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tas
tro
phen
Ratgeber für Notfallvorsorge und
richtiges Handeln in Notsituationen

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Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und
Katastrophenhilfe (BBK) wurde 2004 als zentrales
Organisationselement für die Zivile Sicherheit
gegründet. Es ist Teil der „Neuen Strategie zum
Schutz der Bevölkerung in Deutschland“, die 2002
beschlossen wurde. Alle Bereiche der Zivilen
Sicherheitsvorsorge berücksichtigt das BBK fach-
übergreifend und verknüpft sie zu einem wirksa-
men Schutzsystem für die Bevölkerung und ihre
Lebensgrundlagen. Das BBK ist eine Fachbehörde
des Bundesministeriums des Innern (BMI), die
auch andere Bundes- und Landesbehörden bei
der Erfüllung ihrer Aufgaben im Bevölkerungs-
schutz kompetent berät und unterstützt.
Mit dem BBK steht Ihnen ein verlässlicher Part-
ner für die Notfallvorsorge und Eigenhilfe zur
Seite. Weitere Informationen hierzu finden Sie
auf unserer Homepage
www.bbk.bund.de
.
Wir über uns
Die Kompetenz im Bevölkerungsschutz
Katastrophen
Ratgeber für
Notfallvorsorge und
richtiges Handeln
in Notsituationen

INHALT
|
5
4
Inhalt
VORSORGE FÜR DEN
KATASTROPHENFALL
SICHER SEIN TROTZ KATASTROPHE
06
PERSÖNLICHE
NOTFALLVORSORGE
08
Fürs Überleben wichtig:
Essen und Trinken bevorraten
10
Wasservorrat für die Hygiene
12
Das gehört in die Hausapotheke
14
Stromausfall
16
Wichtige Dokumente griffbereit halten
18
Gepäck für den Notfall
20
Im Notfall auf dem Laufenden bleiben
22
NOTRUF 112
24
BAULICHE SICHERHEIT
26
CHECKLISTE
30
RICHTIGES HANDELN
IN KATASTROPHEN
UNWETTER
38
Gut vorbereitet
39
Richtiges Verhalten bei Unwetter
40
Verhalten nach dem Unwetter
42
FEUER
44
Bevor es brennt
45
Gut informiert, besser geschützt
46
Das gehört in ein sicheres Haus
47
Was tun, wenn es brennt?
49
HOCHWASSER
52
Gut vorbereitet auf Hochwasser
53
Richtig Handeln bei Hochwasser
55
Verhalten nach dem Hochwasser
56
CBRN-GEFAHRSTOFFE
58
Was ist ein Gefahrstoff?
59
Verhalten bei Gefahrstofffreisetzung
61

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6
EINLEITUNG
|
7
Sicher sein
trotz Katastrophe
Was können Sie für Ihre Sicherheit
im Katastrophenfall tun?
Eine verheerende Hochwasserkatastrophe hat im Frühsommer 2013 nach wochen-
langem Regen ganze Landstriche in Süd-, Ost- und Norddeutschland heimgesucht.
Ortschaften verschwanden bis zu den Dächern der Häuser in den Fluten, zehn-
tausende Einsatzkräfte und Freiwillige kämpften mit Sandsäcken gegen das Was-
ser. Dörfer und Stadtteile mussten evakuiert werden und die Bürger konnten nur
das Nötigste mitnehmen.
Katastrophen gehören zum Leben. Fast täglich können wir über Katastrophen
und größere Schadensereignisse in den vielfältigen Medien lesen und nehmen die
Bilder von Zerstörung und Leid wahr. Dabei gibt es nicht nur die großen Katastro-
phen, die ganze Landstriche für lange Zeit betreffen. Ein örtlicher Starkregen, ein
schwerer Sturm, in der Folge ein Stromausfall oder ein Hausbrand können für je-
des Individuum, jede Familie eine ganz persönliche Katastrophe auslösen, die es
zu bewältigen gilt. Nehmen Sie sich die Zeit, über Ihre persönliche Notfallplanung
nachzudenken. Diese Broschüre soll Ihnen helfen, Ihren persönlichen Notfallplan
zu entwickeln.
DEUTSCHLAND IST GUT VORBEREITET ...
In Deutschland gibt es viele Einrichtungen, die
bereit stehen, um Gefahren zu bannen. Feuerwehr,
Polizei und Rettungsdienste sind zur alltäglichen
Hilfe da. Die Katastrophenschutzorganisationen und
das Technische Hilfswerk stehen bei großflächigen
Krisen und Katastrophen helfend zur Verfügung.
Ergänzt werden sie im Notfall durch weitere Hilfs-
kräfte, so z. B. von der Bundespolizei oder der
Bundeswehr.
... WENN JEDER VORBEREITET IST.
So sind wir in Deutschland grundsätzlich gut vor-
bereitet auf den Umgang mit Katastrophen. Aber
auch die beste Hilfe ist nicht immer sofort zur
Stelle. Bei einer großflächigen und sehr schweren
Katastrophe können die Rettungskräfte nicht
überall sein. Wenn Sie sich und Ihren Nachbarn
selbst helfen können, sind Sie klar im Vorteil. Es
kommt dann auf jeden Einzelnen an.
Sind Sie vorbereitet?
Können Sie sich und anderen helfen?
Wissen Sie, was zu tun ist?
WICHTIG!
In dieser Broschüre finden Sie Hinweise darauf, wie Sie sich auf Not-
fälle vorbereiten können und wie Sie sich in einer Notsituation rich-
tig verhalten. Lesen Sie die Handlungsempfehlungen und treffen Sie
die notwendigen Vorbereitungen!

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8
PERSÖNLICHE NOTFALLVORSORGE
|
9
8
Persönliche
Notfallvorsorge
Bereiten Sie sich auf den Fall der Fälle vor
Ist ein Notfall erst eingetreten, ist es für Vorsorgemaßnahmen meist zu spät.
Wenn es brennt, müssen Sie sofort reagieren. Wenn Sie und Ihre Familie evakuiert
werden müssen, können Sie nicht erst beginnen, Ihr Notgepäck zu packen. Wenn
der Strom für Tage ausfällt, sollten Sie einen Notvorrat im Haus haben.
Damit die wichtigen
Dinge im Notfall
nicht fehlen
Im Normalfall gibt es alle wichtigen Verbrauchs-
güter im Geschäft um die Ecke. Frische Ware ist
in der Regel immer da. Auch Medikamente sind
in der Apotheke verfügbar oder schnell besorg-
bar. Trinkwasser kommt selbstverständlich aus
dem Wasserhahn, so wie Strom aus der Steck-
dose. Aber das kann durch Katastrophen beein-
trächtigt werden oder ausfallen.
Hier finden Sie Infos zu allen wichtigen Themen –
vom Lebensmittelvorrat bis zum Notgepäck –
um persönlich für den Notfall gerüstet zu sein.

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NOTFALLVORSORGE
|
11
PERSÖNLICHE NOTFALLVORSORGE
|
11
10
Fürs Überleben wichtig:
Essen und Trinken
bevorraten
Das sollte im Haus sein
Können Sie sich vorstellen, dass Lebensmittel und
Trinkwasser einmal nicht jederzeit verfügbar sein
könnten? Was ist, wenn ein Hochwasser die Straßen
unpassierbar macht? Lawinen ein Dorf von der
Außenwelt abschneiden? Starker Schneefall die
Versorgung von Geschäften unmöglich macht?
Oder ein Stromausfall die öffentliche Versorgung
lahmlegt?
Mit einem Vorrat an Lebensmitteln und Getränken
für zwei Wochen sind Sie hierfür gerüstet.
Schauen Sie auch auf
www.ernaehrungsvorsorge.de
R
TRINKEN IST
WICHTIGER ALS
ESSEN
Ein Mensch kann unter Umständen drei Wochen
ohne Nahrung auskommen, aber nur vier Tage
ohne Flüssigkeit.
U
Halten Sie pro Person ca. 14 Liter Flüssigkeit je
Woche vorrätig.
U
Geeignete Getränke sind Mineralwasser, Frucht-
säfte, länger lagerfähige Getränke.
HINWEISE FÜR DIE
VORRATSHALTUNG
U
Keine Experimente. Halten Sie vor allem Lebens-
mittel und Getränke vorrätig, die Sie und Ihre
Familie auch normalerweise nutzen.
U
Strom weg?! Achten Sie darauf, dass Esswaren
auch ohne Kühlung länger gelagert werden kön-
nen und ein Großteil Ihres Vorrats auch kalt ge-
gessen werden kann.
U
Alle Lebensmittel sollten ohne Kühlung länger-
fristig haltbar sein. Achten Sie auf das Mindest-
haltbarkeitsdatum. Beschriften Sie Lebensmittel
ohne Kennzeichnung mit dem Einkaufsdatum.
U
Sie sollten Lebensmittel kühl, trocken und dun-
kel aufbewahren. Achten Sie auf luftdichte
Verpackung.
U
Neu gekaufte Vorräte gehören nach „hinten“ ins
Regal. Brauchen Sie die älteren Lebensmittel
zuerst auf.
U
Tiefgekühlte Lebensmittel zählen auch zum
Notvorrat. Sie lassen sich bei einem Stromausfall
problemlos verbrauchen. Frieren Sie einmal auf-
getaute Lebensmittel nicht wieder ein.
U
Kochen ohne Strom und Gas? Im Handel gibt es
viele Alternativen wie Campingkocher etc.
U
Denken Sie bei der Vorratshaltung auch an Spezi-
alkost – z. B. für Diabetiker, Allergiker oder Babys.
U
Haben Sie Haustiere? Decken Sie deren Bedarf ab!
Der Mensch kann nur 4 Tage
ohne Flüssigkeit auskommen
Überprüfen Sie regel-
mäßig Ihre Vorräte.
Eine Checkliste finden
Sie in der Mitte der
Broschüre!

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NOTFALLVORSORGE
|
13
PERSÖNLICHE NOTFALLVORSORGE
|
13
12
Wasservorrat
für die Hygiene
Sauberkeit in Notzeiten
Mangelnde Hygiene ist weltweit Auslöser für viele
Seuchen und Krankheiten. Uns erscheint das weit
weg. Denn tägliches Duschen, Zähneputzen oder
Händewaschen sind für uns selbstverständlich.
Aber was machen Sie, wenn es kein warmes Wasser
mehr gibt oder kaltes Wasser nur stundenweise zur
Verfügung steht? Bei Katastrophen oder lang an-
dauernden Notfällen kann das passieren. Und gera-
de dann kommt es auf die Hygiene an. Auch wenn
das Wasser knapp ist: Händewaschen ist trotz allem
sehr wichtig für Hygiene und Gesundheit!
Man merkt erst, was für ein Luxus fließendes Wasser aus
dem Wasserhahn ist, wenn plötzlich keines mehr kommt.
HINWEISE ZUM
WASSERVORRAT
U
Gehen Sie mit dem Wasser sparsam um. Benutzen
Sie bei längerer Wasserknappheit Einweggeschirr
und -besteck, damit Wasser nicht zum Spülen
verwendet werden muss.
U
Machen Sie Wasser länger haltbar durch Ent-
keimungsmittel. Diese bekommen Sie im Cam-
pinghandel.
U
Halten Sie genügend Seife, Waschmittel, Zahn-
pasta, Feuchttücher und Toilettenpapier vorrätig.
U
Wenn das Wasser knapp ist, ist eine Campingtoi-
lette mit Ersatzflüssigkeit eine gute Alternative.
U
Benutzen Sie Haushaltshandschuhe.
U
Benutzen Sie Händedesinfektionsmittel.
U
Benutzen Sie zum Wischen Haushaltspapier,
statt etwas nass abzuwischen.
U
Zur schnellen Abfallbeseitigung sind Müllbeutel
gut. Sie helfen auch, wenn der Müll für längere
Zeit nicht abgefahren wird.
Eine Checkliste zum Thema
Hygiene finden Sie in der
Mitte der Broschüre!
HINWEISE ZUR
HYGIENE
Denken Sie auch bei
Wasserknappheit an
ausreichende Hygiene.
U
Bei lang andauernden Ausfällen der Wasser-
versorgung sollten Sie Wasser in allen ver-
fügbaren größeren Gefäßen sammeln: Bade-
wanne, Waschbecken, Eimer, Töpfe, Wasser-
kanister etc.

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NOTFALLVORSORGE
|
15
PERSÖNLICHE NOTFALLVORSORGE
|
15
14
Das gehört in die
Hausapotheke
So sind Sie
gut vorbereitet
Manchmal muss es schnell gehen. Ein Unfall im
Haushalt, eine Notsituation, eine Verletzung bei
der Gartenarbeit. Gut, wenn Sie dann eine Haus-
apotheke haben, in der alles Wichtige enthalten
ist – und die auf dem aktuellen Stand ist. In vielen
Haushalten ist allerdings die Hausapotheke eine
Sammlung von alten und abgelaufenen
Medikamenten. Das kann sogar gefähr-
lich sein, denn Medikamente, die das
Haltbarkeitsdatum überschritten haben,
können nicht nur ihre Wirkung verlie-
ren, sondern auch gefährlich werden.
UNSER TIPP:
Kontrollieren Sie regelmäßig die
Medikamente in Ihrer Hausapo-
theke. Bei Medikamenten ohne
Verfallsdatum sollten Sie das
Einkaufsdatum notieren.
Abgelaufene Arzneien gehören
in den Hausmüll.
HINWEISE ZUR
RICHTIGEN
AUFBEWAHRUNG
U
Bewahren Sie Ihre Hausapotheke in einem ab-
schließbaren Schrank oder Fach auf.
U
Achten Sie darauf, dass Sie für Kinder nicht zu-
gänglich ist (hoch hängen oder abschließen).
U
Wählen Sie einen wenig beheizten und trockenen
Raum. Achtung: Das Bad ist der falsche Platz!
U
Ideal wäre ein kleiner Schrank mit frei zugäng-
lichem Verbandsfach und abschließbarem Me-
dikamentenfach.
U
persönliche, vom Arzt verschriebene Medika-
DAS MUSS DRIN SEIN!
mente
U
Erkältungsmittel
U
Schmerz- und fiebersenkende Mittel
U
Mittel gegen Durchfall, Übelkeit, Erbrechen
U
Mittel gegen Insektenstiche
und Sonnenbrand
U
Elektrolyte zum Ausgleich eines Flüssigkeits-
verlustes
U
Fieberthermometer
U
Splitterpinzette
U
Hautdesinfektionsmittel
U
Wunddesinfektionsmittel
U
Verbandsmaterial. Alles, was ein DIN 13164-
Verbandskasten (Autoverbandskasten) enthält:
U
Mull-Kompresse
U
Verbandschere
U
Pflaster und Binden
U
Dreieckstuch
Eine Checkliste zur Hausapotheke
finden Sie in der Mitte der Broschüre!

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PERSÖNLICHE NOTFALLVORSORGE
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17
PERSÖNLICHE NOTFALLVORSORGE
|
17
16
Stromausfall
Was tun wenn die
Energie ausfällt
Wissen Sie, wie abhängig Sie von Strom, Gas, Öl
oder Fernwärme sind? Was passiert, wenn alles
ausfällt? Das Telefon ist tot, die Heizung springt
nicht an, warmes Wasser fehlt, der Computer streikt,
die Kaffeemaschine bleibt aus, das Licht ist weg.
Die Aufzählung können Sie beliebig erweitern.
Schnell merken Sie, wie abhängig Sie von elektri-
scher Energie sind.
In der Regel werden Stromausfälle in
wenigen Stunden behoben. Aber es kann
in Notsituationen durchaus auch einmal
Tage dauern, bis der Strom wieder ver-
fügbar ist.
R
Kochen ohne Strom
U
-
-
-
U
U
U
UNSER TIPP:
Eine Checkliste zum
Stromausfall finden Sie in
der Mitte der Broschüre!
Richtig handeln beim Energieausfall
DIE HEIZUNG
FÄLLT AUS
Mit warmer Kleidung lässt sich die Heizung
eine Zeitlang ersetzen. Wer einen Kamin oder
Ofen hat, sollte einen Vorrat an Kohle, Briketts
oder Holz im Haus haben.
U
Halten Sie einen Vorrat an Kerzen und Taschen
DAS LICHT IST AUS
lampen (z. B. eine Kurbeltaschenlampe oder
auch Solar- und LED-Leuchten) sowie Ersatz
leuchtmittel, Batterien, Streichhölzer oder Feuer
zeuge, Kerzen etc. im Haus.
DIE KÜCHE
BLEIBT KALT
Kleinere Mahlzeiten können Sie auf einem
Campingkocher zubereiten.
Nutzen Sie einen Garten- oder Tischgrill, der mit
Holzkohle oder Gas betrieben wird. Vorsicht!
Nicht in der Wohnung oder im Haus grillen – es
besteht Erstickungsgefahr!
Sorgen Sie dafür, dass die Akkus an Computern,
MEHR HINWEISE
Mobiltelefonen, Telefonen etc. geladen sind.
Solarbetriebene Batterieladegeräte können eine
Hilfe sein.
U
Denken Sie daran, eine ausreichende Bargeld-
reserve im Haus zu haben, da bei Stromausfall
auch die Geldautomaten nicht mehr funktio-
nieren.
U
Halten Sie ein batteriebetriebenes Radio bereit.
Lesen Sie hierzu das Kapitel „Im Notfall auf
dem Laufenden bleiben“.
U
Weitere Tipps finden Sie auch in dem Merkblatt
„Stromausfall – Vorsorge und Selbsthilfe“ des
Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und
Katastrophenhilfe unter
www.bbk.bund.de
.

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PERSÖNLICHE NOTFALLVORSORGE
|
19
18
Wichtige Dokumente
griffbereit halten
Alles Wichtige
an einem Platz
Es brennt. Alle müssen schnell aus dem Haus. Das
Wasser kommt. Alle werden evakuiert. Sie wissen
nicht, was alles beschädigt oder zerstört wird.
Denken Sie rechtzeitig darüber nach, was
für Sie wichtig ist. Stellen Sie alle wichti-
gen Dokumente zusammen und bewah-
ren diese an einem Ort griffbereit in einer
Tasche auf. Für den Notfall sollten alle
Familienmitglieder über den Standort
der Tasche Bescheid wissen.
UNSER TIPP:
Hinterlegen Sie Duplikate wich-
tiger Dokumente bei Freunden,
Verwandten, Notaren, Anwälten
oder Banken.
ALS ORIGINAL
Das gehört in
die Dokumentenmappe:
U
Familienurkunden (Geburts-, Heirats-, Sterbe-
urkunden) bzw. Stammbuch
IM ORIGINAL
ODER ALS
BEGLAUBIGTE KOPIE
U
Sparbücher, Kontoverträge, Aktien, Wertpapiere,
Versicherungspolicen
U
Renten-, Pensions- und Einkommensbescheini-
gungen, Einkommenssteuerbescheide
U
Qualifizierungsnachweise: Zeugnisse (Schul-
zeugnisse, Hochschulzeugnisse, Nachweise über
Zusatzqualifikationen)
U
Verträge und Änderungsverträge, z. B. auch
Mietverträge, Leasingverträge etc.
U
Testament, Patientenverfügung und Vollmacht
U
Personalausweis, Reisepass, Führerschein und
ALS EINFACHE KOPIE
Fahrzeugpapiere
U
Grundbuchauszüge
U
sämtliche Änderungsbescheide für empfangene
Leistungen
U
Zahlungsbelege für Versicherungsprämien,
insbesondere Rentenversicherung
U
Meldenachweise der Arbeitsämter, Bescheide
der Agentur für Arbeit
U
Rechnungen, die offene Zahlungsansprüche
belegen
U
Mitglieds- oder Beitragsbücher von Verbänden,
Vereinen oder sonstigen Organisationen
Eine Checkliste zur Dokumentensicherung finden
Sie in der Mitte der Broschüre!

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PERSÖNLICHE NOTFALLVORSORGE
|
21
20
Gut geplant. Gut gepackt!
Gepäck
für den Notfall
Packen Sie praktisch
Es ist etwas passiert und alle müssen raus aus
dem Haus. Eine Evakuierung ist angesagt. Der
Auslöser: ein Leck in der Gasleitung, ein Brand
im Nachbarhaus. Es gibt viele denkbare Notsitua-
tionen und je nachdem kann es eine längere
Zeit dauern, bis Sie wieder zurück in Ihre Woh-
nung dürfen.
Jetzt können Sie nicht lange nachdenken, was Sie
mitnehmen sollen. Deshalb machen Sie sich
schon vorab Gedanken über Ihr Notgepäck und
halten Sie es auch soweit wie möglich griffbereit
gepackt.
DER PRAKTISCHE
HINWEIS
U
Das Notgepäck soll helfen, die ersten Tage
außer Haus zurecht zu kommen.
Oberste Grundregel: Nehmen Sie für jedes Fami-
lienmitglied nicht mehr mit als in einen Ruck-
sack passt. Ein Rucksack ist praktischer als ein
Koffer, da Sie beide Hände frei haben.
DAS GEHÖRT
IN DEN
NOTFALLRUCKSACK
U
Erste-Hilfe-Material, persönliche Medikamente
U
batteriebetriebenes Radio, Reservebatterien
U
Dokumententasche (siehe hierzu das Kapitel
„Wichtige Dokumente griffbereit halten“)
U
Verpflegung für 2 Tage in staubdichter Verpackung
U
Wasserflasche, Essgeschirr und -besteck
U
Taschenlampe, Schlafsack oder Decke
U
Kleidung und Hygieneartikel für ein paar Tage
U
Fotoapparat oder Fotohandy
DIE RICHTIGE
KLEIDUNG
U
Wetterschutzbekleidung, wie eine Regenjacke
und -hose oder ein langer Regenmantel
U
wetterfeste Schuhe oder Gummistiefel
U
Benutzen Sie bei Gefahr durch radioaktive oder
chemische Stoffe einen Heimwerker-Mundschutz
oder feuchte Tücher, die Sie sich vor den Mund
halten.
U
Ausweise, Geld, Wertsachen
NICHT
VERGESSEN!
U
Für die Kinder: Brustbeutel oder eine SOS-Kapsel
mit Namen, Geburtsdatum und Anschrift. SOS-
Kapseln erhalten Sie in Kaufhäusern, Apotheken
und Drogerien.
Alles bereit gestellt? Eine Checkliste finden Sie in der Mitte der Broschüre!

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22
PERSÖNLICHE NOTFALLVORSORGE
|
23
Im Notfall auf dem
Laufenden bleiben
Warnmeldungen
ernst nehmen
Hochwasser oder heftiger Schneefall mit Lawinen
können dazu führen, dass Teile der Bevölkerung
von der Außenwelt abgeschnitten werden. Infor-
mationen und Warnmeldungen sind überlebens-
wichtig.
Oftmals sind die Eingeschlossenen nur über Rund-
funk, Fernsehen oder Internet erreichbar. Fern-
seher und Internet funktionieren aber nur mit
Strom, der möglicherweise auch ausfällt. So bleibt
nur das Radio als Hauptwarnmittel. Haben Sie
deshalb immer ein batteriebetriebenes Rundfunk-
gerät und Reservebatterien oder ein Kurbelradio
im Haus.
WARNUNGEN
IM INTERNET
U
Amtliche Gefahrenhinweise des Bundes fin-
den Sie auch immer im Internet. Schauen Sie
unter
www.bbk.bund.de
.
HINWEISE ZUM
RUNDFUNKGERÄT
U
Sie brauchen ein batteriebetriebenes Rundfunk-
gerät oder ein Kurbelradio. Auch ein Solarra-
dio oder Autoradio kann benutzt werden. Es
gibt auch Kurbelradios mit USB-Anschluss
zum Aufladen von Handys.
U
Halten Sie ausreichend Batterien bereit. Denken
Sie daran, dass auch Batterien nicht unbe-
grenzt haltbar sind. Brauchen Sie die Batterien
auf und wechseln Sie sie regelmäßig aus.
U
Achten Sie darauf, dass Sie die passenden Batte-
riegrößen vorrätig haben.
Eine Checkliste zum
Radio finden Sie in der
Mitte der Broschüre!
Mit einem Mobiltelefon hat man na-
türlich die Möglichkeit sich zu infor-
mieren. Bitte denken sie daran, dass
bei Stromausfall auch Mobiltelefone
nur noch kurze Zeit verfügbar sind.
Mit einem Kurbelradio kann
man auch bei Stromausfall
und fehlenden Batterien
Warnmeldungen empfangen.

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NOTRUF 112
|
25
24
Notruf 112
Hilfe holen! Helfen!
Wissen Sie sofort, was zu tun ist, wenn ein Notfall eintritt? Fühlen Sie sich gut vor-
bereitet? Rettungsdienst oder Feuerwehr sind in der Regel nicht sofort zur Stelle,
sondern müssen alarmiert werden. Was tun mit Verletzten? Wann war Ihr letzter
Erste-Hilfe-Kurs? Immer noch wissen viel zu wenige Erwachsene, was sie im Notfall
tun sollen – und machen aus Angst gar nichts. Dabei sind der Notruf 112 und die Erste-
Hilfe-Grundlagen
lebensrettende Maßnahmen. Bereiten Sie sich vor und nehmen Sie
nochmals an einem Erste-Hilfe-Kurs teil. Damit Sie wissen, was im Notfall zu tun ist.
EINE NUMMER
FÜR DEN NOTRUF
EUROPAWEIT
In Deutschland und in fast allen Ländern Europas er-
reichen Sie die
Feuerwehr
und den
Rettungsdienst
kostenfrei
über die
Rufnummer 112 .
Sie können
diese Nummer auch mit einem Mobiltelefon (mit
SIM-Karte) kostenfrei erreichen.
SO VERHALTEN SIE
SICH RICHTIG!
1.
Sichern Sie, falls nötig, die Schadensstelle ab.
2.
Leisten Sie die lebensrettenden Sofortmaßnahmen.
3.
Rufen Sie über 112 Hilfe herbei.
4.
Zur Meldung gehören:
U
Wer ruft an?
U
Wo ist was geschehen?
U
Was ist geschehen?
U
Wie viele Verletzte?
U
Welcher Art sind die Verletzungen?
U
Warten Sie auf Rückfragen!
5.
Leisten Sie Erste Hilfe bis der Rettungsdienst
eintrifft. Achten Sie gegebenenfalls darauf, dass
Rettungskräfte eingewiesen werden, z. B. wenn
eine Hausnummer schwer erkennbar ist.
Jeder von uns sollte in
der Lage sein, einem
anderen Menschen
bei
Unglücksfällen durch
einfache Erste-Hilfe-
Maßnahmen behilflich
zu sein.
R
ERSTE HILFE LERNEN BEI:
Viele Hilfsorganisationen bieten Erste-Hilfe-Kurse in Ihrer Nähe an. Dort lernen Sie,
lebensrettende Sofortmaßnahmen durchzuführen. Sie finden Ihre Ansprechpartner
im Telefonbuch oder im Internet zum Beispiel unter:
Deutsches Rotes Kreuz
www.drk.de
www.malteser.de
Johanniter-Unfall-Hilfe
www.juh.de
Deutsche Lebens-
Rettungs-Gesellschaft
www.dlrg.de
Arbeiter-Samariter-Bund
www.asb.de

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BAULICHE SICHERHEIT
|
27
26
Bauliche Sicherheit
Kleine Maßnahmen, große Wirkung
Sie fühlen sich wohl in dem Haus oder in der Wohnung, in der Sie wohnen? Fühlen
Sie sich auch sicher? Es sind nicht nur extreme Wetterlagen, die die Sicherheit in
Gebäuden gefährden können. Ausfälle von Strom, Wasser, Energie oder Telekommu-
nikation
machen das Leben unsicher. Sie können dagegen etwas tun. In vielen Fällen
reichen schon kleinere bauliche Maßnahmen, um die Sicherheit deutlich zu steigern.
Nachfolgend finden Sie eine kleine Auswahl von Dingen, die Sie tun oder veranlassen
können.
Personensicherungssystem bei Dacharbeiten
Mehr Sicherheit
am Haus
U
Lassen Sie die Dachdeckung mit Sturmhaken
DAS DACH
und ausreichender Vernagelung sichern.
U
Beugen Sie Dachlawinen mit Schneefanggittern
vor (Verkehrssicherungspflicht bei Bürgersteigen
usw.).
U
Bei Schneelast sind Flachdächer und weit ge-
spannte Decken besonders gefährdet.
U
Sichern Sie den Dachstuhl und die Dachhaut
durch zusätzliche Befestigungen gegen Abheben
bei Orkanböen.
U
Lassen Sie bei geneigten Dächern Windrispen
in kreuzweiser Anordnung anbringen.
U
Denken Sie beim Baumbestand in Hausnähe
DIE AUSSENANLAGEN
an die Gefahr des Windbruchs.
U
Sichern Sie Markisen und Überdachungen
gegen Stürme.

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BAULICHE SICHERHEIT
|
29
28
DAS ABWASSER
U
Installieren Sie Rückstauverschlüsse in Abwasser-
leitungen und kontrollieren Sie regelmäßig deren
einwandfreie Funktion.
U
Mit einer Hebeanlage können Sie Abwasser aus
tiefer gelegenen Geschossen entsorgen; diese
Leitungen müssen deutlich oberhalb des Rück-
stauniveaus geführt werden.
U
Eine leistungsfähige Tauchpumpe ermöglicht in
Verbindung mit einem Pumpensumpf das Ab-
pumpen eventuell eingedrungenen Wassers.
Pumpensümpfe sollten an mehreren Stellen in
überflutungsgefährdeten Geschossen und in
Ausgangsnähe vorgesehen werden.
U
Fliesenbeläge und wasserfeste Bau- und Dämm-
materialen in den Untergeschossen ermöglichen
im Bedarfsfall eine effektive Entsorgung von
Wasser und Schlammrückständen.
DIE ELEKTRO-
VERSORGUNG
Lassen Sie die Elektroanlage hinsichtlich des
Schutzes vor Überspannungen und auf Fehler-
strom-Schutzeinrichtungen (RCD, früher FI-Siche-
rung) kontrollieren und im Bedarfsfall ergänzen.
U
Ist der Blitzschutz des Hauses ausreichend aus-
gelegt?
U
Für gefährdete Geschosse sollte es komplett ge-
trennte Stromkreise geben, die bei Bedarf voll-
ständig stromlos geschaltet werden können.
U
Legen Sie Zählerkästen, den Hausanschluss etc.
überflutungssicher an.
U
Wenn Sie in einem Überflutungsgebiet wohnen,
sollten Sie überlegen, ein leistungsstarkes, kleines
Notstromaggregat vorzuhalten (Tauchpumpe!)
U
Sichern Sie Tankanlagen im Haus und im Außen-
DIE HEIZUNG
bereich gegen Aufschwimmen.
U
Planen Sie auch die Möglichkeit des Betriebs der
kompletten Heizungsanlage über Notstrom mit ein.
U
Die Heizungsanlage selbst sollte auch gegen
Überflutungen gesichert werden.
KATASTROPHEN-
GEFÄHRDUNG
Wie gefährdet ist Ihre Wohnumgebung durch Hoch-
wasser, Überflutung, Erdbeben, Brandgeschehen oder
in einem anderen Notfall? Wenn Sie in einem gefähr-
deten Gebiet leben, treffen Sie entsprechende Vor-
kehrungen.
Überlassen Sie nichts dem Zufall, wenn es um die
Sicherheit geht.
R
WICHTIGE ZUSÄTZLICHE TIPPS…
… rund um bauliche Sicherungs-
und Schutzmaßnahmen finden
Sie auf der Internetseite
www.risikomanagement-bau.de
des Bundesamtes für Bevölkerungs-
schutz und Katastrophenhilfe.

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CHECKLISTE
|
31
30
Checkliste
Auf den Notfall vorbereiten
Ein Feuer, ein Unfall oder eine Katastrophe kommen meistens völlig unerwartet.
Wenn die Wasserversorgung zusammenbricht, kann man keine Wasservorräte
mehr anlegen. Wenn der Strom flächendeckend ausfällt, können Sie keine Vor-
räte mehr einkaufen. Sorgen Sie also vor!
Sorgen Sie vor!
Was brauchen Sie?
An was müssen Sie frühzeitig denken?
Die folgenden Checklisten geben Ihnen einen Über-
blick über das, was Sie im Notfall brauchen. Tragen
Sie die örtlich gültigen Notrufnummern in die Tele-
fonliste auf der Rückseite dieser Broschüre ein.
Planen Sie gemeinsam! Setzen Sie sich mit Ihrer
UNSER HINWEIS
Familie zusammen und überlegen Sie Folgendes:
U
Wo befinden sich im Haus: das Notgepäck, die
Dokumententasche, der Feuerlöscher, die Vor-
räte aus der Checkliste.
U
Besprechen Sie Fluchtwege, Treffpunkte und
Ihre Erreichbarkeiten, vielleicht sind im Falle
einer Katastrophe nicht alle Familienmitglieder
zu Hause.
U
Bewahren Sie diese Broschüre gemeinsam mit
der Dokumententasche auf, so können Sie bei
einer angekündigten Katastrophe noch einmal
das Wichtigste nachlesen.

CHECKLISTE
|
33
32
Getränke & Lebensmittel
Im Falle einer Katastrophe wie Hochwasser, Stromausfall oder Sturm besteht
die Gefahr, dass Lebensmittel nur noch schwer zu bekommen sind. Sorgen
Sie daher für einen ausreichenden Vorrat. Ihr Ziel muss es sein, 14 Tage ohne
Einkaufen überstehen zu können. Die Lösung liegt in Ihrer Verantwortung.
Ob und wie viel Sie vorsorgen, ist eine persönliche Entscheidung.
In der folgenden Übersicht finden Sie ein Beispiel für einen 14-tägigen
Grundvorrat für eine Person. Dieser entspricht ca. 2.200 kcal pro Tag und
deckt damit im Regelfall den Gesamtenergiebedarf ab. Berücksichtigen Sie
bei Ihrer Planung persönliche Vorlieben, Diät-Vorschriften und Allergien.
GETRÄNKE
2-WOCHENVORRAT
LEBENSMITTELGRUPPE
MENGE
BEMERKUNG
Getränke
28 Liter
Bei dem vorgeschlagenen Getränke-
vorrat wurde über den reinen Bedarf
hinaus ein Zuschlag vorgenommen,
um unabhängig von der öffentlichen
Trinkwasserversorgung auch über
Wasser zur Zubereitung von Lebens-
mitteln wie z. B. Teigwaren, Reis oder
Kartoffeln zu verfügen.
LEBENSMITTEL
2-WOCHENVORRAT
LEBENSMITTELGRUPPE
MENGE
Getreide
4,9 kg
Getreideprodukte
Brot, Kartoffeln,
Nudeln, Reis
LEBENSMITTEL
2-WOCHENVORRAT
LEBENSMITTELGRUPPE
MENGE
BEMERKUNG
Gemüse,
5,6 kg
Denken Sie daran, dass Gemüse und
Hülsenfrüchte
Hülsenfrüchte im Glas oder in Dosen
bereits gekocht sind und für getrock-
nete Produkte zusätzlich Wasser be-
nötigt wird.
Obst, Nüsse
3,6 kg
Bevorraten Sie Obst in Dosen oder
Gläsern und verwenden Sie als Frisch-
obst nur lagerfähiges Obst.
Milch
3,7 kg
Milchprodukte
Fisch, Fleisch, Eier,
2,1 kg
Bitte beachten Sie, dass frische Eier
bzw. Volleipulver
nur begrenzt lagerfähig sind, Vollei-
pulver ist hingegen mehrere Jahre
haltbar.
Fette, Öle
0,5 kg
Sonstiges
nach Belieben z. B.
S
Zucker, Süßstoff, Honig, Marmelade,
chokolade, Jodsalz, Fertiggerichte
(z. B. Ravioli, getrocknete Tortellini, Fer-
tigsuppen), Kartoffeltrockenprodukte
(z. B. Kartoffelbrei), Mehl, Instantbrühe,
Kakaopulver, Hartkekse, Salzstangen
NÄHERE INFORMATIONEN…
… finden Sie beim Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft
und Verbraucherschutz unter
www.ernaehrungsvorsorge.de
. Auf der
Internetseite
www.ernaehrungsvorsorge.de/de/private-vorsorge/
notvorrat/vorratskalkulator/
können Sie in einem Vorratskalkulator
Ihren persönlichen Bedarf berechnen.

34
CHECKLISTE
|
35
Checkliste
Kreuzen Sie bitte vorhandene Sachen an, damit Sie einen Überblick haben!
RUNDFUNKGERÄT
VORHANDEN
Rundfunkgerät für Batteriebetrieb geeignet oder ein
Kurbelradio
Reservebatterien
HAUSAPOTHEKE
VORHANDEN
DIN-Verbandskasten
vom Arzt verordnete Medikamente
Schmerzmittel
Hautdesinfektionsmittel
Wunddesinfektionsmittel
Mittel gegen Erkältungskrankheiten
Fieberthermometer
Mittel gegen Durchfall
Insektenstich- und Sonnenbrandsalbe
Splitterpinzette
HYGIENEARTIKEL
Seife (Stück), Waschmittel (kg)
Zahnbürste, Zahnpasta (Stück)
Sets Einweggeschirr und Besteck (Stück)
Haushaltspapier (Rollen)
Toilettenpapier (Rollen)
Müllbeutel (Stück)
Campingtoilette, Ersatzbeutel (Stück)
Haushaltshandschuhe (Paar)
Desinfektionsmittel, Schmierseife (Stück)
VORHANDEN
ENERGIEAUSFALL
Kerzen, Teelichter
Streichhölzer, Feuerzeug
Taschenlampe
Reservebatterien
Camping-, Spirituskocher mit Brennmaterial
Heizgelegenheit
Brennstoffe
VORHANDEN

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Wer richtig vorgesorgt
hat, kann sich beruhigt
zurücklehnen.
DOKUMENTENSICHERUNG
Haben Sie festgelegt, welche Dokumente
CHECKLISTE
|
37
36
unbedingt erforderlich sind?
Sind Ihre Unterlagen zweckmäßig geordnet?
Sind von wichtigen Dokumenten Kopien
vorhanden und diese ggf. beglaubigt?
Haben Sie eine Dokumentenmappe angelegt?
Sind Dokumentenmappe oder wichtige Dokumente griffbereit?
BRANDSCHUTZ
Keller und Dachboden entrümpeln
Feuerlöscher
Rauchmelder
Löschdecke (notfalls Wolldecke)
Behälter für Löschwasser
Wassereimer
Kübelspritze oder Einstellspritze
Garten- oder Autowaschschlauch
NOTGEPÄCK
persönliche Medikamente
behelfsmäßige Schutzkleidung
Wolldecke, Schlafsack
Unterwäsche, Strümpfe
Gummistiefel, derbes Schuhwerk
Essgeschirr, -besteck, Thermoskanne, Becher
Material zur Wundversorgung
Dosenöffner und Taschenmesser
strapazierfähige, warme Kleidung
Taschenlampe
Kopfbedeckung, Schutzhelm
Schutzmaske, behelfsmäßiger Atemschutz
Arbeitshandschuhe
Fotoapparat oder Fotohandy
VORHANDEN
VORHANDEN / ERLEDIGT
VORBEREITET

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UNWETTER
|
39
38
Unwetter
2010 zog das Sturmtief Xynthia mit verheerender Wirkung über Deutschland
und Europa. Sehr hohe Windgeschwindigkeiten und umstürzende Bäume legten
Autobahnen und Flughäfen lahm. Orkane, Tornados, Wirbelstürme, heftige
Gewitter, Schneechaos oder Starkregen gehören auch in unseren Breiten zum
Jahreslauf. Durch den Klimawandel könnten sich die Unwetterereignisse
noch
häufen. Die Schäden sind Jahr für Jahr immens. Und das nicht nur durch
Jahr-
hundertstürme. Treffen kann es jeden.
So zerstörerisch könnte ein Tornado in der Großstadt sein. Bildmontage
Lose Äste, umstürzende
Bäume, herabfallende
Dachpfannen und Blu-
menkästen – bei einem
Unwetter sollte man
sich nicht im Freien
aufhalten. Vermeiden
Sie insbesondere ge-
fährdete Bereiche wie
Wälder. Die Gefahr für
Leib und Leben ist zu
groß.
R
Gut vorbereitet
Halten Sie Kerzen, Taschenlampen und ggf. ein
UKW-Radio mit Batterien parat.
U
Bereiten Sie Notgepäck mit wichtigen Doku-
menten vor, falls Sie Ihr Zuhause verlassen
müssen.
U
Im Schadensfall ist es hilfreich, wenn Sie Ihr
Eigentum in Form von Fotos dokumentiert
haben.
U
Achten Sie unbedingt auf die Unwetterwar-
nungen in den Medien. Unwettervorhersagen
durch den Deutschen Wetterdienst können Sie
auf
www.dwd.de
jederzeit online einsehen.
R
Von einem Tornado zerstörtes Wohngebiet
in Quirla, Thüringen, 2006

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UNWETTER
|
41
40
DRAUSSEN
Richtiges Verhalten
bei Unwetter
U
Meiden Sie ungeschützte Orte, an denen Sie
von Hagel oder von vom Sturm mitgerissenen
Gegenständen getroffen werden könnten.
U
Suchen Sie Schutz in einem Gebäude und mei-
den Sie bei starken Stürmen Hallen mit großen
Deckenspannweiten.
U
Wenn noch ausreichend Zeit ist, sichern Sie
draußen bewegliche Gegenstände wie Garten-
möbel, Fahrräder etc.
U
Bei Hagel legen Sie sich, wenn es nirgendwo
Schutz gibt, mit dem Gesicht auf den Boden
und schützen Sie Kopf und Nacken mit den
Händen!
GEWITTER
U
Suchen Sie bei Gewitter Schutz in einem Gebäu-
de oder gehen Sie mit eng zusammen stehenden
Füßen, möglichst in einer Mulde, auf den Fuß-
ballen in die Hocke.
U
Meiden Sie offenes Gelände, Berggipfel, Bäume,
Türme, Masten, Antennen und
lehnen Sie sich nicht an Zäune.
U
Halten Sie zu Überlandleitungen
einen Mindestabstand von 50 Me-
tern ein.
U
Vermeiden Sie alle Gegenstände
mit Metallteilen wie Regenschir-
me und Fahrräder.
Sturmschaden durch den
Orkan Kyrill im Jahr 2007
Blitzeinschlag in der Großstadt
U
Im Auto sind Sie bei Gewitter sicher. Bleiben Sie
IM AUTO
also im Fahrzeug und berühren Sie keine blan-
ken Metallteile.
U
Schließen Sie bei Hagel und Wirbelstürmen die
ZU HAUSE
Fenster, Roll- oder Fensterläden und halten Sie
sich von ungeschützten Öffnungen fern.
U
Suchen Sie einen tief liegenden Raum, z. B. Keller
oder einen innen liegenden Raum, auf. Autos,
Wohnwagen und leichte Gebäude sind bei
Sturm nicht unbedingt sicher.
U
Meiden Sie Räume mit großer Deckenspannweite
wie z. B. Hallen.
U
Nehmen Sie empfindliche Geräte vom Netz oder
verwenden Sie einen Überspannungsschutz.
Entsprechende Geräte gibt es im Handel.
U
Haus- oder Nutztiere werden durch Unwetter
SCHUTZ FÜR TIERE
stark verängstigt. Versuchen Sie, Ihre Tiere zu
beruhigen und achten Sie darauf, dass sie den
geschützten Bereich nicht verlassen können.

image
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UNWETTER
|
43
42
Schneeverwehungen
Verhalten nach dem
Unwetter
U
Vor dem Aufräumen sollten Sie genau kontrol-
lieren und dokumentieren, was z. B. durch
Wassereinbruch oder Glasbruch beschädigt
oder zerstört worden ist.
U
Ist jemand verletzt, leisten Sie Erste Hilfe und
rufen Sie gegebenenfalls den Rettungsdienst
112. Weitere Infos im Kapitel „Notruf“.
U
Achtung! Wenn durch Überflutung, z. B. im
Keller, Heizöl oder andere gefährliche Substan-
zen freigesetzt worden sind, rufen Sie die Feu-
erwehr 112 an.
U
Vorsicht beim Betreten überfluteter Keller, es
besteht die Gefahr eines Stromschlags, wenn
der Hausanschlusskasten im Keller unterge-
bracht ist.
U
Nehmen Sie elektrische Geräte nur in Betrieb,
wenn sie nicht feucht geworden sind.
U
Wenn das Gebäude stark beschädigt ist, bleiben
Sie draußen und betreten Sie es erst wieder,
wenn es von Fachleuten freigegeben wurde.
U
Wenn das Dach stark beschädigt ist, bleiben Sie
vom Haus ausreichend weit entfernt. Rufen Sie
die Feuerwehr 112 an.
Sturmtief Xynthia sorgte in Hessen für gefährliche Orkanböen, 2010

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FEUER
|
45
44
Feuer
Das Entsetzen ist groß, die Gefahr auch. Feuer, das außer Kontrolle gerät, ist immer
eine Katastrophe. Es gibt viele Ursachen für ein Feuer zu Hause oder in öffentlichen
Gebäuden: Fehler in der Elektrizität, feuergefährliche Arbeiten, Unachtsamkeit im
Haushalt, Fahrlässigkeit beim Grillen oder Überhitzung von Elektrogeräten. Ganz
gleich, ob es dann zu einem offenen Feuer oder einem Schwelbrand kommt, die
Folgen sind häufig katastrophal. Dabei können Sie effektiv vorbeugen und sich
schützen. Was Sie tun sollten, lesen Sie hier.
Großbrand
Hausbrand in Monschau,
Nordrhein-Westfalen 2008
KLEINER AUFWAND.
GROSSE WIRKUNG,
DIE LEBEN RETTET
Bevor es brennt
U
Installieren Sie Rauchmelder in allen Räumen,
außer Küche und Bad. Mehr Infos finden Sie
auf der nächsten Seite.
U
Haben Sie einen Feuerlöscher im Haus? Lernen
Sie ihn richtig zu bedienen und lassen Sie ihn
regelmäßig warten. Legen Sie einen Feuerlö-
scher ins Auto, aber befestigen Sie ihn dort
gut. Das ist zwar gesetzlich nicht vorgeschrie-
ben, aber der ADAC verzeichnet im Jahr mehr
als 40.000 Autobrände.
U
Halten Sie eine Löschdecke aus Wolle oder an-
derem geeignetem Material griffbereit, um
brennende Kleidung abzulöschen.
U
Alle wichtigen Dokumente und Papiere soll-
ten in eine Tasche zum schnellen Mitnehmen.
Mehr Infos finden Sie im Kapitel „Dokumen-
tensicherung“.
MEHR AUFMERK-
SAMKEIT FÜR MEHR
SICHERHEIT
U
Lassen Sie offenes Licht, wie Kerzen oder Feuer,
nie unbeaufsichtigt.
U
Entfernen Sie im Keller leicht brennbares
Material.
U
Entrümpeln Sie regelmäßig den Dachboden und
entfernen Sie besonders brennbares Material
aus den Ecken und Dachschrägen.
U
Achten Sie darauf, dass die elektrischen Geräte
und Anlagen im Haus in Ordnung sind. Tau-
schen Sie defekte Geräte und alte Steckdosen-
leisten aus.

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FEUER
|
47
46
Weiterführende
Informationen:
www.unwetter.de
Gut informiert,
besser geschützt
Ganz gleich, wo Sie sich aufhalten, Sie sollten sich
über ein paar Dinge vorab informieren:
U
Erkundigen Sie sich, wie im Brandfall das
nächste Treppenhaus zu erreichen ist.
Keine Fahrstühle nutzen!
U
Schauen Sie, wo Feuerlöschgeräte sind und wie
sie zu bedienen sind.
U
Wissen Sie, wie und wo Sie einen Notruf absetzen
können? Fragen Sie danach.
U
Sie haben eine Behinderung oder ein Begleiter
ist behindert? Fragen Sie nach Unterstützung
bei der Evakuierung.
U
Prägen Sie sich in Hotels, Diskotheken, Kinos
etc. die Fluchtwege ein. Im Brandfall oder bei
einer Panik rettet das Leben.
HINWEISE ZUR
GEFAHREN-
VERMEIDUNG
U
Flure und Treppenhäuser sollten nicht durch
Gegenstände eingeengt oder gar versperrt
werden. Der Fluchtweg muss frei sein.
U
Die Haustür in einem Mehrfamilienhaus sollte
ein Schloss mit Panikfunktion haben, sodass
die Tür von innen im Notfall jederzeit geöffnet
werden kann.
U
Türen in Rettungswegen sind geschlossen zu
halten – aber niemals abgeschlossen. So wird
eine Brandausbreitung oder Verqualmung des
Fluchtweges verhindert.
U
Hydranten oder Feuerwehrzufahrten dürfen
nicht blockiert sein.
U
Sicherheitseinrichtungen des Hauses sollten
regelmäßig kontrolliert und gewartet werden.
RAUCHMELDER
Das gehört in ein
sicheres Haus
Kein Feuer ohne Rauch und giftige Gase. Schnell
werden dann Fluchtwege unbenutzbar oder es
kommt zu Rauchvergiftungen bzw. im schlimms-
ten Fall zum Erstickungstod. Rauchmelder an der
Zimmerdecke können Leben retten.
Handelsübliche Rauchmelder sind handtellergroß
und problemlos montiert. Sie können als Einzel-
rauchmelder oder per Funk miteinander vernetzt
betrieben werden und haben ein durchdringendes,
akustisches Alarmsignal. Für Gehörlose gibt es
Geräte mit Blitzlicht oder Vibrationsalarm. Beim
Einbau ist auf die Zertifizierung nach VDS und
DIN EN 14604 zu achten.
Bringen Sie die Rauchmelder immer am höchsten
Punkt im Zimmer an, da Rauch nach oben steigt.
Viele Geräte haben einen Testknopf zur Kontrolle
des Alarms und sie zeigen an, wenn die Batterie
ausgetauscht werden muss.
HIER GEHÖREN RAUCHMELDER HIN:
U
Schlafräume
U
Kinderzimmer
U
Wohn- und Esszimmer
U
Flure und Treppenhäuser
U
Keller und Dachböden
Keine Rauchmelder in Bad
und Küche! Der Wasserdampf
löst Fehlalarm aus.
Weitere Informationen erhalten Sie bei
der Feuerwehr und Brandversicherungs-
anstalten oder unter
www.rauchmelder-lebensretter.de

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FEUER
|
49
48
LÖSCHGERÄTE
Löschgeräte wie Feuerlöscher gehören in jedes Un-
ternehmen und am besten auch in jeden privaten
Haushalt. Die Größe kann abhängig von den ge-
setzlichen Vorschriften und der potenziellen Brand-
gefahr variieren. Fragen Sie hierzu Ihre örtliche
Feuerwehr.
Alle Löschgeräte helfen nur in der Entstehungs-
phase eines Brandes. Schließlich ist die Löschdauer
begrenzt. Bringen Sie sich deshalb bei einem Lösch-
versuch nicht selbst in Gefahr. Über Bedienung
und Löschkapazität gibt der Fachhandel Auskunft.
Die Rettungskräfte stehen bereit
LÖSCHGERÄTE
für kleine Brände bzw.
erste Löschversuche
U
Feuerlöscher
U
Löschdecke
U
Gießkanne, Eimer
U
Gartenschlauch
Was tun, wenn es brennt?
Ein Feuer im Haus ist immer eine Ausnahme-
situation. Jetzt kommt es auf Sekunden an. Aber
trotz allem sollten Sie nicht in Panik ausbrechen
oder etwas Unbedachtes tun. Grundsätzlich gilt:
Die Sicherheit von Menschen hat immer Vorrang
vor allen Brandbekämpfungsmaßnahmen!
Sie entdecken einen Brand?
Gehen Sie jetzt so vor:
1. DAS FEUER
ENTSTEHT GERADE
Versuchen Sie sofort den Brandherd „im Keim“ zu
ersticken.
U
Unternehmen Sie nur dann Löschversuche, wenn
keine Gefahr für Sie besteht!
U
Brennendes Fett oder andere flüssige Brennstoffe
nie mit Wasser löschen! Dadurch kann eine sehr
hohe Stichflamme entstehen – das ist lebensge-
fährlich! Wenn es ohne eigene Gefährdung mög-
lich ist, stellen Sie die Energiequelle ab oder neh-
men Sie die Pfanne von der Kochplatte. Legen Sie
einen Deckel auf die Pfanne, um das Feuer zu er-
sticken oder verwenden Sie eine Löschdecke. Ver-
wenden Sie nur spezielle Feuerlöscher, die für
Fettbrände geeignet sind (Brandklasse F).
U
Schalten Sie elektrischen Strom vor Löschbeginn
im Gefahrenbereich ab! Vorsicht Stromschlag!
U
Löschen Sie immer von unten nach oben und
von der Seite zur Mitte hin!
U
Betreten Sie niemals verqualmte Räume! Dort
bilden sich giftige Brandgase. Sollten Sie sich in
einem verqualmten Raum befinden, so bewegen
Sie sich kriechend auf dem Boden vorwärts.
Schließen Sie die Tür von außen und alarmie-
ren Sie die Feuerwehr 112.

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FEUER
|
51
50
Eine der häufigsten
Ursachen für Feuer
in der Küche: Ein
Handtuch, das auf
einer eingeschalteten
Herdplatte liegt
2. LÖSCHVERSUCHE
SIND NICHT
MÖGLICH
U
Schließen Sie die Fenster des Raumes, aber nur
falls das ohne eigene Gefährdung möglich ist.
Wenn nicht, verlassen Sie sofort den Raum.
U
Schließen Sie die Tür des Raumes, in dem es
brennt. Hierdurch wird dem Feuer Sauerstoff
entzogen.
U
Rufen Sie die 112 an!
U
Melden Sie: Wer ruft an? Wo brennt es? Was
brennt? Wie viel brennt (Umfang)? Welche
Gefahren bestehen (Personen, Gasflaschen ge-
lagert etc.)?
U
Warten Sie auf Rückfragen!
U
Warnen Sie andere Personen in der Wohnung
oder im Haus!
U
Bringen Sie sich und andere in Sicherheit (ge-
gebenenfalls auch durch andere Personen).
U
Beschreiben Sie der Feuerwehr die Räumlich-
keiten, Personen in Gefahr oder Gegenstände,
die explodieren können.
3. FEUERWEHR
RUFEN
4. PERSONEN
WARNEN UND
SICHERN
5. FEUERWEHR
ERWARTEN UND
EINWEISEN
Weitere Informationen erhalten
Sie durch Ihre Feuerwehr!
U
Sie müssen das Gebäude oder die Wohnung,
6. ALLE RAUS
Etage etc. verlassen? Achten Sie darauf, dass
keine Person zurückbleibt.
U
Schließen Sie alle Türen, aber schließen Sie
nicht ab, um ein schnelles Absuchen zu unter-
stützen.
U
Brandschutztüren und Brandabschnittstüren
sind selbstverständlich geschlossen.
U
Halten Sie die Schlüssel für Räume oder Fenster,
die sich nur mit Schlüssel öffnen lassen, für die
Einsatzkräfte bereit.
7. ALLE IN
SICHERHEIT
U
Prüfen Sie nach Verlassen des Gebäudes, ob wirk-
lich alle Personen aus der Wohnung oder dem
Haus in Sicherheit sind. Bei einer vermissten
Person muss die Feuerwehr immer davon aus-
gehen, dass sich diese noch im Gebäude und
somit in Gefahr befindet.
TIPP BEI PROBEALARM!
Nehmen Sie einen Probealarm ernst. Wenn es
eines Tages zu einem „echten“ Feueralarm kommt,
sollten Sie wissen, was zu tun ist. Damit Sie und
die Einsatzkräfte nicht in Gefahr kommen.

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HOCHWASSER
|
53
52
Das wird so schnell niemand vergessen: starker, wochenlanger Regen hat durch
das Sommerhochwasser 2013 weite Teile Süd-, Ost- und Norddeutschlands in
Katastrophengebiete verwandelt. In solchen Fällen können auch aus kleinen
Bächen reißende Ströme werden, die eine Gefahr für Haus, Eigentum und
Leben bilden.
Hochwasser
Die Altstadt von Passau wurde beim Jahrtausendhochwasser im Juni 2013 komplett überflutet
Gut vorbereitet auf
Hochwasser
Das Wasser steigt und es ist kein Ende in Sicht.
Jetzt ist immer noch Zeit, sich vorzubereiten.
DRINNEN UND
DRAUSSEN
R
U
Besorgen Sie zum Schutz Sandsäcke, Schalbretter,
wasserfeste Sperrholzplatten und Silikon.
U
Schauen Sie, dass gefährliche Stoffe oder Chemi-
kalien nicht vom Wasser erreicht werden können.
U
Bringen Sie wertvolle Möbel oder Geräte wie
Computer etc. in die oberen, hochwasserge-
schützten Räume.
U
Sichern Sie den Heizöltank gegen den Auftrieb
durch das Wasser, indem Sie ihn z. B. an der
Wand verankern oder mit Ballast beschweren.
U
Besorgen Sie ausreichend Lebensmittel und
Trinkwasser, ein batteriebetriebenes Radio oder
ein Kurbelradio, eine Taschenlampe, einen Cam-
pingkocher und eine Campingtoilette. Halten Sie
Ihre Tasche mit den wichtigsten Dokumenten
bereit. Mehr Infos finden Sie im Kapitel „Notge-
päck“ und „Dokumentensicherung“.
U
Denken Sie auch an Insektenschutzmittel, falls
nach Rückgang des Hochwassers Mücken und
andere Schädlinge ins Haus kommen.
UNSER TIPP:
Informieren Sie sich bei Ihrer Kommune
nach der für Ihre Wohnlage kritischen Hoch-
wassermarke. Informationen über aktuelle
Hochwasserstände finden Sie im Internet
unter
www.hochwasserzentralen.de
.

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HOCHWASSER
|
55
54
GANZ WICHTIG!
Halten Sie sich auf dem Laufenden! Verfolgen Sie
die aktuellen Wettermeldungen und Hochwasser-
warnungen über Rundfunk, Internet oder Video-
text.
Machen Sie sich frühzeitig Gedanken über:
U
die Versorgung Kranker oder Hilfebedürftiger.
Können Sie diese Personen rechtzeitig aus der
Gefahrenzone evakuieren. Wohin?
U
die Evakuierung von Haustieren.
U
die Möglichkeiten, sich mit Nachbarn oder
anderen zu besprechen, wenn Telefon und
Mobilfunk ausfallen. Sprechen Sie mit Nachbarn
Not- und Gefahrenzeichen ab.
U
die „Rollenverteilung“ für den Notfall. Wer
macht was?
Schutzwälle aus Sandsäcken
Rettungshelfer
beim Hochwasser
in Halle, Sachsen-
Anhalt, 2013
Richtig Handeln bei
Hochwasser
Behalten Sie die Ruhe und Besonnenheit. Prüfen
IM HAUS
Sie,
ob Ihre Vorsorgemaßnahmen ausreichen.
U
Räumen Sie die Kellerräume, in die Grundwasser
eindringen kann oder die volllaufen können, aus.
U
Dichten Sie Fenster und Türen sowie Abfluss-
öffnungen ab.
U
Schalten Sie elektrische Geräte und Heizungen
in Räumen, die volllaufen können, ab. Denken
Sie an die Stromschlaggefahr. Schalten Sie den
Strom gegebenenfalls komplett aus (Sicherung
raus).
U
Überprüfen Sie Rückstauklappen im Keller.
U
Fahren Sie Ihr Auto rechtzeitig aus gefährdeten
IM AUTO
Garagen oder von Parkplätzen.
U
Achtung! Tiefgaragen können bei Hochwasser-
gefahr zu tödlichen Fallen werden.
U
Fahren Sie nicht durch überflutete Straßen.
Wasser im Motorraum macht viel kaputt. Der
Katalysator mit einer Betriebstemperatur von
700 Grad Celsius zerspringt bei plötzlicher Ab-
kühlung durch Wasser.
U
Lassen Sie Ihr Fahrzeug abschleppen, wenn es bis
über die Räder im Wasser steht.
Hochwasser in der Stadt

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HOCHWASSER
|
57
56
RETTEN SIE LEBEN
U
Helfen Sie anderen, aber bringen Sie sich nicht
selbst in Gefahr.
U
Bringen Sie Kinder vor Eintritt der Gefahr aus
dem Überschwemmungsgebiet in Sicherheit.
U
Fahren Sie wegen der Wellenbildung und der
Gefahr von Unterwasserhindernissen nicht in
überflutenden Gebieten mit Booten oder ande-
ren Fahrzeugen unnötigerweise „spazieren“.
U
Betreten Sie keine Uferbereiche wegen der Ge-
fahr von Unterspülungen oder Abbrüchen.
Überflutete oder teilüberflutete Straßen dürfen
nicht befahren werden.
U
Beachten Sie die Anweisungen und Absperrungen
der Einsatzkräfte.
Hochwasser in
Königswinter am Rhein
Verhalten nach dem
Hochwasser
Das Wasser weicht. Jetzt heißt es: Bestandsauf-
nahme machen und aufräumen.
U
Beginnen Sie mit den Abpumparbeiten im Haus
erst, wenn Sie sicher sind, dass der Grundwasser-
spiegel ausreichend gesunken ist. Vorsicht, Sie be-
schädigen ansonsten die Bodenwanne des Hauses.
Bitte achten Sie auf Informationen der Gemeinde.
U
Machen Sie eine Bestandsaufnahme und foto-
grafieren Sie die Schäden für die Versicherung.
U
Räumen Sie Wasserreste und Schlamm aus dem
Haus.
U
Trocknen Sie die Räume so schnell es geht, um
Bauschäden oder Schimmel zu vermeiden.
Nutzen Sie Heizgeräte für das Trocknen. Sie
können gemietet oder ausgeliehen werden.
U
Lassen Sie die Elektrik, Heizöltanks und in be-
sonderen Fällen die Baustatik vom Fachmann
überprüfen.
U
Wenn Schadstoffe wie Farben, Lacke, Pflanzen-
schutzmittel, Benzin, Öl etc. freigesetzt wurden,
rufen Sie die Feuerwehr.
U
Schmutzige, kaputte Möbel und verdorbene
Lebensmittel gehören nicht einfach in den Haus-
müll, sondern müssen fachgerecht entsorgt
werden.
U
Essen Sie kein Obst, Gemüse und Salat aus über-
schwemmten Gebieten. Verständigen Sie bei mit
Schadstoffen (z. B. Öl) verunreinigten Gärten oder
Feldern das Landratsamt oder das Amt für Land-
wirtschaft.
IMMER AKTUELL INFORMIERT
Mehr Informationen
finden Sie unter
www.bbk.bund.de
und auf
www.hochwasserzentralen.de
.
Aufräumarbeit nach
dem Hochwasser in der
Altstadt von Grimma,
Sachsen, 2013

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CBRN-GEFAHRSTOFFE
|
59
58
Wir leben in einer Industriegesellschaft und profitieren von den Möglichkeiten
der modernen Technik. Aber keine Technik ohne Risiken. So gehört es – bei allen
Sicherheitsstandards – auch zu unserem Leben, dass gefährliche Stoffe freige-
setzt werden können. Zum Beispiel bei einem Unfall eines Gefahrguttransporters,
einem Brand in einer
Fabrik oder einem Lager mit chemischen Produkten.
CBRN-Gefahrstoffe
Aber auch der sorglose Umgang daheim mit Haushaltsreinigern kann gefähr-
lich werden.
R
Feuerwehrleute im Einsatz wegen eines Chemieunfalles auf einem Industriegelände, 2006
Das Spektrum an Ge-
fahrstoffen ist groß.
Unterschieden wird in
chemische (C),
biologische (B),
radiologische (R)
und nukleare (N)
Gefahrstoffe.
Was ist ein Gefahrstoff?
CBRN-Gefahrstoffe können gas- oder dampfför-
mig, als Aerosole, flüssig oder fest auftreten. Ein
Laie kann in der Regel die Gefährlichkeit nicht er-
kennen. Deshalb gilt: Wenn etwas passiert, melden
Sie es der
Rettungsleitstelle (Tel. 112)
oder der
Giftnotrufzentrale
(erfragen Sie die Nummer
der Giftnotrufzentrale in Ihrer Nähe und notie-
ren sie auf der Rückseite dieser Broschüre).
Achten Sie bei größeren Ereignissen auf Durch-
sagen im Radio oder durch Lautsprecherfahrzeuge.
CHEMISCHE
GEFAHRSTOFFE
Chemikalien weisen ein sehr großes Spektrum an
unterschiedlichen Wirkungen auf. Viele Stoffe sind
brennbar oder gar explosiv, können ätzend wirken
oder sind giftig. Manchmal haben sie auch mehrere
Wirkungen gleichzeitig. In den meisten Fällen ent-
falten sie ihre größte Wirkung bei Aufnahme in
den Körper. Dies kann über die Haut, durch Nah-
rungsaufnahme oder durch Einatmen geschehen.
Besondere Vorsicht ist bei gasförmigen Stoffen ge-
boten. Da die meisten Gase und Dämpfe schwerer
als Luft sind, können sie sich in Senken oder Keller-
räumen sammeln. Bei Chemikalienfreisetzung
sind solche Örtlichkeiten deshalb zu meiden.

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CBRN-GEFAHRSTOFFE
|
61
60
Feuerwehrleute während
einer Simulation eines
Laborunfalls im Landes-
kriminalamt Mainz,
Rheinland-Pfalz, 2003
BIOLOGISCHE
GEFAHRSTOFFE
Zu den biologischen Gefahrstoffen zählen Bak-
terien, Viren, Pilze, Parasiten und Toxine. Sie
können unter Umständen schwere Krankheiten
beim Menschen auslösen. Eine Aufnahme in
den Körper findet vor allem über Schleimhäute
(Atemwege, Verdauungstrakt, Augen) und die
Haut (Wunden) statt. Bei Gefahr der Aufnahme
über die Atemwege sollte zumindest provisori-
scher Atemschutz genutzt werden, wie z. B. Heim-
werker-Mundschutz.
RADIOAKTIVE
STOFFE
Radiologische (R) und nukleare (N) Stoffe beschrei-
ben die unterschiedlichen Ausbringungsarten
einer radioaktiven Kontamination. Radioaktive
Stoffe senden energiereiche, ionisierende Strahlung
aus. Diese Strahlung kann lebende Zellen schädi-
gen und diese abtöten oder Krebs hervorrufen.
Eine besondere Gefährdung geht durch die Auf-
nahme radioaktiver Stoffe in den Körper aus. Dies
kann durch Einatmen, Nahrungsaufnahme und die
Haut (Wunden) geschehen. Vor allem die Alpha-
Strahlung (eine Art der ionisierenden Strahlung),
stellt dabei ein hohes Gefahrenpotenzial dar. Hier
hilft Atemschutz vor der Aufnahme in die Lunge.
Ionisierende Strahlung wird beim Durchdringen
von Materie abgeschwächt. In Kellerräumen ist
die Abschwächung durch die angrenzende Erd-
schicht und obere Stockwerke besonders groß.
Verhalten bei
Gefahrstofffreisetzung
Gefahrstoffe sind in der Luft oder im Wasser?
Was sollten Sie jetzt tun?
Achten Sie auf Durchsagen im Radio, Fernseher
oder von Lautsprecherfahrzeugen. Informieren
Sie sich übers Internet. Und informieren Sie auch
andere Hausbewohner.
Chemieunfall
U
Bleiben Sie im Gebäude.
IM HAUS
U
Nehmen Sie gefährdete Passanten vorüberge-
hend auf.
U
Informieren Sie – falls erforderlich – andere
Hausbewohner.
U
Schließen Sie Fenster und Türen.
U
Schalten Sie Ventilatoren und Klimaanlagen aus,
schließen Sie die Lüftungsschlitze der Fenster-
rahmen.
U
Suchen Sie einen geschützten Innenraum der
Wohnung auf, der möglichst keine Außen-
fenster hat.

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CBRN-GEFAHRSTOFFE
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IM HAUS
U
Im Falle einer Freisetzung radioaktiver Stoffe
suchen Sie vorzugsweise einen Kellerraum auf.
U
Vermeiden Sie unnötigen Sauerstoffverbrauch
durch Kerzen o. Ä.
U
Schalten Sie zu Ihrer Information das Radio
(UKW, Regionalsender) oder das Fernsehgerät
ein.
U
Beachten Sie die Durchsagen der Behörden und
Einsatzkräfte.
U
Telefonieren Sie nur in Notfällen.
U
Benutzen Sie beim Eindringen von Gefahrstoffen
vorhandene Atemschutzgeräte, notfalls einen
improvisierten Mundschutz (OP-Masken,
Tücher …).
IM FREIEN
U
Achten Sie auf Durchsagen von Polizei oder
Feuerwehr.
U
Bewegen Sie sich möglichst quer zur Windrich-
tung, atmen Sie möglichst durch einen Atem-
schutz, zumindest durch ein Taschentuch.
U
Suchen Sie das nächste geschlossene Gebäude
auf.
U
Wenn Sie bereits mit Gefahrstoffen in Berührung
gekommen sind, wechseln Sie beim Betreten
des Gebäudes Oberbekleidung und Schuhe.
U
Verpacken Sie verschmutzte Oberbekleidung
und Schuhe in Plastikbeuteln und platzieren
Sie diese außerhalb des Wohnbereichs, sofern
möglich vor dem Gebäude.
U
Waschen Sie sich zuerst gründlich die Hände,
dann Gesicht und Haare, ebenso Nase und Oh-
ren mit Wasser und Seife.
Eine Atemschutz-
maske sollte in
jedem Haushalt sein
Schließen Sie alle
Fenster und Türen
Schwerer Unfall eines Gefahrgut-LKW
U
Im Falle der Freisetzung biologischer Stoffe ist
zusätzlich eine Händedesinfektion zu empfehlen.
U
Befolgen Sie die Hinweise zum Aufenthalt in
Gebäuden.
U
Schalten Sie die Belüftung aus und schließen Sie
IM AUTO
die Fenster.
U
Hören Sie Radio (UKW, Regionalsender) und be-
folgen Sie die Anweisungen der Behörden und
Einsatzkräfte.
U
Suchen Sie ansonsten das nächste geschlossene
Gebäude auf, erbitten Sie Einlass und beachten Sie
dort die Hinweise zum Aufenthalt in Gebäuden.

CBRN-GEFAHRSTOFFE
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NOTIZEN
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64

Impressum
Herausgeber
Bundesamt für Bevölkerungsschutz
und Katastrophenhilfe (BBK)
Postfach 1867, 53008 Bonn,
Telefon: 0228 – 99550 – 0
www.bbk.bund.de,
info@bbk.bund.de
Text & Redaktion
Klaus Brouwers, BBK, SCHWIND’
Grafische Konzeption & Gestaltung
SCHWIND’
Agentur für Zukunftskommunikation
www.schwind.de
ISBN: 978-3-939347-54-5
Diese Broschüre ist kostenlos. Sie kann bestellt werden beim Herausgeber.
Fotografie
S. 6: imago/STAR-MEDIA, S. 16: imago/Thomas Frey, S. 38: imago/McPHOTO/MKDesign,
S. 39: imago/Camera4/Jim, S. 40: rebel pixelio.de, S. 41: Karl-Heinz Laube pixelio.de, S. 42:
Thomas-Max Müller pixelio.de, S. 43: imago/Hartenfelser, S. 44/48: Paul Georg Meister
pixelio.de, S. 50/54: imago/Imagebroker, S. 52/54: imago/blickwinkel, S. 55: imago/Xinhua,
S. 57: imago/Jörn Haufe,
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Urheberrechte:
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sind bei vollständigen Quellenverweisen jedoch ausdrücklich erwünscht.
Gedruckt auf Recyclingpapier mit 100 % Altpapieranteil, zertifiziert mit dem Blauen Engel
1. Auflage, August 2013
Die Broschüre „Ratgeber für Notfallvorsorge und richtiges Handeln in Notsituationen“
ist
Nachfolgerin der Broschüre
„Für den Notfall vorgesorgt“, die das BBK bis zum Jahr 2013 in
der 11. Auflage herausgegeben hat.
Die Kompetenz im Bevölkerungsschutz

IM NOTFALL MELDEN:
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Wer ruft an?
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Wo ist etwas geschehen?
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Was ist geschehen?
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Welcher Art?
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