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LEADER trifft Kreativwirtschaft
am 26./27. April 2019 in Löbau
VORTRAG:
GRENZENLOS KREATIV – DIE EUREGIO MAAS-RHEIN
© copyright by Patricia Yasmine Graf, Designmetropole Aachen + CHE – Creative Hub Euregio
ZUR PERSON
Patricia Yasmine Graf arbeitet seit 2003 als freie Produktdesignerin in Aachen. Sie
graduierte 2001 an der Akademie der bildenden Künste in Maastricht / NL und gründete
2005 Ihr eigenes Designlabel PYG® Bags. Furniture. Accessories. Mittlerweile werden
Design-Produkte von PYG® weltweit vertrieben. Seit 2014 entwickelt sie gemeinsam mit
Ihrem Team innovative Projekte mit dem Schwerpunkt „Social Urban Design“ und wird
international als Impulssprecherin zu zukunftsweisenden Themen gebucht.
Patricia ist Co-Gründerin des seit 2006 bestehenden Kreativnetzwerkes
designmetropole
aachen.
Ziel der überregionalen Netzwerkarbeit ist es, die Sichtbarkeit des kreativen
Potenzials der Aachener Region zu stärken!
Seit 2011 unterrichtet Patricia Yasmine Graf an der Fachhochschule Aachen –
University of Applied Sciences im Fachbereich Design und im Fachbereich Maschinenbau.
Patricia Yasmine Graf ist eine der drei Gründerinnen und Visionärinnen des
Projektes
HOTEL
TOTAL
einem kreativen Vernetzungs- und Umnutzungsprojekt in
Aachen, welches im Jahr 2016 im Rahmen des Leitmarktwettbewerbes
CreateMedia.NRW
des
Landes Nordrhein-Westfalen als Best Practice gefördert wurde.
Seit 2015 ist Patricia in der Euregio Maas-Rhein (EMR) als CHE Agentin unterwegs. CHE
steht für
Creative
Hub
Euregio
-
ein überregionales, länderübergreifendes Netzwerk der
kreativen Netzwerke in der EMR.

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DAS NETZWERK
Designmetropole Aachen ist ein Netzwerk aus Designern und Künstlern, die aus der
Aachener Region und den euregionalen Grenzgebieten in den Niederlanden und Belgien
operieren. Die Designer kommen aus den verschiedensten Bereichen der Produktgestaltung:
Fotografie, Grafik-, Kommunikations-, Multimedia-, Web-, Schmuck-, Interieur- und
Industriedesign, wie auch aus der freien Kunst. Wir stehen außerdem in enger Verbindung
mit Marketingfachleuten, Eventmanagern, Programmierern und Ingenieuren.
Der provokante Name entstand 2006, als vier Aachener Designer am weltweit
ausgeschriebenen Design-Wettbewerb „talents“ der Messe Frankfurt um einen von 20
Messeständen teilnahmen. Um die geringe Gewinn-Chance gegen mehr als 200
internationale Bewerber zu erhöhen, machten die vier einen Deal:
Sollte einer der vier eine der begehrten „talents“-Präsentationsflächen auf der weltweit
größten Konsumgütermesse „Ambiente“ gewinnen, wird geteilt und dort eine
Gruppenpräsentation gezeigt. Die Jury entschied nur auf Basis der Qualität der Designs. Alle
vier gewannen einen Stand! Die erste Frage der Jury: „Ist Aachen die neue Designmetropole
oder was?“
Ziel der Netzwerkarbeit ist es, Aachen zu einem Magneten zu machen und das Bewusstsein
innerhalb der Bevölkerung, der Industrie und der Politik zu schärfen:
Designer und Kreative sind der Link zwischen Forschung und Wirtschaft. Designer
analysieren, experimentieren und denken in ungewöhnliche Richtungen.
Sie sind daher prädestiniert, neue Lösungen für die aktuellen Herausforderungen unserer
Zeit zu entwickeln.
Designmetropole Aachen schreit nach Aufmerksamkeit durch freche Guerilla-Taktiken und
Mundpropaganda.
© Designmetropole Aachen, Sichbarkeitskampagne in eigener Sache: Ortschilder-Beklebung (2009)
© Designmetropole Aachen, Performance: Tag der offenen Klotüre (2011)

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DAS EUREGIONALE NETZWERK
Aufbauend auf der gemeinsamen Bewerbung um die Kulturhauptstadt VIA 1018 entwickelte
sich auf Initiative der verschiedenen Regierungen der Euregio Maas-Rhein (EMR) im
Februar 2015 im Ministerium der Deutschsprachigen Gemeinschaft (heute Ostbelgien) in
Eupen eine neue, kreative Arbeitsgruppe. Ziel ist es, die wahren Bedürfnisse der Kultur-und
Kreativwirtschaft in der EMR zu ermitteln und die Bottom-up Entwicklung zu fördern.
Von Februar bis May 2015 organisierten die Initiatoren über 50 Interviews mit diversen
Kreativschaffenden in den verschiedenen Städte der EMR um herauszufinden, welche
gemeinsamen Bedürfnisse es gibt und wie die Kreativwirtschaft entsprechend unterstützt
werden kann. Die Interviews wie auch die Erfahrung der Interviewteilnehmer führten dazu,
die Herausforderungen der Branche klar zu erkennen.
Als wichtigste Erkenntnis aber galt, dass alle Teilnehmer großes Interesse an grenzüber-
schreitenden Kooperationen zeigten und darin ein riesiges Potenzial sowohl für die Region
als auch ihre eigene Arbeit erkannten. Effiziente und einfache Lösungen können schneller
gefunden werden, wenn die lokalen Netzwerkpartner der anderen EMR-Regionen in
regelmäßigem Austausch stehen und sich gegenseitig unterstützen.
Dies war die Geburtsstunde des Netzwerkes CHE – Creative Hub Euregio.
Ein Netzwerk der bereits bestehenden Bottom-Up Netzwerke, welches niederschwellig und
direkt funktioniert. Stellvertretende CHE Agents wurden ausgewählt: Optimalerweise die
Netzwerkköpfe der bereits vorhandenen Netzwerke innerhalb der einzelnen Regionen.
So entsteht euregional übergreifend eine professionelle Vernetzung zwischen den einzelnen
Kreativ-Unternehmern wie auch mit Wirtschaft, Politik und verschiedenen Institutionen.
Neue Optionen zur Zusammenarbeit entstehen, Informationen zu Jobangeboten,
Ausschreibungen, Wettbewerben etc. werden EMR-weit geteilt
Der Boden für Neugründungen wird bereitet, die Sichtbarkeit für bereits bestehende
Unternehmen der Kreativwirtschaft wird erhöht
Das Wissen über mögliche, passende Projektpartner fördert die
grenzüberschreitende Zusammenarbeit
Kultur- und Kreativschaffende erhalten professionelle Beratung über mögliche
Förderungen, besonders EU-Förderungen
Vermittlung von günstigen, kreativen, gemeinsamen Arbeitsräumen, Ateliers und "Co-
workingspaces" u.a. in ungenutzten Leerständen
Seit 2015 treffen sich die CHE Agents aka "Connectors" regelmässig jeden Monat
abwechselnd in den verschiedenen Städten der EMR.
CHE AGENTS
Ost Belgien: Benjamin Fleig
Genk & Hasselt: Lies Serdons
Aachen: Patricia Yasmine Graf und Fabian Seibert
Maastricht: Jessica Capra und Joep Vossebelt
Lüttich: Julie Hanique
Heerlen: Jean-Michel Capranzano
Koordinator: Martijn Smit, Maastricht

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© CHE Officers Meet (1 x jährlich), CHE Agents Meet (1 x monatlich)
CHE organisiert in Kooperation mit diversen Institutionen in der Euregio verschiedene
niederschwellige Formate zur Vernetzung der Kreativwirtschaft.
„HOW I MET MY IDEA“ ist ein regelmäßig stattfindendes Netzwerkevent, bei dem Kreative
eine Plattform bekommen, ihre Projekte zu pitchen. Im Anschluss gibt es Zeit zum kreativen
Vernetzen, mit Musik und Drinks an der Bar. Powered by Ostbelgien.
In Kooperation mit The Artist an the Others© Maastricht finden einmal im Quartal CREATIVE
SPEED DATES in der Euregio statt. Das Event tourt abwechselnd durch Maastricht, Aachen,
Lüttich, Hasselt, Heerlen, Genk und Eupen. Im Rahmen von 10-minütigen SPEED DATES
werden Kultur- und Kreativschaffende vernetzt, erhalten z.B. individuelle und professionelle
Beratung über mögliche Förderungen, besonders EU-Förderungen, Porfolioberatung,
Coaching zu Patentrecht etc...
In Kooperation mit dem Netzwerk FAB – Fashion Across Borders wurden in verschiedenen
Städten der EMR temporäre POP-UP Shops für Designer organisiert.
Künstler und Designer aus dem Netzwerk organisieren diverse Gruppenausstellungen an
spannenden Orten in der Region. Eine alte Kirche, eine leere Tankstelle oder ein ehemaliger
Supermarkt bieten außergewöhnliche Locations (z.B. die Designmetropole Aachen Show in
der Aula Carolina, einer umgenutzen Kirche mitten in der Aachener Innenstadt).
© HOW I MET MY IDEA, SPEED DATE LIEGE, Designmetropole Aachen Show in der Aula Carolina
Mehr Info unter:
http://www.designmetropole-aachen.de/che-creative-hub-euregio/
Facebook:
https://www.facebook.com/CreativeHubEuregio/

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BEST PRACTICE
WALKING WESTWALL
© Designmetropole Aachen, WALKING WESTWALL Performance (2011 + 2013)
Im Rahmen des Aachener Kulturfestivals „across the borders“ konzipiert das
Netzwerk Designmetropole Aachen die Performance „WALKING WESTWALL“.
24 Designer und Künstler aus Deutschland, Holland und Belgien ziehen mit
nachgebauten Westwall-Höckern in der Innenstadt mobile Grenzen und stellen sich
den Passanten in den Weg, schließen und öffnen diese Grenzen unter der
choreographischen Leitung der Ostbelgierin Chantal Heck. Parallel zur Performance
werden die Aachener zu Vorurteilen und inneren Grenzen befragt. Auf Flugblättern
wird die Geschichte des Westwalls erzählt.
Film:
https://www.youtube.com/watch?v=BsY-1CWZsZU
HOTEL TOTAL
© HOTEL TOTAL Kreativ- und Eventagentur UG, POP-UP HOTEL im Sommer 2016
Einen lebendigen Ort zu schaffen, der Platz bietet für Kunst, Kultur und Leben, der
offen ist für Anwohner, internationale Gäste und alle Menschen, die die Stadt nach
vorne bringen wollen – darum geht es beim Aachener Projekt HOTEL TOTAL. Hinter
dem Projekt steht ein junges, soziales Unternehmen mit drei Visionärinnen aus
Aachen: Julia Claire Graf, Anke Didier und Patricia Yasmine Graf, ausgebildete
Designer- und Eventmanagerinnen, die zu Recht als Lokalpatrioten bezeichnet
werden können. Um ihre Idee zu verwirklichen, haben sie das Pop-Up-Hotel ins
Leben gerufen, das im Sommer 2016 für drei Monate in die leerstehende Kirche St.
Elisabeth in Aachen gezogen ist...
Mehr Lesen:
https://www.efre.nrw.de/daten-fakten/gute-praxisbeispiele/hotel-total/
Film:
https://vimeo.com/217331107

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BLIND DATE
© Designmetropole Aachen, BLIND DATE Innere- und Äußere Vernetzung der KKW
Blind Date: ein innovatives und spannendes Vernetzungsprojekt der Designmetropole
Aachen im Auftrag des Gründerzentrums Kulturwirtschaft Aachen im Rahmen von ECCE
Innovation. „Blind Date“ bietet eine Plattform zum Kennenlernen zwischen Kreativen,
Unternehmern und Politikern. In 12 Minuten lernt man einen bis dahin Unbekannten im
Dunkeln kennen. Wenn das Licht angeht, ist das Eis gebrochen und das Netzwerken
beginnt. Bei der Abschlussveranstaltung zu ECCE Innovation im EU Parlament in Brüssel
wurde dieses Projekt als Best Practice Beispiel vorgestellt.
BASED IN DER STÄDTEREGION
© Designmetropole Aachen, SECURITY CONTROL + EINE HALTESTELLE FÜR DIE KUNST (2014)
In Kooperation mit der Städteregion Aachen konzipierte das Netzwerk im Rahmen des
Projektes „Based in der Städteregion“ Interventionen im öffentlichen Raum mit dem Ziel, den
Focus auf die interregionale Kulturszene zu lenken und die Vernetzung der Künstler
untereinander zu fördern. Aachen, Alsdorf, Stolberg und Monschau sind die vier Orte in der
Städteregion, an denen Performances stattfinden, die Gewohntes in ein neues Licht
rücken und Impulse für neue Ideen geben.
Mit dem Stilmittel der Irritation, mit Humor und immer mit einem Augenzwinkern verfolgt das
Netzwerk Designmetropole Aachen ungewöhnliche Ansätze, um die Menschen aus der
Reserve zu locken. So schafft man Aufmerksamkeit und begeistert die Menschen auch für
„schwierigere“ Sachverhalte.
Kreative zeigen neue Blickwinkel und Perspektiven auf. So entsteht eine neue Sogwirkung
und beeinflusst das allgemeine Lebensgefühl positiv. Das ist gut für das Image einer Region
– und Image ist heutzutage alles!
„DIE ZUKUNFT, DIE WIR WOLLEN, MUSS ERFUNDEN WERDEN, SONST
BEKOMMEN WIR EINE, DIE WIR NICHT WOLLEN!“
Joseph Beuys
© copyright by Patricia Yasmine Graf, Designmetropole Aachen + CHE – Creative Hub Euregio