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Geschäftsbericht 2013

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Prof. Dieter Janosch
Geschäftsführer
Martin Oberacher
Unternehmensbereichsleiter
Zentrale Verwaltung
Dr. Harald Vinke
komm. Unternehmensbereichsleiter
Facility- und Bedarfsdeckungs-
management
Ludwig Coulin
Niederlassungsleiter Dresden I
Michael Haas
Niederlassungsleiter Zwickau
Norbert Seibt
Niederlassungsleiter Bautzen
Zentrale
Niederlassung
Gerlind Berndt
Niederlassungsleiterin Leipzig I
Matthias von Rüdiger
stv. Unternehmens-
bereichsleiter Planungs-
und Baumanagement
Stefan Wagner
Unternehmensbereichsleiter
Finanzvermögen und
Portfoliosteuerung
Dr. Ulf Nickol
Niederlassungsleiter Dresden II
Peter Voit
Niederlassungsleiter Chemnitz
Petra Förster
Niederlassungsleiterin Leipzig II
Führungskräfte
Standorte
Geschäftsführer & Unternehmensbereichsleiter:
Niederlassungsleiter:
Leipzig
Zwickau
Chemnitz
Dresden
Bautzen

Inhaltsverzeichnis | 03
Inhalt
1. Vorwort des Staatsminister der Finanzen
04
2. Vorwort des Geschäftsführers
06
3. Jahresergebnisse 2013 im Überblick
08
4. Der Staatsbetrieb SIB
10
Planungs- und Baumanagement
10
Facility- und Bedarfsdeckungsmanagement
11
Finanzvermögen und Portfoliosteuerung
12
Zentrale Verwaltung
12
5. Die Geschäftsentwicklung 2013
14
Planungs- und Baumanagement
14
Facility- und Bedarfsdeckungsmanagement
22
Objektmanagement
23
Technisches Gebäudemanagement
24
Bedeutende Projekte aus dem Unternehmensbereich
29
Finanzvermögen und Portfoliosteuerung
32
Zentrale Verwaltung
41
Bericht aus dem Personalbereich
41
Bericht aus dem Vergabe- und Vertragsmanagement
43
Bericht aus dem IT-Bereich
45
Bericht aus dem Organisationsbereich
46
6. Die Standorte
48
Niederlassung Bautzen
48
Niederlassung Chemnitz
50
Niederlassung Dresden I
52
Niederlassung Dresden II
54
Niederlassung Leipzig I
56
Niederlassung Leipzig II
58
Niederlassung Zwickau
60
7. Preise und Auszeichnungen
62
8. Organisation und Aufsicht
64

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04 | Vorwort des Staatsministers der Finanzen
Der Staatsminister der Finanzen zu zehn Jahren SIB | 05
Seit seinem Bestehen ist der Staatsbetrieb
Sächsisches Immobilien- und Baumanage-
ment (SIB) für alle Aufgaben zuständig, die
sich dem Freistaat Sachsen als Bauherrn und
Eigentümer zahlreicher Liegenschaften stel-
len. Dabei nimmt der Staatsbetrieb eine Vor-
bild- und Leitfunktion ein, denn er widmet sich
der Förderung der Baukultur und der Pflege
des sächsischen baukulturellen Erbes ebenso
wie dem nachhaltigen und ökologischen Bau-
en und der Förderung des baugewerblichen
Mittelstandes und der freien Berufe.
Auch im Jahr 2013 konnte der Staatsbetrieb
die baulichen und liegenschaftlichen Aufga-
ben erfolgreich lösen. Dafür möchte ich allen
Beschäftigten meinen Dank aussprechen. Al-
lein der Unternehmensbereich Planungs- und
Baumanagement hat über 416 Millionen Euro
in 2013 umgesetzt, mit denen eine Vielzahl
von Bauvorhaben fertiggestellt wurde.
Im Hochschulbereich stachen vor allem fol-
gende Projekte heraus:
Der Weinholdbau an der TU Chemnitz, mit
Gesamtbaukosten von 55,3 Millionen Euro
und einer Hauptnutzfläche von 19.000 qm
eine der größten Baumaßnahmen des Landes,
wurde im Oktober 2013 übergeben.
Für die TU Dresden hat der SIB im vergange-
nen Jahr zwei Neubauten, das Technikum und
den Mierdel-Bau, sowie die Sanierung des
Hempel-Baus abgeschlossen. Bei der letzte-
ren Baumaßnahme wurden im Rahmen der
Modernisierung des Gebäudes in Zusammen-
arbeit mit dem Lehrstuhl für Baukonstruktion
fassadenintegrierte Photovoltaik-Elemente
am Gebäude verwendet. Dies ist ein Bei-
spiel dafür, wie eng die Baumaßnahmen des
Staatsbetriebes mit der Forschungsarbeit der
Universitäten, insbesondere hinsichtlich der
Nachhaltigkeit und erneuerbarer Energien,
verbunden sind.
In Leipzig konnte im Juli 2013 das Richtfest
für den Neubau des Instituts- und Laborge-
bäudes der Hochschule für Technik, Wirt-
schaft und Kunst (HTWK) gefeiert werden. Die
Kosten für diese Baumaßnahme beliefen sich
auf rund 26 Millionen Euro.
Im Bereich Landesbau wurde der Umbau und
die Sanierung des Schlosses für das Amts-
gericht in Grimma fertiggestellt (Baukosten
14,5 Millionen Euro). In Dresden kam ein
weiteres bedeutendes Bauvorhaben, die
Sanierung des Gebäudes am Olbrichtplatz
3 für den Staatsbetrieb Geobasisinformation
und Vermessung Sachsen, für 17,3 Millionen
Euro zum Abschluss. Insgesamt summierten
sich die Ausgaben im Landesbau von 1991 bis
2013 auf rund 5,1 Milliarden Euro.
Im Fokus der zentralen Liegenschaftsverwal-
tung steht für den SIB die wirtschaftliche
Unterbringung aller Behörden und sonstigen
staatlichen Einrichtungen des Freistaates
Sachsen. Die strategische Steuerung und Op-
timierung des Gesamtbestandes an Immobi-
lien, insbesondere unter dem Gesichtspunkt
des Klimawandels und den daraus resultieren-
den Anforderungen an Energieeinsparungen,
ist auch im Jahr 2013 eine der wichtigsten
Aufgaben des Staatsbetriebs gewesen.
Neben den gesetzlichen Rahmenbedingun-
gen für den Klimaschutz, der angestrebten
Umstellung auf Ökostrom und der stärkeren
Nutzung erneuerbarer Energien, wird zu-
künftig auch in die Modernisierung und den
Werterhalt unserer Gebäude mehr zu inves-
tieren sein. Der Staatsbetrieb wird mit seiner
Fachkompetenz weiterhin dafür Sorge tragen,
dass diese Mittel wirtschaftlich und nachhal-
tig eingesetzt werden.
Ich wünsche allen Mitarbeitern auch in Zu-
kunft viel Schaffenskraft und Erfolg bei ihren
verantwortungsvollen Tätigkeiten.
Prof. Dr. Georg Unland
Sächsischer Staatsminister der Finanzen
1. Vorwort des Staatsministers der Finanzen
Bild rechts: Das Schlingrippengewölbe in
der ehemaligen Schlosskapelle des Dresdner
Residenzschlosses

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06 | Vorwort des Geschäftsführers
Vorwort des Geschäftsführers | 07
2. Vorwort des Geschäftsführers
Seit über einer Dekade übernimmt der Staats-
betrieb Sächsisches Immobilien- und Bauma-
nagement (SIB) die verantwortungsvolle Auf-
gabe, das Immobilienvermögen des Freistaates
Sachsen zu verwalten und dessen Bauvorhaben
zu koordinieren. Gegenüber seinen Geschäfts-
partnern und den betreuten Behörden konnte
der SIB auch im Jahr 2013 seinen Ruf als ver-
lässlicher und qualifizierter Dienstleister be-
stätigen. „Unsere Kundennähe beginnt bei der
Idee und geht über deren Umsetzung hinaus“,
heißt es in unserem Leitbild. Zufriedenheit
der Immobiliennutzer, Wirtschaftlichkeit und
Nachhaltigkeit im Bau und in der Bewirtschaf-
tung sind hierbei unsere obersten Ziele. Dies ist
nur durch den stetigen Einsatz in all unseren
Unternehmensbereichen zu erreichen und setzt
vorausschauendes Handeln, Flexibilität und
qualifizierte Mitarbeiter voraus.
Auch 2013 war gekennzeichnet von wichtigen
Baumaßnahmen. Nimmt man Dritte und den
Bundesbau hinzu, hat der SIB im abgelaufe-
nen Geschäftsjahr Bauinvestitionen von rund
416 Millionen Euro getätigt. Stellvertretend für
die vielen großen und kleinen Bau- und Bauun-
terhaltsmaßnahmen des Jahres möchte ich an
dieser Stelle auf einige der wichtigsten abge-
schlossenen Vorhaben eingehen.
Mit der Wiedererrichtung des Schlingrippen-
gewölbes in der ehemaligen Schlosskapelle
konnte in diesem Jahr ein weiterer baulicher
Meilenstein beim Wiederaufbau des Dresdner
Schlosses gesetzt werden. Aber nicht nur in
Dresden konnten kulturgeschichtlich herausra-
gende Bauten für die Nutzung ausgebaut wer-
den. Mit der Sonderausstellung „Das königliche
Jagdschloss Hubertusburg und der Frieden von
1763“ erwachte das Schloss Hubertusburg in
Wermsdorf aus seinem Dornröschenschlaf.
Im Bereich des Hochschulbaus sind die Bedin-
gungen für Lehre und Spitzenforschung weiter
entscheidend verbessert worden. Wichtige Bau-
ten konnten an die Nutzer übergeben werden.
Allen voran der Adolf-Ferdinand-Weihhold-Bau
der Technischen Universität Chemnitz, der zu
den größten, bisher realisierten Baumaßnah-
men im Hochschulbau zählt.
blieben 2013 aufgrund der in enger Abstim-
mung durchgeführten präventiven Hochwasser-
schutzmaßnahmen durch die Landeshauptstadt
Dresden und den Freistaat Sachsen weitestge-
hend vom Hochwasser verschont.
Der Unternehmensbereich Finanzvermögen
und Portfoliosteuerung verzeichnete 2013 die
meisten abgeschlossenen Kaufverträge eines
Jahres seit der Gründung des SIB. Das sehr gute
Ergebnis des Vorjahres konnte damit noch-
mals um 12 Prozent gesteigert werden. Dies
liegt zum einen an der guten Nachfragesitu-
ation, welche sich insbesondere im Segment
Wohnimmobilien bemerkbar macht und sich
folglich positiv auf die erzielten Einnahmen
auswirkt. Zum anderen wird diese Entwicklung
durch die systematische Anwendung von spe-
zifischen Verkaufsstrategien ermöglicht. Im
Bereich der Fiskalerbschaften musste, wie be-
reits in den vorangegangenen Jahren, ein enor-
mer Zugang an Fällen bewältigen werden. Eine
Verminderung der Fallzugänge ist, unter Be-
rücksichtigung der Entwicklung der Fallzugän-
ge in den letzten zehn Jahren, auch zukünftig
nicht zu erwarten.
Die Arbeitsprozesse im SIB werden durch viel-
fältige DV-Fachanwendungen unterstützt. Im
Geschäftsjahr 2013 wurde die Weiterentwick-
lung und Neubeschaffung vorangetrieben.
Wichtige Projekte, wie die Einführung von VIS.
Hervorzuheben ist auch die abgeschlossene
Sanierung des Gebäudes B4 für die Geronto-
psychiatrie des Sächsischen Krankenhauses für
Psychiatrie und Neurologie in Rodewisch, das
nun zeitgemäße Bedingungen für Patienten
und Personal bietet.
Auch in diesem Jahr erhielten vom SIB betreute
Baumaßnahmen Preise und Auszeichnungen.
Beispielsweise erhielt der Neubau des Amtsge-
richts Dresden den Architekturpreis des Bundes
Deutscher Architekten Sachsen 2013. Hierbei
überzeugte die kraftvolle Klarheit des Neubaus
als Pendant zum Bestandsbau aus dem 19. Jahr-
hundert sowie dessen Integration im Stadtraum.
Anlässlich des Sächsischen Staatspreises für
Baukultur wurde der Umbau und die Sanierung
des Schlosses Grimma mit einer Anerkennung
geehrt. Ausschlaggebend hierfür war der vor-
bildliche denkmalpflegerische Umgang mit
dem bedeutenden Baudenkmal, bei gleichzei-
tiger Schaffung zeitgemäßer Arbeitsbedingun-
gen für die Verwaltung in zentralörtlicher Lage.
Ebenso wichtig wie eine vorausschauende und
gewissenhafte Bauplanung und Ausführung
ist die Bewirtschaftung der Gebäude. Der Un-
ternehmensbereich Facility- und Bedarfsde-
ckungsmanagement unternimmt große An-
strengungen zur Steuerung und Optimierung
der Prozesse für die wirtschaftliche Unter-
bringung aller Behörden und sonstigen staat-
lichen Einrichtungen des Freistaates Sachsen
sowie deren rechtssichere Bewirtschaftung
und Betreibung. Der zu verwaltende Bestand
umfasst aktuell über 2.800 Gebäude mit ei-
ner Nettogrundfläche von circa 5,6 Millionen
Quadratmetern. Das Bewirtschaftungs- und
Anmietungsvolumen im Unternehmensbereich
beträgt aufgrund der Rückführung der ehemals
flexibilisierten Hochschulen nunmehr etwa 220
Millionen Euro im Jahr 2013.
Ein zentrales Thema war die Bekämpfung der
Auswirkungen des Hochwassers im Juni 2013.
Im Vergleich zur Hochwasserkatastrophe 2002
konnten aber an den landeseigenen Liegen-
schaften im Jahr 2013 weitaus geringere Schä-
den verzeichnet werden. Insbesondere die staat-
lichen Liegenschaften der Dresdner Altstadt
SAX als e-Akte und elektronische Vorgangsbe-
arbeitung sind in Vorbereitung.
In Bezug auf die anhaltende technische Dyna-
mik wurden zirka 350 Arbeitsplätze mit neuer,
leistungsfähigerer Technik ausgestattet und im
Serverbereich der Einsatz neuer umweltfreund-
licher Technologien ausgebaut.
Bei der Einführung der elektronischen Vergabe
(eVergabe) konnten weitere Fortschritte erzielt
werden. Im August 2013 wurde die schrittweise
Anwendung der eVergabe für alle Vergabearten
von VOB-Verfahren abgeschlossen. Insgesamt
kamen im abgelaufenen Geschäftsjahr 1.297
Vergabeverfahren, davon 216 EU-Verfahren im
eVergabe-System zum Abschluss.
Der vorliegende Geschäftsbericht zieht Bilanz
zu einem erfolgreichen Geschäftsjahr. Ich dan-
ke allen, die im Kalenderjahr 2013 am Erfolg
des SIB mitgewirkt haben. Unseren Nutzern
und Geschäftspartnern danke ich für die gute
Zusammenarbeit. Unseren Mitarbeitern danke
ich für ihren engagierten Einsatz.
Prof. Dieter Janosch
Geschäftsführer des Staatsbetriebes Sächsi-
sches Immobilien- und Baumanagement
Der Riesensaal im Dresdner Residenzschloss
beherbergt die Rüstkammer der Staatlichen
Kunstsammlungen Dresden

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08 | Jahresergebnisse 2013 im Überblick
Jahresergebnisse 2013 im Überblick | 9
3. Jahresergebnisse 2013 im Überblick
Im Geschäftsjahr 2013 wurde der mit hoher
Priorität der Hausspitze des SMF versehene
Diskussionsprozess über die Innen- wie auch
die Außensituation des SIB analysiert und
strukturell weiterentwickelt.
Die Zielstellung, die im Wirtschaftsplan zur
Verfügung gestellten Mittel einzuhalten wur-
de im Geschäftsjahr insgesamt erreicht.
Staatlicher Hochbau und Liegenschaften
In Wahrnehmung des Planungs- und Bau-
managements für die Baumaßnahmen des
Freistaates Sachsen, des Bundes und Dritter
gelang es, Bauleistungen für insgesamt 2.446
(Vorjahr 2.444) Baumaßnahmen im Wert von
416,1 Millionen Euro (Vorjahr 431,9 Millionen
Euro) zu realisieren, davon 349,7 Mio. Euro
(Vorjahr 346,3 Mio. Euro) im Landes- und
Hochschulbau, 34,1 Millionen Euro (Vorjahr
41,6 Millionen Euro) im Bundesbau sowie 32,4
Millionen Euro (Vorjahr 44,0 Millionen Euro im
Landesbau für Dritte.
Ferner sind Baumaßnahmen der Energieeffi-
zienzerhöhung von 6,1 Millionen Euro sowie
3,7 Millionen Euro im Bereich der Hochwas-
serschadensbeseitigung enthalten.
Die Gesamtausgaben im Liegenschaftsbereich
belaufen sich im Geschäftsjahr auf 220,1 Mil-
lionen Euro.
Immobilienvermögen
Beim Immobilienvermögen erzielte der Staats-
betrieb SIB im Geschäftsjahr rund 17,8 Millio-
nen Euro kassenwirksame Einnahmen für den
Grundstock des Freistaates Sachsen.
Wirtschaftsplan
Der kaufmännische Jahresabschluss des Staats-
betriebes SIB für das Geschäftsjahr 2013
ist durch die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
Schneider + Partner GmbH geprüft und erneut
uneingeschränkt testiert worden.
Auf Grund der nach kameralen Grundsätzen
bestehenden Zuschussfinanzierung des Staats-
betriebes durch den Freistaat Sachsen hat das
Jahresergebnis aus der Geschäftstätigkeit vor
geschäftsneutralen Sondereinflüssen wiederholt
eine „wirtschaftliche Null“ ergeben. Unter Be-
rücksichtigung von Buchverlusten, die sich aus
geschäftsneutralen Sondereinflüssen ergeben,
weist die Gewinn- und Verlustrechnung insge-
samt einen Jahresfehlbetrag von TEUR -1.307
(Vorjahr Jahresüberschuss TEUR 627) aus.
Als wichtigste Einnahmeposition erwirtschaf-
tete der Staatsbetrieb im Geschäftsjahr Um-
satzerlöse aus der Verwaltungskostenerstat-
tung im Bundesbau in Höhe von 9,1 Millionen
Euro (Vorjahr: 12,9 Millionen Euro).
Im Rahmen der Zuschussfinanzierung durch
den Freistaat Sachsen wurden durch den SIB
die im Geschäftsjahr erhaltenen Zuweisungen
für die Finanzierung der laufenden Geschäfts-
tätigkeit sowie der Investitionen in Höhe von
insgesamt 65,2 Millionen Euro (Vorjahr 57,8
Millionen Euro) im Rahmen einer sparsamen
und zweckentsprechenden Haushaltsführung
ordnungsgemäß verwendet.
Darüber hinaus zum Bilanzstichtag nicht in An-
spruch genommene Mittel waren gemäß den
Vorgaben des Sächsischen Staatsministeriums
der Finanzen im Jahresabschluss grundsätzlich
als rückzahlbarer Zuschuss zu bilanzieren.
Bau- und Liegenschaftshaushalt –
Ergebnisse 2013 (in Mio. Euro)
160,2
32,4
189,6
34,1
43,8
176,3
Landesbau (Gesamt)
Hochschulbau
Landesbau für Dritte
Bundesbau
Anmietung
Bewirtschaftung
Bild rechts: Aufsetzen der restaurierten
Attikafiguren am Dresdner Zwinger

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10 | Der Staatsbetrieb SIB
Der Staatsbetrieb SIB | 11
4. Der Staatsbetrieb SIB
PLanungS- und
BauManagEMEnt
Zukunftsweisende Ideen, hohe und vielfältige
Fachkenntnis sowie langjährige Erfahrungen
bei der Entwicklung von optimalen Lösungen
für komplexe Bauaufgaben prägen die Wahr-
nehmung der Bauherrenaufgabe des SIB für
den Freistaat Sachsen. Reinsträume in For-
schungsgebäuden sächsischer Universitäten,
Unterkunftsbauten in Justizvollzugsanstalten,
die Wiederbelebung der vor Jahrhunderten
praktizierten Handwerkskunst des Schling-
rippengewölbes in der Kapelle des Dresdner
Schlosses – das Spektrum der Bauprojekte,
die vom Unternehmensbereich Planungs-
und Baumanagement geleitet werden, ist
breit gefächert und überaus anspruchsvoll.
Dabei trägt der SIB als öffentlicher Bauherr
und bedeutendster Auftraggeber des Bauge-
werbes im Freistaat Sachsen eine besondere
Verantwortung, die sich in einer Vorbild- und
Leitfunktion manifestiert. Die Baukultur zählt
dabei zu den wichtigsten Grundwerten, de-
nen der Unternehmensbereich Planungs- und
Baumanagement verpflichtet ist.
Architekten, Bauingenieure, Elektroingenieu-
re, Ingenieure für Technische Gebäudeausrüs-
tung, Landschaftsarchitekten und viele andere
Spezialisten bringen ihr Know-how in die sehr
anspruchsvollen Bauprojekte des Freistaates
Sachsen ein. Bauprojekte können der Neubau,
der Umbau, die Sanierung sowie Erhaltungs-
maßnahmen an den Gebäuden des Freistaa-
tes Sachsen sein. Dem Unternehmensbereich
Planungs- und Baumanagement obliegt die
Leitung der Bauprojekte. Dies umfasst unter
anderem die Bestimmung der Projektziele,
die Sicherstellung der Projektfinanzierung,
Gewährleistung eines adressatengerechten
FacILIty- und
BEdarFSdEckungSManagEMEnt
Im Focus der zentralen Liegenschaftsverwal-
tung steht für den Unternehmensbereich Fa-
cility- und Bedarfsdeckungsmanagement die
wirtschaftliche Unterbringung aller Behörden
und sonstigen staatlichen Einrichtungen des
Freistaates Sachsen. Dabei zählen neben den
klassischen Verwaltungen wie Finanzämtern
und Gerichten auch Hochschulen, Museen und
Kultureinrichtungen zu den zu betreuenden
Nutzern. Die strategische Steuerung und Opti-
mierung des Gesamtbestandes an Immobilien,
welche für Verwaltungszwecke genutzt wer-
den, ist ein bedeutender Leistungsaspekt der
Tätigkeit. Insgesamt werden im Unternehmens-
bereich Facility- und Bedarfsdeckungsmanage-
ment mehr als 1.370 Liegenschaften betreut.
Im Unternehmensbereich wird das Fundament
für eine bedarfs- und sachgerechte Unter-
Informationsflusses, die Abstimmungen mit
dem Nutzer sowie die grundsätzliche Vertre-
tung der Bauherreninteressen, beispielsweise
bei gerichtlichen Auseinandersetzungen oder
nachbarschaftsrechtlichen Belangen. Darüber
hinaus beauftragt er Planungs- und Baudurch-
führungsleistungen, führt für geeignete Vorha-
ben Architekturwettbewerbe durch und nimmt
als Kernaufgabe die Projektsteuerung wahr.
Voraussetzung für den Erfolg der Bauprojekte
ist der stetige Einsatz der Beschäftigten des
Unternehmensbereichs Planungs- und Bauma-
nagement zur Einhaltung der Kosten-, Termin-
und Qualitätsziele. In Kooperation mit allen
Beteiligten werden die Bauprojekte effizient
geplant, koordiniert und gesteuert. Durch ihr
Können und zukunftsweisende Ideen entwi-
ckeln die Teams optimale Lösungen für kom-
plexe Bauaufgaben.
Intelligente Gebäudetechnik, anspruchsvol-
le Architektur und hochmoderne Arbeitsbe-
dingungen sind Ausdruck einer gelungenen
Baukultur, in deren Fokus die ganzheitliche
Qualität eines Gebäudes steht. Die qualitative
Dimension umfasst dabei auch die zukunfts-
orientierte Ressourcenbewirtschaftung, die
sich in den Kriterien Nachhaltigkeit und Ener-
gieeffizienz widerspiegelt. Erfahren sowie mit
hoher und vielfältiger Fachkompetenz steht
der Unternehmensbereich nutzenden Behör-
den und Einrichtungen des Freistaates Sachsen
als Berater für baufachliche Entscheidungen
zur Seite. Ferner obliegt dem Unternehmens-
bereich Planungs- und Baumanagement auch
die Projektleitung für Bauvorhaben des Bun-
des und Dritter (zum Beispiel der Sächsischen
Krankenhäuser) im Freistaat Sachsen sowie die
baufachliche Begleitung von Projekten der Zu-
wendungsempfänger.
bringung geschaffen. Die von den einzelnen
Ressorts angemeldeten Bedarfe werden im
Unternehmensbereich unter Beachtung von
wirtschaftlichen Grundsätzen geprüft und im
Ergebnis die Beauftragung zur Unterbringung
(Bedarfsdeckung) erteilt.
Im Rahmen der Grundstücksverwaltung und
-bewirtschaftung managt der Unternehmens-
bereich in der Phase der Gebäudenutzung eine
Fülle von Prozessen und Dienstleistungen, wel-
che zum Betreiben und zur Erhaltung von Ge-
bäuden und technischen Anlagen erforderlich
sind. Dies erfolgt mit dem Anspruch, dass die
Gebäude dem Nutzer uneingeschränkt zur Aus-
führung seines Kerngeschäftes zur Verfügung
stehen. Auf der Grundlage einer Verbrauchs-
und Kostentransparenz werden in den Fachbe-
reichen Konzepte zur Verbrauchs- und Kosten-
reduzierung erarbeitet.
Sanierung und Umbau Gebäude B4 –
Gerontopsychiatrie, Sächsisches Krankenhaus
für Psychiatrie und Neurologie Rodewisch
Bauansicht Schlingrippengewölbe
der ehemaligen Schlosskapelle des
Dresdner Residenzschlosses

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12 | Wesentliches im Überblick
Wesentliches im Überblick | 13
FInanzvErMögEn und
PortFoLIoStEuErung
Der Unternehmensbereich Finanzvermögen
und Portfoliosteuerung ist für die Erfas-
sung des gesamten Immobilienbestandes des
Freistaates Sachsen zuständig und arbeitet
dabei mit den beiden anderen Grundvermö-
gensverwaltern des Freistaates Sachsen, dem
Staatsbetrieb Sachsenforst und den Landes-
amt für Straßenbau und Verkehr, zusammen.
Er ist für die Analyse und Optimierung der
landeseigenen Grundstücke verantwortlich.
Darüber hinaus sichert der Unternehmens-
bereich das Landesvermögen unter anderem
im Bereich der Vermögenszuordnung für den
Freistaat Sachsen.
Immobilien, die dauerhaft nicht mehr für die
Aufgaben des Freistaates Sachsen benötigt
werden, verwertet der Unternehmensbereich
Finanzvermögen und Portfoliosteuerung. Bis
zur Verwertung werden sie vom Unterneh-
mensbereich verwaltet.
Teile des Portfolios, wie beispielsweise um-
welt- oder kulturpolitisch bedeutsame Lie-
genschaften und Gebäude für außeruniversi-
täre Forschungseinrichtungen, werden nicht
unmittelbar für die Erfüllung staatlicher Auf-
gaben benötigt. Gleichwohl ist deren Verwer-
tung – befristet oder unbefristet – aufgrund
von vertraglichen Verpflichtungen oder sons-
tigen staatlichen Interessen nicht vorgesehen.
Dies gilt ebenso für das betriebsnotwendige
Vermögen der Landestalsperrenverwaltung,
der Staatlichen Schlösser, Burgen und Gärten
Sachsen gGmbH und der Staatlichen Betriebs-
gesellschaft für Umwelt und Landwirtschaft
(wie beispielsweise Schlösser, Flüsse und Über-
flutungsflächen oder Verwaltungsgebäude).
Der Freistaat Sachsen überlässt den Besitz an
diesen Immobilien staatlichen Einrichtungen
und externen Dritten.
Zu den weiteren Aufgaben des Unterneh-
mensbereiches gehören die Abwicklung von
Fiskalerbschaften, die Bewertung des Grund-
vermögens in der Zuständigkeit des SIB und
die Vertretung der Interessen des Freistaates
Sachsen als Träger öffentlicher Belange – unter
anderem in Planungsverfahren.
zEntraLE vErWaLtung
Der Unternehmensbereich Zentrale Verwaltung
nimmt innerhalb des SIB die Supportaufgaben
für die drei Fach-Unternehmensbereiche wahr.
Er unterstützt und entlastet bei unternehmens-
bereichsübergreifenden oder fachbegleitenden
Aufgaben. Der breit gefächerte Aufgabenbe-
reich erstreckt sich vom Personalmanagement,
dem Vergabe- und Vertragsmanagement, dem
Rechnungswesen bis hin zu organisatorischen
Aufgaben. Weiterhin ist der Unternehmensbe-
reich für die Bereitstellung und Instandhaltung
der Informationstechnik (IT) verantwortlich.
Bild rechts: Innenansicht Lehrgebäude GII
in Görlitz, Hochschule Zittau/Görlitz
12 | Der Staatsbetrieb SIB

14 | Die Geschäftsentwicklung 2013
Die Geschäftsentwicklung 2013 | 15
5. Die Geschäftsentwicklung 2013
Die größten Maßnahmen im Hinblick auf das
2013 umgesetzte Bauvolumen sind die Bau-
maßnahme TU Dresden Technikum Nöthnitzer
Straße mit 14,7 Millionen Euro (Gesamtbau-
kosten: 31,4 Millionen Euro) sowie die Bau-
maßnahme TU Dresden Hochleistungsrech-
ner-Speicherkomplex II mit 13,9 Millionen
Euro Jahresbauleistung 2013 (Gesamtbaukos-
ten: 45,2 Millionen Euro). Die feierliche Über-
gabe des Forschungsgebäudes „Technikum
Nöthnitzer Straße“ mit einer Reinraumfläche
von zirka 2.000 Quadratmetern erfolgte im
Dezember 2013 nach einer Bauzeit von nur
zwei Jahren. Mittlerweile sind die Laborflä-
chen in Betrieb und haben sich bewährt.
In 2.446 Baumaßnahmen (Vorjahr: 2.444) wur-
den Bauleistungen erbracht. 405 Maßnahmen
(17 Prozent) waren GBM, 466 KBM (19 Pro-
zent) und 1.575 Bauunterhaltsmaßnahmen
(64 Prozent). Der Bauunterhalt hat den Erhalt
der baulichen Substanz zum Ziel, ohne den Be-
stand grundsätzlich zu verändern. Sogenann-
te „Kleine Baumaßnahmen“ (KBM) und „Gro-
ße Baumaßnahmen“ (GBM) hingegen dienen
der Schaffung von Gebäuden und baulichen
Anlagen oder ihrer wesentlichen Änderung.
Baumaßnahmen mit Gesamtbaukosten bis zu
einer Million Euro werden als klein bezeichnet;
Baumaßnahmen mit Gesamtbaukosten über
eine Million Euro als groß. Die Gesamtzahl der
Baumaßnahmen blieb im Vergleich zum Vor-
jahr konstant. Es gab einen leichten Rückgang
der Anzahl der GBM und einen geringen An-
stieg der KBM. Das dritte Jahr in Folge sinkt
die durchschnittliche Bauleistung je Maßnah-
me auf nunmehr 170.000 Euro (2012: 177.000
Euro, 2011: 215.000 Euro). Dies bedeutet eine
weitere Zunahme der Kleinteiligkeit. Das rea-
lisierte durchschnittliche Jahresbauvolumen
einer GBM ging auf moderate 702.000 Euro
(Vorjahr: 729.000 Euro) zurück.
Ein weiterer Schwerpunkt 2013 waren Bau-
maßnahmen zur Beseitigung der Schäden des
Hochwassers im Juni 2013. Insgesamt sind
an den Liegenschaften des Freistaates Sach-
sen Schäden in Höhe von etwa 19,9 Millionen
Euro entstanden, beispielsweise im Schloss
und Park Pillnitz (2,1 Millionen Euro) sowie im
Großen Garten Dresden (2,3 Millionen Euro).
2013 wurden bereits 3,9 Millionen Euro in die
Schadensbeseitigung investiert; bis 2016 ste-
hen noch zirka 69 Baumaßnahmen zur Scha-
densbehebung an.
PLanungS- und
BauManagEMEnt
Bauaktivitäten
Bauleistungen für 416,1 Millionen Euro wur-
den 2013 durch den Unternehmensbereich
Planungs- und Baumanagement umgesetzt
(Vorjahr: 431,9 Millionen Euro). Im Hochschul-
bau ist eine Steigerung um sechs Prozent im
Vergleich zum Vorjahr auf 189,6 Millionen
Euro (Vorjahr: 178,2 Millionen Euro) zu ver-
zeichnen. Das Bauvolumen im Landesbau,
Bauen für Dritte und im Bundesbau ist im Ge-
gensatz dazu leicht rückläufig. Der Rückgang
der Bauleistungen im Vergleich zum Vorjah-
resergebnis ist im Wesentlichen von drei Fak-
toren beeinflusst: So konnte beispielsweise
die Planungsphase einiger Bauprojekte auf
Grund verschiedener Unwägbarkeiten nicht
rechtzeitig abgeschlossen werden, um in die
umsatzintensive Ausführungsphase überzu-
gehen. Ursache dafür waren unter anderem
notwendige Änderungen am Bauprogramm,
da die Projektkosten ein vertretbares Maß
überschritten hätten. Darüber hinaus band
das Hochwasser im Juni 2013 unplanmäßig
Personalkapazitäten in zahlreichen Regionen
Sachsens für die Erfassung und Beseitigung
der Schäden. Hinter den Erwartungen blieb
2013 auch der Mittelumsatz im Bundesbau
zurück. Hier wird 2014 wieder ein deutlicher
Anstieg erwartet.
Die Bauleistungen verteilen sich wie folgt auf
die Bereiche: 33 Prozent entfallen auf den
allgemeinen Landesbau, 46 Prozent auf den
Hochschulbau, je acht Prozent auf den Bun-
desbau und Bauleistungen für Dritte, wie zum
Beispiel die Sächsischen Krankenhäuser, sowie
fünf Prozent auf Aufwendungen für sonstige
Baumaßnahmen, beispielsweise im Rahmen
des Energieeffizienzprogrammes.
Im Fokus des Hochschulbaus stand die Mittelre-
alisierung für die laufenden EFRE-Maßnahmen
des aktuellen Programms, um den Abschluss der
Bauprojekte im Zeitrahmen der Förderperiode
sicherzustellen. Zum 31. Dezember 2013 endete
die derzeitige Förderperiode des Europäischen
Fonds für regionale Entwicklung (EFRE). Allein
in EFRE-Maßnahmen wurde ein Bauvolumen
von 83,1 Millionen Euro erbracht. Ein weite-
rer Schwerpunkt ist das Bauprogramm für das
Exzellenz-Cluster der Technischen Universität
Dresden (TU Dresden). Die Exzellenzinitiativ-
Maßnahmen haben insgesamt ein Bauvolumen
von zirka 290 Millionen Euro (über mehrere
Jahre). Ein Teil der Maßnahmen ist bereits ab-
geschlossen. Hier zu nennen ist beispielsweise
der Neubau des Technikums an der Nöthnitzer
Straße. Andere Vorhaben, wie der Neubau für
das Institut Photophysik stehen unmittelbar
vor dem Baubeginn. Hingegen sind die Planun-
gen für das Center for Advancing Elektronics in
Dresden noch nicht abgeschlossen.
405
Große
Baumaßnahmen
2013
Vorjahr
Landesbau
138,1
150,2
davon für
Große Baumaßnahmen
Kleine Baumaßnahmen
Bauunterhalt
Planung
85,4
17,9
34,2
0,6
102,2
12,3
34,3
1,4
Hochschulbau
189,6
178,2
davon für
Große Baumaßnahmen
Kleine Baumaßnahmen
Bauunterhalt
Planung
164,3
8,6
15,6
1,1
150,5
9,9
15,5
2,3
Energieeeffizienz-Programm
Erhalt von Bestandsgebäuden
Sächsisches verwaltungsnetz
Hochwasser
konjunkturpaket II
Landesbau für dritte
Bundesbau
6,1
7,7
4,4
3,7
0
32,4
34,1
6,9
6,0
3,4
1,2
0,3
44,0
41,7
gesamt
416,1
431,9
Bauausgaben 2013 (in Mio. Euro)
2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013
553
534
478
467
468
564
582
606
569
431
416
700
600
500
400
300
200
100
0
Entwicklung des Bauvolumens von 2003 bis 2013 (angaben in Mio. Euro)

image
Energieeffizienzmaßnahmen
Energieeinsparungen von zirka 4.300 MWh/a
(zirka 530.000 Euro Betriebskosten) so-
wie eine CO2-Einsparung von zirka 900 t/a
konnten 2013 durch das Programm „Ener-
gieeffizienz“ erzielt werden. Nicht in diesen
Werten enthalten sind Energieeinsparun-
gen, die innerhalb laufender KBM und GBM
realisiert wurden. Von den im Energieeffi-
zienzprogramm zur Verfügung stehenden
Haushaltsmitteln wurden sechs Prozent für
Analysen verausgabt, die der Vorbereitung
von Maßnahmen dienen – insbesondere zur
Ermittlung möglicher Einsparpotentiale. Zehn
Prozent der Haushaltsmittel wurden für Maß-
nahmen an Gebäuden, hauptsächlich zur Ver-
besserung der thermischen Hülle eingesetzt.
Die übrigen Haushaltsmittel in Höhe von zirka
5,1 Millionen Euro wurden für Maßnahmen im
Bereich der Technik verwendet. Dazu zählen
Leistungen zur Optimierung der vorhandenen
Anlagen und der Einsatz von erneuerbaren
Energien und innovativen Technologien, wie
Heizkesseltausch, Umstellung Energieträger,
hydraulischer Abgleich von Heizungsanla-
gen sowie der Einsatz energieeffizienter Kü-
chentechnik. Weitere Maßnahmen im Tech-
nikbereich sind neben der Optimierung von
Heizungs-, Trinkwarmwasser-, Kälte- und
Lüftungsanlagen, die Wärmerückgewinnung,
Solarthermie-Anlagen, Blockheizkraftwerke,
geothermische Anlagen für Heizung und Küh-
lung sowie Wärmepumpen.
Bundesbau
Im Jahr 2013 wurden für die Bauaufgaben
des Bundes 34,0 Millionen Euro (Vorjahr: 41,7
Millionen Euro) verausgabt. Im Fokus der Mit-
telumsetzung standen die KBM mit 14,5 Mil-
lionen Euro (Vorjahr: 12,9 Millionen Euro). Die
Ausgaben im Bereich der großen Baumaßnah-
men beliefen sich im Jahr 2013 auf lediglich 2,2
Millionen Euro. Derzeit befinden sich zahlreiche
GBM in der Planungsphase, wie das Biomasse-
forschungszentrum in Leipzig (2013: Durch-
führung des Wettbewerbs), der Neubau des
Unterbringungsgebäudes für die Stauffenberg
Kaserne in Dresden (2013: Entwurfsunterlage
erstellt, Gesamtbaukosten zirka zehn Millio-
nen Euro) sowie die Erweiterung des Hörsaal-
zentrums der Heeresoffiziersschule in Dresden
(Gesamtbaukosten zirka 16 Millionen Euro).
zuwendungsbau
Bauprojekte kommunaler oder privatwirtschaft-
licher Bauherren, die mit öffentlichen Mitteln
des Freistaates, des Bundes oder der EU geför-
dert werden, werden als Zuwendungsbau be-
zeichnet. Im Jahr 2013 veränderten sich die Zu-
ständigkeiten im Bereich des Zuwendungsbaus
grundlegend: Die Prüfung der Förderanträge
wurde vom Landesamt für Steuern und Finan-
zen für den Landeszuwendungsbau auf den SIB
übertragen, für den Zuwendungsbau des Bundes
auf das neue Referat 47 im Sächsischen Staats-
ministerium der Finanzen. Damit ist der SIB für
alle Ressorts und Bewilligungsstellen das Prüf-
organ für Hochbaumaßnahmen, die vom Frei-
staat Sachsen oder der EU gefördert werden.
Mit der Schaffung der Außenstelle in Chem-
nitz, die für die Antragsprüfung verantwort-
lich ist, werden jetzt alle Phasen des Zu-
wendungsbaus durch den SIB als zentraler
Ansprechpartner betreut.
Durch die Bündelung des Zuwendungsbaus
beim SIB können Synergien genutzt und die
einzelnen Verfahrensschritte besser und ef-
fektiver aufeinander abgestimmt werden.
Entsprechend des Haushaltsrechts und der
Förderrichtlinien leistet der SIB als Gutach-
ter die Beratung des Antragsstellers, die
Förderantragsprüfung, die baufachliche Be-
gleitung und abschließend die Prüfung des
Verwendungsnachweises. Damit ist der SIB
mittelbar hoheitlich tätig und stellt den Be-
willigungsbehörden und Zuwendungsgebern
eine baufachlich geprüfte Grundlage für die
angemessene und wirtschaftliche Zuweisung
der Fördermittel zur Verfügung.
Das Spektrum der betreuten Maßnahmen ist
groß, von Krankenhäusern über Forschungs-
einrichtungen und Schulen bis Mehrgenera-
tionenwohnen oder Hochleistungssport, um
nur einige zu nennen. Maßnahmenschwer-
punkte lagen bei der städtebaulichen Entwick-
lung, aufgrund von Sonderprogrammen aber
auch bei Schulen und Kindertagesstätten. Als
Sondermaßnahme ist unter anderem der Wie-
deraufbau des 2. Bauabschnitts der Weißeritz-
talbahn zu nennen.
16 | Die Geschäftsentwicklung 2013
Die Geschäftsentwicklung 2013 | 17
Das geprüfte Bauvolumen lag im Jahr 2013
bei 453 Millionen Euro, die in über 100 Maß-
nahmen zur Förderantragsprüfung einge-
reicht wurden. Damit konnte trotz erhebli-
cher Reduzierung des Personals neben dem
gestiegenen bearbeiteten Volumen, auch der
Rückstau von Maßnahmen aus dem Vorjahr
reduziert werden. In der Tendenz werden we-
niger Maßnahmen mit einem jeweils höheren
Volumen eingereicht.
Die Schwerpunkte insbesondere in der Phase
0+1 lagen in der Beratung der Antragssteller
und Bewilligungsbehörden im Sinne einer ge-
meinsamen Verfahrensqualität. Insbesondere
die richtige Wahl der Vergabeverfahren hilft,
mögliche spätere Rückforderungen oder Ter-
minverzögerungen zu vermeiden und ermög-
licht eine effiziente Begleitung durch die ver-
antwortliche Niederlassung. 2013 wurden 85
Verwendungsnachweise geprüft.
nachhaltigkeit
In 2013 lag der Schwerpunkt der Arbeit des
Kompetenzzentrums Nachhaltigkeit im Ausbau
der Kompetenzen für das nachhaltige Bauen
im Unternehmensbereich. So konnte für jede
Niederlassung eine intern organisierte Grund-
lagenschulung durchgeführt werden, die in
den Folgejahren fortgeführt wird. Neben den
Energieeffizienz-Beauftragten wird ab An-
fang 2014 jeder Niederlassung auch ein beim
Steinbeis-Transfer-Institut ausgebildeter Nach-
haltigkeits-Koordinator für den Landes- und
Hochschulbau während der Durchführung der
Bauprojekte beratend zur Verfügung stehen.
Ziel ist, das enge Zusammenwirken der fachlich
Beteiligten in Entscheidungsprozessen sowie
die Betrachtung des Lebenszyklus einer Immo-
bilie in der Planungsphase zu intensivieren.
Niederschlag finden diese Überlegungen auch
im SIB-internen Leitfaden „Erstellung, Prüfung
und Genehmigung von Bauunterlagen“, der in
2013 fortgeschrieben und beispielsweise mit der
Anlage „Inhalt Energiekonzepte“ ergänzt wurde.
Das Kompetenzzentrum Nachhaltigkeit hat
aktiv am Abschlussbericht der Projektgruppe
„Nachhaltiges Bauen“ im Ausschuss für Staat-
lichen Hochbau/Fachkommission Bau- und
Kostenplanung der Bauministerkonferenz der
Länder mitgewirkt.
Unter Federführung des Kompetenzzentrums
wird der Energieeffizienzbericht 2013 erstellt,
der im zweiten Quartal 2014 veröffentlicht
wird. Auch darin wird der Bogen zum nachhal-
tigen Bauen gespannt.
Im kommenden Jahr liegt das Gewicht auf der
Initiierung planungsbegleitender Nachhaltig-
keitsbewertungen von Bauprojekten.
Kücheneinrichtung für die Gastronomie
in Schloss Moritzburg
Soziales
95,3
Kultus / Wissenschaft
187,9
Städtebauliche Entwicklung
116,3
Wirtschaft
13,5
Sonstiges
2,5
Umwelt und Verkehr
37,2
gesamt
452,7
Bauvolumen zur Förderantragsprüfung
2013 nach Förderbereichen
(angaben in Mio. Euro)
Leistungen zuwendungsbau
189,6 Mio. Euro Hochschulbau
138,1 Mio. Euro Landesbau
22,0 Mio. Euro sonstige Bauausgaben
34,0 Mio. Euro Bundesbau
32,4 Mio. Euro Landesbau für Dritte
Bauleistungen 2013 nach Bereichen
8 %
8 %
5 %
46 %
33 %
0
1
2
3
PHaSE 0
Beratung in vorplanung
PHaSE 1
Förderantragsprüfung
PHaSE 2
Baubegleitung
PHaSE 3
verwendungsnachweis-
prüfung

18 | Die Geschäftsentwicklung 2013
Die Geschäftsentwicklung 2013 | 19
Bezeichnung
Investitionssumme
Bauzeit
Dresden, Rückbau „Blaues Haus“ mit Neubau Interimsparkplatz
3,6 Mio. Euro
10/11 – 10/13
Schloss Hubertusburg in Wermsdorf, Herrichtung von Ausstellungsräumen
für die Ausstellung „Hubertusburger Frieden“ der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden
1,0 Mio. Euro
06/12 – 03/13
Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Wiederaufbau Dresdner Residenzschloss
- Ausbau Schlosskapelle (Schlingrippengewölbe)
3,5 Mio. Euro
12/09 – 09/13
Dresden, Sächsische Staatsoper, TBM 2: Foyer
2,2 Mio. Euro
08/12 – 09/13
TU Dresden, Neubau Forschungsgebäude am Mierdelbau, Nöthnitzer Straße (EFRE)
9,6 Mio. Euro
10/11 – 08/13
TU Dresden, Technikum Nöthnitzer Straße, Neubau (EFRE)
31,5 Mio. Euro
05/11 – 09/13
HTW Dresden, Neubau Technikum Fahrzeugtechnik (EFRE)
15,1 Mio. Euro
03/12 – 12/13
Universität Leipzig, Technikum/Analytikum, Linnéstraße 3, Sanierung (EFRE)
18,6 Mio. Euro
09/09 – 02/13
Hochschule Zittau/ Görlitz, Lehrgebäude GII in Görlitz, Brückenstraße 1, Modernisierung/Umbau
5,8 Mio. Euro
03/09 – 01/13
HTWK Leipzig, Lehrgebäude Gustav-Freytag-Str. 42, Umbau/Sanierung
7,6 Mio. Euro
10/11 – 09/13
TU Chemnitz, Fakultät Elektrotechnik, Adolf-Ferdinand- Weinhold-Bau Reichenhainer Str. 70,
Umbau und Sanierung 1. und 2. BA (EFRE)
53,4 Mio. Euro
09/09 – 09/13
TU Chemnitz, eniProd (Energieeffiziente Produkt- und Prozessinnovationen in der
Produktionstechnik), Neubau Bürogebäude (EFRE)
5,7 Mio. Euro
06/11 – 08/13
Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Dresdner Zwinger, Mathematisch-Physikalischer Salon,
Sanierung und Neubau im Wall
17,0 Mio. Euro
07/08 – 01/13
Schloss Moritzburg, Umbau und Sanierung Gastronomie
3,2 Mio. Euro
04/12 – 10/13
Im Landes- und Hochschulbau wurden im geschäftsjahr 2013 insbesondere folgende Baumaßnahmen fertiggestellt:
Bezeichnung
Investitionssumme
Bauzeit
Sächsisches Krankenhaus Rodewisch, Heim „Im Göltzschtal“, Häuser A20 und A23
8,4 Mio. Euro
07/11 – 06/13
Sächsisches Krankenhaus Rodewisch, Sanierung Haus B4, Gerontopsychiatrie
4,9 Mio. Euro
11/10 – 01/13
Bad Muskau, Neues Schloss, Äußere Instandsetzung
11,4 Mio. Euro
1997 – 10/13
Bad Muskau, Neues Schloss, Innenausbau Festsaalflügel
3,3 Mio. Euro
11/11 – 10/13
Für dritte wurden unter anderem folgende vorhaben realisiert:
Bezeichnung
Investitionssumme
Bauzeit
Truppenübungsplatz Oberlausitz Ost, Neubau Verkehrsübungsplatz
0,9 Mio. Euro
05/12 – 10/13
Forschungsbiogasanlage Deutsches Biomasseforschungszentrum Leipzig
3,0 Mio. Euro
11/10 – 06/13
Bundespolizei Bad Düben Neubau Heizhaus
1,0 Mio. Euro
07/12 – 11/13
Fertigstellung im Bundesbau:
Bezeichnung
Investitionssumme
Bauzeit
Unteroffiziersschule des Heeres in Delitzsch, Feldwebel-Boldt-Kaserne,
Neubau Unterkunftsgebäude
6,12 Mio. Euro
09/13 – 10/15
Baubeginne im Bundesbau:
Bezeichnung
Investitionssumme
Bauzeit
Görlitz, Polizeidirektion Oberlausitz-Niederschlesien, Sanierung, Umbau und Erweiterungsbau
20,6 Mio. Euro
12/12 – 04/14
Polizeirevier Auerbach, Umbau und Sanierung
4,1 Mio. Euro
09/12 – 06/14
JVA Bautzen, Umbau und Sanierung Haus 2 zur Unterbringung männlicher Sicherungsverwahrter
7,4 Mio. Euro
04/12 – 10/14
JVA Bautzen, Sanierung Haus 1 (Ost-West-Flügel)
17,4 Mio. Euro
1. BA: 11/08 – 06/11
2. BA: 07/11 – 03/15
Landesfeuerwehrschule Nardt, 2. BA, Außenübungsflächen
7,9 Mio. Euro
08/11 -09/14
TU Dresden, Instituts- und Laborgebäude Schumannstr. 7, Umbau und Modernisierung (EFRE)
12,5 Mio. Euro
07/11 – 03/14
TU Dresden, August-Bebel-Straße 94, Sanierung Hörsaal und Seminargebäude
5,7 Mio. Euro
05/12 – 03/14
TU Dresden, Physikgebäude Haeckelstr., Umbau und Modernisierung,
3.BA: Innensanierung B-D Flügel
6,1 Mio. Euro
10/12 – 07/14
Universität Leipzig, 4. BA, Hauptgebäude und Aula, Neubau
115,8 Mio. Euro
07/07 – 11/14
Universität Leipzig, med. Fakultät, Institute für Pathologie und Rechtsmedizin,
Johannisallee 28, Umbau und Modernisierung
11,7 Mio. Euro
04/12 – 06/14
Universität Leipzig, med. Fakultät, zentrales Forschungszentrum, Stephanstraße 11,
Sanierung/Umbau, 1. und 2. BA (Brandschaden dadurch Verzug)
77,7 Mio. Euro
1. BA: 04/07 – 01/10
2. BA: 04/10 – 06/14
HTWK Leipzig, Fachbereich Maschinen- und Energietechnik, Instituts- und Laborgebäude,
Neubau (EFRE)
25,9 Mio. Euro
03/12 – 12/14
Hochschule Mittweida, Neubau Zentrum für Medien und Soziale Arbeit (EFRE)
33,9 Mio. Euro
05/11 – 06/14
TU Bergakademie Freiberg, Fakultät Chemie und Physik, Clemens-Winkler Bau,
Neubau Chemische Labore (EFRE)
20,3 Mio. Euro
01/12 – 05/14
TU Bergakademie Freiberg, Metallformung/Gießereitechnik, Hauptgebäude, Umbau und Sanierung (EFRE)
15,1 Mio. Euro
02/12 – 05/14
Schloss Moritzburg, Außenhautinstandsetzung und Terrassenbereiche
8,5 Mio. Euro
05/09 – 01/14
Festung Königstein, Generalsanierung der Westbebauung
12,6 Mio. Euro
07/12 – 04/17
Bei den Baufortführungen standen im geschäftsjahr vor allem folgende Maßnahmen im Mittelpunkt:
Bezeichnung
Investitionssumme
Bauzeit
Finanzamt Grimma, Standorterweiterung Lausicker Str.
9,7 Mio. Euro
10/13 – 12/15
Gestütsverwaltung Moritzburg
2,7 Mio. Euro
10/13 – 07/14
Landesfeuerwehrschule Nardt, 3. BA Erweiterung Fachbereich Katastrophenschutz
3,2 Mio. Euro
10/13 – 10/14
Dresden, Stauffenbergallee, Zentrale des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr (LASuV),
Sanierung und Erweiterungsneubau
14,5 Mio. Euro
06/13 – 12/14
Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Wiederaufbau Dresdner Residenzschloss
- Ausbau Georgenbau, Musealer Ausbau 1. OG Rüstkammer, 2.OG Münzkabinett
10,3 Mio. Euro
11/13 – 03/15
Sempergalerie, Umbau und Sanierung (1.BA Ostflügel, 2.BA Westflügel)
46,7 Mio. Euro
10/13 – 03/17
TU Dresden, Neubau Hochleistungsrechner/Speicherkomplex II (HRSK II)
45,2 Mio. Euro
01/13 – 12/14
TU Dresden, Institut für Automobiltechnik Dresden (IAD), Halle 125 +127 (EFRE)
4,1 Mio. Euro
09/13 - 12/14
TU Dresden, Fak. Bauingenieurwesen, Neubau Versuchshallen Institute Wasser- und Straßenbau,
Schumannstr. 7a
14,1 Mio. Euro
07/13 – 03/16
Hochschule Zittau/Görlitz, FB Elektrotechnik und Informatik, Haus Z I und Z III,
Umbau/Sanierung - Abriss
13,4 Mio. Euro
02/13 – 12/16
TU Bergakademie Freiberg, Schlossplatzquartier 1. BA , Sanierung Bestand
15,9 Mio. Euro
06/13 – 07/15
Schloss und Park Pillnitz, „Sanierung Lustgarten“
2,4 Mio. Euro
04/13 – 03/15
Im geschäftsjahr wurde eine reihe von bedeutenden Baumaßnahmen begonnen. Beispielhaft stehen dafür:

image
image
Wettbewerbe/voF-verfahren mit
Lösungsvorschlägen
Realisierungswettbewerb
Technische Universität Chemnitz
Zentrale Universitätsbibliothek,
konzentrierte Unterbringung
„Aktienspinnerei“
Der Freistaat Sachsen beabsichtigt, zur Auflö-
sung mehrerer dezentraler Bibliotheksstand-
orte und Schaffung einer Zentralbibliothek für
die TU Chemnitz, das historische Gebäude der
Alten Aktienspinnerei am Schillerplatz umzu-
bauen und zu erweitern. 12.354 Quadratmeter
Hauptnutzfläche für die Bibliothek sollen hier-
für bereitgestellt werden.
Es wurde ein baulicher Realisierungswettbe-
werb für den Umbau und die Erweiterung des
denkmalgeschützten Gebäudes „Alte Aktien-
spinnerei“ zur Zentralbibliothek der TU Chem-
nitz ausgelobt. Neben dem Realisierungsteil
für die Zentralbibliothek war ein städtebauli-
cher Ideenteil in dem Wettbewerb integriert. In
diesem Bearbeitungsteil waren Vorschläge zur
weiteren Ansiedlung von Hochschuleinrichtun-
gen im unmittelbaren Umfeld, wie die Fakultät
Wirtschaftswissenschaften, gefragt.
Das Preisgericht entschied in seiner Sitzung
am 31.01.2013, den Entwurf der Bieterge-
meinschaft Lungwitz, Heine Mildner (beide
Büros aus Dresden) und Rabe (Berlin) auf
Platz 1 zu setzen. Auszug aus der Würdigung
des Preisgerichtes:
„Der ehrliche und sensible Umgang mit der
historischen Bausubstanz und deren Erweite-
rung ist sehr gelungen. Die konsequente und
zeitlose Formulierung wird sowohl in der Fas-
sade als auch in den Innenräumen fortgesetzt.
Die historische Bausubstanz wird optimal ge-
nutzt und erweitert. Es ist eine klare Trennung
von individuellen Arbeitsplätzen und Grup-
peräumen zu erkennen.
Abgerundet wird die Nutzung durch die zent-
rale Platzierung der Leseräume.“
VOF Verfahren mit Lösungsvorschlägen
Universität Leipzig,
Fakultät Erziehungswissenschaften,
Neubau Bildungswissenschaftliches
Zentrum
Auf dem Campus Jahnallee 59 der Universität
Leipzig ist die Errichtung des Neubaus eines
Bildungswissenschaftlichen Zentrums (BWZ)
für die Erziehungswissenschaftliche Fakultät
geplant. In einem VOF Verfahren mit Lösungs-
vorschlägen soll ein geeigneter Generalplaner
gefunden werden. Der Neubau beinhaltet eine
Nutzfläche von zirka 7.600 Quadratmetern. In
der Sitzung des Auswahlgremiums zur Bewer-
tung der Lösungsvorschläge am 27.03.2013 wur-
de der Entwurf des Büros agn Niederberghaus &
Partner, Halle mit der höchsten Punktanzahl be-
wertet. Diese Wahl wurde in den anschließenden
Verhandlungsgesprächen bestätigt.
VOF-Verfahren mit Lösungsvorschlägen
Sächsisches Krankenhaus Rodewisch,
Haus B 22
Für den geplanten Neubau von zwei Psychia-
triestationen für das Sächsische Krankenhaus
für Psychiatrie und Neurologie Rodewisch
wurde ein VOF-Verfahren mit Lösungsvor-
schlägen durchgeführt. Nach der Vorprü-
fungs- und Bewerbungsphase wurden von
den ausgewählten acht Bewerbern Arbeits-
proben zur vorgesehenen Planungsaufgabe
erarbeitet. Die Bewertung dieser Lösungsvor-
schläge ging maßgeblich in die Gesamtbewer-
tung der Teilnehmer ein. Ziel war es, auf diese
Weise ein geeignetes Architekturbüro für die
Planungsaufgabe zu gewinnen.
Zu planen war eine Station für Kinder- und
Jugendpsychiatrie, eine Station für Menschen
mit geistiger Behinderung sowie gemeinsam
zu nutzende Räume mit insgesamt 1.240 Qua-
dratmetern Nutzfläche. Das Funktionskonzept
sollte zeitgemäßen Ansätzen von Therapie
und Betrieb von psychiatrischen Stationen
Rechnung tragen.
Die ARGE Raum und Bau GmbH und TeamCoo
Architekten aus Lichtenstein in Sachsen und
Dresden überzeugte mit ihren Vorschlag eines
winkelförmigen, kompakten und funktional
klar strukturierten Grundrisses. Der Baukörper
passt sich in die vorhandene Bebauung unter
Nutzung der vorhandenen topografischen Ge-
gebenheiten ein.
20 | Die Geschäftsentwicklung 2013
Die Geschäftsentwicklung 2013 | 21
Visualisierung des Hauses B 22 für das
Sächsische Krankenhaus Rodewisch
Visualisierung der Zentralen
Universitätsbibliothek der TU Chemnitz
im Gebäude der „Alten Aktienspinnerei“

FacILIty- und
BEdarFSdEckungSManagEMEnt
Behördenunterbringung
Neben der Prüfung von Bedarfsanmeldungen
und der Erstellung von Wirtschaftlichkeitsun-
tersuchungen ist der Fachbereich Bedarfsde-
ckungsmanagement auch Ansprechpartner
für die Beratung der Ressorts rund um den
Unterbringungsbedarf.
Im Jahr 2013 wurden insgesamt 65 förmliche
sowie mehr als 350 formlose Bedarfsanmel-
dungen abschließend bearbeitet und ent-
schieden. Im Anschluss an die Anerkennung
förmlicher Bedarfsanmeldungen folgt im
Rahmen von Entscheidungsunterlagen in der
Regel die Anfertigung von Wirtschaftlich-
keitsuntersuchungen, um die wirtschaftlichs-
te Bedarfsdeckungsvariante zu ermitteln. Im
Jahr 2013 wurden 26 Wirtschaftlichkeitsun-
tersuchungen fertiggestellt.
Das Jahr 2013 stand im Zeichen der weiteren
planerischen Vorbereitung der von der Säch-
sischen Staatsregierung beschlossenen bauli-
chen Umsetzungskonzeption zur Staatsmoder-
nisierung bis 2020. Für die hiervon erfassten
Maßnahmen wurden sieben förmliche Be-
darfsanmeldungen anerkannt und zwei Wirt-
schaftlichkeitsuntersuchungen abgeschlossen.
Seit 2012 gehört die Technische Universität
Dresden zu den bundesweit elf deutschen
Exzellenz-Universitäten. In diesem Zusam-
menhang wurden und werden eine Reihe von
neuen baulichen Maßnahmen notwendig. Im
Jahr 2013 wurden eine Vielzahl von förmli-
chen Bedarfsanmeldungen zur Unterstützung
der Exzellenz-Initiativen der TU Dresden vom
Fachbereich Bedarfsdeckungsmanagement
geprüft und anerkannt. Auch in 2014 wird die
Bedarfsprüfung zur Unterstützung von Exzel-
lenzmaßnahmen ein Schwerpunkt bleiben.
In einem weiteren Arbeitsschwerpunkt beschäf-
tigte sich der Fachbereich Bedarfsdeckungsma-
nagement in 2013 mit Grundlagen und Voraus-
setzungen der Wirtschaftlichkeitsuntersuchung
für Unterbringungsentscheidungen.
Neben den methodischen Veränderungen der
Kapitalwertmethode galt es im Grundsatz auch
die erweiterten Forderungen des Bundesrech-
nungshofes und der Landesrechnungshöfe,
die in einem Leitfaden des Bundesministeri-
ums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung
2013 empfehlend niedergeschrieben wurden,
umzusetzen. Umfang und Komplexität führen
dazu, dass diese Arbeit auch in 2014 fortzu-
führen sein wird. Nicht zuletzt ist auch für die
Beschaffung eines neuen DV-Programms für
die Durchführung von Berechnungen nach
der Kapitalwertmethode in 2013 im Fachbe-
reich ein wichtiger Grundstein gelegt worden,
den es in 2014 fortzuführen gilt.
Immobilienmanagement
Im Jahr 2013 befanden sich 2.868 Gebäude mit
4,0 Millionen Quadratmeter Nutzfläche bzw.
5,6 Millionen Quadratmeter Nettogrundfläche
in der Verwaltung des Unternehmensbereiches.
Davon werden 3,7 Millionen Quadratmeter
Nutzfläche vollumfänglich bewirtschaftet. Die
verbleibende Fläche von 0,3 Millionen Quad-
ratmeter Nutzfläche bewirtschaften die Uni-
versitätskliniken Dresden und Leipzig selbst.
Im Vergleich zum Vorjahr ergaben sich in der
Flächenbilanz keine Änderungen.
Von den im Unternehmensbereich Facility-
und Bedarfsdeckungsmanagement verwalte-
ten Gebäuden befinden sich 2.173 Gebäude
mit circa 4,9 Millionen Quadratmeter Netto-
grundfläche (= 87 Prozent) im Eigentum des
Freistaates Sachsen und 695 Gebäude mit
zirka 0,7 Millionen Quadratmeter Nettogrund-
fläche (= 13 Prozent) im Eigentum Dritter.
OBJEKTMANAGEMENT
Bewirtschaftung
Für die Bewirtschaftung des Verwaltungsver-
mögens – ohne die ehemals flexibilisierten
Hochschulen Technische Universität Dresden,
Universität Leipzig, Hochschule Zittau/Görlitz
und Hochschule Mittweida, welche sich bis
2010 in eigener Zuständigkeit bewirtschaftet
haben – sind im Jahr 2013 Haushaltsmittel in
Höhe von insgesamt 125,5 Millionen Euro ver-
ausgabt worden. Insgesamt ist eine Steigerung
der Ausgaben um 11,1 Prozent zu verzeichnen.
Dieser Anstieg ist vor allem durch den langen
schneereichen Winter, welcher die Kosten für
Winterdienst und Fernwärme im Vergleich zum
milden Winter des Vorjahres deutlich ansteigen
ließ, und auch durch steigende Stromversor-
gungskosten (sowohl Mehrverbrauch als auch
Preissteigerung) begründet. Für die ehemals
flexibilisierten Hochschulen wurden in 2013
46,7 Millionen Euro verausgabt. Das gesamte
Ausgabevolumen im Bereich der Bewirtschaf-
tung betrug somit 172,2 Millionen Euro.
22 | Die Geschäftsentwicklung 2013
Die Geschäftsentwicklung 2013 | 23
2.800
anzahl DeS zu
VerwaltenDen
GeBäuDeBeStanDeS
verwaltete nettogrundfläche gesamt:
ca. 5,6 Mio. m
2
4,9 Mio. m
2
NGF
Anzahl: 2.173
0,7 Mio. m
2
NGF
Anzahl: 695
Gebäude Eigentum Freistaat Sachsen
Gebäude Eigentum Dritter
die verteilung der Flächenanteile auf die einzelnen ressorts stellt sich wie folgt dar:
Universitäten/Hochschulen (ohne Uniklinika)
Sächsisches Staatsministerium des Innern
Sächsisches Staatsministerium der Justiz
und für Europa
Sächsisches Staatsministerium für
Wissenschaft und Kunst
Finanzvermögen – FB
Sächsisches Staatsministerium für Umwelt
und Landwirtschaft
Sächsisches Staatsministerium der Finanzen
Sächsisches Staatsministerium für Kultus
Sächsisches Staatsministerium für Wirtschaft,
Arbeit und Verkehr
Sächsisches Staatsministerium für Soziales
und Verbraucherschutz
Sächsische Staatskanzlei
Sächsischer Landtag
Sächsischer Rechnungshof
31,6 %
19,1 %
13,5 %
9,6 %
7,6 %
6,3 %
5,5 %
3,7 %
1,1 %
1,0 %
0,4 %
0,4 %
0,2 %

image
image
Die Bewirtschaftungskosten für die Me-
dienversorgung (Strom, Fernwärme, Gas,
Heizöl/ Diesel) lagen im Jahr 2013 bei rund
58 Prozent der Gesamtkosten. Die Medien-
versorgung bildet damit nach wie vor den
Schwerpunkt bei den Ausgaben. Das Haupt-
augenmerk liegt sowohl aus wirtschaftlicher
als auch ökologischer Sicht auf dem sparsa-
men Umgang sowie der effizienten Nutzung
aller Ressourcen.
anmietung / vermietung
Die Unterbringung von Behörden und sons-
tigen staatlichen Einrichtungen des Freistaat
Sachsen erfolgt grundsätzlich in landeseige-
nen Liegenschaften. Ist dies aus wirtschaftli-
chen Gründen nicht sinnvoll oder sonst nicht
möglich, erfolgt eine Anmietung der not-
wendigen Flächen. Hierfür wurden 2013 35,2
Millionen Euro verausgabt. Für Anmietungen
für die ehemals flexibilisierten Hochschulen
wurden 7,4 Millionen Euro ausgegeben. Ins-
gesamt betrug das Ausgabevolumen in 2013
somit 42,6 Millionen Euro.
Neben den Ausgaben für Anmietungen, wur-
den durch den Unternehmensbereich Bedarfs-
deckungsmanagement im Jahr 2013 auch
Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung
in Höhe von 5,5 Millionen Euro erzielt. Davon
entfallen unter anderem auf die Vermietung
von Wohnheimplätzen etwa 1,8 Millionen
Euro, auf die Vermietung von Büroräumen
etwa. 0,9 Millionen Euro und auf die Vermie-
tung von Gewerberäumen 0,8 Millionen Euro.
TECHNISCHES GEBÄUDEMANAGEMENT
verantwortung für die umwelt –
die Erhöhung der Energieeffizienz sowie
Einsatz erneuerbarer Energien im
gebäudebestand des SIB
Das von der Sächsischen Staatsregierung be-
schlossene Klimaschutz- und Energieprogramm
findet durch den Unternehmensbereich Facility-
und Bedarfsdeckungsmanagement durch ener-
gieeffizientes Bauen und Sanieren sowie in einer
energetisch sinnvollen Nutzung der landeseige-
nen Liegenschaften volle Unterstützung.
Grundlegende Aufgaben des Energiemanage-
ments sind:
Energiewirtschaftliche Analysen unter
Verwendung moderner Messtechnik
(beispielsweise Infrarotkamera) und Ab-
leitung/Durchführung von Maßnahmen
zur Verbesserung der Anlagentechnik, der
baulichen Hülle und der Betriebsweise
Regelmäßige Energieverbrauchs-
überwachung
Bildung und Auswertung von
Energiekennzahlen
Sollverbrauchsberechnung
Ermittlung von Einsparpotentialen,
Erstellen von Wirtschaftlichkeits-
nachweisen
Vertragsmanagement und zentraler
Einkauf bei Energielieferverträgen
Die Energie- und Medienkosten sind signifikan-
te Größen der Bewirtschaftungskosten während
der Lebensdauer eines Gebäudes. Der sparsame
Umgang sowie die rationelle Nutzung aller
Ressourcen sind speziell vor dem Hintergrund
energiebedingter Umweltprobleme und der
Endlichkeit der fossilen Energieträger ein Gebot
wirtschaftlicher und ökologischer Vernunft.
Die energetisch sinnvolle und effiziente Nut-
zung der landeseigenen Liegenschaften mit
dem Ziel der Entlastung des öffentlichen
Haushalts ist das oberste Ziel des Unterneh-
mensbereichs.
umsetzung eines verbrauchsorientierten
Benchmark-konzeptes im unternehmens-
bereich Facility- und Bedarfsdeckungs-
management
In Zusammenarbeit mit dem SMF wird im Un-
ternehmensbereich Facility- und Bedarfsde-
ckungsmanagement ein verbrauchsorientier-
tes Benchmarking-Konzept für das Technische
Gebäudemanagement entwickelt. Dieses dient
zur Identifizierung von Einsparpotentialen
und ist Voraussetzung für die Einleitung kos-
tensenkender Maßnahmen in den Folgejahren.
Mit der DV-Anwendung EMIS ist es möglich,
für alle Gebäude- und Nutzungskategorien
leistungszeitraumorientierte Auswertungen
für Energie- und Medienverbräuche sowie der
damit im Zusammenhang stehenden Kosten
durchzuführen.
Gebäude mit energetisch schlechten Eigen-
schaften und damit verbunden relativ hohen
24 | Die Geschäftsentwicklung 2013
Die Geschäftsentwicklung 2013 | 25
Das Ständehaus in Dresden als Normal- und
Thermografieaufnahme
die verteilung der Bewirtschaftungskosten
*
nach dIn 18960
(nutzungskosten im Hochbau)
Versorgung
Reinigung und Pflege von Gebäuden
Bedienung, Inspektion und Wartung
Nebenkostenausgaben
Reinigung und Pflege von Außenanlagen
Entsorgung
Sicherheits- und Überwachungsdienste
sonstige Bertriebskosten
Abgaben und Beiträge
* ohne Berücksichtigung der Nebenkosteneinnahmen
57,1 %
13,2 %
8,5 %
7,1 %
5,2 %
4,4 %
3,6 %
0,7 % 0,2 %
Mietausgaben je ressort
Sächsisches Staatsministerium des Innern
Universitäten/Hochschulen
Sächsisches Staatsministerium der Justiz
und für Europa
Sächsisches Staatsministerium für
Wissenschaft und Kunst
Sächsisches Staatsministerium der Finanzen
Sächsisches Staatsministerium für Kultus
Sächsischer Rechnungshof
Sächsisches Staatsministerium für Umwelt
und Landwirtschaft
Sächsisches Staatsministerium für Wirtschaft,
Arbeit und Verkehr
Sächsischer Landtag
Finanzvermögen
Sächsisches Staatsministerium für Soziales und
Verbraucherschutz
Sächsische Staatskanzlei
36,7 %
22,4 %
12,5 %
9,1 %
9,0 %
4,8 %
1,9 % 1,7 %
0,9 % 0,4 % 0,3 % 0,3 % 0,2 %

image
Betriebskosten werden durch eine doppelte Aus-
wertung nach absoluten Kostenverursachern
(größter Verbrauch) und zusätzlich schlech-
testen Kennwerten (Stromverbrauchskennwert
SVK, Heizverbrauchskennwert HVK) ermittelt.
Das Diagramm in der Abbildung auf Seite 27
zeigt die 20 Liegenschaften (außer Hochschulen),
deren Verbrauch zirka 40 Prozent des Gesamt-
verbrauches der landeseigenen Liegenschaften
verursacht. Der absolute Verbrauch der Liegen-
schaften wird in einem zweiten Schritt den spe-
zifischen Verbräuchen gegenüber gestellt.
Bei Liegenschaften, die sowohl einen hohen
absoluten als auch spezifischen Verbrauch
haben (in der Gegenüberstellung orange ge-
kennzeichnet), wurden oder werden weiter-
gehende Untersuchungen durchgeführt. Im
Ergebnis der Analysen können bauliche, tech-
nische oder organisatorische Maßnahmen
geplant und eingeleitet werden (zum Beispiel
energieeffiziente Beleuchtung).
Schutz der Liegenschaften des Freistaates
Sachsen bei der Hochwasserkatastrophe
Juni 2013 – Bildung einer arbeitsgruppe
des SIB zur katastropheneinsatzplanung
Ein zentrales Thema im Jahr 2013 war die Be-
kämpfung der Auswirkungen des Junihoch-
wassers, das in Teilen von Sachsen großen
Schaden angerichtet hat. Von den landeseige-
nen Liegenschaften besonders stark betroffen
waren die Anrainer der Flüsse Mulde und Elbe.
So kam es beispielswiese im Amtsgericht
Grimma und im Schloss Pillnitz zu starken
Schäden. In der Bilanz der Hochwasserkatas-
trophe schlägt sich für die landeseigenen Lie-
genschaften eine Schadenssumme von zirka
19,9 Millionen Euro zu Buche. Diese umfasst
die tatsächlichen Schäden an den Liegenschaf-
ten, Aufwendungen für temporäre präventive
Abwehrmaßnahmen und Mehraufwendun-
gen in der Bewirtschaftung. Im Vergleich zur
Hochwasserkatastrophe 2002 konnten aber
an den landeseigenen Liegenschaften im Jahr
2013 weitaus geringere Schäden verzeichnet
werden. Insbesondere die staatlichen Liegen-
schaften der Dresdner Altstadt blieben 2013
aufgrund der in enger Abstimmung durchge-
führten präventiven Hochwasserschutzmaß-
nahmen durch die Landeshauptstadt Dresden
und den Freistaat Sachsen weitestgehend vom
Hochwasser verschont.
Im Zuge der Hochwasserkatastrophe 2002
wurden für die historischen Liegenschaften in
der Dresdner Innenstadt Hochwassermanage-
mentpläne erarbeitet, in denen unter anderem
die Abläufe im Hochwasserfall geregelt sind,
ein Maßnahmenkatalog für verschiedene Pe-
gelstände der Elbe hinterlegt ist sowie Infor-
mationen zu Institutionen und Ansprechpart-
nern für den Ernstfall gegeben werden. Des
Weiteren gab es in den vergangenen Jahren
umfangreiche bauliche und technische Prä-
ventionsmaßnahmen, die entweder fest in-
stalliert sind oder im Ernstfall operativ zum
Einsatz kommen. Dazu gehört zum Beispiel
die Errichtung und Erneuerung von Pumpen-
anlagen und Gebäudeverschlüssen oder die
Installation von Spundwänden die bei Bedarf
auf- und abgebaut werden können.
Das Hochwasser 2013 wurde durch den SIB
im Rahmen einer Arbeitsgruppe aufgearbeitet.
Der Fokus der Arbeitsgruppe lag jedoch nicht
ausschließlich auf dem Hochwasser, son-
dern generell auf überregionalen Großscha-
densereignissen (zum Beispiel Brände, Explo-
sionen, Starkregen, Anschläge, Stromausfall).
Für lokale Schadensereignisse stehen bereits
ausführliche Regelungen und Prozessabläufe
zur Verfügung, für überregionale Ereignisse
sollten diese durch die Arbeitsgruppe weiter
optimiert werden. Es wurden dazu die Rolle
des SIB sowie die strategischen Schutzziele,
die sich aus dessen Eigentümerfunktion erge-
ben, erarbeitet. Davon wurden die Aufgaben
des SIB im Katastrophenfall abgeleitet. Die
Hochwasserprävention wird bei Baumaß-
nahmen bereits umfassend berücksichtigt
und für besonders hochwassergefährdete
Liegenschaften liegt eine professionelle Ka-
tastropheneinsatzplanung vor. Die Aufgabe
der Arbeitsgruppe im Bereich Prävention be-
stand daher in der Zusammenfassung von
Richtlinien und Grundlagen, auf deren Basis
eine Risikoabschätzung für die landeseigenen
Liegenschaften durchgeführt werden kann
und die für die baulich-technische Hochwas-
serprävention relevant sind. Für den Ernstfall
wurden Regelungen zur Aufbau- und Ablau-
forganisation dokumentiert und zusammen-
gefasst, wo diese zu finden sind. In diesem
Zusammenhang wurden Zuständigkeiten de-
finiert und Kommunikations- sowie Informa-
tionswege im Unternehmen und in der Inter-
aktion mit anderen Institutionen und Nutzern
veranschaulicht. Dies erfolgte auf Grundlage
26 | Die Geschäftsentwicklung 2013
Die Geschäftsentwicklung 2013 | 27
Mierdel-Bau, TU Dresden
Sächsische Landes-
bibliothek – Staats- und Uni-
versitätsbibliothek Dresden
6.000
20 Liegenschaften mit dem größten absoluten Stromverbrauch (MWh)
5.000
4.000
3.000
2.000
1.000
0
Residenzschloss Dresden
Behördenzentrum Stauffenbergallee DD
Sächsische Staatsoper Dresden, Semperoper
Justizvollzugsanstalt Waldheim
Justizvollzugsanstalt Dresden
Landeskriminalamt Dresden
Ministerialgebäude, Carolaplatz, Dresden
Polizei Stauffenbergallee Dresden
Behördenzentrum Leipzig-Paunsdorf
Behördenzentrum Leipzig-Mitte
Behördenzentrum Dresden-Klotzsche
Sächsischer Landtag Dresden
Jugendstrafvollzugsanstalt Regis-Breitingen
Justizzentrum Dresden
Staatsschauspiel Dresden, Schauspielhaus
Jugendvollzugsanstalt Leipzig
mit Krankenhaus
Polizeidirektion Dresden
Behördenzentrum Kamenz
Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Albertinum
MWh
Sächsische Landesbibliothek –
Staats- und Universitätsbibliothek Dresden
Sächsische Landesbibliothek – Staats- und
Universitätsbibliothek Dresden, Tharandt
20 Liegenschaften mit dem größten spezifischen Stromverbrauch (kWh/m
2
BgF)
400
350
300
250
200
150
100
50
0
Staatsbetrieb Sächsische
Informatik Dienste Lichtenwalde
Landesuntersuchungsanstalt
Leipzig
Landesuntersuchungsanstalt
Dresden
Naturschutzgebietsverwaltung Königsbrück
Forstbezirk Bärenfels/Hirschsprung
Leitstelle für Informationstechnologie
der sächsischen Justiz
Forstbezirk Neustadt-Cunnersdorf
Residenzschloss Dresden
Landesuntersuchungsanstalt Chemnitz
Felsenbühne Rathen
Staatsbetrieb Sachsenforst Pirna-Graupa
Staatsschauspiel Dresden, Schauspielhaus
Staatsbetrieb Geobasisinformation
und Vermessung Sachsen, Dresden
Staatliche Betriebsgesellschaft
für Umwelt und Landwirtschaft
Landesuntersuchungsanstalt Dresden
Polizeidirektion Görlitz
Sächsische Staatsoper Dresden, Semperoper
Staatsschauspiel Dresden, Kleines Haus
kWh/m
2
(BGF)
Melde- und Informationswege der Hochwassernachrichten (Quelle: LHWz Sachsen)
Wasserstandsdaten
Hochwasserstands-
meldungen
Landesdirektion
Sachsen
Hochwasserwarnungen/
-entwarnungen
Landkreise
Kreisfreie Städte
Hochwassereilbenach-
richtigung per SMS
Kommunen
Wasserwehr
LANDESHOCHWASSERZENTRUM
Niederschlagsdaten
Wetterprognosen
Talsperren-
Meldezentrale
öffentlich zugängliche
Informationsplattform
für jedermann
Internet, Videotext,
Telefonansage
ausgewählte
Private
sonstige
Private

image
image
der Informationen des Landeshochwasserzen-
trums sowie in Abstimmung mit ausgewähl-
ten Kommunen und Landkreisen.
Es wurden weiterhin Empfehlungen für die
nutzenden Dienststellen ausgearbeitet, damit
diese einen behördenspezifischen Notfallplan
erstellen können.
Betreibung der Hochschulen und universi-
täten im zuständigkeitsbereich der
niederlassung dresden II – Erörterung an
einem Beispiel
Die Niederlassung Dresden II betreut die Uni-
versitäts- und Hochschulliegenschaften im
Großraum Dresden. Neben der Technischen
Universität Dresden gehören dazu beispiels-
weise die sich in Dresden befindende Hoch-
schule für Technik und Wirtschaft, die Hoch-
schule für Musik, die Hochschule für Bildende
Künste oder die Fachhochschule der sächsi-
schen Verwaltung in Meißen. Weiterhin liegen
in der Zuständigkeit der Niederlassung Dres-
den II die Objekte der staatlichen Studienaka-
demien in Riesa und Dresden sowie weitere
Bildungseinrichtungen, wie das Landesgym-
nasium für Musik.
Die aufgezählten Liegenschaften umfassen
eine Vielzahl von Gebäuden, die aufgrund ih-
rer Nutzung einen hohen Technisierungsgrad
haben. Ein großer Teil der technischen Anla-
gen muss in regelmäßigen Intervallen gewar-
tet werden oder unterliegt festen Prüffristen.
Allein in den zwei Liegenschaften der Fach-
hochschule für die sächsische Verwaltung in
Meißen gibt es 235 prüf- und wartungspflich-
tige Anlagen.
Im Rahmen der Betreiberverantwortung stellt
der SIB sicher, dass die Fristen für die Wartung
und Prüfung eingehalten werden. Um dies
für die große Anzahl technischer Anlagen zu
gewährleisten, wurden diese mit den für die
Wartung und Prüfung notwendigen Daten,
wie Leistung oder Größe der Anlage im Jahr
2013, in einer zentralen Datenbank erfasst. Die
erfassten Anlagen werden entsprechend ihrer
Wartungsklasse und Prüfungsrelevanz kate-
gorisiert und darauf aufbauend mit zyklischen
Terminen versehen. Dies ermöglicht einen Soll/
Ist-Vergleich der durchgeführten Maßnahmen,
wobei eine automatische Erinnerungsfunktion
dabei hilft, dass kein Termin vergessen wird.
Die Dokumentation der durchgeführten War-
tungen kann in digitaler Form den Anlagen
und Liegenschaften zugeordnet werden. Da-
rüber hinaus können die hinterlegten Daten
im Rahmen des Störungsmanagements für
Reparaturaufträge oder zur Gewährleistungs-
verfolgung weiterverwendet werden. Für
Bestandsliegenschaften im Zuständigkeits-
bereich werden die Anlagendaten durch frei-
beruflich Tätige mithilfe eines Erfassungstools
nacherfasst. Daten, die schon während einer
Baumaßnahme generiert werden, können
bereits in das Erfassungstool aufgenommen
werden und stehen zur Auswertung für den
späteren Betrieb zur Verfügung.
BEDEUTENDE PROJEKTE AUS DEM
UNTERNEHMENSBEREICH
Bewirtschaftung von Liegenschaften
der Staatlichen Schlösser, Burgen und
gärten Sachsens
Der Staatsbetrieb „Staatliche Schlösser, Bur-
gen und Gärten Sachsen“ (SBG) wurde zum
31.12.2012 aufgelöst und der Geschäftsbe-
trieb mit Wirkung zum 01. Januar 2013 durch
die Staatliche Schlösser, Burgen und Gärten
Sachsen gemeinnützige GmbH (SBG gGmbH)
fortgeführt. Im Rahmen der Betriebsverpach-
tung wurden auch die vom Freistaat Sachsen
dem Staatsbetrieb SBG zur Nutzung über-
lassenen Liegenschaften an die SBG gGmbH
verpachtet. Nicht verpachtet wurden unte-
randerem die vom Staatsbetrieb „Staatliche
Kunstsammlungen Dresden“ (SKD) genutz-
ten Gebäudeteile im Dresdner Zwinger und
Schloss Pillnitz sowie die durch den Staats-
betrieb „Sächsische Staatsoper Dresden“
(Semperoper) genutzten Gebäudeteile in der
Schinkelwache.
Der Unternehmensbereich Facility- und Be-
darfsdeckungsmanagement ist gemäß Be-
triebsverpachtungsvertrag für die Bewirtschaf-
tung der durch SKD und Semperoper genutzten
Bereiche im Zwinger, Schloss Pillnitz und der
Schinkelwache sowie für die mit SBG gGmbH
gemeinsam genutzten Bereiche in diesen Ge-
bäuden zuständig. Damit wurden im Jahr 2013
zusätzlich etwa 21.500 Quadratmeter Nutzflä-
che mit einem jährlichen Bewirtschaftungs-
volumen von zirka 2,1 Millionen Euro in die
28 | Die Geschäftsentwicklung 2013
Die Geschäftsentwicklung 2013 | 29
Junihochwasser 2013 der Elbe
im Bereich der Dresdner Altstadt
Anlagenerfassung durch eine SIB-Mitarbeiterin

image
image
image
image
image
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image
Bewirtschaftung übernommen. Die anteilig
auf die SBG gGmbH entfallenen Bewirtschaf-
tungskosten werden von dieser erstattet. Eine
entsprechende Betriebskostenerstattungs-
vereinbarung wird durch den Unternehmens-
bereich Facility- und Bedarfsdeckungsma-
nagement in enger Abstimmung mit der SBG
gGmbH und der SKD erarbeitet.
Bundesexzellenzcluster MErgE
technologiefusion für multifunktionale
Leichtbaustrukturen – Interims-
forschungshalle
Nach einer 6-monatigen Planungs- und Um-
bauphase hat der Unternehmensbereich Fa-
cility- und Bedarfsdeckungsmanagement der
Niederlassung Chemnitz im Mietobjekt Indus-
trie- und Technologiepark Chemnitz, einem
Teil des ehemaligen „Fritz-Heckert-Werk Karl-
Marx-Stadt“, den Wissenschaftlern des Bun-
desexzellenzcluster MERGE der Technischen
Universität Chemnitz eine Forschungshalle
von 2.240 Quadratmetern und zusätzliche
190 Quadratmeter Bürofläche zur vorüberge-
henden Nutzung übergeben.
In enger Zusammenarbeit zwischen den
SIB-Unternehmensbereichen Planungs- und
Baumanagement sowie Facility- und Be-
darfsdeckungsmanagement sowie dem Ver-
mieter wurde eine als Produktionshalle des
Maschinenbaus genutzte Teilfläche des In-
dustrie- und Technologieparks den aktuellen
Anforderungen der Forschung entsprechend
angepasst und umgebaut. Mit einer Gesamt-
bausumme von 588.000 Euro wurden die für
die Aufstellung verschiedener Maschinen und
Anlagen notwendigen Voraussetzungen ge-
schaffen. Hierzu gehört auch die Errichtung
eines gekapselten, staubdichten Versuchsla-
bors mit 270 Quadratmetern für die Verarbei-
tung von Kohlenstofffasern.
Dies ist jedoch nur der erste Abschnitt der
räumlichen Absicherung des Bundesexzel-
lenzcluster MERGE der TU Chemnitz. Weitere
Abschnitte werden in 2014 mit der interim-
weisen Anmietung von etwa 2.300 Quad-
ratmetern Büroflächen und dem Beginn der
Errichtung der Forschungshalle MERGE mit
etwa 3.100 Quadratmetern Hauptnutzfläche
mit Gesamtbaukosten von etwa 12,6 Millio-
nen Euro auf dem Campus der TU Chemnitz
an der Reichenhainer Straße folgen.
Mit dem Bundesexzellenzcluster MERGE zählt
die TU Chemnitz zu den Gewinnern der Bundes-
exzellenzinitiative. In dem bundesweit einzigar-
tigen Projekt arbeiten etwa 100 Wissenschaftler
an einer Technologiefusion im Leichtbau.
neubau Finanzamt Pirna
Der Sitz des zukünftigen Finanzamtes des
Landkreises Sächsische Schweiz-Osterzgebir-
ge soll am Standort Pirna entstehen. Dabei
werden das Finanzamt Pirna und das Finanz-
amt in Freital zusammengelegt und gemein-
sam am Neubaustandort an der Clara-Zetkin
Straße untergebracht.
Neben der Beachtung von Wirtschaftlich-
keitsgesichtspunkten konnte mit der erfolgten
Standortentscheidung in Pirna ebenfalls das
Ziel des Freistaates Sachsen erreicht werden,
ein städtebaulich wertvolles und historisch
bedeutsames Grundstück aufzuwerten. Es
handelt sich um mehrere bebaute Flurstücke
mit einer Fläche von insgesamt rund 7.500
Quadratmetern.
Die ersten Gebäude wurden 1641/1642 durch
Johann von Liebenau, welcher unter anderem
Oberkommandant der Festung Königstein und
Sonnenstein war, als sogenanntes „Liebenau-
sches Vorwerk“ errichtet. Der Komplex bestand
ursprünglich aus einem Herrenhaus, einem
Gesindehaus, einer Scheune und mehreren
Ställen. Die Gebäude wurden nach mehreren
Umbauten vor allem zu Zeiten der DDR als
Werkstatt und Betriebshof eines Omnibus-
betriebes genutzt. Von 1814 bis 1922 gab es
im nördlichen Randbereich des Grundstücks
außerdem ein Waisenhaus. Zum Zeitpunkt des
Grundstückserwerbs ist das Grundstück mit
den leerstehenden, denkmalgeschützten Ge-
bäuden „Liebenausches Vorwerk“ im Westen
und der „Remise“ im Norden bebaut.
Im Dezember 2012 wurde der Architekturwett-
bewerb zur Unterbringung des Finanzamtes
Pirna am neuen Standort abgeschlossen. Für
die Unterbringung des Finanzamtes sind auf
dem brach liegenden Grundstück der Abbruch
von nicht mehr benötigter Altbebauung und
Gebäuderesten, die Restenttrümmerung des
Baufeldes sowie der Neubau des Gebäude-
komplexes mit Integration der noch zu sanie-
renden, denkmalgeschützten Altgebäude zur
Neuunterbringung des Finanzamtes geplant
oder bereits angelaufen. Die notwendigen ei-
gentumsrechtlichen Voraussetzungen für die-
ses anspruchsvolle Projekt wurden durch den
Bereich Facility- und Bedarfsdeckungsmanage-
ment der Niederlassung Dresden I geschaffen.
Damit wurde im Ergebnis eine bedarfsgerech-
te Unterbringung bei gleichzeitiger Sicherung
von historischer Bausubstanz im Stadtkern
von Pirna ermöglicht.
umsetzung der anforderungen des
Bildungspaketes Sachsen 2020
Im Rahmen der Umsetzung und Erfüllung des
Bildungspaketes 2020 ist in den nächsten Jah-
ren für die Universität Leipzig die Erhöhung
der Studienanfängerzahlen und die Etablie-
rung eines Bildungscampus Sachsen eine we-
sentliche Aufgabe, die durch die Erziehungs-
wissenschaftliche Fakultät getragen wird. Der
Bereich Facility- und Bedarfsdeckungsma-
nagement der Niederlassung Leipzig II unter-
stützt dabei die Universität Leipzig, in dem die
dafür notwendigen räumlichen Bedingungen
geschaffen werden.
Die im Bildungspaket Sachsen 2020 enthal-
tene Erhöhung der Studienanfängerzahlen
bedeutet auch einen Personalaufwuchs im
Bereich der Erziehungswissenschaftliche Fa-
kultät der Universität Leipzig, um Forschung
und Lehre qualitätsgerecht zu sichern. Dafür
mussten durch die Niederlassung Leipzig II
kurzfristig Büroräume für 47 Mitarbeiter und
30 wissenschaftliche Hilfskräfte und 23 Se-
minarräume zur Verfügung gestellt werden.
Diese Flächen konnten nicht durch geeignete
landeseigene Liegenschaften abgedeckt wer-
den, deshalb mussten Mietflächen am „freien
Markt“ recherchiert und Mietvertragsver-
handlungen geführt werden.
Im Jahr 2012 wurde ein räumlich und zeitlich
gestaffelter Mietvertrag über Flächen am Dit-
trichring in Leipzig geschlossen. Im April 2013
und September 2013 konnten dann alle Räu-
me an die Universität Leipzig übergeben und
der Lehrbetrieb damit abgesichert werden.
Der Universität Leipzig stehen nun in diesem
Mietobjekt insgesamt 2.600 Quadratmeter
zur Verfügung.
30 | Die Geschäftsentwicklung 2013
Die Geschäftsentwicklung 2013 | 31
© PeterGagstaedter / pixelio.de
Breite Straße
Braustraße
Clara-Zetkin-Straße
Eingang
Mitarbeiter
Eingang
Besucher
Schandauer Straße
Fahrrad-
stellplätze
+ 120.30
III
Neubau
III
Bestand
III
Neubau
FH
134.58
FH
133.43
TH
130.77
TH
130.77
FH
130.52
TH
133.45
Perspektive Schandauer Straße
Das vorliegende Projekt des Neubaus des Finanzamtes Pirna steht für uns zunächst für die Lösung der ge-
stellten Aufgabe, ein historisch bedeutsames Übergangsareal zwischen mittelalterlichem Stadtkern und der
neuzeitlichen Vorstadt in seiner Substanz wie auch seiner stadträumlichen Qualität zu bewahren und durch
erforderliche Ergänzungen im Kontext der bestehenden, erhaltenswerten Gebäudeformation eine Neunutzung
in zeitgemäßer Form zu etablieren. Dem Umgang mit der Öffentlichkeit im Innen- und Außenraum kommt dabei
besondere Bedeutung zu.
Das vorgeschlagene Konzept gründet auf der Analyse der noch bestehenden Bebauung hinsichtlich ihres
städtebaulichen Potenzials hinsichtlich einer möglichen Transformation und Neuinterpretation des urbanen
Kontextes. Die spezi schen Anforderungen, die sich durch die verschiedenen Nutzergruppen – Mitarbeiter
und Besucher – ergeben, werden in diesem Sinne baulich interpretiert. Ein wesentliches Argument für den offe-
nen Umgang mit dem Bestand stellt für uns die wechselhafte Geschichte der Gebäude dar, die in ihrer Vergan-
genheit bereits zum Teil maßgebliche Änderungen in Gestalt und Nutzung erfahren haben. Mit dem Fortführen
dieser Haltung wird dieser Weg der Nutzung beibehalten. Die wichtigsten Fragen dabei sind nun die nach der
Situierung eines Eingangs- und Anlieferbereiches sowie nach einer möglichen durchgängigen Erschließung
aller Bauteile bei der Integration des Bestandes.
Lärmbeeinträchtigung und Gewährleistung der Anfahrbarkeit erfordern die Situierung eines Eingangsberei-
ches mit deutlichem Abstand zur Schandauer Straße. Der Platz, der vom Waisenhaus und der ehemaligen
bzw. noch vorhandenen Bebauung (Remise) nördlich des Vorwerkes gebildet wird, stellt demnach einen ge-
eigneten Eingangsbereich für das zukünftige Finanzamt dar. Verkehrslärm und städtebauliche Aspekte legen
einen baulichen Abschluss des Areals nach Norden und damit eine bauliche Ergänzung des Waisenhauses
nahe. In Anlehnung an die ursprüngliche Hofbebauung nördlich und westlich des Vorwerkes wird die so skiz-
zierte Grundstruktur ergänzt, so dass eine umlaufenden Erschließung aller Bereiche ermöglicht wird. Von den
Bestandsbauten werden der Blaue Hecht, das Vorwerk sowie der Teil A des Waisenhaus übernommen, die
nördlich und südlich an das Waisenhaus anschließenden neuen Bauteile orientieren sich an der Kubatur der
momentan noch vorhandenen Bauteile A und C. Das dritte Geschoss des Vorwerkes sowie dessen Dach wer-
den in der dargestellten Form ergänzt.
Durch die Bestandsbauten sowie deren Ergänzungen ergeben sich drei jeweils um einen Innenhof organisierte
Körper mit einer speziellen Typologie, die verortet werden kann zwischen Atrium und Hoftypus. Dadurch ent-
steht eine in hohem Maß menschliche Maßstäblichkeit, die sich durch das gesamte Projekt zieht und durchaus
auch als bauhistorische Reminiszenz verstanden werden kann. Der mittlere der drei Baukörper nimmt den
Informations- und Besucherbereich sowie zentrale Funktionen wie Anlieferung, Poststelle etc. auf, die übrigen
ordnen sich funktional sinnvoll an diese entstehende Mitte an. Neben den überwiegend nichtöffentlichen Berei-
chen sind in den drei Körpern sind auf den Obergeschossen jeweils Kommunikationsbereiche zugeordnet, die
Funktionen wie Besprechungs- und Schulungsräume sowie Teeküchen integrieren. Als einziger nicht innen-
räumlich angebundener, jedoch städtebaulich als Schlussstein des südlichen Hofes wirksamer Bestandteil der
neuen Struktur übernimmt der ehemalige Gasthof zum Blauen Hecht den zukünftigen Speise- und Küchenbe-
reich. Die Neubauten erhalten ein durchgehendes Untergeschoss, das im nördlichen Bereich die wesentlichen
Archiv ächen und im mittleren sowie südlichen Bereich Autostellplätze aufnimmt. Die Anlieferung per LKW
erfolgt von Osten mit der Möglichkeit einer Durchfahrt des Areals. Die Küche kann per Lieferwagen durch den
bestehenden Torbogen am Vorwerk angefahren werden.
Durch die abstrakte, reduzierte, skulpturale Form orientieren sich die neuen Bauteile zunächst deutlich am Vo-
lumen der historischen Bebauung und ermöglichen so über eine analoge Kubatur eine gemeinsame Lesbarkeit
bei zugleich eindeutigem Verweis auf die Geschichte der Struktur Sowohl nach Aussen hin als auch im Inneren,
wo Überlagerung von Alt und Neu an den Schnittstellen immer wieder anzutreffen sind. Die im Weiteren zu
bestimmende Materialität sollte diese Abstraktion unterstützen und gleichzeitig ein vielschichtiges Zusammen-
spiel von Alt und Neu ermöglichen. Als Fassade wird als kerngedämmte, pigmentierte, glatt geschalte und im
Anschluss sandgestrahlte Sichtbetonfassade angedacht, die durch die Vereinigung von Gestalt und Tragwerk
Visualisierung des Finanzamtes Pirna
Interimsforschungshalle MERGE, TU Chemnitz

image
FInanzvErMögEn und
PortFoLIoStEuErung
Landeseigene Immobilien in guten Händen
Der Unternehmensbereich Finanzvermögen
und Portfoliosteuerung ist für die Steuerung
und Optimierung des staatlichen Immobilien-
portfolios zuständig. Er übt – mit Ausnahme
für Waldflächen und Staatsstraßen – die Eigen-
tümerfunktion für den Freistaat Sachsen aus.
Zum Stand 31. Dezember 2013 war der Freistaat
Sachsen Alleineigentümer von rund 89.000
Flurstücken auf einer Fläche von etwa 237.000
Hektar. Der SIB ist dabei für rund 30.700 Flur-
stücke auf 34.400 Hektar verantwortlich.
Für den übrigen Immobilienbestand sind der
Staatsbetrieb Sachsenforst und das Landesamt
für Straßenbau und Verkehr zuständig.
Der Unternehmensbereich Finanzvermögen
und Portfoliosteuerung verwaltet selbst rund
28.700 Flurstücke (etwa 93 Prozent der vom
SIB verwalteten Flurstücke) mit einer Fläche
von circa 31.200 Hektar. Dieses Portfolio be-
steht aus entbehrlichen und somit grundsätz-
lich zu verwertenden sowie unentbehrlichen
Immobilien. Zum entbehrlichen Finanzvermö-
gen gehören alle Immobilien, die nicht für die
Wahrnehmung staatlicher Aufgaben oder zur
Wahrung staatlicher Interessen benötigt wer-
den. Im Portfolio der unentbehrlichen Immo-
bilien steht die Nutzungsüberlassung inner-
halb der Staatsverwaltung sowie an externe
Dritte im Mittelpunkt. Dabei beschafft der
Unternehmensbereich auch Flächen, um sie
an staatliche Aufgabenträger zu überlassen.
Beispielsweise handelt es sich um Immobilien
für die Landestalsperrenverwaltung, die zur
Verbesserung des Hochwasserschutzes oder
als Ausgleichs- und Kompensationsflächen
erforderlich sind.
Auch die langfristige Immobilienstrategie
des Freistaates gewinnt im Rahmen der Be-
schaffung von Immobilien, als auch bei der
Veräußerung des landeseigenen Immobili-
enbestandes immer mehr an Bedeutung. Die
mittel- und langfristig zu erwartenden staat-
lichen Aufgaben und Interessen des Freistaa-
tes Sachsen stehen dabei im Mittelpunkt der
Überlegungen. Diese Entwicklungen betreffen
nicht nur die Ballungsräume und Entwick-
lungsachsen des Landes, sondern auch ver-
stärkt den ländlichen Raum.
der Immobilienmarkt Sachsen –
trends und Entwicklungen
Seit der Finanzkrise im Jahr 2008 ist eine an-
haltend positive Entwicklung des Immobilien-
marktes zu beobachten. Städte und regionale
Zentren, welche über eine solide wirtschaftliche
Grundlage, einen breiten Branchenmix, Bevölke-
rungszuwächse, gute Arbeitsmarktbedingungen
sowie infrastrukturelle Voraussetzungen verfü-
gen, bestimmen diese Entwicklung maßgeblich.
Dieser allgemein feststellbare Trend wird im
Freistaat Sachsen insbesondere durch die Ent-
wicklung der Zentren Dresden und Leipzig be-
stätigt. Beide Städte haben sich wirtschaftlich
etabliert, Dresden als Standort der Mikroelekt-
ronik und Leipzig im Bereich Logistik. Verbunden
damit ist ein Wachstum gegen den allgemeinen
demografischen Trend. Unter den einwohner-
stärksten 15 Städten Deutschlands haben beide
einen festen Platz. Insbesondere ihr Angebot an
Arbeitsplätzen, Infrastruktur und Kultur führt
zu einem Zuzug von Menschen aus strukturell
schwächer entwickelten Regionen. Dresden
war 2013 Deutschlands Geburtenhauptstadt.
Dies zeigt, dass der positive städtische Entwick-
lungstrend vor allem junge Menschen anzieht.
Mit dem stetigen Zuwachs an Einwohnern er-
höht sich insbesondere im Segment Wohnen
und durch die guten wirtschaftlichen Rah-
menbedingungen auch im Gewerbebereich
die Nachfrage am Immobilienmarkt. In einem
Vergleich aller Bundesländer hat es in Sach-
sen das stärkste Umsatzwachstum bei den Im-
mobilienverkäufen gegeben. Durch die damit
einhergehende hohe Nachfrage erhöhen sich
dementsprechend die Preise. Die gestiegene
Nachfrage trifft in den Ballungsräumen auf ein
begrenztes Angebot – insbesondere an Neubau-
wohnungen. Anders stellt sich die Lage dage-
gen in ländlichen und wirtschaftlich schwäche-
ren Regionen dar. Diese können dem positiven
Trend der Ballungsräume leider nicht durchweg
folgen. Hier ist überwiegend nach wie vor eine
negative Bevölkerungsentwicklung zu verzeich-
nen. Allgemein ist am Markt weiterhin aufgrund
der anhaltenden Euroschuldenkrise und den da-
mit verbundenen Inflationsängsten eine „Flucht
in Sachwerte“ zu beobachten. Die eigenen vier
Wände sind zudem für viele Interessenten ein
wichtiger Baustein in ihrer privaten Altersvor-
sorge. Damit sind Investitionen in Wohneigen-
tum derzeit am stärksten nachgefragt. Zudem
steigt durch das derzeit äußerst niedrige Zins-
niveau sowohl für Spareinlagen als auch für
Investitionskredite die Bereitschaft von Privat-
käufern, Immobilieneigentum zu erwerben.
Immobilienverkauf – gute Markt-
bedingungen und gute verkaufsergebnisse
Die positiven Geschäftsergebnisse der ver-
gangenen Jahre konnten auch 2013 nicht nur
erneut erreicht, sondern teilweise deutlich
gesteigert werden. Das im Vorjahr erreichte
Kaufvertragsvolumen von 18,5 Millionen Euro
konnte um neun Prozent auf 20,2 Millionen
Euro erhöht werden. Dem erreichten Kauf-
vertragsvolumen lag eine Anzahl von 554 ab-
geschlossenen Verkaufsfällen zugrunde. Das
sehr gute Ergebnis des Vorjahres konnte da-
mit um 12 Prozent gesteigert werden. Im Ver-
gleich aller Geschäftsjahre seit Gründung des
Staatsbetriebes im Jahr 2003 ist das Jahr 2013
gemessen an der Anzahl der abgeschlossenen
Verkäufe das bisher Erfolgreichste.
Der bereits dargestellte Trend am Markt wird
durch die Verkaufsergebnisse des SIB bestä-
tigt. Trotz des inhomogenen Angebotes an
entbehrlichen Immobilien können allgemeine
Entwicklungen und Trends am Markt nach-
vollzogen werden. Im regionalen Vergleich
zeigt sich, dass die höchsten Kaufvertragsvo-
lumen je Fall in den Niederlassungsbereichen
Dresden (89 TEuro/Fall) und Leipzig (43 TEu-
ro/Fall) erzielt und damit von der sehr guten
Nachfragesituation in diesen beiden Ballungs-
räumen bestimmt werden. Es ist jedoch auch
festzustellen, dass die Kaufvertragsvolumen je
Fall in den Niederlassungsbereichen Chemnitz
(18 TEuro/Fall) und Bautzen (13 TEuro/Fall) be-
reits deutlich hinter den Ergebnissen der Städ-
te Dresden und Leipzig zurückbleiben.
Die Niederlassung Bautzen bedient den Markt
Ostsachsens und agiert damit ausschließ-
lich in ländlichen und wirtschaftlich weniger
starken Regionen außerhalb der sächsischen
Großstädte. Das hier erzielte Kaufvertragsvo-
lumen je Fall bleibt trotz immer noch guter
Nachfrage, insbesondere im Segment Woh-
nen, deutlich hinter den übrigen Niederlas-
sungen zurück. Dieses Ergebnis ist grund-
sätzlich auch außerhalb der kreisfreien Städte
Sachsens, in überwiegend ländlich geprägten
Regionen, feststellbar.
32 | Die Geschäftsentwicklung 2013
Die Geschäftsentwicklung 2013 | 33
Standortsicherung für Forschung –
Wissenschaftspark Leipzig, Leibniz-Institut
für Oberflächenmodifizierung (IOM)
554
aBGeSchloSSene
VerkauFSFälle

Das derzeit besonders starke Interesse an Wohn-
immobilien und Baugrundstücken spiegelt sich
auch in den Kundennachfragen deutlich wider.
Allein 213 Verkaufsfälle waren 2013 im Seg-
ment Wohnimmobilien und Baugrundstücke
für private Nutzung zu verzeichnen.
Auch Gewerbeimmobilien werden beim SIB
nachgefragt. Ein entsprechendes Angebot im
Portfolio des SIB ist jedoch nur bedingt vor-
handen. Die Kaufentscheidung der Käufer
wird hierbei hauptsächlich durch Zustands-
und Lagekriterien beeinflusst.
Die landwirtschaftlichen Nutzflächen des
Freistaates Sachsen, die der Unternehmensbe-
reich Finanzvermögen und Portfoliosteuerung
verwaltet, standen 2013 häufig im öffentli-
chen Fokus, obwohl der entbehrliche Teil da-
von lediglich 0,25 Prozent der in Sachsen vor-
handenen Landwirtschaftsflächen umfasst.
An den landeseigenen landwirtschaftlichen
Nutzflächen bestehen überwiegend staatliche
Interessen. Aus diesem Grund sind die meisten
dieser Flächen nicht entbehrlich und werden
unter Berücksichtigung der staatlichen In-
teressen in der Regel nur verpachtet. Soweit
in Einzelfällen landwirtschaftliche Nutzflä-
chen dennoch entbehrlich sind, werden diese
grundsätzlich optional zum Verkauf oder zur
Verpachtung angeboten. Der Unternehmens-
bereich entscheidet sich dann nach Renta-
bilitätskriterien für den Verkauf oder für die
langfristige Verpachtung.
In Fortsetzung der „Verkaufsaktion Kleingär-
ten“ des vorangegangenen Jahres konnten
auch 2013 eine sehr große Anzahl an Im-
mobilien für Freizeit und Erholung veräußert
werden. Ziel ist, den großen Bestand an Im-
mobilien in diesem Segment flächendeckend
zu verringern, um den Verwaltungsaufwand
nachhaltig zu reduzieren.
Neben Immobilien, die aufgrund ihrer Lage
oder ihres Zustandes eine gute Marktnach-
frage aufweisen, finden sich im Portfolio auch
Immobilien, die vor einer Vermarktung aufge-
wertet werden müssen. Im Vordergrund steht
dabei, das Käuferinteresse zu erhöhen oder
überhaupt Nachfrage zu generieren sowie ein
optimales Ergebnis im Verkauf zu erzielen.
Ein Beispiel für eine gelungene Aufwertung
eines Grundstücks ist das sogenannte „Alte
Lager“. Dies ist eine ehemals militärisch ge-
nutzte Liegenschaft in Königsbrück. Aufgrund
schlechter Nachfrage aber guter Lage inner-
halb der Stadt Königsbrück bot sich an, die
Fläche zu einem attraktiven Eigenheimstand-
ort zu entwickeln. Im Rahmen der Maßnahme
erfolgten der Rückbau aller noch vorhandenen
aufstehenden Bauten, die Aufstellung eines
Bebauungsplanes, eine Parzellierung sowie die
vollständige Erschließung des Gebietes. Durch
die Entwicklung der Liegenschaft konnte diese
sehr erfolgreich am Markt platziert und der
Gewinn deutlich gesteigert werden.
Eine Grundstücksentwicklung bot sich auch
auf einer vier Hektar großen Fläche im Leip-
ziger Stadtteil Gohlis an. Im Verlauf der lange
Zeit erfolglosen Vermarktungsbemühungen
wurde seitens der Kommune die Aufstellung
eines qualifizierten Bebauungsplanes für das
Gesamtareal gefordert. In enger Abstimmung
mit dem Stadtplanungsamt erarbeitete der SIB
eine städtebauliche Studie zu künftigen Nut-
zungs- und Bebauungsvarianten des Areals,
die später Grundlage des Bebauungsplanes
sein kann. Mit diesen Ergebnissen war eine
zielgruppengenaue Kundenansprache und für
die Interessenten eine belastbare Kalkulation
des Projektes möglich. 2013 konnten die Flä-
chen schließlich erfolgreich veräußert werden.
Darüber hinaus befinden sich im Portfolio
des SIB zunehmend auch viele Immobilien,
die nicht ohne weiteres vermarktet werden
können. Diese Immobilien sind meist dadurch
gekennzeichnet, dass vorab größere Vermark-
tungshindernisse ausgeräumt werden müs-
sen, dass es nur einen sehr eingeschränkten
Käuferkreis gibt, der nicht effektiv mit klassi-
schen Marketinginstrumenten angesprochen
werden kann oder dass sie aufgrund von sehr
schlechtem Bauzustand und schlechter Lage
kein Käuferinteresse erzeugen. Oft entstehen
gerade hier höhere Verwaltungs- und Bewirt-
schaftungskosten, welche eine vorrangige
Verwertung dieser Immobilien bedingen.
Ein häufig vorkommendes Vermarktungshin-
dernis ist eine bestehende Überschuldung von
Immobilien. Das bedeutet, dass im Grundbuch
Lasten eingetragen sind, die den Marktwert
der Immobilie übersteigen. Dies hat zur Folge,
dass für solche Immobilie kein Käufer gefun-
den werden kann, der bereit ist, die vorhan-
denen Lasten in voller Höhe zu übernehmen.
Immobilien dieser Art erlangt der Freistaat
Sachsen meist als letzter gesetzlicher Erbe
im Rahmen der Fiskalerbschaften. Eine we-
sentliche Aufgabe besteht darin, mit den
Grundpfandrechtsgläubigern eine Einigung
herbeizuführen, in deren Ergebnis die Grund-
schuldlasten abgelöst und entsprechende Lö-
schungsbewilligungen erteilt werden. Auf der
einen Seite haben die Gläubiger das Interesse,
die grundbuchlich gesicherte Forderung in
34 | Die Geschäftsentwicklung 2013
Die Geschäftsentwicklung 2013 | 35
anzahl der kaufverträge
2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013
220
283
351
329
323
370
407
426
397
495
554
600
500
400
300
200
100
0
anzahl der verkaufsfälle
kaufvertragsvolumen
2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013
6.847
16.042
19.418
27.001
43.005
13.848
9.260
16.389
16.825
18.507
20.172
50.000
40.000
30.000
20.000
10.000
0
kaufvertragsvolumen (in tEuro)
300
250
200
150
100
50
0
12.000
10.000
8.000
6.000
4.000
2.000
0
NL Bautzen
NL Chemnitz
NL Dresden I
NL Leipzig I
250
88
113
103
1.156
4.535
4.419
10.061
Anzahl der Verkaufsfälle
Kaufvertragsvolumen (T Euro)
kaufvertragsvolumen und verkaufsfälle nach niederlassungen

image
image
voller Höhe oder zumindest teilweise bedient
zu bekommen. Andererseits hat der SIB das
Interesse, dauerhafte Verwaltungs- und Be-
wirtschaftungskosten durch die Abgabe des
Eigentums zu vermeiden. Eine Einigung ist
oftmals in der Form möglich, dass die Forde-
rung der Gläubiger nur in der Höhe abgelöst
wird, wie Verkaufserlöse für die Immobilie er-
zielt werden. 2013 kann der SIB mit 99 veräu-
ßerten, vormals überschuldetet Liegenschaf-
ten ein sehr gutes Ergebnis aufweisen.
In anderen Fällen muss der SIB Liegenschaf-
ten vermarkten, für die nur ein potentieller
Erwerber oder nur ein sehr eingeschränkter
Käuferkreis in Frage kommt. Ganz typische
Fallkonstellationen sind in diesem Teilportfolio
das Miteigentum des Freistaates an einer Im-
mobilie (meist aufgrund von Fiskalerbschaft).
Hier kann oft nur einvernehmlich mit den an-
deren Miteigentümern agiert und eine Verwer-
tung erreicht werden. Schwierig gestaltet sich
eine Veräußerung meist dann, wenn der einzig
möglich ansprechbare Käuferkreis nicht an ei-
nem Erwerb interessiert ist oder nicht motiviert
ist, an einem Verkauf oder an einem Kauf mit-
zuwirken. Beispielsweise gibt es selbstnutzen-
de Miteigentümer einer Wohnimmobilie, die
finanziell nicht in der Lage sind, das Eigentum
zu übernehmen und auch nicht gewillt sind, ei-
nem Verkauf an Dritte zuzustimmen.
In anderen Fällen sind gefangene Grundstücke
(meist ohne eigene Zuwegung oder eine selb-
ständige Nutzungsmöglichkeit) zu verwerten.
Für den Erwerb solcher Flächen kommt häu-
fig nur ein Nachbar oder der derzeitige Nutzer
in Betracht. Aus diesem Immobilienportfolio
konnte der SIB im Jahr 2013 insgesamt 216
Liegenschaften erfolgreich veräußern.
Darüber hinaus hat der SIB auch entbehrliche
Erbbaurechte im Portfolio, bei denen der Frei-
staat Sachsen als Erbbaurechtsgeber bemüht
ist, das Erbbaurecht aufzuheben und den Erb-
baurechtsgegenstand zu veräußern. Ursächlich
dafür sind nicht die laufenden Aufwendungen
im Zusammenhang mit der Verwaltung und Be-
wirtschaftung die zu einer Verwertung drängen.
Vielmehr wird mit den frühzeitigen Veräußerun-
gen beabsichtigt, etwaige zukünftige Verpflich-
tungen, wie Ersatz- und Ausgleichszahlungen
bei Heimfall oder Beendigung des Erbbaurech-
tes, abzuwenden. 2013 konnten beispielsweise
das Erbbaurecht der Geisingbergbaude oder
auch die Tennisanlagen am Weißen Hirsch in
Dresden erfolgreich übereignet werden.
Standortsicherung und
Flächenbeschaffung
Im Rahmen seiner Aufgaben trägt der Unter-
nehmensbereich Finanzvermögen und Port-
foliosteuerung auch für die Beschaffung von
Grundstücken und Überlassung an Einrichtun-
gen des Freistaates Sachsen oder an externe
Einrichtungen mit staatlichen Interessen Ver-
antwortung. Vor diesem Hintergrund werden
beispielsweise Grundstücke für Hochwasser-
schutzmaßnahmen und dazu gehörige Kom-
pensations- und Ausgleichsmaßnahmen be-
schafft und an die Landestalsperrenverwaltung
überlassen. Auch für Erweiterungen der Säch-
sischen Landeskrankenhäuser, insbesondere für
den Ausbau und die Einrichtung von Tagesklini-
ken, werden Grundstücke bereitgestellt.
Ein wichtiges Anliegen des Freistaates Sach-
sen ist es darüber hinaus, den Hochschul- und
Wissenschaftsstandort Sachsen zu stärken. Zu
Einrichtungen mit staatlichen Interessen ge-
hören deshalb insbesondere außeruniversitäre
Forschungseinrichtungen, wie beispielsweise
Institute der Leibniz-Gemeinschaft, der Max-
Planck-Gesellschaft, der Fraunhofer-Gesell-
schaft und der Helmholtz-Gemeinschaft so-
wie die Studentenwerke. Der SIB unterstützt
diese Einrichtungen, indem er bereits im Ei-
gentum des Freistaates Sachsen befindliche
Grundstücke ermäßigt oder unentgeltlich
überlässt oder Grundstücke für diese Über-
lassung beschafft und damit einen Teil für die
Ansiedlung oder Erweiterung beiträgt.
Beispielsweise stellt der Freistaat Sachsen ein
zirka zwölf Hektar großes Areal - den Wissen-
schaftspark Leipzig – vor allem für Forschungs-
zwecke bereit. Das Gelände wird vorrangig
durch mehrere Institute der Helmholtz- und
Leibniz-Gemeinschaft, verschiedene An-In-
stitute der Universität Leipzig (Sächsisches
Institut für Angewandte Biotechnologie, Ins-
titut für nichtklassische Chemie) sowie einem
Teilbereich des Forschungszentrums Dresden-
Rossendorf genutzt.
Der SIB übernimmt für den Freistaat Sachsen die
Rolle des Grundstückseigentümers. Er berät und
unterstützt die ansässigen Institute bei sämtli-
chen liegenschaftlichen Fragestellungen, führt
Vertragsverhandlungen über den Abschluss
notwendiger Überlassungs- und Mietverträge
und übernimmt am Standort infrastrukturelle
Aufgaben (beispielsweise Medienertüchtigung).
Neben den klassischen Aufgaben eines Grund-
stückseigentümers übernimmt der SIB auch das
strategische Flächenmanagement am Stand-
ort, um eine Erweiterung und Entwicklung des
Wissenschaftsparks zu ermöglichen. Bereits im
Jahr 2010 wurden mit dem Helmholtz-Zentrum
für Umweltforschung (UFZ) und dem Leibniz-
Institut für Oberflächenmodifizierung (IOM),
welches in den zurückliegenden Jahren bereits
mehrere Unternehmen ausgründen konnte,
Gespräche über Möglichkeiten der Nutzungs-
erweiterungen im Wissenschaftspark Leipzig
geführt. Der SIB konnte nach Bekanntwerden
der Pläne der beiden Institute die liegenschaft-
lichen Rahmenbedingungen für eine Nutzungs-
erweiterung am Standort in Leipzig schaffen.
Das IOM hat einen Neubau bereits im Jahr 2013
fertiggestellt. Nach anderthalbjähriger Bauzeit
konnten mit dem zweigeteilten Gebäudekom-
plex, inzwischen das 7. Labor- und Bürogebäu-
de des IOM Leipzig, die Forschungsbedingungen
im Institut weiter verbessert werden. Das UFZ
plant seinen Neubau auf dem Gelände in den
Jahren 2014/2015.
Die Studentenwerke sind auch für die soziale
und wirtschaftliche Betreuung der Studieren-
den zuständig. Um dem Bedarf an Krippenplät-
zen – insbesondere der studierenden Eltern –
gerecht zu werden und die Vereinbarkeit von
Studium und Familie zu gewährleisten, plant
das Studentenwerk Leipzig eine Kinderbetreu-
ungseinrichtung, in der auch weiterführende
Unterstützungsleistungen angeboten werden.
Dieses Projekt, welches von Bund und dem
Land Sachsen finanziert wird, soll gemeinsam
mit einem Studentenwohnheim am Standort
„Am Gutenbergplatz“ entstehen. Der SIB hat
die dafür benötigten Flächen bereitgestellt.
Bereits 2013 konnte in den Bestandsgebäu-
den des landeseigenen Grundstückes, nach
der Fertigstellung des 1. Bauabschnittes eine
neue Kindergrippe eröffnet werden. In einem
2. Bauabschnitt wird Ende 2014 im hinteren
Bereich des Grundstückes ein Kindergartenbe-
reich entstehen.
36 | Die Geschäftsentwicklung 2013
Die Geschäftsentwicklung 2013 | 37
Bebauungsplan für das Wohngebiet
„Altes Lager“, Königsbrück
Geisingbergbaude, Altenberg

image
image
image
Neben der Beschaffung und Überlassung von
Grundstücken für die genannten Einrichtun-
gen, wird auch die andauernde Beobachtung
und Analyse des Grundstücksmarktes unter
strategischen Überlegungen im Zusammen-
hang mit der Sicherung von Grundstücken für
einen zukünftigen staatlichen Bedarf immer
wichtiger. In den letzten Jahren wurde fest-
gestellt, dass vor allem in den Großstädten
Leipzig und Dresden die für eine hochwertige
Bebauung geeigneten Flächen knapp werden.
Es besteht eine sehr hohe Nachfrage an Bau-
grundstücken sowohl im Bereich Gewerbe als
auch für Wohnbebauung. Private Projektent-
wickler sichern sich bereits zusätzlich Flächen.
Hintergrund ist die enorme Verdichtung der
Bebauung in den sächsischen Metropolen,
wodurch viele lange brach liegende Flächen
inzwischen einer Nutzung zugeführt wurden.
In der Folge steigen die Grundstückspreise. Es
ist abzusehen, dass kaum noch Grundstücke
am Markt verfügbar sein werden und die Prei-
se weiter steigen.
Vor dem Hintergrund des perspektivischen Er-
weiterungsbedarfes großer Landeseinrichtun-
gen hat der SIB geeignete Grundstücke in deren
Umgebung recherchiert und den Kontakt sowie
Kaufverhandlungen mit den Eigentümern auf-
genommen. Hinsichtlich des bestehenden und
zukünftig vorstellbaren Baurechtes wurde eng
mit den Stadtverwaltungen zusammen gear-
beitet. So ist es bereits gelungen, Flächen zu
erwerben, auf denen zukünftige Projekte zur
Erweiterung oder Neuansiedlung realisiert wer-
den können.
Eine dieser Flächen wird bereits mit einer Neu-
baumaßnahme für das Deutsche Zentrum für
Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) – ei-
ner Einrichtung der Helmholtz-Gemeinschaft –
und einem Institut der TU Dresden geplant. Der
SIB wird dem DZNE die erforderliche Grund-
stücksfläche unentgeltlich überlassen und als
Baudienstleister zur Verfügung stehen. Das
Grundstücksareal wird für diese Baumaßnah-
me nur teilweise in Anspruch genommen, so
dass perspektivisch Flächen für weitere Ansied-
lungen zur Verfügung stehen.
grundstücke ohne Eigentümer
Schwierige wirtschaftliche Situationen bei
Privatpersonen als auch bei kleineren bis mitt-
leren Unternehmen können zur Erklärung des
Eigentumsverzichts an Grundstücken führen.
Zum Jahresende 2013 hatte der SIB Kenntnis
von rund 750 herrenlosen Flurstücken. 2013
sind Meldungen zu rund 170 herrenlosen Flur-
stücken zugegangen. Mit dem Eigentumsver-
zicht an dem aufgegebenen Grundstück er-
hält der Fiskus des Bundeslandes, in dem das
Grundstück liegt, das Aneignungsrecht. Das
Grundstück selbst wird herrenlos. Da es somit
keinen Eigentümer mehr gibt, der Fiskus per
Gesetz lediglich ein Aneignungsrecht erlangt,
müssen die Grundstückspflichten von dritter
Seite getragen werden. Hierin liegt aber auch
eine besondere Schwierigkeit im Umgang mit
diesen Grundstücken.
Überwiegend sind die Grundstücke fiska-
lisch wertlos. Der SIB ist bemüht, das Aneig-
nungsrecht, welches vom Freistaat Sachsen
regelmäßig nicht ausgeübt wird, abzutreten.
Zu Lasten der jeweiligen Belegenheitskom-
mune greift das allgemeine Polizeirecht, wo-
nach die Gemeinde als Ortspolizeibehörde für
die Sicherheit und Ordnung des herrenlosen
Grundstückes verantwortlich ist. Oft handelt
es sich bei diesen Grundstücken um bebau-
te Grundstücke mit schlechter Bausubstanz,
bestehendem Altlastverdacht sowie einem
Verkehrssicherungsaufwand. In enger Ab-
stimmung mit dem Sächsischen Städte- und
Gemeindetag ist der SIB daher vorrangig be-
müht, die Kommunen nach Bekanntwerden
eines Eigentumsverzichts schnell zu infor-
mieren und das Aneignungsrecht zeitnah zur
Übernahme anzubieten. Im Rahmen von För-
der- und Entwicklungsprogrammen ist es den
Gemeinden vielfach möglich, die Grundstücke
ins Eigentum zu übernehmen und in die kom-
munale Entwicklung einzubinden.
die Erbschaften des Freistaates Sachsen
Im Jahr 2013 sind mit 919 Fällen erneut sehr
viele Erbschaften zugegangen. Damit ist der
Zugangsrekord an Fällen aus dem Vorjahr nur
geringfügig zurückgegangen. Unter Berück-
sichtigung der Entwicklung der Fallzugänge in
den letzten 10 Jahren ist auch zukünftig nicht
von einem signifikanten Rückgang auszugehen.
38 | Die Geschäftsentwicklung 2013
Die Geschäftsentwicklung 2013 | 39
© Rolf van Melis / pixelio.de
Kita „Am Gutenbergplatz“ Leipzig
Bild oben: Städtebauliche Entwicklungsflächen
Leipzig, Stadtteil Gohlis
Bild unten: Herrenloser Wasserturm, Delitzsch

Mit den Erbschaften gehen dem Freistaat viele
Immobilien zu, die jedoch meist überschuldet
sind, einen schlechten Bauzustand aufwei-
sen und meist in Regionen mit verhaltener
Nachfrage auf dem Immobilienmarkt liegen.
Auch deshalb ist es wichtig, jede neue Erb-
schaft – mit oder ohne Immobilien – umge-
hend zu sichten, um mögliche Risiken für den
Freistaat erkennen zu können. Dazu kann es
beispielsweise erforderlich sein, Insolvenz zu
beantragen, sofern die Erbschaft insgesamt
überschuldet ist oder Verkehrssicherungs-
maßnahmen zu veranlassen. Die notwendige
und vordringliche Sichtung der hohen Fall-
zugänge führt dazu, dass weniger Personal
dafür eingesetzt werden kann, Bestandsfälle
abzuschließen. 2013 konnten insgesamt 889
Fälle und damit 96 Fälle weniger als im Vor-
jahr geschlossen werden. Der Gesamtbestand
an Fiskalerbschaftsfällen stieg damit erstmalig
seit Ende 2009 geringfügig an.
Die Einnahmen aus der Abwicklung von Fis-
kalerbschaften betragen rund 2,6 Millionen
Euro. Diese werden meist durch die Einzie-
hung noch vorhandener Bankguthaben, die
Veräußerung von Grundstücken oder den
Verkauf von Nachlassgegenständen erzielt.
Die Ausgaben von rund 3,9 Millionen Euro
entstanden hauptsächlich durch die Auszah-
lung des Nachlasses an Insolvenzverwalter,
die Befriedigung von Nachlassgläubigern, die
Bestattungskosten, die baulichen Verkehrs-
sicherungsmaßnahmen sowie die Personal-
und Sachkosten.
40 | Die Geschäftsentwicklung 2013
Die Geschäftsentwicklung 2013 | 41
zEntraLE vErWaLtung
BERICHT AUS DEM PERSONALBEREICH
Personalbestand
Im SIB waren im Geschäftsjahr 2013 durch-
schnittlich 200 Beamte und 931 Beschäftigte
(durchschnittlich gesamt 1.131 Bedienste-
te) tätig. Darüber hinaus befanden sich im
Durchschnitt 172 Bedienstete in der Freistel-
lungsphase der Altersteilzeit oder waren aus
verschiedenen Gründen beurlaubt.
Der Staatsbetrieb betreute 2013 durchschnitt-
lich 17 Auszubildende. Darüber hinaus befan-
den sich drei Beamte in der Aufstiegsfortbil-
dung vom mittleren in den gehobenen Dienst.
Nach der für den SIB erstellten Personal-
und Stellenplanung für die Geschäftsjahre
2013/2014 waren – neben befristeten Ein-
stellungen zum Zwecke einer Elternzeit- oder
Krankheitsvertretung – 35 Arbeitsplätze unbe-
fristet und 18 Arbeitsplätze, die durch Eintritt
von Beschäftigten in die Altersteilzeit-Freistel-
lungsphase frei waren/wurden, befristet nach
zu besetzen. Bis zum Abschluss des Geschäfts-
jahres konnten 45 Stellenbesetzungsverfahren
abgeschlossen oder eingeleitet werden.
Über die Verwendung der bisher noch nicht ge-
nutzten Stellenbesetzungsmöglichkeiten wur-
de im Rahmen der Aktualisierung der Personal-
und Stellenplanung für das Geschäftsjahr 2014
befunden. Hier sind aktuell 13 unbefristete Ein-
stellungen vorgesehen.
Die Gewinnung von geeignetem Fachpersonal
gestaltet sich, insbesondere in den Technik-
fachsparten, nach wie vor sehr schwierig.
Die für den SIB bestehende Verpflichtung zum
Ablauf des Haushaltsjahres 2013 neun Stellen
abzubauen, wurde realisiert. Zum Ablauf des
Haushaltsjahres 2014 werden nach den Be-
schlüssen der Staatsregierung vom 2. März
2010 und 9. Februar 2012 weitere 26 weitere
Stellen abzubauen sein.
Fortbildung
Der SIB ist stets bestrebt, seinen Bedienste-
ten durch Fortbildungsmaßnahmen ein ho-
hes Niveau an beruflicher Qualifizierung zu
ermöglichen. So nahmen im Geschäftsjahr
1.297
aBGewIckelte
VerGaBeVerFahren
abwicklung der Fiskalerbschaftsfälle
Bestand
Abgänge
Zugänge
2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013
518
518
619
733
739
730
734
830
818
941
919
1.000
800
600
400
200
0
anzahl der Fälle
zugänge an Fiskalerbschaften
* Bestand aufgrund von Datenberichtigungen
korrigiert
2013 2012 2011 2010 2009 2008 2007 2006 2005 2004 2003 2002
0 1.000 2.000 3.000 4.000
1.976
518
518
619
733
739
730
734
830
818
941
919
628
716
987
973
985
889
515
365
281
284
77
2.322*
2.854*
3.262*
3.486*
3.588
3.601*
3.444
3.289
3.245
3.275
2.556

42 | Die Geschäftsentwicklung 2013
2013 die Bediensteten an insgesamt 2036
Fortbildungsveranstaltungen teil. Der SIB re-
alisierte insgesamt 98 Inhouse-Schulungen
für die Beschäftigten.
Seit Frühjahr 2011 wurden in Zusammenarbeit
mit der Akademie für öffentliche Verwaltung
des Freistaates Sachsen (AVS) Seminare für
die Führungskräfte und Bearbeiter des SIB
organisiert. Die Fortführung und Beendigung
dieser Kommunikationsseminare war ein zen-
trales Thema der Fortbildung 2013. Ein beson-
deres Augenmerk liegt hierbei auf den Themen
Kommunikation und Wertschätzung.
ausbildung
Im Jahr 2013 konnte ein neues Ausbildungs-
verhältnis im SIB in der Dresdner Zwingerbau-
hütte ermöglicht werden.
Die bestehenden Ausbildungsverhältnisse
werden erfolgreich weitergeführt. Zum Ende
des Geschäftsjahres bildete der Staatsbetrieb
in folgenden Berufen aus:
ausbildungsstand (Stichtag 31.12.2013)
Die Ausbildung im höheren bautechnischen
Verwaltungsdienst wurde im Jahr 2013 nicht
mehr fortgesetzt. Aufgrund der am Bedarf
orientierten Ausbildung wurde im Jahr 2013
keine Neueinstellung eines Baureferendars/
einer Baureferendarin vorgenommen. Ins-
gesamt haben im Geschäftsjahr 2013 sechs
Auszubildende die Abschlussprüfung im je-
weiligen Ausbildungsberuf bestanden. Vier
Absolventen bot der SIB die Übernahme in ein
Beschäftigungsverhältnis an, vier nahmen das
Angebot an.
gesundheitsmanagement
Das bereits 2011 im SIB gestartete Projekt Ge-
sundheitsmanagement wurde weiterverfolgt,
wobei das Projekt in seiner bisherigen Form im
April 2013 endete. Es wurden daher seitens des
Steuerkreises Gesundheitsmanagement erste
Bestrebungen unternommen, das betriebliche
Gesundheitsmanagement als eine dauerhafte
und in die Abläufe des SIB integrierte Aufgabe
zu etablieren. In diesem Zusammenhang wur-
den die Arbeiten an einer Dienstvereinbarung
zum Betrieblichen Gesundheitsmanagement
begonnen.
Folgende Schwerpunkte wurden außerdem
durch den Steuerkreis Gesundheitsmanage-
ment gesetzt:
Spürbare Schritte
2013 wurde allen Bediensteten des SIB die
Teilnahme an der individuellen Präventions-
maßnahme Rückencoaching an ihrem Ar-
beitsplatz angeboten. Mit insgesamt 460 Teil-
nehmern konnte eine sehr hohe Beteiligung
verzeichnet werden. Daneben wurde an einem
Standort nachträglich ein Einführungswork-
shop zu einer möglichen Präventionsmaß-
nahme angeboten (Tai Chi). Wie bereits in den
Vorjahren wurden außerdem Gesundheitstage,
Beteiligungen an sportlichen Veranstaltungen
und das Angebot der jährlichen Grippeschutz-
impfung organisiert.
Wissensmanagement
Unter Berücksichtigung der bereits im Vor-
jahr gelegten Grundlagen wurden an einigen
Standorten weitere Einzelfälle fokussiert. Das
Thema Wissensmanagement wird aufgrund der
Personalstruktur des SIB und der Personalpoli-
tik des Freistaates Sachsen weiter einen wichti-
gen Stellenwert einnehmen und soll zusehends
auf alle Standorte ausgeweitet werden.
BERICHT AUS DEM VERGABE- UND
VERTRAGSMANAGEMENT
Im Haushaltsjahr 2013 schloss der SIB im Be-
reich Bundes- und Landesbau 30.308 (2012:
31.053) Bauaufträge und Nachträge mit einem
Gesamtvolumen von 318,4 Millionen Euro ab
(Vorjahr: 347,8 Millionen Euro). Der Großteil
des Auftragsvolumens (82 Prozent) wurde wie
in den vorangegangen Jahren an sächsische
Unternehmen vergeben. Dieser kontinuier-
lich hohe Anteil ist Folge einer konsequenten
Fachlosvergabe im SIB, welche somit belegbar
einen Faktor sächsischer Wirtschaftsförde-
rung darstellt.
Die Geschäftsentwicklung 2013 | 43
Bei Bauaufträgen mit einem Auftragswert
über 10.000 Euro lag der Anteil der öffentli-
chen Ausschreibungen und offenen Verfahren
(EU) bei 56 Prozent (2012: 61 Prozent).
23 Prozent (2012: 21 Prozent) des Auftrags-
wertes wurde im Rahmen beschränkter Aus-
schreibungen oder nichtoffener Verfahren
(EU) vergeben. Bei 21 Prozent (2012: 18 Pro-
zent) der Vergabeverfahren handelte es sich
um freihändige Vergaben oder Verhandlungs-
verfahren (EU).
Bezüglich des Auftragsvolumens konnte da-
mit der Anteil der öffentlichen Ausschrei-
bungen und offenen Verfahren im Vergleich
wieder an das Niveau vor Wirksamkeit des
Konjunkturpaktes II und den damit verbunde-
nen Vergabeerleichterungen (für beschränkte
Ausschreibungen und freihändige Vergaben)
herangeführt werden.
Die Erhöhung des Anteils bei beschränkten
Ausschreibungen und freihändigen Verga-
ben steht im Zusammenhang mit den Verga-
beerleichterungen zur Schadensbeseitigung
infolge des Hochwassers 2013. Trotz dieser
Regelungen wurden aber mehr als die Hälf-
te der Vergabeverfahren öffentlich oder offen
ausgeschrieben. Somit wurde dem vergabe-
rechtlichen Grundsatz des Vorrangs der öf-
fentlichen Ausschreibung zur Gewährleistung
eines möglichst freien Wettbewerbs nach wie
vor Rechnung getragen.
Der SIB schloss im Bereich Bundes- und Lan-
desbau im Jahr 2013 außerdem 3.772 (2012:
3.481) Verträge mit freiberuflich Tätigen ab.
Das Auftragsvolumen betrug 82,6 Millionen
Euro (Vorjahr: 62,3 Millionen Euro). Davon
wurden 86 Prozent des Auftragsvolumens an
freiberuflich Tätige aus Sachsen vergeben.
Aufgrund zahlreicher neu zu beginnender
Baumaßnahmen steigerte sich das Auf-
tragsvolumens der Planungsaufträge um
zirka 20 Millionen Euro. Insgesamt wurden
24 VOF-Verhandlungsverfahren sowie drei
Wettbewerbe nach der Richtlinie für Pla-
nungswettbewerbe (RPW) durchgeführt. Das
Gesamtauftragsvolumen für diese Verfahren
betrug etwa 27 Millionen Euro.
Nennenswert sind unter anderem die im Lan-
desbau durchgeführten Realisierungswettbe-
werbe für die Vorhaben „Umbau und Erwei-
terung des denkmalgeschützten Gebäudes
der Alten Aktienspinnerei Chemnitz zur Un-
terbringung der Zentralbibliothek einschließ-
lich Zentralarchiv sowie Studienberatung/
Studienservice der Technischen Universität
Chemnitz“ sowie „Finanzamt Pirna“. Darüber
hinaus wurden für die Maßnahme des Bundes-
baus „Deutsches Biomasseforschungszentrum
Leipzig – Neubau Technikum und Verwaltungs-
gebäude“ Leistungen der Gebäude- und Tech-
nikplanung im Rahmen eines Wettbewerbes
vergeben. Zusätzlich wurden zwei VOF-Ver-
handlungsverfahren für die Vergabe weiterer
Planungsleistungen durchgeführt.
Ergebnisse der Fachaufsicht
Der Fachbereich Vergabe- und Vertragsma-
nagement in der Zentrale führte als Fachauf-
sicht stichprobenhaft Prüfungen von Vergabe-
unterlagen durch. Dabei konnte festgestellt
werden, dass die Vergabestellen ihre Vergabe-
verfahren mit großer Sorgfalt und auf hohem
fachlichem Niveau durchführen.
Um diesen Standard zu gewährleisten, kommt
der ständigen Fortbildung der Bediensteten
eine große Bedeutung zu. Deshalb wurden
interne als auch externe Schulungen zu ver-
gaberechtlichen Grundsätzen und aktueller
Rechtsprechung, die Auswertung aktueller
Beschlüsse der Sächsischen und anderen Ver-
gabekammern sowie der Oberlandesgerichte
durchgeführt. Hervorzuheben ist eine inter-
ne gemeinsame Schulung für Bedienstete der
Vergabestellen und der Fachbereiche, bei der
im Dialog mit einem Rechtsanwalt und einem
Richter eines Oberlandesgerichtes direkt Fra-
gen von beiden Standpunkten aus beantwortet
werden konnten. Es ist geplant, auch im Jahr
2014 derartige Schulungen durchzuführen.
Zur zügigen Beseitigung der durch das Hoch-
wasser im Mai/ Juni 2013 verursachten Schä-
den wurden für einen begrenzten Zeitraum
vergaberechtliche Erleichterungen, wie die
Erhöhung von Wertgrenzen für Kleinaufträge,
die freihändige Vergabe von Leistungen ohne
Einschränkung von Wertgrenzen oder die
Aussetzung der Zustimmungspflichten gemäß
Vergabehandbuch, eingeführt.
Das Sächsische Vergabegesetz wurde überar-
beitet und trat im März 2013 in Kraft. Neben
der Reduzierung des Gesetzumfangs, war es
das Ziel des Gesetzgebers, die Effizienz der
Vergabeverfahren zu erhöhen. Dies wurde bei-
spielsweise durch ein vereinfachtes Verfahren
zur Prüfung der Eignung der Bieter erreicht.
ausbildungsberuf
ausbildungsjahr
1.
2.
3.
Steinmetz/in
1
3
Kauffrau/–mann für
Bürokommunikation
4
Technische/r Zeichner/in
2
Fachinformatiker/in
1
Immobilienkauffrau/-mann
vergabe von Bauleistungen
nach vergabearten 2013
vergabe von Bauleistungen 2013
gesamtauftragsvolumen
Bauaufträge
318.378.347 Eur
Anteil Kleinaufträge unter 10.000 EUR
55.410.129 EUR
Anteil Bauaufträge über 10.000 EUR
262.968.218 EUR
davon öffentliche Vergabe bzw.
offenes Verfahren
56 %
davon beschränkte Vergabe bzw.
nichtoffenes Verfahren
23 %
davon freihändige Vergabe bzw.
Verhandlungsverfahren
21 %
gesamt
30.308 318.378.347 Eur
Auftragnehmer
aus der EU
17
651.037 EUR
Auftragnehmer aus
der Nicht-EU
5
18.543 EUR
Auftragnehmer national
30.286
317.708.767 EUR
davon Auftragnehmer
aus Sachsen
27.773
262.629.224 EUR
82 % des Gesamtvertragsvolumens wurden an
sächsische Unternehmen vergeben.
gesamthonorarvolumen
3.772
82.586.300 Eur
Anteil Verträge an
freiberuflich Tätige der
alten Bundesländer bzw.
anderer EU-Staaten
110
7.858.100 EUR
Anteil Verträge an
freiberuflich Tätige der
neuen Bundesländer
3.662
74.728.200 EUR
Anteil Verträge mit
sächsischen freiberuflich
Tätigen
3.548
70.942.700 EUR
86 % der Gesamtauftragsvolumens wurden mit
freiberuflich Tätigen aus Sachsen abgeschlossen.
öffentlich / offen
beschränkt/nicht offen
freihändig / Verhandlungsverfahren
23 %
21 %
56 %
verträge mit freiberuflich tätigen 2013
14 %
86 %
freiberuflich Tätige aus Sachsen
freiberuflich Tätige aus anderen BL bzw. EU
82 %
Unternehmen aus Sachsen
Unternehmen aus anderen BL bzw. EU
18 %

image
44 | Die Geschäftsentwicklung 2013
Die Eignungsprüfung soll ausschließlich auf
der Grundlage von Eigenerklärungen erfolgen.
Damit sollen für die Bieter die Anzahl und der
Umfang der vorzulegenden Eignungsnach-
weise erheblich reduziert werden.
Darüber hinaus wurde die Transparenz der
Vergabeverfahren und die Rechtssicherheit
der Bieter bei öffentlichen Vergaben gestärkt,
indem unter anderem die Wertgrenze für die
Informationspflicht an die nicht erfolgreichen
Bieter vor Vertragsabschluss herabgesetzt und
die Einspruchsfrist von sieben auf zehn Kalen-
dertage verlängert wurde. Infolge dessen be-
absichtigt der SIB, die Zustimmungspflichten
gemäß Vergabehandbuch zu überarbeiten.
die arbeit der Schlichtungsstelle
Von der Schlichtungsstelle wurden im Ge-
schäftsjahr insgesamt sieben Schlichtungs-
verfahren durchgeführt. Von Auftragnehmern
mit nicht behebbaren Meinungsverschieden-
heiten zum SIB wurden Forderungen in Höhe
von zirka 450.000 Euro gestellt. Im Rahmen
der Schlichtungsbescheide kamen zirka 25.000
Euro zur Auszahlung. Drei der Auftragnehmer
legten Rechtsmittel gegen die Bescheide ein.
Bei drei Verfahren ist die Rechtsmittelfrist
noch nicht abgelaufen.
Elektronische vergabe
Bei der Einführung der elektronischen Vergabe
(eVergabe) konnten weitere Fortschritte erzielt
Die Geschäftsentwicklung 2013 | 45
werden. Im August 2013 wurde die schritt-
weise Anwendung der eVergabe für alle Ver-
gabearten von VOB-Verfahren (Erstellung der
Vergabeunterlagen bis einschließlich Versand)
abgeschlossen.
Insgesamt wurden 1.297 Vergabeverfahren,
davon 216 EU-Verfahren im eVergabe-System
abgewickelt. Mehr als 3.400 Firmen sind für
die elektronische Vergabe registriert.
Einen großen Anteil an den Tätigkeiten nahm
die Neugestaltung der Vergabeplattform des
Freistaates Sachsen
(www.sachsen-vergabe.de)
in Anspruch. Das Design des Portals wurde
entsprechend den Anforderungen des Marken-
handbuches des Freistaates Sachsen angepasst.
Neue Leistungsmerkmale wie zum Beispiel die
Veröffentlichung der Bekanntmachungen
einschließlich der Vorinformationen, die In-
formationen für beabsichtigte Beschränkte
Ausschreibungen und die Verlinkung zur Verga-
beplattform des Bundes
www.bund.de
konnten
integriert werden. Damit haben sich Leistungs-
fähigkeit, Funktionalität und Übersichtlichkeit
der Vergabeplattform verbessert.
verträge mit freiberuflich tätigen (fbt)
Nach der Veröffentlichung im Bundesgesetz-
blatt Teil I am 16.07.2013 trat die 7. Novelle
der Honorarordnung für Architekten und In-
genieure (HOAI) am 17.07.2013 in Kraft.
Durch diese Fortschreibung wurden nicht nur
Leistungsbilder präzisiert, sondern nach länge-
rer Pause nunmehr auch die Honorare deutlich
angehoben. Um einen schnellen und sicheren
Einstieg in die Problematik der neuen HOAI
zu erzielen, führte das SMF in den Monaten
August und September 2013 entsprechende
Schulungen in allen Niederlassungen durch.
Die üblicherweise vorgegebenen Musterver-
träge konnten vom Bund zeitnah nicht zur
Verfügung gestellt werden. Als Übergangslö-
sung erstellte der Fachbereich Vergabe- und
Vertragsmanagement entsprechende Ergän-
zungsunterlagen zur rechtskonformen An-
passung der bestehenden Vertragsmuster die
kurzfristig eine rechtskonforme Umsetzung
der HOAI-Novellierung sicher stellten. Die In-
terimsverträge werden schrittweise durch die
neuen Musterverträge ersetzt. Dieser Prozess
konnte bis zum Jahresende 2013 aufgrund
fehlender Vorlagen leider noch nicht abge-
schlossen werden.
BERICHT AUS DEM IT-BEREICH
Der Fachbereich Informationstechnik ist im
SIB zuständig für die Koordinierung und Si-
cherstellung des IT-Betriebes (Hardware, Net-
ze, Betriebssysteme) und Gewährleistung der
Datensicherheit, in enger und vertrauensvoller
Zusammenarbeit mit dem Manager Informa-
tion und Organisation (MIO), der Stabsstelle
Datenverarbeitung (SDV) und den Project
Consulting Managern der Unternehmensbe-
reiche (PCM).
Mit Bezug auf die anhaltende Dynamik in der
IT wurden in 2013 im Rahmen der Hardware-
Ersatzbeschaffung zirka 350 Arbeitsplätze mit
neuer, leistungsfähigerer Technik ausgestat-
tet und im Serverbereich der Einsatz neuer
umweltfreundlicher Technologien (Virtuali-
sierung, GreenIT) vorangetrieben, weiter kon-
zentriert, besser aufeinander abgestimmt und
tiefer verzahnt/optimiert. Engpässe konnten
so überwunden und der Service und Vollzug
in gleichbleibender Qualität und einem hohen
IT-Sicherheitsstandard sichergestellt werden.
Alle Client-, Serverbetriebs- und Datenbank-
systeme, inklusive XenApp (Citrix) und Oracle
(Datenbanken) wurden auf 64 Bit Technolo-
gie umgestellt und die flächendeckende Mi-
gration auf Exchange 2010 (Email) und die
Ersatzbeschaffung einer neuen, redundante
Zugangsplattform zum Internet (Proxys) er-
folgreich implementiert.
Mit der Ankündigung der Einstellung des
„Extended Support“ für Windows XP im April
2014 und hinsichtlich IT-Sicherheit und Da-
tenschutz, wurde in 2013 schwerpunktmäßig
die Migration von XP auf Windows 7 und Of-
fice 2010 vorangetrieben. Bis zum 31.12.2013
konnten bereits 750 der etwa 1.200 Arbeits-
plätze umgestellt und die Anwender entspre-
chend geschult werden.
Die Verfügbarkeit für die Server und Datenlei-
tungen und die der wesentlichsten IT- Anwen-
dungen lag durchschnittlich über 99,8 Prozent
(365 Tage a 24 Stunden). Dies entspricht einer
maximalen Ausfallzeit, je Verfahren und Jahr
von maximal 5 Stunden.
In 2013 investierte der SIB zirka 972.000 Euro
in den Ausbau, die Modernisierung und in die
Ersatzbeschaffung seiner Infrastruktur.
Die Arbeitsprozesse im SIB werden durch viel-
fältige DV-Fachanwendungen unterstützt.
In 2013 wurden 635.000 Euro in die Weiter-
entwicklung und Neubeschaffung investiert.
Wichtige Projekte wurden vorbereitet, so die
Einführung von VIS.SAX als e-Akte und elekt-
ronische Vorgangsbearbeitung und die Ablö-
sung von SAP durch Agresso. Erarbeitet wurde
außerdem die Leistungsbeschreibung für ein
künftiges Projekt- und Bestandsmanagement-
system, welches die vorhandenen DV-Systeme
ergänzen und zum Teil ablösen und damit
bestehende Optimierungspotentiale bei der
Aufgabenerfüllung erschließen helfen soll. In
diesem Zusammenhang ist beispielsweise die
Schaffung einer einheitlichen Projektplattform
für Bauprojekte sowie die Unterstützung des
Vertragsmanagements beim SIB angedacht.
Januar
Februar
März
April
Mai
Juni
Juli
August
September
Oktober
November
Dezember
3,3
3,8
4,0
4,0
3,7
4,7
6,1
4,5
5,0
6,9
5,8
3,4
15,1
19,3
25,6
24,9
24,3
18,1
33,6
26,9
23,3
24,1
14,1
13,8
18,4
23,1
29,6
28,9
28,0
22,8
39,7
31,4
28,3
31,0
19,9
17,2
50
40
30
20
10
0
Mio. Euro
Auftragswert bis 10 TEuro
Auftragswert größer 10 TEuro
Gesamtauftragswert
Monatliche vergabesummen 2013
Baumaßnahmen des Freistaates Sachsen und des Bundes (Stand 12/2013)
Auszubildender der Zwingerbauhütte

image
46 | Die Geschäftsentwicklung 2013
BERICHT AUS DEM
ORGANISATIONSBEREICH
Im Rahmen seiner Aufgaben bei der arbeits-
medizinischen und sicherheitstechnischen
Betreuung der SIB-Bediensteten hat der Fach-
bereich Organisation zusammen mit der Fach-
kraft für Arbeitssicherheit Gefährdungsbeur-
teilungen für die Tätigkeiten von Bediensteten
im Außendienst und für Arbeiten an Span-
nung führenden Teilen erstellt. Die daraus
resultierenden Ergebnisse sind Grundlage für
entsprechende Maßnahmen zur Verhütung
von Arbeitsunfällen. Für alle SIB-Standorte
wurden außerdem erstmals Brandschutzhel-
fer bestellt und unterwiesen.
Im Rahmen eines Pilotprojektes der Dresdner
Verkehrsbetriebe testet der Fachbereich Orga-
nisation in der Niederlassung Dresden II den
Einsatz eines Elektroautos. Außerdem wurde für
die Niederlassung ein E-Bike beschafft, um wei-
tere Möglichkeiten von E-Mobilität zu prüfen.
Für den allgemeinen Dienstbetrieb des SIB
konnte der Fachbereich Organisation Wesent-
liches veranlassen:
In Umsetzung des im Jahr 2012 erstellten
Druck- und Kopierkonzepts wurden in 2013
gemeinsam mit dem Fachbereich Informati-
onstechnik alle SIB-Standorte mit neuen Plot-
tern und Großformatkopierern ausgestattet.
Durch Ausstattung mit kombinierten Farb-
und s/w-Kopierern, die mit Netzeinbindung
auch als Großformatdrucker nutzbar sind,
konnte ohne Verlust an Druck- und Kopierka-
pazität die Gesamtanzahl der Geräte reduziert
werden. Die CAD-Stellen aller Standorte wur-
den mit beleuchteten Schneidemaschinen mit
elektrischem Messerantrieb ausgestattet, die
das Schneiden großer Pläne von Plottern und
Großformatkopierern erheblich erleichtern.
Die Geschäftsentwicklung 2013 | 47
Der Fachbereich Organisation und die ent-
sprechenden Gruppen in den Niederlassungen
haben außerdem gemeinsam mit den Fachbe-
reichen Rechnungswesen und Informations-
technik die (im drei-jährigen Turnus stattfin-
dende) Regelinventur der Sachanlagen (rund
27.000) durchgeführt.
Der Fachbereich Organisation hat zudem ein
SIB-weites umfassendes Bedarfskonzept für
Dienst-Kraftfahrzeuge erstellt, das Grundlage
für die langfristige Planung und Steuerung
des Dienst-Kfz-Bedarfs im SIB werden soll.
Das Konzept betrachtet dabei nicht nur den
Bedarf an eigenen Dienst-Kfz, sondern um-
fassend den Bedarf an der Nutzung von in-
dividuellen und öffentlichen Verkehrsmitteln
zur Durchführung von Dienstreisen, und die
Möglichkeiten, diesen Bedarf zu decken.
Bedeutende Projekte aus dem Unternehmens-
bereich: Unter maßgeblicher Verantwortung
und Steuerung des Unternehmensbereichs
Zentrale Verwaltung erfolgen unter Mitarbeit
aller Unternehmensbereiche die Projektar-
beiten zur Vorbereitung der Einführung von
VIS.SAX im SIB, einer landeseinheitlichen IT-
Lösung für das Dokumenten- und Vorgangs-
management. In 2013 konnten die Aufnahme
des SIB in die landesweite Roll-Out-Planung
erreicht werden, und wesentliche Arbeiten am
Konfigurationskonzept und am Infrastruktur-
konzept geleistet werden. Mit der angestreb-
ten Einführung von elektronischer Akte mit
IT-gestützter Vorgangsbearbeitung will sich
der SIB auch neue Potentiale im Bereich der
elektronischen Kommunikation und des Wis-
sensmanagements erschließen.
Bild rechts: Flur im Technikum Nöthnitzer
Straße, TU Dresden

48 | Die Standorte
Die Standorte | 49
6. Die Standorte
niederlassung Bautzen
BOS DIGITALFUNK
UMSETZUNG DER INFRASTRUKTUR
IM FREISTAAT SACHSEN
das Projekt im Überblick
Ein einheitliches und leistungsstarkes Funk-
netz für alle Behörden und Organisationen mit
Sicherheitsaufgaben (BOS) in Deutschland –
dieser Gedanke steht hinter dem Projekt Digi-
talfunk BOS.
Bisher unterhielt jede BOS eigene analo-
ge Funknetze, mit eigenen Frequenzen und
räumlich begrenzten Reichweiten. Den heu-
tigen Anforderungen für eine effektive Kom-
munikation von Einsatzkräften wird die ana-
loge Funktechnik jedoch nicht mehr gerecht.
Mit dem Digitalfunk BOS erhalten die Einsatz-
kräfte der Polizei, Feuerwehren, Rettungsdiens-
te und Hilfsorganisationen ein modernes und
vielseitiges Kommunikationsmittel. Weiterhin
wird dadurch eine organisationsübergreifende
und bundesweite Verständigung ermöglicht
und vereinfacht die Durchführung komplexer
Einsatzszenarien. Damit unterstützt die neue
Technik eine schnelle und verlässliche Hilfe in
Not- und Katastrophenfällen.
Die Realisierung des Digitalfunks BOS ist ein
gemeinsames Projekt von Bund und Ländern.
Die Bundesanstalt für den Digitalfunk der
Behörden und Organisationen mit Sicher-
heitsaufgaben (BDBOS) verantwortet die Ko-
ordination des Aufbaus, den Betrieb und die
Sicherstellung der Funktionsfähigkeit des Di-
gitalfunks BOS.
Die Länder haben die Aufgabe übernommen,
für das BOS-Digitalfunknetz geeignete Stand-
orte zu finden, zu akquirieren und für die
spezifischen Anforderungen zu ertüchtigen.
Die Funkfeinplanung wird, je nach Vereinba-
rung, entweder von den Ländern oder von der
BDBOS durchgeführt. Auf dieser Grundlage
erfolgt die Installation der Systemtechnik des
BOS-Digitalfunknetzes. Die BDBOS übernimmt
fertiggestellte Basisstationen anschließend
und nimmt sie in den Betrieb.
umsetzung
Für die SIB-Niederlassung Bautzen begann im
Jahre 2007 die Umsetzung der anspruchsvollen
Aufgabe, die Infrastruktur für die Basisstatio-
nen des Digitalfunk BOS zu errichten.
Das Besondere: Die Spezifik des Projektes erfor-
derte die Alleinzuständigkeit einer Baudienst-
stelle. Die SIB-Niederlassung Bautzen nahm
diese Herausforderung an und war fortan ver-
antwortlich für die Umsetzung des Projektes in
ganz Sachsen. Grundlage dafür bildete die Ver-
einbarung zwischen der Projektgruppe BOS-Di-
gitalfunk Sachsen im Sächsischen Staatsminis-
teriums des Innern und dem SIB. Darin wurde
die liegenschaftliche Sicherung und baulich-
technischen Ertüchtigung von notwendigen
Flächen im Zusammenhang mit der Errichtung
des BOS-Digitalfunknetzes in Sachsen verein-
bart. Zur Erfüllung der anspruchsvollen Aufga-
be wurde in der SIB-Niederlassung Bautzen die
Leitstelle Digitalfunk eingerichtet. Fachgebiets-
übergreifend galt es nun, gemeinsam mit der
Projektgruppe BOS-Digitalfunk Sachsen die Vo-
rauswahl geeigneter Standorte zu treffen und
den entsprechenden Standort zu akquirieren.
Es folgte die Konzeptplanung, anschließend
die bautechnische Begehung in einem großen
Kreis von Fachkollegen. Daraufhin entstand
mit der Entwurfsplanung die Grundlage für die
notwendige Genehmigungsplanung des Stand-
ortes. Ausführungsplanung und die Ausschrei-
bung folgten. Zur Termin- und Kostenoptimie-
rung wurden mehrere Standorte zu Paketen
zusammengefasst.
Zunächst wurde im Netzabschnitt Leipzig ge-
baut. Es folgten parallel die Netzabschnitte
Dresden und Chemnitz. Insgesamt entstanden
bis Ende 2013 247 Standorte in Sachsen.
Sichere Stromversorgung, hoher mechani-
scher Schutz der Bauhülle und geringstmög-
licher Eingriff in die Natur waren wichtige
Rahmenbedingungen, die sich in Einzelfällen
auch zur Gratwanderung entwickelten. Dank
der sehr konstruktiven Zusammenarbeit mit
den Genehmigungsbehörden konnte nach den
Abwägungsprozessen immer eine interessen-
gerechte Entscheidung getroffen werden.
Das durch Planvorgaben der BDBOS und den
verwendeten Funkstandard TETRA über Sach-
sen gelegte wabenartige, zellulare Funknetz,
ähnlich den kommerziellen Mobilfunknetzen,
erforderte die Standortfestlegung im Such-
kreisverfahren. Nur wenige Funkstandorte
(zirka drei Prozent) im Bestand des Landes wa-
ren dadurch für den Digitalfunk BOS geeignet,
alle anderen Standorte mussten als Neubau-
oder Mitnutzungsstandorte realisiert werden.
Es wurden etwa die Hälfte Neubaumaste in
Schleuderbeton oder Stahlgitterbauweise er-
richtet. 37 Prozent waren Bestandsmaste von
Mobilfunkbetreibern. Die restlichen neun Pro-
zent verteilten sich auf Sonderbauformen wie
Dachstandorte oder Schornsteine.
Spezifische Herausforderungen
Primäres Auswahlkriterium für die Standorte
stellten die funktechnischen Anforderungen
dar. In der Projektgruppe BOS-Digitalfunk
Sachsen erfolgte dies mit einem Berech-
nungstool, das Topographie, Bebauung und
Bewuchs berücksichtigt. Die Wahl der Bauart
wurde im entscheidenden Maße auch durch
die Faktoren Umweltverträglichkeit und Wirt-
schaftlichkeit mitbestimmt. Es wurden immer
mehrere mögliche Standorte untersucht, be-
wertet und schließlich in gemeinsamer Bera-
tung aller am Projekt Beteiligten festgelegt.
Nach der Bewilligung durch die BDBOS und
die Bundesnetzagentur konnte die Ausfüh-
rungsplanung erarbeitet werden.
An Mitnutzungsstandorten von Mobilfunkbe-
treibern wurde am Boden ein vorgefertigter
Betoncontainer für die Systemtechnik aufge-
stellt. Die Stromversorgung und der Anten-
nenkabelweg mussten bereitgestellt werden.
Die erforderlichen Antennentragkonstrukti-
onen aus Stahl konnten meist erst nach Um-
bauten und Verstärkungen am Bestandsmast
angebracht werden.
In Gebieten mit einem geringen Bestand an
Funkmasten wurden landeseigene Masten als
Neubau errichtet. Die Neubaustandorte befin-
den sich zum größten Teil im Außenbereich.
Die Baugenehmigung erfolgte unter stren-
gen Auflagen, so mussten Nachweise über
minimale Eingriffe in Natur und Landschaft
sowie nachfolgender Kompensationsmaßnah-
men erbracht werden. Als Regelbauart wur-
den mehrteilige Schleuderbetonmasten mit
einer durchschnittlichen Höhe von 40 bis 50
Meter und einem aus Stahlrohr bestehenden
Mastaufsatz von drei bis fünf Meter Höhe auf-
gestellt. In landschaftlich sensiblen Gebieten,
wo auch die Zugänglichkeit für Schwertrans-
porte eingeschränkt war, kamen Stahlgit-
termaste zum Einsatz. Hier half die filigrane
Konstruktion, das gesamte Erscheinungsbild
des Standortes unauffälliger zu gestalten. Die
Container für Systemtechnik erhielten eine
landschaftstypische Holzverkleidung.
NIEDERLASSUNG BAUTZEN
Hausanschrift
Fabrikstraße 48
02625 Bautzen
Telefon
+49 3591 582 0
Fax
+49 3591 582 109
E-Mail
poststelle@
sib-b.smf.sachsen.de
Zuständigkeitsbereich
Landkreis Bautzen
Landkreis Görlitz
Teilkreis Sächsische Schweiz-
Osterzgebirge
Für Aufgaben im Sinne des Vermögenszuord-
nungsgesetz (VZOG) ist die Niederlassung
Chemnitz zuständig.
Für Fragen zur Bodenreform und Aufgaben
im Zusammenhang mit Fiskalerbschaften
ist die Niederlassung Dresden I zuständig.
Beschäftigte
128
Auszubildende
Bauvolumen
55,0 Millionen Euro
Anzahl Baumaßnahmen
310
Anzahl Gebäude
327, NGF 447.621 m²
Anzahl Flurstücke
213, Fläche 2.091.645 m²
Neben der Montage eines 70 Meter hohen
Schleuderbetonmastes mittels 400-Tonnen-
Kran, war der Tausch des oberen Mastschusses
an einem Stahlgittermast mittels Hubschrau-
ber ein nicht alltägliches Ereignis.
In Sachsens Großstädten wurden häufig
Dachstandorte akquiriert, oft alternativlos,
weil Freiflächen in städtischer Bebauung
schwer verfügbar und nicht genehmigungs-
fähig waren.
Bei Zwängen in der Baufreiheit oder aus
Platzgründen am Standort kamen für die Un-
terbringung der Systemtechnik teilweise so-
genannte Outdoorstationen zum Einsatz. Hier
wurden nur Fundamente benötigt, auf die
dann Funktechnikschränke in Freiluftausfüh-
rung montiert wurden.
Mit der Bereitstellung der BOS-Basisstatio-
nen wurde der Erstaufbau des Digitalfunks
BOS im Freistaat Sachsen im Dezember 2013
abgeschlossen.
Bauzeit
06/2008 – 12/2013
Bereitstellung für das BOS Zugangsnetz
Sachsen / Grundausbau 12/2013
Gesamtbaukosten
55 Millionen Euro
SIB Niederlassung Bautzen –
Leitstelle Digitalfunk
Drei Netzabschnitte:
Leipzig, Dresden, Chemnitz
mit 247 Basisstationen und
Netzzugangspunkten
LEIPzIg
drESdEn
cHEMnItz
Torgau
Riesa
Meissen
Freiberg
Zwickau
Plauen
Bautzen
dresden
Leipzig
chemnitz
Hoyerswerda
Görlitz

image
image
50 | Die Standorte
Die Standorte | 51
niederlassung chemnitz
TECHNISCHE UNIVERSITÄT CHEMNITZ
UMBAU UND SANIERUNG
ADOLF-FERDINAND-WEINHOLD-BAU
Der Umbau und die Sanierung des Adolf-Fer-
dinand-Weinhold-Baus der Technischen Uni-
versität Chemnitz war wesentlicher Teil der
räumlichen Neuordnung der Universität, in
deren Rahmen zahlreiche Universitätsgebäu-
de aktuellen Standards angepasst wurden, um
heutigen Lehr- und Forschungsbedingungen
zu genügen und das Profil der TU Chemnitz
zu stärken.
Zur Schaffung der Baufreiheit waren jahrelan-
ge, umfangreiche Vorbereitungen, beginnend
2003 mit weitgreifenden Untersuchungen der
Neustrukturierung der TU Chemnitz, verbun-
den mit Wirtschaftlichkeitsuntersuchungen
notwendig.
Nachfolgend benannte Baumaßnahmen muss-
ten als Voraussetzung für die Baumaßnahme
Umbau und Sanierung Weinholdbau unter
Leitung der Niederlassung Chemnitz entspre-
chend des Rahmenterminplanes seit 2005
sowie innerhalb des genehmigten Kostenrah-
mens (gesamt zirka 87 Millionen Euro) umge-
setzt werden:
1
Ersatzneubau TK-Anlage
2
Ersatzneubau Physik/Reinraum
3
Umbau und Sanierung Thüringer
Weg 7 (Wirtschaftswissenschaften)
4
Umbau und Sanierung Thüringer
Weg 9 (Philosophie)
5
Interim Teilbibliothek Reichenhainer
Str. 39 / 41
6
Weinholdbau Interim
Der Kostenrahmen für dieses enorme Bau-
programm konnte trotz langer Projektlaufzeit
eingehalten werden.
Terminplanung und Koordinierung der vor ge-
nannten Baumaßnahmen erfolgte durch den
SIB. Eine besondere Herausforderung war ein
funktionierendes Umzugsmanagement in den
Semesterferien. Die Teilbaumaßnahmen muss-
ten somit zeitgerecht fertiggestellt werden.
Der Adolf-Ferdinand-Weinhold-Bau ist das an
Nutzfläche größte Gebäude an der Reichen-
hainer Straße und bildet in Verbindung mit
dem Hörsaalgebäude und der Mensa das Zen-
trum des Campus in diesem Universitätsteil.
Bauausführung
2006 wurde im Vorfeld der Maßnahme ein
einstufiger, begrenzt offener Realisierungs-
wettbewerb mit vorgeschaltetem Auswahl-
verfahren ausgerichtet. Im Rahmen der aus
bauphysikalischen und technischen Erwägun-
gen dringend gebotenen Sanierung sollte aus
Gründen der Nachhaltigkeit sowie damit ein-
hergehenden wirtschaftlichen Überlegungen
die ursprüngliche Tragstruktur des Gebäudes
erhalten bleiben. Weiterhin hatte zur Vermei-
dung umfangreicher Interimsunterbringun-
gen während der Bauphase die Sanierung
in zwei Bauabschnitten zu erfolgen, um den
Universitätsbetrieb möglichst wenig zu beein-
trächtigen. Das Gebäude, bisher bauordnungs-
rechtlich als Hochhaus eingeordnet, wurde
äußerlich um zwei Geschosse reduziert und
wiederum um ein nördlich zurückspringendes
Technikgeschoss ergänzt. Die Büros sind auf
der Gebäudesüdseite angeordnet, während
die Nordseite die Labore beherbergt. Weiter-
hin erhielt der Adolf-Ferdinand-Weinhold-
Bau eine neue Fassade aus Betonfertigteilen
und wurde brandschutztechnisch ertüchtigt.
Neben Hörsälen, Computerpools, Lehrkabinet-
ten und Büros verfügt das Gebäude nun über
ein angemessenes Foyer direkt gegenüber der
Mensa der TU Chemnitz. Im Ergebnis einer
Wirtschaftlichkeitsuntersuchung wurde der
bisherige Zwischenbau abgerissenen und neu
errichtet, er beherbergt die größeren Hörsäle.
Nach Abschluss der Baumaßnahme steht
mit dem Adolf-Ferdinand-Weinhold-Bau ein
modernes Instituts- und Laborgebäude zur
Verfügung, mit dem die Grundlagen für eine
zeitgemäße Forschung und Ausbildung ge-
schaffen werden. Bei dem Vorhaben handelt
es sich um die bisher umfangreichste und kos-
tenintensivste Hochbaumaßnahme an der TU
Chemnitz. Das Vorhaben wurde vom Freistaat
Sachsen sowie aus dem Europäischen Fonds
für regionale Entwicklung (EFRE) finanziert.
gestaltungskonzept
Entsprechend der Bestandssituation ist auch
das neue Erscheinungsbild des Adolf-Ferdi-
nand-Weinhold-Baus wieder von den Materi-
alien Glas und Beton geprägt. Im Rahmen von
Workshops konnte zusammen mit den Archi-
tekten, der TU Chemnitz und dem SIB die archi-
tektonisch unterschiedliche Nord- und Südfas-
sade jeweils zeitgemäß übersetzt werden. Beide
Hauptfassaden bestehen nun aus großformatig
vorgefertigten, wärmegedämmten Sichtbeton-
konstruktionen. Die Südfassade / Bürofassade
wird von einem Hauptfensterband geprägt,
welchem jeweils alternierend ein niedrige-
res Band gleicher Breite unter und über dem
Hauptband folgt. So wird die riesige Fassaden-
fläche optisch aufgelockert. Die Nordfassade /
Laborfassade ist durch außenbündige, perfo-
rierte Bleche gegliedert. Im Inneren des Gebäu-
des finden sich vorwiegend lackierte und be-
schichtete Oberflächen an Wänden, Böden und
Decken, die eine einheitliche Oberflächenan-
mutung generieren und einen gestalterischen
Kontrapunkt zu den porösen Betonoberflächen
darstellen. Die farbliche Gestaltung des Gebäu-
des ist sehr dezent in schwarz, weiß sowie ver-
schiedenen Grautönen gehalten.
Bauzeit
1. Bauabschnitt 09/2009 – 08/2011
2. Bauabschnitt 09/2011 – 09/2013
Gesamtbaukosten
53,4 Millionen Euro *
NIEDERLASSUNG CHEMNITZ
Hausanschrift
Brückenstraße 12
09111 Chemnitz
Telefon
+49 371 457 0
Fax
+49 371 457 4611
E-Mail
poststelle@
sib-c.smf.sachsen.de
Zuständigkeitsbereich
(ohne Zuwendungsbau)
Kreisfreie Stadt Chemnitz
Landkreis Mittelsachsen
Teilkreis Erzgebirgskreis
Vermögenszuordnungsgesetz (VZOG)
für den gesamten Freistaat Sachsen
Direktionsbezirk Chemnitz
(für Bodenreform)
zusätzlich auf dem Gebiet der Fiskal-
erbschaften in den Amtsgerichtsbezirken
Annaberg, Chemnitz, Döbeln, Freiberg,
Hainichen, Marienberg und Stollberg
Beschäftigte
211
Auszubildende
Bauvolumen
73,7 Millionen Euro
Anzahl Baumaßnahmen
542
Anzahl Gebäude
517, NGF 949.245 m²
Anzahl Flurstücke
239, Fläche 3.922.284 m²
Bilder links und oben: Sichtbetonbetonfassade
des Adolf-Ferdinand-Weinhold-Baus
* Dieses Projekt wurde finanziert aus Mitteln
der Europäischen Union.

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52 | Die Standorte
Die Standorte | 53
niederlassung Dresden I
LANDWIRTSCHAFTS- UND
UMWELTZENTRUM, NOSSEN
NEUBAU
Mit dem Landwirtschafts- und Umweltzen-
trum (LUZ) in Nossen ist zentral im ländli-
chen Raum des Freistaates ein umfangreicher
neuer Forschungsstandort für die landwirt-
schaftliche Versuchstätigkeit des Sächsischen
Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und
Geologie (LfULG) sowie die Wasser- und Bo-
denuntersuchungen der Staatlichen Betriebs-
gesellschaft für Umwelt und Landwirtschaft
(BfUL) entstanden. Der überwiegende Teil der
Gebäude wurde – als Pilotprojekt – in Passiv-
hausbauweise errichtet. Zusammen mit den
angrenzenden Versuchsfeldern schaffen die
zahlreichen auf dem Areal befindlichen Ge-
bäude mit ihren mannigfaltigen Funktionen
nicht nur kurze Wege und große Synergie-
effekte zwischen den Fachbereichen, sie er-
möglichen gleichzeitig eine enge Verknüpfung
wissenschaftlicher Forschungstätigkeit mit
praxisorientierter Öffentlichkeitsarbeit. Teile
des Gebäudekomplexes werden auch für pu-
blikumswirksame Informations- und Fortbil-
dungsveranstaltungen genutzt.
Der Neubaukomplex wurde an einem tra-
ditionsreichen Standort errichtet. Seit den
1930er Jahren wird auf den zum Landesamt
gehörenden Versuchsfeldern eine intensive
Feldforschung betrieben. Außerdem befindet
sich die neue Anlage in mittelbarer Nähe der
seit Jahrhunderten als „Kornkammer Sachsens“
bekannten Hochertrags-Agrarregion der „Lom-
matzscher Pflege“. Dies ermöglicht den in Nos-
sen untergebrachten Abteilungen einen engen
Kontakt zu den Landwirten sowie eine unkom-
plizierte Vor-Ort-Betreuung der lokalen Förder-
und Forschungsprojekte und damit gleichzeitig
eine eindrucksvolle Präsenz in der Region.
Bauausführung
Zu den größten Herausforderungen dieses
Projektes gehörte - neben den Maßnahmen
zur Energieeinsparung - vor allem der wäh-
rend des fortschreitenden Planungsprozesses
rasant anwachsende Flächenbedarf. Bereits
2005 schrieb der SIB ein VOF-Verfahren zur
Neustrukturierung des Standortes aus. Dabei
sollten mehrere neue Servicegebäude für den
Fuhrpark, die Lagerung des Saatgutes sowie
die Aufbereitung der Proben der alteingeses-
senen Sortenprüfstelle errichtet werden. Das
Verfahren gewann eine ARGE der Planungs-
gesellschaften Hartmann + Helm (Weimar)
sowie Junk & Reich (ebenfalls aus Weimar).
Im Zuge der vom Freistaat durchgeführten
Umstrukturierung der Behörden im Umwelt-
und Landschaftsbereich, sollte die Versuchs-
station schrittweise zu einem umfangreichen
Großforschungs- und Beratungszentrum der
Fachbereiche pflanzliche Erzeugung und land-
wirtschaftliches Untersuchungswesen aus-
gebaut werden. Durch die Verlegung weiterer,
bislang auf neun verschiedene Standorte in
ganz Sachsen verteilter Abteilungen nach Nos-
sen erfolgte nach und nach die Bündelung die-
ser Behörden an einer zentralen Stelle. Dafür
war die angestammte Liegenschaft, die sich
größtenteils im nicht für eine Bebauung vor-
gesehenen Außenbereich des Ortes befindet,
jedoch nicht ausgelegt. Durch eine zielgerich-
tete Lenkung der projektbezogenen lokalen Pla-
nungs- und Entscheidungsprozesse gelang es
dem SIB – über einen von der Stadt Nossen neu
erstellten Bebauungsplan – auch für das stark
erweiterte Projekt Baurecht zu schaffen. 2008
wurde mit dem sogenannten Wirtschaftshof
als erstem Bauabschnitt der immer komplexer
gewordenen Baumaßnahme begonnen.
Die Baudurchführung bot ebenfalls einige
Herausforderungen. Die Bodenverhältnisse
des zu den Versuchsfeldern hin ansteigen-
den Grundstücks waren gründungstechnisch
schwierig. Aufgrund der hohen Lößlehman-
teile musste der Baugrund großflächig me-
chanisch verdichtet sowie durch Injektionen
verfestigt, an einigen Stellen sogar ganz aus-
getauscht werden. Außerdem wurden auf-
grund von neu eingeführten EPPO-Standards*
für den Umgang mit möglicherweise schäd-
lingsbefallenem Material spezielle bautechni-
sche Sonderlösungen für die EPPO-Zentrale
sowie die verschiedenen Quarantänebereiche
(hermetisch abgeschlossene Gewächshauska-
binen und Labore, Quarantänekartoffellager)
entwickelt. Dank umsichtiger Planung konnte
auch ein Cabrio-Gewächshaus, das eine kon-
trollierte naturnahe Aufzucht ermöglicht, auf
dem Gelände errichtet werden.
Zusätzlich schrieb der SIB 2012 für das Lan-
des- und Umweltzentrum einen „Kunst am
Bau“-Wettbewerb aus. Diesen gewann der
Chemnitzer Metallgestalter Teo Richter. Er be-
grenzte den an der Böschung gelegenen Vor-
platz mit einer 24 Meter langen Cortenstahl-
Wandscheibe, die mit Saatkornmotiven aus
opakem Plexiglas versehen ist. Ein verschie-
dene Bodenschichten darstellender Wandfries
akzentuiert den Mehrzweck- und Speiseraum.
Projektsteuerung
Die Projektverantwortlichen der Niederlas-
sung koordinierten gemeinsam mit einem
externen Projektsteuerer alle Abstimmungs-
und Entscheidungsprozesse der komplexen,
mehrphasigen Baumaßnahme mit einer
Vielzahl von Beteiligten. Dabei wurden unter
anderem 23 beteiligte Fachplaner sowie 101
ausführende Firmen baulich, terminlich und
kostenseitig gesteuert.
Für Laborgebäude in Passivhausbauweise gab
es noch keinerlei Referenzobjekte. Trotzdem
gelang es den Projektverantwortlichen des
SIB in enger Zusammenarbeit mit den be-
teiligten Fachplanern und Architekten durch
eine zielgerichtete Planung der konstruktiven
und bautechnischen Details sowie deren kon-
sequenter baulicher Umsetzung beim neuen
Nossener Verwaltungs- und Laborkomplex die
angestrebte Passivhauszertifizierung zu errei-
chen. Ein niedriger Primärenergieverbrauch
wurde dabei durch die optimale Ausnutzung
der eingesetzten Energie, durch eine kom-
pakte Kubatur, eine stark wärmegedämmte
Gebäudehülle sowie eine mit einem hoch ef-
fizienten Wärmerückgewinnungssystem ge-
koppelte Lüftungsanlage erreicht. Der in der
Liegenschaft benötigte Strom wird größ-
tenteils vor Ort durch ein erdgasbetriebenes
Blockheizkraftwerk erzeugt. Dieses fungiert
gleichzeitig als Netzersatzanlage. Die bei der
Stromerzeugung anfallende Wärme wird so-
wohl für Heizzwecke als auch – in Verbindung
mit einer Absorptionskälteanlage - zur Raum-
kühlung verwendet.
Das Landwirtschafts- und Umweltzentrum
wurde in mehreren Bauetappen errichtet und
zum Jahrenswechsel 2012/2013 an die Nut-
zer übergeben. Die hohe Energieeffizienz er-
möglicht eine umweltfreundliche und wirt-
schaftliche Nutzung der Anlage. Die bei den
Laborgebäuden erstmalig erzielten bautech-
nischen Erkenntnisse werden als Grundlage
für zukünftige Maßnahmen genutzt.
Bauzeit
1/2008 – zum Jahreswechsel
2012/2013
Gesamtbaukosten
41 Millionen Euro
NIEDERLASSUNG DRESDEN I
Hausanschrift
Königsbrücker Straße 80
01099 Dresden
Telefon
+49 351 809 30
Fax
+49 351 809 3100
E-Mail
poststelle@
sib-d1.smf.sachsen.de
Zuständigkeitsbereich (soweit nicht
Niederlassung Dresden II sachlich zustän-
dig; ohne VZOG)
Kreisfreie Stadt Dresden
Landkreis Meißen
Teilkreis Sächsische Schweiz-
Osterzgebirge
Direktionsbezirk Dresden
(für Bodenreform und Fiskalerbschaften)
Beschäftigte
214
Auszubildende
6
Bauvolumen
72,4 Millionen Euro
Anzahl Baumaßnahmen
378
Anzahl Gebäude
531, NGF 1.052.149 m²
Anzahl Flurstücke
266, Fläche 3.097.261m²
Bild oben: Vollständige Öffnung des
Cabrio-Gewächshauses gewährleistet
naturnahe Bedingungen
Bild unten: Eingangsbereich mit Kunst
am Bau des Künstlers Teo Richter
* EPPO: European and Mediteranean Plant Protection
Organisation – Pflanzenschutzorganisation für Europa
und das Mittelmeer)

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54 | Die Standorte
Die Standorte | 55
niederlassung Dresden II
TECHNISCHE UNIVERSITÄT DRESDEN
NEUBAU TECHNIKUM –
WERNER HARTMANN BAU
Mit der sich verschärfenden Wettbewerbssitu-
ation zwischen den Hochschulen und Univer-
sitäten gewinnt die zunehmende Profilierung
der einzelnen Einrichtungen immer mehr an
Bedeutung. Gerade für fachlich herausragen-
de und zukunftsweisende Forschungs- und
Lehrbereiche wird eine intensive Unterstüt-
zung erforderlich, um den erarbeiteten Stand
gegenüber anderen Einrichtungen zu wahren
oder auszubauen. Die Fakultät Elektrotechnik
und Informationstechnik stützt sich dabei auf
die zukunftsorientierte Weiterentwicklung in
den fünf verschiedenen Forschungsprofilen
Automatisierungs-, Mess- und Regelungs-
technik; Elektroenergietechnik; Informations-
elektronik; Kommunikationstechnik und Mik-
ro-/Opto-/Nanoelektronik.
Die Fakultät Elektrotechnik und Informations-
technik benötigt fachübergreifend Flächen,
welche die gleichen Anforderungen an hoch
installierte Labore besonders in Bezug auf
Reinraum- oder Grauraumqualität besitzen.
Seitens der TU Dresden bestand daher seit ge-
raumer Zeit die Notwendigkeit über ein Lehr-
und Forschungsumfeld zu verfügen, welches
von den Instituten der Fakultät gemeinsam
genutzt werden kann.
Trotz umfangreicher Untersuchungen zur Un-
terbringung im Bestand der bereits vorhande-
nen Gebäude, konnte keine sinnvolle Variante
gefunden werden. Die Entwicklung eines Neu-
baus im Bereich der Nöthnitzer Straße wurde
daher angestrebt.
Der SIB führte daraufhin einen interdiszip-
linaren Architektenwettbewerb durch, aus
dem die Arbeitsgemeinschaft Architekturbüro
Werner Bauer und Scholze Ingenieurgesell-
schaft mbH als Sieger hervorgingen.
Bauausführung
Das äußere Erscheinungsbild des Werner
Hartmann Baus wird durch eine vorgehäng-
te Fassade aus Metallpaneelen bestimmt. Im
Bereich der Erschließungshalle löst sich die
zum Teil perforierte Metallfassade von der
zurückgesetzten Verglasung. So ist die Fas-
sade auch vom Innenraum aus erlebbar und
wird zum gestalterisch identitätsstiftenden
Element durch die besondere atmosphäri-
sche Situation. Das Motiv wurde einer Leiter-
platte, dem tragenden Element in der Elek-
tronik, entlehnt.
Das Gebäude gliedert sich in den zur Nöth-
nitzer Straße orientierten Gebäudeflügel mit
gemeinsam genutzten Funktionen ohne be-
sondere Raumanforderungen, wie beispiels-
weise Foyer, Besprechungsräume oder Lager.
Im westlichen und östlichen Trakt hingegen
sind die Hochtechnologielabore angeordnet,
die alle notwendigen Raumparameter für den
Forschungsbetrieb erfüllen.
Das Bauwerk ist in drei oberirdische Geschos-
se gegliedert und teilweise unterkellert.
Zwischen den Labortrakten wurde ein offener
Innenhof zur Tageslichtversorgung der Labore
angeordnet, welcher ebenfalls zur Herstellung
des zweiten baulichen Rettungsweges mittels
Brücke nach Süden hin dient. Eine im Innen-
hof angeordnete, offene Fluchttreppe sichert
den zweiten Rettungsweg.
Die Laborbereiche in den Ost-West orientier-
ten Gebäudeflügeln wurden Rücken an Rü-
cken angeordnet und über äußere umlaufende
Flure ausreichend mit Tageslicht versorgt. Die
gewählte Grundrissorganisation ermöglicht
eine effektive Nutzung der hochinstallierten
Laborflächen. Alle Labore sind mit gerasterten,
revisionierbaren Unterdecken, Doppelböden
und Systemwänden ausgestattet. Eine flexible
und maximale Zusammenschaltbarkeit der La-
borflächen ist so auch zukünftig gewährleistet.
Das Gebäude besitzt eine monolithische Roh-
baustruktur. Das Tragsystem der Labortrakte
berücksichtigt die Belange einer hochgradig
flexiblen und im fortlaufenden Wandlungs-
prozess begriffenen Forschung. Tragende
Stützen sind auf die Fassadenebenen und die
Mittellängswand, die für technische Installati-
onen vorbehalten ist, beschränkt. Aussteifende
Wandscheiben sind grundsätzlich außerhalb
der Laborflächen angeordnet. Die Rohbaukon-
struktion ist auf das Ausbauraster abgestimmt.
Die in Gebäudequerrichtung großen Spannwei-
ten werden mit Flachdecken überspannt. Der
Einsatz von Hohlkörpern (sogenannten Cobiax-
Decken) führte zu einer erheblichen Betonein-
sparung bei unveränderter Gebäudesteifigkeit.
Zur Sicherstellung des Forschungsbetriebes,
insbesondere für Messungen an Mikrostruk-
turen, muss das Gebäude besonders schwin-
gungsarm, daher extrem steif und unempfind-
lich gegen über der Einwirkung äußerer und
innerer Störquellen ausgeführt werden. Dafür
wurden im Gebäude Zonen erhöhter Schwin-
gungssensibilität von schwingungserzeugen-
den Raumbereichen, wie Technikflächen und
Fertigungslinien für elektrotechnische Bautei-
le, getrennt. Unterhalb der Laborflügel wurde
die Flachgründung auf zwei Meter dicken Bo-
denplatten ausgeführt. Im nördlichen Gebäu-
deflügel kommt ein konventionelles Tragwerk
aus tragenden und aussteifenden Wänden,
Kernen und Flachdecken zum Einsatz.
Die neu geschaffenen Laborbereiche verei-
nen modernste Ausstattungskonzepte für
Forschung und Lehre. Dabei wurde Wert auf
die synergetische und verfahrenstechnische
Kopplung der Labore unter Beachtung der
verschiedenen Reinraumklassen und schwin-
gungstechnischen Anforderungen gelegt.
Besonders sensible Geräte (wie beispielsweise
ein Rasterelektronenmikroskop) stehen auf
schwingungsisolierten Sonderfundamenten.
Vom Untergeschoss bis zum zweiten Oberge-
schoss stehen eine Hauptnutzfläche von 2.268
Quadratmetern und eine Labornutzfläche von
1.965 Quadratmetern für viele verschiedene
Forschungsarbeiten im Micro- und Nano-
Elektronikbereich zur Verfügung.
Neben der sehr anspruchsvollen Integration al-
ler fachlich Beteiligten, wie Nutzer, Planer und
ausführende Firmen an so einem hochkomple-
xen Bauvorhaben, gibt es auch immer wieder
spannende und unerwartete Situationen. Ganz
Besonderheiten waren hier unter anderem das
Auffinden einer Flackstellung aus dem zweiten
Weltkrieg und der Fund von Teilen eines Woll-
haarmammuts während der Erdarbeiten.
Das Bauvorhaben wurde gefördert durch den
Europäischen Fond für Regionale Entwicklung
(EFRE)
Bauzeit
05/2011 – 10/2013
Gesamtbaukosten
32.600.000 Euro
davon 32.253.000 Euro *
EFRE-Mittel Europäischer Fond
für Regionale Entwicklung
NIEDERLASSUNG DRESDEN II
Hausanschrift
Ostra-Allee 23
01067 Dresden
Telefon
+49 351 4735 90
Fax
+49 351 4735 888
E-Mail
poststelle@
sib-d2.smf.sachsen.de
Zuständigkeitsbereich Hochschulen,
Einrichtungen des SMK,
Bildungs einrichtungen des SMI und des
SMWK, Bundesbau, Zuwendungsbau für
Kreisfreie Stadt Dresden
Landkreis Meißen
Teilkreis Sächsische Schweiz-
Osterzgebirge
Direktionsbezirk Dresden (für Hochschulen)
Beschäftigte
174
Auszubildende
Bauvolumen
100,6 Millionen Euro
Anzahl Baumaßnahmen
375
Anzahl Gebäude
385, NGF 1.062.110 m²
Anzahl Flurstücke
262, Fläche 2.333.843 m²
Bild oben: Fassade aus zum Teil
perforierten Metallpaneelen
Bild unten: Laboranlage
* Dieses Projekt wurde anteilig finanziert aus Mitteln
der Europäischen Union.

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56 | Die Standorte
Die Standorte | 57
niederlassung leipzig I
DEUTSCHES BIOMASSEFORSCHUNGS-
ZENTRUM LEIPZIG
INTERDISZIPLINÄRER REALISIERUNGS-
WETTBEWERB FÜR
DEN NEUBAU TECHNIKUM
Nach einer Standortentscheidung der Bundes-
regierung zur Ansiedlung des Deutschen Bio-
masseforschungszentrums (DBFZ) in Leipzig
begann das Forschungsinstitut 2008 seinen
Betrieb auf dem Grundstück im Stadtbezirk
Schönefeld.
Das Ziel der Forschungsarbeit des DBFZ be-
steht darin, das Wissen um die Möglichkeiten
und Grenzen einer energetischen Nutzung
der Biomasse zu erweitern. Es ist auf diesem
Gebiet ein zentrales nationales Forschungs-
und Entwicklungszentrum mit internationaler
Ausstrahlung und ein wichtiges Element der
Energiewendepolitik.
Der „Neubau Technikum“ ist eine Zuwen-
dungsbaumaßnahme, die jedoch vereinba-
rungsgemäß als Baumaßnahme Dritter ge-
mäß den Richtlinien zur Durchführung von
Bauaufgaben des Bundes (RBBau), vertreten
durch den SIB, durchgeführt wird. Mit Un-
terzeichnung der Verwaltungsvereinbarung
begann die Arbeit des SIB.
Zur Sicherung der Forschungstätigkeit wur-
den im Rahmen des Konjunkturpaket-II-
Programms der Bundesregierung ab 2010 die
vorhandenen Gebäude auf der Liegenschaft
für eine Weiternutzung ertüchtigt, Interims
gebaut und eine Forschungsbiogasanlage
neu errichtet, die 2013 übergeben wurde.
Sie ergänzt heute das Spektrum der anwen-
dungsorientierten Forschung des DBFZ. Die
Herausforderung für den SIB bestand in der
Einmaligkeit des Vorhabens, den Aufbau einer
Anlage im reduzierten Maßstab mit standard-
mäßig gefertigten Ausrüstungen der Industrie
für Biogasanlagen und den komplexen ver-
fahrungstechnischen Vorgaben des DBFZ zu
planen und zu realisieren.
grundlagen
Parallel zu den Baumaßnahmen wurde auf
der Grundlage einer Machbarkeitsstudie eine
bestätigte Bedarfsplanung einschließlich
Energieversorgungskonzept für die dringend
notwendige Erweiterung des DBFZ erarbeitet.
Ziel des Energieversorgungskonzeptes ist die
Erreichung eines möglichst hohen Autarkie-
anteils von selbst erzeugter Energie für Wär-
me, Kälte und Strom.
Wettbewerbsaufgabe
Für die Erweiterung des Forschungsstandortes
ist der Neubau eines Technikums mit insge-
samt 6.900 Quadratmetern Hauptnutzfläche
vorgesehen. Er umfasst neben den techni-
schen Flächen für den Aufbau verschiedenster
Versuchsanlagen und Laborbereiche einen Se-
minar- und Bürobereich.
Die Niederlassung lobte 2013 in Vertretung
des DBFZ einen interdisziplinären Realisie-
rungswettbewerb nach der Richtlinie für Pla-
nungswettbewerbe aus. Nach einem vorge-
schalteten Bewerbungsverfahren wurden von
56 Bewerbern insgesamt 25 Wettbewerbsteil-
nehmer ausgewählt. 23 Teilnehmer reichten
ihre Beiträge ein.
nachhaltiges Bauen
Als weltweit agierendes Forschungsunterneh-
men ist mit dem Neubau dem nachhaltigen
Bauen Rechnung zu tragen. Die Anforderun-
gen umfassen einen ganzheitlichen Ansatz
mit den Schwerpunkten Flexibilität, ener-
giesparendes Bauen, Einsatz ökologischer
Baustoffe, Gesundheit und Behaglichkeit,
Nutzungsqualität sowie Bauwerks- und Be-
wirtschaftungskosten.
Wechselnde Forschungsprojekte und steigen-
de Mitarbeiterzahlen sind der Grund, dass im
Sinne einer nachhaltigen Entwicklung des
Forschungscampus vor allem eine hohe Flexi-
bilität in der Gebäudenutzung und eine lang-
fristige Erweiterbarkeit am Standort gewähr-
leistet werden muss. Ein besonderer Anspruch
der Wettbewerbsaufgabe bestand auch darin,
das Energieversorgungskonzept in die Pla-
nung zu integrieren.
Die wettbewerbsrelevanten Nachhaltigkeits-
anforderungen wurden als integraler Be-
standteil in die Auslobungsunterlagen aufge-
nommen, Vorprüfung und Jury mit Vertretern
der Fachplanung besetzt. Im Rahmen der
Vorprüfung wurde das Tool zur Nachhaltig-
keitsbewertung von Architekturwettbewerben
des Bundes (SNAP-Tool) erprobt und erfolg-
reich eingesetzt. Dabei wurden die Nachhal-
tigkeitskriterien mit Hilfe eines Ampelsystems
bewertet. Damit die wesentlichen Nachhaltig-
keitsaspekte in die Entscheidungsfindung der
Preisrichter einfließen konnten, erfolgte eine
adäquate Aufbereitung des Vorprüfberichtes
sowie die Darstellung und Bewertung der
Nachhaltigkeitskriterien in den Informations-
und Wertungsrundgängen. Die Nachhaltig-
keitsdiskussion der Preisrichter, Sachverstän-
digen und Gäste wurde sehr rege geführt. Die
Wettbewerbsteilnehmer haben sich insgesamt
sehr intensiv mit den Nachhaltigkeitsaspekten
auseinandergesetzt.
Im Juli 2013 überzeugte der Entwurf des Leip-
ziger Architekturbüros Schulz und Schulz mit
dem Büro MLT Medien Licht Technik Ingeni-
eure GmbH aus Leipzig die Preisrichter durch
einen architektonisch ansprechenden Gebäu-
dekomplex und die gelungene Verbindung von
technischen Anforderungen mit einer attrak-
tiven städtebaulichen Gestaltung.
Der Preisträgerentwurf integriert sich so-
wohl in das städtische Umfeld als auch in
die bestehenden baulichen Anlagen und for-
muliert das „Tor zum DBFZ“ als repräsenta-
tive Adresse. Die Körper für Technikum und
Verwaltung werden über ein erdgeschossiges
Band aus Labor- und Seminarräumen zu ei-
nem Ensemble zusammengefasst.
Die relativ kompakten Baukörper unterstützen
das energiesparende und kostengünstige Bau-
en. Der Gebäudekomplex soll in nachhaltiger
und innovativer Holzmassivbauweise errichtet
werden und fördert in der bewusst gesetzten
Materialwahl das nachhaltige Bauen.
Wettbewerbszeitraum 2013
Bauzeit
07/2015 – 10/2017
Gesamtbaukosten
rd. 36,7 Millionen Euro
NIEDERLASSUNG LEIPZIG I
Hausanschrift
Schongauerstraße 7
04328 Leipzig
Telefon
+49 341 2555 000
Fax
+49 341 2555 178
E-Mail
poststelle@
sib-l1.smf.sachsen.de
Zuständigkeitsbereich (soweit nicht
Niederlassung Leipzig II sachlich zuständig;
ohne VZOG)
Kreisfreie Stadt Leipzig
Landkreis Leipzig
Landkreis Nordsachsen
Direktionsbezirk Leipzig (für Boden-
reform und Fiskalererbschaften)
Beschäftigte
172
Auszubildende
1
Bauvolumen
31,5 Millionen Euro
Anzahl Baumaßnahmen
317
Anzahl Gebäude
446, NGF 643.158 m²
Anzahl Flurstücke
552, Fläche 14.566.582m²
Siegerentwurf des Leipziger
Architekturbüros Schulz und Schulz
mit dem Büro MLT Medien Licht Technik
Ingenieure GmbH aus Leipzig

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58 | Die Standorte
Die Standorte | 59
niederlassung leipzig II
SCHLOSS HUBERTUSBURG, WERMSDORF
SONDERAUSSTELLUNG „250 JAHRE
HUBERTUSBURGER FRIEDEN“
BAU- UND SANIERUNGSARBEITEN
Zwischen der Idee und der Verwirklichung,
eine Ausstellung auf Schloss Hubertusburg
einzurichten, lagen nur 398 Tage. Es war eine
historische Chance, einige Räume des Schlos-
ses zu neuem Leben zu erwecken, als am
27. Januar 2012 Staatsminister der Finanzen
Prof. Dr. Georg Unland, anlässlich seines Be-
suches in Wermsdorf die SIB-Niederlassung
Leipzig II für die bauliche Umsetzung dieser
Aufgabe verantwortlich erklärte.
Ein gutes Bauwerk braucht sehr gute Umstände.
Der besondere Einsatz und Enthusiasmus aller
beteiligten Mitarbeiter, Planer, Fachbehörden,
Firmen und Institutionen war von entscheiden-
der Bedeutung für das Gelingen des Projektes.
Aus Anlass des 250. Jahrestages des Huber-
tusburger Friedens von 1763 sollte eine Son-
derausstellung der Staatlichen Kunstsamm-
lung Dresden im Schloss Hubertusburg das
Festjahr begleiten.
So wie ein Kunstobjekt in einer Vitrine seinen
Platz findet, wurden die Ausstellungsflächen
ganz bewusst in die kargen Räume des Schlos-
ses konzipiert. In enger Zusammenarbeit mit
der Staatlichen Kunstsammlung Dresden ist
eine Präsentation entstanden, die einen ein-
dringlichen Kontrast zwischen den prunkvollen
Ausstellungsstücken aus der Zeit August III.
und der spurenreichen baulichen Hülle in ihrer
historischen Dimension sucht. Die Verbindung
von Objekt und vorhandener Architektur wurde
so zu einem bewegenden Ensemble.
Ziel war es einen Ort zu schaffen, der dazu
beiträgt, dass die Jagdresidenz Schloss Huber-
tusburg wieder von einer breiten Öffentlich-
keit als ein kulturhistorischer Schwerpunkt in
Sachsen und als wertvolles bauliches Ensemb-
le wahrgenommen wird.
Bau- und Sanierungsausführung
Die ursprüngliche Planung sah eine Ausstel-
lung über zwei Etagen vor. In Anbetracht der
kurzen Bauzeit und der zur Verfügung ste-
henden Mittel konzentrierten sich die weite-
ren Planungen ausschließlich auf eine Fläche
von 430 Quadratmetern in der Beletage des
Hauptpalais sowie die Erneuerung der WC-
Anlage und den Einbau eines Empfangs- und
Kassenbereiches mit Garderobe.
Es mussten zunächst sechs Räume wieder
zugänglich gemacht werden, in denen größ-
tenteils Decken und Fußböden nicht mehr
vorhanden waren. Neben einer grundlegenden
Deckenbalkensanierung wurden alle nicht ori-
ginalen Wände entfernt. Nach dem Verschluss
offener Zugänge, der Erneuerung und Auf-
arbeitung historischer Fenster und Türen er-
folgte der Einbau von Sicherheitsfenstern und
Gittertüren sowie eines neuen Fußbodens.
Während der Malerarbeiten war eine konzep-
tionelle Begleitung unerlässlich.
Parallel dazu wurde die gesamte elektrotechni-
sche Installation erneuert und Überwachungs-
technik eingebaut. Für die Beleuchtung über
Schienensysteme konnte teilweise auf vor-
handene Strahler der Staatlichen Kunstsamm-
lung zurückgegriffen werden. Bei der Rekon-
struktion der Decken wurden Fragmente des
schmuckreichen Original-Stuckes freigelegt.
Diese Erkenntnisse machten es erst möglich,
ein rekonstruiertes Abbild des Audienzzimmers
der Kaisertochter Maria Josepha im Rahmen
der Ausstellung virtuell zu präsentieren.
Eine besondere Herausforderung stellten ne-
ben der Einhaltung des sehr engen Termin-
planes und des Budget von rund einer Million
Euro auch die Sicherheitsanforderungen für
die Ausstellungsobjekte dar.
Um einen barrierefreien Zugang zur Ausstel-
lung zu gewährleisten, wurde ein Aufzug inte-
griert, der an der Nordseite des Schlosses über
einen neuen Zugang erreichbar ist. Neben den
Ausstellungsräumen sollten der Ovalsaal und
die Königsloge der Schlosskirche ebenso zu be-
sichtigen sein.
Weiterhin wurde auf Wunsch des Freundes-
kreises Schloss Hubertusburg im Bereich des
südlichen Rundflügels der Schlossanlage ein
dauerhafter Gedenkort geschaffen, der in Form
eines großen Fensters an den weltumspannen-
den Konflikt des Siebenjährigen Krieges und
den Frieden von Hubertusburg erinnert. Die
originale Handschrift des Friedensvertrages ist
stark vergrößert als visuelles Schlüsselmotiv im
oberen Bereich des Fensters angebracht. Weite-
re Informationen und Teile der Übersetzung des
Vertrages befinden sich in Augenhöhe.
Parallel zu der Baumaßnahme für die Sonder-
ausstellung wurden neben dem allgemeinen
Bauunterhalt der Schlossanlage auch die Sa-
nierung der Königsloge und die Errichtung ei-
nes Besucherparkplatzes durchgeführt. Beide
Maßnahmen sollten ebenfalls bis zur Ausstel-
lungseröffnung abgeschlossen sein. Der Besu-
cherparkplatz wurde mit 48 Stellplätzen, wo-
von vier behindertengerecht sind, sowie mit
Fahrradständern und Motorradstellplätzen
ausgelegt. Er befindet sich auf der nördlichen
Seite der Schlossanlage auf dem historischen
Pferdeauslaufplatz direkt neben dem ehemali-
gen Reitbahntor, welches die Verbindung zum
Ort Wermsdorf darstellt.
Als besonderer Glücksfall stellte sich der Fund
von Faserresten der alten Wandbespannung
heraus, die während der Sanierung der Kö-
nigsloge entdeckt wurden. Der historische
Befund ermöglichte eine Rekonstruktion der
historischen Originalbespannung. Ebenso
konnte die Vergoldung der Spiegel im Ovalsaal
fertiggestellt werden.
Alle Baumaßnahmen wurden im vorgegebe-
nen Kostenrahmen pünktlich fertiggestellt.
Die Ausstellungseröffnung fand im Beisein des
Ministerpräsidenten und rund 1.200 Gästen
wie geplant am 27. April 2013 statt. Bis zum
letzten Ausstellungstag am 3. November 2013
konnten insgesamt 85.374 Besucher begrüßt
werden. Mit diesem einzigartigen Ausstel-
lungsprojekt war dem Publikum die Möglich-
keit eröffnet zugleich eines der imposantesten
Beispiele der Schlossbaukunst des 18. Jahrhun-
derts in Deutschland neu zu entdecken.
Bauzeit
06/2012 – 04/2013
Gesamtbaukosten
rd. eine Million Euro
NIEDERLASSUNG LEIPZIG II
Hausanschrift
Tieckstraße 2
04275 Leipzig
Telefon
+49 341 2175 0
Fax
+49 341 2175 222
E-Mail poststelle@
sib-l2.smf.sachsen.de
Zuständigkeitsbereich Hochschulen,
Universitätsklinikum Leipzig AöR,
Einrichtungen des SMWK, SMS und SMK für
Kreisfreie Stadt Leipzig
Landkreis Leipzig
Landkreis Nordsachsen
Direktionsbezirk Leipzig (für Hochschulen,
Krankenhausbau, Berufsakademie)
Beschäftigte
114
Auszubildende
1
Bauvolumen
62,5 Millionen Euro
Anzahl Baumaßnahmen
277
Anzahl Gebäude
343, NGF 1.020.083 m²
Anzahl Flurstücke
278, Fläche 4.129.343 m²
Bild oben: Ausstellungsansicht
Bild unten: Außenanlage Schloss Hubertusburg

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60 | Die Standorte
Die Standorte | 61
niederlassung zwickau
WESTSÄCHSISCHE HOCHSCHULE
ZWICKAU
ANMIETUNG EINES MODULAREN
GEBÄUDES ALS REINRAUMLABOR FÜR
NANOTECHNOLOGIE
Eine der größten Herausforderungen für den
SIB stellt die zeitnahe Befriedigung des Un-
terbringungsbedarfs der Hochschulen dar.
Dies soll nachfolgend anhand der Reinraum-
labore des Lehrstuhls für Experimentalphysik
und Nanotechnologie der Fakultät Physikali-
sche Technik/Informatik der Westsächsischen
Hochschule Zwickau (WHZ) gezeigt werden.
Im Lauf des Jahres 2012 erreichte die Nieder-
lassung Zwickau die Bedarfsanmeldung der
Westsächsischen Hochschule Zwickau (WHZ)
für den genannten Lehrstuhl ein Reinraum-
labor zu schaffen. Die Anforderungen an ein
solches Labor waren zum damaligen Zeitpunkt
nur sehr allgemein formuliert. Die eindeutige
Vorgabe lautete, das Labor in einen sinnvollen
organisatorischen und räumlichen Zusam-
menhang mit der Fakultät Physikalische Tech-
nik/Informatik zu bringen. Daraus ergab sich
der erste Prüfungsschritt, die Suche nach be-
reits vorhandenen und geeigneten Räumlich-
keiten auf dem Campus Innenstadt der WHZ,
auf dem die Fakultät Physikalische Technik/
Informatik angesiedelt ist.
Anzumerken ist, dass der Lehrstuhl Experi-
mentalphysik und Nanotechnologie, wie die
gesamte Fakultät Physikalische Technik/In-
formatik, mittelfristig in einem zu errichten-
den Neubau auf einem hierfür vorgesehenen
Baufeld auf dem Campus Innenstadt unterge-
bracht werden soll. Bei der kurzfristig zu reali-
sierenden Unterbringung des Reinraumlabors
sollte es sich folglich um eine Interimlösung
von einigen Jahren handeln.
Schnell stellte es sich heraus, dass sich im
vorhandenen, bereits von der WHZ genutz-
ten Baubestand keine Möglichkeit zur Schaf-
fung eines weiteren Reinraumlabors ergab.
Ebenfalls schied die mögliche Alternative, ein
spezielles Gebäude für die Unterbringung des
Reinraumlabors für Nanotechnologie zu er-
richten, sehr rasch aus – zum einen hätte dies
aufgrund der Dringlichkeit eine zu lange Zeit
in Anspruch genommen und zum anderen war
hierfür keine geeignete Freifläche vorhanden.
Die Anmietung externer Räumlichkeiten kam
ebenfalls nicht in Betracht da keine geeigne-
ten Flächen an den Campus Innenstadt der
WHZ angrenzen. Nachdem alle übrigen Hand-
lungsoptionen ausgeschlossen waren, ergab
es sich als einzige Möglichkeit eine zeitnahe,
interimistische Unterbringung des Reinraum-
labors für Nanotechnologie. Hierfür kam nur
die Anmietung von speziell ausgestatteten
Raumzellen in Frage, die auf einer Hoffläche
aufgestellt werden sollten, um den unmittel-
baren räumlichen Zusammenhang mit dem
derzeitigen Gebäude der Fakultät Physikali-
sche Technik/Informatik herzustellen.
In laufender und enger Abstimmung mit dem
Dezernat Technik der Hochschule sowie dem In-
haber des Lehrstuhls Experimentalphysik/Nano-
technologie erfolgte zunächst eine Sondierung
der Marktlage bei Anbietern von entsprechend
speziellen und hochwertigen Raumzellen.
Nunmehr galt es, die vom wahrscheinlich
künftigen Vertragspartner zu erbringende
Leistung eindeutig und lückenlos zu beschrei-
ben. Hierbei handelte es sich um einen Pro-
zess, in dem sich neben der WHZ (Lehrstuhl
und Dezernat Technik), dem potentiellen Ver-
tragspartner auch die Niederlassung Zwickau
intensiv eingebracht hat. Neben den detail-
lierten Anforderungen an die Ausstattung
des Reinraumlabors (wie Nasschemiebänke,
Digestorien, Filteranlagen) mussten auch Fra-
gen der allgemeinen Eignung des möglichen
Aufstellortes (Immissionsschutz oder Feuer-
wehrzufahrt), der Versorgung des Labors mit
Energie, der Abwasserentsorgung sowie des
Betriebs und der Aufrechterhaltung des Rein-
raumstandards des Labors geklärt werden.
Abschließend erfolgten die Verhandlung über
Mietzinshöhe, Vertragslaufzeit und andere
allgemeine vertragliche Regelungen. Mitte
des Jahres 2013 konnte der Mietvertag ab-
geschlossen werden. Die Inbetriebnahme des
Reinraumlabors sollte zum Beginn des Win-
tersemesters 2013 erfolgen.
umsetzung
Im September 2013 wurden die Raumzellen für
das künftige Reinraumlabor durch einen Son-
dertransport mit zwölf Begleitfahrzeugen an-
geliefert. Das schwerste der insgesamt vier Mo-
dule wiegt 50 Tonnen und misst etwa 8,5 x 4,0
Meter. Montiert wurden die Module direkt vor
Ort. Hierzu mussten die Raumzellen mit Hilfe
eines 21 Meter langen, 700-Tonnen-Automo-
bildrehkrans über das Gebäude des Technikums
II in dessen Innenhof eingehoben werden. Da-
nach erfolgte innerhalb von knapp drei Wochen
sowohl der Innenausbau der Reinraumlabore
in den Raumzellen als auch die Anbindung an
die Medienversorgung. So entstand ein Labor
mit einer Nutzfläche von 110 Quadratmetern,
ausgestattet mit einer Nasschemiebank und
mehreren Laborzügen. Das neue Reinraumlabor
konnte am 11. Oktober 2013 mit einer kleinen
Feier eingeweiht werden.
Künftig haben nun die Mitarbeiter des Lehrstuhls
Nanotechnologie sowie die Studenten dieses
Studiengangs die Möglichkeit, im neuen Labor
an Strukturen im Nanobereich zu forschen. Um
diese Untersuchungen zu ermöglichen, sorgen
mehrere Filteranlagen für eine partikelfreie Um-
gebung. Zudem werden Luftfeuchtigkeit und
Temperatur in den Räumen konstant gehalten.
Der WHZ stehen nun bisher nicht vorhande-
ne Möglichkeiten für Forschung und Lehre auf
höchstem Standard zur Verfügung.
NIEDERLASSUNG ZWICKAU
Hausanschrift
Dr.-Friedrichs-Ring 2a
08056 Zwickau
Telefon
+49 375 28369 0
Fax
+49 375 28369 105
E-Mail
poststelle@
sib-z.smf.sachsen.de
Zuständigkeitsbereich (ohne Vermarktung
und Verwertung, ohne Bodenreform
und VZOG)
Landkreis Zwickau,
Vogtlandkreis
und in Teilen des Landkreises
Erzgebirgskreis
Direktionsbezirk Chemnitz
(für Zuwendungsbau)
zusätzlich auf dem Gebiet der Fiskal-
erbschaften in den Amtsgerichts-
bezirken Aue, Auerbach, Plauen,
Hohenstein-Ernstthal und Zwickau
Beschäftigte
96
Auszubildende
1
Bauvolumen
18,9 Millionen Euro
Anzahl Baumaßnahmen
247
Anzahl Gebäude
319, NGF 439.143 m²
Anzahl Flurstücke
240; Fläche 1.419.727 m²
Einsetzen des modularen Reimraumlabors
mittels Automobilkran über das Gebäude
des Technikums II der WHZ

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62 | Preise und Auszeichnungen
Preise und Auszeichnungen | 63
7. Preise und auszeichnungen
ARCHITEKTURPREIS DES BUNDES
DEUTSCHER ARCHITEKTEN (BDA)
SACHSEN 2013
Am 1. März 2013 wurde der Architekturpreis
des Bundes Deutscher Architekten (BDA)
Sachsen 2013 verliehen. Aller drei Jahre wer-
den mit dem Preis bemerkenswerte Leistun-
gen auf dem Gebiet der Architektur und des
Städtebaus im Freistaat Sachsen ausgezeich-
net. Gewürdigt werden die qualitätsvolle und
vorbildliche Gestaltung unserer Umwelt und
das Setzen von Maßstäben in der Architek-
turentwicklung.
Preisträger
Der
Neubau des Amtsgerichts Dresden
wurde
mit dem BDA-Preis ausgezeichnet, da in ihm
„eine Haltung der Verantwortung für Stadt
und Gesellschaft zum Ausdruck kommt, die
dem Bauen in unserer Zeit seine Glaubwürdig-
keit zurückgeben kann“. Das neue Haus wird
zum natürlichen Pendant des Roßbach-Baus
aus dem späten 19. Jahrhundert. Mit ihrem
Entwuf verleihen Pussert Kosch Architekten
dem Gebäude eine Präsenz, die es dank ihrer
Klarheit mit dem Nachbar aufnehmen kann.
Der Neubau des Amtsgerichts Dresden ist ei-
ner der größten Justizbauten in Dresden der
letzten Jahre. Die mit dem Neubau vollzogene
räumliche Zusammenführung von Landge-
richt, Staatsanwaltschaft und Generalstaats-
anwaltschaft mit dem Amtsgericht gestattet
eine effiziente Arbeit der Justiz.
anerkennung
Eine Anerkennung erhielt der
Neubau des
Wirtschaftsgebäudes des Forstbezirks Eiben-
stock
. Die Architekten atelier ST schufen einen
Entwurf, der an traditionelle, oft großmaßstäb-
liche Wirtschaftgebäude erinnert. Gelobt wird
die präzise räumliche Komposition der Funkti-
onen, die bis ins Detail sorgfältige Fügung der
wenigen Materialien und die so erreichte Ver-
ankerung des Bauwerks in der Landschaft und
zugleich in der kleinen Stadt.
anerkennung
Mit einer Anerkennung des Architekturpreises
wurde auch das Fingerspitzengefühl und die
Zurückhaltung des Architekturbüros Pfau Ar-
chitekten gewürdigt, mit der es die hochkom-
plexe und schwierige
Sanierung des Fürsten-
und Querhauses von Schloss Rochlitz
realisiert
hat. Neue Einbauten sind klar ablesbar und
ordnen sich in Ästhetik sowie Material dem Be-
stand unter. Zahlreiche bauliche Schichten und
Überlagerungen aus achthundert Jahren Bau-
geschichte mit unterschiedlichsten Nutzun-
gen, konstruktive Mängel, die die Statik großer
Gebäudebereiche gefährdeten, Anforderungen
der Denkmalpflege und frühere Umbauten, wa-
ren zu bewältigen, um aus der Anlage ein mo-
dernes Museum zu machen.
anerkennung
Ebenfalls eine Anerkennung erhielten die
Sanierung und der Depotneubau des Alber-
tinums Dresden
, die durch Staab Architekten
betreut wurde. Bewunderung fand insbeson-
dere das „schwebende Depot“, einem unsicht-
bar getragenen Brückenbauwerk, das auf zwei
Geschossen die wertvollen Depotbestände der
Staatlichen Kunstsammlungen Dresden und
Werkstätten hochwassersicher unterbringt.
Die Sanierung zeugt von nobler Zurückhal-
tung und einem sicheren Gespür für die un-
terschiedlichen Raumwirkungen und –atmo-
sphären des Albertinums.
Sächsischer Staatspreis für Baukultur –
anerkennung
Am 20. September 2013 wurde der Sächsi-
sche Staatspreis für Baukultur verliehen. Der
Auslober, das Sächsische Staatsministerium
des Innern, wählte 2013 das Thema „Leben
in kompakten Städten und Gemeinden – Bei-
träge zur Stärkung von geschlossenen und
verdichteten Siedlungsstrukturen“. Der
Um-
bau und die Sanierung des Schlosses Grimma
wurden mit einer Anerkennung gewürdigt.
Der Entwurf des Architekturbüros Bauconzept
Ingenieure + Architekten wurde für die kluge
Umnutzung eines bedeutenden Baudenkmals
gelobt, indem zeitgemäße Arbeitsbedingun-
gen für die Verwaltung in zentralörtlicher Lage
entstehen. Gleichzeitig wurde damit auch die
Entscheidung des öffentlichen Bauherren, Be-
hörden in einem Denkmal unterzubringen und
damit seiner Vorbildfunktion gerecht zu wer-
den, geehrt.
deutscher Fassadenpreis für vorgehängte
hinterlüftete Fassaden – anerkennung
Der Deutsche Fassadenpreis für vorgehängte
hinterlüftete Fassaden wird seit 1999 aller
zwei Jahre vom Fachverband Baustoffe und
Bauteile für vorgehängte hinterlüftete Fassa-
den e.V. (FVHF) ausgelobt und gilt als einer
der wichtigsten Baukulturpreise in Deutsch-
land. Am 7. November 2013 erhielt das
ZET
– Zentrum für Energietechnik
der TU Dresden
eine Anerkennung des Deutschen Fassaden-
preises für VHF. Mit dem Projekt ZET realisier-
ten knerer und lang Architekten aus Dresden
einen Institutsbau, der auf die sich ständig
änderbaren Anforderungen reagiert. „Der Ku-
bus des Lehr- und Forschungszentrums stellt
sich als großformatige Plastik im Stadtraum
dar, deren Aussehen sich ebenso verändern
kann wie die Versuchsanordnungen im Innern
des Hauses. Ausbildung und Gestaltung der
Fassade verweisen auf die technisch ausge-
richtete Bestimmung des Instituts und un-
terstützt auf eigene und einprägsame Weise
dessen Konzept und Programm“, begründete
die Jury ihre Anerkennung.
Bild oben: Neubau Amtsgericht Dresden
Bild unten: Innenhof Schloss Grimma
Bild oben: Foyer mit Kassenbereich
Schloss Rochlitz
Bild unten: Zentrum für Energietechnik
der TU Dresden
STAATSBETRIEB IMMOBILIEN-
UND BAUMANAGEMENT
SIB
Technische Universität Dresden
Zentrum für Energietechnik
Texte:
Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Bauma-
nagement
Gestaltung und Satz:
c-macs publishingservice, Dresden
Druck:
Druckerei Wagner, Großschirma OT Siebenlehn
Auflage:
2.000 Stück
Diese Druckschrift kann kostenfrei bezogen werden
bei:
Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Bauma-
nagement
Niederlassung Dresden II
Ostra-Allee 23, 01067 Dresden
Telefon: +49 351 4735 90
Telefax: +49 351 4735 505
E-Mail: poststelle@sib-d2.smf.sachsen.de
www.sib.sachsen.de
Verteilerhinweis
Diese Informationsschrift wird von der Sächsischen
Staatsregierung im Rahmen ihrer verfassungsmäßi-
gen Verpflichtung zur Unterrichtung der Öffentlichkeit
herausgegeben. Sie darf weder von Parteien noch von
deren Kandidaten oder Helfern im Zeitraum
von sechs Monaten vor einer Wahl zum Zweck der
Wahlwerbung verwendet werden.
Dies gilt für alle Wahlen. Missbrauch ist insbeson-
dere die Verteilung auf Wahl-
veranstaltungen, an Informationsständen der Par-
teien sowie das Einlegen, Aufdruck oder Aufkleben
parteipolitischer Informationen oder Werbemittel.
Untersagt ist auch die Weitergabe an Dritte zur Ver-
wendung bei der Wahlwerbung. Auch darf die vorlie-
gende Druckschrift nicht so verwendet werden, dass
diese als
Parteinahme des Herausgebers zugunsten einzelner
politischer Gruppen verstanden werden könnte. Diese
Beschränkungen gelten unabhängig davon, auf wel-
chem Wege und in welcher Anzahl diese Informati-
onsschrift dem Empfänger zugegangen ist.
Erlaubt ist jedoch den Parteien, diese Informations-
schrift zur Unterrichtung ihrer
Mitglieder zu verwenden.
Copyright
Diese Veröffentlichung ist urheberrechtlich ge-
schützt.
Alle Rechte, auch die des Nachdruckes von Auszügen
und der fotomechanischen
Wiedergabe, sind dem Herausgeber vorbehalten.
Geschichte
Die in den Jahren 1900 bis 1905 errichteten
Gebäude der „Königlich Technischen Hoch-
schule Dresden“ wurden durch ein zentrales
Heizkraftwerk mit Elektroenergie und Dampf
versorgt. Das Heizkraftwerk gehörte damit zu
den ersten Anlagen der Welt mit einer Kraft-
Wärme-Kopplung. Dadurch sind versuchs-
technische Voraussetzungen und Möglich -
keiten geschaffen worden, die die Grundlage
für Forschungsarbeiten auf dem Gebiet der
Thermodynamik, Strömungsmechanik sowie
des Maschinen- und Anlagenbaus bildeten.
Durch die Kriegseinwirkungen wurde das
Heizkraftwerk schwer beschädigt, jedoch
schon bis 1949 im Wesentlichen wieder
instand gesetzt. Beim Wiederaufbau erfolgte
zugleich eine Modernisierung und Umrüs-
tung der technischen Anlagen des Kraftwerks
zu Lehrzwecken. Insbesondere wurden die
Kesselanlagen um- und ausgebaut. Nach
1955 wurden die Universitätsgebäude zuneh-
mend durch das städtische Fernwärmenetz
beheizt und das Heizkraftwerk damit ent-
behrlich. Die Kessel wurden 1994 endgültig
stillgelegt. Der markante Schornstein war
lange im Logo der Technischen Universität
Dresden verankert.
Bauherr
Freistaat Sachsen
Sächsisches Staatsministerium der Finanzen
Staatsminister der Finanzen, Prof. Dr. Georg Unland
Abteilungsleiter Landesvermögen und Staatshochbau
Johann Gierl
Staatsbetrieb
Sächsisches Immobilien- und Baumanagement
Geschäftsführer Prof. Dieter Janosch
Unternehmensbereichsleiter Planungs- und Bauma-
nagement, Volker Kylau
Niederlassung Dresden II
Niederlassungsleiter Dr. Ulf Nickol
Gruppe Hochschulbau PBH3
Elke Scheler, Wolfgang Spies
Gruppe Technik
Jan Hartwig, Rudolf Scholz-Janotte, Ingo Richter,
Lutz Mahner, Volker Schmidt, Frank Ogrzall
Gruppe Ingenieurbau
Matthias Rudolph, Kerstin Gasch
Projektbeteiligte
Projektsteuerung
Fischer Projektmanagement GmbH
Architektur- und Hochbauplanung
Architekturbüro Knerer und Lang Dresden
Tragwerksplanung
Büro für Baukonstruktionen Dresden
Prüfstatik
Dreier und Reichenbach
HLS
GESA GmbH
ELT
Herzog & Partner GmbH
Aufzug
DTB Planungsbüro
Verkehrs- und Ingenieurbau
GPV GmbH
Rückbauplanung
INTERGEO Umwelttechnologie GmbH
Brandschutz
Thiele Brandschutz
Brandschutzprüfung
Ingenieurbüro Bauer
Wärme- und Schallschutz
Bauphysik@integrierte
Planung
Vermessung
GEOKART Ingenieurvermessungsgesell-
schaft mbH
SIGEKO
Simone Friemel
Herausgeber:
Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Bauma-
nagement
Wilhelm-Buck-Straße 4
01097 Dresden
www.sib.sachsen.de
im Auftrag des Freistaates Sachsen,
Sächsisches Staatsministerium der Finanzen
Fotografie:
Till Schuster, Dresden; Architekturbüro Knerer und
Lang Dresden;
Jens Weber, München
Gebäudedaten
Gesamtbaukosten
16,137 Mio. Euro,
davon 15,135 Mio. Euro
EFRE (Europäischer Fond für
Regionale Entwicklung)
Hauptnutzfläche
1 452 m²
Bruttogeschoßfläche
4 369 m²
Bauauftrag
Mai 2007
Baubeginn
August 2007
Grundsteinlegung
April 2008
Richtfest
April 2009
Einweihung
Juli 2011
Gefördert aus Mitteln
der Europäischen Union
Flyer_A4_SSIB 18.10.11 11:54 Seite 1

64 | Organisation und Aufsicht
Architektenverzeichnis | 65
8. organisation und aufsicht
der verwaltungsrat des Staatsbetriebes
Sächsisches Immobilien- und Baumanage-
ment setzte sich während des geschäfts-
jahres 2013 wie folgt zusammen:
Herr Hansjörg König
Vorsitzender des Verwaltungsrates,
Staatssekretär im Sächsischen Staats-
ministerium der Finanzen, Dresden
Frau Evelyn Schastok,
Ministerialrätin im Sächsischen Staats-
ministerium der Finanzen, Dresden
(bis 25. November 2013)
Herr Matthias Zier,
Ministerialrat im Sächsischen Staatsmi-
nisterium der Finanzen, Dresden
Herr Prof. Dr. Rainer Wedekind,
Ministerialdirigent im Sächsischen
Staats ministerium für Kultus, Dresden
(† 1. Januar 2014)
Herr Dr. Ulrich Reusch,
Ministerialdirigent im Sächsischen
Staats ministerium für Umwelt und
Landwirtschaft, Dresden
Herr Klaus-Dieter Schwensen,
Niederlassungsleiter, TLG Immobilien
GmbH - Niederlassung Süd, Dresden
Herr Gerd Rudolph,
Vorsitzender des Bezirkspersonalrates
des SIB, Chemnitz
architektenverzeichnis
Schlingrippengewölbe, ehemalige
Schlosskapelle Dresdner Residenzschloss
Rekonstruktion wissenschaftliche Begleitung
Jens-Uwe Anwand, Dresden
Riesensaal Dresdner Residenzschloss
Peter Kulka Architektur Dresden GmbH
Sächsisches Krankenhaus für Psychiatrie
und Neurologie Rodewisch
Sanierung und Umbau Gebäude B4 –
erontopsychiatrie
Bauplan GmbH & Co.KG, Architekten
und Ingenieure, Leipzig
Sanierung Lehrgebäude GII,
Hochschule Zittau/Görlitz
Architektur Ingenieur Partnerschaft
Fritz · Herold · Rahnert · Schubert · Mai,
Görlitz
Mierdel-Bau, TU Dresden
Blum & Schulze Architekten, Dresden
Landwirtschafts- und Umweltzentrum
Nossen
Architektenarbeitsgemeinschaft
Hartmann + Helm Planungsgesellschaft mbH,
Weimar
Junk & Reich Architekten BDA Planungsge-
sellschaft mbH, Weimar
Technikum Nöthnitzer Straße, TU Dresden
Architekturbüro Bauer, Dresden
Scholze Ingenieurgesellschaft mbH, Dresden
Entwurf – Deutsches Biomasseforschungs-
zentrum
Leipzig – Neubau Technikum
Architekturbüros Schulz und Schulz und Büro
MLT Medien Licht Technik Ingenieure
GmbH, Leipzig
ZET, TU Dresden
Architekturbüro Kerner und Lang, Dresden
Amtsgericht Dresden
Pussert Kosch Architekten, Dresden
Schloss Grimma
Bauconzept Planungsgesellschaft mbH,
Lichtenstein
Schloss Rochlitz - Fürsten und Querhaus
Pfau Architekten, Dresden | Torwärterhaus:
Ingenieurbüro Rochlitz, Rochlitz

image
Herausgeber:
Staatsbetrieb
Sächsisches Immobilien- und Baumanagement SIB
Wilhelm-Buck-Straße 4, 01097 Dresden
www.sib.sachsen.de
Im Auftrag des Freistaates Sachsen,
Sächsisches Staatsministerium der Finanzen
Redaktion:
Geschäftsführung SIB
Gestaltung und Satz:
büro quer kommunikationsdesign
www.buero-quer.de
Druck:
Stoba-Druck GmbH
Redaktionsschluss:
August 2014
Fotos:
Architekturfotografie Krumnow, Bannewitz (Titel und Rückseite, S. 55); Rainer Böhme, Dresden (S.5, S.10)
David Brandt, Dresden (S.7); SIB (S. 9, 17, 25, 28, 29, 30, 32, 37, 38, 49, 61); Architektur Ingenieur Partnerschaft
Fritz · Herold · Rahnert · Schubert · Mai, Görlitz; R. Wintermann, Görlitz (S.13); Bert Harzer, Mülsen Sankt Niclas (S. 11)
Architekten Lungwitz, Heine, Mildner und Rabe, Dresden/Berlin (S. 20); teamCoo Architekten/Raum und Bau, Lichtenstein
(S.21); TPMT Architekten GmbH, Berlin (S.31); Luc Saalfeld, Dresden (S. 26); Stadt Königsbrück (S.36); Staatsbetrieb Geo-
basisinformation und Vermessung Sachsen, Dresden (S.38); Studentenwerk Leipzig S.39); Lothar Sprenger, Dresden (S. 50)
Werner Huthmacher, Berlin (S.51); Mirko Hertel, Stollberg (S. 53); Architekturbüros Schulz und Schulz und Büro MLT Medien
Licht Technik Ingenieure; GmbH, Leipzig (S.57); Steffen Schumann, Leipzig (S. 59); Christoph Reichelt, blickpunktstudio
Dresden (S.62 oben); Steffen Spitzner, Gera (S.62 unten); Lothar Sprenger Diplomfotograf, Dresden (S.63 oben)
Jens Weber, München (S.63 unten)
Verteilerhinweis
Diese Informationsschrift wird von der Sächsischen Staatsregierung im Rahmen ihrer
verfassungsmäßigen Verpflichtung zur Information der Öffentlichkeit herausgegeben. Sie darf
weder von Parteien noch von deren Kandidaten oder Helfern im Zeitraum von sechs Monaten vor
einer Wahl zum Zwecke der Wahlwerbung verwendet werden. Dies gilt für alle Wahlen.
Missbräuchlich ist insbesondere die Verteilung auf Wahlveranstaltungen, an Informationsständen der Parteien sowie
das Einlegen, Aufdrucken oder Aufkleben parteipolitischer Informationen oder Werbemittel. Untersagt ist auch die
Weitergabe an Dritte zur Verwendung bei der Wahlwerbung.
Auch ohne zeitlichen Bezug zu einer bevorstehenden Wahl darf die vorliegende Druckschrift nicht so verwendet werden,
dass dies als Parteinahme des Herausgebers zu Gunsten einzelner politischer Gruppen verstanden werden könnte.
Diese Beschränkungen gelten unabhängig vom Vertriebsweg, also unabhängig davon, auf welchem
Wege und in welcher Anzahl diese Informationsschrift dem Empfänger zugegangen ist. Erlaubt ist
jedoch den Parteien, diese Informationsschrift zur Unterrichtung ihrer Mitglieder zu verwenden.
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