Sächsisches Staatsministerium für Kultus und Sport
Intensives Sprachenlernen
ein Angebot
zum Fremdsprachenlernen in der Grundschule
Aktualisierte Fassung
Dresden, 22. November 2010

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1. Einordnung und Ziele des Angebotes
Kinder wachsen gegenwärtig in einer von Mehrsprachigkeit geprägten Welt auf. In
allen Bereichen des persönlichen und gesellschaftlichen Lebens wird es immer
wichtiger, sich neben der Muttersprache andere Sprachen anzueignen. Dem
Erlernen von Sprachen kommt eine zentrale Rolle bei der Entwicklung der
Persönlichkeit zu.
Der Fremdsprachenunterricht in der Grundschule erweitert die vielfältigen
Spracherwerbs- und Sprachgebrauchsmöglichkeiten der Kinder über die
muttersprachlich geprägte Welt hinaus. Grundlagen, die in der Kita gelegt werden,
bilden die Basis für erfolgreiches schulisches Sprachenlernen. Und darüber hinaus
soll schulisches Sprachenlernen die motivationale Basis schaffen für ein
lebensbegleitendes Weiterlernen von Sprachen.
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Mit der Einführung der neuen Lehrpläne in der Grundschule zum Schuljahr 2004/05
wurde ein systematischer, ergebnis- und leistungsorientierter Unterricht im Fach
Englisch mit 2 Wochenstunden in den Klassenstufen 3 und 4 etabliert, auf diesen
wird in den weiterführenden Schularten aufgebaut
Damit erlernen die Kinder eine Sprache, die fast überall auf der Welt gesprochen und
verstanden wird. Jeder sollte Englisch beherrschen. Aber auch alle anderen
Sprachen sind wichtig für die Verständigung. Deshalb wird angestrebt, dass jeder
Europäer neben seiner Muttersprache und Englisch eine weitere Sprache
beherrscht.
Da Englisch verbindliche Schulfremdsprache für alle Kinder ist, bieten sich in der
frühen sprachlichen Bildung auch andere Sprachen an. Besondere Chancen für das
frühzeitige Erlernen einer weiteren Sprache eröffnen die sächsischen Grenzregionen
zur Republik Polen und der Tschechischen Republik und das sorbische Gebiet der
Lausitz. Hier können bereits Kinder auf ganz selbstverständliche Art und Weise die
Sprache, Kultur und Lebensweise ihrer Nachbarn im Alltag kennen lernen. Sie
wachsen in einem mehrsprachigen Umfeld auf und können dabei die Sprache des
Nachbarn nicht nur in einer Unterrichtssituation, sondern auch in der tatsächlichen
Begegnung mit den Menschen erlernen. Die Kinder erkennen so auf ganz besondere
Weise, wie erworbene Sprachkenntnisse im Alltag anwendbar sind. Mit Französisch
erschließen sich die Kinder einen weiteren Sprach- und Kulturraum, dabei wird das
kulturelle Verständnis füreinander und für das Leben in Europa gefördert.
Vor diesem Hintergrund ordnet sich das Angebot ein, neben dem für alle Kinder
verbindlichen Englischunterricht in der Grundschule weitere Sprachen zu erlernen.
Dies ist im Rahmen des Intensiven Sprachenlernens (ISL) Polnisch, Tschechisch,
Französisch und ISL – Sorbisch als Fremdsprache an ausgewählten Grundschulen
möglich. Damit wird auch die Möglichkeit geschaffen, sprachinteressierte und
leistungsstarke Schüler besonders zu fordern und zu fördern.
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Vgl. Gesamtkonzept Sprachliche Bildung, Comenius-Institut, jetzt Sächsisches Bildungsinstitut,
2004.

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Die fachlichen Ziele, die mit dem Intensiven Sprachenlernen verbunden sind, werden
im sprachenübergreifenden Lehrplan ISL wie folgt beschrieben:
Entwickeln eines grundlegenden Hör- und Hör-/Sehverstehens
Erwerb eines elementaren Repertoires an sprachlichen Mitteln zum Sprechen
Entwickeln der Fähigkeit des Sinn erfassenden Lesens
Entwickeln von grundlegenden Fähigkeiten im Schreiben
Entwickeln von interkultureller Handlungsfähigkeit
Entwickeln von Sprachbewusstsein
Entwickeln von Strategien zum Erwerb und Gebrauch einer Fremdsprache
2. Rahmenbedingungen
Das Angebot Intensives Sprachenlernen steht an ausgewählten Standorten für
jeweils eine weitere Sprache (Polnisch, Tschechisch oder Französisch sowie
Sorbisch als Fremdsprache) zur Verfügung – neben dem für alle Schüler
verbindlichen Englischunterricht. Dieses Angebot gilt als zusätzliche schulische
Veranstaltung. Es wird daher vom Prinzip der Freiwilligkeit ausgegangen. Über die
Teilnahme soll mit dem Blick auf die ganzheitliche Entwicklung der Persönlichkeit
des Kindes und auf sein Leistungsvermögen in pädagogischer Verantwortung
entschieden werden.
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Das Angebot Intensives Sprachenlernen leitet sich ab aus den Grundsätzen, die im
Schulprogramm der Schule formuliert sind. Hier werden der Entwicklungsstand der
Schule, die Ziele für die weitere Arbeit und die Vorhaben zur Verwirklichung der Ziele
sowie geplante Maßnahmen der Selbstevaluation beschrieben. Das Schulprogramm
enthält auch Aussagen zum Förderkonzept der Schule. In dieses reiht sich das
Angebot Intensives Sprachenlernen mit seiner Förderung von sprachlich
interessierten und leistungsstarken Schülern ein. Die vorliegende Konzeption zum
Intensiven Sprachlernen bildet die verbindliche Grundlage für die Ausgestaltung des
schuleigenen Konzepts zum ISL.
Verantwortlich für die Umsetzung des Schulprogramms ist der Schulleiter
gemeinsam mit den Lehrerinnen und Lehrern der Schule.
Das Angebot Intensives Sprachenlernen Polnisch, Tschechisch, Französisch
umfasst
in den Klassenstufen 1 und 2 je eine Wochenstunde,
in den Klassenstufen 3 und 4 je drei Wochenstunden (vgl. Stundentafel für die
Grundschule ab Schuljahr 2004/05).
Das heißt, es wird für diesen Unterricht je Klasse/Gruppe in allen vier Klassenstufen
eine Wochenstunde zusätzlich zugewiesen. In den Klassenstufen 3 und 4 wird das
dreistündige Angebot durch die Einbeziehung der beiden Förderstunden erreicht.
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§ 12 Schulordnung Grundschulen – SOGS

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Bei der Gestaltung des Stundenplans an den Schulen sollte darauf geachtet werden,
dass das Intensive Sprachenlernen auch außerhalb des Bereichs der Randstunden
etabliert wird. Eine solche Planung erhöht die Attraktivität und den Lernerfolg für die
Schüler, die das Angebot nutzen. Wenn es schulorganisatorisch möglich ist, sollte
der einstündige Unterricht der Klassenstufen 1 und 2 in mehreren Sequenzen über
die Woche verteilt werden.
Für die Gestaltung des sprachlichen Angebotes sind zusätzlich Mittel für
authentische Materialien und sachbezogene Medien vorhanden, die von den
Grundschulen über die zuständigen Regionalstellen der Sächsischen
Bildungsagentur abgerufen werden können. Für Tschechisch und Polnisch stehen
spezielle Lehrmaterialien für diese Alterstufe zur Verfügung.
3. Inhalt
In vielen Kindertageseinrichtungen gibt es bereits Angebote zur Förderung der
Mehrsprachigkeit der Kinder. Ziel ist es, Kinder zu ermutigen, sich Unbekanntem zu
stellen, es zu entdecken und mit der eigenen Welt in Beziehung zu setzen. Die
Kindertageseinrichtungen legen somit den Grundstein für ein lebenslanges Lernen.
Das Angebot Intensives Sprachenlernen baut in der Grundschule im Verbund mit
dem Englischunterricht auf diese mehrsprachigen Kompetenzen auf und entwickelt
sie weiter.
Das Angebot für das Intensive Sprachenlernen bildet von Klassenstufe 1 bis 4 eine
Einheit. In den Klassenstufen 1 und 2 zielt das Angebot auf die Sensibilisierung für
Sprachen, es soll möglichst integrativ gestaltet werden und ist begegnungsorientiert
angelegt. In den Klassenstufen 3 und 4 schließt sich ein ergebnisorientierter
Unterricht an.
Klassenstufen 1 und 2
In den Klassenstufen 1 und 2, die als pädagogische Einheit gesehen werden
müssen, erfolgt im Sinne eines spiralcurricularen Aufbaus des Lehrplans für das
Intensive Sprachenlernen ein Einstieg in Themen, die in einigen Lernbereichen der
folgenden Klassenstufen wieder aufgegriffen und erweitert werden. Darüber hinaus
sollte das Sprachenlernen mit anderen Fächern vernetzt werden, um es so an Sach-
themen anzubinden und mit häufigen Sequenzen in der Woche den
Wiederholungseffekt zu nutzen.
Spielerische und musische Elemente stehen im Mittelpunkt des Unterrichts. Durch
den primären Einsatz von Geschichten, Liedern Reimen und Bewegungsspielen
erleben die Schüler die Sprache ganzheitlich und nähern sich dem fremden
Lautsystem. Darüber hinaus hat auch das Rollenspiel eine große Bedeutung. Hier
sollte stets eine kleine Handlung oder ein Spiel aus dem Erlebnisbereich der Kinder
zugrunde liegen.
Das behandelte Sprachmaterial sollte behutsam dosiert werden, damit das Prinzip
der kleinen Lernfortschritte verfolgt werden kann. Einen wesentlichen Bestandteil des

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Unterrichts bilden abwechslungsreiche Übungsphasen, in denen die einzelnen
Themen immer wieder aufgegriffen, gefestigt und gegebenenfalls erweitert werden.
Besonders authentisch werden Sprachverwendungssituationen, wenn man die
Begegnung mit der Sprache in den Fachunterricht integriert. Diese bilinguale
Akzentuierung bedeutet, dass kleine, überschaubare Einheiten anderer Fächer
genutzt werden, um die Sprache anzuwenden, wenn man ausgewählte
Handlungsanweisungen in der fremden Sprache gibt (TPR) oder ausgewählte, kleine
Themenabschnitte in der fremden Sprache behandelt.
Klassenstufen 3 und 4
In den Klassenstufen 3 und 4
wird der Unterricht durch thematische Lernbereiche
strukturiert, die an der Lebenswelt der Kinder und an Themen des Sachunterrichts
orientiert sind. Diese Lernbereiche knüpfen an das Vorwissen der Schüler aus den
Klassenstufen 1 und 2, die Themen werden in Klassenstufe 3 und 4 aufgegriffen,
vertieft und erweitert.
In allen Lernbereichen eignen sich die Schüler grundlegende fachbereichsbezogene
Strategien an. Die Schüler werden ermutigt, Sprache kreativ in verschiedenen
Kommunikationssituationen zu verwenden. Es werden Varianten angeboten, die den
Schülern zunehmend helfen, Spracherwerbs- und Sprachgebrauchsprozesse
erfolgreich zu gestalten. Bereits in anderen Fächern und Sprachen erworbene
Strategien werden einbezogen und weitergeführt.
Die Schüler entwickeln ihr Sprachbewusstsein, entdecken sprachliche Vielfalt und
entwickeln Verständnis für die Rolle der Sprache(n) im sozialen Miteinander, sie
erkennen Internationalismen und finden Beispiele für den Einfluss verschiedener
Sprachen auf ihren Alltag. Die Herkunftssprachen der Schüler mit
Migrationshintergrund müssen als Potenzial für unterschiedliche Formen der
Sprachreflexion unbedingt genutzt werden.
4. Formen der Leistungsermittlung und -bewertung
Eine Leistungsbewertung in Form von Noten ist nicht vorgesehen, da es sich um ein
freiwilliges, zusätzliches Angebot handelt.
Das Portfolio wird als ein Instrument zur Dokumentation von schulischen und auch
außerschulischen Sprachkenntnissen sowie zur Selbstevaluation beim Sprachen-
lernen eingesetzt. Die Schüler werden somit befähigt, sich eigene Lernziele zu
setzen, was letztendlich nicht nur die Verantwortung für den Prozess des
Sprachenlernens fördert, sondern auch motivierend für lebenslanges Lernen wirken
kann.
Darüber hinaus können Beschreibungen der erreichten Kompetenzstufen für die
Bereiche Hören, Sprechen, Lesen und Schreiben dazu dienen, dem Kind ein ge-
naues Feedback zu geben, auf welcher Stufe es sich in den einzelnen
Kompetenzbereichen befindet. So werden Stärken und Schwächen nachvollziehbar
beschrieben und rückgemeldet und bilden die Grundlage für die individuelle
Förderung.

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Ein solches Kompetenzraster kann auch genutzt werden, um beim Übergang in die
weiterführenden Schulen die Kompetenzen des Kindes transparent zu kommuni-
zieren um zu sichern, dass die aufnehmenden Schulen erworbene Kompetenzen
weiterführen und auf vorhandenem Wissen aufbauen.
5. Lehrkräfte und ihre Qualifikation
Das Angebot Intensives Sprachenlernen erfordert einen Unterricht, der sich an der
Erfahrungs- und Erlebniswelt der Kinder orientiert, den fachdidaktischen
Anforderungen entspricht und mit hoher sprachlicher Kompetenz geführt wird.
Grundschullehrkräfte, die im Intensiven Sprachenlernen eingesetzt sind, verfügen
i. d. R. über eine Qualifikation auf dem Niveau B1 oder B2 des Gemeinsamen
europäischen Referenzrahmens für Sprachen. Dafür wurden in den letzten Jahren
speziell auf die Zielgruppe und die Zielsprache zugeschnittene umfassende Fort-
bildungsmaßnahmen angeboten.
Das Fortbildungsprogramm sieht einen Umfang von ca. 360 Stunden vor. Dabei
werden Sprachtraining, Zielsprachendidaktik und Methodik eng miteinander
verknüpft. Parallel zur Bearbeitung von Themen werden Unterrichtssprache,
Phonetik, die sprachlichen Fähigkeiten und Fertigkeiten und Lerntechniken entwickelt
und fachdidaktische Aspekte berücksichtigt. Weitere Bestandteile dieser
Fortbildungsmaßnahmen bilden wöchentliche Studientage und Aufenthalte im
Zielsprachenland, zertifiziert wird die Fortbildung durch das Bestehen eines speziell
entwickelten Sprachkompetenztests.
Auch nach Abschluss dieser Fortbildungsmaßnahme ist es Aufgabe jeder Lehrkraft,
die eigenen Kompetenzen durch weiterführende Qualifizierungsmaßnahmen zu
erweitern, wobei die Sächsische Bildungsagentur einen maßgeblichen Anteil an der
Unterstützung der Lehrkräfte hat.
An den Grundschulen sollten in Abhängigkeit von der Schulgröße mindestens zwei
Lehrkräfte für Intensives Sprachenlernen eingesetzt werden, die den o. g. Voraus-
setzungen entsprechen.
Auf Antrag der Schulen können im Rahmen verfügbarer Haushaltsmittel Fremd-
sprachenassistenten, Gastlehrer oder Ortskräfte das Angebot bereichern. Dieser
Einsatz von Muttersprachlern wird ausdrücklich unterstützt.
6. Genehmigungsverfahren und Begleitung
Das Angebot Intensives Sprachenlernen wird durch das Sächsische Staats-
ministerium für Kultus und Sport genehmigt.
Voraussetzung dafür ist die Vorlage eines speziellen Konzeptes als Bestandteil des
Schulprogramms, das die Unterrichtsgestaltung, das Schulleben und den Nachweis
von qualifiziertem Personal umfasst. Dabei sind vielfältige Formen, z. B. Austausch
mit einer Partnerschule, Briefkontakte, konkrete Begegnungen, Klassenfahrten,
gemeinsame Projekte und Gestaltung von internationalen Bildungskooperationen zu

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berücksichtigen. Darüber hinaus sind Kooperationen mit den abgebenden Kinder-
tageseinrichtungen und den weiterführenden Schulen im Sinne des Kontinuums der
Sprachlernbiografie der Kinder wünschenswert.
Von der Schulleitung der Grundschule wird das Konzept der zuständigen Regional-
stelle der Sächsischen Bildungsagentur übergeben. Von dort wird das Konzept mit
einer beigefügten Stellungnahme zur organisatorischen und personellen Absicherung
sowie zur Standortsicherheit der Grundschule an das SMK, 32 weitergeleitet.
Gegebenenfalls ist die Regelung des § 25 SchulG in Verantwortung der Sächsischen
Bildungsagentur zu beachten oder die Öffnung des Schulbezirkes für die ent-
sprechende Schule zu prüfen und zu ermöglichen.
Für die Planung und Gestaltung des Angebotes Intensives Sprachenlernen sind vor
dem Hintergrund der konkreten regionalen Gegebenheiten die Schulleiter der
Grundschulen verantwortlich. In Zusammenarbeit mit den Lehrkräften setzen sie das
Angebot um.
Zur Beratung und Begleitung stehen Fachberater und die zuständigen Referenten
der Sächsischen Bildungsagentur als Ansprechpartner zur Verfügung. Aufgabe der
Fachberater ist es, in der Region Arbeitskreise zu etablieren und den regelmäßigen
Erfahrungsaustausch mit den weiterführenden Schularten zu initiieren. Gemeinsame
Fortbildungen, die Gestaltung schulübergreifender Projekte und regionaler Feste
oder ein Tag der offenen Tür gewähren Transparenz und befördern das Anliegen.
Eine aktuelle Übersicht über bereits genehmigte Schulstandorte und ihre sprachliche
Ausrichtung ist verfügbar unter:
http://www.sachsen-macht-schule.de/schule/download/download_smk/gs_weitere_fremdsprache.pdf
7. Weiterführung
Das Angebot Intensives Sprachenlernen wird im Interesse einer lebenslangen und
vielseitigen sprachlichen Bildung für sprachlich interessierte und leistungsstarke
Schüler an ausgewählten Standorten neben Englisch als erster Fremdsprache
eingerichtet. Die Weiterführung der jeweiligen Sprache nach der Grundschule wird
angestrebt.
Das wichtigste Gebot bei Fragen der Weiterführung ist die Transparenz in der
Kommunikation mit den Eltern. Die Schulleiter der Grundschulen sind beauftragt, die
Eltern im Elternabend oder in persönlichen Gesprächen über die verschiedenen
Möglichkeiten und Konsequenzen der Fortführung an weiterführenden Schularten zu
informieren.
Favorisiert wird der Übergang an ein Gymnasium mit bilingualem Bildungsgang.
Diese Gymnasien zeichnen sich durch ein auf die Fremdsprache orientiertes
Konzept aus, das in besonderer Weise durch ein entsprechendes Umfeld geprägt ist.
Fremdsprachenassistenten, Schulbibliotheken, Kontakte zu Universitäten und
Institutionen der Länder der Zielsprache bereichern vielfältig das sprachliche
Angebot. Der Zugang zu diesen Gymnasien mit vertiefter Ausbildung erfolgt über ein
besonderes Aufnahmeverfahren (vgl. SOGY, AufnahmeVO). Zwischen den

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etablierten Grundschulen und den bilingualen Gymnasien bestehen bereits Kontakte
und Kooperationen, die zur Stabilisierung des Angebotes auf beiden Seiten
beitragen.
Es besteht weiterhin die Möglichkeit, an Gymnasien die zweite Fremdsprache bereits
ab Klassenstufe 5 parallel zu Englisch zu erlernen (vorgezogene 2. Fremdsprache).
Dieses Angebot zur Förderung sprachlich begabter und interessierter Schüler wird
zurzeit für Französisch, Latein und Russisch genutzt.
Darüber hinaus bieten ausgewählte Mittelschulen und Gymnasien die Möglichkeit der
weiteren Beschäftigung mit den Sprachen in Abhängigkeit von den Ressourcen.
Potenzen für eine Erweiterung des gegenwärtig bestehenden Angebotes z. B. von
Polnisch und Tschechisch an Mittelschulen und Gymnasien wird vorrangig im
Wahlpflicht- und Wahlbereich gesehen, das heißt in Neigungskursen der
Mittelschulen, als dritte Fremdsprache am Gymnasium sowie in Arbeits-
gemeinschaften an Mittelschulen und Gymnasien. Für Französisch besteht an
Gymnasien ein flächendeckendes Angebot.