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Umsetzung der
EU Hochwasserrisikomanagementrichtlinie im
Rahmen des INTERREG IV B Projektes LABEL
-
Grenzüberschreitender
Hochwasserrisikomanagementplan Weiße Elster -
Kurzbericht
Ein Gemeinschaftsprojekt der Bundesländer Thüringen,
Sachsen-Anhalt und Sachsen
Auftraggeber:
Sächsisches Landesamt für Umwelt,
Landwirtschaft und Geologie
Kurzbericht
August 2012

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Umsetzung der EU Hochwasserrisikomanagement-
richtlinie im Rahmen des INTERREG IV B Projektes LABEL
- Grenzüberschreitender Hochwasserrisikomanagementplan
Weiße Elster -
Kurzbericht
DHI-WASY GmbH
Niederlassung Dresden
Comeniusstraße 109
01309 Dresden
Tel: +49 (0)351 3161611
Fax: +49 (0)351 3161612
dresden@dhi-wasy.com
www.dhi-wasy.de
www.dhigroup.com
Auftraggeber
Sächsisches Landesamt für Umwelt,
Landwirtschaft und Geologie
Pillnitzer Platz 3
01326 Dresden
Auftraggeber vertreten durch
Herr Grafe
Projekt
Umsetzung der EU Hochwasserrisikomanagement-
richtlinie im Rahmen des INTERREG IV B Projektes
LABEL - Grenzüberschreitender
Hochwasserrisikomanagementplan Weiße Elster -
Projekt Nr.
14801432
Datum
13.08.2012
Erstellt
DHI-WASY GmbH
Niederlassung Dresden
Comeniusstraße 109
01309 Dresden
Genehmigt
Dr. Jörg Walther
(Niederlassungsleiter)
Ausgabe Beschreibung
Erstellt Geprüft Genehmigt Datum
1 Entwurfsfassung
JOW SHO JOW 13.8.12
Schlüsselwörter
Hochwasserrisikomanagement,
Hochwasserrisikomanagementrichtlinie,
Hochwasserrisikomanagementplan,
Hochwassergefahrenkarte,
Hochwasserrisikokarte,
Maßnahmepriorisierung,
Vorläufige Bewertung des Hochwasserrisikos
Klassifikation
Frei
Intern
Geschützt
Forschung
Verteiler
Anzahl Kopien
LfULG:
DHI-WASY:
1
1
2
13.08.2012

Kurzbericht zur Umsetzung der EU Hochwasserrisikomanagementrichtlinie im
INTERREG IV B Projekt LABEL - Grenzüberschreitender HWRM-Plan Weiße Elster -
Inhaltsverzeichnis
1
Zusammenfassende Darstellung................................................................... 5
1.1
Veranlassung für die Erstellung eines grenzüberschreitenden
Hochwasserrisikomanagementplans Weiße Elster...........................................5
1.2
Methodik und Ergebnisse ...........................................................................5
1.3
Einschätzung und Schlussfolgerungen..........................................................6
1.3.1 Vorläufige Bewertung des Hochwasserrisikos nach Artikel 4 und 5................7
1.3.2 Hochwassergefahren- und –risikokarten nach Artikel 6...............................7
1.3.3 Hochwasserrisikomanagementpläne nach Artikel 7.....................................8
2
Vorläufige Bewertung des Hochwasserrisikos ............................................ 11
2.1
Beschreibung der Methodik zur vorläufigen Bewertung des Hochwasserrisikos .11
2.2
Anwendung der Methodik zur vorläufigen Bewertung des Hochwasserrisikos....12
2.2.1 Recherche und Bewertung von bekannten Hochwasserrisiken....................12
2.2.2 Vertiefende Analyse des Hochwasserrisikos auf Grundlage von
Überschwemmungsgebieten und Gefährdungspotenzialen.........................13
2.2.3 Zusammenschau der Ergebnisse und Plausibilisierung anhand von
wasserwirtschaftlichem Expertenwissen..................................................14
2.3
Ergebnisse.............................................................................................15
2.4
Fazit.....................................................................................................17
3
Hochwassergefahrenkarten und Hochwasserrisikokarten .......................... 18
3.1
Hochwassergefahrenkarten ......................................................................18
3.1.1 Methodik ...........................................................................................18
3.1.2 Karten...............................................................................................19
3.2
Hochwasserrisikokarten...........................................................................25
3.2.1 Methodik ...........................................................................................25
3.2.2 Karten...............................................................................................26
3.3
Fazit.....................................................................................................28
4
Methodik zur Erstellung des Hochwasserrisikoplans................................... 30
4.1
Grundlagen............................................................................................30
4.2
Ziele des Hochwasserrisikomanagements...................................................32
4.3
Maßnahmen des Hochwasserrisikomanagements.........................................34
4.3.1 Identifizierung und Bewertung möglicher Maßnahmen .............................. 34
4.3.2 Geplante Umsetzung und Priorisierung der Maßnahmen............................ 35
4.3.3 Maßnahmeübersicht............................................................................36
4.4
Strategische Umweltprüfung und Beteiligung der Öffentlichkeit...................... 37
4.5
Koordinierung ........................................................................................37
4.5.1 Länderübergreifende Koordinierung.......................................................37
4.5.2 Koordinierung mit der EG-WRRL und NATURA 2000 .................................38
4.6
Fazit.....................................................................................................39
5
Literaturverzeichnis.................................................................................... 40
13.08.2012
3

Kurzbericht zur Umsetzung der EU Hochwasserrisikomanagementrichtlinie im
INTERREG IV B Projekt LABEL - Grenzüberschreitender HWRM-Plan Weiße Elster -
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 2-1:
Gewässer mit potenziell signifikantem Hochwasserrisiko im Pilotgebiet Weiße-
Elster (Stand Mitte 2011)...............................................................................16
Abbildung 3-1:
Genereller Aufbau der Gefahren- und Risikokarten.............................................20
Abbildung 3-2:
Legende der Hochwassergefahrenkarte ............................................................21
Abbildung 3-3:
Blattübersicht...............................................................................................23
Abbildung 3-4:
Planstempel am Beispiel des sächsischen Abschnittes.........................................24
Abbildung 3-5:
Beispiel für eine Hochwassergefahrenkarte .......................................................24
Abbildung 3-6:
Legende der Hochwasserrisikokarte .................................................................27
Abbildung 3-7:
Beispiel für eine Hochwasserrisikokarte ............................................................28
Abbildung 4-1:
Aufstellungsprozess eines HWRM-Plans (LAWA, 2010b) ......................................30
Tabellenverzeichnis
Tabelle 2-1:
Position administrativer Grenzen im Gewässerverlauf der Weißen Elster................11
Tabelle 2-2:
Signifikanzkriterien und Datengrundlagen für die vertiefende Untersuchung des
Hochwasserrisikos .........................................................................................14
Tabelle 2-3:
Ergebnisse der vorläufigen Bewertung des Hochwasserrisikos im Weiße-Elster-
Gebiet .........................................................................................................17
Tabelle 3-1:
Maßstab und fachliche Inhalte der Hochwassergefahrenkarten .............................19
Tabelle 3-2:
Datengrundlagen der Hochwassergefahrenkarten...............................................22
Tabelle 4-1:
Gliederung der HWRM-Pläne bis zur 2. Ebene....................................................31
Tabelle 4-2: Grundlegende Ziele und Handlungsbereiche des
Hochwasserrisikomanagements (LAWA, 2010b).................................................32
Tabelle 4-3:
Anzahl der Maßnahmen der HWRM-Pläne, bezogen auf die Handlungsbereiche.......36
13.08.2012
4

Kurzbericht zur Umsetzung der EU Hochwasserrisikomanagementrichtlinie im
INTERREG IV B Projekt LABEL - Grenzüberschreitender HWRM-Plan Weiße Elster -
1
Zusammenfassende Darstellung
1.1 Veranlassung für die Erstellung eines grenzüberschreitenden Hochwas-
serrisikomanagementplans Weiße Elster
Die Erarbeitung von Hochwasserrisikomanagementplänen (HWRM-Pläne)
gemäß der Europäischen Hochwasserrisikomanagementrichtlinie (HWRM-
RL) erfolgt analog zur Europäischen Wasserrahmenrichtlinie (WRRL)
grundsätzlich auf drei Ebenen:
in internationalen Flussgebietseinheiten (entspricht A-Ebene der
WRRL), z. B. im Flussgebiet Elbe in Verantwortung der Interna-
tionalen Kommission zum Schutz der Elbe (IKSE),
in nationalen Teilen der internationalen Flussgebietseinheiten
(entspricht B-Ebene der WRRL), z. B. im deutschen Teilgebiet
der Elbe in Verantwortung der Flussgebietsgemeinschaft (FGG)
Elbe,
in regionalen Teileinzugsgebieten (entspricht C-Ebene der
WRRL) in Verantwortung der jeweiligen Bundesländer.
In der internationalen Flussgebietseinheit Elbe bildete das EU-INTERREG-
Projekt LABEL die Grundlage für die Länder übergreifende Zusammenar-
beit. Im Rahmen dieses Projektes ist in Kooperation der drei Bundeslän-
der Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen der HWRM-Plan für das Ge-
wässer Weiße Elster als Pilotaktivität auf C-Ebene initiiert worden. Unter
Berücksichtigung länderspezifischer Datengrundlagen und rechtlicher Vor-
aussetzungen fand eine umfangreiche Abstimmung zwischen den drei ge-
nannten Bundesländern statt. Dabei wurde zunächst jeweils ein regionaler
HWRM-Plan erstellt, der sich auf den Teil des Einzugsgebietes der Weißen
Elster bezieht, der im jeweiligen Bundesland liegt. Die einzelnen Pläne
wurden in DHI-WASY (2011) für den Freistaat Sachsen, in PGSL (2012b)
für das Bundesland Sachsen-Anhalt und in FUGRO-HGN (2011b) für den
Freistaat Thüringen dokumentiert. Anschließend wurde daraus ein zu-
sammengefasster HWRM-Plan für das Gesamteinzugsgebiet der Weißen
Elster erstellt (DHI-WASY, 2012).
1.2
Methodik und Ergebnisse
Die Methodik der Erarbeitung des HWRM-Plans für das Pilotgebiet Weiße
Elster (DHI-WASY, 2012) folgt den Empfehlungen der Bund/Länder-
Arbeitsgemeinschaft Wasser (LAWA) zur Umsetzung der HWRM-RL
(LAWA, 2008; LAWA, 2009; LAWA; 2010a; LAWA, 2010b). Die Ergebnisse
des HWRM-Plans beziehen sich nur auf das Management der von Hoch-
wasser
in Flüssen
ausgehenden Gefahren und Risiken.
Die vorläufige Bewertung des Hochwasserrisikos (Abschnitt
2) erfolgte
gemäß HWRM-RL auf der Grundlage verfügbarer oder leicht abzuleitender
Informationen. Dabei wurden nur Gewässer berücksichtigt, deren Ein-
zugsgebiet an der Mündung mindestens 10 km
2
beträgt. Gewährleistet
wurde dies, indem der Analyse das Gewässernetz der WRRL zugrunde ge-
legt wurde. Die Ermittlung von Gewässern mit potenziell signifikantem
Hochwasserrisiko stützte sich sowohl auf Berichte und Analysen zu histo-
rischen Hochwasserereignissen als auch auf bereits vorliegende Hochwas-
serschutzkonzepte (HWSK). Daneben wurde gemäß LAWA (2009) die Be-
13.08.2012
5

Kurzbericht zur Umsetzung der EU Hochwasserrisikomanagementrichtlinie im
INTERREG IV B Projekt LABEL - Grenzüberschreitender HWRM-Plan Weiße Elster -
troffenheit bzgl. der menschlichen Gesundheit, der Umwelt, des Kulturer-
bes und der wirtschaftlichen Tätigkeit durch Überschwemmungen berück-
sichtigt. Schließlich wurden die Einzelergebnisse noch auf Grundlage was-
serwirtschaftlichen Expertenwissens plausibilisiert. Im Ergebnis der
durchgeführten Bewertung wird davon ausgegangen, dass im Einzugsge-
biet der Weißen Elster ein potenziell signifikantes Hochwasserrisiko für
Gewässer mit einer Gesamtlänge von 1166 km besteht oder zumindest
für wahrscheinlich gehalten werden kann (DHI-WASY, 2012).
Die Erstellung von Hochwassergefahren- und -risikokarten gemäß HWRM-
RL (Abschnitt
3) erfolgte nur für das Hauptgewässer Weiße Elster. Unter
Beachtung der entsprechenden LAWA-Empfehlung (LAWA, 2010a) wurde
durch eine enge Abstimmung zwischen den Bundesländern ein einheitli-
ches Layout der Hochwassergefahren- und -risikokarten gewährleistet.
Dazu wurde je eine ArcGIS-Kartenvorlage (MXT) erstellt und dokumen-
tiert. Beide Vorlagen stehen für die Anwendung im Zuge der Umsetzung
der HWRM-RL zur Verfügung. Neben dem Kartenlayout wurden auch die
Inhalte der Gefahren- und Risikokarten abgestimmt. Im Ergebnis dieser
Abstimmung werden weitgehend einheitliche fachliche Inhalte auf den
Karten dargestellt. Das Pilotgebiet der Weißen Elster wird durch insge-
samt 44 Kartenblätter abgedeckt. Je Kartenblatt wurden drei Hochwas-
sergefahren- und drei Hochwasserrisikokarten erstellt. Somit beträgt der
Gesamtkartenumfang im Pilotgebiet 264 Karten.
Dem grenzüberschreitenden HWRM-Plan Weiße Elster liegt eine zwischen
den Bundesländern abgestimmte Gliederung zugrunde (Abschnitt
4).
Dementsprechend werden ausgehend von den Handlungsbereichen ge-
mäß LAWA (2010b) zunächst die Ziele für das Hochwasserrisikomanage-
ment definiert und anschließend der erreichte Ist-Zustand beschrieben
und ein Ist-Ziel-Vergleich durchgeführt, beim dem vorhandene Defizite
aufgezeigt werden. Zur Zielerreichung werden im HWRM-Plan insgesamt
166 Maßnahmen vorgeschlagen, die den folgenden Handlungsbereichen
des Hochwasserrisikomanagements zuzuordnen sind: Flächenvorsorge,
Natürlicher Wasserrückhalt, Technischer Hochwasserschutz, Bauvorsorge,
Informationsvorsorge, Verhaltensvorsorge sowie Vorhaltung und Vorbe-
reitung der Gefahrenabwehr und des Katastrophenschutzes (DHI-WASY,
2012). Damit werden die wichtigsten Handlungsbereiche berücksichtigt.
Eine vollständige Abarbeitung aller Handlungsbereiche ist gemäß LAWA
(2010b) nicht erforderlich. Die Maßnahmenauswahl erfolgte unter der
Prämisse, dass die vorgeschlagenen Maßnahmen bis 2021, dem Jahr der
nächsten Aktualisierung des HWRM-Plans, umsetzbar sind bzw. mit der
Umsetzung begonnen werden kann.
Da es sich beim HWRM-Plan für die Weiße Elster um ein Pilotprojekt in ei-
nem regionalen Teileinzugsgebiet (C-Ebene) handelt, erfolgte keine Stra-
tegische Umweltprüfung (SUP), sondern im HWRM-Plan lediglich eine Be-
schreibung der allgemeinen Vorgehensweise der SUP (DHI-WASY, 2012).
Wie die SUP wird auch die Koordinierung mit der WRRL und NATURA 2000
erst auf Ebene der Flussgebietsgemeinschaft Elbe (B-Ebene) erfolgen.
1.3
Einschätzung und Schlussfolgerungen
Mit diesem Pilotprojekt wurde nachgewiesen, dass für ein regionales Teil-
einzugsgebiet ein HWRM-Plan gemäß Artikel 4 bis 7 der HWRM-RL weit-
gehend auf Basis bereits vorliegender Informationen und Unterlagen und
13.08.2012
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Kurzbericht zur Umsetzung der EU Hochwasserrisikomanagementrichtlinie im
INTERREG IV B Projekt LABEL - Grenzüberschreitender HWRM-Plan Weiße Elster -
mit Hilfe einer in wesentlichen Punkten einheitlichen Methodik aufgestellt
werden kann.
1.3.1 Vorläufige Bewertung des Hochwasserrisikos nach Artikel 4 und 5
Die vorläufige Bewertung des Hochwasserrisikos auf der Grundlage ver-
fügbarer oder leicht abzuleitender Informationen lieferte nicht immer ein
vollständiges Bild über die Risikosituation. Sowohl für Sachsen als auch
für Sachsen-Anhalt wurde festgestellt, dass für Gewässer 1. Ordnung die
Datenlage in der Regel ausreichend ist, um belastbare Aussagen über das
Hochwasserrisiko treffen zu können. Für Gewässer 2. Ordnung liegen da-
gegen oftmals keine oder nur wenige verwertbare Unterlagen vor. Im
HWRM-Plan für die Weiße Elster in Sachsen-Anhalt wird deshalb vorge-
schlagen, dass zukünftig zur Informationsgewinnung die Zusammenarbeit
mit den Kommunen intensiviert werden soll. Dafür wurde ein entspre-
chender Fragebogen entworfen (PGSL, 2012b). Zur Verbesserung der Da-
tenlage für die Gewässer 2. Ordnung in Sachsen wurden die vorliegenden
Ergebnisse einer landesweiten Ermittlung der Abflussbereitschaft der Ein-
zugsgebiete auf Basis von bekannten Flächeneigenschaften herangezogen
(WASY und IHI, 2006).
Die beste Datenlage für die vorläufige Bewertung des Hochwasserrisikos
gab es in Thüringen. Hier wurden 2009 die Überflutungsflächen eines
200-jährlichen Hochwassers für ca. 3400 Kilometer Gewässer nach einem
landeseinheitlichen Ansatz ermittelt. Auf dieser Grundlage erfolgte an-
schließend eine landesweite Ermittlung der Personengefährdung sowie der
möglichen Schäden (FUGRO-HGN, 2011a).
Infolge der unterschiedlichen verfügbaren Datengrundlagen, die in den
Bundesländern genutzt wurden, gab es auch methodische Unterschiede
in der konkreten Vorgehensweise bei der vorläufigen Bewertung des
Hochwasserrisikos. Wünschensweit wäre zukünftig eine stärkere Verein-
heitlichung der Datengrundlage und der Methodik.
1.3.2 Hochwassergefahren- und –risikokarten nach Artikel 6
Die Erstellung der Hochwassergefahren- und -risikokarten für die Weiße
Elster in Sachsen-Anhalt und Thüringen basierte auf Fachdaten, insbe-
sondere Überschwemmungsgebieten, die zeitlich unmittelbar vor oder im
Zuge der Erstellung der regionalen HWRM-Pläne mit Hilfe von 2D-HN-
Modellen ermittelt wurden (PGSL, 2012b; FUGRO-HGN, 2011b). Die be-
rechneten Überschwemmungsgebiete bildeten eine aktuelle Datengrund-
lage für die Karten.
In Sachsen wurden die Überschwemmungsgebiete nicht neu berechnet,
sondern den beiden nach dem Hochwasser 2002 für die Weiße Elster er-
stellten HWSK entnommen. Zusammen mit sechs weiteren HWSK für Ne-
bengewässer der Weißen Elster bildeten diese Konzepte die wichtigste
fachliche Bearbeitungsgrundlage für den regionalen HWRM-Plan (DHI-
WASY, 2011).
Praktische Schwierigkeiten bei der Arbeit mit den sächsischen HWSK re-
sultierten u. a. aus fehlenden oder unzulänglichen Datengrundlagen oder
methodischen Unterschieden zwischen den einzelnen Konzepten. Ein Bei-
spiel für fehlende oder unzulängliche Datengrundlagen sind die GIS-Daten
zu den berechneten Überschwemmungsgebieten für die Weiße Elster. In
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Kurzbericht zur Umsetzung der EU Hochwasserrisikomanagementrichtlinie im
INTERREG IV B Projekt LABEL - Grenzüberschreitender HWRM-Plan Weiße Elster -
den beiden relevanten HWSK gab es neben den Shape-Files mit den Was-
sertiefenklassen keine Wasserspiegellagenraster im GRID-Format, die ei-
ne Reklassifizierung der Wassertiefenklassen gestatten hätten. Damit war
es nicht möglich, die Anzahl der Wassertiefenklassen auf den Gefahren-
karten des HWRM-Plans mit vertretbarem Aufwand an die der Gefahren-
karten der Nachbarbundesländer anzupassen. Ein Beispiel für methodi-
sche Unterschiede sind die im Zuge der HWSK-Bearbeitung erstellten Ge-
fahrenkarten und die darin dargestellten Überschwemmungsgebiete. Für
das Gebiet der Oberen Weißen Elster im Regierungsbezirk Chemnitz wur-
den Gefahrenkarten für HQ
20
, HQ
50
, HQ
100
und HQ
300
erstellt. Für das Ge-
biet der Unteren Weißen Elster im Regierungsbezirk Leipzig liegen die Ge-
fahrenkarten der HWSK in der Regel für HQ
25
, HQ
50
, HQ
100
und HQ
200
vor.
Da für die Gefahren- und Risikokarten im HWRM-Plan Grundlagendaten
aus beiden Gebieten zu verwenden waren, werden darin teilweise unter-
schiedliche Lastfälle dargestellt (Abschnitt
2). Das betrifft die Karten für
ein Hochwasser mit hoher Wahrscheinlichkeit (HQ
20
oder HQ
25
) und die
Karten für ein Hochwasser mit niedriger Wahrscheinlichkeit (HQ
200
oder
HQ
300
).
Die zwischen den Bundesländern vorgenommenen Abstimmungen bzgl.
des Layouts und der fachlichen Inhalte der Gefahren- und Risikokarten
gehen weit über den in LAWA (2008) geforderten Informationsaustausch
hinaus. Im Hinblick auf die Karteninhalte haben sie den Charakter einer
Koordinierung und im Hinblick auf das Kartenlayout sogar den einer Har-
monisierung. Bezüglich der Abgrenzung der Begriffe Information, Koordi-
nation und Harmonisierung wird auf HEILAND u.a. (2010) verwiesen.
1.3.3 Hochwasserrisikomanagementpläne nach Artikel 7
Die zwischen den Bundesländern abgestimmte Gliederung der regionalen
HWRM-Pläne, die auch dem grenzüberschreitenden HWRM-Plan Weiße
Elster zugrunde liegt (DHI-WASY, 2012), hat sich als praktikabel erwie-
sen. Von Vorteil war einerseits die stringente Orientierung der Gliederung
an den in LAWA (2010b) empfohlenen Arbeitsschritten bei der Aufstellung
eines HWRM-Plans. Andererseits war es ebenso zweckmäßig, die Formu-
lierung der Ziele, den Ist-Ziel-Vergleich und die Auswahl von Maßnahmen
stets in Bezug auf die Handlungsbereiche des Hochwasserrisikomanage-
ments gemäß LAWA (2010b) vorzunehmen, weil dadurch der HWRM-Plan
eine vernünftige Struktur erhält, die seine Erarbeitung letztlich verein-
facht.
Die Datenlage hinsichtlich vorhandener Unterlagen, die für den HWRM-
Plan und hier insbesondere für die Maßnahmeauswahl herangezogen wer-
den konnten, war in den einzelnen Bundesländern unterschiedlich. In
Sachsen erwiesen sich die insgesamt acht HWSK für Gewässer im Unter-
suchungsgebiet als eine gute, wenn auch nicht völlig ausreichende Grund-
lage für den HWRM-Plan nach HWRM-RL. Die Einschränkungen resultieren
aus der Begrenzung des räumlichen Gültigkeitsbereiches der sächsischen
HWSK auf Gewässer 1. Ordnung, aus dem mittlerweile mehr als acht Jah-
re zurückliegenden Bearbeitungsstand sowie aus der Betrachtung von
Maßnahmen, die überwiegend zum technischen Hochwasserschutz gehö-
ren. In Sachsen-Anhalt lag lediglich ein HWSK für die Weiße Elster aus
dem Jahr 1997 vor, das auf einer eindimensionalen hydraulischen Model-
lierung basierte und keine Modellierungen für ein Extremereignis enthielt.
Dieses HWSK konnte nicht Grundlage für den HWRM-Plan sein. In Thürin-
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Kurzbericht zur Umsetzung der EU Hochwasserrisikomanagementrichtlinie im
INTERREG IV B Projekt LABEL - Grenzüberschreitender HWRM-Plan Weiße Elster -
gen standen Teilergebnisse des parallel zur Erstellung des HWRM-Plans
bearbeiteten HWSK Weiße Elster zur Verfügung, in dem für verschiedene
Jährlichkeiten hydraulische 2D-Berechnungen erfolgten sowie Maßnahmen
des technischen Hochwasserschutzes und zur Reaktivierung von natürli-
chen Retentionsflächen betrachtet wurden.
Folgerichtig waren im Zuge der Erarbeitung der regionalen HWRM-Pläne,
die die Grundlage für den grenzüberschreitenden HWRM-Plan bildeten,
zusätzliche Untersuchungen, ggf. unter Berücksichtigung aktueller hyd-
raulischer Modellierungen, notwendig, um für die Handlungsbereiche des
Hochwasserrisikomanagements, die in den HWSK nicht oder nicht in der
notwendigen Tiefe bearbeitet wurden, einen Ist-Ziel-Vergleich durchzu-
führen sowie geeignete und realisierbare Maßnahmen abzuleiten. Auch für
diese Recherche wird im HWRM-Plan für die Weiße Elster in Sachsen-
Anhalt (PGSL, 2012b) empfohlen, mit Hilfe eines Fragebogens die Kom-
munen frühzeitig einzubeziehen, insbesondere um die notwendigen In-
formationen auf dem Gebiet der Vorsorge und Gefahrenabwehr einzuho-
len.
Bei der Maßnahmeauswahl und -priorisierung wurden in den einzelnen
Bundesländern unterschiedliche Schwerpunkte gesetzt. Bedingt durch die
zugrunde liegenden HWSK überwiegen in Sachsen die Maßnahmen des
technischen Hochwasserschutzes anteilig, wenn auch nicht unbedingt in-
haltlich. In Thüringen wurde der Schwerpunkt auf die Handlungsbereiche
der Vorsorge gelegt. In Sachsen-Anhalt ist das Verhältnis der für unter-
schiedliche Handlungsbereiche ausgewählten Maßnahmen relativ ausge-
wogen. Die Anzahl der für die einzelnen Bundesländer vorgeschlagenen
Maßnahmen korrespondiert mit ihren unterschiedlichen Flächenanteilen
am Flussgebiet.
Noch offen ist die Struktur zur grenzüberschreitenden Koordinierung des
HWRM-Planes zwischen den Bundesländern. Hier gilt es, Maßnahmen und
Ziele regelmäßig abzustimmen. Gemäß Artikel 7 Absatz 4 der HWRM-RL
dürfen HWRM-Pläne „keine Maßnahmen enthalten, die aufgrund ihres Um-
fangs oder ihrer Wirkung das Hochwasserrisiko flussaufwärts oder fluss-
abwärts … erheblich erhöhen, es sei denn, diese Maßnahmen wurden ko-
ordiniert.“ Dies betrifft z. B. die Maßnahmen des technischen Hochwas-
serschutzes, denen eine überregionale Wirkung zugeschrieben wird. Dafür
ist in den baurechtlichen Genehmigungs- und Beteiligungsverfahren eine
Koordinierung mit den Unter- und Oberliegern festgelegt. Hinsichtlich der
länderübergreifenden Beteiligung bei nicht-technischen Maßnahmen, z. B.
in Bereich der Raumplanung, besteht zurzeit noch Regelungsbedarf.
Aus der Bearbeitung der regionalen HWRM-Pläne resultieren folgende
Überlegungen zur Erstellung von HWRM-Plänen und für die spätere Aktua-
lisierung des ersten HWRM-Plans:
Angleichung der Methodik zur vorläufigen Bewertung des Hoch-
wasserrisikos,
Vereinheitlichung der Jährlichkeit für die häufigen und extremen
Hochwasserereignisse auf Ebene der Flussgebietseinheit bzw.
auf Bundesebene,
Vereinheitlichung der Methode zur Bestimmung der betroffenen
Einwohner auf Ebene der Flussgebietseinheit bzw. auf Bundes-
ebene,
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Kurzbericht zur Umsetzung der EU Hochwasserrisikomanagementrichtlinie im
INTERREG IV B Projekt LABEL - Grenzüberschreitender HWRM-Plan Weiße Elster -
Formulierung von allgemeingültigen Zielen und Maßnahmekata-
logen und eines erweiterbaren kommunalen Maßnahmekatalogs,
der die Möglichkeit bietet, lokale Gegebenheiten zu berücksich-
tigen,
Kontinuierliche Fortschreibung bzgl. der Umsetzung der Maß-
nahmen,
Kontinuierliche Verbesserung und Harmonisierung der Daten-
grundlage für die Fortschreibung des HWRM-Plans, insbesonde-
re für die kommunale Ebene (Koordinierung mit den zuständi-
gen Institutionen),
Bereitstellung von personellen und finanziellen Kapazitäten für
die kontinuierliche Entwicklung des HWRM-Plans und die Umset-
zung sowie Koordinierung der Maßnahmen.
Bei der konkreten Ausgestaltung der Koordination innerhalb des Flussge-
bietes der Weißen Elster sollten die Erfahrungen mit Hochwasserpartner-
schaften berücksichtigt werden, z. B. der Hochwasserpartnerschaft Elbe,
in der Städte, Gemeinden und Landesbehörden zusammenarbeiten. Auch
die diesbezüglichen Erfahrungen anderer Bundesländer außerhalb des El-
beeinzugsgebietes können eine nützliche Orientierung sein. In Baden-
Württemberg und Rheinland-Pfalz werden Hochwasserpartnerschaften als
Instrument genutzt, um die Kommunikation zwischen der Wasserwirt-
schaftsverwaltung als Koordinator und der Öffentlichkeit und Entschei-
dungsträgern zu befördern. Ein Beispiel für eine Hochwasserpartnerschaft
für ein Flussgebiet mit vergleichbarer Flächengröße wie das Weiße-Elster-
Gebiet ist die „Kommunale Arbeitsgemeinschaft Hochwasserschutz im
Einzugsgebiet der Nahe“ in Rheinland-Pfalz (HÄSSLER-KIEFHABER u. a.,
2011).
Die zur Erstellung des grenzüberschreitenden HWRM-Plans für das Pilot-
gebiet Weiße Elster angewendete Methodik ist prinzipiell auf andere regi-
onale Teileinzugsgebiete übertragbar. Die Übertragung der Methodik soll-
te einhergehen mit einer Reduzierung des Bearbeitungsaufwandes, der im
Rückblick für das Pilotgebiet als hoch eingeschätzt wird und in diesem
Umfang auf Dauer wahrscheinlich nicht leistbar ist. Möglich wäre eine
Aufwandsreduzierung u. a. durch eine weitere Formalisierung des Bear-
beitungsablaufes bei der eigentlichen Erstellung des HWRM-Plans nach Ar-
tikel 7 der HWRM-RL. Beispielsweise könnten auf einem Formblatt je
Handlungsbereich das jeweilige Ziel definiert werden, der Ist-Ziel-
Vergleich erfolgen und die geeigneten Maßnahmen vermerkt werden. Da-
bei wäre anstelle ausformulierter Sätze auch eine stichpunktartige Erfas-
sung denkbar.
13.08.2012
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Kurzbericht zur Umsetzung der EU Hochwasserrisikomanagementrichtlinie im
INTERREG IV B Projekt LABEL - Grenzüberschreitender HWRM-Plan Weiße Elster -
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Vorläufige Bewertung des Hochwasserrisikos
Die vorläufige Bewertung des Hochwasserrisikos erfolgte entsprechend
Artikel 4 und 5 der HWRM-RL auf der Grundlage verfügbarer oder leicht
abzuleitender Informationen zur Gefährdung durch Hochwasser sowie zur
Vulnerabilität von Schutzgütern.
Die jeweils beteiligten Projektpartner kamen für die Gewässerabschnitte
der Weißen Elster in Tschechien und Deutschland zu unterschiedlichen Er-
gebnissen. So wurde für den Oberlauf der Weißen Elster in Tschechien
kein signifikantes Risiko festgestellt, da die zur Bewertung angesetzten
Kriterien nicht erreicht wurden (MoE, 2010). Auf deutscher Seite wurden
im Einzugsgebiet der Weißen Elster insgesamt 1166 Gewässerkilometer
mit potenziell signifikantem Hochwasserrisiko identifiziert.
Dazu wurden in den Bundesländern Sachsen, Thüringen und Sachsen-
Anhalt spezifische Methodiken angewendet, welche nachfolgend beschrie-
ben werden. Die Beschreibungen orientieren sich dabei an administrativen
Grenzen, denen die in
Tabelle 2-1 aufgeführten Gewässerkilometer der
Weißen Elster entsprechen. Die Weiße Elster entspringt auf tschechischem
Gebiet (km 243+514), ab km 231+800 verläuft sie bis zu ihrer Mündung
in die Saale auf deutschem Territorium. Bis km 167+700 durchläuft sie
den Freistaat Sachsen, ab der Landesgrenze den Freistaat Thüringen.
Zwischen km 105+090 und km 71+000 fließt die Weiße Elster durch das
Land Sachsen-Anhalt, um bis km 19+850 wieder auf sächsischem Gebiet
zu verlaufen. Der unterste Flussabschnitt (km 19+850 bis zur Mündung)
befindet sich wiederum im Land Sachsen-Anhalt.
Tabelle 2-1:
Position administrativer Grenzen im Gewässerverlauf der
Weißen Elster
Bundesland Abschnittsbeginn Abschnittsende
Sachsen-Anhalt
km 0+000
km 19+850
Sachsen
km 19+850
km 71+000
Sachsen-Anhalt
km 71+000
km 105+090
Thüringen
km 105+090
km 167+700
Sachsen
km 167+700
km 231+800
2.1 Beschreibung der Methodik zur vorläufigen Bewertung des Hochwasser-
risikos
Methodische Bearbeitungsgrundlage war neben der HWRM-RL die ent-
sprechende Empfehlung der Bund/Länder-Arbeitsgemeinschaft Wasser,
welche die Vorgehensweise bei der vorläufigen Bewertung des Hochwas-
serrisikos präzisiert und die dabei anzusetzenden Kriterien beschreibt
(LAWA, 2009).
13.08.2012
11

Kurzbericht zur Umsetzung der EU Hochwasserrisikomanagementrichtlinie im
INTERREG IV B Projekt LABEL - Grenzüberschreitender HWRM-Plan Weiße Elster -
Der vorläufigen Bewertung des Hochwasserrisikos wurde in allen drei
Bundesländern das Gewässernetz der WRRL zugrunde gelegt. Damit wur-
den bei der Analyse nur Gewässer berücksichtigt, deren Einzugsgebiet an
der Mündung mindestens 10 km
2
beträgt.
Zur vorläufigen Bewertung des Hochwasserrisikos kam in allen drei Bun-
desländern folgende dreistufige Methodik zur Anwendung:
Im 1. Bewertungsschritt wurden Informationen zu bereits be-
kannten Hochwasserrisiken recherchiert und ausgewertet.
Im 2. Bewertungsschritt erfolgte eine vertiefende Analyse des
Hochwasserrisikos auf Grundlage von Überflutungsflächen und
Gefährdungspotenzialen.
Im 3. Bewertungsschritt erfolgten die Zusammenschau der Er-
gebnisse der ersten beiden Bewertungsschritte sowie ihre Plau-
sibilisierung auf Grundlage wasserwirtschaftlichen Expertenwis-
sens.
Zur Umsetzung der einzelnen Bewertungsschritte kamen in den drei Bun-
desländern Methoden zur Anwendung, die einerseits wesentliche Gemein-
samkeiten aufweisen, sich andererseits aber auch hinsichtlich der Daten-
grundlagen und Ansätze unterscheiden. Im folgenden Abschnitt
2.2 wer-
den diese Methoden näher erläutert.
2.2 Anwendung der Methodik zur vorläufigen Bewertung des Hochwasserri-
sikos
2.2.1 Recherche und Bewertung von bekannten Hochwasserrisiken
In Sachsen wurde davon ausgegangen, dass für alle Gewässer 1. Ord-
nung, für die nach dem Hochwasser 2002 ein HWSK erarbeitet wurde, ein
potenziell signifikantes Hochwasserrisiko besteht. Dies betraf neben der
Weißen Elster selbst auch alle Nebengewässer 1. Ordnung. Ferner wurde
ein Hochwasserrisiko auch für Gewässer 2. Ordnung angenommen, falls
Berichte und Analysen zu historischen Hochwasserereignissen dies nahe-
legten. Wertvoll waren in diesem Zusammenhang vor allem die Untersu-
chungen zum Hochwasser im Juli 1954 (BAUER, 1956; BÖER u.a., 1959),
das insgesamt gesehen das bisher schwerste im Weiße-Elster-Gebiet seit
Beginn regelmäßiger Wasserstands- und Abflussbeobachtungen war (DHI-
WASY, 2011).
In Thüringen bildeten Publikationen zu historischen Hochwasserereignis-
sen und -marken (DEUTSCH und PÖRTGE, 2003; DEUTSCH und PÖRTGE,
2009) sowie eine Archivrecherche zu historischen Überschwemmungskar-
ten (EBERLE, 2010) die Grundlage für eine entsprechende Analyse. Die
resultierenden Erkenntnisse wurden im Unterschied zur Vorgehensweise
in Sachsen jedoch erst im letzten Bewertungsschritt zur Plausibilisierung
der im zweiten Bewertungsschritt ermittelten Ergebnisse herangezogen.
Allein auf Grundlage historischer Belege erfolgte in Thüringen keine Fest-
stellung eines potenziell signifikanten Hochwasserrisikos (FUGRO-HGN,
2011b).
In Sachsen-Anhalt entwickelte der Landesbetrieb für Hochwasserschutz
und Wasserwirtschaft (LHW) einen auf der LAWA-Empfehlung (LAWA,
2009) basierenden GIS-gestützten Ansatz. Damit wurden Gewässerstre-
cken ermittelt, für die ein potenziell signifikantes Hochwasserrisiko als
13.08.2012
12

Kurzbericht zur Umsetzung der EU Hochwasserrisikomanagementrichtlinie im
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wahrscheinlich gilt. Das Ergebnis dieser Methodik allein reichte aber nicht
aus, um das Risiko festzustellen. Eine abschließende Diagnose erfolgte
ähnlich wie in Thüringen im letzten Bewertungsschritt.
Neben der Anwendung der vom LHW entwickelten Methodik wurden in
Sachsen-Anhalt historische Hochwasser recherchiert und ihre Auswirkun-
gen auf die menschliche Gesundheit, die Umwelt, das Kulturerbe und die
wirtschaftliche Tätigkeit bewertet. Außerdem wurden vorhandene Hoch-
wasserschutzanlagen und deren Veränderungen im Laufe der Zeit recher-
chiert. Ziel der Recherche war es u. a., Aussagen darüber zu treffen, ob
die historischen Ereignisse zukünftig ähnlich zu erwarten sind (PGSL,
2011).
2.2.2 Vertiefende Analyse des Hochwasserrisikos auf Grundlage von Überschwem-
mungsgebieten und Gefährdungspotenzialen
In diesem Bewertungsschritt wurde sowohl die Frage nach der Gefähr-
dung durch die Naturgefahr „Überschwemmung“ als auch die Frage nach
der Vulnerabilität gestellt. Die Vulnerabilität umfasst die Exposition der
Risikoelemente, ihre Anfälligkeit und die daraus resultierenden potenziel-
len Schäden (MERZ u. a., 2011). Die Interaktion von Gefährdung und
Vulnerabilität bestimmt, ob ein Risiko existiert und wie hoch dieses ist
(GRÜNEWALD u. a., 2003).
Primäre Datengrundlage für die vertiefende Analyse des Hochwasserrisi-
kos bildeten in Sachsen die nach §100 des Sächsischen Wassergesetzes
festgesetzten Überschwemmungsgebiete. Sie wurden gemäß LAWA
(2009) mit geeigneten Geodaten (Tabelle
2-2) verschnitten, um die Be-
troffenheit bzgl. der Signifikanzkriterien menschliche Gesundheit, Umwelt,
Kulturerbe und wirtschaftliche Tätigkeit zu ermitteln. War die Betroffen-
heit in einem der genannten Punkte gegeben, wurde für die jeweiligen
Gewässer ein potenziell signifikantes Hochwasserrisiko festgestellt (DHI-
WASY, 2011).
In Thüringen erfolgte die vertiefende Analyse nach einem landeseinheitli-
chen Ansatz (FUGRO-HGN, 2011a). Dabei wurden für alle Gewässer und
Gewässerstrecken, die in der "Thüringer Verordnung über die Bestim-
mung der Gewässer und Gewässerabschnitte nach §80 Abs. 2 Thüringer
Wassergesetz" aufgelistet und im Thüringer Staatsanzeiger (ThürStanz,
2009) veröffentlicht wurden, Überflutungsflächen auf der Grundlage eines
200-jährlichen Hochwassers überschläglich ermittelt (IAWG, 2009). Auf
dieser Grundlage wurde eine landesweite Ermittlung der Personengefähr-
dungen sowie der möglichen Schäden vorgenommen. Zu diesem Zweck
wurden die Überflutungsflächen mit aufbereiteten Geodaten (Tabelle
2-2)
verschnitten und mit Hilfe von abgestimmten Vermögenswerten und nut-
zungsspezifischen Schadensfunktionen die Schadenspotenziale für die
Gewässer je Gemeinde ermittelt. Ein potenziell signifikantes Hochwasser-
risiko an Gewässern 1. Ordnung sowie an Gewässern 2. Ordnung, deren
Gewässerlänge 10 km überschreitet, wurde für Schadenspotenziale
≥ 500 T€ festgestellt. Für Gewässer 2. Ordnung, deren Länge weniger als
10 km beträgt, wurde ein potenziell signifikantes Hochwasserrisiko ab ei-
nem Schadenspotenzial von 2 Mio. € diagnostiziert (FUGRO-HGN, 2011a).
In Sachsen-Anhalt wurden die nach § 96, Abs. 1 des Wassergesetzes für
das Land Sachsen-Anhalt festgesetzten Überschwemmungsgebiete für die
vertiefende Analyse des Hochwasserrisikos herangezogen (PGSL, 2011).
13.08.2012
13

Kurzbericht zur Umsetzung der EU Hochwasserrisikomanagementrichtlinie im
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Wie in Sachsen wurden die Überschwemmungsgebiete mit geeigneten
Geodaten (Tabelle
2-2) verschnitten, um die Betroffenheit bzgl. der o. g.
Signifikanzkriterien zu ermitteln (PGSL, 2011).
In
Tabelle 2-2 werden die in den drei Bundesländern zur vertiefenden
Analyse des Hochwasserrisikos angewendeten Signifikanzkriterien sowie
die Datengrundlagen, die neben den Überschwemmungsgebieten für ihre
Ermittlung verwendet wurden, zusammengefasst.
Tabelle 2-2:
Signifikanzkriterien und Datengrundlagen für die vertie-
fende Untersuchung des Hochwasserrisikos
Signifikanz-
kriterium
Bewertungs-
grundlage
Sachsen Thüringen Sachsen-Anhalt
Kriterium
Anzahl der von Überschwemmung betroffenen Einwohner
menschliche
Gesundheit
Datengrund-
lage
CIR-Landnutzungsdaten
mit mittlerer gemeinde-
bezogener Einwohner-
dichte als Attribut für
die Siedlungsflächen
Landnutzungsdaten der
TLUG (ATKIS-Daten)
und Schadenspotenzial
je Gemeinde
Flächennutzung (ATKIS-
Daten)
Kriterium
Anzahl betroffener IVU-
Anlagen
Anzahl betroffener IVU-
Anlagen und von Trink-
wasserschutzzonen 1
Anzahl betroffener IVU-
Anlagen
Umwelt
Datengrund-
lage
IVU-Anlagen
IVU-Anlagen
und Trinkwasserschutz-
zonen 1
IVU-Anlagen
Kriterium
Anzahl betroffener Kulturerbestätten
Kulturerbe
Datengrund-
lage
Baudenkmäler und Bau-
ensembles
Weltkulturerbestätten
Baudenkmäler und Bau-
ensembles
Fläche der betroffenen
Gewerbe- und Indus-
triegebiete sowie Ver-
kehrsflächen
Kriterium
Fläche der betroffenen
Gewerbe- und Indus-
triegebiete
Schadenspotenzial je
Gemeinde
wirtschaftliche
Tätigkeit
Datengrund-
lage
Ableitung aus ATKIS-
Daten
Landnutzungsdaten der
TLUG (ATKIS-Daten),
Vermögenswerte und
Schadensfunktionen
BTNT Flächennutzung
des Landesamtes für
Umweltschutz
2.2.3 Zusammenschau der Ergebnisse und Plausibilisierung anhand von wasserwirt-
schaftlichem Expertenwissen
In Sachsen erfolgte für alle Gewässer mit einem Einzugsgebiet > 10 km
2
,
bei denen im 1. oder 2. Bewertungsschritt kein potenziell signifikantes
Hochwasserrisiko festgestellt wurde, noch eine Bewertung der Abflussbe-
reitschaft in den Einzugsgebieten (DHI-WASY, 2011). Als Grundlage wur-
den die Ergebnisse einer sachsenweiten Ermittlung von dominierenden
Abflusskomponenten anhand von Flächeneigenschaften (Boden, Landnut-
zung, Gefälle) genutzt, die im Zuge der Identifizierung von Hochwasser-
entstehungsgebieten vorgenommen wurde (WASY und IHI, 2006). Zur
Bewertung des Hochwasserrisikos wurde davon ausgegangen, dass eine
erhöhte Abflussbereitschaft vorliegt, wenn auf mindestens 50 % der Ein-
zugsgebietsfläche schnelle Abflusskomponenten dominieren. Als schnelle
Abflusskomponenten wurden der Oberflächenabfluss, der Sättigungsflä-
chenabfluss und der schnelle Zwischenabfluss angesehen. Auch in diesem
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Fall wurde davon ausgegangen, dass für die betreffenden Gewässer ein
potenziell signifikantes Hochwasserrisiko besteht (DHI-WASY, 2011).
Alle sächsischen Gewässer, für die ein potenziell signifikantes Hochwas-
serrisiko festgestellt wurde, wurden mit ihrer gesamten Gewässerlänge
innerhalb der Landesfläche der Gewässerkulisse des Hochwasserrisikoma-
nagementplans hinzugefügt.
In Thüringen wurden die Ergebnisse der Recherche zu historischen Hoch-
wasserereignissen (1. Bewertungsschritt) genutzt, um die Ergebnisse des
2. Bewertungsschrittes bzgl. des potenziell signifikanten Hochwasserrisi-
kos einzelner Gewässer oder Gewässerabschnitte abschließend zu plausi-
bilisieren bzw. zu verifizieren (TMLFUN, 2012a).
Die Durchgängigkeit der Risikogebiete in Thüringen wurde gewährleistet,
indem einzelne Gewässerabschnitte in Gemeinden, welche die Signifi-
kanzkriterien nicht erreichten, ebenfalls als Risikogebiet eingestuft wur-
den. Eine unnötige Zerstückelung von Gewässerabschnitten wurde somit
vermieden (FUGRO-HGN, 2011b).
In Sachsen-Anhalt erfolgte das Einbringen von Expertenwissen bei Ge-
wässerstrecken, für die sich aus den Schritten 1 und 2 unterschiedliche
Bewertungsergebnisse ergaben bzw. die Bewertung des Hochwasserrisi-
kos negativ ausfiel, d. h. kein Risiko festgestellt wurde. Dabei wurden fol-
gende Faktoren berücksichtigt:
Topographie,
Lage von Wasserläufen und ihre allgemeinen hydrologischen
und geomorphologischen Merkmale einschließlich der Über-
schwemmungsgebiete als natürliche Retentionsflächen,
Lage bewohnter Gebiete,
Gebiete wirtschaftlicher Tätigkeit und langfristiger Entwicklun-
gen,
Wirksamkeit der bestehenden, vom Menschen geschaffenen
Hochwasserabwehrinfrastrukturen.
Zuvor zweimal positiv bewertete Gewässerstrecken wurden nicht noch
einmal überprüft (PGSL, 2011).
2.3
Ergebnisse
In Abbildung 2-1 wird die Gewässerkulisse, welche aus den Untersuchun-
gen aller drei Bundesländer für das Einzugsgebiet der Weißen Elster resul-
tiert, kartographisch dargestellt.
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image
Kurzbericht zur Umsetzung der EU Hochwasserrisikomanagementrichtlinie im
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Abbildung 2-1: Gewässer mit potenziell signifikantem Hochwasserrisiko
im Pilotgebiet Weiße-Elster (Stand Mitte 2011)
13.08.2012
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Im Ergebnis der durchgeführten Bewertung wird davon ausgegangen,
dass in Sachsen für eine Gewässerstrecke von 834 km ein potenziell sig-
nifikantes Hochwasserrisiko besteht oder zumindest für wahrscheinlich
gehalten werden kann. In Thüringen weisen Gewässer mit einer Gesamt-
länge von 170 km ein potenziell signifikantes Hochwasserrisiko auf. In
Sachsen-Anhalt werden ca. 162 km Gewässerstrecke als potenziell risiko-
behaftet bewertet.
In
Tabelle 2-3 werden die Ergebnisse zusammenfasst. Ausgewiesen wird
darin auch die auf die anteilige Einzugsgebietsfläche bezogene spezifische
Gewässerlänge. Diese beträgt in Thüringen 0,10 km /km
2
und in Sachsen
und Sachsen-Anhalt 0,29 bzw. 0,30 km /km
2
. Damit führt die angewen-
dete Methodik in diesen beiden Bundesländern trotz teilweise unterschied-
licher Ansätze zu einem sehr ähnlichen Ergebnis.
Tabelle 2-3:
Ergebnisse der vorläufigen Bewertung des Hochwasser-
risikos im Weiße-Elster-Gebiet
Ergebnis Sachsen Thüringen Sachsen-Anhalt
Anteil am Einzugsgebiet [km²]
2842
1761
538
Gesamtlänge der Gewässer mit
potenziell signifikantem HW-
Risiko [km]
834 170 162
spezifische Gewässerlänge je km
2
Einzugsgebiet [km/km²]
0,29 0,10 0,30
2.4
Fazit
Die in den Bundesländern Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt im Pi-
lotgebiet Weiße Elster durchgeführte Ermittlung der hochwassergefährde-
ten Gewässerabschnitte entspricht den Empfehlungen der LAWA. Die ver-
wendeten Grundlagen sind vergleichbar und orientieren sich an den zu
erwartenden Schäden, den betroffenen Einwohnern und den Umweltrisi-
ken, die durch Überschwemmungen entstehen können. Über die Signifi-
kanz entscheidet in erster Stufe teilweise ein festgelegter Wert. Unab-
dingbar ist jedoch die Experteneinschätzung über die erheblichen Risiken.
Die ermittelten Risikobereiche werden somit immer mit wasserwirtschaft-
lichen Expertenwissen plausibilisiert und ergänzt. Sie bilden die Grundlage
für die Meldung an die Europäische Union.
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3
Hochwassergefahrenkarten und Hochwasserrisikokarten
Die Hochwassergefahren- und -risikokarten wurden im Rahmen des Pilot-
projektes nur für das Hauptgewässer Weiße Elster erstellt.
Methodische Grundlage für die Kartenerstellung bildete die entsprechende
Empfehlung der Bund/Länder-Arbeitsgemeinschaft Wasser (LAWA,
2010a). Unter Beachtung dieser Empfehlung war ein einheitliches Layout
der Hochwassergefahren- und -risikokarten in allen drei beteiligten Bun-
desländern zu gewährleisten. Dazu wurden zunächst der Blattschnitt der
Karten und die Nummerierung der Kartenblätter abgestimmt. Ein einheit-
liches Kartenlayout wurde gewährleistet, indem von allen Auftragnehmern
dieselben Kartenvorlagen (MXT) für ArcGIS 9.3 - je eine für die Hochwas-
sergefahren- und die Hochwasserrisikokarten - verwendet wurden.
3.1
Hochwassergefahrenkarten
3.1.1 Methodik
In den Hochwassergefahrenkarten werden für die drei Hochwasserszena-
rien
Hochwasser mit hoher Wahrscheinlichkeit,
Hochwasser mit mittlerer Wahrscheinlichkeit,
Hochwasser mit niedriger Wahrscheinlichkeit
folgende Themen kartografisch dargestellt:
Verlauf der Gewässerachse des Fließgewässers Weiße Elster mit
Flusskilometrierung (Stationierung) in 100-m-Schritten,
Überschwemmungsflächen der Weißen Elster für das betreffen-
de Hochwasserszenario im Ist-Zustand mit klassifizierten Inten-
sitäten für die Wassertiefen,
Überschwemmungsgrenze für das Extremereignis im Ist-
Zustand als Anschlaglinie,
Hochwasserschutzeinrichtungen,
Pegel an der Weißen Elster,
Landkreis- und Gemeindegrenzen.
Als Hintergrundkarte dient die TK10 bzw. die DTK10 in Graustufen.
Tabel-
le 3-1
gibt Auskunft über den Maßstab und die wesentlichen fachlichen
Inhalte in den Gefahrenkarten der Weißen Elster. Für den Oberlauf der
Weißen Elster in Sachsen gibt es aufgrund der geringen Überschwem-
mungsbreite eine Abweichung vom ansonsten einheitlichen Kartenmaß-
stab. Hier wurden die Karten nicht im Maßstab 1 : 10.000 wie im restli-
chen Gebiet, sondern im Maßstab 1 : 5.000 erstellt.
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Tabelle 3-1: Maßstab und fachliche Inhalte der Hochwassergefahrenkar-
ten
Sachsen
Obere Weiße
Elster
Untere Weiße
Elster
Thüringen
Sachsen-
Anhalt
Fluss-km
km 167+700
bis
km 231+800
km 19+923
bis
km 71+080
km 105+093
bis
km 167+700
km 0+000
bis
km 19+923
und
km 71+080
bis
km 105+093
Maßstab
1 : 5 000
1 : 10 000
Hochwasser mit
hoher Wahr-
scheinlichkeit
HQ
20
HQ
25
HQ
20
Hochwasser mit
mittlerer Wahr-
scheinlichkeit
HQ
100
Hochwasser mit
niedriger Wahr-
scheinlichkeit
HQ
200
Extremereignis
HQ
300
HQ
500
Maximum aus
HQ
200
mit und
ohne vorhande-
ne Hochwasser-
schutzanlagen
HQ
200
ohne vor-
handene Hoch-
wasserschutzan-
lagen
Klassifizierung
bzgl. der Wasser-
tiefe h
w
in m
bzw. bzgl. des
spezifischen
Durchflusses
1
v*h
w
in m
2
/s
3 Klassen bzgl. h
w
und v*h
w
:
< 0,5
0,5 - 2,0
> 2,0
5 Klassen bzgl. h
w
:
< 0,5
0,5 - 1,0
1,0 - 2,0
2,0 - 4,0
> 4,0
1) Nur relevant in Sachsen
Die in Sachsen abweichende Verwendung der Wiederkehrintervalle T für
die Hochwasserszenarien und die abweichende Klassifizierung der Intensi-
täten sind auf Unterschiede in den Datengrundlagen der Karten zurückzu-
führen, die wiederum Resultat der angewendeten Berechnungsverfahren
sind.
3.1.2 Karten
In
Abbildung 3-1 ist der generelle Aufbau, der für die Hochwassergefah-
ren- und für die Hochwasserrisikokarten der gesamten Weißen Elster
gleich ist, dargestellt. Die Karten sind in eine Hauptkarte und in den
rechts davon liegenden allgemeinen Erläuterungsteil mit Legende, Pegel-
tabelle, Datengrundlagen, Übersichtskarte und Planstempel unterteilt.
Die Gefahren- und Risikokarten haben eine Größe von 83 cm in der Breite
und 58,5 cm in der Höhe. Bei dieser Größe ist auf üblichen Plottern kein
Drehen der Karte erforderlich.
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image
Kurzbericht zur Umsetzung der EU Hochwasserrisikomanagementrichtlinie im
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Abbildung 3-1: Genereller Aufbau der Gefahren- und Risikokarten
Auf der
Hauptkarte
, welche 60 cm breit und 56 cm hoch ist, lässt sich
bei einem Maßstab von 1 : 10 000 ein Kartenausschnitt von 6 000 m Brei-
te mal 5 600 m Höhe bzw. bei einem Maßstab von 1 : 5 000 ein Karten-
ausschnitt von 3 000 m Breite mal 2 800 m Höhe abbilden.
Die Erläuterung zur Karte mit Legende, Pegeltabelle, Datengrundlagen,
Blattübersicht und Planstempel ist mit einer Breite von 18,5 cm rechts
neben der Hauptkarte angeordnet, um bei einer gefalteten Karte den Kar-
teninhalt zu erkennen.
Die
Legende
zu den Gefahrenkarten enthält die verwendeten Flächen-,
Linien- und Punktsignaturen (vgl.
Abbildung 3-2). Als Fließgewässernetz
wird das Gewässernetz nach EG-WRRL verwendet, wobei nur die Fließge-
wässer dargestellt werden, für die ein potenziell signifikantes Hochwas-
serrisiko festgestellt wurde. Die Stationierung wurde an der Mündung be-
ginnend aller 100 m eingefügt. Zur allgemeinen Orientierung werden ne-
ben der Topographischen Karte die Landkreis- und Gemeindegrenzen
dargestellt.
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image
Kurzbericht zur Umsetzung der EU Hochwasserrisikomanagementrichtlinie im
INTERREG IV B Projekt LABEL - Grenzüberschreitender HWRM-Plan Weiße Elster -
Abbildung 3-2: Legende der Hochwassergefahrenkarte
Die
Pegeltabelle
enthält den Namen, die Nummer und die Stationierung
der beiden nächstgelegenen Hochwassermeldepegel (in Richtung strom-
auf). Befindet sich auf dem Kartenblatt selbst ein Hochwassermeldepegel,
so ist dieser zusätzlich in der Pegeltabelle enthalten. Zu jedem Pegel wer-
den der Wasserstand in cm und der Durchfluss in m³/s für das jeweilige
Hochwasserereignis angegeben.
Die einzelnen
Datengrundlagen
werden beschrieben und bzgl. Herkunft
und Bearbeitungsstand benannt.
Tabelle 3-2 beinhaltet die Datengrundla-
gen für die einzelnen Abschnitte der Weißen Elster.
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Tabelle 3-2: Datengrundlagen der Hochwassergefahrenkarten
Sachsen
Obere Weiße
Elster
Untere Weiße
Elster
Thüringen
Sachsen-
Anhalt
Lagesystem
DE_RD/83/GK_3
LS 120, PD 83
DE_RD/83/GK_3
Höhensystem HN76 DHHN92
Digitales Gelän-
demodell DGM
Terrestrische Vermessung, Luftbild-
auswertung, ATKIS-DGM25
Terrestrische
Vermessung,
Luftbildauswer-
tung, ATKIS-
DGM5
Terrestrische
Vermessung,
DGM aus Lasers-
can, DGM1
Abflussgangli-
nien HQ
T
am
Pegel Zeitz,
Scheitelabflüsse
HQ
T
am Pegel
Oberthau
Hydrologie
Hydrologischer Gewässerlängsschnitt Weiße Elster
Hydraulik und
Überschwem-
mungsgebiete
1D-Berechnung
mit WSPWIN
1D-Berechnung
mit HEC-RAS
2D-Berechnung mit HYDRO_AS 2D
Wasserstände
und Durchflüsse
der Pegel
auf Grundlage der hydraulischen Berechnungen
Die
Blattübersicht
(vgl. Abbildung 3-3) zeigt die einzelnen Blattschnitte
der darzustellenden Gebiete, wobei die aktuelle Karte rot markiert ist. Die
Blattschnitte werden entlang des Gewässers von der Mündung in Richtung
Quelle angeordnet und fortlaufend nummeriert. Das Einzugsgebiet der
Weißen Elster ist farblich hinterlegt. Zur besseren Orientierung sind die
Landes- und Landkreisgrenzen der drei Bundesländer sowie wichtige Zu-
flüsse zur Weißen Elster dargestellt und beschriftet.
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Kurzbericht zur Umsetzung der EU Hochwasserrisikomanagementrichtlinie im
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Abbildung 3-3: Blattübersicht
Der
Planstempel
(vgl. Abbildung 3-4) beinhaltet
den Projekttitel,
das EU- und das LABEL-Logo,
den Kartentitel mit dem dargestellten HQ
T
,
das Bundesland,
den Auftraggeber,
den Gewässernamen,
eine Beschreibung des dargestellten Gewässerabschnittes,
das Logo des Auftragnehmers,
den Bearbeitungsstand,
den Kartenmaßstab,
die Anlagennummer und
die Blattnummer.
Die Anlagennummer wird für jedes HQ
T
folgendermaßen durchnumme-
riert:
G1
für Hochwasser mit hoher Wahrscheinlichkeit (HQ
20
bzw. HQ
25
)
G2
für Hochwasser mit mittlerer Wahrscheinlichkeit (HQ
100
)
G3
für Hochwasser mit niedriger Wahrscheinlichkeit (HQ
200
bzw. HQ
300
)
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image
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Abbildung 3-4: Planstempel am Beispiel des sächsischen Abschnittes
In Abbildung 3-5 ist am Beispiel des Kartenblattes 18 eine Hochwasserge-
fahrenkarte für ein Hochwasser mit mittlerer Wahrscheinlichkeit (HQ
100
)
dargestellt.
Abbildung 3-5: Beispiel für eine Hochwassergefahrenkarte
13.08.2012
24

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3.2
Hochwasserrisikokarten
3.2.1 Methodik
Die Hochwasserrisikokarten verzeichnen potenzielle hochwasserbedingte
negative Auswirkungen infolge der drei in Abschnitt
3.1.1 genannten
Hochwasserszenarien. Der generelle Aufbau entspricht dem der Hochwas-
sergefahrenkarten (Abbildung
3-1). In den Hochwasserrisikokarten wer-
den folgende Themen kartographisch dargestellt:
Verlauf der Gewässerachse des Fließgewässers Weiße Elster mit
Flusskilometrierung (Stationierung) in 100-m-Schritten,
Orientierungswert für die Anzahl potenziell betroffener Einwoh-
ner je Gemeinde, aufgerundet auf die nächste 10er-Stelle,
gefährdete Objekte,
Gefahrenquellen,
Art der wirtschaftlichen Tätigkeit in dem vom Hochwasser po-
tenziell betroffenen Gebiet,
Schutzgebiete,
Hochwasserschutzeinrichtungen,
Pegel an der Weißen Elster,
Landkreis- und Gemeindegrenzen.
Als Hintergrundkarte dient die TK10 bzw. die DTK10 in Graustufen. Die
Unterschiede in den Gefahren- und Risikokarten der einzelnen Abschnitte
der Weißen Elster, die sich infolge unterschiedlicher Berechnungsansätze
bzw. aufgrund abweichender Anforderungen an die Kartendarstellung er-
gaben, wurden bereits in Abschnitt
3.1.1 erläutert.
Zur Darstellung der
Flächennutzung
innerhalb der Überschwemmungs-
flächen wurden die ATKIS-Daten mit den Überschwemmungsflächen der
drei darzustellenden Hochwasserszenarien verschnitten und die ATKIS-
Objektnummern zu sechs relevanten Klassen nach LAWA (2010a) zu-
sammengefasst (vgl.
Abbildung 3-6).
Die Berechnung der
Anzahl potenziell betroffener Einwohner
pro
Gemeinde erfolgte auf der Grundlage der Einwohnerstatistik des Statisti-
schen Landesamtes des jeweiligen Bundeslandes. Die Einwohnerstatistik
gibt die Anzahl der Einwohner der Gemeinden an. Um die Anzahl der be-
troffenen Einwohner abschätzen zu können wurden in Sachsen-Anhalt und
Thüringen die ATKIS-Objektarten
2111 – Wohnbaufläche
2113 – Fläche mit gemischter Nutzung
und in Sachsen die ATKIS-Objektarten
2111 – Wohnbaufläche
2113 – Fläche mit gemischter Nutzung
2114 – Fläche besonderer funktionaler Prägung
zusammengefasst. Diese Flächen wurden selektiert und mit den Über-
schwemmungsflächen der betrachteten HQ
T
verschnitten, sodass für die
drei Hochwasserszenarien die von Überschwemmung betroffenen be-
wohnten Flächen zur Verfügung standen. Anhand der Einwohneranzahl je
13.08.2012
25

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Gemeinde und des Verhältnisses zwischen der überschwemmten und der
gesamten bewohnten Fläche konnte die Anzahl der potenziell betroffenen
Einwohner näherungsweise berechnet werden:
G
HQ
A
EW A
PBE
*
=
mit
PBE
- Anzahl potenziell betroffener Einwohner
EW
- Anzahl der Einwohner je Gemeinde
A
HQ
- vom betrachteten HQ
T
überschwemmte bewohnte Fläche
A
G
- gesamte bewohnte Fläche
Bei den Berechnungen in Thüringen wurde angenommen, dass die Fläche
mit gemischter Nutzung zu einem Drittel als Wohnfläche genutzt wird.
Daher ging diese Fläche - im Gegensatz zu Sachsen und Sachsen-Anhalt -
auch nur zu einem Drittel in die Berechnung ein.
3.2.2 Karten
Das Layout der Hochwassergefahren- und -risikokarten ist identisch und
wurde in Abschnitt
3.1.2 beschrieben. Abbildung 3-1 zeigt den generellen
Aufbau der Karten. Infolge der unterschiedlichen fachlichen Inhalte der
Hauptkarte der Gefahren- und Risikokarten unterscheiden sich auch die
Legenden der beiden Karten.
Abbildung 3-6 zeigt die
Legende
der Hoch-
wasserrisikokarten mit den zur Erstellung verwendeten Flächen-, Linien-
und Punktsignaturen.
13.08.2012
26

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Kurzbericht zur Umsetzung der EU Hochwasserrisikomanagementrichtlinie im
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Abbildung 3-6: Legende der Hochwasserrisikokarte
In Abbildung 3-7 ist am Beispiel des Kartenblattes 10 eine Hochwasserri-
sikokarte für ein Hochwasser mit mittlerer Wahrscheinlichkeit (HQ
100
)
dargestellt.
13.08.2012
27

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Kurzbericht zur Umsetzung der EU Hochwasserrisikomanagementrichtlinie im
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Abbildung 3-7: Beispiel für eine Hochwasserrisikokarte
3.3
Fazit
Voraussetzung für die Gewährleistung eines einheitlichen Kartenlayouts
war die Verwendung derselben Kartenvorlagen (MXT) für ArcGIS 9.3 - je
eine für die Hochwassergefahren- und die Hochwasserrisikokarten - in
den beteiligten Bundesländern. In diese beiden Kartenvorlagen wurden
von jeweils einem der Auftragnehmer, die DHI-WASY GmbH für den Frei-
staat Sachsen, die FUGRO-HGN GmbH für den Freistaat Thüringen und
die Planungsgesellschaft Scholz + Lewis mbH für das Bundesland Sach-
sen-Anhalt, die im Projektverlauf abgestimmten Änderungen eingepflegt
und anschließend die geänderten Vorlagen an die beiden anderen Auf-
tragnehmer weitergegeben. Im Auftrag von Thüringen wurden die Kar-
tenvorlagen dokumentiert (FUGRO-HGN, 2011c). Beide Vorlagen stehen
für die Anwendung im Zuge der Umsetzung der HWRM-RL zur Verfügung.
Neben dem Kartenlayout wurden auch die Inhalte der Gefahren- und Risi-
kokarten abgestimmt. Im Ergebnis dieser Abstimmung werden weitge-
hend einheitliche fachliche Inhalte auf den Karten dargestellt.
Das Pilotgebiet der Weißen Elster wird durch insgesamt 44 Kartenblätter
abgedeckt. Je Kartenblatt wurden drei Hochwassergefahren- und drei
13.08.2012
28

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Hochwasserrisikokarten erstellt. Somit beträgt der Gesamtkartenumfang
im Pilotgebiet 264 Karten.
Insgesamt wird in den drei Bundesländern bei einem HQ
100
in der Wei-
ßen Elster eine Fläche von 86,8 km² überschwemmt. Gemäß der ange-
wendeten Methodik sind davon insgesamt ca. 29800 Einwohner betroffen.
13.08.2012
29

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Kurzbericht zur Umsetzung der EU Hochwasserrisikomanagementrichtlinie im
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4
Methodik zur Erstellung des Hochwasserrisikoplans
4.1
Grundlagen
In den Bundesländern Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen wurde im
Pilotprojekt jeweils ein HWRM-Plan erstellt, der sich auf den Teil des Ein-
zugsgebietes der Weißen Elster bezieht, der im jeweiligen Bundesland
liegt. Die einzelnen Pläne wurden in DHI-WASY (2011) für den Freistaat
Sachsen, in PGSL (2012b) für das Bundesland Sachsen-Anhalt und in
FUGRO-HGN (2011b) für den Freistaat Thüringen dokumentiert. Die Er-
stellung der HWRM-Pläne erfolgte entsprechend Artikel 7 der HWRM-RL.
Für den Oberlauf der Weißen Elster in der Tschechischen Republik wurde
kein HWRM-Plan erstellt, da entsprechend der hier angewendeten Metho-
dik zur vorläufigen Bewertung und Bestimmung der Signifikanzkriterien
kein signifikantes Risiko festgestellt wurde. Die entsprechenden Indikato-
ren zur Bewertung hinsichtlich der menschlichen Gesundheit (Betroffen-
heit) oder zur wirtschaftlichen Tätigkeit (Schadenspotential) wurden nicht
erreicht (MoE, 2010).
Methodische Bearbeitungsgrundlage für die Erstellung der HWRM-Pläne
war in den Bundesländern Sachsen, Sachsen-Anhalt, und Thüringen ne-
ben der HWRM-RL die entsprechende Empfehlung der Bund/Länder-
Arbeitsgemeinschaft Wasser (LAWA, 2010b). Die darin beschriebene Vor-
gehensweise mit der Aufeinanderfolge von definierten Arbeitsschritten
wurde in allen drei Bundesländern umgesetzt (Abbildung
4-1).
Abbildung 4-1: Aufstellungsprozess eines HWRM-Plans (LAWA, 2010b)
13.08.2012
30

Kurzbericht zur Umsetzung der EU Hochwasserrisikomanagementrichtlinie im
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Auf der Grundlage der in LAWA (2010b) empfohlenen Vorgehensweise
wurde zwischen den drei Bundesländern eine einheitliche Gliederung der
HWRM-Pläne abgestimmt (Tabelle
4-1). Konsens zwischen den Partnern
war es dabei, dass nicht alle Gliederungspunkte zwingend von allen betei-
ligten Bundesländern gefüllt werden müssen. Wenn es zu einzelnen Glie-
derungspunkten keine Inhalte gab, so wird in den HWRM-Plänen darauf
hingewiesen.
Tabelle 4-1:
Gliederung der HWRM-Pläne bis zur 2. Ebene
Kapitel Kapitelüberschrift
1 Einführung
1.1 Hochwasserrisikomanagement (allgemein)
1.2
Räumlicher Geltungsbereich des HWRM-Plans
1.3 Zuständige Behörden
2
Vorläufige Bewertung des Hochwasserrisikos
2.1
Beschreibung des Einzugsgebietes
2.2
Beschreibung vergangener Hochwasser
2.3
Beschreibung der Methodik zur vorläufigen Bewertung des Hochwasserrisikos
2.4
Anwendung der Methodik zur vorläufigen Bewertung des Hochwasserrisikos
2.5
Karte der Gebiete mit potenziell signifikantem Hochwasserrisiko
3
Hochwassergefahrenkarten und Hochwasserrisikokarten
3.1 Hochwassergefahrenkarten
3.2 Hochwasserrisikokarten
4
Ziele des Hochwasserrisikomanagements
4.1 Handlungsbereiche
4.2
Festlegung angemessener Ziele
4.3
Beschreibung des Ist-Zustandes und Ist-Ziel-Vergleich
5
Maßnahmen des Hochwasserrisikomanagements
5.1 Maßnahmenauswahl
5.2
Bewertung der Maßnahmen
5.3
Geplante Umsetzung und Priorisierung der Maßnahmen
6
Strategische Umweltprüfung und Beteiligung der Öffentlichkeit
6.1 Information der Öffentlichkeit
6.2
Anhörung der Öffentlichkeit
7 Koordinierung
7.1
Koordinierung innerhalb der Teileinzugsgebiete
7.2
Länder übergreifende Koordinierung (Oberlieger/Unterlieger)
7.3
Koordinierung mit EG-Wasserrahmenrichtlinie und NATURA 2000
8 Schlussfolgerungen
13.08.2012
31

Kurzbericht zur Umsetzung der EU Hochwasserrisikomanagementrichtlinie im
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4.2
Ziele des Hochwasserrisikomanagements
Die Definition von Zielen erfolgte in allen drei Bundesländern unter Be-
zugnahme auf die in LAWA (2010b) beschriebenen
Handlungsbereiche
des Hochwasserrisikomanagements (Tabelle
4-2).
Tabelle 4-2: Grundlegende Ziele und Handlungsbereiche des Hoch-
wasserrisikomanagements (LAWA, 2010b)
Grundlegendes Ziel
Handlungsbereich
Zeitbezug
zum HW
Flächenvorsorge
Vermeidung neuer Risiken
Natürlicher Wasserrückhalt
Technischer Hochwasserschutz
Bauvorsorge
Risikovorsorge
Informationsvorsorge
Verhaltensvorsorge
Reduktion bestehender Risiken
Vorhaltung und Vorbereitung Gefahren-
abwehr/Katastrophenschutz
davor
Hochwasserbewältigung während
Reduktion nachteiliger Folgen
Regeneration (Nachsorge)
danach
Da die zusammen mit den Handlungsbereichen in Tabelle 4-2 aufgeführ-
ten grundlegenden Ziele sehr allgemein formuliert und damit als Ziele für
die praktische Umsetzung nicht geeignet sind, mussten noch konkrete
Ziele für einzelne Handlungsbereiche definiert werden. Gemäß LAWA
(2010b) wurde dabei eine Schwerpunktsetzung angestrebt und nicht die
vollständige Abarbeitung aller Handlungsbereiche.
Für Sachsen wurden folgende, auf einzelne Handlungsbereiche bezogene
Ziele formuliert, die im Wesentlichen auch von Sachsen-Anhalt übernom-
men wurden:
Flächenvorsorge
: Verhinderung einer Erhöhung des Schadenspotenzials
in den durch Überschwemmung gefährdeten Gebieten.
Natürlicher Wasserrückhalt
: Verbesserung des natürlichen Rückhalts
von Niederschlagswasser im Einzugsgebiet und Wiedergewinnung von
Überschwemmungsgebieten.
Technischer Hochwasserschutz
: Minderung der Gefahr durch Über-
schwemmung für ausgewählte Objekte oder Gebiete entsprechend dem
vorhandenen Schadenspotenzial und unter Berücksichtigung einer wirt-
schaftlichen und ökologisch verträglichen Realisierbarkeit.
Bauvorsorge
: Vermeidung oder Verminderung von Hochwasserschäden
an Gebäuden sowie Vermeidung von Schäden durch wassergefährdende
Stoffe in hochwassergefährdeten Gebäuden und Anlagen.
Risikovorsorge
: Individuelle Vorsorge durch Rücklagen oder Versiche-
rungen.
Informationsvorsorge
: Abstimmung der Hochwassermeldeordnungen
und Vereinheitlichung des Methodeninventars und der Verfahrensweise
bei der Hochwasservorhersage in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thürin-
gen.
13.08.2012
32

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Verhaltensvorsorge
: Aufklärung der betroffenen Bevölkerung über
Hochwassergefahren und -risiken, Alarmierungswege, das Verhalten bei
Hochwasser und individuelle Möglichkeiten der Schadensminderung sowie
Stärkung des Problembewusstseins in Bezug auf Hochwasserrisiken.
Vorhaltung und Vorbereitung der Gefahrenabwehr und des Ka-
tastrophenschutzes
: Überprüfung und Komplettierung der Alarm- und
Einsatzpläne der Kommunen sowie der notwendigen materiellen und per-
sonellen Ressourcen für die Gefahrenabwehr.
Ergänzend zu den o. g. Zielen wurden in Sachsen und Sachsen-Anhalt
noch Schutzziele für verschiedene Flächennutzungen definiert, die sich an
der Jährlichkeit der Hochwasser orientieren und insbesondere für den
technischen Hochwasserschutz relevant sind. Beispielsweise beträgt der
Richtwert für das maßgebende statistische Wiederkehrintervall für ge-
schlossene Siedlungen 100 Jahre.
In Thüringen wurde für die Definition von Zielen eine etwas andere Vor-
gehensweise als in Sachsen und Sachsen-Anhalt verfolgt. Hier wurden die
grundlegenden Ziele in
Tabelle 4-2 durch konkrete Ziele untersetzt, wobei
die Untersetzung zunächst bezogen auf die Schutzgüter menschliche Ge-
sundheit, Umwelt, Kulturerbe und wirtschaftliche Tätigkeit erfolgte. Durch
die anschließende Zuordnung der konkreten Ziele zu den Handlungsberei-
chen des Hochwasserrisikomanagements wird eine weitgehende Konfor-
mität zur Vorgehensweise in Sachsen und Sachsen-Anhalt gewährleistet.
Die Beschreibung des Ist-Zustandes und der
Ist-Ziel-Vergleich
berück-
sichtigen in allen drei Bundesländern die regionalen und lokalen Beson-
derheiten. Defizite zwischen dem Ist-Zustand und den formulierten Zie-
len, die in mindestens zwei der drei länderspezifischen HWRM-Pläne ge-
nannt werden, sind:
Unvollständige fachliche Ausweisung und Festsetzung von Über-
schwemmungsgebieten,
Mangelhafte Kenntnisse über überschwemmungsgefährdete Ge-
bieten,
Unzureichende Berücksichtigung von Überschwemmungs- und
Risikogebieten in Raumordnungs- und Bauleitplänen, dadurch
mangelnder Kenntnisstand in Kommunen,
Nicht an den Standort angepasste landwirtschaftliche Bewirt-
schaftung,
Unzureichende Berücksichtigung von Maßnahmen zur Reaktivie-
rung von natürlichen Rückhalteräumen durch Rückbau, Umbau
oder Rückverlegung von vorhandenen Deichen,
Mangelnde Standsicherheit und Schutzwirkung von vorhande-
nen Deichen,
Mangelndes Informationsangebot bezüglich Hochwassergefah-
ren und -risiken für die Bevölkerung,
Mangelnde Bauvorsorge,
Mangelndes Problembewusstsein der Bürger im Bezug auf
Hochwasserrisiken,
Fehlendes länderübergreifendes Hochwasservorhersagemodell.
13.08.2012
33

Kurzbericht zur Umsetzung der EU Hochwasserrisikomanagementrichtlinie im
INTERREG IV B Projekt LABEL - Grenzüberschreitender HWRM-Plan Weiße Elster -
4.3
Maßnahmen des Hochwasserrisikomanagements
4.3.1 Identifizierung und Bewertung möglicher Maßnahmen
Für die Auswahl geeigneter Maßnahmen bietet sich nach LAWA (2010b)
für jeden Handlungsbereich eine zweistufige Vorgehensweise mit den
Schritten Bestandserhebung und Festlegung der Maßnahmen an. Die Be-
standserhebung erfolgte mit der Beschreibung des Ist-Zustandes und
dem Ist-Ziel-Vergleich (Abschnitt
4.2). Grundlage für die Formulierung
von Maßnahmen ist der bei der Bestandserhebung abgeleitete Hand-
lungsbedarf. Grundgedanke muss nach LAWA (2010b) sein, „… für den
HWRM-Plan realisierbare Maßnahmen aufzulisten und deren Umsetzung in
sinnvollen Schritten zu beschreiben. Ziel ist eine Schwerpunktsetzung und
nicht die vollständige Abarbeitung aller Handlungsbereiche. Die Maßnah-
men sollen für einen überschaubaren Zeitraum benannt werden, am bes-
ten bis zur nächsten Aktualisierung des HWRM-Plans im Jahr 2021.“
In Sachsen und Sachsen-Anhalt wurden mögliche Maßnahmen in Bezug
auf die in Abschnitt
4.2 definierten Ziele und damit auch in Bezug auf die
Handlungsbereiche gemäß LAWA (2010b) ausgewählt. In Sachsen bilde-
ten die 2004 für alle Gewässer 1. Ordnung erstellten HWSK eine geeigne-
te Grundlage für die Auswahl von Maßnahmen, insbesondere für den
Handlungsbereich Technischer Hochwasserschutz. Für die Maßnahmeaus-
wahl war es hilfreich, dass die in den HWSK vorgeschlagenen Maßnahmen
bereits einer Bewertung und Priorisierung (Abschnitt
4.3.2) unterzogen
wurden. Neben den für den HWRM-Plan in Frage kommenden HWSK-
Maßnahmen wurden weitere Maßnahmen in den Handlungsbereichen Flä-
chenvorsorge, Natürlicher Wasserrückhalt, Informationsvorsorge, Verhal-
tensvorsorge sowie Vorhaltung und Vorbereitung der Gefahrenabwehr
und des Katastrophenschutzes ausgewählt und begründet. In Sachsen-
Anhalt wurden neben den in Sachsen berücksichtigten Handlungsberei-
chen auch Maßnahmen im Handlungsbereich Bauvorsorge ausgewählt und
begründet.
In Thüringen wurde zwischen regionalen und kommunalen Maßnahmen
unterschieden. Demzufolge gibt es einen regionalen und einen kommuna-
len Maßnahmekatalog. Der kommunale Maßnahmekatalog wird durch ins-
gesamt neun Maßnahmesteckbriefe für so genannte Hochwasser-
Brennpunkte untersetzt, die Maßnahmen für eine oder mehrere benach-
barte Gemeinden enthalten. In den entsprechenden tabellarischen Über-
sichten in FUGRO-HGN (2011b) werden die einzelnen Maßnahmen den
Handlungsbereichen Flächenvorsorge, Natürlicher Wasserrückhalt, Tech-
nischer Hochwasserschutz und dem Handlungsbereich Hochwasservorsor-
ge, der alle weiteren Handlungsbereiche der
Tabelle 4-2 umfasst, zuge-
ordnet. Die Bewertung der kommunalen Maßnahmen erfolgt anhand der
Kriterien Umsetzung (bezogen auf den Aufwand), Wirksamkeit (bezogen
auf die Zielerreichung) und Wirtschaftlichkeit (bezogen auf die finanzielle
Belastung). Alle regionalen Maßnahmen werden hinsichtlich dieser Krite-
rien sowie ihrer ökologischen Verträglichkeit positiv bewertet. Im Nach-
gang zur Erarbeitung des regionalen HWRM-Plans wurden vom Thüringer
Ministerium für Landwirtschaft, Forsten, Umwelt und Naturschutz
(TMLFUN) die für den vorliegenden länderübergreifenden HWRM-Plan re-
levanten kommunalen Maßnahmen ausgewählt. Dabei wurden die Maß-
nahmen des allgemeinen Handlungsbereichs Hochwasservorsorge noch
13.08.2012
34

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den Handlungsbereichen gemäß Tabelle 4-2 zugeordnet (TMLFUN,
2012b).
4.3.2 Geplante Umsetzung und Priorisierung der Maßnahmen
Zur Erreichung der erklärten Ziele des Hochwasserrisikomanagements
wurden in allen drei Bundesländern Maßnahmen in den HWRM-Plan über-
nommen, die bis zum Jahr 2021, der nächsten Fortschreibung des Planes,
umgesetzt werden können oder mit deren Umsetzung bis dahin begonnen
werden kann. Maßnahmen ohne Chance auf Umsetzung bis 2021 wurden
dagegen nicht berücksichtigt.
Wie bereits in Abschnitt
4.3.1 erwähnt, wurden in Sachsen die HWSK-
Maßnahmen, die den Grundstock für die Auswahl der Maßnahmen für den
HWRM-Plan bildeten, bereits bewertet und priorisiert. Dies erfolgte nach
einer landeseinheitlichen Methodik (SMUL, 2005), bei der folgende Krite-
rien berücksichtigt wurden: das Schadenspotenzial, das Nutzen-Kosten-
Verhältnis, die überörtlichen wasserwirtschaftlichen Effekte und die Vulne-
rabilität der betroffenen Schutzgüter. Jedes dieser vier Kriterien wurde
separat ermittelt und bei der anschließenden Bewertung über ein Punkt-
system mit gleichem Gewicht (je maximal 25 Bewertungspunkte) berück-
sichtigt. Maßnahmen mit mindestens 65 Bewertungspunkten erhielten ei-
ne hohe Priorität, Maßnahmen mit 35 bis 60 Bewertungspunkten eine
mittlere Priorität und Maßnahmen mit höchstens 30 Bewertungspunkten
eine niedrige Priorität (SMUL, 2005).
Im Ergebnis der landesweiten Priorisierung der HWSK-Maßnahmen wur-
den im Weiße-Elster-Gebiet insgesamt 60 Maßnahmen mit der Priorität
„hoch“, 108 Maßnahmen mit der Priorität „mittel“ und 56 Maßnahmen mit
der Priorität „niedrig“ eingestuft. Es wurde eingeschätzt, dass die Chance
auf Umsetzung bis 2021 für die Maßnahmen mit der Priorität „hoch“ am
größten ist. In den HWRM-Plan wurden deshalb die Maßnahmen mit hoher
Priorität aufgenommen, die noch nicht realisiert wurden. Sie gehören aus-
schließlich zum Handlungsbereich Technischer Hochwasserschutz. Für die
weiteren Maßnahmen, die anderen Handlungsbereichen zuzuordnen sind,
kann ebenfalls von einer realistischen Chance auf Umsetzung bis 2021
ausgegangen werden.
In Sachsen-Anhalt erfolgte eine Priorisierung der Maßnahmen anhand der
Einschätzung ihrer Umsetzbarkeit. Dabei wurde jeder Maßnahme des
HWRM-Plans eine der folgenden vier Kategorien zugeordnet: Kurzfristig,
mittelfristig, langfristig und laufend. Für alle Maßnahmen gilt, dass ihre
Umsetzung bis 2021 begonnen werden kann.
In Thüringen wurde entschieden, dass Maßnahmen zum Schutz vor Men-
schenleben oberste Priorität besitzen. Daneben werden als weitere Krite-
rien für die Priorisierung die Umsetzbarkeit und das Kosten-Nutzen-
Verhältnis angegeben. Kurzfristig und mit geringem finanziellem Aufwand
umsetzbare Maßnahmen haben eine höhere Priorität als langfristig oder
nur mit hohem finanziellen Aufwand umsetzbare Maßnahmen. Somit er-
gibt sich bezogen auf die Handlungsbereiche folgende allgemeine Maß-
nahmepriorisierung:
Hohe Priorität: Maßnahmen der Flächenvorsorge, der Informati-
onsvorsorge und organisatorische Maßnahmen zur Vermeidung
von nachteiligen Folgen im Vorfeld eines Hochwasserereignisses
13.08.2012
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sowie Maßnahmen aus dem Bereich „Vollzug von Rechtsvor-
schriften“,
Mittlere Priorität: technisch-organisatorische Maßnahmen zur
Vermeidung von nachteiligen Folgen im Vorfeld eines Hochwas-
serereignisses, z. B. Sicherstellung der Hochwasservorhersage
und eines funktionierenden Katastrophenmanagements,
Niedrige Priorität: bautechnische Maßnahmen zur Verminderung
und Vermeidung von nachteiligen Folgen eines Hochwasserer-
eignisses.
4.3.3 Maßnahmeübersicht
Inhalt von
Tabelle 4-3 ist eine Übersicht, die Auskunft darüber gibt, wie
sich die Maßnahmen der HWRM-Pläne auf die einzelnen Handlungsberei-
che des Hochwasserrisikomanagements verteilen.
Tabelle 4-3:
Anzahl der Maßnahmen der HWRM-Pläne, bezogen auf
die Handlungsbereiche
Thüringen
Handlungsbereich
Sachsen
Sachsen-
Anhalt
regional kommunal
1
Flächenvorsorge 2 6
Natürlicher Wasserrückhalt 5 4 1 8
Technischer Hochwasserschutz
56
6
4
6
Bauvorsorge 3 2
Informationsvorsorge 3 4
Verhaltensvorsorge 3 3
Vorhaltung und Vorbereitung Gefahren-
abwehr/Katastrophenschutz
5 6
25
4
Summe 74 32 30 20
1) gemäß TMLFUN (2012b)
Die meisten der vorgeschlagenen Maßnahmen haben eine begrenzte örtli-
che oder allenfalls regionale Wirkung. Maßnahmen mit überregionaler
Wirkung oder Maßnahmen, die aus anderen Gründen eine Abstimmung
der Bundesländer untereinander erfordern, sind:
der Hochwasserrückhalt im Zwenkauer See, einem Bergbaufol-
gesee südlich von Leipzig (Vorschlag Sachsen, Abstimmung mit
Sachsen-Anhalt erforderlich),
der Hochwasserrückhalt im Haselbacher See, einem Bergbaufol-
gesee südöstlich von Leipzig (Vorschlag Sachsen, Abstimmung
mit Thüringen und Sachsen-Anhalt erforderlich),
die Erarbeitung eines länderübergreifenden und einheitlichen
Gefahrenabwehrmanagements und Informationssystems (Vor-
schlag Thüringen, Abstimmung mit Sachsen und Sachsen-
Anhalt erforderlich),
13.08.2012
36

Kurzbericht zur Umsetzung der EU Hochwasserrisikomanagementrichtlinie im
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die Erstellung und Umsetzung eines Konzeptes zur optimierten
Steuerung / zum optimalen Betrieb von bestehenden Stauanla-
gen im Einzugsgebiet (Vorschlag Thüringen, Abstimmung vor al-
lem mit Sachsen erforderlich).
Die genannten Maßnahmen sind auch für das Flussgebiet Elbe und damit
für den HWRM-Plan auf B-Ebene relevant.
Nach bisheriger Einschätzung (PGSL, 2012b) sind in Sachsen-Anhalt keine
Maßnahmen mit grenzüberschreitender Wirkung geplant.
4.4
Strategische Umweltprüfung und Beteiligung der Öffentlichkeit
Da es sich beim vorliegenden HWRM-Plan um eine Pilotaktivität in einem
regionalen Teileinzugsgebiet handelt, das der C-Ebene der WRRL ent-
spricht, erfolgte keine Strategische Umweltprüfung (SUP), sondern ledig-
lich eine Beschreibung der allgemeinen Vorgehensweise der SUP in einem
eigenen Abschnitt des HWRM-Plans. Eine SUP wird erst auf Ebene der
Flussgebietsgemeinschaft Elbe (B-Ebene) durchgeführt.
4.5
Koordinierung
4.5.1 Länderübergreifende Koordinierung
Gemäß LAWA (2008) sind in internationalen Flussgebietseinheiten und in
den mit anderen Mitgliedsstaaten geteilten Bewirtschaftungseinheiten
die Informationen zur vorläufigen Bewertung des Hochwasser-
risikos auszutauschen,
die Festlegung der Risikogebiete zu koordinieren,
die Informationen zu den Hochwassergefahren- und -risiko-
karten auszutauschen und
die Erstellung der HWRM-Pläne zu koordinieren.
Entsprechend der in der Tschechischen Republik verwendeten Methodik
zur vorläufigen Bewertung und Bestimmung der Signifikanzkriterien wur-
de am Oberlauf der Weißen Elster in Tschechien kein signifikantes Risiko
festgestellt (Abschnitt
4.1). Deshalb ist eine konkrete Abstimmung mit
der Tschechischen Republik als Oberlieger nicht notwendig.
Die o. g. Festlegungen gelten sinngemäß auch für die erforderlichen Ab-
stimmungen zwischen den Bundesländern Sachsen, Sachsen-Anhalt und
Thüringen. Dabei können die ersten drei Punkte als erfüllt angesehen
werden (DHI-WASY, 2012).
Noch offen ist die Struktur zur grenzüberschreitenden Koordinie-
rung des HWRM-Planes zwischen den Bundesländern.
Hier gilt es,
Maßnahmen und Ziele regelmäßig abzustimmen. Gemäß Artikel 7 Absatz
4 der HWRM-RL dürfen HWRM-Pläne „keine Maßnahmen enthalten, die
aufgrund ihres Umfangs oder ihrer Wirkung das Hochwasserrisiko fluss-
aufwärts oder flussabwärts … erheblich erhöhen, es sei denn, diese Maß-
nahmen wurden koordiniert.“ Dies betrifft z. B. die Maßnahmen des tech-
nischen Hochwasserschutzes, denen eine überregionale Wirkung zuge-
schrieben wird. Dafür ist in den baurechtlichen Genehmigungs- und Betei-
ligungsverfahren eine Koordinierung mit den Unter- und Oberliegern fest-
gelegt. Hinsichtlich der länderübergreifenden Beteiligung bei nicht-
13.08.2012
37

Kurzbericht zur Umsetzung der EU Hochwasserrisikomanagementrichtlinie im
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technischen Maßnahmen, z. B. in Bereich der Raumplanung, besteht zur-
zeit noch Regelungsbedarf.
4.5.2 Koordinierung mit der EG-WRRL und NATURA 2000
Gemäß Artikel 9 der HWRM-RL sind die Anwendung der HWRM-RL und die
Anwendung der WRRL miteinander zu koordinieren. Wie die HWRM-RL
wird auch die WRRL innerhalb hydrologischer Einheiten (Flusseinzugsge-
biete) umgesetzt. LAWA (2008) empfiehlt, insbesondere die Hochwasser-
gefahren- und -risikokarten mit den Informationen aus der Umsetzung
der WRRL abzustimmen und die HWRM-Pläne mit den Überprüfungen der
Bewirtschaftungspläne nach der WRRL zu koordinieren. Die Ziele der
WRRL sind in den Handlungsbereichen Flächenvorsorge und Natürlicher
Wasserrückhalt zu berücksichtigen, in geeigneter Weise weiter zu entwi-
ckeln und umzusetzen (LAWA, 2010b). In diesem Zusammenhang sind
vor allem die in der WRRL geforderte Vermeidung einer weiteren Ver-
schlechterung sowie der Schutz und die Verbesserung des Zustands der
aquatischen Ökosysteme und der direkt von ihnen abhängenden Land-
ökosysteme und Feuchtgebiete im Hinblick auf deren Wasserhaushalt re-
levant.
Die HWRM-RL übernimmt gemäß Artikel 2 zusammen mit den Definitio-
nen von „Fluss“, „Einzugsgebiet“, „Teileinzugsgebiet“ und „Flussgebiets-
einheit“ prinzipiell auch die Gebietskulisse der WRRL mit Einzugsgebieten
ab einer Größe von mehr als 10 km
2
. Damit sind gute Voraussetzungen
zur Ausnutzung von Synergien und gegenseitigen Vorteilen bei der Um-
setzung beider Richtlinien gegeben.
In Artikel 9 der HWRM-RL wird die koordinierte Umsetzung der WRRL und
HWRM-RL gefordert. Zielstellung ist die Verbesserung der Effizienz und
des Informationsaustauschs sowie die Erzielung von Synergien und ge-
meinsamen Vorteilen im Hinblick auf die Erreichung der Umweltziele der
WRRL.
In diesem Sinne sind Maßnahmen, die sowohl der Umsetzung der WRRL
als auch der HWRM-RL dienen, zu identifizieren und gegebenenfalls be-
vorzugt umzusetzen.
Neben Synergieeffekten können bei der Umsetzung der Richtlinien auch
Zielkonflikte entstehen. Diese Konflikte sind in besonderem Maße bei der
Realisierung technischer Hochwasserschutzmaßnahmen zu erwarten.
Während die WRRL den guten ökologischen Zustand für natürliche Was-
serkörper und das etwas abgeminderte Ziel des guten ökologischen Po-
tenzials für erheblich veränderte und künstliche Wasserkörper als grund-
sätzliche Zielstellung verfolgt, beeinträchtigen Hochwasserschutzanlagen
mehr oder weniger stark die gewässerstrukturellen Bedingungen. Sum-
mationseffekte können die Zielerreichung der WRRL gefährden.
Ist die Vereinbarkeit der Zielsetzungen nicht möglich, können unter be-
stimmten Bedingungen Ausnahmetatbestände der WRRL in Anspruch ge-
nommen werden. Voraussetzung dafür ist die Prüfung möglicher alterna-
tiver und angemessener Handlungsoptionen und eine richtlinienkonforme
Begründung der Inanspruchnahme. Wegen des hohen Aggregationsgra-
des der auf B-Ebene zu erarbeitenden Pläne und Programme der HWRM-
RL und der WRRL erscheint diese Ebene nicht für ein solches Vorgehen
geeignet. Die C-Ebene hingegen bietet die Möglichkeit, hinreichend genau
die technischen Maßnahmen des HWRM-Plans zu verorten, Konfliktberei-
13.08.2012
38

Kurzbericht zur Umsetzung der EU Hochwasserrisikomanagementrichtlinie im
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che zu lokalisieren und Auswirkungen auf die Zielerreichung der Oberflä-
chenwasserkörper zu prognostizieren. Im Abwägungsprozess ist zu ent-
scheiden, welche Belange zurücktreten müssen. Das Ergebnis des Abwä-
gungsprozesses ist verbindlich und bei der Aufstellung und Aktualisierung
des nächsten Bewirtschaftungsplans und Maßnahmenprogramms (Bewirt-
schaftungszeitraum 2015 -2021) zu berücksichtigen. Diese Verfahrens-
weise gewährleistet den Austausch und Abgleich wesentlicher richtlinien-
spezifischer Daten und Informationen und ermöglicht den verschiedenen
Umsetzungsakteuren ein effizientes, paralleles und konformes Vorgehen
bei der Realisierung von Maßnahmen im Rahmen ihrer Zuständigkeit.
Die Vorgaben zur Koordinierung mit der WRRL gelten sinngemäß auch für
die Koordinierung mit NATURA 2000, einem Netz von Schutzgebieten, das
durch die EU initiiert wurde. Grundlage für die Umsetzung von NATURA
2000 sind die Richtlinie 92/43/EWG (Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie, kurz
FFH-RL) und die Richtlinie 2009/147/EG (Vogelschutzrichtlinie). Die EU-
Mitgliedsstaaten verpflichten sich darin, besonders bedeutende Arten und
Lebensräume durch geeignete Maßnahmen zu erhalten, wiederherzustel-
len und zu entwickeln. Durch die Darstellung der FFH- und Vogelschutz-
gebiete auf den Hochwasserrisikokarten wird grundsätzlich gewährleistet,
dass diese Schutzgebiete beim Hochwasserrisikomanagement berücksich-
tigt werden können.
Wie die Strategische Umweltprüfung wird auch die Koordinierung mit der
WRRL und NATURA 2000 erst auf Ebene der Flussgebietsgemeinschaft El-
be (B-Ebene) erfolgen.
4.6
Fazit
Die in den Bundesländern Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen im Pi-
lotgebiet Weiße Elster für je ein regionales Teilgebiet erstellten HWRM-
Pläne sowie der darauf aufbauende zusammengefasste HWRM-Plan ent-
sprechen den Empfehlungen der LAWA. Im Pilotprojekt wurde nachgewie-
sen, dass für ein regionales Teileinzugsgebiet ein Länder übergreifender
HWRM-Plan weitgehend auf Basis bereits vorliegender Informationen und
Unterlagen und mit Hilfe einer in wesentlichen Punkten einheitlichen Me-
thodik aufgestellt werden kann.
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Kurzbericht zur Umsetzung der EU Hochwasserrisikomanagementrichtlinie im
INTERREG IV B Projekt LABEL - Grenzüberschreitender HWRM-Plan Weiße Elster -
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