehr hat einen Anteil von
24,4 %. Schienenverkehr und Binnenschaffahrt haben
mit 2,2 % und 0,05 % nur einen sehr geringen Anteil
am Endenergieverbrauch im Sektor Verkehr.
Fahrzeuge würde sich für die Jahre 2000 bis 20007 ein hö-
herer spezifischer Verbrauch ergeben, welcher eine homo-
gene Zeitreihe erwarten lässt.

image
PROGNOSE DES ENERGIEVERBRAUCHS
38
Prognose ausgewählter Energiedaten einschließlich der Energiebilanz
Abbildung 22
Spezifischer Endenergieverbrauch im Straßen- und Flugverkehr (Tber); *Prognose IE
Abbildung 23
Spezifischer Endenergieverbrauch im Straßenverkehr (Tber); *Prognose IE
37,6
36,2
36,0
34,1
34,5
32,7
32,2
32,1
35,9
35,3
35,1
34,2
33,6
33,8
34,0
33,8
33,9
34,1
33,4
33,3
41
42
42
42
35
42
40
93
191
234
244
204
253
260
251
248
264
275
264
267
0
50
100
150
200
250
300
350
400
0
5
10
15
20
25
30
35
40
[ GJ/ Flugbewegung]
[GJ/Kraftfahrzeug]
Spezifischer Endenergieverbrauch (Tber) im Verkehrssektor
Spezifischer Verbrauch Straßenverkehr
Spezifischer Verbrauch Flugverkehr
*
*
21,8
21,7
21,9
20,9
21,5
20,7
20,7
21,0
20,8
20,7
20,9
20,6
20,5
20,7
20,9
20,8
21,0
21,4
21,1
21,3
15
16
17
18
19
20
21
22
23
24
25
[GJ/Einwohner]
Spezifischer Endenergieverbrauch (Tber) im Straßenverkehr
Spezifischer Verbrauch Straßenverkehr
*
*

image
CO2-EMISSIONEN
Prognose ausgewählter Energiedaten einschließlich der Energiebilanz
39
3 CO
2
-Emissionen
3.1 CO
2
-Emissionen des Primärenergieverbrauchs
Im Folgenden werden die CO
2
-Emissionen des Primär-
energieverbrauchs in Sachsen nach Methodik der
Quellenbilanz
dargestellt. Die Quellenbilanz ermög-
licht Aussagen über die Gesamtmenge des emittierten
Kohlendioxids von der Aufkommenseite. Das heißt,
dass alle Emissionen, die auf den Verbrauch von
Primärenergieträgern zurückgehen, auch diesem zuge-
rechnet werden. So wird beispielsweise auch die ein-
gesetzte Menge an Braunkohle für die Stromproduk-
tion unabhängig vom Verbrauchsort des Stroms (län-
derübergreifend)
berücksichtigt. Dementsprechend
verfolgt die Quellenbilanz einen territorialen Ansatz.
Im Zeitraum von 1990 bis zum Prognosejahr 2019 sind
die CO
2
-Emssionen aus dem Primärenergieverbrauch
in Sachsen deutlich von 92,2 Mio. Tonnen auf 48,1
Mio. Tonnen und somit um rund 47,8 % gesunken.
Dieser Rückgang ist besonders auf umfangreiche Ein-
schnitte im Industriesektor, Energieträgerumstellungen
zu Beginn der 1990er Jahre von Braunkohle auf Erdgas
und
Heizöl
sowie
Sanierungen
und
Heizsystemerneuerungen zurückzuführen. Nach wie
vor hat Braunkohle in Sachsen durch deren Verstro-
mung und teils gleichzeitige Fernwärmeerzeugung
aber den größten Anteil an den CO
2
-Emissionen.
Nach deutlichen Schwankungen der Braunkohlenver-
stromung zum Ende der 1990er Jahre ist ab dem Jahr
2001 ein etwa konstant bleibender Gesamtwert der
CO
2
-Emissionen in Sachsen erkennbar (Abbildung
24). Zum Jahr 2019 ist die Stromproduktion aus Braun-
kohle in Sachsen um über 10 % gesunken [Bundesver-
band Braunkohle 2020], was unter anderem auf gestie-
gene CO
2
-Zertifikatepreise zurückgeführt werden kann
(vgl. AGORA 2020).
Die Anteile der Energieträger an den Emissionen sind
in Abbildung 25 dargestellt. Demnach hat Braunkohle
im Jahr 2019 mit über 61 % weiterhin den größten An-
teil, Mineralölprodukte kommen auf 22 % und Erdgas
auf 16 %. Ein Restanteil von ca. 1 % entfällt auf Stein-
kohle und nicht erneuerbare Abfälle (Sonstige).

image
3
CO2-EMISSIONEN
40
Prognose ausgewählter Energiedaten einschließlich der Energiebilanz
Abbildung 24
CO
2
-Emissionen des Primärenergieverbrauchs; Werte 1990 bis 2017 aus [LAK 2020], *Prognose IE
Abbildung 25
Anteile der Energieträger an den CO
2
-Emissionen des Primärenergieverbrauchs; Werte
1990 bis 2017 aus [LAK 2020], *Prognose IE
0
10
20
30
40
50
60
70
80
90
100
CO
2
-Emissionen des Primärenergieverbrauchs (IST)
Sonstige
Gase
Mineralölprodukte
Braunkohle
Steinkohle
[Mio.t CO
2
]
0%
10%
20%
30%
40%
50%
60%
70%
80%
90%
100%
Verteilung der CO
2
-Emissionen des Primärenergieverbrauch (IST)
Sonstige
Gase
Mineralölprodukte
Braunkohle
Steinkohle

image
CO2-EMISSIONEN
Prognose ausgewählter Energiedaten einschließlich der Energiebilanz
41
3.2 CO
2
-Emissionen des Endenergieverbrauchs
Grundsätzlich ist die Darstellung der CO
2
-Emissionen
auch nach Methodik der Quellenbilanz möglich. Nach-
teil dabei ist, dass die Emissionen des Verbrauchs der
sekundären Energien (Strom, Fernwärme), um eine
Doppelbilanzierung zu vermeiden, nicht berücksichtigt
werden.
Aus diesem Grund werden die Emissionen des
Endenergieverbrauchs daher in der Regel nach dem
Verursacherprinzip
(Verursacherbilanz)
darge-
stellt. Es fließen sowohl Primärenergieträger als auch
Sekundärenergieträger – wie Wärme und Strom – in
die
Berechnung
ein.
Somit
werden
in
einer
Verursacherbilanz alle Emissionen dargestellt, die auf
den Endenergieverbrauch eines Bundeslandes bezogen
sind. Im Unterschied zur Quellenbilanz werden hierbei
die Emissionen des Umwandlungsbereichs nicht als
solche ausgewiesen, sondern nach dem Verursacher-
prinzip den sie verursachenden Endverbrauchs-
sektoren zugeordnet. Beim Energieträger Strom erfolgt
die Anrechnung der dem Endverbrauch zuzurechnen-
den Emissionsmenge auf Grundlage des Brennstoff-
verbrauchs aller Stromerzeugungsanlagen auf dem
Gebiet der Bundesrepublik Deutschland. [LAK 2020]
Bei Betrachtung der Entwicklung der Emissionen des
Endenergieverbrauchs wird ein sehr deutlicher Rück-
gang zwischen den Jahren 1990 und 1993 deutlich
(Abbildung 26), welcher auf umfangreiche Einschnitte
im
Industriesektor,
Energieträgerwechsel
sowie
Sanierungen und Heizsystemumstellungen (GHD und
Haushalte) in den Jahren nach der politischen Wende
zurückzuführen ist. Im Zeitraum nach 1993 sind die
CO
2
-Emissionen nur noch leicht gesunken und blieben
seit 2005 nahezu konstant um etwa 30 Mio. Tonnen
CO
2
. Hierbei sei anzumerken, dass der Endenergiever-
brauch im Zeitraum von 2005 bis 2019 dagegen um
etwa 7,9 % angestiegen ist. Hintergrund für die dage-
gen im Zeitraum 2005 bis 2019 etwa konstant bleiben-
den CO
2
-Emissionen des Endenergieverbrauchs ist der
bundesweite Ausbau der Erneuerbaren Energien zur
Stromerzeugung und dadurch sinkende spezifische
Emissionen je verbrauchter Einheit Strom. Gleichzei-
tig ist in Sachsen auch die Wärmeerzeugung aus rege-
nerativen Energien deutlich angestiegen, wodurch zu-
sätzlich Emissionen eingespart werden konnten.
Bei Betrachtung der Anteile der Sektoren an den CO
2
-
Emissionen des gesamten Endenergieverbrauchs wird
deutlich, dass der Verkehrsbereich immer mehr an Be-
deutung gewinnt (Abbildung 27). Lag der Anteil des
Verkehrs im Jahr 1990 noch bei unter 10 %, stieg die-
ser bis zum Jahr 2019 auf etwa 29 %. Durch den Aus-
bau der Erneuerbaren Energien im Strom- sowie Wär-
mebereich nimmt der Anteil der CO
2
-Emissionen
durch Haushalte und Gewerbe (GHD) stetig ab.

image
3
CO2-EMISSIONEN
42
Prognose ausgewählter Energiedaten einschließlich der Energiebilanz
Abbildung 26
CO
2
-Emissionen des Endenergieverbrauchs nach Sektoren in Sachsen; Werte 1990 bis 2017
aus [LAK 2020], *Prognose IE
Abbildung 27
Anteile der CO
2
-Emissionen des Endenergieverbrauchs in Sachsen nach Sektoren;
Werte 1990 bis 2017 aus [LAK 2020], *Prognose IE
0
10
20
30
40
50
60
70
CO
2
-Emissionen Endenergieverbrauch Sektoren Sachsen (IST)
Haushalte und GHD
Verkehr
Verarbeitendes Gewerbe
[Mio.t CO
2
]
0%
10%
20%
30%
40%
50%
60%
70%
80%
90%
100%
Anteile CO
2
-Emissionen des Endenergieverbrauchs nach Sektoren in Sachsen (IST)
Haushalte und GHD
Verkehr
Verarbeitendes Gewerbe

image
ANHANG
Prognose ausgewählter Energiedaten einschließlich der Energiebilanz
43
Glossar
Bruttoinlandsprodukt
Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) gibt den Gesamtwert aller
Güter,
d. h.
Waren
und
Dienstleistungen,
an, die innerhalb eines
Jahres
innerhalb der
Landesgrenzen
einer
Volkswirtschaft hergestellt wurden, nach Abzug aller Vorleistungen.
Bruttowertschöpfung
Die Bruttowertschöpfung (BWS) ist eine Kennzahl der
Entstehungsrechnung
der
Volkswirtschaftlichen
Gesamtrechnung.
Sie ergibt sich aus dem Gesamtwert der
im Produktionsprozess erzeugten
Waren
und
Dienstleistungen
(Produktionswert),
abzüglich des Werts der
Vorleistungen.
Endenergieverbrauch
Die an Endkunden im Inland abgegebene Energie wird als
Endenergie
bezeichnet.
Primärenergieverbrauch
Ist der Verbrauch von
Primärenergie,
den ein Vorgang erfordert. Der
Primärenergieverbrauch ergibt sich aus dem Endenergieverbrauch und den
Verlusten, die bei der Erzeugung der Endenergie aus der Primärenergie auftreten.
Umrechnungsfaktoren
Umrechnungsfaktoren für Energieeinheiten:
Einheit
MWh
TJ
PJ
1.000 kWh
1
0,0036
0,0000036
1 TJ
277,8
1
0,001

image
INHALTSVERZEICHNIS
44
Prognose ausgewählter Energiedaten einschließlich der Energiebilanz
Literaturverzeichnis
AGORA 2020
AGORA Energiewende: Die Energiewende im Stromsektor; Stand der
Dinge 2019, Seite 33, Berlin, Januar 2020
Bundesverband Braunkohle 2020
Bundesverband Braunkohle: Braunkohle in Deutschland – Daten und
Fakten 2019; Werte für 2019 geschätzt
MWV 2019
Mineralölwirtschaftsverband (MWV): Mineralölverbrauch in
Deutschland 2019
IWU 2020
Institut für Wohnen und Umwelt: Gradtagszahlen in Deutschland;
Veröffentlichung unter:
www.iwu.de/fileadmin/user_upload/dateien/.../Gradtagszahlen_Deutschla
nd.xls
;
Zugriff am 18.09.2020
LAK 2020
Länderarbeitskreis Energiebilanzen; Veröffentlichungen der CO
2
-Emissio-
nen nach Bundesländern nach Quellen- und Verursacherbilanzen unter:
http://www.lak-energiebilanzen.de/co2-bilanzen/
; Zugriff am 08.10.2020
VGRdL 2020
Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung der Länder; Arbeitskreis „Volks-
wirtschaftliche Gesamtrechnungen der Länder“ im Auftrag der Statisti-
schen Ämter der 16 Bundesländer; Titel: Bruttoinlandsprodukt, Brutto-
wertschöpfung in den Ländern der Bundesrepublik Deutschland von 1991
bis 2019, Reihe 1, Band 1