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Bischofswerda
TOR ZUR OBERLAUSITZ
Begründung und Erläuterung
Bebauungsplan Wohngebiet Putzkauer Straße
Planung:
pdw. Architekten Ingenieure GmbH
Kirchstraße 18
01917 Kamenz
Proj.-Nr.:
1150
Kamenz, November 2021
pdw. Architekten Ingenieure GmbH
C
- -
Raetier, Dipl.-Ing. Architekt
Mathias Görigk, Dipl
Geschäftsfuhrer
Projektleiter

Große Kreisstadt Bischofswerda Bebauungsplan "Putzkauer Straße“ Entwurf
Begründung und Erläuterung
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Inhaltsverzeichnis
1.
Aufstellungsbeschluss, räumlicher Geltungsbereich und Erfordernis der
Bebauungsplanung
1.1
Aufstellungsbeschluss, räumlicher Geltungsbereich
1.2
Erfordernis der Bebauungsplanung (§ 1 Abs. 3 BauGB)
1.2.1 Begründung
1.2.2 Veranlassung
2.
Rechtsgrundlagen und Verfahren
3.
Bestand
3.1
Innerhalb des Plangebietes
3.2
Außerhalb des Plangebietes
3.3
Altlasten
4.
Planung
4.1
geplante Nutzung
4.2
Einfügung in die Bauleitplanung (§ 8 Abs. 2 BauGB)
5.
Erschließung
5.1
Verkehrserschließung
5.2
Medienerschließung
6.
Umweltauswirkungen und Grünordnung
6.1
Umweltauswirkungen
6.2
Landschaftsökologische Grundlagen
6.3
Eingriffs-/ Ausgleichsbilanz
7.
Schallschutz
Anlagen:
Umweltbericht zum Bebauungsplan „Wohngebiet Putzkauer Straße“ in
Bischofswerda, November 2021
Landschaftsarchitektur- Büro Grohmann, Wasastraße 8, 01219 Dresden
einschl.
-
Artenschutzrechtlicher Fachbeitrag
-
Übersichtslageplan (Maßstab 1 : 1.500)
-
Lageplan zur externen Ausgleichsmaßnahme
Schalltechnische Untersuchung SABD 43510-01/21 zum Gewerbelärm im
Bereich des B-Plans “Wohngebiet Putzkauer Straße“ der Stadt Bischofswerda
AKUSTIK BUREAU DRESDEN Ingenieurgesellschaft mbH,
Julius-Otto-Straße 13, 01219 Dresden

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1.
Aufstellungsbeschluss, räumlicher Geltungsbereich und Erfordernis der
Bebauungsplanung
1.1
Aufstellungsbeschluss, räumlicher Geltungsbereich
Der Stadtrat der Stadt Bischofswerda hat in seiner Sitzung am 29. 09. 2020 beschlossen, für
das geplante Baugebiet den Bebauungsplan "Wohngebiet Putzkauer Straße" aufzustellen.
Der Geltungsbereich umfasst folgende Flurstücke der Gemarkung Bischofswerda:
Eigentum Volksbank: 1493/7-19; 1506/5
Eigentum der Stadt: 1494/10 und T.v. 1504/22
Das Plangebiet wird im Norden begrenzt durch den Sonnenhof, die Wohnbebauung an der
Belmsdorfer Straße sowie dem Offenen Treff, Belmsdorfer Straße 28. Im Osten grenzt die
Wohnbebauung der Siedlerstraße, im Süden die Wohnbebauung der Putzkauer Straße und
im Westen die Bebauung der Belmsdorfer Straße an.
Die Größe des Geltungsbereiches des Bebauungsplanes beträgt ca. 23.520 qm.
1.2
Erfordernis der Bebauungsplanung (§ 1 Abs. 3 BauGB)
1.2.1 Begründung
Die Große Kreisstadt Bischofswerda liegt am westlichen Rand der Oberlausitz zwischen
Dresden und Bautzen, ist dem Landkreis Bautzen zugeordnet und grenzt im Süden
unmittelbar an den benachbarten Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge.
Derzeit leben in Bischofswerda rd. 11.000 Einwohner mit abnehmender Tendenz.
Die Stadtverwaltung unterstützt deshalb alle Interessenten, die in Ihre Heimat nach
Bischofswerda zurückkehren möchten oder Neubürger werden wollen.
Bischofswerda bietet berufliche Perspektiven, punktet mit seiner Lage zu Dresden, Bautzen
sowie Polen und Tschechien.
Mit dem geplanten Wohngebiet wird ein attraktives Angebot zum Wohnen geschaffen.
Ein Vorteil der Stadt ist die günstige Verkehrslage direkt an der Autobahn 4 (AS 87, Burkau),
einer direkten Anbindung an die Bundesstraßen 6 und 98 sowie den Bahnlinien Dresden –
Görlitz, Dresden – Zittau.
1.2.2 Veranlassung
Die Volksbank plant, die Flurstücke an der Putzkauer Straße zu überplanen und einer
Wohnnutzung zuzuführen. Dabei sollen auch städtische Flurstücke an der Belmsdorfer
Straße sowie ggf. private Flächen mit in die Überplanung einbezogen werden.
2.
Rechtsgrundlagen und Verfahren
Das Aufstellungsverfahren wird nach den Regelungen aus dem BauGB 2004 durchgeführt.
Die Aufstellung des Bebauungsplanes erfolgt im Normalverfahren, d.h. mit einer Frühzeitigen
Beteiligung von Öffentlichkeit und Behörden mit dem Vorentwurf und einer öffentlichen
Auslegung und Beteiligung der Behörden mit dem Entwurf. Der § 13a BauGB für die
Aufstellung von Bebauungsplänen der Innenentwicklung im beschleunigten Verfahren soll
nicht angewendet werden. Mit dem zweistufigen Normalverfahren wird eine größere
Planungssicherheit in den einzelnen Schritten erreicht.

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3.
Bestand
3.1
Innerhalb des Plangebietes
Der ehemalige Gewerbebereich zwischen Belmsdorfer und Putzkauer Straße (ehem.
Landbaukombinat) liegt seit vielen Jahren brach.
Die Volksbank hat die Fläche erworben.
Zum Plangebiet gehört weiterhin der ehemalige Verkehrsgarten an der Belmsdorfer Straße.
Das Plangebiet wird im Norden begrenzt durch den Sonnenhof, die Wohnbebauung an der
Belmsdorfer Straße sowie dem Offenen Treff, Belmsdorfer Straße 28. Im Osten grenzt die
Wohnbebauung der Siedlerstraße, im Süden die Wohnbebauung der Putzkauer Straße und
im Westen die Bebauung der Belmsdorfer Straße an.
3.2
Außerhalb des Plangebietes
Das Plangebiet befindet sich im Stadtteil Bischofswerda-Süd.
Im Umfeld des Plangebietes sind gewachsene Wohnungsbaustrukturen vorhanden.
In der Nähe befindet sich mit dem Wohngebiet Neu-Süd der größten Mietwohnungsstandort
der Stadt.
Im Bereich Belmsdorfer Straße ist ein Nahversorgungsstandort (Sonnenhof, Supermarkt)
vorhanden.
3.3
Altlasten
Auf dem Grundstück befand sich der Betriebssitz des ehemaligen Landbaukombinates
Kamenz, Putzkauer Straße 5.
Auf diesem Gelände wurden im Zeitraum vom 28.01.1998 bis zum 30.01.1998 die
Tiefbauarbeiten zum Rückbau der beiden Leichtflüssigkeitsabscheider und des
Fäkalienbeckens sowie die sich daran anschließende Sanierung des MKW - Schadens
durchgeführt.
Die beiden Leichtflüssigkeitsabscheider sowie teilweise deren Zuleitungen und die vormalige
Fäkaliengrube/Tauchbecken wurden ausgebaut. Die anfallenden Aushubmassen wurden
unter ingenieurtechnischer Begleitung separiert und im Falle einer feststellbaren Belastung
einer geeigneten Entsorgung zugeführt.
Im Ergebnis der Rückbau- und Sanierungsarbeiten wurden die bekannten Kontaminationen
beseitigt.
Der im Sanierungsplan vorgeschlagene und mit dem Schreiben des LRA Bautzen vom
16.09.1997 bestätigte Sanierungszielwert von 500 mg/kg TS für die
Mineralölkohlenwasserstoffe (MKW) konnte weitestgehend erreicht werden.
Eine Restbelastung mußte im südöstlichen Randbereich der Grube 1 aus Gründen der
Verhaltnismäßigkeit im Boden belassen werden. Die Sanierungsarbeiten wurden in
Abstimmung mit dem Landratsamt Bautzen hier zum 30.01.1998 eingestellt.
Im Abschlußbericht 2. Sanierungsphase -Bodensanierung der SKB HARLES
Umweltberatung Büro Altenberg vom März 1998 heißt es dazu:
„Eine aus dieser Restbelastung resultierende öffentlich-rechtlich relevante Gefährdung ist
unter Verweis auf die Schadstoffspezifik, die absolute Konzentration, die Schadstoffmenge
sowie die allgemeinen Standortbedingungen (Geologie, Hydrogeologie, Nachnutzung) aus
fachtechnischer Sicht derzeit nicht zu erkennen; dementsprechend erscheint die
Durchführung weiterer Maßnahmen zur Gefahrenabwehr (Erkundungs- oder gar
Sanierungsmaßnahmen) nicht erforderlich.“
In diesem Bericht wird weiterhin darauf verweisen, dass bei weiteren Erdarbeiten im Bereich
der Altlastenverdachtsfläche generell damit zu rechnen ist, dass Material freigelegt wird,
welches nicht uneingeschränkt im Sinne der Bestimmungen des Kreislaufwirtschafts- und
Abfallgesetzes (KrW-/AbfG) zu verwerten ist.

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Im Zuge der Abbrucharbeiten wurden Baugrube teilweise mit gebrochenem Bauschutt
verfüllt.
Trotz der Vorbelastung des Bebauungsplanbereiches sind bei der Ausführung der künftigen
Baumaßnahmen die allgemeinen Grundsätze des Bodenschutzes, wie sparsamer und
schonender Umgang mit dem Schutzgut Boden sowie der Schutz des Bodens vor
Verunreinigungen, unnötigen Versiegelungen und Verdichtungen sowie sonstigen
schädigenden Einflüssen, zu beachten.
4.
Planung
4.1
geplante Nutzung
Geplant ist ein Mix aus Einfamilienhäusern und Mehrfamilienhäusern.
Art und Maß der baulichen Nutzung
Die vorhandenen Nutzungen der angrenzenden bebauten Flächen entsprechen denen eines
Allgemeinen Wohngebietes (WA) gemäß § 4 BauNVO.
Der Bebauungsplan beinhaltet deshalb die Nutzung als Allgemeines Wohngebiet (WA)
gemäß § 4 BauNVO.
Damit soll den gegenwärtig vorhandenen Gegebenheiten im Umfeld und der absehbare
zukünftigen Entwicklung des Plangebietes Rechnung getragen werden.
Allgemeine Wohngebiete dienen vorwiegend dem Wohnen (§ 4 Abs. 1 BauNVO). Neben
dem Wohnen sind Nutzungen zulässig, die das Wohnen nicht stören.
Allgemeine Wohngebiete werden geprägt durch Wohngebäude - auch solche, die ganz oder
teilweise der Betreuung und Pflege ihrer Bewohner dienen -, die der Versorgung des
Gebietes dienenden Läden, Schank- und Speisewirtschaften sowie nicht störenden
Handwerksbetriebe, Anlagen für kirchliche, kulturelle, soziale, gesundheitliche und sportliche
Zwecke.
Für das Maß der baulichen Nutzung sind folgende Höchstmaße festgesetzt.
Allgemeines Wohngebiet:
Grundflächenzahl (GRZ):
0,4
Zahl der Vollgeschosse:
2 + Dachgeschoß
bzw. 3 + Dachgeschoß
Bebauung
Einfamilienhaus- und Doppelhausgrundstücke
In den WA 1-3 sind die Errichtung von Einfamilienhäusern vorgesehen. Möglich sind auch
Doppelhäuser. Zulässig sind bis zu 2 Vollgeschossen und ein Dachgeschoß.
Die Grundstücke bewegen sich zwischen 450 m² bei dem kleinsten und ca. 1000 m² bei dem
größten Grundstück.
Insgesamt ergeben diese Grundstücke ca. 11.500 m².
Geschoßwohnungsbau
Im WA 4 ist Geschoßwohnungsbau mit bis zu 3 Vollgeschossen und einem Dachgeschoß
möglich.

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4.2
Einfügung in die Bauleitplanung (§ 8 Abs. 2 BauGB)
Der Flächennutzungsplan mit integriertem Landschaftsplan Bischofswerda – Rammenau
enthält als vorbereitender Bauleitplan die beabsichtigte städtebauliche Entwicklung für das
zu überplanende Gebiet.
Im Flächennutzungsplan sind ca. 90 % des Bebauungsplangebietes als Wohnbaufläche und
ca. 10 % als Mischbaufläche dargestellt.
Die geplante Nutzung entspricht somit den Vorgaben des Flächennutzungsplanes.
Der Stadtteil Südstadt ist als Umstrukturierungsgebiet festgelegt. Die Grundlage für die
Umstrukturierung ist das „Städtebauliches Entwicklungskonzept Stadtumbaugebiet
„Bischofswerda Südstadt“ nach § 171 b BauGB, Fortschreibung 2018, Berichtsstand:
07.01.2019“
Ein Schwerpunkt dieses Konzeptes ist die Brachflächenbeseitigung durch Rückbau und
Umnutzung.
Für das Plangebiet ist die „Umnutzung Fläche für individuelles Wohnen“ vorgesehen.
5.
Erschließung
5.1
Verkehrserschließung
Die Verkehrserschließung des geplanten Wohngebietes kann von der Belmsdorfer und
Putzkauer Straße erfolgen. Zusätzlich ist eine fußläufige Anbindung an die Siedlerstraße
vorgesehen.
5.2
Medienerschließung
Trinkwasser:
Die äußere Erschließung des Plangebietes mit Trinkwasser ist gegeben. Die
Löschwasserversorgung erfolgt aus dem öffentlichen Trinkwassernetz.
Vorhandene Leitungen:
Flurstücke 1504/22 und 1494/10:
DN 50 PEHD (dauerhaft außer Betrieb)
Belmsdorfer Straße:
AZ DN 200
Putzkauer Straße:
Stichleitung PE 100 ins Grundstück
Abwasser:
Ein Anschluss des Plangebietes an die öffentlichen Abwasseranlagen (MW ist möglich.
Vorh. Leitungen:
Belmsdorfer Straße:
MW-Kanal DN 600
Putzkauer Straße:
MW-Kanal DN 500
Gehweg zum Siedlerstraße: SW-Kanal DN 200
RW-Kanal DN 200
Gas:
Die Versorgung ist möglich.
Vorh. Leitungen:
Belmsdorfer Straße:
ND 150 PE
Putzkauer Straße:
ND 100 PE
Gehweg zur Siedlerstraße: ST 100

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Strom
Elektroenergie für den allgemeinen Bedarf kann bereitgestellt werden
Vorh. Leitungen:
Belmsdorfer Straße
Putzkauer Straße
Trafostation Sonnenhof an der Belmsdorfer Straße
Telekom
Innerhalb und außerhalb des Plangebietes sind Baumaßnahmen notwendig
6.
Umweltauswirkungen und Grünordnung
6.1
Umweltauswirkungen
Jeder Bauleitplan (Ausnahme: Bebauungspläne die nach § 13 BauGB aufgestellt werden),
der aufgestellt wird, muss einer Umweltprüfung unterzogen werden, §§ 2 Abs. 4, 1 Abs. 8
BauGB.
Wird ein Bebauungsplan aufgestellt, ist nach § 2 Abs. 4 Satz 1 BauGB ein Umweltbericht zu
verfassen. Dieser Umweltbericht ist nach§ 2a Nr. 2 BauGB ein gesonderter Teil der
Begründung zum Bebauungsplan.
Umweltverträglichkeitsprüfung
Der § 3 des Gesetzes über die Umweltverträglichkeitsprüfung (UVPG) benennt die einer
UVP unterliegenden Vorhaben.
Diese Vorhaben sind in der Anlage 1 zum UVPG aufgelistet.
Durch die Aufstellung des Bebauungsplanes werden die Schwellenwerte für Bau- und
Planungsprojekte nach Anlage 1 zum UVPG nicht erreicht und auch nicht andere UVP-
pflichtige Vorhaben gezielt zugelassen. Damit entfällt Erstellung einer
Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP).
6.2
Landschaftsökologische Grundlagen
Lage im Naturraum
Die Stadt Bischofswerda liegt im Naturraum Westlausitzer Hügel- und Bergland. In Richtung
Osten schließt das Oberlausitzer Gefilde und nach Süden das Oberlausitzer Bergland an.
Der Geltungsbereich des B-Plangebietes befindet sich in Bischofswerda im Stadtteil
Bischofswerda-Süd im Landkreis Bautzen. Es liegt zwischen Putzkauer, Belmsdorfer und
Siedlerstraße inmitten von Wohngebieten.
Geologie und Boden
Geologisch betrachtet liegt das Plangebiet auf einer Hochfläche welche als Großdrebitz-
Demitz-Thumitzer Lösshügelland beschrieben wird. Bestimmend sind hier schluffige Böden
vom
Bodentyp
Parabraunerde
und
Fahlerde.
Ausgangssubstrate
sind
quartäre
Gehängelehme und Schuttdecken. Der Gesteinsuntergrund wird neben Plutoniten durch
Lockergesteinsdecken bestimmt. Entsprechend der Bodenkarte (BK 50) des Landesamtes für
Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) ist als Leitbodenform ein Ah/C-Boden (Regosol,
Ranker) ausgebildet.
Die natürliche Bodenfruchtbarkeit und das Wasserspeichervermögen wird als hoch bewertet
(Bodenfunktionskarte, iDA Umweltportal, LfULG 2021). Die Filter- und Pufferfunktion des
Bodens für Schadstoffe wird als gering eingeschätzt (Bodenfunktionskarte, iDA
Umweltportal, LfULG).

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Im Plangebiet selbst besteht eine deutliche Vorbelastung durch die ehemalige Nutzung. Die
nördliche Teilfläche ist teilweise versiegelt, die weiteren Flächen sind nach Nutzung
entsiegelt bzw. saniert worden. Möglicherweise besteht im südöstlichen Randbereich eine
Restbelastung im Boden. Demnach ist diese bei weiteren Erdarbeiten als
Altlastenverdachtsfläche zu behandeln.
Im Zuge der Sanierungsarbeiten wurde eine Baugrube teilweise mit gebrochenem Bauschutt
verfüllt.
Hydrologische Verhältnisse
Die Wesenitz als prägendes Element verläuft von Südosten kommend nach Norden durch
die Stadt Bischofswerda und fließt dann nach Westen ab. Das Plangebiet befindet sich
westlich davon und wird von dessen Überschwemmungsgebiet nicht berührt.
Das Plangebiet befindet sich am Rand eines Vorranggebietes für Trinkwassernutzung (Quelle:
RP Oberlausitz-Niederschlesien, geoportal, Abruf am 12.2.21). Es umfasst die Bereiche der
Teiche um den Horkaer Teich. Er befindet sich in ca. 850 m Entfernung zum Plangebiet.
Mit der Festsetzung der Nutzung des Plangebietes als Allgemeines Wohngebiet sind
qualitative und quantitative Beeinträchtigungen der Trinkwasserressource, wie z.B.
Rohstoffabbau ausgeschlossen.
Laut Umweltkarte des Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie, beträgt der
Grundwasserflurabstand (GFA) im Plangebiet 5 bis 10 m im nördlichen Bereich und bis über
10 m im südlichen Bereich (iDA Umweltportal, LfULG 2021). Die Angaben stammen aus dem
Jahr 2016, so dass sich die Werte möglicherweise verändert haben. Auf Grundlage der
bisherigen Entwicklung und der letzten trockenen Jahre ist mit einem niedrigeren
Grundwasserstand und somit einem größeren Grundwasserflurabstand zu rechnen.
Klimatische Verhältnisse
Die Stadt Bischofswerda liegt in der gemäßigten Klimazone und wird durch den
Übergangsbereich vom ozeanischen zum kontinentalen Klima geprägt. Dabei gibt es meist
hohe Temperaturschwankungen zwischen den Sommer- und Wintermonaten sowie hohe
Niederschläge im Sommer.
Der jährliche Niederschlagsdurchschnitt in Bischofswerda beträgt etwa 750-800 mm, die
Jahresmitteltemperatur liegt bei ca. 8-8,5°C. Es ist davon auszugehen, dass die urbane
Jahresmitteltemperatur etwas höher ist als die des Umlandes.
Die vorhandene Grünfläche im südlichen Teil des Plangebiets ist als potenzielles Kaltluft-/
Frischluftentstehungsgebiet zu werten, welches sich grundsätzlich positiv auf das Stadtklima
auswirkt. Bei windschwachem Strahlungswetter wirkt die sich nachts bildende Kaltluft als
Frischluftlieferant.
Arten- und Biotoppotential
In der Biotoptypen- und Landnutzungskartierung (BTLNK) wird das Plangebiet unterschiedlich
eingestuft. Der nördliche Teil ist als Gewerbefläche und der südliche Teil als Grünland bzw.
trockene Ruderal- und Staudenflur eingeordnet.
Schutzgebiete nach Naturschutzrecht sind im und im direkten Umfeld vom Plangebiet nicht
vorhanden. Nächstgelegene Schutzgebiete befinden sich in den Stadtrandbereichen. Das
FFH-Gebiet „Obere Wesenitz und Nebenflüsse“ mit der Teilfläche Fließgewässersystem
Wesenitz - Grunabach in westlicher Richtung ist ca. 1,3 km entfernt. Der Große Horkaer Teich
ca. 800 m nordöstlich vom Plangebiet ist als Flächennaturdenkmal geschützt.
Eine Beeinträchtigung dieser Schutzgebiete kann aufgrund der Entfernung und der zwischen
den Schutzgebieten und dem B-Plangebiet liegenden Siedlungs- und Verkehrsflächen
ausgeschlossen werden.
Die südliche Teilfläche des Plangebiets unterliegt keiner Nutzung. Hier hat sich eine
Staudenflur trocken bis frischer Standorte entwickelt.

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Neben vereinzelten verbuschten Bereichen (Brombeere u.a.) befinden sich inmitten der
Grünfläche zwei solitäre Altbäume. Diese Fläche hat aufgrund ihrer unterschiedlichen
Strukturen einen mittleren Biotopwert. Es bestehen Vorbelastungen durch die ehemalige
Nutzung der Fläche als Lagerfläche (Landbaukombinat).
Die nördliche Teilfläche ist unterschiedlich strukturiert. Im nördlichen Bereich ist ein
Verkehrsgarten mit asphaltierten Wegen und intensiv gepflegten Rasenflächen vorhanden.
Der südlich angrenzende Bereich war aufgrund der Offenlassung stark verbuscht. Die Gehölze
wurden bereits gerodet. Auf dieser Teilfläche befand sich ehemals eine Gewerbefläche. Diese
wurde, historischen Luftbildaufnahmen zufolge zwischen 2006 und 2011, abgerissen und
entsiegelt. Aufgrund bestehender Vorbelastungen ist die nördliche Teilfläche als gering- bis
mittelwertig einzustufen.
Nach aktuellem Kenntnisstand gibt es für das B-Plangebiet keine Nachweise von besonders
und streng geschützten Tier- und Pflanzenarten. Es wird ein Artenschutzfachbeitrag erstellt.
Landschaftsbild und Erholung
Das Landschaftsbild des Plangebietes ist städtisch geprägt. Es liegt inmitten mehrerer
Wohngebiete.
Für die Erholungsnutzung hat das Plangebiet eine sehr geringe Bedeutung, da die
Grünflächen eingezäunt und damit nicht zugänglich sind. Stadtbildprägend sind die beiden
Altbäume, welche noch zu fällen sind. Denkmalgeschützte Objekte kommen im betroffenen B-
Plangebiet nicht vor.
Eingriffsbeurteilung/ Grünordnerische Maßnahmen
Der Bebauungsplan sieht vor, Baurecht für ein allgemeines Wohngebiet mit einer
Grundflächenzahl (GRZ) von 0,4 zu schaffen. Durch bauliche Aktivitäten im Zuge der
Neubebauung kommt es zu Verdichtungen und Versiegelung und demzufolge zu
Veränderungen des Bodengefüges. Daher sind neue Baukörper und Verkehrsflächen zur
Minimierung des Eingriffs auf ein unbedingt notwendiges Maß zu beschränken. Infolge
möglicher Neuversiegelung bisher unverdichteter Flächen bzw. durch die temporäre
Verdichtung während der Bauphase wird sich die Grundwasserneubildungsrate reduzieren.
Zur Minimierung des Eingriffs ist die Versiegelung auf ein unbedingt notwendiges Maß zu
beschränken. Die Möglichkeiten der Regenwasserversickerung im Plangebiet sind
auszuschöpfen, um den natürlichen Gebietswasserhaushalt bestmöglich zu erhalten. Für die
Befestigung von PKW-Stellplätzen und Feuerwehrzufahrten sind deshalb wasserdurchlässige
Beläge zu verwenden.
Die Inanspruchnahme der Flächen führt zur Verminderung von potenziellen Lebensbereichen
für Flora und Fauna bzw. zum Verlust von Lebensraum. Das Klimapotential, welches die
Fähigkeit des Raumes beschreibt, auf klimatisch belastende Situationen, wie beispielsweise
starke Aufheizung, ausgleichend zu wirken, sowie die Luftqualität werden durch die Folgen
der Ausweisung des Plangebietes nur unerheblich beeinträchtigt.
Zur Minimierung des Eingriffs wird für die nicht überbaubaren Grundstücksflächen im
Wohngebiet in Abhängigkeit vom Versiegelungsgrad die Entwicklung von Großgrün durch
Baumpflanzungen festgesetzt. Die Aufheizung wird durch die Beschattungswirkung der
Bäume verringert, Staub wird gebunden und die Luftfeuchtigkeit erhöht. Innerhalb der privaten
Grünflächen sollen standortgerechte Bäume und Sträucher gepflanzt werden. Hierzu sind
heimische Arten zu verwenden.
6.3
Eingriffs-/ Ausgleichsbilanz
Zum Nachweis der Kompensation der Eingriffe durch die geplanten Baumaßnahmen wird
das SMUL- Modell „Handlungsempfehlung zur Bewertung und Bilanzierung von Eingriffen im
Freistaat Sachsen“ verwendet.

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Entsprechend der Eingriffsbilanzierung verbleibt nach Umsetzung der Planung innerhalb des
Geltungsbereichs B-Plan ein Defizit von 159.383 Werteinheiten (WE).
Eingriff

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Ausgleich
Ein angemessener Ausgleich für den mit dem Bebauungsplan zulässigen Eingriff kann
durch die grünordnerischen Maßnahmen im Plangebiet nicht vollumfänglich hergestellt
werden. Deshalb ist eine externe Kompensationsmaßnahme notwendig.
Für den Ausgleich steht eine externe Ausgleichsfläche am Rammenauer Weg zur
Verfügung. Es handelt sich dabei um eine stillgelegte Hausmülldeponie. Die Deponie wurde
etwa im Jahre 1990 abgedeckt. Eine Dokumentation über die ablagernden Bodenschichten
ist nicht vorhanden.
Die Fläche soll mit Pflanzungen von Wildobstbäumen und Sträuchern aufgewertet werden.
Zudem werden Zauneidechsenhabitate neu angelegt. Ziel ist die Schaffung einer
strukturreichen halboffenen Biotopfläche.
Die Aufwertung der Fläche errechnet sich wie folgt:
Nach Durchführung der externen Ausgleichsmaßnahme ergibt sich folgende Gesamtbilanz:
Werteinheiten
Gesamtpunktwert nach Eingriff innerhalb der Baugrenze
- 159.383
Gesamtpunktwert Ausgleichsmaßnahme außerhalb der Baugrenze
150.000
Gesamtbilanz
-
9.383
Mit Hilfe der externen Ausgleichsmaßnahme können die Eingriffe im Plangebiet zu
95% kompensiert werden. Es verbleibt ein Defizit von 9.383 Werteinheiten (5 %).
7.
Schallschutz
Der Begründung und Erläuterung liegt die „Schalltechnische Untersuchung SABD 43510-
01/21 zum Gewerbelärm im Bereich des B-Plans “Wohngebiet Putzkauer Straße“ der Stadt
Bischofswerda“ als Anlage bei.
Bei Realisierung der in der Untersuchung genannten Maßnahmen für die Abluftöffnungen
der Bowlingbahn (Sonnenhof) und bei einer der Baugenehmigung entsprechenden Nutzung
des Offenen Treffs „B28“ werden die Immissionsrichtwerte der TA Lärm für Allgemeine
Wohngebiet und somit auch die schalltechnischen Orientierungswerte für die städtebauliche
Planung gemäß Beiblatt 1 zur DIN 18005-1 in allen Beurteilungszeiträumen überall im
Bereich der geplanten Baufelder eingehalten.