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1
Masterplan für die Gesundheitswirtschaft Sachsen
April 2014
Projekt:
Koordinierungsstelle
Gesundheitswirtschaft
Auftraggeber:
Sächsisches Staatsministerium
für
Soziales
und Verbraucherschutz
Teilprojekt:
Erstellung
eines Strategie-
und
Masterplanes
für
die Gesundheitswirtschaft
Sachsen
Projektbearbeitung:
Dresden
International University GmbH
Frau
Dr.
Kornelia Möser
Frau
Dr.
Sigrid Müller
Dieses
Projekt wird gefördert aus Mitteln des Europäi
schen
Sozialfonds und des Freistaates Sachsen
-

Inhaltsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis ............................................................................................................................. 3
Tabellenverzeichnis ................................................................................................................................. 3
Vorwort ................................................................................................................................................... 4
1
Zusammenfassung ........................................................................................................................... 6
2
Zielsetzung und Vorgehensweise .................................................................................................... 9
2.1
Ziele des Masterplans .............................................................................................................. 9
2.2
Aufbau und methodische Vorgehensweise ........................................................................... 10
3
Langfristige Zielstellung der Gesundheitswirtschaft Sachsen ....................................................... 13
3.1
Ausgangssituation der Gesundheitswirtschaft in Sachsen .................................................... 13
3.2
Stärken- und Schwächen-Analyse .......................................................................................... 16
3.3
Nationale und internationale Position ................................................................................... 18
3.4
Langfristige Zielstellung der Gesundheitswirtschaft Sachsen – Projekte und
Handlungsbereiche ................................................................................................................ 22
3.5
Schaffung eines Netzwerkes Healthy Saxony ........................................................................ 25
4
Projekte für die Weiterentwicklung der Gesundheitswirtschaft in Sachsen ................................. 28
4.1
Projekt 1: Modellprojekte zur Vernetzung von ambulanter und stationärer Versorgung .... 28
4.2
Projekt 2: Gesamtsächsisches Konzept für den Technologietransfer.................................... 30
4.2.1
Technologietransfer in der Gesundheitswirtschaft - Zielstellung und Empfehlungen aus
der Biotechnologie (biosaxony und ETTBio) .................................................................. 30
4.2.2
Besonderheiten des Technologietransfers in der Gesundheitswirtschaft ..................... 32
4.3
Projekt 3: Sächsische Vermarktungsstrategie für innovative Produkte sächsischer KMU .... 35
5
Handlungsbereiche und Maßnahmen für die Weiterentwicklung der Gesundheitswirtschaft
Sachsen .......................................................................................................................................... 37
5.1
Überblick und Prämissen ....................................................................................................... 37
5.2
Handlungsbereich 1: Verbesserung der Transparenz innerhalb der Gesundheitswirtschaft
Sachsen .................................................................................................................................. 39
5.3
Handlungsbereich 2: Angebot spezieller Serviceleistungen zur Unterstützung der
Vernetzung, des Wissenstransfers, der Produktbildung und Vermarktung .......................... 41
5.4
Handlungsbereich 3: Weiterentwicklung der Versorgungsstrukturen und der
wirtschaftlichen, rechtlichen und gesundheitspolitischen Rahmenbedingungen ................ 43
6
Ausblick und Empfehlungen zur weiteren Vorgehensweise ......................................................... 52
Anhang .................................................................................................................................................. 54
Anhang 1: Mitglieder der Arbeitsgruppen ....................................................................................... 54
Anhang 2: Übersicht eingereichter Themen für Produkte/Projekte, Arbeitsgruppe 3 .................... 57
Referenzen ............................................................................................................................................ 59
Masterplan Gesundheitswirtschaft Sachsen
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Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Methodische Vorgehensweise ......................................................................................... 11
Abbildung 2 : Zielebene, Projektebene und Handlungsebene .............................................................. 23
Abbildung 3: Strategische Ziele und Zuordnung der Arbeitsgruppen ................................................... 24
Tabellenverzeichnis
Tabelle 1: Mögliche Maßnahmen des Handlungsbereichs 1 ................................................................ 48
Tabelle 2: Mögliche Maßnahmen des Handlungsbereichs 2 ................................................................ 49
Tabelle 3: Mögliche Maßnahmen des Handlungsbereichs 3 ................................................................ 50
Masterplan Gesundheitswirtschaft Sachsen
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Vorwort
Liebe Leserinnen und Leser,
die Gesundheitswirtschaft ist im Freistaat Sachsen Leitbranche und Job
motor. Sie hat sich in den letzten Jahren als ein stabiler und weitestge
hend konjunkturunabhängiger Wachstumsbereich erwiesen und folgt
damit dem bundesweiten Trend. Die Bedeutung der Gesundheitsbranche
für die Wachstums- und Beschäftigungsentwicklung ist auch im Freistaat
Sachsen unbestritten. Als Querschnittsbranche ist die Gesundheitswirtschaft in Sachsen bereits heu
te gut aufgestellt. Es gibt aber Potenziale, die wir in Sachsen noch stärker nutzen wollen – für die
Unternehmen der Gesundheitswirtschaft, aber auch und vor allem für unsere Bürgerinnen und Bür
ger, die auf eine gute Gesundheitsversorgung zählen.
Das Sächsische Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz hat nach einer gutachterlichen
Bestandsaufnahme der sächsischen Gesundheitswirtschaft das auf zwei Jahre angelegte Projekt „Ko
ordinierungsstelle Gesundheitswirtschaft“ initiiert, das durch ein Kuratorium unter meiner Leitung
fachlich begleitet und unterstützt wurde.
Wir haben gewissermaßen als eine Art „Geburtshelfer“ fungiert. Denn in dem Projekt ging es darum,
ein tragfähiges Fundament für eine sächsische Plattform der Gesundheitswirtschaft zu legen. Unsere
Aufgabe ist nun beendet, denn das „Kind“ ist geboren: Wesentliche Akteure der Gesundheitswirt
schaft haben sich vernetzt. Eine webbasierte Kommunikationsplattform wurde aufgebaut, die auch
einen digitalen Gesundheitsatlas beinhaltet, der noch weiter fortentwickelt werden soll. In einem
koordinierten Prozess wurden Ziele und Maßnahmen definiert, mit denen eine zukunftsträchtige
Entwicklung der Gesundheitswirtschaft in Sachsen befördert werden sollen.
Die Analysen, Empfehlungen und die konkreten Vorschläge, wie es weiter gehen soll, sind in diesem
Strategie- und Masterplan nachzulesen. Allen jenen, die die gesundheitliche Versorgung sowie die
gesundheitswirtschaftliche Entwicklung in Sachsen vorantreiben, die Erforschung und Entwicklung
neuer Technologien und Produkte sowie den Technologietransfer stärken und Forschungsergebnisse
in die wirtschaftliche Verwertung überführen wollen, möchte ich die Lektüre ans Herz legen.
So schlägt der Strategie- und Masterplan beispielsweise vor, im Rahmen von drei Projekten 1. mo
dellhaft an ausgewählten Standorten im ländlichen Raum die ambulante und stationäre Versorgung
zu vernetzen, 2. ein gesamtsächsisches Konzept für den Technologietransfer zu erstellen und 3. eine
sächsische Vermarktungsstrategie für innovative Produkte sächsischer Klein- und mittelständischer
Unternehmen (KMU) zu erarbeiten.
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Der Carus Consilium Sachsen GmbH (CCS) und der Dresden International University (DIU) danke ich
für die Durchführung des Projektes „Koordinierungsstelle Gesundheitswirtschaft“, das nach zweijäh
riger Laufzeit nun beendet ist. Den Mitgliedern des Kuratoriums Gesundheitswirtschaft danke ich für
das engagierte Einbringen ihrer Ideen und Erfahrungen aus Wissenschaft, Wirtschaft, Medizin und
Verwaltung.
Es wird jetzt die Aufgabe von Healthy Saxony e. V. sein, die Umsetzung des Strategie- und Master
plans voranzutreiben und ihn auf der Grundlage gewonnener Erfahrungen und erzielter Arbeits
ergebnisse in regelmäßigen Abständen zu aktualisieren und weiterzuentwickeln. Dem Verein und
allen, die sich daran beteiligen werden, wünsche ich viel Erfolg.
Christine Clauß
Staatsministerin für Soziales und Verbraucherschutz
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Zusammenfassung
Die Gesundheitswirtschaft stellt auch in Sachsen eine wichtige Branche zur Sicherstellung von Le
bensqualität, Wohlstand und Wachstum dar. Mit einem Erwerbstätigenanteil von 14,9 %, einem Pro
duktionsanteil von 9,3 % und einem Wertschöpfungsanteil von 12,3 % ist sie auch in Sachsen ein
bedeutender wirtschafts- und arbeitsmarktpolitischer Faktor (Stand 2010)
1
. Die Gesundheitswirt
schaft umfasst „alle gesundheitsbezogenen Güter und Dienstleistungen und vereint damit die hoch
innovativen Branchen Medizintechnik, Pharmazeutische Industrie und Regenerative Medizin mit dem
Sektor der Konsumgüter und Dienstleistungen für die Gesundheitsversorgung“
2
. Die einzelnen Berei
che tragen jedoch sehr unterschiedlich zur Bruttowertschöpfung bei.
Auf Initiative des Sächsischen Staatsministeriums für Soziales und Verbraucherschutz (SMS) wurde
2012 das Projekt „Koordinierungsstelle Gesundheitswirtschaft Sachsen“ gestartet. Die Aufgabe des
Projektes bestand darin, eine Anlaufstelle für die Akteure der Gesundheitswirtschaft zu schaffen,
handlungsfeldbezogene Ziele für die zukünftige Entwicklung der Gesundheitswirtschaft in Sachsen zu
erarbeiten und in einen Strategie- und Masterplan zu überführen sowie die Weichen für dessen Um
setzung zu stellen. Die Koordinierungsstelle konnte dabei auf dem vom SMS in Auftrag gegebenen
BASYS-Gutachten aufbauen, in dem systematisch die Bereiche der sächsischen Gesundheitswirtschaft
im Überblick dargestellt sowie für einzelne Bereiche Entwicklungspotenziale herauskristallisiert wor
den sind. Zudem wurde sie durch ein Kuratorium fachlich begleitet und unterstützt. Auf der Basis von
Expertengesprächen wurden zunächst Bereiche in der sächsischen Gesundheitswirtschaft ermittelt,
bei denen Handlungsbedarf besteht. Anschließend wurden in drei Arbeitsgruppen Vorschläge zu
möglichen Handlungsbereichen, Maßnahmen und ersten konkreten Projekten unterbreitet.
Im Ergebnis sind Hauptaufgaben für die zukünftige Entwicklung der Gesundheitswirtschaft in Sachsen
herausgearbeitet worden, die zu zwei strategischen Zielen zusammengefasst werden können:
-
Verbesserung des Wissenstransfers und der Produktbildung: Unterstützung von KMU sowie
Vernetzung von Forschung, medizinischen Einrichtungen und Unternehmen
-
Entwicklung und Vermarktung innovativer Produkte, Dienstleistungen und Systemlösungen
(in ländlichen Regionen)
Zur Umsetzung dieser strategischen Ziele wurden drei Projekte und drei Handlungsbereiche definiert.
Im
Projekt 1
wird vorgeschlagen, im Rahmen von Modellprojekten an ausgewählten Versorgungs
standorten vor allem in ländlichen Regionen die ambulante und stationäre Versorgung zu vernetzen.
In
Projekt 2
soll ein gesamtsächsisches Konzept für den Technologietransfer in enger Verzahnung mit
den geplanten Technologietransferstrukturen für die sächsische Biotechnologie etabliert werden. In
Projekt 3
soll in enger Zusammenarbeit von Unternehmen und medizinischen Einrichtungen eine
sächsische Vermarktungsstrategie erarbeitet werden, die gezielt die Vermarktung innovativer sächsi
scher Produkte unterstützt. Hierzu sind bereits erste Vorschläge für konkrete Produkte und Projekte
im Anhang 2 aufgeführt.
1
Vgl. BASYS (2012), S. 1.
2
Vgl.
http://www.bmbf.de/de/16173.php
(Abrufdatum: 18.1.14)
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Für die grundlegende Netzwerkarbeit wird zwischen drei Handlungsbereichen unterschieden:
Im
Handlungsbereich 1
werden Maßnahmen zusammengefasst, die der Verbesserung der Transpa
renz innerhalb der sächsischen Gesundheitswirtschaft dienen sollen. Das Ziel besteht darin, bereits
vorhandene Informationen u.a. zu den Akteuren (Unternehmen, Institutionen, Körperschaften), zu
bestehenden Beratungs-, Finanzierungs- und Fördermöglichkeiten oder auch zu für die Branche inte
ressanten Veranstaltungen zusammenzutragen und für die Gesundheitswirtschaft aufzubereiten, um
dadurch die Vernetzung und Produktvermarktung zu unterstützen. Die dafür erforderliche digitale
Plattform
www.healthy-saxony.com
wurde bereits geschaffen. Diese beinhaltet u.a. auch einen digi
talen Gesundheitsatlas, der noch weiter fortentwickelt werden soll.
Der
Handlungsbereich 2
beinhaltet vor allem Serviceleistungen zur aktiven Unterstützung der Bran
che, wie beispielsweise themenspezifische Veranstaltungen und die Unterstützung von KMU und
Medizinern im Projektmanagement.
Der
Handlungsbereich 3
widmet sich insbesondere strukturellen Aspekten und Rahmenbedingungen
zur Verbesserung der Handlungsfähigkeit in der Gesundheitswirtschaft. Dazu zählen beispielsweise
Maßnahmen zur Verbesserung des Technologietransfers (u. a. Technologiescouting, Validierungsför
derung), die Weiterentwicklung von bestehenden Finanzierungsinstrumenten entsprechend der
branchenspezifischen Anforderungen sowie der berufsrechtlichen Regelungen und Rahmenbedin
gungen insbesondere im Bereich der Pflege, der pharmazeutischen und interdisziplinären Ausbildung
sowie die Stärkung des Gesundheitshandwerks und der Zulieferindustrie.
Der Strategie- und Masterplan richtet sich mit seinen Empfehlungen an die Akteure und Entschei
dungsträger, die die gesundheitliche Versorgung sowie die gesundheitswirtschaftliche Entwicklung in
Sachsen vorantreiben und gleichermaßen die Erforschung und Entwicklung neuer Technologien und
Produkte sowie den Technologietransfer stärken und die Forschungsergebnisse in die wirtschaftliche
Verwertung überführen wollen.
Im Rahmen des Projektes „Koordinierungsstelle Gesundheitswirtschaft Sachsen“ wurde mit dem
Aufbau der Internetplattform Healthy Saxony und der Vorbereitung der Gründung des Vereins Healt
hy Saxony außerdem ein tragfähiges Fundament für eine sächsische Gesundheitsplattform gelegt.
Es wird die Aufgabe des Vereins Healthy Saxony sein, die Umsetzung des Strategie- und Masterplans
voranzutreiben und ihn auf der Grundlage gewonnener Erfahrungen und erzielter Arbeitsergebnisse
in regelmäßigen Abständen zu aktualisieren und weiterzuentwickeln. Die vorliegende Fassung des
Strategie- und Masterplans ist demnach als „erster Aufschlag“ zu verstehen. Sie liefert die konzeptio
nelle und inhaltliche Arbeitsgrundlage für das neu gegründete gesundheitswirtschafliche Netzwerk
Healthy Saxony. Maßgeblich für den erfolgreichen Auf- und Ausbau der sächsischen Gesundheits
plattform sind die stärkere Vernetzung innerhalb der Branchen und die Nutzung vorhandener Poten
ziale. Deshalb sollten die Kompetenzen bereits bestehender regionaler und fachbezogener Netzwer
ke und Initiativen gezielt gestärkt und in die zukünftige Netzwerkarbeit eingebunden werden. Dop
pelstrukturen sollen vermieden werden.
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Da die Gesundheitswirtschaft große Schnittmengen mit der Biotechnologie und der Medizintechnik
aufweist, bietet es sich an, mit einer gemeinsamen Management GmbH für die Administration, das
Projektmanagement und die Mitgliederverwaltung vorhandene Kompetenzen und notwendige Res
sourcen synergetisch zu nutzen. Durch die organisatorische und inhaltliche Verknüpfung der Netz
werke Healthy Saxony und biosaxony mit dem geplanten Medizintechnik-Cluster MedTechSaxony
könnte ein starker Life Science Verbund für Sachsen geschaffen werden, der von den Staatsministe
rien für Wirtschaft und Arbeit, für Wissenschaft und Kunst sowie für Soziales und Verbraucherschutz
flankierend unterstützt werden könnte.
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Zielsetzung und Vorgehensweise
2.1 Ziele des Masterplans
Die Gesundheitswirtschaft stellt auch in Sachsen eine Leitbranche dar. Cluster und Zukunftsfelder
bündeln nicht nur Kompetenz, sie tragen auch zur Entwicklung von Kompetenz bei. Im Rahmen einer
zeitgemäßen Wirtschaftspolitik müssen Ansätze zur Strukturbildung, Nutzung von Synergien, Ent
wicklung und Stärkung von Technologie- und Innovationsregionen sowie zur nationalen und interna
tionalen Profilierung im Vordergrund stehen. Die Etablierung einer landesweiten Koordinationsstelle
Gesundheitswirtschaft für den Freistaat Sachsen stellte in diesem Zusammenhang einen notwendi
gen Schritt dar.
Neben dem versorgungsorientierten Aspekt der Integration medizinischer Dienstleistungen ist auch
eine intensive Verknüpfung von Wirtschaft, Forschung, Entwicklung und Verwertung bzw. der Trans
fer innovativen gesundheitsbezogenen Wissens notwendig. Der Auf- und Ausbau eines transsektora
len und interprofessionellen Netzwerkes in der Gesundheitswirtschaft stellt daher einen innovativen
Weg dar, um sicher und erfolgreich Effizienzreserven in der Versorgung zu heben, Qualität zu erhö
hen sowie medizinische Versorgung nachhaltig zu sichern.
3
Gleichzeitig dient er der Stärkung der
Marktposition von sächsischen Unternehmen sowie der Etablierung und Förderung neuer Berufsfel
der und Dienstleistungen innerhalb der Gesundheitswirtschaft. Aufgrund des demografischen Wan
dels in Sachsen sind auch die steigenden Bedarfe im Bereich der Pflege und der Versorgung alter
Menschen bei der Entwicklung innovativer Versorgungslösungen einzubeziehen.
Das Sächsische Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz (SMS) hat das auf zwei Jahre
angelegte Projekt „Koordinierungsstelle Gesundheitswirtschaft Sachsen“ initiiert und über ESF und
Landesmittel finanziert. Die Carus Consilium Sachsen GmbH (CCS) und die Dresden International Uni
versity GmbH (DIU) haben das Projekt gemeinsam durchgeführt. Es wurde im April 2012 mit der Ziel
setzung gestartet,
eine
Anlaufstelle für die Akteure der Gesundheitswirtschaft zu schaffen, hand
lungsbereichsbezogene Ziele, Projekte und Maßnahmen zu erarbeiten, diese in einen Strategie- und
Masterplan zu überführen und Weichen für dessen Umsetzung zu stellen.
Der Masterplan soll eine strategische Orientierung sein und mit fachlich-organisatorischen Perspekti
ven und Zielen Unterstützung zum Ausschöpfen von Marktpotenzialen der Gesundheitswirtschaft in
Sachsen geben. Er soll die bereits in der Gesundheitswirtschaft Sachsen tätigen Akteure unterstüt
zen, innovativen und kreativen Austausch fördern, vorhandene Strukturen prüfen, stärken und ver
netzen sowie Perspektiven für die kommenden Jahre (bis 2030) im Hinblick auf die Stärkung der Ge
sundheitswirtschaft Sachsen aufzeigen.
Folgende Schwerpunkte sollen dabei verfolgt werden:
-
Sachsen soll sich in den nächsten Jahren national und international zu einem herausragenden
Standort der Gesundheitswirtschaft etablieren
-
Schaffung von nachhaltigen und innovativen Entwicklungs- und Förderinfrastrukturen
-
stärkere Vernetzung erfolgreich bestehender Forschungsinitiativen sowie -institutionen (uni
versitär und außeruniversitär)
3
Vgl. Sachverständigenrat (SVR) zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen 2009; Wegweiser
GmbH Berlin Research & Strategie 2010.
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Identifizierung, Bündelung und Umsetzung von Maßnahmenplänen zur konzentrierten Stär
kung wirtschaftlicher Effekte (z. B. Wettbewerbsfähigkeit, Beschäftigungssicherung, Erhö
hung der Wertschöpfung der Unternehmen, Exportsteigerung u. a.) und Innovationen (Pro
dukte, Verfahren und Dienstleistungen aus dem Bereich der Gesundheitswirtschaft).
Der Strategie- und Masterplan richtet sich mit seinen Empfehlungen an die Akteure und Entschei
dungsträger, die die gesundheitliche Versorgung sowie die gesundheitswirtschaftliche Entwicklung in
Sachsen vorantreiben und gleichermaßen die Erforschung und Entwicklung neuer Technologien und
Produkte sowie den Technologietransfer stärken und die Forschungsergebnisse in die wirtschaftliche
Verwertung überführen wollen.
Die Voraussetzungen dafür sind angesichts der bestehenden Forschungs- und Industrielandschaft
sowie der Strukturen in der medizinischen Versorgung gut. Die Erschließung und Ausschöpfung der
vorhandenen Potenziale bedürfen einer Informationen und Akteure integrierenden Netzwerkarbeit
und der gezielten Koordination der Aktivitäten der beteiligten Akteure.
Aufbauend auf den gesammelten Erfahrungen ist der Masterplan zukünftig fortzuschreiben, weiter
zu fokussieren und ggf. um weitere Projekte und Maßnahmen zu ergänzen.
2.2 Aufbau und methodische Vorgehensweise
Grundlage zum aktuellen Stand der Gesundheitswirtschaft in Sachsen bildet das BASYS-Gutachten,
welches ebenfalls im Auftrag des Sächsischen Staatsministeriums für Soziales und Verbraucherschutz
erstellt wurde und als „Bestandsaufnahme einen Überblick über die sächsische Gesundheitswirt
schaft“
4
gibt. Zum Ziel der dort erfolgten Situationsanalyse zählte neben der Erfassung und Quantifi
zierung der Bereiche der Gesundheitswirtschaft auch die Darstellung der Entwicklungspotenziale der
einzelnen Bereiche.
Im Rahmen der Tätigkeit der Koordinierungsstelle wurden auf Basis der Eckdaten der Gesundheits
wirtschaft Sachsen strategische Handlungsbereiche, Projekte und Ziele herausgearbeitet, die zu zwei
kompakten Hauptzielen verdichtet wurden:
1. Verbesserung des Wissenstransfers und der Produktbildung: Unterstützung von KMU sowie
Vernetzung von Forschung, medizinischen Einrichtungen und Unternehmen
2. Entwicklung und Vermarktung innovativer Produkte, Dienstleistungen und Systemlösungen
(in ländlichen Regionen)
Durch eine Befragung von Akteuren der Gesundheitswirtschaft wurden Bereiche ermittelt, in denen
Handlungsbedarf für die Förderung der Entwicklung der Gesundheitswirtschaft gesehen wird. An
schließend wurden diese Ergebnisse verdichtet und dienten als Grundlage für die Diskussion in
Arbeitsgruppen, um konkrete Maßnahmen und Projekte für den Strategie- und Masterplan abzulei
ten. Die Vorgehensweise wird in Abbildung 1 dargestellt:
4
BASYS/GÖZ (2012):Gesundheitswirtschaft Sachsen, S.1.
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Abbildung 1: Methodische Vorgehensweise
Zur Umsetzung des dargestellten Vorgehens wurde ein Kuratorium konstituiert, das das gesamte
Projekt inhaltlich und fachlich begleitete.
Das Kuratorium wurde erstmalig am 8. April 2013 zu einer konstituierenden Sitzung einberufen und
umfasst folgende Mitglieder:
Christine Clauß (Vorsitzende)
Staatsministerin, Sächsisches Staatsministerium für Soziales
und Verbraucherschutz
Prof. Dr. D. Michael Albrecht
Medizinischer Vorstand, Universitätsklinikum Carl Gustav
Carus Dresden
Martin Buhl-Wagner
Geschäftsführer, Leipziger Messe GmbH
Roland Göhde
Geschäftsführer, Partec GmbH
Vorstandsvorsitzender biosaxony e. V.
Dr. Stephan Helm
Geschäftsführer, Krankenhausgesellschaft Sachsen e. V.,
Leipzig
Dirk Hilbert
Erster Bürgermeister, Beigeordneter für Wirtschaft, Landes
hauptstadt Dresden
Viola Klein
Geschäftsführerin, Saxonia Systems AG
Steffi Liebig
Bereichsleiterin Personal- und Öffentlichkeitsarbeit, APO
GEPHA Arzneimittel GmbH
Prof. Dr. Friedrich W. Mohr
Ärztlicher Direktor, Herzzentrum Leipzig GmbH
Vorstandsvorsitzender, Verein zur Förderung der Gesund
heitswirtschaft in der Region Leipzig e. V.
Peter Nothnagel
Geschäftsführer, Wirtschaftsförderung Sachsen GmbH
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Dirk Popp
Geschäftsführer, Ketchum Pleon Germany
Ilona Roth
IHK Chemnitz für die Landesarbeitsgemeinschaft der Indus
trie- und Handelskammern im Freistaat Sachsen
Prof. Dr. Kai Simons
Direktor Emeritus, Max-Planck-Institute of Molecular Cell
Biology and Genetics
Rolf Steinbronn
Rainer Striebel
Vorsitzender des Vorstandes, AOK Plus (bis 25.3.2014)
Vorsitzender des Vorstandes, AOK Plus (ab 26.03.2014)
Dr. Ronald Werner
Abteilungsleiter Hochschulen, Sächsisches Staatsministe
rium für Wissenschaft und Kunst,
Dr. Wilhelm Zörgiebel
Geschäftsführender
Gesellschafter,
Biotype
Diagnostic
GmbH, Dresden
Zur Untersetzung der genannten Zielvorstellungen mit Handlungsbereichen und Maßnahmen wurde
durch die Bildung von drei Arbeitsgruppen auf Personen mit entsprechendem Expertenwissen im
Rahmen von Befragungen (mittels Fragebogen) oder direkten Gesprächen zugegangen. Zur Mitarbeit
in den Arbeitsgruppen wurden Experten gewonnen, die aufgrund ihres Tätigkeitsbereiches über um
fassende Erfahrungen verfügen, um zur Diskussion und Identifikation von wesentlichen Handlungs
bereichen und Projekten beizutragen.
Gemeinsam mit Vertretern des Kuratoriums erfolgte die Präzisierung von Handlungsbereichen und
Maßnahmen als Grundlage für den Strategie- und Masterplan.
Parallel dazu erfolgte die Entwicklung einer zentralen webbasierten Kommunikationsplattform He
althy Saxony
(www.healthy-saxony.de)
unter Leitung der CCS GmbH. Damit soll die Grundlage für die
zukünftige Netzwerkarbeit sowie für die Information innerhalb der Gesundheitswirtschaft und die
Präsentation der sächsischen Gesundheitswirtschaft gelegt werden. Bestandteil der Kommunika
tionsplattform ist auch der digitale Gesundheitsatlas. Dieser dient der Präsentation und systemati
schen Darstellung von Unternehmen, medizinischen Versorgungseinrichtungen, Projekten und For
schungsvorhaben.
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Langfristige Zielstellung der Gesundheitswirtschaft Sachsen
3.1 Ausgangssituation der Gesundheitswirtschaft in Sachsen
Die Gesundheitswirtschaft „umfasst alle gesundheitsbezogenen Güter und Dienstleistungen und ver
eint damit die hochinnovativen Branchen Medizintechnik, Pharmazeutische Industrie und Regenera
tive Medizin mit dem Sektor der Konsumgüter und Dienstleistungen für die Gesundheitsversorgung“.
Kernbereich ist die „klassische“ Gesundheitsversorgung einschließlich stationärer und ambulanter
Pflegeleistungen, die durch gesetzliche und private Versicherungsträger finanziert wird (Erster Ge
sundheitsmarkt). Zum Zweiten Gesundheitsmarkt „werden alle privat finanzierten Produkte und
Dienstleistungen rund um die Gesundheit“ gezählt.
5
Das Sächsische Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz hat im Jahr 2011 eine Studie
zur sächsischen Gesundheitswirtschaft in Auftrag gegeben (Auftragnehmer Basys-Institut und das
Gesundheitsökonomische Zentrum der Technischen Universität Dresden). Die Studie und der Mittel
standsbericht des SMWA kommen zu folgenden Ergebnissen:
Die sächsische Gesundheitswirtschaft folgt dem bundesweiten Wachstumstrend. Sie ist ein wichtiger
Sektor der Wirtschaft in Sachsen, weist jedoch in einigen Bereichen Besonderheiten auf.
-
Die Gesundheitswirtschaft in Sachsen hat sich in den letzten Jahren gut entwickelt, wie auch
im Mittelstandsbericht 2011/2012 des SMWA ausgeführt wurde. Unternehmen, die auf dem
Weltmarkt eine besondere Rolle spielen, sind in der Gesundheitswirtschaft in Sachsen kaum
vorhanden, von Ausnahmen wie GlaxoSmithKline Biologicals abgesehen. Sachsen lebt auch in
der Gesundheitswirtschaft von seinem Mittelstand.
6
-
In der Gesundheitswirtschaft werden etwa 15 Prozent des Bruttoinlandsprodukts in Sachsen
erwirtschaftet. Bei den Beschäftigten folgte das Gesundheits- und Sozialwesen mit insgesamt
rund 189.000 sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten (13 Prozent) bzw. 118.000 in KMU
dem verarbeitenden Gewerbe mit 20,7 Prozent aller sozialversicherungspflichtigen Beschäf
tigten (rund 300.000 Arbeitskräfte) bzw. 208.000 in KMU.
7
-
In den letzten Jahren ist – trotz der Krisenjahre – ein beständiges Wirtschaftswachstum er
zielt worden. Allerdings hinkt die Entwicklung der sächsischen Gesundheitswirtschaft in Teil
bereichen nicht unerheblich hinter dem bundesdeutschen Durchschnitt hinterher.
-
Die sächsische Gesundheitswirtschaft ist in den Bereichen Medizintechnik, Pharmatechnolo
gie und Biomedizin durch innovative Kleinunternehmen geprägt. So haben etwa 85 Prozent
aller Unternehmen aus dem Bereich Medizintechnik weniger als zehn Beschäftigte.
-
Stärken sieht das Basys-Gutachten in der Forschungslandschaft Sachsens. Die Forschungs
ergebnisse könnten aber noch umfangreicher und besser zu marktfähigen Produkten weiter
entwickelt und in den Markt eingeführt werden.
5
Darunter fallen beispielsweise freiverkäufliche Arzneimittel und individuelle Gesundheitsleistungen, Schön
heitsoperationen, Fitness und Wellness, Gesundheitstourismus sowie teilweise die Bereiche Ernährung und
Wohnen. Vgl.
http://www.bmg.bund.de/gesundheitssystem/gesundheitswirtschaft/gesundheitswirtschaft-im-
ueberblick.html
,
http://www.bmbf.de/de/16173.php
(Abrufdatum: 11.02.14), Basys/GÖZ(2012), S. 7.
6
Vgl. SMWA (2013b): Mittelstandsbericht.
7
Vgl. SMWA (2013b): Mittelstandsbericht, S. 34.
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Die Pharmaindustrie hat mit rund 98.000 Euro je Erwerbstätigen die höchste Produktivität in
der sächsischen Gesundheitswirtschaft zu verzeichnen und weist gleichzeitig die wenigsten
Beschäftigten auf (2.800). Der Umsatz in dieser Branche stieg in den Jahren 2005 bis 2010
stärker an als im Bundesdurchschnitt. Er liegt aber weit unter dem Niveau des gesamtdeut
schen Umsatzes. Zudem importiert Sachsen seinen Bedarf an pharmazeutischen Mitteln na
hezu vollständig aus dem In- und Ausland.
-
Heute zählt Sachsen zu den dynamischsten Life Sciences-Regionen Deutschlands mit rund 80
Biotechnologie- und Pharmaunternehmen sowie mehr als 30 universitären und außeruniver
sitären Forschungseinrichtungen (Zentren: „BIO CITY LEIPZIG“, „BioInnovationsZentrum
Dresden“).
-
Im Bereich der Medizintechnik betrugen im Jahr 2005 die Pro-Kopf-Umsätze in Sachsen nur
ein Fünftel des Bundesdurchschnitts. Auch der Anstieg der sächsischen Pro-Kopf-Umsätze
von 2005 bis 2010 lag mit etwa 11 Prozent weit unter dem des Bundesdurchschnitts (35 Pro
zent). Die schon gewaltige Spanne zwischen Sachsen und Deutschland wurde in diesem Zeit
raum noch größer. Sachsen ist ein Medizintechnik-Importland. Potenziale bestehen in der
Zusammenarbeit von Unternehmen der Medizintechnikbranche mit Unternehmen, die Am
bient Assisted Living-Systeme herstellen. Diese Kombination bietet aussichtsreiche Export
chancen in Länder mit ähnlicher Altersstruktur wie Deutschland, die es zu nutzen gilt.
-
Der mit Abstand größte Teil der sächsischen Unternehmen der Medizintechnik (49,6 Pro
zent), Pharmaindustrie (44,4 Prozent) sowie Biotechnologie (35,6 Prozent) erwirtschaftet
einen Jahresumsatz von 0,5 bis 2,5 Millione Euro. Bei den Betrieben der Medizintechnik und
der Biotechnologie (Forschung und Entwicklung) überwiegen die Standorte Leipzig, Chemnitz
und Dresden. Bei der Medizintechnik haben diese drei Städte eine nahezu gleiche Bedeu
tung, während bei der Biotechnologie Dresden eindeutig dominiert. Zusätzlich gibt es im Be
reich Biotechnologie mit Freiberg einen weiteren räumlichen Schwerpunkt.
-
Die Umsätze des Großhandels für medizinische Produkte liegen deutlich unter denen des Ein
zelhandels, da die Belieferung des Einzelhandels durch Unternehmen aus anderen deutschen
Ländern erfolgt. Trotz des großen Abstands der Großhandelsumsätze zum Bundesdurch
schnitt werden in der Entwicklung des Großhandels in Sachsen keine sonderlichen Entwick
lungspotenziale gesehen.
-
Die Dienstleistungen im stationären Bereich weisen den größten Produktionswert (5,09 Mil
liarden Euro) und die höchste Wertschöpfung (3,51 Milliarden Euro) der Gesundheitswirt
schaft Sachsens auf. Die Anzahl der Betten stationärer Einrichtungen liegt etwa 5 Prozent
über dem Bundesdurchschnitt. Während die Bettenzahl in den letzten Jahren in Krankenhäu
sern gesunken und im Reha-Bereich konstant geblieben ist, gab es im Vergleich zum Bundes
trend einen deutlich stärkeren Anstieg der Pflegebetten.
8
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Die Herausforderungen der 90-er Jahre des letzten Jahrhunderts, die gesamte Gesundheits
landschaft neu aufzubauen und zu strukturieren, haben dazu geführt, dass eine hochmoder
ne und leistungsfähige Versorgungsstruktur im Gesundheitswesen und der Pflege entstanden
ist. Das Ziel einer zukunftsfähigen Gesundheitswirtschaft - einschließlich des Pflegebereichs -
in Sachsen muss es sein, mit den neuesten technologischen Entwicklungen (u. a. Telemedizin)
sektorenübergreifend auf die zukünftig demografiebedingten Risiken für die flächendecken
de Gesundheitsversorgung und Pflege zu reagieren.
8
Vgl. Basys-Gutachten, S. 36, bezogen auf stationäre Pflegebetten nach SGB XI.
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Sachsen hat bereits auf den demografischen Wandel und den künftigen Mehrbedarf insbe
sondere in der Altenpflege reagiert: Proportional zur Bevölkerung in Deutschland werden
hier die meisten Altenpfleger ausgebildet. Die besondere Ausbildungsqualität ist zu erhalten.
Zugleich kommt einer attraktiven Pflegelandschaft eine herausragende Bedeutung zu, um für
die Pflegekräfte wirtschaftliche Attraktivität zu generieren.
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Gesundheit und Wellness spielen im sächsischen Tourismus im Bundesvergleich zwar noch
eine untergeordnete Rolle, dennoch bieten gesundheitsorientierte Urlaubsformen ein relativ
großes Potenzial.
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Die verschiedenen Dienstleistungsbereiche der Gesundheitswirtschaft Sachsens fragen in
hohem Umfang Leistungen aus Sachsen, aber noch stärker aus den übrigen Bundesländern
bzw. aus dem Ausland nach. Ziel sollte es hier sein, die Wertschöpfungskette innerhalb Sach
sens deutlich zu stärken und eine Vertriebsoffensive für sächsische Produkte zu initiieren.
-
Eine Schwäche der sächsischen Wirtschaft resultiert aus dem Fehlen von Großunternehmen.
Sachsen hat aber eine hohe Anzahl an innovativen und flexiblen Kleinst- und Kleinbetrieben.
88,5 Prozent der Unternehmen des Gesundheits- und Sozialwesens haben weniger als zehn
sozialversicherungspflichtige Beschäftigte. Wünschenswert wären auch mehr mittelständi
sche Unternehmen, um die „Schlagkraft“ der sächsischen Unternehmen weiter zu erhöhen.
Der Bericht enthält folgenden Ausblick und folgende Handlungsempfehlungen:
-
Chancen/Entwicklungspotenziale werden insbesondere in den Bereichen Pharmazeutische
Erzeugnisse, Medizintechnik, Gesundheitswaren des Erweiterten Bereichs (u.a. gesundheits
orientierte Ernährung, Kleidung, Textilien), Ausbildung und Forschung sowie im Gesundheits
tourismus gesehen.
-
Aufgrund des engen Zusammenhangs zwischen der Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts
(BIP) und der Gesundheitsausgaben wird prognostiziert, dass mit zunehmendem Einkommen
auch die Ausgaben der Bevölkerung für Gesundheitsgüter und -dienstleistungen ansteigen
werden.
-
Im Hinblick auf die Entwicklung der Exporte für Gesundheitsgüter hat Sachsen das Potential,
beispielsweise für die Märkte der Nachbarregionen Polen und Tschechien zu einem wichtigen
Lieferanten von Gesundheitsgütern zu werden.
-
Bis zum Jahr 2025 wird die Erwerbsbevölkerung noch stärker zurück gehen als die Bevölke
rung Sachsens, dem steht eine steigende Arbeitskräftenachfrage der sächsischen Wirtschaft
gegenüber.
-
Der medizinisch-technische Fortschritt wird zu einem effektiveren Einsatz der personellen
Ressourcen in der Gesundheitswirtschaft, verkürzten Genesungsprozessen und damit zu
einer verringerten Behandlungsdauer sowie zu neuen Behandlungsmöglichkeiten beitragen.
Dadurch steigt der Bedarf an gut ausgebildeten Fachkräften.
-
Die zunehmende Hochaltrigkeit der Bevölkerung führt zu einem intensiveren Bedarf in der
Pflege, einer verlängerten Pflegezeit und einem höheren Bedarf an gut ausgebildeten Pflege
kräften.
-
Zur Steigerung der Produktivität und zur Expansion der sächsischen Gesundheitswirtschaft
auf nationale und internationale Märkte sind Investitionen in Forschung, Entwicklung und
Vermarktung neuer Produkte erforderlich.
Masterplan Gesundheitswirtschaft Sachsen
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3.2 Stärken- und Schwächen-Analyse
Auf Grundlage der Ergebnisse und der daraus resultierenden Handlungsempfehlungen des Basys-
Gutachtens erfolgte eine zusammenfassende SWOT Analyse zur Gesundheitswirtschaft Sachsen.
Stärken (Strengths)
Existenz von ca. 80 Biotechnologie- und Pharma
unternehmen sowie ca. 30 universitären und
außeruniversitären Forschungseinrichtungen mit
Bezug zu Regenerativer Medizin/Therapie, Mole
kulare Bioengineering, Bio-Informatik, Nano-
Biotechnologie und Pharmagenetik
(=Repräsentanten des sog. Life Science-
Standorts) bzw. Schwerpunkt in der Gesund
heitswirtschaft
hohe Anzahl innovativer und flexibler Kleinst-
und Kleinunternehmen
moderne KH-Strukturen mit Zugang zur Hochleis
tungsmedizin
hervorragender Ausbildungsstandort
Sachsen ist traditionsreicher und leistungsfähiger
Standort der Ingenieurwissenschaften
Dienstleistungen stationärer Einrichtungen (nach
SGB V und XI) bilden den größten Markt der Ge
sundheitswirtschaft Sachsens
traditionsreiche Kur- und Ferienorte
Ansätze zur Zusammenarbeit der Medizintech
nikbranche mit Unternehmen, die bspw. AAL-
Systeme herstellen
Schwächen (Weaknesses)
Sachsen als Importland von Medizintechnik
Defizite im Binnen- und Außenhandel
ausbaufähiger Forschungsanteil
teilweise unzureichende Vernetzung von For
schung und Entwicklung mit KMU
wenige Großunternehmen, nur wenige mittel
ständische Unternehmen
Stadt-Land-Gefälle bzgl. der Wohnraumsituation
unterschiedliche Ausprägung vorhandener Bau
substanzen im Hinblick auf Umbaumöglichkeiten
"altersgerechter Wohnraum"
Gesundheitstourismus derzeit untergeordnete
Rolle im sächsischen Tourismus
Masterplan Gesundheitswirtschaft Sachsen
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Chancen (Opportunities)
Sachsen ist ein innovativer Wirtschaftsstandort,
u.a. viele kleine, flexible und innovative Unter-
nehmen
gute infrastrukturelle Rahmenbedingungen für
die Ansiedlung innovativer Prozesse und Betriebe
(gute Fördermöglichkeiten wie z. B. EFRE, Ziel 3
etc.)
gute Produktionsstandorte für Pharmaunter
nehmen bei vorhandener Stabilität der politi
schen und ökonomischen Rahmenbedingungen
Exportchancen im Bereich der Medizintechnik,
vor allem auf dem Gebiet der AAL-Systeme
Potential der stationären Einrichtungen (SBG V)
bei der Gewinnung von Privatzahlern und Kunden
aus dem Ausland
Ansätze zu medizinischen Versorgungslösungen
in der Fläche bei Ausbau regionaler Netzwerke
regionale, einheimische Besonderheiten in Bezug
auf den Gesundheitstourismus (Kurorte, Bäder,
Sport- und Freizeitmöglichkeiten)
Bereitschaft, Fachkräfte auch im Seniorenalter
attraktiv zu beschäftigen
großer Bestand an gut sanierten Wohnungen, die
vielfach bereits altersgerecht ausgestattet sind
Professionalisierung von und Entwicklung neuer
Gesundheitsfachberufe/Berufsbilder
Erschließung der Ressourcen des Zweiten Ge
sundheitsmarktes (= gesundheitsbewusstes Kon
sumverhalten, Vorsorge- und Präventionsange
bote u.v.m.)
Stärkung der Vernetzung in den verschiedensten
Bereichen (u.a. stationär, ambulant, F&E, KMU
und Forschungseinrichtungen)
wachsende Absatzpotenziale in den Nachbarlän
dern Polen und Tschechien und weiteren Aus
landsmärkten (China, Russland, arabischer Raum)
Risiken (Threats)
hoher Anteil an KMU, aber als Wettbewerbs-/
Standortnachteil gegenüber Großunternehmen/
Kapitalgesellschaften
Aufkäufe hiesiger Betriebe und Betriebsteile
durch Konzerne und Verlagerungen von Produk
tionsstätten; vor allem im Bereich der Pharmazie
Aufbringen des notwendigen Risikokapitals (Ven
ture Capital) für Projekte, Forschungsvorhaben
etc.
altersstrukturbedingte Auswirkungen
auf die
flächendeckende Versorgung mit medizinischen
Dienstleistungen, vor allem in den ländlichen
Regionen
Abhängigkeit der Entwicklung stationärer Einrich
tungen von der Demografie-Prognose und des
medizintechnischen Fortschrittes (SGB V und XI)
Wettbewerb mit anderen bedeutenden Gesund
heitstourismusregionen
finanzielle Restriktionen - Mittelverteilung zwi
schen Bund und Ländern
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Ziel einer SWOT Analyse ist es, Handlungsempfehlungen abzuleiten. Kombiniert man die Stärken mit
den Chancen, unter Beachtung von Risiken und Schwächen, ergeben sich aussichtsreiche Möglichkei
ten, die in Kapitel 3.4 nachfolgend als Ziele ausgewählt und formuliert worden sind. Ausgehend von
den Stärken Sachsens kann eine abgeleitete Handlungsempfehlung (später Ziel) nur darin bestehen,
die vorhandenen Kapazitäten, Vorteile und Ressourcen und Strukturen (Stärken/Chancen) so einzu
setzen, dass alle Beteiligten Nutznießer eines vernetzten, transparenten Vorgehens unter Einbezie
hung vorhandener Strukturen sind. Sachsen verfügt über eine zwar kleinteilige, aber dennoch inno
vative und flexible Unternehmensvielfalt. Durch eine koordinierte Vernetzung können diese Unter
nehmen gemeinsam mit den hervorragend aufgestellten Forschungseinrichtungen, unter Einbezie
hung der Anwender (u. a. Einrichtungen des Gesundheitswesens) marktfähige Produkte platzieren.
Darin besteht eine weitreichende Chance für die Zukunft der Gesundheitswirtschaft Sachsens.
3.3 Nationale und internationale Position
Die herausragende Position Sachsens im Forschungsbereich speziell im
Bereich Life Sciences - Aus
bildung und Forschung
wird besonders anhand der Vielzahl der Forschungseinrichtungen und deren
Forschungsthemen deutlich. Folgende Beispiele seien genannt:
-
Das
Max-Planck-Institut für Molekulare Zellbiologie und Genetik (MPI-CBG)
ist eingebettet
in den Biotechnologie-Campus Dresden, einem sächsischen Exzellenz-Zentrum der Biotech
nologie und Lebenswissenschaften mit internationaler Belegschaft und einer weltweiten
Ausstrahlung.
-
Das
Biotechnologische Zentrum (BIOTEC) der Technischen Universität Dresden
ist ein inter
disziplinäres Forschungszentrum, dessen Stärke in der Fokussierung auf den Schwerpunkt
Molekulares Bioengineering liegt. Im BIOTEC widmen sich ca. 230 Forscher aus 35 Nationen
der Forschung und Lehre in den Themen Proteomik, Genomik, Molekulargenetik, Biophysik,
Tissue Engineering und Bioinformatik.
-
Die Dresden
International Graduate School for Biomedicine and Bioengineering (DIGS-BB)
an der Technischen Universität Dresden bietet gemeinsam mit der International Max Planck
Research School for Molecular Cell Biology and Bioengineering (IMPRS-MCBB) herausragen
den Nachwuchswissenschaftlern die Möglichkeit, im Rahmen eines hoch kompetitiven und
strukturierten Doktorandenprogramms zu promovieren. Welche Erkenntnisse der Regenera
tiven Medizin lassen sich für neue Therapien zur Bekämpfung von Krankheiten nutzen? Mit
dieser und anderen Fragen beschäftigen sich bis zu 300 Doktoranden in den Schwerpunkten
Molekulare Zell- und Entwicklungsbiologie, Regenerative Medizin und Nanobiotechnologie,
Biophysik und Bioengineering. Sie werden von einem dreiköpfigen Team betreut. Herausra
gende Dresdner Einrichtungen der Technischen Universität Dresden, so z. B. das Zentrum für
Regenerative Therapien (CRTD), und außeruniversitäre Institutionen, wie das Max-Planck-
Institut für Molekulare Zellbiologie und Genetik (MPI-CBG), sind in der DIGS-BB beteiligt.
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Die
International Max Planck Research School for Molecular Cell Biology and Bioenginee
ring (IMPRS-MCBB)
ist ein Projekt des Max-Planck-Institutes für Molekulare Zellbiologie und
Genetik (MPI-CBG) und der Technischen Universität Dresden, welches sich die Ausbildung
herausragender junger Wissenschaftler zum Ziel gesetzt hat. Das Spektrum der Forschung
reicht von der Einzelmolekülanalyse bis zur Analyse komplexer Modellorganismen. Ergänzt
durch Fragestellungen in Neurobiologie, Bioengineering und Bioinformatik, wird ausgehend
von wegweisender Grundlagenforschung der Bogen zu anwendungsorientierter Forschung
mit medizinischer und ingenieurwissenschaftlicher Relevanz gespannt und somit die Basis für
innovative Forschungsfelder geschaffen.
-
Das
Institut für Biochemie der Universität Leipzig
hat als Schwerpunkt des Forschungsprofils
eine biochemisch-biomedizinisch orientierte Ausrichtung. Dabei übt das Institut eine leitende
Tätigkeit im Sonderforschungsbereich »Proteinzustände mit zellbiologischer und medizini
scher Relevanz« aus und kooperiert eng mit dem Biotechnologisch-Biomedizinischen Zen
trum (BBZ) der Universität Leipzig.
-
Als zentrale Einrichtung der Universität Leipzig soll das
Interdisziplinäre Zentrum für Bio
informatik (IZBI)
die enge Zusammenarbeit zwischen biologischen und medizinischen Fach
richtungen und der Informatik, Mathematik und Biometrie innerhalb der Universität mit den
in Leipzig angesiedelten Max-Planck-Instituten sowie mit weiteren Forschungseinrichtungen
und Industriepartnern in der Region stimulieren. Ausgehend vom Leipziger Forschungsprofil
konzentriert sich das IZBI dabei auf zwei Hauptforschungsgebiete: Im ersten Bereich, der Ge
netischen Evolution, werden Projekte bearbeitet, welche die genetische Vielfalt und die ihr
zu Grunde liegenden evolutionären Beziehungen zwischen den Arten analysieren bzw. dem
generellen Verständnis der Komplexität biologischer Regulationsprozesse dienen. Im zweiten
Bereich, der Gewebsorganisation und Signaltransduktion, werden die Genotyp-Phänotyp-
Wechselbeziehung bei der Gewebebildung und -funktion mit physikalischen Modellen unter
sucht.
-
Eines der beiden Fraunhofer-Institute in Leipzig ist das
Fraunhofer-Institut für Zelltherapie
und Immunologie (IZI)
. Ziel des Instituts ist es, spezielle Problemlösungen an den Schnittstel
len von Medizin, Biowissenschaften und Ingenieurwissenschaften für Partner aus der medi
zinorientierten Industrie und Wirtschaft zu finden. Der Fokus des Instituts liegt dabei auf der
regenerativen Medizin, d. h. bei zelltherapeutischen Ansätzen zur Wiederherstellung funk
tionsgestörter Gewebe und Organe bis hin zum biologischen Gewebe-Ersatz. Kooperations
partner sind neben wissenschaftlichen Einrichtungen und Universitäten vor allem Unterneh
men der Pharma- oder Biotechnologieindustrie, Medizintechnik, Gesundheitswirtschaft oder
auch der Lebensmittelindustrie.
9
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Das
Max-Planck-Institut für Molekulare Zellbiologie und Genetik (MPI-CBG)
ist eines von 80
Instituten der Max-Planck-Gesellschaft und arbeitet seit Februar 2001 an seinem Standort in
Dresden. Über die Hälfte der 400 Mitarbeiter kommt aus dem Ausland, Menschen aus 45 Na
tionen arbeiten in den Laboren zusammen. Das Institut widmet sich in einer neuartigen Ver
bindung aus Entwicklungs- und Zellbiologie der allgemeinen Frage, wie sich Zellen auf ihrem
Weg zu Geweben organisieren. Vielfach liefern die Ergebnisse dieser Grundlagenforschung
auch Anhaltspunkte für die Diagnose und Behandlung von Krankheiten wie Diabetes, Krebs,
Alzheimer oder der Degeneration der Netzhaut.
9
Insgesamt gibt es in Sachsen 16 Fraunhofer-Institute. Eine Übersicht findet sich auf:
http://www.forschung.sachsen.de/5506.html
.
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Das
Max-Bergmann-Zentrum für Biomaterialien Dresden
ist eine gemeinsame Initiative der
Technischen Universität Dresden und des Leibniz-Instituts für Polymerforschung Dresden
e. V. Eng verzahnt mit den Dresdner Aktivitäten auf dem Gebiet der biologieinspirierten Ma
terialforschung wird hier bewusst auf transdisziplinäre Zusammenarbeit gesetzt, um den He
rausforderungen auf dem Gebiet gerecht zu werden und somit Forschung auf höchstem
Niveau betreiben zu können. Darüber hinaus gibt es unzählige Kooperationen mit For
schungseinrichtungen, Universitäten und Industrieunternehmen – national sowie internatio
nal.
Viele wissenschaftliche Einrichtungen, die traditionell technischen Forschungsbereichen, wie dem
Maschinenbau, der Werkstofftechnik oder der Elektrotechnik zuzuordnen sind, konnten in den
letzten Jahren ihr Portfolio um Technologieanwendungen und Produkte für die Medizintechnik
ergänzen. Die gezielte Fortführung dieser Entwicklung stellt eine besondere Chance für die sächsi
sche Forschungslandschaft und damit für die Profilierung der sächsischen Gesundheitswirtschaft
dar. Beispielhaft seien die Fraunhofer Institute für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik IWU
sowie das Institut für Photonische Mikrosysteme IPMS genannt.
Weltweiter Handel mit Gesundheitsprodukten und -dienstleistungen ist eine Herausforderung auch
für die sächsische Gesundheitswirtschaft. Der Exportanteil an sächsischen Produkten und Dienstleis
tungen der pharmazeutischen und medizintechnischen Industrie sowie den Dienstleistungen des
Handels lag im Jahr 2010 bei 69 %. Sachsen hat das Potenzial, auch für die Märkte der Nachbarregio
nen Polen und Tschechien zu einem wichtigen Lieferanten an Gesundheitsgütern zu werden.
10
„Unternehmen der Gesundheitswirtschaft äußern großes Interesse an Informationen über Länder
des Nahen Ostens, südasiatische Länder wie Brunei und Indonesien und über Russland. Ein vielver
sprechender Absatzmarkt für deutsche Gesundheitsprodukte und -dienstleistungen, einschließlich
AAL-Produkte, ist der Mittlere Osten, da in dieser Region einerseits enorme Defizite im Gesundheits
wesen bestehen, andererseits die nötigen finanziellen Mittel vorhanden sind und zudem die Bevölke
rung jährlich um 3-4 Prozent wächst .“
11
10
Vgl. BASYS/GÖZ (2012):Beratungsgesellschaft für angewandte Systemforschung mbH (BASYS) und Gesund
heitsökonomisches Zentrum der TU Dresden (GÖZ): Gesundheitswirtschaft Sachsen, im Auftrag des SMS
(2012), S. 90-91
11
BASYS/GÖZ (2012):Beratungsgesellschaft für angewandte Systemforschung mbH (BASYS) und Gesundheits
ökonomisches Zentrum der TU Dresden (GÖZ): Gesundheitswirtschaft Sachsen, im Auftrag des SMS (2012), S.
68-69.
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In der heutigen Zeit einer Globalisierung von Märkten stellt sich u. a. die Krankenhausgesellschaft
Sachsen den speziellen Herausforderungen der Internationalisierung des Gesundheits- und Arbeits
marktes. Insbesondere die geographische Lage im Dreiländereck zu Polen und Tschechien veranlasst
zahlreiche Krankenhausträger zu einer Zusammenarbeit mit Gesundheitsdienstleistern außerhalb
Sachsens. Neben der Vernetzung von grenzüberschreitenden Versorgungsstrukturen engagiert sie
sich auch bei der Gewinnung von ärztlichem Fachpersonal im In- und Ausland. Sie beteiligt sich an
verschiedenen Hospitations- und Austauschprogrammen, die es ausländischen Medizinern und Kran
kenhauspersonal ermöglicht, von den guten und positiven Entwicklungen und Erfahrungen im Frei
staat Sachsen zu lernen und zu profitieren. Ebenso unterstützt die Krankenhausgesellschaft Sachsen
die Bemühungen der sächsischen Krankenhäuser zur Behandlung von ausländischen Patienten. Die
sächsischen Krankenhäuser halten qualitativ hervorragende Leistungen vor, die oftmals im Ausland
gar nicht oder nur über lange Wartelisten erbracht werden.
Masterplan Gesundheitswirtschaft Sachsen
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3.4 Langfristige Zielstellung der Gesundheitswirtschaft Sachsen
Projekte
und Handlungsbereiche
Die Ziele der Gesundheitswirtschaft Sachsen wurden bereits in Kapitel 2.2 benannt. Zur konkreten
Umsetzung der Ziele sind drei exemplarische Projekte konzipiert worden. Basis für die langfristige
Realisierung der Projekte sind verschiedene Maßnahmen, die drei Handlungsbereichen zugeordnet
werden können. Die Projekte und Maßnahmen resultieren aus den Ergebnissen der Arbeitsgruppen
gespräche und Interviews mit den Akteuren der Gesundheitswirtschaft.
Auf der Handlungsebene werden Maßnahmen zusammengefasst, die grundsätzliche Dienstleistun
gen für die Arbeit eines Netzwerkes umfassen. Hierunter fallen beispielsweise die Zusammenstellung
wichtiger Informationen (Akteure, Veranstaltungen, Forschungsprojekte, Finanzierungsmöglichkeiten
etc.) sowie die Organisation grundlegender Serviceleistungen wie Vermittlung von Kooperations
partnern und die Realisierung geeigneter Veranstaltungsformate zur Unterstützung der Information
und Vernetzung der Akteure.
Folgende drei Projekte wurden erarbeitet und werden in Kapitel 4 näher erläutert:
-
Projekt 1
: Modellprojekte zur Vernetzung von ambulanter und stationärer Versorgung
-
Projekt 2
: Gesamtsächsisches Konzept für Technologietransfer
-
Projekt 3
: Sächsische Vermarktungsstrategie für innovative Produkte sächsischer KMU
Auf die Handlungsbereiche wird in Kapitel 5 ausführlich eingegangen.
Abbildung 2 stellt den Zusammenhang zwischen Handlungsbereichen, Projekten und Zielen grafisch
dar.
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Abbildung 2 : Zielebene, Projektebene und Handlungsebene
Im Zuge der Erarbeitung der Zielstellungen haben sich Fragestellungen und Themengebiete, u. a. bei
der umfangreichen Literatur- und Dokumentenrecherche, eröffnet, die eine Priorisierung der zukünf
tigen Projekte und Maßnahmen ermöglichen. Diese hat ihren Niederschlag in Fragebögen der drei
Arbeitsgruppen gefunden. Neben einer Abfrage der Akteure zur Bewertung der IST-Situation in der
sächsischen Gesundheitswirtschaft wurde gleichzeitig auf bestimmte und/oder zukünftig relevante
Themengebiete (z. B. alternde Bevölkerung, medizintechnischer Fortschritt) aufmerksam gemacht
und diesbezüglich vorhandene oder zukünftige Bedarfe von den Adressaten erfragt.
Masterplan Gesundheitswirtschaft Sachsen
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Abbildung 3: Strategische Ziele und Zuordnung der Arbeitsgruppen
Eine Übersicht zu den jeweiligen Mitgliedern findet sich im Anhang 1: Mitglieder der Arbeitsgrup
pen (Stand Oktober 2013). Insgesamt haben sich an den Arbeitsgruppen mehr als 50 Experten betei
ligt.
In allen Arbeitsgruppen existierte das große gegenseitige Interesse an einer Intensivierung der Zu
sammenarbeit von Forschungseinrichtungen und Anwendern. Über alle Arbeitsgruppen hinweg wur
de die fehlende Übersicht aktueller Projekte und marktreifer Produktinnovationen bemängelt. Die
Chancen der Intensivierung einer auch branchenübergreifenden Zusammenarbeit zwischen Nutzern,
Entwicklern und Dienstleistern, z. B. aus den Bereichen IT, Architektur und Energieversorgung, wur
den betont. Im Rahmen der Arbeitsgruppe 3 wurden die Teilnehmer aufgefordert, mögliche Produkte
oder Projekte zu skizzieren. Aus den Vorschlägen sollten zunächst ein bis zwei konkrete Projekte für
die Umsetzung ausgewählt werden. Die Fokussierung auf weitere Themen ist jedoch jederzeit denk
bar.
Für die Schaffung der organisatorischen Voraussetzungen und die Umsetzung der Maßnahmen könn
te auf den Erfahrungen bereits etablierter Kompetenznetzwerke, wie dem silicon saxony e. V. und
dem biosaxony e. V. oder auch dem Verein zur Förderung der Gesundheitswirtschaft Leipzig (VFG),
aufgebaut werden.
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3.5 Schaffung eines Netzwerkes Healthy Saxony
Angesichts der kleinteiligen Struktur der Gesundheitswirtschaft im Freistaat Sachsen sind eine Kon
zentration und eine Zusammenarbeit dringend geboten. Der Schwerpunkt der Gesundheitswirtschaft
in Sachsen soll darin bestehen, ein sich selbst tragendes Netzwerk/Cluster (z. B. analog zur Auto
industrie) zu bilden, Produkte gemeinsam zu entwickeln, zu erproben, zur Marktreife zu führen und
Märkte (national und international) zu erschließen.
Die Zusammenarbeit von Unternehmen und Forschungseinrichtungen spielt dabei auch in der Ge
sundheitswirtschaft eine immer größere Rolle. Um diesen Weg gemeinsam zu beschreiten, haben
sich mehrere im Bereich der Gesundheitswirtschaft handelnde (Wirtschafts-) Akteure darauf ver
ständigt, „Healthy Saxony e. V.“ zu gründen. Der Verein möchte die beschriebenen anstehenden
Aufgaben angehen und bewältigen.
Healthy Saxony e. V. hat sich die Aufgabe gestellt, die medizinischen und wissenschaftlichen Einrich
tungen besser mit den KMU der Gesundheitswirtschaft zu vernetzen und strategische Ansätze zu
entwickeln, um die Gesundheitswirtschaft zu stärken. Die sächsischen Kompetenzen sollen unter
Einbeziehung der bestehenden regionalen Netzwerke gebündelt werden. Eine stärkere Einbindung
regionaler Zulieferer ist Voraussetzung dafür, dass die direkte und indirekte Wertschöpfung der säch
sischen Gesundheitswirtschaft gesteigert werden können. Healthy Saxony e. V. will die zentrale An
laufstelle und kommunikativer Mittelpunkt für die Unternehmen der Gesundheitswirtschaft sein.
Healthy Saxony e. V. als „Netzwerkmanager“ möchte weitere Projektpartner akquirieren, um
-
alle Beteiligten individuell zu unterstützen,
-
einen effektiven Wissens- und anwendungsorientierten Technologietransfer zu organisieren,
-
Prozesse zu verkürzen,
-
Systemlösungen zu entwickeln,
-
KMU in Finanzierungs- und Förderfragen (von Antragstellung über Projektentwicklung und
-abrechnung) produktgenau zu beraten, incl. Initiieren von frühzeitigen Wirtschaftlichkeits
betrachtungen und Zertifizieren von Produkten,
-
die regionale und globale Wettbewerbsfähigkeit der sächsischen Unternehmen zu stärken
und
-
eine einheitliche Außendarstellung der bis jetzt kleinteiligen Gesundheitswirtschaft Sachsen
anzustreben.
Die Netzwerkpartner sollen insgesamt profitieren. Da sie bisher ihre betrieblichen innovativen Vor
haben einzeln nur ungenügend umsetzen konnten, soll dies in Zukunft im Zusammenwirken aller
besser möglich werden.
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Ein wichtiger Weg der Umsetzung ist dabei die weitere Entwicklung einer zentralen webbasierten
Kommunikationsplattform für die Gesundheitswirtschaft in Sachsen. Mit den dort unterlegten rele
vanten Informationen zu Forschungseinrichtungen und Unternehmen/Handwerk soll der Austausch
zwischen Wirtschaft, Wissenschaft, Verwaltung und Politik unterstützt und Verbindungen zu anderen
Regionen der Gesundheitswirtschaft in Deutschland und im Ausland hergestellt werden. Die bisheri
gen Aktivitäten müssen noch stärker forciert werden, um das anspruchsvolle Ziel zu erreichen. Healt
hy Saxony e. V. muss hierzu notwendige Finanzmittel akquirieren.
Im Versorgungsbereich sollen moderne und innovative Informationstechnologien zunächst in Mo
dellprojekten eingesetzt werden (Stichwort: Telemedizinische Anwendungen). Langfristig können
diese Anwendungen zu einer Verbesserung in der medizinischen Versorgung führen bzw. ein mög
lichst langes und eigenständiges Leben in der häuslichen Umgebung ermöglichen. In deren Folge
können z. B. auch neue Behandlungsmethoden initiiert werden.
Healthy Saxony soll mit dem Blick auf die Breite der Gesundheitswirtschaft ein deutlich breites Spek
trum bedienen. Es bleibt festzustellen, dass die Ausrichtung von Healthy Saxony große Schnittmen
gen
-
zu biosaxony,
-
zum geplanten Medizintechnik-Cluster und
-
zur regional agierenden Leipziger BIO-NET GmbH, die zudem noch die Arbeit des Vereins zur
Förderung der Gesundheitswirtschaft VFG e. V. koordiniert,
aufweist
.
Die Struktur von biosaxony diente quasi als Vorlage für die Gestaltung des Healthy Saxony e. V. Bei
beiden Vereinen gibt es eine Doppelstruktur Verein/GmbH, wobei bei Healthy Saxony die Carus Con
silium Sachsen GmbH die Geschäftsführung des Vereins übernehmen wird.
In Sachsen gibt es im Bereich der Lebenswissenschaften somit zurzeit mehrere Akteure. Diese stim
men sich in ihren Maßnahmen und Inhalten zwar partiell ab, sind aber auch oft genug Einzelkämpfer
und werden in der Öffentlichkeit und bei den Behörden auch so wahrgenommen.
Zudem braucht jeder Akteur (Verein) in irgendeiner Form einen administrativen Kopf, um die eigenen
Ziele umsetzen zu können. Durch die Bündelung von Ressourcen könnte eine höhere Wirksamkeit
erreicht werden.
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Aufgrund der vielfältigen inhaltlichen Parallelen sollte entschieden werden, inwieweit durch eine
gemeinsame Administration und Mitgliederverwaltung Synergien und Ressourcen sinnvoll genutzt
werden könnten. Die aktuellen Entwicklungen in der Neustrukturierung der Life Science Branche, der
auch die Netzwerke biosaxony und healthy saxony zuzuordnen sind, bergen die einmalige Chance,
zukunftsfähige fachliche und administrative Strukturen zu etablieren. Die zu schaffende Manage
mentstruktur sollte dem Leitbild folgen, bestehende Initiativen, Netzwerke und Verbände zu stärken
und zu vernetzen, eine engere Verzahnung mit angrenzenden (z. B. ingenieurwissenschaftlichen)
Branchen zu ermöglichen und vor allem Doppelstrukturen bei der Bewältigung administrativer und
organisatorischer Managementaufgaben zu vermeiden.
12
Die Verknüpfung würde folgende Vorteile bieten:
-
beständige und direkte Kooperation zwischen den beteiligten Netzwerken,
-
Reduktion von Overhead-Kosten - mehr Ressourcen für direkte Projektarbeit,
-
Erhöhung der Sichtbarkeit der Einzelakteure durch beständige Co-Präsenz bei den Aktivitäten
der anderen Partner,
-
optionale Etablierung einer starken Dachmarke (Life Science Verbund Sachsen), die anfäng-
lich von der bestehenden Marke biosaxony profitieren kann,
-
Konzentration der Partner auf Kernthemen - höhere Akzeptanz durch Nutzer/Mitglieder,
-
Vermeidung von unnötigen Konkurrenzsituationen.
Alle administrativen Tätigkeiten, wie Geschäftsführung, Buchhaltung, Marketing, Eventmanagement
und tendenziell auch Projektmanagement könnten aus den Vereinen ausgelagert und in einer Ma
nagement GmbH zusammengefasst werden. Die fachliche Kompetenz für die jeweiligen Branchen
verbleibt in den Vereinen. Diese übernehmen dann die Initiierung und inhaltliche Steuerung von Pro
jekten (z. B. von Veranstaltungen). Die operative Umsetzung liegt dann bei den Mitarbeitern der
GmbH. Dies könnte über Geschäftsbesorgungsverträge geregelt werden.
Dies ist soweit ausbaubar, dass die gesamte Infrastruktur (Mieträume, Rechner, etc.) von der GmbH
gehalten und gegen Entgelt zur Nutzung bereitgestellt wird. Somit könnte die bisherige aufwändige
Teilung von Kosten zwischen Verein und GmbH (wie z. B. bei biosaxony vorhanden) entfallen.
12
Hierzu ergäbe sich die Chance auch die Life Science Branche, aufbauend auf dem Gesundheitsatlas, in einem
gemeinsamen Life Science Atlas Sachsen kompakt darzustellen und die Nutzung als Branchenkatalog zu ermög
lichen. Die Erfahrung bereits vorhandener Branchenpräsentation könnten in diesen Atlas integriert werden.
Z. B. Branchenkatalog des VFG e. V. oder der aktuelle Softwareatlas des SMWA und der Wirtschaftsförderung
Sachsen
(http://tinyurl.com/Softwareatlas).
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4
Projekte für die Weiterentwicklung der Gesundheitswirtschaft in
Sachsen
4.1 Projekt 1: Modellprojekte zur Vernetzung von ambulanter und statio
närer Versorgung
Vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung und den damit einhergehenden Unterschie
den zwischen Stadt und Land kommt einer regionalen, sektorübergreifenden und populationsbezo
genen Planung und Gestaltung der Gesundheitsversorgung eine wachsende Bedeutung zu.
Die zu erwartende Entwicklung mit einem wachsenden Anteil chronisch kranker, älter werdender
Bürger und in einigen Gesundheitsberufen ein deutlich spürbarer Fachkräftemangel wird sich vor
allem im ländlichen Raum mit Versorgungsproblemen bemerkbar machen. Dieser demografische
Wandel findet auch im Gesundheitsbereich nicht gleichmäßig statt, sondern regional und lokal diffe
renziert, die Versorgungsstrukturen als auch die Krankheitslasten variieren von Ort zu Ort, von Re
gion zu Region. Diesen Herausforderungen soll sich mit Modellprojekten gestellt werden.
Mit Modellprojekten kann und soll versucht werden, kurzfristig neue, innovative Wege zu beschrei
ten. Das übergeordnete Ziel ist weiterhin, einen flächendeckenden Zugang zu einer Gesundheitsver
sorgung von hoher Qualität zu gewähren.
Ziel der Modellprojekte
ist es, Gesundheitsversorgung stärker dort anzusiedeln und zu steuern, wo
medizinische Versorgung tatsächlich stattfindet: beim Patienten vor Ort. Modellprojekte werden
organisiert von den in den Kommunen regional verantwortlichen Akteuren, unter Einbeziehung der
Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen, die den konkreten Bedarf ihrer Umgebung kennen. Somit
kann eine regionale Sicherung der medizinischen Versorgung erprobt werden. Die Gesundheitser
gebnisse und die Versorgungsqualität können an einem Versorgungsstandort durch eine
integrierte
Vollversorgung
erhöht werden. Integrierte Vollversorgung schließt u. a. ambulante und stationäre
medizinische
und
pflegerische Leistungen nach SGB V und XI ein.
13
Dies soll durch Koordination und Integration von Gesundheitsleistungen in sektor- und berufsgrup
penübergreifenden Strukturen angestrebte Versorgungslösungen an
definierten Versorgungsstand
orten modellhaft
erprobt werden. Solche Versorgungsstandorte müssen im Zuge der Umsetzung
benannt werden. Dabei sollte es sich um konkret zu umreißende ländliche (kleine) und beplanbare
Regionen handeln, um tatsächlich mehr Versorgungsleistungen in die Fläche zu bringen. Es werden
regionale Mitwirkungs- und Gestaltungselemente genutzt, die eine Ausrichtung der Gesundheitsan
gebote an lokal/regional unterschiedlichen Erfordernissen ermöglichen. Konkret müssen von allen
Beteiligten Möglichkeiten zum Ausgliedern von Leistungsbereichen, -vergütungen und vertragliche
Regelungen ausgelotet werden.
Einbezogen werden u. a. folgende
Netzwerkpartner
: Haus-, Fach- und Klinikärzte, Pflegeeinrichtun
gen und weitere medizinische Berufsgruppen.
13
Möglichkeiten der Anwendung der §§63 bis 65 oder §140a ff SBG V.
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Bestandteile bzw. Elemente
einer lokalen integrierten Vollversorgungslösung können sein:
-
die Schaffung von integrativen, netzinternen Behandlungs- bzw. Versorgungspfaden und de
ren IT-Vernetzung,
-
ein zu entwickelndes, auf Indikatoren beruhendes, netzwerkbezogenes Qualitätsmanage
ment (z. B. hinsichtlich Messung und Verbesserung von Wartezeiten und Anfahrtswegen in
Bezug auf wohnortnahe Versorgungslösungen),
-
der Einsatz von bedarfsbezogenen mobilen Lösungen, der Ausbau von Satellitenpraxen und
AAL-Elementen,
-
netzwerkbezogene Fortbildung für die am Netzwerk beteiligten Partner,
-
ergänzende bedarfsorientierte Versorgungsbestandteile wie Präventionsangebote und
-
zur Schnittstellenverbesserung ein strukturiertes und möglicherweise auch personell unter
stütztes Einweisungs- und Entlassungsmanagement (z. B. Einsatz von Case Manager, VERAH-
oder AGnES-Konzept, PflegeNetz Sachsen).
Die
Koordination und das Management
des Modellprojektes soll durch die beteiligten Modellpart
ner als Mitgestalter in Form einer Verantwortungspartnerschaft für das lokale Modell getragen wer
den. Die Basis zur Mitwirkung an dem Modell kann sich in der ersten Phase an den bisherigen Leis
tungsumfängen und deren Vergütung orientieren. Im Weiteren ist an eine mögliche Umwidmungs
prämie für die beteiligten Partner zu denken, die dann ihr bisheriges Leistungsspektrum im Zuge der
Neuordnung von Versorgungsleistungen im Modellprojekt bedarfsorientiert anpassen.
Für die
Finanzierung
eines solchen Modellprojektes wird ein Vollversorgungsvertrag mit einer oder
mehreren Krankenkassen über eine Anschubfinanzierung angestrebt, auch wenn derzeit eine Wie
derauflage der Anschubfinanzierung für IV-Verträge über einen Innovationsfonds noch aussteht.
14
Aufgegriffen wird auch die mögliche Beteiligung dieses Modellprojektes an einer künftigen Aus
schreibung zur Vergabe von Finanzmitteln aus dem Innovationsfonds, den die Bundesregierung als
Bestandteil ihres Koalitionsvertrages zur Förderung innovativer sektorübergreifender Versorgungs
formen initiiert hat.
Vorstellbar ist, dass die Entwicklung der Finanzierung des Modellprojektes von einer anfangs sekto
ral, budgetneutralen Phase über eine Phase der Neu- bzw. Umverteilung von Honoraren und Pau
schalen zu einem Globalbudget für eine lokale Versorgungslösung führen kann.
15
Modellprojekte bedürfen einer Evaluierung. Sie können nicht den Anspruch erheben, sofort allge
mein gültig zu sein und ohne Berücksichtigung aller Interessen Strukturen zu verändern.
Im Zuge der
Evaluierung
des Modellprojektes muss der Nachweis der Sicherstellung und Wirtschaft
lichkeit der Patientenversorgung durch Qualitätssicherung von medizinischen Versorgungsstrukturen
an einem Modellstandort erbracht werden und es muss verdeutlicht werden, dass das Modellprojekt
nachhaltig und zukunftsorientiert einem möglichen Stadt-Land-Gefälle in der Gesundheitsversorgung
entgegenwirkt.
14
Der SVR hat die Wiederauflage der Anschubfinanzierung für IV-Verträge über einen Innovationsfond vorge
schlagen. Sachsen hat diesen Vorschlag in den Koalitionsvertrag eingebracht. Bisher ist der Vorschlag noch
nicht in das Gesetz aufgenommen (Stand: März 2014).
15
Ein Globalbudget wird z. B. derzeit im Modellprojekt Regionales Psychiatriebudget getestet.
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4.2 Projekt 2: Gesamtsächsisches Konzept für den Technologietransfer
4.2.1
Technologietransfer in der Gesundheitswirtschaft - Zielstellung und Empfehlun
gen aus der Biotechnologie (biosaxony und ETTBio)
Ziel des zweiten Projektes ist die Schaffung eines gesamtsächsischen Konzeptes für den Technologie
transfer. Konkret zielt das Projekt auf die Verbesserung der Übersichtlichkeit und der Strukturen der
sächsischen Transferlandschaft, um die wirtschaftliche Verwertung neuer Technologien auch in der
Gesundheitswirtschaft zu unterstützen. Das Projekt bekräftigt die Vorschläge des Netzwerkes biosa
xony zur Weiterentwicklung des Technologietransfers in den Lebenswissenschaften sowie des Pro
jektes ETTBio (Effektiver Technologietransfer in der Biotechnologie) zur Schaffung einer zentralen
Technologietransfereinheit.
16
Der Aufbau von Doppelstrukturen soll explizit vermieden werden -
vielmehr ist die Gesundheitswirtschaft mit ihren Besonderheiten als ein Baustein in die sächsische
Transferlandschaft zu integrieren.
„Technologietransfer“ umfasst sowohl das gezielte Screening von Forschungsergebnissen hinsichtlich
des Potentials für eine wirtschaftliche Verwertung durch marktfähige Produkte, als auch die Identifi
zierung zukunftsträchtiger Technologien sowie die Unterstützung und Förderung der Entwicklung
marktreifer Produkte bis hin zum erfolgreichen Markteintritt und der Gründung neuer Hightech-Spin-
offs.
Die Bedeutung des Technologietransfers als Wachstumsmotor der sächsischen Wirtschaft wird auch
in dem Bericht des SMWK zur Forschungs- und Technologiepolitik sowie in der Innovationsstrategie
des Freistaats Sachsen des SMWA herausgehoben. Der Biotechnologie als Schlüsseltechnologie sowie
dem Zukunftsfeld „Gesundheit“ bzw. den Bereichen Medizin/Medizintechnik/Neurowissenschaften
werden wesentliche Entwicklungspotenziale zugesprochen.
17
Der Technologietransfer wird in Sachsen durch verschiedene Förderinstrumente unterstützt.
18
Da
durch entwickelten sich in den letzten Jahren – u.a. in der Medizintechnik und der Biotechnologie –
zahlreiche regionale und technologiebezogene Initiativen und Netzwerke, die den Technologietrans
fer und Unternehmensgründungen unterstützen.
Trotz der Fortschritte in der Herausbildung von Technologietransferstrukturen wurden in den Ge
sprächen zum Strategie- und Masterplan mit den Arbeitsgruppen und Akteuren die Erkenntnisse des
Technologietransfer-Berichtes von biosaxony und des ETTBio-Projektes zu den Defiziten und dem
Handlungsbedarf für den Technologietransfer bestätigt:
19
16
Vgl. Technologietransfer in den Lebenswissenschaften in Sachsen, biosaxony (2014) und Uecke, O., Funkner,
A., Schmieder-Galfe, N. (2013): Ergebnisse der Analyse des Technologietransferprozesses in der Biotechnologie
in der Region Dresden, EU-Projekt ETTBio, Technische Universität Dresden c/o dresden|exists, Lehrstuhl für
Entrepreneurship und Innovation, sowie Uecke, O. (2012): Projektbeschreibung ETTBio, S. 1. Das ETTBio-Projekt
läuft noch bis Ende 2014.
17
Vgl. SMWK(2012): Bericht des SMWK zur Forschungs- und Technologiepolitik und ihrer strategischen Fort
entwicklung, SMWA(2013): Innovationsstrategie des Freistaates Sachsen, BMBF(2012): Nationaler Strategie
prozess „Innovationen in der Medizintechnik“.
18
Diese zielen auf die Stärkung der Innovationsfähigkeit von Unternehmen, auf die Erhöhung der Transferbe
reitschaft in den Hochschulen durch Anreizsysteme, Zielvorgaben und transferbezogene Weiterbildung sowie
auf die Etablierung von zentralen und dezentralen Transferassistenten in den wissenschaftlichen Einrichtungen.
SMWA(2013): Innovationsstrategie des Freistaates Sachsen, S. 45.
19
Vgl. Fußnote 16.
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Sowohl von Seiten der Wissenschaftler als auch von Seiten der Unternehmen wird die In
transparenz der gegenwärtigen Strukturen als wesentliche Transferbarriere beklagt. Die
Identifikation kompetenter Ansprechpartner ist nur sehr schwer möglich. Wissenschaftlern
und Unternehmen, bei denen der Wissens- bzw. Technologietransfer nur eine Sekundär-
Aufgabe ist bzw. die sich in diesem Bereich profilieren wollen, sehen sich zeitintensiven Re
cherchen ausgesetzt, um geeignete Informationen zu Forschungsschwerpunkten, Technolo
gien, Finanzierungsmöglichkeiten und Partnern zu finden.
-
Handlungsbedarf besteht zudem bei der Sensibilisierung von Wissenschaftlern hinsichtlich
der wirtschaftlichen Verwertung ihrer Forschungsergebnisse. Aufgrund fehlender Anreize,
aber auch der Unkenntnis zu den Möglichkeiten und Prozessen der Weiterentwicklung wis
senschaftlicher Erkenntnisse zu neuen Produkten oder Prozessen, bleiben Transferpotenziale
ungenutzt.
-
Zwischen Forschungsförderung zur Entwicklung neuer Technologie und der Überführung in
marktfähige Produkte besteht eine Finanzierungslücke, die die wirtschaftliche Nutzung inno
vationsträchtiger Technologieansätze behindert.
20
Die Vorschläge zur Behebung dieser Defizite schlagen sich in folgenden Handlungsempfehlungen
nieder:
21
1. Schaffung einer zentralen Technologietransfer-Anlaufstelle für Unternehmer und Wissen
schaftler, in der bereits vorhandene Technologietransferstrukturen, -ressourcen und -
kompetenzen gebündelt und koordiniert werden (shared services),
2. Etablierung einer Proof-of-Concept Validierungsförderung für Biotech-Transferprojekte zur
Bewertung der wirtschaftlichen Verwertbarkeit von Forschungsergebnissen hinsichtlich ihres
Vermarktungspotenzials (Phase 1) und der Vorbereitung der Markteinführung (Phase 2),
3. Schaffung eines Fonds zur Seed/Start-up Risikokapitalfinanzierung in Sachsen, der auch in
(pharmazeutische) Biotechnologieprojekte investiert (Technologiegründerfonds Sachsen II)
22
,
4. Systematisches Screening nach neuen Technologien und deren Anwendungsmöglichkeiten
(Technologie-Scouting) einschließlich einer anschließenden Weiterentwicklung von Transfer
projekten bis zur Unternehmensgründung/Markteinführung,
5. Sensibilisierung potenzieller Akteure (Wissenschaftler/Unternehmen) durch proaktive Kom
munikation, Weiterbildung und gezielte Anreize zur verstärkten Fokussierung auf eine aktive
wirtschaftliche Verwertung von Forschungsergebnissen.
Neben der Unterstützung der operativen Technologietransferprozesse soll die Entwicklung der Bran
che durch ein Expertenkomitee vorangetrieben werden, das sich aus regionalen und externen Exper
ten zusammensetzt.
20
Vgl. Wolf, B., Pankotsch, F.(2013): Notwendigkeit einer Validierungsförderung für Sachsen - Positionspapier,
4. Fassung vom 14.11.2013 Anlage B (unveröffentlicht).
21
Vgl. Fußnote 16.
22
Im Technologiegründerfonds ist bereits die Medizintechnik eingeschlossen, jedoch nicht die Biotechnologie.
Vgl.
http://www.tgfs.de/fokus.html
(Abrufdatum: 06.02.2014).
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Der Aufbau der Technologietransferstrukturen soll explizit aus den bestehenden Strukturen auf frei
williger Basis erfolgen (bottom-up) und gründet sich auf eine gemeinsame Nutzung der vorhandenen
Kompetenzen (shared services) und die Erzielung eines Mehrwerts für alle Beteiligten.
Im ersten Schritt soll ein Konzept für den Raum Dresden erstellt und umgesetzt werden, eine Erwei
terung auf ganz Sachsen wird in einem zweiten Schritt angestrebt. Zudem soll das Konzept so gestal
tet sein, dass die Transferstrukturen und die -funktionalitäten auch auf andere Technologiebereiche
erweitert werden können. Potenziell sollten folgende wissenschaftliche Einrichtungen im ersten
Schritt einbezogen werden: TU Dresden, HTW, HZDR, MPI-CBG, IFW, IPF. Hinzu kommen Transfer
dienstleister wie TUDAG, GWT, DIU, Life Science Inkubator Sachsen oder Ascenion. Aus der Wirt
schaft können Unternehmen, Wirtschaftsförderungen, Verbände, Kammern und Netzwerke (z. B.
biosaxony, Healthy Saxony, etc.) integriert werden.
4.2.2
Besonderheiten des Technologietransfers in der Gesundheitswirtschaft
Die Gesundheitswirtschaft stellt ein wichtiges Anwendungsgebiet der biotechnologischen Forschung,
insbesondere bei Produkten der roten Biotechnologie, dar.
23
Begründet liegt dies in der engen inhalt
lichen Verzahnung der Biotechnologie mit der Medizintechnik und deren Bedeutung für die Gesund
heitsbranche. Beim Aufbau von Technologietransferstrukturen für die Gesundheitswirtschaft Sachsen
sollte daher auf den Erfahrungen der Biotechnologie und den Ergebnissen des ETTBio-Projektes auf
gebaut werden. Im Gegensatz zu anderen Bereichen der Biotechnologie sind für die Übertragung von
Forschungsergebnissen in die medizinische Versorgung einige Besonderheiten zu berücksichtigen:
-
Die Vielfalt der Akteure der Gesundheitsbranche (z. B. Versorgungseinrichtungen, Kostenträ
ger, Regulierungsbehörden) erschwert Branchenneulingen die Orientierung.
-
Die Gesundheitswirtschaft, insbesondere die medizinische Versorgung, unterliegt umfangrei
chen gesetzlichen und regulatorischen Vorschriften (z. B. Krankenhausfinanzierung, regulier
te Zulassung von Ärzten, Preisregulierung von Arzneimitteln, Abrechnungsvorschriften für
ambulante und stationäre medizinische Leistungen). Grundlegende Kenntnisse sind für einen
erfolgreichen Technologietransfer jedoch unabdingbar.
-
Die Zulassung von Medizinprodukten und Arzneimitteln erfordert teilweise langwierige und
kostenintensive Test- und Genehmigungsverfahren (z. B. Phase II und III bei Arzneimittelent
wicklungen sowie bei klinischen Studien für die Behandlung chronischer Erkrankungen).
-
Die Gesundheitswirtschaft bietet einen Markt für Innovationen aus verschiedensten Bran
chen (wie beispielsweise der Elektrotechnik, Werkstoffwissenschaften, Mess- und Sensor
technik oder Informatik), so dass die Strukturen für den Technologietransfer eine hohe inter
disziplinäre Flexibilität ermöglichen sollten.
24
23
Im Biotechnologie-Report Sachsen 2012 stellen Unternehmen, die der roten Biotechnologie (d.h. Herstellung
von pharmazeutischen Produkten und Medizinprodukten) zuzuordnen sind, mit 80% die größte Unterneh
mensgruppe dar. Biosaxony(2012a): Biotechnology-Report Sachsen 2012, S. 6.
24
Beispielhaft sei hier das Projekt „Innovative Surgical Training Technologie“ an der HTWK Leipzig genannt. Für
weitere Informationen siehe
http://www.istt.htwk-leipzig.de/
.
Eine Übersicht zu weiteren Unternehmen der
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Die Gesundheitswirtschaft mit ihren unterschiedlichen Dimensionen – Sicherstellung der
medizinischen Versorgung, wichtiger Forschungs- und Wissenschaftsbereich sowie Markt für
Produkte und Dienstleistungen sächsischer Unternehmen – unterliegt dem Einfluss verschie
dener sächsischer Ministerien (Sächsisches Staatsministerium für Soziales und Verbraucher
schutz, Sächsisches Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst, Sächsisches Staatsminis
terium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr). Eine gute Abstimmung zwischen den Ministerien
zu den Maßnahmen zur Förderung der Gesundheitswirtschaft ist daher wesentliche Voraus
setzung für eine erfolgreiche Entwicklung der Branche.
Beim Aufbau des Netzwerkes Healthy Saxony sollte sich an den vorgeschlagenen Handlungsempfeh
lungen der Biotechnologie für die Gestaltung der Technologietransferstrukturen orientiert werden
und, sofern notwendig, auf die Besonderheiten der Gesundheitswirtschaft eingegangen werden:
1. Die Schaffung einer Datensammlung zur übersichtlichen Darstellung von aktuellen For
schungsprojekten und -verbünden, innovativen Technologien und Produkten sowie Akteuren
und Ansprechpartnern sollte auch für die Gesundheitswirtschaft (einschließlich der Pflege
wirtschaft) erfolgen. Derartige Informationen sollten in die im Aufbau befindliche Internet
plattform des Netzwerkes Healthy Saxony integriert werden. Die Weiterentwicklung des Digi
talen Gesundheitsatlasses sollte in enger Abstimmung zu der geplanten Datensammlung für
die Biotechnologie erfolgen. Durch die gemeinsame Erstellung könnten Ressourcen einge
spart und Doppelerhebungen vermieden werden. Die Datensammlung sollte so gestaltet
sein, dass dadurch sowohl Informationsdefizite der Wissenschaftler, Unternehmen und Me
diziner abgebaut werden als auch die Sichtbarmachung der Branche nach außen zur Unter
stützung von Marketingaktivitäten möglich ist.
Die Erstellung der Datenbank setzt die Kooperationsbereitschaft der wissenschaftlichen Ein
richtungen und der Unternehmen voraus. Die Vorteile einer gemeinsamen Datenbasis müs
sen daher für alle Beteiligten ersichtlich sein. Neben einer Vereinfachung der Recherchemög
lichkeiten zu Forschungsergebnissen, Technologien, innovativen Produkten und Akteuren
könnte die Datensammlung auch die Grundlage für die Bewertung der Entwicklung der Bio
technologie- bzw. der Gesundheitsbranche liefern.
25
Ein webbasiertes, zentrales Wegweiser-System sowie die Schaffung von Regionalbüros für
den Technologietransfer mit kompetenten Ansprechpartnern könnte auch für die Gesund
heitswirtschaft die Transparenz für Wissenschaftler, Unternehmen sowie Mediziner erhöhen
und entscheidende Barrieren im Technologietransfer abbauen. Innerhalb der Regionen sowie
auch zwischen den Regionen sollten die Transferstellen der universitären und außeruniversi
tären Einrichtungen miteinander kooperieren, um Synergien bei der gemeinsamen Nutzung
der unterschiedlichen Kompetenzen zu erschließen und Doppelstrukturen zu vermeiden.
Biotechnologie und der Medizintechnik bietet die Broschüre LIFE SCIENCE der Wirtschaftsförderung Sachsen.
Siehe auch Themen der Medizintechniksymposien und Forschungsprojekte des IBMT der TU Dresden:
http://www.fms-dresden.de/
bzw.
http://www.et.tu-dresden.de/ibmt/
.
25
Beispielsweise könnte die Datenbank Informationen zu Patentanmeldungen, neuen Produkten und Spin-offs,
Mitarbeiterzahlen
und
Umsätzen
enthalten
bzw.
deren
Erhebung
vereinfachen.
Sind
Produk
te/Dienstleistungen für die Gesundheitswirtschaft nur Teil des Unternehmensportfolios könnten diese Unter
nehmen(-santeile) erfasst werden.
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2. Hinsichtlich der Vermittlung von Wissen zum Technologietransfer sollte es Aufgabe des
Netzwerkes Healthy Saxony sein, Kenntnisse zum Technologietransfer in die ärztliche Ausbil
dung zu integrieren. Darüber hinaus stellt die Intensivierung der interdisziplinären Aus- und
Weiterbildung von Medizinern, Naturwissenschaftlern und Ingenieuren sowie Wirtschafts
wissenschaftlern ein wichtiges Ziel zur Förderung des Technologietransfers in der Gesund
heitswirtschaft dar. Entsprechende Konzepte sind sowohl für die Zeit des (Medizin-) Stu
diums, für bereits in der Forschung tätige Mediziner als auch für klinisch tätige Ärzte und
Fachärzte zu entwickeln. Dies kann beispielsweise im Rahmen der Doktorandenausbildung
oder der (fach-) ärztlichen Weiterbildung erfolgen. Naturwissenschaftlern, Ingenieuren und
Wirtschaftswissenschaftlern sind medizinische Aspekte zu vermitteln, beispielsweise zum Ab
lauf klinischer Studien, zu den gesetzlichen und regulatorischen Rahmenbedingungen der Zu
lassung eines Medikaments bzw. Medizinproduktes oder zum Management und der Finan
zierung medizinischer Versorgungseinrichtungen.
3. Bei der Schaffung von Anreizen für Technologietransferprojekte bei Wissenschaftlern sind
vor allem die Universitätskliniken und medizinischen Fakultäten gefragt. Zur Erhöhung des
Anteils der Wissenschaftler, die sich in Technologietransferprojekte einbringen, sind transpa
rente Forschungs- und Technologietransferstrukturen in den Einrichtungen bzw. einrich
tungsübergreifend erforderlich. Das Netzwerk Healthy Saxony sollte derartige Aktivitäten in
Abstimmung mit der zentralen Technologietransferstelle und dem SMWK koordinieren.
Eine Kontaktstelle für den Transfer neuer Technologien in die Gesundheitswirtschaft sollte sowohl
Wissenschaftlern als auch Unternehmen eine wertvolle Orientierung bieten, wie ihre Innovationen in
diesen Markt überführt werden können. Vor allem Forscher und Unternehmen, die neu in diese
Branche einsteigen, könnten davon profitieren.
Damit könnte gleichzeitig eine Plattform geschaffen werden, um im Sinne eines Technologie-Scouting
Bedarfe gezielt zu sammeln und geeignete Forschungseinrichtungen und Unternehmen mit den
potenziellen Anwendern zusammen zu bringen.
Von einer Förderung des Technologie-Scoutings sowie von Validierungsstudien kann auch die Ge
sundheitswirtschaft profitieren. Hierbei sollte sich zunächst auf die Effekte beschränkt werden, die
sich bei einer Etablierung der Handlungsempfehlungen im Bereich der Biotechnologie für die Ge
sundheitswirtschaft ergeben. Bei Bedarf kann sich das Netzwerk Healthy Saxony mit der Vermittlung
entsprechender Experten zur Unterstützung des Technologie-Scoutings und der Validierung von
Transferprojekten in diese Aufgaben einbringen.
Die Vernetzung der Akteure könnte beispielsweise durch die Förderung im Rahmen der „Zukunftsini
tiative Sachsen“ unterstützt werden, die vorrangig auf die Bildung von innovativen Clustern fokus
siert.
Ferner sind die Finanzierungszeiträume für die Transferprozesse den Erfordernissen der Gesund
heitswirtschaft anzupassen, d. h. Zeitspannen für klinische Studien, Zulassungsprüfungen und Ge
nehmigungsprozesse sind bei der Ausgestaltung von Förderprogrammen zu berücksichtigen.
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4.3 Projekt 3: Sächsische Vermarktungsstrategie für innovative Produkte
sächsischer KMU
Im dritten Projekt steht die Vermarktung von (marktfähigen) innovativen Produkten sächsischer KMU
im Mittelpunkt. Die Anwendung neuer Produkte oder Verfahren scheitert oftmals aufgrund von
Schwierigkeiten, die beispielsweise mit der Aufnahme in den Leistungskatalog der Krankenkassen,
langwierigen/bürokratischen Entscheidungswegen bzw. eingeschränkter Entscheidungsbefugnisse in
Einrichtungen der Gesundheitsversorgung begründet liegen.
Darüber hinaus verfügen KMU nur über beschränkte personelle und finanzielle Ressourcen zur Ver
marktung neuer Produkte. Finanzielle Unterstützung bei der Forschungsförderung als auch die Finan
zierung in der Gründungsphase von Unternehmen (Gründungsfinanzierung) ist in Deutschland (und
Sachsen) relativ gesichert, das sog. „Valley of Death“ – ein Defizit an Finanzierungsmöglichkeiten für
die Entwicklung marktfähiger Modelle und deren Markteinführung – besteht aber in den Augen der
meisten hierzu befragten Experten weiterhin. Das Valley of Death beschreibt auch eine
Lücke in der
Förderkette
von der Grundlagenforschung über die angewandte Forschung bis hin zur Umsetzung
und Auswertung von Pilot- und Demonstrationsprojekten. Markterfolge entstehen heute zumeist
nach dem Zufallsprinzip – und gute Ideen mit großem Potenzial überwinden die Hürden der Markt
einführung dabei oft nicht. Der Grund für das Scheitern liegt häufig in unzureichender Marktfor
schung. „Mehr als 86 Prozent neuer Produktideen schaffen es nicht auf den Markt. Und von denen,
die es schaffen, scheitern etwa 50 bis 70 Prozent“, so eine internationale branchenübergreifende
Marktstudie von Deloitte.
26
Neuartige Produkte, die zu einem deutlichen Qualitätssprung in der me
dizinischen Versorgung (oder auch in der Ausbildung) führen können, scheitern u.a. demnach an z.T.
schwerfälligen Strukturen und den mangelnden Ressourcen von KMU.
Um diese Hindernisse zu verringern, könnten über Healthy Saxony derartige marktfähige Produktin
novationen vor einem Entscheidungsgremium direkt präsentiert werden, um daraufhin geeigneten
Produkten gezielt und auf kurzem Weg zur Markteinführung – zunächst in Sachsen – zu verhelfen.
Die Erfahrungen, die mit der Anwendung der Produkte gemacht werden, könnten wichtige Anregun
gen für die Verbesserung der Marktfähigkeit und Weiterentwicklung des Produkts liefern und durch
die gesammelten Referenzen die Erweiterung des Vermarktungsgebietes unterstützen. Für die dann
nötige finanzielle Ausstattung der KMU können positive Ergebnisse – hervorgerufen durch den Ein
satz der neuen Produkte – auch den Erhalt notwendiger Eigenkapitalbeteiligungen nachhaltig erleich
tern.
Die Finanzierung des Markteintritts könnte über die Marktpartner und Nutzer selbst erfolgen, ggf. in
Kombination mit einem Finanzierungsfonds, der durch die Partner getragen wird (z. B. Krankenkas
senbudget).
26
Vgl. Deloitte: Mastering Innovations: Exploiting Ideas for Profitable Growth, 2004.
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Folgende Beispiele sollen das Ziel des Projektes 3 veranschaulichen:
-
Telemedizinische Unterstützung von Leistungserbringern im ländlichen Raum zur Ergänzung
fachärztlicher Präsenz am Beispiel der Hörgeräteversorgung (Fa. Gromke Hörakustik, Leipzig)
Durch eine telemedizinische Verknüpfung zwischen Hörakustikern und HNO-Ärzten soll die fach
ärztliche Versorgung im ländlichen Raum verbessert werden. Die Notwendigkeit einer fachärztli
chen Konsultation kann vorab durch die Hörakustiker festgestellt und durch ein Telekonsil vom
Facharzt ggf. bestätigt werden. Dem Patienten soll ermöglicht werden, bei Problemen zunächst
den zuständigen Hörakustiker zu konsultieren und die ärztliche Konsultation auf die ernsthaften
Fälle zu beschränken. Dadurch könnten sowohl die Fachärzte entlastet, als auch Wartezeiten für
die Patienten reduziert werden.
-
Anwendung des Produkts Mentype
®
MycoDerm
QS
der Firma Biotype
®
Diagnostic GmbH
Bei dem Produkt Mentype
®
MycoDerm
QS
der Firma Biotype
®
Diagnostic GmbH handelt es sich um
ein Diagnoseverfahren, mit dem der Nachweis von Dermamykoseerregern deutlich schneller und
spezifischer erbracht werden kann. Die Sofortdiagnostik ist ein molekulardiagnostischer Test auf
der Basis einer Multiplex-PCR-Diagnostik
(http://www.biotype.de/).
Anstelle eines Therapiebe
ginns nach drei bis vier Wochen, kann bereits nach 24h die Therapie beginnen. Das Verfahren er
möglicht zudem eine spezifische Identifikation der Mykose-Erreger. Dadurch wird eine schnelle
und erregerspezifische Therapie ermöglicht. Durch eine gezielte – ggf. auch vorübergehende –
Aufnahme in das Diagnose-Spektrum interessierter Versorgungseinrichtungen, könnten die Vor
teilhaftigkeit des Produktes mit seinen medizinischen und ökonomischen Effekten für die Patien
ten und die Versicherungsträger detaillierter untersucht und Impulse zur weiteren Produktgestal
tung im Sinne eines Routinediagnostik-Verfahrens aufgegriffen werden.
-
Computerunterstützte Trainingsgeräte für die medizinische Aus- und Weiterbildung in der Chi
rurgie/Gynäkologie/Urologie
Die Firma SAMED
(
http://www.samed-forke.de/
)
und die HTWK Leipzig
(http://www.istt.htwk-
leipzig.de/)
entwickeln und bieten computerunterstützte Trainingsgeräte für die medizinische
Aus- und Weiterbildung in der Chirurgie, Gynäkologie und Urologie an. Von einer Erweiterung der
Aus- und Weiterbildungsordnungen im Sinne des Einsatzes von o.g. Trainingsgeräten in Sachsen
könnten die Studierenden und Ärzte, die Versorgungseinrichtungen, Patienten und letztlich die
Firmen und der Freistaat Sachsen profitieren.
Für die Entwicklung einer derartigen sächsischen Vermarktungsstrategie müssten zunächst Kriterien
festgelegt werden, die für die Beantragung/Prüfung von Produkten durch die relevanten End-Nutzer
(z. B. Versorgungseinrichtungen, Krankenkassen, KMU) zu erfüllen sind. Dazu könnten zum Beispiel
die Produktzulassung, klinische Studien oder Marktanalysen zählen.
Das Bewertungsgremium könnte je nach Anwendungsgebiet der Produktinnovation flexibel zusam
mengesetzt sein. Die Umsetzung und der Erfolg dieses Projektes könnten konkret messbar in der
Anzahl der eingeführten marktfähigen Produkte bzw. Versorgungslösungen dargestellt werden.
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5
Handlungsbereiche und Maßnahmen für die Weiterentwicklung
der Gesundheitswirtschaft Sachsen
5.1 Überblick und Prämissen
Die Festlegung konkreter Maßnahmen, mit welchen die Entwicklung der Gesundheitswirtschaft Sach
sen vorangetrieben werden kann, basiert - wie auch die Projekte - auf den beiden Ausgangszielen des
Strategie- und Masterplans:
1. Verbesserung des Wissenstransfers und der Produktbildung: Unterstützung von KMU sowie
Vernetzung von Forschung, medizinischen Einrichtungen und Unternehmen
2. Entwicklung und Vermarktung innovativer Produkte/Dienstleistungen und Systemlösungen
(im ländlichen Raum)
Um diese strategischen Ziele erreichen und die Umsetzung der einzelnen Projekte unterstützen zu
können, sind grundsätzliche Netzwerkfunktionen zu etablieren. Aus den Ergebnissen der Gespräche
und den anschließenden Diskussionen innerhalb der Arbeitsgruppen und im Kuratorium ergeben sich
drei unterschiedliche Handlungsbereiche, die im Folgenden mit einzelnen Maßnahmen untersetzt
werden (vgl. Abbildung 2, S. 21):
Handlungsbereich 1
: Verbesserung der Information und Transparenz
Handlungsbereich 2
: Angebot spezieller Serviceleistungen zur Unterstützung der Vernetzung, des
Wissenstransfers, der Produktbildung und Vermarktung
Handlungsbereich 3
: Weiterentwicklung der Versorgungsstrukturen und der wirtschaftlichen, recht
lichen und gesundheitspolitischen Rahmenbedingungen
Die Verbesserung der Information und Transparenz (Handlungsbereich 1) steht in unmittelbarem
Zusammenhang mit dem Angebot spezieller Serviceleistungen (Handlungsbereich 2), da die transpa
rente Darstellung der Gesundheitswirtschaft und ihrer Schnittstellen die Grundlage für die Entwick
lung der Serviceleistungen bildet. Der Handlungsbereich 3 fokussiert auf regulatorische und rechtli
che Aspekte zur Unterstützung der Gesundheitswirtschaft. Hier ist besonders die Zusammenarbeit
mit den Ministerien, (Regulierungs-)Behörden und Interessenvertretungen gefragt.
Am Ende dieses Kapitels sind für jeden Handlungsbereich mögliche Maßnahmen tabellarisch zusam
mengefasst (ab Seite 48). Die Tabellen enthalten Angaben zu einzubeziehenden Institutionen, zum
Zeitraum der Umsetzung sowie zum Finanzbedarf.
Den Kategorien „Zeitraum“ und „Finanzbedarf“ liegt folgende Klassifizierung zugrunde:
Zeitraum
Kurzfristig
mittelfristig
langfristig
bis zu 6/12 Monaten
bis zu 4 Jahren
über 4 Jahre
Finanzbedarf
gering
mittel
hoch
einmalig bis 100 T€
einmalig 100 bis 500 T€
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mehr als 500 T€

In der Spalte „Förderung“ werden den einzelnen Maßnahmen – sofern möglich – derzeit bestehende
Förderrichtlinien gemäß dem sächsischen Förderprofil 2013/2014 zugeordnet.
In den Arbeitsgruppen wurden neben konkreten Maßnahmen auch Grundsätze der Unterstützung
und Förderung diskutiert, die in folgenden Prämissen zusammengefasst werden können:
-
Es existieren bereits heute zahlreiche Angebote und Informationen zur Unterstützung von
KMU, FuE-Einrichtungen sowie medizinischen Versorgungseinrichtungen. Ziel ist eine Zu
sammenführung und verbesserte Darstellung sämtlicher relevanter Angebote und Informa
tionen als Grundlage für eine bessere Orientierung und Kontaktaufnahme. Bestehendes ist
aufzunehmen und auszubauen – Synergien sind zu nutzen und Doppelstrukturen zu vermei
den.
-
Den Akteuren sollten konkrete Ansprechpartner für ihre Fragen zur Verfügung stehen.
-
Die regionale Verfügbarkeit soll erhalten und ausgebaut werden.
-
Maßnahmen der Förderung und Unterstützung sollen sich an marktwirtschaftlichen Prinzipi
en und dem Wettbewerbsgedanken orientieren und Unternehmertum fördern. Nur so kann
ein nachhaltiger wirtschaftlicher Nutzen erreicht werden.
-
Im Rahmen der Förderung ist stärker auf Technologietransferleistungen und marktnahe Ent
wicklungsphasen zu fokussieren.
-
Ein zu bildendes Netzwerk in der Gesundheitswirtschaft sollte eng mit dem Netzwerk biosa
xony kooperieren. Dies resultiert insbesondere aus den interdisziplinären Themenfeldern
beider Netzwerke (insbes. die rote Biotechnologie mit ihren Auswirkungen auf pharmazeuti
sche Produkte und die Medizintechnik), die eine Zusammenarbeit nahelegen und Synergieef
fekte in sich bergen. Auch die Erfahrungen und Strukturen des Netzwerkes biosaxony zum
Netzwerkmanagement stellen eine wertvolle Basis dar, um die Handlungsfähigkeit des neu zu
schaffenden Netzwerkes zügig zu realisieren. Es ist zu prüfen, inwieweit beide Netzwerke
nach außen als eine gemeinsame Marke auftreten sollten, um Synergien zu nutzen, parallele
Strukturen zu vermeiden und eine starke sächsische Marke zu etablieren. Die Arbeit inner
halb der Netzwerke kann - je nach fachlichem Bezug - auch in den einzelnen Netzwerken ge
staltet werden. Die Verzahnung dieser beiden Netzwerke ist gleichfalls verbunden mit einer
inhaltlichen Abgrenzung der netzwerkspezifischen Themenschwerpunkte.
Im Folgenden werden die Handlungsbereiche mit den zugeordneten Maßnahmen kurz beschrieben.
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5.2 Handlungsbereich 1: Verbesserung der Transparenz innerhalb der Ge
sundheitswirtschaft Sachsen
Im Handlungsbereich 1 werden Maßnahmen zusammengefasst, die eine Orientierung innerhalb der
Gesundheitswirtschaft Sachsen mit ihren Akteuren, Veranstaltungen und Schwerpunkten erleichtern
sollen. Die Umsetzung dieser wesentlichen Netzwerkfunktion schafft die Grundlage für darauf auf
bauende Netzwerk- und Projektarbeit und unterstützt damit beide strategischen Ziele des Master
plans.
Als essentielle Grundlage für die Stärkung der Handlungsfähigkeit der Unternehmen, Forschungs-
und Versorgungseinrichtungen wird die
Verbesserung der Transparenz innerhalb der Gesundheits
wirtschaft
angesehen. Als Plattform für eine übersichtliche Darstellung der Gesundheitswirtschaft
sollte die bereits bestehende Internet-Präsenz
www.healthy-saxony.de
weiter ausgebaut werden.
-
Die Basis für die Verbesserung der Transparenz in der Gesundheitswirtschaft könnte mit dem
Digitalen Gesundheitsatlas
geschaffen werden. Der
Digitale Gesundheitsatlas
stellt ein we
sentliches Element dar, um die Akteure und Strukturen der Gesundheitswirtschaft übersicht
lich darzustellen. Der Gesundheitsatlas weist Informationen zu den Akteuren der Gesund
heitswirtschaft aus, d. h. zu den in der Gesundheitswirtschaft tätigen Unternehmen, den uni
versitären und außeruniversitären Forschungseinrichtungen und den stationären und nicht-
stationären Versorgungseinrichtungen. Darüber hinaus könnten im Gesundheitsatlas auch In
formationen zu regionalen und fachbezogenen Netzwerken, Forschungsverbünden und
Technologietransferstellen integriert werden. Neben einer grafischen Darstellung der räumli
chen Lage besteht der Wert des Digitalen Gesundheitsatlasses vor allem in der
Beschreibung
des Profils der einzelnen Akteure
. Kontaktinformationen vervollständigen die Datenbank zu
einem wertvollen Instrument zur Information und zur Anbahnung von Kooperationen.
27
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Der Digitale Gesundheitsatlas könnte zudem die Grundlage für die Erstellung eines Bran
chenkataloges bilden. Der
Branchenkatalog
stellt ein wichtiges Instrument zur Vermarktung
von Produkten unter der Marke Healthy Saxony dar. Er sollte neben der digitalen Nutzung
auch verwendet werden können, um Werbematerial zu generieren. Durch die Filtermöglich
keiten ist eine flexible Gestaltung des Branchenkatalogs möglich. Zur Vereinheitlichung und
Synergieerschließung sollte eine Abstimmung u.a. mit dem VFG Leipzig, biosaxony und der
Wirtschaftsförderung Sachsen erfolgen.
-
Ein Überblick zu aktuellen
Forschungsschwerpunkten und -projekten,
zu
Ausschreibungen
sowie zu Förder- und
Finanzierungsmöglichkeiten
komplettiert das Angebot des Informa
tionsportals.
-
Ein
Veranstaltungskatalog
ergänzt die Informationen. Dieser kann Veranstaltungen regiona
ler und fachspezifischer Netzwerke mit Bezug zur Gesundheitswirtschaft Sachsen ausweisen.
27
Vgl. auch aktuellen digitalen Softwareatlas für die Softwarebranche
(
http://tinyurl.com/Softwareatlas
).
Masterplan Gesundheitswirtschaft Sachsen
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Eingeschlossen sollten auch ausgewählte Veranstaltungen anderer Branchen sein, die ggf.
Impulsgeber für neue Technologien in der Gesundheitswirtschaft sein können.
28
-
Gleichfalls sollte die Plattform zu Möglichkeiten der
Absatzförderung
im In- und Ausland in
formieren, die beispielsweise durch Delegationsreisen der sächsischen Ministerien ermög
licht werden oder durch gemeinsame Präsentationen auf Messen, die durch die Wirtschafts
förderung Sachsen oder biosaxony koordiniert werden.
29
Um den inhaltlichen Verflechtungen, die zwischen der Biotechnologie und der Gesundheitswirtschaft
und damit zwischen biosaxony und Healthy Saxony bestehen, gerecht zu werden, sollte der Gesund
heitsatlas auf einer mit biosaxony abgestimmten Datenstruktur basieren. Sinnvoll erscheint die struk
turierte Zusammenführung von bereits bestehenden Firmen- und Netzwerkdatenbanken, wie bei
spielweise der Firmendatenbank der Wirtschaftsförderung Sachsen, und deren gezielte Weiterent
wicklung zu einem repräsentativen und aussagekräftigen Gesundheitsatlas. Auch die Kompatibilität
mit Forschungsdatenbanken sollte geprüft werden. So könnten Synergien bei der Erstellung und der
Nutzung der Datenbanken optimal genutzt und nicht-kompatible Doppelstrukturen vermieden wer
den.
Die Informationsplattform könnte kurz- bis mittelfristig aufgebaut werden und sollte, abgesehen von
der anfänglichen Entwicklung, nur einen
geringen Finanzbedarf
erfordern, der
durch das Netzwerk
selbst aufgebracht werden könnte.
28
Beispielsweise sollten auch Veranstaltungen wie die
AUTOMED2013(http://automed2013.i-bmt.de/
(Abruf
datum: 07.02.2014) oder das geplante Medizintechnik-Transfersymposium der Forschungsgesellschaft für
Messtechnik,
Sensorik
und
Medizintechnik
e. V.
(
http://www.fms-dresden.de/fms.html
(Abrufdatum:
07.02.2014) aufgenommen werden.
29
Als weitere Präsentationsplattform könnten Medizinkongresse genutzt und in die finanzielle Förderung auf
genommen werden. Über die Mittelstandsrichtlinie – Messen - Außenwirtschaft ist zwar eine Finanzierung von
Produktpräsentationen möglich, inwieweit medizinische Fachkongresse eingeschlossen sind, ist nicht eindeutig
erkennbar.
Masterplan Gesundheitswirtschaft Sachsen
40
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5.3 Handlungsbereich 2: Angebot spezieller Serviceleistungen zur Unter
stützung der Vernetzung, des Wissenstransfers, der Produktbildung
und Vermarktung
Aufbauend auf der transparenten Darstellung der Branche und ihrer Beteiligten, ihrer Prozesse und
Veranstaltungen sollte durch spezielle
Serviceleistungen
der Nutzen des Netzwerkes Healthy Saxony
für die weitere Entwicklung der Gesundheitswirtschaft Sachsen durch eine
aktive Netzwerkarbeit
gesteigert werden. Darunter fallen beispielsweise auch Leistungen zur Unterstützung der Produktbil
dung und des Technologietransfers, wie sie im Projekt 2 beschrieben wurden. Der Handlungsbe
reich 2 unterstützt mit gezielten Serviceangeboten beide strategischen Ziele des Masterplans.
-
Etablierung neuer Veranstaltungsformate
Neben den bereits bestehenden Veranstaltungen innerhalb des Forschungsfeldes Biotechno
logie/Medizin/Pharma/Life Science sollte das Netzwerk Healthy Saxony die Intensivierung
des branchenübergreifenden und interdisziplinären Austauschs von Forschungsaktivitäten
und die Entwicklung neuer Produktideen unterstützen. Da in der Gesundheitswirt
schaft/medizinischen Versorgung Innovationen aus unterschiedlichen natur- und ingenieur
wissenschaftlichen Bereichen Anwendung finden, sollten gezielt neue Themenfelder hinsicht
lich ihrer Potenziale für die Gesundheitswirtschaft erschlossen werden. Interessante interdis
ziplinäre Themen bieten sich beispielsweise in den Bereichen der Mess- und Sensortechnik,
der Werkstoffwissenschaften, der Energie- und Umweltwissenschaften sowie der IT-Systeme
und deren Anwendungsmöglichkeiten für die Gesundheitswirtschaft an. Bereits erfolgreiche
Veranstaltungsformate von biosaxony, wie beispielsweise die Impulswerkstatt oder „Busi
ness meets Research“, oder anderen Forschungseinrichtungen und Unternehmerverbänden
sollten aufgegriffen werden.
-
Beratungs- und Servicedienstleistungen
Das Netzwerk Healthy Saxony sollte in engem Kontakt mit anderen Dienstleistungsanbietern
stehen, um entsprechend der Wünsche seiner Mitglieder agieren zu können. Ein Beratungs
lotse/konkreter Ansprechpartner könnte aufgrund seiner fachlichen, Branchen- und Netz
werk-Kenntnisse als zentraler Ansprechpartner zur ersten Kontaktaufnahme, zur Vermittlung
weiterer Kooperationspartner für den Technologietransfer, zu Forschungseinrichtungen an
Hochschulen, Kliniken bzw. anderen medizinischen Versorgungseinrichtungen bzw. zu KMU
fungieren und dadurch wertvolle Netzwerkarbeit leisten und die Orientierung für Netzwerk
mitglieder erleichtern. Als Kenner der Branche und Kontaktperson könnte er gleichzeitig
Ideengeber für mögliche Projekte und Netzwerkveranstaltungen sein und die Evaluierung
von Produktideen hinsichtlich ihrer Marktfähigkeit bzw. ihres Vermarktungspotenzials für die
weitere Bewertung im Rahmen des Technologietransferkonzeptes vorbereiten und begleiten
(siehe Projekt 2). Ermöglicht werden könnte dies auch durch die Einbeziehung kompetenter
Netzwerkmitglieder sowie externer Partner.
Masterplan Gesundheitswirtschaft Sachsen
41
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Patentberatung
Die Patentberatung verdient besondere Beachtung. Neben grundlegenden Informationen
zum Patentrecht ist vor allem ein gutes Netzwerk an Spezialisten notwendig, die die Paten
tierungsprozesse kompetent begleiten können. Klare Regeln zum Schutz des geistigen Eigen
tums gewinnen zudem bei einer stärkeren Vernetzung und Kooperation im Wertschöpfungs
prozess an Bedeutung.
-
Erschließung von Auslandsmärkten
Über einheitliche Ansprechpartner sollten länderspezifische Informationen zugänglich sein
und ein Erfahrungsaustausch angeregt werden. Bereits bestehende Beratungskompetenzen,
z. B. bei der Industrie- und Handelskammer, der Wirtschaftsförderung Sachsen oder bei den
Außenhandelskammern, sind sinnvoll einzubeziehen, um Doppelstrukturen zu vermeiden.
-
Delegationsreisen der Ministerien
Die Beteiligung der Ministerien an Delegationsreisen wird von den Unternehmen und For
schungseinrichtungen als sinnvoller Türöffner angesehen und könnte noch gezielter ausge
baut werden, indem beispielsweise eine bestimmte Branche in den Mittelpunkt der Reise ge
stellt wird.
-
Beteiligung an der Entwicklung von Produktinnovationen
Das Netzwerk Healthy Saxony sollte sächsischen KMU und medizinischen Versorgungsein
richtungen die Beteiligung an der Entwicklung von Produktinnovationen ermöglichen. Vor al
lem Unternehmen, deren Kerngeschäft nicht die Entwicklung neuer Produkte umfasst, könn
ten davon profitieren, da sie vielfach nicht über ausreichende personelle Ressourcen und
Kompetenzen für die Bewältigung administrativer Abläufe bei der Beantragung und Beteili
gung an Forschungsprojekten sowie für das Projektmanagement verfügen.
-
Grant Writing Office
Im Rahmen der Arbeitsgruppengespräche wurde konkret die Einrichtung eines Grant Writing
Office angeregt sowie der Bedarf an Unterstützung von KMU im Projektmanagement (z. B.
für Antragstellung, Abrechnung, Projektleitung, Vermittlung von Kooperationspartnern)
thematisiert.
30
-
Interdisziplinäre Weiterbildung im Bereich Technologietransfer und Start-Up-Beratung
Die Unterstützung der interdisziplinären Weiterbildung stellt eine weitere wichtige Netz
werkaufgabe dar. Hier könnten neue Formate für junge Forscher - fokussiert auf den Bereich
der Medizin/Medizintechnik - entwickelt werden mit dem Ziel, eine marktorientierte For
schungs- und Entwicklungskultur bereits zu Beginn ihrer Forschungsaktivitäten zu etablie
ren.
31
30
Grant writing offices bzw. derartige Angebote bestehen bereits am Universitätsklinikum Dresden, Medizini
sche Klinik III sowie ergänzt um privatwirtschaftliche Anbieter wie eurogrant und AGIL-Leipzig.
31
Beispielsweise wurde im Rahmen des ETTBio-Projektes eine gezielte Ausbildung von Doktoranden, Post-
Doktoranden, Diplomanden bzw. in Form einer Summer School angeregt, andere branchenunspezifische Ange
bote bestehen auch von dresden exists oder der Kompetenzschule ELYSES der Universität Leipzig, SAXEED der
Masterplan Gesundheitswirtschaft Sachsen
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-

 
Um den Akteuren der Gesundheitswirtschaft Sachsen bzw. den Mitgliedern der Plattform Healthy
Saxony entsprechende Serviceleistungen anbieten zu können, sind permanent hochqualifizierte
per
sonelle Ressourcen
vorzuhalten, die sich durch umfangreiche Branchenkenntnisse hinsichtlich der
Akteure, der FuE-Prozesse, der Finanzierungs- und Vermarktungsprozesse sowie der Versorgungs
landschaft auszeichnen. Für einen ressourcenschonenden Mitteleinsatz sind vorhandene Strukturen
zweckmäßig einzubeziehen und übersichtlich im Netzwerk darzustellen. Die Angebotsmöglichkeiten
hängen letztendlich von den Kompetenzen und Kapazitäten des Netzwerkes Healthy Saxony ab.
Die
Finanzierung dieser Dienstleistungen
sollte entsprechend ihrer Inanspruchnahme durch die
Netzwerkmitglieder erfolgen. Denkbar ist auch die Nutzung von Fördermitteln durch die Unterneh
men, um bestimmte Leistungen in Anspruch nehmen zu können.
Da Fragestellungen und Projekte der Biotechnologie, Life Sciences und der Medizintechnik vielfältige
inhaltliche Überschneidungen aufweisen, sollten auch die
Servicestruktur sowie die angebotenen
Veranstaltungen, Dienstleistungen und Angebote mit biosaxony abgestimmt
sein. Dies würde zur
Vermeidung von Parallelstrukturen, zur optimalen Ressourcennutzung sowie zur besseren Orientie
rung für die Mitglieder beitragen.
5.4 Handlungsbereich 3: Weiterentwicklung der Versorgungsstrukturen
und der wirtschaftlichen, rechtlichen und gesundheitspolitischen
Rahmenbedingungen
Dieser Handlungsbereich fasst sämtliche Maßnahmen zusammen, bei denen
grundsätzliche Wei
chenstellungen
notwendig sind bzw. bestehende Strukturen oder Finanzierungsmöglichkeiten in der
Gesundheitsversorgung und für Produktinnovationen weiterentwickelt werden müssten. Eine wir
kungsvolle Umsetzung der Maßnahmen setzt die Zusammenarbeit und
Abstimmung mit den ver
antwortlichen politischen Einrichtungen
, wie dem Sächsischen Staatsministerium für Wirtschaft,
Arbeit und Verkehr, dem Sächsischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst sowie dem
Sächsischen Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz, voraus. Diese Ministerien sind
u.a. für die Bereiche Ausbildung, Forschung und Technologietransfer, Sicherstellung des Fachkräfte
bedarfes, Unterstützung von KMU und gesundheitliche Versorgung zuständig. Aktivitäten der Wirt
schaftsförderung Sachsen und der Sächsischen Aufbaubank, der universitären und außeruniversitä
ren Forschungseinrichtungen sowie der Berufsverbände und Interessenvertretungen im Bereich der
Gesundheitswirtschaft (bzw. Life Science) bedürfen einer guten Koordination, um erfolgreich
struk
turelle Veränderungen
herbeiführen zu können.
-
Weiterentwicklung von Versorgungsstrukturen
Der Intensivierung der Zusammenarbeit von Krankenkassen, Kassenärztliche Vereinigung,
Krankenhausgesellschaft Sachsen, Berufsverbänden und medizinischen Versorgungseinrich
tungen sowie den Kommunen kommt besondere Bedeutung zu. Hier ist insbesondere ein Be
zug zu Projekt 1 herzustellen.
TU Chemnitz für den westsächsischen Raum, das Hochschulgründernetzwerk SMILE in Leipzig sowie weitere
private Beratungsunternehmen mit Schwerpunkt Gründerberatung.
Masterplan Gesundheitswirtschaft Sachsen
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-
Weiterentwicklung der Finanzierungsmöglichkeiten
Die Erfordernisse für KMU und den Technologietransfers sind gezielt zu berücksichtigen. Fi
nanzierungsinstrumente, die die Unabhängigkeit von KMU unterstützen, sollten Priorität ge
nießen und auf einem guten Mix aus privater und öffentlich geförderter Finanzierung basie
ren.
32
Die Möglichkeiten der Projektfinanzierung sollten durch eine Expertengruppe bewertet
werden und auf marktnahe Entwicklungsphasen sowie wirtschaftliche Verwertbarkeit ausge
richtet sein. Als gute Beispiele können hierfür der Technologie- und Gründerfonds Sachsen
(TGFS) sowie die Sächsische Beteiligungsgesellschaft mbH herangezogen werden.
33
-
Entwicklung neuer Medikamente, Wirkstoffe und medizintechnischer Produkte
Unter der Beachtung des EU-Beihilferechts sollten Möglichkeiten geprüft werden, für die
kostenintensiven marktnahen Entwicklungsphasen (Phase II und III) alternative Finanzie
rungs- und Fördermöglichkeiten zu erschließen. Beispielsweise könnten durch die Gründung
eines Auftragsforschungsinstituts oder einer speziellen Risikostreuung neue Finanzierungs
möglichkeiten erschlossen werden. Verbunden ist diese Fragestellung mit einer Vielzahl
rechtlicher Aspekte, wie beispielsweise der Lizensierung der Forschungsergebnisse bei der
Übertragung an die Pharmaindustrie.
34
-
Medizinische Fachkongresse
Die Unterstützung der Präsentation neuer Produkte sollte auch bei einer Teilnahme an den
Fachausstellungen von medizinischen Fachkongressen (nicht nur bei Messen) möglich sein.
Partnering als Grundlage für eine Förderung kann die Vernetzung geeigneter Partner begüns
tigen und auch Anreize zur regionalen Vernetzung setzen (Gruppenförderung, z. B. mit Zulie
ferern oder Partnern zur gemeinsamen Vermarktung).
-
Validierungsförderung
Die Etablierung einer Validierungsförderung in Sachsen nach dem Vorbild des BMBF
35
könnte
einen wichtigen Baustein in der Förderung des Technologietransfers darstellen und die wirt
schaftliche Verwertung von Forschungsergebnissen befördern. Im Rahmen des ETTBio-
Projektes stellt dieses Förderinstrument ein wesentliches Element zur Überbrückung der Fi
nanzierungslücke zwischen Forschung und Produktvermarktung dar.
36
32
Vgl. zu Fördermöglichkeiten der SAB für den Mittelstand
http://www.sab.sachsen.de/de/p_wirtschaft/
.
33
Vgl.
http://mittelstand.sachsen.de/4457.html.
34
Von den gesamten Entwicklungskosten eines Medikamentes (Präklinik und Phase I bis IV) entfallen ca. 56,9%
auf die Phase der Klinischen Prüfung (Phase I bis III). 12,5 % bzw. 35,7 % der gesamten Entwicklungskosten sind
der Phase II bzw. III zuzuordnen. Vgl. BPI (2013), S. 12ff. Als Beispiel für eine erfolgreiche Risikostreuung ver
gleiche Freytag, B. (2013).
35
Vg.
http://www.2012.hightech-strategie.de/de/691.php
Das Programm wurde 2012 eingestellt.
36
Vgl. Projekt 2 in Kapitel 4.2.
Masterplan Gesundheitswirtschaft Sachsen
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-
Start-up-Beratung
Für die Start-up-Beratung bestehen in Sachsen vielfältige und sehr gute Angebote. Dennoch
wird von Banken die unterschiedliche Qualität von Finanzierunganträgen bemängelt. Die
Förderwürdigkeit eines Projektes muss einen wirtschaftlichen Mehrwert für die Finanzunter
nehmen erkennen lassen. Diese Aufgabe sollte Ziel der Validierungsförderung sein. Für die
Verbesserung und Standardisierung der Start-up-Beratung wurde angeregt, ein Qualitätssie
gel zu schaffen, das ein bestimmtes Beratungsniveau sicherstellt. Hier ist insbesondere eine
Abstimmung zwischen den Banken und den zentralen, regionalen Beratungsinstitutionen und
-unternehmen erforderlich, um Schwachstellen aufdecken und Abläufe und Entscheidungen
besser strukturieren zu können.
37
-
Steuerliche Förderung von Forschungsleistungen
Die steuerliche Förderung von Forschungsleistungen der KMU sollte unterstützt werden, um
die Forschungs- und Innovationsfreudigkeit von KMU zu stärken.
38
Hier besteht enormer
Nachholbedarf in Deutschland. Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) schlägt
vor, „eine Steuergutschrift (tax credit) in Höhe von 10 Prozent der (gesamten) FuE-
Aufwendungen“ einzuführen. Zudem sollte die Steuergutschrift „für alle Unternehmen, die
keine Steuerschuld haben, auszahlungsfähig sein“. Diese Regelung wäre ein wichtiges Ins
trument „gerade für Start-up-Unternehmen …, um die Liquidität und Investitionsbereitschaft
in FuE zu unterstützen.“
39
-
Beratung zu Finanzierungsmöglichkeiten
Die Darstellung und Beratung zu Finanzierungsmöglichkeiten sollte sowohl öffentliche und
private als auch landes- und bundesspezifische Optionen einbeziehen. Die Erst-Beratung soll
te über einen einheitlichen Ansprechpartner kostenlos möglich sein.
-
Sicherung des Fachkräftebedarfs
Es sollten Themen fokussiert werden, die durch das Land und die Institutionen bzw. Unter
nehmen im Gesundheitsbereich selbst zu beeinflussen sind. Die unterschiedlichen Ursachen
des Fachkräftemangels bzw. der ungleichmäßigen Verteilung von Fachkräften erfordern dif
ferenzierte und gezielte Maßnahmen.
-
Stipendienprogramme
Stipendienprogramme (bzw. Ausbildungsförderungsprogramme) könnten gezielt die Attrak
tivität der Branche unterstreichen und KMU bei der Ausbildung ihrer Fachkräfte unterstüt
zen. In praxisbezogenen Projekten an Schulen und Hochschulen, die in enger Zusammen
arbeit mit Forschungseinrichtungen und Unternehmen konzipiert und durchgeführt werden
sollten, könnten sich Schüler und Studenten über die Arbeitsinhalte und -möglichkeiten in
der Gesundheitsbranche informieren. Ein Beispiel ist das Projekt „Science goes to School“,
das mit seinen kleinen englischsprachigen Experimenten an Schulen einen ersten Einblick in
37
Meilensteine können hier eine wichtige Orientierungsgrundlage im Entwicklungs- und Transferprozess bil
den.
38
Vgl. Stellungnahme des Bundesverbandes der Industrie unter
http://www.bdi.eu/Steuerliche-Forschungsforderung.htm
(Abrufdatum: 29.01.2014).
39
Vgl. ebd.
Masterplan Gesundheitswirtschaft Sachsen
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die Forschung im Bereich Life Science gibt. Die finanzielle Förderung, beispielsweise zur
Unterstützung bei der Entwicklung und Koordination derartiger Projekte, könnte
KMU/Forschungseinrichtungen sowie Schulen/Hochschulen in ihren Bemühungen unterstüt
zen.
40
-
Interdisziplinäre Studiengänge im Bereich der Life Sciences
Insbesondere in der Medizintechnik könnte mit einer gezielten Ausbildung die Fachkräftesi
tuation mittelfristig verbessert werden. Maßgeblich dabei ist, dass die Studieninhalte die Be
darfe der KMU berücksichtigen und an der Schnittstelle zwischen Medizin, Natur- und Inge
nieurwissenschaften sowie Wirtschaftswissenschaften praxisbezogen ausgerichtet werden.
Informationen und Erfahrungen zu dem Bereich Technologietransfer sollten dabei integriert
werden. Zudem sollte bei der Ausgestaltung der Studieninhalte und bei der Durchführung
der Ausbildung eng mit KMU kooperiert werden. Die Studienmöglichkeiten an Universitäten
und Hochschulen in Sachsen sollten hier gezielt weiterentwickelt werden.
41
-
Studiengang Pharmazie
Der Studiengang an der Universität Leipzig und das Pharmazeutische Institut als wesentliche
Standortfaktoren für die zukünftige Entwicklung der sächsischen Pharmazieindustrie wurde
von den Vertretern der Pharmazieindustrie wiederholt betont. Um die im Freistaat Sachsen
vorhandenen Wachstumspotentiale der pharmazeutischen Industrie für die gesamte Ge
sundheitswirtschaft zur Entfaltung zu bringen, ist die Fortsetzung des Studiengangs Pharma
zie und des Faches Pharmazie am Standort Leipzig nicht nur für die Ausbildung notwendiger
pharmazeutischer Fachkräfte für ansässige Unternehmen, sondern auch als wichtige Koope
rationsmöglichkeit für die pharmazeutische Forschung und Entwicklung zu erhalten.
42
Die zu
ständigen Ministerien sollten dies bei ihrer Prüfung und Entscheidung berücksichtigen.
-
Bedarf an Pflegefachkräften
Die Sicherstellung des enormen Bedarfes erfordert differenzierte Maßnahmen. Im Rahmen
der Gespräche wiesen die Akteure darauf hin, dass u.a. Regelungen für den Altersübergang
bei Pflegekräften zu finden sind. Die Berücksichtigung des zu erwartenden Rückgangs der
körperlichen Belastbarkeit durch eine individuellere Gestaltung der Arbeitsaufgaben von
Pflegekräften könnte Hürden bei der Entscheidung für dieses Berufsbild abbauen, zur Attrak
tivitätssteigerung des Berufes beitragen und Frühverrentungen verhindern. Gleichfalls könn
te die Erweiterung des Aufgabenspektrums für Pflegekräfte zur Attraktivität des Berufsfeldes
beitragen.
-
Gesundheitshandwerk
Die hohe Qualität des sächsischen Gesundheitshandwerks bedarf einer deutlicheren Würdi
gung. Die Branche leidet unter der Überschwemmung des Marktes mit im Ausland produzier
ten Billigprodukten, wodurch die Verdienstmöglichkeiten und die Attraktivität der Branche
40
Hier könnte beispielsweise auch das Gesundheitshandwerk einbezogen werden.
41
Vgl. u.a. DGBMT(2013), Empfehlung des VDE zur Weiterentwicklung der Ausbildung im Bereich Biomedizini
sche Technik, S. 36ff. Studienmöglichkeiten bestehen derzeit an der TU Chemnitz, der TU Dresden, der FH Zwi
ckau und Mittweida sowie an der Staatlichen Studienakademie Bautzen.
42
Vgl. Stellungnahme APOGEPHA zum Erhalt des Studiengangs Pharmazie an der Universität Leipzig. (2013) und
Gespräch mit Fa. Rotop Pharmaka AG (SMS, 04.02.2014) sowie BASYS/GÖZ (2012), S. 102.
Masterplan Gesundheitswirtschaft Sachsen
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geschmälert werden. Mit einer Vermarktung unter einem Label „Made in Saxony“ könnten
qualitative Vorteile sächsischer Produkte herausgestellt werden.
-
Vermarktung innovativer Versorgungslösungen
Im Bereich der medizinischen Versorgung sind für die Vermarktung innovativer Versorgungs
lösungen, die durch die kooperative Arbeit verschiedener Versorgungseinrichtungen, aber
auch Verbände und Interessenvertretungen entwickelt und umgesetzt wurden, die rechtli
chen Aspekte zum Schutz des geistigen Eigentums für alle am Entwicklungsprozess beteilig
ten Einrichtungen zu regeln.
Die genannten Maßnahmen unterstützen insbesondere die Projekte 2 und 3. Für die mittelfristige
Entwicklung der sächsischen Gesundheitswirtschaft und die beiden strategischen Ziele sind derartige
strukturelle Maßnahmen von zentraler Bedeutung, da dadurch die Rahmenbedingungen für die Ge
sundheitswirtschaft beeinflusst werden könnten.
Masterplan Gesundheitswirtschaft Sachsen
47
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-
-

Tabelle 1: Mögliche Maßnahmen des Handlungsbereichs 1
Handlungsbereich 1
Verbesserung von Information und Transparenz
Nr.
Maßnahme
Potentiell Beteiligte
Zeitraum
Finanzbedarf
Fördermöglichkeit
1.1
Digitaler Gesundheitsatlas:
-
Übersichtliche Darstellung der Akteure der Ge
sundheitswirtschaft, Verbände, Beratungsunter
nehmen, medizinischen Versorgungseinrichtun
gen, Regulierungsbehörden, IHK/HK, Netzwer
ke/Initiativen/Cluster mit Bezug zur GW etc.
Healthy Saxony (HS)
langfristig
Beginn:
nach
Grün
dung
des
Vereins
Healthy Saxony
Gering
1.2
Ausbau des Veranstaltungskatalogs
zur Stärkung branchenübergreifender Vernetzung
HS in Kooperation mit Ver
bänden, Netzwerken und
Forschungseinrichtungen
langfristig
Beginn:
nach
Grün
dung
des
Vereins
Healthy Saxony
gering, nach Anlauf
phase selbsttragend
1.3
Übersichtliche Darstellung von (abgeschlossenen
und laufenden) Forschungsprojekten, Forschungs
schwerpunkten, Ausschreibungen
HS in Kooperation mit For
schungseinrichtungen,
Bundes- und Landesminis
terien
langfristig
Beginn:
nach
Grün
dung
des
Vereins
Healthy Saxony
gering, nach Anlauf
phase selbsttragend
1.4
Information zu Delegationsreisen, Messebeteiligun
gen, Auslandskontakten des WFS/ SMWA etc.
HS
in
Kooperation
mit
SMWA, WFS, biosaxony
langfristig
Beginn:
nach
Grün
dung
des
Vereins
Healthy Saxony
gering, nach Anlauf
phase selbsttragend
1.5
Produkt-/Branchenkatalog zur Darstellung marktfä
higer Produkte/Dienstleistungen/Systemlösungen
HS und Akteure
mittelfristig
gering, nach Anlauf
phase selbsttragend
1.6
Übersichtliche Darstellung von Beratungsangeboten
für Technologietransfer und Start-Up sowie zu För
der-
und
Finanzierungsmöglichkeiten
(regional,
national, international)
HS in Kooperation mit der
SAB, dresden exist, SMILE,
GWT u.a.
langfristig
Beginn:
nach
Grün
dung
des
Vereins
Healthy Saxony
gering
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Tabelle 2: Mögliche Maßnahmen des Handlungsbereichs 2
Handlungsbereich 2
Angebot von Serviceleistungen
Nr.
Maßnahme
Potentiell Beteilige
Zeitraum
Finanzbedarf
Fördermöglichkeit
2.1
Konkreter Ansprechpartner zur Erstinformation,
Vermittlung von Kooperationspartnern etc.
HS
langfristig
Beginn: mit Gründung
des Vereins Healthy
Saxony
selbsttragend
2.2
Organisation von Veranstaltungen zu ausgewähl
ten Themen
(z. B.
Patente/Schutzrechte,
interdisziplinäre
Werkstätten, Besonderheiten von Auslandsmärk
ten,
Finanzierungsmöglichkeiten,
Partnering-
Veranstaltungen)
HS
langfristig
Beginn: Mitte 2014
selbsttragend durch
Teilnahmegebühren
2.3
Projektmanagement als Dienstleistung für KMU
und Mediziner mit Unterstützung bei der Beantra
gung von Finanzmitteln und der administrativen
Projektabwicklung, Etablierung eines Grant Wri
ting Office
HS und externe Partner
langfristig
Beginn: Mitte 2014
selbsttragend durch
Dienstleistungsauf
trag
2.4
Interdisziplinäre Weiterbildung für Ingenieure,
Mediziner und Wirtschaftswissenschaftler für
Doktoranden und Projektmitarbeiter
HS mit Partnern
langfristig
Beginn: Mitte 2014
Förderprogramm
des SMWK
Unterförderbereich
0504 – Technologie
transfer
RL 06620 Anwen
dungsorientierte For
schungsprojekte und
-infrastruktur
49
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-
-

Tabelle 3: Mögliche Maßnahmen des Handlungsbereichs 3
Handlungsbereich 3
Strukturelle Aufgaben
Nr.
Maßnahme
Potentiell Beteiligte
Zeitraum
Finanzbedarf
Fördermöglichkeit
3.1
Schaffung von Technologiescouts und Etablierung
der Validierung von Technologie-/Produktideen
(vgl. Projekt 2)
HS mit SMWK, Technolo
gietransferstellen der For
schungseinrichtungen
mittelfristig
Beginn: in 1 bis 2
Jahren
hoch
(Personalkosten)
Unterförderbereich
0504 – Technologie
transfer,
RL 06700 Technolo
gietransferförderung
3.2
Weiterentwicklung der Finanzierungsinstrumente
durch Evaluation der Inanspruchnahme und Schlie
ßung von Finanzierungslücken
(u.a. Kleingruppenförderung, z. B. im Rahmen von
Messen und Kongressen, Förderung von Produkt
präsentationen auf medizinischen Fachkongressen,
steuerliche Forschungsförderung, Technologieför
derung einschl. Phase II und III bei Arzneimittel
entwicklung, Stipen
dienprogrammen/Ausbildungsförderung)
HS mit Expertenrunde
(u.a. SMWK, SMWA, WFS,
SAB, TGFS, TUDAG, For
schungseinrichtungen)
mittelfristig,
fortlau
fend
gering
(basierend auf be
stehenden Pro
grammen)
3.3
Weiterentwicklung der Start-up-Beratung mit Ein
führung grundsätzlicher Qualitätskriterien (Quali
tätssiegel)
Unternehmen, die Start-up-
Beratung anbieten
(z. B. dresden exists, SMILE,
SAXEED, SAB und andere
Banken)
mittelfristig
Gering
(basierend auf be
stehenden Pro
grammen)
3.4
Weiterentwicklung berufsrechtlicher Regelungen
insbes. Pflegebereich zum Altersübergang, zu er
weiterten Arbeitsinhalten
Pflegeeinrichtungen,
Pfle
gerat, SMS, SMWA
mittelfristig
(Fortsetzung nächste Seite)
50
-
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-

(Fortsetzung Tabelle 3)
Handlungsbereich 3
Strukturelle Aufgaben
Nr.
Maßnahme
Potentiell Beteiligte
Zeitraum
Finanzbedarf
Fördermöglichkeit
3.5
Ausbau der praxisbezogenen Ausbildung an Schu
len/Hochschulen in Kooperation mit Wirtschaft/FuE
Schulen/Hochschulen
und
Unternehmen/FuE-
Einrichtungen,
SMWK,
SMWA
mittelfristig
hoch
3.6
Prüfung der Fortsetzung der pharmazeutischen
Ausbildung am Standort Leipzig
Pharmazeutische Industrie,
SMWA, SMWK
kurzfristig
hoch
3.7
Prüfung der Rahmenbedingungen für die Vermark
tung innovativer Versorgungslösungen
(z. B. SOS-Net)
Versorgungseinrichtungen,
GWT, TUDAG, Kostenträ
ger/Krankenkas-sen,
Ver
bände (z. B. KHG Sachsen)
mittelfristig
gering
3.8
Stärkung des Gesundheitshandwerks sowie der
Zulieferindustrie für die Gesundheitswirtschaft:
Stärkere Einbeziehung in Innovationsprozesse und
in die Wertschöpfungskette
Handwerkskammern, Zulie
ferindustrie, SMWA
mittelfristig
Konkrete
Projekte
könnten
gefördert
werden durch Unter
förderbereich
1004–
Mittelstands
förderung, RL 05081
Mittelstandsrichtlinie
51
-
-
-
-
-
-
-

 
6
Ausblick und Empfehlungen zur weiteren Vorgehensweise
Der vorliegende Strategie- und Masterplan für die Gesundheitswirtschaft Sachsen ist als „erster Auf
schlag“ zu sehen. Nach Etablierung der Arbeitsstrukturen des Netzwerkes Healthy Saxony sollte der
Masterplan in regelmäßigen Abständen überarbeitet und den aktuellen Erfordernissen angepasst
werden, das erste Mal beispielsweise in ein bis zwei Jahren. Aufbauend auf den zwischenzeitlich ge
sammelten Erfahrungen und den neu geschaffenen Netzwerkstrukturen könnten Projekte, Hand
lungsbereiche und Maßnahmen präzisiert, ergänzt und zielgerichtet ausgestaltet werden.
Zukünftig sollte die Fokussierung auf sektorenübergreifende Versorgungskonzepte verstärkt werden.
Der Bedarf an neuen Versorgungskonzepten für die Sicherstellung und Optimierung der fachärztli
chen Versorgung und der medizinischen Versorgung im ländlichen Raum ist allgemein bekannt und
wird in den kommenden Jahren weiter ansteigen.
43
Eine Intensivierung der Zusammenarbeit zwi
schen den medizinischen Versorgungseinrichtungen, den Interessenvertretungen der Ärzte und Pfle
geeinrichtungen, den Kostenträgern (medizinische Versorgung, Pflege, Reha) sowie den Kommunen
und Regulierungsbehörden ist hier erforderlich, um zukunftsfähige Versorgungskonzepte zu erpro
ben und in die Regelversorgung zu überführen. Die Ziele und Möglichkeiten, mit denen das Netzwerk
Healthy Saxony die Weiterentwicklung von innovativen Versorgungsstrukturen unterstützen und
Schwerpunkte setzen kann, sollten mit dem Sächsischen Staatsministerium für Soziales und Verbrau
cherschutz detailliert abgestimmt werden. Schwerpunkte könnten neue Versorgungskonzepte unter
verstärktem Einsatz der Telemedizin sowie mobile Lösungen im ländlichen Raum sein. Weitere Vor
schläge zu möglichen Projekten sind im Anhang 2 enthalten.
Zur Bewertung und Prognose der langfristigen Entwicklung verschiedener Bereiche der sächsischen
Gesundheitswirtschaft sollte geprüft werden, inwieweit die aktuelle Datenbasis ausreichend Infor
mationen liefern kann. Die Bewertung und Vorhersage der Entwicklung der Life Science Branche an
hand von Standardstatistiken ist schwierig, weil sich die branchenübergreifenden Aktivitäten der
Unternehmen nicht eindeutig zuordnen lassen. Insbesondere die industriellen Bereiche der Gesund
heitswirtschaft, wie die Medizintechnik und die Biotechnologie, stellen Querschnittsbereiche über
verschiedene Branchen dar. Kommen beispielsweise die Produkte eines Unternehmens in verschie
denen Branchen zum Einsatz (u.a. in der Medizin) oder setzt sich das Unternehmen aus mehreren auf
verschiedene Produkte spezialisierten Unternehmen zusammen, ist eine eindeutige Zuordnung der
wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit nicht möglich. Überlegt werden sollte daher, inwieweit eine in
größeren Abständen vorgenommene zusätzliche Erhebung von Daten zur Medizintechnik/Life Sci
ence/Biotechnologie in Abstimmung mit vorhandenen Datenbanken (z. B. Datenbank der Wirt
schaftsförderung Sachsen) die Darstellung der wirtschaftlichen Entwicklung dieser Zukunftsbranche
ergänzend untersetzen könnte.
44
43
Vgl. BASYS(2012), S. 95.
44
Vgl. hierzu BASYS(2012), S. 71ff. und Frie, B. et al (2011).
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Für die Förderung der Gesundheitswirtschaft ist eine ressortübergreifende Abstimmung zwischen
SMWA, SMWK und SMS erforderlich. Die einzelnen Strategien zur Entwicklung von Forschung und
Wissenschaft, zum Technologietransfer, zur Unterstützung von KMU, zur Fachkräfteentwicklung so
wie zu konzipierende oder umzusetzende Modellprojekte sind zu bündeln und zu koordinieren, um
den Anforderungen der Gesundheitswirtschaft als Querschnittsbereich gerecht zu werden. Die För
derung des Technologietransfers und von Innovationen ist ein zentrales Anliegen des Freistaates
Sachsen. Bekräftigt wird dies in den aktuellen Stellungnahmen und Richtlinien der Ministerien, insbe
sondere des SMWK, des SMWA und des Sächsischen Landtages.
45
Adressiert werden dabei die Belan
ge der Hochschulen und Forschungseinrichtungen sowie der Unternehmen. Die Verbesserung der
Rahmenbedingungen zur Ausschöpfung der Innovationspotenziale der KMU wird durch verschiedene
Maßnahmenvorschläge thematisiert. Bedarf besteht zukünftig vor allem in der transparenten Dar
stellung der vorhandenen Fördermöglichkeiten, Förderstrukturen und -prozesse, um eine wirksame
re Umsetzung des Transfers neuer Technologien in innovative vermarktungsfähige Produkte zu erzie
len. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Sicherstellung des Fachkräftebedarfes sowohl in der medizini
schen Versorgung, der Forschung und Entwicklung neuer Produkte und Dienstleistungen für den
Gesundheitsmarkt, in Forschungseinrichtungen und KMU sowie im Gesundheitshandwerk.
Die zukünftige Entwicklung der Gesundheitswirtschaft ist durch eine stärkere Profilbildung zu unter
stützen. Unter Beachtung der Bedarfe der sächsischen Gesundheitswirtschaft/-versorgung und der
Kompetenzen der Forschungseinrichtungen und KMU sollten konkrete Schwerpunkte die Zielrichtung
der sächsischen Gesundheitswirtschaft verdeutlichen. Potenziale liegen beispielsweise in einer Fo
kussierung auf die personalisierte Medizin sowie den Ausbau von regional-spezifischen Versorgungs
lösungen, die Optimierung von Prozessen in medizinischen Einrichtungen und eine Stärkung der
branchenübergreifenden Zusammenarbeit.
46
Mögliche Entwicklungspotenziale für den Bereich des Gesundheitstourismus könnten bei der zukünf
tigen Weiterentwicklung des Masterplans eine stärkere Berücksichtigung finden.
45
Vgl. SMWA (2013): Innovationsstrategie des Freistaates Sachsen, SMWK (2013): Bericht des SMWK zur For
schungs- und Technologieförderung und ihrer strategischen Fortentwicklung, Sächsischer Landtag (2012): Stra
tegien für eine zukunftsorientierte Technologie- und Innovationspolitik im Freistaat Sachsen.
46
Vgl. u.a. Albert, F. (2013): S. 4ff, IHK Leipzig(2014).
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Anhang
Anhang 1: Mitglieder der Arbeitsgruppen
Arbeitsgruppe 1
Leitung/Moderation: Frau Liebig
Teilnahme an Arbeitsgruppensitzung bzw. Interview
Herr Buhl-Wagner
Mitglied des Kuratoriums
BIOCITY LEIPZIG, Verein zur Förderung der Gesundheitswirtschaft in der
Region Leipzig e. V., Geschäftsführer
Herr Dr. Fischer
Fischer Analysen Instrumente GmbH – FAN, Leipzig, Geschäftsführer
Herr Fleck
AGIL GmbH Leipzig, Geschäftsführer
Herr Dr.-Ing. Forke
SAMED GmbH – Mobile Urologie, Dresden, Geschäftsführer
Herr Hänel-Schwarz
Orthopädie- und Reha-Technik Dresden GmbH, Geschäftsführer
Herr Held
GWT, Dresden, Geschäftsführer
Frau Klein
Mitglied des Kuratoriums
Herr Dr. Langnickel/ Herr
Höpner
DKB Deutsche Kreditbank AG, NL Dresden, Leiter Infrastruktur bzw.Leiter
Team Gesundheit und Pflege, NL Dresden
Frau Liebig
Mitglied des Kuratoriums
Herr Nothnagel (Mitglied
des Kuratoriums),
Frau Weigart
Wirtschaftsförderung
Sachsen
GmbH
(WFS),
Geschäftsführung,.
Projektmitarbeiterin
Frau Roth (Mitglied des
Kuratoriums)
Frau Mehlhorn
IHK Chemnitz, für die Landesarbeitsg
Herr Dr. Zörgiebel
Mitglied des Kuratoriums
Masterplan Gesundheitswirtschaft Sachsen
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Messe Leipzig GmbH, Geschäftsführer
Herr Dr. Böhm
Par.X Marketing GmbH, Dresden, Geschäftsführerin
Apogepha Arzneimittel GmbH, Dresden, Bereichsleiterin
Herr Mönch
Ihr Häuslicher Pflegedienst, Görlitz, Inhaber
emeinschaft der Industrie- und
Handelskammern im Freistaat Sachsen
Biotype Diagnostic GmbH Dresden, Geschäftsführender Gesellschafter

Arbeitsgruppe 2
Leitung/Moderation: Herr Göhde, Prof. Simons
Teilnahme an Arbeitsgruppensitzung bzw. Interview
Herr Prof. Dr. Albrecht
Mitglied des Kuratoriums
BIOCITY LEIPZIG, Verein zur Förderung der Gesundheitswirtschaft in der
Region Leipzig e. V., Geschäftsführer
Herr Göhde
Mitglied des Kuratoriums
TU Dresden, Fakultät Wirtschaftswissenschaften, Lehrstuhl für Entre
preneurship und Innovation, Projektleiter Nachwuchsforschergruppe
InnoTech4Health
Herr Dr. Helm
Mitglied des Kuratoriums
Herr Dr. Jung
Biotype Diagnostic GmbH Dresden, Director General Management
TU Dresden,Fakultät Elektrotechnik und Informationstechnik, Institut für
Biomedizinische Technik, Institutsdirektor IBMT
OncoRay – National Center for Radiation Research in Oncology, Universi
tätsklinikum Dresden, Wissenschaftlicher Koordinator
CRTD/DFG-Center for Regenerative Therapies Dresden – Cluster of Excel
lence, Wissenschaftliche Projektkoordinatorin
Universitätsklinikum Leipzig
Department für Innere Medizin, Neurologie und Dermatologie, Kauf
männische Departmentleitung
Herr Prof. Dr. Simons
Max-Planck-Institute of Molecular Cell
Biology and Genetics, Dresden, Forschungsgruppenleiter und emer. Di
rektor
Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e. V., VDMA Ost, Be
treuung der Mitgliedsfirmen in Sachsen – Themen Technik, FuE, Energie
und Umwelt,Geschäftsstelle Frankfurt/Main,
Universitätsklinikum Leipzig
Klinik und Poliklinik für Endokrinologie und Nephrologie, Direktor
TU Dresden, Fakultät Wirtschaftswissenschaften, Lehrstuhl für Entre
preneurship und Innovation, Projektleiter ETTBio
Frau Dr. Vogel
Fraunhofer ENAS, Chemnitz, Referentin des Institutsleiters
Herr Zimmer
Universitätsklinikum Leipzig, Kaufmännischer Vorstand
Masterplan Gesundheitswirtschaft Sachsen
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Universitätsklinikum Dresden, Medizinischer Vorstand
Herr Dr. Böhm
Partec GmbH Görlitz, Geschäftsführer
Herr Dr. Gurtner
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Herr Held
GWT, Dresden, Geschäftsführer
Krankenhausgesellschaft Sachsen, Leipzig, Geschäftsführer
Herr Prof. Dr. Malberg
Herr Pieck
-
Herr Prof. Dr. Odenwald
Technische Universität Chemnitz,Professur für Sportgerätetechnik
Frau Dr. Schmieder-Galfe
-
Herr Schüller
-
Mitglied des Kuratoriums
-
Herr Dr. Sinner/ Herr Pätz
-
Herr Prof. Dr. Stumvoll
Herr Dr. Uecke
-

Arbeitsgruppe 3
Leitung/Moderation: Prof. Dr. Albrecht
Teilnahme an Arbeitsgruppensitzung bzw. Interview
Frau Dänschel
Vorsitzende des Hausärzteverbandes Sachsen, Chemnitz
SMS, Referat 53, Psychiatrische Versorgung. Suchtfragen, Maßregelvoll
zug
Universität Leipzig, Institut für Informatik, Betriebliche Informationssys
teme, Mitarbeiterin
Frau Prof. Engelmann
Klinikum Chemnitz GmbH, Klinik für Augenheilkunde, Chefärztin
Herr Junge
Vorsitzender des Sächsischen Pflegerats e. V., Dresden
Frau Klein
Mitglied des Kuratoriums
Herr Dr. Helm
Mitglied des Kuratoriums
Herr Prof. Dr. Hoffmann
Uniklinikum Dresden, Direktor der UniversitätsZahnMedizin
Technische Universität Dresden
Fakultät Architektur
SMS, Referat 25, Prävention, Gesundheitsförderung, Gesundheitsbe
richterstattung, Krebsregister
Frau Seiter
SMS, Referat 31, Krankenversicherung, Vertragsarztrecht
Herr Steinbronn
Mitglied des Kuratoriums
Paritätischer Wohlfahrtsverband Sachsen, Dresden, Landesgeschäftsfüh
rer
Verein zur Förderung der Gesundheitswirtschaft e. V. in der Region Leip
zig, Geschäftsstellenleiterin
Verband Sächsischer Wohnungsgenossenschaften e. V., Dresden, Vor
stand
Herr Dr. Zörgiebel
Mitglied des Kuratoriums
Masterplan Gesundheitswirtschaft Sachsen
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Frau Dr. Eberhard
-
Frau Elze
-
Par.X Marketing GmbH, Dresden, Geschäftsführerin
Krankenhausgesellschaft Sachsen, Leipzig Geschäftsführer
Frau Dr.-Ing. Marquardt.
Frau Meves
-
Frau Richter
Bildungs- & InnovationsPortal Chemnitz, Geschäftsführerin
Frau Rösler
SMS, Referat 34, Krankenhauswesen
AOK PLUS, Dresden, Vorsitzender des Vorstandes
Herr Steindorf
-
Frau Strempel
-
Herr Dr. Viehweger
-
Biotype Diagnostic GmbH Dresden, Geschäftsführender Gesellschafter

 
Anhang 2: Übersicht eingereichter Themen für Produkte/Projekte,
Arbeitsgruppe 3
(Stand: März 2014)
Bezeichnung
Erläuterung
Eingereicht von
Telemedizin in der
Fachärztlichen Versor
gung (HNO)
Verbesserung der medizinischen Versorgung im ländli
chen Bereich durch Stärkung der Kooperation zwischen
HNO-Fachärzten und Hörakustikern unter Einsatz der
Telemedizin
Fa. Gromke
Hörzentrum
Leipzig
Pflegecampus
Schaffung eines Kompetenzzentrums „Demografie und
Gesundheit“,
Best-Practice-Austausch
Bildungs- und
Innovationspor
tal Chemnitz,
Pflege-Seminar,
Demenz-Seminar
1. Seminar für pflegende Angehörige
2. Umgang mit Menschen mit Demenz – Kurs für ver
schiedene Berufsgruppen
Bildungs- und
Innovationspor
tal Chemnitz,
Weiterbildung zum
Präventionsmanager/in
T2DM (Typ 2 Diabetes
mellitus)
Weiterbildung zum/r Präventionsmanager/-in und Inte
gration in ein Netzwerk „Präventionsmanagement“ zur
Vernetzung und praktischen Umsetzung von gesund
heitsfördernden Maßnahmen zur Prävention des Diabe
tes mellitus Typ 2.
TUMAINI Insti
tut für Präven
tionsmanage-
ment GmbH
Innovative Diagnose
verfahren
Molekulardiagnostischer Test (wie Gentest) basierend
auf einer Multiplex-PCR-Diagnostik – MycoDerm
Biotype Diagno
stic GmbH
Dresden
Computerunterstützte
Trainingsgeräte für die
medizinische Ausbil
dung in der Chirurgie/
Gynäkologie/ Urologie
Verbesserung der Aus- und Weiterbildung durch routi
nemäßigen Einsatz in Sachsen, Produktweiterentwick
lung, Vermarktung der Produkte und von Trainingskon
zepten
SAMED, ICCAS,
ISTT (HTWK)
Alter Leben – AAL und
vernetztes Wohnen
Alter Leben geht von einem kombinierten Ansatz aus:
bestehend aus wirtschaftlich vertretbaren bau-
technischen Maßnahmen in der Wohnung zur Reduzie
rung von Barrieren im Wohnungsbestand, der Einbin
dung technischer Unterstützungsleistungen zur alters
gerechten Assistenz und Anbindung wohnbegleitender
individualisierter Dienstleistungen für die Mieter.
Umgesetztes Kernkonzept ist die „mitalternde Woh
nung“.
Verband Sächsi
scher Woh
nungsge-
nossenschaften
e. V.
ViciOne
Dynamische und offene Systemlösung/Technologie-
framework/Assistenzssystem, es bietet bedarfsgerechte
modulare Lösungen zur technischen Assistenz,
z. B. ViciOne.Struktur&Effizienz,
ViciOne.AmbientAssistenz
NSC GmbH,
Lichtenstein
(über Verband
Sächsischer Woh-
nungsgenossen-
schaften e. V.)
provedo microautoma
tion
technisches Assistenzsystem
Provedo GmbH,
Leipzig
(über Verband
Sächsischer Woh
nungsgenossen-
schaften e. V.)
Spezielle ärztliche Fort
bildung
z. B. Prof. Kortmann UKL, Strahlentherapie
Über KHG
(Fortsetzung nächste Seite)
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(Fortsetzung Anhang 2)
Spezielle Versorgungs
konzepte
z. B. Screening auf Klein- und Hochwuchs, System Dr.
Keller, UKL
Über KHG
Aus-, Fort- und Weiter
bildung in der Allge
meinmedizin
z. B. Unterstützung der PJ-Tertial-Allgemeinmedizin
im ländlichen Raum mit Stipendium
Hausärztever
band Sachsen
Netzwerk: Ärzte für Sach
sen
Die sächsischen Akteure und Maßnahmen gegen den
drohenden Ärztemangel sollen besser vernetzt und
langfristig neue Ärzte für Sachsen gewonnen wer
den.
SLAEK
Geriatrieplan
Modellprojekt zur wohnortnahen geriatrischen Ver
sorgung durch Kooperation von Ärzten und Woh
nungsbaugesellschaften
Hausärztever
band Sachsen
Prozessformen der Kran
kenhauslogistik
Entsorgung, Energieversorgung, Speisenversorgung
– in diesem Bereich sind investive Maßnahmen inte
ressant
Über KHG
KIC Life
Förderung der wirtschaftlichen Konkurrenzfähigkeit
im Bereich der Gesundheit, Lebensbegleitung und
Unterstützung in Sachsen und über den Antragsver
bund in Europa
Prof. Esswein (TU
Dresden)
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Referenzen
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