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Autor: Beate Kollatz; Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie; Abteilung 8; Referat Zier-
pflanzenbau; Telefon: 0351 2612-8202; E-Mail:
beate.kollatz@smekul.sachsen.de
; Redaktionsschluss:
18.10.2021;
www.lfulg.sachsen.de
1
Ernte von den Hochbeeten in Dresden-Pillnitz beendet
Sechs Hochbeete und einige Pflanzgefäße für Obst und
Gemüse erweitern seit diesem Jahr die Versuchsflächen
in Dresden-Pillnitz. Gurken, Tomaten, Paprika, Aubergi-
nen aber auch Erdbeeren, Andenbeeren sowie Süßkartof-
feln und Kräuter wuchsen im Sommer 2021 heran. Da ei-
nige Arten schon blühend oder sogar mit einem ersten
Fruchtansatz Mitte Mai gepflanzt wurden, konnte ab Juni
den ganzen Sommer über geerntet werden.
Gurke
In Pillnitz wurde die Sorte ‘Murza‘ angebaut, eine mittellange
Gurke mit einer warzigen Schale. Dies ist eine frühe Sorte mit fes-
ten, bitterfreien Früchten und einer Resistenz gegenüber echtem
Mehltau.
Im Hochbeet wurden die Pflanzen nicht an einem Rankgitter an-
geleitet, sondern die Triebe hingen über die Hochbeetkante herab.
Im Pflanzgefäß erhielten sie eine Kletterhilfe.
Die Ernte begann Anfang Juni und wurde erst durch die ersten
Nachtfröste Anfang Oktober beendet. Von einer Pflanze wurden
durchschnittlich 22 Gurken mit einem Gewicht von 180 – 210 g
geerntet.
Tomaten
Bei Tomaten gibt eine große Sortenvielfalt – Wuchsstärke der Pflanze, Fruchtgröße, -form
und -farbe sind nur einige Unterscheidungsmerkmale.
‘Romello‘
Diese Buschtomate muss nicht entspitzt werden und wächst sehr
üppig. Trieblängen bis zu einem Meter sind möglich, deshalb ist
eine Stütze für die Haupttriebe angebracht. Unter der Last der vie-
len Früchte könnten die Triebe sonst abbrechen. 500 – 800
Früchte wurden pro Pflanze von Mitte Juni bis Anfang Oktober ge-
erntet. Die Tomaten sind eiförmig, klein, rund 10 g schwer und
sehr schmackhaft.
Gerade in dem regenreichen Sommer war die hohe Toleranz der
Sorte gegen Kraut- und Braunfäule vorteilhaft.

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Autor: Beate Kollatz; Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie; Abteilung 8; Referat Zier-
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2
‘Strongboy Yellow‘ und ‘Strongboy Red‘
Wichtige Eigenschaften dieser Topftomate sind aufrechter Wuchs
und eine relativ gute Standfestigkeit. Eine Stütze für den Haupt-
trieb ist aber empfehlenswert. Einziger Unterschied zwischen den
beiden Sorten ist die Fruchtfarbe - es gibt sie mit gelben und roten
Früchten.
Der Ertrag setzte Mitte Juni ein und wurde Mitte August schlagar-
tig durch den Befall der Pflanzen mit Braun- und Krautfäule been-
det. Bis dahin konnten rund 200 Tomaten pro Pflanze mit einem
durchschnittlichen Gewicht von 10 g geerntet werden.
‘Cocktail Crush‘
Diese dunkelrote Rispentomate wird bis zu 180 cm hoch und
muss regelmäßig ausgegeizt werden. Durch ihre Wuchshöhe ist
diese Sorte weniger für den Anbau im Hochbeet geeignet.
In diesem Sommer erwies sich die hohe Resistenz gegen Braun-
fäule als günstig. So konnte bis zu den ersten Nachtfrösten ge-
erntet werden. Der Ertrag der Sorte lag bei rund 5 kg pro Pflanze.
Das waren bei einem Fruchtgewicht von 45 g über 100 Früchte,
die von einer Pflanze geerntet wurden.
Paprika
Bei Paprika kann man zwischen Blockpaprika und spitzen Snackfrüchten in den verschiede-
nen Farben auswählen. Angebaut wurden Containersorten, die 40 - 50 cm hoch werden. Trotz-
dem ist es sinnvoll, die Pflanzen mit einem Stab zu stützen.
‘Midinor Red‘
Die rund 6 cm großen roten, blockigen Früchte konnten von Ende
Juli bis zum Frost geerntet werden. Der Ertrag belief sich auf 20 –
30 Früchte pro Pflanze was einer Erntemenge von rund 1 kg pro
Pflanze entspricht.
Es gibt diese Sorte auch mit gelben Früchten. Diese wurde aber
nicht in diesem Jahr in Dresden-Pillnitz angebaut.
‘Snackor Orange‘ und ‘Snackor Yellow‘
Orange und gelb gefärbte, spitze Paprika konnten von Anfang Juli
bis Ende September geerntet werden. Wenn die Pflanzen genü-
gend Platz zur Entwicklung hatten, reiften 40 - 50 Früchte pro
Pflanze. Fehlte der Freiraum, fiel der Ertrag deutlich geringer aus.

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3
Aubergine
‘Jackpot‘ ist eine für die Containerkultur geeignete Sorte mit einer
Pflanzenhöhe von rund 50 cm. Schon die violetten Blüten haben
einen Zierwert. Noch attraktiver sieht die Pflanze mit den zahlrei-
chen dunkelvioletten Früchten, die sich von dem silbergrünen
Laub abheben, aus. Die Auberginen können schon als kleine
Früchte geerntet werden.
Durch die Bedingungen in diesem Sommer kam es ab August zu
Schäden durch Fäulniserreger und Befall mit Kartoffelkäfern. Bis
dahin konnten aber schon 20 Früchte pro Pflanze geerntet wer-
den.
Süßkartoffeln
Etwas Geduld braucht man bis zur Ernte der Knollen. Die Süß-
kartoffeln wachsen bei ausreichend Wärme, Nährstoffen und
Wasser üppig über den ganzen Sommer. Das kräftige Wachstum
der Pflanzen muss man im Mai bei der Pflanzung beachten, sonst
werden die Nachbarpflanzen überwuchert. Bei kühlen Tempera-
turen stellen die Süßkartoffeln dann ihr Wachstum ein und nach
den ersten Frostnächten kann geerntet werden.
In Pillnitz waren die Sorten ‘Kaukura‘, ‘Maketea‘ und ‘Manihi‘ im
Anbau, die sich durch Laubfarbe und -form unterschieden.
Die Ausbeute lag in diesem Sommer zwischen 1 – 3 kg Knollen-
masse pro Pflanze. Dabei gab es richtig dicke Knollen, meist ein
bis zwei pro Pflanze. Zusätzlich konnten dann noch viele meist
„möhrenförmige“ Knollen geerntet werden. Teilweise waren es 20
Stück dieser circa 2 – 3 cm dicken und knapp 20 cm langen Knol-
len. Je nach Sorte war das Fruchtfleisch weiß oder orange ge-
färbt.
Die Knollen sollen nach der Ernte noch ein bis zwei Tage trock-
nen, bevor sie zubereitet werden. Wer die Knollen etwas länger
lagern will, muss diese für den Lagerungsprozess vorbereiten.
Das sogenannte Curing besteht aus einer Wärmebehandlung bei
27 – 33 °C und einer relativen Luftfeuchte von 80 bis 95 % für 7
bis 10 Tage. Die Knolle wandelt Stärke in Zucker um, dadurch
entsteht der typische Geschmack und die Außenschale erfährt
eine Härtung. Anschließend ist eine Lagerung bei 13 - 15 °C für
einige Wochen möglich.

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Autor: Beate Kollatz; Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie; Abteilung 8; Referat Zier-
pflanzenbau; Telefon: 0351 2612-8202; E-Mail:
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Erdbeere
Eine immertragende Erdbeere rundete die Bepflanzung ab. Die
Sorte ‘Elan White 2‘ fällt schon durch die schöne, große Blüte auf.
Erste Früchte dieser aromatischen Erdbeersorte konnten ab Mitte
Juni geerntet werden. Die Ernte hielt über den ganzen Sommer
an, wobei der Geschmack im September dann nach ließ. Selbst
im Oktober hingen noch einige grüne Früchte an den Pflanzen,
die durch die kalten Nächte dann aber braun und lederartig wur-
den.
Über den Sommer wurden bis zu 60 Erdbeeren von einer Pflanze
geerntet.
Andenbeere (Physalis)
Die Sorte ‘Preciosa‘ wird 30 – 40 cm hoch und beginnt früh mit
dem Ertrag, wobei die reifen Früchte abfallen. Das ist bei der
Pflanzung oder Aufstellung der Gefäße zu beachten, da die Sorte
leicht überhängend wächst. Gerade in einen Kübel gepflanzt, fal-
len dann viele Früchte nicht auf die Gefäßoberfläche sondern ne-
ben das Gefäß auf den Boden.
Die Ernte war sehr hoch. Bis zu 300 Früchte wurden aufgelesen,
wobei nicht alle abgefallenen Beeren auch ausgefärbt waren. Die
reifen Physalis waren sehr schmackhaft.
Kräuter
Ob Basilikum, Salbei, Rosmarin, Thymian, Petersilie….
Kräuter sollten unbedingt einen Platz im Hochbeet finden. Sie
können die ganze Vegetationszeit über nach Bedarf geerntet wer-
den, wobei aber immer noch so viel Pflanzenmasse stehenblei-
ben sollte, dass die Pflanze wieder gut austreiben und weiter-
wachsen kann.