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Sächsisches Landesamt Branchenbezogene Merkblätter Stand:10/2008
für Umwelt, Landwirtschaft
zur Altlastenbehandlung
Bearbeiter:
Lausch/Sohr
und Geologie
Referat Grundwasser, Altlasten
17: Tierhaltungsanlagen/Güllelastflächen
Seiten: 21
1 Branchentypisches Schadstoffpotential
1.1
Gesetzliche Grundlagen
Die folgende Aufzählung gibt eine zusammenfassende Übersicht über Richtlinien und Nor-
men, die im Zusammenhang mit der Altlastenproblematik relevant sein können, für die Bran-
che Tierhaltung / Massentierhaltung in der DDR.
TGL – Nr.
- 37768/01
Reinigung und Desinfektion in Tierhaltungsanlagen: Rahmenvor-
schriften
- 37768/02
Reinigung und Desinfektion in Tierhaltungsanlagen: Reinigung und
prophylaktische Desinfektion
- 37768/03
Reinigung und Desinfektion in Tierhaltungsanlagen: Verhütung und
Bekämpfung von Tierseuchen
- 37768/02-03 Desinfektionsverordnung von Großerkmannsdorf
- 29815 Veterinärwesen: Tierseuchenalarmplan
- 31557
Veterinärwesen: Rahmenvorschrift zur Erarbeitung von Tierhygiene-
ordnungen
- 34311
Schadnagertilgung und –prophylaxe in Anlagen industriemäßiger
Rinder-, Schweine- und Geflügelproduktion
- 82037 (01/02/03/07)
Reinigungs- und Desinfektionsverfahren für die Milchindustrie
- 22499/01 Geflügelproduktion, Broilermast
- 24867
Geflügelproduktion; Durchführung der Brut mit Brutmaschinen
- 32303/01
Rinderproduktion; Milchproduktion; Technische Kennwerte
- 20843/01 Schweineproduktion;
- 24113
Terminologie der Rinderzucht
- 24114
Terminologie der Schweinezucht
- 21875/01
Futtermittel; Prüfung von Futtermitteln, Attestierung und Bewertung
Weitere gültige Standards der ehemaligen DDR im „Verzeichnis staatlicher Standards der
DDR 1989, Band 1 bis 3“; Berlin, Verlag für Standardisierung, 1989
Folgende DIN – Bestimmungen, Verordnungen und gesetzliche Regelungen sind aktuell:
EGV 2112/03
, Verordnung (EG) Nr. 2112/2003 der Kommission vom 1. Dezember 2003 zur
Berichtigung der Verordnung (EG) Nr. 1334/2003 zur Änderung der Bedingungen für die Zu-
lassung einer Reihe von zur Gruppe der Spurenelemente zählenden Futtermittelzusatzstoffen,
Ausgabe:2003-12-01
EGV 1334/03
, Verordnung (EG) Nr. 1334/2003 der Kommission vom 25. Juli 2003 zur Ände-
rung der Bedingungen für die Zulassung einer Reihe von zur Gruppe der Spurenelemente zäh-
lenden Futtermittelzusatzstoffen, Ausgabe:2003-07-25, Veröffentlicht in: ABl EU (2003), ein-
schließlich aller technisch relevanten Änderungen
EGV 1334/03Ber
, Berichtigung der Verordnung (EG) Nr. 1334/2003 der Kommission vom
25. Juli 2003 zur Änderung der Bedingungen für die Zulassung einer Reihe von zur Gruppe

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der Spurenelemente zählenden Futtermittelzusatzstoffen, Ausgabe: 2004-01-21 Veröffentlicht
in: ABl EU (2004)
Richtlinie 2002/32/EG
des Europäischen Parlaments und des Rates vom 7. Mai 2002 über
unerwünschte Stoffe in der Tierernährung
1.2 Einteilung
Arznei- und Tierarzneimittel sowohl Futtermittelzusatzstoffe wurden und werden in großen
Mengen in der Human- und Veterinärmedizin sowie Tierfütterung eingesetzt. Viele Unter-
grundverunreinigungen sind auf Ursachen aus der Vergangenheit, d. h. auf Altlasten, zurück-
zuführen. Die Intensivtierhaltung gehört zu jenen Branchen, deren ehemalige Standorte als
Altlastenverdachtsfälle eingestuft werden. Dazu gehören die Rinder-, Schweine- und Geflü-
gelhaltung. Die Tiere wurden vorwiegend in landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaf-
ten gehalten (84% der Rinder, 90% der Kühe, 70% der Schweine, 75% der Schafe). Diese
Tierproduktionsanlagen wurden industriell betrieben und sowohl hinsichtlich des Futtermit-
teleinsatzes als auch der Bereitstellung von Maschinen, Anlagen, Ausrüstungen und Tierarz-
neimitteln bevorzugt. Seit den 50er Jahren war in der ehemaligen DDR der Einsatz von Fut-
termittelzusatzstoffen (Mineralstoffe, Vitamine, Aminosäuren und Ergotropika) in der Tierer-
nährung allgemein üblich geworden. Durch den Zusatz von Mineralstoffen bzw. Vitaminen
zum Mischfutter wurde eine industriemäßige Erzeugung von Fleisch, Milch und Eiern ermög-
licht.
In der DDR wurden folgende Futtermischungen hergestellt, die Futtermittelzusatzstoffe ent-
hielten:
- Mischfuttermittel
- Wirkstoffmischungen
- Mineralstoffmischungen.
Die Mischfuttermittel dienten als Alleinfutter oder zur Ergänzung des Grundfutters. Unter
Mischfutter verstand man Mischungen aus Futterstoffen hoher Energiekonzentration in ent-
sprechender Aufbereitung, deren Gebrauchswert durch:
-
den energetischen Futterwert
- den Gehalt an speziellen Nährstoffen (z. B. Rohprotein)
- diätetische, hygienische und verzehrsbestimmende Eigenschaften
bestimmt war. Diese Mischfutter wurden nach rechtsverbindlichen staatlichen Qualitätsanfor-
derungen hergestellt und unterlagen einer staatlich organisierten Qualitätskontrolle. Der
Hauptanteil an der gesamten Mischfutterproduktion fiel auf Mischfutter für Schweine, gefolgt
von Rinder- und Geflügelmischfutter.
Tabelle 1: Mischfutterproduktion in der ehemaligen DDR (in 1000 Tonnen) [nach Fachver-
band der Futtermittelindustrie 1992]
Jahr Mischfutter für
Schwein Geflügel Rind gesamt
1965 1000 400 300 1700
1970 1400 900 600 2900
1980 3100 1200 1400 5700
1989 3900 1200 1700 6800

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Wirkstoffmischungen wurden ebenfalls nach staatlichen Qualitätsanforderungen hergestellt.
Sie enthielten einen Trägerstoff (Schrot, Kleie), in den Vitamine, Antibiotika sowie bestimmte
Schutzstoffe (Antioxidantien) eingemischt waren. Sie wurden dem Futter zugesetzt.
Mineralstoffmischungen waren nach staatlichen Qualitätsanforderungen hergestellte Mischun-
gen aus anorganischen Substanzen, die der staatlichen Qualitätskontrolle unterlagen und die
sowohl dem Mischfutter zugesetzt als auch direkt zur Fütterung verabreicht wurden.
Weiterhin wurden Tierarzneimittel verabreicht, die besonders zur Prophylaxe in der Massen-
tierhaltung der DDR eine große Bedeutung hatten, da bei Ausbruch einer Epidemie ganze
Tierbestände vernichtet werden konnten. Der Einsatz oblag dem tiermedizinischen Dienst und
Tierärzten. Zu den Arzneimitteln gehören u. a. Fertigarzneimittel, Seren, Impfstoffe, Testal-
lergene, Testseren sowie Fütterungsarzneimittel.
1.3 Relevante Teilflächen
Rinderställe
• Krankenstall
Eine wesentliche Eintragsquelle von Tierarzneimitteln und deren Metabolite in die Umwelt
stellte der Krankenstall dar. Hier wurden die meisten erkrankten Tiere gehalten und demzufol-
ge auch intensive Behandlungen unter Verwendung von Tierarzneimitteln vorgenommen.
Ausgesprochene Krankenställe gab es i. d. R. aber nur in größeren Anlagen.
• Abkalbestall bzw. –abteil
In diesem Bereich wurden die Kühe im geburtsnahen Zeitraum (wenige Tage vor der Geburt
bis zum Abschluss der Kolostralperiode) gehalten, tierärztlich behandelt und auch mit Tier-
arzneimitteln versorgt.
• Kälberstall
Im Kälberstall erfolgten verstärkt umfangreiche Behandlungen, insbesondere bei den Kälbern
bis zum Alter von drei bis vier Wochen.
• Melkstand
Im Melkstall wurden Desinfektionsmittel zur Euter- und Melkbecherzwischendesinfektion
eingesetzt.
• Klauenbad
Das Klauenbad muss als hauptsächliche Eintragsquelle von Kupfersulfat in die Umwelt ange-
sehen werden. Hier ist es durch die benetzten Tierklauen auch zu einer Verschleppung des
Badinhaltes in die unmittelbare Umgebung des Bades gekommen. Je nach Einzelfall muss ge-
klärt werden, inwieweit die Umgebung versiegelt war und entsprechende Ablaufkanäle die
verschleppten Rückstände wieder gesammelt haben.
• Güllekanäle und Güllebehälter
Die nicht abgebauten Tierarzneimittel im Körper der Tiere bzw. deren Metabolite wurden mit
der Gülle ausgeschieden. In diesen Kanälen bzw. Behältern sammelten sich alle restlichen
nicht abgebauten Tierarzneimittel und deren Metabolite, bevor sie mit der Gülle auf landwirt-
schaftlichen Flächen ausgebracht wurden. Im Einzelfall ist zu klären, inwieweit mögliche Ris-
se und Undichtheiten im Fußboden und insbesondere in Klauenbädern, Güllekanälen und –
behältern zu berücksichtigen sind.
• Güllehochlastflächen
Güllehochlastflächen sind nicht eindeutig definiert. Eine Definition nach (ÖNU) lautet: Gülle-
hochlastflächen sind Flächen, auf denen bei landwirtschaftlicher oder forstwirtschaftlicher
Nutzung überdurchschnittliche Mengen an Flüssigmist aufgebracht wurden (über 10 Jahre

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mehr als 3000 kg N/ha bzw. mehr als 450 kg P/ha). So wird die sichere Identifizierung einer
Güllehochlastfläche mit Hilfe des Parameters doppellaktatlöslicher Phosphor (> 120 mg/kg in
der Ackerkrume, > 80 mg/kg bei 0,3….0,6 m) vorgeschlagen. Es handelt sich hier um Flä-
chen, die überdurchschnittlich über viele Jahre mit Flüssigmist beaufschlagt wurden. Diese
Flächen werden im weiteren Text Güllelastflächen genannt.
Schweinemastanlagen
• Krankenstall
Eine wesentliche Eintragsquelle von Tierarzneimitteln und deren Metabolite in die Umwelt
stellte der Krankenstall dar. Hier wurden die meisten erkrankten Tiere gehalten und demzufol-
ge auch intensive Behandlungen unter Verwendung von Tierarzneimitteln vorgenommen.
• Abferkelstall bzw. –abteil
In diesem Bereich wurden die Schweine im geburtsnahen Zeitraum (wenige Tage vor der Ab-
ferkelung bis zum Abschluss der Säugezeit) gehalten, tierärztlich behandelt und auch mit Tier-
arzneimitteln versorgt.
• Läuferstall
Im Kälberstall erfolgten verstärkt umfangreiche Behandlungen, insbesondere bei frisch abge-
setzten Läufern.
• Güllekanäle und Güllebehälter
In den Güllekanälen und letztendlich im Güllebehälter sammelten sich alle restlichen nicht
abgebauten Tierarzneimittel an, bevor sie mit der Gülle auf landwirtschaftliche Flächen aus-
gebracht wurden. Im Einzelfall ist zu klären, inwieweit mögliche Risse und Undichtheiten im
Fußboden und insbesondere in Klauenbädern, Güllekanälen und –behältern zu berücksichtigen
sind.
• Güllehochlastflächen
Siehe Erläuterung bei den Rinderställen
Geflügelzuchtanlagen
• Nähe der Nippeltränken
Eine wesentliche Eintragsquelle von Tierarzneimitteln und deren Metabolite in die Umwelt
von Ställen der Geflügelhaltung stellten die Bereiche in der Nähe der Nippeltränken dar, denn
Medikamente wurden hauptsächlich über das Tränkwasser an Küken bis zum 10. Lebenstag
verabreicht.
• Güllekanäle und Güllebehälter
In den Güllekanälen und letztendlich im Güllebehälter sammelten sich alle restlichen nicht
abgebauten Tierarzneimittel an, bevor sie mit der Gülle auf landwirtschaftliche Flächen aus-
gebracht wurden.
Es ist davon auszugehen, dass alle einer Tierproduktionsanlage zugeführten Futtermittelzu-
satzstoffe und Tierarzneimittel zum Einsatz kamen, so dass mit Rückständen von Originalstof-
fen nicht zu rechnen ist. Ausnahmen könnten alte Lagerbestände sein. Verluste bei der Hand-
habung sind hinsichtlich einer Kontamination als bedeutungslos anzusehen. Die Gülle stellt
den Hauptaustragungspfad der Wirkstoffe aus der Tierproduktionsanlage dar. Nach Zwischen-
lagerung in Güllebehältern wurde sie auf landwirtschaftlichen Produktionsflächen ausge-
bracht. Die Gülle stellt somit, abgesehen von der Emission klimarelevanter Spurengase, die
wesentliche Quelle einer möglichen Umweltkontamination durch die Tierproduktionsanlage
dar.

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1.4 Altlastenrelevante Stoffe
1.4.1
Einsatz von Reinigungs- und Desinfektionsmitteln
Reinigungs- und Desinfektionsmittel wurden in Anlagen der Schweine-, Hühner- und Rinder-
haltung in großem Umfang eingesetzt. Ihre Anwendung diente zum einen der Aufrechterhal-
tung der Hygiene und Vorbeugung von Krankheitsausbrüchen im Stall und zum anderen der
Bekämpfung und Eindämmung von ausgebrochenen Krankheiten. Dabei blieb die Anwendung
nicht nur auf den Stallbereich beschränkt. Die Einsatzbereiche waren weiterhin u. a. bei dem
Anlagenpersonal bei der Schutzbekleidung, in den Desinfektionseinrichtungen, wie Desinfek-
tionsmatten, Desinfektionsdurchfahrwannen oder Schuhwerksdesinfektion, bzw. im Kfz - Be-
reich bei den Tiertransportern. In den Anlagen der Rinderhaltung kommen noch Maßnahmen
zur Klauenhärtung und –pflege hinzu, in der Milchviehhaltung die Reinigung und Desinfekti-
on der Melkanlagen, Melkzeuge und Milchlagertanks.
1.4.2
Anwendung der Reinigungs- und Desinfektionsmittel
Nach STEIGER (1986) können drei Reinigungs- und Desinfektionsverfahren unterschieden
werden:
Nassreinigung und –desinfektion
• Aerosoldesinfektion
• Tauchdesinfektion
Bei der
Nassreinigung und –desinfektion
wurde mit einem Hochdruckgerät Wasser oder ein
Reinigungsmittel auf die zu reinigende Fläche gebracht und nach einer vorgegebenen Ein-
wirkzeit wurde die Fläche vom aufgeweichten Schmutz befreit (Nassreinigung). Daran schloss
sich die Nassdesinfektion an. Dazu wurde ein lückenloser Desinfektionsmittelfilm auf die ge-
reinigte, zu desinfizierende Fläche aufgesprüht. Angewendet wurden diese Verfahren vor al-
lem bei der Reinigung und Desinfektion von Ställen, Tierkörperverwahrungseinrichtungen
und Kraftfahrzeugen.
Bei der
Aerosoldesinfektion
erfolgte die Vernebelung eines Wasser/Desinfektionsmittel-
gemisches in einem geschlossenen Raum. Dieses Verfahren wurde zur Desinfektion von un-
zulänglichen Stellen im Stall (wie Lüftungsschächte) und teilweise zur Desinfektion von
Stallgerätschaften angewendet. In der Tierhaltung desinfizierte man per Aerosoldesinfektion
die Bruteier äußerlich.
Die
Tauchdesinfektion
diente zur Desinfektion von Stallgerätschaften. Die zu desinfizieren-
den Geräte wurden vollständig in ein mit Desinfektionsmittel gefülltes Behältnis eingetaucht.
• Desinfektionseinrichtungen
Um die Verschleppung und den Eintrag von Krankheitserregern in die Anlage durch fremde
Kfz zu vermeiden, gab es an den Einfahrten zur Anlage Desinfektionsdurchfahrwannen, die
mit einer Desinfektionslösung gefüllt waren. In den Ställen arbeitendes Personal musste um
eine Verschleppung von Krankheitserregern zu vermeiden im Zugangsbereich die Schuhe rei-
nigen und desinfizieren.
• Stallreinigung und -desinfektion
Neben der Reinigung und Desinfektion der Stalloberflächen, waren auch Maßnahmen gegen
Fliegen und Schadnager und gegen Schimmelpilzbefall zu treffen. Zur Fliegenbekämpfung
sprühte man einen Insektizidfilm auf die Oberflächen im Stall auf. Gegen Schadnager wurden
vergiftete Köder ausgelegt, die Vermeidung von Schimmelpilzbefall an Stallwänden erreichte
man durch aktivchlorhaltige Zusätze zum Kalkanstrich.

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• Klauenhärtebäder
Klauenbäder erfolgten in flachen, für die Rinder zu begehenden Wannen, in die eine klauen-
härtende Lösung gefüllt sind.
• Reinigung und Desinfektion der Melkanlagen, Melkzeuge und Milchlagertanks
In Anlagen der Milchviehhaltung mussten die Melkanlagen, Melkzeuge sowie Milchlager-
tanks zweimal täglich gereinigt und desinfiziert werden, um die Keimfreiheit der Milch zu
gewährleisten. Dazu verwendete man im Reinigungs- und Desinfektionsgang alkalische und
saure Reinigungs- und Desinfektionslösungen.
• Sonstige
Eine
Desinfektion der Abprodukte
erfolgte nur im Krankheitsfall. Die Desinfektionsmittel
wurden entweder eingemengt (Gülle) oder äußerlich aufgebracht (Dung- und Güllefeststoff-
haufen).
Bei der
Desinfektion der Umgebung und des Erdbodens
erfolgte die Behandlung befestigter
Flächen wie die der Stallböden. Bei unbefestigten Flächen wurde die Einarbeitung des Desin-
fektionsmittels ins Erdreich oder die Abtragung einer Bodenschicht vorgenommen.
Bei Auftreten von Erkrankungen im Stall legte man die
vom Personal getragene Arbeitsbe-
kleidung
in eine Desinfektionsmittellösung oder sie wurde unter Zusatz von Desinfektionsmit-
teln gewaschen.
1.4.3
Inhaltsstoffe in Reinigungs- und Desinfektionsmitteln
In der Tabelle sind die umweltgefährlichen, nicht umweltgefährlichen sowie die nicht bewert-
baren Inhaltsstoffe aus Reinigungs- und Desinfektionsmitteln der Schweine-, Hühner- und
Rinderhaltung aufgestellt.
Tabelle 2
:
Die als umweltgefährlich charakterisierten Stoffe sollen weiter beschrieben werden.
• Nonylphenolethoxylat
Das nichtionische Tensid Nonylphenolethoxylat ist in Mitteln zur Euterdesinfektion enthalten.
Es bindet dort den eigentlichen Wirkstoff, das Jod, in einem sogenannten Iodphorenkomplex
(KAISER et. al, 1998). Nonylphenolethoxylate gehören zu den Alkylphenolethoxylaten. Diese
werden durch Ethoxylierung von Alkylphenolen mit Ethylenoxid hergestellt. Das in den Eu-
terdesinfektionsmitteln eingesetzte Nonylphenolethoxylat hat im Durchschnitt neun Ethoxy-
Gruppen. Durch mikrobielle Abbauvorgänge werden die Ethoxy- Gruppen unter anaeroben
wie aeroben Verhältnissen relativ schnell abgebaut (ZELLNER und KALBFUß, 1997). Als Ab-
bauprodukt entsteht
Nonylphenol
, welches unter anaeroben Bedingungen nicht weiter um-
setzbar ist.
Umweltgefährliche Inhalts-
Nicht umweltgefährliche
Inhaltsstoffe, bei denen die
stoffe
Inhaltsstoffe
Einschätzung nicht möglich
war
Nonylphenolethoxylat Natriumhydroxidlösung Alkylsulfonate
Hypochlorite Essigsäure Natriummetasilikat
Kupfersulfat Formaldehyd (Ultra)amylopektin
Alkylphenole Peressigsäure Wafarin
Jod Salpetersäure Dikaliumnatriumphosphat
Kaliumchlorid
Natriumchlorid

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Nonylphenol
ist das stabile Endprodukt beim Abbau von Nonylphenolethoxylaten (NPEO).
Aus Ergebnissen unterschiedlicher Untersuchungen zum Abbau von Nonylphenol im Boden
kann angenommen werden, dass Nonylphenolkonzentrationen bis zu 50 mg/kg Boden von
Mikroorganismen aerob abgebaut werden (KAISER et. al, 1998). Eine bedeutende veterinär-
medizinische Anwendungsform von NPEO sind vorbeugende Tauchmittel gegen Infektionen
der Euterzitzen von Kühen. Nach dem Melkvorgang wird jede der vier Zitzen in einen Becher
mit jodhaltiger Lösung getaucht. Das Zitzendippen dient nicht nur der Abtötung der Erreger
auf der Zitzenhaut, sondern auch der Zitzenpflege mit dem Ziel, die bakteriell besiedelten Zit-
zenwunden auszuheilen. Die Anreicherung von Nonylphenol in verschiedenen Organismen
wurde in mehreren Untersuchungen belegt (THIELE et. at, 1997). Als Stoff mit endokriner
Wirkung darf es nach der neuen europäischen Trinkwasserverordnung nicht mehr im Trink-
wasser nachweisbar sein (KALBFUß, 1998). Seit 1986 gibt es eine Selbstverpflichtung der In-
dustrie, die Nonylphenolethoxylate in den Produkten durch andere Stoffe zu ersetzen (BUA,
1988).
• Hypochlorite
In Mitteln zur Reinigung und Desinfektion der Melkanlagen, Melkzeuge und Milchlagertanks
ist als desinfizierender Wirkstoff Hypochlorit enthalten. In wässriger Lösung spaltet das Hy-
pochlorit Chlor ab, welches mit Wasser zu unterchloriger Säure reagiert. Die unterchlorige
Säure dringt in die Bakterienzellen ein und reagiert dort mit bestimmten Zellbestandteilen
(KAISER, et al, 1998). Ein Teil des frei werdenden Chlors kommt einsatzbedingt mit der in den
zu desinfizierenden Apparaten enthaltenen organischen Substanz in Kontakt. Dabei kommt es
zur Bildung chlororganischer Verbindungen. Diese Verbindungen sind persistent und häufig
kanzerogen (HESSISCHE LANDESANSTALT FÜR UMWELT, 1993). Nach Untersuchungen von
LASCHKA und SCHALL (1989) reichern sich auf den Boden aufgebrachte halogenorganische
Verbindungen in ihm an.
• Kupfersulfat
In Bädern zur Härtung der Rinderklauen wird Kupfersulfat eingesetzt. Das lange Stehen oder
Laufen der Rinder auf feuchten und harten Stallböden führt zur Aufweichung der Klauen. Dies
erhöht die Gefahr von verletzungsbedingten Infektionen im Klauenbereich. Dazu werden die
Tiere 1 bis 2 mal wöchentlich in eine mit ca. 10% ige Kupfersulfatlösung gefüllte Desinfekti-
onswanne getrieben. In der Regel ist die Lösung nach einem Durchgang von wenigen hundert
Tieren deaktiviert und muss erneuert werden. Der Eintrag der Kupferlösung erfolgt zu 100%
in die Rindergülle. Gelöstes Kupfer hat eine hohe aquatische Toxizität. Schon bei weit unter
100 μg/l können toxische Effekte bei aquatischen Organismen (Fische, Algen) beobachtet
werden (HOMMEL, 1987).
• Alkylphenole (flüssig)
Alkylphenole sind in einem Desinfektionsmittel enthalten, das zur Stalldesinfektion im
Krankheitsfall und in der Schweinehaltung zur regulären Schuhwerksdesinfektion eingesetzt
wurde. Die in den Desinfektionsmitteln eingesetzten Alkylphenole sind persistent (STEIGER,
1986) und giftig für aquatische Ökosysteme. Schwerwiegende und nachhaltige Gesundheits-
schäden sind nachgewiesen (RESY). Für einige Alkylphenole (z. B. Nonylphenol) wurde die
endokrine Wirkung nachgewiesen (THIELE et. al, 1997).
• Jod
In den eingesetzten Euterdesinfektionsmitteln ist als Wirkstoff Jod enthalten. Jod kann als
Halogen, wie Chlor, bei Kontakt mit organischer Substanz unter Bildung persistenter jodorga-
nischer Verbindungen reagieren. Da der Kontakt des Jodes mit organischer Substanz durch
seinen Einsatz in der Tierhaltung angenommen werden muss, ist die Bildung jodorganischer
Verbindungen sehr wahrscheinlich. Jod wird daher in die Rubrik der umweltgefährlichen Ver-
bindungen aufgenommen.

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1.4.4
Einsatz von Tierpharmaka
In der Tierproduktion der DDR sind auch Tierarzneimittel eingesetzt worden. Sie dienten der
Prophylaxe (Absetzen von Ferkeln, Einstallung von Schweinen u. a.) und Therapie von
Krankheiten sowie der Leistungssteigerung. Die Applikation der Tierarzneimittel erfolgte in
der Regel über Injektionen bzw. über das Tränkwasser (Geflügel). Zu den Arzneimitteln gehö-
ren Fertigarzneimittel, Seren, Impfstoffe, Testallergene, Testseren, Testantigene, radioaktive
Arzneimittel, Fütterungs-arzneimittel, Arzneimittel – Vormischungen. Bei den Arzneimitteln
handelt es sich vorrangig um organische Stoffe, die aus Pflanzen isoliert oder chemisch syn-
thetisiert werden. Besonders in der Prophylaxe kam in der Massentierhaltung der DDR eine
große Bedeutung zu, da bei Ausbruch einer Epidemie ganze Tierbestände vernichtet werden
konnten. Der Einsatz von Tierarzneimittel oblag dem tiermedizinischen Dienst und Tierärzten.
Für die einzelnen Tierarten existierten Impfkalender und die Anwendung von Tierarzneimit-
teln war teilweise durch TGL – Vorschriften geregelt.
Die in der DDR zugelassenen Tierarzneimittel waren im Tierarzneimittelverzeichnis doku-
mentiert. Folgende Substanzgruppen kamen hauptsächlich zum Einsatz:
• Antibiotika
• Chemotherapeutika
• Antiparasitika (Antiprotozoika, Ektoparasitika)
• Antiseptika (Desinfektionsmittel)
• Hormone
• Vitamine
• Sonstige
Antibiotika
Die am häufigsten verwendeten Antibiotika werden gebildet von Actinomycetales (Tetracyc-
line, Chloramphenicol, Streptomycin), Pilzen (Penicillin, Griseofulvin) und Bakterien (Ba-
citracin, Polymyxine). Mit ihrer Hilfe gelang es, die Produktion von Nahrungsmitteln tieri-
scher Herkunft wesentlich zu vergrößern und dabei auch die Tierverluste zu senken. Antibio-
tika werden nicht nur zur Prophylaxe, zur Therapie und zur Leistungsstimulierung eingesetzt,
sondern auch zum Pflanzenschutz, zur Konservierung von Nahrungsmitteln und in geringen
Anteilen zur Steuerung von Fabrikationsprozessen.
Chemotherapeutika
Hier handelt es sich um synthetische, z. B. Sulfonamide, als auch biosynthetische, z. B. Anti-
biotika, sowie halbsynthetische Stoffe, z. B. Derivate biosynthetisch erzeugter Antibiotika, die
auf Viren, Bakterien, Pilzen oder tierische Parasiten durch direkten spezifischen Einfluss ver-
mehrungshemmend oder schädigend bzw. abtötend wirken, ohne auf Mensch und Tier wesent-
liche toxische Einflüsse zu entfalten.
Antiparasitika
Antiparasitika sind Wirkstoffe mit chemotherapeutischem Effekt gegen Ekto- und /oder En-
doparasiten, wobei deren Abtötung oder Schädigung sowohl adulte als auch Entwicklungs-
formen betreffen kann. Die Therapie parasitärer Erkrankungen ist in der heutigen Zeit gut
entwickelt. In vielen Fällen genügt bereits eine einmalige Gabe spezieller Wirkstoffe, um eine
Heilung oder Besserung herbeizuführen. Allerdings haben in großen Tierbeständen kontinu-
ierliche prophylaktische Maßnahmen eine vorrangige Bedeutung, da bei hohen Tierkonzentra-
tionen ständig mit Neu- oder Reinvasion zu rechnen ist. Antiparasitika werden in drei Gruppen
unterteilt:
- Antiprotozoika: sind Arzneimittel mit verschiedensten Strukturen und Eigenschaften,
die prophylaktisch, metaphylaktisch oder therapeutisch eingesetzt

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werden.
- Anthelminthika: Wirkstoffe, die auf die im Organismus parasitierenden Formen von
Helminthen (Würmer) schädigend bzw. lähmend wirken.
- Ektoparasitika: Mittel gegen Parasiten, die auf der Oberfläche leben (Milben, Zecken,
Läuse oder Haarlinge). Sie wirken als Kontakt-, Fraß- oder Atemgifte
(Organophosphate, Carbamate).
Antiseptika
Desinfektionsmittel werden im medizinischen Bereich zur gezielten Abtötung oder Inaktivie-
rung von Krankheitserregern eingesetzt. Unter den Bedingungen der intensiven Tierhaltung
kommen Desinfektionsmittel verstärkt zur Anwendung. Hierbei können sich unter anderem
kurzzeitig hohe Kontaminationsgrade von Abwasser, Gülle und Luft ergeben.
Hormone
Hormone sind weitgehend bekannte organisch-chemische Substanzen aus dem Tier- und
Pflanzenbereich. Im Gegensatz zu Enzymen üben Hormone nur auf lebende Zellen eine Wir-
kung aus.
Vitamine
Vitamine sind Verbindungen, die vom menschlichen und tierischen Organismus in relativ
kleinen Mengen mit der Nahrung aufgenommen werden müssen. Sie sind für die Aufrechter-
haltung der Stoffwechselvorgänge unentbehrlich und können nicht durch andere Stoffe ersetzt
werden. Man unterscheidet zwischen wasser- und fettlöslichen Vitaminen.
Sonstige
Hinter diesem Begriff verbergen sich zahlreiche Wirkstoffe mit verschiedenen Anwendungs-
gebieten. Sie kamen in seltenen Fällen in Großbeständen der Tierhaltung zum Einsatz. Das
Tierarzneimittelverzeichnis gibt einen Überblick über alle Tierarzneimittel, die in der ehema-
ligen DDR bei Tieren verwendet wurden. Aus der Zusammensetzung der Tierarzneimittel und
den Einsatzmengen in einer Tierproduktionsanlage wurden bezogen auf die Anlagengröße die
Wirkstoffmengen der Medikamente und ihrer Begleitstoffe berechnet. In der nachfolgenden
Tabelle sind die über Tierarzneimittel eingesetzten Wirkstoffmengen zusammenfassend darge-
stellt. Die berechneten jährlich applizierten Wirkstoffmengen beziehen sich auf 200 Milchkü-
he, 1000 Schweine und 10000 Geflügel. Nicht berücksichtigt wurden Salbengrundlagen, Lö-
sungsmittel, Wachse u. ä.

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Tabelle 3: Zusammenfassende Darstellung der Einsatzmengen relevanter Arzneimittelwirkstoffe
entsprechend den vorgegebenen Tierzahlen
Tierart
Einsatzmengenbereich
> 10 kg
1 – 10 kg
0,1 – 1 kg
< 100 g
Rinder
- Kupfersulfat
- Laubholzteer
- Kaliumjodat
- Jod
- Sulfamerazin
- Tosylchloramid-Na
- Natriumperborat
- Sulfadimidin-Na
- Borsäure
- Fekabrom
- Sulfanilamid
- Furazolidon
- Aminosulfobitumi-
nat
- Tylosin
- Dihydrostreptomy-
cinsulfat
- Sulfacarbamid-Ca
- Oxytetracyclin
- Neomycinsulfat
- Talisulfazol
- Lidocain
- Benzylpenicellin-
Benzathin und -
Procain
- Benzylpenicellin-
Kalium
- Trimethoprim
- Phenol
- Nitrofural
- Streptomycinsul-
fat
Schweine
- Bisorgen
- Butonat
- Neomycinsulfat
- Furazolidon
- Tetramisolhydrochlo-
rid
- Dichlorphos
- Adipinsäure
- Methylacetamid
- Dihydrostreptomy-
cinsulfat
- Chloramphenicol
- Benzylpenicellin-
Benzathin
- Sulfamerazin
- Zink-Metallibur
- Sulfadimidin-Na
- Oxytetracyclin
- Phenol
- Streptomycinsulfat
- Trimethoprim
- Benzylpenicellin-
Procain
- Lidocain
- Cloprostenol-Na
- Kupfersulfat
Geflügel
- Sulfadimidin-Na
- Butonat
- Tylosin
- Chloramphenicol
- Oxytetracyclin

Seite 11
1.5
Zusammenfassung der altlastenrelevanten Stoffe und Stoffgruppen und deren Zuord-
nung zu Analyseparametern
Rinderhaltung
Ort Verwendete Mit-
tel/ Schadstoffe
Analyseparameter/ Wirk-
stoff
Stoffgruppen
Krankenstall
-
Tierarzneimittel und deren
Metabolite
-
Desinfektionsmittel
- Sulfonamide
- Polyether
- Tetracycline
- Stallosept
- Sulfonamide*
- Monensin
- Tetracycline*
- Alkylphenol, Alkylsulfonat,
Natriumhydroxid
Abkalbestall bzw. -
abteil
-
Tierarzneimittel
-
Desinfektionsmittel
- Tetracycline
- Sulfonamide
- Wofasteril
- Tetracycline*
- Sulfonamide*
- Alkylphenol
- Essigsäure, Peressigsäure
Kälberstall
-
Tierarzneimittel
-
Desinfektionsmittel
- Tetracycline
- Sulfonamide
- Wofasteril
- Tetracycline*
- Sulfonamide*
- Essigsäure, Peressigsäure
Melkstand
-
Tierarzneimttel
- Desinfektionsmittel zur
Euter- und Melkbecherzwi-
schendesinfektion
- org. Halogenverbin-
dung
- Nichtionische Ten-
side
- org. Halogenverbin-
dung
- Trosilin flüssig
kombi
- Clarin sauer
- EOX/AOX
- Nonylphenolethoxylat,
Jod, Nonylphenol, Chlorat,
Alkylphenol,
- AOX
- Natriummetasilikat, Hypochlo-
rit, Kaliumchlorid
- Salpetersäure, Amylopektin
Klauenbad / Klauen-
härtung
-
Tierarzneimittel
-
Desinfektionsmittel
- Metall
- Kohlenwasserstoffe
- PAK
- Aldehyde
- Kupfersalze
- Kupfer
- MKW
-
u. a. Naphthalin, Acenaphthen,
Fluoren, ∑PAK nach EPA
- Formaldehyd
- Kupfersulfat
Güllekanäle und
Güllebehälter
- Tierarzneimittel (nicht
abgebaute) und deren
Metabolite
- Desinfektionsmittel
- Tetracycline
- Sulfonamide
- Furazolidon
- Chloramphenicol
- PAK
- org. Halogenverbin-
dung
- Metall
- Aldehyde
- Nichtionische Ten-
side
- Tetracycline*
- Sulfonamide*
- Furazolidon
- Chloramphenicol
-
u. a. Naphthalin, Acenaphthen,
Fluoren, ∑PAK nach EPA
- AOX,
- Kupfer, Zink
-
Hypochlorit, Chlorat, Formal-
dehyd
- Nonylphenol
Güllelastfläche
- Tierarzneimittel
- Tetracycline
- Sulfonamide
- Furozolidon
- Chloramphenicol
- PAK
- org. Halogenverbin-
dung
- Metall
- Tetracycline*
- Sulfonamide*
- Furozolidon
- Chloramphenicol
-
u. a. Naphthalin, Acenaphthen,
Fluoren, ∑PAK nach EPA
- AOX
- Kupfer, Zink
* Einzelstoffe sind in Tabelle 7 aufgelistet und müssen je nach relevanter Teilfläche modifiziert werden

Seite 12
Schweinemastanlagen
Ort Stoffgruppen Schadstoffe Analyseparameter
Krankenstall
-
Tierarzneimittel und deren
Metabolite
- Zink-Bacitracin
- Flavomycin
- Tetracycline
- Zink-Bacitracin
- Tetracycline*
- Desinfektionsmittel
- Stallosept
- Alkylphenol, Alkylsulfonat,
Natriumhydroxid
Abferkelstall bzw. –
abteil
-
Tierarzneimittel, Antibioti-
ka
Chemobiotika
-
Desinfektionsmittel
- Zink-Bacitracin
- Flavomycin
- Tetracycline
- Bisergon (Olaquin-
dox)
- Metall
- Stallosept
- Zink-Bacitracin
- Tetracycline*
- Kupfer
- Alkylphenol, Alkylsulfonat,
Natriumhydroxid
Läuferstall
-
Tierarzneimittel
-
Desinfektionsmittel
- Zink-Bacitracin
- Flavomycin
- Tetracycline
- Metall
- Stallosept
- Zink-Bacitracin
- Tetracycline*
- Kupfer
- Alkylphenol, Alkylsulfonat,
Natriumhydroxid
Güllelastfläche und
Güllebehälter
-
Nicht abgebaute Tierarz-
neimittel und deren Meta-
bolite
- org. Halogenverbin-
dung
- Metall
- Tetracycline
- AOX
- Zink, Kupfer
- Tetracycline*
Güllelastfläche
-
Nicht abgebaute Tierarz-
neimittel
- org. Halogenverbin-
dung
- Metall
- Tetracycline
- AOX
- Zink, Kupfer
- Tetracycline*
* Einzelstoffe sind in Tabelle 7 aufgelistet und müssen je nach relevanter Teilfläche modifiziert werden

Seite 13
Geflügelzuchtanlage
Ort Stoffgruppen Schadstoffe Analyseparameter
Nähe der Nippelträn-
ken
-
Tierarzneimittel und deren
Metabolite
- Nitrofurane,
- Furazolidon
- Sulfonamide
- Zink-Bacitracin,
Antibiotika,
- Tylosin (Makrolide)
- Tetracycline
- Chloramphenicol
- Metall
- Aldehyde
-
Desinfektionsmittel
- Nitrofurane
- Furazolidon
- Sulfonamide*
- Zink-Bacitracin
- Tylosin
- Tetracycline*
- Chloramphenicol
- Kupfer
- Formaldehyd
Güllekanäle und Gül-
lebehälter
-
Nicht abgebaute Tierarz-
neimittel und deren Metabo-
lite
- Nitrofurane
- Furazolidon
- Sulfonamide
- Tetracycline
- Chloramphenicol
- Metall
- org. Halogenverbin-
dung
- Nitrofurane
- Furazolidon
- Sulfonamide*
- Tetracycline*
- Chloramphenicol
- Zink
- EOX/AOX
Güllelastfläche
Tierarzneimittel
- Nitrofurane
- Furazolidon
- Sulfonamide
- Tetracycline
- Chloramphenicol
- Metall
- org. Halogenverbin-
dung
- Nitrofurane
- Furazolidon
- Sulfonamide*
- Tetracycline*
- Chloramphenicol
- Zink
- EOX/AOX
* Einzelstoffe sind in Tabelle 7 aufgelistet und müssen je nach relevanter Teilfläche modifiziert werden
2. Hinweise zur Altlastenbehandlung
2.1 Altlastenrelevanz
Grundlage für die Einschätzung der Altlastenrelevanz sind umfangreiche Recherchen und
daraus abgeleitete Analysepläne sowie Untersuchungen an Einzelstandorten:
- Desinfektionsmittel wurden dabei im Rahmen einer Diplomarbeit (VAIC, 1999) recherchiert
und untersucht. Die technische Durchführung erfolgte durch die Firma ERGO Umweltinstitut
Dresden (ERGO UMWELTINSTITUT, 1999).
- Tierpharmaka wurden im Rahmen eines Forschungsthemas (mit den Teilen I und II) durch die
Firmen ERGO Umweltinstitut Dresden und AUA Jena bewertet und untersucht. Teil I beinhal-
tete dabei eine „Studie über die Zusammensetzung und die Menge der in der DDR eingesetz-
ten Tierpharmaka und Masthilfen, Abschätzung ihrer Human- und Ökotoxizität sowie ihrer
Anreicherung und Beständigkeit in Boden und Wasser“ (ERGO UMWELTINSTITUT, 2000). Die
in der Studie erstellten Analysepläne waren Grundlage für den Teil II des Vorhabens, die
technische Untersuchung je eines Standortes der Rinder-, Schweine- und Geflügelhaltung
(ERGO UMWELTINSTITUT, 2001).
Im Ergebnis der Studie zu den Tierpharmaka bzw. zu den Desinfektionsmitteln ist die Um-
weltrelevanz vor allem bei den Stoffgruppen Tetracyclin, Chloramphenicol, Sulfonamide, Fu-
razolidon bzw. bei Nonylphenol, Hypochlorit, Kupfer, Zink, Alkylphenole, gegeben. Dafür
liegen spezifische Analysepläne für Rinder-, Schweine- und Geflügelstandorte vor, die genutzt
werden können. Für die untersuchten Einzelstandorte mit den Bestandsgrößen: 200 Rinder,
5000 Schweine bzw. 10.000 Hühner konnte keine Altlastenrelevanz nachgewiesen werden.
Bei den Untersuchungen zu den Desinfektionsmitteln wiesen erhöhte Werte auf eine Beein-

Seite 14
flussung hin (Kupfer, Nonylphenol, AOX) ohne aber kritische Konzentrationen zu erreichen
(VAIC, 2000).
- Im Rahmen eines Werkvertrages (ERGO 2006; EUROFINS AUA) wurden exemplarische Unter-
suchungen von Güllelastflächen und Flächen mit Güllebehältern unter Einbeziehung der rele-
vanten Parameter durchgeführt. Im Ergebnis der Arbeiten wurden bei allen Standorten keine
relevanten Gehalte an Sulfonamiden, Furazolidon, Chloramphenicol und Tetracyclinen im
Boden und Grundwasser festgestellt. Die Negativbefunde bei Tierpharmaka werden bei
Standorten mit Güllebecken bzw. –behältern neben Abbauprodukten auch auf die relativ guten
baulichen Bedingungen zurückgeführt. Diese Bauwerke wurden in der Regel in Typenbauwei-
se nach vorgeschriebenen Standards errichtet und weisen i. d. R. auch nach 30 Jahren Stand-
zeit kaum Mängel auf.
Im Resultat der fachlichen Bewertung der Untersuchungsergebnisse wird die Streichung von
Güllebehältern/-becken und ehemalige Güllehochlastflächen aus dem Altlastenkataster des
Freistaates Sachsen empfohlen.
Unter der Annahme, dass die Untersuchungen repräsentativ für eine große Anzahl vergleich-
barer Standorte sind, sind solche Standorte hinsichtlich der tierhaltungsspezifischen Belastung
als unkritisch anzusehen. Das führt zu folgender Schlussfolgerung:
Für alle Standorte mit Massentierhaltungsanlagen sind mindestens Historische Erkundungen
durchzuführen, da es auch Teilflächen mit anderen Belastungen geben kann, die bei Verdacht
entsprechend zu untersuchen sind. Bei Vorliegen vergleichbarer Randbedingungen (Tierbe-
stand nicht größer als bei untersuchten Einzelstandorten, keine weiteren Anhaltspunkte für das
Vorliegen einer Altlast) kann eine Verdachtsfläche der Massentierhaltung oder eine Güllelast-
fläche durch den zuständigen Landkreis archiviert werden. Alle Verdachtsflächen die einen
größeren Tierbestand als die beispielhaft untersuchten Flächen besitzen (und damit oft auch
einen extra ausgewiesenen Krankenstall) oder sonstige Anhaltspunkte bestehen, sind nach der
Altlastenmethodik zu untersuchen und zu bewerten. Auf branchenfremde Bewertungen wird
hier nicht eingegangen. Dazu sind entsprechende Branchenblätter zu nutzen (z. B. Tankstel-
len).
Eine tierhaltungsspezifische Erkundung und Bewertung sollte dann nach dem folgenden Vor-
gehen erfolgen.
Dazu ist eine Einteilung in
- Rinderhaltung
- Schweinehaltung
- Geflügelhaltung
- bzw. entsprechende Güllelastflächen
vorzunehmen.
Die Analytik der Tierpharmaka ist mittels HPLC-MS-MS zu realisieren.
2.2
Gefährdete Schutzgüter und relevante Pfade
Folgende Schutzgüter können gefährdet sein:
- Boden
- Grundwasser
- Oberflächenwasser
Menschen, Tiere und Pflanzen können durch die Nutzung der o. g. Schutzgüter bzw. durch
den direkten Kontakt gefährdet sein.

Seite 15
2.3
Gefährdungsabschätzung nach der Sächsischen Altlastenmethodik
2.3.1
Verdachtsfallerfassung und Formale Erstbewertung
Die Verdachtsfallerfassung und Erstbewertung erfolgen nach SÄCHSISCHES STAATMINISTERI-
UM FÜR UMWELT UND LANDESENTWICKLUNG (1997) im Sächsischen Altlastenkataster (SAL-
KA). Folgende Kriterien sind bei Standorten der Massentierhaltung zu beachten:
(7)Art der Verdachtsfläche
: Standorte der Massentierhaltung sind prinzipiell als Altstandorte zu
bewerten.
(14)Kontaminierte Fläche oder Flächenklasse/mittlere Mächtigkeit
: Die betroffenen Teilflä-
chen sind zur Kontaminationsfläche zu addieren. Hierzu zählen insbesondere für die
Rinder
-
haltung
die Bereiche Krankenstall, Abkalbestall bzw. –abteil, Kälberstall, Melkstand, Klauen-
bad/Klauenhärtung, Güllekanäle und Güllebehälter; für die
Schweinemastanlage
die Bereiche
Krankenstall, Abferkelstall bzw. –abteil, Läuferstall, Güllekanäle und Güllebehälter sowie für
die
Geflügelzuchtanlage
die Bereiche Nähe der Nippeltränken mit den Güllekanälen und Gül-
lebehältern.
(18) Sohllage zum Grundwasser
: Es ist der Abstand des tiefsten bekannten Schadstoffpunktes
zur Grundwasseroberfläche anzugeben. Unterirdische Anlagen, Güllegruben sind zu berück-
sichtigen.
(20S) Einordnung nach Branchenschlüssel oder Klassennummer
:
Tabelle 4:
Mögliche Branchen nach Branchenkatalog
Branchennummer Branchen Gefährdungsklasse
4040
Tieraufzucht (Rind, Schwein, Schaf)
24
4050 (ggf.)
Güllehochlastfläche/Güllelager
34
4030 (ggf.)
Silo und Speichereinrichtung
24
4090 Geflügelhaltung 34
2.3.2
Historische Erkundung und Bewertung (Beweisniveau 1)
Die Historische Erkundung (HE) ist nach SÄCHSISCHES LANDESAMT FÜR UMWELT UND GEO-
LOGIE (1998a) durchzuführen und nach BBodSchV (1999) sowie nach SÄCHSISCHES STAATS-
MINISTERIUM FÜR UMWELT UND LANDESENTWICKLUNG (1995b) für Boden, nach SÄCHSI-
SCHES STAATSMINISTERIUM FÜR UMWELT UND LANDESENTWICKLUNG (1995a) für Grundwas-
ser und entsprechend nach SÄCHSISCHES STAATSMINISTEIUM FÜR UMWELT UND LANDESENT-
WICKLUNG für Oberflächenwasser zu bewerten.
Einordnung nach Branchenschlüssel oder Klassennummer
Tabelle 5:
Einordnung der Standorte in Branchennummer und r
0
-Wert-Bereiche für
Branchen
humantoxische
hkeit
ökotoxische
Stoffgefähr-
lichkeit
Stoffgefährlic
r
0
r
0
Bra
chen-
nummer
Grundwasser
Boden
Oberflächenwasser
Oberflächen-
wasser
n- Branche
4040
Tieraufzucht (Rind, Schwein, Schaf)
1,0 – 4,0
3,5 – 6,0
4090
Geflügelhaltung
1,0 – 4,5
4,5 – 6,0
4050 (ggf.)
Güllehochlastfläche
3,5 – 4,0
3,5 – 6,0
4030 (ggf.)
Silo und Speichereinrichtung
1,0 – 6,0
4,0 – 6,0

Seite 16
Zugehöriges EDV-Programm: GEFA Version 4.0 (2004).
Es ist zu empfehlen, den Standort in mehrere Teilflächen zu unterteilen und diese getrennt zu
bewerten und zu untersuchen.
Stoffgefährlichkeit - r
0
- r
0
= 1-6, nach Brancheneinstufung in SÄCHSISCHES LANDESAMT FÜR UMWELT UND GEOLOGIE,
letztlich abhängig von den ermittelten Verdachtsstoffen im Rahmen der Historischen Erkun-
dung, der Art der Aufnahme und der Ökotoxizität.
Örtliche Bedingungen, m-Werte
Die spezifischen Standortbedingungen sind einzelfallbezogen zu bewerten.
2.3.3. Technische Erkundung (Beweisniveau 2 und 3)
Die Orientierende Untersuchung ist nach SÄCHSISCHES STAATSMINISTERIUM FÜR UMWELT
UND LANDESENTWICKLUNG (1995a und b), SÄCHSISCHES LANDESAMT FÜR UMWELT UND
LANDESENTWICKLUNG durchzuführen. Prüf- und Maßnahmen- sowie Orientierungswerte sind
SÄCHSISCHES LANDESAMT FÜR UMWELT UND GEOLOGIE (2002) zu entnehmen. Für die tier-
haltungsspezifischen Wirkstoffgruppen gibt es keine Vergleichswerte.
Zur qualitativen Erfassung der Kontaminationsschwerpunkte sind neben der Erfassung boden-
kundlicher, geologischer und hydrogeologischer Daten chemisch-physikalische Untersuchun-
gen erforderlich.
Tabelle 6
:
Parameter der Vor-Ortbestimmung bei den Probenahmen
Parameter Boden Grundwasser Abwasser
Färbung, Trübung, Geruch, Bodensatz
x
x
Wassertemperatur x x
Lufttemperatur x x
pH - Wert
x
x
Sauerstoffgehalt x
elektrische Leitfähigkeit
x
x
Redoxpotential x
Pumpmenge x

Seite 17
Tabelle 7
Analysenplan mit branchenspezifischen Parametern für die Technische Er-
kundung und Orientierende Untersuchung
Technische
Erkundung
Orientierende Untersuchung
Parameter Boden Grundwas-
ser, Eluat
Grund-
wasser
Brauch-
und
Abwasser
Schlamm Boden
Kupfer x x x x x x
Zink x x
AOX x x x x x
EOX x
Ammonium x
Phosphat x
Nitrit x
Nitrat x
TOC/DOC x
CSB x
Phenolindex x
∑LHKW
x x x
Koloniezahl x
Fäkalstreptokokken x
Coliforme Keime
x
∑PAK nach EPA
x
Nonylphenol x x x x
Tierpharmaka
x x x x
Furazolidon x x
Chloramphenicol x x
Sulfonamide
Sulfanilamid x x
Sulfacarbamid x x
Sulfamerazin x x
Sulfathiazol
x
x
Ggf. weitere
Tetracycline
Tetracyclin x x
Chlortetracyclin x x
Oxytetracyclin x x
Ggf. weitere

Seite 18
Diese Tabelle stellt einen Grundanalyseplan dar und muss je nach relevanter Teilfläche modi-
fiziert werden.
Tierpharmaka wurden nur in der Technischen Erkundung im Boden als auch im Grundwasser
untersucht. Die Gehalte der Tierpharmaka liegen jeweils unter der Nachweisgrenze des Analy-
senverfahrens.
2.4
Sanierungsuntersuchung / Sanierung
Hat die Gefährdungsabschätzung die Notwendigkeit einer Sanierung ergeben, ist eine Sanie-
rungsuntersuchung mit anschließender Sanierung durchzuführen.
2.5
Anbieter von Leistungen zur Altlastenbehandlung
Firmen und Einrichtungen, die sich mit der Behandlung von Altlasten beschäftigen, sind dem
Anbieterverzeichnis von Leistungen zur Altlastenbehandlung im Freistaat Sachsen zu entneh-
men. Informationen aus diesem Verzeichnis sind über die IHK – Niederlassungen Sachsens
bzw. deren Internet – Adressen erhältlich:
-
http://www.dresden.ihk.de
-
http://www.chemnitz.ihk24.de/
-
http://www.leipzig.ihk.de/

Seite 19
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