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Verwaltungsvorschrift des Regierungspräsidiums Chemnitz zur Durchführung von
Zwischenprüfungen in den Ausbildungsberufen der Landwirtschaft und Hauswirtschaft
vom 25.05.04
Der Berufsbildungsausschuss beim Regierungspräsidium Chemnitz hat am 25.05.2004 die
folgende Verwaltungsvorschrift für die gemäß § 42 Berufsbildungsgesetz BBiG vom
14.August 1969 (BGBl. I S. 1112), zuletzt geändert durch Artikel 40 des Gesetzes vom
24.Dezember 2003 (BGBL. I S.2954, 2993), in Verbindung mit den jeweiligen
Ausbildungsordnungen für die Ausbildungsberufe der Landwirtschaft und der Hauswirtschaft
durchzuführenden Zwischenprüfungen erlassen:
1. Ziel
Das Ziel der Zwischenprüfung ist die Ermittlung des jeweiligen Ausbildungsstandes, um auf
die weitere Ausbildung einwirken zu können.
2. Gegenstand
Gegenstand der Zwischenprüfung sind die nach der jeweiligen Ausbildungsordnung bis zur
Zwischenprüfung zu vermittelnden Kenntnisse und Fertigkeiten, die sich aus der sachlichen
und zeitlichen Gliederung im entsprechenden Ausbildungsrahmenplan ergeben, sowie der
Lehrstoff der Berufsschule, soweit er für die Berufsausbildung wesentlich ist.
3. Prüfungstermine
Der Zeitpunkt der Prüfung soll so bestimmt werden, dass einerseits die Ausbildung soweit
fortgeschritten ist, dass hinreichende Kenntnisse und Fertigkeiten prüfbar sind und
andererseits ggf. notwendige Korrekturen in der Ausbildung noch erfolgen können. Soweit
die Ausbildungsordnung nichts anderes bestimmt, findet eine Zwischenprüfung in der Regel
vor dem Ende des 2. Ausbildungsjahres statt. Die zuständige Stelle gibt die Prüfungstermine
einschließlich der Anmeldefristen in geeigneter Weise mindestens drei Monate vorher
bekannt.
4. Anmeldung zur Prüfung
Die Anmeldung zur Zwischenprüfung hat schriftlich nach den von der zuständigen Stelle
bestimmten Anmeldefristen und –formularen zu erfolgen.
5. Entscheidung über die Zulassung
Die Entscheidung über die Zulassung zur Zwischenprüfung ist dem Prüfungsteilnehmer
schriftlich mitzuteilen. Dem zugelassenen Prüfungsbewerber sind der Prüfungstag und -ort
einschließlich der erlaubten Arbeits- und Hilfsmittel rechtzeitig bekannt zu geben.
6. Durchführung
Die Zwischenprüfung erfolgt nach den Vorschriften der Ausbildungsverordnung, woraus sich
die Prüfungsgegenstände, die Gliederung der Prüfung sowie Art und Dauer der
Prüfungsleistungen ergeben. Soweit die Ausbildungsordnung nichts anderes bestimmt,
werden die Kenntnisse schriftlich, die Fertigkeiten durch praktische Arbeiten geprüft. Verlauf
und Ergebnis der praktischen Arbeiten sind vom Prüfungsteilnehmer mündlich zu erläutern.
Das vom Auszubildenden geführte Berichtsheft ist zur beruflichen Zwischenprüfung vom
Prüfungsteilnehmer vorzulegen und durch den Prüfungsausschuss zu kontrollieren.

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7. Prüfungsaufgaben
Der Prüfungsausschuss beschließt auf der Grundlage der jeweiligen Ausbildungsordnung die
Prüfungsaufgaben. Wird die schriftliche Prüfung landesweit mit denselben Prüfungsfragen
durchgeführt, sind die Prüfungsfragen auf der Grundlage der jeweiligen Ausbildungsordnung
von der zuständigen Stelle festzulegen und von den Prüfungsausschüssen zu übernehmen.
8. Prüfungsausschüsse
Für die Durchführung der Zwischenprüfung kann die zuständige Stelle Prüfungsausschüsse,
die bereits für Abschlussprüfungen errichtet sind, für zuständig erklären oder besondere
Prüfungsausschüsse errichten. Bei der Zusammensetzung und Berufung sind die sich aus den
§§ 37, 38 BBiG ergebenden Grundsätze zu wahren.
9. Bewertung, Feststellung des Ausbildungsstandes
Die Prüfungsleistungen sind zur Feststellung des Ausbildungsstandes wie folgt zu bewerten:
(1) sehr gut (1,00 bis 1,49 oder
= eine den Anforderungen im besonderen
100 bis 92 Punkte)
Maße entsprechende Leistung
(2) gut (1,50 bis 2,49 oder
= eine den Anforderungen voll entsprechende Leistung
unter 92 bis 81 Punkte)
(3) befriedigend (2,50 bis 3,49 oder = eine den Anforderungen im allgemeinen entsprechende
unter 81 bis 67 Punkte)
Leistung
(4) ausreichend (3,50 bis 4,49 oder = eine Leistung, die zwar Mängel aufweist, aber im
unter 67 bis 50 Punkte)
Ganzen den Anforderungen noch entspricht
(5) mangelhaft (4,50 bis 5,49 oder = eine Leistung, die den Anforderungen nicht entspricht,
unter 50 bis 30 Punkte)
jedoch erkennen lässt, dass gewisse Grundkenntnisse
noch vorhanden sind
(6) ungenügend (5,50 bis 6,00 oder = eine Leistung, die den Anforderungen nicht entspricht
unter 30 bis 0 Punkte)
und bei der selbst Grundkenntnisse fehlen.
Bei der Bildung des arithmetischen Mittels sind die Noten auf zwei Dezimalstellen ohne
Rundung zu berechnen.
Die Bewertung erfolgt mit Hilfe eines Bewertungsbogens. Auf festgestellte Mängel ist der
Auszubildende hinzuweisen.
10. Niederschrift
Über den Verlauf der Prüfung einschließlich der Feststellung des Leistungsstandes,
insbesondere von Mängeln ist durch den Prüfungsausschuss eine Niederschrift zu fertigen und
der zuständigen Stelle umgehend zuzuleiten. Für die Niederschrift stellt die zuständige Stelle
einen Vordruck zur Verfügung.

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11. Bescheinigung über die Teilnahme an der Zwischenprüfung
Über die Teilnahme an der Zwischenprüfung wird eine Bescheinigung ausgestellt. Sie enthält
eine Feststellung über den Ausbildungsstand. Auf festgestellte Mängel ist hinzuweisen. Die
Bescheinigung erhalten der Auszubildende, dessen gesetzlicher Vertreter, der Ausbildende
und die Berufsschule, damit festgestellte Mängel behoben werden können. Der Nachweis der
Teilnahme an der Zwischenprüfung ist Zulassungsvoraussetzung für die berufliche
Abschlussprüfung.
12. In-Kraft-Treten
Diese Verwaltungsvorschrift tritt am Tag ihrer Veröffentlichung in Kraft.
Chemnitz den 25.Mai 2004
Regierungspräsidium Chemnitz
Noltze
Regierungspräsident