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Projekte für den simul
+
InnovationHub
Interessensbekundung
„Ein Reallabor für innovationsgestützte regionale Wertschöpfung“
(kurz: simul
+
Reallabor)
Grafik: genese

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1. Zuwendungszweck
Hintergrund
Große Teile des Freistaates Sachsen befinden sich im Transformationsprozess. Zu diesen
gehören nicht nur die sog. Kohleregionen (Lausitzer und Mitteldeutsches Revier), die bereits
eine Unterstützung u. a. durch Strukturwandelmittel des Bundes und der EU erhalten, sondern
auch andere sächsische Regionen.
Gleichzeitig verfügt der Freistaat über eine breit gefächerte und leistungsstarke
Forschungslandschaft mit einem großen Transferpotenzial sowie über zahlreiche innovative,
mittelständische Unternehmen. Das Ziel einer
innovationsgestützten Regionalentwicklung
ist es, diese Potenziale zu nutzen, um die Zukunfts- und Wettbewerbsfähigkeit dieser Regionen
zu stärken und die Lebensbedingungen zu verbessern.
Mit der Zukunftsinitiative simul
+
unterstützen wir neue, zum Teil experimentelle Ansätze, die
den Stadt-Land-Transfer stärken, die bestehenden Potenziale besser ausschöpfen und neue
Entwicklungen anleiten.
Ein besonderes Augenmerk legen wir auf das
Querschnittsthema „Digitalisierung“
. Eine
beschleunigte Einführung und Verbreitung neuer, digitaler Lösungen in unterschiedlichen
Anwendungsfeldern trägt im Allgemeinen zur Entstehung von neuen Produkten, Prozessen,
Dienstleistungen und Geschäftsmodellen mit großen Marktversprechen bei. Mit diesem Ansatz
möchten
wir
die
hervorragenden
Kompetenzen
Sachsens
in
Hardware-
und
Softwareentwicklung für die Regionalentwicklung zu nutzen.
Experten schreiben Reallaboren eine deutlich höhere transformative Wirkung als
Einzelprojekte zu. Es gab dennoch bisher in Sachsen keine großen Versuche die
Regionalentwicklung mit dem vielversprechenden Ansatz der Reallabore zu paaren. Aus
diesem Grund hat der folgende Aufruf „simul
+
Reallabor“ einen
Pilotcharakter
.
Zielsetzung
Die simul
+
Reallabore vereinen regional- und innovationspolitische Ziele. Primär sind sie darauf
ausgerichtet die Potenziale ihrer Region zu nutzen und auszubauen. Sie sollen die strukturelle
Wandelungsfähigkeit der Region erhöhen, regionale Transformationsprozesse beschleunigen
und die Zukunfts- und Wettbewerbsfähigkeit stärken. Gelingen soll das u.a. durch:
1. Verbesserten
Zugang
zu
Forschungsinfrastrukturen
und
Fachwissen
für
Unternehmen, vor allem KMU und Start up,
2. Erschließung neuer,
regionaler Wertschöpfungsquellen
,
3. Modernisierung des
regionalen Wirtschaftsprofils
,
4. Schaffung neuer, zukunftsfähiger
Arbeitsplätze
, die die
junge Generationen
anziehen,
5. Intensivierung des
Gründungsgeschehens
.
Dementsprechend soll das Vorhaben die
Zusammenarbeit mit neuen Partnern
, die
Erneuerung existierender Netzwerke
, die
Erprobung neuer Formen der Zusammenarbeit
zwischen Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung forcieren.
Gleichzeitig soll das Vorhaben die Marktfähigkeit der wissenschaftlichen Ergebnisse stärken,
indem es
Umsetzungsreife der verwendeten Technologien, Verfahren oder von Organisations- und
Prozessinnovationen (z.B. Geschäfts- und Betriebsmodellen) steigert,
Referenzfähigkeit
von innovativen Lösungen in einem relevanten Maßstab erreicht,
(Markt)Akzeptanz der Innovation steigert,
Einführung und Verbreitung der Innovation(en)
vorbereitet.
Das Ziel des Vorhabens ist, die regionalen Akteure darin zu unterstützen, mit digitalen und
digitalisierten Gesamtlösungen neue Märkte zu definieren. Das Vorhaben ist ferner auf die
Stärkung der digitalen Kompetenzen
(ganzheitlich-systemisches Verständnis für den

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digitalen Wandel) und die Erschließung neuer, auch datengetriebener Geschäftsfelder (z.B.
durch die Anbindung an datenintensive Wertschöpfungsprozesse, die Entwicklung, Erprobung
und Implementierung digitaler Plattformen) ausgerichtet. Dank dem Vorhaben sollen die
beteiligten Partner darin bestärkt werden, Software- und IT-Entwicklungen gezielt einzusetzen,
um ihre Marktpositionen und Zukunftsfähigkeit zu stärken. Im Endergebnis sollen:
(miteinander verzahnte) innovative Produkte, Abläufe / Prozess- und Geschäfts-
modellinnovation zur einer Gesamtlösung fortentwickelt werden,
und strategische Allianzen / Innovationspartnerschaften mit einer starken Koordinierung
vor Ort entstehen.
Das Vorhaben soll ferner die (internationale) Sichtbarkeit der Region, indem sie als Leadmarkt
neuer Lösungen fungieren, erhöhen und die internationale Ausrichtung der Regionen stärken
und zugleich die Exportchancen der am Testfeld beteiligten Unternehmen erhöhen.
Das simul
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Reallabor ist ein Modellprojekt mit experimentellen Charakter. Neben der
Entwicklung und regionalen Verankerung des ersten Reallabors sollen auch übertragbare
Erkenntnisse zu Etablierung weiterer Reallabore in Sachsen gewonnen werden. Demzufolge
wird das Projekt entsprechend wissenschaftlich begleitet und evaluiert.
2. Rechtsgrundlagen
Die Förderung erfolgt
a) auf der Grundlage der allgemeinen haushaltsrechtlichen Bestimmungen, vor allem der
§§ 23 und 44 der Sächsischen Haushaltsordnung und ihren Verwaltungsvorschriften, in der
jeweils geltenden Fassung,
b) Verordnung (EU) Nr. 1407/2013 der Kommission vom 18. Dezember 2013 über die An-
wendung der Artikel 107 und 108 des Vertrags über die Arbeitsweise der Europäischen Union
(AEUV) auf De-minimis-Beihilfen (EU-ABl. L 352 vom 24. Dezember 2013, S. 1), im Folgenden
„De-minimis-Verordnung“ genannt,
c) Verordnung (EU) Nr. 651/2014 der Kommission vom 17. Juni 2014 zur Feststellung der
Vereinbarkeit bestimmter Gruppen von Beihilfen mit dem Binnenmarkt in Anwendung der
Artikel 107 und 108 AEUV (Allgemeine Gruppenfreistellungsverordnung, im Folgenden AGVO
genannt)), (EU-ABl. L 187 vom 26. Juni 2014, S. 1), die durch Verordnung (EU) 2017/1084 der
Kommission vom 14. Juni 2017 (EU-ABl. L 156 vom 20. Juni 2017, S. 1) geändert worden ist,
d) Unionsrahmen für staatliche Beihilfen zur Förderung von Forschung, Entwicklung und
Innovation (2014/C 198/01), (EU-ABl. C 198/1 vom 27. Juni 2014).

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3. Gegenstand der Förderung
Gefördert wird für eine Dauer von
bis zu drei Jahren ein komplexes, ergebnisoffenes,
Forschungs- und vorwettbewerbliches Entwicklungsvorhaben
, das in einem
realen,
regionalen Umfeld
eingebettet ist.
Die Komplexität ergibt sich aus der notwendigen gesamtsystematischen Betrachtung
(Systeminnovation), die Folgendes (im Sinne der Innovationsstrategie, Kap. 1.5.2) anstrebt:
-
regionale Verankerung (die Einbettung des Projektes in den institutionellen,
infrastrukturellen und sozialen Kontext der Region),
-
neuartige
Verknüpfung
unterschiedlicher
(vorhandener)
technologischer
und
nichttechnischer Einzelmaßnahmen zu einer Gesamtlösung,
-
Zusammenspiel
der
technischen,
ästhetischen,
sozialen,
markt-
und
betriebswirtschaftlichen Aspekte / Zusammenspiel neuer Produkte, Geschäftsmodelle
und ortsungebundener Systemdienstleistungen,
-
Inter- und Transdisziplinarität.
Im Rahmen der Vorhaben soll die (Weiter)Entwicklung innovativer, intelligenter Anwendungen
digitaler Geschäftsmodelle und Technologien zu
Smarten Gesamtlösungen
unterstützt
werden.
Es werden ausschließlich
Verbundvorhaben
gefördert, in denen verschiedene Akteure aus
der gewerblichen Wirtschaft und des Dienstleistungssektors (vor allem KMU), kommunale
Unternehmen, Wissenschaft, Gesellschaft und Verwaltung über fachliche und administrative
Grenzen hinweg zusammenarbeiten.
In den Vorhaben sollen IT-Wissensträger und Anwender - Akteure aus der Wissenschaft,
Wirtschaft, Verwaltung und der Gesellschaft (potenzielle Kunden) – zusammenarbeiten.
Im Rahmen des Vorhabens soll sowohl die Prüfung technologischer Funktionsfähigkeit (
proof
of technology
), als auch der wirtschaftlichen Umsetzbarkeit (
proof of market
) und der Akzeptanz
(
proof of concept
) erfolgen.
Die Entwicklungs- und anschließende Testphase schließt die Planung, Entwicklung, Errichtung
sowie den experimentellen Betrieb (Testbetrieb) der Demonstrationsanlagen als ein
Forschungs- und Entwicklungsvorhaben im Sinne von Abschnitt 1.3 Nr. 15 cc des FuEuI-
Unionsrahmens ein. Die Demonstration erfolgt mit Hilfe von Pre- oder Prototypen, Mustern, Up-
Scaling des Herstellungsprozesses, modellhaftem Betrieb sowie durch Prüfen der Tauglichkeit
unter realen Bedingungen.
In der Testphase soll auf Basis eines gemeinsamen Problemverständnisses und unter
Einbeziehung von möglichst vielen potenziellen Nutzern
(
user research
), ggf. eine
Anpassung erfolgen. Es wird gewünscht, dass die Erprobung nach Möglichkeit auch die
Aktivitäten zu Normung und Standardisierung miteinschließt.
Im Endergebnis sollen ganzheitliche,
technisch
sowie
wirtschaftlich tragfähige /
markttaugliche und gesellschaftlich
akzeptierte Lösungen entstehen. Nach erfolgreichen
Versuchen soll die Bildung strategischer Allianzen / Innovationspartnerschaften erfolgen.
Die Förderung umfasst auch die Öffentlichkeitsarbeit und die Publizität (Hinweis auf Geldgeber,
simul
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, Internetauftritt etc.).
Antragsberechtigte
Antragsberechtigt sind jeweils staatliche und nicht-staatliche Universitäten und Hochschulen,
außeruniversitäre Forschungseinrichtungen, Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft –
insbesondere kleine und mittlere Unternehmen (KMU) sowie kommunale Unternehmen
mit
Sitz im Freistaat Sachsen
. Forschungseinrichtungen müssen nicht zwingend aus der Region
stammen, in der das Projekt umgesetzt wird und wirken soll (aber aus Sachsen).
Antragsberechtigst sind ferner Cluster, Netzwerke, Hubs, die in ihren Strukturen bereits über
diese Kooperationen verfügen.

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Zur Sicherstellung der regionalen Verankerung der Projekte, wird eine Kooperation mit
kommunalen
Gebietskörperschaften
oder
weiteren
Einrichtungen
wie
Kammern,
Zweckverbänden,
Vereinen,
LEADER-Aktionsgruppen
als
assoziierten
Partnern
vorausgesetzt.
Bevorzugt werden Projekte, die das Potenzial haben, regionale Transformationsprozesse in
den Regionen
abseits der Kohleregionen
(Erzgebirgskreis, Kreis Meißen, Kreis
Mittelsachsen, Kreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge, Vogtlandkreis, Kreis Zwickau) zu
generieren. Im Falle der Kreisfreien Städte Dresden und Chemnitz wird eine enge Kooperation
mit mindestens einem benachbarten Kreis vorausgesetzt.
Fördermodalitäten (Art, Umfang und Höhe der Förderung
Simul
+
Reallabor wird im Wege der Projektförderung als nicht rückzahlbarer Zuschuss in der
Form einer Anteilfinanzierung unterstützt.
Die Zuwendung kann unter Berücksichtigung der zulässigen Beihilfeintensitäten der
förderfähigen Kosten, jedoch höchstens bis zu
2.000.000 €
betragen.
Der Eigenanteil ist mit privaten Mitteln zu erbringen. Die Kumulierung mit anderen
Förderprogrammen ist ausgeschlossen.
Die Förderintensitäten unterscheiden sich je nachdem, ob es sich um ein Unternehmen oder
eine Forschungseinrichtung handelt und fußen auf den Vorgaben der AGVO und De-Minimis.
Verfahren und Bewertungskriterien
Die Bewertung der fristgerecht eingereichten Projektanträge obliegt einer Jury. Die
eingegangenen Projektanträge werden nach den folgenden Kriterien bewertet:
Darstellung des
Mehrwert
es (Lösungs- und Wertschöpfungspotenzial)
für die Region
und der
Verankerung in der Region
(
30%
),
Innovationspotenzial und Zukunftsorientierung
(z. B. wissenschaftlich-technische und
sozioökonomische Qualität des Lösungsansatzes) (
25%
),
Inter- und Transdisziplinarität
, inkl. Verknüpfung unterschiedlicher (vorhandener)
technologischen und nichttechnischen Einzelmaßnahmen
1
zu einer Gesamtlösung (
20%
),
Kompetenzen des Konsortiums
(Vorhandensein der erforderlichen Forschungs-,
Organisations- und Managementkompetenz der vorgesehenen Partner), Tragfähigkeit
des Konzepts zur Einbindung weiterer Partner, einschließlich Erreichen einer kritischen
Masse an regionalen Akteuren (
25%
).
Antragsteller haben nachzuweisen, dass sie in der Lage sind, die Durchführung der
Forschungs- und Entwicklungsaufgaben sowie des etwaigen Regelbetriebs personell und
materiell abzuwickeln. Die Qualifikation der Antragsteller muss in geeigneter Weise, etwa über
einschlägige Vorarbeiten, nachgewiesen werden.
Die fachliche Bewertung der Jury ist endgültig und nicht anfechtbar.
Alle Teilnehmenden werden per E-Mail über das Ergebnis informiert. Mit einer Bewerbung
besteht kein Anrecht auf eine mündliche oder schriftliche Bewertung der Einreichung durch die
Jury oder den Träger des Aufrufs. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
1
Zusammenspiel der technischen, ästhetischen, sozialen, markt- und betriebswirtschaftlichen Aspekte /
Zusammenspiel neuer Produkte, Geschäftsmodelle und ortsungebundene Systemdienstleistungen

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Antragstellung und erforderliche Unterlagen
Die Interessenbekundung erfolgt über das
Bewerbungsformular.
Fragen zum Verfahren können ausschließlich
hier
bis zum 21. September 2021 gestellt
werden.
Bewerbungsschluss ist der 28. September 2021, 17:00 Uhr (Ausschlussfrist).
Nach dem Auswahlverfahren werden die ausgewählten Projektträger umgehend informiert.
Die Förderung erfolgt über die Sächsische Aufbaubank (SAB). Ein Anspruch des
Antragstellers auf Gewährung der Zuwendung besteht nicht. Vielmehr entscheidet die
Bewilligungsstelle aufgrund ihres pflichtgemäßen Ermessens.
Das Projekt darf erst nach Erhalt einer Förderzusage beziehungsweise nach einer
gesonderten Zustimmung der SAB zum vorzeitigen Beginn starten. Als Beginn gilt der
Abschluss eines Liefer- oder Leistungsvertrages
Mit der Interessenbekundung wird der Antragsteller zu seinem Einverständnis verpflichtet,
dass die im Zusammenhang mit dem Förderverfahren der Bewilligungsstelle zur Kenntnis
gelangten personenbezogenen Daten des Antragstellers des jeweiligen Vorhabens auf
Datenträgern gespeichert, für Zwecke der Begleitung (Monitoring) sowie der Bewertung
(Evaluierung) über die Wirksamkeit (Effektivität) und Wirtschaftlichkeit (Effizienz) des
Programms und darüber hinaus für Zwecke der laufenden Analyse der Förderpraxis und der
Ausübung der Rechts- und Fachaufsicht ausgewertet und die Auswertungsergebnisse
anonymisiert veröffentlicht werden können.
Die Interessenbekundung ist zu senden an:
simulplus@smr.sachsen.de
Für grundsätzliche Fragen zum Aufruf kontaktieren Sie bitte:
Sächsisches Staatsministerium für Regionalentwicklung
Referat 25
Zukunftsinitiative simul
+
Dr. Marzena Schöne
Telefon: 0351/564 50251
E-Mail:
marzena.schoene@smr.sachsen.de
Für förderrechtliche Fragen steht Ihnen ebenfalls
Anja Büttner
Sächsische Aufbaubank
Telefon 0351 4910 1865
E-Mail: anja.buettner@sab.sachsen.de
zur Verfügung.