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Sächsische Gartenakademie
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Gartentipp
Schnitt der Gartenrosen
Gartentipp April 2013
Der Monat April ist der richtige Zeitpunkt für den
Rückschnitt der Gartenrosen. Bei zu zeitigem Schnitt
kann es leicht passieren, dass die wenigen
verbliebenen, aber bereits angetriebenen Knospen
bei eventuellen Spätfrösten erfrieren. Als Faustregel
kann man für den richtigen Schnittzeitpunkt den
Beginn der Forsythienblüte ansehen.
Für einen jährlichen fachgerechten Rückschnitt der
Rosen sprechen mehrere Gründe. Durch ihn werden
das Wachstum der Pflanzen sowie deren
Blütenbildung angeregt. Kranke oder verletzte Triebe
werden entfernt und der kräftige Neutrieb ist
widerstandsfähiger gegenüber Krankheiten und
Schadinsekten. Außerdem können durch diese
Maßnahmen Korrekturen in der Wuchsform
vorgenommen werden.
Rosenschnitt ist eigentlich nicht schwierig, einige
Regeln sollten aber beachtet werden. Voraussetzung
sind natürlich scharfe Werkzeuge wie Rosenschere,
Astschere oder bei stärkerem Holz eine gute
Handsäge. Der Schnitt sollte schräg angesetzt ca. 1
cm über einer nach außen zeigenden Knospe
verlaufen. Wird zu dicht an der Knospe geschnitten,
kann durch das Eintrocknen der Schnittwunde die
darunter liegende Knospe geschädigt werden. Die
Kontrolle auf Wildtriebe und deren Entfernung ist
sehr wichtig. Diese aber nicht nur oberirdisch
abschneiden sondern bis zur Austriebsstelle im
Boden freilegen und dort abschneiden! Ein
Schnittgesetz, das bei allen Gehölzen zutrifft: Auf
starken Rückschnitt erfolgt ein starker Neutrieb, auf
schwachen Rückschnitt folgt ein schwacher Neutrieb.
Zu dicht stehende und vor allem schwache, dünne
Triebe sind zugunsten stärkerer Zweige zu entfernen.
Nach Beendigung der Schnittmaßnahmen ist das
Schnittholz komplett aus den Pflanzungen zu
entfernen, um durch eventuell anhaftende Schadpilze
keine Neuinfizierung zu begünstigen. Deshalb darf
der Rosenschnitt auch nicht geschreddert als Mulch
eingesetzt werden. Auch von Kompostierung sollte
abgesehen werden.
Rosen werden in
verschiedene Rosengruppen
unterteilt, die jede für sich einen speziellen Schnitt
verlangen. Da gilt es, sich darauf einzustellen.
Einmal blühende Rosen
werden kaum geschnitten.
Es wird lediglich ein Auslichtungsschnitt
vorgenommen. Krankes, abgestorbenes Holz und zu
dicht stehende Triebe werden entfernt. Alte Triebe
sind nach ca. 4 Jahren bodennah abzuschneiden.
Flächenrosen
(Kleinstrauch/Bodendecker) werden
jährlich, bei besonders gesunden Sorten alle 2-3
Jahre, auf etwa 20-30 cm zurück geschnitten. Sogar
ein Schnitt mit der Heckenschere wird vertragen.
Stärkere Beschädigungen sind aber
nachzuschneiden.
Zwerg-, Beet- und Edelrosen
werden jährlich auf 3-
4 Augen gekürzt. Schwache und kranke Zweige sind
zu entfernen, 3-4 kräftige, jüngere Triebe werden
belassen. Wichtig ist, dass die obere Knospe nach
außen zeigt.
Strauchrosen
wirken erst durch ihre Größe. Der
Schnitt beschränkt sich nur auf die Entfernung
kranker, beschädigter oder abgestorbener
Pflanzenteile sowie auf eine regelmäßige Auslichtung,
damit Licht und Luft ins Innere der Pflanzen gelangen
kann. Ein drastischer Verjüngungsschnitt im Notfall
auf etwa 40 cm wird gut vertragen, beeinträchtigt
aber die Blüte dieses Jahres.
Werden
Kletterrosen
zu groß und ausladend, wird
komplett alles Altholz entfernt. Nur junge einjährige
Triebe werden belassen und waagerecht am Spalier
befestigt. Diese verzweigen sich im Folgejahr und
kommen zu üppiger Blüte.
Stammrosen
werden entsprechend der
Rosengruppe auf 20-40 cm eingekürzt, sodass eine
ausgewogene Krone entsteht. Bei
Trauer- bzw.
Kaskadenstammrosen
werden die Kronen lediglich
ausgelichtet und leicht eingekürzt.