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Lehrplan für
Vorbereitungsgruppen/Vorbereitungsklassen
an berufsbildenden Schulen
Deutsch als Zweitsprache
mit Grundlagen der Ausbildungsreife
und Berufsorientierung
2017

Dieser Lehrplan für die Vorbereitungsgruppen/Vorbereitungsklassen an berufsbildenden Schulen tritt am
1. August 2017 in Kraft.
Impressum
Der Lehrplan wurde erstellt durch Lehrerinnen und Lehrer an berufsbildenden Schulen
in Zusammenarbeit mit dem
Sächsischen Bildungsinstitut
Dresdner Straße 78 c
01445 Radebeul
www.sbi.smk.sachsen.de
Herausgeber:
Sächsisches Staatsministerium für Kultus
Carolaplatz 1
01097 Dresden
www.smk.sachsen.de
Download
www.bildung.sachsen.de/apps/lehrplandb/

Deutsch als Zweitsprache mit Grundlagen der Ausbildungsreife und Berufsorientierung
DaZ
2017
3
Inhaltsverzeichnis
Hinweise für den Benutzer
4
Teil Grundlagen
Die sächsische Konzeption zur Integration von Migranten
5
Steuerung des Integrationsprozesses
7
Organisation des Unterrichts
8
Leistungsermittlung und -bewertung
9
Fachdidaktische Prinzipien
9
Lernen lernen
11
Spezieller Teil Lehrplan Deutsch als Zweitsprache mit Grundlagen der Ausbildungsreife und
Berufsorientierung
Ziele, Inhalte und Methoden des Unterrichts
12
Erste Etappe: Vorbereitung auf die schrittweise Integration in eine Regelklasse
12
Zweite Etappe: Schrittweise Integration in eine Regelklasse
22
Dritte Etappe: Entwicklung bildungssprachlicher Kompetenzen
42

Vorbereitungsgruppen/Vorbereitungsklassen an berufsbildenden Schulen
4
2017
DaZ
Hinweise für den Benutzer
Gliederung
Der Lehrplan ist gegliedert in einen grundlegenden und einen speziellen
Teil. Der erste Teil stellt schulpolitische und schulpädagogische Grund-
lagen der Integration sowie didaktische Prinzipien des Unterrichts von
Deutsch als Zweitsprache dar, auf denen die Angaben zur Planung und
Durchführung des Unterrichts im speziellen Teil beruhen.
Der spezielle Teil folgt im Aufbau der sächsischen Konzeption zur In-
tegration von Migranten. Er ist nach dem Grad der Beherrschung des
Deutschen in drei Etappen gegliedert und modular aufgebaut.
Ziel der Etappe
Jeder Etappe ist jeweils eine allgemeine Zielstellung vorangestellt. Sie
enthält eine zusammenfassende Charakterisierung der Etappe und spe-
zifische Zielstellungen der zugehörigen Module.
Ziel des Lernbereichs
Die Module aller drei Etappen im Lehrplan sind in Lernbereiche einge-
teilt. Die Lernbereiche jedes Moduls Sprachliche Bildung sind als Einheit
zu betrachten und frei kombinierbar. Jedes Modul Sprachliche Bildung
umfasst vier Lernbereiche zur Erreichung der spezifischen Zielstellungen
für die Sprachhandlungen Hören, Sprechen, Lesen und Schreiben. Je-
dem Lernbereich ist eine Zielstellung vorangestellt, die ebenso wie die in
der linken Spalte ausgewiesenen Lerninhalte verbindlich ist. Die rechte
Spalte enthält unverbindliche thematische Anregungen, Beispiele und
Hinweise.
Die erste Etappe enthält darüber hinaus ein Modul Alphabetisierung/
Zweitschrifterwerb. Dieses Modul wird in Einheit mit dem Modul Sprach-
liche Bildung 1 unterrichtet, wobei in Abhängigkeit von den Lernvoraus-
setzungen der Lernbereich Alphabetisierung vorangestellt wird.
Die zweite Etappe
enthält neben dem Modul Sprachliche Bildung 2 die
Module Grundlagen der Ausbildungsreife und Berufsorientierung mit
sechs bzw. vier Wahlpflichtbereichen, aus denen der Lehrer unter Be-
achtung der Lernausgangslage der Schüler eine Auswahl trifft. Von den
in der linken Spalte ausgewiesenen Inhalten setzt der Lehrer in seinem
Unterricht inhaltliche Schwerpunkte, d. h. die ausgewiesenen Inhalte
sind nicht voll umfänglich verbindlich zu unterrichten.
Inhalte
Hinweise
Methodische
Erläuterungen
Jedem Lernbereich bzw. Wahlpflichtbereich werden methodische Erläu-
terungen nachgestellt. Die Bestimmung geeigneter Themen, die Wahl
geeigneter Methoden und die Schwerpunktsetzung liegen grundsätzlich
in der Verantwortung des einzelnen Lehrers. Die Anordnung der Inhalte
im Lehrplan schreibt nicht die Reihenfolge der Erarbeitung im Unterricht
vor.
Querverweise
Querverweise bezeichnen Verbindungsmöglichkeiten zu anderen Modu-
len oder Lernbereichen bzw. zeigen an, wo sich die Entwicklung
der
Bildungssprache sowie der Fachsprache anbietet.
Überfachliches Ziel
Verweis auf ein Bildungs- und Erziehungsziel (s. Ziele und Aufgaben der
Berufsschule)
Lehrer, Schüler,
Vorbereitungsklasse,
Vorbereitungsgruppe
Die Bezeichnungen werden im Lehrplan generalisierend für Lehrerin-
nen/Lehrer und Schülerinnen/Schüler gebraucht. Ebeno wird die Be-
zeichnung „Vorbereitungsklasse“ generalisierend für Vorbereitungsgrup-
pe bzw. Vorbereitungsklasse verwendet.
Abkürzungen
Lernbereich
LB
Modul Sprachliche Bildung
SB
Modul Grundlagen der Ausbildungsreife
GA
Modul Berufsorientierung
BO
Wahlpflichtbereich
WPB

Deutsch als Zweitsprache mit Grundlagen der Ausbildungsreife und Berufsorientierung
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Teil Grundlagen
Die sächsische Konzeption zur Integration von Migranten
Grundsätze der Integration an berufsbildenden Schulen
Kinder und Jugendliche verschiedener Nationalitäten besuchen sächsische Schulen. Sie besitzen durch
ihre lebensweltliche Mehrsprachigkeit ein besonderes Bildungspotential. Im Schulgesetz für den Frei-
staat Sachsen wird ausgeführt, dass der Erziehungs- und Bildungsauftrag durch das Recht eines jeden
jungen Menschen auf eine seinen Fähigkeiten und Neigungen entsprechende Erziehung und Bildung
ohne Rücksicht auf Herkunft oder wirtschaftliche Lage bestimmt wird. Aus dieser Bestimmung folgt, dass
die Lebensumstände der Jugendlichen für ihren Bildungserfolg nicht bestimmend sein dürfen und dass
für Schüler mit Migrationshintergrund wie für alle Schüler die gleichen Chancen zur Wahrnehmung von
Bildungsmöglichkeiten zu gewährleisten sind.
Die sächsische Konzeption zur Integration von Migranten ist durch die Gleichwertigkeit der unterrichtli-
chen Komponente und der sozialen Komponente gekennzeichnet. Integration bedeutet Teilhabe am
gesellschaftlichen, politischen, sozialen und kulturellen Leben außerhalb der Schule ebenso wie am
Bildungsangebot innerhalb der Schule. Daraus ergeben sich vielfältige Anforderungen an die zuständi-
gen Behörden und die Lehrer sächsischer Schulen.
Den berufsbildenden Schulen kommt eine besondere Bedeutung zu, die Potenziale neu zugewanderter
Jugendlicher, die ggf. den überwiegenden Teil ihrer Bildungsbiografie außerhalb Deutschlands verbracht
haben und überaus heterogene Kenntnisse und Erfahrungen mitbringen, zu erkennen. Diesen Schülern
ist ein Maximum an Bildungsoptionen und damit eine berufliche Perspektive zu eröffnen. Die besondere
Bildungsberatung durch Vertreter der Schulaufsicht, die sich anschließende Bildungsberatung durch
ausgebildete Betreuungslehrer, der Unterricht im Fach Deutsch als Zweitsprache und die Möglichkeit,
die Sprache des Herkunftslandes an Stelle einer Fremdsprache anzuerkennen, stellen unverzichtbare
Kernelemente zur Erreichung dieser Zielstellung dar.
Die Gliederung des Integrationsprozesses in Etappen
Für den Bildungserfolg in der Bundesrepublik Deutschland sind der Gebrauch der deutschen Sprache
auf bildungssprachlichem Kompetenzniveau und die Teilnahme am Regelunterricht von zentraler Be-
deutung. Zeitlich und inhaltlich variiert dieser individuelle Integrationsprozess mit dem Ziel der Aufnahme
in einen berufs- oder studienqualifzierenden Bildungsgang in Abhängigkeit von den Vorkenntnissen,
dem bisherigen Bildungsweg und den Persönlichkeitsmerkmalen der Schüler in erheblichem Maße.
Der Integrationsprozess bedarf einer besonders sorgfältigen pädagogischen Planung. Die sprachliche
Vorbereitung und die Teilnahme am regulären Bildungsangebot sind in ein zielgerichtetes Verhältnis
zueinander zu bringen. Dazu sieht der Lehrplan Deutsch als Zweitsprache einen individuellen schrittwei-
sen Übergang in Regelklassen beruflicher Bildung vor, der sich in drei Etappen gliedert. Schüler mit
Migrationshintergrund werden dabei in den Vorbereitungsklassen an berufsbildenden Schulen auf die
Aufnahme eines berufsqualifzierenden Bildungsganges, bei Erfüllung der Aufnahmevoraussetzungen
auf einen studienqualifizierenden Bildungsgang oder auf den Übergang in die Arbeitswelt vorbereitet.
Auf Grund der differenzierten und vielfältigen Möglichkeiten zur Fortsetzung der Bildungslaufbahn auf
dem ersten Bildungsweg und den sehr heterogenen Voraussetzungen der Schüler bedarf es neben dem
Erlernen der deutschen Sprache auf bildungssprachlichem Kompetenzniveau auch dem Erwerb von
Grundlagen der Ausbildungsreife sowie einer Berufsorientierung. Dieser Besonderheit trägt der vorlie-
gende Lehrplan für das Unterrichtsfach Deutsch als Zweitsprache mit seinem modularen Aufbau Rech-
nung.
Erste Etappe
In der ersten Etappe soll die sprachliche Grundlage für die Fähigkeit zur Teilnahme am Regelunterricht
und am sozialen Leben der unmittelbaren Umwelt gelegt werden. Ziel der ersten Etappe ist es, Grundla-
gen für bildungssprachliche Kompetenzen zu legen bzw. in Abhängigkeit von den individuellen Lernfort-
schritten auszubauen. Dabei ist die Heterogenität der Schüler zu beachten. Schüler mit stark unterbro-
chener Bildungslaufbahn oder ohne bisherige schulische Erfahrungen sind grundsätzlich mit der Institu-
tion Schule vertraut zu machen.

Vorbereitungsgruppen/Vorbereitungsklassen an berufsbildenden Schulen
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Im Verlauf der ersten Etappe beobachtet und diagnostiziert der Betreuungslehrer die sprachliche Ent-
wicklung der Schüler auf der Grundlage der Niveaubeschreibungen Deutsch als Zweitsprache für die
Sekundarstufe II, um mit den Fachlehrern und den Schülern die nächsten weiteren Integrationsschritte
zu vereinbaren. Bei der Entscheidung ist zu berücksichtigen, dass die sprachliche Entwicklung ebenso
eine Rolle spielt wie die Persönlichkeit, die soziale Integration, die fachlichen Kenntnisse, die persönli-
chen Interessen, die Fähigkeiten und Wünsche des Schülers. Der Prozess der Teilintegration soll den
individuellen Voraussetzungen entsprechend so früh wie möglich einsetzen. Darüber hinaus ist langfris-
tig in Abhängigkeit von der Interessenlage neben einer Fortsetzung der Bildungslaufbahn auf dem ers-
ten Bildungsweg auch eine Fortsetzung der Bildungslaufbahn auf dem zweiten Bildungsweg oder die
Aufnahme einer Erwerbstätigkeit in den Blick zu nehmen.
Zweite Etappe
Der Unterricht Deutsch als Zweitsprache ändert je nach sprachlicher Entwicklung der Schüler in der
zweiten Etappe seinen Charakter. Neben der Ausbildung mündlicher und schriftlicher kommunikativer
Handlungsfähigkeit mit besonderem Gewicht auf den Ausbau bildungssprachlicher Kompetenzen stehen
der Erwerb von Grundlagen der Ausbildungsreife sowie eine Berufsorientierung im Mittelpunkt der zwei-
ten Etappe. Parallel zum Unterricht in dem Modul Sprachliche Bildung 2 werden Wahlpflichtbereiche der
Module Grundlagen der Ausbildungsreife und Berufsorientierung im Klassenverband bzw. in Gruppen
der Vorbereitungsklasse mit individuellen Schwerpunktsetzungen unterrichtet.
In der zweiten Etappe erfolgt die Teilintegration der Schüler in Regelklassen an der berufsbildenden
Schule. In enger Zusammenarbeit zwischen Betreuungslehrer, Klassenlehrer, Fachlehrern und Perso-
nensorgeberechtigten wird für jeden Schüler auf der Grundlage der Niveaubeschreibungen Deutsch als
Zweitsprache für die Sekundarstufe II festgelegt, wie die Integration bis zur Festlegung der weiteren
Bildungslaufbahn erfolgt. Bei den Entscheidungen über die Wahl der Fächer und Bildungsgänge emp-
fiehlt es sich, eine Reihenfolge von weniger sprachbetonten hin zu stärker sprachbetonten Fächern zu
planen. Wird der Erwerb eines Schulabschlusses angestrebt, so besucht der Schüler Unterricht in aus-
gewählten Fächern der jeweiligen Regelklassen, um neben der sozialen Integration auch an die Heraus-
forderungen des zukünftigen Bildungsganges herangeführt zu werden. Wird die Aufnahme einer dualen
Ausbildung angestrebt, bereitet die Teilnahme an ausgewähltem regulären berufsübergreifenden und
berufsbezogenen Unterricht die Schüler auf die zukünftigen Ausbildungsanforderungen vor.
Der Betreuungslehrer bereitet die Schüler im Modul Sprachliche Bildung 2 auf die sprachlichen Anforde-
rungen sowohl im Unterricht der Module Grundlagen der Ausbildungsreife und Berufsorientierung als
auch im Fachunterricht vor. Darauf aufbauend leisten die Fachlehrer die spezifische sprachliche Arbeit
des jeweiligen Faches und tragen damit zur gesamtsprachlichen Entwicklung des Schülers bei. Zur indi-
viduellen Gestaltung dieses differenzierten Integrationsprozesses und der sich gegebenenfalls anschlie-
ßenden Integration in Regelklassen berufsbildender Schulen ist eine enge Zusammenarbeit zwischen
Betreuungs- und Fachlehrern erforderlich.
Dritte Etappe
Schüler, welche ihre Bildungslaufbahn auf dem ersten Bildungsweg fortsetzen, wechseln in der dritten
Etappe in einen regulären berufsbildenden oder studienqualifizierenden Bildungsgang, u. U. auch an
einer anderen berufsbildenden Schule. Die Schüler sind voll in den Regelklassen berufsbildender Schu-
len integriert. Das Fach Deutsch als Zweitsprache wird bildungslaufbahnbegleitend weiter unterrichtet,
um gezielt an den bildungssprachlichen Kompetenzen mit besonderem Gewicht auf dem Ausbau der
fächerspezifischen sprachlichen Fähigkeiten zu arbeiten. In Abstimmung zwischen Betreuungs- und
Fachlehrern wird die Bewältigung fachkommunikativer Handlungsmöglichkeiten durch die Festigung und
Vertiefung von Lernstrategien und die fachsprachlich notwendige Erweiterung sprachlicher Mittel im
Regelunterricht unterstützt. Dieser Prozess wird durch die Arbeit mit den Niveaubeschreibungen
Deutsch als Zweitsprache für die Sekundarstufe II begleitet.
Um das der jeweiligen Klassen- bzw. Jahrgangsstufen gemäße Niveau der Bildungssprache zu errei-
chen, müssen sich die Lehrer aller Fächer und Lernfelder ihrer sprachlichen Bildungsaufgabe bewusst
sein, sie als Teil ihrer Arbeit verstehen und annehmen. Die daraus resultierende sprachliche Didaktisie-
rung des Fachunterrichts zur Ausbildung bildungsgangtypischer sprachlicher Kompetenzen bezieht sich
auf alle Fächer und ist individuell sowie abschlussbezogen zu gestalten.

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Deutsch als Zweitsprache mit Grundlagen der Ausbildungsreife und Berufsorientierung
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Schematische Darstellung des individuellen Übergangs zwischen den Etappen
Legende:
… Wahlmodul bzw.Pflichtmodul mit Wahlpflichtbereichen
… Pflichtmodul
Steuerung des Integrationsprozesses
Die Integration der Schüler liegt als gesamtschulische Aufgabe in der gemeinsamen Verantwortung der
Schulleitung und aller beteiligten Lehrer. Der Betreuungslehrer, der zugleich der Fachlehrer für Deutsch
als Zweitsprache ist, trägt jedoch eine besondere Verantwortung. Er nimmt Aufgaben wahr, die weit über
den Unterricht im Fach Deutsch als Zweitsprache hinausgehen. Dem Betreuungslehrer obliegt es, zu-
sammen mit der Schulleitung und den Fachlehrern für die aktive Umsetzung der sächsischen Konzepti-
on zur Integration von Migranten in Zusammenarbeit mit der zuständigen Schulaufsichtsbehörde zu
sorgen. Der Betreuungslehrer ist für den gesamten schulischen Integrationsprozess als Berater, Mentor
und Integrationsbegleiter verantwortlich.
Folgende Aufgaben nimmt der Betreuungslehrer in enger Kooperation mit Schulleitung und Lehrerteam
wahr, wobei in Abhängigkeit vom individuellen Integrationsprozess der Schüler unterschiedliche Schwer-
punkte im Aufgabenspektrum zu setzen sind:
-
Sensibilisierung aller an der schulischen Integration beteiligten Personen im Sinne einer Aktivierung
der emotionalen, kognitiven und insbesondere der motivationalen Einstellungen zu den Themen
Migration, Mehrsprachigkeit und Deutsch als Zweitsprache zur Schaffung eines integrationsfördern-
den Schulklimas
-
Beratung von Schulleitungen, Lehrern, Schülern und Personensorgeberechtigten zu Rahmenbedin-
gungen, zur Entwicklung von sprachbewussten Unterrichtskonzepten und zur Kooperation mit allen
schulischen Beteiligten
-
Abstimmung der individuellen Maßnahmen zur schrittweisen Integration in den Regelunterricht unter
Beachtung der Spezifik der Schulart
-
Erarbeitung von Festlegungen zur Teilintegration und zu individuellen Integrationsmaßnahmen
-
Koordination der schulischen und außerschulischen Integrationsprozesse
-
Kooperation mit allen an der Integration beteiligten Partnern im Rahmen der innerschulischen und
außerschulischen Netzwerkarbeit (Schulaufsicht, andere Behörden, Jugendmigrationsdienste, Aus-
länder- und Integrationsbeauftragte, Migrantenorganisationen, Wohlfahrtsverbände, religiöse Ge-
meinden und Initiativen)
Teilintegration von weniger sprachbetonten
zu stärker sprachbetonten Fächern
Modul
Sprachliche Bildung 1
Modul
Sprachliche Bildung 2
Modul
Sprachliche Bildung 3
Modul Alpha-
betisierung/Zweit-
schrifterweb
Erste Etappe
Zweite Etappe
Dritte Etappe
Integration in eine
Regelklasse
Modul Grundlagen der Ausbildungsreife
Modul Berufsorientierung

Vorbereitungsgruppen/Vorbereitungsklassen an berufsbildenden Schulen
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Organisation des Unterrichts
Klassen- und Gruppenbildung
Es wird empfohlen, zwei Vorbereitungsklassen an berufsbildenden Schulen zu bilden, damit der Betreu-
ungslehrer bei der fortlaufenden Aufnahme neuer Schüler individuelle Integrationsprozesse effektiv
steuern kann. Abhängig von der Teilintegration, den jeweiligen Lernvoraussetzungen und der perspekti-
visch anzustrebenden Bildungslaufbahn nehmen die Schüler der Vorbereitungsklasse am Gruppenun-
terricht in den Wahlpflichtbereichen der Module Grundlagen der Ausbildungsreife und Berufsorientierung
teil.
Für die Klassen- und Gruppenbildung ist die Schulaufsicht verantwortlich.
Umsetzung des modularen Lehrplans
Der Lehrplan besteht aus Pflicht- und Wahlmodulen, welche den einzelnen Etappen zugeordnet sind.
-
Erste Etappe: Das Modul Sprachliche Bildung 1 ist verpflichtend für alle Schüler zu unterrichten.
Beim Modul Alphabetisierung/Zweitschrifterwerb handelt es sich um ein Wahlmodul, welches in
Einheit mit dem Modul Sprachliche Bildung 1 unterrichtet wird. In Abhängigkeit von den Lern-
voraussetzungen der Schüler wird der Lernbereich Alphabetisierung vorangestellt.
-
Zweite Etappe: Das Modul Sprachliche Bildung 2 ist verpflichtend für alle Schüler zu unterrichten.
Bei den Modulen Grundlagen der Ausbildungsreife und Berufsorientierung handelt es sich dagegen
um Pflichtmodule mit Wahlpflichtbereichen. Die diese Module unterrichtenden Lehrer – in der Regel
nicht der Fachlehrer für das Fach Deutsch als Zweitsprache – wählen gemeinsam mit dem Betreu-
ungslehrer in Abhängigkeit von den Lernvoraussetzungen der Schüler und dem beabsichtigten wei-
teren Bildungsweg die zu unterrichtenden Wahlpflichtbereiche aus und setzen inhaltliche Schwer-
punkte. Die ausgewiesenen Inhalte in diesen Modulen sind nicht voll umfänglich verbindlich zu un-
terrichten.
-
Dritte Etappe: Das Modul Sprachliche Bildung 3 ist bildungslaufbahnbegleitend zu unterrichten.
Innere Differenzierung
Auch eine relativ altershomogene Klassen- und Gruppenzusammensetzung bedeutet keine homogene
Ausgangslage der Lernsituation. Es lernen in der Regel in ein und derselben Klasse Schüler unter-
schiedlicher Herkunftssprachen sowie Schüler mit und ohne Vorkenntnisse in der deutschen Sprache.
Darüber hinaus werden im Verlauf des gesamten Schuljahres neue Schüler in die Vorbereitungsklasse
aufgenommen.
Der Betreuungslehrer und die Fachlehrer gestalten den Unterricht binnendifferenziert. Der Betreuungs-
lehrer entwickelt in enger Kooperation mit den Fachlehrern individuelle Lern- und Integrationspläne für
die Schüler und passt diese den jeweiligen Lernvoraussetzungen im Integrationsprozess an.
In Abhängigkeit vom individuellen Leistungsvermögen und den Interessen der Schüler ist eine Fortset-
zung der Bildungslaufbahn auf dem ersten oder zweiten Bildungsweg oder die Aufnahme einer Erwerbs-
tätigkeit in enger Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit oder dem Jobcenter in Erwägung zu
ziehen.
Teilintegration
Während der zweiten Etappe hat der Besuch ausgewählter Fächer in einer Regelklasse zunehmend
Vorrang vor dem Besuch des Unterrichts der Vorbereitungsklasse. Für die Teilnahme am berufsüber-
greifenden oder berufsbezogenen Unterricht in einer Regelklasse sollte der Schüler in Abstimmung mit
dem Betreuungslehrer vom jeweiligen Fachlehrer konkrete Arbeitsaufgaben erhalten. Im Rahmen des
Unterrichts der Vorbereitungsklasse reflektieren die Schüler den Unterricht in der Regelklasse. Ausge-
wählte Inhalte aus dem Regelunterricht und aus den Modulen Grundlagen der Ausbildungsreife und
Berufsorientierung dienen als Sprachanlässe im Modul Sprachliche Bildung 2. Es empfiehlt sich, berufs-
übergreifende und berufsbezogene Inhalte gezielt aufzugreifen und zu vertiefen.

Deutsch als Zweitsprache mit Grundlagen der Ausbildungsreife und Berufsorientierung
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Leistungsermittlung und -bewertung
Die Ermittlung, Beurteilung und Bewertung von Leistungen liegen in der pädagogischen Verantwortung
des Lehrers. Grundlage für die Beurteilung von Leistungen in Deutsch als Zweitsprache ist der vorlie-
gende Lehrplan unter Berücksichtigung der variablen zeitlichen Ausdehnung des Lernprozesses. Der
Betreuungslehrer bespricht regelmäßig die sprachliche Entwicklung mit dem Schüler und seinen Perso-
nensorgeberechtigten auf der Grundlage der Niveaubeschreibungen Deutsch als Zweitsprache für die
Sekundarstufe II.
Eine Benotung findet während der ersten Etappe nicht statt. Dies schließt andere Formen der Leis-
tungsermittlung und -bewertung nicht aus. In der zweiten Etappe sind die Leistungen in den Modulen
des Lehrplanes Deutsch als Zweitsprache gemäß der Regelungen in der Berufsschulordnung mit Noten
zu bewerten. Art, Anzahl und Gewichtung der schriftlichen, mündlichen und im berufsbezogenen Bereich
praktischen Leistungsnachweise werden durch den Betreuungslehrer in Abstimmung mit allen in der
Vorbereitungsklasse unterrichtenden Fachlehrern festgelegt und den Schülern bekannt gegeben.
In der dritten Etappe erfolgt die Benotung in allen Fächern wie bei allen Schülern. Der bildungslaufbahn-
begleitende Unterricht im Fach Deutsch als Zweitsprache wird nicht zusätzlich benotet.
Fachdidaktische Prinzipien
Für den Unterricht des Deutschen als Zweitsprache gelten durchgehende Prinzipien, die sich aus all-
gemeinen didaktischen Erkenntnissen und der spezifischen sprachlichen und kulturellen Situation neu
zuwandernder Jugendlichen ableiten. Sie werden bei den Zielen der Etappen und der Lernbereiche
im Lehrplan nicht eigens ausgewiesen, sondern hier zusammengefasst dargestellt. Bei den inhaltli-
chen und methodischen Hinweisen werden an geeigneten
Stellen Vorschläge zu ihrer Realisierung ge-
macht, so dass ihre durchgehende Berücksichtigung gewährleistet werden kann.
Den folgenden fachdidaktischen Prinzipien liegen zwei Voraussetzungen zugrunde: die Umsetzung der
sprachlichen Bildung durchgängig in allen Modulen sowie die Wertschätzung, Anerkennung und Förde-
rung der lebensweltlichen Mehrsprachigkeit der Schüler als eine Ressource mit individueller, gesell-
schaftlicher und wirtschaftlicher Bedeutung.
Entwickeln der sprachlichen Handlungsfähigkeit in altersgerechten kommunikativen Situationen
Beim Zweitspracherwerb handelt es sich um die Aneigung einer neuen Sprache in der zielsprachlichen
Umgebung. Deutsch als Zweitsprache wird in sozialer Interaktion in der zielsprachlichen Umgebung un-
gesteuert und im Unterrichtsfach Deutsch als Zweitsprache gesteuert erworben. Aufgrund der lebenswelt-
lichen Bedeutung des Deutschen als Zweitsprache geht der Unterricht vom Sprachhandlungsbedarf der
Schüler aus, greift ihre aktuellen Erfahrungen mit dem Deutschen als Zweitsprache auf und initiiert au-
ßerunterrichtliche Sprachkontakte. Für die Unterrichtsplanung sind die außerunterrichtlich erworbenen
Sprachkenntnisse immer wieder als aktivierendes Potential festzustellen und als Unterichtsgegenstand zu
nutzen.
Entfaltung der individuellen lebensweltlichen Mehrsprachigkeit
Der Unterricht im Fach Deutsch als Zweitsprache ist Teil des Gesamtkonzepts „Sprachliche Bildung“, das
für Schüler mit Migrationshintergrund die Entfaltung der individuellen lebensweltlichen Mehrsprachigkeit
vorsieht. Er trägt zu einer positiven Einstellung zur Mehrsprachigkeit und zu einem bewussten Umgang
mit Sprachenvielfalt bei. Das Zulassen und Einbeziehen der Herkunftssprachen sowie das Herausbilden
der Fähigkeit zum Vergleichen sprachlicher Erscheinungen in Herkunfts-, Zweit- und Fremdsprachen sind
im Deutsch als Zweitsprache-Unterricht daher selbstverständlich.
Entwickeln der sprachlichen Handlungsfähigkeit im Fachunterricht
Während das Prinzip Entwicklung der sprachlichen Handlungsfähigkeit in altersgerechten kommunikati-
ven Situationen auf den außerschulischen Kommunikationsbedarf der Schüler gerichtet ist, fokussiert
dieses Prinzip die Entwicklung sprachlicher Handlungsfähigkeit im Fachunterricht. Beide Prinzipien zu-
sammen gewährleisten die in der sächsischen Konzeption zur Integration von Migranten geforderte
Gleichwertigkeit schulischer und gesamtgesellschaftlicher Partizipation.

Vorbereitungsgruppen/Vorbereitungsklassen an berufsbildenden Schulen
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Im Fachunterricht benötigte bildungs- und fachsprachliche Kompetenzen im Deutschen erwerben die
Schüler auf Grundlage von bereits erworbenem, aber sprachunabhängig verfügbarem Sachwissen sowie
im Unterricht Deutsch als Zweitsprache und auch außerschulisch erworbenen alltagssprachlichen Aus-
drucksweisen. Mit von Etappe zu Etappe zunehmender Bedeutung von Fach- und Bildungssprache steigt
der Bedarf an Unterstützung bei der Entfaltung sprachlicher Handlungsfähigkeit im Fachunterricht. Dies
soll aber nicht dazu führen, dass fachunterrichtliche Aufgaben vom Unterricht des Deutschen als Zweit-
sprache übernommen werden. Seine Aufgabe besteht vielmehr darin, die alltagssprachlichen Ausdrucks-
weisen verfügbar zu machen, die die Voraussetzung fach- und bildungssprachlicher Ausdrucksweise sind.
Dabei sollten Themen gewählt werden, die vor allem als Gegenstand von Fachunterricht im berufsüber-
greifenden und berufsbezogenen Bereich geeignet sind, um das Verstehen von Fachtexten exemplarisch
einzuüben und allgemeine Fähigkeiten der Texterschließung zu erwerben.
Entwickeln von Spracherwerbsstrategien
In der Situation des Ineinandergreifens von gesteuertem und ungesteuertem Spracherwerb, d. h. des
unterrichtlichen und außerunterrichtlichen Erwerbs der deutschen Sprache, und angesichts der sehr ho-
hen Anforderungen, die vom Ziel des fachsprachlichen Lernens und der bildungssprachlichen Kompetenz
im Medium der Zweitsprache ausgehen, genügt es nicht, nur konkrete Sprachkenntnisse zu vermitteln.
Die Schüler werden gezielt mit vielfältigen Strategien zum Sprachenlernen vertraut gemacht. Dazu zählt
z. B. sich sprachliche Erscheinungen bewusst zu machen, Bezeichnungen zu erfragen, Bedeutungen zu
erschließen, Formen und Verwendungsweisen untereinander, auch zwischen den Sprachen, zu verglei-
chen und Hilfsmittel effektiv zu nutzen.
Entwickeln der interkulturellen Handlungsfähigkeit in der Migrationsgesellschaft
Das Leben in einer Migrationsgesellschaft des 21. Jahrhunderts ist durch hochfrequente Begegnungen
mit Menschen vielfältiger sozialer, kultureller und geografischer Herkunft und durch verschiedene indivi-
duelle biografische Erfahrungen gekennzeichnet. Sie bringen verschiedene Denktraditionen, Verhaltens-
weisen, Normen und Wertesysteme mit. Die Weiterentwicklung der Kompetenzen im Umgang mit dieser
sprachlichen und kulturellen Vielfalt stellt im Freistaat Sachsen eine fortlaufende Aufgabe des Bildungs-
wesens dar.
Die Schüler sollen zu einem sensiblen und zugleich selbstkritischen Umgang mit Anderssein befähigt
werden. Auch der Unterricht im Fach Deutsch als Zweitsprache ist diesem Ziel verpflichtet und bietet
Möglichkeiten, die komplexe Vielfalt der Migrationsgesellschaft zu erkunden. Der erste Ansatzpunkt für
die pädagogische Arbeit sind die Erfahrungen und Wahrnehmungen der Schüler selbst. Der Unterricht,
der durch Vertrauen auf die Akzeptanz persönlicher Äußerungen gekennzeichnet ist, thematisiert und
reflektiert die Auseinandersetzung der Schüler mit ihrer Mehrfachzugehörigkeit zu verschiedenen gesell-
schaftlichen Gruppen. Die Schüler werden dabei unterstützt, ihre ggf. hybriden Identitäten in der Migrati-
onsgesellschaft selbstbewusst weiterzuentwickeln.

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Lernen lernen
Lernkompetenz
Die Entwicklung von Lernkompetenz zielt darauf, das Lernen zu lernen. Un-
ter Lernkompetenz wird die Fähigkeit verstanden, selbstständig Lernvor-
gänge zu planen, zu strukturieren, zu überwachen, ggf. zu korrigieren und
abschließend auszuwerten. Zur Lernkompetenz gehören als motivationale
Komponente das eigene Interesse am Lernen und die Fähigkeit, das eige-
ne Lernen zu steuern.
Strategien
Im Mittelpunkt der Entwicklung von Lernkompetenz stehen Lernstrategien.
Diese umfassen:
- Basisstrategien, welche vorrangig dem Erwerb, dem Verstehen, der
Festigung, der Überprüfung und dem Abruf von Wissen dienen
- Regulationsstrategien, die zur Selbstreflexion und Selbststeuerung hin-
sichtlich des eigenen Lernprozesses befähigen
- Stützstrategien, die ein gutes Lernklima sowie die Entwicklung von Mo-
tivation und Konzentration fördern
Techniken
Um diese genannten Strategien einsetzen zu können, müssen die Schüler
die zunehmend erworbenen konkreten Lern- und Arbeitstechniken selbst-
ständig anwenden und ggf. deren Anzahl gezielt erweitern.
Bei diesen
Techniken handelt es sich um:
- Techniken der Beschaffung, Überprüfung, Verarbeitung und Aufberei-
tung von Informationen (z. B. Lese-, Schreib-, Mnemo-, Recherche-,
Strukturierungs-, Visualisierungs- und Präsentationstechniken)
- Techniken des Arbeits-, Zeit- und Lernmanagements (z. B. Arbeitsplatz-
gestaltung, Hausaufgabenmanagement, Arbeitsvorbereitung, Selbst-
kontrolle)
- Motivations- und Konzentrationstechniken (z. B. Selbstmotivation, Ent-
spannung, Prüfung und Stärkung des Konzentrationsvermögens)
- Kooperations- und Kommunikationstechniken (z. B. Gesprächstechni-
ken, Arbeit in verschiedenen Sozialformen)
Ziel
Ziel der Entwicklung von Lernkompetenz ist es, dass Schüler ihre eigenen
Lernvoraussetzungen realistisch einschätzen können und in der Lage sind,
individuell geeignete Techniken situationsgerecht zu nutzen.
Verbindlichkeit
Für eine nachhaltige Wirksamkeit muss der Lernprozess selbst zum Unter-
richtsgegenstand werden. Gebunden an Fachinhalte sollte ein Teil der Un-
terrichtszeit dem Lernen des Lernens gewidmet sein. Der Lehrplan bietet
dazu Ansatzpunkte und Anregungen.

Vorbereitungsgruppen/Vorbereitungsklassen an berufsbildenden Schulen
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Spezieller Teil Lehrplan Deutsch als Zweitsprache
mit
Grundlagen
der Ausbil-
dungsreife und Berufsorientierung
Ziele, Inhalte und Methoden des Unterrichts
Erste Etappe: Vorbereitung auf die schrittweise Integration in eine Regelklasse
In der ersten Etappe werden als Grundlage für bildungssprachliche Kompetenzen alltagssprachliche Fä-
higkeiten im Deutschen auf- und ausgebaut. Die Schüler erwerben im Modul Sprachliche Bildung 1
grundlegende Fähigkeiten zur Kommunikation in der deutschen Sprache. Die Schüler mit nicht ausrei-
chenden Lese- und Schreibkompetenzen in der deutschen Sprache beginnen die erste Etappe mit dem
Modul Alphabetisierung/Zweitschrifterwerb.
Modul Sprachliche Bildung 1
Die Schüler erwerben in der ersten Etappe grundlegende Fähigkeiten zur Kommunikation in der deut-
schen Sprache. Dazu erwerben die Schüler einen Elementarwortschatz und die Fähigkeit, mit diesem
Wortschatz einfache Sätze zu bilden. Sie erlernen die Aussprache des Deutschen und lernen zu sprach-
lichen Mitteln, die sie einsetzen wollen, Auskunft einzuholen.
Sie können am Ende der ersten Etappe Alltagsdialoge führen und sich mit ihrer unmittelbaren sozialen
Umwelt mündlich verständigen, verstehen hörend einfache Texte. Sie haben sich grundlegende Elemen-
te für den Gebrauch der deutschen Schriftsprache angeeignet und verfassen sowie verstehen einfache
schriftliche Texte.
Lernbereich 1:
Mündliche und schriftliche Sprachhandlungen zur Bewältigung
elementarer kommunikativer Situationen
Die Schüler sind in der Lage, Sozialkontakte unter Verwendung der deutschen Sprache aufzubauen.
Sie können Gegenstände und Personen, Erscheinungen und Tätigkeiten ihrer Umgebung benennen
und mit einfachen sprachlichen Mitteln beschreiben. Sie verstehen wesentliche Informationen, die in
schriftlichen oder mündlichen Äußerungen und unterrichtstypischen Arbeitsanweisungen enthalten
sind, und können darauf sach- und situationsgerecht reagieren. Sie sind in der Lage, Fragen und Bitten
mündlich und schriftlich zu formulieren und einfache Dialoge zu führen.
Herstellen, Weiterführen und Beenden sprachlicher
Kontakte
Anrede, Begrüßung, Abschied, Dank, Unter-
richtsrituale
Rollenspiele, Videosequenzen
Erbitten von sprachlicher Hilfe
Artikulation von Nichtverstehen
Bitten um – nochmaliges – Zeigen, um Wieder-
holung oder Übersetzung
Auslösen von Handlungen und Reagieren auf Hand-
lungen anderer
-
Bitten, Auffordern
Weg zeigen, etwas einkaufen, etwas ausleihen
-
Zustimmen, Ablehnen
-
Operatoren der Reproduktion und Reorgani-
sation
Ankreuzen, Aufzählen, Einordnen, Kennzeich-
nen, Nennen, Unterstreichen, Wiedergeben
Einholen und Erteilen von Informationen
-
Sprechen und Schreiben über Schule und
Unterricht
Fachbezeichnungen, Uhrzeit und andere Zeit-
angaben
Arbeitsanweisungen und Arbeitsformen
Erfragen von Bezeichnungen und Bedeutun-
gen, Unterrichtsmaterialien, Fachräumen
-
Sprechen und Schreiben über Persönliches
und Familie
Vorstellung unter Angabe von Namen, Vorna-
men, Alter, Herkunft und Adresse
Freunde, Familienmitglieder, Verwandtschafts-

Deutsch als Zweitsprache mit Grundlagen der Ausbildungsreife und Berufsorientierung
Erste Etappe
DaZ
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13
verhältnisse
Anschauungstafel, Familienfotos, Schülersteck-
brief
-
Sprechen und Schreiben über Erscheinungen
und Gegenstände der Umwelt
Schulweg, Verkehrszeichen, Fahrzeuge, Ge-
sundheit, Krankheit, Sport, Wohnung, Tagesab-
lauf, Freizeiteinrichtungen, Geschäfte, Kleidung
Feiertage im interkulturellen Vergleich
Umgehen mit natürlichen Zahlen
in Abhängigkeit von den Vorkenntnissen
Grundrechenarten, Jahreszahlen, Datum
Lernen lernen: Konzentrationstechniken
Methodische Erläuterungen
Die erste Etappe ist eine Zeit der Begegnung mit Neuem: neuen Mitschülern, einer neuen oder über-
haupt einer Schule, einer neuen räumlichen und sozialen Umgebung. Kennenlernaktivitäten, die so be-
messen sind, dass sie bewältigt werden können und Vertrauen entstehen lassen, stellen daher die
bevorzugten Sprachlernaktivitäten der Anfangszeit dar. Der Lehrer richtet seine Aufmerksamkeit da-
rauf, welche Elemente – auch unter Einbeziehung erster sprachlicher Erfahrungen im Modul Alphabeti-
sierung/Zweitschrifterwerb – der neuen Sprache schon verstanden werden. Er ermutigt zum Gebrauch
der neuen Sprache durch angemessene Themenwahl, Einstellung des Sprechtempos
auf Verstehens-
möglichkeit, gezielte Verwendung und Wiederholung einfacher Wörter und Aussagen. Signale des
Interesses für die Herkunftssprachen können dazu beitragen, das Vertrauen in die neue Umwelt zu
stärken.
Neben Musterkonversationen sollen im Unterricht auch eigene Dialoge geübt werden, die geeignet
sind, Entscheidungen der Lernenden zu treffen – ja oder nein zu sagen, dieses oder jenes zu wählen,
zum einen oder zum anderen Partner zu sprechen – und Kommunikationsmöglichkeiten außerhalb des
Unterrichts zu eröffnen.
Beim Sprechen und Schreiben über Schule und Unterricht, über Persönliches und Familie, über Erschei-
nungen und Gegenstände der Umwelt können sich Anlässe für erste interkulturelle Vergleiche erge-
ben, die als Sprech- und Schreibanlässe aufgegriffen werden. Gerade im Kontext von Flucht ist jedoch
darauf zu achten, dass Themen wie beispielsweise Familie und Persönliches für die Schüler mit trauma-
tisierenden Erfahrungen verknüpft sein können und die Thematisierung besondere Sensibilität und Em-
pathiefähigkeit seitens der Lehrer bedarf.
In der deutschen Sprache zu alphabetisierende Schüler erwerben bereits im Modul Alphabetisierung/
Zweitschrifterwerb grundlegende mündliche und schriftliche Sprachhandlungsfähigkeiten. Aus diesem
Grund werden diese Schüler unter Beachtung ihrer Lernfortschritte
individuell in den Unterricht dieses
Lernbereichs integriert. Dies erfordert ein stark binnendifferenziertes Vorgehen des Lehrers.
Lernbereich 2:
Wortschatz, Wortformen, Satzbau
Die Schüler erwerben Grundkenntnisse der Morphologie und Syntax der deutschen Sprache sowie ei-
nen Elementarwortschatz zur Ausführung der im Lernbereich 1 genannten Sprachhandlungen. Sie ken-
nen die wichtigsten Formen von Verben, Substantiven und Artikeln. Ausgehend von Erfahrungen in
Alltagssituationen oder aus gesteuert aufgebauten Sprachhandlungsmöglichkeiten können sie einfa-
che Sätze bilden und zu zusammenhängenden Äußerungen verbinden. Sie kennen die grundlegenden
grammatischen Begriffe, die den Zweitspracherwerb unterstützen.
Einfache Sätze
Aussagen, Fragen und Aufforderungen
Fachbegriff: Satz
-
Satzarten
Stellung der finiten Verbform beachten
Fachbegriffe: Aussage, Frage und Auffor-
derung
.
Aussagesatz
.
Fragesatz
Ergänzungs- und Entscheidungsfragen
.
Aufforderungssatz

Vorbereitungsgruppen/Vorbereitungsklassen an berufsbildenden Schulen
14
2017
DaZ
-
Satzmuster
Subjekt + Verb
Subjekt + sein + Adjektiv oder Substantiv
Subjekt + Verb + Objekt
Subjekt + Modalverb + Vollverb im Infinitiv
Subjekt + Modalverb + Objekt + Vollverb im
Infinitiv
-
Erweiterungen einfacher Sätze
.
Adverbialangaben des Ortes und der Zeit
.
Negation
mit nicht und kein
Wortformen
-
Formen des Substantivs
Fachbegriffe: bestimmter und unbestimmter
Artikel, Substantiv bzw. Nomen
.
Deklination im Singular und Plural
Nominativ und Akkusativ
-
Formen des Verbs
.
Präsens
Konjugation regelmäßiger und unregelmäßi-
ger Formen
Fachbegriffe: Verb, Personalpronomen
.
Anfänge der Perfektbildung
Verwendung von haben und sein
Bildung des Partizips II
-
Grundform des Adjektivs
Fachbegriff: Adjektiv
.
prädikative Verwendung
Wortschatz
-
Aufbau des Elementarwortschatzes zur Aus-
führung der im Lernbereich 1 genannten
Sprachhandlungen
Substantive, Verben und Adjektive in Abhän-
gigkeit von den behandelten Themen
einfache Orts- und Zeitadverbien
Präpositionen zur Orts- und Zeitangabe
Fachbegriffe: Wort und Präposition
-
Aufbau und Bewusstmachen semantischer
Beziehungen
.
Internationalismen
vorwiegend am Beispiel der Bezeichnungen
für die Unterrichtsfächer, Berufsbezeichnun-
gen und öffentlichen Einrichtungen
.
Ober- und Unterbegriffe
Techniken der Beschaffung, Verarbeitung und Auf-
bereitung von Informationen
gezielte Erschließung und Speicherung von
Wortschatz, Einsatz von Lernkartei, Lern-
plakat und Wortnetz
Lernen lernen
Methodische Erläuterungen
Grammatische Erscheinungen können zuerst über „Klang“ und Funktion in sprachlichen Handlungen
oder mittels Texten aufgenommen werden. Dem schließen sich Übungen zum Trainieren der Bedeutung
an, z. B. Wort- und Satzassoziationsaufgaben, Mini-Dialoge und handelnder Umgang mit Materialien und
Gegenständen. Der Lehrer kann Methoden zur Bewusstmachung grammatischer Erscheinungen einset-
zen. Darüber hinaus empfiehlt sich die Nutzung von Kenntnissen der Grammatik in der Herkunftsspra-
che.
Für die Wortschatzvermittlung sind in der ersten Etappe Dinge, Personen und Geschehnisse der
real wahrnehmbaren Umwelt die ersten und wichtigsten Lerngelegenheiten; hinzu kommen bildliche
Darstellungen. Das aktive Erfragen von Bezeichnungen und Bedeutungen durch die Schüler sollte ge-
übt und in allen denkbaren Situationen angewandt werden. In solchen offenen Situationen können die
Schüler auch ihren außerunterrichtlich und außerschulisch erworbenen Wortschatz zur Geltung bringen.
Um den ungesteuerten Spracherwerb zu unterstützen, gibt der Lehrer den Schülern bei formalem oder
inhaltlichem Verständnis dieses Wortschatzes Hilfe. Methodisch können für die Erarbeitung des Wort-
schatzes berufsbezogene Bildwörterbücher, Bild-Wort-Karteien
oder Sprachlern-Apps zum Einsatz
kommen. Bei der Behandlung von Internationalismen kann neben dem Herausheben der Gemeinsam-
keiten auch auf Kontraste im lexikalischen Bereich hingewiesen werden.

Deutsch als Zweitsprache mit Grundlagen der Ausbildungsreife und Berufsorientierung
Erste Etappe
DaZ
2017
15
Lernbereich 3:
Aussprache und Orthografie
Am Ende der ersten Etappe können die Schüler gelernte Wörter und Sätze mit Betonung lesen. Sie arti-
kulieren die Laute und Lautverbindungen des Deutschen in verstehbarer Weise; sie wissen, welche Lau-
te oder Lautverbindungen ihnen noch Schwierigkeiten bereiten. Sie kennen die elementaren Regeln
der Großschreibung und die wichtigsten Interpunktionszeichen.
Artikulation
in Abhängigkeit von Lautsystemen der
Herkunftssprachen
-
Vokale
Unterscheidung von kurzen und langen Vo-
kalen
Umlaute und Diphtonge
unbetontes e: gemacht, Straße
Knacklaut: beim Neueinsatz von Vokalen
-
Konsonanten
vokalisierter r-Laut: Vater, dir, mehr
h-Laut
Unterscheidung von ich- und ach-Laut
Konsonantenverbindungen: ts – z, ks – x,
sp-, st-, schl-, schr-, str-, -ft, -bst
Intonation
-
Grundlagen: Wortakzent, Satzakzent, Satz-
melodie und Pausen
Stammsilbenbetonung
Schlüsselwörter im Satz
Aussage-, Frage- und Aufforderungssätze
Orthografie
-
Sicherung des vermittelten Wortschatzes
Lernen lernen
-
Regelkenntnis
.
Großschreibung am Satzanfang
.
Großschreibung der Substantive
.
Großschreibung von „Sie“
Modul SB 1, LB 2
-
Interpunktion
. Punkt
. Fragezeichen
. Ausrufezeichen
Methodische Erläuterungen
Artikulation und Intonation sollten möglichst „nebenbei“ gelernt werden. Wenn Unsicherheiten oder Un-
vollkommenheiten bei der Artikulation oder Intonation auftauchen, sollte die sachbezogene Kommunika-
tion nur im nötigen Umfang durch sprachbezogene Übungen unterbrochen werden. Dabei wendet man
bewusstmachende Methoden an, wie sprachkontrastive Erklärungen, Hörunterscheidungsübungen, De-
monstration von Mundhaltung und Zungenstellung – evtl. mit Spiegel –, Sprechübungen mit Minimal-
paaren wie lügen – liegen, Sätze mit gehäuftem Auftreten eines Lautes oder Lautkontrastes, Zungen-
brecher. Wechselnde Sprechfärbung wie Flüstern und Rufen sowie begleitende Körperbewegungen
können hilfreich sein.
Schrift und Orthografie verlangen bewusstes Arbeiten von Anfang an. Das gilt auch für Spontan-
schreibungen, die in der ersten Etappe durchweg zugelassen werden sollten. Sie lassen erkennen, wel-
che Schreibstrategien der Schüler entwickelt und welche Schreiblernaufgaben er noch vor sich hat.

Vorbereitungsgruppen/Vorbereitungsklassen an berufsbildenden Schulen
16
2017
DaZ
Lernbereich 4:
Textrezeption
Die Schüler verstehen hörend oder lesend kurze, einfache Texte. Sie sind in der Lage, verschiedene
Textsorten zu unterscheiden.
Texte verstehen
-
Verstehen mündlicher Erklärungen und Er-
zählungen
einfache alltagssprachliche Texte in deut-
licher Aussprache bei normalem Sprech-
tempo
Verstehen der Aussageinhalte, Heraushö-
ren von Sprechern, Sprecherwechseln
und Stimmungslagen der Sprecher
Lehrervortrag, Schülerbeiträge, kurze Video-
Sequenzen
-
Verstehen einfacher schriftlicher berufsbe-
zogener Texte
beschreibende, berichtende, informie-
rende, normierende und appelative Texte
einfache schriftliche Anweisungen und Ar-
beitspläne
Textsorten unterscheiden
Schulbuchtexte, Sachtexte, Texte in Nach-
schlagewerken
Methodische Erläuterungen
Die Textrezeption bezieht sich sowohl auf mündliche als auch schriftliche Sprache. Es werden erste
Grundlagen für das Verstehen schriftsprachlicher Texte gelegt. Dabei können Erfahrungen der
Schüler in den Herkunftssprachen bei der Rezeption von Texten einbezogen werden.

Deutsch als Zweitsprache mit Grundlagen der Ausbildungsreife und Berufsorientierung
Erste Etappe
DaZ
2017
17
Modul Alphabetisierung/Zweitschrifterwerb
Dieses Modul richtet sich sowohl an Schüler, die bislang nicht lesen und schreiben gelernt haben bzw.
deren Lese- und Schreibkompetenzen nicht ausreichen, den Anforderungen des Alltags zu entsprechen,
als auch an Schüler, die den Prozess der Alphabetisierung bereits in ihrer Herkunftssprache absolviert
haben. Da Alphabetisierung und Zweitschrifterwerb basale mündliche Sprachkompetenzen voraussetzen,
steht das Modul Alphabetisierung/Zweitschrifterwerb in einem engen Zusammenhang mit dem Modul
Sprachliche Bildung 1.
Die Schüler erwerben im Wahlbereich Alphabetisierung bzw. im Wahlbereich Zweitschrifterwerb grundle-
gende schriftsprachliche Kenntnisse in der deutschen Sprache, um einfache Texte lesen und schreiben
zu können. Vor dem Erwerb grundlegender schriftsprachlicher Kenntnisse erlangen die Schüler erste
mündliche Fähigkeiten und Kenntnisse der deutschen Alltagssprache. Sie lernen verschiedene Sprach-
erwerbsstrategien kennen und anwenden. Sie sind in der Lage, aus ihrem Repertoire der Situation, ihrer
Persönlichkeit und ihren Lernvoraussetzungen entsprechende Strategien auszuwählen und einzusetzen,
um das eigene Lernen zu steuern.
Wahlbereich:
Alphabetisierung
Ziel dieses Wahlbereiches ist es, Grundlagen des Funktionsprinzips der Alphabetschrift zu vermitteln. Die
Schüler erlernen die Buchstaben – Grapheme – und ihre Lautwerte – Phoneme. Sie können sie als
Buchstaben bzw. Buchstabenkombinationen aufschreiben, können Buchstaben in Laute und Silben um-
setzen und diese abstrakten Gebilde als sinnhafte Wörter lesen. Sie entwickeln ihre Schreibmotorik und
können Groß- und Kleinbuchstaben voneinander unterscheiden. Sie erlernen das Anlegen und Üben
eines Sicht- und Schreibwortschatzes. Die Schüler wenden bei der Verschriftung orthografische und
morphematische Strategien an, d. h. sie greifen auf Regelelemente, z. B. Schreibung des [ʃ]-Lauts – Stie-
fel statt „Schdiefl“, und Merkelemente, z. B. Schreibung von F und V, Vogel statt „Fogel“, zurück und
können die Schreibung von Wörtern zum Teil bereits aus dem Wortstamm herleiten, z. B. Hand – Hände.
Die Schüler entwickeln eine erste orthografische und grammatische Intuition.
Mit diesem Wahlbereich werden erste Grundlagen für den Umgang mit einfachen deutschen Texten ge-
legt. Die Schüler nutzen nach Möglichkeit vorhandene Lernstrategien und erwerben weitere Lernstrate-
gien, vor allem zum Trainieren von Aufmerksamkeit und Merkfähigkeit.
Grundlegende mündliche Sprachfähigkeit
Modul SB 1
Erfassen der Vorkenntnisse in der deutschen Spra-
che
Orientierung an den Interessen, Bedarfen und Er-
fordernissen der Schüler mit Bezug auf deren Le-
benswelt
schriftfreie Verfahrensweisen der Sprachvermittlung
Einsatz von Audioaufnahmen, Postern, Filmen und
topografischen Karten
Fotos, Bilder, Bildfolgen oder Collagen in Verbin-
dung mit Hörtexten
Einbeziehung nonverbaler Komponenten
Nichtverstehen signalisieren
Umschreibungen, Rückfragen
positiver Umgang mit Sprachwechsel und Eigen-
bildungen

Vorbereitungsgruppen/Vorbereitungsklassen an berufsbildenden Schulen
18
2017
DaZ
Phonem-Graphem-Beziehungen
-
Laute
Lautwerte der Buchstaben
Einführung nach Häufigkeit des Gebrauchs der
Buchstaben oder auf der Basis von persönlichen
Wörtern und Sätzen
eigene Anlauttabellen als Gedankenstütze
differenzierte Schriftarten der Groß- und Kleinbuch-
staben, Druck- und Schreibschrift
kontrastiv zu Herkunftssprachen
-
Lautkomplexe und Wörter
Silben und Wortbausteine, Morpheme
Buchstabenkombinationen, wie ck, ch, sch, st, sp,
ng, nk, qu, pf, ph, chs, tz, ig, lich
Diphthonge und Umlaute
Lesetechniken
Lernen lernen
-
Analyse und Synthese
Weglassen, Hinzufügen oder Austauschen von Lau-
ten und Silben
Silbenanzahl erkennen
Anbahnen von Rhythmusgefühl, Sprachmelodie und
Wortakzent
-
Lesen von Wörtern, Sätzen und einfa-
chen Texten
Erfassen der Wortgestalt als Ganzes
wort- und zeilenübergreifendes Lesen
Anbahnen sinnerfassenden Lesens in immer größer
werdenden Sinneinheiten
Satzgrenzen und -intonation
Vorlesen, auch lautes und stilles Lesen allein
Nutzung interessendifferenzierter Textangebote
unterschiedlicher Lebensbereiche
Nutzung verschiedener Medien
Schreiben von Druckbuchstaben
-
feinmotorische Vorübungen
Körper-, Hand- und Stifthaltung
Auge-Hand-Koordination
Üben der Formen und Bewegungsabläufe
Erproben verschiedener Schreibwerkzeuge und
-unterlagen
Einsatz von Schreibprogrammen am PC oder Apps
beim Tablet/Smartphone
-
Buchstabenformen
Druckschrift
Unterscheiden von Groß- und Kleinbuchstaben,
Beachtung der Schreibrichtung
Einsatz von Schreibprogrammen am PC oder Apps
beim Tablet/Smartphone
Übungen zum Vierliniensystem
Üben der Formen und Bewegungsabläufe
-
Schreiben einzelner Wörter und kurzer
Sätze
Wortabstände, Groß- und Kleinschreibung, Satz-
zeichen
Beachten von Buchstabenverbindungen und
Diphthongen

Deutsch als Zweitsprache mit Grundlagen der Ausbildungsreife und Berufsorientierung
Erste Etappe
DaZ
2017
19
Methodische Erläuterungen
Dieser Wahlbereich richtet sich an Schüler, die bislang nicht bzw. nicht ausreichend lesen und schreiben
gelernt haben. Im Mittelpunkt steht die generelle Einführung in die Schriftsprache. Die Schüler lernen die
Funktion von Schrift kennen und erwerben elementare schriftsprachliche Kenntnisse. Der Prozess der
Alphabetisierung erfolgt in der deutschen Sprache. Dies erfordert die vorausgehende Aneignung sprach-
licher Mittel im Deutschen als Zweitsprache im Mündlichen, also eine längere Phase des kommunikativen
Spracherwerbs. Die dabei aufgebauten alltagsbezogenen Deutschkenntnisse sind der Gegenstand der
Verschriftlichung. Dementsprechend werden Sprachhandlungsanlässe sowohl aus dem außerschuli-
schen als auch schulischen Bereich und Erlebnisse der Schüler als Ausgangspunkt des Lernprozesses
genutzt.
Anders als bei der Alphabetisierung erstsprachig deutscher Grundschulkinder spielt die phonologische
Bewusstheit bei der Alphabetisierung neu zugewanderter Jugendlicher eine deutlich geringere Rolle, da
Vorerfahrungen in der deutschen Sprache noch weitgehend fehlen.
Die Schüler lernen das Lesen und Schreiben in der deutschen Sprache u. a. durch Memorisierung von
Wortbildern und Abschreiben. Die Alphabetisierung beginnt auf der Phonem-Graphem-Ebene, darauf
aufbauend erschließen sich die Schüler die Silben- bzw. Morphem-Ebene und gelangen über die Wort-
ebene zur Ebene einfacher Sätze und Texte. Für die Einführung der Buchstaben des deutschen Alpha-
bets empfiehlt sich eine Buchstabenprogression unter Beachtung von Vorkommenshäufigkeit, akusti-
schen Prinzipien, optischer Einprägsamkeit, Unverwechselbarkeit, Vorkommen in den Herkunftssprachen
und Kombinationsmöglichkeiten einer sinnvollen Verwendung. Die Schüler lernen Einzellaute bzw. Laut-
gruppen zu analysieren und werden in der weiteren Progression im Modul Sprachliche Bildung 1 schritt-
weise zur bewussten auditiven Wahrnehmung mit Leseübungen befähigt. Lesen wird von Rhythmusge-
fühl, Sprachmelodie und Wortakzent der Sprache beeinflusst.
Schüler mit fehlender oder geringer Stifterfahrung benötigen feinmotorische Vorübungen, um sie zur vi-
suomotorischen Koordination, dem Zusammenspiel von Schreibbewegung und visueller Kontrolle über
Lesbarkeit und Richtigkeit des Geschriebenen zu befähigen. Ihnen sollen Erfahrungen mit unterschiedli-
chen Schreibwerkzeugen ermöglicht werden, wobei der Tripoden-Griff mit verschiedenen Haltemöglich-
keiten im Interesse der Entwicklung eines flüssigen und leserlichen Schriftbildes zu bevorzugen ist.
Die Methoden der Alphabetisierung im Unterricht orientieren sich an den Lernvoraussetzungen der Schü-
ler. Für Schüler, die bislang nicht lesen und schreiben gelernt haben, kommen u. a. die Silbenmethode,
die analytische Methode, die phonetische Methode, der Spracherfahrungsansatz, der Schrifterfahrungs-
ansatz und der Ansatz nach Montessori infrage. Darüber hinaus können auch die Morphemmethode und
der Fertigkeitsansatz Anwendung finden. Die Nutzung von landeskundlichen Fundstücken als Unter-
richtsgegenstand greift den bei lese- und schreibunkundigen Schülern stärker ausgeprägten visuellen
Aneignungsweg auf. So können z. B. Fotos aus dem alltäglichen Leben Lese- und Schreibanlässe bie-
ten.
Wahlbereich:
Zweitschrifterwerb
Ziel dieses Wahlbereiches ist die Entwicklung schriftsprachlicher Fähigkeiten in der deutschen Schrift und
damit deren Erwerb bzw. die Weiterentwicklung bereits vorhandener schriftsprachlicher Fähigkeiten.
Die Schüler kennen die Buchstaben des deutschen Alphabets und ihre Lautwerte. Sie erkennen Auffäl-
ligkeiten, Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen der Verschriftung der deutschen Sprache und
ihren Herkunftssprachen. Sie entwickeln Schreibsicherheit im deutschen Alphabet.
Mit diesem Wahlbereich werden erste Grundlagen für den Umgang mit einfachen deutschen Texten ge-
legt.
Die Schüler nutzen vorhandene Lernstrategien und erwerben weitere Lernstrategien.

Vorbereitungsgruppen/Vorbereitungsklassen an berufsbildenden Schulen
20
2017
DaZ
Grundlegende Sprachfähigkeit
Modul SB 1
Erfassen der sprachlichen Voraussetzungen
Orientierung an den Interessen, Bedarfen und Er-
fordernissen der Schüler mit Bezug auf deren Le-
benswelt
Einbeziehung nonverbaler Komponenten
Nichtverstehen signalisieren
Umschreibungen, Rückfragen
positiver Umgang mit Sprachwechsel und Eigen-
bindungen
Einsatz von Audioaufnahmen, Postern, Filmen und
topografischen Karten
Fotos, Bilder, Bildfolgen oder Collagen in Verbin-
dung mit Hörtexten
Phonem-Graphem-Beziehungen
Laute und Buchstaben in Abhängigkeit von den
schriftsprachlichen Kenntnissen
Lautwerte der Buchstaben
Mehrfachbelegung von Graphemen, verschiedene
Verschriftlichungen von Phonemen, wie f und v
Lesen
differenzierte Schriftarten der Groß- und Kleinbuch-
staben, Druck- und Schreibschrift, Gliedern in Silben
und Wortbausteine
Buchstabenkombinationen: ck, ch, sch, st, sp, ng,
nk, qu, pf, ph, chs, tz, ig, lich
Diphthonge und Umlaute
Lernen lernen: Lesetechniken
Schreiben von Druckbuchstaben
Groß- und Kleinbuchstaben
Übungen zum Vierliniensystem
Schreibrichtung beachten
Einsatz von Schreibprogrammen am PC oder Apps
beim Tablet/Smartphone
Üben der Formen und Bewegungsabläufe
Methodische Erläuterungen
Dieser Wahlbereich richtet sich an Schüler, die den Prozess der Alphabetisierung bereits in ihrer Her-
kunftssprache absolviert haben. Sie beherrschen die Schrift in ihrer Herkunftssprache und sind im Lesen
und Schreiben geübt. Im Mittelpunkt dieses Wahlbereichs steht der Erwerb eines zweiten bzw. eines
weiteren Schriftsystems, der deutschen Schrift. Dies erfordert die vorausgehende Aneignung sprachlicher
Mittel im Deutschen als Zweitsprache im Mündlichen. Die dabei aufgebauten alltagsbezogenen Deutsch-
kenntnisse sind der Gegenstand der Verschriftlichung. Dementsprechend werden Sprachhandlungsan-
lässe sowohl aus dem außerschulischen als auch schulischen Bereich und Erlebnisse der Schüler als
Ausgangspunkt des Lernprozesses genutzt.
Anders als bei der Alphabetisierung erstsprachig deutscher Grundschulkinder spielt die phonologische
Bewusstheit beim Zweitschrifterwerb neuzugewanderter Jugendlicher eine deutlich geringere Rolle, da
Vorerfahrungen in der deutschen Sprache noch weitgehend fehlen. Bei der Umsetzung des Unterrichts
ist daher zu beachten, dass die Schüler die phonologische Bewusstheit für die deutsche Sprache ge-
meinsam mit ihren schriftsprachlichen Kenntnissen entwickeln müssen. Dabei ist auf einen konstruktiven
Umgang mit Transfers aus der Erstschrift, z. B. von typischen Schreibmustern und Übergeneralisierun-
gen, zu achten. Die Erstschrift der Schüler erfordert unterschiedliche Schwerpunktsetzungen und damit
auch ein differenziertes methodisches Vorgehen beim Zweitschrifterwerb:
- Lateinische Erstschrift: Für die Schüler, die z. B. in Französisch, Polnisch, Tschechisch, Türkisch oder
Vietnamesisch alphabetisiert sind, liegt der Schwerpunkt des Zweitschrifterwerbs bei der Neuzuord-
nung und Erweiterung der aus der Herkunftssprache bekannten Phonem-Graphem-Beziehung.

Deutsch als Zweitsprache mit Grundlagen der Ausbildungsreife und Berufsorientierung
Erste Etappe
DaZ
2017
21
- Kyrillische Erstschrift: Schüler, die z. B. in Bulgarisch, Russisch oder Serbisch alphabetisiert sind,
erlernen das deutsche Alphabet mit der für die deutsche Sprache verbindlichen Phonem-Graphem-
Beziehung kennen.
- Konsonantenschrift als Erstschrift: Z. B. Arabisch alphabetisierte Schüler erwerben mit dem deutschen
Alphabet eine lateinische Buchstabenschrift, in welcher abweichend von der Ausgangsschrift auch
Vokale notiert werden. Darüber hinaus erlernen sie eine andere Schreibrichtung sowie Groß- und
Kleinbuchstaben.
- Zeichenschrift als Erstschrift: Z. B. im Chinesischen alphabetisierte Schüler lernen die generelle Funk-
tionsweise einer Buchstabenschrift mit einer speziellen Phonem-Graphem-Beziehung kennen.

Vorbereitungsgruppen/Vorbereitungsklassen an berufsbildenden Schulen
22
2017
DaZ
Zweite Etappe: Schrittweise Integration in eine Regelklasse
Die zweite Etappe befähigt die Schüler zur Bewältigung der Anforderungen ihrer näheren und weiteren
sozialen Umwelt sowie ausgewählter unterrichtlicher Anforderungen in der deutschen Sprache.
Sie entwickeln wesentliche Grundlagen der Ausbildungsreife und erhalten eine berufliche Orientierung,
um Entscheidungen für ihren weiteren Lebens- und Bildungsweg treffen zu können. Dafür erhalten sie in
der Vorbereitungsklasse Unterricht in den Modulen Grundlagen der Ausbildungsreife und Berufsorientie-
rung.
Im Modul Sprachliche Bildung 2 erweitern sie ihr grammatisches Repertoire in der deutschen Sprache
und bauen ihren Wortschatz zur Vorbereitung auf den weiteren Lebens- und Bildungsweg aus. Darüber
hinausgehenden sprachlichen Anforderungen stellen sie sich in den Modulen Grundlagen der Ausbil-
dungsreife und Berufsorientierung sowie im Regelunterricht und im außerschulischen Bereich.
Modul Sprachliche Bildung 2
Im Mittelpunkt des Moduls Sprachliche Bildung 2 steht die Ausbildung mündlicher und schriftlicher
Sprachhandlungsfähigkeit mit besonderem Gewicht auf dem Ausbau bildungssprachlicher Kompetenzen.
Am Ende der zweiten Etappe sind die Schüler in der Lage, sich mündlich zu verständigen und sich im
Fachunterricht einer Regelklasse sprachlich aktiv zu beteiligen. Sie können sprachentlastete Sachtexte
sinnerfassend lesen und sind fähig, Beschreibungen, Berichte und Erklärungen selbstständig zu verfas-
sen und dabei weitgehend
normgerecht zu schreiben.
Lernbereich 1:
Mündliche und schriftliche Sprachhandlungen zur Bewältigung
kommunikativer Situationen
Die Schüler können sich über Themen ihrer Lebenswelt und des Unterrichts mündlich verständigen. Sie
haben gelernt, entsprechende Schrifttexte ihrer Umwelt zu verstehen sowie Notizen und kleinere Texte
dazu zu verfassen. Sie sind fähig, dem Regelunterricht in den ausgewählten Fächern bzw. Lernfeldern
im Wesentlichen zu folgen, bei Bedarf nachzufragen und schriftliche Aufgaben in Ansätzen zu erledigen.
Sie können eigene Interessen und Bedürfnisse ausdrücken und Beobachtungen oder Meinungen von
sich aus mitteilen.
Sprachverwendung im schulischen und außer-
schulischen Bereich
Lernen lernen: Kommunikationstechniken
-
mündliche und schriftliche Sprachhandlun-
gen im Unterricht
Berichten, Beschreiben, Erklären und Nennen
Mitschriften
Modul GA
Modul BO
-
mündliche und schriftliche Sprachhand-
lungen in formellen Situationen
Verhalten bei Unfällen und Notsituationen
Behördenbesuche
. Kontaktaufnahme
Höflichkeitsformen
Vergleich verschiedener Konventionen
. Führen von Telefongesprächen
-
Erbitten von sprachlicher Hilfe
Bitten um Bedeutungserklärung
-
Schreiben
Briefform, E-Mails, Blogs und Foren
persönliche Mitteilungen und Wünsche
Schreiben von offiziellen Briefen
Modul GA
Modul BO
Darlegen von Meinungen und Wertungen
-
Urteilen
-
Gefallen und Missfallen

Deutsch als Zweitsprache mit Grundlagen der Ausbildungsreife und Berufsorientierung
Zweite Etappe
DaZ
2017
23
-
Ausdruck von Interessen
im Hinblick auf Fächer des Regelunterrichts
Modul GA
Modul BO
Vorschlagen und Verabreden
Unterstützen, Widersprechen und Richtigstellen
Einholen und Erteilen von Informationen
mündliche und schriftliche Formen
Lernen lernen: Techniken der Beschaffung,
Überprüfung, Verarbeitung und Aufbereitung
von Informationen
-
Darstellen des eigenen Lebens
Erzählen persönlicher Erlebnisse
Migrationsgeschichte, Sprachenbiografie
Lebenslauf, Bewerbungsschreiben
Vorstellungsgespräch
Modul BO
-
Berichten über Freizeitaktivitäten
Gespräche über Hobbys, Informationen über Frei-
zeit- und Kultureinrichtungen, Vereine, Sportstät-
ten, Jugendtreffs
-
Beschreiben des eigenen Befindens
Arztbesuch
Körperteile, Krankheiten, Schmerzen, Beeinträchti-
gungen, Verletzungen
-
Berichten über den Unterricht in einer Re-
gelklasse
Besprechen der Fächerwahl des individuellen
Stundenplans, Berichten über Fachunterricht einer
Regelklasse, Einschätzung des eigenen Verste-
hens im Fachunterricht einer Regelklasse
Erzählen und Begründen
Abfolge von Ereignissen
Vorschläge, Entschuldigungen, naturwissen-
schaftliche und technische Beobachtungen
Methodische Erläuterungen
Der Unterricht im Modul Sprachliche Bildung 2 ist – auch in Verknüpfung mit den Inhalten der Module
Grundlagen der Ausbildungsreife und Berufsorientierung – durch thematische Breite gekennzeichnet. Auch
in dieser Etappe wird noch viel mit Beispieldialogen gearbeitet, in denen die Schüler neue sprachliche Mittel
zur Bewältigung kommunikativer Situationen kennenlernen. Mit zunehmender Verfügung von Redemitteln
wächst die Fähigkeit, Dialoge zu variieren und selbst zu gestalten. Bei der Darstellung des eigenen Lebens
ist gerade im Kontext von Flucht darauf zu achten, dass biografische Themen mit traumatisierenden Er-
fahrungen verknüpft sein können und die Thematisierung daher besondere Sensibilität und Empathiefä-
higkeit seitens der Lehrer bedarf.
Zu Beginn der zweiten Etappe steht das Hörverstehen von Erzählungen, Ton- und Videoszenen sowie
Lehrerinformationen im Vordergrund. Übungen zum Verstehen von gesprochenem und geschriebe-
nem Text haben überwiegend die Form von mündlichen Besprechungen, die auch zu bildnerischen Um-
setzungen der Ergebnisse, zu Wortgittern, Stichworttabellen o. Ä. führen können. Das verstehende Le-
sen ist in engem Zusammenhang mit Lernbereich 4 primär auf die vollständige inhaltliche Erfassung
kleiner Texte gerichtet, wobei die Schüler ihre bereits erworbenen Fähigkeiten selbstständiger Bedeu-
tungserschließung einbringen.
Schriftsprachliches Handeln – rezeptiv und produktiv – spielt zunehmend eine Rolle. Die Schreibprozesse
bedürfen in der zweiten Etappe einer sehr sorgfältigen methodischen Begleitung: motivierende thematische
Impulse; Zusammentragen, Ordnen und persönliches Auswählen sprachlichen Materials; gemeinsame und
individuelle Schreibversuche; redaktionelle und normbezogene Überarbeitung; „Veröffentlichung“
und Rezep-
tion in der Klasse, zur Rezeption von Schrifttexten vgl. Lernbereich 4.
Durch die Beteiligung an unterrichtlicher Kommunikation im Rahmen der individuellen schrittweisen Integra-
tion erhöht sich der Anteil des ungesteuerten sowie des bildungssprachlichen Spracherwerbs. Der Lehrer
des Deutschen als Zweitsprache sollte die dabei erworbenen Sprach- und Fachkenntnisse aufgreifen,
systematisieren und in seinem Unterricht mit den sprachlichen Lernprozessen verknüpfen.

Vorbereitungsgruppen/Vorbereitungsklassen an berufsbildenden Schulen
24
2017
DaZ
Lernbereich 2:
Wortschatz, Wortformen, Satzbau
Die Schüler sind in der Lage, einfache und zusammengesetzte Sätze zu bilden und in kleineren Texten
verschiedene Satzarten situations- und adressatengerecht einzusetzen. Sie können grammatische For-
men erkennen und anwenden. Den Schülern wird bewusst, dass Kenntnisse über die Sprache helfen,
sich in verschiedenen Situationen korrekt zu äußern sowie eigene und fremde Äußerungen zu korrigie-
ren. Sie kennen die angegebenen grammatischen Termini. Sie erweitern auf der Grundlage von produk-
tiven Wortbildungsmöglichkeiten ihren Wortschatz, wenden ihn an und verfügen damit über einen Wort-
schatz, der die Teilnahme am Regelunterricht unterstützt.
Einfache Sätze
-
Satzarten
. Fragesatz
Ergänzungsfragen mit wem und wen und
Präpositionen
Ergänzungsfragen mit warum
. Negation
mit kein, nie, nichts, niemand
Weiterführung mit sondern
. Satzmuster
Subjekt + Verb + Präpositionalobjekt
Subjekt + Verb + Dativobjekt
Subjekt + Verb + Akkusativobjekt + Präposi-
tionalobjekt
Subjekt + Verb + Dativobjekt + Akkusativobjekt
Fachbegriffe: Subjekt und Objekt
. Wortstellung im Satz
Verbalklammer
trennbare Verben
Perfekt produktiv und rezeptiv
Futur I produktiv und rezeptiv
Inversion
Ich bin am 25. März in Dresden. - Am 25. März
bin ich in Dresden. - In Dresden bin ich am
25. März.
Erweiterungen einfacher Sätze
-
Adverbialbestimmungen
Präpositionalangaben des Ortes und der Zeit
Adverbial- und Präpositionalangaben der Art
und Weise, der Einschätzung von Sachverhal-
ten
-
Attribute
Adjektivattribute, Adverbialattribute, Präposi-
tionalattribute
Genitivattribute nur rezeptiv
-
Vergleiche mit als und wie
-
Verben mit Infinitiv
schwimmen gehen, sprechen lernen, kommen
sehen, warten lassen
Fachbegriff: Infinitiv
-
Infinitiv mit zu
Verbindung von Sätzen
Fachbegriff: Konjunktion
-
Satzverbindungen durch Konjunktionen
und, aber
-
Satzanschlüsse durch rückverweisende Ad-
verbien
dann, dahin, vorher, deshalb
-
Pronominalisierung

Deutsch als Zweitsprache mit Grundlagen der Ausbildungsreife und Berufsorientierung
Zweite Etappe
DaZ
2017
25
Satzgefüge
-
mit Konjunktionen als Nebensatzeinleitungen
dass, ob, weil, wenn, damit
temporal: als
-
Relativsätze
Wortformen
-
Formen des Substantivs
Fachbegriff: Genus
. Dativ und Genitiv
-
Formen des Pronomens
. Personal- und Possessivpronomen
Akkusativ und Dativ
Singular und Plural
-
Formen des Verbs
Fachbegriffe: Präsens, Perfekt, Präteritum und
Futur I
. Präteritum
war, hatte, wurde, konnte, wollte, musste
weitere regelmäßige und unregelmäßige
Formen
. Futur I
. Passiv
rezeptiv in Fachtexten
Passiversatzformen
. Konjunktiv II
hätte, würde, wäre und Modalverben
-
Formen des Partizips
Partizip I, Partizip II, attributiver Gebrauch
-
Formen des Adjektivs
. Formen bei attributivem Gebrauch im
Nominativ, Akkusativ und Dativ Singular
und Plural
mit bestimmtem, unbestimmtem und Nullartikel
. Steigerungsformen
regelmäßige Formen von Komparativ und
Superlativ
unregelmäßige Formen
Fachbegriff: Steigerung
-
Präpositionen
in Orts- und Zeitangaben sowie bei Präpositio-
nalobjekten
. mit Akkusativ
. mit Dativ
. Wechselpräpositionen
. Verschmelzung von Präposition und Artikel
am, beim, zum, im, vom
ins, ans, ums, fürs
Wortschatz
-
Aufbau eines individuellen Wortschatzes in
Vorbereitung auf den weiteren Lebens- und
Bildungsweg
im Sinne einer Hinführung zu fach- und bil-
dungssprachlichen Registern
-
Wortbildung
. Zusammensetzung
Beziehung Grundwort und Bestimmungswort
. Ableitung
Präfixbildung, Suffixbildung, Verkleinerungs-
formen

Vorbereitungsgruppen/Vorbereitungsklassen an berufsbildenden Schulen
26
2017
DaZ
Aufbau und Bewusstmachen semantischer Bezie-
hungen
auch vergleichend
-
Beziehungen im Satz und im Text
übliche Substantiv-Verb-Koppelungen, übliche
Adjektiv-Substantiv-Koppelungen
bildungssprachliche Kollokationen
-
Beziehungen zwischen gleichartigen Wort-
schatzelementen
Wortfelder Ober-, Unter- und Nebenbegriffe
Gegensatzbegriffe zu einem Zentralbegriff
-
sprachlicher Transfer
Beziehungen zwischen verschiedenen Spra-
chen
Internationalismen
Lesetechniken
Erschließung von Wortbedeutungen aus dem
Kontext
Lernen lernen
Sensibilisieren für Stilebenen
gezielte Aktivierung und Erweitung des Wort-
schatzes
Nutzung von ein- und zweisprachigen Wörter-
büchern sowie Übersetzungs-Apps
Methodische Erläuterungen
Als Grundmuster wird in drei Schritten gearbeitet: Neue grammatische Erscheinungen werden an Tex-
ten wahrgenommen, herausgehoben und erklärt; die verstandene Erscheinung wird geübt; das Geübte
wird – wiederum in Texten: Schrifttexte, Rollenspiele, Dialoge – angewendet.
Bestimmte grammatische Erscheinungen des Deutschen sind so komplex oder unregelmäßig, dass die
richtige Anwendung nicht auf einmal erworben werden kann. Dazu zählen der Artikelgebrauch, die Per-
fektbildung und die Adjektivdeklination. Sie werden durch Einzelbeispiele – oft
über unvollkommene Zwi-
schenformen – erworben.
Für mündliche Übungen empfehlen sich Mini-Dialoge, auch Reihungen von Sätzen oder Ausdrücken
nach gleichbleibendem Muster; ein Beispiel hierfür ist das „Kofferpackspiel“.
Schriftliche Übungen zum Einsetzen, Umformen und Kombinieren gewinnen für das Grammatiklernen in
der zweiten Etappe zunehmend an Bedeutung. Je nach Vorkenntnissen können die Anlage eigener
grammatischer Schemata, Versuche eigener Regelformulierungen – auch im Vergleich mit der Her-
kunftssprache – sowie die eigenständige Benutzung eines einfachen grammatischen Nachschlagewerks
hinzukommen.
In der zweiten
Etappe wird die visuelle Bedeutungsvermittlung (Wort <=> Bild) in zunehmendem Maße
ergänzt und zum Teil abgelöst durch sprachliche Verfahren (Wort <=> Wort), z. B. durch Benennung
oder Beschreibung von Zweckbestimmung(en) eines Gegenstandes oder Vorgangs (Bank <=> man
kann darauf sitzen) bzw. Situation(en) seines Vorkommens (Bank <=> steht im Park) oder Zuordnung
zu einem übergeordneten Begriff (Fluss <=> Wasser) oder gleichgeordneten Begriff (Dorf <=> kleine
Siedlung).
Es ist in dieser Etappe vorrangiges Ziel, über Bedeutungen sprechen zu lernen. Bedeutungserklärungen
mit
Hilfe der Herkunftssprache können effektiv sein. Es sollte dabei aber darauf geachtet werden, dass
den Schülern nicht suggeriert wird, dass jederzeit sogenannte 1:1-Übersetzungen oder 1:1-Entspre-
chungen möglich wären.
Persönliche Phrasen und Wortschatzkarteien der Schüler sollten vielfältige Darstellungsformen auf-
nehmen: Bedeutungserklärungen in der Herkunftssprache, Umschreibungen bzw. Definitionen auf
Deutsch, Beispielsätze, grafische Darstellungen von semantischen Beziehungen und – wo es sinnvoll
ist – Bilder und Zeichnungen. Es kann zusätzlich mit einsprachigen Wörterbüchern, mit zweisprachigen
Wörterbüchern und Übersetzungs-Apps gearbeitet werden.

Deutsch als Zweitsprache mit Grundlagen der Ausbildungsreife und Berufsorientierung
Zweite Etappe
DaZ
2017
27
Lernbereich 3:
Aussprache und Orthografie
Die Schüler können am Ende der zweiten Etappe Wörter und Sätze verständlich artikulieren und intonie-
ren. Sie sind in der Lage, nach Vorbereitung kurze Texte sinnentsprechend vorzulesen. Die rezepti-
ven Fähigkeiten sind so weit ausgeprägt, dass auch typische alltagssprachliche Variationen wie dia-
lektale Anklänge und Lautauslassungen verstanden werden.
Die Schüler schreiben geübte Wörter und Texte weitgehend richtig und können sich gezielt über unbe-
kannte oder ungewisse Schreibungen informieren.
Artikulation
-
Konsonantenhäufungen
in Abhängigkeit von aktuellen Erfordernissen des
Regelunterrichts
LB 1 und 4
Intonation
Hinführung zu einem sinngerechten, lebendigen
und abwechslungsreichen Sprechen in zusam-
menhängenden Redebeiträgen
Orthografie
Ausbau des orthografisch gesicherten Wort-
schatzes
-
Vokalkürze und Vokallänge
Doppelkonsonanten einschließlich ck, dt und tz
h als Längezeichen, ie, Doppelvokalschreibung
-
Suffixe -lich und -ig
-
Interpunktion
. Komma
in Aufzählungen und Satzgefügen
-
orthografische Strategien
. eigene orthografische Unsicherheiten
wahrnehmen
. Lösungswege erkennen
. gezielt orthografische Informationen
beschaffen
Methodische Erläuterungen
Auf die wichtigsten Aspekte des Lernbereiches 3 wurde schon bei der ersten Etappe hingewiesen:
durchgehende Bedeutungsvermittlung, Verbindung von Rezeption und Produktion, Bevorzugung des
Lernens in Kommunikationssituationen.
Die Rechtschreibübungen sollten möglichst in sinnvollen Textzusammenhängen stattfinden. Als orthogra-
fische Lerntechnik sollte geübt und gefördert werden, den Lehrer oder fortgeschrittene Schüler nach einer
bestimmten Schreibung zu fragen. Darüber hinaus sollten Hilfsmitteln wie Schülerkartei, Klassenkartei,
ein- oder zweisprachige Wörterbücher, Übersetzungs-Apps oder Computer-Rechtschreibprogramm ge-
nutzt werden.

Vorbereitungsgruppen/Vorbereitungsklassen an berufsbildenden Schulen
28
2017
DaZ
Lernbereich 4:
Textrezeption
Die Schüler können am Ende der zweiten Etappe Sachtexte ohne größeren Informationsverlust erfas-
sen. Sie sind grundsätzlich in der Lage, sich Lehrbuchtexte und berufsbereichbezogene Fachtexte ver-
stehend zu erschließen, Informationen der Lehrer zu verarbeiten und Aufgaben schriftlich zu lösen. Sie
lernen unterschiedliche Strategien zur Texterschließung kennen.
Strategien zur Texterschließung
globales Textverstehen: Erkennen, worum es in
einem Text insgesamt geht
orientierendes Textverstehen: Herausfinden, ob
ein Text Informationen zu einem bestimmten
Thema, Antworten auf bestimmte Fragen enthält
kursorisches Textverstehen: möglichst rasches
Erfassen der wesentlichen Aussagen eines Tex-
tes
selektives Textverstehen: Heraussuchen einer
gewünschten Information aus einem Text
Texterschließung
Fachunterricht in den Regelklassen
Module GA und BO
-
authentische, alltagssprachliche Texte
Ausgehen von kommunikativen Bedürfnissen der
Schüler und ihren sprachlichen Erfahrungen
persönliche und offizielle Schreiben, Hinweis-
tafeln, Gebrauchsanweisungen, Spielregeln,
Artikel in Zeitungen und Jugendzeitschriften,
Comics, eigene Schrifttexte
-
Texte der Module Grundlagen der Ausbil-
dungsreife und Berufsorientierung
Sicherung des inhaltlichen Verständnisses von
Texten und Erarbeitung von Texten
Lernen lernen: Motivations- und Konzentra-
tionstechniken
-
Texte des Regelunterrichts
in Abstimmung mit dem jeweiligen Fachlehrer
Hinführung zum Verstehen von Fachtexten
Schrift- und Medientexte gezielt auswählen
Einführung in die Nutzung von öffentlichen
Bibliotheken und Mediatheken
Methodische Erläuterungen
Im Verlauf der zweiten Etappe und im Zuge der sukzessiven Integration in den Fachunterricht gewinnt
das Leseverstehen an Bedeutung, zugleich steigt das Anforderungsniveau der Texte. Das Verstehen von
Fachtexten und Fachvorträgen sollte geübt und mit unterschiedlichen Verfahren – schriftlich und münd-
lich – überprüft werden, wozu auch die Bearbeitung von Sach- und Fachtexten gehört. Hinführungen in
der Form inhaltlicher oder sprachlicher Vorbereitung und der Vorlage vereinfachter, bearbeiteter oder
sprachlich entlasteter Texte unterstützen das Textverständnis der Schüler. Bei der Textarbeit selbst wer-
den die bereits erworbenen grammatischen und lexikalisch-semantischen Kenntnisse und Fähigkeiten
(vgl. Lernbereich 2) zur Bedeutungsermittlung im Kontext eingesetzt. Dabei werden die Schüler unter-
stützt, indem der Lehrer die jeweils notwendigen alltags- und bildungssprachlichen Mittel unter Beach-
tung der Lernvoraussetzungen der Schüler und des Unterrichtsgegenstandes gestaltet.
Über das Textverstehen hinaus sollten zusätzlich praktikable Umgangsweisen mit Texten gelernt werden,
die u. a. auch dazu dienen, begründet entscheiden zu können, ob sich ein detailliertes Lesen lohnt. Als
Übungen zur Einführung bieten sich an: Vermutungen der Schüler über den Textinhalt anhand von Über-
schriften, Bebilderungen, Layout, Veröffentlichungsart und deren Überprüfung (globales Verstehen); Nut-
zung von Inhaltsübersichten, Zwischenüberschriften, Registern (orientierendes Verstehen); Finden und
Notieren von Schlüsselwörtern, Zusammenfassung von Abschnitten, Anlegen einer Gliederung (kursori-
sches Verstehen), Aufsuchen bestimmter Begriffe (selektives Verstehen) u. a.

Deutsch als Zweitsprache mit Grundlagen der Ausbildungsreife und Berufsorientierung
Zweite Etappe
DaZ
2017
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Modul Grundlagen der Ausbildungsreife
Mit diesem Modul werden schülerbezogen wichtige Elemente der Ausbildungsreife entwickelt, um die
Schüler auf ihren weiteren Bildungs- bzw. Lebensweg vorzubereiten. Die Inhalte der Wahlpflichtbereiche
ergeben sich aus dem „Kriterienkatalog zur Ausbildungsreife“ des Nationalen Pakts für Ausbildung und
Fachkräftenachwuchs in Deutschland, ohne jedoch eine Vollständigkeit der dort definierten Merkmalsbe-
reiche anzustreben. Die Umsetzung der Wahlpflichtbereiche orientiert sich an den in der Oberschule in
Klassenstufe 9 zu erreichenden Mindestvoraussetzungen für den Einstieg in eine berufliche Bildung,
wobei von spezifischen Anforderungen für einzelne Berufe abgesehen wird. Fehlende Ausbildungsreife
zum Zeitpunkt des Verlassens der Vorbereitungsklasse kann zu einem späteren Zeitpunkt, z. B. durch
den Besuch sich anschließender berufsausbildungsvorbereitender Maßnahmen, erreicht werden. Der
Lehrer wählt ausgehend von den Lernvoraussetzungen der Schüler und deren Vorstellungen und Wün-
sche für den weiteren Lebens- und Bildungsweg Wahlpflichtbereiche aus. Bei der Umsetzung jedes
Wahlpflichtbereiches werden inhaltliche Schwerpunkte gesetzt, d. h. die jeweils angegebenen Inhalte
sind nicht vollständig und verpflichtend zu unterrichten.
In diesem Modul wird in enger Kooperation mit dem Unterricht im Modul Sprachliche Bildung 2 an der
Entwicklung der Grundlagen der Bildungssprache gearbeitet. Das Konzept einer sprachlichen Bildung in
allen Fächern und das Prinzip eines bildungssprachförderlichen Unterrichts bilden die Grundlagen für das
Erlernen der deutschen Sprache sowohl mit fachlichem und beruflichem Praxisbezug als auch zahlrei-
chen Bezügen zur Lebenswelt der Schüler. Im Unterricht werden vielfältige Sprechanlässe zur Erweite-
rung des allgemeinen und zum Erwerb von Grundlagen berufsbereichsbezogenen Wissens geschaffen.
Dabei lernen die Schüler unter Nutzung verschiedener Medien Informationen zu gewinnen, zu verarbei-
ten, kritisch zu bewerten und ziel- und adressatengerecht zu präsentieren.
Auch in diesem Modul wird, gebunden an die Inhalte der Wahlpflichtbereiche, die Lernkompetenz der
Schüler weiterentwickelt. Die Schüler erweitern ihre Lernstrategien, die sie beim selbstorganisierten und
selbstverantwortlichen Lernen unterstützen. Sie bauen ihre Fähigkeit aus, Lernprozesse und Arbeitsab-
läufe zweckmäßig zu planen, zu gestalten, zu reflektieren und selbstständig zu kontrollieren.
Die Schüler entwickeln ihre Kommunikations- und Teamfähigkeit weiter. Sie sind zunehmend in der Lage,
auch auf Deutsch adressaten-, situations- und wirkungsbezogen zu kommunizieren. Sie erleben den
Vorteil kooperativen Arbeitens bei der Lösung von Problemen. Sie bauen ihre Fähigkeit zur Empathie
aus, um sowohl ihre eigene Position zu vertreten, als auch sich in andere Menschen einzufühlen. Sie
reflektieren migrationsgesellschaftliche Differenzen und positionieren sich zu verschiedenen Normen,
Werten, Verhaltensweisen und Formen des Zusammenlebens in einer freiheitlich demokratischen
Grundordnung.
Wahlpflichtbereich 1:
Mathematische Grundkenntnisse
Die Schüler erwerben die für die Fortsetzung ihrer Bildungslaufbahn grundlegenden mathematischen
Kompetenzen. Sie klassifizieren und ordnen Zahlen und können diese in Schaubildern darstellen. Sie
beherrschen die Grundrechenarten im Bereich der ganzen und rationalen Zahlen, können mathematische
Aufgaben, ggf. unter Benutzung eines Taschenrechners, lösen und überprüfen die Plausibilität der Er-
gebnisse. Auf der Basis grundlegender Kenntnisse zu Längen, Flächen und Volumina können sie Mes-
sungen und Berechnungen einfacher geometrischer Formen und Figuren bei sachgerechter Verwendung
von Maßeinheiten durchführen. Mit ausgewählten Übungen zum Schätzen, Messen, Runden und Skizzie-
ren sowie im Kopf- und Überschlagsrechnen entwickeln die Schüler ihre mathematischen Kompetenzen.
Sie kennen den erforderlichen Fachwortschatz, können die zu verwendenden Arbeitsmittel benennen und
wenden mathematische Operatoren sicher an.
Umgang mit Zahlen
Dezimalsystem
-
ganze, rationale, gebrochene und reelle
Zahlen
-
Grundrechenarten
Bereich der ganzen und rationalen Zahlen
-
Prozentrechnung
-
grafische Darstellung von Zahlen
Medienkompetenz: Nutzung von Tabellen-
kalkulationsprogrammen
-
Anwenden von einfachen Rechengeset-
zen
einfache Berechnungen und Überschlagsrech-
nungen
Lösen von Textaufgaben in einfacher Sprache

Vorbereitungsgruppen/Vorbereitungsklassen an berufsbildenden Schulen
30
2017
DaZ
Messen
berufsbezogene Anwendungen
-
Bestimmung von Längen, Flächen und
Volumina
situationsgerechte Aufgabenauswahl
-
Maßeinheiten und Größen
Länge, Fläche, Volumen und Winkel
-
Messung und grafische Darstellung zeit-
abhängiger Größen
Bezug zu den Berufsbereichen und zur Lebens-
welt
Weg-Zeit-Diagramm, Temperatur-Zeit-Diagramm,
Entwicklung des Kapitalvermögens bei unter-
schiedlichen Zinssätzen, Tilgung von Krediten
Methodenkompetenz
Form und Raum
-
Zeichnen geometrischer Figuren unter
Verwendung angemessener Hilfsmittel
Zirkel, Lineal, Geodreieck
-
Zuordnung von realen zu mathematischen
Körpern
Bezug zu Berufsbereichen
Grundriss, Aufriss und Zentralperspektive
Mehrperspektivität
Methodische Erläuterungen
Der Unterricht in diesem Wahlpflichtbereich bietet vielfältige Möglichkeiten, in den Regelklassen kennen-
gelernte Fachinhalte im Rahmen der Vorbereitungsklasse zu thematisieren, zu reflektieren und zu vertie-
fen. Die inhaltliche Schwerpunktsetzung der zu unterrichtenden Inhalte orientiert sich an den Lernvoraus-
setzungen der Schüler. Mit binnendifferenzierenden Maßnahmen und Angeboten werden die Schüler
ausgehend von ihrer individuellen Lernausgangslage unterstützt, ihr höchstmögliches Leistungsniveau zu
erreichen.
Die Lehrer setzen gezielt Computer als Hilfsmittel ein und regen die Schüler zur Nutzung von geeigneten
Programmen und Apps an. Für den Aufbau und die sukzessive Erweiterung des Bildungs- und Fachwort-
schatzes wird das Anlegen eines Glossars oder einer fortlaufenden Wortschatz- und Phrasenliste zur
Erfassung fach- und bildungssprachlicher Kollokationen beispielsweise mit einem Textverarbeitungs-
programm empfohlen. Der Aufbau des grundlegenden Fachwortschatzes wird durch eine hohe Anschau-
lichkeit, z. B. farbige Tafelbilder, Modelle, Schablonen, Freihandskizzen, unterstützt. In enger Abstim-
mung mit dem Unterricht im Modul Sprachliche Bildung 2 festigen die Schüler den erlernten Fachwort-
schatz und greifen mathematische Sachverhalte zur Vertiefung grammatischer Phänomene und zur Ent-
wicklung von Strategien zur Texterschließung auf. Anhand von Fach- und Sachtexten erschließen sich
die Schüler Merkmale verschiedener Textsorten und lernen, kontextabhängige und nichtsprachliche Be-
deutungen bei der Verwendung von sprachlichen Ausdrücken zu beschreiben. Sie vertiefen ihre Kennt-
nisse der fach- und bildungssprachlichen Morphosyntax und erhalten einen Einblick in die Verwendung
von Passiv- und Passiversatzformen, von Verben mit passivischer Bedeutung, von Funktions-
verbgefügen, von Partizipialkonstruktionen, von Nominalisierungen, von Genitivattributen, von Präpositio-
nalattributen, von Bedingungssätzen und von Proformen.
In Vorbereitung auf das Kennenlernen von verschiedenen Berufsbereichen im Modul Berufsorientierung
unterstützt der Unterricht in diesem Wahlpflichtbereich die Entwicklung des räumlichen Vorstellungsver-
mögens durch das Herstellen von Objekten unter Nutzung entsprechender berufsbezogener Fertigkeiten
wie Falten, Schneiden, Legen, Zeichnen und Fügetechniken.
Wahlpflichtbereich 2:
Politisches Grundwissen
Die Schüler kennen die Menschenrechte und reflektieren deren Einhaltung und Umsetzung in der Bun-
desrepublik Deutschland im Vergleich zu den Herkunftsländern. Sie kennen die Grundlagen der freiheit-
lich-demokratischen Grundordnung der Bundesrepublik Deutschland, die sowohl zum Verständnis politi-
scher und gesellschaftlicher Rahmenbedingungen als auch zur gesellschaftlichen Teilhabe erforderlich
sind. Sie reflektieren die Grundsätze des demokratischen Rechts- und Sozialstaates sowie verschiedene
Normen, Werte, Verhaltensweisen und Formen des Zusammenlebens. Die Schüler verfügen über einen
anwendbaren Grundwortschatz aus dem Bereich Politik.

Deutsch als Zweitsprache mit Grundlagen der Ausbildungsreife und Berufsorientierung
Zweite Etappe
DaZ
2017
31
Allgemeine Menschenrechte
-
Artikel 1 bis 30 der Allgemeinen Erklärung
der Menschenrechte
Universalität, Egalität, Unteilbarkeit
Freiheitliche demokratische Grundordnung der
Bundesrepublik Deutschland
Werteorientierung
-
Grundgesetz
Verfassungsprinzipien und Verfassungsorgane
-
Möglichkeiten politischer Teilhabe
Mehrparteienlandschaft, Verbände, Vereine,
Initiativen
-
Gefahren für die Demokratie
politischer Extremismus, Terrorismus, Gewalt
Zivilcourage
Grundgesetz
-
Überblick zu den Artikeln 1 bis 19 des
Grundgesetzes
Menschenwürde, Meinungsfreiheit, Gleichbe-
rechtigung, Schutz von Ehe und Familie, Wahl-
recht, Religionsfreiheit, Asyl, Recht auf freie Be-
rufswahl
-
Grundsätze des Rechtsstaates
Rechtsgleichheit, Rechtsschutz, Rechtssicherheit,
Gewaltenteilung
Notwendigkeit von Regeln des gemeinschaftli-
chen Lebens
Grundlagen für menschliches Zusammenleben,
Vermeidung von Konflikten durch Regeln
-
Sinn und Funktion von Regeln
Werteorientierung
-
Piktogramme zu Geboten und Verboten
-
Zusammenleben in der Schule
Pflichten und Rechte
Hausordnung
Jugendschutzgesetz
Sozialkompetenz
Methodische Erläuterungen
Der Unterricht in diesem Wahlpflichtbereich bietet vielfältige Möglichkeiten, in den Regelklassen kennen-
gelernte Fachinhalte im Rahmen der Vorbereitungsklasse zu thematisieren, zu reflektieren und zu vertie-
fen. Der Lehrer knüpft an aktuelle politische Ereignisse an, um die Schüler beim Verstehen und Einord-
nen von politischen und gesellschaftlichen Nachrichten unterschiedlicher Medien zu unterstützen. Da-
rüber hinaus können Themen mit Lebensweltbezug der Schüler für vergleichende Betrachtungen des
gesellschaftlichen Lebens in der Bundesrepublik Deutschland, in der Europäischen Union und in Dritt-
staaten genutzt werden.
Für den Aufbau und die sukzessive Erweiterung des Bildungs- und Fachwortschatzes wird das Anlegen
eines Glossars oder einer fortlaufenden Wortschatz- und Phrasenliste zur Erfassung fach- und bildungs-
sprachlicher Kollokationen beispielsweise mit einem Textverarbeitungsprogramm empfohlen. In enger
Abstimmung mit dem Unterricht im Modul Sprachliche Bildung 2 festigen die Schüler den erlernten
Fachwortschatz und greifen gesellschaftspolitische Sachverhalte zur Vertiefung grammatischer Phäno-
mene und zur Entwicklung von Strategien der Textrezeption auf. Anhand von Fach- und Sachtexten er-
schließen sich die Schüler Merkmale verschiedener Textsorten und lernen, kontextabhängige und nicht-
sprachliche Bedeutungen bei der Verwendung von sprachlichen Ausdrücken zu beschreiben. Sie vertie-
fen ihre Kenntnisse der fach- und bildungssprachlichen Morphosyntax und erhalten einen Einblick in die
Verwendung von Passiv- und Passiversatzformen, von Verben mit passivischer Bedeutung, von Funkti-
onsverbgefügen, von Partizipialkonstruktionen, von Nominalisierungen, von Genitivattributen, von Präpo-
sitionalattributen, von Bedingungssätzen und von Proformen.

Vorbereitungsgruppen/Vorbereitungsklassen an berufsbildenden Schulen
32
2017
DaZ
Wahlpflichtbereich 3:
Wirtschaftliches Grundwissen
Die Schüler kennen ausgehend von einem Überblick über verschiedene Wirtschaftsordnungen grundle-
gende ökonomische Bedingungen des europäischen Wirtschaftssystems sowie Maßgaben unternehme-
rischen Handelns. Sie lernen den Markt aus dem Blickwinkel des Konsumenten kennen. Das Wissen
über rechtliche Grundlagen bei Abschluss und Gültigkeit von Verträgen sowie zu Grundlagen der indivi-
duellen Existenzsicherung unterstützt sie bei der (Weiter-)Entwicklung eines kritischen Konsumverhaltens
und bereitet sie auf die Führung eines privaten Haushaltes vor.
Überblick zu Wirtschaftsordnungen
Formen und Funktionen
Mehrperspektivität
Der Markt aus Sicht des Konsumenten
Vorerfahrungen und Vorkenntnisse
-
Begriff und Funktionen des Marktes
Preisentwicklung und Kaufkraft
-
Formen des Zahlungsverkehrs
Geld als gesetzliches Zahlungsmittel
Barzahlung und bargeldlose Zahlung
Kredit
Grundlagen von Vertragsabschlüssen
-
Rechts- und Geschäftsfähigkeit
Stufen der Geschäftsfähigkeit
-
Allgemeine Vertragsmerkmale
Kauf-, Miet- und Finanzierungsvertrag
mündlich, schriftlich, notariell beglaubigt und nota-
riell beurkundet
Allgemeine Geschäftsbedingungen
Vertragsformulare
Der private Haushalt als kleinste Wirtschaftsein-
heit
-
Einnahmen und Ausgaben
Einkommensarten, Brutto- und Netto-Einkommen,
Lebenshaltungskosten, Haushaltsbuch
-
Arbeitsorganisation
Haushaltspläne
Methodenkompetenz: Planungsschritte
Methodische Erläuterungen
Der Unterricht in diesem Wahlpflichtbereich bietet vielfältige Möglichkeiten, in den Regelklassen kennen-
gelernte Fachinhalte im Rahmen der Vorbereitungsklasse zu thematisieren, zu reflektieren und zu vertie-
fen. Der Lehrer kann unter Beachtung der Heterogenität der Lebenssituationen der Schüler mit der erfor-
derlichen Sensibilität an vielfältige Vorerfahrungen und Vorkenntnisse aus dem Alltagsleben der Schüler
anknüpfen, indem lebensnahe Handlungssituationen, wie beispielsweise Einkauf oder Abschluss eines
Handyvertrages, als Ausgangspunkt für den Unterricht gewählt werden. Theoretische Inhalte werden bei
der Lösung realitätsbezogener Problemstellungen vermittelt.
Für den Aufbau und die sukzessive Erweiterung des Bildungs- und Fachwortschatzes wird das Anlegen
eines Glossars oder einer fortlaufenden Wortschatz- und Phrasenliste zur Erfassung fach- und bildungs-
sprachlicher Kollokationen beispielsweise mit einem Textverarbeitungsprogramm empfohlen. In enger
Abstimmung mit dem Unterricht im Modul Sprachliche Bildung 2 festigen die Schüler den erlernten
Fachwortschatz und greifen wirtschaftliche Sachverhalte zur Vertiefung grammatischer Phänomene und
zur Entwicklung von Strategien der Textrezeption auf. Anhand von Fach- und Sachtexten erschließen
sich die Schüler Merkmale verschiedener Textsorten und lernen, kontextabhängige und nichtsprachliche
Bedeutungen bei der Verwendung von sprachlichen Ausdrücken zu beschreiben. Sie vertiefen ihre
Kenntnisse der fach- und bildungssprachlichen Morphosyntax und erhalten einen Einblick in die Verwen-
dung von Passiv- und Passiversatzformen, von Verben mit passivischer Bedeutung, von Funktions-
verbgefügen, von Partizipialkonstruktionen, von Nominalisierungen, von Genitivattributen, von Präpositio-
nalattributen, von Bedingungssätzen und von Proformen.

Deutsch als Zweitsprache mit Grundlagen der Ausbildungsreife und Berufsorientierung
Zweite Etappe
DaZ
2017
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Wahlpflichtbereich 4:
Umgang mit Medien
Die Schüler kennen verschiedene Medien und können diese klassifizieren. Sie können Medien situations-
gerecht auswählen und zur Informationsbeschaffung nutzen. Sie können Informationstechnologien zur
Verarbeitung von Informationen anwenden. Unter Beachtung der Informationssicherheit bewerten die
Schüler Medien und gewonnene Informationen kritisch.
Überblick über die Vielfalt von Medien
Mehrperspektivität
-
Medien als gegenständliche oder technolo-
gische Mittel der Kommunikation
-
Klassifizierung von Medien
Printmedien und digitale Medien
Informationsbeschaffung
Lernen lernen
-
situationsgerechte Auswahl von Medien
Unterscheidung zwischen medialer Darstellung
und Realität
-
kritische Bewertung von Informationen
Werteorientierung: Handlungs- und Urteilsfä-
higkeit
Informationsverarbeitung
Einsatz von Lernprogrammen und Apps
-
Anwenden von Programmen zur Erstellung
von Texten, Tabellen und Diagrammen so-
wie von Präsentationen
Geschäftsbriefe, Berichte
Plakate, Flyer
Collagen
Vortragsfolien
-
Präsentieren von Informationen
Vortrag, Referat
Kommunikationsfähigkeit
Informationssicherheit
Vertraulichkeit, Integrität, Authentizität, Verbind-
lichkeit
-
informelles Selbstbestimmungsrecht
„gläserner Bürger“
WPB 2
-
Urheberrechte
-
Datenschutz und Datensicherheit
Möglichkeiten der Datensicherung, Bundesdaten-
schutzgesetz, Sächsisches Datenschutzgesetz
Methodische Erläuterungen
Der Unterricht in diesem Wahlpflichtbereich bietet vielfältige Möglichkeiten, in den Regelklassen kennen-
gelernte Fachinhalte im Rahmen der Vorbereitungsklasse zu thematisieren, zu reflektieren und zu vertie-
fen. Darüber hinaus kann der Lehrer an das Medienverhalten der Schüler anknüpfen und auf der Grund-
lage einer Analyse der Nutzung von Medien, wie Fernsehen, Rundfunk, Printmedien und Internet, ver-
schiedene Medien hinsichtlich der Möglichkeit zur Informationsbeschaffung unter Berücksichtigung der
Gefahren und Chancen neuer Medien vergleichen.
Einen wichtigen Anknüpfungspunkt für die Informationsverarbeitung stellt die Möglichkeit der Nutzung
elektronischer Medien als Arbeitsmittel dar. In diesem Wahlpflichtbereich können die grundlegenden
Kompetenzen für einen sicheren und aufgabenadäquaten Einsatz von Software vermittelt werden. Dabei
empfiehlt sich eine projektorientierte Vorgehensweise zu ausgewählten Themen auch in Verknüpfung mit
anderen Wahlpflichtbereichen und Modulen. Beispielsweise ist neben der Nutzung von Sprachlern-Apps
die Bearbeitung von folgenden Aufgaben in Einzel-, Partner- oder Gruppenarbeit denkbar:
-
Erstellung eines schriftlichen Sachtextes
-
Erarbeitung eines Zeitungsartikels
-
Anfertigen eines Lernplakates
-
Erarbeiten und Halten eines Schülervortrags mit einer Präsentation

Vorbereitungsgruppen/Vorbereitungsklassen an berufsbildenden Schulen
34
2017
DaZ
Für den Aufbau und die sukzessive Erweiterung des Bildungs- und Fachwortschatzes wird das Anlegen
eines Glossars oder einer fortlaufenden Wortschatz- und Phrasenliste zur Erfassung fach- und bildungs-
sprachlicher Kollokationen beispielsweise mit einem Textverarbeitungsprogramm empfohlen. In enger
Abstimmung mit dem Unterricht im Modul Sprachliche Bildung 2 festigen die Schüler den erlernten
Fachwortschatz und greifen informatische Sachverhalte zur Vertiefung grammatischer Phänomene und
Entwicklung von Strategien der Textrezeption auf. Anhand von Fach- und Sachtexten erschließen sich
die Schüler Merkmale verschiedener Textsorten und lernen, kontextabhängige und nichtsprachliche Be-
deutungen zu beschreiben. Sie vertiefen ihre Kenntnisse der fach- und bildungssprachlichen Morphosyn-
tax und erhalten einen Einblick in die Verwendung von Passiv- und Passiversatzformen, von Verben mit
passivischer Bedeutung, von Funktionsverbgefügen, von Partizipialkonstruktionen, von Nomina-
lisierungen, von Genitivattributen, von Präpositionalattributen, von Bedingungssätzen und von Proformen.
Wahlpflichtbereich 5:
Gesund leben
Die Schüler gehen im Rahmen ihrer Möglichkeiten verantwortungsvoll mit ihrer Gesundheit um und ver-
meiden Gefährdungen der eigenen Person. Die Schüler kennen die Bedeutung von regelmäßiger körper-
licher Aktivität für ihren Alltag und ihre Gesundheit.
Grundlagen der Ernährung
-
Lebensmittel als Nährstoffträger
Lebensmittelpyramide, Klassifizierung der Le-
bensmittel
-
Lebensmittelauswahl und Lebensmittelein-
kauf
gesundheits- und verbraucherbewusste Saisonan-
gebote, vorgefertigte Lebensmittel, Preisvergleich,
Lebensmittelkennzeichnung
Rechte und Pflichten von Käufer und Verkäufer
-
Ernährungsmöglichkeiten
Ernährungstrends, Hunger-Sättigungskreislauf,
Nährstoff- und Energiebedarf, Aufstellen von
Tagesspeiseplänen
Übersicht zum Gesundheitswesen in der Bundes-
republik Deutschland
Angebote, Impfung, Vorsorge
Inanspruchnahme medizinischer Betreuung
Maßnahmen zum Schutz der Gesundheit
-
gesetzliche Grundlagen
Jugendarbeitsschutzgesetz, Infektionsschutz-
gesetz, Betäubungsmittelgesetz, Jugendschutzge-
setz
-
Jugendschutz im Bereich Medien
Altersbeschränkungen, Spielsucht
WPB 4
Körperliche Betätigung zum Erhalt der Gesund-
heit
Sportunterricht
Methodenkompetenz
-
elementare motorische Fähigkeiten
Wahrnehmung des eigenen Körpers
-
Kooperation und Wettbewerb
Wettkampfsituationen, konstruktives Umgehen mit
Konflikten und Regelverstößen
selbstbestimmte Regeln gemeinsamen Sporttrei-
bens
Sozialkompetenz: Fairness
Methodische Erläuterungen
Der Unterricht in diesem Wahlpflichtbereich bietet vielfältige Möglichkeiten, in den Regelklassen kennen-
gelernte Fachinhalte im Rahmen der Vorbereitungsklasse zu thematisieren, zu reflektieren und zu vertie-
fen. Darüber hinaus erfolgt der Zugang zu den Themen über das Lebensumfeld der Schüler, z. B. in der
Familie, in der Wohngruppe oder in der Schule. Der Lehrer nutzt die Thematisierung der Grundlagen der
Ernährung, um mit den Schülern deren Ernährungsgewohnheiten auch unter Bezugnahme auf ihre Her-
kunftsländer und auf soziokulturelle Einflüsse zu reflektieren. Darauf aufbauend können die Schüler ihren
Lebensmittelkonsum über einen festgelegten Zeitraum dokumentieren und in Einzel- oder Gruppenarbeit
analysieren und auswerten, auch in Abstimmung mit den Wahlpflichtbereichen Mathematische Grund-

Deutsch als Zweitsprache mit Grundlagen der Ausbildungsreife und Berufsorientierung
Zweite Etappe
DaZ
2017
35
kenntnisse, Wirtschaftliches Grundwissen und Umgang mit Medien.
Ausgehend von der Erörterung ernährungsphysiologischer Themen wird empfohlen, im Unterricht den
Zusammenhang zwischen Ernährung, körperlicher Betätigung und Gesundheit eines Menschen herzu-
stellen. Der Wahlpflichtbereich bietet die Möglichkeit, sich ergänzend zur Teilintegration im Fach Sport
auch in der Vorbereitungsklasse sportlich zu betätigen.
In der Umsetzung des Wahlpflichtbereiches erarbeiten sich die Schüler die Grundlagen für ihre individuel-
le Gesundheitsförderung, wobei die Schüler schwerpunktmäßig mit Grundzügen der Gesundheitspolitik
der Bundesrepublik Deutschland, der Bedeutung der Suchtprävention sowie wichtigen Institutionen und
Adressaten bekannt gemacht werden. Auch hier bieten sich inhaltliche Verknüpfungen mit anderen
Wahlpflichtbereichen des Moduls an. Darüber hinaus bieten sich im Modul Berufsorientierung vielfältige
Möglichkeiten der Vertiefung der Grundlagen der Ernährung beim Kennenlernen grundlegender Tätigkei-
ten im Berufsbereich Ernährung, Gästebetreuung und hauswirtschaftliche Dienstleistung an.
Für den Aufbau und die sukzessive Erweiterung des Bildungs- und Fachwortschatzes wird das Anlegen
eines Glossars oder einer fortlaufenden Wortschatz- und Phrasenliste zur Erfassung fach- und bildungs-
sprachlicher Kollokationen beispielsweise mit einem Textverarbeitungsprogramm empfohlen. In enger
Abstimmung mit dem Unterricht im Modul Sprachliche Bildung 2 festigen die Schüler den erlernten
Fachwortschatz und greifen informatische Sachverhalte zur Vertiefung grammatischer Phänomene und
der Entwicklung von Strategien der Textrezeption auf. Anhand von Fach- und Sachtexten erschließen
sich die Schüler Merkmale verschiedener Textsorten und lernen, kontextabhängige und nichtsprachliche
Bedeutungen bei der Verwendung von sprachlichen Ausdrücken zu beschreiben. Sie vertiefen ihre
Kenntnisse der fach- und bildungssprachlichen Morphosyntax und erhalten einen Einblick in die Verwen-
dung von Passiv- und Passiversatzformen, von Verben mit passivischer Bedeutung, von Funktions-
verbgefügen, von Partizipialkonstruktionen, von Nominalisierungen, von Genitivattributen, von Präpositio-
nalattributen, von Bedingungssätzen und von Proformen.
Wahlpflichtbereich 6:
Berufsbezogenes Projekt
Die Schüler kennen den Projektbegriff und können sich projekt- bzw. aufgabenbezogene Anforderungen
erschließen. Sie bestimmen ausgehend vom Arbeitsauftrag Projektziele, prüfen die Machbarkeit des Pro-
jektes und planen die Durchführung des Projektes. Die Ergebnisse des Projektes bewerten sie kritisch
und sie reflektieren den Arbeitsprozess.
Planen
Methodenkompetenz: Planungsschritte
Lernen lernen: Techniken des Arbeits- und
Zeitmanagements
-
Analyse des Arbeitsauftrages
Arbeitsplanung
-
Informationsrecherche
WPB4
-
Festlegung von Zielen
Durchführen
Kommunikationsfähigkeit
Lernen lernen: Kooperationstechniken
-
Arbeitssicherheit und Arbeitsschutz
-
Arbeitsorganisation
-
Kriterien der Bewertung der Durchführung
Auswerten
Präsentation mit Fremd- und Selbstbewertung ein-
zeln oder in Gruppen
Lernen lernen: Kommunikationstechniken
-
Prüfung der Zielerreichung
-
kritische Reflexion der Durchführung

Vorbereitungsgruppen/Vorbereitungsklassen an berufsbildenden Schulen
36
2017
DaZ
Methodische Erläuterungen
Dieser Wahlpflichtbereich dient der Vorbereitung der Schüler auf die Bewältigung handlungsorientierten
Unterrichts, z. B. in der dualen Ausbildung bei der Umsetzung der Lernfelder in den Berufsbereichen,
aber auch bei der Bearbeitung von Projekten. Der Lehrer wählt für die Umsetzung praxisrelevante Prob-
lemstellungen aus anderen Wahlpflichtbereichen des Moduls Grundlagen der Ausbildungsreife oder des
Moduls Berufsorientierung. Der Schwerpunkt des Unterrichts liegt dabei auf dem gedanklichen und mo-
dellhaften Vollzug berufstypischer oder alltagsbezogener Handlungsabläufe zum Erwerb anwendungsbe-
reiten Wissens. Der Lehrer achtet darauf, dass die Schüler in den Phasen der vollständigen Handlung –
des Planens, Durchführens und Auswertens einer Handlung bzw. eines Projektes – lernen, ihren Lern-
prozess selbst zu steuern.

Deutsch als Zweitsprache mit Grundlagen der Ausbildungsreife und Berufsorientierung
Zweite Etappe
DaZ
2017
37
Modul Berufsorientierung
Im Rahmen dieses Moduls werden die Schüler bei der Entscheidungsfindung über die Gestaltung ihrer
Arbeits- und Berufsbiografie unterstützt. Abhängig von den Lernvoraussetzungen der Schüler werden
Inhalte der vier Wahlpflichtbereiche mit entsprechenden Aktivitäten, Maßnahmen und Angeboten zur
Förderung der Berufswahlkompetenz ausgewählt.
Die Schüler kennen eigene Fähigkeiten, Stärken und Interessen, beurteilen diese realistisch und setzen
sie in Beziehung zu beruflichen Anforderungen. Dabei überprüfen sie ihre Vorstellungen an der berufli-
chen Realität. Sie sind in der Lage, den Berufswahlprozess zu reflektieren. Die Schüler kennen das Bera-
tungsangebot der Bundesagentur für Arbeit und ihre zuständige Beratungsfachkraft. In Auseinanderset-
zung mit der Arbeitswelt lernen sie verschiedene Berufsbereiche, ausgewählte Berufsbilder und deren
Anforderungen sowie die wesentlichen gesetzlichen Grundlagen der Berufsausbildung kennen. Auf der
Grundlage ihres Wissens über Zugänge zu Ausbildung, Studium und Beruf sowie über berufliche Alterna-
tiven sind sie in der Lage, die eigene berufliche Zukunft schrittweise zu planen und zu organisieren.
Wahlpflichtbereich 1:
Arbeit mit einem Portfolio
Die Schüler kennen und nutzen ein Portfolio als Instrument zur Strukturierung des Berufsorientierungs-
prozesses und zur Dokumentation ihrer Lernprozesse. Sie schaffen sich einen Überblick über alle be-
rufsorientierenden Angebote von Schule und externen Partnern. Sie können die Ergebnisse des Prozes-
ses der Auseinandersetzung mit ihren Stärken und Interessen bis hin zur Berufswahlentscheidung struk-
turieren und dokumentieren. Darüber hinaus reflektieren die Schüler ihren Berufsorientierungsprozess
auf der Grundlage von Praktikumseinschätzungen, Zertifikaten und Bewerbungen.
Struktur eines Portfolios
Berufswahlpass
-
persönliche Daten
-
Überblick zu berufsorientierenden Angebo-
ten
-
Stärken/Schwächen-Profil
-
Referenzen
Fremdeinschätzung, Praktikumseinschätzung
Bewertungsbogen
Interessen, Stärken und Schwächen
Kennenlerrnen von Berufen
Selbstkompetenz: Bewusstsein für indivi-
duelle Stärken und Schwächen
Fachkompetenz
-
Selbsteinschätzung
Voraussetzungen und Anforderungen für aus-
gewählte Berufe
Online-Portale
Besuch von Ausbildungsmessen und eines
Berufsinformationszentrums, Besichtigung von
Unternehmen
-
Abgleich Selbsteinschätzung mit Fremd-
einschätzung
WPB 2
Praktikumseinschätzung
Übergänge in die Arbeitswelt
Planen, Umsetzen und Auswerten von Über-
gangsschritten unter Nutzung des Berufswahl-
passes oder eines anderen Portfolios
WPB 2
WPB 3
Entwicklung von individuellen realistischen Zu-
kunftsvorstellungen
Portfolio als Bestandteil der Bewerbung
Fortschreibung des Portfolios zur Dokumenta-
tion der Bildungsbiografie
Selbstständige Lebensgestaltung
Umgang mit persönlichen Unterlagen
Übersichten zu Ansprechpartnern, Adressen
von Ämtern, Beratungsstellen
Musterschreiben

Vorbereitungsgruppen/Vorbereitungsklassen an berufsbildenden Schulen
38
2017
DaZ
Methodische Erläuterungen
Die Entwicklung von Zukunftsvorstellungen mit möglichen Übergängen in eine Berufsausbildung, in einen
weiteren vollzeitschulischen berufs- oder studienqualifizierenden Bildungsgang oder direkt in Arbeit erfor-
dert von den Lehrern bei der Arbeit mit einem Portfolio eine hohe Sensibilität auf Grund der großen Hete-
rogenität der Schüler. Ausgangspunkt für die Entwicklung realistischer Zukunftsvorstellungen für ihren
weiteren Bildungs- und Lebensweg stellt die Selbstreflexion der Stärken und Schwächen der Schüler dar,
welche sie in Beziehung zu ihren Wunschvorstellungen und ihren Erfahrungen in der beruflichen Praxis
setzen. Neben der Selbsteinschätzung sind in den Unterricht auch vielfältige Fremdeinschätzungen ein-
zubeziehen, wie Praktikumseinschätzungen und Bewertungsbögen von Mitschülern, Lehrern aber auch
außerschulischen Bezugspersonen.
Der Unterricht in diesem Lernbereich steht im engen Zusammenhang mit den Wahlpflichtbereichen 2 und
3 des Moduls Berufsorientierung, damit die Schüler auf der Basis ihrer Kenntnisse Schlussfolgerungen
für ihren weiteren Lebensweg ziehen können. Neben dem im Wahlpflichtbereich 2 ausgewiesenen prakti-
schen Kennenlernen verschiedenster Berufsbereiche in schulischen Werkstätten und Betrieben nutzen
die Schüler im Rahmen der Portfolioarbeit weitere Möglichkeiten, sich über Berufsbilder und die Arbeits-
welt zu informieren. Vielfältige Zugangswege, wie Online-Portale, Ausbildungsmessen, Tag der offenen
Hochschule oder der gemeinsame Besuch des Berufsinformationszentrums mit der Beratungsfachkraft
der Bundesagentur für Arbeit etc. unterstützen die Authentizität des Unterrichts und leisten einen Beitrag
zur Entwicklung der Lern- und Methodenkompetenz der Schüler. Damit ergeben sich vielfältige Ansatz-
punkte zur Vermittlung verschiedener Lernstrategien.
Wahlpflichtbereich 2:
Einstieg in die Berufsausbildung
Die Schüler kennen die prinzipielle Bedeutung von formalen Bildungsabschlüssen für die Fortsetzung
ihrer Bildungslaufbahn und haben einen Überblick über das sächsische Schul- und Ausbildungssystem
zu den verschiedenen Ausbildungs- und weiterführenden Bildungsmöglichkeiten mit den entsprechenden
Zugangsvoraussetzungen. Sie setzen sich praxisorientiert im Rahmen des Werkstattunterrichts, von Pro-
jekten und in Betriebspraktika mit der Arbeitswelt auseinander und lernen dabei verschiedene Berufsbe-
reiche sowie die Anforderungen der Arbeitswelt kennen. Damit können sie eigene Vorstellungen von
einer beruflichen Tätigkeit entwickeln und konkretisieren. Sie überprüfen ihre berufsbezogenen Interes-
sen und Neigungen und entwickeln im betrieblichen Umfeld ihre Selbst- und Sozialkompetenz.
Bedeutung von formalen Bildungsabschlüssen als
ein Beitrag für individuelle Perspektiven im In- und
Ausland
Unterschiede bei der Anerkennung von Ab-
schlüssen/Qualifikationen für die Fortsetzung
der Bildungslaufbahn in anderen Bundesländern
oder Ländern
Überblick zum sächsischen Schul- und Ausbil-
dungssystem
-
allgemeinbildende und berufsbildende
Schulen
Schulpflicht und Berufsschulpflicht
-
Berufsausbildung im dualen System
-
vollzeitschulische berufsqualifizierende
Bildungsgänge
-
studienqualifizierende Bildungsgänge
-
zweiter Bildungsweg
Vorbereitung auf eine Berufsausbildung
-
Anforderungen an Auszubildende und for-
male Ausbildungsvoraussetzungen
Kriterienkatalog zur Ausbildungsreife
berufsbezogene Kompetenzen
-
Kennenlernen von Berufsbildern
WPB 1
Praxiserfahrungen in verschiedenen Berufs-
bereichen
berufspraktische Tage, Werkstattunterricht und
berufspraktische Projekte
-
Vielfalt der Berufsbereiche

Deutsch als Zweitsprache mit Grundlagen der Ausbildungsreife und Berufsorientierung
Zweite Etappe
DaZ
2017
39
-
berufstypische Tätigkeiten und Aufgaben-
bereiche
Kooperation mit anderen berufsbildenden Schu-
len
Nutzung von Alternativen wie „Schau rein! –
Woche der offenen Unternehmen Sachsen“,
Tag der offenen Hochschule
-
Reflexion der beruflichen Anforderungen in
Bezug zu eigenen Fähigkeiten und Stärken
Bewusstsein für individuelle Stärken und
Schwächen
Anforderungen der Arbeitswelt und Arbeits-
belastungen in einem Unternehmen im Rahmen
eines Betriebspraktikums
Praktikumsbörse der Bundesagentur für Arbeit
-
Kennenlernen der Berufe, Vorschriften und
Betriebsabläufe des Unternehmens
-
Beobachtung und Beschreibung beruflicher
Tätigkeiten
Vorgangsbeschreibung
Modul SB 2
Modul GA, WPB 6
-
Durchführung und Reflexion einzelner ein-
facher berufsbezogener Tätigkeiten
Methodenkompetenz
Tätigkeitsbericht
Modul SB 2
Modul GA, WPB 2
-
Nachweis und Reflexion des Betriebsprakti-
kums
Kommunikationskompetenz
WPB 1
Informations- und Beratungsmöglichkeiten zu
beruflichen Perspektiven
Zusammenarbeit mit der Bundesagentur für Ar-
beit, Vereinen, Kammern, Betrieben
Ausbildungsmessen, Tage der offenen Tür an
Beruflichen Schulzentren, Sächsischer Hoch-
schultag, Betriebsbesichtigungen
Studienratgeber, Broschüren
WPB 1
Methodische Erläuterungen
Bei der Umsetzung des Wahlpflichtbereiches sind aufgrund der Heterogenität der Schüler bezüglich ihrer
Herkunft transmigrationsspezifische Aspekte zu beachten. Neben Jugendlichen mit der rechtlichen Mög-
lichkeit und der Absicht sowie Motivation zur Fortsetzung der Bildungslaufbahn auf dem ersten Bildungs-
weg im Freistaat Sachsen sind auch die Belange von Schülern im Unterricht zu berücksichtigen, welche
bereits über – u. U. nicht anerkannte – Bildungsabschlüsse aus dem Herkunftsland verfügen oder nach
Absolvierung der Vorbereitungsklasse im Rahmen der Erfüllung ihrer Berufsschulpflicht in andere Bun-
desländer oder in andere Länder wechseln. Ausgehend von der Bedeutung formaler Bildungsabschlüsse
werden den Schülern vielfältige individuelle Perspektiven aufgezeigt, um dann die Möglichkeiten einer
beruflichen Perspektive im Freistaat Sachsen zu vertiefen. Für ein grundlegendes Verständnis des kom-
plexen sächsischen Schul- und Ausbildungssystems ist es wichtig, dieses überblicksmäßig und möglichst
anschaulich, ggf. auch die im Rahmen der Teilintegration erlebten Bildungsgänge an den berufsbilden-
den Schulen reflektierend, zu vermitteln. Darüber kann mit vergleichenden Betrachtungen zu Bildungs-
systemen der Herkunftsländer an Vorwissen der Schüler angeknüpft werden.
Auf der Grundlage vielfältiger praktischer Erfahrungen in verschiedenen Berufsbereichen entwickeln die
Schüler erste Vorstellungen zu weiteren beruflichen Perspektiven. Für die Umsetzung des Wahlpflichtbe-
reiches ist in Abhängigkeit von den persönlichen Vorstellungen der Schüler, aber auch ihren bisherigen
Bildungserfahrungen und dem jeweiligen Leistungsvermögen zu entscheiden, in welcher Form Praxiser-
fahrungen gesammelt werden können. Parallel zur individuellen schrittweisen Teilintegration in Regel-
klassen an den berufsbildenden Schulen kann für die Schüler Werkstattunterricht in der Vorbereitungs-
klasse angeboten oder auch eine individuelle Entscheidung zur Durchführung eines Betriebspraktikums
getroffen werden. Dabei besteht die Möglichkeit, dass Schüler ein oder mehrere Betriebspraktika mit
unterschiedlicher Dauer besuchen. Die Betriebspraktika sind im Unterricht in der Vorbereitungsklasse mit
konkreten Arbeitsaufträgen sprachlich und fachlich vorzubereiten. Nach Absolvierung des Praktikums
reflektieren sie im Unterricht den gewonnenen Einblick in die Arbeitswelt. So können auch Schüler ohne

Vorbereitungsgruppen/Vorbereitungsklassen an berufsbildenden Schulen
40
2017
DaZ
Betriebspraktikum an den Erfahrungen ihrer Mitschüler partizipieren.
Neben einer anzustrebenden Berufsausbildung als weitere Perspektive ist auch die eventuelle Aufnahme
eines Studiums zu thematisieren. Die angegebenen vielfältigen Möglichkeiten der Informationsbeschaf-
fung und Beratung sollen Anregungen für eine individuelle Auswahl, auch unter Beachtung der im Wahl-
pflichtbereich 1 erlebten Portfolioarbeit, geben.
Wahlpflichtbereich 3:
Erfolgreiche Bewerbung
Die Schüler wissen, wie sich ein Bewerbungsverfahren grundsätzlich gestaltet. Sie können Stellenanzei-
gen hinsichtlich ihrer Relevanz für persönliche berufliche Ziele analysieren und ihnen wichtige Informatio-
nen entnehmen. Bezugnehmend auf konkrete Stellenangebote erstellen sie Bewerbungsunterlagen und
entwickeln dabei ihre Medienkompetenz weiter. Sie können ihre Fähigkeiten und Stärken angemessen
präsentieren und in Bewerbungsgesprächen situationsgerecht reagieren. Sie erkennen die Bedeutung
eines Bewerbungsverfahrens für die Gestaltung ihrer beruflichen Zukunft.
Grundsätze eines Bewerbungsverfahrens
Stellenanzeigen im Internet, Fachzeitschriften,
Tageszeitung, Initiativbewerbungen
Bewerbungsunterlagen
Kontaktaufnahme mit potenziellem Arbeitgeber
Testverfahren, Assessments
Vorstellungsgespräch
Bedeutung von Zu- oder Absagen
Bewerbungsmappe
Medienkompetenz
WPB 1
-
Aufbau, Inhalt und Layout eines Bewer-
bungsschreibens
Modul GA
Informationsverarbeitung
Bearbeitung von Mustern
Ausfüllen von Bewerbungsbögen
Verfassen einer individuellen Bewerbung
-
tabellarischer Lebenslauf
-
Zeugnisse, Praktikumseinschätzungen,
Zertifikate
Gespräche in Bewerbungssituationen
Kommunikationskompetenz
Selbstporträt
-
Ablauf eines Vorstellungsgespräches
Rollenspiel
-
Strategien der Gesprächsführung
-
Begründung der Bewerbung
-
Darstellung eigener Fähigkeiten, Stärken
und Schwächen
berufspraktische Erfahrungen
WPB 1 und 2
Methodische Erläuterungen
Unabhängig vom weiteren Bildungsweg sollen alle Schüler die Grundsätze eines Bewerbungsverfahrens
ausgehend von einer Stellenanzeige oder dem persönlichen Interesse über die Erstellung einer Bewer-
bungsmappe unter Bezugnahme bzw. Nutzung des im Wahlpflichtbereich 1 erstellten Portfolios bis hin zu
einem Vorstellungsgespräch kennenlernen. Dabei ist es unerheblich, ob sich der Unterricht an konkreten
Stellenanzeigen für die Aufnahme einer Tätigkeit im Arbeitsleben, an einer Bewerbung für ein Praktikum
oder für eine studien- bzw. berufsqualifizierende Ausbildung orientiert.
Dieser Wahlpflichtbereich bietet vielfältige Möglichkeiten für die mündliche und schriftliche Sprachproduk-
tion. Die Erstellung von Bewerbungsschreiben einschließlich Lebenslauf erfolgt von der Rezeption zur
Produktion. Dem Lehrer steht ein vielfältiges Repertoire von Methoden zur Verfügung. Man kann mit
Mustertexten arbeiten, Formulierungen mittels Versatzstücken zusammensetzen und mit Schreibhilfen,
wie Wortlisten, Satzbausteinen und Mindmap, arbeiten. Gemeinsam mit den Schülern kann eine Check-

Deutsch als Zweitsprache mit Grundlagen der Ausbildungsreife und Berufsorientierung
Zweite Etappe
DaZ
2017
41
liste als Unterstützung für die selbstständige Erstellung von Bewerbungsmappen erarbeitet werden.
Bewerbungsgespräche als Unterrichtsgegenstand können durch Rollenspiele, auch unter Einbeziehung
externer Partner, intensiv geübt werden.
Wahlpflichtbereich 4:
Arbeitsweltbezogenes Orientierungswissen
Die Schüler gewinnen einen Einblick in wesentliche Gesetze und Grundlagen einer Ausbildung bzw. ei-
nes Studiums, in wichtige Rechte und Pflichten eines Auszubildenden bzw. Studierenden sowie in das
soziale Versicherungssystem der Bundesrepublik Deutschland. Sie verstehen, dass die Ausbildung in
Deutschland auf einer einheitlichen gesetzlichen Grundlage basiert und können sich zu den daraus resul-
tierenden Rechten und Pflichten positionieren.
Gesetzliche Grundlagen der Berufsausbildung
Rechte und Pflichten der Auszubildenden und
Ausbilder
-
Berufsbildungsgesetz (BBiG)
-
Jugendarbeitsschutzgesetz
-
Arbeitszeitgesetz
Organisatorische Aspekte einer dualen Berufs-
ausbildung
Abgrenzung zur vollzeitschulischen Ausbildung
Partner der dualen Ausbildung
Ausbildungsrahmenplan und Ausbildungsver-
trag
Ausbildungsvergütung
Unterstützungssysteme, u. a. ausbildungsbe-
gleitende Hilfen, BAföG und Berufsbeihilfe
Organisatorische Aspekte eines Studiums
Zulassungsvoraussetzungen
Stipendien, BAföG
Internationale Programme in Deutschland
Erasmus
Überblick zum Sozialversicherungssystem der
Bundesrepublik Deutschland
Kranken-, Unfall-, Arbeitslosen- und Rentenver-
sicherung
Methodische Erläuterungen
In enger Verknüpfung mit dem Modul Sprachliche Bildung 2 festigen die Schüler den erlernten Fachwort-
schatz und vertiefen grammatische Phänomene und Strategien der Textrezeption in der Arbeit mit
sprachlich entlasteten Gesetzestexten. Sie erschließen sich Merkmale verschiedener Textsorten und
lernen, kontextabhängige und nichtsprachliche Bedeutungen zu beschreiben. Im Bereich der fach- und
bildungssprachlichen Morphosyntax können Passiv, Passiversatzformen und Funktionsverbgefüge, ggf.
auch Nominalisierungen und Genitivattribute besonders in den Blick genommen werden. Die Schüler
trainieren ihr Leseverstehen, wobei der Lehrer eine Vielfalt von Methoden einsetzen kann, z. B. 5-Schritt-
Lesemethode, punktuelles, selektives, diagonales Lesen.

Vorbereitungsgruppen/Vorbereitungsklassen an berufsbildenden Schulen
42
2017
DaZ
Dritte Etappe: Entwicklung bildungssprachlicher Kompetenzen
Die dritte Etappe dient der Gewinnung von Sicherheit in der deutschen Alltags- und Bildungssprache. Die
Schüler lernen, den Sprachanforderungen des Regelunterrichts und der Öffentlichkeit selbstständig zu
begegnen. Der Unterricht Deutsch als Zweitsprache hat jedoch nicht die Funktion, Fachwortschatz des
Regelunterrichts inhaltlich einzuführen bzw. Fachinhalte des Regelunterrichts zu vermitteln.
Modul Sprachliche Bildung 3
Die Schüler unterhalten sich über altersgemäße Themen. Sie sind in der Lage, Kurzvorträge für den
Regelunterricht zu konzipieren und zu halten. Sie verstehen Texte und wissen sich bei Verständnis-
und Ausdrucksschwierigkeiten zu helfen. Sie können Textrezeptionsstrategien routinemäßig
anwenden
und Stilebenen und Textsorten unterscheiden. Sie sind in der Lage, eigene Textentwürfe allein oder mit
Hilfe anderer zu verbessern.
Zu diesen Zwecken erweitern sie ihren Wortschatz sowie ihre grammatischen Möglichkeiten und bezie-
hen typische fachkommunikative Sprachhandlungen, -mittel und -strukturen ein. Sie erarbeiten sich
die Fähigkeit, die semantischen Eigenheiten von Fachbegriffen sowie die syntaktischen und grammati-
schen Besonderheiten von Fachtexten zu erschließen.
Lernbereich 1:
Mündliche und schriftliche Sprachhandlungen zur Bewältigung
komplexer kommunikativer Situationen
Die Schüler beherrschen zunehmend sicher sprachliche Mittel, die für eine erfolgreiche Kommunikation
im schulischen und außerschulischen Bereich erforderlich sind. Das betrifft vor allem unterrichtstypische
Sprachhandlungen (monologische Formen, Beschreiben, Berichten, Erklären, Diskutieren) sowie die
Aneignung fach- und schriftsprachlicher Handlungsmöglichkeiten durch zielgerichtete, sich an den An-
forderungen des Regelunterrichts orientierende Spracharbeit.
Sie lernen, zwischen den verschiedenen Ebenen und Formen sprachlichen Handelns bewusst zu unter-
scheiden und eigene Textentwürfe
gezielt zu verbessern.
Kommunikation
Kommunikationsmodelle
Kommunikationsregeln
Sprachebenen
Ausdruck von Gefühlen und Irrationalem
Darlegen von Meinungen und Wertungen
Vorbereiten begründeter Stellungnahmen zu
Ereignissen, Persönlichkeiten, Zeiterscheinun-
gen, die Themen des Unterrichts in der Regel-
klasse sind
Vorbereiten und ggf. Nachbesprechen von Dis-
kussionsrunden in der Regelklasse und im au-
ßerschulischen Bereich zu aktuellen gesell-
schaftlichen Debatten
Einholen und Erteilen von Informationen
Themen des Regelunterrichts
Berufsorientierung im Berufsvorbereitungsjahr
ggf. auch sprachliche Unterstützung bei außer-
schulischen Sprachanlässen bei Behördengän-
gen, Anträgen, Reiseinformationen, Sozialbera-
tung
-
Protokollieren
sprachliche Unterstützung bei der Formulierung
von Beobachtungen, von Verlauf und Ergebnis-
sen von Experimenten im naturwissenschaftli-
chen Unterricht, von Befragungen und von
Gruppenarbeitsergebnissen
-
Präsentieren
sprachliche Unterstützung bei der Anfertigung
von Plakaten, Grafiken, Handouts, Bewerbun-
gen
Üben von Kurzvorträgen

Deutsch als Zweitsprache mit Grundlagen der Ausbildungsreife und Berufsorientierung
Dritte Etappe
DaZ
2017
43
Methodische Erläuterungen
In der dritten Etappe soll sich das Gelernte bewähren und zur Grundlage für die weitere eigenständige
Aneignung der Zweitsprache werden, indem es prinzipiell möglich wird, mit den vorhandenen Sprach-
kenntnissen unter Verwendung üblicher Hilfsmittel selbstständig neue Kenntnisse zu erwerben oder
sprachpraktisch auftretende Probleme zu klären.
Der Unterricht soll vornehmlich der Sprachberatung und Sprachreflexion dienen und hat eine vorberei-
tende Funktion auf Sprachhandlungen des Unterrichts und des außerschulischen Bereichs:
- Planung von Redebeiträgen: Stichwörter, mündliches Üben im Voraus
- Besprechung von Verbesserungsmöglichkeiten für schriftliche Texte
- schriftliche Kommentierung von Textentwürfen
- Aufmerksammachen auf Stellen, die formaler Korrektur bedürfen, u. a. für die Nutzung von Hilfsmitteln
- Sichtung von Materialien, die für die Lösung einer Sprachaufgabe gebraucht werden
Lernbereich 2:
Wortschatz, Wortformen, Satzbau
Die Schüler sichern und vertiefen die in der zweiten Etappe erworbenen Kompetenzen. Dabei liegt das
Hauptgewicht jetzt auf den Elementen, die zur Differenziertheit des Ausdrucks und zur Kohärenz von
Texten beitragen. Die Schüler erweitern in diesem Sinne rezeptiv und produktiv ihre grammatischen
Möglichkeiten und ihren Wortschatz. Auch hierbei lernen sie, Sprachebenen und Textsorten zu unter-
scheiden.
Erweiterungen einfacher Sätze
-
Attribute
Genitivattribute, auch produktiv
-
Satzgliedverbindungen mit sowohl –
als auch und weder – noch
-
Verben mit zu und Infinitiv
scheint zu schlafen, hat zu tun, ist zu erledigen,
fängt an/hört auf zu weinen
-
erweiterte Infinitive mit zu
um – zu, ohne – zu, statt – zu, anstatt – zu
Verbindung von Sätzen
-
komplexe Hypotaxe
Bandwurmsätze
Textaufbau durch Beziehungen zwischen Sätzen
Wiederaufgreifen von Wörtern und Bedeutun-
gen, Weiterführen durch Angaben und Konjunk-
tionen, Rückverweis durch bestimmte Artikel,
Pronomen und rückverweisende Adverbien –
beim Verfassen von Texten
Wortformen
-
Formen des Substantivs
. Genitiv
Genitivattribute
-
Formen des Verbs
. Passiv und Passiversatzformen
. Plusquamperfekt
in Verbindung mit nachdem-Sätzen
. Futur I
unter Berücksichtigung seiner modalen Kompo-
nente
. Konjunktiv
unregelmäßige Verben wie brächte, gäbe,
dächte, käme, wüsste
Konjunktiv I in indirekter Rede
-
Formen des Adjektivs
weitere Festigung im Gebrauch
SB 2
-
Partikel
Fachbegriff: Partikel
-
graduierende Adverbien
eigentlich, ziemlich, sehr

Vorbereitungsgruppen/Vorbereitungsklassen an berufsbildenden Schulen
44
2017
DaZ
Wortschatz
-
Erweiterung des Wortschatzes
Sachtexte und literarische Texte
ggf. Unterstützung beim Verstehen und Ver-
wenden von fach- und bildungssprachlichen
Registern
-
Wortbildung
. Ableitung durch Präfixe und Suffixe
Verben, Substantive und Adjektive
. Ableitung durch Negationsbildungen
un-, miss-, nicht-
. Nominalisierungen
Fachtexte
-
Aufbau und Bewusstmachen semantischer
Beziehungen
.
Bedeutungsvielfalt von Wörtern
exemplarisch anhand des Wörterbuchs
. Unterscheidung von Stilebenen
speisen, essen, futtern, fressen
-
feste Wendungen und Phraseologismen
Fachbegriffe: Alltagssprache, Bildungssprache
bei Vorkommen in Texten und Gesprächen,
auch Vergleich zu Herkunftssprachen
Verben mit passivischer Bedeutung, Funktions-
verbgefüge, Partizipialkonstruktionen, Nominali-
sierungen, Genitivattribute, Präpositionalattri-
bute, Bedingungssätze und Proformen
Lerntechniken
Aufgreifen von Hinweisen aus der zweiten
Etappe und routinemäßiger Gebrauch von Lern-
techniken
Methodische Erläuterungen
Grammatische Arbeit in der dritten Etappe ist vorwiegend praktische Arbeit an unterrichtlichen Texten.
Ausdrucks- und Verständnisschwierigkeiten sollten aufgegriffen, besprochen und gelöst werden. Bei
sprachformbezogenen Übungen kann ein grammatisches Nachschlagewerk herangezogen werden.
Die in der zweiten Etappe erworbene Fähigkeit, über Bedeutungen zu sprechen, sollte geübt werden,
ebenso die Fähigkeit, Bedeutungen aus dem Kontext zu erschließen. Durch Nutzung eines Wörter-
buchs wird die Bedeutung ermittelt und kontrolliert. In Fachtexten ist besonders auf die nicht
im enge-
ren Sinne fachlichen, aber zum Textverständnis beitragenden Wörter zu achten.
Lernbereich 3:
Aussprache und Orthografie
Die Schüler festigen ihre Kenntnise zum Laut- und Schriftsystem und können diese sicher anwenden. Sie
erweitern ihr Wissen zu orthografischen Regeln und zur Interpunktion.
Artikulation und Intonation
in Abhängigkeit vom erreichten Stand
im Kontext zusammenhängender Sprechleis-
tungen
Hörverstehen
ausgewählte sprachliche Varietäten des Deut-
schen anhand authentischen Materials
Orthografie
-
weiterer Ausbau des orthografisch gesicher-
ten Wortschatzes
-
Regularitäten bei unterschiedlicher Schrei-
bung gleicher Laute
-
Silbentrennung

Deutsch als Zweitsprache mit Grundlagen der Ausbildungsreife und Berufsorientierung
Dritte Etappe
DaZ
2017
45
Interpunktion
-
Regeln der Kommasetzung
zusammengesetzte Sätze
-
weitere Interpunktionszeichen
Semikolon, Gedankenstrich, wörtliche Rede
Lerntechniken
-
Nutzung von Regelwerken
zweisprachiges Wörterbuch, Synonym-
wörterbuch, Fachwörterbuch
Methodische Erläuterungen
Verfahren der Selbst- und Partnerkontrolle stehen im Vordergrund. Für die notwendige Arbeit an Artiku-
lation und Intonation kommt vor allem die Verwendung von Audio- und Videoaufzeichnungen in Betracht.
Bei der Orthografie geht es bevorzugt um das Überarbeiten von Texten. Ein Schwerpunkt liegt auf der
Regelanwendung und der Kontrolle von Schreibungen mit Hilfe von Wörterbüchern.
Die Fähigkeiten des Hörverstehens werden durch die Arbeit mit authentischen Materialien weiterentwi-
ckelt, möglichst in Verbindung mit der Arbeit an Medientexten (siehe Lernbereich 4).
Lernbereich 4:
Textrezeption
Die Schüler lernen in der dritten Etappe Textsorten und Sprachebenen deutlicher voneinander zu unter-
scheiden. Sie erlangen Sicherheit im sprachlichen Verständnis von Alltags-, Fach- und Lehrbuchtexten.
Sie lernen, Textrezeptionsstrategien selbstständig anzuwenden.
Verstehen von Texten
-
Texte des Regelunterrichts
Unterstützung des Verstehens von Fachtexten
und ergänzender Fachliteratur
Unterstützung des Verstehens von literarischen
Texten
Bewusstmachen und Üben charakteristischer
fachsprachlicher Erscheinungen
Anwenden von Textrezeptionsstrategien
-
Erkennen und Bestimmen des Rezeptions-
ziels
-
Wahl passender Strategien
Bearbeiten von Texten
-
Schreiben von Zusammenfassungen
Unterstützung beim zusammenhängenden
Wiedergeben von Sachtexten
-
Quellenangabe und Zitieren
Methodische Erläuterungen
Umgang mit Texten bedeutet in der dritten Etappe vor allem Arbeit an Texten des Regelunterrichts,
wobei das Verstehen von Fachtexten im Vordergrund steht. Die dafür einzusetzenden Methoden sind
die gleichen wie in der zweiten Etappe, werden aber gezielter nach dem jeweiligen individuellen Bedarf
der Schüler ausgewählt.