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Name
Bereich
Information
V.-Datum
KfW Bankengruppe
Frankfurt am Main
Rechnungslegung/
Finanzberichte
Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2014 bis zum 31.12.2014
26.06.2015
KfW Bankengruppe
Frankfurt am Main
Finanzbericht 2014
Verantwortung übernehmen: Impulse geben.
Kennzahlen des KfW-Konzerns
Fördervolumen
2014
Mrd. EUR
2013
Mrd. EUR
74,1
72,5
Erfolgskennzahlen
2014
Mio. EUR
2013
Mio. EUR
Zinsüberschuss (vor Förderleistung)
2.768
2.997
Provisionsüberschuss (vor Förderleistung)
313
280
Verwaltungsaufwand (vor Förderleistung)
1.059
976
Betriebsergebnis vor Bewertungen (vor Förderleistung)
2.023
2.302
Kreditrisikovorsorge
-143
-311
Ergebnisse aus Hedge Accounting und Fair-Value-Bewertung anderer Finanzinstrumente
69
138
Ergebnisse aus Finanzanlagen und nach der Equity-Methode bilanzierten Unternehmen
4
14
Betriebsergebnis nach Bewertungen (vor Förderleistung)
1.953
2.143
Sonstiges betriebliches Ergebnis
20
-210
Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (vor Förderleistung)
1.973
1.933
Förderleistung (Aufwand)
364
597
Ertragsteueraufwand
95
63
Konzerngewinn
1.514
1.273
Konzerngewinn vor IFRS-Effekten aus Sicherungszusammenhängen
1.467
1.299
Cost-Income-Ratio vor Förderleistung
1)
34,4 %
29,8 %
1)
Verwaltungsaufwand (vor Förderleistung) in Relation zum bereinigten Ertrag. Der bereinigte Ertrag berechnet sich aus der Größe des Zins- und
Provisionsüberschusses (jeweils vor Förderleistung).
Bilanzkennzahlen
31.12.2014
Mrd. EUR
31.12.2013
Mrd. EUR
Bilanzsumme
489,1
464,8
Kreditvolumen
440,3
432,0
Geschäftsvolumen
572,5
545,4
Bilanzielles Eigenkapital
21,6
20,5
Bilanzielle Eigenkapitalquote
4,4 %
4,4 %
Aufsichtsrechtliche Kennzahlen
31.12.2014
Mrd. EUR
31.12.2013
Mrd. EUR
Risikoposition
144,1
96,0
Kernkapital
20,3
19,8
Regulatorische Eigenmittel
21,7
21,4
Kernkapitalquote
1)
14,1 %
20,6 %
Gesamtkapitalquote
1)
15,1 %
22,3 %
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Beschäftigte der KfW Bankengruppe
2)
2014
2013
5.518
5.374
1)
Rückgang i. W. bedingt durch die Umsetzung der neuen CRR-/CRD IV-Anforderungen sowie die Umstellung auf IFRS-Basis
2)
Durchschnittlicher Personalbestand von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ohne Vorstand und Auszubildende, einschließlich Aushilfen
Überblick KfW
Die KfW ist eine der führenden Förderbanken der Welt. Mit ihrer jahrzehntelangen Erfahrung setzt sich die KfW im Auftrag des Bundes und
der Länder dafür ein, die wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Lebensbedingungen weltweit zu verbessern. Allein 2014 hat sie dafür
ein Fördervolumen von 74,1 Mrd. EUR zur Verfügung gestellt. Davon flossen 36 % in Maßnahmen zum Klima- und Umweltschutz. Die KfW
besitzt keine Filialen und verfügt nicht über Kundeneinlagen. Sie refinanziert ihr Fördergeschäft fast vollständig über die internationalen
Kapitalmärkte. Im Jahr 2014 hat sie zu diesem Zweck 57,4 Mrd. EUR aufgenommen. In Deutschland ist die KfW Bankengruppe mit
Standorten in Frankfurt, Berlin, Bonn und Köln vertreten. Weltweit gehören rund 80 Büros und Repräsentanzen zu ihrem Netzwerk.
Bank aus Verantwortung
Die Zahlen in den Tabellen wurden exakt gerechnet und summiert. Die Darstellung erfolgt gerundet. Hierdurch können sich in der
Summenbildung Rundungsdifferenzen ergeben.
Tatsächliche Nullbeträge sowie auf null gerundete Beträge werden als 0 Mio. EUR dargestellt.
Brief des Vorstands
Liebe Leserinnen und Leser,
das Jahr 2014 war ein erfolgreiches Förderjahr. Die KfW konnte in einem schwierigen konjunkturellen Umfeld einen wichtigen Beitrag für
die Entwicklung von Innovationen, Wachstum und Klimaschutz in Deutschland, in Europa und weltweit leisten.
Damit hat sie den steigenden Anforderungen an Förderbanken zur Überwindung der globalen Wachstumsschwäche Rechnung getragen.
Die KfW Bankengruppe hat im Jahr 2014 wie in den Vorjahren eine hohe Nachfrage nach ihren Finanzierungsprodukten verzeichnet. Die
Förderzusagen sind auf ein Gesamtvolumen von 74,1 Mrd. EUR gestiegen (2013: 72,5 Mrd. EUR). Dabei bildeten die Förderung des
Mittelstands, von Gründern und innovativen Unternehmen weiterhin Schwerpunkte. Ebenso hat die KfW ihre Rolle als weltweit führender
Finanzierer für Klima- und Umweltfinanzierungen weiter gestärkt (26,6 Mrd. EUR).
Die Inlandsförderung der KfW erreichte 2014 mit Zusagen in Höhe von 47,6 Mrd. EUR entgegen der schwierigen Marktlage ein hohes
Niveau (2013: 51,6 Mrd. EUR). Der Rückgang im Vergleich zum Vorjahr war erwartet worden und betrifft im Wesentlichen die
Unternehmensfinanzierung. Angesichts der anhaltenden Investitionszurückhaltung, der Unsicherheiten im konjunkturellen Umfeld und der
gleichzeitig guten Liquiditätsausstattung der Unternehmen war die Kreditnachfrage der Unternehmen in Deutschland insgesamt verhalten.
Das Geschäftsvolumen der internationalen Finanzierung, bestehend aus dem Geschäftsfeld Export- und Projektfinanzierung (KfW IPEX-
Bank), dem Geschäftsbereich KfW Entwicklungsbank sowie der Tochtergesellschaft DEG, ist mit 25,5 Mrd. EUR um 25 % gestiegen (2013:
20,5 Mrd. EUR). Die Rolle der KfW IPEX-Bank als Spezialist für Projekt- und Exportfinanzierungen wurde verstärkt nachgefragt.
Der Geschäftsbereich KfW Entwicklungsbank verzeichnete zudem starke Zuwächse bei seinen Klima- und Umweltfinanzierungen, und dort
vor allem bei der Finanzierung von umweltfreundlicher Energieerzeugung und -versorgung, in die fast die Hälfte aller Neuzusagen flossen.
Förderergebnisse der Geschäftsbereiche im Einzelnen
Im Geschäftsfeld Mittelstandsbank betrug das Neugeschäftsvolumen 19,9 Mrd. EUR (2013: 22,6 Mrd. EUR). Die Mittelstandsquote in der
inländischen Förderung lag bei 44 %. Während die Zusagen im Bereich Allgemeine Unternehmensfinanzierung insgesamt rückläufig waren
(7,6 Mrd. EUR, 2013: 8,6 Mrd. EUR), konnte im wichtigen Förderschwerpunkt Gründung (2,8 Mrd. EUR) erfreulicherweise wieder das
Vorjahresniveau (2,7 Mrd. EUR) erreicht werden. Entgegen dem allgemeinen Trend konnte auch die Innovationsfinanzierung deutlich auf
1,4 Mrd. EUR ausgebaut werden (2013: 1,0 Mrd. EUR).
Im Förderschwerpunkt Umwelt wurde 2014 ein solides Fördervolumen von 8,2 Mrd. EUR (2013: 10,3 Mrd. EUR) erreicht. Das "KfW-
Energieeffizienzprogramm" pendelte sich mit 3,2 Mrd. EUR nach dem Rekordjahr 2013 (4,7 Mrd. EUR) wieder auf dem Niveau des Jahres
2012 ein. Die Zusagen im KfW-Programm "Erneuerbare Energien" entwickelten sich mit 4,1 Mrd. EUR stabil (2013: 4,7 Mrd. EUR).
Die Neuzusagen des Geschäftsfelds
Kommunal- und Privatkundenbank/ Kreditinstitute betrugen im Jahr 2014 27,7 Mrd. EUR (2013: 28,9
Mrd. EUR). Der Förderschwerpunkt Wohnen blieb mit 14,3 Mrd. EUR weiterhin dynamisch (2013: 15,6 Mrd. EUR). Trotz der
Investitionszurückhaltung aufgrund der Diskussionen über die steuerliche Förderung energieeffizienter Sanierungen konnte die
Programmgruppe zum energieeffizienten Bauen und Sanieren mit 9,3 Mrd. EUR wesentlich zum hohen Fördervolumen beitragen (2013:
10,4 Mrd. EUR).
In der Infrastrukturfinanzierung betrug das Neuzusagevolumen 4,0 Mrd. EUR (2013: 4,7 Mrd. EUR). Der Rückgang im Jahr 2014 ist vor
allem auf den Wegfall der Förderprodukte zum Kita-Ausbau zurückzuführen. Neben den Basisprodukten für Kommunen (IKK) sowie
kommunale und soziale Unternehmen (IKU) wurden 2014 besonders die Spezialprogramme zur Quartiersversorgung im Rahmen der
energetischen Stadtsanierung nachgefragt. Im Förderschwerpunkt Bildung und Soziales wurde mit einem Zusagevolumen von 2,6 Mrd.
EUR (2013: 2,6 Mrd. EUR) das hohe Vorjahresniveau erneut bestätigt.
In der Allgemeinen Refinanzierung für Landesförderinstitute stieg das Kooperationsvolumen auf 4,6 Mrd. EUR (2013: 3,6 Mrd. EUR). Mit
der Refinanzierung von Exportkrediten und der Vergabe von Globaldarlehen zur Unterstützung von Leasing- sowie europäischen
Mittelstands- und Energieeffizienzinvestitionen wurde im Rahmen der Individualfinanzierungen Banken ein Fördervolumen von 2,2 Mrd.
EUR erzielt (2013: 2,5 Mrd. EUR). Darin enthalten sind Zusagen im Auftrag des Bundes an die europäischen Förderinstitutionen Institution
for Growth (Griechenland), Strategic Banking Corporation of Ireland (SBCI) und Cassa Depositi e Prestiti (CDP, Italien) über insgesamt
750 Mio. EUR.
Das Geschäftsfeld Kapitalmärkte beteiligte sich mit einem Volumen von 1,2 Mrd. EUR (2013: 651 Mio. EUR) an Verbriefungstransaktionen
von deutschen Mittelstandskrediten und Leasingforderungen.
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Das von der KfW-Tochtergesellschaft KfW IPEX-Bank verantwortete Geschäftsfeld Export- und Projektfinanzierung erzielte ein
Neuzusagevolumen von 16,6 Mrd. EUR (2013: 13,7 Mrd. EUR).
Hierzu trugen insbesondere die Geschäftssparten Maritime Industrie (2,9 Mrd. EUR), Grundstoffindustrie (2,7 Mrd. EUR) sowie Energie
und Umwelt (2,3 Mrd. EUR) bei. Die Finanzierungen im Bereich Maritime Industrie betreffen zu einem erheblichen Teil Kreuzfahrtschiffe
sowie Investitionen der Offshore-Industrie. Zum Zusagevolumen in der Grundstoffindustrie haben im vergangenen Jahr vor allem einige
großvolumige Exportfinanzierungen beigetragen. Die wichtige Rolle der Geschäftssparte Energie und Umwelt unterstreicht den Anspruch
der KfW IPEX-Bank, mit ihren Finanzierungen signifikante Beiträge zu Klima- und Umweltschutz zu leisten. Parallel zum gestiegenen
Neugeschäftsvolumen hat auch die konsortiale Zusammenarbeit mit Partnerbanken weiter an Bedeutung zugenommen.
Der Geschäftsbereich KfW Entwicklungsbank hat im vergangenen Jahr das größte Neuzusagevolumen seiner Geschichte erzielt und konnte
rund 7,4 Mrd. EUR (2013: 5,3 Mrd. EUR) im Auftrag der Bundesregierung für Entwicklungsprogramme weltweit bereitstellen. Vor allem bei
den Zusagen für Klima- und Umweltschutz war 2014 ein hoher Zuwachs zu verzeichnen: Ihr Anteil stieg von 53 % im Vorjahr auf aktuell
64 %. Gleichzeitig blieben aber auch die Zusagen für die ärmsten Partnerländer auf hohem Niveau: So flossen fast 40 % der Bundesmittel
in Vorhaben in Subsahara-Afrika. Im Förderbereich "Frieden und Sicherheit" wurden rund 500 Mio. EUR zugesagt - diese erreichten circa
15 Millionen Menschen in 22 Ländern. Diese Vorhaben dienen der Versorgung von Flüchtlingen - insbesondere in Nahost und Afrika -
sowie dem Wiederaufbau von Basisinfrastruktur.
Die DEG, Tochtergesellschaft der KfW, sagte im vergangenen Jahr rund 1,47 Mrd. EUR (2013: 1,45 Mrd. EUR) für die Finanzierung
privater Investitionen in Entwicklungs- und Schwellenländern zu. Damit konnte sie den Vorjahreswert erneut leicht übertreffen. Deutschen
Unternehmen, die in Entwicklungs- und Schwellenländern investieren, stellte die DEG 2014 mit 253 Mio. EUR (2013: 152 Mio. EUR) ein
deutlich gestiegenes Finanzierungsvolumen bereit. Ähnlich erfreulich entwickelten sich die Investitionen in Afrika und weiteren
Zukunftsmärkten mit Zusagen in Höhe von rund 855 Mio. EUR (2013: 630 Mio. EUR).
Davon waren 416 Mio. EUR für Afrika bestimmt (2013: 326 Mio. EUR). Mit 691 Mio. EUR (2013: 649 Mio. EUR) entfiel fast die Hälfte der
Neuzusagen auf Vorhaben, die den Klima- und Umweltschutz sowie die Anpassung an den Klimawandel fördern.
Zur Refinanzierung ihres Förderauftrags hat die KfW im Jahr 2014 langfristige Mittel in Höhe von 57,4 Mrd. EUR auf den internationalen
Kapitalmärkten aufgenommen (2013: 65,4 Mrd. EUR). Dazu hat die KfW 250 Anleihen in 13 verschiedenen Währungen emittiert und
hierbei von einer ungebrochenen Nachfrage der Investoren nach großvolumigen liquiden Anleihen (Benchmark-Anleihen) profitiert. Deren
Anteil stellt mit 57 % wiederum den wichtigsten Pfeiler der KfW-Gesamtrefinanzierung dar. Das Kapitalmarktgeschäft der KfW war 2014
vor allem durch zwei Produktinnovationen geprägt - die Emission der ersten KfW-Renminbi-Anleihe mit Börsennotierung in Frankfurt und
die Emission der beiden ersten KfW-Green-Bonds in Euro und US-Dollar. Hierdurch hat die KfW Marktstandards gesetzt und zur
Etablierung dieser noch jungen Marktsegmente beigetragen.
Die Mittelaufnahme in Euro und US-Dollar lag 2014 bei insgesamt 83 % des Refinanzierungsvolumens. Aufgrund von
Refinanzierungsvorteilen hat die KfW die Finanzierung in Fremdwährung ab Frühsommer 2014 deutlich forciert. Insgesamt lag der
Fremdwährungsanteil am Ende des Jahres bei circa 55 %. Für das laufende Jahr ist eine Mittelaufnahme von 55 bis 60 Mrd. EUR geplant.
Mit ihrer expliziten, direkten Garantie des Bundes sieht sich die KfW bestens aufgestellt, ihr geplantes Refinanzierungsvolumen gut zu
erreichen. Im Januar 2015 nahm die KfW bereits 8,7 Mrd. EUR am Kapitalmarkt auf.
Die Ergebnisentwicklung im Geschäftsjahr 2014
Die Ertragslage hat sich im Geschäftsjahr hauptsächlich aufgrund des sehr guten Bewertungsergebnisses besser entwickelt als erwartet
und
schließt deutlich oberhalb des Geschäftsjahres 2013 ab. Der Konzerngewinn liegt mit 1.514 Mio. EUR (2013: 1.273 Mio. EUR) über
dem Niveau der Planung.
Das Betriebsergebnis vor Bewertungen (vor Förderleistung) liegt erwartungsgemäß mit 2.023 Mio. EUR (2013: 2.302 Mio. EUR) unter dem
Vorjahresniveau sowie unterhalb der Planzahlen. Dies ist insbesondere auf das im Vergleich zum Vorjahr verschlechterte Zinsumfeld mit
einem niedrigen Zinsniveau und einer sich weiter abflachenden Zinsstrukturkurve zurückzuführen.
Das Bewertungsergebnis schließt per saldo mit einem moderaten Aufwand und damit deutlich besser als erwartet ab. Ursächlich hierfür
sind zum einen die unter der Planung liegenden Nettobelastungen aus der Kreditrisikovorsorge und zum anderen positive Ergebnisbeiträge
aus dem Wertpapier- und Beteiligungsportfolio.
Die von der KfW zu Lasten der eigenen Ertragslage erbrachte Förderleistung im Inlandsgeschäft ist im Geschäftsjahr 2014 infolge
rückläufiger Zusagen in den zinsverbilligten Kreditprogrammen auf 364 Mio. EUR (2013: 597 Mio. EUR) gesunken.
Die Bilanzsumme des Konzerns hat sich im Geschäftsjahr 2014 um 24,3 Mrd. EUR auf 489,1 Mrd. EUR erhöht. Zurückzuführen ist der
Anstieg vor allem auf zins- und wechselkursinduzierte Marktwertveränderungen der zu Sicherungszwecken eingesetzten Derivate und
deren Abbildung im Hedge Accounting. Der Anstieg des Neugeschäftsvolumens spiegelt sich in den um 7,1 Mrd. EUR auf 365,3 Mrd. EUR
erhöhten Nettokreditforderungen wider. Dabei gingen außerplanmäßige Tilgungen im inländischen Förderkreditgeschäft gegenüber dem
Vorjahr zurück.
Engagement für Europa
Europa steht vor großen Herausforderungen. Die Frage, wie sich die Wirtschaft im Euroraum wirksam stimulieren lässt, bewegt Politiker,
Wirtschaft und Bürger gleichermaßen. Dies sind Herausforderungen, die grenzüberschreitende Zusammenarbeit und europäische
Solidarität verlangen, auch von Förderbanken. Seit geraumer Zeit nehmen wir wahr, dass die Expertise und die Erfahrung der KfW
europaweit zunehmend gefragt sind. Dabei bringt sich die KfW auf unterschiedlichen Wegen ein: Wir kooperieren mit bestehenden
Förderbanken und wir finanzieren europaweit. Wir beraten und unterstützen beim Aufbau nationaler Förderinstitutionen. So unterstützt
die KfW den Aufbau nationaler Förderbanken in Portugal und Irland. Mit bereits bestehenden Förderbanken in Italien, Frankreich, Spanien
und Polen verstärkte sie ihre Kooperation. Außerdem weitete die KfW ihr Engagement bei europäischen Globaldarlehen aus. Diese flossen
in jüngerer Zeit an Förderbanken in Polen, Italien und Spanien. Gleichzeitig verstärkte die KfW in Europa ihr Engagement bei der Export-
und Projektfinanzierung.
Die Investitionsoffensive der EU-Kommission, der sogenannte Juncker-Plan, dürfte in Zukunft eine wichtige Rolle spielen. Die KfW wird
sich an diesem Programm beteiligen. Wir wollen unseren Beitrag dazu leisten, Europa wieder zu mehr Wachstum zu verhelfen.
Die Mittel sollen vor allem in Form von Projektfinanzierungen, Kreditverbriefungen und Beteiligungsfinanzierungen fließen sowie als
Globaldarlehen an Finanzierungspartner wie zum Beispiel Förderbanken in anderen Ländern zur Verfügung gestellt werden. In allen diesen
Feldern bringen wir langjährige Erfahrung und Know-how ein.
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Für den Erfolg der Investitionsoffensive ist es wichtig, die nationalen Förderbanken und ihre Expertise zu nutzen. Gemeinsam mit unseren
europäischen Partnern wollen wir helfen, dort Investitionen anzustoßen, wo sie wirklich benötigt werden: bei mittelständischen
Unternehmen, bei der Infrastruktur, beim Ausbau erneuerbarer Energien, im Bereich der Energieeffizienz und des nachhaltigen
Wachstums insgesamt.
Modernisierung der KfW
Als Bank aus Verantwortung ist die KfW werteorientiert. Nachhaltigkeit als inhaltliches und Subsidiarität als ordnungspolitisches Kriterium
sind die Prinzipien, die ihr Handeln leiten. Die Stärke der KfW sind langfristige Finanzierungen zu attraktiven Konditionen, die die KfW
überwiegend im Rahmen des bewährten Durchleitungsprinzips über die Finanzierungspartner an den Endkunden ausreicht. Zur
langfristigen Sicherung ihrer Förderleistung hat die KfW sich ein Modernisierungsprogramm auferlegt.
Drei Themenfelder standen auch 2014 im Fokus der Modernisierung:
1.
Digitalisierung
Fördergeschäft
Die Bedürfnisse der Kunden stehen im Mittelpunkt der Fördertätigkeit der KfW. Gerade die Anforderungen der Kunden an das
Bankgeschäft verändern sich im digitalen Zeitalter rasant. Die Digitalisierung des Fördergeschäfts ist daher ein wichtiger Schritt, um die
Zukunftsfähigkeit des Erfolgsmodells Förderkredit zu sichern. Die KfW hat daher 2014 gemeinsam mit dem Pilotpartner Deutsche
Postbank die neue Online-Plattform BDO (Bankdurchleitung Online 2.0) für wohnwirtschaftliche Programme live geschaltet. Damit können
erstmals Förderkredite in weniger als einer Minute nach Antragstellung sofort zugesagt werden. Seit Dezember 2014 nutzt auch die
Commerzbank als zweiter Finanzierungspartner diesen Service. 2015 und in den Folgejahren werden Schritt für Schritt weitere
Finanzierungspartner an BDO angebunden, und die Palette der BDO-fähigen KfW-Produkte wird ab 2016 um gewerbliche Produkte
erweitert.
2. Umsetzung
aufsichtsrechtlicher Vorgaben
Das Bundeskabinett hatte am 13.03.2013 mit dem Entwurf eines Gesetzes zur Änderung des Gesetzes über die KfW die Grundlage für
eine neue Regulierung der KfW beschlossen. Ziel war, im Wege einer Verordnung wesentliche bankaufsichtsrechtliche Normen des
Kreditwesengesetzes (KWG) und der europäischen Capital Requirements Regulation (CRR) als entsprechend auf die KfW anwendbar zu
erklären und die Aufsicht über die Einhaltung dieser Normen der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) zuweisen zu
können. Die Förderfähigkeit der KfW sollte dabei nicht beeinträchtigt werden. Der Vorstand begrüßt die im September 2013 auf dieser
Grundlage beschlossene und im Oktober 2013 veröffentlichte Verordnung, die die Bank weiter professionalisiert und die Sonderrolle der
KfW als Förderinstitut berücksichtigt.
Die KfW hatte bereits seit längerer Zeit wesentliche Regeln und Standards des KWG wie insbesondere die Mindestanforderungen an das
Risikomanagement (MaRisk) freiwillig angewendet und hält die Solvabilitätskennziffern ein, was die Umsetzung der neuen Vorgaben
erleichtert. Seit dem 01.07.2014 gelten über die Verordnung zudem bereits die Corporate-Governance-Bestimmungen des KWG für die
Bankengruppe entsprechend, in denen beispielsweise Sachverhalte wie Eignung und Zuverlässigkeit des Vorstands sowie Sachkunde und
Zuverlässigkeit des Verwaltungsrats geregelt sind. Wesentlicher Meilenstein der Verordnung ist dann der 01.01.2016, an dem die meisten
der in der Rechtsverordnung genannten Bestimmungen in Kraft treten. Die KfW ist für die künftige erweiterte Anwendung
bankaufsichtsrechtlicher Normen gut aufgestellt. Die Projekte, an denen wir mit Hochdruck arbeiten, werden gleichwohl zusätzlichen
organisatorischen und finanziellen Aufwand mit sich bringen.
3.
IT-Modernisierung
Um den vielfältigen Anforderungen aus Fördergeschäft und Regulatorik weiterhin gewachsen zu sein, setzt die KfW ein umfangreiches
Programm zur Modernisierung der IT-Systemlandschaft um. In Großprojekten werden marktgängige Standardapplikationen eingeführt,
Altsysteme durch Neuentwicklungen abgelöst oder bereits bestehende Standardapplikationen durch aktuelle Entwicklungsversionen
ersetzt. Zusätzlich hat die KfW den Grundstein für die Entwicklung einer zentralen Datenintegrationsschicht gelegt.
Die Novellierung der Produktionsstraßen der KfW ist ein Investment in die Zukunftsfähigkeit der Bank. Digitale Prozesse des
Fördergeschäfts erfordern flexible und regulatorisch konforme Prozesse in der Abwicklung, im Controlling und in der Finanzbuchhaltung.
Anfang 2015 sind erfolgreich die Beschaffungssysteme der KfW erneuert worden. Weiterhin wurde die Datenzulieferung für das aktuelle
Meldewesen der KfW plangemäß vorangetrieben, der Umbau wird Ende 2015 abgeschlossen sein.
Das neben der neuen Online-Plattform BDO größte Projekt "Aufbau einer neuen Finanzarchitektur gemäß IFRS" wurde 2014 umfassend
strukturiert. Damit wurden die notwendigen Voraussetzungen geschaffen, um die neue Fach- und IT-Architektur im Rechnungswesen
weiter voranzutreiben.
Der komplexe Umbau der prozessualen und technischen Infrastruktur der KfW wird über die nächsten Jahre enormen Einsatz und enorme
Ressourcen erfordern, ist aber notwendige Voraussetzung für ein weiterhin erfolgreiches Geschäftsmodell.
KfW wird gesellschaftlicher Verantwortung gerecht
Im Jahr 2012 gründete die KfW die gemeinnützige unabhängige KfW Stiftung und übertrug ihr gesellschaftliches und kulturelles
Engagement auf diese. Die KfW Stiftung setzte sich auch 2014 mit den großen gesellschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit
auseinander: Globalisierung, demografischer Wandel, Klima- und Umweltschutz. Unter dem Leitmotiv "Verantwortung übernehmen -
Vielfalt gestalten" entwickelt sie mit Partnern Projekte zu diesen Kernthemen. So schafft sie Raum für anderes Denken und gestaltet
Vielfalt in Ökonomie, Ökologie, Gesellschaft und Kultur.
Die KfW zeigte 2014 erneut, dass sie als moderne, professionelle und kundenorientierte Förderbank eine wichtige Rolle für Ökologie,
Wirtschaft und Gesellschaft einnimmt. Sie hat die nachhaltige Förderung zu ihrer Leitlinie bestimmt und trägt unter strikter Beachtung des
Subsidiaritätsprinzips dazu bei, die Herausforderungen unserer Zeit erfolgreich zu meistern. Als verlässlicher Partner übernimmt die KfW
Verantwortung - in Deutschland, in Europa und weltweit.
Dr. Ulrich Schröder, Vorstandsvorsitzender
Dr. Günther Bräunig
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Dr. Ingrid Hengster
Dr. Norbert Kloppenburg
Dr. Edeltraud Leibrock
Bernd Loewen
Vorstand, Direktoren und Geschäftsführer der KfW Bankengruppe
Vorstand
Dr. Ulrich Schröder (Vorstandsvorsitzender) | Dr. Günther Bräunig | Dr. Ingrid Hengster
Dr. Norbert Kloppenburg | Dr. Edeltraud Leibrock | Bernd Loewen
Direktorinnen und Direktoren
Dr. Stefan Breuer
Klaus Klüber
Christiane Orlowski
Dr. Frank Czichowski
Dirk Kuhmann
Dr. Stefan Peiß
Andreas Fichelscher
Cherifa Larabi
Dr. Jürgen Schneider
Eberhard Fuchs (komm.)
Dr. Katrin Leonhardt
Matthias Schwenk
Dr. Lutz-Christian Funke
Dr. Velibor Marjanovi
ć
Roland Siller
Helmut Gauges
Andreas Müller
Birgit Spors
Werner Genter
Klaus Neumann
Klaus Weirich
Dr. Volker Groß
Werner Oerter
Detlev Kalischer
Stephan Opitz
Geschäftsführerin und Geschäftsführer der KfW IPEX-Bank GmbH
Christiane Laibach | Christian K. Murach | Markus Scheer | Klaus R. Michalak (Vorsitzender)
Die KfW IPEX-Bank verantwortet das Geschäftsfeld internationale Export- und Projektfinanzierung. Seit Beginn des Jahres 2008 ist sie ein
rechtlich selbstständiges Tochterunternehmen der KfW, das dem KWG und der Bankenaufsicht unterliegt.
Geschäftsführer der DEG - Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft mbH
Dr. Michael Bornmann | Philipp Kreutz | Bruno Wenn (Sprecher)
Die 1962 gegründete DEG ist seit 2001 eine 100-prozentige Tochtergesellschaft der KfW. Die DEG ist einer der größten europäischen
Entwicklungsfinanzierer für langfristige Projekt- und Unternehmensfinanzierungen. Sie finanziert und strukturiert seit über 50 Jahren
Investitionen privater Unternehmen in Entwicklungs- und Schwellenländern.
Bericht des Verwaltungsrats
Sitzungen des Verwaltungsrats
Der Verwaltungsrat mit seinen Ausschüssen hat die Geschäftsführung und die Vermögensverwaltung der KfW laufend überwacht. Die
erforderlichen Beschlüsse über die Gewährung von Finanzierungen und die Durchführung sonstiger Geschäfte nach KfW-Gesetz und
-Satzung wurden gefasst. Zu diesem Zweck tagte der Verwaltungsrat im Jahr 2014 dreimal sowie der Präsidialausschuss (seit August
2014 Präsidial- und Nominierungsausschuss), der Kreditausschuss (seit August 2014 Risiko- und Kreditausschuss) sowie der
Prüfungsausschuss je viermal. Der seit August 2014 bestehende Vergütungskontrollausschuss tagte zweimal.
In den Sitzungen informierte der Vorstand den Verwaltungsrat über:
den Jahres- und Konzernabschluss der KfW 2013,
die Geschäftstätigkeit und aktuelle Entwicklungen in den einzelnen Geschäftsfeldern,
die Vermögens-, Ertrags- und Risikolage des Konzerns im Allgemeinen und im Besonderen über sensitive Risikobereiche wie das
Exposure gegenüber Staaten der EU, der Ukraine und Russland, das Schiffsportfolio sowie etwaige Auswirkungen des
Niedrigzinsumfeldes,
die Anwendung von KWG-Normen in der KfW sowie die Aktivitäten der KfW zur Umsetzung dieser Anforderungen inkl. des
entsprechenden Zeit- und Kostenplans,
den aktuellen Status des Großprojektportfolios, insbesondere zum Stand der Erneuerung der Finanzarchitektur (unter anderem
Projekt "SAPFin") sowie zu den damit verbundenen Kosten und Risiken,
das erhöhte europäische Engagement der KfW in Form von Globaldarlehen, die Beratung europäischer Partnerländer und
Finanzierungsleistungen sowie die vielfältigen Aktivitäten der KfW in europäischen Förderbankennetzwerken,
die Geschäfts- und Risikostrategie der KfW für das Jahr 2015,
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das Schulungskonzept für Mitglieder des Verwaltungsrats zur Erlangung und Aufrechterhaltung der Sachkunde, das 2015
anlaufen wird.
Bei der Berichterstattung über die Geschäftstätigkeit der einzelnen Geschäftsfelder standen insbesondere folgende Entwicklungen im
Vordergrund:
Bezüglich der Aktivitäten in der Inlandsförderung berichtete der Vorstand über die geplante Neuausrichtung der
Beteiligungsfinanzierung, die dazu beitragen soll, die Angebotslücke bei Venture Capital im Bereich Anschlussfinanzierungen zu
schließen. Das Energieeffizienzprogramm wird ausgebaut, um noch bestehende Potenziale im gewerblichen Bereich zu
mobilisieren.
Mit Blick auf das Geschäftsfeld Förderung der Entwicklungs- und Transformationsländer informierte der Vorstand über
Leuchtturmprojekte der Finanziellen Zusammenarbeit sowie den Ausbau eigenmittelbasierter Entwicklungsfinanzierungen, die
überwiegend als deutsche ODA-Leistungen anrechenbar sind, den Ausbau der gemeinschaftlichen Entwicklungsfinanzierungen mit
der EU, über die Position als weltweit führender bilateraler Entwicklungsfinanzierer im Klima- und Umweltbereich und über die
Geschäftsergebnisse der DEG.
Hinsichtlich der KfW IPEX-Bank GmbH bzw. des Geschäftsfeldes Export- und Projektfinanzierung standen die Rolle des
Geschäftsfeldes als verlässlicher Partner der deutschen Wirtschaft und die verstärkte Übernahme führender Rollen bei komplexen
Export- und Projektfinanzierungen im Mittelpunkt. Weiterhin informierte der Vorstand über die Geschäftsergebnisse der KfW
IPEX-Bank GmbH.
Der Vorstand informierte regelmäßig über die Entwicklung des Kapitalmarktes und den Stand der Refinanzierung der
geschäftlichen Aktivitäten der KfW. Im Jahr 2014 wurden die ersten Green Bonds der KfW in EUR und USD und die erste
Renminbi-Anleihe mit Börsenzulassung in Frankfurt emittiert.
Ergänzend wurde der Verwaltungsrat über das Umwelt- und Nachhaltigkeitsengagement der KfW Bankengruppe unterrichtet.
Der Verwaltungsrat wurde in den Sitzungen sowie quartalsweise auch schriftlich über die Vermögens-, Ertrags- und Risikolage des
Konzerns sowie die Fördergeschäftsentwicklung informiert. Seit dem 3. Quartal berichtet die Interne Revision vierteljährlich an den
Verwaltungsrat.
Der Vorstand informierte den Verwaltungsrat über Schwerpunkte der Geschäftsstrategie - insbesondere auf den Gebieten Klimawandel
und Umwelt, Globalisierung und Mittelstand - einschließlich der Aktivitäten der KfW in Europa. Das vielfältige europäische Engagement
umfasst unter anderem Finanzierungen, Beratungsleistungen für Staaten und Förderinstitute, die Bildung von strategischen Kooperationen
mit anderen nationalen Förderbanken sowie die Zusammenarbeit mit multilateralen Institutionen wie der Europäischen Investitionsbank
oder dem Europäischen Investitionsfonds. Der Vorstand informierte darüber, dass die regulatorische Risikotragfähigkeit trotz der weiterhin
sehr positiven Ertragskraft der Konzerngruppe insbesondere aufgrund der steigenden Kapitalbindung durch die Einführung von Basel III
rückläufig war. Die Geschäftsstrategie und die damit verbundene Planung für das Jahr 2015 wurden vom Verwaltungsrat genehmigt.
Jedes Verwaltungsratsmitglied informiert vor der Beschlussfassung den Vorsitzenden des Verwaltungsrats bzw. des jeweiligen
Ausschusses über Interessenkonflikte. Ein Verwaltungsratsmitglied hat sein Mandat bis zum 03.06.2014 vorübergehend ruhen lassen, um
jegliche möglichen Interessenkonflikte zu vermeiden; darüber hinaus gab es im Berichtsjahr im Verwaltungsrat bzw. in seinen
Ausschüssen Fälle von Stimmenthaltungen oder Nichtmitwirkung an Beschlüssen infolge von Interessenkonflikten.
Im Berichtsjahr haben acht Verwaltungsratsmitglieder an weniger als der Hälfte der Verwaltungsratssitzungen teilgenommen. Im
Präsidial- bzw. Präsidial- und Nominierungsausschuss hat kein Mitglied an weniger als der Hälfte der Sitzungen teilgenommen. Gleiches
gilt für den Vergütungskontrollausschuss. Im Kredit- bzw. Risiko- und Kreditausschuss haben zwei Mitglieder an weniger als der Hälfte der
Sitzungen teilgenommen. Im Prüfungsausschuss ist dies bei einem Mitglied der Fall gewesen.
Umsetzung der Corporate-Governance-Regelungen des KWG
Die auf der Grundlage des im Juli 2013 geänderten KfW-Gesetzes im Oktober 2013 erlassene KfW-Verordnung legt fest, dass die für
entsprechend anwendbar erklärten Bestimmungen des Kreditwesengesetzes (KWG) überwiegend ab dem 01.01.2016 zu beachten sind.
Hiervon abweichend sind die Bestimmungen der §§ 25c und 25d KWG zur Corporate Governance bereits ab dem 01.07.2014 verbindlich.
Der Verwaltungsrat
hat am 02.07.2014 einer Änderung der Satzung sowie den Geschäftsordnungen für den Verwaltungsrat und seine
Ausschüsse bzw. den Vorstand per 01.08.2014 zugestimmt, die die detaillierten Anforderungen der §§ 25c und 25d KWG (an
Geschäftsleiter und Mitglieder des Aufsichtsorgans sowie Vorgaben für die Aufgaben des Aufsichtsorgans und den Zuschnitt der
Ausschüsse) reflektieren.
Ausschüsse des Verwaltungsrats
Alle Ausschüsse wurden vor Inkrafttreten des geänderten Regelwerks über ihre Rolle und ihre Aufgaben nach der Änderung der Satzung
zum 01.08.2014 informiert.
Der Präsidial- und Nominierungsausschuss beriet in Ausübung seiner satzungsgemäßen Aufgaben über Vorstandsangelegenheiten und
befasste sich mit der Anpassung der Regelwerke der KfW im Zuge der Umsetzung der Corporate-Governance-Regelungen des KWG. Des
Weiteren behandelte er Liegenschaftsangelegenheiten, wurde über Rechtsstreitigkeiten, die KfW Stiftung und zum Sachstand der KWG-
Anwendung informiert. Über die Großprojekte wurde intensiv mit dem Vorstand diskutiert. Der Ausschuss hat zudem
Stellenbeschreibungen und Bewerberprofile für Stellen im Vorstand bzw. für die Bestellung von Verwaltungsratsmitgliedern erstellt sowie
der Änderung der Geschäftsverteilung innerhalb des Vorstands zugestimmt.
Der Risiko- und Kreditausschuss behandelte die nach KfW-Gesetz und -Satzung vorlagepflichtigen Kreditengagements und Beteiligungen,
den Rahmen für die zur Refinanzierung der KfW erforderlichen Mittelaufnahmen sowie die für deren Absicherung notwendigen
Swapgeschäfte und wurde über die Risikolage informiert. Ferner wurde auf das Exposure der KfW in europäischen Krisenstaaten, in
ausgewählten Schwellenländern sowie in der Ukraine bzw. Russland eingegangen. Auch über das Risikoprofil des Geschäftsbereichs der
Export- und Projektfinanzierung und das Comprehensive Assessment der KfW IPEX-Bank GmbH durch die Europäische Zentralbank (EZB)
wurde detailliert berichtet.
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Der Prüfungsausschuss befasste sich mit dem Rechnungslegungsprozess, den Quartalsberichten, den Berichten der Internen Revision, der
Compliance sowie dem Jahresabschluss der KfW Bankengruppe 2013. Zur Feststellung des Jahresabschlusses 2013 sprach er
entsprechende Empfehlungen an den Verwaltungsrat aus. Er wurde über die Wirksamkeit des Risikomanagementsystems, des Internen
Kontrollsystems (IKS) und des Internen Revisionssystems informiert. Zusätzlich befasste er sich mit der Unabhängigkeit des
Abschlussprüfers, bestimmte Schwerpunkte für die Jahresabschlussprüfung 2014 und setzte sich mit den ersten Ergebnissen der
Jahresabschlussprüfung 2014 auseinander. Der Ausschuss stimmte dem Prüfungsplan der Internen Revision für das Jahr 2015 zu. Er
wurde über den Fortschritt der Aktivitäten zur Anwendung von KWG-Normen in der KfW, das Comprehensive Assessment der KfW IPEX-
Bank GmbH und über die Großprojekte, insbesondere die Erneuerung der Finanzarchitektur, informiert. Die auf dieser Basis im
Prüfungsausschuss geführte intensive Diskussion mit dem Vorstand über die Großprojekte, in die die Einschätzung externer Berater (unter
anderem des Wirtschaftsprüfers) Eingang gefunden hat, wurde im Verwaltungsrat aufgegriffen. Im Zusammenhang mit der Kosten- und
Ertragsentwicklung wurde im Rahmen einer zusätzlichen Sitzung des Prüfungsausschusses auf die Auswirkungen eines nachhaltigen
Niedrigzinsszenarios und die Entwicklung der Verwaltungskosten eingegangen. Die Planung des Verwaltungsaufwands für 2015 wurde
diskutiert. Bis zur Einrichtung des Risiko- und Kreditausschusses im August 2014 wurde der Prüfungsausschuss auch über die Risikolage
informiert.
Der seit August 2014 bestehende Vergütungskontrollausschuss befasste sich mit Vergütungsfragen und wurde unter anderem über das
Vergütungssystem für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der KfW sowie über die Eckpunkte der Verträge der Geschäftsführungen von
Tochterunternehmen informiert.
Die Vorsitzenden der Ausschüsse haben dem Verwaltungsrat regelmäßig über die Arbeit der Ausschüsse berichtet.
Personalien
Frau Dr. Ingrid Hengster ist zum 01.04.2014 neu als Mitglied des Vorstands der KfW eingetreten. Ihr Vorgänger, Herr Dr. Axel Nawrath,
ist mit Ablauf seines Vertrags zum 31.03.2014 aus dem Vorstand der KfW ausgeschieden. Der Verwaltungsrat dankt Herrn Dr. Nawrath
für seine engagierte Tätigkeit für die KfW.
Gemäß § 7 Absatz 1 Nummer 1 KfW-Gesetz habe ich als Bundesminister der Finanzen für das Jahr 2015 den Vorsitz im Verwaltungsrat
von meinem Kollegen Sigmar Gabriel, Bundesminister für Wirtschaft und Energie, übernommen.
Im Jahr 2014 schieden Dr. Hans-Peter Friedrich, Dr. h. c. Jürgen Koppelin, Claus Matecki, Dr. Michael Meister, Dr. Ulrich Nußbaum und
Michael Sommer aus dem Verwaltungsrat aus. Neu in den Verwaltungsrat eingetreten sind im Jahr 2014 Hans-Dieter Brenner, Robert
Feiger, Klaus-Peter Flosbach, Reiner Hoffmann, Stefan Körzell und Christian Schmidt.
Dr. Markus Kerber hat sein ruhendes Mandat zum 03.06.2014 wieder aufgenommen. Turnusgemäß zum 31.12.2013 ausgeschieden und
zum 31.01.2014 wiederbestellt wurden Norbert Barthle, Bartholomäus Kalb und Carsten Schneider. Nach dem Berichtszeitraum neu in
den Verwaltungsrat eingetreten ist zum 01.01.2015 Kerstin Andreae. Der Verwaltungsrat dankt den ausgeschiedenen Mitgliedern für ihre
Mitarbeit.
Jahresabschluss
Die für das Geschäftsjahr 2014 zum Abschlussprüfer bestellte KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft hat den vom Vorstand
aufgestellten Jahresabschluss und Lagebericht der KfW sowie den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht des KfW Konzerns zum
31.12.2014 geprüft und mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen. Jahresabschluss und Lagebericht der KfW wurden
nach den Vorschriften des HGB, Konzernabschluss und -lagebericht nach den International Financial Reporting Standards (IFRS)
aufgestellt, wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind.
Der Verwaltungsrat hat den vom Vorstand aufgestellten
Jahresabschluss in der Sitzung am 14.04.2015 gemäß § 9 Absatz 2 KfW-Gesetz
nach Empfehlung durch den Prüfungsausschuss genehmigt sowie den Konzernabschluss gebilligt.
Frankfurt am Main, 14. April 2015
DER VERWALTUNGSRAT
Vorsitzender
Mitglieder und Aufgaben des Verwaltungsrats
Der Verwaltungsrat überwacht die Geschäftsführung und Vermögensverwaltung der KfW. Er genehmigt unter anderem den
Jahresabschluss. Der Verwaltungsrat besteht aus 37 Mitgliedern. Vorsitzender im Berichtsjahr war der Bundesminister für Wirtschaft und
Energie, stellvertretender Vorsitzender der Bundesminister der Finanzen.
Dr. Wolfgang Schäuble
Bundesminister der Finanzen
Stellvertretender Vorsitzender
(01.01.2014 bis 31.12.2014)
Vorsitzender
(seit 01.01.2015)
Sigmar Gabriel
Bundesminister für Wirtschaft und Energie
Vorsitzender
(01.01.2014 bis 31.12.2014)
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Stellvertretender Vorsitzender
(seit 01.01.2015)
Kerstin Andreae
Mitglied des Deutschen Bundestages
Vom Bundestag bestelltes Mitglied
(seit 01.01.2015)
Norbert Barthle
Mitglied des Deutschen Bundestages
Vom Bundestag bestelltes Mitglied
Jan Bettink
Präsident des Verbandes Deutscher Pfandbriefbanken (vdp)
Vertreter der Realkreditinstitute
Anton F. Börner
Präsident des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen e. V. (BGA)
Vertreter des Handels
Hans-Dieter Brenner
Vorsitzender des Vorstandes Helaba Landesbank Hessen-Thüringen
Vertreter des Industriekredits
(seit 18.06.2014)
Frank Bsirske
Vorsitzender der ver.di - Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft
Vertreter der Gewerkschaften
Jens Bullerjahn
Stellvertretender Ministerpräsident Finanzminister des Landes Sachsen-Anhalt
Vom Bundesrat bestelltes Mitglied
Alexander Dobrindt
Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur
Georg Fahrenschon
Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV)
Vertreter der Sparkassen
Robert Feiger
Bundesvorsitzender der IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG Bau)
Vertreter der Gewerkschaften
Klaus-Peter Flosbach
Mitglied des Deutschen Bundestages
Vom Bundestag bestelltes Mitglied
Hubertus Heil
Mitglied des Deutschen Bundestages
Vom Bundestag bestelltes Mitglied
Dr. Barbara Hendricks
Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit
Prof. Dr. Hans-Günter Henneke
Geschäftsführendes Präsidialmitglied des Deutschen Landkreistages (DLT)
Vertreter der Gemeinden
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Reiner Hoffmann
Vorsitzender des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB)
Vertreter der Gewerkschaften
(seit 18.06.2014)
Gerhard Hofmann
Mitglied des Vorstandes des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken e. V. (BVR)
Vertreter der genossenschaftlichen Kreditinstitute
Bartholomäus Kalb
Mitglied des Deutschen Bundestages
Vom Bundestag bestelltes Mitglied
Dr. Markus Kerber
Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Deutschen Industrie e. V. (BDI)
Vertreter der Industrie
(Mandat ruhte bis 02.06.2014)
Stefan Körzell
Mitglied des Geschäftsführenden Bundesvorstandes des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB)
Vertreter der Gewerkschaften
(seit 01.07.2014)
Dr. h. c. Jürgen Koppelin
Vom Bundestag bestelltes Mitglied
(bis 31.12.2014)
Dr. Gesine Lötzsch
Mitglied des Deutschen Bundestages
Vom Bundestag bestelltes Mitglied
Claus Matecki
Mitglied des Geschäftsführenden Bundesvorstandes des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) a. D.
Vertreter der Gewerkschaften
(bis 30.06.2014)
Dr. Gerd Müller
Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
Dr. Ulrich Nußbaum
Senator für Finanzen in Berlin a. D.
Vom Bundesrat bestelltes Mitglied
(bis 10.12.2014)
Joachim Rukwied
Präsident des Deutschen Bauernverbandes e. V. (DBV)
Vertreter der Landwirtschaft
Dr. Nils Schmid
Minister für Finanzen und Wirtschaft des Landes Baden-Württemberg
Vom Bundesrat bestelltes Mitglied
Christian Schmidt
Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft
Andreas Schmitz
Mitglied des Präsidiums des Bundesverbandes deutscher Banken e. V. (BdB)
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Sprecher des Vorstands der HSBC Trinkaus & Burkhardt AG
Vertreter der Kreditbanken
Carsten Schneider
Mitglied des Deutschen Bundestages
Vom Bundestag bestelltes Mitglied
Peter-Jürgen Schneider
Finanzminister des Landes Niedersachsen
Vom Bundesrat bestelltes Mitglied
Holger Schwannecke
Generalsekretär des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH)
Vertreter des Handwerks
Erwin Sellering
Ministerpräsident des Landes Mecklenburg-Vorpommern
Vom Bundesrat bestelltes Mitglied
Dr. Markus Söder
Bayerischer Staatsminister der Finanzen, für Landesentwicklung und Heimat
Vom Bundesrat bestelltes Mitglied
Michael Sommer
Vorsitzender des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) a. D.
Vertreter der Gewerkschaften
(bis 15.05.2014)
Dr. Frank-Walter Steinmeier
Bundesminister des Auswärtigen
Dr. Norbert Walter-Borjans
Finanzminister des Landes Nordrhein-Westfalen
Vom Bundesrat bestelltes Mitglied
Dr. Martin Wansleben
Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertages e. V. (DIHK)
Vertreter der Industrie
Dr. Kai H. Warnecke
Hauptgeschäftsführer Haus & Grund Deutschland
Vertreter der Wohnungswirtschaft
Corporate Governance Bericht
Als Förderbank des Bundes hat sich die KfW verpflichtet, verantwortliches und transparentes Handeln nachvollziehbar zu machen.
Vorstand und Verwaltungsrat der KfW erkennen die Grundsätze des Public Corporate Governance Kodex des Bundes (PCGK) für die KfW
an. Erstmals am 06.04.2011 wurde eine Entsprechenserklärung zur Einhaltung der Empfehlungen des PCGK abgegeben. Eventuelle
Abweichungen werden seitdem jährlich offengelegt und erläutert.
Die KfW ist als Anstalt des öffentlichen Rechts durch das Gesetz über die KfW (KfW-Gesetz) gegründet. Im Gesetz sind die wesentlichen
strukturellen Merkmale der KfW festgelegt. So verfügt die KfW beispielsweise nicht über eine Anteilseignerversammlung.
Die Anteilseigner sind im Verwaltungsrat der KfW vertreten und üben dort neben Kontroll- auch Anteilseignerfunktionen aus (zum Beispiel
die Feststellung des Jahresabschlusses oder Beschlussfassungen über die Satzung). Mitgliederzahl, Zusammensetzung und Aufgaben des
Verwaltungsrats sind im KfW-Gesetz festgeschrieben. Ferner sind im KfW-Gesetz die direkte Unterstellung unter die Rechtsaufsicht des
Bundesministeriums der Finanzen im Benehmen mit dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie sowie die unmittelbare Kontrolle
durch den Bundesrechnungshof vorgegeben. Gemäß KfW-Gesetz in Verbindung mit der Verordnung zur Anwendung von
bankaufsichtsrechtlichen Vorschriften auf die Kreditanstalt für Wiederaufbau sowie zur Zuweisung der Aufsicht über die Einhaltung dieser
Vorschriften an die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (KfW-Verordnung) vom 20.09.2013 unterliegt die KfW im Hinblick auf
die Einhaltung der kraft KfW-Verordnung entsprechend anwendbaren bankaufsichtsrechtlichen Vorschriften außerdem der Aufsicht durch
die BaFin in Zusammenarbeit mit der Bundesbank. Die KfW hat in Umsetzung der ab 01.07.2014 entsprechend anwendbaren
Bestimmungen der §§ 25c und 25d Kreditwesengesetz (KWG) zur Corporate Governance die Satzung neu gefasst und mit deren
Inkrafttreten zum 01.08.2014 unter anderem die rechtlich vorgegebenen Ausschüsse des Verwaltungsrats gebildet. Zur Rechtslage bis zu
diesem Zeitpunkt gelten die Ausführungen im Corporate Governance Bericht 2013 entsprechend.
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Entsprechenserklärung
Vorstand und Verwaltungsrat der KfW erklären: "Seit der letzten Entsprechenserklärung vom 10.04.2014 wurde und wird den von der
Bundesregierung am 01.07.2009 verabschiedeten Empfehlungen zum PCGK, soweit sie für die KfW als Anstalt des öffentlichen Rechts
entsprechend anwendbar sind, - mit Ausnahme der nachstehenden Empfehlungen - entsprochen."
Selbstbehalt D&O-Versicherung
Die KfW hat D&O-Versicherungsverträge für Vorstands- und Verwaltungsratsmitglieder abgeschlossen, die - in Abweichung von Ziffer
3.3.2 PCGK - lediglich eine Option zur Einführung eines Selbstbehalts vorsehen. Über die Ausübung der Option wird in Abstimmung mit
dem Vorsitzenden und dem stellvertretenden Vorsitzenden des Verwaltungsrats entschieden werden.
Delegation auf Ausschüsse
Das KfW-Gesetz gibt die Größe des Verwaltungsrats mit 37 Mitgliedern vor. Eine Entlastung des Verwaltungsrats erfolgt über Ausschüsse,
die sachnäher und zeitlich flexibler sind und deren Einrichtung rechtlich vorgegeben ist. In einigen Fällen bereiten die Ausschüsse nicht
nur Entscheidungen des Verwaltungsrats vor, sondern entscheiden - entgegen Ziffer 5.1.8 PCGK - abschließend. Dies ist aus
Praktikabilitäts- und Effizienzgründen geboten.
Der Präsidial- und Nominierungsausschuss entscheidet abschließend in folgenden Fällen: Er beschließt Maßnahmen in wichtigen
Rechts- und Verwaltungsangelegenheiten und kann in dringenden Angelegenheiten Eilentscheidungen treffen. Er entwirft
außerdem Stellenbeschreibungen mit Bewerberprofil für Stellen im Vorstand sowie für in den Verwaltungsrat zu bestellende
Personen; er erteilt die Zustimmung zur Geschäftsverteilung innerhalb des Vorstands und zu wesentlichen Änderungen hieran
und beschließt das Vergütungssystem für den Vorstand, wobei jedoch die Entscheidung über die Grundstruktur des
Vergütungssystems dem Verwaltungsrat vorbehalten bleibt. In Abweichung von Ziffer 4.4.3 PCGK nimmt der Präsidial- und
Nominierungsausschuss über seinen jeweiligen Vorsitzenden auch anstelle des Verwaltungsrats die Anzeige von
Interessenkonflikten eines Vorstandsmitglieds entgegen. Der Vorsitzende des Präsidial- und Nominierungsausschusses stimmt -
entgegen Ziffer 4.4.4 PCGK - anstelle des Verwaltungsrats der Ausübung von Nebentätigkeiten des Vorstands zu.
Der Risiko- und Kreditausschuss entscheidet abschließend über alle gemäß KfW-Satzung zustimmungspflichtigen Finanzierungen,
über die Mittelaufnahmen durch Ausgabe von Schuldverschreibungen oder durch Aufnahme von Darlehen in Fremdwährungen
sowie über Swapgeschäfte. Die abschließende Entscheidung durch einen Ausschuss in solchen Angelegenheiten entspricht dem
üblichen Vorgehen bei Banken. Sie dient der Beschleunigung und der Bündelung des Sachverstands im Ausschuss.
Kreditvergabe an Organmitglieder
Die KfW darf den Mitgliedern des Vorstands und des Verwaltungsrats nach Maßgabe der Satzung keine individuellen Kredite gewähren.
Aus Gründen der Gleichbehandlung gilt das Verbot jedoch - in Abweichung von Ziffer 3.4 PCGK - nicht für die Inanspruchnahme von
Förderkrediten, die im Rahmen von KfW-Programmen zur Verfügung gestellt werden. Aufgrund der Standardisierung der Kreditvergabe
und des Prinzips der Durchleitung durch Hausbanken besteht bei Programmkrediten keine Gefahr von Interessenkonflikten.
Programmkredite, die Vorstands- oder Verwaltungsratsmitgliedern gewährt wurden, sind jedoch dem Verwaltungsrat zur Kenntnis zu
geben.
Zusammenwirken von Vorstand und Verwaltungsrat
Vorstand und Verwaltungsrat arbeiten zum Wohl der KfW eng zusammen. Mit dem Vorsitzenden und dem stellvertretenden Vorsitzenden
des Verwaltungsrats hält der Vorstand regelmäßig Kontakt und berät mit ihnen wichtige Fragen der Unternehmensführung und -strategie.
Bei wichtigem Anlass informiert der Vorsitzende des Verwaltungsrats den Verwaltungsrat und beruft erforderlichenfalls eine
außerordentliche Sitzung ein.
Der Vorstand hat den Verwaltungsrat im Berichtsjahr umfassend über alle für die KfW relevanten Fragen der Planung, der
Geschäftsentwicklung, der Risikolage, des Risikomanagements und der finanziellen Lage unterrichtet.
Vorstand
Der Vorstand leitet die KfW in eigener Verantwortung nach Maßgabe des KfW-Gesetzes, der KfW-Verordnung, der Satzung und der
Geschäftsordnung für den Vorstand. Die Geschäftsverteilung innerhalb des Vorstands regelt ein Geschäftsverteilungsplan. Der Vorstand
bedarf seit 01.08.2014 der vorherigen Zustimmung des Präsidial- und Nominierungsausschusses zu wesentlichen Änderungen der
Geschäftsverteilung innerhalb des Vorstands.
Im Berichtsjahr haben sich die Zuständigkeiten zum einen infolge des
Ausscheidens von Dr. Axel Nawrath und des Eintritts von Dr. Ingrid
Hengster als Vorstandsmitglied zum 01.04.2014 sowie zum anderen infolge von Änderungen in der Geschäftsverteilung mit Wirkung ab
dem 18.09.2014 sowie dem 11.11.2014 verändert, sodass die Mitglieder des Vorstands der KfW im Laufe des Jahres jeweils für die
folgenden Dezernate zuständig waren:
Dr. Ulrich Schröder als Vorstandsvorsitzender für Vorstandsstab und Kommunikation, Konzernentwicklung (seit dem 18.09.2014
unter Einschluss des Zentralen Projektmanagement-Office) und Volkswirtschaft, Interne Revision und Compliance sowie für
Nachhaltigkeit; seit dem 11.11.2014 ist er zudem Umweltvorstand der KfW;
Dr. Günther Bräunig für Finanzmärkte, für Personal, für Recht sowie für Zentrale Services;
Dr. Norbert Kloppenburg für Internationale Finanzierungen (Geschäftsfeld Förderung Entwicklungs- und Transformationsländer,
Geschäftsfeld Export- und Projektfinanzierung) unter Einschluss der Entwicklungsbank, der DEG und der KfW IPEX-Bank GmbH;
Dr. Edeltraud Leibrock für Organisation und Consulting, Transaktionsmanagement, Informationstechnologie (bis 17.09.2014)
sowie Bestand Kreditservice (ab 18.09.2014);
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Bernd Loewen für Risikomanagement und -controlling unter Einschluss der Restrukturierung, Rechnungswesen, Bestand
Kreditservice (bis 17.09.2014) sowie Informationstechnologie (ab 18.09.2014);
Dr. Axel Nawrath (bis 31.03.2014) für Inländische Finanzierungen unter Einschluss von Mittelstandsbank/Steuerung, Kommunal-
und Privatkundenbank/Kreditinstitute, Vertrieb sowie Neugeschäft Kreditservice; er war zudem Umweltvorstand der KfW;
Dr. Ingrid Hengster (ab 01.04.2014) für Inländische Finanzierungen unter Einschluss von Mittelstandsbank/Steuerung,
Kommunal- und Privatkundenbank/Kreditinstitute, Vertrieb sowie Neugeschäft Kreditservice; sie war zudem vom 01.04. bis
10.11.2014 Umweltvorstand der KfW.
Vorstandsmitglieder sind dem Unternehmensinteresse der KfW verpflichtet, dürfen bei ihren Entscheidungen persönliche Interessen nicht
verfolgen und unterliegen während ihrer Tätigkeit für die KfW einem umfassenden Wettbewerbsverbot. Die Vorstandsmitglieder müssen
ihre Vorstandskollegen vor der Beschlussfassung über Interessenkonflikte informieren und diese dem Vorsitzenden des Präsidial- und
Nominierungsausschusses gegenüber unverzüglich offenlegen. Aufgrund eines im Jahr 2013 aufgetretenen und angezeigten potenziellen
Interessenkonflikts hat ein Vorstandsmitglied im Jahr 2014 bis zu seinem Ausscheiden in relevanten Fällen an Entscheidungen nicht
mitgewirkt. Außerdem haben sich Vorstandsmitglieder im Fall von potenziellen Interessenkonflikten bei Beschlussfassungen der Stimme
enthalten.
Verwaltungsrat
Der Verwaltungsrat überwacht und berät den Vorstand bei der Leitung der KfW.
Nach dem KfW-Gesetz gehören dem Verwaltungsrat 37 Mitglieder an. Sieben Bundesminister sind kraft Gesetzes Mitglieder im
Verwaltungsrat. Die übrigen Mitglieder werden vom Bundestag, vom Bundesrat oder von der Bundesregierung bestellt. Der Vorsitz im
Verwaltungsrat wird im jährlichen Wechsel vom Bundesminister der Finanzen und vom Bundesminister für Wirtschaft und Energie
wahrgenommen. Verwaltungsratsvorsitzender im Berichtsjahr war Bundesminister Sigmar Gabriel. Im Berichtsjahr waren im
Verwaltungsrat zwei Frauen vertreten.
Mitglied des Verwaltungsrats soll nicht sein, wer zur KfW oder zu deren Vorstandsmitgliedern in einer geschäftlichen oder persönlichen
Beziehung steht, die einen wesentlichen und nicht nur vorübergehenden Interessenkonflikt begründet. Jedes Verwaltungsratsmitglied
informiert vor der Beschlussfassung den Vorsitzenden des Verwaltungsrats bzw. des jeweiligen Ausschusses über Interessenkonflikte. Ein
Verwaltungsratsmitglied hat sein Mandat bis zum 03.06.2014 vorübergehend ruhen lassen, um jegliche mögliche Interessenkonflikte zu
vermeiden; darüber hinaus gab es im Berichtsjahr im Verwaltungsrat bzw. in seinen Ausschüssen Fälle von Nichtmitwirkung an
Beschlüssen infolge von Interessenkonflikten.
Im Berichtsjahr haben acht Verwaltungsratsmitglieder an weniger als der Hälfte der Verwaltungsratssitzungen teilgenommen.
Ausschüsse des Verwaltungsrats
Der Verwaltungsrat hat mit Wirkung vom 01.08.2014 zur effizienten Aufgabenwahrnehmung entsprechend § 25d KWG vier Ausschüsse
gebildet, die nachfolgend dargestellt werden. Zur Rechtslage bis zu diesem Zeitpunkt gelten die Ausführungen im Corporate Governance
Bericht 2013 entsprechend.
Der Präsidial- und Nominierungsausschuss behandelt Rechts- und Verwaltungsangelegenheiten sowie grundsätzliche geschäfts- und
unternehmenspolitische Angelegenheiten; zudem trifft er Eilentscheidungen in dringenden Angelegenheiten. Der Präsidial- und
Nominierungsausschuss behandelt außerdem Nominierungsangelegenheiten. Er entwirft Stellenbeschreibungen mit Bewerberprofil für
Stellen im Vorstand und für in den Verwaltungsrat zu bestellende Personen. Er ermittelt Bewerber für die Besetzung einer Stelle im
Vorstand und sorgt mit dem Vorstand für ein langfristiges Nachfolgekonzept für den Vorstand. Er kann die bestellenden Bundesorgane bei
der Auswahl der in den Verwaltungsrat zu bestellenden Personen unterstützen.
Der Vergütungskontrollausschuss behandelt Vergütungsthemen. Er befasst sich insbesondere mit der angemessenen Ausgestaltung der
Vergütungssysteme für den Vorstand und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der KfW und berät den Präsidial- und
Nominierungsausschuss im Hinblick auf die Vergütung der Vorstandsmitglieder.
Der
Risiko- und Kreditausschuss berät den Verwaltungsrat zu Risikothemen wie insbesondere der Gesamtrisikobereitschaft und -strategie
der KfW. Der Risiko- und Kreditausschuss ist außerdem zuständig für die Behandlung von Kreditangelegenheiten, die Genehmigung von
Mittelaufnahmen und von der KfW getätigte Swapgeschäfte.
Der Prüfungsausschuss bereitet Fragen der Rechnungslegung und des Risikomanagements vor. Er befasst sich insbesondere mit der
Überwachung des Rechnungslegungsprozesses, der Wirksamkeit des Internen Kontrollsystems, des Internen Revisionssystems und des
Risikomanagementsystems, der Prüfung des Jahres- und des Konzernabschlusses, der erforderlichen Unabhängigkeit des
Abschlussprüfers, der Bestimmung von Prüfungsschwerpunkten sowie der Überwachung der zügigen Behebung eventueller vom
Abschlussprüfer festgestellter Mängel durch den Vorstand.
Die Vorsitzenden der Ausschüsse berichten dem Verwaltungsrat regelmäßig.
Über die Arbeit des Verwaltungsrats und seiner Ausschüsse im Berichtsjahr informiert der Verwaltungsrat in seinem Bericht. Eine
Übersicht über die Mitglieder des Verwaltungsrats und seiner Ausschüsse findet sich auf der Internetseite der KfW.
Anteilseigner
Am Grundkapital der KfW sind der Bund zu 80 % und die Länder zu 20 % beteiligt. Der Bund haftet nach Maßgabe von § 1a KfW-Gesetz
für bestimmte Verbindlichkeiten der KfW. Eine Gewinnausschüttung findet nicht statt. Eine Anteilseignerversammlung sieht das KfW-
Gesetz nicht vor; stattdessen nimmt der Verwaltungsrat Funktionen einer Anteilseignerversammlung wahr.
Aufsicht
Das Bundesministerium der Finanzen übt gemäß § 12 KfW-Gesetz die Rechtsaufsicht über die KfW im Benehmen mit dem
Bundesministerium für Wirtschaft und Energie aus. Die Rechtsaufsicht ist befugt, alle Anordnungen zu treffen, um den Geschäftsbetrieb
der KfW mit Gesetzen, der Satzung und den sonstigen Bestimmungen in Einklang zu halten.
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Die KfW gilt kraft § 2 Absatz 1 Nummer 2 KWG nicht als Kreditinstitut im Sinne des KWG und ist damit bis auf wenige Einzelvorschriften
von der direkten Anwendung bankaufsichtsrechtlicher Regelungen generell ausgenommen. Gleichwohl hat sie die relevanten Normen des
Kreditwesengesetzes, insbesondere die Mindestanforderungen an das Risikomanagement (MaRisk) und die Solvabilitätsverordnung
(SolvV), schon bisher im Wesentlichen sinngemäß angewandt.
Die KfW-Verordnung vom 20.09.2013 erklärt jedoch zentrale bankaufsichtsrechtliche Normen für entsprechend anwendbar auf die KfW
und unterstellt die KfW in Bezug auf deren Einhaltung der Aufsicht durch die BaFin in Zusammenarbeit mit der Bundesbank. Die KfW-
Verordnung tritt gestaffelt bis 01.01.2016 in Kraft: Die Aufsichtszuständigkeit der BaFin in Zusammenarbeit mit der Bundesbank sowie
bankaufsichtsrechtliche Prüfungsrechte sind seit 09.10.2013 begründet. Am 01.07.2014 wurden die §§ 25c und 25d KWG mit ihren
Vorgaben für die Corporate Governance entsprechend auf die KfW anwendbar. Die übrigen in der KfW-Verordnung bezeichneten Normen
werden am 01.01.2016 entsprechend anwendbar.
Die Konzerngesellschaften KfW IPEX-Bank GmbH und DEG - Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft mbH (DEG) sind
hingegen Kreditinstitute im Sinne des KWG. Die KfW IPEX-Bank GmbH unterliegt den Vorschriften des KWG vollständig, die DEG mit
bestimmten Einschränkungen.
Transparenz
Die KfW stellt auf ihrer Internetseite alle wichtigen Informationen zum Konzern- und Jahresabschluss, Quartals- und Halbjahresberichte
und den Finanzkalender zur Verfügung. Im Rahmen der Investor-Relations-Aktivitäten und der Unternehmenskommunikation wird zudem
regelmäßig über aktuelle Unternehmensentwicklungen informiert. Die jährlichen Corporate Governance Berichte der KfW und der
Konzerngesellschaften KfW IPEX-Bank GmbH und DEG unter Einschluss der Entsprechenserklärungen zum PCGK werden dauerhaft auf der
Internetseite der KfW veröffentlicht.
Risikomanagement
Risikomanagement und Risikocontrolling sind zentrale Aufgaben der Gesamtbanksteuerung in der KfW. Der Vorstand setzt über die
Risikostrategie den Rahmen der Geschäftsaktivitäten in Bezug auf Risikobereitschaft und Risikotragfähigkeit. Dadurch wird sichergestellt,
dass die KfW ihre besonderen Aufgaben bei einem angemessenen Risikoprofil nachhaltig und langfristig erfüllt. In monatlichen
Risikoberichten an den Vorstand wird die Gesamtrisikosituation der Bank umfassend analysiert. Der Verwaltungsrat wird über die
Risikosituation regelmäßig, mindestens einmal pro Quartal, ausführlich informiert.
Compliance
Der Erfolg des KfW-Konzerns hängt maßgeblich vom Vertrauen der Anteilseigner, Kunden, Geschäftspartner, Mitarbeiter und der
Öffentlichkeit in seine Leistungsfähigkeit und vor allem auch in seine Integrität ab. Dieses Vertrauen basiert nicht zuletzt auf der
Umsetzung und Einhaltung der relevanten gesetzlichen, aufsichtsrechtlichen sowie internen Vorschriften und sonstigen einschlägigen
Gesetze und Regeln. Im Rahmen der Compliance-Organisation existieren in der KfW insbesondere Vorkehrungen zur Einhaltung von
Datenschutzbestimmungen, zur Wertpapier-Compliance sowie zur Prävention von Geldwäsche, Terrorismusfinanzierung und sonstigen
strafbaren Handlungen. Entsprechend bestehen verbindliche Regelungen und Prozesse, die die gelebten Wertmaßstäbe und die
Unternehmenskultur beeinflussen und kontinuierlich entsprechend den rechtlichen Rahmenbedingungen sowie den Marktanforderungen
angepasst werden. Das Aufgabenspektrum der Compliance umfasst außerdem die fachliche Koordination der vollständigen Umsetzung der
(kraft der KfW-Verordnung entsprechend anwendbaren) KWG-Anforderungen sowie die Funktion als sogenannte zentrale Stelle für die
Compliance nach MaRisk. Für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der KfW finden regelmäßig Compliance- und Geldwäscheschulungen
statt. Neben diesen Präsenzschulungen sind auch E-Learning-Programme verfügbar.
Rechnungslegung und Abschlussprüfung
Das Bundesministerium der Finanzen als Aufsichtsbehörde hat am 24.04.2014 im Einvernehmen mit dem Bundesrechnungshof die KPMG
AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft als Abschlussprüferin für das Geschäftsjahr 2014 bestellt. Der Bestellung lag der Vorschlag des
Verwaltungsrats der KfW vom 10.04.2014 zugrunde. Der Prüfungsausschuss hat diese Empfehlung vorbereitet. Mit dem Abschlussprüfer
wurde vereinbart, dass der Vorsitzende des Prüfungsausschusses über während der Prüfung auftretende mögliche Ausschluss- oder
Befangenheitsgründe unverzüglich unterrichtet wird, soweit diese nicht
unverzüglich beseitigt werden. Ergänzend wurde vereinbart, dass
er den Ausschussvorsitzenden über gesonderte Feststellungen und etwaige Unrichtigkeiten der Entsprechenserklärung zum PCGK
unverzüglich informiert. Eine Unabhängigkeitserklärung des Wirtschaftsprüfers wurde eingeholt.
Effizienzprüfung Verwaltungsrat
Der Verwaltungsrat hat bisher regelmäßig die Effizienz seiner Tätigkeit überprüft. Hierfür war ein zweijährlicher Turnus festgelegt worden;
die letzte Effizienzprüfung war im Jahr 2013 durchgeführt worden. Seit dem entsprechenden Anwendbarwerden des § 25d Absatz 11 KWG
am 01.07.2014 ist der Präsidial- und Nominierungsausschuss zu einer jährlichen Evaluation des Verwaltungsrats sowie außerdem zu einer
Evaluation des Vorstands verpflichtet. Beide Evaluationen werden erstmals Mitte 2015 durchgeführt und wiederholen sich dann im
jährlichen Turnus.
Vergütungsbericht
Der Vergütungsbericht beschreibt die Grundstruktur der Vergütungssystematik von Vorstand und Verwaltungsrat und stellt die
individuellen Vergütungen für den Vorstand und den Verwaltungsrat dar. Der Vergütungsbericht ist Bestandteil des Konzernabschlusses in
der Anhangangabe "Vergütungsbericht".
Frankfurt am Main, den 14. April 2015
Der Vorstand
Der Verwaltungsrat
Konzernlagebericht
Grundlagen des KfW-Konzerns
Überblick
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Der KfW-Konzern besteht neben der KfW aus fünf einbezogenen Tochtergesellschaften. Die KfW ist als Förderbank der Bundesrepublik
Deutschland - Eigentümer sind zu 80 % der Bund und zu 20 % die Bundesländer - eine der führenden Förderbanken der Welt. Den
institutionellen Rahmen für den Förderauftrag einschließlich der Haftung des Bundes für Verbindlichkeiten der KfW definiert das KfW-
Gesetz.
Die KfW unterstützt die nachhaltige Verbesserung der wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Lebensbedingungen - mit einem
Schwerpunkt auf der inländischen Förderung - weltweit. Der Fokus wird dabei auf gesellschaftliche Megatrends gelegt. Die verschiedenen
Finanzierungsprodukte und Dienstleistungen betreffen insbesondere die Bereiche Mittelstand, Existenzgründung, Umweltschutz,
Wohnungswirtschaft, Infrastruktur, Bildungsförderung, Projekt- und Exportfinanzierung sowie Entwicklungszusammenarbeit. Das
inländische Förderkreditgeschäft mit Unternehmen und Privatpersonen ist durch das bewährte und erfolgreiche Durchleitungsprinzip
gekennzeichnet, bei dem die KfW die Kreditvergabe der Geschäftsbanken an den Endkreditnehmer günstig refinanziert. Ein eigenes
Filialnetz ist daher nicht erforderlich. Refinanziert werden die Geschäftsaktivitäten fast vollständig über die internationalen Geld- und
Kapitalmärkte, die KfW ist weltweit eine der aktivsten und größten Anleihe-Emittentinnen. Im Konzern sind neben der KfW im
Wesentlichen die KfW IPEX-Bank in der Projekt- und Exportfinanzierung sowie die DEG in der Förderung der Privatwirtschaft in
Entwicklungs- und Schwellenländern operativ tätig.
Gemäß der internen Geschäftsfeldstruktur des KfW-Konzerns gliedern sich die Segmente mit ihren wesentlichen Produkten und
Dienstleistungen wie folgt:
Mittelstandsbank
- Finanzierung Unternehmensinvestitionen und gewerbliche
Umweltschutzinvestitionen - Eigenkapitalfinanzierung -
Beratungsförderung
Kommunal- und Privatkundenbank/ Kreditinstitute
- Finanzierung Wohnungsbau und -modernisierung -
Bildungsfinanzierung - Infrastruktur- und Sozialfinanzierung -
Allgemeine Refinanzierung Landesförderinstitute -
Individualfinanzierung Banken - Auftragsgeschäfte für den Bund
Export- und Projektfinanzierung
- Finanzierung deutscher und europäischer Exporte -
Finanzierung von Projekten und Investitionen im deutschen und
europäischen Interesse
Förderung Entwicklungs- und Transformationsländer
- Förderung der Entwicklungs- und Transformationsländer mit
Haushaltsmitteln des Bundes sowie ergänzend mit Marktmitteln
der KfW - Finanzierungen der DEG - Deutsche Investitions- und
Entwicklungsgesellschaft mbH (Förderung der Privatwirtschaft)
Kapitalmärkte
- Wertpapier- und Geldmarktanlagen - Platzhaltergeschäfte für
den Bund - Zuweisungsgeschäft Kreditgewährung an
Griechenland - Refinanzierung
Zentrale
- Zentrale Zins- und Währungssteuerung - Strategische
Beteiligungen
Zusammensetzung des KfW-Konzerns - Bilanzsumme (vor Konsolidierung)
31.12.2014
Mio. EUR
31.12.2013
Mio. EUR
KfW, Frankfurt am Main
488.760
464.185
Tochtergesellschaften
KfW IPEX-Bank GmbH, Frankfurt am Main (KfW IPEX-Bank)
27.348
23.973
DEG - Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft mbH, Köln (DEG)
5.647
5.097
KfW IPEX-Beteiligungsholding GmbH, Frankfurt am Main
2.376
2.371
KfW Beteiligungsholding GmbH, Bonn
398
385
tbg Technologie-Beteiligungs-Gesellschaft mbH, Bonn (tbg)
208
209
Finanzierungs- und Beratungsgesellschaft mbH, Berlin (FuB)
1)
-
24
Unternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden
Railpool Holding GmbH & Co. KG, München
2)
-
374
Railpool GmbH, München
2)
-
21
Microfinance Enhancement Facility S. A., Luxemburg (24,1 %)
444
306
Green for Growth Fund, Southeast Europe S. A., Luxemburg (18,9 %)
253
194
AF Eigenkapitalfonds für deutschen Mittelstand GmbH & Co. KG, München (47,5 %)
73
49
1)
Die Finanzierungs- und Beratungsgesellschaft mbH wurde aus Wesentlichkeitsgründen im Geschäftsjahr 2014 entkonsolidiert.
2)
Die Anteile an den Gemeinschaftsunternehmen Railpool GmbH sowie Railpool Holding GmbH & Co. KG wurden im Geschäftsjahr 2014 veräußert. Die
beiden bisher nach der Equity-Methode einbezogenen Gemeinschaftsunternehmen sind demzufolge aus dem Konsolidierungskreis ausgeschieden.
Die operative Ergebnisentwicklung des Konzerns ist maßgeblich von der KfW geprägt.
Strategisches Zielsystem
Der KfW-Konzern verfügt über ein Strategisches Zielsystem, das die mittelfristig angestrebte Positionierung der KfW definiert. Es
beinhaltet ausgewählte Top-Level-Ziele auf Gesamtbankebene und dient als zentraler und verbindlicher Orientierungsrahmen für die
strategische Ausrichtung aller Geschäftsfelder auf einen Fünf-Jahres-Horizont.
Das Primärziel der KfW ist die Förderung, der wesentliche Kern der Geschäftsaktivitäten der KfW. Es orientiert sich an den Leitlinien der
Subsidiarität und der Nachhaltigkeit. Die KfW richtet die Förderaktivitäten dabei im Wesentlichen an den gesellschaftlich und ökonomisch
bedeutsamen Megatrends "Klimawandel & Umwelt", "Globalisierung & technischer Fortschritt" und "Demografische Entwicklung" aus.
Zur Bewältigung des Megatrends "Klimawandel & Umwelt" finanziert die KfW beispielsweise Maßnahmen zur Unterstützung erneuerbarer
Energien, zur Verbesserung der Energieeffizienz, zur Sicherstellung von Biodiversität und zur Vermeidung bzw. Reduzierung von
Umweltverschmutzung. Um der besonderen Bedeutung dieses Megatrends Rechnung zu tragen, wurde eine Umweltquote von rund 35 %
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des gesamten Neuzusagevolumens fixiert. Im Rahmen des Megatrends "Globalisierung & technischer Fortschritt" leistet die KfW durch
Finanzierungen unter anderem im Bereich Forschung und Innovation, Rohstoffsicherung sowie Infrastruktur- und Transportwesen zur
Stärkung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen einen Beitrag. Das Engagement der KfW beim Megatrend
"Demografische Entwicklung" hat die Bewältigung der mit einer sinkenden und alternden Bevölkerung einhergehenden Folgen zum Ziel,
unter anderem mit den Schwerpunkten altersgerechte Infrastruktur, Aus- und Weiterbildung, Familienpolitik und Kinderbetreuung sowie
Unternehmensnachfolge. Zudem besetzt die KfW "trendunabhängige Förderthemen", die für die KfW eine wichtige Rolle spielen, sich
jedoch keinem der drei Megatrends zuordnen lassen, wie beispielsweise die Armutsbekämpfung in Entwicklungsländern.
Zusätzlich zu der genannten thematischen Fokussierung beinhaltet das Strategische Zielsystem im Primärziel Förderung auch die für die
KfW bedeutsamsten Kundengruppen und Regionen sowie die Förderqualität. Hierunter versteht die KfW zum einen die Selbstverpflichtung
zur Beibehaltung der in den letzten Jahren erlangten hohen Qualität ihrer Förderprodukte sowie eine hinreichende Abdeckung der für die
KfW wichtigen Regionen und Kundengruppen. Für die Fokus-Zielgruppe Mittelstand wird, aufgrund der besonderen Bedeutung, ein Anteil
in Höhe von rund 50 % des Neuzusagevolumens der Inlandsförderung angestrebt.
Die genannten Ausprägungen für das Primärziel werden ergänzt durch ein Set von Sekundärzielen bzw. strikten Nebenbedingungen, die
insbesondere die Profitabilität sowie die Risikotragfähigkeit zum Inhalt haben. Grundlegende Voraussetzung für den Erfolg der KfW ist
zudem die Fortsetzung des erfolgreichen Weges der Professionalisierung im eingeschlagenen Modernisierungsprozess.
Internes Steuerungssystem
Die KfW verfügt über einen eng verzahnten Strategie- und Planungsprozess. Als zentrales Ergebnisdokument des strategischen
Planungsprozesses beschließt der Vorstand die Geschäftsstrategie, welche die strategischen Ziele des Konzerns für die wesentlichen
Geschäftsaktivitäten sowie den Beitrag der Geschäftsfelder zum Strategischen Zielsystem und Maßnahmen für die jeweilige Zielerreichung
umfasst. Sie bildet die Grundlage für die Risikostrategie. Die Geschäfts- und Risikostrategie werden vom Gesamtvorstand genehmigt und
anschließend dem Aufsichtsorgan (Verwaltungsrat) zur Genehmigung vorgelegt (jeweils in der letzten Verwaltungsratssitzung des Jahres).
Die Konzerngeschäftsfeldplanung (KGFP) ist als konzernweiter Strategieprozess das zentrale Planungs- und Steuerungsinstrument der
KfW Bankengruppe. Die KGFP durchläuft in jährlichem Turnus zunächst die strategische Planung mit einer mittel- bis langfristigen
Perspektive und die auf das jeweils folgende Geschäftsjahr fokussierte operative Planung. Ausgangspunkt des strategischen
Planungsabschnitts ist das konzernweite Strategische Zielsystem, das vom Vorstand vorgegeben wird.
Unter Beachtung dieses strategischen Handlungsrahmens werden von den Geschäftsfeldern strategische Handlungsoptionen erarbeitet.
Auf Basis der Markteinschätzungen bezüglich Chancen und Risiken werden Annahmen für die zukünftige Entwicklung relevanter
Einflussfaktoren getroffen. Dies berücksichtigt sowohl externe als auch interne Einflussfaktoren und Ressourcenausstattung sowie
Zielvorstellungen zur Ertragsentwicklung. Die Zentralbereiche (zum Beispiel IT, Personal, Zentrale Services) tragen zur Erreichung der
strategischen Ziele ebenfalls maßgeblich bei. Durch deren Einbindung bereits in dieser Planungsphase wird die Konsistenz ihrer
strategischen Überlegungen mit dem Strategischen Zielsystem sichergestellt. Parallel zur strategischen Planung der Geschäftsfelder wird
die Kosten- und FTE-Planung für alle Bereiche als Top-down-Ansatz durchgeführt.
Resultierend aus der Bewertung dieser strategischen Überlegungen aus Konzernsicht werden die Geschäftsfeld- einschließlich der
Kostenziele aller Bereiche vom Vorstand in Form von Leitplanken definiert. Basierend auf diesen Vorgaben planen die Geschäftsfelder
unter Berücksichtigung ggf. veränderter externer und interner Rahmenbedingungen ihr Neugeschäft, ihr Risiko und ihren Ertrag und alle
Bereiche der Bank ihre Kosten für das Folgejahr. Diese Planungen werden auf Konsistenz mit der strategischen Planung des Konzerns und
auf ihre risikopolitischen Implikationen überprüft. In diesem Zusammenhang wird auch eine perspektivische Vorschau für die
darauffolgenden drei Jahre errechnet. Der Gesamtvorstand beschließt entweder die Ergebnisse der operativen Planung oder beauftragt die
Anpassung der Planung der Geschäftsfelder. Um die Konsistenz von Geschäfts- und Risikostrategie zu gewährleisten, findet bei
Änderungen der Geschäftsstrategie ein Austausch mit dem Risikomanagement statt. Mit Beschluss der finalen Planung für das kommende
Geschäftsjahr
durch die Geschäftsleitung endet der Prozess der operativen Planung.
Im laufenden Geschäftsjahr wird die Zielerreichung sowohl regelmäßig als auch anlassbezogen durch den Vorstand überprüft. Dies gilt
auch für die bei der Festlegung der Geschäftsstrategie getroffenen Annahmen bezüglich externer und interner Einflussfaktoren. Abgeleitet
aus dem Strategischen Zielsystem und der strategischen Planung der Geschäftsfelder werden im strategischen Controlling die
Entwicklungen der relevanten Steuerungsgrößen, deren Zielerreichung sowie die Ursachen für etwaige Planverfehlungen laufend
analysiert. Zusätzlich werden anlassbezogen Fragestellungen mit strategischem Bezug im Austausch mit den Bereichen des Konzerns
bearbeitet. Sowohl im Rahmen des monatlichen Strategischen Performanceberichts als auch im quartalsweisen Strategie- und
Effizienzbericht werden Handlungsempfehlungen in Bezug auf möglich vorzunehmende Strategieanpassungen oder Optimierung des
Ressourceneinsatzes in Richtung Vorstand formuliert. Die Analyseergebnisse werden in die weiteren Strategiediskussionen und die
strategische Planung eingebracht.
Dem Verwaltungsrat wird satzungsgemäß unterjährig ein Soll-Ist-Reporting vorgelegt. Die entsprechende Ursachenanalyse sowie
mögliche Handlungsoptionen werden dort im Rahmen der Kommentierung dargelegt.
Im Rahmen des operativen Controllings werden umfassende und granular aufbereitete Berichtsformate auf Monats- bzw. Quartalsbasis
erstellt. Diese umfangreichen Detailanalysen umfassen Ertrags-, Kosten- und FTE-Entwicklungen und werden an einzelne Dezernate
berichtet. Gesamthafte Analysen bzw. Hochrechnungen mit wesentlichem Bezug zur Konzernentwicklung werden zudem direkt an den
Gesamtvorstand übermittelt.
Wirtschaftsbericht
Wirtschaftliche Rahmenbedingungen
Die Weltkonjunktur entwickelte sich im Jahr 2014 alles in allem enttäuschend. In wichtigen Ländern bzw. Wirtschaftsräumen war die
Dynamik deutlich geringer als zu Jahresbeginn erwartet. Dies gilt in der Gruppe der Industriestaaten insbesondere für die Eurozone und
Japan. Andere Industriestaaten überraschten demgegenüber auch positiv (insbesondere die USA). Die Entwicklungs- und Schwellenländer
als Gesamtgruppe wuchsen weiterhin stärker als die Industriestaaten. Gleichwohl ist das Wachstum vieler Schwellenländer auf ein sehr
niedriges Niveau gefallen, einige sehen sich mit veritablen Krisen konfrontiert. Dafür verantwortlich sind vielfältige strukturelle
Schwächen, die grundlegende Reformen erfordern und deren Überwindung Zeit kostet. Der im Jahresverlauf 2014 deutlich gesunkene
Ölpreis hat eine Umverteilung von Ölexporteuren zu -importeuren bewirkt. Etliche Ölexportländer konnten die Verluste verkraften, andere
gerieten jedoch in ernste Schwierigkeiten. Besonders brisant ist dies, wenn es sich mit regional- bzw. geopolitischen Risiken mischt wie
insbesondere im Falle Russlands. Diverse geopolitische Risiken haben die Weltwirtschaft 2014 belastet.
In den Mitgliedsländern der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion (EWU) fiel die konjunkturelle Belebung 2014 mäßig aus und
das Wachstumsumfeld war weiterhin sehr fragil. Ursächlich dafür waren neben den erhöhten geopolitischen Risiken die weiterhin hohe
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Arbeitslosigkeit sowie der in vielen Mitgliedsländern nach wie vor schwierige Kreditzugang für Unternehmen und Privathaushalte.
Insgesamt nahm die Wirtschaftsleistung in den Ländern der EWU im Jahr 2014 um 0,9 % gegenüber dem Vorjahr zu. Die
Wachstumsentwicklung fiel damit etwas ungünstiger aus als von der KfW vor Jahresfrist erwartet. Vor allem die durch die Zuspitzung der
geopolitischen Konflikte erhöhte Unsicherheit schlug negativ zu Buche.
Deutschland wuchs im Jahr 2014 deutlich kräftiger als in den beiden Jahren zuvor, wobei dank der anhaltend guten
Arbeitsmarktentwicklung mit neuerlichem Allzeithoch bei der Erwerbstätigenzahl (42,7 Mio.) erneut auf den Konsum und den
Wohnungsbau Verlass war. Die privaten Investitionen in Ausrüstungen wie auch in Wirtschaftsbauten waren erstmals seit 2011 wieder im
Plus. Von den Nettoexporten ging im Unterschied zu 2013 wieder ein anregender Effekt auf das Wirtschaftswachstum aus. Insgesamt
erhöhte sich das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt im Jahresdurchschnitt 2014 um 1,6 %. Die KfW hat damit vor Jahresfrist die
Entwicklungstendenz der Verwendungskomponenten des Bruttoinlandsprodukts zwar zutreffend antizipiert, das 2014 realisierte
Wirtschaftswachstum liegt hingegen im unteren Bereich der seinerzeitigen Erwartungen von bis zu 2 %. Ursächlich hierfür ist im
Wesentlichen der enttäuschende Konjunkturverlauf im 2. und 3. Quartal 2014, als die Wirtschaftsaktivität wegen der zunehmend
ungünstigen internationalen Rahmenbedingungen - enttäuschte Wachstumshoffnungen in der Eurozone verunsicherten die Firmen
genauso wie die zahlreichen geopolitischen Krisenherde - mehr oder weniger auf der Stelle trat und die Investitionserholung abriss.
Maßgebliche Einflussfaktoren an den Finanzmärkten waren im Jahr 2014 die sich zuspitzenden geopolitischen Konflikte und der weiterhin
sehr expansiv ausgerichtete geldpolitische Kurs der weltweit größten Notenbanken. Zwar hat die US-Notenbank ihre Wertpapierankäufe
im Jahresverlauf sukzessive reduziert und Ende Oktober komplett beendet, dem stand jedoch eine Ausweitung der monetären
Stimulierungsmaßnahmen seitens der japanischen Notenbank und der Europäischen Zentralbank gegenüber. Die weltweiten Finanzmärkte
profitierten somit weiter von einer reichlichen Liquiditätsausstattung. Angesichts der geopolitischen Krisenherde waren sichere
Vermögensanlagen besonders gefragt. Zu den Nutznießern dieser Entwicklung zählten auch die Anleihen der Euro-Reformländer, deren
Renditen deutlich nachgaben - im Falle Italiens und Spaniens erreichten diese im zehnjährigen Laufzeitenbereich neue Allzeittiefstände.
Im Laufe des 2. Halbjahres 2014 sorgte der schnelle und kräftige Fall der Rohölpreise für erhebliche Unruhe an den Finanzmärkten. Vor
allem die Währungen und Finanzmärkte einiger ölproduzierender Länder gerieten in diesem Umfeld verstärkt unter Druck.
In Reaktion auf das fragile Konjunkturumfeld und die rückläufigen Inflationsraten wurden die Leitzinsen im Euroraum im Laufe des Jahres
2014 weiter gesenkt. Dabei beschloss die Europäische Zentralbank erstmals einen negativen Einlagenzinssatz. Zudem wurden im Herbst
Ankaufprogramme für "Covered Bonds" und "Asset Backed Securities" aufgelegt und weitere Maßnahmen in Aussicht gestellt. Vor diesem
Hintergrund war ab der Jahresmitte ein deutlicher Rückgang der Geldmarktsätze im Euroraum zu beobachten. Die US-Geldmarktsätze
tendierten bis in den Herbst hinein unter Schwankungen annähernd seitwärts. Erst zum Jahresende hin zogen sie mit den sich
verstärkenden Spekulationen auf eine näher rückende Leitzinswende in den USA etwas an. Im längerfristigen Laufzeitenbereich war der
Zinstrend im Euroraum im Jahr 2014 deutlich abwärts gerichtet. Die Renditen zehnjähriger deutscher Staatsanleihen gaben im
Jahresverlauf um fast 140 Basispunkte nach und verzeichneten Ende Dezember mit 0,54 % ein neues Allzeittief. Die Zinsen zehnjähriger
US-Staatsanleihen waren im Jahresverlauf stärkeren Schwankungen unterworfen. Sie notierten am Jahresende um gut 85 Basispunkte
niedriger als noch zu Jahresbeginn. Im Jahresdurchschnitt 2014 lagen die Renditen zehnjähriger deutscher Bundesanleihen um 40
Basispunkte unter ihrem Vorjahresniveau, während die Renditen zehnjähriger US-Staatsanleihen einen Anstieg von rund 20 Basispunkten
gegenüber dem Jahresdurchschnitt 2013 verbuchten. Die durchschnittliche Steilheit der Zinsstrukturkurven hat im Jahr 2014 im Vergleich
zum
Jahr 2013 in den USA zugenommen, während in der Eurozone eine Verflachung stattfand.
Die divergierenden geldpolitischen Perspektiven in der Eurozone und den USA übten ab der Jahresmitte deutlichen Abwärtsdruck auf den
EUR/USD-Wechselkurs aus. Dieser verzeichnete Ende Dezember mit einem Niveau von 1,21 sein Jahrestief. Der Jahresdurchschnittswert
lag bei knapp 1,33 und blieb damit im Vergleich zum Jahr 2013 annähernd unverändert.
Entwicklung des KfW-Konzerns
Die KfW blickt auf ein sehr zufriedenstellendes Geschäftsjahr 2014 zurück. Die Planungen sowie die strategischen Ziele zur mittelfristig
angestrebten Positionierung wurden insgesamt erreicht. Mit einem Fördervolumen von 74,1 Mrd. EUR (2013: 72,5 Mrd. EUR) war das
abgelaufene Geschäftsjahr für die KfW trotz zunehmend schwieriger Rahmenbedingungen ein erfolgreiches Förderjahr. Der Fokus der
Förderung lag auf den gesellschaftlich und ökonomisch bedeutsamen Megatrends "Klimawandel & Umwelt", "Globalisierung & technischer
Fortschritt" sowie "Demografische Entwicklung". Die eingeleiteten Maßnahmen zur umfassenden Modernisierung wurden weiter
fortgesetzt.
Die Ertragslage hat sich im Geschäftsjahr hauptsächlich aufgrund des sehr guten Bewertungsergebnisses besser entwickelt als erwartet
und schließt deutlich oberhalb des Geschäftsjahres 2013 ab. Das Betriebsergebnis vor Bewertungen (vor Förderleistung) liegt hierbei
erwartungsgemäß mit 2,0 Mrd. EUR (2013: 2,3 Mrd. EUR) insbesondere infolge des verschlechterten Zinsumfeldes unter dem
Vorjahresniveau, aber auch unterhalb der Planzahlen. Die Cost-Income-Ratio (vor Förderleistung) hat sich infolge rückläufiger operativer
Erträge sowie steigender Verwaltungskosten, die insbesondere mit den Modernisierungsanstrengungen und regulatorischen Maßnahmen
(KWG-Unterstellung) in Verbindung stehen, auf 34,4 % erhöht. Das Bewertungsergebnis schließt per saldo mit einem moderaten Aufwand
und damit deutlich besser als erwartet ab. Ursächlich hierfür sind zum einen die unter der Planung liegenden Nettobelastungen aus der
Kreditrisikovorsorge und zum anderen positive Ergebnisbeiträge aus dem Wertpapier- und Beteiligungsportfolio. Hierdurch konnte ein
Konzerngewinn erzielt werden, der mit 1,5 Mrd. EUR (2013: 1,3 Mrd. EUR) über dem Niveau der Planung liegt. Die KfW verbessert mit
diesem Ergebnis die Kapitalbasis zur nachhaltigen Sicherstellung der Förderfähigkeit und der Erfüllung höherer regulatorischer
Anforderungen. Für das Geschäftsjahr 2015 erwartet die KfW in ihrer aktuellen Konzernergebnisplanung einen Konzerngewinn vor IFRS-
Effekten aus Sicherungszusammenhängen von leicht unterhalb 1 Mrd. EUR, der sich damit im Bereich der strategischen Zielgrößen
bewegt.
Die Bilanzsumme des Konzerns hat sich im Geschäftsjahr 2014 um 24,3 Mrd. EUR auf 489,1 Mrd. EUR erhöht. Zurückzuführen ist der
Anstieg vor allem auf zins- und wechselkursinduzierte Marktwertveränderungen der zu Sicherungszwecken eingesetzten Derivate und
deren Abbildung im Hedge Accounting. Der Anstieg des Neugeschäftsvolumens spiegelt sich in den um 7,1 Mrd. EUR auf 365,3 Mrd. EUR
erhöhten Nettokreditforderungen wider. Dabei gingen außerplanmäßige Tilgungen im inländischen Förderkreditgeschäft gegenüber dem
Vorjahr zurück. Refinanziert wird das Fördergeschäft im Wesentlichen an den internationalen Kapitalmärkten. Das Volumen der in den
Verbrieften Verbindlichkeiten ausgewiesenen Eigenemissionen lag bei 404,0 Mrd. EUR (31.12.2013: 385,5 Mrd. EUR).
Die Geschäftsentwicklung im Jahr 2014 wurde im Wesentlichen von folgenden Entwicklungen geprägt:
A. Erfolgreiches Förderjahr der KfW
Der Konzern konnte im Geschäftsjahr 2014 mit einem Fördervolumen von 74,1 Mrd. EUR (2013: 72,5 Mrd. EUR) das geplante
Neugeschäftsvolumen von 69,4 Mrd. EUR übertreffen.
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Die Inlandsförderung der KfW erreichte 2014 mit Zusagen in Höhe von 47,6 Mrd. EUR trotz der rückläufigen Investitionsneigung der
Unternehmen ein hohes Niveau (2013: 51,6 Mrd. EUR). Der Rückgang im Vergleich zum Vorjahr war erwartet worden und betrifft im
Wesentlichen die Unternehmensfinanzierung der Mittelstandsbank. Diese Entwicklung spiegelt sich auch im Rückgang der
Mittelstandsquote auf 44 % (2013: 47 %) wider. Einen starken Zuwachs dagegen verzeichnete das Auslandsgeschäft mit insgesamt 25,5
Mrd. EUR. Diese Entwicklung ist sowohl auf die verstärkte Nachfrage in der Export- und Projektfinanzierung als auch auf höhere Zusagen
in der Förderung der Entwicklungs- und Transformationsländer zurückzuführen. Auf den Megatrend "Klimawandel & Umwelt" entfällt über
alle Geschäftsfelder hinweg ein hoher Anteil von 36 % (2013: 38 %). Das Fördervolumen im Geschäftsfeld Kapitalmärkte konnte auf 1,2
Mrd. EUR ausgeweitet werden.
Zur Refinanzierung der Geschäftsaktivitäten hat die KfW an den internationalen Kapitalmärkten Mittel in Höhe von 57,4 Mrd. EUR (2013:
65,4 Mrd. EUR) aufgenommen. Die sowohl im Vergleich zum Vorjahr als auch zu den Planungen (65 bis 70 Mrd. EUR) geringere
Mittelaufnahme beruht im Wesentlichen auf den zwar rückläufigen, aber weiterhin hohen außerplanmäßigen Tilgungen im Kreditgeschäft,
die zu einem über den Erwartungen liegenden Mittelzufluss geführt haben.
Fördervolumen des KfW-Konzerns
2014
Mrd. EUR
2013
Mrd. EUR
Inlandsgeschäft
47,6
51,6
Mittelstandsbank
19,9
22,6
Kommunal- und Privatkundenbank/Kreditinstitute
27,7
28,9
Kapitalmärkte
1,2
0,7
Auslandsgeschäft
25,5
20,5
Export- und Projektfinanzierung
16,6
13,7
Förderung Entwicklungs- und Transformationsländer
8,8
6,7
Volumen Neuzusagen
1)
74,1
72,5
1)
Bereinigt um Export- und Projektfinanzierungen mit Refinanzierung aus KfW-Programmkrediten
B. Operatives Ergebnis unter den Erwartungen
Das Betriebsergebnis vor Bewertungen (vor Förderleistung) liegt mit 2.023 Mio. EUR (2013: 2.302 Mio. EUR) sowohl unter dem
Vorjahreswert als auch unter den Erwartungen. Dies ist insbesondere auf die Entwicklung des Zinsüberschusses (vor Förderleistung)
zurückzuführen, der im aktuellen Niedrigzinsumfeld von rückläufigen Zinsstrukturbeiträgen gekennzeichnet ist.
Der Provisionsüberschuss (vor Förderleistung) liegt mit 313 Mio. EUR (2013: 280 Mio. EUR) über den Erwartungen. Ausschlaggebend
waren hier in erster Linie Einmaleffekte aus der Neuverhandlung von Besicherungsvereinbarungen.
Bei den Verwaltungsaufwendungen (vor Förderleistung) ist mit 1.059 Mio. EUR (2013: 976 Mio. EUR) ein deutlicher Anstieg zu
verzeichnen, der insgesamt über den ursprünglichen Planwerten liegt. Ausschlaggebend für diese Entwicklung sind neben den
umfangreichen Investitionen in die Modernisierung der KfW insbesondere die notwendigen Maßnahmen im Zusammenhang mit der KWG-
Unterstellung.
C. Belastungen aus Kreditrisikovorsorge besser als erwartet
Insgesamt ergaben sich aus der Risikovorsorge im Kreditgeschäft Ergebnisbelastungen in Höhe von 143 Mio. EUR, diese liegen deutlich
unterhalb der in der Planung angesetzten Standardrisikokosten und noch weit unter dem bereits niedrigen Wert des Vorjahres (311 Mio.
EUR), der noch von hohen Nettozuführungen im Segment Maritime Industrie gekennzeichnet war.
D. Positive Entwicklungen im Wertpapier- und Beteiligungsportfolio
Der geldpolitische Kurs der Zentralbanken prägte auch im Jahr 2014 die Lage an den Finanzmärkten. Von der hieraus resultierenden
reichlichen Liquiditätsausstattung profitierte das Wertpapierportfolio erneut und erzielte wie im Geschäftsjahr 2013 einen
erfolgswirksamen Ergebnisbeitrag von 57 Mio. EUR. Darüber hinaus wurden positive Wertentwicklungen erfolgsneutral in der
Neubewertungsrücklage erfasst. Ebenso haben sich bei den nicht zum beizulegenden Zeitwert bilanzierten Beständen im Geschäftsjahr
2014 per saldo positive Unterschiedsbeträge zu den Kurswerten ergeben.
Der Erfolgsbeitrag aus dem Beteiligungsportfolio in Höhe von 122 Mio. EUR (2013: 46 Mio. EUR) resultiert vor allem aus dem
Geschäftsfeld Förderung Entwicklungs- und Transformationsländer.
E. Förderleistung nachfragebedingt rückläufig
Die von der KfW zu Lasten der eigenen Ertragslage erbrachte Förderleistung im Inlandsgeschäft ist im Geschäftsjahr 2014 auf 364 Mio.
EUR (2013: 597 Mio. EUR) gesunken.
Ursächlich für den Rückgang waren rückläufige Zinsverbilligungen infolge des nachfragebedingt niedrigeren verbilligten Zusagevolumens
(345 Mio. EUR; 2013: 584 Mio. EUR).
Die folgenden Kennzahlen geben einen Überblick über die Entwicklungen im Geschäftsjahr 2014:
Finanzkennzahlen des KfW-Konzerns
Erfolgskennzahlen
2014
Mio. EUR
2013
Mio. EUR
Betriebsergebnis vor Bewertungen (vor Förderleistung)
2.023
2.302
Betriebsergebnis nach Bewertungen (vor Förderleistung)
1.953
2.143
Förderleistung (Aufwand)
364
597
Konzerngewinn
1.514
1.273
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2014
Mio. EUR
2013
Mio. EUR
Cost-Income-Ratio (vor Förderleistung)
1)
34,4 %
29,8 %
1)
Verwaltungsaufwand (vor Förderleistung) in Relation zum bereinigten Ertrag. Der bereinigte Ertrag berechnet sich aus der Größe des Zins- und
Provisionsüberschusses (jeweils vor Förderleistung).
Ökonomische Kennzahlen
2014
Mio. EUR
2013
Mio. EUR
Konzerngewinn vor IFRS-Effekten aus Sicherungszusammenhängen
1.467
1.299
Bilanzkennzahlen
31.12.2014
Mrd. EUR
31.12.2013
Mrd. EUR
Bilanzsumme
489,1
464,8
Kreditvolumen
440,3
432,0
Geschäftsvolumen
572,5
545,4
Bilanzielles Eigenkapital
21,6
20,5
Bilanzielle Eigenkapitalquote
4,4 %
4,4 %
Entwicklung der Ertragslage
Die Ertragslage 2014 ist durch ein gegenüber dem Vorjahr rückläufiges Ergebnis im operativen Geschäft bei einem gleichzeitig deutlich
verbesserten Bewertungsergebnis aus dem Kredit-, Wertpapier- und Beteiligungsportfolio geprägt. Hieraus resultiert ein Konzerngewinn
von 1,5 Mrd. EUR, der sowohl das Vorjahresergebnis als auch die Erwartungen übersteigt.
Ertragslage
2014
Mio. EUR
2013
Mio. EUR
Veränderung
Mio. EUR
Zinsüberschuss (vor Förderleistung)
2.768
2.997
-229
Provisionsüberschuss (vor Förderleistung)
313
280
33
Verwaltungsaufwand (vor Förderleistung)
1.059
976
83
Betriebsergebnis vor Bewertungen (vor Förderleistung)
2.023
2.302
-279
Kreditrisikovorsorge
-143
-311
168
Ergebnisse aus Hedge Accounting und Fair-Value-Bewertung anderer
Finanzinstrumente
69
138
-69
Ergebnisse aus Finanzanlagen und nach der Equity-Methode
bilanzierten Unternehmen
4 14 -9
Betriebsergebnis nach Bewertungen (vor Förderleistung)
1.953
2.143
-189
Sonstiges betriebliches Ergebnis
20
-210
230
Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (vor Förderleistung)
1.973
1.933
40
Förderleistung (Aufwand)
364
597
-233
Ertragsteueraufwand
95
63
32
Konzerngewinn
1.514
1.273
242
Konzerngewinn vor IFRS-Effekten aus Sicherungszusammenhängen
1.467
1.299
168
Das Betriebsergebnis vor Bewertungen (vor Förderleistung) liegt mit 2.023 Mio. EUR (2013: 2.302 Mio. EUR) unter dem Vorjahresniveau
und unter den Erwartungen.
Der Zinsüberschuss (vor Förderleistung) hat sich mit 2.768 Mio. EUR aufgrund des verschlechterten Zinsumfelds mit einem niedrigen
Zinsniveau und einer sich weiter abflachenden Zinsstrukturkurve gegenüber dem Geschäftsjahr 2013 (2.997 Mio. EUR) rückläufig
entwickelt, bleibt aber unverändert die wichtigste Ertragsquelle.
Während die Zinsmargen im Aktivgeschäft, insbesondere aus dem Geschäftsfeld Export- und Projektfinanzierung, stabil und die
Refinanzierungsmöglichkeiten der KfW auch infolge der erstklassigen Bonität sehr gut waren, führten in erster Linie rückläufige und unter
den Erwartungen liegende Strukturbeiträge zu einem Rückgang des Zinsüberschusses. Zudem konnten für die sehr hohen
außerplanmäßigen Tilgungen der Vorjahre sowie die rückläufigen, aber weiterhin hohen außerplanmäßigen Tilgungen des laufenden
Geschäftsjahres infolge der Zinsentwicklung nur niedrigere Erträge aus der Wiederanlage realisiert werden. Erträge aus
Vorfälligkeitsentschädigungen infolge außerplanmäßiger Tilgungen im Geschäftsjahr 2014, die zukünftig zu entsprechenden
Mindererträgen führen können, waren im Vergleich zum Vorjahr rückläufig.
Der Provisionsüberschuss (vor Förderleistung) liegt mit 313 Mio. EUR über dem Niveau des Jahres 2013 (280 Mio. EUR).
Maßgeblich für den Anstieg des Provisionsüberschusses (vor Förderleistung) sind einmalige Ausgleichszahlungen von Derivatepartnern
nach Neuverhandlung der Besicherungsvereinbarungen in Höhe von 57 Mio. EUR im Geschäftsjahr 2014. Gegenläufig entwickelten sich die
Kreditbearbeitungsgebühren mit 82 Mio. EUR (2013: 91 Mio. EUR). Die Erträge aus der Abwicklung der Finanziellen Zusammenarbeit (FZ)
für die Bundesrepublik Deutschland im Geschäftsfeld Förderung Entwicklungs- und Transformationsländer, die im Vorjahr infolge der
Neuverhandlung
der Vergütungsregelung Sondereffekte beinhalteten, sind mit 156 Mio. EUR (2013: 169 Mio. EUR) ebenfalls gesunken.
Diesen Posten stehen die Verwaltungsaufwendungen der KfW, die unter anderem aus den Außenbüros in den Partnerländern resultieren,
gegenüber.
Der deutliche Anstieg des Verwaltungsaufwands (vor Förderleistung) auf 1.059 Mio. EUR (2013: 976 Mio. EUR) ist insbesondere auf die
erforderlichen Maßnahmen der KWG-Anwendung sowie auf die umfangreichen Investitionen in die weitere Modernisierung der KfW mit
Belastungen im Personal- und Sachaufwand zurückzuführen. Der Planansatz wurde aufgrund von Sondereffekten überschritten.
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Der Personalaufwand hat sich mit 585 Mio. EUR (2013: 541 Mio. EUR) um 44 Mio. EUR erhöht. Neben der größeren Anzahl Beschäftigter
sowie tariflichen und leistungsbezogenen Gehaltserhöhungen wirkten hier noch Sonderbelastungen im Zusammenhang mit der laufenden
Neubewertung von personalwirtschaftlichen Maßnahmen der Vorjahre.
Der Sachaufwand (vor Förderleistung) beträgt 474 Mio. EUR (2013: 434 Mio. EUR). Der Anstieg um 40 Mio. EUR resultiert neben
Sonderbelastungen aus der EZB-Prüfung der KfW IPEX-Bank im Wesentlichen aus in Anspruch genommenen Beratungsleistungen. Diese
betreffen insbesondere die notwendige Umsetzung regulatorischer Vorgaben sowie die umfassende Modernisierung der IT-Architektur der
KfW, die auch in den kommenden Jahren intensiv fortgesetzt wird. Aus diesem umfangreichen Projektportfolio wird auch künftig ein
Anstieg des Verwaltungsaufwands erwartet, der insbesondere aus der verpflichtenden Anwendung wesentlicher bankaufsichtsrechtlicher
Regelungen resultieren wird.
Die Cost-Income-Ratio vor Förderleistung ist vor allem aufgrund der erwartungsgemäß insgesamt rückläufigen operativen Erträge sowie
der erhöhten Aufwendungen aus der KWG-Unterstellung und der weiteren Modernisierung der KfW auf 34,4 % (2013: 29,8 %) gestiegen.
Aus der Kreditrisikovorsorge im Konzern ergaben sich Ergebnisbelastungen in Höhe von 143 Mio. EUR (2013: 311 Mio. EUR), die deutlich
unterhalb der Planungen gemäß den Standardrisikokosten liegen. Risikovorsorgebedarf ergab sich insbesondere im Inlandsgeschäft sowie
im Geschäftsfeld Förderung Entwicklungs- und Transformationsländer. Im Vergleich zum Vorjahr ist der Risikovorsorgebedarf im Segment
Maritime Industrie der Export- und Projektfinanzierung deutlich gesunken.
Die Nettozuführungen zur Vorsorge für die akuten Kreditrisiken einschließlich der Direktabschreibungen liegen mit 221 Mio. EUR deutlich
unter dem Niveau des Jahres 2013 (382 Mio. EUR). Dieser Rückgang konzentriert sich insbesondere auf das Geschäftsfeld Export- und
Projektfinanzierung mit Zuführungen von nur 34 Mio. EUR (2013: 218 Mio. EUR), insbesondere im Segment Maritime Industrie mit
Nettozuführungen von 4 Mio. EUR (2013: 170 Mio. EUR). Darüber hinaus verzeichnete das Geschäftsfeld Export- und Projektfinanzierung
Erträge aus Eingängen auf abgeschriebene Forderungen in Höhe von 37 Mio. EUR (2013: 22 Mio. EUR). Der Schwerpunkt der
Nettozuführungen liegt im Geschäftsjahr 2014 mit 64 Mio. EUR im Geschäftsfeld Förderung Entwicklungs- und Transrformationsländer
sowie im Geschäftsfeld Kommunal- und Privatkundenbank/Kreditinstitute mit 57 Mio. EUR. Zum Jahresende 2014 beläuft sich der
Vorsorgebestand auf 1,4 Mrd. EUR (2013: 1,5 Mrd. EUR), davon betreffen 0,7 Mrd. EUR (2013: 0,9 Mrd. EUR) die Export- und
Projektfinanzierung.
Die Vorsorge für einzeln noch nicht zuordenbare Risiken im Kreditportfolio blieb 2014 nahezu unverändert. Zum Jahresende 2014 beläuft
sich der Vorsorgebestand unverändert auf 0,6 Mrd. EUR.
Die bestehende Kreditrisikovorsorge deckt alle akuten und latenten Risiken in konsequenter Fortsetzung der vorsichtigen Risikopolitik im
KfW-Konzern ab.
Das Ergebnis aus Hedge Accounting und Fair-Value-Bewertung anderer Finanzinstrumente beträgt 69 Mio. EUR (2013: 138 Mio. EUR) und
war im Geschäftsjahr 2014 im Wesentlichen durch positive Effekte aus dem Beteiligungsportfolio sowie gegenläufige Effekte aus der
Bewertung von Fremdwährungspositionen und Sicherungsgeschäften geprägt.
Das erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete Beteiligungsportfolio wurde maßgeblich durch die positive Entwicklung der
Investments sowie die Aufwertung des US-Dollar gegenüber dem Euro beeinflusst und führte zu einem Ertrag von 175 Mio. EUR (2013: 78
Mio. EUR). Dieser Ergebnisbeitrag ist vor allem auf die Geschäftsaktivitäten der DEG in der Förderung der Entwicklungs- und
Transformationsländer zurückzuführen.
Gegenläufig
wirkte das Ergebnis aus der Fremdwährungsbewertung mit einer Belastung in Höhe von 57 Mio. EUR (2013: -10 Mio. EUR).
Zurückzuführen ist dieser Ergebnisbeitrag im Wesentlichen auf nichtmonetäre Finanzinstrumente des nicht zum Fair Value bilanzierten
USD-Beteiligungsportfolios, die grundsätzlich zum Transaktionskurs bilanziert werden, während die entsprechende Refinanzierung zum
Stichtagskurs umgerechnet wird.
Darüber hinaus resultierten per saldo Ergebnisbelastungen aus dem Hedge Accounting, den zum Fair Value bilanzierten Mittelaufnahmen
einschließlich Sicherungsderivaten sowie sonstiger Derivatetransaktionen von in Summe 54 Mio. EUR (2013: +56 Mio. EUR). Dabei sind
die marktbewerteten Derivate jeweils Bestandteil von wirtschaftlich geschlossenen Positionen. Soweit jedoch der andere Teil der jeweils
geschlossenen Position nicht zum Marktwert ausgewiesen werden darf bzw. unterschiedliche Bewertungsmethoden anzuwenden sind,
kommt es zwangsläufig zu temporären Ergebnisschwankungen, die sich über die Laufzeit der Geschäfte vollständig ausgleichen. Im
Berichtsjahr wurden Sicherungsderivate, die in den Vorjahren zu negativen rein IFRS-induzierten Ergebniseffekten geführt hatten, zur
Optimierung des Sicherheitenmanagements vorzeitig ohne wesentliche Auswirkung auf die Risikosteuerung verkauft.
Das mit einem Ertrag in Höhe von 4 Mio. EUR (2013: 14 Mio. EUR) abschließende Ergebnis aus Finanzanlagen und nach der Equity-
Methode bilanzierten Unternehmen resultiert vor allem aus gegenläufigen Entwicklungen im Wertpapier- und Beteiligungsportfolio.
Das Ergebnis aus den Wertpapieren, die nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, hat sich mit einem positiven
Ergebnisbeitrag in Höhe von 53 Mio. EUR gegenüber dem Geschäftsjahr 2013 (43 Mio. EUR) leicht verbessert. Dabei haben sich
insbesondere strukturierte Wertpapiere gut entwickelt.
Die allgemeine Entwicklung an den Finanzmärkten führte zu nicht erfolgswirksamen Wertsteigerungen bei Wertpapieren in Höhe von 55
Mio. EUR (2013: 38 Mio. EUR), die in den Neubewertungsrücklagen im Eigenkapital erfasst werden. Darin bereits enthalten sind
planmäßige Zuschreibungen aufgrund der in den Jahren 2008 (strukturierte Wertpapiere) und 2009 (Wertpapiere der Liquiditätsreserve)
erfolgten Umwidmungen in Höhe von 22 Mio. EUR (2013: 28 Mio. EUR).
Darüber hinaus hat sich bei den nicht zum beizulegenden Zeitwert bilanzierten Beständen der negative Unterschiedsbetrag in Höhe von 8
Mio. EUR zwischen dem Bilanzansatz und dem beizulegenden Zeitwert per saldo um 53 Mio. EUR (2013: um 169 Mio. EUR) auf einen
positiven Unterschiedsbetrag von 45 Mio. EUR zum 31.12.2014 verbessert. Zurückzuführen ist diese Entwicklung insbesondere auf
Kurswerterholungen bei gut besicherten Pfandbriefen und Wertpapieren des ABS-Portfolios. Das Gesamtvolumen war insgesamt weiter
rückläufig und beträgt zum 31.12.2014 noch 9,2 Mrd. EUR (31.12.2013: 10,3 Mrd. EUR).
Das negative Ergebnis aus den Beteiligungen, die nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, beläuft sich auf 54
Mio. EUR und resultiert im Wesentlichen aus dem inländischen Förderportfolio der Mittelstandsbank. Für das Geschäftsjahr 2013 beträgt
der vergleichbare Aufwand 32 Mio. EUR.
Im Sonstigen betrieblichen Ergebnis in Höhe von 20 Mio. EUR (2013: -210 Mio. EUR) enthalten sind Erträge aus dem Rückkauf von
Eigenemissionen in Höhe von 29 Mio. EUR. Das negative Ergebnis des Vorjahres resultierte aus der einmaligen Belastung in Höhe von 264
Mio. EUR aus der Substitution von Bundesmitteln.
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Die von der KfW zu Lasten der eigenen Ertragslage erbrachte Förderleistung im Inlandsgeschäft lag im Geschäftsjahr 2014 mit 364 Mio.
EUR nachfragebedingt unter dem Niveau des Vorjahres (2013: 597 Mio. EUR).
Die wesentliche Komponente der von der KfW insgesamt erbrachten Förderleistung sind Zinsverbilligungen, die die KfW bei bestimmten
Förderkrediten im Inlandsgeschäft während der ersten Zinsbindungsperiode zusätzlich zur Weitergabe ihrer günstigen
Refinanzierungskonditionen gewährt. Im Geschäftsjahr 2014 ging das Volumen der geleisteten Zinsverbilligungen auf 345 Mio. EUR
(2013: 584 Mio. EUR) zurück. Ursächlich hierfür war in erster Linie der nachfragebedingte Rückgang an zinsverbilligten Förderkrediten in
der Unternehmensfinanzierung der Mittelstandsbank infolge der anhaltenden Investitionszurückhaltung, Unsicherheiten im konjunkturellen
Umfeld sowie der gleichzeitig guten Liquiditätsausstattung der Unternehmen. Darüber hinaus verringert das allgemein niedrige Zinsniveau
das Potenzial, mit zusätzlichen Verbilligungen Steuerungsimpulse im Fördergeschäft zu setzen.
Daneben sind im Provisionsüberschuss bzw. Verwaltungsaufwand ausgewiesene Förderleistungen in Höhe von insgesamt 19 Mio. EUR
(31.12.2013: 13 Mio. EUR) erbracht worden, die insbesondere bessere Vertriebsmöglichkeiten der KfW-Förderprodukte zum Ziel haben.
Unter Berücksichtigung der Ertragsteuerbelastungen ergibt sich mit 1.514 Mio. EUR ein Konzerngewinn, der über dem Vorjahr (1.273 Mio.
EUR) liegt. Diese Entwicklung ist durch ein sehr gutes Bewertungsergebnis im Geschäftsjahr 2014 sowie hohe einmalige Belastungen aus
der Substitution von Bundesmitteln im Vorjahr gekennzeichnet.
Der Konzerngewinn vor IFRS-Effekten aus Sicherungszusammenhängen ist eine auf den nach IFRS ermittelten Konzerngewinn
aufsetzende weiterführende Ergebnisrechnung des Konzerns. Derivative Finanzinstrumente werden zu Sicherungszwecken abgeschlossen.
Aus den Vorgaben zur Bilanzierung und Bewertung von Derivaten und Sicherungsbeziehungen ergeben sich unter IFRS trotzdem
temporäre Ergebniseffekte. Diese sind aufgrund der wirtschaftlich effektiven Sicherungswirkung nach Auffassung der KfW nicht
sachgerecht.
Es werden deshalb folgende Überleitungen durch Eliminierung temporärer Ergebniskomponenten in Höhe von -47 Mio. EUR (2013: +27
Mio. EUR) vorgenommen:
Bewertungsergebnisse aus dem Micro und Macro Hedge Accounting. Alle Sicherungsbeziehungen sind wirtschaftlich effektiv und
erzielen über die Gesamtlaufzeit keinen Ergebnisbeitrag.
Bewertungsergebnisse aus der Nutzung der Fair-Value-Option zur Vermeidung eines Accounting Mismatch bei Mittelaufnahmen
einschließlich zugehöriger Sicherungsderivate. Die wirtschaftlich effektiven Sicherungsbeziehungen erzielen über die
Gesamtlaufzeit keinen Ergebnisbeitrag.
Bewertungsergebnisse aus der Marktwertbilanzierung nicht abgebildeter Sicherungszusammenhänge mit hoher wirtschaftlicher
Effektivität. Sie erzielen über die Gesamtlaufzeit keinen Ergebnisbeitrag.
Ergebnisse aus der Währungsumrechnung von Währungspositionen, die aus den Vorgaben zur Bilanzierung und Bewertung von
Derivaten und Sicherungsbeziehungen resultieren.
Die übergeleitete Ertragslage schließt mit einem Gewinn von 1.467 Mio. EUR (2013: 1.299 Mio. EUR). Insgesamt hat der KfW-Konzern im
Geschäftsjahr 2014 ein sehr gutes Ergebnis erzielt, das sich oberhalb des nachhaltigen Ertragspotenzials bewegt.
Entwicklung der Vermögenslage
Das Kreditgeschäft mit Kreditinstituten und Kunden ist unverändert das Kerngeschäft des Konzerns. 74 % des Konzernvermögens
betrafen zum 31.12.2014 das Kreditgeschäft.
Vermögenslage 31.12.2014 (31.12.2013)
Das Kreditvolumen liegt mit 440,3 Mrd. EUR leicht über dem Niveau des Vorjahres.
Kreditvolumen
31.12.2014
Mio. EUR
31.12.2013
Mio. EUR
Veränderung
Mio. EUR
Forderungen aus Krediten und Darlehen
367.189
360.218
6.971
Risikovorsorge im Kreditgeschäft
-1.857
-1.952
95
Nettokreditforderungen
365.332
358.265
7.067
Eventualverpflichtungen aus Avalkrediten
3.501
3.654
-153
Unwiderrufliche Kreditzusagen
57.049
54.373
2.675
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31.12.2014
Mio. EUR
31.12.2013
Mio. EUR
Veränderung
Mio. EUR
Treuhänderisch ausgereichte Kredite und Darlehen
14.448
15.718
-1.270
Gesamt
440.329
432.010
8.319
Die Forderungen aus Krediten und Darlehen sind im Jahr 2014 insbesondere aufgrund von Auszahlungen im Kreditneugeschäft und
Wechselkurseffekten infolge der Aufwertung des US-Dollar von 360,2 Mrd. EUR um 7,0 Mrd. EUR auf 367,2 Mrd. EUR gestiegen.
Gegenläufig wirkten hohe außerplanmäßige Tilgungen im inländischen Förderkreditgeschäft. Insgesamt stellten die
Nettokreditforderungen mit 365,3 Mrd. EUR unverändert 83 % des Kreditvolumens dar.
Die Eventualverpflichtungen aus dem Avalkreditgeschäft bewegten sich mit einem Bestand von 3,5 Mrd. EUR auf Vorjahresniveau. Die
Unwiderruflichen Kreditzusagen sind im Jahr 2014 insbesondere durch Neuzusagen in der internationalen Finanzierung um 2,7 Mrd. EUR
auf 57,0 Mrd. EUR angestiegen. Im Treuhandvermögen sank das Volumen der treuhänderisch ausgereichten Kredite und Darlehen, die vor
allem die Kredite zur Förderung der Entwicklungsländer mit Refinanzierung aus Haushaltsmitteln der Bundesrepublik Deutschland
umfassen, um 1,3 Mrd. EUR auf 14,4 Mrd. EUR.
Die Anderen Forderungen an Kreditinstitute und Kunden lagen mit 32,6 Mrd. EUR unter dem Vorjahresniveau von 36,4 Mrd. EUR.
Der Gesamtbestand der Finanzanlagen lag mit 30,8 Mrd. EUR auf dem Niveau des Vorjahres.
Finanzanlagen
31.12.2014
Mio. EUR
31.12.2013
Mio. EUR
Veränderung
Mio. EUR
Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere
28.600
28.535
65
Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere
0
1
-1
Beteiligungen
2.114
2.032
83
Anteile an nicht einbezogenen Tochterunternehmen
8
2
6
Gesamt
30.722
30.569
153
Wesentliche Position der Finanzanlagen stellten die im Geschäftsjahr 2014 nahezu unveränderten Wertpapierbestände dar. Hierbei stand
dem Rückgang der gehaltenen Anleihen und Schuldverschreibungen um 0,4 Mrd. EUR auf 27,5 Mrd. EUR ein Anstieg des Volumens der
Geldmarktpapiere um 0,4 Mrd. EUR auf 1,1 Mrd. EUR gegenüber.
Aus Derivaten mit positiven Marktwerten, die insbesondere zur Absicherung von Refinanzierungen eingesetzt werden, resultieren aufgrund
der Entwicklung der Marktparameter einschließlich Wechselkursen von 23,9 Mrd. EUR um 14,6 Mrd. EUR auf 38,5 Mrd. EUR gestiegene
Marktwerte. Mit den Kontrahenten getroffene Nettingabreden, die auch Derivate mit negativen Marktwerten umfassen, sowie
Besicherungsvereinbarungen (im Wesentlichen hereingenommene Barsicherheiten) verringern das Kontrahentenrisiko substanziell. Die
Wertanpassungen aus dem Macro Hedging für Grundgeschäftsportfolios aus Bilanzaktiva sind aufgrund der Wechselkursentwicklungen
insbesondere im US-Dollar deutlich von 11,7 Mrd. EUR um 6,8 Mrd. EUR auf 18,5 Mrd. EUR gestiegen.
Die weiteren Bilanzaktiva haben sich nur in geringem Umfang verändert.
Entwicklung der Finanzlage
Die Refinanzierungsstrategie des Konzerns an den internationalen Kapitalmärkten steht auf den drei Säulen "Benchmark-Anleihen in Euro
und US-Dollar", "andere öffentliche Anleihen" und "Privatplatzierungen". Mit einem gegenüber dem Vorjahr unveränderten Anteil an der
Bilanzsumme von 83 % waren diese Mittelaufnahmen in Form von Verbrieften Verbindlichkeiten weiterhin prägend.
Finanzlage 31.12.2014 (31.12.2013)
Das Volumen der aufgenommenen fremden Mittel hat sich um 22,6 Mrd. EUR auf 434,2 Mrd. EUR erhöht.
Fremde Mittel
31.12.2014
Mio. EUR
31.12.2013
Mio. EUR
Veränderung
Mio. EUR
Geldmarktaufnahmen
34.213
26.353
7.860
Anleihen und Schuldverschreibungen
370.034
360.245
9.789
Andere Mittelaufnahmen
27.685
22.737
4.948
Nachrangkapital
2.247
2.247
0
Gesamt
434.179
411.581
22.598
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Mittelaufnahmen in Form von emittierten mittel- und langfristigen Anleihen und Schuldverschreibungen der KfW stellten die
Hauptrefinanzierungsquelle im Konzern dar. Sie deckten zum 31.12.2014 mit 370,0 Mrd. EUR 85 % der aufgenommenen fremden Mittel
ab. Der Anstieg um 9,8 Mrd. EUR umfasst zinsinduzierte Bewertungseffekte aus dem Micro Hedge Accounting sowie
Wechselkursveränderungen. Kurzfristige Emissionen in Form von Commercial Papers sind um 8,7 Mrd. EUR angestiegen und beliefen sich
auf 34,0 Mrd. EUR. Die kurzfristigen Mittelaufnahmen betrugen einschließlich Tages- und Termingeldern 34,2 Mrd. EUR. Die Anderen
Mittelaufnahmen umfassen bei der KfW neben Schuldscheindarlehen von Kreditinstituten und Kunden, die mit 8,6 Mrd. EUR gegenüber
dem Vorjahr um 0,3 Mrd. EUR rückläufig sind, vor allem hereingenommene Barsicherheiten zur Absicherung des Kontrahentenrisikos aus
dem Derivategeschäft in Höhe von 15,0 Mrd. EUR (31.12.2013: 9,0 Mrd. EUR) sowie Verbindlichkeiten gegenüber dem Bund.
Unter dem Nachrangkapital wird unverändert ein vom ERP-Sondervermögen im Rahmen der Neustrukturierung der ERP-
Wirtschaftsförderung 2007 gewährtes Nachrangdarlehen in Höhe von 2,25 Mrd. EUR ausgewiesen.
Der Bestand der Derivate mit negativen Marktwerten, die insbesondere zur Absicherung von Kreditforderungen eingesetzt wurden, hat
sich aufgrund der Entwicklung der Marktparameter von 28,2 Mrd. EUR um 0,3 Mrd. EUR auf 28,5 Mrd. EUR zum Jahresende 2014 erhöht.
Die weiteren Bilanzpassiva haben sich nur in geringem Umfang verändert.
Das bilanzielle Eigenkapital liegt mit 21,6 Mrd. EUR über dem Niveau vom 31.12.2013 von 20,5 Mrd. EUR. Die bilanzielle
Eigenkapitalquote liegt zum 31.12.2014 unverändert bei 4,4 %.
Eigenkapital
31.12.2014
Mio. EUR
31.12.2013
Mio. EUR
Veränderung
Mio. EUR
Eingezahltes gezeichnetes Kapital
3.300
3.300
0
Kapitalrücklage
7.197
7.197
0
darunter: Förderrücklage des ERP-Sondervermögens
5.900
5.900
0
Rücklage aus Mitteln des ERP-Sondervermögens
1.191
1.191
0
Gewinnrücklagen
10.019
8.613
1.405
Fonds für allgemeine Bankrisiken
500
400
100
Neubewertungsrücklagen
-608
-188
-420
Gesamt
21.598
20.513
1.085
Mit dem Konzerngewinn konnten die Gewinnrücklagen dotiert und der Fonds für allgemeine Bankrisiken gestärkt werden.
Nachtragsbericht (Stichtag 03.03.2015)
Die KfW und das ERP-Sondervermögen haben auch vor dem Hintergrund einer rückläufigen Anrechenbarkeit als Ergänzungskapital im
Februar 2015 die weitere Verwendung des im Rahmen der Neustrukturierung der ERP-Wirtschaftsförderung 2007 gewährten
Nachrangdarlehens (31.12.2014: 2,25 Mrd. EUR) neu vereinbart. Die Vereinbarung sieht im Wesentlichen eine Wandlung in Höhe von
1,25 Mrd. EUR in bilanzielles Eigenkapital in Form einer Kapitalrücklage der KfW und eine Rückzahlung in Höhe von 0,6 Mrd. EUR jeweils
mit Wirkung ab dem Geschäftsjahr 2015 vor. Die Kapitalbindungsfrist für den verbleibenden Teil des Nachrangdarlehens endet
unverändert zum 31.12.2017 Mit der Wandlung wird die Kapitalbasis der KfW zur nachhaltigen Sicherstellung der Förderfähigkeit weiter
gestärkt.
Nachhaltigkeitsbericht
Die KfW Bankengruppe ist eine der führenden Förderbanken der Welt. Mit ihrer jahrzehntelangen Erfahrung setzt sich die KfW im Auftrag
des Bundes und der Länder dafür ein, die wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Lebensbedingungen weltweit zu verbessern. Allein
2014 hat sie dafür ein Fördervolumen von rund 74,1 Mrd. EUR zur Verfügung gestellt. Davon flossen knapp 36 % (rund 26,6 Mrd. EUR) in
Maßnahmen zum Klima- und Umweltschutz.
Nachhaltigkeit als strategische Leitlinie
Die KfW Bankengruppe verfügt über ein Strategisches Zielsystem, das die mittelfristig angestrebte Positionierung definiert. Es beinhaltet
ausgewählte Top-Level-Ziele auf Gesamtbankebene und dient als zentraler und verbindlicher Orientierungsrahmen für die strategische
Ausrichtung aller Geschäftsfelder auf einen Fünf-Jahres-Horizont. Das Primärziel der KfW ist die Förderung.
Prinzip der Subsidiarität und Leitlinie der Nachhaltigkeit
Die KfW orientiert sich neben dem Prinzip der Subsidiarität an der Leitlinie der Nachhaltigkeit. Dabei richtet die KfW ihre Fördertätigkeit im
Wesentlichen an den gesellschaftlich und ökonomisch bedeutsamen Megatrends
"Klimawandel & Umwelt", "Globalisierung & technischer
Fortschritt" und "Demografische Entwicklung" aus. Die Fördertätigkeit der KfW rund um diese Megatrends muss sich an der Leitlinie der
Nachhaltigkeit messen lassen.
Zur Bewältigung des Megatrends "Klimawandel & Umwelt" finanziert die KfW beispielsweise Maßnahmen zur Unterstützung erneuerbarer
Energien, zur Verbesserung der Energieeffizienz, zum Schutz der Biodiversität und zur Vermeidung bzw. Reduzierung von
Umweltverschmutzung. Um der besonderen Bedeutung dieses Megatrends Rechnung zu tragen, hat die KfW eine Umweltquote von rund
35 % des gesamten Neuzusagevolumens fixiert. Im Rahmen des Megatrends "Globalisierung & technischer Fortschritt" leistet die KfW
durch Finanzierungen unter anderem von Forschung und Innovation, Rohstoffsicherung sowie Infrastruktur- und Transportwesen einen
Beitrag zur Stärkung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen. Das Engagement der KfW beim Megatrend
"Demografische Entwicklung" hat die Bewältigung der Folgen einer sinkenden und alternden Bevölkerung zum Ziel, unter anderem mit
den Schwerpunkten altersgerechte Infrastruktur, Aus- und Weiterbildung, Familienpolitik und Kinderbetreuung sowie
Unternehmensnachfolge. Zudem besetzt die KfW "trendunabhängige Förderthemen", die für die KfW eine wichtige Rolle spielen, sich
jedoch keinem der drei Megatrends zuordnen lassen, insbesondere die Armutsbekämpfung in Entwicklungs- und Schwellenländern.
Förderwirkungen ausgesuchter Inlandsprogramme
Unabhängige Institute evaluieren für die KfW regelmäßig in ausgewählten Programmen die Wirkungen ihrer inländischen Förderungen.
Dabei werden Kennzahlen ermittelt, die unter anderem Aussagen zur ökonomischen, ökologischen und sozialen Nachhaltigkeit der
Programme erlauben.
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Für den Bereich "Klimawandel & Umwelt" werden unter anderem die KfW-Programme zur Förderung erneuerbarer Energien sowie die
Förderprogramme zum "Energieeffizienten Bauen und Sanieren" evaluiert. Umfang und Vorgehen unterscheiden sich bei den Evaluationen
je nach Geschäftsbereich deutlich.
KfW-Förderprogramme erneuerbarer Energien
Die KfW-Programme zur Förderung erneuerbarer Energien lösten 2013 mit einem Zusagevolumen von rund 3,9 Mrd. EUR ein
Investitionsvolumen von rund 6,6 Mrd. EUR in Deutschland aus. Durch die 2013 geförderten Anlagen werden nach vorläufigen
Schätzungen jährlich rund 4,6 Mio. Tonnen an Treibhausgasemissionen eingespart.
KfW-Förderprogramme "Energieeffizient Bauen und Sanieren"
Die Förderprogramme "Energieeffizient Bauen und Sanieren" lösten mit einem Zusagevolumen von insgesamt rund 10,5 Mrd. EUR im Jahr
2013 Investitionen im wohnwirtschaftlichen sowie im kommunalen Bereich (Infrastruktur) in Höhe von rund 34,6 Mrd. EUR aus. Allein
aufgrund der 2013 geförderten Maßnahmen wird eine dauerhafte Reduktion der jährlichen Treibhausgasemissionen um über 805.000
Tonnen erwartet.
Unterstützung von Entwicklungs- und Schwellenländern
Im Auftrag der Bundesregierung fördert die KfW Entwicklungsprogramme und -projekte weltweit - von der ersten konzeptionellen Idee
über die Umsetzung bis zur abschließenden Erfolgskontrolle. Sie unterstützt Entwicklungs- und Schwellenländer dabei, bessere
Lebensbedingungen zu schaffen sowie Klima und Umwelt zu schützen. Die Rolle der KfW in der deutschen Finanziellen Zusammenarbeit
(FZ) ist gleichermaßen die einer erfahrenen Bank und einer entwicklungspolitischen Fachinstitution. Die KfW konnte im vergangenen Jahr
erneut ihre finanziellen Zusagen deutlich steigern - auf nunmehr rund 7,4 Mrd. EUR (2013: 5,3 Mrd. EUR), davon 5,4 Mrd. EUR aus
Eigenmitteln vom Kapitalmarkt und 2 Mrd. EUR aus Haushaltsmitteln. Auch beim Anteil der Neuzusagen, die direkt dem Klima- und
Umweltschutz dienen, war 2014 ein hoher Zuwachs zu verzeichnen: von 53 % im Vorjahr auf aktuell 64 %.
Der Globale Klimaschutzfonds
Ein innovatives Instrument der internationalen Klimafinanzierung, das privates und öffentliches Engagement vereinigt, ist der Globale
Klimaschutzfonds (Global Climate Partnership Fund, GCPF). Gegründet auf Initiative des BMUB und der KfW, stellt er Mittel für
Investitionen in Energieeffizienz und erneuerbare Energien in Entwicklungs- und Schwellenländern zur Verfügung. Die durch den Fonds
mobilisierten Mittel werden seit 2011 an Finanzinstitutionen vor Ort herausgelegt, diese geben sie an kleine und mittlere Unternehmen
sowie private Haushalte als Kredite weiter. Lokale Banken werden bei Produktentwicklung und Umsetzung der Programme unterstützt.
Der Fonds investiert zudem direkt in einzelne Klimaschutzprojekte in den Zielländern. Ziel des Fonds ist es, mit den einzelnen
Investitionsprojekten Treibhausgasreduktionen von mindestens 20 % zu erzielen und eine klimafreundliche Wirtschaft zu fördern. Aus
dem Fonds wurden bereits 292 Mio. USD an 15 Partnerinstitutionen in zwölf Ländern vergeben, die damit rund 22.000 Kredite finanziert
haben. 2014 betrug die kumulierte CO
2
-Einsparung der bisher zugesagten Projekte rund 480.000 Tonnen.
Stakeholderdialog
Nachhaltigkeitsberichterstattung: Fakten-Update 2014
Das Fakten-Update 2014 liegt ausschließlich als elektronische Version vor und steht online im neuen Nachhaltigkeitsportal zur Verfügung.
Das Fakten-Update beinhaltet kompakt die typischerweise von den Nachhaltigkeitsratingagenturen und anderen Stakeholdern angefragten
Fakten zum Nachhaltigkeitsengagement der KfW und kommentiert diese kurz.
Nachhaltigkeitsprogramm 2012-2014
Das Programm enthält 114 Maßnahmen zur Weiterentwicklung des Nachhaltigkeitsengagements der KfW und ihrer Töchter KfW IPEX-Bank
und DEG und ist somit die Richtschnur ihrer Arbeit. Mit großem Erfolg wurden die Maßnahmen des Nachhaltigkeitsprogramms umgesetzt.
Lediglich eine Maßnahme wurde als nicht umsetzbar identifiziert. Es handelt sich hierbei um eine Überprüfung möglicher Shuttlefahrten
zum neuen Berliner Flughafen BER, der voraussichtlich erst 2017 eröffnet wird. Die Maßnahme wird in das Nachhaltigkeitsprogramm
2015-2017 übernommen, das zurzeit erarbeitet wird. Daneben konnten drei neue Maßnahmen mit aufgenommen werden:
1.
die Erhöhung der konzernweiten Zielquote für Klima- und Umweltschutzzusagen von 33 % auf
35 %;
2. die
Optimierung des CO
2
-Ausstoßes des Fuhrparks durch den Einsatz von alternativen Antriebsmethoden für Verwaltungs- sowie nicht
personenbezogene Poolfahrzeuge (Zielgröße im Mittel < 130 g CO
2
/km);
3. die
Erneuerung des Blockheizkraftwerks am Standort Berlin.
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
Motivierte und engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind die notwendige Basis für den aktuellen und zukünftigen Erfolg der
gesamten KfW Bankengruppe. Gerechte Entlohnung, Chancengleichheit, Vereinbarkeit von Beruf und Familie und eine Vielzahl von
beruflichen und gesundheitlichen Förderungen sind dabei wichtige Bausteine der Personalpolitik.
Das Jahr 2014 stand für die KfW ebenso im Zeichen der Veränderung wie die Vorjahre. Die angelaufenen Modernisierungsprojekte zur
strategischen Fokussierung wurden neben weiteren Themen wie Professionalisierung, Effizienzsteigerung und Kundenorientierung
zielgerichtet fortgeführt. Die langfristig erfolgreiche Modernisierung der KfW erfordert ein ganzheitliches Vorgehen. Neben einer
transparenten und sauberen Definition der Aufgaben, der Prozesse und Strukturen ist bei allen Modernisierungsprojekten ein kritischer
Erfolgsfaktor immer auch die Kultur der Führung und Zusammenarbeit. In diesem Bewusstsein hat der Vorstand ein neues Leitbild der
KfW initiiert, das im Herbst 2014 vorgestellt wurde. Es basiert auf einem breit angelegten und intensiven Dialog mit Führungskräften
sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aller Ebenen und Unternehmensbereiche. Das Leitbild ist die verbindliche Richtschnur für das
tägliche Handeln aller KfW-Beschäftigten. Es zeigt auf, wie sie ihrem Auftrag gerecht werden und Verantwortung gegenüber Kunden,
Mitarbeitern, Eigentümern, Gesellschaft und Bank wahrnehmen.
Im Rahmen der Modernisierung der KfW hat der Bereich Personal seine strategische Ausrichtung überprüft und seine personalpolitischen
Instrumente und Handlungsfelder neu fokussiert und ergänzt. Damit ist sichergestellt, dass die Personalarbeit der KfW streng im Einklang
mit der Unternehmensstrategie der KfW und ihrem Leitbild steht. Prägend für die Neuausrichtung der Personalstrategie war insbesondere
der Claim der KfW "Bank aus Verantwortung", der in den strategischen Elementen Nachhaltigkeit, Effizienz und Professionalität,
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Mitarbeiterorientierung, soziales Verhalten, Leistungsorientierung und Kreativität seinen Niederschlag findet. Berücksichtigt wurden in der
Personalstrategie auch die für die kommenden Jahre erkennbaren internen wie externen Rahmenbedingungen etwa aus dem
demografischen Wandel und dem regulatorischen Umfeld. Im Ergebnis wird die Personalstrategie der KfW sicherstellen, dass das für einen
dauerhaften Unternehmenserfolg quantitativ und qualitativ erforderliche Personal bereitsteht und es gute Bedingungen für eine optimale
Leistungserbringung haben wird. Der Anteil schwerbehinderter Beschäftigter lag bei 5,4 % (2013: 5,2 %). Der Anteil der Mitarbeiterinnen
und Mitarbeiter in Teilzeit ist gegenüber dem Jahr 2013 (22,7 %) auf 24,2 % gestiegen, ebenso konnte beim Frauenanteil bei
Führungskräften ein leichter Anstieg auf 29,9 % (2013: 29,1 %) erreicht werden. Die Ausbildungsquote der KfW ist auf 4,3 % (2013: 4,5
%) zurückgegangen.
Betrieblicher Umweltschutz
Nachhaltigkeit bedeutet kontinuierliche Verbesserung. Für die KfW mit ihrem nachhaltigen Geschäftsmodell ist betrieblicher Umweltschutz
daher besonders wichtig. Ein starkes Engagement im betrieblichen Umweltschutz ist für die KfW eine Frage der Glaubwürdigkeit. So
arbeitet die Bank fortlaufend daran, die Bilanzgrenzen problemgerecht zu erweitern. Sie nutzt die gegebenen Möglichkeiten, den
Verbrauch von Ressourcen zu verringern, verstärkt erneuerbare Energien einzusetzen und die Energieeffizienz zu steigern.
Erweiterte Systemgrenze zieht höheren Energieverbrauch nach sich
Der Energieverbrauch im Konzern ist 2013 um rund 10 % gestiegen. Grund dafür ist, dass weitere Gebäude in die Gesamtbilanz
einbezogen wurden. So verbrauchte das ab 2013 mitbilanzierte externe Rechenzentrum 1.900 MWh konventionellen Netzstrom. Das
entspricht knapp 50 % des zusätzlichen Verbrauchs. Der Verbrauch an Fernwärme stieg stark an, weil ein weiteres Gebäude in Berlin in
der Statistik berücksichtigt wurde. Damit der Energieverbrauch nicht weiter steigt, legt die KfW im Zuge von Instandsetzungsarbeiten
großen Wert auf den Einsatz energieeffizienter Technologien. Dazu zählen beispielsweise LED-Beleuchtungssysteme, wie sie in der
Tiefgarage unter dem KfW-Gebäude Nordarkade in Frankfurt a. M. seit der Sanierung ausschließlich verwendet werden. Die KfW rechnet
damit, auf diese Weise bis zu 40 MWh Energie pro Jahr einsparen zu können. Das entspricht einer Reduktion des Energieverbrauchs in
dieser Tiefgarage um fast 20 %.
CO2-Emissionen
Veränderte Energiebilanzgrenzen wirken sich unmittelbar auf die Emissionsbilanz aus. So stiegen die Emissionen um knapp 22 % an.
Allein das neu berücksichtigte externe Rechenzentrum sorgte dafür, dass die KfW für 2013 circa 1.135 Tonnen CO
2
e zusätzlich
neutralisieren muss. Weiterhin sorgte die Entscheidung der KfW, von 2013 an ihren Ökostrom erstmals mit einem Emissionsfaktor zu
belegen, dafür, dass weitere 887 Tonnen CO
2
e ausgeglichen werden müssen. Obendrein kommen rund 55 Tonnen CO
2
e, die durch
Veranstaltungen mit externen Gästen entstanden sind, dazu.
Anzahl der Dienstreisen stagniert
Auf Dienstreisen wurden 2013 kaum mehr Kilometer zurückgelegt als im Jahr davor. Das gilt sowohl absolut als auch im Durchschnitt pro
Kopf. Im genannten Zeitraum verlagerte sich der Verkehr jedoch teilweise von der Schiene auf die Straße. Im Pkw wurden 2013 rund
400.000 Kilometer mehr zurückgelegt als im Jahr davor. Bahnreisen waren 2013 wegen des Hochwassers in mehreren Bundesländern nur
eingeschränkt möglich.
Portfoliomanagement
"Principles for Responsible Investment" (PRI)
Im Jahr 2006 verpflichtete sich die KfW als einer der ersten deutschen Unterzeichner der "Principles for Responsible Investment"-Initiative
der Vereinten Nationen, ihre eigenen Geldanlagen in fest und variabel verzinslichen Wertpapieren auch unter dem Gesichtspunkt des
gesellschaftlich verantwortlichen Handelns durchzuführen. Seit 2008 wird das sogenannte Liquiditätsportfolio der KfW nach einem
nachhaltigen Investmentansatz verwaltet, das per Stichtag 31.12.2014 23,8 Mrd. EUR betrug.
Die Umsetzung der PRI im Portfoliomanagement der KfW erfolgt in drei Schritten: Neben der Bonitätsanalyse werden auch sogenannte
ESG-Kriterien (Environmental, Social und Governance) in die Investmententscheidungen mit einbezogen. Für nicht staatliche Emittenten
gelten darüber hinaus Ausschlusskriterien. Schließlich kommuniziert die KfW ihre Vorgehensweise und ihre Ergebnisse an die Emittenten
ihres Portfolios.
Neben der Umsetzung der PRI in ihrem eigenen Liquiditätsportfolio ist die KfW auch in der Arbeitsgruppe "Fixed Income" der PRI aktiv, die
sich unter anderem mit der Integration der ESG-Kriterien in Anlageentscheidungen im Anleihebereich beschäftigt. Dazu wurde mit
Unterstützung der KfW der Leitfaden "Fixed Income Investor Guide" veröffentlicht.
Nachhaltigkeitsratings: KfW weiterhin in der Spitzengruppe
Nachhaltigkeitsratings bewerten Unternehmen hinsichtlich ihrer Nachhaltigkeitsperformance und einer ganzheitlichen und
zukunftsorientierten Unternehmensführung. Bei den aktuellen Nachhaltigkeitsratings (Stand per Ende 2014) der drei für die KfW und ihre
Töchter KfW IPEX-Bank und DEG wichtigsten Nachhaltigkeitsratingagenturen Sustainalytics, oekom research und imug konnte die KfW ihr
bisheriges sehr gutes Rating verbessern oder mindestens halten: Bei Sustainalytics erreichte die KfW 82 von insgesamt 100 möglichen
Punkten, dies ist der 4. Platz unter insgesamt weltweit 191 bewerteten börsennotierten und nicht börsennotierten Banken. Oekom
research vergab unverändert die Prime-Auszeichnung innerhalb der Gruppe der am besten bewerteten Finanzinstitute weltweit, das
Nachhaltigkeitsrating liegt bei B- (auf einer Skala von D- bis A+). In der Nachhaltigkeitsbewertung des Emittenten von imug schneidet die
KfW unter 126 nationalen und internationalen Emittenten von Bankanleihen insgesamt als beste ab. Darüber hinaus schneidet die KfW
unter zwölf durch imug bewerteten nationalen und internationalen Förderbanken insgesamt als beste ab.
Damit hat sich die KfW trotz der durch die Agenturen jedes Jahr systematisch höher gelegten Messlatte als eine der führenden
nachhaltigen Förderbanken im Vergleich zu ihrer Peergroup positioniert.
Risikobericht
Aktuelle Entwicklungen
Nachdem die Weltkonjunktur 2014 weitestgehend enttäuschte, dürfte die weltwirtschaftliche Dynamik auch 2015 kaum Fahrt aufnehmen
und in etwa auf dem Niveau des Vorjahres bleiben. Dabei ist mit einer auseinanderlaufenden Entwicklung sowohl innerhalb der Gruppe
der Industrie- als auch der Schwellenländer zu rechnen. In den USA ist davon auszugehen, dass sich die Konjunktur insbesondere unter
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dem Einfluss eines verbesserten Arbeitsmarktes und des robusteren privaten Konsums in den nächsten Quartalen anhaltend positiv
entwickeln wird. Die monetären Bedingungen werden die Nachfrage voraussichtlich zu Beginn des Jahres weiter stützen, die absehbare
Zinswende in den USA im Laufe des Jahres birgt hingegen ein gewisses Risiko für die Finanzmärkte. In Japan dürfte die konjunkturelle
Entwicklung relativ schwach ausfallen, weil sowohl der Geld- als auch der Fiskalpolitik wenig Spielraum für nachhaltig wirkungsvolle
Impulse bleibt. Einem ähnlichen Dilemma sieht sich die Eurozone gegenüber: Trotz einer gegenüber den Vorjahren etwas "neutraleren"
Haushaltspolitik und einer absehbaren quantitativen Lockerung der EZB tritt die Konjunktur im Währungsraum voraussichtlich auch 2015
auf der Stelle. Aufgrund anstehender Wahlen in Europa sind neue Debatten hinsichtlich der notwendigen Sanierungen der Staatsbilanzen
absehbar, die jederzeit zu neuer Nervosität auf den Kapitalmärkten führen können - wie zum Jahreswechsel in Griechenland geschehen.
In den Schwellenländern dürfte die wirtschaftliche Dynamik teilweise geringer als im Vorjahr ausfallen: Während die wirtschaftlichen
Expansionsraten in China und Indien noch relativ hoch bleiben werden, dürfte die gesamtwirtschaftliche Entwicklung in anderen Ländern
nur sehr schleppend verlaufen (Brasilien, Südafrika) oder sogar rückläufig sein (Russland). Insgesamt wird dieser Wirtschaftsausblick von
vielen Abwärtsrisiken getrübt. Wesentliche Unsicherheiten stellen dabei die geopolitischen Spannungen in Russland und der Ukraine sowie
im Nahen Osten dar. Während sich aus dem aktuell niedrigen Niveau des Ölpreises für viele Volkswirtschaften Chancen ergeben, sind die
Risiken in einigen erdölexportierenden Ländern deutlich gestiegen. Hinzu kommt, dass sich gewisse Fehlallokationen auf den
Finanzmärkten aufgrund der bisherigen Geldpolitik jederzeit in neuen Krisen materialisieren könnten.
Trotz einer Stabilisierung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in einigen Peripheriestaaten (Irland, Spanien) reflektierte die
Entwicklung der Aktivaqualität europäischer Banken unverändert die unterschiedliche Konjunkturentwicklung in Europa. Vor allem Banken
aus den Peripheriestaaten besitzen weiterhin einen hohen Bestand notleidender Kredite. In den Vormonaten des Bilanz- und Stresstests
der EZB/EBA war eine weitere Bilanzsummenreduzierung europäischer Banken durch den Verkauf nicht strategischer Aktiva sowie eine
verhaltene Kreditvergabe erkennbar. Zusätzlich stärkte eine Reihe der teilnehmenden Banken ihr Eigenkapital über Kapitalerhöhungen,
sodass sich die Kapitalausstattung der Banken 2014 insgesamt verbessern konnte. Die Ergebnisse des Bilanztests, mit der negativen
Fokussierung vor allem auf italienische Banken, waren nachvollziehbar und kaum überraschend. Die Refinanzierung europäischer Institute
konnte durch eine stärkere Einlagenfinanzierung in Verbindung mit einem Abbau von Aktiva solider aufgestellt werden. Daneben hat sich
insbesondere die Kapitalmarktrückkehr von Banken aus der Peripherie fortgesetzt. Im Vergleich zur relativ schwachen Ertragsentwicklung
in Europa konnten sich die US-amerikanischen Banken dank deutlich sinkender Risikokosten und eines sich stabilisierenden
wirtschaftlichen Umfeldes positiv abheben. Hohe Belastungen resultierten jedoch aus Strafzahlungen gegen einzelne Finanzinstitute, die
einen neuen Rekord für den amerikanischen Bankensektor insgesamt erreichten.
Der europäische Bankensektor bleibt auch 2015 infolge der sich wieder abschwächenden konjunkturellen Aussichten strukturell anfällig.
Zusätzlich werden das niedrige Zinsumfeld sowie die regulatorischen Anforderungen, aber auch Aufwendungen für Rechtsstreitigkeiten die
Rentabilität der europäischen Banken belasten. Aus diesem Grund dürfte der Umbau in der europäischen Bankenbranche, verbunden mit
einem weiteren Abbau nicht strategischer Aktiva (unter anderem in Italien), voranschreiten. Die politische Unsicherheit in Griechenland
könnte außerdem die europäische Staatsschuldenkrise wieder in den Fokus rücken und sich vor allem negativ auf die noch fragilen Banken
der Peripherieländer auswirken. Die anhaltenden geopolitischen Spannungen zwischen Russland und der Ukraine dürften sich zunehmend
negativ auf die in diesen Ländern engagierten, vor allem österreichischen und französischen Banken auswirken. Infolge der erwarteten
sukzessiven Zinserhöhungen der FED steigen die potenziellen Risiken für die Bankenmärkte von Schwellenländern mit
außenwirtschaftlichen Defiziten (wie Brasilien, Türkei, Südafrika) durch fortgesetzte Kapitalabflüsse und eine weitere Abwertung der
heimischen Währungen.
Im abgelaufenen Jahr waren die deutsche und die europäische Wirtschaft von Stagnation gekennzeichnet, die sich nach unserer
Einschätzung im neuen Jahr zunächst fortsetzen wird. Die Unternehmen entwickelten sich in diesem Umfeld insgesamt stabil, auch wenn
aufgrund der enttäuschenden Entwicklung in Europa und der verschiedenen geopolitischen Unwägbarkeiten Investitionen zurückgehalten
werden. Es ist zu beobachten, dass die Unternehmen aufgrund des guten Kreditangebots von vorteilhaften Konditionen und zunehmend
gelockerten Kreditstrukturen profitieren. Die für Deutschland wichtige Automobilindustrie wächst dank der guten Nachfrage in
Entwicklungsländern und den USA weiter, auch in Europa scheint nach schwierigen Jahren der Boden erreicht; gleichzeitig nehmen aber
die Risiken der Branche zu. In der Handelsschifffahrt ist mit Ausnahme des Gastankersegments die Lage unverändert schwierig.
Der Konzern ist aufgrund seines international ausgerichteten Förderauftrags von den oben beschriebenen Entwicklungen berührt.
Insgesamt hat sich das Portfolio der KfW jedoch stabil entwickelt. Für das Portfolio dürfte die Krise in der Handelsschifffahrt inzwischen
weitgehend verarbeitet sein. Alle erkennbaren Risiken werden nach konservativen Maßstäben bewertet und über die konsequente Setzung
von Risikoleitplanken in der Neugeschäftssteuerung berücksichtigt. Die regelmäßig durchgeführten Risikotragfähigkeitsberechnungen
zeigen, dass der Konzern - auch unter Zugrundelegung von konservativen Stress-Szenarien - die im Zusammenhang mit seinem
Geschäftsauftrag eingegangenen Risiken tragen kann. Wie in den vergangenen Jahren hat der Konzern auch im Geschäftsjahr 2014 seine
Prozesse und Instrumente im Risikomanagement und -controlling unter Berücksichtigung aktueller bankaufsichtsrechtlicher
Anforderungen systematisch weiterentwickelt.
Durch die Änderung des KfW-Gesetzes im Jahr 2013 und die Veröffentlichung der "Verordnung zur Anwendung von
bankaufsichtsrechtlichen Vorschriften auf die Kreditanstalt für Wiederaufbau sowie zur Zuweisung der Aufsicht über die Einhaltung dieser
Vorschriften an die BaFin" (KfW-Verordnung - KfWV) wurde die erweiterte KWG-Anwendung des Konzerns beschlossen. Künftig ist der
Konzern zu einer entsprechenden Anwendung wesentlicher bankaufsichtsrechtlicher Regelungen verpflichtet. Die Aufsicht über die
Einhaltung der bankaufsichtsrechtlichen Regelungen erfolgt durch die BaFin und die Bundesbank. Die Verordnung sieht ein schrittweises
Inkrafttreten vor. Die wesentlichen risikorelevanten Regelungen gelten für den Konzern ab 01.01.2016. Die Umsetzung der KWG-
Anforderungen wird zentral durch den Bereich Compliance gesteuert.
Im Rahmen der Umsetzung des einheitlichen europäischen Aufsichtsmechanismus für Banken hat die KfW IPEX-Bank 2014 das
Comprehensive Assessment der Europäischen Zentralbank durchlaufen. Die Ergebnisse des Asset Quality Review wurden der KfW IPEX-
Bank am 11.02.2015 schriftlich mitgeteilt. Bilanzwirksame Anpassungen waren nicht erforderlich. Der Asset Quality Review und der
Stresstest haben gezeigt, dass die KfW IPEX-Bank mit Blick auf das Geschäftsmodell derzeit angemessen kapitalisiert ist. Die EZB hat
entschieden, die KfW IPEX-Bank nicht in den Kreis der von der EZB beaufsichtigten Institute aufzunehmen.
Grundlagen und Ziele der Risikosteuerung
Der Konzern hat einen gesetzlich verankerten Förderauftrag, der die besondere Stellung des Konzerns und seine institutionelle
Ausgestaltung begründet. Nachhaltige Förderung ist der übergeordnete Unternehmenszweck des Konzerns. Um die vorhandenen
Ressourcen optimal für die Realisierung des Förderauftrags einzusetzen, ist die Messung und Steuerung der eingegangenen Risiken von
großer Bedeutung. Im Rahmen der Risikosteuerung geht der Konzern Risiken nur in einem Umfang ein, wie sie im Hinblick auf die aktuelle
und zu erwartende Ertragslage sowie die ermittelten Risikoverläufe tragfähig sind. Bei der Ertrags-/ Risikosteuerung wird den
Besonderheiten einer Förderbank Rechnung getragen. Die Einhaltung der aufsichtsrechtlichen Anforderungen ist dabei
Grundvoraussetzung der Konzerngeschäftstätigkeit.
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Um das Risikomanagement- und -controllingwissen in der Organisation des Konzerns zu verankern, schult der Konzern seine Mitarbeiter
unter anderem mit einem modulartig aufgebauten Programm zu Risikothemen. Dieses ermöglicht es Mitarbeitern und Führungskräften aus
dem gesamten Konzern, gezielt grundlegende Kenntnisse zu erwerben oder Spezialwissen zu vertiefen.
Organisation der Risikosteuerung und -überwachung
Gremien und Verantwortung
Der Vorstand der KfW bestimmt im Rahmen seiner Gesamtverantwortung die risikopolitischen Richtlinien und Grundsätze im Konzern. In
einem mindestens vierteljährlichen Turnus wird der Verwaltungsrat über die Risikosituation des Konzerns informiert. Der Präsidial- und
Nominierungsausschuss ist für die Behandlung von Rechts- und Verwaltungsangelegenheiten sowie von grundsätzlichen geschäfts- und
unternehmenspolitischen Angelegenheiten zuständig. Daneben hat der Ausschuss die Kompetenz, in bestimmten eiligen Fällen anstatt des
Verwaltungsrats Beschlüsse zu fassen. Ob eine dringende Angelegenheit vorliegt, entscheidet der Vorsitzende des Verwaltungsrats. Der
Risiko- und Kreditausschuss hat vor allem die Aufgabe, den Verwaltungsrat zur aktuellen und zur künftigen Gesamtrisikobereitschaft und
-strategie des Konzerns zu beraten, und unterstützt ihn bei der Überwachung der Umsetzung dieser Strategie.
Er entscheidet über die Zustimmung zu Krediten, operativen Beteiligungen, Mittelaufnahmen und Swapgeschäften, soweit für diese nach
der Satzung ein Gremienvorbehalt besteht. Der Prüfungsausschuss überwacht insbesondere den Rechnungslegungsprozess und die
Wirksamkeit des Risikomanagementsystems, gibt Empfehlungen an den Verwaltungsrat betreffend die Genehmigung des
Jahresabschlusses sowie die Billigung des Konzernabschlusses. Der Vergütungskontrollausschuss überwacht die angemessene
Ausgestaltung der Vergütungssysteme der Vorstände und Mitarbeiterinnen bzw. Mitarbeiter - insbesondere die angemessene
Ausgestaltung der Vergütungen für die Leiter der Risikocontrolling-Funktion und der Compliance-Funktion sowie für solche
Mitarbeiterinnen bzw. Mitarbeiter, die einen wesentlichen Einfluss auf das Gesamtrisikoprofil des Konzerns haben.
Die Risikosteuerung im Konzern erfolgt durch eng miteinander verzahnte Entscheidungsgremien. An der Spitze der Gremienarchitektur
steht der Gesamtvorstand, der die zentralen risikopolitischen Entscheidungen trifft. Unterhalb des Gesamtvorstands existieren drei
Risikokomitees (Kredit-Risiko-Komitee, Marktpreis-Risiko-Komitee und Komitee für Operationelle Risiken), die zum einen
Vorstandsentscheidungen vorbereiten und zum anderen im Rahmen festgelegter Kompetenzgrenzen eigenständig entscheiden. Die
Komitees nehmen auch Konzernsteuerungsfunktionen wahr, sodass Vertreter aus der KfW IPEX-Bank und der DEG miteinbezogen sind.
Weitere Arbeitsgruppen arbeiten den Komitees zu. In den Komitees hat die Marktfolge generell ein Vetorecht. Sofern keine einstimmige
Entscheidung vorliegt, erfolgt ggf. eine Eskalation auf Gesamtvorstandsebene.
Kredit-Risiko-Komitee
Die Leitung des Kredit-Risiko-Komitees liegt beim Risikovorstand. Weitere stimmberechtigte Mitglieder des wöchentlich tagenden Kredit-
Risiko-Komitees sind der Bereichsleiter Risikomanagement und -controlling, weitere Mitglieder des Vorstands sowie der Chief Risk Officer
(CRO) der KfW IPEX-Bank. Dem Komitee arbeiten verschiedene Arbeitsgruppen (AG) zu: Die AG Länder-Rating dient als zentrale Instanz
für die Beurteilung von Länderrisiken. Über die AG Sicherheiten wird eine einheitliche Vorgehensweise bezüglich aller wesentlichen
Aspekte der Sicherheitenanrechnung und -bewertung sowie der Sicherheitenmanagementprozesse sichergestellt. Alle wesentlichen
Faktoren der Kreditrisikomessinstrumente liegen in der Verantwortung der AG Ratingsysteme. Die AG Branchenrisiken Corporates
analysiert als konzernweites Expertengremium die branchen- und produktbezogenen Kreditrisiken im Corporate-Segment. In den
wöchentlichen Sitzungen des Kredit-Risiko-Komitees werden insbesondere Kredit- und Linienentscheidungen getroffen. Auch Engagements
der KfW IPEX-Bank und der DEG werden im Kredit-Risiko-Komitee vorgestellt. Quartalsweise erfolgt darüber hinaus eine um Vertreter der
Geschäftsfelder und der DEG erweiterte Sitzung. Die Interne Revision, Compliance und der Generalbevollmächtigte der KfW IPEX-Bank
haben einen Gaststatus. In dieser quartalsweisen Sitzung wird über die Entwicklung aufsichtsrechtlicher Anforderungen, deren
Auswirkungen und über den Stand bei Umsetzungsprojekten, zum Beispiel MaRisk und KWG, im Konzern berichtet. Auch werden
wesentliche Änderungen und Neuentwürfe von Risikogrundsätzen, Kreditrisikomethoden sowie der Verfahrensregelungen für die
zuarbeitenden AGs verabschiedet. Darüber hinaus erfolgt ein Monitoring des konzernweiten Kreditportfolios inkl. der Länder- und
Branchenrisiken.
Marktpreis-Risiko-Komitee
Die Leitung des monatlich tagenden Marktpreis-Risiko-Komitees liegt beim Risikovorstand. Daneben ist das Komitee mit dem für das
Kapitalmarktgeschäft zuständigen Vorstand sowie unter anderem mit den Bereichsleitern Finanzmärkte, Risikomanagement und
-controlling sowie Rechnungswesen besetzt. Die Interne Revision sowie Compliance haben einen Gaststatus. Quartalsweise und bei Bedarf
nehmen für die KfW IPEX-Bank und die DEG der jeweilige Chief Risk Officer oder sein Vertreter an der Sitzung teil. Das Marktpreis-Risiko-
Komitee diskutiert die Marktpreisrisikoposition des Konzerns und überprüft monatlich die Marktpreisrisikostrategie. Weiterhin wird im
Komitee die Liquiditätsrisikoposition des Konzerns überwacht und es werden alle grundsätzlichen und methodischen Fragen zum
Management der Marktpreis- und Liquiditätsrisiken und zum Transferpricing entschieden. In Bezug auf die Zinsrisikostrategie bereitet das
Komitee die finale Entscheidung des Gesamtvorstands vor. Dem Marktpreis-Risiko-Komitee unterstehen das Surveillance Committee, in
dem Bewertungsfragen zu Wertpapieren diskutiert werden und ein Austausch zu Marktwertentwicklungen sowie Wertberichtigungen von
Wertpapieren stattfindet, sowie das Hedge Committee, in dem hauptsächlich die Ergebnisauswirkungen aus der IFRS-Bilanzierung von
Hedgegeschäften und deren Weiterentwicklung behandelt werden.
Komitee für Operationelle Risiken
Das quartalsweise tagende Komitee für Operationelle Risiken unterstützt den Vorstand in dem Themengebiet Betriebsrisiko (Operationelle
Risiken und Betriebliches Kontinuitätsmanagement) und ist mit Bereichsleitern (Vertreter Abteilungsleiter) besetzt. Die Leitung liegt beim
Bereichsleiter Risikomanagement und -controlling. Darüber hinaus sind die KfW IPEX-Bank und die DEG in dem Komitee vertreten. Die
Interne Revision hat einen Gaststatus. Die Aufgaben bestehen in der Beschlussfassung und der Abnahme von Risikogrundsätzen,
Methoden und Instrumenten. Darüber hinaus ist das Komitee verantwortlich für die Steuerung Operationeller Risiken (OpRisk) durch
Entscheidung über bereichsübergreifende bzw. konzernweite Maßnahmen. Zudem werden wesentliche eingetretene oder potenzielle
OpRisk-Schäden im Gremium diskutiert und auf bankweiten Handlungsbedarf hin überprüft. Im Themengebiet Betriebliches
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Kontinuitätsmanagement legt das Komitee anhand der Ergebnisse der jährlichen Business-Impact-Analyse die Maßnahmen zur
Krisenprävention und zur Notfallplanung fest. Die Überwachung erfolgt anhand der Berichterstattung über geplante oder durchgeführte
Notfall- und Krisenstabstests sowie wesentliche Betriebsstörungen. Alle Beschlüsse und Empfehlungen des Komitees für Operationelle
Risiken werden dem Vorstand vorgelegt.
In der gruppenweit angelegten Risikosteuerung nehmen Konzernunternehmen und Organisationseinheiten darüber hinaus eigene
Steuerungsfunktionen wahr. Konzernweite Projekte und Arbeitsgruppen stellen jedoch auch in diesen Fällen ein aufeinander abgestimmtes
Vorgehen sicher, zum Beispiel beim Roll-out von Ratinginstrumenten auf Tochterunternehmen oder beim Management und bei der
Bewertung von Sicherheiten.
Die Verantwortung für die Entwicklung und Ausgestaltung der Risikosteuerung und -überwachung ist außerhalb der Marktbereiche
angesiedelt und liegt insbesondere im Bereich Risikomanagement und -controlling.
Risikosteuerungsansatz des KfW-Konzerns ÜBERBLICK
Zur Sicherstellung der Risikotragfähigkeit unter Berücksichtigung der definierten Risikobereitschaft des Konzerns formuliert das
Risikomanagement die Risikostrategie des Konzerns unter Einbeziehung des Risikomanagements der maßgeblichen Tochtergesellschaften
und verantwortet auch deren regelmäßige Überprüfung. Die Risikostrategie legt - aufbauend auf der geschäftspolitischen
Ausgangssituation - allgemeine risikopolitische Grundsätze und konkrete risikopolitische Maßnahmen im Einklang mit dem Strategischen
Zielsystem und der Geschäftsstrategie fest. Der Umsetzung der Risikostrategie dienen dabei verschiedene Instrumente zur Steuerung der
wesentlichen Risiken des Konzerns. Unter anderem werden einzeladress- bzw. portfoliobezogene Instrumente zur Risikosteuerung
eingesetzt.
Um die wesentlichen Risiken zu ermitteln, führt der Konzern mindestens jährlich eine Risikoinventur durch. Im Rahmen der Risikoinventur
werden für den Konzern relevante Risikoarten in einem strukturierten Prozess identifiziert, definiert und anschließend einer
Wesentlichkeitsbeurteilung unterzogen. Die Wesentlichkeit einer Risikoart hängt primär von den Gefahrenpotenzialen für die Vermögens-,
Ertrags- und Liquiditätslage des Konzerns ab. Zentrales Ergebnis der Risikoinventur ist das Gesamtrisikoprofil, das einen Überblick über
die wesentlichen und unwesentlichen Risikoarten des Konzerns vermittelt. Als wesentlich im Rahmen der Inventur 2014 sind neben
Kredit-, Marktpreis-, Liquiditäts- und Operationellen Risiken auch das Beteiligungs-, Projekt- und Reputationsrisiko eingestuft. Mit
wesentlichen Risiken verbundene Risikokonzentrationen innerhalb einer Risikoart oder über verschiedene Risikoarten hinweg werden bei
der Risikoinventur berücksichtigt.
Das Risikoreporting erfolgt entsprechend den aufsichtsrechtlichen Vorgaben (MaRisk). Der Vorstand wird monatlich über die Risikolage des
Konzerns informiert. Die Aufsichtsgremien des Konzerns erhalten quartalsweise einen Risikobericht. Anlassbezogen werden die jeweiligen
Gremien ad hoc informiert. Die im Risikomanagement und -controlling verwendeten Risikokennzahlen und Informationssysteme werden
fortlaufend überprüft.
Die Methoden und Instrumente zur konzernweiten Risikoanalyse und -steuerung werden regelmäßig validiert und durch (Weiter-)
Entwicklungen vervollständigt. Dabei stehen insbesondere Modelle zur Messung, Steuerung und Bepreisung von Kredit- und
Marktpreisrisiken im Fokus. Bei den Validierungs- und Weiterentwicklungsaktivitäten werden auch die Anforderungen aus der erweiterten
KWG-Anwendung berücksichtigt.
Der Risikosteuerungsansatz ist im Risikohandbuch des Konzerns niedergelegt. Das Risikohandbuch sorgt dafür, dass einheitliche Verfahren
zur Identifikation, Messung, Steuerung und Überwachung von Risiken zur Anwendung kommen. Darüber hinaus werden konzernweite
Regelungen durch geschäftsfeldspezifische Ausgestaltungen ergänzt. Die im Risikohandbuch aufgeführten Regelungen haben konzernweit
verbindlichen Charakter, sind für alle Mitarbeiter zugänglich und werden stetig weiterentwickelt. Für Details zu den weiteren Elementen
des Risikosteuerungsansatzes sei auf die nachfolgenden Kapitel verwiesen.
INTERNER KAPITALADÄQUANZPROZESS
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Der interne Kapitaladäquanzprozess des Konzerns ist dadurch gekennzeichnet, dass ökonomische und regulatorische Vorgaben hinsichtlich
der Risikotragfähigkeit gleichberechtigte übergeordnete Ziele des Konzerns darstellen. Dies bedeutet konkret, dass alle
Risikoüberwachungs- und -steuerungsmaßnahmen die Einhaltung sowohl eines ökonomischen Solvenzziels als auch von Mindestwerten für
die Kern- und Gesamtkapitalquote sicherstellen müssen. Auf diese Weise wird eine ökonomisch sinnvolle Kapitalsteuerung mit dem
Erfordernis der Sicherstellung der regulatorischen Mindestkapitalanforderungen verbunden. Für die enge Verzahnung der beiden
Perspektiven legt der Konzern eine einheitliche Definition für die Risikodeckungsmasse zugrunde: Für beide Sichtweisen werden die
regulatorischen Eigenmittel entsprechend § 10 bzw. 10a KWG in Verbindung mit Verordnung (EU) Nr. 575/2013 (CRR) als
Risikodeckungspotenzial verwendet.
Ein weiteres zentrales Merkmal des Kapitaladäquanzprozesses ist die Steuerungsorientierung durch eine zusätzliche vorausschauende
Perspektive. Diese bewertet das Absorptionspotenzial der Reserven des Konzerns - und damit dessen Handlungsfähigkeit - bei Eintritt
bestimmter konjunktureller (Stress-)Szenarien. Ein in diesem Zusammenhang etabliertes Ampelsystem mit Schwellenwerten für die
Ökonomische und Regulatorische Risikotragfähigkeit signalisiert bei kritischen Entwicklungen Handlungsbedarf im Rahmen der operativen
und strategischen Steuerung.
Das Risikotragfähigkeitskonzept des Konzerns dient in erster Linie dem Schutz vorrangiger Fremdkapitalgeber vor Verlusten und nimmt
somit in seiner Grundkonzeption eine Liquidationsperspektive ein. Durch die Hinzunahme einer vorausschauenden Perspektive, die auch
die Einhaltung der regulatorischen Mindestkapitalanforderungen gewährleistet, wird das Konzept jedoch um eine "Going-Concern-Sicht"
erweitert und enthält damit Elemente beider Grundtypen von Risikotragfähigkeitskonzepten.
Die Ziele zur Risikotragfähigkeit werden mittels Kapitalallokation auf die Ebene der einzelnen Geschäftsfelder/-bereiche in Form
Ökonomischer Kapitalbudgets übertragen. Das allokierte Risikodeckungspotenzial steht den Geschäftsfeldern/-bereichen für die
Unterlegung von Alt- und Neugeschäft für die verschiedenen Risikoarten zur Verfügung. Die Kapitalallokation wird im Rahmen der
jährlichen Konzerngeschäftsfeldplanung durchgeführt. Diese berücksichtigt neben der Bedarfsplanung der Geschäftsfelder/-bereiche die
Risikoziele und die Risikobereitschaft (zum Beispiel Ampelgrenzen). Zugleich wird ein zentral gehaltener Kapitalpuffer für den Stressfall
durch den Gesamtvorstand festgelegt, der der antizyklischen Risikosteuerung dient. Die Einhaltung wird vierteljährlich überprüft und
eventuell wird Handlungsbedarf adressiert. Zusätzlich werden auf Konzernebene für die Geschäftsfelder/-bereiche entsprechende
Planwerte für die regulatorischen Eigenmittelanforderungen ermittelt, deren Auslastung ebenfalls vierteljährlich überwacht wird.
Ergänzend zum Risikotragfähigkeitskonzept wird im Rahmen des Kapitalplanungsprozesses die mittelfristige Entwicklung der
Risikotragfähigkeit überwacht. Auf Basis szenariobasierter Hochrechnungen der Ökonomischen und Regulatorischen Risikotragfähigkeit
über einen mehrjährigen Betrachtungshorizont ermöglicht der Kapitalplanungsprozess die frühzeitige Identifikation von etwaigen
Kapitalengpässen, um ggf. Handlungsempfehlungen zur Kapitalstärkung oder Risikoreduktion ableiten zu können. Dabei berücksichtigt der
Prozess Veränderungen der strategischen Ziele, der Geschäftstätigkeit sowie des wirtschaftlichen Umfelds. Neben einem Base Case
werden die Ökonomische und Regulatorische Risikotragfähigkeit auch in einem Stress Case betrachtet. Die Kapitalplanung erfolgt im
Rahmen der gesamtbankweiten Planungs- und Strategieprozesse des Konzerns. Das Risikotragfähigkeitskonzept wird jährlich auf seine
Grenzen und Beschränkungen hin überprüft. Die Resultate werden bei der Beurteilung der Risikotragfähigkeit angemessen berücksichtigt.
Regulatorische Risikotragfähigkeit
Aufsichtsrechtliche Kennzahlen
31.12.2014
Mio. EUR
31.12.2013
Mio. EUR
Risikoposition
144.062
95.956
Kernkapital
20.343
19.752
Regulatorische Eigenmittel (Risikodeckungspotenzial)
21.690
21.435
Kernkapitalquote
14,1 %
20,6 %
Gesamtkapitalquote
15,1 %
22,3 %
Die Kennziffer "Risikoposition" ergibt sich aus der mit dem Faktor 12,5 multiplizierten Summe der Anrechnungsbeträge für Adressrisiken,
Marktrisiken
sowie Operationelle Risiken.
Der Konzern unterliegt den Eigenmittelanforderungen des KWG bzw. der CRR erst ab dem 01.01.2016. Für interne Steuerungszwecke
ermittelt er jedoch schon heute freiwillig aufsichtsrechtliche Eigenkapitalquoten auf Basis der wesentlichen rechtlichen Vorschriften.
Hierbei werden für große Teile des Kreditportfolios zur Berechnung der Eigenmittelanforderungen eigene Ratingverfahren verwandt
(fortgeschrittener IRB-Ansatz).
Die aufsichtsrechtlichen Eigenkapitalquoten des Konzerns haben sich gegenüber dem 31.12.2013 deutlich verringert. Per 31.12.2014 liegt
die Gesamtkapitalquote unter Berücksichtigung des Konzernergebnisses bei 15,1 % (31.12.2013: 22,3 %), die Kernkapitalquote bei 14,1
% (31.12.2013: 20,6 %). Grund für die rückläufige Entwicklung ist der sehr starke Anstieg des Gesamtforderungsbetrags. Dieser ist zum
größten Teil auf CRR-bedingte Mehrbelastungen der Risikoaktiva sowie die Umstellung der Risikoaktiva-Ermittlung auf IFRS-Basis
zurückzuführen. Gemildert wird der Rückgang der Kapitalquoten durch das etwas höhere Risikodeckungspotenzial. Hier werden negativ
wirkende Effekte, die vor allem aus der Neubewertung von Pensionsverpflichtungen, aus der IFRS-Umstellung und aus CRR-bedingten
Belastungen entstehen, insbesondere durch das positive Jahresergebnis überkompensiert.
Regulatorische Risikotragfähigkeit zum 31.12.2014 in Mio. EUR
In Klammern: Werte zum 31.12.2013
Ökonomische Risikotragfähigkeit
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Zur Beurteilung der Ökonomischen Risikotragfähigkeit wird der Ökonomische Kapitalbedarf für potenzielle Verluste aus wesentlichen
quantifizierbaren Risiken dem Risikodeckungspotenzial gegenübergestellt. Der Konzern legt bei der Berechnung des Ökonomischen
Kapitalbedarfs ein Solvenzziel von 99,99 % und einen Zeithorizont von einem Jahr zugrunde. Die Aggregation des Ökonomischen
Kapitalbedarfs über verschiedene Risikoarten hinweg erfolgt durch Addition ohne Beachtung von Diversifikationseffekten.
Die dominierende Risikoart im Konzern ist das Kreditrisiko. Es bezeichnet die Gefahr von Verlusten, wenn Geschäftspartner ihre
Zahlungsverpflichtungen gegenüber dem Konzern nicht, nicht fristgerecht oder nicht vollständig erfüllen (Ausfall) oder sich ihre Bonitäten
verschlechtern (Migration). Auch das Settlementrisiko bei der Abwicklung von Derivate-Transaktionen ist unter dem Kreditrisiko
subsumiert. Der Ökonomische Kapitalbedarf für Kreditrisiken wird durch das Risikocontrolling überwiegend mit Hilfe statistischer Modelle
quantifiziert. Für Adressenausfallrisiken wird das Verlustpotenzial unter Verwendung eines Kreditportfoliomodells und des Risikomaßes
Credit-Value-at-Risk berechnet. Die Differenz zwischen Credit-Value-at-Risk und Erwartetem Verlust wird als Ökonomischer Kapitalbedarf
bezeichnet. Migrationsrisiken werden szenariobasiert in den vorausschauenden Perspektiven der Risikotragfähigkeitsrechnung
berücksichtigt. Für Settlementrisiken wird der Regulatorische Kapitalbedarf (risikogewichtete Aktiva x 8 %) in der
Risikotragfähigkeitsrechnung berücksichtigt, sofern zum Ultimo offene Settlement-Exposures bestehen.
Infolge der Umstellung der Risikotragfähigkeitsrechnung von HGB auf IFRS im Jahr 2014 unterlegt die KfW zudem erstmals das
sogenannte Separate Line Item (SLI) aus dem Macro Hedge Accounting mit Ökonomischem Kapital. Das SLI ist eine aktivische IFRS-
Bilanzposition, die die kumulierten Buchwertanpassungen von im Macro Hedge abgesicherten Grundgeschäften abbildet. Für die
Ökonomische Kapitalunterlegung des Separate Line Items wird bis zur Entwicklung einer spezifischen Modellierung der Regulatorische
Kapitalbedarf verwendet.
Der Ökonomische Kapitalbedarf für Marktpreisrisiken wird ebenfalls auf Basis des Value-at-Risk-Konzepts berechnet. In Erweiterung zu
den regulatorischen Anforderungen der Säule I an Nichthandelsbuchinstitute werden in der ökonomischen Betrachtung der Säule II auch
das Zinsänderungsrisiko des Bankbuchs, das Credit Spread-Risiko für Wertpapiere und das Basisspread-Risiko berücksichtigt. Für das
Fremdwährungsrisiko wird ebenfalls ein internes Modell eingesetzt. Für jede Marktpreisrisikoart wird unter Verwendung statistischer
Modelle der mögliche Barwert- oder Kursverlust in einem (durch das Solvenzniveau definierten) Worst Case bestimmt. Der Ökonomische
Kapitalbedarf entspricht diesem potenziellen Verlust.
Im Jahr 2014 wurde der Fokus auf die Weiterentwicklung des statistischen Modells zur Ermittlung des Ökonomischen Kapitalbedarfs für
Operationelle Risiken gelegt, um die aktuellen aufsichtsrechtlichen Anforderungen zu erfüllen. Dieses Modell wird spätestens ab Ende 2015
produktiv genutzt werden. Bei weiterer Nutzung des bisherigen Modells auch im Jahr 2014 bis zur Inbetriebnahme des neuen Modells
besteht die Gefahr, dass unplausible Schwankungen des Kapitalbedarfs entstehen. Um dies zu vermeiden, wurde der Ökonomische
Kapitalbedarf von 2013 übergangsweise fortgeschrieben.
Projektrisiken wurden erstmals 2014 im Risikotragfähigkeitskonzept berücksichtigt. In die Risikomessung fließen sowohl quantifizierte
Einzelrisiken in den Großprojekten als auch pauschale Annahmen zu möglichen Verlustpotenzialen im Projektportfolio ein.
Der Konzern setzt zudem Stille Lasten für Wertpapiere des Anlagevermögens ohne Gegenrechnung von Stillen Reserven unmittelbar als
Ökonomischen Kapitalbedarf an.
Auf dieser Grundlage ist zum 31.12.2014 die Ökonomische Risikotragfähigkeit zum Solvenzniveau von 99,99 % gegeben. Die
Überdeckung des Risikodeckungspotenzials über den Gesamtkapitalbedarf per 31.12.2014 in Höhe von 6.188 Mio. EUR hat sich gegenüber
dem Wert vom 31.12.2013 (7.855 Mio. EUR) verringert. Der Rückgang ist im Wesentlichen auf die Umsetzung der Kapitalunterlegung für
das Separate Line Item zurückzuführen. Zudem steigt der Kapitalbedarf für Kreditrisiken vor allem durch das Neugeschäft im
Geschäftsfeld Förderung Entwicklungs- und Transformationsländer sowie höhere Marktwerte bei Derivaten. Weiterhin wurde erstmals im
Jahr 2014 Kapitalbedarf für Projektrisiken gemessen. Der Kapitalbedarf für Marktpreisrisiken und Operationelle Risiken ist dagegen
nahezu
unverändert,
während Stille Lasten für Wertpapiere im Jahr 2014 gesunken sind.
Liquiditätsrisiken steuert der Konzern durch das Monitoring geeigneter Kennzahlen sowie durch regelmäßige Kontrollschritte in den
bankbetrieblichen Prozessabläufen. Interne Kennzahlen zur Beschreibung der Liquiditätssituation beruhen auf Projektionen des
Liquiditätsbedarfs und -potenzials, die Stress-Szenarien unterschiedlicher Schweregrade unterworfen werden. Die ebenfalls als wesentlich
eingestuften Reputationsrisiken werden qualitativ beurteilt und gesteuert, eine Kapitalunterlegung im Rahmen der
Risikotragfähigkeitsrechnung erfolgt derzeit nicht.
Die Risikomessung basiert auf State-of-the-Art-Modellen der Bankenpraxis. Jedes Modell stellt jedoch eine Vereinfachung der komplexen
Realität dar und baut auf der Annahme auf, dass die in der Vergangenheit beobachteten Risikoparameter auch repräsentativ für die
Zukunft geschätzt sind. Nicht alle möglichen Einflussfaktoren und deren komplexe Interaktionen können hinsichtlich der Risikoentwicklung
eines Portfolios erfasst und modelliert werden. Unter anderem auch deshalb führt der Konzern sowohl mit den Kredit- als auch mit den
Marktpreisrisikomodellen Stresstests durch. Der Konzern arbeitet zudem kontinuierlich an der Weiterentwicklung seiner Risikomodelle und
-prozesse. So wurde 2014 die Risikotragfähigkeitsrechnung auf IFRS umgestellt. Für die Risikomessung von Basisspread-Risiken kommt
nunmehr ein Kapitalpuffer, der auf einem Value-at-Risk-Verfahren basiert, zur Anwendung. Des Weiteren wurden erstmals Projekt- und
Settlementrisiken im Risikotragfähigkeitskonzept berücksichtigt.
Ökonomische Risikotragfähigkeit zum 31.12.2014 in Mio. EUR
In Klammern: Werte zum 31.12.2013
Stress- und Szenariorechnungen
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Um eine stärkere Steuerungsorientierung des Risikotragfähigkeitskonzeptes zu gewährleisten, betrachtet der Konzern vierteljährlich ein
Forecast- (erwartetes Szenario), ein Downturn-(leichter konjunktureller Abschwung) und ein Stress-Szenario (starke Rezession) und
deren Auswirkungen auf die Ökonomische und Regulatorische Risikotragfähigkeit. Diese vorausschauende Perspektive zeigt, wie resistent
und handlungsfähig der Konzern bei Eintritt dieser Szenarien ist, und liefert damit direkte Steuerungsimpulse.
Der Forecast gibt eine Vorschau auf die Risikotragfähigkeit zum Jahresende. In die Vorschau werden die geplante Geschäftsentwicklung,
das Planergebnis sowie weitere die Risikotragfähigkeit beeinflussende Effekte, wie zum Beispiel absehbare Änderungen der Kapitalstruktur
und methodische Weiterentwicklungen, einbezogen. Der aktuelle Forecast für den 31.12.2015 zeigt eine leicht steigende Überdeckung des
Risikodeckungspotenzials über den Ökonomischen Kapitalbedarf im Vergleich zum 31.12.2014.
Im Downturn- und Stress-Szenario werden Ergebniseffekte und Veränderungen des Kapitalbedarfs auf Sicht von zwölf Monaten unter
negativen Konjunkturszenarien mit unterschiedlichem Schweregrad dargestellt. Im Stress-Szenario werden dabei die Auswirkungen einer
schweren Rezession abgebildet. In beiden Szenarien geht der Konzern von insgesamt steigenden Kreditrisiken (Adressenausfall- und
Migrationsrisiken) aus. Für die EUR- und USD-Zinsen sowie den USD-Wechselkurs wird in diesen Szenarien eine zur konjunkturellen Lage
konsistente Entwicklung prognostiziert. Gleichzeitig wird angenommen, dass zunehmende Marktunsicherheiten zu einer erhöhten
Volatilität bei Zinsen, Währungen und Credit Spreads führen, wodurch der Ökonomische Kapitalbedarf für die entsprechenden Risikoarten
steigt. Zudem mindern im Stress-Szenario auch potenzielle Kursverluste bei Wertpapieren und Schadensfälle aus Operationellen Risiken
und Projektrisiken das Risikodeckungspotenzial.
Auf Grundlage der durchgeführten Analysen geht der Konzern im Stress-Szenario von einer Reduzierung der Überdeckung in der
Ökonomischen Risikotragfähigkeit von 6,2 Mrd. EUR auf 1,7 Mrd. EUR aus. Damit ist selbst unter ungünstigen gesamtwirtschaftlichen
Bedingungen die Risikotragfähigkeit auf einem Solvenzniveau von 99,99 % weiterhin gewährleistet.
Zusätzlich zu den Konjunkturszenarien werden weitere Stresstests durchgeführt, mit denen die Belastbarkeit der Risikotragfähigkeit des
Konzerns untersucht wird: Dabei sind jeweils aktuelle makroökonomische Gefährdungspotenziale der Ausgangspunkt für wechselnde
Szenario-Stresstests. Im Fokus standen im Jahr 2014 Szenarien zum Russland-Ukraine-Konflikt sowie zu einer Rezession in Europa. Mit
den Konzentrations- und inversen Stresstests wird ergänzend gezeigt, wie Konzentrationsrisiken und weitere Gefährdungspotenziale unter
ungünstigen Konstellationen das Geschäftsmodell des Konzerns gefährden können.
Risikoarten
ADRESSENAUSFALLRISIKO
Der Konzern geht Adressenausfallrisiken
1)
im Rahmen seines Förderauftrages ein. Im Rahmen des inländischen Förderkreditgeschäfts
tragen die durchleitenden Institute einen Großteil der Ausfallrisiken der Endkreditnehmer. Dies führt geschäftsmodellbedingt zu einem
hohen Anteil des Bankenrisikos im Portfolio. Weitere Risikoschwerpunkte ergeben sich aus der Fördertätigkeit im Bereich der Finanzierung
von Gründern von mittelständischen Unternehmen und von Beteiligungen, da der Konzern insbesondere in diesen Segmenten der
inländischen Förderung auch Endkreditnehmerrisiken trägt. Darüber hinaus übernimmt der Konzern Risiken im Rahmen seiner Export- und
Projektfinanzierung sowie in der Förderung der Entwicklungs- und Transformationsländer.
Die Bewertung des Adressenausfallrisikos erfolgt über die Schätzung von Ausfallwahrscheinlichkeiten (Probability of Default, PD), der
Forderungshöhe bei Ausfall (Exposure at Default, EAD) und der (erwarteten) Verlustquote bei Ausfall (Loss Given Default, LGD). Das
Produkt aus den drei genannten Größen ergibt den Verlust, der im langjährigen statistischen Durchschnitt erwartet werden kann. Der
Erwartete Verlust wird bei der Ermittlung der Risikotragfähigkeit durch den Abzug vom Risikodeckungspotenzial entsprechend den
aufsichtsrechtlichen Vorschriften des Artikels 158 CRR berücksichtigt.
Zur Ermittlung der Ausfallwahrscheinlichkeiten verwendet der Konzern interne Ratingverfahren für Banken, Unternehmen (Corporates),
kleine und mittlere Unternehmen (KMU), Beteiligungsgeber, Beteiligungsfonds, Freiberufler, Existenzgründer und Länder. Diese Verfahren
basieren auf Scorecards
2)
und folgen einer einheitlichen, konsistenten Modellarchitektur. Für wesentliche Teile von Spezialfinanzierungen
und strukturierten Produkten werden simulations- und Cashflow-basierte Ratingverfahren eingesetzt. Für Verbriefungstransaktionen wird
das Rating für Tranchen auf Grundlage der Ausfalldynamik des Forderungspools und der Wasserfallstruktur der Transaktion ebenfalls
stochastisch ermittelt. Die Ratingverfahren haben die Prognose von Ein-Jahres-Ausfallwahrscheinlichkeiten zum Ziel. Die Verantwortung
für die Ratingerstellung im risikorelevanten Geschäft liegt grundsätzlich in den Marktfolgebereichen. Das Rating wird mindestens einmal
jährlich aktualisiert, außer bei Geschäftspartnern, mit denen ausschließlich Retailgeschäft besteht.
Durch die Abbildung der Ausfallwahrscheinlichkeiten auf eine konzernweit einheitliche Masterskala ist die Vergleichbarkeit von Ratings
verschiedener Verfahren und Geschäftsfelder gegeben. Die Masterskala besteht aus 20 unterschiedlichen Klassen, die sich in die vier
Gruppen Investment Grade, Non-Investment Grade, Watch List und Default einteilen lassen. Für jede Masterskala-Klasse sind die
Bandbreite der Ausfallwahrscheinlichkeiten sowie die mittlere Ausfallwahrscheinlichkeit festgelegt. Zu jedem Ratingverfahren existieren
Organisationsanweisungen, die insbesondere die Zuständigkeiten, Kompetenzen sowie die Kontrollmechanismen regeln. Eine
Vergleichbarkeit von internen Ratings des Konzerns und externen Ratings von Ratingagenturen wird durch ein Mapping der externen
Ratings auf die Konzern-Masterskala gewährleistet. Durch eine turnusgemäße Validierung und Weiterentwicklung der Ratingverfahren wird
sichergestellt, dass auf veränderte Rahmenbedingungen zeitnah reagiert werden kann. Ratinginstrumente und -prozesse entsprechen
weitgehend den Mindestanforderungen der geltenden Aufsichtsstandards (MaRisk/CRR).
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Wesentlichen Einfluss auf die Ausfallhöhe nimmt neben der Forderungshöhe bei Ausfall (EAD) die Bewertung der Sicherheiten, die
risikomindernd in der Verlustquote bei Ausfall (LGD) angerechnet werden. Im Rahmen der Sicherheitenbewertung für anrechenbare
Sicherheiten wird der zu erwartende Nettoerlös einer Sicherheitenverwertung im Schadensfall inkl. Vorsichtsabschlägen ermittelt. Bei
dinglichen Sicherheiten sind unter anderem neben Marktpreisschwankungen und Verwertungskosten auch abschreibungsbedingte
Wertverluste für die Abschläge verantwortlich. Die unterschiedlichen Bewertungsverfahren für einzelne Sicherheitentypen basieren je nach
Datenverfügbarkeit auf internen und externen historischen Daten sowie auf Expertenschätzungen. Ein Risikogrundsatz für
Kreditsicherheiten regelt deren gruppenweit einheitliches Management, ihre Bewertung und Anrechnung. Neben dem Nettoerlös aus der
Sicherheitenverwertung ist auch die Erlösquote für unbesicherte Exposureanteile ein wichtiger Bestandteil bei der Bestimmung der LGD.
Alle Bewertungsparameter werden regelmäßig einer Validierung unterzogen.
Zur Begrenzung von Risiken aus dem Neugeschäft verfügt der Konzern über Limitmanagementsysteme, Risikoleitplanken und
verschiedene Portfoliorichtlinien. Sie bilden sowohl eine Grundlage für die Zweitvotierung von Kreditgeschäften als auch eine
Orientierungshilfe für die Kreditvergabe und haben die Aufgabe, eine angemessene Qualität bzw. Risikostruktur des Konzernportfolios
sicherzustellen.
3)
In der KfW wird die Zweitvotierung auf Einzelengagementebene durch das Konzernrisikomanagement erstellt. Die KfW
IPEX-Bank und die DEG verfügen jeweils über ein eigenes, marktunabhängiges Zweitvotum. Die relevanten
Geschäftsentscheidungsprozesse sind risikoorientiert ausgestaltet. Ein Kreditgeschäft erfordert derzeit in Abhängigkeit von der Art, dem
Umfang (materieller Risikogehalt und Wirkung auf die Gesamtrisikoposition) sowie der Komplexität der Transaktion ein Zweitvotum.
Große sowie risikoreichere Engagements werden mindestens dem Kredit-Risiko-Komitee vorgestellt, ggf. auch dem Gesamtvorstand, dem
Kreditausschuss oder dem Verwaltungsrat.
Die Portfoliorichtlinien definieren - differenziert nach Adresstypen und Produktvarianten - die Bedingungen, unter denen Geschäfte im
Regelfall eingegangen werden dürfen. Darüber hinaus werden Risikoleitplanken für Länder, Branchen und Produkte definiert, um mit
spezifischen Vorgaben zur Kreditvergabe aktuellen oder potenziellen negativen Entwicklungen zu begegnen. Mit den
Limitmanagementsystemen werden schließlich sowohl Risikokonzentrationen (Konzentrationslimite) als auch bonitätsabhängige
Einzeladressrisiken (Adresslimite) abgebildet. Konzentrationslimite dienen der Beschränkung von Risikokonzentrationen im Kreditportfolio
und somit der Verhinderung großer Einzelverluste. Adresslimite dienen im Sinne einer Feinsteuerung dem kontrahentenspezifischen
Management von Kreditausfallrisiken.
Im Kreditbestand werden Engagements mit höheren Risiken unterteilt in eine Watch List und eine Liste für Kredite mit akuten
Ausfallrisiken (Non-Performing-Loans). Die Watch List dient dazu, potenzielle Problemkredite frühzeitig zu identifizieren und ggf. für die
Problemkreditbearbeitung vorzubereiten. Dabei werden die wirtschaftlichen Verhältnisse, das Marktumfeld des jeweiligen Kreditnehmers
sowie die überlassenen Sicherheiten regelmäßig überprüft und dokumentiert sowie Handlungsvorschläge - insbesondere für
risikobegrenzende Maßnahmen - formuliert. Für Non-Performing-Loans und auch zu großen Teilen für Watch List-Engagements
4)
liegt die
Prozessverantwortung in den für Restrukturierungen zuständigen Einheiten. Dies ermöglicht ein frühzeitiges Einschalten von Spezialisten,
um ein professionelles Problemkreditmanagement zu gewährleisten. Zielsetzung ist die Gesundung des Engagements durch
Restrukturierung, Reorganisation und Kreditanpassung. Erweist sich der Geschäftspartner als nicht sanierungsfähig oder -würdig, steht die
optimale Verwertung des Engagements und seiner Sicherheiten im Vordergrund. Für leistungsgestörte Kredite und die Intensivbetreuung
von Banken und höhervolumigen Krediten mit einem Risikoanteil größer als 1 Mio. EUR aus dem KfW-Portfolio ist die Abteilung
Restrukturierung zuständig. Die Verantwortung für die Betreuung des Mengengeschäfts liegt dagegen im Bereich Bestand
Kreditmanagement. Das Management leistungsgestörter bzw. intensivbetreuter Engagements der KfW IPEX-Bank und der DEG erfolgt
grundsätzlich in der jeweiligen Tochtergesellschaft. Sofern mehr als ein Konzernunternehmen engagiert ist, wird die zentrale
Koordinierung durch die Abteilung Restrukturierung vorgenommen. Für eine klare Regelung der Kompetenzen und der Zuordnung
bestehen interne Schnittstellenregelungen mit den relevanten Bereichen sowie eine enge Kooperation mit den Marktbereichen und der
Rechtsabteilung.
Bei Auftreten eines Krisenfalls im Bereich Banken gilt es, intern und extern sofort handlungsfähig zu sein. Hierfür wurde der Krisenplan
Banken weiterentwickelt. Er sieht im Wesentlichen vor, dass unter Leitung des Risikomanagements eine Arbeitsgruppe eingerichtet wird,
eine sofortige Schadensanalyse vorgenommen wird und die nächsten notwendigen Schritte eingeleitet werden.
1)
Als Adressenausfallrisiko ist die Gefahr von finanziellen Verlusten definiert, die eintreten, wenn der Kreditnehmer bzw. Kontrahent seinen
Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommt. Das Ausfallrisiko enthält auch das Länderrisiko, bestehend aus Transfer-, Konvertierungs- und politischen
Risiken.
2)
Bei einer Scorecard handelt es sich um ein mathematisch-statistisch geschätztes und/oder auf Expertenwissen basierendes Modell. Die einzelnen für
die Bonitätsbewertung als relevant erachteten Risikofaktoren werden in Abhängigkeit von ihrer Ausprägung bzw. ihrem Wert in einen Punktwert
umgewandelt und zur Aggregation gewichtet.
3)
Dabei wird den Besonderheiten des Fördergeschäfts des Konzerns Rechnung getragen.
4)
Bei der KfW IPEX-Bank wird die Übernahme der Zuständigkeit für Watch List-Fälle einzelfallabhängig durch das Risikomanagement in Abstimmung mit
der
für Restrukturierungen zuständigen Einheit entschieden.
Risikovorsorge
Allen erkennbaren Ausfallrisiken des Kreditgeschäfts - dazu gehören auch politische Risiken bei Finanzierungen im Ausland - trägt der
Konzern durch Bildung von Risikovorsorge in angemessenem Ausmaß Rechnung. Für Engagements mit akuten Ausfallrisiken (Non-
Performing-Loans) werden Einzelwertberichtigungen bzw. Rückstellungen für noch nicht ausgezahlte Teilbeträge gebildet. Basis für die
Identifikation dieser Ereignisse sind Kriterien, die sowohl den Anforderungen nach Basel II als auch IFRS genügen. Hierzu gehören unter
anderem die Identifizierung erheblicher finanzieller Schwierigkeiten des Schuldners, Zahlungsrückstände, Zugeständnisse an den
Schuldner aufgrund seiner wirtschaftlichen Situation, zum Beispiel im Rahmen von Restrukturierungsmaßnahmen, auffällige Maßnahmen
des Schuldners zur Liquiditätssteigerung sowie die maßgebliche Verschlechterung der Werthaltigkeit von Sicherheiten. Die Ermittlung der
Einzelwertberichtigungen erfolgt mit Hilfe eines Impairment-Verfahrens. In die Berechnung der Einzelwertberichtigungen im Non-Retail-
Geschäft fließt die individuelle Beurteilung des Kreditnehmers hinsichtlich zukünftiger Zahlungen ein. Dabei wird neben dem Umfang und
der Werthaltigkeit der Sicherheiten auch das politische Risiko berücksichtigt. Für kleinere und standardisierte Kredite (Retail-Geschäft)
erfolgt eine pauschalierte Einzelwertberichtigung auf Basis homogener Teilportfolios.
Die Risikovorsorge für latente Risiken (Portfoliowertberichtigung) wird abgeleitet aus der Bewertung der Kreditforderungen im Rahmen der
jährlich stattfindenden Ratingprozesse und Sicherheitenbewertungen. Die Portfoliowertberichtigung wird sowohl für wirtschaftliche als
auch für politische Risiken gebildet. Basis ist hierfür das oben beschriebene Erwarteter-Verlust-Modell, das für IFRS-Zwecke übergeleitet
wird. Für Unwiderrufliche Kreditzusagen und Avale werden nach demselben Berechnungsschema Rückstellungen gebildet.
Maximales Ausfallrisiko
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Das maximale Ausfallrisiko aus Finanzinstrumenten gemäß IFRS 7.36 besteht für den Konzern im Totalausfall der jeweiligen
Risikopositionen. Hierbei sind ebenfalls die Eventualverbindlichkeiten und die Unwiderruflichen Kreditzusagen zu berücksichtigen. Die
Buchwerte sind bereits um die Risikovorsorge gekürzt.
Zahlungsrückstände ergaben sich zum Bilanzstichtag nur bei den Forderungen an Kreditinstitute und Kunden sowie bei Finanzanlagen,
individuelle Wertminderungen darüber hinaus noch bei den Eventualverbindlichkeiten und Unwiderruflichen Kreditzusagen.
Maximales Ausfallrisiko in Mio. EUR
Forderungen an Kreditinstitute
Forderungen an Kunden
Wertanpassungen aus Macro
Hedging
31.12.2014
31.12.2013
31.12.2014
31.12.2013
31.12.2014
31.12.2013
Buchwert als
Äquivalent für
das maximale
Ausfallrisiko
279.707
280.747
118.213
113.926
18.461
11.663
Risikovorsorge
160
159
1.697
1.793
0
0
Buchwert
weder
überfällig
noch
wertgemindert
279.340
280.378
116.439
111.336
18.461
11.663
darauf
angerechnete
Sicherheiten
179.363
184.571
31.816
29.439
0
0
Derivate im Hedge Accounting;
Sonstige Derivate
Finanzanlagen; Anteile an nach
Equity- Methode bilan- zierten
Unternehmen
Eventualverbindlichkeiten;
Unwiderrufliche Kreditzusagen
31.12.2014
31.12.2013
31.12.2014
31.12.2013
31.12.2014
31.12.2013
Buchwert als
Äquivalent für
das maximale
Ausfallrisiko
38.463
23.900
30.900
30.718
65.654
61.724
Risikovorsorge
0
0
14
22
78
111
Buchwert
weder
überfällig
noch
wertgemindert
38.463
23.900
30.690
30.494
65.500
61.560
darauf
angerechnete
Sicherheiten
14.530
6.496
347
710
0
134
Überfällige und nicht individuell wertgeminderte Finanzinstrumente in Mio. EUR
Forderungen an Kreditinstitute
Forderungen an Kunden
Finanzanlagen; Anteile an nach
Equity- Methode bilan- zierten
Unternehmen
31.12.2014
31.12.2013
31.12.2014
31.12.2013
31.12.2014
31.12.2013
Buchwert
weniger als
90 Tage
überfällig
242
184
521
976
1
4
Buchwert 90
Tage
überfällig
und mehr
41
65
336
439
1
1
Gesamt
283
249
857
1.415
2
5
darauf
angerechnete
Sicherheiten
250
183
283
378
0
0
Individuell wertgeminderte Finanzinstrumente in Mio. EUR
Forderungen an Kreditinstitute
Forderungen an Kunden
Finanzanlagen; Anteile an nach
Equity- Methode bilan- zierten
Unternehmen
31.12.2014
31.12.2013
31.12.2014
31.12.2013
31.12.2014
31.12.2013
Buchwert
84
120
918
1.175
208
219
darauf gebildete
Einzelwertberichtigungen,
Rückstellungen
51
57
1.271
1.374
0
0
darauf angerechnete
Sicherheiten
11
22
535
549
5
6
Seite 32 von 110

image
Eventualverbindlichkeiten;
Unwiderrufliche Kreditzusagen
31.12.2014
31.12.2013
Buchwert
154
163
darauf gebildete Einzelwertberichtigungen, Rückstellungen
30
67
darauf angerechnete Sicherheiten
00
Zum 31.12.2014 sind von 551 Mrd. EUR (31.12.2013: 523 Mrd. EUR) ausstehenden Finanzinstrumenten des Konzerns 1,4 Mrd. EUR
(netto, nach Abzug der Risikovorsorge, 31.12.2013: 1,7 Mrd. EUR) als individuell wertgemindert eingestuft. Die potenziellen Ausfälle sind
vorsichtig bewertet und insgesamt mit 1,4 Mrd. EUR (31.12.2013: 1,5 Mrd. EUR) wertmindernd berücksichtigt.
5)
Neben der Vorsorge für akute Ausfallrisiken trifft der Konzern auch für latente Ausfallrisiken (wirtschaftliche und politische Risiken)
Vorsorge. Per 31.12.2014 ergibt sich für das nicht individuell wertgeminderte Geschäft eine Risikovorsorge von insgesamt 0,6 Mrd. EUR
(31.12.2013: 0,6 Mrd. EUR). Die Besicherung der Kredite aus dem Konzernportfolio ist vor allem durch das bankdurchgeleitete Geschäft
sowie das durch die Bundesrepublik Deutschland bzw. einzelne Bundesländer garantierte Fördergeschäft geprägt.
6)
Dabei entfällt der
weitaus größte Teil der Besicherung auf abgetretene Endkreditnehmerforderungen im Rahmen des bankdurchgeleiteten Geschäfts.
Dingliche Sicherheiten wie zum Beispiel Schiffe und Flugzeuge spielen in Bezug auf den Gesamtbestand der Sicherheiten nur eine
untergeordnete Rolle.
Das hohe Exposure der Derivate mit positiven Marktwerten relativiert sich durch die mit den Kontrahenten getroffenen Nettingabreden.
Diese umfassen auch Derivate mit negativen Marktwerten und verringern das Kontrahentenrisiko substanziell.
Im Jahr 2014 hat der Konzern keine wesentlichen zuvor als dingliche Sicherheit gehaltenen Vermögenswerte in Besitz genommen. Der
Schwerpunkt der Stundungen im Performing-Portfolio im Jahr 2014 liegt im Geschäftsfeld Export- und Projektfinanzierung. Dieses
Stundungsvolumen ist gemessen am gesamten Kreditvolumen nicht signifikant.
5)
Das Zuweisungsgeschäft im Rahmen der Stützungsmaßnahmen für Griechenland über rund 15 Mrd. EUR ist vollständig durch eine Bundesgarantie
abgesichert und wird daher nicht im Portfolio individuell wertgeminderter Finanzinstrumente ausgewiesen.
6)
Hier werden die Sicherheiten so dargestellt, wie sie auch für die interne Steuerung für wirtschaftliche Risiken angerechnet werden.
Partizipationswirkungen
der Sicherheiten untereinander werden berücksichtigt, um den Ausweis von Doppelbesicherungen zu vermeiden.
Portfoliostruktur
Das Zusammenwirken der Risikoeigenschaften der Einzelengagements im Konzern-Kreditportfolio
7)
wird mit Hilfe eines internen
Portfoliomodells beurteilt. Die Bündelung großer Portfolioanteile auf einzelne Kreditnehmer oder Kreditnehmergruppen birgt das Risiko
existenzgefährdender Großausfälle. Das Risikocontrolling bewertet - basierend auf dem Ökonomischen Kapitalkonzept - Einzel-, Branchen-
und Länderrisikokonzentrationen. Die Konzentrationen werden primär über den Ökonomischen Kapitalbedarf gemessen. So ist
sichergestellt, dass sowohl hohe Volumina und ungünstige Ausfallwahrscheinlichkeiten als auch unvorteilhafte Korrelationen der Risiken
untereinander Berücksichtigung finden. Die Ergebnisse bilden eine zentrale Grundlage für die Steuerung des Kreditportfolios.
7)
Das Kreditportfolio enthält hier den Bestand an Krediten und Finanzanlagen im performenden Geschäft, nur bei der Bonitätsdarstellung ist das Non-
Performing-Portfolio berücksichtigt.
Regionen
Das Kreditportfolio des Konzerns entfällt per 31.12.2014 gemessen am Ökonomischen Kapitalbedarf zu 61 % (31.12.2013: 65 %) auf die
Eurozone. Neugeschäft, hauptsächlich im Geschäftsfeld Förderung Entwicklungs- und Transformationsländer, führt zu einem höheren
Ökonomischen Kapitalbedarf, der sich vor allem auf die Region Eurozone (ohne Deutschland) auswirkt. In Deutschland kommt es
insgesamt zu Rückgängen des Ökonomischen Kapitalbedarfs, vorwiegend durch Ratingupgrades bei zwei großen Banken im
Durchleitgeschäft. Hierdurch sinkt auch der relative Anteil des Segments Deutschland in Bezug auf den Ökonomischen Kapitalbedarf des
Gesamtportfolios.
Ökonomischer Kapitalbedarf (verteilt auf Regionen) 31.12.2014 (31.12.2013)
Branchen
Der hohe Anteil der Finanzindustrie am Gesamt-Kapitalbedarf für Kreditrisiken ist auf den Förderauftrag des Konzerns zurückzuführen. Der
weit überwiegende Teil der inländischen Förderung erfolgt über bankdurchgeleitete Kredite. Im Zuge der Umsetzung der Anforderungen
der CRR wurde die Bildung von Kreditnehmereinheiten überarbeitet. Infolge dieser Überarbeitung ergibt sich ein Anstieg der
Ökonomischen Kapitalbindung vor allem in der Branche Finanzindustrie. Insgesamt steigt somit auch der relative Anteil der
Finanzindustrie in Bezug auf den Ökonomischen Kapitalbedarf des Gesamtportfolios.
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Ökonomischer Kapitalbedarf (verteilt auf Branchen) 31.12.2014 (31.12.2013)
Bonität
Da die Bonität die Höhe des Ökonomischen Kapitalbedarfs stark beeinflusst, ist es bei der Analyse der Bonitätsstruktur sinnvoll, die
Verteilung des Netto-Exposures nach Bonitätsklassen zu betrachten. Die Bonitätsstruktur zeigt sich auf dieser Basis gegenüber dem
31.12.2013 stabil. Der relative Anteil des Investment-Grade-Bereiches in Bezug auf das Netto-Exposure des Gesamtportfolios steigt leicht
an, während der Default-Bereich sinkt. Die durchschnittliche Ausfallwahrscheinlichkeit des Konzern-Kreditportfolios ist gegenüber dem
31.12.2013 nahezu unverändert. Das Konzern-Kreditportfolio verfügt damit unverändert über eine gute Bonitätsstruktur.
Bonitätsstruktur nach Netto-Exposure 31.12.2014 (31.12.2013)
Strukturierte Produkte im Konzernportfolio
Asset Backed Securities (ABS)
Der Nominalwert der ABS-Papiere beträgt zum Stichtag 31.12.2014 rund 3,6 Mrd. EUR. Unter Berücksichtigung der Mark-to-Market-
Bewertung für zum beizulegenden Zeitwert bewertete Papiere sowie gebildete Wertberichtigungen beläuft sich der Bilanzwert (inkl. der
anteiligen Zinsen) des Portfolios auf 3,5 Mrd. EUR. In den nachfolgenden Übersichten ist die Zusammensetzung des ABS-Portfolios nach
Assetklassen, Ratingeinstufung und geografischer Verteilung der Forderungen in den Verbriefungsportfolios dargestellt.
Geografische Verteilung des Assetpools (gemessen am Nominalwert) 31.12.2014 (31.12.2013)
Darstellung des Exposures auf Basis von Nominalwerten 31.12.2014
CLO
Mio. EUR
RMBS
Mio. EUR
CMBS
Mio. EUR
CDO
Mio. EUR
ABS & Sonstige
Mio. EUR
Gesamt
31.12.2014
Mio. EUR
Investment
Grade
587
384
45
29
2.337
3.381
11
30
15
14
-
70
Seite 34 von 110

CLO
Mio. EUR
RMBS
Mio. EUR
CMBS
Mio. EUR
CDO
Mio. EUR
ABS & Sonstige
Mio. EUR
Gesamt
31.12.2014
Mio. EUR
Non-
Investment
Grade
Watch List - - - - --
Default
92
62
-
-
-
153
690
476
59
43
2.337
3.605
Gesamt
31.12.2013
Mio. EUR
Investment Grade
3.065
Non-Investment Grade
80
Watch List
62
Default
206
3.413
Das Portfoliovolumen ist gegenüber dem Wert per 31.12.2013 leicht gestiegen (+0,2 Mrd. EUR nominal). Der Vergleich der Ratingstruktur
des Portfolios zeigt einen deutlichen Rückgang im Watch List- und im Default-Bestand. In der geografischen Verteilung des Assetpools im
Vergleich zum 31.12.2013 hat sich der bestehende Schwerpunkt Europa weiter erhöht. Insgesamt zeichnen sich europäische und damit
auch deutsche Verbriefungen durch eine solide Performance aus. Die kumulierten Ausfallraten europäischer Verbriefungen liegen weiterhin
auf einem sehr niedrigen Niveau.
Plattformverbriefungen
Über die Verbriefungsplattform PROMISE können Kreditinstitute synthetisch Kreditrisiken aus Mittelstandskreditportfolios in den
Kapitalmarkt transferieren. Mit dem Verbriefungsprogramm PROVIDE, das auf die Verbriefung von privaten Wohnungsbaukrediten abzielt,
ergänzt der Konzern sein Förderinstrumentarium. Per 31.12.2014 belief sich das Verbriefungsvolumen auf 1,8 Mrd. EUR; dieses ist über
Portfolio-CDS/Finanzgarantien bzw. Credit-Linked Schuldscheine vollständig besichert. Der Rückgang des Verbriefungsvolumens
gegenüber dem 31.12.2013 (-1,2 Mrd. EUR) resultiert vornehmlich aus der Nutzung der Kündigungsoptionen der Originator-Banken.
Unmittelbare Verlusterwartungen für den Konzern bestehen derzeit nicht.
Engagements in europäischen Peripheriestaaten
Das Engagement des Konzerns in europäischen Peripheriestaaten (Griechenland, Spanien, Italien, Irland und Portugal) ist gegenüber dem
Vorjahr stabil und gut besichert. Die größte Position stellt das (durch eine Bundesgarantie abgesicherte) Zuweisungsgeschäft des Bundes
für Griechenland aus dem Jahr 2010 in Höhe von 15,2 Mrd. EUR dar. Im Auftrag des Bundes entwickelte der Konzern eine Förderstruktur
für den griechischen Mittelstand: Über die eigens gegründete Gesellschaft "IfG - Greek SME Finance" (IfG) stellen Griechenland und die
Bundesrepublik (Letztgenannte über den Konzern) jeweils 100 Mio. EUR an Fremdkapital zur Förderung bereit. Die Auszahlung der Mittel
erfolgte Mitte Januar 2015. Diese Mittel werden von IfG über griechische Durchleitungsbanken an kleine und mittelständische
Unternehmen in Griechenland in Form von Krediten ausgereicht. Das Engagement des Konzerns ist dabei durch eine vollumfängliche
Garantie des Bundes abgesichert.
Darüber hinaus wurde im Jahr 2014 die italienische Förderbank Cassa depositi e prestiti (CDP) mit einem Globaldarlehen von 0,5 Mrd.
EUR refinanziert, das zur Förderung kleiner und mittelständischer Unternehmen sowie zur Finanzierung energieeffizienter Infrastruktur in
Italien beiträgt. In der internen Steuerung unterliegen die Engagements einer strikten und regelmäßigen Überwachung. In der
Neugeschäftssteuerung bestehen für das Geschäft mit bzw. in diesen Ländern teilweise erhöhte Besicherungsanforderungen, vereinzelt
gilt auch ein grundsätzlicher Neugeschäftsstopp. Im Laufe des Jahres wurden darüber hinaus die internen Ratingeinstufungen für einzelne
Euro-Länder
und dort ansässige Banken kritisch überprüft und teilweise angepasst. Da der Konzern seine Risikobeurteilung auf eigene
interne Ratingeinstufungen stützt, haben Veränderungen der externen Kreditratings der Länder oder dort ansässiger Banken durch
unabhängige Ratingagenturen keinen unmittelbaren Einfluss auf die Risikosteuerung.
MARKTPREISRISIKO
Der Konzern misst und steuert Marktpreisrisiken auf barwertiger Basis. Wesentliche Treiber des Marktpreisrisikos sind hierbei
die Zinsstruktur (Zinsänderungsrisiken) für die Währungsräume EUR und USD,
Wechselkurse (Währungsrisiken),
Basisspreads (Basisspread-Risiken) sowie
emittentenabhängige Aufschläge auf Zinssätze bei Wertpapieren (Credit Spread-Risiken).
Insgesamt binden die Marktpreisrisiken im Konzern per 31.12.2014 Ökonomisches Kapital in Höhe von 5.002 Mio. EUR. Dies ist gegenüber
dem Stand per 31.12.2013 ein um 3 Mio. EUR niedrigerer Betrag. Das Konzernmarktpreisrisiko setzt sich wie folgt zusammen:
Ökonomischer Kapitalbedarf für Marktpreisrisiken
31.12.2014
Mio. EUR
31.12.2013
Mio. EUR
Zinsänderungsrisiken
3.458
3.315
Währungsrisiken
528
499
Basisspread-Risiken
795
700
Credit Spread-Risiken
221
491
Seite 35 von 110

31.12.2014
Mio. EUR
31.12.2013
Mio. EUR
Marktpreisrisiko
5.002
5.005
Zinsänderungsrisiken
Der Konzern geht begrenzte Zinsänderungsrisiken zur Nutzung langfristiger Ertragschancen ein. Zinsänderungsrisiken ergeben sich auch
durch die besondere Ausgestaltung des inländischen Förderkreditgeschäftes mit den Möglichkeiten zur außerplanmäßigen
Kreditrückzahlung. Der Konzern berücksichtigt dies in der Risikosteuerung, indem er das geschätzte Volumen künftig zufließender
außerplanmäßiger Tilgungen in seine Refinanzierungsstrategie einbezieht.
Im Rahmen der Erfassung von Zinsänderungsrisiken des Anlagebuchs werden alle bewertungsrelevanten Datenbestände bei der Erstellung
von Zinsbindungsbilanzen berücksichtigt. Auf dieser Datengrundlage führt der Konzern zur Bewertung seiner Zinsrisikoposition regelmäßig
Value-at-Risk-Berechnungen auf Basis eines Varianz-Kovarianz-Ansatzes durch. Das Steuerungskonzept für Zinsänderungsrisiken
unterstützt eine langfristig ausgelegte Steuerungsphilosophie. Zur Abfederung kurzfristiger zinsinduzierter Barwertschwankungen wird ein
substanzieller Kapitalpuffer vorgehalten. Zusätzlich zu diesem Puffer wird zur Berechnung der Risikotragfähigkeit ein Value-at-Risk zum
Solvenzniveau 99,99 % für einen Zeitraum von zwei Monaten addiert. Die Wahl dieses Zeitraums folgt aus einer konservativen Annahme
über eine maximale Schließungsdauer der gesamten Zinsrisikoposition unter adversen Zinsszenarien. Durch eine fortlaufende
Überwachung der Risikoposition und die vorhandenen Steuerungsmöglichkeiten wird sichergestellt, dass das allokierte Kapital auch auf
Sicht eines Jahres zur Risikodeckung entsprechend dem einheitlich verwendeten Solvenzniveau von 99,99 % ausreicht. Ergänzt wird diese
Berechnung durch regelmäßige Stresstests, durch die mögliche Verluste bei extremen Marktbedingungen geschätzt werden. Diese wurden
an aktuelle aufsichtsrechtliche Anforderungen
8)
angepasst. Neben der vorgegebenen parallelen Verschiebung der Zinsstrukturkurve
werden Szenarien wie die Drehung der Zinsstrukturkurve und Verlängerung der Haltedauer einbezogen. Der Kapitalbedarf für
Zinsänderungsrisiken ist zum Stichtag 31.12.2014 um 143 Mio. EUR gestiegen.
8)
Aufsichtsrechtlich vorgeschriebene Parallelverschiebung der Zinskurven um 200 BP nach oben (bzw. 200 BP nach unten). Das jeweils ungünstigere
Ergebnis wird berichtet.
Währungsrisiken
Fremdwährungskredite werden weitgehend in gleicher Währung refinanziert oder über entsprechende Währungssicherungsinstrumente
abgesichert. Fremdwährungsbeteiligungen der DEG und im geringen Umfang Förderinstrumente des Geschäftsbereiches KfW
Entwicklungsbank werden nur dann in gleicher Währung refinanziert, wenn dies möglich und sinnvoll ist. Unterjährige
Fremdwährungserträge aus dem Kreditgeschäft werden zeitnah verkauft. Der Ökonomische Kapitalbedarf für liquide Währungspositionen
wird analog zum Zinsänderungsrisiko mit einem Varianz-Kovarianz-Ansatz und als Summe aus einem Kapitalpuffer und einem Zwei-
Monats-Value-at-Risk zum Solvenzniveau 99,99 % berechnet. Für alle Währungen mit eingeschränkten Handels- und
Hedgingmöglichkeiten wird ein Zwölf-Monats-Zeitraum verwendet. Die Klassifizierung der Einzelwährungen in liquide und illiquide
Währungen nimmt das Marktpreis-Risiko-Komitee mindestens einmal jährlich vor. Der überwiegende Anteil des Währungsportfolios
umfasst liquide Positionen. Zusätzlich werden regelmäßig Stresstests durchgeführt, um mögliche Verluste bei extremen Marktbedingungen
abzuschätzen. Der Kapitalbedarf für Währungsrisiken ist zum 31.12.2014 um 29 Mio. EUR gestiegen.
Basisspread-Risiken
Basisspread-Risiken umfassen (im Folgenden) Tenor- und FX-Basisspread-Risiken. Diese Risiken werden durch einen Kapitalpuffer in der
Risikotragfähigkeit berücksichtigt. Hierbei handelt es sich um ein Add-on zu den sonstigen Marktpreis-Risiken. Die Methodik wurde 2014
untersucht und weiterentwickelt. Infolgedessen wurde zum 31.12.2014 eine Erhöhung des Kapitalbedarfs für Tenor- und Basisspread-
Risiken vorgenommen.
Credit Spread-Risiken
Die Risikomessung erfolgt für das Wertpapierportfolio. Der Ökonomische Kapitalbedarf wird mittels der Methode der historischen
Simulation auf Basis von Credit Spread-Zeitreihen, die die vergangenen drei Jahre umfasst (750 Handelstage), ermittelt. Zunächst wird
der Value-at-Risk für einen Tag Haltedauer zum Konfidenzniveau 95 % aus historischen Credit Spread-Veränderungen bestimmt und dann
auf einen Zeitraum von einem Jahr und auf das Solvenzniveau 99,99 % skaliert. Für ABS erfolgt die Risikomessung aufgrund der
Illiquidität der Papiere auf Basis von ABS-Indizes. Der Rückgang des Ökonomischen Kapitalbedarfs für Credit-Spread Risiken zum
31.12.2014 um 270 Mio. EUR auf 221 Mio. EUR ist im Wesentlichen auf das Wegfallen von starken Spreadausweitungen aus der EUR-
Schuldenkrise aus dem im Risikomodell betrachteten historischen Zeithorizont zurückzuführen.
LIQUIDITÄTSRISIKO
Das Liquiditätsrisiko bezeichnet das Risiko eines Unternehmens, fällige Zahlungen nicht zeitgerecht erfüllen zu können. Es wird zwischen
dem Instituts-Liquiditätsrisiko (Risiko, Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen zu können) und dem Markt-Liquiditätsrisiko (Risiko,
benötigte Zahlungsmittel nur zu höheren Kosten als dem risikoadäquaten Zinssatz besorgen zu können) unterschieden.
Primäres Ziel des Liquiditätsmanagements ist die Sicherstellung der jederzeitigen Zahlungsfähigkeit des Konzerns. Die KfW steht als
Abschlusspartner für sämtliche Handelsgeschäfte ihrer Tochtergesellschaften und insbesondere deren Refinanzierung zur Verfügung. Aus
diesem Grund sind die Liquiditätserfordernisse der Tochterunternehmen sowohl in der Refinanzierungsplanung des Konzerns als auch im
Liquiditätssicherungskonzept enthalten.
Die Liquiditätsrisikomessung erfolgt auf Basis ökonomischer Szenarioanalysen, der aufsichtsrechtlichen Liquiditätsrisikokennzahl sowie des
Ausnutzungsgrads gemäß KfW-Gesetz.
Eine wesentliche Komponente für die Einschätzung des Liquiditätsrisikos stellen vertragliche Zahlungsverpflichtungen
(Kapitalrückzahlungen und Zinsverpflichtungen) des Konzerns aus Finanzinstrumenten dar, die in der folgenden Tabelle nach Laufzeiten
gegliedert sind:
Zahlungsverpflichtungen aus Finanzinstrumenten nach Laufzeitbändern 31.12.2014
1)
Seite 36 von 110

Bis ein Monat
Mio. EUR
Mehr als ein
Monat bis drei
Monate
Mio. EUR
Mehr als drei
Monate bis ein
Jahr
Mio. EUR
Mehr als ein
Jahr bis fünf
Jahre
Mio. EUR
Mehr als fünf
Jahre
Mio. EUR
Gesamt
Mio. EUR
Verpflichtungen aus
Verbindlichkeiten
gegenüber
Kreditinstituten und
Kunden
14.097
1.629
462
3.497
12.974
32.659
Verpflichtungen aus
Verbrieften
Verbindlichkeiten
16.936
23.109
62.849
217.998
106.746
427.639
Nettoverpflichtungen aus
derivativen
Finanzinstrumenten
-809
-809
-2.335
-10.399
-12.138
-26.490
darunter:
Verpflichtungen aus
derivativen
Finanzinstrumenten
12.502
19.468
38.140
125.183
65.959
261.253
Verpflichtungen aus
nachrangigen
Verbindlichkeiten
0
0
47
2.342
0
2.389
Verpflichtungen aus
bilanzwirksamen
Finanzinstrumenten
30.225
23.929
61.023
213.438
107.582
436.197
Eventualverbindlichkeiten
5.606
0
0
0
0
5.606
Unwiderrufliche
Kreditzusagen
60.048
0
0
0
0
60.048
Verpflichtungen aus nicht
bilanzwirksamen
Finanzinstrumenten
65.654
0
0
0
0
65.654
Verpflichtungen aus
Finanzinstrumenten
95.879
23.929
61.023
213.438
107.582
501.851
1)
Die Nettoverpflichtungen aus Derivaten umfassen Zahlungsverpflichtungen, saldiert mit den gegenläufigen Zahlungsansprüchen aus den Kontrakten;
die Bruttozahlungsverpflichtungen sind als Verpflichtungen aus derivativen Finanzinstrumenten ausgewiesen. Für die Unwiderruflichen Kreditzusagen und
Eventualverbindlichkeiten erfolgt eine pauschale Zuordnung zum ersten Laufzeitband.
Zahlungsverpflichtungen aus Finanzinstrumenten nach Laufzeitbändern 31.12.2013
1)
Bis ein Monat
Mio. EUR
Mehr als ein
Monat bis drei
Monate
Mio. EUR
Mehr als drei
Monate bis ein
Jahr
Mio. EUR
Mehr als ein
Jahr bis fünf
Jahre
Mio. EUR
Mehr als fünf
Jahre
Mio. EUR
Gesamt
Mio. EUR
Verpflichtungen aus
Verbindlichkeiten
gegenüber
Kreditinstituten und
Kunden
9.253
2.593
3.278
3.501
14.677
33.301
Verpflichtungen aus
Verbrieften
Verbindlichkeiten
17.122
28.161
47.598
204.074
121.490
418.444
Nettoverpflichtungen aus
derivativen
Finanzinstrumenten
-344
197
-338
492
-9.796
-9.789
darunter:
Verpflichtungen aus
derivativen
Finanzinstrumenten
13.959
23.230
35.190
136.326
79.297
288.003
Verpflichtungen aus
nachrangigen
Verbindlichkeiten
0
0
77
2.406
0
2.483
Verpflichtungen aus
bilanzwirksamen
Finanzinstrumenten
26.030
30.951
50.616
210.472
126.371
444.440
Eventualverbindlichkeiten
6.001
0
0
0
0
6.001
Unwiderrufliche
Kreditzusagen
55.723
0
0
0
0
55.723
Verpflichtungen aus nicht
bilanzwirksamen
Finanzinstrumenten
61.724
0
0
0
0
61.724
Verpflichtungen aus
Finanzinstrumenten
87.754
30.951
50.616
210.472
126.371
506.164
1)
Die Nettoverpflichtungen aus Derivaten umfassen Zahlungsverpflichtungen, saldiert mit den gegenläufigen Zahlungsansprüchen aus den Kontrakten;
die Bruttozahlungsverpflichtungen sind als Verpflichtungen aus derivativen Finanzinstrumenten ausgewiesen. Für die Unwiderruflichen Kreditzusagen und
Eventualverbindlichkeiten erfolgt eine pauschale Zuordnung zum ersten Laufzeitband.
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Die interne Liquiditätsrisikomessung basiert auf Szenariorechnungen. In diesem Ansatz werden zunächst die erwarteten Zahlungseingänge
und alle Zahlungsausgänge für die nächsten zwölf Monate auf Basis des bereits kontrahierten Geschäfts als Ausgangspunkt betrachtet.
Dieser Basis-Cashflow wird um geplante und geschätzte Zahlungen (zum Beispiel Kapitalmarktaufnahmen, liquiditätswirksame erwartete
Kreditausfälle oder geplantes Neugeschäft) erweitert. Das Resultat stellt eine Übersicht über die benötigte Liquidität des Konzerns in den
nächsten zwölf Monaten dar. Die benötigte Liquidität wird für verschiedene Szenarien berechnet. Hierbei werden marktweite und
institutsspezifische Risikofaktoren gestresst und die Auswirkungen auf die Liquidität des Konzerns bewertet.
Parallel wird das vorhandene Liquiditätspotenzial bestimmt. Dieses besteht im Wesentlichen aus dem EZB-Sicherheiten-Konto der KfW,
aktivischen Repos, Liquiditätsportfolios und dem am Markt regelmäßig platzierbaren Volumen an Commercial Papers. Das vorhandene
Liquiditätspotenzial wird analog den anderen Cashflow-Komponenten Stressannahmen unterworfen. Für jedes Szenario wird das
Verhältnis von kumulierter benötigter Liquidität zum kumulierten vorhandenen Liquiditätspotenzial berechnet. Diese Kennzahl darf den
Wert 1 in allen Szenarien für unterschiedliche Zeiträume nicht überschreiten. Im Normal Case beträgt der vorgegebene Zeithorizont zwölf
Monate, im Stress Case sechs Monate und im Worst Case drei Monate.
Die Szenarioannahmen werden jährlich validiert. Als methodische Änderungen wurden 2014 unter anderem die Einbeziehung von
unerwarteten Inanspruchnahmen aus Kreditlinien, die Umsetzung einer liquiditätsbedarfsgerechten Verteilung der im Potenzial
anrechenbaren Commercial Papers sowie eine Anpassung der Modellierung der Abflüsse aus CSA-Cash (Sicherheitenverträge) im
Liquiditätsrisikomodell implementiert.
Die Ermittlung der Kennzahlen sowie das Reporting an das Marktpreis-Risiko-Komitee erfolgen monatlich. Folgende Tabelle zeigt die
Risikokennzahlen für die unterschiedlichen Szenarien per 31.12.2014:
Liquiditätsrisikokennzahlen der KfW per 31.12.2014
Kennzahl
Normal Case
0,28
Stress Case
0,50
Worst Case
0,25
Worst Case (institutsspezifisch)
0,56
Die internen Liquiditätskennzahlen lagen zu jedem Zeitpunkt des Jahres deutlich unter der zulässigen Höchstgrenze von 1.
Aktuelles Refinanzierungsumfeld
Im Geschäftsjahr 2014 hat sich die Lage an den internationalen Geld- und Kapitalmärkten deutlich aufgehellt. So führten die
Leitzinssenkungen der EZB gekoppelt mit weiteren geldpolitischen Maßnahmen bei insgesamt hoher Volatilität zu einer Beflügelung der
Märkte. Die expansive Geldpolitik der Notenbanken und die hohe Liquidität an den Finanzmärkten führten über alle Assetklassen hinweg
zu einer weiteren Verringerung der Renditeaufschläge bei vielen Emittenten.
Zur langfristigen Refinanzierung seines Fördergeschäftes hat der Konzern 2014 an den internationalen Kapitalmärkten 250 Anleihen in
insgesamt 13 verschiedenen Währungen begeben und damit Mittel im Gegenwert von 57,4 Mrd. EUR aufgenommen (2013: 66,4 Mrd.
EUR). In der kurzfristigen Refinanzierung am Geldmarkt konnte das Emissionsvolumen von Commercial Papers aufgrund der hohen
Nachfrage nach sicheren Geldanlagen mit deutschem Staatsrisiko im Jahr 2014 beibehalten werden. Das ausstehende Volumen im US-
Commercial-Paper-Programm belief sich per 31.12.2014 auf 7,6 Mrd. USD (31.12.2013: 7,8 Mrd. USD) und im Multicurrency-Commercial-
Paper-Programm auf 25,2 Mrd. EUR (31.12.2013: 19,9 Mrd. EUR).
OPERATIONELLE RISIKEN UND BETRIEBLICHES KONTINUITÄTSMANAGEMENT (BETRIEBSRISIKEN)
Betriebsrisiken bilden im Konzern den Oberbegriff für Operationelle Risiken und Risiken aus der Geschäftsunterbrechung.
Wesentliche Merkmale der Organisationsstruktur sind die Aufteilung in dezentrale Management- und zentrale Controllingeinheiten sowie
die Anbindung an das Komitee für Operationelle Risiken. Das Management von Betriebsrisiken erfolgt dezentral in den Bereichen und
Tochtergesellschaften durch den jeweiligen Bereichsleiter bzw. Geschäftsführer und den jeweiligen Bereichskoordinator für Operationelle
Risiken und Betriebliches Kontinuitätsmanagement. Das Betriebsrisiko-Management-Team nimmt die Aufgaben des zentralen Controllings
von Betriebsrisiken im Bereich Risikomanagement und -controlling wahr. Es erarbeitet die Methoden und Instrumente zur Identifikation
und Bewertung von Betriebsrisiken und überwacht ihre einheitliche Anwendung.
Das Management und Controlling Operationeller Risiken sowie das Betriebliche Kontinuitätsmanagement haben zum Ziel, potenzielle
Schäden für den Konzern rechtzeitig zu erkennen und abzuwenden bzw. Notfälle und Krisen beherrschbar zu machen und die strukturelle
Einsatzfähigkeit des Konzerns trotz des Ausfalls wesentlicher Ressourcen sicherzustellen.
In Anlehnung an Artikel 3 Satz 52 CRR definiert der Konzern das Operationelle Risiko als die Gefahr von Verlusten, die infolge der
Unangemessenheit oder des Versagens von internen Verfahren, Menschen und Systemen oder infolge externer Ereignisse eintreten. Diese
Definition schließt das Rechtsrisiko mit ein. Das Rechtsrisiko ist die Gefahr von Verlusten aufgrund der Verletzung geltender rechtlicher
Bestimmungen. Hierzu gehören auch das Risiko, aufgrund einer Änderung der Rechtslage (geänderte Rechtsprechung oder
Gesetzesänderung) für in der Vergangenheit abgeschlossene Geschäfte oder getätigte Investitionen Verluste zu erleiden, und das Risiko,
im Zusammenhang mit behaupteten Rechtsverletzungen Zahlungen zu erbringen. Das Risiko, aufgrund einer geänderten Rechtslage die
zukünftige Geschäftstätigkeit umstellen zu müssen, ist nicht als Operationelles Risiko zu verstehen. Dem Rechtsrisiko begegnet der
Konzern durch die frühzeitige Einbindung der eigenen Rechtsabteilung sowie durch die enge Zusammenarbeit mit externen in- und
ausländischen Rechtsberatern. Reputationsrisiken und strategische Risiken sind in der Konzerndefinition des Operationellen Risikos nicht
enthalten. Sofern Reputationsrisiken auf Operationellen Risiken beruhen, werden sie im Konzern im Risikomanagementprozess
Operationeller Risiken bei den Risiko-Assessments, der Ereignisdatenerfassung sowie der Outsourcing-Risikoanalyse berücksichtigt.
Eingetretene Verluste werden im Konzern in einer OpRisk-Ereignisdatenbank erfasst. Nach jedem Quartal erfolgt ein ausführliches
Detailreporting der erfassten Schadensereignisse und ggf. daraufhin eingeleiteter Maßnahmen an die jeweiligen Bereiche. Der
Gesamtvorstand, der Verwaltungsrat und das Komitee für Operationelle Risiken werden im Rahmen des Risikoberichtes monatlich bzw.
vierteljährlich informiert. Ab einer festgelegten Schadenshöhe besteht zusätzlich ein Ad-hoc-Reporting.
Darüber hinaus erfolgt eine systematische Erfassung von Operationellen Risiken in den Risiko-Assessments, die in allen Bereichen und
über ausgewählte Prozessketten hinweg durchgeführt werden. Die Messung Operationeller Risiken innerhalb der Risiko-Assessments
erfolgt auf der Basis von internen Daten oder Expertenschätzungen, die mit einer Verteilungsannahme für Schadenshäufigkeit und
Schadenshöhe unterlegt werden.
Seite 38 von 110

Die erhobenen Verlustpotenziale durchgeführter Risiko-Assessments werden nach Abschluss dem jeweiligen Bereichs- und Abteilungsleiter
berichtet. Zur unterjährigen Überwachung der im Risiko-Assessment festgestellten Verlustpotenziale oberhalb eines festgelegten
Grenzwertes ist die Implementierung von Risikoindikatoren dezentral durch die jeweiligen Geschäftsbereiche zu prüfen. Die Bereiche
prüfen im Rahmen des Risiko-Assessments die Implementierung weiterer risikomitigierender Maßnahmen (zum Beispiel IKS-Kontrollen).
Für den Eintritt einer Geschäftsunterbrechung aufgrund interner oder externer Ereignisse ist ein Betriebliches Kontinuitätsmanagement
implementiert. Es handelt sich dabei um einen ganzheitlichen Managementprozess, der alle Aspekte für die vier wesentlichen
Ausfallszenarien Standortausfall (Gebäude oder Infrastruktur), IT-Systemausfall, Personalausfall und Ausfall von Dienstleistern umfasst.
Das Betriebliche Kontinuitätsmanagement berücksichtigt gleichermaßen präventive Komponenten (Notfallvorsorge) und reaktive
Komponenten (Notfall- und Krisenbewältigung).
Zur Steuerung im Rahmen des Betrieblichen Kontinuitätsmanagements werden die Geschäftsprozesse analysiert, nach ihrer Kritikalität
eingestuft und die jeweils unterstützenden Ressourcen betrachtet. Das Erkennen der kritischen Geschäftsprozesse und deren
Abhängigkeiten von unterstützenden Ressourcen bildet die Grundlage für ein wirkungsvolles Betriebliches Kontinuitätsmanagement. Für
diese Geschäftsprozesse und die unterstützenden Ressourcen werden individuelle Maßnahmen erarbeitet, die sicherstellen, dass die
benötigte Verfügbarkeit gewährleistet wird und Risiken im wirtschaftlichen Rahmen reduziert werden. Dazu gehören Notfallarbeitsplätze,
Notfallkonzepte, Kommunikationsinstrumente und Alarmierungstools. Der Krisenstab des Konzerns übernimmt bei nicht zu planenden
Ereignissen die Leitung des gesamten Krisenmanagements. Er trainiert in regelmäßigen Krisenstabstests das Zusammenspiel der Notfall-
und Krisenorganisation.
SONSTIGE RISIKEN
Beteiligungsrisiken
Bei der Steuerung von Beteiligungsrisiken im Konzern ist zwischen Risiken aus dem operativen und dem strategischen
Beteiligungsgeschäft zu unterscheiden.
Operative Beteiligungen
Operative Beteiligungen dienen der Durchführung des Förderauftrags des Konzerns. Die konzernweit grundsätzlichen Regelungen für
operative Beteiligungen werden über einen "Ordnungsrahmen" vorgegeben. Auf bestimmte Beteiligungssegmente abgestimmte und
spezifische Regeln werden darüber hinaus in "Sub-Portfoliorichtlinien", Arbeitsanweisungen oder in Risikoleitplanken niedergelegt. Die
Risikomessung erfolgt für operative Beteiligungen analog zu den Kreditrisiken auf Einzelengagementebene. In Bezug auf das
Berichtswesen werden die Risiken des Beteiligungsportfolios zusätzlich in einem eigenen Bericht dargestellt.
Strategische Beteiligungen
Die Betreuung der strategischen Beteiligungen erfolgt in einer dafür vorgesehenen Einheit auf Basis eines Beteiligungshandbuches, das
Rechtsgrundlagen, Strategien, Grundsätze, Verfahren und Zuständigkeiten des Beteiligungsmanagements abbildet. Zugang, Abgang und
Veränderungen strategischer Beteiligungen unterliegen grundsätzlich definierten Due-Diligence-Prozessen und der Genehmigung durch
den Gesamtvorstand sowie durch den Verwaltungsrat des Konzerns. Das Eingehen einer Beteiligung>25 % erfordert zusätzlich eine
Genehmigung des Bundesministeriums der Finanzen gemäß Bundeshaushaltsordnung (BHO). Individuelle Beteiligungsstrategien und
spezifische Risiken werden laufend überwacht und im Rahmen eines jährlichen Beteiligungsberichts - sowie in anlassbezogenen Ad-hoc-
Berichten - dem Gesamtvorstand vorgelegt. Darüber hinaus ist der Konzern in Unternehmen mit maßgeblicher Konzernbeteiligung in der
Regel auf Vorstandsebene in den Aufsichtsorganen vertreten.
Aufgrund der hohen Risikorelevanz für den Konzern sowie der einheitlichen Konzernsteuerung werden Risiken der KfW IPEX-Bank sowie
der DEG zum einen im Rahmen der Konzernrisikosteuerung gemanagt - so werden zum Beispiel die Geschäftsaktivitäten der
Tochtergesellschaften im Durchschau-Prinzip ("Look-through") auf die konzernweiten Limite angerechnet und in die ökonomische
Kapitalallokation des Konzerns einbezogen sowie Vertreter der Tochterunternehmen in die Konzern-Risikogremien eingebunden. Darüber
hinaus erfolgt für die DEG eine Risikoüberwachung auf Stand-alone-Ebene. Diese Überwachung umfasst unter anderem ein regelmäßiges
Reporting im Rahmen des Konzern-Risikoberichts an den Gesamtvorstand. Für die KfW IPEX-Bank werden alle relevanten
Risikocontrolling-Aufgaben im Konzern durchgeführt.
Reputationsrisiko
Unter Reputationsrisiko wird die Gefahr einer längerfristigen Verschlechterung der Wahrnehmung des Konzerns aus Sicht der relevanten
internen
und externen Interessengruppen mit negativen Auswirkungen auf den Konzern verstanden. Diese Auswirkungen können zu
Beeinträchtigungen der Vermögens-, Ertrags- oder Liquiditätslage führen (zum Beispiel Neugeschäftsrückgang) oder nichtmonetärer Natur
sein (zum Beispiel erschwerte Rekrutierung neuer Mitarbeiter). Reputationsrisiken können aus anderen Risikoarten erwachsen oder
eigenständig auftreten.
Im Rahmen des Risikomanagementprozesses werden Reputationsrisiken über dezentrale Ansätze gesteuert. Beispiele hierfür sind das
Nachhaltigkeitsmanagement mit konzernweit gültigen Nachhaltigkeitsleitsätzen, die unter anderem Umwelt- und
Sozialverträglichkeitsprüfungen vor der Finanzierungsentscheidung vorsehen, oder der nachhaltige Investmentansatz für das eigene
Portfoliomanagement. Darüber hinaus sind zum Beispiel neue Aktivitäten wie Neuproduktprozess und Outsourcing hinsichtlich potenzieller
Reputationsrisiken zu untersuchen.
Parallel dazu koordiniert das zentrale Reputationsrisikocontrolling im Rahmen der Risikoidentifikation das qualitative Reputationsrisiko-
Assessment und erstellt ein Risikoprofil mit den größten Reputationsrisiken des Konzerns. Außerdem erfolgt eine fortlaufende
Berichterstattung zu den Reputationsrisikoereignissen.
Projektrisiko
Originäre Projektrisiken bestehen insbesondere aus sich nicht bestätigenden Planungsannahmen und haben Auswirkungen auf die
Projektzielerreichung hinsichtlich Aufwand, Zeit und Qualität (zum Beispiel Unterschätzung Umsetzungsaufwand, Nichtbeachtung zeitlicher
Abhängigkeiten von Parallelprojekten). Projektrisiken entstehen im Konzern insbesondere im Zusammenhang mit den verschiedenen
langfristig ausgelegten Großprojekten. Die Steuerung von Projektrisiken erfolgt im Rahmen des Projektmanagements sowohl während der
Projektplanung als auch während der Projektdurchführung.
Das Zentrale Projektmanagementoffice (ZPMO) unterstützt die Großprojekte in ihrer Aufgabenerfüllung und bei der Zielerreichung. Als
zentrale Stabsstelle für das Projektportfoliomanagement stellt es den methodischen Rahmen für die Durchführung der Großprojekte im
Konzern zur Verfügung und schafft Transparenz auf Ebene des Gesamtprojektportfolios. Dadurch werden zielgerichtete Entscheidungen
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durch Projektboard und Vorstand ermöglicht. Das Setzen methodischer Vorgaben durch das ZPMO ermöglicht eine einheitlich hohe
Umsetzungsqualität in den Projekten. Die Einhaltung der Rahmenbedingungen und Vorgaben durch die Großprojekte wird ebenfalls
überwacht und unterstützt.
Interne Kontrollverfahren
Interne Revision
Die Interne Revision ist ein Instrument des Vorstands. Als prozessunabhängige Instanz prüft und beurteilt sie risikoorientiert grundsätzlich
alle Prozesse und Aktivitäten des Konzerns und berichtet direkt an den Vorstand.
Mit Blick auf die Prozesse des Risikomanagements hat die Interne Revision im abgelaufenen Geschäftsjahr sowohl dezentrale
Risikomanagementprozesse als auch zentrale, bankweit relevante Aspekte des Risikomanagements geprüft. Schwerpunkte lagen zum
einen in projektbegleitenden Prüfungen der Großprojekte zum Markt- und Kreditrisiko sowie in der Prüfung der Umsetzung wesentlicher
regulatorischer Änderungen. Bezüglich der dezentralen Risikomanagementprozesse waren unter anderem die Prozesse der
Beteiligungsfinanzierung im inländischen Fördergeschäft im Prüfungsfokus.
Wie in den Vorjahren hat die Interne Revision darüber hinaus auch im Geschäftsjahr 2014 durch Teilnahme (Gaststatus) an Sitzungen von
Entscheidungsgremien die Weiterentwicklung des Risikomanagements verfolgt.
Die Interne Revision der KfW ist auch eine Konzernrevision der Gruppe. Sie ist in die Prüfungsplanung der Revisionen der
Tochtergesellschaften eingebunden und sie bezieht die Prüfungsergebnisse der Internen Revisionen der Tochtergesellschaften in die
konzernweite Revisionsberichterstattung ein.
Compliance
Der Erfolg des Konzerns hängt maßgeblich vom Vertrauen der Anteilseigner, Kunden, Geschäftspartner, Mitarbeiter und der Öffentlichkeit
in seine Leistungsfähigkeit und vor allem auch in seine Integrität ab. Dieses Vertrauen basiert nicht zuletzt auf der Umsetzung und
Einhaltung der relevanten gesetzlichen, aufsichtsrechtlichen sowie internen Vorschriften und sonstigen einschlägigen Gesetze und Regeln.
Die Compliance-Verantwortung für den Konzern liegt beim Vorstand der KfW. Der Vorstand delegiert die Wahrnehmung der damit
verbundenen Aufgaben an den Bereich Compliance.
Die Ausgestaltung der Compliance-Organisation orientiert sich an den Anforderungen an eine MaRisk-Compliance-Funktion. Im Rahmen
dieser existieren im Konzern seit Jahren Vorkehrungen zur Einhaltung von Datenschutzbestimmungen, zur Prävention von Insiderhandel,
Geldwäsche, Terrorismusfinanzierung und sonstigen strafbaren Handlungen sowie zur Überwachung der rechtlichen Rahmenbedingungen
und daraus resultierenden Umsetzungsmaßnahmen. Entsprechend bestehen verbindliche Regelungen und Prozesse, die die gelebten
Wertmaßstäbe und die Unternehmenskultur beeinflussen und kontinuierlich entsprechend den rechtlichen Rahmenbedingungen sowie den
Marktanforderungen angepasst werden.
Für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Konzerns finden regelmäßig Compliance- und Geldwäscheschulungen statt. Neben diesen
Präsenzschulungen sind auch E-Learning-Programme verfügbar.
Internes Kontrollsystem (IKS)
Ziel des Internen Kontrollsystems (IKS) des Konzerns ist es, durch geeignete Grundsätze, Maßnahmen und Verfahren die Wirksamkeit und
Wirtschaftlichkeit der Geschäftstätigkeit und die Einhaltung der für den Konzern maßgeblichen rechtlichen Vorschriften, die
Ordnungsmäßigkeit und Verlässlichkeit der externen und internen Rechnungslegung sowie den Schutz des Vermögens sicherzustellen.
In der KfW Bankengruppe gelten ein konzernweit gültiger IKS-Regelkreis sowie konzernweit verbindliche Mindestanforderungen an das
IKS. Das IKS des Konzerns orientiert sich dabei an den einschlägigen (bankaufsichts-)rechtlichen Vorgaben
9)
, insbesondere KWG und
MaRisk, sowie an einem marktüblichen Standard, dem COSO-Modell
10)
.
Entsprechend dem COSO-Modell besteht das IKS aus den fünf Komponenten Kontrollumfeld, Risikobeurteilung, Kontrollaktivitäten sowie
Information/Kommunikation und Überwachung/Prüfung, die sich auf alle Unternehmenseinheiten sowie Unternehmensfunktionen und
-prozesse des Konzerns erstrecken und die in wechselseitigen Beziehungen zueinander stehen. Das Kontrollumfeld bildet den Rahmen,
innerhalb dessen der Konzern Regelungen einführt und anwendet. Im Rahmen der Risikobeurteilung erfolgt die Identifizierung, Analyse
und Einschätzung der Risiken, die aus der Umsetzung der Unternehmensstrategie resultieren. Die Kontrollaktivitäten zielen darauf ab,
dass die Unternehmensziele effektiv erreicht werden und Risiken aufgedeckt bzw. minimiert werden. Durch eine konsequente
Informations- und Kommunikationspolitik im Konzern stehen den Beteiligten die für die zu treffenden Entscheidungen notwendigen
Informationen umfassend zur Verfügung. Die Funktionsfähigkeit, Effektivität und Wirksamkeit des IKS wird durch entsprechende
Überwachungs- und Prüfungsmechanismen festgestellt.
Grundlage des IKS bildet die schriftlich fixierte Ordnung. Sie setzt den Rahmen für eine ordnungsgemäße Geschäftsorganisation im
Konzern und formuliert verbindliche Vorgaben bzw. Anforderungen zur Prozessdokumentation, zu Kontrollen sowie für ein
Organisationshandbuch.
Aufbauorganisatorische Vorkehrungen und Kontrollen in den Arbeitsabläufen stellen eine prozessintegrierte Überwachung sicher. Die
prozessintegrierten Überwachungsmaßnahmen dienen der Vermeidung, Verringerung, Aufdeckung und/oder der Korrektur von
Bearbeitungsfehlern oder Vermögensschäden.
Zur Minimierung des Fehlerrisikos im Einzel- und Konzernabschluss sowie zur Sicherstellung der ordnungsgemäßen und verlässlichen
internen und externen Rechnungslegung hat der Konzern rechnungslegungsbezogene Kontrollen implementiert. Die
rechnungslegungsbezogenen Kontrollen sind Bestandteil des IKS.
Das System wird ergänzt durch die Compliance, die auf Basis der gesetzlichen und aufsichtsrechtlichen Vorgaben/Rahmenbedingungen
entsprechende Maßnahmen definiert und deren Einhaltung überwacht. Im Rahmen der Compliance-Funktion erfolgt eine regelmäßige
prozessorientierte/-begleitende Überwachung der entsprechenden Teile des Internen Kontrollsystems. Des Weiteren werden die
Ergebnisse der Risikocontrolling-Funktion (unter anderem OpRisk) berücksichtigt.
Die Wirksamkeit und Angemessenheit des IKS wird zudem von der Internen Revision auf Basis prozessunabhängiger und risikoorientierter
Prüfungen beurteilt.
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Die detaillierte Umsetzung des IKS in der KfW und den rechtlich selbstständigen Tochtergesellschaften KfW IPEX-Bank und DEG richtet
sich nach den zentralen Vorgaben sowie den jeweiligen Geschäftsfeldern und Risikostrategien.
Die Gesamtverantwortung für das Interne Kontrollsystem des Konzerns liegt beim Vorstand. Zudem sind für die KfW IPEX-Bank und DEG
die jeweiligen Geschäftsführungen verantwortlich. Die Ausgestaltung und Umsetzung auf den verschiedenen Unternehmensebenen liegt
entsprechend der Organisation in der Verantwortung der jeweiligen Führungskräfte. Gegenüber den Aufsichtsorganen im Konzern erfolgt
eine jährliche Berichterstattung.
Um die Wirksamkeit des IKS zu gewährleisten, werden die gesetzten Standards und Konventionen regelmäßig hinterfragt und
kontinuierlich weiterentwickelt, außerdem wird eine nachhaltige Verankerung in den Bereichen des Konzerns sichergestellt.
9)
Vgl. § 25a Absatz 1 Nummer 1 KWG, MaRisk AT 4.3, §§ 289 HGB Absatz 5, 315 Absatz 2 Nummer 5 HGB, 324 HGB, 264 d HGB.
10)
COSO = "Committee of Sponsoring Organizations of the Treadway Commission",
www.coso.org.
Prognose- und Chancenbericht
Wirtschaftliche Rahmenbedingungen, Entwicklungstrends
Die Weltkonjunktur entwickelte sich im Jahr 2014 alles in allem enttäuschend. In wichtigen Ländern bzw. Wirtschaftsräumen war die
Dynamik deutlich geringer als zu Jahresbeginn erwartet. Es wird damit gerechnet, dass das globale Wachstumstempo auch im Jahr 2015
unbefriedigend bleibt, es könnte bestenfalls leicht zunehmen.
Dabei wächst die Gruppe der Industriestaaten zwar weiterhin langsamer als die Gruppe der Entwicklungs- und Schwellenländer, von ihr
gehen aber dennoch wichtige Impulse aus. Dies gilt insbesondere für die USA, deren Wirtschaft vergleichsweise schwungvoll expandiert
und dadurch andere Länder mitzieht. Insgesamt ist in der Gruppe der Industriestaaten allerdings das Feld weit auseinandergezogen. In
der Eurozone und Japan lahmt die Konjunktur auch im Jahr 2015, viele Länder bleiben unter ihrem Potenzial.
Auch bei den Entwicklungs- und Schwellenländern bleibt die Bandbreite groß. Russland und Brasilien erleben veritable Krisen, in China
sind die Zeiten zweistelliger Wachstumsraten eindeutig vorbei, Indien und Indonesien wachsen recht gut. Der seit Mitte des Jahres 2014
erheblich gesunkene Ölpreis wird auch im Jahr 2015 die Konjunktur in Ölimportländern stärken. Die Industriestaaten werden die
Nachkrisen-Reformagenda weiter abarbeiten - ein Prozess, der jedoch einen langen Atem erfordert. Besondere Verantwortung für die
Weltkonjunktur kommt im Jahr 2015 den Zentralbanken der großen Industrieländer zu: Deren geldpolitische Entscheidungen müssen
nicht nur generell problemadäquat sein, sondern auch zum richtigen Zeitpunkt erfolgen. Die geopolitischen Risiken bleiben ernst und ihre
Entwicklung wie auch ihre weltwirtschaftlichen Auswirkungen kaum kalkulierbar.
In den Mitgliedsländern der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion (EWU) wird die wirtschaftliche Entwicklung voraussichtlich
auch im Jahr 2015 kraftlos bleiben. Zwar wird der private Konsum von einem leichten Rückgang der Arbeitslosenquote und den
niedrigeren Energiepreisen profitieren. Zudem wird der Außenbeitrag nicht zuletzt dank wechselkursbedingt anziehender Exporte einen
positiven Wachstumsbeitrag leisten. Mit einer deutlichen Verstärkung der Konjunkturdynamik ist aber nicht zu rechnen. Dazu ist die
Fiskalpolitik nach wie vor zu prozyklisch ausgerichtet, der Abbau der Arbeitslosigkeit kommt nur sehr schleppend voran und die
Investitionstätigkeit der Unternehmen wird durch die unsicheren Rahmenbedingungen weiter gehemmt. Insgesamt rechnet die KfW im
Jahr 2015 in den Ländern der EWU mit einem Zuwachs des preisbereinigten Bruttoinlandsprodukts von etwa 1 % gegenüber dem Jahr
2014. Aufgrund der fragilen Lage bleibt die Eurozone anfällig für Schocks.
Die deutsche Wirtschaft präsentiert sich zu Jahresbeginn 2015 in ungünstigerer konjunktureller Verfassung als ein Jahr zuvor. Die
wirtschaftliche Dynamik ist über weite Teile des Vorjahres praktisch zum Erliegen gekommen. Die Stimmung in den Firmen hat sich wegen
der zahlreichen geopolitischen Unwägbarkeiten, vor allem aber wegen der immer wieder aufs Neue enttäuschten Hoffnungen auf einen
Aufschwung in der Eurozone spürbar verschlechtert. Zum Jahreswechsel sind zwar Anzeichen einer Aufhellung der Geschäftserwartungen
erkennbar, die realwirtschaftliche Dynamik dürfte jedoch trotz anregender Impulse aus dem Ölpreisverfall und der Euroabwertung nur
allmählich wieder zunehmen - vorausgesetzt, die Russlandkrise kann perspektivisch eingedämmt werden und die Eurozone findet zurück
auf den Wachstumspfad. Die schwierigen internationalen Rahmenbedingungen einschließlich erneut möglicher verunsichernder politischer
Diskussionen in der Eurozone nach den Wahlen in Griechenland beschränken nicht nur die deutschen Exportzuwächse, sondern lassen die
Unternehmen vorerst auch in erheblichem Umfang mit Investitionen zögern. Der Arbeitsmarkt, der private Konsum und die Wohnbauten
bleiben dagegen Stützen der Konjunktur. Alles in allem wird das Bruttoinlandsprodukt 2015 voraussichtlich schwächer ausgeweitet werden
als im vorangegangenen Jahr: Die KfW erwartet auf Basis des Datenstandes zu Jahresbeginn ein Realwachstum von rund einem Prozent.
Die Prognoseunsicherheit ist allerdings erheblich, wie das weite Spektrum der öffentlich verfügbaren Konjunkturprognosen für 2015
unterstreicht: Die Bandbreite reicht von etwas weniger als ein Prozent bis zu rund zweieinhalb Prozent.
Die wichtigsten Notenbanken setzen
im Jahr 2015 ihren expansiven geldpolitischen Kurs fort. Die Europäische Zentralbank hat ihren
monetären Stimulus zu Jahresbeginn nochmals erhöht und ein erweitertes Programm zum Ankauf von Vermögenswerten beschlossen.
Zukünftig sollen monatlich Wertpapiere privater und öffentlicher Emittenten in einer Größenordnung von insgesamt 60 Mrd. EUR
aufgekauft werden. In einem durch mäßige Wachstumsdynamik und eine sehr schwache Inflationsentwicklung gekennzeichneten
Wirtschaftsumfeld wird die Europäische Zentralbank auch weiterhin im Expansionsmodus bleiben. Demgegenüber steht die USA vor einer
Leitzinswende nach oben. Dabei wird die US-Notenbank voraussichtlich sehr behutsam vorgehen und die Leitzinsen bis zum Jahresende
2015 nur moderat anheben. Insgesamt wird das strukturelle Niedrigzinsumfeld weiter Bestand haben. Insbesondere für die Eurozone gibt
es kaum Zinsanstiegspotenzial.
Risikoseitige Prognose - Risikolage und Risikotragfähigkeit
Die Industrieländer als Gruppe weisen momentan eine heterogene Konjunkturentwicklung auf. Während die konjunkturelle Dynamik in der
Eurozone und Japan schwach bleibt, sind in den USA und Großbritannien relativ gute Produktionszuwächse zu verzeichnen. Obwohl die
Eurokrise im Jahr 2014 an den Finanzmärkten eine untergeordnete Rolle spielte, ist ein Wiederaufflammen aufgrund politischer Risiken bei
gleichzeitig unverändert großen strukturellen Herausforderungen einiger Mitgliedsstaaten nicht auszuschließen. Viele Schwellenländer
haben mittlerweile mit einer deutlichen Verlangsamung ihres Wachstums zu kämpfen (unter anderem Brasilien und Südafrika).
Insbesondere in Russland sind die ökonomischen Aussichten verstärkt durch die Sanktionen des Westens und den Ölpreisverfall sehr
negativ. Hinzu kommt, dass weiterhin ein beträchtliches Rückschlagpotenzial durch geopolitische Spannungen oder erneute Unruhe an
den Finanzmärkten besteht. Entsprechend bleiben die Risiken für die Weltkonjunktur weiterhin hoch.
Der europäische Bankensektor bleibt auch im Jahr 2015 infolge der sich wieder abschwächenden konjunkturellen Aussichten strukturell
anfällig. Zusätzlich werden das Niedrigzinsumfeld, die regulatorischen Anforderungen sowie auch Aufwendungen für Rechtsstreitigkeiten
die Rentabilität der europäischen Banken belasten. Aus diesem Grund dürfte der Umbau in der europäischen Bankenbranche, verbunden
mit einem weiteren Abbau nicht strategischer Aktiva (unter anderem in Italien), voranschreiten. Die von der neuen Regierung in
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Griechenland ausgehenden Diskussionen um eine Schuldenrestrukturierung und einen Stopp des Spar- und Reformkurses dürften
außerdem die europäische Staatsschuldenkrise wieder in den Fokus rücken und sich vor allem negativ auf die noch fragilen Banken der
Peripherieländer auswirken. Die anhaltenden geopolitischen Spannungen zwischen Russland und der Ukraine dürften sich zunehmend
negativ auf die in diesen Ländern engagierten, vor allem österreichischen und französischen Banken auswirken.
Die Europäische Kommission hat im Rahmen des sogenannten "Juncker-Plans" einen Vorschlag für einen "Europäischen Fonds für
strategische Investitionen" (EFSI) bei der Europäischen Investitionsbank (EIB) ausgearbeitet. Europäische Kommission und EIB stellen
hierfür insgesamt 21 Mrd. EUR Risikoabsicherung bereit. Hieraus sollen auf Ebene der EIB und durch Mobilisierung weiterer Investoren
insgesamt rund 315 Mrd. EUR zusätzliche Investitionen über drei Jahre in den Bereichen Infrastruktur und KMU-Förderung ermöglicht
werden. Deutschland und die KfW werden sich nicht mit eigenen Mitteln am EFSI beteiligen. Jedoch hat die KfW in Abstimmung mit der
Bundesregierung in Aussicht gestellt, über die nächsten drei Jahre bis zu 8 Mrd. EUR Investitionen in Europa (Projektfinanzierungen,
Globaldarlehen, Verbriefungen) zu finanzieren, sofern die unter EFSI bereitgestellten Absicherungsinstrumente auch der KfW geeignet
verfügbar gemacht werden und solche Investitionen somit kein erhöhtes Risikoprofil für die KfW aufweisen. Die Verhandlungen zwischen
Europäischem Rat, Europäischer Kommission und Parlament über die genaue Ausgestaltung des EFSI und damit auch über den Zugang
nationaler Förderbanken (wie der KfW) zu seinen Absicherungsinstrumenten dauern noch an. Eine Spezifizierung, welche Investitionen in
welcher Höhe die KfW daher tatsächlich im Zusammenhang mit dem Juncker-Plan tätigen wird, ist daher noch nicht möglich. Infolge der
erwarteten sukzessiven Zinserhöhungen der US-Notenbank steigen die potenziellen Risiken für die Bankenmärkte von Schwellenländern
mit außenwirtschaftlichen Defiziten (wie Brasilien, Türkei, Südafrika) durch fortgesetzte Kapitalabflüsse und eine weitere Abwertung der
heimischen Währungen.
Für den deutschen Unternehmenssektor werden im Jahr 2015 zunächst weiter Stagnation und Investitionszurückhaltung erwartet.
Aufgrund eines sehr guten Kreditangebots dürften die Unternehmen weiter von vorteilhaften Kreditkonditionen und lockeren
Kreditstrukturen profitieren. Insbesondere in der für Deutschland wichtigen Automobilindustrie, die von der guten Nachfrage in
Entwicklungsländern und den USA sowie einer sich stabilisierenden Situation in Europa profitierte, wachsen die Risiken. Die Situation der
Handelsschifffahrt ist mit Ausnahme des Segments Gastanker unverändert schwierig.
Der deutsche Beteiligungsmarkt stellt sich freundlich dar, jedoch mit zuletzt rückläufiger Tendenz. Perspektivisch könnten vor allem das
anhaltende Niedrigzinsumfeld sowie das steigende Interesse ausländischer Investoren an deutschen Unternehmen Investitionen in diese
Anlageklasse Schub verleihen. Im Venture-Capital-Bereich sind Anschlussfinanzierungen in der frühen Wachstumsphase jedoch weiterhin
ein Schwachpunkt. Insgesamt ist der Marktausblick auch für das Jahr 2015 freundlich, dürfte jedoch vor dem Hintergrund einer
möglicherweise wieder aufflammenden Eurokrise volatil bleiben. Für die wichtigsten Länder, in denen die DEG investiert, wird für das Jahr
2015 im Vorjahresvergleich mehrheitlich ein höheres Wirtschaftswachstum erwartet. Angesichts der geldpolitischen Kursänderungen in
den USA und der teils hohen Inflationsraten in diesen Ländern sowie vor dem Hintergrund der teils gestiegenen (politischen) Risiken wird
jedoch für einige Länder bis Jahresende 2015 eine Abschwächung der Währungen erwartet.
Der europäische Verbriefungsmarkt dürfte im Jahr 2015 vom Ankaufprogramm der EZB für Verbriefungen geprägt werden. Die starke
Nachfrage der EZB trifft auf ein eher begrenzt bleibendes Angebot und wird dadurch für sinkende Renditen sorgen. Für die bestehenden
ABS-Investments der KfW führt dies zwar zu höheren Marktpreisen, bei Neuinvestitionen wird allerdings der Renditedruck verstärkt. Das
Auftreten der EZB als großer Nachfrager verringert überdies das verfügbare Investitionsvolumen für die übrigen Investoren.
Aus den erwarteten Entwicklungen in den risikorelevanten Segmenten des KfW-Konzerns werden insgesamt keine materiellen
Auswirkungen auf die Risikolage erwartet.
Im Rahmen der Risikotragfähigkeitsbetrachtung für das Jahr 2015 zeigen die Prognosen der Kern- und Gesamtkapitalquote des KfW-
Konzerns, dass die KfW weiterhin gut kapitalisiert ist. Die Kapitalquoten dürften auch im Jahr 2015 deutlich oberhalb der gesetzlichen
Mindestanforderungen
liegen. Für die Ökonomische Risikotragfähigkeit (Solvenzniveau 99,99 %) des Konzerns wird im Geschäftsjahr
2015 insgesamt eine stabile Entwicklung erwartet.
Sich ggf. ändernde wirtschaftliche, politische sowie rechtliche Rahmenbedingungen können einen deutlichen Einfluss auf die Kapitalquoten
und die Ökonomische Risikotragfähigkeit haben. Die Prognosen für das Jahr 2015 sind daher mit erheblicher Unsicherheit verbunden.
Das Jahr 2014 wies eine stabile Liquiditätssituation und Liquiditätsrisikokennzahlen stets innerhalb der definierten Grenzwerte auf. Zum 2.
Halbjahr 2014 erfolgte eine Anpassung des geplanten Refinanzierungsvolumens. Diese leicht geringere Zielgröße wurde ebenfalls für das
Jahr 2015 angesetzt. Aufgrund der weiterhin stabilen Refinanzierungssituation, eines erneut leicht geringer erwarteten
Neugeschäftsvolumens und weiterhin hoher erwarteter Volumina außerplanmäßiger Tilgungen werden für das Jahr 2015 keine
signifikanten Veränderungen der Liquiditätsrisikosituation erwartet.
Neugeschäftsplanung
Überblick
Für das Jahr 2015 liegt das geplante Neugeschäftsvolumen mit 69,5 Mrd. EUR leicht unter dem Niveau des Jahres 2014 (74,1 Mrd. EUR).
Sowohl im Inland als auch in den Auslandsgeschäftsfeldern wird ein leichter Rückgang des Fördervolumens erwartet. Zur Umsetzung des
Strategischen Zielsystems des KfW-Konzerns enthalten die Pläne der Geschäftsfelder Maßnahmen zur strategischen Fokussierung auf
Förderqualität und eine Ausrichtung der Geschäftsaktivitäten entlang der thematischen Schwerpunkte "Klimawandel & Umwelt",
"Globalisierung & technischer Fortschritt" und "Demografische Entwicklung". Mit einem geplanten Anteil der Klima- und
Umweltschutzfinanzierungen am Neuzusagevolumen von 36 % wird die Vorgabe des Strategischen Zielsystems (rund 35 %) wieder leicht
übertroffen. Der Anteil der geplanten Mittelstandsfinanzierungen an der inländischen Förderung (Mittelstandsquote) wird mit 45 % in der
Größenordnung des im Strategischen Zielsystem angestrebten Ambitionsniveaus (rund 50 %) erwartet.
Im inländischen Fördergeschäft wird der Fokus weiterhin auf der Mittelstandsfinanzierung und der Sicherung der Zukunftsfähigkeit von
Unternehmen liegen. Die internationalen Geschäftsbereiche der KfW verstetigen ihren mittelfristigen Wachstumskurs zur Unterstützung
der Internationalisierung deutscher Unternehmen im Rahmen der Globalisierung.
Inlandsgeschäft
Im Inlandsgeschäft unterstützt die KfW die Wirtschaft in Deutschland mit den Förderprogrammen der Geschäftsfelder Mittelstandsbank
und Kommunal- und Privatkundenbank/Kreditinstitute. Hier fördert sie Investitionen von Privatpersonen, Unternehmen, Städten,
Gemeinden sowie gemeinnützigen und sozialen Organisationen.
Die Mittelstandsbank bleibt auch in Zukunft der Grundversorger des Mittelstandes. Sie leistet mittels zinsgünstiger, langfristiger
Finanzierungen für Unternehmensinvestitionen und Gründungen einen wichtigen Beitrag zur Schaffung und Sicherung von Arbeitsplätzen.
Darüber hinaus stärkt sie mit Innovationsfinanzierungen die Anpassungsfähigkeit der mittelständischen Wirtschaft im globalen
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Wettbewerb und fördert Klima- und Umweltschutzvorhaben auf einem hohen Niveau. Die Mittelstandsbank plant für das Jahr 2015 in ihren
Förderfeldern ein Neugeschäftsvolumen von insgesamt 20,0 Mrd. EUR.
Die Nachfrage nach KfW-Finanzierungsangeboten im Bereich der allgemeinen Unternehmensfinanzierung ist eng mit der konjunkturellen
Entwicklung verknüpft. Die Mittelstandsbank rechnet daher angesichts der unsicheren Wachstumsperspektiven weiterhin mit einer
verhaltenen Kreditnachfrage von Unternehmen und Selbstständigen. Auch bei der Gründungsfinanzierung sieht das Geschäftsfeld keine
Impulse für eine erhöhte Nachfrage. Im Bereich der Innovationsfinanzierung erwartet die Mittelstandsbank hingegen eine ähnlich gute
Nachfrage wie im Jahr 2014. Das Finanzierungsangebot in diesem Bereich wurde mit dem im Dezember 2014 eingeführten "KfW-
Unternehmerkredit Plus" weiter gestärkt.
Der Bereich der Klima- und Umweltschutzfinanzierungen ist stark von den rechtlichen Rahmenbedingungen geprägt. Dies trifft
insbesondere auf Investitionen in erneuerbare Energien zu (zum Beispiel sukzessive Verringerung der Einspeisevergütungen). Mit der zum
01.08.2014 in Kraft getretenen Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) sind die neuen Rahmenbedingungen abgesteckt. Die
Mittelstandsbank erwartet, dass die dort definierten Ausbauziele erreicht werden und die Zusagevolumina in dem Bereich erneuerbare
Energien (Strom) in den nächsten Jahren etwa konstant bleiben. Weiterhin erwartet die Mittelstandsbank eine verstärkte Nachfrage nach
Finanzierungen für Offshore-Windenergie in der deutschen Ost- und Nordsee. Bei den Energieeffizienzmaßnahmen sieht die
Mittelstandsbank weiterhin große Potenziale.
Eine Herausforderung stellen die anhaltend niedrigen Zinsen dar. Ein weiteres Absinken des Zinsniveaus an den Kapitalmärkten würde
ceteris paribus die Konditionengestaltung und damit die Beibehaltung der relativen Vorteilhaftigkeit von Förderkrediten über den Einsatz
von Zinsverbilligungsleistungen zunehmend erschweren.
Die Kommunal- und Privatkundenbank/Kreditinstitute fokussiert ihre Förderaktivitäten weiterhin auf die beiden Megatrends "Klimawandel
& Umwelt" und "Demografische Entwicklung". Langfristiges Ziel des Geschäftsfeldes neben der Fokussierung auf Privatkunden bleibt
zudem, verlässlicher Partner der Kommunen und kommunalnahen Unternehmen sowie der Landesförderinstitute (LFI) zu sein.
Im Geschäft mit Privatkunden führen vier wesentliche Faktoren auf mittlere Sicht zu anhaltend hoher Nachfrage:
1. Klimawandel,
Energiewende und steigende Energiekosten wirken nachfragestärkend in den wohnwirtschaftlichen Programmen für
"Energieeffizientes
Bauen und Sanieren".
2. Das
anhaltende Niedrigzinsniveau begünstigt Investitionen in Wohnimmobilien.
3.
Der fortschreitende demografische Wandel führt zu weiteren Investitionserfordernissen im wohnwirtschaftlichen Bereich.
4. Die
Notwendigkeit zur Erhöhung der Bildungsintensität und zur Linderung des Fachkräftemangels führt zudem zu einer ungeminderten
Fortsetzung
des Förderbedarfs in Bildungsprogrammen für Schüler, Studenten und Berufsqualifizierer.
Bezüglich der Förderung kommunaler Investitionen charakterisiert vor allem die zunehmende Heterogenität der kommunalen Haushalts-
und Verschuldungssituation deren Investitionsmöglichkeiten. In der Individualfinanzierung mit Finanzierungspartnern in Deutschland und
Europa sowie in der "Allgemeinen Refinanzierung" von LFI zeigt sich eine aktuell verbesserte Refinanzierungssituation der Partnerbanken.
Insbesondere die Programme zum "Energieeffizienten Bauen und Sanieren" positionieren die KfW als zentralen Förderer von Umweltschutz
für Privatkunden und als Standardsetzer für Energieeffizienz in Wohngebäuden. Im Rahmen der Förderung kommunaler Infrastruktur
dienen die beiden Basisprogramme "IKK - Investitionskredit Kommunen" und "IKU - Investitionskredit Kommunale und Soziale
Unternehmen" dazu, die KfW als verlässlichen Partner der Kommunen und kommunalnahen Unternehmen zu positionieren. Auch innerhalb
der Infrastrukturförderung fokussiert sich die KfW zunehmend auf die Ziele des Klima- und Umweltschutzes und mithin auf die Förderung
von Energieeffizienz und Energieeinsparung. Das strategische Ziel "Demografische Entwicklung" verfolgt das Geschäftsfeld im Rahmen der
Förderaktivitäten durch Programme zum barrierereduzierenden Umbau von Bestandsimmobilien und des öffentlichen Raumes sowie durch
ein verlässliches und kundenorientiertes Finanzierungsangebot für Wohneigentum und Bildung. Als Finanzierungspartner der LFI will das
Geschäftsfeld das Geschäftsvolumen der programmbasierten Globaldarlehen auf dem bestehenden hohen Niveau sichern und bei
energiewenderelevanten Programmen punktuell ausbauen. In der "Allgemeinen Refinanzierung" soll das Geschäftsvolumen trotz
verbesserter Refinanzierungssituation der LFI auf dem bisherigen Niveau gehalten werden. Die klassische inländische Förderung des
Geschäftsfeldes wird durch kapitalmarktnahe Produkte (beispielsweise "SME Collateralized Bond") sowie Globaldarlehen für Leasing-
Finanzierungen und europäische KMU- bzw. Energieeffizienzfinanzierungen ergänzt. Die Kommunal- und Privatkundenbank/Kreditinstitute
plant für das Jahr 2015 ein Fördervolumen in Höhe von 26,7 Mrd. EUR.
Kapitalmärkte
Die Diskussion über eine zukünftig stärker kapitalmarktorientierte Finanzierung der Realwirtschaft und insbesondere auch des Mittelstands
hat im Jahr 2014 weiter an Dynamik gewonnen. Im Fokus der Mittelstandsfinanzierung steht hierbei das Instrument der Verbriefung.
Durch die hier stattfindende Bündelung von Forderungen an mittelständische Unternehmen erhalten auch kleinere Unternehmen die
Möglichkeit zur Finanzierung über den Kapitalmarkt.
Das Geschäftsfeld Kapitalmärkte trägt durch Investitionen in Verbriefungen mittelständischer Forderungen wesentlich zur
kapitalmarktorientierten Mittelstandsförderung der KfW bei. Es wird aktuell überprüft, diese Aktivitäten auf Europa auszudehnen. Für das
Geschäftsjahr 2015 plant das Geschäftsfeld Kapitalmärkte ein Neugeschäft in Höhe von insgesamt 0,8 Mrd. EUR.
Auslandsgeschäft
Ziel des Geschäftsfeldes Export- und Projektfinanzierung ist es weiterhin, die Position als Spezialfinanzierer und verlässlicher Partner der
deutschen und europäischen Wirtschaft zu stärken. In den für das Geschäftsfeld wesentlichen Märkten in Deutschland und Europa
entwickelt sich die Wirtschaft moderat positiv, während sich in den relevanten Entwicklungs- und Schwellenländern zum Teil auch eine
schwächere Tendenz abzeichnet (zum Beispiel Brasilien). Die aktuellen Krisen, insbesondere in Russland, führen inzwischen zu einer
spürbaren Investitionszurückhaltung der Kunden. Insgesamt ist weiterhin ausreichend Potenzial für deutsche und europäische Exporteure
und Unternehmen, die in ihre Wettbewerbsfähigkeit investieren, vorhanden, aus denen sich Ansätze für das Geschäftsfeld ergeben.
Das Geschäftsfeld Export- und Projektfinanzierung ist auf die nachhaltige Unterstützung der deutschen und europäischen Wirtschaft
mittels Projekt- und Exportfinanzierungen zum Erhalt und zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit und Internationalisierung sowie zur
Steigerung des Konzernbeitrags ausgerichtet. Zur Erreichung der beiden strategischen Ziele verfolgt das Geschäftsfeld einen
kontinuierlichen Ausbau des Geschäftsvolumens (organisches Wachstum). Zum Ausbau der Marktposition soll die weitere Verstärkung der
Vertriebsaktivitäten in allen Regionen vorangetrieben werden, auch durch eine weitere selektive Stärkung der Außenbüros. Durch gezielte
Maßnahmen soll die Strukturierungskompetenz weiter ausgebaut und die Produktberatung auf die Beratung für das ECA-Geschäft (Export
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Credit Agencies) konzentriert werden und es sollen verstärkt Aufgaben als Modelling-Agent wahrgenommen werden. Die Maßnahmen
dienen dabei vor allem dazu, den mit dem Megatrend "Globalisierung & technischer Fortschritt" einhergehenden Herausforderungen zu
begegnen. Das Geschäftsfeld Export- und Projektfinanzierung plant für das Jahr 2015 ein Neugeschäftsvolumen von 14,2 Mrd. EUR.
Im Geschäftsfeld Förderung Entwicklungs- und Transformationsländer sind die Geschäftsaktivitäten der KfW Entwicklungsbank und der
DEG zusammengefasst.
Das Marktumfeld der KfW Entwicklungsbank wird weiterhin von hoher Komplexität gekennzeichnet sein. Hier ist einer Ausdifferenzierung
der Partnerländer sowie einer Verschiebung der politischen, wirtschaftlichen und strategischen Gewichte von den Industrie- hin zu den
Entwicklungs- und Schwellenländern zu begegnen. Eine wachsende Anzahl von Akteuren (Schwellenländer, Fachministerien der
Geberländer, private Akteure, multilaterale Fonds) sowie zusätzliche Finanzierungsmöglichkeiten (unter anderem niedriges Zinsniveau auf
internationalen Kapitalmärkten, Gründung einer BRICS-Entwicklungsbank [Brasilien, Russland, Indien, China, Südafrika],
Unternehmensstiftungen, Auslandsdirektinvestitionen, Rücküberweisungen von Migranten) erhöhen den Wettbewerb.
Die KfW Entwicklungsbank soll weiterhin mit ihren komparativen Vorteilen als Teil der größten deutschen Förderbank positioniert werden.
Dies beinhaltet die Sicherung bzw. den Ausbau der Relevanz der KfW Entwicklungsbank und ihres Instrumentariums für die
Bundesregierung und die Erhöhung ihrer Wettbewerbsfähigkeit. Hierfür spielen der weitere Ausbau der Neuzusagen bei Entwicklungs- und
Förderkrediten und die Entwicklung weiterer Förderansätze auch für fragile Staaten eine wichtige Rolle. Zentral ist auch die Unterstützung
der deutschen Positionierung in der Neugestaltung der UN-Entwicklungsziele nach 2015 und der ODA-Reform (Official Development
Assistance). Die KfW Entwicklungsbank wird sich weiter als zentraler Umsetzer von Klima- und Umweltschutzfinanzierung der
Bundesregierung positionieren, um Relevanz und Legitimation für die Bundesregierung jenseits der klassischen, armutsorientierten
Entwicklungszusammenarbeit sicherzustellen, das Geschäftsfeld zu diversifizieren und das Wachstumspotenzial insbesondere in
Schwellenländern auszuschöpfen. Maßnahmen beinhalten unter anderem den Ausbau der Klimafinanzierung in den Wachstumsfeldern
"Minderung sowie Anpassung an den Klimawandel". Zudem soll die Mitgestaltung der internationalen Klima-Finanzarchitektur unterstützt
und sollen innovative Förderansätze entwickelt werden. Weiterhin wird angestrebt, die Zusammenarbeit mit der Europäischen Kommission
weiter zu vertiefen. Hierfür stehen die Entwicklung eines Besicherungsinstruments, die Mitwirkung an der EU-Blending-Plattform und an
der Ausgestaltung der Blendingfazilitäten im Vordergrund. Die KfW Entwicklungsbank plant für 2015 ein Zusagevolumen von 6,3 Mrd.
EUR.
Die Globalisierung und darunter besonders die sich wandelnde Rolle der Entwicklungs- und Schwellenländer ist, neben dem Megatrend
"Klimawandel & Umwelt", der wesentliche Trend, der sich auf die Geschäftstätigkeit der DEG auswirkt. In vielen Entwicklungs- und
Schwellenländern herrscht jedoch ein struktureller Reformbedarf, um Potenziale für nachhaltiges Wachstum zu heben (unter anderem in
Lateinamerika). Gleichzeitig schränken zahlreiche Konflikte das Engagement in einigen Regionen stark ein. Der aktuelle regionale Ausblick
für Asien ist gut, ebenso für Afrika, wo jedoch regional signifikante Auswirkungen vom Ebola-Ausbruch erwartet werden. Die Nachfrage
nach Entwicklungsfinanzierern in diesen Märkten ist nach wie vor hoch und übersteigt deutlich das Angebot. Dennoch ist die DEG als
führender europäischer Entwicklungsfinanzierer gefordert, ihr Geschäftsmodell innovativ weiterzuentwickeln. Bi- und multilaterale
Entwicklungsfinanzierungsinstitutionen expandieren regional und verbreitern ihre Produktpalette. Auch Social Responsible Investors
engagieren sich zunehmend in den Märkten der DEG. Um ihre Rolle als nachhaltiger Privatwirtschaftsförderer zukunftsfähig
auszugestalten, setzt die DEG auf Differenzierung und bietet zusätzlich zur Finanzierung mehrwertschaffende Lösungen an. Das
strategische Fundament der DEG bilden weiterhin die Mittelstandsförderung sowie die Risikokapitalfinanzierung. In diesem
Zusammenhang stellt die DEG als einziger Risikokapitalanbieter im Auslandsgeschäft der KfW ihren Kunden Mezzanine- und Eigenkapital
bereit.
Die DEG ergänzt die direkte und indirekte Finanzierung von kleinen und mittelständischen Unternehmen zusätzlich durch gezielte
Beratungsangebote. Durch die Finanzierung erneuerbarer und effizienter Energieerzeuger und die Verbesserung der Klima- und
Umweltqualität ihrer Projekte verstärkt die DEG zudem ihre Position als nachhaltiger Förderer von Klima- und Umweltschutz. Die DEG ist
als Pionierinvestor in entwicklungspolitisch wichtigen Märkten mit hohen Wachstumspotenzialen engagiert und baut ihr Engagement in
Afrika und weiteren Zukunftsmärkten - die Gruppe der "International Development Association" (IDA) und Post-Konflikt-Länder - weiter
aus. Für das Geschäftsjahr 2015 plant die DEG ein Neugeschäftsvolumen von 1,5 Mrd. EUR.
Privatisierungsgeschäfte mit dem Bund
Im Zuge der Privatisierungsgeschäfte des Bundes ist die KfW im Jahr 2015 grundsätzlich darauf vorbereitet, weitere
Privatisierungstransaktionen unter Berücksichtigung der jeweiligen Marktbedingungen und strategischer Vorgaben des Bundes
durchzuführen.
Refinanzierungsplanung
Die KfW ist eine der aktivsten und größten Anleihen-Emittentinnen weltweit. Durch das Zusammenspiel von erstklassiger Kreditqualität
und einer diversifizierten und verlässlichen Refinanzierungsstrategie genießt die KfW einen exzellenten Ruf an den internationalen
Kapitalmärkten. Mit dieser exponierten Stellung wird die KfW auch in Zukunft sehr verantwortungsvoll und behutsam umgehen.
Für die beiden kommenden Jahre rechnet die KfW mit einem Refinanzierungsvolumen auf hohem Niveau. Für das Geschäftsjahr 2015
erwartet die KfW ein gegenüber 2014 gleichbleibendes Refinanzierungsvolumen in Höhe von 55 bis 60 Mrd. EUR.
Mit der expliziten, direkten Garantie des Bundes ist die KfW am Kapitalmarkt gut aufgestellt. Ihre verlässliche und vorausschauende
Emissionspolitik findet bei Investoren weltweit sehr gute Resonanz. Die Refinanzierung der KfW steht damit weiterhin auf einem soliden
Fundament.
Neben öffentlichen Anleihen und Privatplatzierungen werden hochliquide Benchmark-Anleihen in Euro und US-Dollar auch zukünftig den
wichtigsten Pfeiler der KfW-Refinanzierung darstellen. Die Produktvielfalt im Emissionsgeschäft wird sich dabei wie gewohnt an den
Bedürfnissen der Investoren orientieren. In Anbetracht des anhaltenden Niedrigzinsniveaus erwartet die KfW, dass der Anteil von
Fremdwährungen am Gesamtrefinanzierungsvolumen zukünftig weiter zunehmen wird. Des Weiteren rechnet die KfW mit einer
wachsenden Bedeutung des chinesischen Renmimbi als globale Währung.
Die KfW plant im Jahr 2015 ihr Angebot an Green Bonds zu erweitern. So sollen neben Emissionen in den Kernwährungen Euro und US-
Dollar auch neue Währungen, wie beispielsweise australischer Dollar oder britisches Pfund, und neue Produkte, wie zum Beispiel
Privatplatzierungen, angeboten werden.
Ergebnisplanung
In der aktuellen Ergebnisplanung für den Konzern geht die KfW für das Jahr 2015 aufgrund der erwarteten wirtschaftlichen
Rahmenbedingungen von einem Konzerngewinn (vor IFRS-Effekten aus Sicherungszusammenhängen) in einer Größenordnung von leicht
unter 1 Mrd. EUR aus. Das erwartete Ergebnis bewegt sich damit am unteren Rand der strategischen Zielgrößen. Die erwarteten Beiträge
aus dem Zinsüberschuss und dem Provisionsüberschuss (jeweils vor Förderleistung) bewegen sich ebenso wie in den Vorjahren auf hohem
Seite 44 von 110

Niveau, allerdings machen sich die Belastungen durch das andauernde Niedrigzinsumfeld zunehmend bemerkbar. So stehen den im
Vergleich zum Jahr 2014 leicht steigenden Zinsmargen aus dem Kreditgeschäft rückläufige Ergebnisse aus der Zins- und
Liquiditätsfristentransformation gegenüber. Weitere Ergebnisbelastungen resultieren aus dem im Vergleich zum Jahr 2014 spürbar
wachsenden Verwaltungsaufwand (vor Förderleistung). Dies ist im Wesentlichen auf Kostenanstiege aus Modernisierungs- und
Regulierungsthemen zurückzuführen, ansonsten sind über tariflich bedingte Personalkostensteigerungen hinaus kaum Kostensteigerungen
vorgesehen. Die laufenden Effizienzprojekte wirken zwar kostendämpfend, können den für das Jahr 2015 geplanten Kostenanstieg aber
nicht vollständig kompensieren. Dies wird insgesamt zu einem deutlichen Anstieg der erwarteten Cost-Income-Ratio (CIR) vor
Förderleistung führen. Ergebnismindernd wirkt zudem die im Vergleich zum Jahr 2014 höher geplante Kreditrisikovorsorge, die im Plan
mit den Standardrisikokosten angesetzt wird. Die vorgesehene Förderleistung steigt im Vergleich zum Jahr 2014 an, hier ist insbesondere
ein Anstieg bei der Mittelstandsbank zu verzeichnen.
Das Geschäftsmodell der KfW ist mittel- bis langfristig ausgerichtet, insbesondere die Erträge aus dem Kreditgeschäft (Zinsmargen und
Provisionsüberschüsse) sind sehr stabil. Chancen und Risiken für den Konzerngewinn können sich insbesondere aus Abweichungen der
tatsächlichen Zinsentwicklung von der Prognose, aus einer von der Planannahme abweichenden Risikovorsorge sowie aus temporären
Ergebniseffekten aus der Bewertung von wirtschaftlich effektiven Sicherungszusammenhängen (IFRS-bedingte Ergebniseffekte) ergeben.
Letztere sind ökonomisch nicht begründet und werden aus diesem Grund auch nicht explizit beplant.
Die der Ergebnisplanung zugrunde liegende Zinsprognose geht von einem zunächst weiterhin niedrigen Zinsniveau aus, das gegen Ende
des Jahres 2015 leicht ansteigt. Sollten die Zinssätze stärker als angenommen steigen, könnte dies aufgrund der
Zinsfristentransformation zu einer Belastung des Zinsüberschusses führen. Es ist allerdings davon auszugehen, dass in einem
konjunkturellen Umfeld, in dem die Zinsen deutlich steigen, der Aufwand für die Risikovorsorge tendenziell geringer als die
Standardrisikokosten ist, sodass es zu einer zumindest teilweisen Kompensation der Ergebniseffekte kommen würde. Ein Ausbleiben des
Zinsanstiegs zum Jahresende 2015 oder weiter fallende Zinsen wären aus Sicht der Zinsfristentransformation sowie im Hinblick auf
Erträge aus dann höheren außerplanmäßigen Tilgungen kurzfristig vorteilhaft. Allerdings könnten in diesem Szenario aus den kumuliert
sehr hohen außerplanmäßigen Tilgungen der Vorjahre nur deutlich niedrigere Wiederanlagezinsen mit Belastungen des Zinsüberschusses
realisiert werden, sodass mittelfristig mit Belastungen des Zinsüberschusses zu rechnen wäre.
Personalstrategie/Entwicklung Personalbestand
Durch in der KfW laufende Projekte zur Modernisierung, Professionalisierung und Effizienzsteigerung werden im Jahr 2015 weitere
Einsparungen im Personalbedarf erwartet, die durch die Reduktion von externen Kräften, natürliche Fluktuation und hausinterne
Versetzung der betroffenen Mitarbeiter umgesetzt werden. Gegenläufig wirkt ein moderater Aufbau aus zumeist regulatorisch bedingten
Anforderungen.
Hier kommt der Personalentwicklung der KfW mit ihrer Kernaufgabe, der bedarfsgerechten fachlichen und persönlichen Qualifizierung aller
Mitarbeiter, eine bedeutende Rolle zu. Sie wird getragen durch ein umfassendes Angebot von KfW-internen und externen Seminaren,
Sprachtrainings, Workshops und individuellen Abteilungs- und Teamtrainings, Hospitationen und Jobrotations. Zur Auswahl und
Weiterentwicklung von Führungskräften wurde ein neues "Kompetenzmodell" entwickelt und die bereits etablierten Instrumente
"Shadowing", "Potenzialverfahren" und "Mentoring" wurden weiterentwickelt. Mit einem professionalisierten und erweiterten Angebot an
Changemanagement begleitet der Personalbereich die zahlreichen tiefgreifenden Veränderungsprozesse und Großprojekte der Bank.
Die KfW unterstützt ihre Mitarbeiter im Sinne von Gender Balance insbesondere bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie, aber auch bei
einer flexiblen Gestaltung der Arbeitszeit.
Erklärung zur Unternehmensführung
Der Vorstand und der Verwaltungsrat der KfW haben beschlossen, die Grundsätze des Public Corporate Governance Kodex des Bundes
(PCGK) für die KfW anzuerkennen. Die Entsprechenserklärung zur Einhaltung der Empfehlungen des PCGK enthält der Corporate
Governance Bericht der KfW.
Konzernabschluss
Gesamtergebnisrechnung
Gewinn- und Verlustrechnung
Anhang
2014
Mio. EUR
2013
Mio. EUR
Veränderung
Mio. EUR
Zinserträge
(27)
10.851
11.647
-796
Zinsaufwendungen
(27)
8.428
9.234
-806
Zinsüberschuss
2.423
2.413
10
Risikovorsorge im Kreditgeschäft
(14), (28)
-143
-311
168
Zinsüberschuss nach Risikovorsorge
2.281
2.102
178
Provisionserträge
(29)
384
362
21
Provisionsaufwendungen
(29)
76
87
-11
Provisionsüberschuss
307
275
32
Ergebnis aus dem Hedge Accounting
(9), (30)
173
162
11
Ergebnis aus Fair-Value-Bewertung anderer
Finanzinstrumente
(10), (11), (31)
-104
-25
-80
Ergebnis aus Finanzanlagen
(15), (32)
-3
12
-15
Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten
Unternehmen
(4), (33)
7
2
5
Verwaltungsaufwand
(34)
1.072
984
88
Sonstiges betriebliches Ergebnis
(35)
20
-210
230
Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit
1.609
1.336
274
Ertragsteueraufwand
(19), (36)
95
63
32
Konzerngewinn
1.514
1.273
242
Seite 45 von 110

Gesamtergebnisrechnung
Anhang
2014
Mio. EUR
2013
Mio. EUR
Veränderung
Mio. EUR
Konzerngewinn
1.514
1.273
242
Sonstiges Ergebnis aus Sachverhalten, die in die
Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert
werden können
65
42
23
Sonstiges Ergebnis aus Finanzinstrumenten
(15), (37)
55
38
17
Sonstiges Ergebnis aus latenten Steuern auf
Finanzinstrumente
(19), (37)
0
2
-2
Sonstiges Ergebnis aus nach der Equity-Methode
bilanzierten Unternehmen
(5), (37)
10
3
7
Sonstiges Ergebnis aus Sachverhalten, die nicht in
die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert
werden
-485
-43
-442
Sonstiges Ergebnis aus leistungsorientierten
Pensionsverpflichtungen
(21)
-506
-42
-464
Sonstiges Ergebnis aus latenten Steuern auf
leistungsorientierte Pensionsverpflichtungen
(19)
21
-1
22
Sonstiges Ergebnis gesamt
-420
-1
-420
Konzernergebnis
1.094
1.272
-178
Das Sonstige Ergebnis enthält die erfolgsneutral in den Neubewertungsrücklagen erfassten Sachverhalte. Darunter fallen Erträge und
Aufwendungen aus Finanzinstrumenten der Kategorie zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte, Veränderungen der
versicherungsmathematischen Gewinne bzw. Verluste bei leistungsorientierten Pensionsverpflichtungen und Veränderungen der in
Abhängigkeit vom zugrunde liegenden Sachverhalt gebildeten latenten Steuern.
Darstellung der enthaltenen Umgliederungen in der Gewinn- und Verlustrechnung
2014
Mio. EUR
2013
Mio. EUR
Veränderung
Mio. EUR
Umgliederungen aus Finanzinstrumenten
22
31
-9
Umgliederungen aus latenten Steuern auf Finanzinstrumente
0
0
0
Umgliederungen aus nach der Equity-Methode bilanzierten
Unternehmen
10
0
10
Gesamt
32
31
1
Die dargestellten Umgliederungen resultieren aus Erträgen und Aufwendungen, die in der Berichtsperiode erfolgswirksam in der Gewinn-
und Verlustrechnung vereinnahmt wurden und die zuvor erfolgsneutral in den Neubewertungsrücklagen erfasst waren. Darunter fällt auch
die Amortisierung von Neubewertungsrücklagen aus der Umgliederung von Finanzanlagen aus der Bewertungskategorie zur Veräußerung
verfügbare finanzielle Vermögenswerte in die Bewertungskategorie Kredite und Darlehen. In der Gewinn- und Verlustrechnung
vereinnahmte Erträge sind mit negativem Vorzeichen ausgewiesen, Aufwendungen weisen ein positives Vorzeichen auf.
Bilanz
Aktiva
Anhang
31.12.2014
Mio. EUR
31.12.2013
Mio. EUR
Veränderung
Mio. EUR
Barreserve
(40)
786
1.360
-574
Forderungen an Kreditinstitute
(8), (13), (14),
(41)
279.867
280.906
-1.039
Forderungen an Kunden
(8), (13), (14),
(42)
119.910
115.719
4.191
Risikovorsorge im Kreditgeschäft
(14), (43)
-1.857
-1.952
95
Wertanpassungen aus dem Macro Fair Value
Hedge Accounting
(9), (44)
18.461
11.663
6.797
Derivate im Hedge Accounting
(9), (45)
29.569
17.140
12.429
Sonstige Derivate
(9), (10), (11),
(46)
8.894
6.760
2.134
Finanzanlagen
(15), (16), (47)
30.722
30.569
153
Anteile an nach der Equity-Methode bilanzierten
Unternehmen
(5), (48)
178
149
29
Sachanlagen
(17), (49)
912
931
-19
Immaterielle Vermögenswerte
(18), (50)
158
131
26
Ertragsteueransprüche
(19), (51)
410
298
112
Sonstige Aktiva
(52)
1.063
1.081
-18
Gesamt
489.072 464.755 24.318
Passiva
Anhang
31.12.2014
Mio. EUR
31.12.2013
Mio. EUR
Veränderung
Mio. EUR
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
(11), (20), (53)
17.951
12.683
5.269
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden
(11), (20), (54)
10.082
11.306
-1.224
Verbriefte Verbindlichkeiten
(20), (55)
403.997
385.523
18.475
Seite 46 von 110

Anhang
31.12.2014
Mio. EUR
31.12.2013
Mio. EUR
Veränderung
Mio. EUR
Wertanpassungen aus dem Macro Fair Value
Hedge Accounting
(9), (56)
159
219
-60
Derivate im Hedge Accounting
(9), (57)
25.495
23.648
1.847
Sonstige Derivate
(9), (10), (11),
(58)
2.975
4.566
-1.591
Rückstellungen
(8), (14), (21),
(59)
2.801
2.306
496
Ertragsteuerverpflichtungen
(19), (60)
320
177
144
Sonstige Passiva
(22), (61)
1.447
1.569
-122
Nachrangkapital
(22), (62)
2.247
2.247
0
Eigenkapital
(23), (63)
21.598
20.513
1.085
Eingezahltes gezeichnetes Kapital
3.300
3.300
0
Kapitalrücklage
7.197
7.197
0
Rücklage aus Mitteln des ERP-Sondervermögens
1.191
1.191
0
Gewinnrücklagen
10.019
8.613
1.405
Fonds für allgemeine Bankrisiken
500
400
100
Neubewertungsrücklagen
(5), (15), (21),
(59)
-608
-188
-420
Gesamt
489.072
464.755
24.318
Entwicklung des Eigenkapitals
Entwicklung des Eigenkapitals im Geschäftsjahr 2014
Stand
01.01.2014
Mio. EUR
Veränderungen im
Konsolidierungskreis
Mio. EUR
Eigentümer bezogene
Kapitalveränderungen
Mio. EUR
Verwendung
Konzernergebnis
2014
Mio. EUR
Stand
31.12.2014
Mio. EUR
Gezeichnetes Kapital
3.750
0
0
0
3.750
abzüglich ausstehender nicht
eingeforderter Einlagen
-450
0
0
0
-450
Kapitalrücklage
7.197
0
0
0
7.197
darunter: Förderrücklage des
ERP-Sondervermögens
5.900
0
0
0
5.900
Rücklage aus Mitteln des ERP-
Sondervermögens
1.191
0
0
0
1.191
Gewinnrücklagen
8.613
-9
0
1.414
10.019
Gesetzliche Rücklage gemäß §
10 Abs. 2 KfW-Gesetz
1.875
0
0
0
1.875
Sonderrücklage gemäß § 10
Abs. 3 KfW-Gesetz
4.807
0
0
883
5.690
Sonderrücklage abzgl.
Sonderverlustkonto aus
Rückstellungsbildung gemäß §
17 Abs. 4 des D-Mark-Bilanz-
Gesetzes
21
0
0
0
21
Andere Gewinnrücklagen
1.910
-9
0
531
2.432
Fonds für allgemeine
Bankrisiken
400
0
0
100
500
Neubewertungsrücklagen
-188
10
0
-431
-608
Bewertungsergebnisse aus
Finanzinstrumenten (nach
Steuern)
10 0 55 56
Nach der Equity-Methode
bilanzierte Unternehmen
-10
10
0
0
0
Versicherungsmathematische
Gewinne/ Verluste bei
leistungsorientierten
Pensionsverpflichtungen (nach
Steuern)
-179
0
0
-485
-664
Eigenkapital
20.513
2
0
1.084
21.598
Mit dem Jahresüberschuss der KfW in Höhe von 883 Mio. EUR wurde die Sonderrücklage gemäß § 10 Absatz 3 KfW-Gesetz erhöht.
Darüber hinaus wurde der Fonds für allgemeine Bankrisiken um 100 Mio. EUR aufgestockt.
Der Unterschiedsbetrag zum Konzernergebnis wird den Anderen Gewinnrücklagen bzw. - soweit erfolgsneutral abzubilden - den
Neubewertungsrücklagen zugeordnet.
Entwicklung der Neubewertungsrücklagen aus Finanzinstrumenten einschließlich zugehöriger latenter Steuern und nach der Equity-
Methode
bilanzierten Unternehmen im Geschäftsjahr 2014
Seite 47 von 110

Schuldverschreibungen
und andere
festverzinsliche
Wertpapiere
Mio. EUR
Aktien und
andere nicht
festverzinsliche
Wertpapiere
Mio. EUR
Beteiligungen
Mio. EUR
Effekte aus
latenten
Steuern
Mio. EUR
Nach der
Equity-
Methode
bilanzierte
Unternehmen
Mio. EUR
Summe
Mio. EUR
Stand 01.01.2014
-2
0
5
-1
-10
-9
A. Erfolgswirksame
Veränderung
Minderung wegen
Abgängen
-1
0
0
0
0
-1
Erhöhung wegen
Abgängen
0 00000
Entnahmen wegen
Wertminderungen
(Impairment)
0 00000
Amortisierung nach
Umwidmungen
22
0
0
0
0
22
Veränderung
Konsolidierungskreis
0
0
0
0
10
10
Summe erfolgswirksame
Veränderung
21
0
0
0
10
32
B. Erfolgsneutrale
Veränderung
Veränderungen der
Neubewertungsrücklagen
wegen Zuschreibungen
(Impairment Reversal)
nur für
Eigenkapitalinstrumente
0 00000
Veränderungen der
Neubewertungsrücklagen
aufgrund von
Veränderungen
beizulegender Zeitwerte
34
0
0
0
0
33
Summe erfolgsneutrale
Veränderung
34
0
0
0
0
33
Wechselkursänderungen
-1
0
0
0
0
-1
Stand 31.12.2014
52
0
5
-1
0
56
Entwicklung der Neubewertungsrücklagen aus versicherungsmathematischen Gewinnen bzw. Verlusten bei leistungsorientierten
Pensionsverpflichtungen einschließlich zugehöriger latenter Steuern im Geschäftsjahr 2014
Versicherungsmathematische
Gewinne/ Verluste bei
leistungsorientierten
Pensionsverpflichtungen
Mio. EUR
Effekte aus
latenten Steuern
Mio. EUR
Summe
Mio. EUR
Stand 01.01.2014
-189
10
-179
Erfolgsneutrale Veränderung
Veränderung der Neubewertungsrücklagen aufgrund von
Veränderungen der versicherungs- mathematischen
Bewertungsparameter
-506
21
-485
Stand 31.12.2014
-695
30
-664
Entwicklung des Eigenkapitals im Geschäftsjahr 2013
Stand
01.01.2013
Mio. EUR
Veränderungen im
Konsolidierungskreis
Mio. EUR
Eigentümer bezogene
Kapitalveränderungen
Mio. EUR
Verwendung
Konzernergebnis
2013
Mio. EUR
Stand
31.12.2013
Mio.
EUR
Gezeichnetes Kapital
3.750
0
0
0
3.750
abzüglich ausstehender nicht
eingeforderter Einlagen
-450
0
0
0
-450
Kapitalrücklage
6.197
0
1.000
0
7.197
darunter: Förderrücklage des
ERP-Sondervermögens
4.900
0
1.000
0
5.900
Rücklage aus Mitteln des ERP-
Sondervermögens
1.113
0
0
77
1.191
Gewinnrücklagen
5.468
0
0
3.145
8.613
Gesetzliche Rücklage gemäß §
10 Abs. 2 KfW-Gesetz
1.875
0
0
0
1.875
Sonderrücklage gemäß § 10
Abs. 3 KfW-Gesetz
4.152
0
0
654
4.807
21
0
0
0
21
Seite 48 von 110

Stand
01.01.2013
Mio. EUR
Veränderungen im
Konsolidierungskreis
Mio. EUR
Eigentümer bezogene
Kapitalveränderungen
Mio. EUR
Verwendung
Konzernergebnis
2013
Mio. EUR
Stand
31.12.2013
Mio. EUR
Sonderrücklage abzgl.
Sonderverlustkonto aus
Rückstellungsbildung gemäß §
17 Abs. 4 des D-Mark-Bilanz-
Gesetzes
Andere Gewinnrücklagen
-580
0
0
2.491
1.910
Fonds für allgemeine
Bankrisiken
2.350
0
0
-1.950
400
Neubewertungsrücklagen
-188
0
0
-1
-188
Bewertungsergebnisse aus
Finanzinstrumenten (nach
Steuern)
-38
0
0
39
1
Nach der Equity-Methode
bilanzierte Unternehmen
-14
0
0
3
-10
Versicherungsmathematische
Gewinne/ Verluste bei
leistungsorientierten
Pensionsverpflichtungen (nach
Steuern)
-136
0
0
-43
-179
Eigenkapital
18.241
0
1.000
1.272
20.513
Entwicklung der Neubewertungsrücklagen aus Finanzinstrumenten einschließlich zugehöriger latenter Steuern und nach der Equity-
Methode bilanzierten Unternehmen im Geschäftsjahr 2013
Schuldverschreibungen
und andere
festverzinsliche
Wertpapiere
Mio. EUR
Aktien und
andere nicht
festverzinsliche
Wertpapiere
Mio. EUR
Beteiligungen
Mio. EUR
Effekte aus
latenten
Steuern
Mio. EUR
Nach der
Equity-
Methode
bilanzierte
Unternehmen
Mio. EUR
Summe
Mio. EUR
Stand 01.01.2013
-40
1
5
-3
-14
-51
A. Erfolgswirksame
Veränderung
Minderung wegen
Abgängen
00 0 0 0 0
Erhöhung wegen
Abgängen
00 0 0 0 0
Entnahmen wegen
Wertminderungen
(Impairment)
20 0 0 0 2
Amortisierung nach
Umwidmungen
28
0
0
0
0
28
Veränderung
Konsolidierungskreis
0 00000
Summe erfolgswirksame
Veränderung
31
0
0
0
0
31
B. Erfolgsneutrale
Veränderung
Veränderungen der
Neubewertungsrücklagen
wegen Zuschreibungen
(Impairment Reversal)
nur für
Eigenkapitalinstrumente
0 00000
Veränderungen der
Neubewertungsrücklagen
aufgrund von
Veränderungen
beizulegender Zeitwerte
7 -1 0 2 3 12
Summe erfolgsneutrale
Veränderung
7 -1 0 2 3 12
Wechselkursänderungen
0
0
0
0
0
0
Stand 31.12.2013
-2
0
5
-1
-10
-9
Entwicklung der Neubewertungsrücklagen aus versicherungsmathematischen Gewinnen bzw. Verlusten bei leistungsorientierten
Pensionsverpflichtungen einschließlich zugehöriger latenter Steuern im Geschäftsjahr 2013
Versicherungsmathematische
Gewinne/ Verluste bei
leistungsorientierten
Pensionsverpflichtungen
Mio. EUR
Effekte aus
latenten Steuern
Mio. EUR
Summe
Mio. EUR
Seite 49 von 110

Versicherungsmathematische
Gewinne/ Verluste bei
leistungsorientierten
Pensionsverpflichtungen
Mio. EUR
Effekte aus
latenten Steuern
Mio. EUR
Summe
Mio. EUR
Stand 01.01.2013
-147
11
-136
Erfolgsneutrale Veränderung
Veränderung der Neubewertungsrücklagen aufgrund von
Veränderungen der versicherungs- mathematischen
Bewertungsparameter
-42
-1
-43
Stand 31.12.2013
-189
10
-179
Kapitalflussrechnung
2014
Mio. EUR
2013
Mio. EUR
Konzerngewinn
1.514
1.273
Im Konzerngewinn enthaltene zahlungsunwirksame Posten und Überleitung auf den
Cashflow aus operativer Geschäftstätigkeit:
Abschreibungen, Wertberichtigungen, Zuschreibungen auf Forderungen, Sach- und
Finanzanlagen sowie Veränderungen der Rückstellungen im Kreditgeschäft
267
405
Veränderung der sonstigen Rückstellungen
133
99
Andere zahlungsunwirksame Aufwendungen und Erträge
0
0
Gewinn und Verlust aus der Veräußerung von Finanz- und Sachanlagen
-9
-17
Sonstige Anpassungen
-2.511
-2.207
Zwischensumme
-606
-448
Veränderung des Vermögens und der Verbindlichkeiten aus operativer Geschäftstätigkeit
nach Korrektur um zahlungsunwirksame Bestandteile:
Forderungen an Kreditinstitute
1.180
8.361
Forderungen an Kunden
-4.569
2.173
Wertpapiere
-79
694
Andere Aktiva aus operativer Geschäftstätigkeit
-20.979
28.383
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
5.269
-12.994
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden
-1.224
-3.102
Verbriefte Verbindlichkeiten
18.475
-25.334
Andere Passiva aus operativer Geschäftstätigkeit
-33
-4.555
Erhaltene Zinsen und Dividenden
10.266
11.040
Gezahlte Zinsen
-8.083
-8.650
Ertragsteuerzahlungen
-64
-10
Cashflow aus operativer Geschäftstätigkeit
-448
-4.442
Sachanlagevermögen:
Einzahlungen aus der Veräußerung
30
2
Auszahlungen für den Erwerb
-102
-110
Finanzanlagen (Beteiligungen):
Ein-/Auszahlungen aus der Veräußerung bzw. für den Erwerb
-54
-50
Cashflow aus Investitionstätigkeit
-126
-158
Einzahlungen aus Kapitalveränderungen
00
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit
00
Zahlungsmittelbestand zum Ende der Vorperiode
1.360
5.960
Cashflow aus operativer Geschäftstätigkeit
-448
-4.442
Cashflow aus Investitionstätigkeit
-126
-158
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit
0
0
Zahlungsmittelbestand zum Ende der Periode
786
1.360
Der ausgewiesene Zahlungsmittelbestand bei der Darstellung der Kapitalflussrechnung nach IAS 7 entspricht dem Bilanzposten Barreserve
und umfasst somit den Kassenbestand sowie die Guthaben bei Zentralnotenbanken.
In der Kapitalflussrechnung wird die Veränderung des Zahlungsmittelbestandes des Geschäftsjahres durch die Zahlungsströme aus der
operativen Geschäftstätigkeit, der Investitionstätigkeit und der Finanzierungstätigkeit dargestellt. Der Posten Sonstige Anpassungen
enthält im Wesentlichen die Bereinigung um den Zinsüberschuss in Höhe von -2.424 Mio. EUR (2013: -2.413 Mio. EUR),
Bewertungsergebnisse in Höhe von -310 Mio. EUR (2013: -206 Mio. EUR) sowie Wechselkursänderungen in Höhe von +103 Mio. EUR
(2013: -50 Mio. EUR).
Hinsichtlich des Liquiditätsrisikomanagements des KfW-Konzerns wird auf die Ausführungen zum Liquiditätsrisiko im Konzernlagebericht
verwiesen.
Anhang
Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden
(1) Grundlagen der Konzernrechnungslegung
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Die KfW ist die Förderbank der Bundesrepublik Deutschland und wurde 1948 als eine Anstalt des öffentlichen Rechts mit Sitz in Frankfurt
am Main gegründet.
Für die Aufstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts ist der Vorstand der KfW verantwortlich; nach Empfehlung durch
den Prüfungsausschuss erfolgt die Billigung durch den Verwaltungsrat der KfW. Vorgänge von besonderer Bedeutung, die nach dem
Abschlussstichtag (31.12.2014) eingetreten sind, liegen nicht vor (Stichtag 03.03.2015).
Die KfW bildet zum Abschlussstichtag zusammen mit fünf Tochtergesellschaften, die voll konsolidiert werden, den Konzern. Drei
assoziierte Unternehmen werden nach der Equity-Methode einbezogen.
Der Konzernabschluss zum 31.12.2014 ist gemäß § 315a Absatz 1 HGB nach den Vorschriften der International Financial Reporting
Standards (IFRS), wie sie in der Europäischen Union (EU) anzuwenden sind, sowie den Interpretationen des International Financial
Reporting Interpretations Committee (IFRIC) als verpflichtender Konzernabschluss gemäß Artikel 4 der Verordnung (EG) Nummer
1606/2002 (IAS-Verordnung) des Europäischen Parlaments und des Rates vom 19.07.2002 sowie weiteren Verordnungen zur Übernahme
bestimmter internationaler Rechnungslegungsstandards aufgestellt. Maßgeblich sind diejenigen Standards und Interpretationen, die zum
Abschlussstichtag veröffentlicht und von der EU übernommen wurden.
Die ergänzend anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften, die auch für den IFRS-Konzernabschluss gelten, werden berücksichtigt.
Der Konzernlagebericht gemäß § 315 HGB beinhaltet den Risikobericht mit den risikoorientierten Angaben zu Finanzinstrumenten nach
IFRS 7, die Angabe wesentlicher Ereignisse nach dem Bilanzstichtag gemäß IAS 10 sowie die Angaben zum Kapital und
Kapitalmanagement nach IAS 1.134.
Der Konzernabschluss wird nach konzerneinheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden aufgestellt und basiert auf dem Grundsatz
der Unternehmensfortführung. Die einbezogenen Tochterunternehmen haben ihren Jahresabschluss zum Stichtag 31.12.2014 aufgestellt.
Bei den nach der Equity-Methode einbezogenen assoziierten Unternehmen werden die Abschlüsse vom 30.09.2014 herangezogen.
Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden im Konzernabschluss wurden stetig angewandt.
Die Berichtswährung und funktionale Währung ist der Euro. Alle Beträge werden, sofern nicht besonders darauf hingewiesen wird, in
Millionen Euro (Mio. EUR) angegeben.
Die Bewertung zum Abschlussstichtag erfolgt grundsätzlich auf Basis der (fortgeführten) Anschaffungskosten mit Ausnahme der folgenden
Finanzinstrumente:
Derivative Finanzinstrumente, die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden
Designierte Finanzinstrumente, die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte, die erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden
(2) Ermessensentscheidungen und Schätzungen
Der Konzernabschluss enthält Werte unter Verwendung von Ermessensentscheidungen bzw. Schätzungen und Annahmen, die im Einklang
mit dem jeweiligen Rechnungslegungsstandard bestmöglich ermittelt werden. Die zukünftig tatsächlich realisierten Beträge können von
diesen Schätzungen abweichen. Schätzungen und Annahmen sind insbesondere erforderlich bei der Ermittlung der Risikovorsorge, dem
Ansatz und der Bewertung von Rückstellungen (im Wesentlichen für Pensionsverpflichtungen sowie Rechtsrisiken), bei der auf
Bewertungsmodellen basierenden Bewertung von Finanzinstrumenten zum beizulegenden Zeitwert, der Beurteilung und der Bemessung
von außerplanmäßigen Abschreibungen von Vermögenswerten sowie der Beurteilung der Realisierbarkeit von aktiven latenten Steuern.
Die Schätzungen und deren zugrunde liegende Annahmen werden fortlaufend überprüft und basieren unter anderem auf
Erfahrungswerten, einschließlich Erwartungen hinsichtlich zukünftiger Ereignisse, die unter den gegebenen Umständen als wahrscheinlich
erscheinen. Sofern Schätzungen und deren zugrunde liegende Annahmen erforderlich waren, sind die getroffenen Annahmen bei der
Erläuterung der entsprechenden Posten dargestellt.
Die KfW geht davon aus, dass es grundsätzlich zu keinen Abweichungen bzw. Schätzunsicherheiten kommt, aus denen wesentliche
Anpassungen der betreffenden Vermögenswerte bzw. Schulden innerhalb des nächsten Geschäftsjahres resultieren. Im Hinblick auf die
besonderen Abhängigkeiten von der Entwicklung der Wirtschaftslage sowie der Finanzmärkte kann dies allerdings nicht vollständig
ausgeschlossen werden. Da Bewertungsmodelle - insbesondere unter Verwendung nicht am Markt beobachtbarer Daten - bei der
Bewertung von Wertpapieren zum beizulegenden Zeitwert
nur bei einem Teil des Portfolios zum Einsatz kommen und Finanzderivate der
wirtschaftlichen Absicherung von Risiken dienen, sind diese Risiken als gering einzuschätzen.
Weitere wesentliche Ermessensentscheidungen bei der Ausübung von Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden betreffen die freiwillige
vorzeitige Anwendung neuer oder geänderter IFRS/IFRIC, die Festlegung des Konsolidierungskreises, die Nutzung der Fair-Value-Option
bei der Kategorisierung finanzieller Vermögenswerte und Verpflichtungen, die Anwendung der geltenden Umwidmungsmöglichkeiten
finanzieller Vermögenswerte des IAS 39, die Ermittlung von beizulegenden Zeitwerten bei bestimmten Finanzinstrumenten einschließlich
der Einschätzung des Vorliegens eines aktiven Marktes sowie die bilanzielle Abbildung wirtschaftlicher Sicherungsbeziehungen sowie die
Bildung von Klassen im Rahmen der Offenlegung von Angaben zu Finanzinstrumenten.
(3) Beurteilung der Auswirkungen von erstmals angewandten neuen oder geänderten IFRS/IFRIC
IFRS 10 wurde im Mai 2011 veröffentlicht und ersetzt jegliche Ausführungen und Richtlinien des IAS 27 "Konzern- und Einzelabschlüsse"
sowie SIC-12 "Konsolidierung Zweckgesellschaften" zum Thema Beherrschung und Konsolidierung. Aus der erstmaligen Anwendung des
IFRS 10 haben sich keine Änderungen in Bezug auf die Einbeziehungspflicht von Tochterunternehmen ergeben. IAS 27 wurde im
Zusammenhang mit der Veröffentlichung des IFRS 10 geändert. Der geänderte IAS 27 befasst sich nunmehr lediglich mit den
Rechnungslegungsgrundsätzen für Tochterunternehmen, assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen im Einzelabschluss
von Mutterunternehmen.
Der neue zusammen mit IFRS 10 veröffentlichte Standard IFRS 11 regelt die Bilanzierung von Gemeinschaftsunternehmen oder
gemeinschaftlichen Tätigkeiten, wenn mindestens zwei Unternehmen die gemeinschaftliche Führung ausüben. Der bisherige Standard IAS
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31 und die Interpretation SIC 13 werden somit ersetzt. Aus der erstmaligen Anwendung des Standards IFRS 11 sowie der Änderungen an
IAS 28 (Anteile an assoziierten Unternehmen) ergab sich kein Anpassungsbedarf für den Kreis der at Equity bewerteten Unternehmen.
IFRS 12 wurde ebenfalls im Mai 2011 veröffentlicht und beinhaltet Offenlegungspflichten zu Beteiligungen an Tochterunternehmen,
assoziierten Unternehmen, Gemeinschaftsunternehmen sowie nicht konsolidierten Strukturierten Unternehmen. Die Anhangangaben
wurden entsprechend den neuen Vorgaben ergänzt.
Aus den erstmals anzuwendenden Änderungen an IFRS 10, IFRS 12 und IAS 27 (Investmentgesellschaften) haben sich keine
Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sowie auf den Konsolidierungskreis des Konzerns ergeben.
Die Änderungen an IFRS 10, IFRS 11 und IFRS 12 enthalten Erleichterungen bei den Übergangsvorschriften, die der Konzern für IFRS 12
in Anspruch genommen hat.
Die mit Wirkung ab dem Geschäftsjahr 2014 anzuwendenden Änderungen des Standards IAS 39 "Finanzinstrumente: Ansatz und
Bewertung" (Dezember 2013, Novation von Derivaten und Fortsetzung der Bilanzierung von Sicherungsgeschäften) wurden noch nicht
angewandt, da die KfW noch keine Novation von Sicherungsinstrumenten auf eine zentrale Gegenpartei vorgenommen hat. Sofern die
KfW dies zukünftig durchführt, sind aus den Änderungen materielle Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des
Konzerns möglich.
Aus den erstmals anzuwendenden Änderungen des Standards IAS 32 "Finanzinstrumente: Darstellung" (Dezember 2012, Saldierung von
finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verpflichtungen) haben sich keine Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und
Ertragslage des Konzerns ergeben.
Aus den erstmals anzuwendenden Änderungen des Standards IAS 36 "Wertminderung von Vermögenswerten" (Dezember 2013, Angaben
zum erzielbaren Betrag bei nicht finanziellen Vermögenswerten) haben sich keine Auswirkungen auf die Anhangangaben des Konzerns
ergeben.
Aus der erstmals anzuwendenden Interpretation zur Bilanzierung von Verpflichtungen zur Zahlung öffentlicher Abgaben (IFRIC 21
"Abgaben") haben sich keine wesentlichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage ergeben.
(4) Konsolidierungskreis
Alle wesentlichen Tochterunternehmen sowie assoziierten Unternehmen werden in den Konzernabschluss einbezogen.
Tochterunternehmen sind alle Unternehmenseinheiten (inkl. Strukturierter Unternehmen), über die der Konzern Beherrschung/Kontrolle
(control) ausübt. Beherrschung liegt vor, wenn ein Konzern durch sein Engagement variablen Rückflüssen ausgesetzt ist bzw. Anspruch
darauf hat sowie die Möglichkeit hat, seine Verfügungsgewalt zu nutzen, um die Höhe der Rückflüsse zu beeinflussen.
Tochterunternehmen werden von dem Zeitpunkt an in den Konzernabschluss einbezogen (Vollkonsolidierung), zu dem die Kontrolle auf
den Konzern übergegangen ist. Sie werden zu dem Zeitpunkt entkonsolidiert, zu dem die Kontrolle endet.
Assoziierte Unternehmen werden gemäß IAS 28 einbezogen, sofern ein maßgeblicher Einfluss besteht.
Die Zusammensetzung des Konsolidierungskreises ist im Anhang unter den "Angaben zum Anteilsbesitz" dargestellt.
(5) Konsolidierungsgrundsätze
Im Rahmen der Kapitalkonsolidierung werden Vermögenswerte und Verbindlichkeiten der Tochterunternehmen unabhängig von der
Anteilsquote zum Zeitpunkt des Erwerbs neu bewertet und in die Konzernbilanz übernommen. Die aufgedeckten stillen Reserven und
Lasten werden entsprechend den anzuwendenden Standards bilanziert. Verbleibt nach der Neubewertung ein aktivischer
Unterschiedsbetrag, wird dieser als Geschäfts- oder Firmenwert aktiviert. Derzeit besteht kein Geschäfts- oder Firmenwert.
Forderungen und Verbindlichkeiten sowie Aufwendungen und Erträge aus Geschäften zwischen in den Konzernabschluss einbezogenen
Gesellschaften werden im Rahmen der Schuldenkonsolidierung bzw. Aufwands- und Ertragskonsolidierung eliminiert. Ebenso werden
Zwischenergebnisse, die zwischen den voll konsolidierten Unternehmen angefallen sind, herausgerechnet.
Anteile an assoziierten Unternehmen werden nach der Equity-Methode bilanziert. Der Anteil an den Ergebnissen assoziierter Unternehmen
wird in der Gewinn- und Verlustrechnung in einem gesonderten Posten gezeigt.
Minderheitenanteile bestehen nicht.
(6) Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung
Ein Finanzinstrument ist ein Vertrag, der bei einem Unternehmen zu einem finanziellen Vermögenswert und bei dem anderen
Unternehmen zu einer finanziellen Verbindlichkeit oder einem Eigenkapitalinstrument führt. Die nachfolgenden Erläuterungen geben eine
Übersicht darüber, wie die Vorschriften des IAS 39 umgesetzt werden.
Der erstmalige Ansatz erfolgt bei originären Finanzinstrumenten zum Erfüllungstag, bei Derivaten zum Handelstag.
Finanzinstrumente sind im Zeitpunkt des erstmaligen Ansatzes einer der nachstehend aufgeführten Kategorien zuzuordnen. Die
Folgebewertung ist abhängig von dieser Kategorisierung vorzunehmen:
A. Kredite und Forderungen (loans and receivables)
B. bis zur Endfälligkeit zu haltende Finanzinvestitionen (held to maturity)
C. erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten (at fair value through profit or
loss)
a. designierte
finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten (designated at fair value through profit or loss, Fair-Value-Option)
b. zu
Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten (held for trading)
D. zur
Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte (available for sale)
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E. andere Verbindlichkeiten (other liabilities)
Unter die Kategorie Kredite und Forderungen fallen nichtderivative finanzielle Vermögenswerte mit festen oder bestimmbaren Zahlungen,
sofern für diese kein aktiver Markt besteht. Die Bewertung erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der
Effektivzinsmethode. Im Konzern fällt hierunter vor allem das unter den Forderungen an Kreditinstitute und Kunden ausgewiesene
Kreditgeschäft. Der Konzern greift im Kreditgeschäft bei der Selektion der Ausfallkriterien auf die Baseler Definition zurück und verwendet
eine konzernweit einheitliche Ausfalldefinition. Ausfallkriterien sind insbesondere Zahlungsverzug um mehr als 90 Tage (unter Beachtung
einer Marginalitätsgrenze) sowie drohende Nichterfüllung der Zahlungsverpflichtungen bei Indikationen wie Antrag auf Insolvenz, Material
Adverse Change, Distressed Loan Indication, Konvertierungs- und Transferereignis, Debt to Equity Swap, Stundung/ Restrukturierung und
Verkauf einer Forderung mit einem erheblichen Verlust aufgrund bonitätsbedingter Verschlechterung des Kreditnehmers.
Bis zur Endfälligkeit zu haltende Finanzinvestitionen sind nichtderivative Finanzinstrumente mit festen oder bestimmbaren Zahlungen
sowie einer festen Fälligkeit, die mit der Absicht und Fähigkeit erworben werden, sie bis zur Endfälligkeit zu halten. Diese
Bewertungskategorie wird im Wertpapierportfolio des Konzerns einzelfallbezogen bei Erwerb genutzt. Der Ausweis erfolgt unter den
Finanzanlagen, zu erfassende Wertminderungen und Wertaufholungen sind im Finanzanlageergebnis erfasst. Die Amortisierung von Agien
und Disagien nach der Effektivzinsmethode wird erfolgswirksam im Zinsergebnis ausgewiesen.
Bei finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten kann unwiderruflich die Fair-Value-Option genutzt werden, wenn
durch die Einstufung Inkongruenzen bei der Bewertung oder beim Ansatz (Accounting Mismatch) beseitigt oder erheblich
verringert werden können, die sich aus der Bewertung von finanziellen Vermögenswerten oder finanziellen Verbindlichkeiten oder
der Erfassung von Gewinnen oder Verlusten nach unterschiedlichen Bewertungsmethoden ergeben, oder
eine Gruppe von finanziellen Vermögenswerten und/oder finanziellen Verbindlichkeiten gemäß der dokumentierten
Risikomanagement- oder Anlagestrategie gesteuert und ihre Wertentwicklung auf Grundlage des beizulegenden Zeitwerts
beurteilt wird und die Informationen an Personen in Schlüsselpositionen weitergereicht werden oder
ein Vertrag ein oder mehrere eingebettete Derivate enthält, die die Zahlungsströme des Vertrags erheblich ändern, oder wenn
nicht ohne Analyseaufwand ersichtlich ist, dass eine Trennung des eingebetteten Derivats bzw. der eingebetteten Derivate
unzulässig ist.
Die designierten finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten werden erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Der
Konzern wendet die Fair-Value-Option zur Darstellung von wirtschaftlichen Sicherungsbeziehungen, zur Bilanzierung strukturierter
Produkte, zur bilanziellen Abbildung von Verbriefungstransaktionen sowie im Beteiligungsgeschäft an. Diese Finanzinstrumente werden
insbesondere unter den Posten Finanzanlagen, Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und Kunden sowie Verbriefte
Verbindlichkeiten ausgewiesen. Änderungen des beizulegenden Zeitwerts werden im Ergebnis aus der Fair-Value-Bewertung anderer
Finanzinstrumente erfasst, Zinserträge bzw. -aufwendungen sind im Zinsüberschuss ausgewiesen.
Die Finanzinstrumente der Kategorie zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten werden
erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Darunter fallen neben originären Finanzinstrumenten, die mit kurzfristiger
Gewinnerzielungsabsicht kontrahiert werden, auch Derivate. Der Konzern betreibt keine Geschäfte mit kurzfristiger
Gewinnerzielungsabsicht. Die ausschließlich zu Sicherungszwecken abgeschlossenen Derivate werden dieser Kategorie zugeordnet, sofern
sie nicht im Hedge Accounting nach IAS 39 verwendet werden. Der Ausweis erfolgt unter dem Posten Sonstige Derivate. Änderungen des
beizulegenden Zeitwerts werden im Ergebnis aus der Fair-Value-Bewertung anderer Finanzinstrumente erfasst. Derivate im Hedge
Accounting werden im gleichnamigen Posten ausgewiesen. Änderungen des beizulegenden Zeitwerts werden im Ergebnis aus dem Hedge
Accounting erfasst. Zinserträge bzw. -aufwendungen aus Derivaten werden im Zinsüberschuss ausgewiesen.
Alle übrigen finanziellen Vermögenswerte fallen unter die Kategorie zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte. Der
Unterschiedsbetrag zwischen beizulegendem Zeitwert und (fortgeführten) Anschaffungskosten wird so lange erfolgsneutral in einem
gesonderten Posten des Eigenkapitals ausgewiesen, bis der Vermögenswert veräußert wird oder eine erfolgswirksam zu erfassende
Wertminderung eingetreten ist. Dies ist bei Fremdkapitaltiteln der Fall, sofern objektive Hinweise ("Trigger") für eine Wertminderung
vorliegen und diese sich auf die erwarteten künftigen Cashflows auswirken. In Abhängigkeit von der Art des Finanzinstruments sind
spezifische Trigger definiert worden. Beispielsweise können Ereignisse wie Zahlungsverzug ab 30 Tagen, ein Absinken des internen
Ratings auf die Klasse für Non-Performing-Loans oder ein deutliches Absinken des Kurswerts als objektive Hinweise auf eine mögliche
Wertminderung
gelten. Darüber hinaus ist bei Eigenkapitalinstrumenten bei einem dauerhaften oder signifikanten Unterschreiten der
Anschaffungskosten eine Wertminderung erfolgswirksam zu erfassen. Die Wertminderung eines in diese Kategorie eingestuften
Fremdkapitalinstruments wird erfolgswirksam rückgängig gemacht, wenn die objektiven Hinweise für eine Wertminderung nicht mehr
vorliegen. Wertminderungen von in diese Kategorie eingestuften Eigenkapitalinstrumenten dürfen nur erfolgsneutral rückgängig gemacht
werden. Eigenkapitalinstrumente, für die eine verlässliche Bewertung zum beizulegenden Zeitwert nicht möglich ist, werden zu
Anschaffungskosten bewertet. Wertminderungen werden erfolgswirksam erfasst. Wertaufholungen werden in diesem Fall nicht
berücksichtigt. Im Konzern werden die zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerte im Posten Finanzanlagen ausgewiesen.
Veräußerungserfolge, erfolgswirksam zu erfassende Wertminderungen und Wertaufholungen aus Fremdkapitaltiteln sind im
Finanzanlageergebnis erfasst. Die Amortisierung von Agien und Disagien erfolgt nach der Effektivzinsmethode erfolgswirksam im
Zinsergebnis.
Sämtliche originären finanziellen Verbindlichkeiten, für die nicht die Fair-Value-Option genutzt wird, sind als andere Verbindlichkeiten
kategorisiert. Die Bewertung erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode. Im Konzern fallen
hierunter Mittelaufnahmen, die unter den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und Kunden, den Verbrieften Verbindlichkeiten und
dem Nachrangkapital ausgewiesen werden.
Der bilanzielle Abgang erfolgt bei finanziellen Vermögenswerten mit der Ausnahme von Derivaten zum Erfüllungstag. Eine Ausbuchung
erfolgt dann, wenn die vertraglichen Rechte aus dem Vermögenswert erloschen sind, die Verfügungsmacht bzw. die Kontrolle übertragen
wurde oder die Chancen und Risiken im Wesentlichen auf einen konzernfremden Dritten übergegangen sind.
Finanzielle Verpflichtungen werden ausgebucht, wenn die im Vertrag genannten Verpflichtungen beglichen, aufgehoben oder ausgelaufen
sind.
Für Zuweisungsgeschäfte der Bundesregierung gemäß § 2 Absatz 4 KfW-Gesetz werden die allgemeinen Ansatzverfahren des Konzerns für
die entsprechenden Finanzinstrumente angewandt; die Bewertung erfolgt unter Beachtung der jeweiligen einzelvertraglichen Regelungen
hinsichtlich der Risikoverteilung.
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Mit der Ergänzung des IAS 39 in der Fassung vom 13.10.2008 wurden die Möglichkeiten zur Umwidmung von finanziellen
Vermögenswerten ausgeweitet. Es war demnach möglich, bis zum 31.10.2008 rückwirkend zum 01.07.2008 und danach prospektiv ab
dem Zeitpunkt des Beschlusses Vermögenswerte der Kategorie zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte in die Kategorie
Kredite und Forderungen umzuwidmen, sofern die Absicht und Fähigkeit bestand, die betreffenden Finanzinstrumente in vorhersehbarer
Zukunft bzw. bis zur Endfälligkeit zu halten, und sofern die allgemeinen Kategorisierungskriterien der Kategorie Kredite und Forderungen
zum Umwidmungszeitpunkt erfüllt waren.
Der Konzern hat die Nutzung dieser Möglichkeit am 31.10.2008 rückwirkend zum 01.07.2008 für die forderungsbesicherten Wertpapiere
beschlossen, für die im Zuge der allgemeinen Vertrauenskrise an den Finanzmärkten zum Zeitpunkt des Beschlusses kein aktiver Markt
mehr bestand - also keine aktuellen und regelmäßig auftretenden Markttransaktionen wie unter unabhängigen Dritten beobachtbar waren
- und die bis zur Endfälligkeit gehalten werden sollten.
Zudem wurden mit Beschluss vom 17.02.2009 Teile von den im Konzern der Liquiditätssicherung - durch Verwendung im Rahmen von
Pensionsgeschäften bzw. Offenmarktgeschäften der Europäischen Zentralbank - dienenden Wertpapieren unter Nutzung dieser Möglichkeit
mit prospektiver Wirkung umgewidmet. Für diese Wertpapiere, die in vorhersehbarer Zukunft gehalten werden sollten, bestand im Zuge
der allgemeinen Vertrauenskrise an den Finanzmärkten zum Zeitpunkt des Beschlusses kein aktiver Markt mehr.
Der zum Zeitpunkt der Umwidmung beizulegende Zeitwert stellt die neuen Anschaffungskosten des umgegliederten finanziellen
Vermögenswerts dar, die Amortisierung erfolgt nach der Effektivzinsmethode erfolgswirksam im Zinsertrag. Der bis zum Zeitpunkt der
Umwidmung erfolgsneutral erfasste Unterschiedsbetrag zwischen beizulegendem Zeitwert und (fortgeführten) Anschaffungskosten wird
weiterhin erfolgsneutral in einem gesonderten Posten des Eigenkapitals ausgewiesen. Die Amortisierung nach der Effektivzinsmethode
wird erfolgswirksam im Zinsertrag ausgewiesen.
Die Klassenbildung für die Anhangangaben erfolgt in Übereinstimmung mit dem vor allem auf das - zu (fortgeführten) Anschaffungskosten
bewertete - Kreditgeschäft ausgerichteten Geschäftsmodell des Konzerns auf Basis von Produkten (zum Beispiel werden die Forderungen
an Kreditinstitute getrennt nach Geldmarktgeschäften und Krediten und Darlehen) bzw. den diese zusammenfassenden Bilanzposten. Vor
dem Hintergrund der Zins- und Währungsrisikosteuerung auf Gesamtbankebene (Zusammenspiel von originären Finanzinstrumenten und
derivativen Absicherungsgeschäften) geben die zusammenfassenden Bilanzposten dabei grundsätzlich eine an den jeweils enthaltenen
wesentlichen Risiken orientierte Sichtweise wieder. Diesbezüglich wird auf den Risikobericht im Konzernlagebericht verwiesen.
(7) Finanzinstrumente: Bewertungsverfahren
Der erstmalige Ansatz eines Finanzinstruments im Konzern erfolgt zum beizulegenden Zeitwert.
Die Folgebewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten basiert im Konzern auf dem beizulegenden Zeitwert bei Erstbewertung unter
Berücksichtigung von Tilgungen und etwaigen Wertminderungen. Die Amortisierung von Agien und Disagien, Transaktionskosten und
Entgelten erfolgt unter Verwendung der Effektivzinsmethode auf Basis der vertraglichen Zahlungsströme. Die Amortisierung von Disagien
im Förderkreditgeschäft erfolgt bis zum Ablauf der ersten Zinsbindung (in der Regel fünf oder zehn Jahre).
Die Folgebewertung zum beizulegenden Zeitwert - in Abhängigkeit von der Bewertungskategorie regelmäßig für den bilanziellen Ansatz
und für Angaben zu Finanzinstrumenten im Anhang ermittelt - richtet sich im Konzern nach folgender Hierarchie:
A. Aktiver Markt (mit Zuordnung in die Klasse "Quotierter Marktpreis")
Auf einem aktiven Markt notierte Preise sind der bestmögliche objektive Hinweis für den beizulegenden Zeitwert. Ein Finanzinstrument gilt
als an einem aktiven Markt notiert, wenn notierte Preise leicht und regelmäßig erhältlich sind und diese Preise aktuelle - das heißt am
Abschlussstichtag oder kurz davor gehandelte - und regelmäßig auftretende Markttransaktionen wie unter unabhängigen Dritten
darstellen. Berücksichtigt werden bei dieser Beurteilung neben den gehandelten Nominalvolumina, den Kontraktgrößen und der
Kontraktanzahl vor allem auch die beobachteten Geld-Brief-Spannen, die bei einer deutlichen Ausweitung auf einen inaktiven Markt
hindeuten.
B. Kein aktiver Markt - Bewertungsverfahren (mit Zuordnung in die Klasse "Bewertungsverfahren auf Basis beobachtbarer Marktdaten
(modellhaft)" oder "Bewertungsverfahren auf Basis teilweise nicht am Markt beobachtbarer Daten")
Wird das Finanzinstrument nicht an einem aktiven Markt notiert, werden Bewertungsverfahren verwendet. Genutzte Bewertungsverfahren
sind
insbesondere die Discounted-Cashflow-Methode und Optionspreismodelle sowie der Vergleich mit dem beizulegenden Zeitwert eines
Finanzinstruments mit fast identischen Charakteristika (beispielsweise Multiplikatorenmodelle). Die Bewertungsverfahren berücksichtigen
alle Parameter, die die Marktteilnehmer bei der Preisbildung einbeziehen würden, beispielsweise Marktzinssätze, risikolose Zinssätze,
Bonitätsspreads oder Swapkurven. Da diese Daten grundsätzlich am Markt beobachtbar und größtenteils auch ausschließlich maßgeblich
sind bei der Bewertung der mittels Bewertungsverfahren zu bewertenden Finanzinstrumente, erfolgt bei den Angaben zu genutzten
Bewertungsverfahren bei zum beizulegenden Zeitwert bilanzierten Finanzinstrumenten daher im Regelfall eine Zuordnung in die Klasse
"Bewertungsverfahren auf Basis beobachtbarer Marktdaten (modellhaft)". Diese Zuordnung gilt im Regelfall auch für durch
Preisserviceagenturen zur Verfügung gestellte Preisquotierungen auf nicht aktiven Märkten.
Werden hingegen bei der Bewertung doch maßgebliche nicht am Markt beobachtbare Daten wie beispielsweise erwartete risikolose
Kundenmargen oder Kapitalkosten herangezogen, erfolgt eine Zuordnung in die Klasse "Bewertungsverfahren auf Basis teilweise nicht am
Markt beobachtbarer Daten".
Sofern durch die Anwendung eines Bewertungsverfahrens, das in signifikantem Umfang nicht am Markt beobachtbare Parameter
berücksichtigt, Differenzen zwischen dem Transaktionspreis und dem Modellwert im Zugangszeitpunkt bestehen, wird analysiert, ob es
wirtschaftliche Gründe für diese Initialdifferenzen gibt (wie beispielsweise den Abschluss eines Geschäftes auf einem Markt, der nicht der
Hauptmarkt für dieses Geschäft ist). Im Konzern treffen diese wirtschaftlichen Gründe ausschließlich auf einen kleinen Teil des
Derivateportfolios zu, der in Verbindung mit dem und in Bezug auf das Export- und Projektfinanzierungskreditgeschäft als
Sicherungsgeschäft für Kunden besteht. Die diesbezüglichen marktgerecht ausgestalteten OTC-Derivate werden nicht auf dem
bewertungsrelevanten Hauptmarkt (OTC-Interbanken-Markt) abgeschlossen. Die bei Abschluss dieser Derivate festzustellenden
Initialdifferenzen werden über die Laufzeit der Finanzinstrumente amortisiert, da in das Bewertungsverfahren maßgeblich nicht am Markt
beobachtbare Bewertungsparameter einfließen. Die Zuverlässigkeit des Bewertungsverfahrens ist durch regelmäßige Modellvalidierungen
sichergestellt.
C. Kein aktiver Markt - Eigenkapitalinstrumente (mit Zuordnung in die Klasse "Bewertungsverfahren auf Basis teilweise nicht am Markt
beobachtbarer Daten")
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Ist eine zuverlässige Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts von Eigenkapitalinstrumenten, die nicht auf einem aktiven Markt notiert sind,
mit Bewertungsmodellen in Ausnahmefällen nicht möglich, erfolgt die Bewertung zu Anschaffungskosten. Der beizulegende Zeitwert ist
nicht zuverlässig ermittelbar, wenn die Bandbreite der vernünftigen Schätzung des beizulegenden Zeitwerts für dieses Instrument
erheblich ist und die Eintrittswahrscheinlichkeiten nicht auf angemessene Weise beurteilt werden können.
Diese Hierarchie wird grundsätzlich wie folgt im Konzern angewandt:
Beizulegende Zeitwerte aus aktiven Märkten finden insbesondere Anwendung bei Schuldverschreibungen und anderen festverzinslichen
Wertpapieren - soweit keine inaktiven Märkte vorliegen und daher Bewertungsverfahren bzw. durch Preisserviceagenturen zur Verfügung
gestellte Preisquotierungen auf nicht aktiven Märkten zum Einsatz kommen - und bei passivisch ausgewiesenen eigenen Emissionen.
Bewertungsverfahren für originäre Finanzinstrumente werden allerdings vor allem bei den in den Posten Forderungen an Kreditinstitute
und Kunden, Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und Kunden und Verbriefte Verbindlichkeiten ausgewiesenen Produkten
angewandt. Auch für die OTC-Derivate werden Bewertungsverfahren herangezogen.
Im Einzelnen wird bei bestimmten Produktgruppen wie folgt vorgegangen:
Die Untersuchung, ob ein Finanzinstrument an einem aktiven Markt notiert wird, erfolgt bei den Wertpapieren im Finanzanlagebestand des
Konzerns auf Basis homogener Portfolios. Die Prüfung der Marktaktivität erfolgt dabei anhand der nachfolgenden Kriterien:
Es existieren mehrere Preissteller.
Es werden regelmäßig Preise gestellt.
Preise zwischen den Preisstellern weichen nur geringfügig voneinander ab.
Die Geld-Brief-Spanne ist gering.
Zum Abschlussstichtag werden bei den aktivischen Wertpapieren des Konzerns grundsätzlich Preise auf aktiven Märkten zur Bestimmung
des beizulegenden Zeitwerts herangezogen. Darüber hinaus werden bei Teilen des Portfolios Preise von Preisserviceagenturen verwendet,
die nicht als quotierte Preise auf aktiven Märkten zu qualifizieren sind. Liegen diese im Einzelfall nicht vor, werden stattdessen
Bewertungsverfahren zur Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts genutzt, die die am Markt beobachtbaren Parameter berücksichtigen.
Die genutzten Bewertungsmethoden preisen dabei insbesondere die Veränderungen von Bonitäten und risikolosen Zinssätzen ein,
berücksichtigen aber auch die allgemeine und die für das jeweilige, spezifische Finanzinstrument resultierende Markteinengung aufgrund
geringerer Liquidität.
Bei den OTC-Derivaten werden Bewertungsverfahren verwendet, die insbesondere auch die kontrahentenspezifischen Ausfallrisiken unter
Anrechnung vorhandener Sicherheiten berücksichtigen. Die Ausfallrisiken werden hierbei nicht gesondert für jedes Geschäft, sondern für
den einem Rahmenvertrag zugrunde liegenden Geschäftsbestand auf Portfoliobasis berechnet. Die daraus resultierenden
Kreditrisikoanpassungsbeträge liegen auf einem sehr niedrigen Niveau, da der KfW im Regelfall Sicherheiten für positive Marktwerte
entsprechend getroffenen Sicherheitenvereinbarungen gestellt werden. Für die Bewertung eines wesentlichen Teils des Derivateportfolios
mit Besicherungsvereinbarungen werden den Marktusancen entsprechend risikofreie Übernachtzinssätze herangezogen.
Eine Bewertung zu Anschaffungskosten erfolgt bei Beteiligungen und Aktien, bei denen eine verlässliche Bewertung zum beizulegenden
Zeitwert nicht möglich ist.
Die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts für Darlehen an Kreditinstitute und Kunden erfolgt anhand der Discounted-Cashflow-Methode,
basierend auf der Abzinsung der risikoadjustierten Cashflows mit der Swapkurve. Hierbei wird der zum jeweiligen Bewertungsstichtag
ermittelte Erwartete Verlust als Korrektiv zu den vertragsgemäßen Zahlungsströmen berücksichtigt. Die Kundengebühr beinhaltet
Betriebskosten, Marge, Eigenkapital- und Fremdkapitalrisikoprämie sowie - ggf. - Förderbeitrag. Bei der Bestimmung der Kundengebühr
werden bezüglich eines Förderbeitrages, der zu Lasten der Ertragslage der KfW gewährt wird, die Parameter eines entsprechend
ausgestalteten Subsegments des Fördermarktes ("spezieller Förderkreditmarkt") herangezogen, sodass der für Zwecke der
Folgebewertung ermittelte beizulegende Zeitwert zum Zugangszeitpunkt dem Transaktionswert entspricht. Die Kundengebühr bleibt bei
der Folgebewertung unverändert (konstanter Spread).
Aus der Haftung des Bundes für bestimmte Verpflichtungen der KfW entsprechend § 1a KfW-Gesetz ergeben sich vorteilhafte
Auswirkungen auf die Refinanzierungsmöglichkeiten der KfW. Bei der
Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte für die Verbindlichkeiten der
KfW wird der Effekt aus dieser expliziten, direkten Staatsgarantie ebenfalls berücksichtigt. Die Staatsgarantie stellt kein eigenständiges
Bilanzierungsobjekt dar.
Der beizulegende Zeitwert täglich fälliger Finanzinstrumente wie der Barreserve und von täglich fälligen Forderungen und
Verbindlichkeiten entspricht dem Buchwert.
In Fällen, in denen keine Preise liquider Märkte bzw. durch Preisserviceagenturen zur Verfügung gestellte Preisquotierungen auf nicht
aktiven Märkten verfügbar sind, wird auf anerkannte Modelle und Methoden zur Bewertung zurückgegriffen. Im Fall von Wertpapieren,
Swaps, Devisen- und Geldmarktgeschäften ohne eingebettete Optionen sowie ohne komplexe Kupons handelt es sich um die Discounted-
Cashflow-Methode. Eigenständige Optionen sowie Derivate mit eingebetteten Optionen, Triggern, Zinsgarantien und/oder komplexen
Kuponvereinbarungen werden, soweit sie nicht börsennotiert sind, mittels anerkannter Modelle (beispielsweise Hull & White) bewertet. Die
Kalibrierung vorgenannter Modelle erfolgt - soweit möglich - an beobachtbaren Marktdaten von in Geschäftstyp, Restlaufzeit und Bonität
vergleichbaren Instrumenten.
(8) Förderkreditgeschäft der KfW
Für das im Rahmen des gesetzlichen Förderauftrages der KfW getätigte Förderkreditgeschäft ist der allgemeine Förderkreditmarkt
maßgeblich, der sich vom Markt für das allgemeine Kreditgeschäft unterscheidet. Dieser ist insbesondere dadurch gekennzeichnet, dass
Förderbanken im Rahmen ihres gesetzlichen Auftrags bei förderfähigen Vorhaben die Refinanzierungskosten vollständig weitergeben. Die
KfW zieht bei der Konditionierung von entsprechenden Förderdarlehen ihre aktuellen laufzeitdifferenzierten Refinanzierungskosten heran.
Beim erstmaligen Ansatz von den Förderkrediten der KfW, bei denen im Rahmen der Konditionierung von Förderdarlehen die aktuellen
laufzeitdifferenzierten Refinanzierungskosten der KfW herangezogen werden, entspricht der beizulegende Zeitwert damit dem
Transaktionswert.
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Darüber hinaus gewährt die KfW auch Förderkredite, bei denen während der ersten Zinsbindungsperiode zusätzliche Förderbeiträge in
Form von Zinsverbilligungsleistungen zu Lasten der Ertragslage der KfW gewährt werden. Der beizulegende Zeitwert dieser Förderkredite
- bewertet mit den Parametern des allgemeinen Förderkreditmarktes - entspricht beim erstmaligen Ansatz damit nicht dem
Transaktionswert, da in diesem Fall eine Unterverzinslichkeit vorliegt.
Der sich daraus im Regelfall bereits bei der Kreditzusage ergebende Differenzbetrag - als Barwert der nominalen Plan-
Zinsverbilligungsleistungen während der ersten Zinsbindungsperiode - wird erfolgswirksam zu Lasten des Zinsaufwands erfasst und als
Korrektivposten zu den Krediten und Darlehen unter den Posten Forderungen an Kreditinstitute oder Kunden bilanziert. Der
Korrektivposten wird effektivzinskonstant im Zinsüberschuss amortisiert. Im Falle einer vollständigen außerplanmäßigen Tilgung wird
dieser sofort erfolgswirksam im Zinsertrag vereinnahmt.
Differenzbeträge, die sich auf Unwiderrufliche Kreditzusagen beziehen, werden unter den Rückstellungen ausgewiesen.
Bestandsveränderungen werden saldiert über die aktivisch ausgewiesenen Korrektivposten bereits ausgezahlter Förderkredite abgebildet.
(9) Finanzderivate und Abbildung von Sicherungsbeziehungen
Im Rahmen der wirtschaftlichen Absicherung von Zinsänderungs- und Währungsrisiken, die insbesondere im Zusammenhang mit der
Refinanzierung sowie dem Kredit- und Wertpapiergeschäft stehen, werden im Konzern Finanzderivate eingesetzt.
Die bilanzielle Abbildung der wirtschaftlichen Sicherungsbeziehungen erfolgt - soweit nach den strengen Regularien der IFRS möglich - im
Rahmen des Hedge Accounting sowie durch die Nutzung der Fair-Value-Option. Auch durch die Abspaltung trennungspflichtiger
eingebetteter Derivate mit erfolgswirksamer Bewertung werden wirtschaftliche Sicherungsbeziehungen bilanziell wirksam. Sofern die
Sicherungsbeziehungen wirtschaftlich effektiv ausgestaltet sind, führen die entsprechenden Ansatz- und Bewertungsvorschriften in diesen
Fällen hinsichtlich des abgesicherten Risikos zu sich im Wesentlichen kompensierenden Bewertungseffekten aus den Sicherungsderivaten
und den abgesicherten Grundgeschäften, sodass die Gewinn- und Verlustrechnung des Konzerns die risikomindernde Wirkung dieser
wirtschaftlichen Sicherungsbeziehungen weitestgehend widerspiegelt.
Allerdings werden damit nicht sämtliche wirtschaftlichen Sicherungsbeziehungen erfasst, sodass bilanzierte Sicherungsderivate verbleiben,
deren risikomindernde Wirkung sich nicht im Abschluss niederschlägt, da die Grundgeschäfte nach IFRS nicht hinsichtlich des gesicherten
Risikos erfolgswirksam bewertet werden. Die entsprechenden Ansatz- und Bewertungsvorschriften können somit trotz wirtschaftlich
effektiver Ausgestaltung der Sicherungsbeziehung zu einseitigen - und von Abschlussperiode zu Abschlussperiode schwankenden -
Bewertungsergebnissen aus den Sicherungsderivaten in der Gewinn- und Verlustrechnung des Konzerns führen.
Für die bilanzielle Abbildung von wirtschaftlichen Sicherungsbeziehungen im Rahmen des Hedge Accounting, das heißt der Bilanzierung
von Sicherungsinstrumenten (Derivate) und den durch sie abgesicherten Grundgeschäften nach besonderen Vorschriften, gelten strikte
Voraussetzungen.
Im Konzern erfolgt das Hedge Accounting zur Darstellung wirtschaftlicher Sicherungsbeziehungen zwischen Derivaten und finanziellen
Vermögenswerten bzw. Verbindlichkeiten ausschließlich in Form von Fair Value Hedges. Die Abbildung der Absicherung erfolgt auf
Einzelgeschäftsebene in Form von Micro Fair Value Hedge Accounting und auf Portfoliobasis im Rahmen des Macro Fair Value Hedge
Accounting. Sofern bei der Bewertung der Derivate risikofreie Übernachtzinssätze herangezogen werden, wird diese Marktusance bezogen
auf die abgesicherten Risiken auch im Hedge Accounting berücksichtigt. Die Effektivität der Sicherungsbeziehungen wird durch die Dollar-
Offset-Methode und die Regressionsanalyse nachgewiesen.
Im Micro Fair Value Hedge Accounting werden Zinsänderungs- und Währungsrisiken aus Schuldverschreibungen des Finanzanlagebestands
(der Kategorien Kredite und Forderungen sowie zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte) sowie vor allem aus
Mittelaufnahmen (der Kategorie andere Verbindlichkeiten) abgesichert. Die beizulegenden Zeitwerte hinsichtlich der gesicherten Risiken in
den abgesicherten Grundgeschäften werden bilanziell bei den Grundgeschäften ausgewiesen und deren Veränderungen im Ergebnis aus
dem Hedge Accounting erfasst. Die Sicherungsinstrumente werden zum beizulegenden Zeitwert unter dem Posten Derivate im Hedge
Accounting ausgewiesen. Auch ihre Wertänderungen werden im Posten Ergebnis aus dem Hedge Accounting gezeigt und kompensieren
somit weitestgehend die Ergebniseffekte aus den Bewertungen der Grundgeschäfte. Die Amortisierung der beizulegenden Zeitwerte der
gesicherten Risiken aus Sicherungsbeziehungen, die die strikten Voraussetzungen des Hedge Accounting nicht mehr erfüllen, erfolgt über
die Restlaufzeit der ursprünglichen Sicherungsbeziehung im Ergebnis aus dem Hedge Accounting.
Im Macro Fair Value Hedge Accounting werden Zinsänderungsrisiken vor allem aus Kreditforderungen (der Kategorie Kredite und
Forderungen) abgesichert. Die beizulegenden Zeitwerte hinsichtlich der gesicherten Risiken in den abgesicherten Grundgeschäftsportfolios
der
Kategorie Kredite und Forderungen werden aktivisch im Posten Wertanpassungen aus dem Macro Fair Value Hedge Accounting
bilanziert. Die Veränderungen der beizulegenden Zeitwerte der gesicherten Risiken aus den abgesicherten Grundgeschäftsportfolios
werden im Ergebnis aus dem Hedge Accounting gezeigt. Die Sicherungsinstrumente werden zum beizulegenden Zeitwert im Posten
Derivate im Hedge Accounting bilanziell erfasst. Auch ihre Wertänderungen werden im Posten Ergebnis aus dem Hedge Accounting gezeigt
und kompensieren somit weitestgehend die Ergebniseffekte aus den Bewertungen der Grundgeschäftsportfolios.
Die Grundgeschäftsportfolios werden monatlich im Rahmen eines dynamischen Hedgedesignations- und -auflösungsprozesses bestimmt.
Die Amortisierung der daraus jeweils resultierenden Wertanpassungsposten erfolgt über die Restlaufzeit des Laufzeitbandes im Ergebnis
aus dem Hedge Accounting. Bei Abgängen von Grundgeschäften aus den gesicherten Portfolios erfolgt eine anteilige Auflösung der
zugehörigen Wertanpassung im Ergebnis aus dem Hedge Accounting. Bei Abgängen von Sicherungsgeschäften und Substitution durch
neue Grundgeschäfte während des Sicherungszeitraums erfolgt die weitere Amortisierung der zugehörigen Wertanpassungsposten aus
den gesicherten Portfolios im Zinsüberschuss.
Sind im Konzern für die Darstellung wirtschaftlicher Sicherungsbeziehungen zwischen Derivaten und finanziellen Vermögenswerten bzw.
Verbindlichkeiten die strikten Vorschriften des Hedge Accounting nicht erfüllt, wird unter bestimmten Voraussetzungen -insbesondere bei
strukturierten Produkten - für die originären Finanzinstrumente die Fair-Value-Option genutzt. Produktorientiert wird bei bestimmten
strukturierten finanziellen Verbindlichkeiten statt der Nutzung der Fair-Value-Option eine eigenständige Bilanzierung der
trennungspflichtigen eingebetteten Derivate vorgenommen. Die beizulegenden Zeitwerte der Sicherungsinstrumente werden unter dem
Posten Sonstige Derivate ausgewiesen und deren Veränderungen erfolgswirksam im Ergebnis aus der Fair-Value-Bewertung anderer
Finanzinstrumente erfasst. Durch die Bewertungseffekte aus den abgesicherten Grundgeschäften werden diese weitestgehend
kompensiert.
Darüber hinaus werden zur Absicherung von Risiken weitere derivative Finanzinstrumente eingesetzt, deren wirtschaftliche
Sicherungswirkung bilanziell nicht abgebildet wird. Die beizulegenden Zeitwerte dieser Sicherungsinstrumente werden ebenfalls unter dem
Posten Sonstige Derivate ausgewiesen und deren Veränderungen erfolgswirksam im Ergebnis aus der Fair-Value-Bewertung anderer
Finanzinstrumente ausgewiesen.
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Derivate zu Handelszwecken sowie Derivate im Auftrag Dritter als Makler bzw. Vermittler werden nicht kontrahiert.
(10) Behandlung von eingebetteten Derivaten
Derivative Finanzinstrumente können als eingebettete Derivate Bestandteil eines zusammengesetzten Finanzinstruments sein. Unter
bestimmten Voraussetzungen sind diese getrennt vom Basisvertrag wie ein freistehendes Derivat zu bilanzieren. Die Trennungspflicht
besteht, wenn unter anderem die wirtschaftlichen Merkmale und Risiken des eingebetteten Derivats nicht eng mit den wirtschaftlichen
Merkmalen und Risiken des Basisvertrags verbunden sind. Der Basisvertrag ist in Abhängigkeit von der Kategorisierung zu bilanzieren.
Der Konzern schließt Verträge mit trennungspflichtigen eingebetteten Derivaten insbesondere bei Mittelaufnahmen ab. Bei der Nutzung
der Fair-Value-Option bilanziert die KfW diese zusammengesetzten Finanzinstrumente insgesamt zum beizulegenden Zeitwert. Bei
bestimmten Produkten hingegen erfolgt eine Abspaltung und eigenständige Bilanzierung der trennungspflichtigen eingebetteten Derivate.
Änderungen des beizulegenden Zeitwerts werden dabei im Ergebnis aus der Fair-Value-Bewertung anderer Finanzinstrumente unter dem
Ergebnis aus Finanzderivaten (die nicht für das Hedge Accounting qualifizieren) erfasst und wirken dort kompensatorisch zur Bewertung
der Sicherungsderivate.
Im Beteiligungsfinanzierungsgeschäft des Konzerns vereinbarte Nebenabreden werden als trennungspflichtige eingebettete Derivate
erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet und unter den Sonstigen Derivaten ausgewiesen. Änderungen des beizulegenden
Zeitwerts werden im Ergebnis aus der Fair-Value-Bewertung anderer Finanzinstrumente unter dem Ergebnis aus Finanzderivaten (die
nicht für das Hedge Accounting qualifizieren) erfasst. Die Kreditforderungen werden unter den Forderungen an Kunden bilanziert.
Im Förderkreditgeschäft regelmäßig gewährte außerplanmäßige Kündigungsrechte sind keine trennungspflichtigen eingebetteten Derivate,
da die wirtschaftlichen Merkmale und Risiken der Kündigungsrechte eng mit den wirtschaftlichen Merkmalen und Risiken der Darlehen
verbunden sind und eine vorzeitige Rückzahlung annähernd zu den fortgeführten Anschaffungskosten erfolgt.
(11) Kreditderivate
Der Konzern bietet im Rahmen seines Förderkreditgeschäfts über die beiden standardisierten Plattformen PROMISE (Programm für
Verbriefung von Mittelstandskrediten) bzw. PROVIDE (Programm für die Verbriefung von Wohnungsbaukrediten) Geschäftsbanken die
Möglichkeit, ihre Kreditrisiken im Rahmen einer synthetischen Verbriefung am Kapitalmarkt zu platzieren. In einem ersten Schritt werden
die Ausfallrisiken des Referenzportfolios über Portfolio-CDS durch den Konzern übernommen, gleichzeitig werden die Risiken über
Portfolio-CDS bzw. Credit-Linked Schuldscheine an Dritte weitergegeben. Zur bilanziellen Abbildung wird grundsätzlich die Fair-Value-
Option genutzt. Die beizulegenden Zeitwerte werden unter den Forderungen bzw. Verbindlichkeiten ausgewiesen. Änderungen der
beizulegenden Zeitwerte werden im Ergebnis aus der Fair-Value-Bewertung anderer Finanzinstrumente erfasst. Die laufenden
Risikoprämien werden im Provisionsüberschuss ausgewiesen.
Bei den Transaktionen, für die in Übereinstimmung mit den einzelvertraglichen Regelungen die Fair-Value-Option zur Vermeidung eines
Accounting Mismatch nicht genutzt wird, werden die Portfolio-CDS als begebene bzw. erhaltene Finanzgarantien bilanziell nach der für
diese Finanzinstrumente allgemein gültigen Vorgehensweise abgebildet. Die Credit-Linked Schuldscheine mit nicht trennungspflichtiger
eingebetteter Finanzgarantie werden entsprechend den Grundsätzen zur Abbildung von Mittelaufnahmen der Kategorie andere
Verbindlichkeiten bilanziert.
(12) Währungsumrechnung
Die funktionale Währung der KfW sowie der in den Konzernabschluss einbezogenen Tochtergesellschaften ist der Euro.
Monetäre Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, die auf Fremdwährung lauten, werden zum Kassakurs des Bilanzstichtages
umgerechnet.
Nichtmonetäre Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, die auf Fremdwährung lauten, werden grundsätzlich mit historischen Kursen
umgerechnet, soweit sie zu (fortgeführten) Anschaffungskosten bewertet werden.
Die Umrechnung erfolgt mit den Referenzkursen der Europäischen Zentralbank. Aufwendungen und Erträge werden grundsätzlich zum
Monatsdurchschnittskurs umgerechnet.
Das Ergebnis aus der Währungsumrechnung wird erfolgswirksam im Ergebnis aus der Fair-Value-Bewertung anderer Finanzinstrumente
erfasst.
(13)
Forderungen an Kreditinstitute und Kunden
Unter dem Posten Forderungen an Kreditinstitute und Kunden ist das zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete Kreditgeschäft des
Konzerns ausgewiesen. Inhalt dieses Postens ist im Wesentlichen das Förderkreditgeschäft, das zum überwiegenden Teil über
akkreditierte Geschäftsbanken sowie Versicherungen an die Endkreditnehmer ausgereicht wird. Diese Forderungen werden unter den
Forderungen an Kreditinstitute ausgewiesen, sofern die Geschäftsbanken einen Teil der Haftung übernehmen. Bankdurchgeleitetes
Förderkreditgeschäft ohne Haftung der Geschäftsbanken wird unter dem Posten Forderungen an Kunden ausgewiesen.
Laufende Zinsen und zinsähnliche Erträge werden im Zinsertrag erfasst. Die Amortisierung von Agien, Disagien, Bearbeitungsgebühren
und Entgelten erfolgt mittels der Effektivzinsmethode im Zinsertrag. Nicht nach der Effektivzinsmethode zu amortisierende
Bearbeitungsgebühren werden im Provisionsertrag vereinnahmt.
Die Forderungen an Kreditinstitute und Kunden enthalten auch von der KfW im Rahmen der ERP-Wirtschaftsförderung gewährte Kredite
mit einem Förderbeitrag (Zinsverbilligungsleistung). Die der KfW durch das ERP-Sondervermögen auf Basis des ERP-
Wirtschaftsplangesetzes jährlich zweckgebunden zur Durchführung der ERP-Wirtschaftsförderung gewährten Förderzuschüsse werden
bilanziell als passiver Rechnungsabgrenzungsposten - im Posten Sonstige Passiva - erfasst und mit dem über die Laufzeit
erfolgswirksamen Entstehen der zugrunde liegenden Förderlasten aus den gewährten Krediten im Zinsertrag abgegrenzt.
(14) Risikovorsorge
Der Gesamtbestand der Risikovorsorge im Kreditgeschäft setzt sich zusammen aus der in einem gesonderten Aktivposten ausgewiesenen
Risikovorsorge für Kreditforderungen und Forderungen aus Geldmarktanlagen einschließlich Pensionsgeschäften (Reverse-Repos) sowie
der auf der Passivseite unter den Rückstellungen ausgewiesenen Risikovorsorge für Eventualverpflichtungen und Unwiderrufliche
Kreditzusagen.
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Den Risiken aus dem bilanziellen Kreditgeschäft wird durch die erfolgswirksame Bildung von Einzel- und Portfoliowertberichtigungen
Rechnung getragen.
Einzelwertberichtigungen werden für festgestellte Adressenausfallrisiken aus individuell auf Werthaltigkeit geprüften Kreditforderungen
gebildet. Die Höhe der Einzelwertberichtigung entspricht der Differenz zwischen dem Buchwert des Kredits und dem Barwert der
erwarteten Rückflüsse aus Zins- und Tilgungsleistungen sowie Zahlungsströmen aus der Verwertung von Sicherheiten. Die
periodengerechte Vereinnahmung der Zinserträge gemäß den ursprünglichen Vertragsbedingungen wird ab dem Stichtag der erstmaligen
Bildung einer Einzelwertberichtigung beendet. In der Folgebewertung wird der Effekt aus der Aufzinsung des Barwerts erwarteter
Rückflüsse unter Verwendung des ursprünglichen Effektivzinssatzes ermittelt und als Zinsertrag erfasst (Unwinding). Um diesen Betrag
reduziert sich der Risikovorsorgebestand. Bei Verringerung des Wertberichtigungsbedarfs werden die Einzelwertberichtigungen
erfolgswirksam aufgelöst.
Kleinere und standardisierte Kredite werden zu homogenen Teilportfolios zusammengefasst und auf Basis des festgestellten Ausfallrisikos
pauschaliert einzelwertberichtigt. Bei Verringerung des Wertberichtigungsbedarfs werden die Wertberichtigungen erfolgswirksam
aufgelöst.
Bei nicht einzelwertberichtigten Kreditforderungen (Performing Loans) wird dem Risiko bereits eingetretener, jedoch individuell noch nicht
identifizierter Wertminderungen durch die Bildung von Portfoliowertberichtigungen Rechnung getragen. Für die Berechnung werden hierbei
das wirtschaftliche Risiko und das Transferrisiko betrachtet. Wesentliche Parameter sind insbesondere das ausstehende Kreditvolumen
(der Buchwert) zum Stichtag, die erwartete Verlustquote sowie Ein-Jahres-Ausfallwahrscheinlichkeiten (bei einem LIP-Faktor [Loss
Identification Period] von 1). Die Ausfallwahrscheinlichkeiten werden aus der Kreditrisikosteuerung übernommen, ebenso die
Verlustquoten, Letztere allerdings um die kalkulatorischen Kosten bereinigt. Die zugrunde liegenden Annahmen zu den Erwarteten
Verlusten werden regelmäßig mit den tatsächlich eintretenden Ausfällen abgeglichen (Backtesting).
Den individuell festgestellten Risiken aus Eventualverpflichtungen und Unwiderruflichen Kreditzusagen wird durch die erfolgswirksame
Bildung von Rückstellungen Rechnung getragen. Den individuell noch nicht identifizierten Wertminderungen bei Unwiderruflichen
Kreditzusagen wird durch die Bildung mittels Portfoliomodellen bestimmter Rückstellungen Rechnung getragen.
Wertgeminderte Forderungen werden unter Verbrauch von bestehenden Einzelwertberichtigungen (teil-)abgeschrieben, wenn sich die
teilweise oder volle Uneinbringlichkeit der Forderung herausstellt. Uneinbringliche Forderungen, für die keine Einzelwertberichtigungen
bestehen, werden direkt abgeschrieben. Eingänge auf bereits abgeschriebene Forderungen werden im Risikovorsorgeergebnis
erfolgswirksam vereinnahmt.
(15) Finanzanlagen
Unter den Finanzanlagen werden insbesondere Wertpapierportfolios ausgewiesen. Diese dienen überwiegend der Liquiditätssicherung bzw.
werden mit dem Ziel der langfristigen Optimierung und Stabilisierung der Förderfähigkeit des Konzerns eingesetzt.
Der Posten Finanzanlagen umfasst von der KfW und ihren Tochtergesellschaften gehaltene Schuldverschreibungen und andere
festverzinsliche Wertpapiere, Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere, Beteiligungen sowie Anteile an nicht
konsolidierungspflichtigen Tochterunternehmen.
Zur einheitlichen Bilanzierung von Beteiligungen mit und ohne maßgeblichen Einfluss werden einzelne Geschäftsbereiche des Konzerns,
die im Rahmen ihres Förderauftrags die Beteiligungsfinanzierung betreiben und die Voraussetzungen hierfür erfüllen, für bilanzielle
Zwecke als Venture-Capital-Organisationen eingestuft. Diese Beteiligungen werden wie auch die übrigen Beteiligungen unter dem Posten
Finanzanlagen ausgewiesen.
Die Finanzanlagen werden zum beizulegenden Zeitwert angesetzt und in der Folgebewertung abhängig von ihrer Einstufung in die
Kategorien erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte oder zur Veräußerung verfügbare
finanzielle Vermögenswerte bilanziert. Die Kategorisierung als Kredite und Forderungen erfolgt bei Finanzinstrumenten mit festen oder
bestimmbaren Zahlungen, die nicht auf einem aktiven Markt notiert sind. Die Kategorisierung als bis zur Endfälligkeit zu haltende
Finanzinvestitionen erfolgt einzelfallbezogen, sofern die Zugangskriterien bei Erwerb erfüllt sind.
Bei der Bewertung zum beizulegenden Zeitwert von nicht börsennotierten Beteiligungen wird der Illiquidität angemessen Rechnung
getragen. So werden bei Verwendung von Discounted-Cashflow-Modellen Fungibilitätszuschläge im Diskontierungszinssatz berücksichtigt.
Sofern der beizulegende Zeitwert von nicht börsennotierten Beteiligungen nicht zuverlässig ermittelt werden kann, erfolgt die Bilanzierung
zu Anschaffungskosten unter Berücksichtigung von Wertminderungen.
Die Wertänderungen aus erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerten werden im Ergebnis aus
der Fair-Value-Bewertung
anderer Finanzinstrumente ausgewiesen. Realisierte Erfolge und Wertminderungen aus Beständen der
Kategorien zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte, Kredite und Forderungen sowie bis zur Endfälligkeit zu haltende
Finanzinvestitionen werden im Finanzanlageergebnis erfasst; bei Beständen der Kategorien Kredite und Forderungen sowie bis zur
Endfälligkeit zu haltende Finanzinvestitionen ist die Vorsorge für das Risiko bereits eingetretener, jedoch individuell noch nicht
identifizierter Wertminderungen enthalten, die auf dem einjährigen Erwarteten Verlust basiert. Unrealisierte Erfolge aus Beständen der
Kategorie zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte werden erfolgsneutral im Eigenkapital als Neubewertungsrücklagen
bilanziert. Laufende Zinszahlungen und Dividenden werden im Zinsertrag erfasst.
(16) Pensionsgeschäfte
Der Konzern schließt Pensionsgeschäfte in Form von standardisierten Repos bzw. Reverse-Repos ab. Hierbei handelt es sich um
Kombinationen aus gleichzeitigen Kassa- und Termingeschäften über Wertpapiere mit demselben Kontrahenten. Die Bedingungen und
Modalitäten der Besicherung bzw. der Verwendung von Sicherheiten folgen den marktüblichen Usancen. Für Offenmarktgeschäfte können
außerdem hinterlegte Kreditforderungen genutzt werden.
Die bei Repo-Geschäften in Pension gegebenen Wertpapiere (Kassaverkauf) werden weiterhin als Wertpapierbestand bilanziert und
bewertet. In Höhe der zugeflossenen Liquidität wird die Rückzahlungsverpflichtung als Verbindlichkeit gegenüber Kreditinstituten oder
Kunden ausgewiesen. Zinsen werden laufzeitgerecht im Zinsaufwand erfasst.
In Höhe der bei Reverse-Repos abgeflossenen Liquidität wird ein Rückzahlungsanspruch als Forderungen an Kreditinstitute oder Kunden
bilanziert und bewertet. Die in Pension genommenen Wertpapiere (Kassakauf) werden nicht bilanziert und bewertet. Zinsen werden
laufzeitgerecht im Zinsertrag erfasst.
(17) Sachanlagen
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Die im Konzernabschluss ausgewiesenen Grundstücke und Gebäude sowie die Betriebs- und Geschäftsausstattung werden zu
Anschaffungskosten, vermindert um die - im Verwaltungsaufwand ausgewiesenen - planmäßigen linearen Abschreibungen und
Wertminderungen, angesetzt. Eine außerplanmäßige Abschreibung wird vorgenommen, wenn der Buchwert des Vermögenswerts den
sogenannten erzielbaren Betrag, das heißt den Nettoveräußerungspreis bzw. den Nutzungswert, übersteigt. Die Bestimmung der
wirtschaftlichen Nutzungsdauer erfolgt unter der Beachtung der voraussichtlichen Abnutzung. Der Konzern geht von einer geschätzten
Nutzungsdauer von 40 bis 50 Jahren für Gebäude, von vier Jahren für EDV-Arbeitsplatzausstattungen bzw. von fünf bis 15 Jahren für
andere Sachanlagen aus. Ergebnisse aus der Veräußerung von Sachanlagen werden im Sonstigen betrieblichen Ergebnis ausgewiesen.
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau werden unter den Sonstigen Sachanlagen ausgewiesen; planmäßige Abschreibungen werden
nicht vorgenommen.
(18) Immaterielle Vermögenswerte
Unter den Immateriellen Vermögenswerten bilanziert der Konzern erworbene und selbst erstellte Software zu Anschaffungs- bzw.
Herstellungskosten, vermindert um die - im Verwaltungsaufwand ausgewiesenen - planmäßigen linearen Abschreibungen und
Wertminderungen. Die Bestimmung der wirtschaftlichen Nutzungsdauer erfolgt unter der Beachtung der voraussichtlichen Abnutzung. Der
Konzern geht von einer Nutzungsdauer von fünf Jahren aus.
Eine Wertminderung liegt vor, wenn der Buchwert des Vermögenswerts den sogenannten erzielbaren Betrag übersteigt. Sofern Anzeichen
vorliegen, die den erwarteten Nutzen nicht mehr erkennen lassen, werden außerplanmäßige Abschreibungen vorgenommen.
In Entwicklung befindliche selbst erstellte Software wird unter den Sonstigen Immateriellen Vermögenswerten ausgewiesen; planmäßige
Abschreibungen werden nicht vorgenommen.
(19) Ertragsteuern
Die KfW ist subjektiv steuerbefreit. Für die steuerpflichtigen Tochtergesellschaften und deren steuerliche Betriebsstätten erfolgt die
Ermittlung der Ertragsteuern gemäß den steuerrechtlichen Bestimmungen im Sitzland. Die tatsächlichen Ertragsteueraufwendungen sowie
die Aufwendungen und Erträge aus der Veränderung latenter Steuern werden in Abhängigkeit vom zugrunde liegenden Sachverhalt als
Steuern vom Einkommen und Ertrag erfolgswirksam oder erfolgsneutral in den Neubewertungsrücklagen im Eigenkapital ausgewiesen.
Der Ausweis in der Bilanz erfolgt für tatsächliche sowie latente Steueransprüche und -verpflichtungen unter gesonderten Posten. Die
latenten Ertragsteueransprüche und -verpflichtungen werden saldiert, sofern die Voraussetzungen dafür vorliegen.
Tatsächliche Steuern vom Einkommen und Ertrag werden mit den aktuell gültigen Steuersätzen berechnet.
Latente Steueransprüche und -verpflichtungen berechnen sich aus unterschiedlichen Wertansätzen eines Vermögenswerts oder einer
Verpflichtung und dem jeweiligen steuerlichen Wertansatz, wenn hieraus in der Zukunft voraussichtliche Ertragsteuerbelastungs- oder
-entlastungseffekte resultieren (temporäre Unterschiede). Aktive latente Steuern auf steuerlich noch nicht genutzte Verlustvorträge
werden nur angesetzt, wenn mit hinreichender Sicherheit angenommen werden kann, dass das betreffende Steuersubjekt in den
Folgeperioden ausreichend steuerpflichtiges Einkommen zur Nutzung des Verlustvortrags erzielen wird.
(20) Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und Kunden sowie Verbriefte Verbindlichkeiten
Unter dem Posten Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und Kunden sind im Wesentlichen die zu fortgeführten Anschaffungskosten
bewerteten längerfristigen Mittelaufnahmen und Geldmarktgeschäfte des Konzerns ausgewiesen. Unter den Verbrieften Verbindlichkeiten
sind emittierte Anleihen, Schuldverschreibungen und Geldmarktpapiere erfasst. Im Rahmen der Marktpflege zurückgenommene eigene
Emissionen werden zum Zeitpunkt des Rückkaufs passivisch abgesetzt.
Bei strukturierten Verbindlichkeiten wird die Fair-Value-Option genutzt oder es erfolgt bei bestimmten Produkten eine Abspaltung der
eingebetteten trennungspflichtigen Derivate mit deren eigenständiger Bilanzierung. Der Ausweis der unterschiedlichen
Mittelaufnahmeformen erfolgt unabhängig von deren Kategorisierung bzw. einer Einbeziehung in das Hedge Accounting. Die Bewertung
der Posten ergibt sich aus der jeweiligen Kategorisierung.
Laufende Zinsen werden im Zinsaufwand erfasst, die Amortisierung von Agien und Disagien erfolgt mittels der Effektivzinsmethode über
die Laufzeit im Zinsaufwand. Die Wertänderungen der zum beizulegenden Zeitwert kategorisierten Verbindlichkeiten werden
erfolgswirksam im Ergebnis aus der Fair-Value-Bewertung anderer Finanzinstrumente erfasst und wirken dort kompensatorisch zur
Bewertung der Sicherungsderivate. Ergebnisse aus der Rücknahme eigener Emissionen
der Kategorie andere Verbindlichkeiten werden
zum Zeitpunkt des Rückkaufs im Sonstigen betrieblichen Ergebnis vereinnahmt.
(21) Rückstellungen
Rückstellungen werden für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen, Kreditrisiken, im Förderkreditgeschäft zu Lasten der Ertragslage der
KfW gewährte Zinsverbilligungsleistungen aus Unwiderruflichen Kreditzusagen sowie andere bezüglich ihrer Höhe oder Fälligkeit
ungewisse Verpflichtungen mit wahrscheinlicher Inanspruchnahme gebildet.
Die Mitarbeiter des KfW-Konzerns sind in eine betriebliche Altersversorgung eingebunden, die in Form von Alters-, Erwerbsunfähigkeits-
und Hinterbliebenenrenten gezahlt wird. Konzernweit existieren unterschiedliche ausschließlich leistungsorientierte Pensionspläne. Die
Höhe der Ansprüche ist im Wesentlichen abhängig von der Unternehmenszugehörigkeit und der Höhe der Gehaltszahlungen. Bei dem
Pensionsplan, der für Neueintritte bis 1985 angewandt wurde, handelt es sich um eine sogenannte Gesamtversorgung, bei der ein
bestimmter Teil des vor Eintritt des Versorgungsfalls bezogenen Einkommens als Versorgungsleistung zugesagt wird, wobei die
Sozialversicherungsrente entsprechend angerechnet wird. Neben den arbeitgeberfinanzierten Pensionsplänen gibt es auch Regelungen mit
Eigenbeiträgen der Mitarbeiter.
Die Pensionspläne des KfW-Konzerns unterliegen insbesondere den folgenden Risiken: Langlebigkeits-, Zinsänderungs- und
Rentenanpassungsrisiko sowie dem Risiko künftiger Änderungen der Bemessungsgrundlagen.
Das Langlebigkeitsrisiko ist das Risiko, dass höhere Aufwendungen für die betriebliche Altersversorgung dadurch entstehen, dass die
Rentenberechtigten länger als prognostiziert leben. Grundsätzlich wird dieses Risiko über die Gesamtheit aller Rentenberechtigten
ausgeglichen und würde sich nur auswirken, wenn die Lebenserwartung zukünftig schneller steigt als angenommen.
Aufgrund der langen Laufzeit der betrieblichen Altersversorgung unterliegen die Rückstellungen für die Pensionsverpflichtungen den
allgemeinen Zinsänderungsrisiken.
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Das Rentenanpassungsrisiko bezieht sich im Wesentlichen auf den Pensionsplan, der als Gesamtversorgung ausgestaltet ist. Hier wird eine
Neuberechnung der Versorgungsleistungen vorgenommen, sobald sich das zugrunde liegende versorgungsfähige Einkommen oder die
anzurechnende Sozialversicherungsrente ändert. Für einen anderen Pensionsplan besteht die Pflicht, regelmäßig die prognostizierten und
tatsächlichen Rentenanpassungen zu überprüfen und ggf. Anpassungen vorzunehmen.
Die Höhe der im KfW-Konzern im Rahmen der bestehenden Pensionspläne zugesagten Leistungen ist unter anderem von der Entwicklung
der versorgungsfähigen Einkommen und der Beitragsbemessungsgrenze für die Sozialversicherungsrente abhängig. Es besteht das Risiko,
dass sich die Bemessungsgrundlagen anders als angenommen entwickeln.
Die Pensionsverpflichtungen werden von einem unabhängigen qualifizierten Gutachter nach dem Anwartschaftsansammlungsverfahren
(Projected Unit Credit Method) auf Grundlage konzerneinheitlicher Parameter wie Alter, Unternehmenszugehörigkeit oder Gehalt ermittelt.
Der Ansatz der Pensionsverpflichtungen erfolgt zum Barwert der zum Bewertungsstichtag erdienten Pensionsansprüche (Defined Benefit
Obligation). Hierbei orientiert sich der Abzinsungsfaktor an aktuellen Marktkonditionen für ein Portfolio hochwertiger
Industrieanleihen/Anleihen von supranationalen Emittenten mit einer der Fristigkeit der Verpflichtung vergleichbaren Laufzeit. Die
Zusammensetzung des Portfolios erfolgt unter Berücksichtigung aktueller Marktgegebenheiten. Weitere demografische Faktoren (unter
anderem Heubeck-Richttafeln 2005 G) und versicherungsmathematische Annahmen (unter anderem Anwartschafts- und Rentendynamik,
Fluktuationsrate) werden berücksichtigt.
Für die Pensionsverpflichtungen des KfW-Konzerns wurde kein Planvermögen (Plan Assets) definiert, sodass die speziellen Regelungen
hierzu keine Berücksichtigung finden. Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen sind innenfinanziert, diesen stehen
ausreichende Vermögenswerte mit entsprechenden Laufzeiten gegenüber.
Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste werden sofort im Zeitpunkt des Entstehens erfasst. Sie entstehen durch die
Neubewertung der Pensionsverpflichtungen am Bilanzstichtag im Vergleich zu den am Jahresanfang prognostizierten Werten.
Bei den erfolgswirksamen Zuführungen zu Pensionsrückstellungen wird nach Dienstzeitaufwand und Zinsaufwand unterschieden. Der
Dienstzeitaufwand wird in dem Posten Verwaltungsaufwand erfasst, der Zinsaufwand unter dem Sonstigen Zinsaufwand ausgewiesen. Die
erfolgsneutralen Veränderungen der Pensionsrückstellungen umfassen die in den Neubewertungsrücklagen ausgewiesenen
versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste, diese werden im Sonstigen Ergebnis ausgewiesen.
Zu den pensionsähnlichen Verpflichtungen zählen Zusagen für Deferred Compensation, Vorruhestand und Altersteilzeit. Für diese
Verpflichtungen werden ebenfalls versicherungsmathematische Gutachten erstellt und auf dieser Basis entsprechende Rückstellungen
gebildet. Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste entstehen nicht.
Andere Rückstellungen werden unter anderem für Verpflichtungen gegenüber Mitarbeitern und für Prüfungs- und Beratungsleistungen in
Höhe der zu erwartenden Inanspruchnahmen gebildet; langfristige Rückstellungen werden abgezinst, sofern der Zinseffekt wesentlich ist.
Hinzu kommen die Verpflichtungen aus der Übernahme der Aufgaben der Staatlichen Versicherung der Deutschen Demokratischen
Republik in Abwicklung (Anstalt), denen Forderungen an die Bundesanstalt für vereinigungsbedingte Sonderaufgaben (BvS) in gleicher
Höhe gegenüberstehen, die unter dem Posten Sonstige Aktiva ausgewiesen werden.
(22) Nachrangkapital
Unter diesem Posten werden nachrangige Verbindlichkeiten gegenüber dem ERP-Sondervermögen ausgewiesen.
Die Mittel werden in die Kategorie andere Verbindlichkeiten eingestuft und zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert.
Zinsabgrenzungen sowie Wertanpassungen aus der Berücksichtigung im Micro Fair Value Hedge Accounting werden unter dem Posten
Sonstige Passiva ausgewiesen.
Laufende Zinsaufwendungen werden im Zinsaufwand ausgewiesen.
(23) Eigenkapital
Die Struktur des Eigenkapitals wird insbesondere durch das KfW-Gesetz und die Regelungen der IFRS geprägt.
Der nach den Regeln des HGB ermittelte Jahresüberschuss der KfW wird nach § 10 Absatz 2 und Absatz 3 KfW-Gesetz in die Rücklagen
eingestellt und unter IFRS in das Konzerneigenkapital übernommen.
Der Konzern führt einen Fonds für allgemeine Bankrisiken. Zuführungen zu bzw. Entnahmen aus dem Fonds erfolgen unter IFRS im
Rahmen der Ergebnisverwendung.
Ein verbleibender Konzernüberschuss wird unter IFRS periodengleich in die anderen Gewinnrücklagen eingestellt.
Die Neubewertungsrücklagen enthalten unter IFRS erfolgsneutral zu erfassende Sachverhalte. Darunter fallen Bewertungsergebnisse aus
Finanzinstrumenten der Kategorie zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte und versicherungsmathematische Gewinne
bzw. Verluste bei leistungsorientierten Pensionsverpflichtungen. Hinzu kommen die in Abhängigkeit vom zugrunde liegenden Sachverhalt
gebildeten
latenten Steuern.
(24) Eventualverpflichtungen und Unwiderrufliche Kreditzusagen
Der Konzern geht Eventualverpflichtungen vor allem in Form von Bürgschaften (Finanzgarantien) ein. Alle Eventualverpflichtungen des
Konzerns werden im Anhang in Höhe der Nominalwerte, verringert um gebildete Rückstellungen, aufgeführt.
Im Zuge der Veräußerung der Anteile an der IKB im Geschäftsjahr 2008 hat sich die KfW zur Freistellung der IKB von bestimmten
Rechtsrisiken in bestimmter Höhe bereit erklärt. Zum Ende des Berichtszeitraums sind in diesem Zusammenhang keine relevanten
Verfahren gegen die IKB anhängig.
Unwiderrufliche Kreditzusagen sind feste Zusagen des Konzerns zur Gewährung eines Kredits unter vertraglich fixierten Bedingungen.
Diese werden im Anhang in Höhe der Nominalwerte, verringert um gebildete Rückstellungen, aufgeführt.
(25) Treuhandgeschäfte
Vermögenswerte und Schulden, die im Konzern im eigenen Namen, aber für fremde Rechnung gehalten werden, sind nicht zu bilanzieren.
Dies betrifft insbesondere Kredite im Rahmen der Finanziellen Zusammenarbeit (FZ) zur Förderung der Entwicklungsländer, die aus
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Mitteln und unter Haftung des Bundeshaushalts gewährt werden. Die im Rahmen dieser Geschäfte angefallenen Vergütungen werden im
Provisionsertrag vereinnahmt.
(26) Leasinggeschäfte
Leasingverhältnisse werden in Abhängigkeit von mit dem Eigentum an einem Vermögenswert verbundenen Chancen und Risiken als
Operating-Leasing oder Finanzierungsleasing eingestuft. Aus dieser Klassifizierung resultiert die bilanzielle Abbildung.
Die Leasingnehmerverträge (einschließlich Immobilienleasing) des Konzerns werden im Wesentlichen als Operating-Leasing klassifiziert;
die entsprechenden Mietzahlungen sind im Verwaltungsaufwand enthalten.
Die nur in geringem Umfang als Leasinggeber abgeschlossenen Kontrakte werden als Operating-Leasing klassifiziert; die entsprechenden
Mieteinnahmen sind im Sonstigen betrieblichen Ertrag enthalten.
Erläuterungen zur Gesamtergebnisrechnung
(27) Zinsüberschuss
Aufgliederung des Zinsüberschusses nach Klassen
2014
Mio. EUR
2013
Mio. EUR
Veränderung
Mio. EUR
Zins- und zinsähnliche Erträge aus Forderungen an
Kreditinstitute/Kunden
9.240
9.837
-596
Zinsähnliche Erträge aus Avalen und Bürgschaften
37
32
5
Zinserträge aus Finanzanlagen
610
712
-102
Zinserträge aus Derivaten
376
455
-79
Sonstige Zinserträge
589
612
-23
Zinserträge
10.851
11.647
-796
Zins- und zinsähnliche Aufwendungen aus Verbindlichkeiten gegenüber
Kreditinstituten/Kunden
455
546
-91
Zinsaufwendungen aus Verbrieften Verbindlichkeiten
8.636
9.552
-916
Zinsaufwendungen aus Nachrangkapital
77
111
-33
Zinsaufwendungen aus Derivaten
-1.210
-1.701
491
Sonstiger Zinsaufwand
470
727
-257
Zinsaufwendungen
8.428
9.234
-806
Gesamt
2.423
2.413
10
Die Aufwendungen aus der Gewährung von - aufgrund zusätzlicher Förderbeiträge in Form von Zinsverbilligungsleistungen zu Lasten der
Ertragslage der KfW - unterverzinslichen Förderkrediten belaufen sich auf 345 Mio. EUR (2013: 584 Mio. EUR) und sind im Sonstigen
Zinsaufwand ausgewiesen. Neben den Belastungen aus dem Barwert der nominalen Plan-Zinsverbilligungsleistungen im Kreditneugeschäft
sind darin auch die Aufwendungen aus der effektivzinsgenauen Amortisierung enthalten. Die Zins- und zinsähnlichen Erträge aus
Forderungen an Kreditinstitute/Kunden umfassen auch die Erträge aus der periodengerechten Amortisierung in Höhe der zeitanteiligen
nominalen Plan-Zinsverbilligungsleistungen dieser Förderkredite in Höhe von 510 Mio. EUR (2013: 517 Mio. EUR).
Die Erträge aus dem Unwinding in Höhe von 26 Mio. EUR (2013: 32 Mio. EUR) werden unter Zins- und zinsähnlichen Erträgen aus
Forderungen an Kreditinstitute/Kunden ausgewiesen.
Das Zinsergebnis aus Derivaten umfasst unabhängig von einer Berücksichtigung im Hedge Accounting die Zinserträge und -aufwendungen
aller Derivate. Der Ausweis der Zinserträge und -aufwendungen aus den Derivaten, die im direkten Zusammenhang mit einzelnen
aktivischen bzw. passivischen Finanzinstrumenten abgeschlossen wurden und die nicht im Rahmen des Macro Fair Value Hedge
Accounting bilanziert werden, erfolgt in Abhängigkeit vom zugrunde liegenden Grundgeschäft in den Zinserträgen aus Derivaten (bei
zugehörigen aktivischen Finanzinstrumenten) bzw. in den Zinsaufwendungen aus Derivaten (bei zugehörigen passivischen
Finanzinstrumenten). Unter Berücksichtigung der Zinserträge bzw. -aufwendungen aus den zugehörigen Grundgeschäften folgt die
Darstellung damit dem wirtschaftlichen Wesensgehalt der gesicherten Finanzaktiva (variabel verzinsliche Vermögenswerte) bzw.
gesicherten Finanzpassiva (variabel verzinsliche Verbindlichkeiten).
Aufgliederung der Zinserträge aus Finanzanlagen
2014
Mio. EUR
2013
Mio. EUR
Veränderung
Mio. EUR
Zinserträge aus Schuldverschreibungen und anderen festverzinslichen
Wertpapieren
566
661
-94
Laufende Erträge aus Beteiligungen
43
51
-8
Laufende Erträge aus Anteilen an nicht konsolidierungspflichtigen
Tochterunternehmen
101
Gesamt
610
712
-102
(28) Risikovorsorge im Kreditgeschäft
Aufgliederung der Risikovorsorge nach Geschäftsvorgängen
2014
Mio.
EUR
2013
Mio. EUR
Veränderung
Mio. EUR
Aufwendungen aus Zuführungen zur Risikovorsorge
584
733
-149
Direktabschreibungen
72
75
-3
Aufwendungen für Risikovorsorge
656
808
-152
Erträge aus der Auflösung von Risikovorsorge
436
432
5
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2014
Mio. EUR
2013
Mio. EUR
Veränderung
Mio. EUR
Erträge aus Eingängen auf bereits abgeschriebene Forderungen
77
66
12
Erträge aus der Risikovorsorge
513
497
16
Gesamt
-143
-311
168
(29) Provisionsüberschuss
Aufgliederung des Provisionsüberschusses nach Klassen
2014
Mio. EUR
2013
Mio. EUR
Veränderung
Mio. EUR
Provisionserträge aus dem Kreditgeschäft
144
166
-22
Sonstige Provisionserträge
239
196
43
Erträge aus dem Treuhandgeschäft
1
1
0
Provisionserträge
384
362
21
Provisionsaufwendungen aus dem Kreditgeschäft
61
71
-10
Sonstige Provisionsaufwendungen
16
16
0
Provisionsaufwendungen
76
87
-11
Gesamt
307
275
32
Das Provisionsergebnis aus dem Kreditgeschäft beinhaltet auch die laufenden Prämien und Gebühren aus den Verbriefungsplattformen
PROMISE und PROVIDE.
Die Sonstigen Provisionserträge beinhalten das Entgelt für die Abwicklung der Finanziellen Zusammenarbeit zur Förderung der
Entwicklungs- und Transformationsländer in Höhe von 156 Mio. EUR (2013: 169 Mio. EUR).
(30) Ergebnis aus dem Hedge Accounting
Aufgliederung des Ergebnisses aus dem Hedge Accounting nach Art der Sicherungsbeziehung
2014
Mio. EUR
2013
Mio. EUR
Veränderung
Mio. EUR
Ergebnis aus dem Micro Fair Value Hedge Accounting
-58
104
-162
Ergebnis aus dem Macro Fair Value Hedge Accounting
232
59
173
Gesamt
173
162
11