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Sächsische Gartenakademie
Gerd Großmann
Gartentelefon donnerstags 14-17 Uhr: 0351 2612-8080
LfULG, Abteilung Gartenbau, Referat 81 (ehem.)
E-Mail: gartenakademie@smul.sachsen.de
www.gartenakademie.sachsen.de
Gartentipp
Laubarbeiten am Rebstock
Gartentipp Januar 2018
Nach dem
kräftigen Rückschnitt
, ausgangs des
Winters, treiben die Rebstöcke immer aus mehr Au-
gen aus, als eigentlich für einen guten Ertrag ge-
braucht werden.
Würde man alle Triebe belassen, entstünde eine viel
zu dichte Laubwand. Dadurch wird deren Durchlüf-
tung vermindert und es kann zum verstärkten Auftre-
ten von Krankheiten oder Schaderregern führen.
Aus diesem Grund ist es wichtig, dass an den Spa-
lierreben während der Vegetationszeit Pflegemaß-
nahmen - so genannte
Laubarbeiten
- durchgeführt
werden.
Ausbrechen:
Bereits bei einer Trieblänge von
etwa 15 cm kann man die Blütenstände erken-
nen. Zu dieser Zeit werden unfruchtbare Triebe
sowie Wasserschosser aus dem Stamm oder
Altholz ausgebrochen, wenn sie nicht für den
Stockaufbau im Folgejahr benötigt werden.
Ebenso ist bei Doppeltrieben, die sich aus dem
Haupt- und Nebenauge entwickelt haben derje-
nige aus dem Nebenauge zu entfernen. Mit fort-
schreitender Entwicklung erkennt man auch
Schwachtriebe, die ihr Wachstum bei einer
Trieblänge von ca. 30 – 40 cm bereits einstellen.
Auch solche Triebe sind zu entfernen.
Entspitzen:
Beim Entspitzen wird nur die Trieb-
spitze von Trieben, die sehr schnell lang ge-
wachsen sind, abgekniffen. Dadurch werden an-
dere in der Entwicklung zurückgebliebene Triebe
im Wachstum gefördert.
Einkürzen:
Unter dem Einkürzen versteht man
das Zurückschneiden der Sommertriebe,
diese in die darüber befindliche Ertragsetage
hineinwachsen oder sehr stark überhängen.
Sehr häufig sieht man an Hausspalieren, dass
fruchtende Sommertriebe nach der Rebblüte
über dem letzten Traubenansatz abgeschnitten
sind. Einerseits werden dadurch zwar die Ba-
sisaugen gekräftigt, andererseits reichen aber
die Blätter am Trieb nicht aus, um die Traube
genügend zu ernähren. Etwa 10 bis 12 Blätter
müssen eine Traube ernähren. Außerdem wird
durch das zu starke Einkürzen die Geiztriebbil-
dung gefördert, was wiederum zu einer Laub-
wandverdichtung führen kann.
Anbinden:
Die Triebe sind laufend möglichst
senkrecht am Spalier anzubinden. Damit besteht
keine Gefahr, dass sie bei starkem Wind abbre-
chen und es wird eine vorzeitige Geiztriebbil-
dung verhindert. Alle Blätter am Trieb werden
gut belichtet.
Entblätterung:
In der Traubenzone werden zwei
bis drei der ältesten Blätter zum Zeitpunkt be-
ginnender Beerenreife entfernt. Die Trauben dür-
fen jedoch nicht völlig freigestellt werden, da es
sonst zu Sonnenbrandschäden führen kann.
Ausgeizen:
Entfernen der sich aus den Blatta-
chseln bildenden Geiztriebe in der Traubenzone.
Die Geiztriebbildung ist sortenabhängig, kann
durch zu frühes und starkes Einkürzen sowie bei
Beschädigung des Haupttriebes gefördert wer-
den.
Ausdünnen:
Je Sommertrieb sollten nur maxi-
mal zwei Trauben belassen werden. Oftmals
sind aber drei Trauben vorhanden, so dass die
oberste entfernt wird.

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Bild 1: Austrieb aus Haupt- und Nebenauge (Autor: Laila Teutsch)
Bild 2: In der Traubenzone sind ein bis zwei Blätter entfernt (Autor: Gerd Großmann)