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Ideen für den
ländlichen Raum
Preisträger und Auszeichnungen
des
simul
+
Wettbewerbs
Zukunft
zusammen
bringen.
STAATSMINISTERIUM FÜR
REGIONALENTWICKLUNG

Entwicklung des gemeinschaftlichen
Lebens und Zusammenhalts
Verbesserung der Versorgung mit Waren,
Dienstleistungen und Mobilität
Soziale Betreuung und
Nachbarschaftshilfe
Verbesserung der Lebensbedingungen
von Kindern, Jugendlichen, Frauen,
Senioren und Menschen mit Behinderungen
Anwendung digitaler Technologien
für das Gemeinwohl
Kunst, Kultur und Identität
auf dem Land
Willkommensaktionen für
Rückkehrer und Zuziehende
Partizipation der Bürger an
Prozessen der Gemeideentwicklung
Ökologische Entwicklung und
Gestaltung des Lebensumfeldes
Inhalt
LAND.KOMMUNE
Preisträger 7
weitere Projektideen
28
PROJEKT
Preisträger 30
Auszeichnungen 34
weitere Projektideen
62
THEMATISCHE KATEGORIEN DES WETTBEWERBS

Ideen für den
ländlichen Raum
Preisträger und Auszeichnungen
des
simul
+
Wettbewerbs
1

Ideen für den ländlichen Raum
2

image
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3
Geleitwort
IN DER ZWEITEN RUNDE
des
simul
+
Wettbewerbs „Ideen für den
ländlichen Raum“ haben Vereine, Unternehmen, private Akteurin-
nen und Akteure sowie die Gemeinden 362 Beiträge eingereicht.
Dahinter stehen 362 Initiativen, an denen sich tausende Menschen
beteiligt und ihre Kreativität eingebracht haben. Ich freue mich sehr
über dieses Engagement, im ländlichen Raum etwas zu bewegen.
Mit der Zukunftsinitiative
simul
+
des Sächsischen Staatsministeri-
ums für Regionalentwicklung und dem durchgeführten Wettbewerb
ist es gelungen, den Teilnehmerinnen und Teilnehmern wertvolle
Impulse zu geben, konkrete Ideen vor Ort zu entwickeln und viele
Menschen einzubeziehen. Ich denke, darauf kommt es an.
Die eingereichten Beiträge zeigen eine Vielzahl von Ideen zur Ge-
staltung lebenswerter Gemeinden sowie kreative Konzepte zur
Entwicklung des gemeinschaftlichen Lebens und Zusammenhalts
im ländlichen Raum. Dabei hat sich gezeigt, dass in vielen Orten
der Wunsch besteht, sich wieder mehr zu treffen, gemeinsam aktiv
zu werden, Neues zu probieren und Traditionen zu pflegen. Dieser
Wunsch spiegelt sich in unterschiedlichen Konzepten für gemein-
schaftliche Treffpunkte und dort stattfindenden Aktivitäten wider.
Die Wettbewerbsjury hatte keine leichte Aufgabe, aus allen Beiträ-
gen die besten Ideen für die Preisvergabe auszuwählen. Im Ergebnis
erhalten 20 Gemeinden im Modul
„Land.Kommune“
Prämien in
Höhe von 150.000 bis 300.000 Euro. Im Modul
„Projekt“
gibt
es drei Preisträger mit Prämien in Höhe von jeweils 15.000 bis
25.000 Euro. Weitere 47 Teilnehmerinnen und Teilnehmer in die-
sem Modul erhalten für ihre Idee eine Auszeichnung in Höhe von
5.000 bis 10.000 Euro.
Allen Preisträgerinnen und Preisträgern sowie Ausgezeichneten
gratuliere ich sehr herzlich! Wenngleich aufgrund der derzeitigen
Corona bedingten Pandemie eine persönliche Preisverleihung leider
nicht möglich war, gibt uns jedoch dieses Ereignis Anlass, sich
einmal mehr auf den Wert leistungsfähiger kleinteiliger Strukturen
in der eigenen Region zu besinnen. Dazu tragen die Ergebnisse
des Wettbewerbes ganz sicher bei.
Mit der Wertschätzung der Ideen und der Vergabe der Preise in
Höhe von insgesamt 4,83 Millionen Euro kann die Realisierung
dieser hervorragenden Projekte beginnen. Die Ideen stellen wir
in der vorliegenden Broschüre vor. Der Austausch mit den Akteu-
rinnen und Akteuren sowie die Nutzung der Anregungen in Ihrem
Ort sind ausdrücklich erwünscht!
Ich danke allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern für die engagierte
Mitwirkung sowie unseren Partnern, dem Sächsischen Landes-
kuratorium Ländlicher Raum e. V. und dem Netzwerk KREATIVES
SACHSEN, für die kompetente Unterstützung des Wettbewerbs.
Thomas Schmidt
Sächsischer Staatsminister
für Regionalentwicklung

Ideen für den ländlichen Raum
4
KREATIVES SACHSEN
durfte nach der erfolgreichen Durchfüh-
rung des ersten Durchgangs auch in diesem Jahr als Partner des
simul
+
Ideenwettbewerbs auftreten und Teil des interdisziplinär
besetzten Auswahlgremiums sein.
Als Ansprechpartnerin für Akteure der Kultur- und Kreativwirtschaft
bin ich regelmäßig im ländlichen Raum unterwegs und treffe Un-
ternehmen, Agenturen und Soloselbständige. Rund die Hälfte der
10.000 sächsischen Kreativunternehmer sind abseits der Großstädte
beheimatet und gestalten dort oft nicht nur ihre eigene Arbeitswelt,
sondern setzen vielfach wirtschaftliche und gesellschaftliche Inno-
vationsprozesse in Gang. Neben digitalen Vernetzungsmöglichkeiten
spielen dabei auch kollaborative Raumkonzepte eine Rolle, die pro-
jektbezogenes Arbeiten ermöglichen. Was in Großstädten bereits
erfolgreich gelebt wird, wird im Zuge des allgemeinen wirtschaft-
lichen Wandels inzwischen auch in der Region erprobt.
Arbeitsräume der Zukunft werden schon heute nicht nur als Orte
des Erwerbs, sondern auch als Plätze des menschlichen Miteinanders
und der gemeinsamen Ideen- und Projektumsetzung begriffen. Die
Bewahrung lokaler Traditionen, die Einbindung von engagierten
Bürgern und der Erhalt ortsbildprägender Gebäude stehen dabei
nicht im Widerspruch zur Nutzung innovativer Technologien. Neue
Werkzeuge für Herstellungs-, Kommunikations- und Dokumentati-
onsprozesse sind eine enorme Chance für die weitere Entwicklung
des ländlichen Raums.
Trotz aller digitalen Möglichkeiten ist, und das zeigen die Entwick-
lungen während der Corona Krise besonders deutlich, der Wunsch
nach dem persönlichen Gespräch, der individuellen Beratung oder
dem gemeinsamen Gestalten von Freizeit groß. Letzteres kann man
unter anderem auch an der mannigfaltigen Vereinslandschaft in
Sachsen ablesen, die es zu erhalten und weiterzuentwickeln gilt.
Eine Vielzahl der eingereichten Projektideen trägt deshalb dem
Umstand Rechnung, dass flexibel nutzbare Orte der Begegnung, die
früher Dorfgasthof, Dorfplatz oder Tante-Emma-Laden hießen, heute
zum Großteil nicht mehr existieren oder unbenutzbar geworden
sind. Diesem Mangel begegnen die Bewohner des ländlichen Raums
schon heute mit großer Kreativität und adaptieren – bewusst oder
unbewusst – oftmals erfolgreiche Modelle aus den urbanen Zentren.
Die preisgekrönten Ideen zeigen, wie bürgerliches Engagement un-
kompliziert organisiert und agiles Projektmanagement praktisch
gelebt werden kann. Dass dabei auch bauliches Erbe erhalten und
regionale Identität geschaffen wird, wirkt fast wie ein positiver
Nebeneffekt. Es lohnt sich, in akteursbasiert entstandene Projekte zu
investieren und von Anfang an eine möglichst breite Unterstützung
zu generieren. Strategien für diese Herangehensweisen werden seit
Jahren in der Kultur- und Kreativwirtschaft erprobt und sorgen unter
anderem für ein stetiges Wachstum der Branche.
Dem verhältnismäßig kleinen Finanzbedarf, den die meisten
simul
+
Ideenbeiträge haben, steht ein größtmöglicher Gewinn an sozialem
Zusammenhalt durch die Umsetzung der Projekte gegenüber. Wenn
dieser kleine Finanzbedarf niedrigschwellig und unbürokratisch ver-
fügbar wird, werden die unbezahlbaren Ideen, die bereits existieren,
sachsenweit sichtbar. Erneut überstieg die Anzahl der eingegange-
nen Einreichungen die verfügbaren Preise um ein Vielfaches – ein
deutliches Zeichen, dass die Wettbewerbspraxis auf eine große
Anerkennung trifft.
Ich wünsche dem Wettbewerb, dass er auch ein drittes Mal statt-
finden wird und hoffe, dass auch die Projekte, die dieses Mal nicht
ausgezeichnet werden konnten, kreative Wege finden, um in die
Umsetzung zu starten.
Claudia Muntschick
Mitglied des Auswahlausschusses
Wettbewerb für
kreative Bürgerprojekte

5
VOM 21. AUGUST BIS 20. NOVEMBER 2019
konnten Projektideen
für den ländlichen Raum in einem niedrigschwelligen Verfahren
digital eingereicht werden.
Gesucht waren Ideen für
I
die Entwicklung des gemeinschaftlichen Lebens
und Zusammenhalts,
I
die Verbesserung der Versorgung mit Waren und
Dienstleistungen und der Mobilität,
I
die soziale Betreuung und Nachbarschaftshilfe,
I
die Verbesserung der Lebensbedingungen von Kindern und
Jugendlichen, von Frauen, von Senioren und von Menschen
mit Behinderungen,
I
die Anwendung digitaler Technologien für das Gemeinwohl,
I
Kunst, Kultur und Identität auf dem Land,
I
Willkommensaktionen für Rückkehrer und Zuziehende,
I
die Partizipation der Bürger an Prozessen der
Gemeindeentwicklung sowie
I
die ökologische Entwicklung und Gestaltung des
Lebensumfeldes.
Der Wettbewerb war in zwei Module gegliedert:
Im
Modul „Projekt“
konnten Vereine, lokale Verbände und Initiativen,
natürliche Personen und Unternehmen eine Projektskizze einreichen.
Das
Modul „Land.Kommune“
richtete sich an Gemeinden und Kom-
munen und landesweit überwiegend in der ländlichen Entwicklung
tätige Vereine, die ein Konzept mit einer Grundidee sowie mindestens
drei daraus abgeleiteten Einzelprojekten einreichen konnten.
Im Modul „Projekt“ waren folgende Prämien in Höhe von
insgesamt bis zu 330.000 Euro ausgelobt:
I
1. Preis:
25.000 Euro
I
2. Preis:
20.000 Euro
I
3. Preis:
15.000 Euro
I
4.-10. Platz:
10.000 Euro
I
11.-50. Platz:
0
5.000 Euro
Verfahren und Inhalte des
simul
+
Wettbewerbs
Im Modul „Land.Kommune“ waren für circa 15 Preisträger
Prämien in Höhe von 100.000 bis 400.000 Euro zu vergeben.
Insgesamt standen bis zu 4,5 Millionen Euro für die Prämierung in
diesem Modul zur Verfügung. Die Prämien sind mit der Bedingung
verknüpft, diese innerhalb von zwei Jahren zur Umsetzung von
Projekten des Aktionsplanes zu verwenden. Einzelheiten regelt
eine vertragliche Vereinbarung zwischen dem Sächsischen Staats-
ministerium für Regionalentwicklung (SMR) und dem Preisträger.
Der simul+ Wettbewerb wird finanziert mit Steuermitteln auf Grund-
lage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes.
Die fachliche Bewertung der eingereichten
Beiträge und die Auswahl der Preisträger erfolgte
auf der Grundlage folgender Kriterien:
I
Innovationsgrad/kreatives
Potenzial
I
Umsetzbarkeit (Zielklarheit, Finanzierungsmodell, Zeitschiene)
I
Stärkung des Gemeinwohls und Zusammenhalts vor Ort
I
Mehrwert im Verhältnis zum geplanten Mitteleinsatz
I
Beitrag zur Lösung akuter Defizite
I
Beteiligung von Bürgern, gesellschaftlichen Gruppen,
Kooperationspartnern und externen Fachexperten (bei der
Ideenfindung und bei der Umsetzung)
I
Verbesserung der Bedingungen für die folgenden
Zielgruppen: Kinder und Jugendliche, Frauen, Senioren,
Menschen mit Behinderungen oder Neubürger
IDEEN FÜR DEN LÄNDLICHEN RAUM

Ideen für den ländlichen Raum
6
Die Vorbewertung erfolgte durch ein Fachgremium
mit folgenden Mitgliedern:
Christian Brietzke
Sächsischer Städte- und Gemeindetag e. V.
Peter Neunert
Sächsisches Landeskuratorium
Ländlicher Raum e. V.
Holger Reinboth
LEADER-Regionalmanagement
„Sächsisches Zweistromland-Ostelbien“
Christian Rößler
Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft
und Geologie
Katrin Schulze
Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft
und Geologie
Thaddäus Ziesch
Sächsisches Landeskuratorium
Ländlicher Raum e. V.
Im Ergebnis erhalten im „Modul Projekt“ drei Preisträger Prämien
in Höhe von je 15.000 bis 25.000 Euro, weitere sieben Preisträger
Prämien von je 10.000 Euro sowie 40 Beiträge Prämien von je 5.000
Euro. Im Modul „Land.Kommune“ erhalten 20 Städte und Gemeinden
Prämien von 150.000 bis 300.000 Euro.
Informationen zum Wettbewerb sind im Internet unter
www.ideenwettbewerb.sachsen.de
abrufbar.
Am 12. März
2020 wählte der
Auswahlausschuss
die Beiträge für eine
Prämierung aus und
legte die Höhe der
Prämien fest.
Berufene Mitglieder Auswahlausschuss:
Vorsitz:
Dr. Frank Pfeil
Staatssekretär im Sächsischen Staats-
ministerium für Regionalentwicklung
Christiane Gürth
Bürgermeisterin der Gemeinde Cavertitz
Thomas Irmisch
Wirtschaftsförderung Sachsen GmbH
André Jacob
Geschäftsführendes Präsidialmitglied
des Sächsischen Landkreistages e. V.
Arnold Liebers
Superintendent Ev.-Luth. Kirchenbezirk
Leisnig-Oschatz i. R.
Lars Müller
Sozialverband VdK Sachsen e. V.
Claudia Muntschick
Referentin „Kreatives Sachsen“ –
Sächsisches Zentrum für Kultur- und
Kreativwirtschaft
Stephan Pöhler
Beauftragter der Sächsischen
Staatsregierung für die Belange von
Menschen mit Behinderungen
Mischa Woitscheck
Geschäftsführer des Sächsischen
Städte- und Gemeindetages e. V.

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L A N D . K O M M U N E
|
PREISTRÄGER
7
Land.Kommune
P R E I S T R Ä G E R

image
image
Ideen für den ländlichen Raum
8
Gefängnis creative – Ertüchtigung
eines alten Gemäuers und Weiterentwicklung
zum Kreativort im Oberen Vogtland
EINREICHER:
Stadt Adorf / Vogtl.
KATEGORIE:
Verbesserung der Lebensbedingungen von Kindern und Jugendlichen,
PRÄMIENHÖHE:
300.000 €
Frauen, Senioren und Menschen mit Behinderungen
EIN BLICK AUF DIE NACKTEN ZAHLEN
legt nahe, dass es sich bei
Adorf – einer kleinen reizvollen Stadt, idyllisch gelegen im vogtlän-
dischen Musikwinkel – um eine Gemeinde mit hoher Abwanderung
handelt. Von ehemals mehr als 6.000 Bewohnern sind es heute
etwa 4.900. Ist hier wirklich nichts mehr los? Die Ergebnisse der
Jugendbefragung 2017 und der Bürgerbefragung 2019 zeigen einen
starken positiven Gegentrend. Gemeinsam sind Jung und Alt bereit,
sich zu engagieren, um Bleibeperspektiven zu entwickeln und
Adorf in einen attraktiven, anziehenden Ort weiterzuentwickeln.
Zunächst wurde eine Entwicklungsstrategie für die Stadt Adorf
erarbeitet. Die Strategie ist eingebettet in das Modellprojekt „De-
mografiewerkstatt Kommunen“ (DWK) des Bundesministeriums für
Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ). Im Rahmen des
DWK wurden zwei öffentliche Zukunftskonferenzen mit jeweils
150 Teilnehmern durchgeführt sowie eine Vielzahl öffentlicher
Veranstaltungen zur inhaltlichen Konkretisierung der Entwick-
lungsstrategie.
Im Projekt „Gefängnis creative“ soll das historische Stadtgefängnis
saniert und wiedereröffnet werden – jedoch als kreativer Kultur-
ort. Wirtschaftsbetriebe, Innungen und Kammern sollen gezielt
eingebunden werden, um jungen Menschen einen niederschwel-
ligen Zugang zu regionalen Ausbildungs- und Arbeitsplätzen zu
ermöglichen. Dabei soll ein offener Schülertreff mit Kreativ- und
Werkräumen helfen, der im ersten Obergeschoss eingerichtet wird.
Aus- und Weiterbildungseinrichtungen, Betriebe der Region sollen
die Räumlichkeiten für die Fachkräftegewinnung in Handwerks-
und Gewerbeberufen mitnutzen.
Im Erdgeschoss des Gefängnisses sollen Treffpunkte sowie Ver-
anstaltungsräume, im Dachgeschoss Proberäume für Musikgrup-
pen eingerichtet werden. Ein verbessertes Bürgerbus-System
soll eine aktive Nutzung der Angebote im „Gefängnis creative“
ermöglichen.
„Das „Gefängnis creative“ ist
ideal, um junge Menschen
spielerisch an den „Sozialraum
Stadt Adorf“ heranzuführen
und sie am gesellschaftlichen
Leben der Stadt teilhaben
zu lassen. Insbesondere der
abenteuerliche Name und die
vielfältigen Bezüge erleichtern
uns die Arbeit.“

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LAND.KOMMUNE
|
P R E I S T R Ä G E R
9
Schule und Forschung
regional vernetzt
EINREICHER:
Stadt Hartha
KATEGORIE:
Verbesserung der Lebensbedingungen von Kindern und Jugendlichen,
PRÄMIENHÖHE:
300.000 €
Frauen, Senioren und Menschen mit Behinderungen
ZENTRAL IM DREIECK
der Großstädte Chemnitz, Dresden und
Leipzig liegt im Landkreis Mittelsachsen die Stadt Hartha. Dort
ist im Ortsteil Meinsberg mit dem Kurt-Schwabe-Institut für
Mess- und Sensortechnik e.V. eine deutschlandweit anerkannte
Forschungseinrichtung angesiedelt. Im gemeinnützig tätigen Lan-
desinstitut wird auf den Gebieten der physikalischen Chemie und
Elektrochemie geforscht und es werden neuartige Sensormate-
rialien entwickelt.
Im Zusammenspiel zwischen Forschungsinstitut und Kom-
mune sowie der Pestalozzi Oberschule Hartha und dem Mar-
tin-Luther-Gymnasium Hartha entstand eine Projektidee, die einen
neuen Ansatz der Nachwuchsförderung in der ländlichen Region
verfolgt: Für besonders engagierte und interessierte Schülerinnen
und Schüler sollen ein praxis- und studienorientierter Unterricht
entwickelt und Angebote für Besondere Lernleistungen erarbeitet
werden. Lehrer erhalten dabei Unterstützung von Experten aus
Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft, absolvieren eine inter-
disziplinäre Fortbildung.
Im Rahmen von Praktika und Facharbeiten entwickeln die Schü-
lerinnern und Schüler ihre Kompetenzen in den MINT-Fächern
weiter – berufsvorbereitend und praxisnah. So soll das Interesse
der jungen Menschen an Mathematik, Informatik, Naturwissen-
schaften und Technik gestärkt werden. Zudem lernen sie innova-
tive Unternehmen und potenzielle Arbeitgeber aus der eigenen
Region kennen.
Zur Systematisierung der Informationen ist die Entwicklung einer
Datenbank vorgesehen. Diese dient, bei laufender Aktualisierung,
den Schülerinnen und Schülern als kompetentes Hilfsmittel zur
Adressierung ihrer naturwissenschaftlichen Interessen für u. a.
Praktika, Projekte und Leistungswettbewerbe. Durch die Stadt
Hartha wird ein Fahrdienst für die Schülerinnen und Schüler ein-
gerichtet.
Das Projekt
qualifiziert natur-
wissenschaftlich
interessierte junge
Menschen und
vermittelt ihnen eine
Bleibeperspektive in
ihrer Heimat.

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Ideen für den ländlichen Raum
10
Ortsmitte(l)Punkt-Gemeinsam-Neu-Gedacht –
Wir machen uns den Hof
EINREICHER:
Gemeinde Langenbernsdorf
KATEGORIE:
Entwicklung des gemeinschaftlichen Lebens
PRÄMIENHÖHE:
300.000 €
und Zusammenhaltes
NAHE DES WERDAUER WALDES
und der Koberbachtalsperre
liegt die schmucke Gemeinde Langenbernsdorf. Weit über das
Dorf hinaus bekannt und ein besonderer Anziehungspunkt des
Ortes ist der Gasthof „Weißes Ross“. Im Jahre 1417 erbaut, steht
das Gebäude unter Denkmalschutz und befindet sich heute im
Eigentum der Gemeinde. Der Gasthof „Weißes Ross“ zählt zu den
schönsten und ältesten Gasthöfen und wird durch seinen Pächter
erfolgreich bewirtschaftet.
In direkter Nachbarschaft befinden sich die leerstehende ehemalige
Kantine der LPG sowie ein teils sanierungsbedürftiger Vierseithof.
Bei einem Dorfkonvent berieten sich Vereine, Kirchen, Kommunen
und interessierte Bürger und beschlossen, dort ein neues Orts-
zentrum zu schaffen. Mithilfe des Projekts „Neu gedacht – Wir
machen uns den Hof“ soll ein lebendiger Dorfkern entstehen und
die alte Kantine umgebaut werden. Den revitalisierten Vierseithof
sollen Vereine, Schulen, Kindertagesstätten, Kirchgemeinde und
Jugendclub sowie Bücherei für Umweltbildung und Sozialarbeit
nutzen. Die alte Bausubstanz bliebe erhalten, das Ortsbild würde
sichtbar verschönert.
Zunächst wird ein Architekturwettbewerb „Neuer Hof am Ross“
ausgeschrieben. Über den Siegerentwurf sollen die Bürger mitent-
scheiden. Zwar plant die Gemeinde einen Umsetzungszeitraum
von maximal fünf Jahren. Aber bereits in der Planungsphase und
während der ersten Maßnahmen soll ein Film- und Fotoprojekt
den Bau des neuen Hofes dokumentieren. Ortschronisten und
Mitglieder des Jugendclubs wollen u. a. in einem Blog gemeinsam
über die laufenden Aktivitäten informieren.
Seit 2013 finden im Ort unter dem Motto „Ein Dorf singt“ jährlich
Konzerte statt. Bald sollen sie auf dem neuen Areal stattfinden.
„Ein Dorf singt bei Hofe“ – und akquiriert frühzeitig Einnahmen
für die Baumaßnahmen. Nach der Sanierung erster Räumlichkeiten
soll der Treffpunkt „Land und Leben“ entstehen.
„Unser Ziel ist die
Vitalisierung des Dorflebens
und die Neugestaltung
ländlicher Bausubstanz.
Damit wirken wir der
Abwanderung aus dem
ländlichen Raum entgegen
und werten das Leben auf
dem Dorf auf.“

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Kleine Träume
schaffen Zukunft
EINREICHER:
Gemeinde Schöpstal
KATEGORIE:
Verbesserung der Lebensbedingungen von Kindern und Jugendlichen,
PRÄMIENHÖHE:
300.000 €
Frauen, Senioren und Menschen mit Behinderungen
LAND.KOMMUNE
|
P R E I S T R Ä G E R
11
DIE GEMEINDE SCHÖPSTAL
besteht aus den Orten Ebersbach,
Girbigsdorf und Kunnersdorf. Dort hat sich eine Selbsthilfegruppe
gebildet, in der sich Eltern behinderter und nicht behinderter Kin-
der zusammengeschlossen haben. Ihr Ziel ist es, die Lebensbe-
dingungen für Kinder und ältere Menschen im ländlichen Raum
zu verbessern. Integration und Inklusion sind in der Gemeinde
Schöpstal gelebte Werte.
Gemeinsam mit Vereinen und Dorfbewohnern möchte die Selbst-
hilfegruppe in Girbigsdorf einen besonderen Spiel- und Erlebnisort
für Kinder schaffen. Entscheidend: Die Spielgeräte sollen behin-
dertengerecht sein. Ein angrenzender befestigter Parkplatz soll
Kindern mit motorischen Einschränkungen und älteren Menschen
einen problemlosen, weil barrierefreien Zugang zum Spielplatz
ermöglichen.
Die Schulscheune von Kunnersdorf ist ein denkmalgeschütztes
Gebäude. Es beherbergt ein Museum für alte Gebrauchsgegen-
stände aus dem Dorf und soll zukünftig vermehrt als Bildungs- und
Erlebnisort für Kinder dienen. Ihnen sollen dort dörfliche Tradition
und Brauchtum vermittelt werden, an deren Pflege sie zukünftig
mitwirken können. Zudem sollen die Kinder dort Raum haben,
ihre sozialen und ökologischen Kompetenzen zu entwickeln. Die
Scheune wird mit einem barrierefreien Zugangs und einer behin-
dertengerechten Toilette ausgestattet.
Das Schloss in Ebersbach liefert einen wichtigen Beitrag für die
Lebensqualität der Ortsbewohner. Im Schloss ist die Gemeinde-
verwaltung untergebracht, eine Arztpraxis und ein Friseur. Auch
dort sind barrierefreie Zugänge zu schaffen oder zu erweitern.
Mit den baulichen Maßnahmen wollen die Schöpstaler ein Zei-
chen setzen für gelebte Integration und Inklusion, Bedürftigen
die Teilhabe am Dorfleben ermöglichen und das Wir-Gefühl der
Gemeinde stärken.
Die Teilhabe der Menschen
mit und ohne Behinderung
am gesellschaftlichen,
kulturellen und politischen
Leben ist elementar für eine
gerechte Gesellschaft. Das
Projekt stärkt Integration
und Inklusion im dörflichen
Umfeld.

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Ideen für den ländlichen Raum
12
Chroscicy Crostwitz -
beWEGt ALLE
EINREICHER:
Gemeinde Crostwitz
KATEGORIE:
Entwicklung des gemeinschaftlichen Lebens
PRÄMIENHÖHE:
250.000 €
und Zusammenhaltes
DIE GEMEINDE CROSTWITZ
liegt unweit von Kamenz im Land-
kreis Bautzen. Die Ortschaften Crostwitz, Caseritz, Horka, Kop-
schin, Nucknitz und Prautitz zählen mehr als 1.000 Einwohner.
Gemeinsam haben sie eine eine Grundidee entwickelt, die in Crost-
witz verwirklicht werden soll: Ein Rundweg soll die einzelnen Ak-
tivitätszonen im Dorf verknüpfen: Den Dorfplatz samt Schule, die
Kindertagesstätte, den Sportplatz und das Altenpflegeheim am
östlichen Ortsrand. Im Mittelpunkt sollen die Aspekte Bewegung
und Kommunikation stehen. So soll der Rundweg auch am neuen
„Garten für ALLE“ vorbeiführen. Den gilt es noch anzulegen und zu
gestalten. Im „Garten für ALLE“ sollen eine Grillhütte und ein Lager-
feuerplatz entstehen; Schmetterlingswiese und Schaubienenstock
sollen den Lebensraum für Insekten und Kleingetier verbessern.
Auch die Bewohner des Altenpflegeheims und die Kinder der Kin-
dertagesstätte sollen auf kurzen, gut ausgebauten Wegen die
Natur genießen können. Der Rundweg soll einen barrierefreien
Zugang zur Dorfmitte gewährleisten, sodass alle Bewohner am
Gemeindeleben teilnehmen können. In der Dorfmitte liegt das
ehemalige Verwaltungsgebäude der Gemeinde, das zu einem zent-
ralen Treffpunkt – einem „Haus für ALLE“ – ausgebaut werden soll.
Dazu sind umfangreiche Sanierungsarbeiten am und im Gebäude
erforderlich. Entsiegelte und begrünte Teilflächen lassen einen
„Platz für ALLE“ entstehen. Darauf sollen künftig Veranstaltungen
stattfinden: das Maibaumwerfen, das Internationale Folklorefes-
tival „Lausitz“ und die Kirmes. Ein weiteres Netzwerk bilden die
örtlichen Sportvereine. Ihre Anlagen sollen mit einem „Rasen für
ALLE“ aufgewertet werden.
Das beWEGt ALLE: Die Crostwitzer
machen sich gemeinsam auf den Weg,
die Attraktivität ihres Ortes zu verbessern
und ihre Lebensqualität zu steigern.

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L A N D . K O M M U N E
|
PREISTRÄGER
13
Von Brücken, Flüssen und Wegen –
Gemeinschaft leben entlang der Pulsnitz
und Via Regia in Königsbrück
EINREICHER:
Stadt Königsbrück
KATEGORIE:
Entwicklung des gemeinschaftlichen Lebens
PRÄMIENHÖHE:
250.000 €
und Zusammenhaltes
DIE PULSNITZ
beeinflusste maßgeblich die Entstehungsgeschichte
der Stadt Königsbrück. Jahrhunderte lang war der Fluss, von Süden
nach Norden fließend, Grenze zwischen der Markgrafschaft Meißen
und der böhmischen Oberlausitz. Die beiden Gebiete waren durch
die alte transkontinentale Handelsstraße Via Regia verbunden.
Auf Basis ihrer Ortsgeschichte haben die Einwohner von Königs-
brück die Idee entwickelt, generationenübergreifend aktiv zu wer-
den und mit dem Motiv der Kulturlandschaft den gegenseitigen
Austausch zu fördern. Zwar sind die städtischen Grünbereiche
entlang der Pulsnitz von allen geschätzt, derzeit aber nicht im
besten Zustand. In diese identitätsstiftenden Räume soll wie-
der Leben einkehren. Sie werden zur Bühne für neue Impulse des
Gemeinschaftslebens und als natürliches, grünes Zentrum der
Stadt reaktiviert.
Beteiligungsorientierte Veranstaltungen, Kunstaktionen sowie
Investitionen in prägende Landschaftselemente machen Kultur-
landschaft und Stadtgeschichte lebendig, wecken Lust auf Gemein-
schaft. Auf einem Vereins- und Bürgerfest – dem Königsbrücker
Sommerfest 2021 – wird das Projekt seinen Höhepunkt erhalten
und die Akteure ihre Ergebnisse präsentieren. Das Fest entsteht
in Kooperation mit dem LEADER-Verein Dresdner Heidebogen.
Das Projekt besteht aus mehreren Teilen: In einem Wettbewerb
können alle Einwohner ihre Ideen einbringen zur Pflege der Kul-
turlandschaft, zur Geschichte, Kunst und Kultur im Projektgebiet.
Kinder und Jugendliche profitieren vom Wissen Älterer, werden
in den Grünräumen entlang der Pulsnitz kreativ und aktiv. Hinzu
kommen Pflanz- und Pflegemaßnahmen, die Reinigung von Ge-
wässerabschnitten und die Anlage von Sitzgruppen mit Informa-
tionstafeln.
Identitätsstiftende Freiräume
werden zur Bühne für neue
Impulse des Gemeinschaftslebens.
Einwohner bauen symbolisch
Brücken für eine zukunfts-
orientierte Verständigung
innerhalb der Stadtgesellschaft.

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Ideen für den ländlichen Raum
14
Der Schatz der 6 Helden
aus dem Stolpener Land – Ein ganz
besonderes Hochzeitsgeschenk
EINREICHER:
Stadt Stolpen
KATEGORIE:
Entwicklung des gemeinschaftlichen Lebens
PRÄMIENHÖHE:
250.000 €
und Zusammenhaltes
STADT UND BURG STOLPEN
sind weithin bekannt. August der
Starke verbannte seine Mätresse auf die Burg Stolpen. Die Gräfin
Cosel lebte dort mehr als 49 Jahre. Wer heute nach Stolpen kommt,
sieht die wunderschöne Silhouette des Burgberges, gepflegte
Häuser, intakte Straßen, Schulen, Kindergärten sowie Kleinbetriebe.
Vor 25 Jahren vereinigten sich die Gemeinden Stolpen, Langen-
wolmsdorf, Helmsdorf, Rennersdorf-Neudörfel, Lauterbach und
Heeselicht. 2019 feierten sie demnach Silberhochzeit und nahmen
das Jubiläum zum Anlass, ihre „Ehe“ auf den Prüfstand zu stellen:
Ging das damals Erhoffte in Erfüllung? Funkt es zwischen den
Ortsteilen noch? Kann sich jeder Ortsteil frei entfalten?
Antworten auf diese wichtigen Fragen wollen die Menschen in Stol-
pen auf eine besondere Art finden, und so auch Entscheidungen für
zukünftige Investitionen treffen: Gemeinsam mit der Hochschule
für Technik und Wirtschaft in Dresden greifen sie die Idee der
„Community Education“ auf – ein kollektiver Entwicklungsprozess,
der Ziele des lebensbegleitenden Lernens mit sozialen Zielen ver-
knüpft. Ein Impulsspiel – „Der Schatz der 6 Helden im Stolpener
Land“ – soll motivieren und begleiten. Gemeinsam wollen die sechs
Ortsteile in den kommenden Jahren u. a. eine Radparcour-Strecke
und einen Fußwohlfühlpfad anlegen, Open-Air-Kinoabende, Sei-
fenkistenrennen und Sponsorenläufe veranstalten. Ein besonderes
Highlight ist die Sanierung eines ehemaligen Gasthofes in Renners-
dorf-Neudörfel. Dort soll ein Treffpunkt für die Dorfbewohner
geschaffen werden sowie Co-Working-Spaces für Selbstständige,
Kleinunternehmer und Künstler.
„Das Stolpener Land:
eine starke Gemeinschaft,
die Potentialentfaltung
ermöglicht.“

LAND.KOMMUNE
|
P R E I S T R Ä G E R
15
Unser innovatives
LandWIRhaus Weßnig
EINREICHER:
Große Kreisstadt Torgau
KATEGORIE:
Verbesserung der Lebensbedingungen von Kindern und Jugendlichen,
PRÄMIENHÖHE:
250.000 €
Frauen, Senioren und Menschen mit Behinderungen
MIT SEINEN KNAPP 400 EINWOHNERN
ist Weßnig ein idyllisches
Dorf im nordsächsischen Elbtal. Anzugspunkt für Touristen und
sportlich Aktive ist die Radfahrkirche im Dorfzentrum. Ein altes
Gutshaus prägt ebenfalls das Ortsbild. Im Rahmen der Projektidee
soll in diesem Objekt ein Mehrgenerationenhaus etabliert werden.
Um das Jahr 1900 erbaut, bietet das attraktive Einzeldenkmal
ausreichend Raum für Bildung und Kommunikation. Ein Thema
für den Austausch soll die Landwirtschaft sein. Die war früher
schon ein entscheidender Aspekt in der Entstehungsgeschichte des
Ortes und ist noch heute ein wichtiger Arbeitgeber für die Region.
Weßnig ist ein Ortsteil der Großen Kreisstadt Torgau, die sich
als Projektträger gemeinsam mit begeisterten Einwohnern für
die Umsetzung der Idee einsetzt. Lokale Akteure, Privatpersonen
und Unternehmen bringen ihre Anliegen und Vorstellungen in die
Planung ein. Das stärkt den dörflichen Zusammenhalt, lässt einen
vielseitigen Lebensbereich für die Einwohner entstehen.
In einem Landwirtschaftsraum nehmen Schüler an Projekten,
Aktionswochen und Workshops teil. Dabei werden sie anschaulich
an nachhaltiges und ökologisches Handeln herangeführt, lernen
traditionelles Handwerk und Hauswirtschaft praxisnah kennen.
Kooperationspartner finden sie in der örtlichen Land- und Ernäh-
rungswirtschaft sowie Vereinen. Die dörfliche Gemeinschaft freut
sich schon auf den neuen Treffpunkt in Weßnig. Außerdem wird
ein Dorfkino zum Ort der Begegnung für Familien und Jugendliche
im neuen LandWIRHaus.
In Weßnig wird das
generationenverbindende
„Alte Gutshaus“ mit seinem
LandWIRtschaftsraum
zum Bildungsort und
Treffpunkt für Schüler,
Einwohner, Vereine und
Partner aus Land- und
Ernährungswirtschaft.

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Ideen für den ländlichen Raum
16
Unser Ortschaftszentrum -
für eine strukturierte Entwicklung und
die Bewahrung von Traditionen
EINREICHER:
Stadt Bernstadt a. d. Eigen
KATEGORIE:
Partizipation der Bürger an Prozessen
PRÄMIENHÖHE:
200.000 €
der Gemeindeentwicklung
DER EIGENSCHE KREIS
ist ein Gebiet in der südlichen Oberlausitz
rund um Bernstadt. Dort entstand die Idee, der Region ein Ge-
schichts- und Informationszentrum zu widmen. Bis ins 13. Jahrhun-
dert reicht die Entstehungsgeschichte des Kreises; sie ist direkt mit
dem Kloster St. Marienstern verbunden. Diese Regionalgeschichte
erlebbar zu machen, stiftet Identifikation.
Dazu soll die Mehrzweckhalle im Ortsteil Dittersbach als zentraler
Treffpunkt für die Einwohner aller Ortsteile dienen. Jedoch muss
das Objekt saniert und weiterentwickelt werden. Bislang sind im
Gebäude untergebracht: eine Arztpraxis, eine Großküche, eine
Speisegaststätte, eine Sporthalle und Kellerbar sowie eine Miet-
wohnung. Diese werden um das bereits bestehende Dorfmuseum
ergänzt. Ein Treffpunkt für Senioren und ein Jugendclub werden
eingerichtet. Ein neuer Dorfladen soll die Einwohner mit Waren des
täglichen Bedarfs aus regionaler Herstellung versorgen. Markt-
tage und Messen sind geplant. Zudem soll die Halle weiter zum
Vereinssport verschiedener Sportarten und Altersgruppen dienen
sowie Raum für kulturelle Veranstaltungen bieten.
Darüber hinaus ist eine umfassende Beteiligung der Einwohner aller
Ortsteile geplant. Unter dem Label „Strukturplaner“ sollen in einem
zielorientierten Prozess öffentliche und teilöffentliche Gebäude
sowie Freianlagen analysiert werden. Das Ziel: zukunftsfähige
Nutzungsmodelle entwickeln und abstimmen. Im Mittelpunkt eines
weiteren Teilprojekts steht die jüngere Generation. So werden neue
Projekte und notwendige Maßnahmen für bestehende und neu zu
schaffende Jugendtreffs entwickelt.
Bereits die Entwicklung der
gemeinsamen Projektidee
zeigte das enorme Potenzial im
bürgerschaftlichen Engagement
und die Bedeutung von
Ortschaftszentren.

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L A N D . K O M M U N E
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PREISTRÄGER
17
Revitalisierung des Ortskernes
an der Naundorfer Achse
EINREICHER:
Gemeinde Bobritzsch-Hilbersdorf
KATEGORIE:
Partizipation der Bürger an Prozessen
PRÄMIENHÖHE:
200.000 €
der Gemeindeentwicklung
ZWISCHEN FREIBERG
und dem Tharandter Wald liegt die Ge-
meinde Bobritzsch-Hilbersdorf. Einer von fünf Ortsteilen ist
Naundorf. Dort formierte sich eine Interessengemeinschaft aus
engagierten Bürgern, die sich unter Beteiligung lokaler Vereine
für die aktive Gestaltung der Ortsentwicklung einsetzt. Eine
Bestandsaufnahme ergab, dass der Ort zahlreiche bekannte Se-
henswürdigkeiten vorweisen kann. Jedoch fiel auf, dass es keinen
echten Ortskern gibt.
Aus einem breiten Beteiligungsverfahren entstand ein Ent-
wicklungskonzept. Ziel des Konzepts – unter dem Arbeitstitel
„Naundorfer Achse“ – ist die Schaffung eines zentralen Orts-
kerns am alten Bahnhof samt Heimatmuseum, Begegnungs-
und Vereinszentrum sowie Markt- und Festplatz. Das Konzept
sieht vor, das historische Bahnhofsgebäude zum Heimatmuseum
umzubauen. Das Pflaster der Außenanlagen soll die früheren
Schienen nachbilden, ein historischer Eisenbahnwaggon einen
neuen Standort an der Verladerampe finden. Dort sollen sich
Ausstellung und Tourismusinformation ergänzen.
Ein kombinierter Markt- und Festplatz sowie ein Vereins- und
Begegnungszentrum komplettieren das geplante Ortszentrum.
Die Gestaltung des Ensembles achtet die regionale Baukultur und
ermöglicht barrierefreie Zugänge. Hervorzuheben ist die breite
Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger bei der Ideenfindung
und Konzeptentwicklung.
Eine aktive Dorfbevölkerung
entwickelt ihr neues
Ortszentrum multifunktional
im ehemaligen Bahnhofs-
bereich und definiert diesen
als Teil der „Naundorfer Achse“
am Sächsischen Jakobsweg.

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Ideen für den ländlichen Raum
18
Barbara-Uthmann-Haus:
überregionales, soziokulturelles Zentrum
für altes Handwerk
EINREICHER:
Stadt Elterlein
KATEGORIE:
Entwicklung des gemeinschaftlichen Lebens
PRÄMIENHÖHE:
200.000 €
und Zusammenhaltes
MITTEN IM ERZGEBIRGE,
auf einer Höhe von 760 Metern liegt
die Stadt Elterlein. Um das Jahr 1500 begann der Bergbau in der
Region aufzublühen. Zu dieser Zeit des „Großen Berggeschreys“
gewann der Ort durch den Bergbau überregionale Bedeutung. Im
16. Jahrhundert zeichnete sich die in Elterlein geborene Barabara
Uthmann als einflussreiche Unternehmerin aus. Prägend war ihr
karitatives Engagement.
Die Projektidee hat zum Ziel, das heute leerstehende Geburtshaus
Barbara Uthmanns zu einem soziokulturellen Zentrum auszu-
bauen. Darin sollen traditionelles Handwerk und nachhaltiges
Wirtschaften gelehrt und gelebt werden: Von der Vorratspflege
über den Gartenbau hin zur Brauchtumspflege. Angebote wie
Klöppeln, Knüpfen und Weben sollen vielfältige Aktivitäten al-
ler Altersgruppen ermöglichen; Angebote wie Gorlnäherei oder
Posamentiererei werden traditionelles Handwerk einer jungen
Generation vermitteln.
Das Barbara-Uthmann-Haus am Markt in Elterlein soll auch als
überregionale Anlaufstelle dienen, denn ein Fokus soll auf der
Arbeit mit Menschen mit depressiven Erkrankungen liegen. Im
Erdgeschoss ist zudem Platz für ein örtliches Lebensmittelgeschäft
und ein kleines Begegnungscafé. Prägend für die Projektidee ist
die Symbiose aus der Aufwertung des Stadtkerns und dem sozio-
kulturellen Angebot, das in die gesamte Region ausstrahlt.
„Lasst uns Tradition und
Erbe annehmen und
bewahren! Es ist unser Herz,
Schatz und Identität.“

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LAND.KOMMUNE
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P R E I S T R Ä G E R
19
Der Hohnsteiner Kasper
belebt das Land
EINREICHER:
Stadt Hohnstein
KATEGORIE:
Kunst, Kultur und Identität
PRÄMIENHÖHE:
200.000 €
auf dem Land
IM JAHR 1928
kam der Kasper durch den Puppenspieler Max
Jacob nach Hohnstein in die Sächsische Schweiz. Jacob gilt als
Begründer des modernen Kasperspiels. Mit Finesse, kluger Beob-
achtung und feiner Rhetorik gelang es ihm, das Image des Kaspers
aufzupolieren. Das war von dessen rüden Auftritten auf mittel-
alterlichen Märkten noch negativ geprägt. Dank Jacob gelang
es dem Hohnsteiner Kasper die Menschen positiv zu erreichen.
Nun fragt sich der Kasper nach 91 Jahren, ob er sich langsam zur
Ruhe setzen oder weiter im Stadtgeschehen mitmischen soll. Für
die Stadt Hohnstein gibt es nur eine Antwort: Der Kasper muss
wieder deutlich präsenter im Stadtbild auftreten.
Die Idee der Hohnsteiner greift Traditionen auf. Bestehende Infra-
struktur wie die Burg, der Kasperpfad und das Max-Jacob-Theater
sollen mit weiteren, noch nicht ausgeschöpften Potenzialen ver-
bunden werden. Die Projektkoordination übernimmt ein „Kasper-
manager“. Entlang des Kasperpfades sollen lebensgroße Figuren
aus der Kasperfamilie aufgestellt werden. Eine Schauwerkstatt
mit Café und ein Regionalladen laden zum Staunen und Verwei-
len ein. In der Kasperwerkstatt werden zwei neue Arbeitsplätze
entstehen, das alte Handwerk wird wieder erlebbar.
Das Projekt will Einwohner und Gäste gleichermaßen ansprechen
und die Identifikation mit der Tradition des Handpuppenspiels
als Alleinstellungsmerkmal fördern. Damit in Verbindung stehen:
die Stärkung der regionalen Wirtschaft, insbesondere des tradi-
tionellen Handwerks und des Kulturstandorts Hohnstein.
Kreative Menschen begegnen
sich in Hohnstein. Das
schafft Identität und wirkt
Abwanderung entgegen. Eine
Schauwerkstatt im Zentrum
der historischen Altstadt rückt
traditionelle Gestaltungs- und
Entstehungsprozesse in den
Fokus.

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Ideen für den ländlichen Raum
20
Land.Leben.4.0 –
Vorwärts zum Ursprung
EINREICHER:
Stadt Lugau
KATEGORIE:
Entwicklung des gemeinschaftlichen Lebens
PRÄMIENHÖHE:
200.000 €
und Zusammenhaltes
VORWÄRTS ZUM URSPRUNG
– es klingt fast wie ein Widerspruch,
was sich die Bewohner des Lugauer Ortsteils Ursprung auf die
Fahnen geschrieben haben. Für ihr „Projekt Land.Leben 4.0“ planen
sie mit scheinbar Gegensätzlichem. Ursprung ist ein Waldhufen-
dorf mit etwa 600 Einwohnern im Erzgebirgskreis. Trotz ländlicher
Umgebung ist die Nähe zu den Angeboten der umliegenden Städte
gegeben. Diese Kombination macht Ursprung bei Zuzüglern beliebt.
Doch die demografische Entwicklung verändert die Altersstruktur
der Bevölkerung des Ortes. Die Stadt Lugau nahm diese Verän-
derung zum Anlass, das Leben im Ortsteil Ursprung in den Fokus
zu nehmen und Strategien für die Zukunft zu entwickeln. Dieser
Prozess wurde mit dem Projekt „Land.Leben 4.0“ initiiert und weiter
begleitet.
Ursprung hat das Ziel, einen Treffpunkt zu schaffen, wo sich die
Dorfgemeinschaft besser zusammenfinden und entfalten kann.
Drei Teilprojekte sollen künftig das Dorfleben bereichern: Es wird
ein Natur-, Heil- und Therapiegarten angelegt, der das psychi-
sche und physische Wohlbefinden der Menschen steigern soll. Ein
nachhaltiges „Zukunft-Haus“ mit einem autarken Energiekonzept
und einer E-Tankstelle wird den Bürgern als Ort der Begegnung,
Kommunikation und moderner Technik zugänglich sein. Ergänzt
um diverse digitale Angebote (u. a. eine Gemeinde-App), sollen so
die Weichen für eine ökologische, wirtschaftliche und nachhaltige
Entwicklung des Ortes Ursprung gestellt werden. Die Bürger sind
in den Prozess eingebunden. Das stärkt die Dorfgemeinschaft
und sorgt dafür, dass Zukunftsvisionen umgesetzt werden.
„Wir wollen jetzt die
Weichen stellen für eine
Gemeinde, in der Zuzügler
und Alteingesessene, Jung
und Alt gerne wohnen
und sich sowohl privat als
auch beruflich entwickeln
können.“

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LAND.KOMMUNE
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P R E I S T R Ä G E R
21
Alte Lotte
für neue Ideen
EINREICHER:
Gemeinde Mittelherwigsdorf
KATEGORIE:
Entwicklung des gemeinschaftlichen Lebens
PRÄMIENHÖHE:
200.000 €
und Zusammenhaltes
SCHMUCKE UMGEBINDEHÄUSER,
von ihren Eigentümern mit
Fleiß, Mühe und einigem finanziellen Aufwand denkmalgerecht
saniert, verleihen dem Ort Mittelherwigsdorf ein besonderes Flair.
Im Ortszentrum steht die „Alte Lotte“: ein geschichtsträchtiges
Umgebindehaus, das identitätsstiftend für die Menschen war
und wieder werden soll. Bis in die 1980er Jahre betrieb dort eine
couragierte, liebenswerte Frau – von allen Lotte genannt – einen
Kohlehandel. Lotte hatte nicht nur ein Händchen für Kohle, sondern
auch für jeden ein offenes Ohr. So etablierte sich ihr Haus zum
wichtigen Treffpunkt.
Heute befindet sich das Gebäude in einem sanierungsbedürftigen
Zustand. Derzeit ist es nur sehr eingeschränkt nutzbar. Was sich
manche Einheimische dachten, sprachen einige auch aus: „Ihr
seid doch bekloppt, euch so eine Ruine aufzuhalsen.“ Dennoch
entschieden sich die Gemeinde Mittelherwigsdorf, der Förder- und
Historikverein der Freiwilligen Feuerwehr Eckartsberg/Radgen-
dorf e. V. und mehr als 200 Enthusiasten dafür, die „Alte Lotte“ zu
retten und ihr eine Zukunft zu geben.
Gemeinsam wollen sie die „Alte Lotte“ wieder zu einem Ort der
Begegnung, des Miteinanders machen. Allen voran braucht es
dazu eine denkmalgerechte, bestenfalls niederschwellige Sanierung
des Hauses. In den Räumlichkeiten soll generationsübergreifend
gearbeitet, gelebt, gefeiert werden. Geplant ist ein Anbau, in dem
eine Kreativwerkstatt einziehen soll. So kann die „Alte Lotte“ wieder
ein attraktives, ortsbildprägendes Haus im Zentrum von Mittel-
herwigsdorf werden - ein kreativer, kommunikativer Treffpunkt
für die Dorfgemeinschaft und die Menschen in der Region.
„Die ‚Alte Lotte‘ ist
unser Markenname für
Zukunftszuversicht in
unserer Gemeinde.“

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Ideen für den ländlichen Raum
22
Alte Mädchenschule Mügeln -
Werkzeug, Wi-Fi & Weihnachtsplätzchen
EINREICHER:
Stadt Mügeln
KATEGORIE:
Verbesserung der Lebensbedingungen von Kindern und Jugendlichen,
PRÄMIENHÖHE:
200.000 €
Frauen, Senioren und Menschen mit Behinderungen
IN EINER LANDWIRTSCHAFTLICH GEPRÄGTEN REGION
liegt die
Stadt Mügeln. Das Handwerk hat in Mügeln eine lange Tradition und
ließ die Stadt einst florieren. In den vergangenen Jahrzehnten prägten
demografischer Wandel und strukturelle Veränderungen – wie in
vielen Städten im ländlichen Raum – die Bevölkerung und den Ort.
Im Kontext neuer, positiver Entwicklungen greift die Projektidee die
Handwerkstradition, die Mügeln einst Wohlstand brachte, wieder
auf. Vereine, Stadtverwaltung, Unternehmen und Privatpersonen
wollen gemeinsam in der Alten Mädchenschule einen Treffpunkt der
Generationen schaffen. Dabei soll das traditionelle Handwerk als
verbindendes Element fungieren. Der Treffpunkt soll Besuchern aller
Altersgruppen offenstehen. Kinder werden lernen, wie sie Werkzeuge
einsetzen und diese Fertigkeiten in gemeinsamen Projekttagen und
Ganztagsangeboten mit Älteren üben. Örtliche Handwerker sollen
mit den Kindern hobeln, sägen und tüfteln. So werden Identifikation
und Wertschätzung der jungen Generation für ihre Heimat und das
Handwerk gestärkt, das Interesse an einem entsprechenden berufli-
chen Werdegang geweckt und der potenzielle Nachwuchs gefördert.
Der Außenbereich soll umgestaltet werden, eine Projektarbeit im Freien
ermöglichen und zum Verweilen einladen. Ausgestattet mit neuen
Medien soll sich die Alte Mädchenschule in Mügeln als Treffpunkt für
Jung und Alt etablieren und somit die Grundlage für die Begegnung
der Generationen schaffen.
In der Alten Mädchenschule
wird Handwerk begreifbar.
Der Treffpunkt lädt zum
Ausprobieren ein, bietet
vielfältige Vermittlungsformen
handwerklicher Tätigkeiten.

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Ortschafft(s)Leben 2.0
L A N D . K O M M U N E
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PREISTRÄGER
EINREICHER:
Große Kreisstadt Niesky
KATEGORIE:
Partizipation der Bürger an Prozessen
PRÄMIENHÖHE:
200.000 €
der Gemeindeentwicklung
23
RINGS UM DIE NIESKYER INNENSTADT
liegen die vier Ortsteile
See, Kosel, Stannewisch und Ödernitz. Gemeinsam beteiligten sich
die Bewohner der vier Dörfer an der Diskussion für das integrierte
Stadtentwicklungskonzept, brachten kreative Ideen für ihre Orte
ein – immer unter der Prämisse, dass jeder der Orte seine eigenen,
identitätsstiftenden Merkmale besitzt, die aus lokaler Geschichte
und ländlicher Tradition hervorgehen. In den Orten leben auch
ältere Menschen, die ihre prägende dörfliche Kultur bewahren
und gemeinsam mit jungen Menschen weiterentwickeln wollen.
So entstand das generationenübergreifende Projekt „Ortschafft(s)
Leben 2.0“.
Zwar besitzt jeder Ort unterschiedliche infrastrukturelle Startbe-
dingungen. Aber die Bedarfe, um ein erfülltes Gemeinschaftsleben
ermöglichen zu können, sind in allen Orten die gleichen. Dem-
entsprechend geht es im Projekt zunächst darum, ein funktions-
tüchtiges Netzwerk zu schaffen, um Kräfte zu bündeln. Mit einem
Netzwerkkoordinator und mehreren Ortsteilkoordinatoren soll es
gelingen die Bürger miteinander zu vernetzen.
Das Konzept gliedert sich in ortsbezogene Teilprojekte. Traditionelle
Veranstaltungen sollen fortgeführt, neue Formate entwickelt und
etabliert werden. Im Mittelpunkt stehen Aktivitäten, die das Ge-
meinschaftsgefühl der Bewohner formen, ihre Identifikation mit
ihrem Ortsteil stärken. Ein wichtiges Teilprojekt ist die Errichtung
eines kleinen Dorfgemeinschaftsraums in Stannewisch. Dort gibt
es keinen Treffpunkt für die Bewohner. Genau das hat sich in
den anderen Ortsteilen als Grundvoraussetzung für ein aktives
Ortschaftsleben erwiesen.
In den vier Dörfern soll
das Gemeinschaftsgefühl
gestärkt werden, getragen von
Offenheit, Neugier, Vertrauen
und Toleranz.

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Ideen für den ländlichen Raum
24
Ein multiples Haus
für Rackwitz
EINREICHER:
Gemeinde Rackwitz
KATEGORIE:
Verbesserung der Versorgung mit Waren
PRÄMIENHÖHE:
200.000 €
und Dienstleistungen und der Mobilität
DIE GEMEINDE RACKWITZ
liegt in der Leipziger Tieflandsbucht.
Die Region war in den vergangenen 30 Jahren von großen land-
schaftlichen und wirtschaftlichen Veränderungen geprägt. Wo der
Braunkohleabbau den Menschen Arbeit bot, musste die gewach-
sene Natur- und Kulturlandschaft weichen. Ab den 1990er Jahren
entwickelten sich in der Nähe von Rackwitz zwei Kleinode: Das
Fluten von Tagebaurestlöchern ließ Schladitzer und Werbeliner
See entstehen. Die neue Landschaft bietet Raum für Erholung
und Freizeitaktivitäten.
Trotz dieser durchaus positiven Entwicklung ging der demogra-
fische Wandel nicht an Rackwitz vorbei. Auch die Wirtschafts-
struktur des Ortes veränderte sich. Sinnbild eines sich ändernden
Kaufverhaltens ist der alte Dorfkonsum. Früher kauften die Be-
wohner dort Waren des täglichen Bedarfs, tauschten sich über
Neuigkeiten aus. Der Konsum war ein wichtiger Treffpunkt, prägte
das Dorfleben. Heute steht er leer.
Nun soll im ehemaligen Konsum wieder Leben einkehren. Das
Gebäude soll als multiples Haus genutzt werden. Die Gemeinde
Rackwitz hat als Projektträger, gemeinsam mit den Bewohnern
ein entsprechendes Konzept zur Revitalisierung des ehemaligen
Konsums im Ortszentrum entwickelt. Das Konzept greift die Be-
dürfnisse junger und älterer Menschen und insbesondere von
Familien auf.
Mit vielfältigen Nutzungen innerhalb des Gebäudes soll es gelin-
gen, wirtschaftliche und dem Gemeinwohl dienende Interessen
zu verbinden. Neben der Gemeindebibliothek, einem Bäcker mit
Café, werden auch Büroräume für Start-Ups und eine Gemein-
de-App und in das multiple Haus einbezogen. Auf diese Weise soll
das Dorfleben gefördert und die Lebensqualität in der Gemeinde
Rackwitz verbessert werden.
Das Konzept zur
Entwicklung eines multiplen
Hauses verdeutlicht, wie sich
wirtschaftliche Dienstleistungen
mit Angeboten der
Daseinsfürsorge verbinden
lassen.

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LAND.KOMMUNE
|
P R E I S T R Ä G E R
25
Erlebnisschloss und Besucherzentrum
Schloss Seifersdorf
EINREICHER:
Gemeinde Wachau
KATEGORIE:
Kunst, Kultur und Identität
PRÄMIENHÖHE:
200.000 €
auf dem Land
SEIFERSDORF BEI RADEBERG
verfügt über eine besondere Ge-
schichte. Ab 1747 gehörte das Rittergut dem berühmten säch-
sischen Premierminister Heinrich Graf von Brühl, ging später in
den Besitz seines jüngsten Sohnes Hans Moritz über. Die Familie
von Brühl schuf um 1800 in Seifersdorf ein Zentrum der Künste.
Folgerichtig gaben Historiker und Kunstinteressierte Schloss und
Tal den Beinamen „sächsisches Weimar“. Davon zeugt die Korres-
pondenz derer von Brühl mit Goethe, Schiller, Herder, Wieland und
weiteren berühmten Persönlichkeiten wie Schinkel und Humboldt.
Nun soll unter Mitwirkung von Einwohnern, Vereinen und Bil-
dungseinrichtungen im Schloss Seifersdorf ein Besucherzentrum
mit Erlebnisräumen entstehen. Darin soll die Ortsgeschichte von
früher mit der heutigen gegenübergestellt werden. In interaktiven
Modulen werden Besucher erfahren, wie es sich um 1800 in Seif-
ersdorf lebte. Womit beschäftigten sich die Menschen damals? Wie
kommunizierten sie miteinander? Wie funktionierten die Gesell-
schaft und das Zusammenleben? Und wie sieht das alles heute aus?
Dies authentisch zu vermitteln, dazu sollen Räume im Schloss
denkmalgerecht restauriert werden. Auch werden barrierefreie
Sanitäranlagen installiert. Die Einwohner des Ortes werden unmit-
telbar in die Gestaltung der Ausstellungsräume einbezogen, z. B.
über Interviews, künstlerische Beiträge oder Veranstaltungen. Das
gesammelte Material wird in der Ausstellung inszeniert, ergänzt
und aktualisiert. Die Ausstellung wird überregional ausstrahlen und
den Zusammenhalt im Ort stärken. Insbesondere der geschichtlich
gespannte Bogen lässt eine unvergessliche Wirkung bei Einwohnern
und Besuchern erwarten.
Geschichte und Gegenwart
machen das Seifersdorfer
Schloss zu einem lebendigen
Zentrum im ländlichen Raum.

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Ideen für den ländlichen Raum
26
Modellprojekt Glashütte Neustadt –
nachhaltiges, modernes und zukunftsfähiges Leben
im ländlichen Raum
EINREICHER:
Stadt Glashütte
KATEGORIE:
Willkommensaktionen für Rückkehrer
PRÄMIENHÖHE:
150.000 €
und Zuziehende
DIE STADT GLASHÜTTE
liegt im Osterzgebirge und ist vor allem
durch ihre mittelständische Wirtschaft mit der international er-
folgreichen Uhrenindustrie bekannt. Eine Herausforderung für die
Stadt mit derzeit knapp 6.700 Einwohnern: Glashütte will junge
Menschen für das Kleinstadtleben im ländlichen Raum begeistern –
ihnen Bleibeperspektiven aufzeigen und Zuzügler anlocken.
Eine mögliche Lösung könnte die Errichtung eines völlig neuen
Stadtteils sein. In einem umfassenden Beteiligungsprozess sollen
die Voraussetzungen dafür untersucht und geprüft werden. Zu-
nächst sollen in einer ersten Phase gemeinsam mit Forschungs-
einrichtungen Erkenntnisse gesammelt werden: Was macht einen
Ort für junge Menschen interessant? Welche Rahmenbedingungen
müssen erfüllt sein, um die junge Generation für ein Leben im
ländlichen Raum zu begeistern?
Anschließend soll in der zweiten Phase ein Masterplan „Modernes
Landleben“ erstellt werden. Dieser untersucht bauliche, infrastruk-
turelle und städtebauliche Lösungen einschließlich der Genehmi-
gungsfähigkeit einer Siedlungserweiterung. Das dritte Teilprojekt
beinhaltet die konkrete Vorbereitung des Umsetzungsprozesses.
In der Gründung eines neuen Ortsteils sieht die Stadt Glashütte
Perspektiven, sich an konkreten Erwartungen junger, urbaner Men-
schen zu orientieren. So soll es gelingen, die Vorteile des ländlichen
Lebens mit eher städtisch geprägten Bedürfnissen zu verbinden.
Es besteht die Vorstellung, in einem neuen Ortsteil innovative
Ideen mit einer klimaneutralen Realisierung zu verbinden.
Die Schaffung eines
neuen Ortsteils kann
ein Weg sein, den
demographischen Wandel
in der Region aufzuhalten.
Es gilt, Chancen und
Risiken abzuwägen
und ergebnisoffen zu
diskutieren.

Geschichte Verein(t)
EINREICHER:
Gemeinde Neukirch
KATEGORIE:
Kunst, Kultur und Identität
PRÄMIENHÖHE:
150.000 €
auf dem Land
LAND.KOMMUNE
|
WEITERE PROJEKTIDEEN
27
IM ARCHIV
der Humboldt-Universität Berlin schlummert ein
Weltkulturerbe, das auf unwahrscheinliche Weise im sächsischen
Schmorkau entstand. Nahe der damaligen Garnisonsstadt Königs-
brück gab es in Schmorkau zu Zeiten des Ersten Weltkriegs ein
Gefangenenlager. Hongjun Kim war einer von 15.000 Kriegsge-
fangenen. In Russland geboren, besaß Kim koreanische Wurzeln.
Das machte ihn für die Forschungsarbeiten Wilhelm Doegens
interessant: Im November 1916 kam der Sprachforscher Doegen
nach Schmorkau und hielt 29 koreanische Volkslieder, gesungen
von Kim, auf Edison-Wachswalzen fest. 1990 erklärte die UNESCO
die kulturhistorisch wertvollen Aufnahmen zum Weltkulturerbe.
Die Kriegsgräberstätte Schmorkau misst einen halben Hektar,
ist mit vier monumentalen Gedenksteinen besetzt und heute ein
größtenteils vergessener Ort. Mit der Projektidee soll Aufklärungs-
arbeit geleistet werden – hinsichtlich kulturhistorischer, politischer
und naturhistorischer Bildung. Die gesamte Gemeinde Neukirch,
zu der Schmorkau gehört, will ihre regionale Geschichte zeigen
und begreifbar machen. Dazu zählen die Kriegsgräberstätte, das
Ehrendenkmal und das Schloss Schmorkau. Gleichzeitig soll ein
Raum für das soziale Miteinander geschaffen werden: eine Be-
gegnungsstätte für die zahlreichen Vereine, Initiativen und Ehren-
amtlichen im Ort. Ergänzt wird das Projekt durch Beschilderungen
und Themenpfade an der Königsbrücker Heide, die sich in den
vergangenen 30 Jahren vom einstigen Truppenübungsplatz zu
einem der größten Wildnisgebiete Deutschlands entwickelt hat.
Eine 2019 gegründete Projektgruppe treibt Planung und Umsetzung
weiter voran. Einwohner, Vereine, Interessensgemeinschaften und
Firmen sind motiviert, sich mit Fachkenntnis und Eigenleistungen
einzubringen.
Die Menschen in Schmorkau
leisten Vereinsarbeit mit
Freude, engagieren sich
überdurchschnittlich in
Ehrenämtern. Hier wird
Ortsgeschichte aktiv gelebt,
gezeigt und weitergegeben.

Ideen für den ländlichen Raum
28
Brunnenfestverein Gottschdorf e. V.
Jugend und Landwirtschaft vernetzt
Lust auf Land
Förderverein Freiwillige Feuerwehr
Zschepplin e. V.
Erhalt und Entwicklung des Juwels
der Gemeinde Zschepplin
Freundeskreis Schlösserland Sachsen e. V.
Ehrenamtsbörse Freiwillig für Sachsen
Gemeinde Arzberg
Schlosshof-Gestaltung in Pülswerda:
Dornröschenschlaf vs. Enkeltauglichkeit
Gemeinde Beilrode
Bürger- und Begegnungszentrum
Beilrode – Ostelbien
Gemeinde Bennewitz
Schöne Aussicht Bennewitz
Gemeinde Claußnitz
Rad-Station Chemnitztalradweg
Museumsbahnhof MarkersdorfTaura
Gemeinde Dennheritz
Neugestaltung Dorfzentrum auf
dem ehemaligen Technikstützpunkt
Meeraner Straße
Gemeinde Doberschau-Gaußig
Stadt.Land.Mensch –
4 Wochen Landluft und harte Arbeit
Gemeinde Doberschütz
Ein Dorf rückt zusammen!
Gemeinde Ebersbach
Urbanes Riff – Schloss und Gutshof
Lauterbach: Zusammenleben 2025
Gemeinde Großharthau
Kultur- und Kommunikationszentrum
ehemaliges Gärtnerhaus im Schlos-
spark Großharthau
Gemeinde Großpösna
Mit kreativen und innovativen Ideen
Bürgerinnen und Bürger zum Mitma-
chen aktivieren
Gemeinde Großschönau
Jugend im Bahnhof Großschönau –
Wiederbelebung des Empfangs-
gebäudes
Gemeinde Grünhainichen
AQUA-Digital – für unser Freibad 2.0
Gemeinde Haselbachtal
Prelle Park – Aufbau eines umweltver-
träglichen Freizeitparks, im Rahmen
einer historischen, ehemaligen Indus-
trieanlage mit Museum, auf einem
Steinbruchgelände incl. Wasserfläche.
Gemeinde Hohendubrau
Freiflächengestaltung Groß Radisch,
Begegnungsstätte am Dreiseitenhof
Gemeinde Horka
Alle unter einem Dach – Miteinander
warm werden voneinander lernen
Gemeinde Kottmar
Kirche für alle – Dorfkirche Ober-
cunnersdorf noch stärker beleben und
öffnen
Gemeinde Kreba-Neudorf
Altes bewahren, gemeinsam Neues
gestalten.
Gemeinde Kriebstein
Umgestaltung der ehemaligen
Rollsportanlage zu einer Mehrgenera-
tionensport- und Spielanlage
Gemeinde Lichtentanne
Zukunft gemeinsam gestalten –
land.gemein(de).schaf(f)t – Strategie-
und Bürgerbeteiligungskonzept der
Gemeinde Lichtentanne
Gemeinde Löbnitz
Jung und alt zusammen lernend
die Zukunft gestalten
Gemeinde Mücka
Mehrgenerationenhaus auf dem
Sportplatz Mücka
Gemeinde Nebelschütz
Eine enkeltaugliche Tanzlinde für
NebelschützNjebjelicy
Gemeinde Neißeaue
Buntes Dorf(er)leben mit und für
Jung und Alt
Gemeinde Neukirchen/Erzgeb.
Naturgarten – Historisches neu
gedacht
Gemeinde Rietschen
Rietschen L(i)ebensWert
Gemeinde Sohland a. d. Spree
Astro-Dorf
Gemeinde Steina
Steina für ALLE
Land.Kommune
WEITERE PROJEKTIDEEN

LAND.KOMMUNE
|
WEITERE PROJEKTIDEEN
29
Gemeinde Taura
Das Chemnitzer Familiendorf-Modell –
visionär, familienfreundlich, ökolo-
gisch, heimatverbunden und weltoffen
Gemeinde Thallwitz
SAULIS – Spektaktuläres Arbeiten und
Leben im Supervulkanzentrum
Gemeinde Thermalbad Wiesenbad
Heimat Greifenbachtal –
Lückenschluss
Gemeinde Trossin für die
Dorfgemeinschaft Falkenberg e. V.
Rettung des Dorfzentrums von Falken-
berg, der alte Gasthof wird eine multi-
funktionale Dörfl.Begegnungsstätte
Gemeinde Werda im
Verwaltungsverband Jägerswald
Waldwichtel – die Baumeister, Neubau
Kindertagesstätte in Werda
Gemeinde Zschepplin c/o
Verwaltungsverband Eilenburg-West
Dorfgemeinschaftshaus (DGH)
Krippehna
Gemeindeverwaltung Königshain-
Wiederau
(T)Räume für Vereine – gemeinsam
Zukunft gestalten
Gemeindeverwaltung Krostitz
Unser lebendiges Dorf
Gemeindeverwaltung Malschwitz
Stein mit Herz
Gemeindeverwaltung Stützengrün
Die Deutsche Bürstenregion
Große Kreisstadt Dippoldiswalde
Ortsteil Obercarsdorf – Ortschaftsrat
Unser Dorfzentrum
Große Kreisstadt Sebnitz
Neues Dorfbegegnungszentrum für
den OT Lichtenhain
Kultur-und Heimatverein Hohenroda/
Mocherwitz e. V.
Fenstererneuerung der
Gemeinschaftseinrichtung
An der Bockwindmühle
Ortschaftsrat Nochten
Gemeinde Boxberg/O.L.
Innerörtliches Freizeitzentrum Nochten
Sächsische Landjugend e. V.
Heute die Macher von Morgen fördern!
Sprottaer Heimatverein e. V.
Die Sprottaer Bucht als Begegnungsort
Stadt Bad Elster
Miteinander Mühlhausen –
Land statt Stadt
Stadt Bad Gottleuba-Berggießhübel
Pumptrack Bad Gottleuba
Stadt Brandis
Young Brains 4 Smart Mobility
Stadt Colditz
Nachbarschaftshilfe- und
Freiwilligenagentur
Stadt Ehrenfriedersdorf
ER-Leben der Stadt Ehrenfriedersdorf
Stadt Frankenberg/Sa.
Generationen – Hand in Hand
Stadt Groitzsch
(D)EIN SCHATZ – Das Heimat-
museum Groitzsch von morgen
Stadt Heidenau
Stufenweise Umsetzung Ortsentwick-
lungskonzept Klein-und Großsedlitz
Stadt Hoyerswerda
Hoy-Wiesen
Stadt Nossen, vetreten durch
Age of Artists gGmbH
Das Digitale Rittergut – Leben und
Arbeiten in der Sächsischen Toskana
Stadt Oederan
Sächsisches Kompetenzzentrum für
Regionalmarketing
Stadt Ostritz
Ostritz redet, Ostritz handelt! Chancen
einer Kleinstadt trotz rechtem Tourismus
Stadt Pegau
Unser Kulturhaus lebt auf - Schaffung
einer Bürgerbegegnungsstätte
Stadt Schirgiswalde-Lirschau
Jugendtreff im Obergeschoss
Stadtverwaltung Frohburg
Sportstättenentwicklungsplanung
der Stadt Frohburg
Stadtverwaltung Stollberg
Ein Verein für andere Vereine –
Zur Aktivierung ländlichen Lebens
und umfassender Integration
Stadtverwaltung Taucha
Dorfmittelpunkt für eine aktive
Dorfgemeinschaft

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Ideen für den ländlichen Raum
Ideen für den ländlichen Raum
Projekt
P R E I S T R Ä G E R
30

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1. Preis
Bauhütte Alte Dorfschule
Jahnshain
EINREICHER:
Bürgerverein JaLiMeu e. V.
PRÄMIENHÖHE:
K ATEGORIE:
25.000 €
Kunst, Kultur und Identität
auf dem Land
P R O J E K T
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PREISTRÄGER
31
SEIT 2018 GEHÖREN DIE DÖRFER
Jahnshain, Linda und Meus-
dorf zur Stadt Frohburg. Die Neuordnung stellt die Einwohner
dieser Orte vor Fragen: Auf wie viele helfende Hände können wir
bei der Eigeninitiative für einen Treffpunk
t
vertrauen? Wie viel
Energie können wir gemeinsam aufbringen, welche Ressourcen
organisieren? Um Antworten zu finden, formierte sich der Bür-
gerverein JaLiMeu e. V. – mit dem abgekürzten Namen der drei
eingemeindeten Ortsteile.
Den Einwohnern ging es dabei um die Zukunft der ehemaligen
Dorfschule in Jahnshain. Keine Option war es, das Gebäude in
der Ortsmitte einfach aufzugeben. Stattdessen soll das Objekt
saniert und zu einem Platz für Begegnung und Gemeinschaft
weiterentwickelt werden. Zu diesem Zweck gründete der Bürger-
verein eine Bauhütte.
Im Mittelalter etablierten sich Bauhütten. Dort sammelten sich
Handwerker und Künstler, die z. B. am Bau einer Kirche beteiligt
waren. Heute sind es gelernte Handwerker, Interessierte und Enga-
gierte, die sich für ihren Ort einbringen und ihn verschönern wollen.
In der „Bauhütte Jahnshain“ setzen sie sich für die Sanierung
ihrer ehemaligen Dorfschule ein, wollen diese Schritt für Schritt
modernisieren – klimafreundlich und mit Recyclingmaterialien.
So soll ein multifunktional nutzbares Gebäude entstehen: eine
Begegnungsstätte, ein Netzwerkknoten und ein Ort, der die Da-
seinsvorsorge sichert. Die freiwillige Arbeit soll mit „Zeitspenden“
für die spätere Nutzung honoriert werden sowie im Tausch mit
Dienstleistungen.
„Mit unserer Bauhütte
für die alte Dorfschule
möchten wir Identität
erhalten und die regionale
Wertschätzung und
Ressourcennutzung stärken.
Wir wollen wieder mehr
Begegnung, Nachbarschaft,
Gemeinschaft und Kultur
im Dorf.“

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2. Preis
Machen statt reden –
die FRI-KIDS legen Hand an!
EINREICHER:
Förderverein der Grundschule Arnsdorf e. V.
PRÄMIENHÖHE:
K ATEGORIE:
20.000 €
Ökologische Entwicklung und Gestaltung
des Lebensumfeldes
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IN ARNSDORF
soll aus einem ungenutzten Grünstreifen ein Na-
tur-Tummelplatz werden. Im Projekt kooperieren die Grundschule
Arnsdorf und ihr Förderverein mit dem Haus am Karswald, einer
Einrichtung für behinderte Menschen, und der Varialux GmbH,
einem ortsansässigen Leuchtenhersteller. Die Varialux stellt ih-
ren Grünstreifen für eine nachhaltige, ökologische Nutzung zur
Verfügung. Die Fläche bietet Schülerinnen und Schülern ausrei-
chend Platz für verschiedene ressourcenbewusste Kleinprojekte
zu Themen wie Energie, Klima, Imkerei und Wasser. Das Projekt
nimmt Bezug auf die Initiative der Fridays-For-Future-Bewegung.
Wie die Fläche konkret gestaltet wird, soll gemeinsam mit den
Kindern erarbeitet werden. Im Rahmen von Ganztagsangeboten
sammeln die Schülerinnen und Schüler Entwurfsideen. Anschließend
wird ein Siegerentwurf gekürt und umgesetzt. Gemeinsam mit
Fachkräften eines lokalen Gartenbaubetriebs und den Betreuern der
Ganztagsangebote kümmern sich die Kinder um die Bepflanzung
und Pflege der Grünfläche. Zusätzlich Unterstützung erhalten sie
von den Bewohnern des Hauses am Karswald. Die Kinder lernen
anhand des Projektes nachhaltige Werte wie Teamwork, Zuver-
lässigkeit und Toleranz.
Mit ihrem Natur-Tummelplatz
möchten die FRI-KIDS
einen aktiven Beitrag zum
Klimaschutz leisten. Aus einem
brachliegenden Grünstreifen
machen sie einen Ort zum
Wohlfühlen für Klein und Groß,
Jung und Alt sowie Flora und
Fauna.
Ideen für den ländlichen Raum

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3. Preis
Mehr-Generationentreff
EINREICHER:
MITEINANDER e. V.
PRÄMIENHÖHE:
K ATEGORIE:
15.000 €
Soziale Betreuung und
Nachbarschaftshilfe
P R O J E K T
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PREISTRÄGER
33
Die Menschen von
Geyer sollen im
Mehrgenerationentreff
einen Ort finden, an
dem sie einfach sein
können, wie sie sind; wo
sie gehört werden und
Anerkennung finden.
IM ERZGEBIRGSKREIS
liegt die Ortschaft Geyer. Dort feierte man
im Herbst 2017 ein Jubiläum: 550 Jahre Stadtrechte. Dabei reifte
bei Einwohnern und Vereinen der Gedanke, mit einem gemeinsamen
Projekt die Stadtgesellschaft zu verbinden und die Innenstadt zu
beleben.
In einem ersten Schritt wurde der Verein Miteinander e. V. gegrün-
det. Das Anliegen der Mitglieder: im Haus am Brunnenplatz einen
Mehrgenerationentreff aufzubauen. Die Räumlichkeiten stellt der
Eigentümer zur Verfügung. Den notwendigen Innenausbau will
der Verein organisieren. Anschließend soll das Gebäude einen
Kreativ- und Handwerkertreff beherbergen sowie eine Galerie, in
der Lesungen und Spielenachmittage veranstaltet werden sollen.
Der Treff steht allen Einwohnern offen, richtet sich schwerpunkt-
mäßig an Familien, Senioren, Alleinstehende und Menschen mit
Behinderungen und sozial Benachteiligte. Inklusion und Integration
sollen gelebt werden. An einem Schnuppertag sagten bereits wei-
tere Einwohner und Nachbarn ihre Hilfe und Mitarbeit zu.

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Ideen für den ländlichen Raum
Ideen für den ländlichen Raum
Projekt
A U S Z E I C H N U N G E N
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Rückkehr nach Caßlau –
Ein Denkmal
EINREICHER:
Verein der Kultur- und Heimatfreunde Neschwitz e. V. Projektgruppe „Denkmal“ Caßlau
PRÄMIENHÖHE:
K ATEGORIE:
10.000 €
Kunst, Kultur und Identität
auf dem Land
P R O J E K T
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AUSZEICHNUNGEN
35
DER ZWEITE WELTKRIEG
kostete Millionen Menschen das Le-
ben, brachte Verwüstung und viel Elend mit sich. Sein Ende jährt
sich 2020 zum 75. Mal. Besonders leidvolle Erfahrungen zum
Kriegsende machten die Einwohner des kleinen Ortes Caßlau in
der Lausitz. Im sorbischen Siedlungsgebiet gelegen, kam es in
Caßlau zu wechselseitig geführten Frontkämpfen. Zahllose Sol-
daten ließen dort ihr Leben. Zwar zählt Caßlau heute nur mehr
rund 100 Einwohner. Doch die ältere Generation hat den Krieg und
die Folgen selbst miterlebt; Erinnerungen, die nicht verblassen.
Als die Caßlauer im April 1945 in ihren Ort zurückkehrten, waren
Wohnhäuser, Stallgebäude und Scheunen größtenteils zerstört.
Das Gedenken an die Schrecken des Krieges wach zu halten, ist
den Caßlauern ein besonderes Bedürfnis. Im Rahmen des Projektes
wollen sie mahnen und verdeutlichen, was Unvernunft, Feindschaft
und Hass erwirken.
Mit einem Denkmal wollen sie ein Zeichen für Toleranz, Akzeptanz
und ein friedliches Miteinander setzen. Damit beginnen sie be-
reits bei der Wahl des Künstlers: Der tschechisch-amerikanische
Bildhauer Robert Alger übergab seinen Entwurf einer möglichen
Skulptur an den Caßlauer Ortschaftsrat. In Abstimmung mit dem
Ortschaftsrat und den Einwohnern übernimmt der Kultur- und
Heimatverein Neschwitz die Trägerschaft für das Projekt. Zu den
bereits erbrachten Spenden wollen die Caßlauer einen zusätzlichen
Beitrag leisten und das Areal, auf dem die Skulptur stehen soll,
vorbereiten und pflegen.

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Gemeinsam unterwegs
EINREICHER:
Kirchgemeinde Naunhof
PRÄMIENHÖHE:
K ATEGORIE:
10.000 €
Verbesserung der Lebensbedingungen von Kindern und Jugend-
lichen, Frauen, Senioren und Menschen mit Behinderungen
Ideen für den ländlichen Raum
36
NAUNHOF
ist eine Kleinstadt im Landkreis Leipzig. Eines der Wahr-
zeichen der Gemeinde ist die um das Jahr 1200 erbaute Radfahr-
kirche in Erdmannshain. Sie wird von einer Vielzahl von Radlern
und Wanderern besucht. Das geöffnete Gotteshaus bietet die
Möglichkeit zur Einkehr und zum Gebet. Um die Kirche gibt es
Möglichkeiten für Rast und Erholung. Die Radfahrkirche gehört
zur Evangelisch-Lutherischen Kirchgemeinde Naunhof. Deren
Mitglieder engagieren sich seit Jahren für Menschen mit körper-
lichen und geistigen Einschränkungen. Inklusion und Integration
sind hier gelebte Werte.
Die junge Gemeinde fragte sich, wie Menschen mit körperlichen
und geistigen Einschränkungen die Landschaft erleben und genie-
ßen können, bestenfalls mit dem Fahrrad. Wie könne man gemein-
sam unterwegs sein? Es entstand die Idee, Rollstuhlfahrräder zu
besorgen. Zwei dieser Spezialräder sollen an der Radfahrkirche in
Erdmannshain stationiert werden. Mitglieder der jungen Gemeinde
sowie ehrenamtlich Engagierte haben sich bereit erklärt, einen
Fahrdienst einzurichten. Den können Menschen mit Beeinträchti-
gung in Anspruch nehmen, wenn sie mit den Rollstuhlfahrrädern
das schöne Parthe- und Muldenland erkunden möchten.

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Selbsthilfewerkstatt –
Bürger helfen Bürgern
EINREICHER:
Empfangsantennengemeinschaft Knappenrode e. V.
PRÄMIENHÖHE:
K ATEGORIE:
15.000 €
Soziale Betreuung und
Nachbarschaftshilfe
P R O J E K T
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AUSZEICHNUNGEN
37
KNAPPENRODE
war einst ein bedeutender Industriestandort in der
Lausitz. Mit Stilllegung der ansässigen Brikettfabrik im Jahr 1995
erfuhr der Ort einen maßgebenden Strukturwandel, verbunden mit
Einschnitten bei Infrastruktur und Versorgung. Mehrere Vereine
engagieren sich gemeinsam mit den Einwohnern, Knappenrode als
lebenswerten und attraktiven Ort zu erhalten. Dazu gehört der
Verein „Empfangsantennengemeinschaft Knappenrode e. V.“, der
auf eine Verbesserung der Lebensverhältnisse für die Menschen
im Ort hinwirkt.
Mit dem Projekt wollen die Vereinsmitglieder im derzeit nicht ge-
nutzten Dachgeschoss des Bürgerhauses eine Selbsthilfewerkstatt
einrichten. Die soll zum einen genutzt werden, um notwendige
Kleinreparaturen im Ort besser realisieren zu können. Zum ande-
ren sollen die Einwohner die Werkstatt – mit Unterstützung der
Vereinsmitglieder – mitnutzen können. Bei regelmäßigen Treffs
sollen Jugendliche im Umgang mit Arbeits- und Handwerksgeräten
angelernt werden. Im Austausch der Generationen vermitteln sie
wiederum ihren älteren Nachbarn den Umgang mit Smartphone,
Tablet und PC.

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Begegnungsstätte
Café Hoffnung
EINREICHER:
Interessensgruppe „Café Hoffnung“ der Ev.-Luth. Kirchgemeinde Meinersdorf
PRÄMIENHÖHE:
K ATEGORIE:
10.000 €
Soziale Betreuung und
Nachbarschaftshilfe
Ideen für den ländlichen Raum
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IN BURKHARDTSDORF
im Erzgebirgskreis prägt die Evangeli-
sche-Lutherische Kirchgemeinde das Miteinander. Seit mehr als
vier Jahren organisieren Gemeindemitglieder und Ehrenamtliche
verschiedene Veranstaltungen, die der Isolation innerhalb der
Bevölkerung entgegenwirken. Die so Engagierten haben sich in
einer Initiativgruppe versammelt, wollen ihr Tun mit einer Be-
gegnungsstätte verstetigen. Dazu benötigen sie einen zentral
gelegenen, barrierefreien Treffpunkt.
Eine entsprechende Lokalität bietet die Kirchgemeinde in Mein-
ersdorf, einem Ortsteil Burkhardtsdorfs, mit dem Pestalozzi-Haus.
Dort sind bereits ein Polizeiposten, das Büro der Ortsvorsteherin
sowie das Ortsarchiv untergebracht – das Pestalozzi-Haus ist also
bereits eine Anlaufstelle für die Bevölkerung.
Zusätzlich soll eine offene Begegnungsstätte für jedermann entste-
hen. Dazu benötigt die Initiativgruppe noch das passende Mobiliar.
Insbesondere Menschen in schwierigen Lebenssituationen – z. B.
Krankheit, Trauer oder Arbeitslosigkeit – sowie Alleinstehende,
Einsame und Senioren sollen im „Café Hoffnung“ einen angeneh-
men, einladenden Ort vorfinden.

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Buntes Land –
Vogtland
EINREICHER:
Ines und Mario Falcke – Kunsthaus Eigenregie
PRÄMIENHÖHE:
K ATEGORIE:
10.000 €
Kunst, Kultur und Identität
auf dem Land
P R O J E K T
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AUSZEICHNUNGEN
39
IN DER REGION DES OBEREN VOGTLANDS
sehen die freischaffen-
den Künstler Ines und Mario Falcke einen Bedarf nach gehobenen,
kombinierten Kunst- und Kulturveranstaltungen. Seit dem Frühjahr
2011 bieten sie in ihrem Kunsthaus „Eigenregie“ in Eschenbach ein-
mal monatlich entsprechende Events an. Ihr Anspruch: Attraktive,
frische und qualitativ hochwertige Aktionen zu veranstalten, die
es sonst nur in den umliegenden Metropolregionen gibt.
Geplant ist, nun viermal jährlich mehrtägige Workshops anzu-
bieten. Dabei werden die Teilnehmer selbst künstlerisch aktiv,
präsentieren anschließend ihre Ergebnisse. Die Angebote sollen
von Malaktionen und Urban Art hin zu keramischen Arbeiten und
textilen Drucktechniken reichen. In Theaterperformances, sozia-
len Plastiken, Konzerten, Comedy und Poetry Slams werden die
Darstellenden Künste praktiziert.

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De Frassgusch –
regionale Lebensmittel, nachhaltige
Esserlebnisse, Café und Kultur
EINREICHER:
Linda Heinze
PRÄMIENHÖHE:
K ATEGORIE:
10.000 €
Verbesserung der Versorgung mit Waren
und Dienstleistungen und der Mobilität
Ideen für den ländlichen Raum
40
DEN RUND 5.500 EINWOHNERN
ihrer Heimatgemeinde Drebach
möchte Linda Heinze in einem neuen Ladengeschäft regionale,
nachhaltig produzierte Lebensmittel anbieten sowie Produkte des
täglichen Bedarfs. Einen frischen, regional geprägten Namen für
ihr Geschäft hat sie bereits gefunden: „De Frassgusch“.
Eine alte Baucontaineranlage soll zum Ladenlokal umgestaltet
werden. Dort, so das Ziel Linda Heinzes, sollen ihre Kunden haupt-
sächlich Produkte aus ihrer erzgebirgischen Heimat finden. Im
Fokus steht die Wertschätzung der regionalen Landwirtschaft und
Natur. Ergänzt wird das Angebot um ausgewählte handwerklich
hergestellte Lebensmittel aus traditionellen Herkunftsregionen
im Ausland.
Mit einem gesunden Frühstücks- und Caféangebot will Linda
Heinze ihrem ganzheitlichen Anspruch an die Themen Lebensmittel
und Ernährung gerecht werden. Mit einem Lieferdienst möchte
sie die Küchen umliegender Kitas, Schulen und Seniorenheime
versorgen. Ein Erlebnisangebot in freundlicher und „gemiedlicher“
Atmosphäre soll Interessierten erzgebirgische Traditionen und
Handwerke näherbringen.

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Eine Kirchenerkundungstour – Kirchen
im Kohrener Land als besondere spirituelle
und touristische Orte erleben
EINREICHER:
Evangelisches Zentrum Ländlicher Raum – Heimvolkshochschule Kohren-Sahlis (EBS gGmbH)
PRÄMIENHÖHE:
K ATEGORIE:
10.000 €
Kunst, Kultur und Identität
auf dem Land
P R O J E K T
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AUSZEICHNUNGEN
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DAS ORTSBILD DER MEISTEN DÖRFER
und Kleinstädte Sachsens
ist von ihren Kirchen geprägt. Es sind meist die ältesten Bauwerke
im Ort und Zeugnis einer bewegten Geschichte. Im Kohrener Land
vor den Toren Leipzigs ist das nicht anders. Dort sollen vier Kirchen
in einer familien- und kindgerecht konzipierten Erkundungstour
erlebbar gemacht werden.
Die Tour verbindet die Kirchen in Kohren-Sahlis, Rüdigsdorf, Alt-
mörbitz und Gnandstein auf Rundwanderrouten, die in einem
digitalen und gedruckten Kirchenführer veröffentlicht werden. In
den Kirchen sollen zusätzlich Mitmach-Koffer vorgehalten werden.
Die Besucher sollen sich damit eigenständig und in kreativ-spie-
lerischer Weise die Kirchen und weitere Themen des ländlichen
Raumes erschließen können. Insbesondere die digitale Version des
Kirchenführers erlaubt es, Erklärungen zu Kirchen und anderen
Sehenswürdigkeiten für verschiedene Zielgruppen aufzubereiten:
Schülergruppen, Familien, Touristen, spirituell Interessierte.
Die Projektumsetzung wird von der Heimvolkshochschule Koh-
ren-Sahlis getragen. Partner sind ehrenamtlich Engagierte, das
Kirchspiel Kohrener Land, der Verein Via Porphyria, der Kohrener
Geschichtsverein und der Tourismusverein „Borna und Kohrener
Land“.

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Ideen für den ländlichen Raum
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NASSAU (FRAUENSTEIN)
ist eines der längsten Waldhufendörfer
in Sachsen. Das Dorf, in dem rund 900 Einwohner leben, erstreckt
sich über ca. sieben Kilometer. Auf dem Weg von Nieder- nach
Oberdorf sind 260 Höhenmeter zu bewältigen Die Kultur- und
Sporteinrichtungen im Oberdorf sind nur über lange Fußmärsche
WEIT ÜBER DAS ERZGEBIRGE
hinaus bekannt, ist das Wahrzeichen
von Großrückerswalde: die Wehrkirche. Sie prägt das Ortsbild
und ist für die rund 3.300 Einwohner der Gemeinde identitäts-
stiftend. Als bedeutendes Baudenkmal wird die Wehrkirche von
Großrückerswalde jährlich von vielen Gästen besucht. Ihnen will
die Kirchgemeinde eine zeitgemäße mediale Auseinandersetzung
mit historischen Hintergründen ermöglichen.
Dazu soll eine digitale Kirchenführung erstellt werden, die Besu-
cher per QR-Code aktivieren. Diese werden in der Kirche und an
weiteren Sehenswürdigkeiten im Dorf angebracht. Ergänzend zu
Texten werden Bilder, Videos und Audiodateien hinterlegt. Inhaltlich
sollen historische und künstlerische Informationen thematisiert
erreichbar. Einen alternativen Treffpunkt, insbesondere für die im
Niederdorf gelegene stationäre Jugendhilfeeinrichtung, wollen die
Vereinsmitglieder des „Freundeskreis Wohngruppe Haus Nassau
e. V.“ schaffen.
Im Niederdorf soll ein Kultur- und Freizeitpark entstehen, in
dem sich die Jugendlichen treffen können. Der Eigentümer der
„Wohngruppe Haus Nassau“ stellt einen Teil seines Grundstücks
zur Verfügung. Auf der Fläche sollen ein Kleinfeldfußballplatz, eine
Grillhütte und Sitzgelegenheiten errichtet werden. Die Bewohner
der Wohngruppe, die eine Zeit lang in Nassau leben, kommen so
in Kontakt zur Dorfgemeinschaft, denen der Platz als Veranstal-
tungsort dient. Auch für die Kinder aus Unter- und Mitteldorf
ist der Platz fußläufig zu erreichen. Der Platz wird barrierefrei
angelegt. Lokale Unternehmen unterstützen das Projekt.
und den Betrachtern theologische, spirituelle und biografische
Impulse vermittelt werden. Die Kirchgemeinde erhofft sich, mit
der multimedialen Kirchenführung insbesondere eine jüngere
Zielgruppe ansprechen zu können. Kommune, Vereine, die Schulen
des Ortes sowie engagierte Einwohner haben ihre Unterstützung
zugesagt. Pünktlich zum 550-jährigen Bestehen der Wehrkirche im
Oktober 2020, sollen die digitalen Führungen abrufbar sein.
Dorf trifft WG
Digitale Kirchenführung –
Vernetzung zwischen Kirche und Gemeinde
EINREICHER:
Freundeskreis WG Haus Nassau e. V.
EINREICHER:
Ev.-Luth. Kirchgemeinde Großrückerswalde
PRÄMIENHÖHE:
5.000 €
PRÄMIENHÖHE:
5.000 €
K ATEGORIE:
Verbesserung der Lebensbedingungen von Kindern und Jugendlichen,
Frauen, Senioren und Menschen mit Behinderungen
K ATEGORIE:
Anwendung digitaler Technologien
für das Gemeinwohl

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P R O J E K T
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AUSZEICHNUNGEN
DER DEMOGRAPHISCHE WANDEL
und die fortschreitende Ur-
banisierung stellen Betriebe im ländlichen Raum stets vor die
Herausforderung, Fachkräfte zu finden. Unternehmen, Verbände
und Einwohner der Lausitz treiben die Fragen um, wie sie Jugend-
liche in der Region halten und wie sie die Nachwuchsgewinnung
für die lokale Wirtschaft verbessern können. Antworten will eine
Initiativgruppe liefern, die sich aus ca. 30 Unternehmen in Groß-
schönau, Waltersdorf und Hainewalde zusammensetzt.
In dem Netzwerk engagieren sich nahezu alle Wirtschaftsbereiche.
Einzelkämpfer im Ein-Mann-Unternehmen arbeiten mit Mittel-
ständlern zusammen; das größte beteiligte Unternehmen zählt
140 Beschäftigte. Was sie eint, ist die Erkenntnis, dass es ihnen
nur gemeinsam gelingen wird, den regionalen Wirtschaftsraum zu
stärken. Sie wollen zeigen, wie vielfältig die Wirtschaftsstruktur
ist, wie lebenswert die Region. Ihre Idee bezeichnen sie als „Be-
triebsjechn“. Die Oberlausitzer Wortschöpfung beschreibt schnelle
Touren durch die Betriebe, die das Interesse junger Menschen für
OSCHATZ
in Nordsachsen punktet als Wirtschaftsstandort mit
seiner Infrastruktur und der Anbindung an Dresden und Leipzig.
So entwickelte sich vor Ort ein ausgewogener Branchenmix aus
mittelständischem Handel, Handwerk und Industrie. Eine Gruppe
lokaler Handwerksbetriebe hat sich in einem Netzwerk zusam-
mengeschlossen.
In der „Oschatzer Gilde“ sind ein gutes Dutzend Betriebe organi-
siert. Die Gilde möchte mit ihrem Projekt möglichst vielen Kindern
und Jugendlichen die Bedeutung des Handwerks im ländlichen
Raum nahebringen und ihnen somit eine Bleibeperspektive ver-
mitteln. Dazu streben die Akteure eine enge Kooperation mit Schu-
len und Kommunen an. Unterstützung erhalten sie insbesondere
durch die Evangelische Werkschule Naundorf. Im Rahmen des
Projekts sollen Gildemitglieder Unterrichtsstunden als Teil eines
Ganztags
angebots übernehmen. Der „Wandernde Zimmermann“
stellt zum Beispiel in einem humorigen Bühnenprogramm das
Handwerk vor.
die verschiedenen Ausbildungsberufe wecken sollen, die ihnen
vor Ort offenstehen. Die Jugendlichen lernen die Unternehmen
in einer lockeren Atmosphäre kennen.
Nur gemeinsam sind wir stark
Die Entwicklung des gemeinschaftlichen Lebens
sowie die Stabilisierung der ländlichen Struktur
EINREICHER:
Unternehmernetzwerk Großschönau – Waltersdorf – Hainewalde
EINREICHER:
Oschatzer Gilde
PRÄMIENHÖHE:
5.000 €
PRÄMIENHÖHE:
5.000 €
K ATEGORIE:
Kunst, Kultur und Identität
auf dem Land
K ATEGORIE:
Entwicklung des gemeinschaftlichen Lebens
und Zusammenhaltes
Das Unternehmernetzwerk will
die Vielfalt der regionalen Wirtschaft
zeigen und die positiven Aspekte
des ländlichen Raums betonen.
Die Oschatzer Gilde will
Jugendlichen vermitteln,
dass Handwerk „goldenen
Boden“ hat und ihnen
eine Perspektive in der
Region bietet.
Dazu sind ein Shuttleverkehr mit Kleinbussen sowie eine „Nach dem
Jechn-Party“ geplant, auf der regionale Jugendbands auftreten.
Mithilfe eines Internetportals und einer Probierwerkstatt wird das
Projekt weitergeführt und den Jugendlichen eine außerschulische
Möglichkeit geboten, ihre handwerklichen, sozialen und techni-
schen Kompetenzen zu entwickeln.

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Ideen für den ländlichen Raum
44
REHEFELD-ZAUNHAUS
ist ein Ortsteil von Altenberg. Von dort
pendeln täglich Kinder und Jugendliche zu den Schulen der Nach-
barorte, Senioren zum Einkaufen nach Altenberg. Ihre Reise starten
sie an einer von drei Bushaltestellen im Ort. Diese wurden vor
langem errichtet, erhielten zwar im Jahr 2009 neue Dächer, sind
jedoch nicht mehr ansehnlich. Von den Wänden bröckelt der Putz,
an den Fenstern blättert die Farbe ab. Dass die Wartehäuschen
auch einen Eindruck bei den Wander- und Skitouristen hinterlassen,
verstärkt den Handlungsdruck.
Tina Sandmann hatte die Idee, die Wartehäuschen neu zu ge-
stalten. Dies soll in gemeinsamer Aktivität von Einwohnern und
Vereinen geschehen. So könnten die Schalmeienkapelle und die
Sportgemeinschaft Rehefeld jeweils eines der Wartehäuschen in
Eigenregie aufarbeiten und instandsetzen. Sie wären somit für die
Gestaltung und Umsetzung sowie die weitere Pflege verantwort-
DAS LANDWIRTSCHAFTLICH GEPRÄGTE KOBLENZ
ist ein Orts-
teil der Gemeinde Lohsa, ein Dorf mit knapp 400 Einwohnern am
Knappensee. Seit 2004 wird dort jährlich ein Schleppertreffen
veranstaltet. Aus der Initiative ging im Jahr 2008 ein eingetra-
gener Verein hervor, der mittlerweile 34 Mitglieder zählt. Ihr Ziel:
historische und zeitgenössische Landtechnik zu bewahren und zu
erhalten. Beim 16. Schleppertreffen im Jahr 2019 wurden mehr
als 200 Traktoren ausgestellt.
lich und könnten dafür die Haltestellen mit ihren Vereinswappen
schmücken. Das dritte Wartehäuschen bliebe der Fantasie der
Jugendlichen und Kinder vorbehalten, die sich mit Unterstüt-
zung ihrer Eltern kreativ austoben sollen. Die „Übertragung“ der
Wartehäuschen auf die einzelnen Gruppen soll einen nachhaltigen
Effekt erzeugen, sodass sich die Einwohner zukünftig gerne um
ihre Aushängeschilder kümmern.
Volker Socke war Fan des Vereins und begeisterte sich leiden-
schaftlich für Traktoren. Er sammelte und tauschte Einzelteile,
schraubte sich zu DDR-Zeiten seinen eigenen Traktor zusammen.
Im Rentenalter wollte er den Trecker restaurieren; jedoch ver-
starb er verfrüht und konnte sein Meisterwerk nie selbst auf dem
Schleppertreffen präsentieren. In seinem Testament verfügte er,
dass sein Traktor Marke Eigenbau an den Verein übergehen sollte.
Nun wollen die Vereinsmitglieder gemeinsam mit Jugendlichen
aus dem Ort das Erbstück wiederinstandsetzen. Ein stetiger Er-
fahrungsaustausch soll die Generationen zusammenschweißen.
Bei den Jugendlichen ist das Interesse an Landtechnik und Ma-
schinenbau geweckt. Es ist geplant, den Traktor in neuem Glanz
beim nächsten Schleppertreffen zu präsentieren. Eine Gedenktafel
soll am Gerät angebracht werden, um an den verstorbenen Freund
und Vorbesitzer erinnern. Weiterhin ist vorgesehen, den Traktor
einer nachhaltigen Nutzung zur Pflege der Außenanlagen am
Gemeindehaus zuzuführen.
Neugestaltung der Bushaltestellen
in Rehefeld-Zaunhaus
Projekt Socke
verbindet
EINREICHER:
Tina Sandmann
EINREICHER:
Schlepperfreunde Koblenz e. V.
PRÄMIENHÖHE:
5.000 €
PRÄMIENHÖHE:
5.000 €
K ATEGORIE:
Entwicklung des gemeinschaftlichen Lebens
und Zusammenhaltes
K ATEGORIE:
Kunst, Kultur und Identität
auf dem Land

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P R O J E K T
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AUSZEICHNUNGEN
LOMNITZ
ist ein Dorf mit rund 1.400 Einwohnern am Rande der
Westlausitz. Ländlich geprägt und dennoch stadtnah gelegen, ist
Lomnitz als Wohnort bei jungen Familien beliebt. Aber es gibt kaum
noch Nahverkehr und ein nur sehr überschaubares Freizeitangebot.
Die älteren Einwohner erinnern sich hingegen noch gut an ein
abwechslungsreiches kulturelles Leben in ihrem Ort.
Das fand zumeist im Volksheim statt, einem Veranstaltungsge-
bäude am Ortsrand mit langer Tradition – jedoch derzeit ohne
Pächter. So stehen die zwei Säle leer, bleibt die Gaststätte un-
genutzt. Einzig der Lomnitzer Carnevals Club e. V. lädt noch zu
seinen Faschingsveranstaltungen ins Volksheim ein. Nun will der
Verein die Nutzung des Objekts erweitern und es auch außerhalb
der Faschingszeit mit Leben füllen.
ENTSTANDEN
aus einem studentischen Hochschulprojekt, veran-
staltet der „Filmclub von der Rolle 94 e. V.“ regelmäßig Kinoabende
an verschiedenen Standorten. Im Jahr 2016 übernahm der Verein
das Programmkino „Camillo“ in der Görlitzer Altstadt. Das „Camillo”
verfügt über 35 Sitzplätze. Für einen Kinobesuch müssen Bewohner
des ländlichen Raums in die Stadt fahren.
Der Verein will das Modell umkehren und das Angebot zum Adres-
saten bringen. Mit einem mobilen Kino werden sie dort sein, wo
es kein Kino mehr gibt. Zumeist im Landkreis Görlitz unterwegs,
werden sie in Dörfern wie Boxberg, Kreba-Neudorf oder Krausch-
witz haltmachen. Dann wird ihr Kinozelt bis zu 40 Zuschauern
Platz bieten. Zum Repertoire gehören Art House-Filme, kleine
Produktionen und Beiträge regionaler Künstler. Musikalische Be-
gleitung, Workshops und Vorträge schaffen ein abwechslungsrei-
ches Rahmenprogramm.
Das Konzept umfasst kleine Feste und Filmvorstellungen, Lesun-
gen und Reisevorträge sowie Seniorentanzveranstaltungen sowie
Puppentheater für Kinder. Auch die Einrichtung einer Bibliothek ist
geplant. Investitionen in neue Bestuhlung, Mobiliar, Tontechnik und
einen Beamer sollen das Volksheim wieder als Veranstaltungsort
attraktiv machen.
Der Verein versteht sich als soziokulturelle Initiative. So spiegeln
sich in seinen Veranstaltungen aktuelle gesellschaftliche Themen
und unterschiedliche Lebensrealitäten. Mit dem Projekt „Halte-
stelle Kino“ will der Verein konkrete Kooperationen mit lokalen
Akteuren aufbauen und ein zielgruppenspezifisches Filmprogramm
für die Bewohner vor Ort anbieten. Vier Veranstaltungen an vier
Wochenenden im Sommer mit jeweils bis zu drei Filmen an zwei
Tagen sind Ziel dieses Testlaufs, der sich weiterentwickeln und
verstetigen soll.
Kultur und Unterhaltung
aufs Land
Haltestelle Kino
EINREICHER:
Lomnitzer Carnevals Club e. V.
EINREICHER:
Filmclub von der Rolle 94 e. V.
PRÄMIENHÖHE:
5.000 €
PRÄMIENHÖHE:
5.000 €
K ATEGORIE:
Kunst, Kultur und Identität
auf dem Land
K ATEGORIE:
Kunst, Kultur und Identität
auf dem Land
Im alten Volksheim von
Lomnitz soll wieder
Leben einkehren mit
einem vielfältigen
kulturellen Angebot für
Jung und Alt.

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Ideen für den ländlichen Raum
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EINE SHOPPINGNACHT
mit Feuerzauber, ein Baby-Begrüßungs-
treff, ein umfassendes Online-Gewerbeverzeichnis: Die Wittiche-
nauer Unternehmer haben sich schon Einiges einfallen lassen,
um den Einzelhandel in ihrem Ort anzukurbeln. Den rund 5.700
Einwohnern soll nun zukünftig eine eigens für die Kleinstadt
entwickelte App das Shopping erleichtern – der passende Titel:
„Daheim kauf ich ein“.
Eine Bürgerbefragung ergab, dass viele Einwohner zu den Kern-
öffnungszeiten der Geschäfte nicht vor Ort einkaufen können.
Auch war ihnen der Umfang der angebotenen Leistungen nicht
bekannt. In der geplanten Anwendung für mobile Endgeräte soll
das Warenangebot jedes Geschäfts übersichtlich einsehbar sein.
DIE FORSTSTADT THARANDT
und insbesondere der Ortsteil
Spechtshausen haben sich in den letzten Jahren deutlich verjüngt.
Etwa ein Viertel der Einwohner des Ortsteils sind Kinder. Zahlreiche
junge Familien schätzen die direkte Lage am Tharandter Wald. Je-
doch gibt es keinen zentralen Ort für Aktivität, Begegnung und Er-
holung. Deshalb soll auf einer Brachfläche, die einst als Sportplatz
diente, eine Begegnungsstätte für Jung und Alt entstehen. Der
Zusätzliche Features wie Informationen zu Öffnungszeiten, Ra-
battaktionen und ein Reservierungsmanagement machen die App
noch attraktiver. Stadtplan und Veranstaltungskalender runden
das Angebot ab. Findet die App Anklang, ist eine Ausweitung über
die Stadt hinaus angedacht.
angedachte Mehrgenerationenplatz mit parkähnlichem Charakter
soll auch Einwohnern der umliegenden Ortsteile zugänglich sein.
Die Bürgerinitiative Spechtshausen hat auf der Grundlage von
Diskussionen und Befragungen ein modulares Projekt mit 15 Teil-
projekten erarbeitet. Dazu gehören u. a. ein Naturlehrpfad, ein
Spielhügel, ein multifunktionales Kleinsportfeld, ein Skaterpark
sowie ein Fitness-Parcours mit Geräten, die auch für Menschen
mit Handicap nutzbar sind. Im Mittelpunkt des Konzepts steht
der Naturlehrpfad, der mit seinem Bezug auf die Themen Wald,
Geologie und Heimatkunde zu Bewegung und Lernen einlädt.
Der Waldsportpark soll den Kindern des Ortes und benachbarter
Kindergärten und Schulen offenstehen und außerdem als Veran-
staltungsort für gemeinsame Bürgerfeste sowie als Rückzugsort
für Erholungssuchende dienen.
„Junge Menschen können
aufgrund veränderter
Arbeitswelten die Einkaufs-
möglichkeiten in ihrem
Heimatort nicht wahrnehmen.
Das hat uns aufgerüttelt und
auf neue Ideen gebracht.“
Daheim kauf ich ein –
Entwicklung einer Einkaufs-App
Waldsportpark und
Begegnungsstätte Spechtshausen
EINREICHER:
Wittichenauer Unternehmerkreis, Birgit Bensch
EINREICHER:
Bürgerinitiative Spechtshausen
PRÄMIENHÖHE:
5.000 €
PRÄMIENHÖHE:
5.000 €
K ATEGORIE:
Verbesserung der Versorgung mit Waren
und Dienstleistungen und der Mobilität
K ATEGORIE:
Entwicklung des gemeinschaftlichen Lebens
und Zusammenhalts

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P R O J E K T
|
AUSZEICHNUNGEN
ZUR GROSSEN KREISSTADT MARIENBERG
im Erzgebirgskreis
gehören u. a. die drei Ortsteile Niederlauterstein, Lauterbach und
Rittersberg. Den insgesamt rund 1.800 Einwohnern dieser Orts-
teile möchte der Christliche Verein Junger Menschen (CVJM) ein
gemeinsames Begegnungszentrum bieten. Sein Ziel: Familien, ältere
und alleinstehende Menschen sollen gemeinsam Zeit verbringen
und sich austauschen können.
Im vergangenen Jahr erwarb der Verein einen ehemaligen Le-
bensmittelladen im Dorfzentrum. Diesen baut er nun zu einem
Begegnungszentrum um. Das Gebäude wird barrierefrei gestaltet,
sodass es auch Menschen mit Handicap offensteht.
Während die Einweihung des Zentrums bereits für den Sommer
2020 geplant ist, soll ab Oktober 2020 das Projekt „Lichtblick“
starten. Wenn es zu dunkel und kalt wird, um Zeit im Garten oder
auf dem Spielplatz zu verbringen, will der Verein in diesem Objekt
einen wöchentlichen Treff anbieten. Es soll verschiedene Spielbe-
DIE GEGEND UM WITZSCHDORF
gehöre „unstreitig zu den
schönsten des Erzgebirges“, befand einst August Schumann, Va-
ter des Komponisten Robert Schumann. Heute fehlt dem Ortsteil
der Gemeinde Gornau ein öffentlicher Spielplatz – ein Missstand
angesichts der zahlreichen jungen Familien im Ort. Die hohen
Geburtszahlen animierten die Witzschdorfer zum Handeln.
reiche, Generationsangebote und einen Cafébereich geben. In einer
Leseecke sollen Vorschulkinder den Erzählungen und Geschichten
von Vorlesepaten lauschen können. Regionale Firmen und Vereine
sollen in das Projekt einbezogen werden, um z. B. Eltern-Kind-
Kurse, Ergotherapie, oder sportliche Aktivitäten anzubieten.
Im Rahmen des Kulturstammtisches fand sich eine Gruppe aus
Eltern, Großeltern und aktiven Bürgern, die nun selbst einen Spiel-
platz schaffen wollen. Dazu soll eine kommunale, brachliegende
Grünfläche genutzt werden. Sie liegt zentral im Ort, direkt ne-
ben Sportplatz sowie Gasthof und unweit des Kindergartens. Der
Zugang zur Fläche ist bereits barrierefrei gestaltet, ebenso sind
Parkplätze vorhanden.
Den Anfang für die Ausgestaltung der Fläche macht ein Spiel-
turm mit Rutsche, den die Witzschdorfer von einem aufgelösten
Spielplatz übernommen haben und nun in Eigenregie aufarbeiten
und aufstellen. Der Verein Christlicher Kindergarten e. V. spendet
zudem eine Doppelschaukel. An der Fläche soll die gesamte Dorf-
gemeinschaft teilhaben und so ein Treffpunkt für alle Einwohner
entstehen. Dazu sollen Bänke und eine Feuerstelle errichtet sowie
schattenspendende Bäume und Sträucher gepflanzt werden.
Winterlichtblick
Öffentlicher Spielplatz
und Treffpunkt in Witzschdorf
EINREICHER:
CVJM Lichtblick e. V.
EINREICHER:
Kulturstammtisch Witzschdorf
PRÄMIENHÖHE:
5.000 €
PRÄMIENHÖHE:
5.000 €
K ATEGORIE:
Entwicklung des gemeinschaftlichen Lebens
und Zusammenhaltes
K ATEGORIE:
Verbesserung der Lebensbedingungen von Kindern und Jugendlichen,
Frauen, Senioren und Menschen mit Behinderungen

Ideen für den ländlichen Raum
48
2018 SCHAFFTE DER FÖRDERVEREIN
„Märchenland in Ritter-
hand e. V.“ mit der „Kleinen Burg“ einen zentralen Treffpunkt für
Callenberg. Der Verein, der auch Träger der benachbarten Kita
„Märchenland“ ist, setzt sich für ein aktiv gestaltetes Gemein-
schafsleben im Ort ein. Zum erfolgreichen Konzept zählen u. a.
die Kräutertage, das Ritterfest und die Luisenhoftage.
Die Gemeinde im Landkreis Zwickau zählt knapp 5.000 Einwohner.
Dass ihr Mehrgenerationentreff den Titel „Kleine Burg“ trägt, hat
einen historischen Bezug: Bereits Mitte des 12. Jahrhunderts wurde
in der Region ein Rittergut erbaut. Anspruch der Vereinsmitglieder
ist es, mithilfe ihres Projektes Tradition und Moderne zu verbinden
und so den Treffpunkt nun mit Leben zu füllen.
Naturnahe und nachhaltige Lebensweisen sollen einen stärkeren
Einzug in den Alltag der Einwohner Callenbergs halten. Die Kleinen
SEHLIS
ist ein kleiner Ort, wenige Kilometer außerhalb Tauchas
gelegen. Den Bioladen in der nahen Kleinstadt und die umliegenden
Obstbauern steuern die Einwohner von Sehlis mit dem Auto an.
Eine ökologische Alternative hat sich der Verein „Werkstatt für
nachhaltiges Leben und Arbeiten e. V.“ einfallen lassen.
Das „AllmendeRad“ ist ein elektronisch betriebenes Lastenrad, das
als mobiler Dorfladen fungieren und einmal wöchentlich in Sehlis
sollen altes Handwerk beobachten können und typische Bräuche
kennenlernen. Dabei soll die neue Gestaltung des Freibereichs
helfen: Dort soll eine kleine Freiluftküche mit Backofen entstehen,
die weitere generationsübergreifende Angebote ermöglicht. Ein an-
grenzender Hang soll gesichert und rekultiviert und die geplanten
Bauvorhaben mit Partnern aus dem Ort realisiert werden.
Halt machen soll. Die Einwohner können zuvor Waren regionaler
Anbieter bestellen. Das Konzept reduziert den individuellen Auto-
verkehr, fördert die regionale Wirtschaft, stärkt die Kommunikation
sowie den Zusammenhalt im Dorf und unterstützt mobilitäts-
eingeschränkte Einwohner bei ihren Einkäufen. Das Projekt wird
von einer Initiativgruppe aus Vereinsmitgliedern und engagierten
Einwohner initiiert und in der Startphase begleitet.
Zusätzlich zum mobilen Dorfladen ist geplant, das Elektrorad den
Einwohnern für weitere Nutzungen zur Verfügung zu stellen. Be-
reits im September 2020 soll das AllmendeRad feierlich eingeweiht
und übergeben werden.
Zwar werden Elektro-
Lastenräder bislang zumeist
im städtischen Kontext
eingesetzt. Aber die Nutzung
im ländlichen Raum erscheint
durchaus sinnvoll.
„Unsere Kinder erleben
Althergebrachtes und
Modernes, erkennen so
die Vor- und Nachteile
unterschiedlicher
Lebensweisen.“
TRADITION – MODERN – LEBEN
AllmendeRad – Das Lastenrad für
den mobilen Dorfladen & mehr
EINREICHER:
Märchenland in Ritterhand e. V.
EINREICHER:
Werkstatt für nachhaltiges Leben und Arbeiten e. V.
PRÄMIENHÖHE:
5.000 €
PRÄMIENHÖHE:
5.000 €
K ATEGORIE:
Entwicklung des gemeinschaftlichen Lebens
und Zusammenhaltes
K ATEGORIE:
Verbesserung der Versorgung mit Waren
und Dienstleistungen und der Mobilität

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P R O J E K T
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AUSZEICHNUNGEN
FÜR KINDER
gibt es kaum etwas Schöneres als an sonnigen Ta-
gen im Freien zu spielen und zu toben. In Oberrothenbach haben
die Kleinen dazu auf einem Dorfspielplatz jede Menge Platz und
Möglichkeiten – wenn denn das Wetter mitspielt. So überlegte
sich der Heimatverein Oberrothenbach e. V., wie eine Schlecht-
wetteralternative aussehen könnte. Es entstand die Idee eines
jahreszeiten- und wetterunabhängigen Spielhauses.
Für die Ausrichtung von Dorffesten und die Pflege erzgebirgischen
Brauchtums unterhält der Heimatverein ein eigenes Vereinsheim
samt mehreren Nebengebäuden. Nun soll ein ehemaliger Lager-
raum in einem der Nebengebäude zum Spielhaus umfunktioniert
werden. Das Angebot teilt sich in einen „Aktivraum“ – mit Darts,
Tischkicker und Kinderbillard – sowie einen „Sitzraum“ – für einen
ruhigeren Zeitvertreib bei Brett- und Kartenspielen. Dazu muss
das Lager geräumt und fachgerecht saniert werden mit u. a. um-
weltfreundlichen Heizkörpern und einem strapazierfähigen Fußbo-
denbelag. In die Wandgestaltung sollen die Kindergartengruppen
DIE ORTSCHAFT KITZEN
mit rund 1.900 Einwohnern liegt in der
Leipziger Tieflandsbucht. Im Ortszentrum steht eine große Pfarr-
scheune. In den vergangenen Jahren wurde diese restauriert dank
des tatkräftigen und zeitintensiven Einsatzes von Mitgliedern der
und Grundschulklassen der umliegenden Ortsteile eingebunden
werden. Spätestens zum Fest anlässlich des 800. Jubiläums von
Oberrothenbach im kommenden Jahr soll das Spielhaus nutzbar
sein.
evangelischen Kirchgemeinde und engagierter Einwohner. Das
denkmalgeschützte Fachwerkgebäude ist nun wieder komplett
nutzbar. Für die Dorfgemeinschaft wurde so ein baukulturelles
Kleinod erhalten. Die barrierefreie, multifunktionale Scheune be-
herbergt einen großen Veranstaltungssaal samt Küchenbereich
sowie eine kleine Werkstatt. Damit bieten sich neue Möglichkei-
ten, das Gemeinschaftsleben im Dorf zu unterstützen und den
Zusammenhalt weiter zu stärken.
Das „Scheunenteam“ um Astrid Gebhardt und Heike Knappe möchte
auf dem Pfarrhof eine lebendige Atmosphäre erzeugen. Dazu sind
vielfältige regelmäßige Angebote angedacht, z. B. Generationen-
frühstücksrunden, Künstlerworkshops, Kochkurse für Kinder und
Filmvorführungen sowie Veranstaltungen, z. B. ein Adventsmarkt,
eine Pflanzentauschbörse und ein Kinderflohmarkt. Dazu benötigt
die Gemeinde eine Bestuhlung für den Saal, eine Küche und die
Ausstattung der Kreativwerkstatt. Außerdem soll der angrenzende
Pfarrhof einladend gestaltet werden.
Umbau von Lagerräumen
zu einem Spielhaus für Kinder
Treffpunkt Pfarrscheune Kitzen –
Bald ein Punkt mit Ausstrahlung für unser Dorf
EINREICHER:
Heimatverein Oberrothenbach e. V.
EINREICHER:
Evangelische Kirchgemeinde Hohenlohe / Kitzen
PRÄMIENHÖHE:
5.000 €
PRÄMIENHÖHE:
5.000 €
K ATEGORIE:
Verbesserung der Lebensbedingungen von Kindern und Jugendlichen,
Frauen, Senioren und Menschen mit Behinderungen
K ATEGORIE:
Entwicklung des gemeinschaftlichen Lebens
und Zusammenhaltes

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Ideen für den ländlichen Raum
50
UNMITTELBAR
an der Deutsch-Tschechischen Grenze liegt die
Siedlung Oberlochmühle, die zwar nur rund 50 Einwohner zählt,
jedoch im Jahr 2015 plötzlich in den Fokus einer breiten Aufmerk-
samkeit rückte. Im Rahmen eines Designprojektes entstand der
deutschlandweit erste Glockenwanderweg, der 16 bewunderns-
werte Glocken miteinander verbindet, die Wanderer teilweise selbst
zum Klingen bringen können. Zudem lockt die erste Wanderkapelle
des Erzgebirges. Die wird vom Heimatverein Oberlochmühle e. V.
gepflegt.
Der Verein plant nun, den angrenzenden Parkplatz in einen attrak-
tiven, funktionalen Treff- und Ausgangspunkt für Einwohner und
Wanderer zu verwandeln. Bisher ist die dafür vorgesehene Fläche
unbefestigt und birgt Gefahren für den Verkehr. Der Parkplatz
soll befestigt und Bänke aufgestellt werden. Die erzgebirgische
Dorfgeschichte soll Besuchern auf Informationstafeln vermittelt
UHYST A. D. SPREE
ist mit seinen knapp 800 Einwohnern der
zweitgrößte Ortsteil von Boxberg / O. L. Im Herzen des Ortes
steht das 1747 eingeweihte Adelspädagogium. Anders als es der
Name vermuten lässt, stand die Einrichtung Kindern aller gesell-
schaftlichen Schichten offen. Es war ein für die damalige Zeit
revolutionärer, fortschrittlicher Ansatz, den Graf Friedrich Caspar
von Gersdorf verfolgte. Der Erbauer agierte ganz im Geiste der
Aufklärung. Im Pädagogium lernte u. a. der für Ort und Region
bedeutende Garten- und Landschaftsgestalter Herrmann Fürst
von Pückler-Muskau.
werden, die in Form von großen Wasserrädern die gestalterische
Ästhetik des Wanderweges aufgreifen. Angedacht sind außerdem
Spielelemente für Kinder zum Thema „Wasser und Kraft“ sowie
Audio-Präsentationen zu den Mühlen des Erzgebirges, zur „Kapelle
am Weg“ und zum Glockenwanderweg.
Dieser Geschichte könnte nun neues Leben eingehaucht werden –
dank eines Kunstprojektes des Fördervereins „Adelspädagogium-
Dannenberghaus Uhyst e. V.“ in Kooperation mit Mitgliedern der
Historikergruppe des Uhyster Heimatvereins e. V. Das Projekt soll
eine breite Öffentlichkeit auf den Aufenthalt Pücklers am Uhyster
Adelspädagogium aufmerksam machen und einen konkreten
Beitrag zur Wiederbelebung, Erforschung und Bewahrung des
kulturellen und historischen Erbes der Ortschaft leisten.
Geplant ist ein öffentliches Picknick bei klassischer Musik im
Schlosspark von Uhyst. Den Besuchern begegnen beim Flanieren
Graf Gersdorf und der junge Pückler. Weitreichende Materialien
über die jeweilige Zeit beider Protagonisten informieren die Be-
sucher über die kulturhistorischen Zusammenhänge, eine Illumi-
nation an Pädagogium, Park und Schloss lässt sie bei Einsatz der
Dämmerung träumen.
„Mit dem Glockenwanderweg
entstand in unserem Dorf eine
Aufbruchsstimmung. Wir warten
nicht, bis sich jemand um uns
kümmert, sondern setzen die
Dinge selbst in Bewegung.“
Vom Klang der Glocken
zum Rauschen der Wassermühlen –
mehr als ein Wanderparkplatz
Wo Pückler zu gärtnern begann
EINREICHER:
Heimatverein Oberlochmühle e. V.
EINREICHER:
Förderverein „Adelspädagogium-Dannenberghaus Uhyst“ e. V.
PRÄMIENHÖHE:
5.000 €
PRÄMIENHÖHE:
5.000 €
K ATEGORIE:
Kunst, Kultur und Identität
auf dem Land
K ATEGORIE:
Kunst, Kultur und Identität
auf dem Land

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51
P R O J E K T
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AUSZEICHNUNGEN
MILDENAU,
eine Gemeinde im Erzgebirgskreis, zählt rund 3.400
Einwohner. Die Jüngeren treffen sich gern in der „Offenen Pfarr-
scheune“. Häufig nutzen sie für ihre Anfahrt Skateboards und
Stuntscooter. Zur Errichtung eines Skaterparks fehlte ihnen bislang
ein geeigneter Platz. Den wollen nun Mitglieder des Fördervereins
der evangelisch-lutherischen Kirchgemeinde Mildenau e. V. auf
einem Grundstück der Kirchgemeinde zur Verfügung stellen und
ein umfangreiches Areal für die sportliche Betätigung schaffen.
Auf dem geplanten Areal soll zusätzlich zum Skaten beispiels-
weise Fußball- und Volleyballspielen ermöglicht werden sowie
ein Freibereich für alle Einwohner des Ortes entstehen. Jung und
Alte sollen zusammen kommen und Gemeinschaft leben. Ein Ide-
enwettbewerb wird ins Leben gerufen, um die Kreativität der der
Jugendlichen anzuregen und Vorstellungen und Wünsche zum
Projekt zusammenzutragen. Im Rahmen der Festwoche zum 750.
Jubiläum Mildenaus im Juli 2020 sollen die Ideen einem breiten
EIN BELIEBTES AUSFLUGSZIEL
im Raum Dippoldiswalde ist seit
den 1920er Jahren das Schwimmbad im Ortsteil Dönschten. Das
wurde damals größtenteils in Eigenarbeit der Einwohner gebaut.
Zwar ist es immer noch in Benutzung, aber das Badevergnügen ob
der maroden Bausubstanz mittlerweile eingeschränkt. Die Mauern
sind rissig, Fugen undicht, das Wasser versickert.
Christian Herrmann will das ändern. Er gründete eine Interessens-
gemeinschaft, um das kommunale Schwimmbad mit überschau-
barem Aufwand in Eigenleistung der Einwohner wieder instand zu
setzen. Neben der Abdichtung ist die Reparatur der Betonkronen
der Einfassungsmauern und des Hauptweges notwendig. Zukünftig
soll das großzügige Außengelände für Dorffeste genutzt werden.
Ziel der Initiative ist, die Zukunft des Schwimmbads zu sichern
und den Zusammenhalt der Dorfgemeinschaft zu fördern.
Publikum präsentiert werden. Auf einer Online-Plattform bewer-
ten die Mildenauer die eingereichten Ideen. Der Siegerbeitrag
wird gemeinsam mit Fachpartnern und engagierten Einwohnern
umgesetzt.
Neue Ideen für
einen Multifunktionsplatz
in Mildenau
Schwimmbad Dönschten
EINREICHER:
Förderverein der ev.-luth. Kirchgemeinde Mildenau
EINREICHER:
Christian Herrmann
PRÄMIENHÖHE:
5.000 €
PRÄMIENHÖHE:
5.000 €
K ATEGORIE:
Verbesserung der Lebensbedingungen von Kindern und Jugendlichen,
Frauen, Senioren und Menschen mit Behinderungen
K ATEGORIE:
Entwicklung des gemeinschaftlichen Lebens
und Zusammenhaltes
Der Förderverein der
ev.-luth. Kirchgemeinde
Mildenau e. V. unterstützt
die Kirchgemeinde und
versteht sich als Helfer für
den gesamten Ort und
alle seine Einwohner.

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Ideen für den ländlichen Raum
52
DIE LEADER-REGION
„Tor zum Erzgebirge – Vision 2020“ er-
streckt sich von Neukirchen bis Stollberg. Dort greift die Lokale
Aktionsgruppe der Region das Konzept der „Repair Cafés“ auf.
Mit kreativen Netzwerkcafés will sie die Einwohner ihrer Region
anregen, kaputte Gegenstände im Sinne der Kreislaufwirtschaft
selbst zu reparieren.
Dazu werden in den acht Gemeinden der LEADER-Region Cafés
unter dem Label „Kreativcafé ¿Kaputt?“ eingerichtet. Der Name
bringt den Anspruch der Initiative zum Ausdruck. Über die bloße
Reparatur hinaus soll nach weiteren Verwendungsmöglichkeiten
der kaputten Gegenstände gesucht werden. So ließen sich ggf.
durch „Upcycling“ der Materialien neue Design- und Dekora-
tionsobjekte schaffen.
In den Cafés können sich die Einwohner gegenseitig helfen und
mit ihrem technischen und handwerklichen Wissen unterstützen.
In Workshops schulen Profis interessierte Gäste in technischen,
MÜDISDORF
ist Teil der Gemeinde Lichtenberg im Osterzgebirge.
Der dortige Reitsportverein feiert 2020 sein 15-jähriges Bestehen
und blickt zurück auf eine erfolgreiche und vielfältige Arbeit mit
Kindern, Jugendlichen, Erwachsenen, Senioren und Menschen mit
Behinderungen. Im Mittelpunkt der Vereinsarbeit steht der Spaß
mit Pferden, der Reitunterricht sowie das heilpädagogische Reiten.
handwerklichen und künstlerischen Fähigkeiten. Dabei sollen lokale
Unternehmen und Gewerbeverbände einbezogen werden. Eine
Partnerschaft mit einer Schule aus der Region ist angedacht. Un-
gezwungen können in den Cafés Menschen aller Generationen und
sozialer Schichten zusammenkommen, sich bei Kaffee und Kuchen
austauschen. Das stärkt das Gemeinschaftsleben. Zunächst öffnen
die Cafés einmal im Quartal, in wechselnden Veranstaltungsorten.
Dabei kann die Initiative auf ein gewachsenes Netzwerk bauen und
vorhandene räumliche Strukturen nutzen.
Der Verein will im Rahmen des Projekts die Pferdebegeisterung
der jungen Vereinsmitglieder und Gäste auf die Landwirtschaft
übertragen. Das soll insbesondere bei Kindern und Jugendlichen
die Wertschätzung der ländlichen Arbeit erhöhen und Interesse für
entsprechende Tätigkeiten wecken. Eine eigene Veranstaltungsreihe
wird sich in monatlichen Workshops dem Themenkomplex Pferd
und Landwirtschaft widmen und Arbeitstechniken der Landwirt-
schaft aufzeigen. Dabei sollen die Vereinspferde als „Zugpferde“
dienen.
Zur besseren Durchführung der Veranstaltungen müssen auf
dem vorhandenen Reitplatz einige Umbauarbeiten vorgenom-
men werden: Der Reitplatz benötigt eine Drainage und eine neue
Deckschicht. Bisher ist ein Arbeiten mit den Pferden nach starken
Regenfällen aufgrund des schweren Geläufs zu gefährlich. Für das
Projekt ist eine enge Zusammenarbeit mit der Grundschule und
dem Pflegeheim in Lichtenberg, dem örtlichen Sportverein sowie
der Kirchengemeinde geplant.
Kreativcafé ¿Kaputt?
Zugpferde – Landwirtschaft neu entdecken
EINREICHER:
Alexandra Lorenz-Kuniß
EINREICHER:
Reit- und Fahrsport Rosental-Team Müdisdorf e. V.
PRÄMIENHÖHE:
5.000 €
PRÄMIENHÖHE:
5.000 €
K ATEGORIE:
Entwicklung des gemeinschaftlichen Lebens
und Zusammenhaltes
K ATEGORIE:
Kunst, Kultur und Identität
auf dem Land

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P R O J E K T
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AUSZEICHNUNGEN
DAS FRAUEN.WAHL.LOKAL
Oberlausitz ist ein Netzwerk enga-
gierter Frauen, die sich für eine geschlechtergerechte Gesellschaft
einsetzen. Ihre Mitglieder stärken Wahrnehmung und Wirkung von
Frauen in der Kommunalpolitik, beteiligen sich aktiv. Das Netzwerk
wird von den Landkreisen Bautzen und Görlitz gefördert.
Mit ihrer Idee „Frauen.MACHT.Theater“ wollen die Mitglieder des
Netzwerks Frauen im ländlichen Raum eine Bühne bieten. Die
Teilnehmerinnen des Projekts sollen Unterstützung erhalten, ihre
politischen Interessen zu artikulieren und sich an Entscheidungen
zu beteiligen. Das Theaterspiel ist hierfür eine geeignete Methode.
Theater ist Arbeit mit dem eigenen Körper, eigenen Sinnen, macht
Spaß und bewirkt ein gegenseitiges ehrliches Kennenlernen. Über
Körperarbeit, Kreativität und Kommunikation wird eine höhere Be-
teiligung von Frauen in Ortschafts- und Stadträten des ländlichen
Raums angestrebt. Im Rahmen des Projektes sollen verschiedene
Kommunikations- und Beteiligungsprozesse durchgeführt werden.
Kerngebiet der Arbeit ist die Oberlausitz.
IM JAHR 2007
entschieden sich Jens Drahonovsky und Dörte
Idziaschek gezielt für das Landleben in Horka. In der Gemeinde
des Landkreises Görlitz bezogen sie den alten Gasthof „Deutsches
Haus“. 2016 eröffneten sie einen kleinen Laden, den sie schlicht als
„einLaden“ betitelten. Dort verkaufen sie und ihre drei Angestellten
Waren des täglichen Bedarfs. Schnell entwickelte sich der Laden
In der ersten Phase des Projektes diskutieren die Teilnehmerin-
nen in kleinen Workshops ihre eigenen Erfahrungen ihres kom-
munalpolitischen Engagements und mögliche mentale Hürden
einer Beteiligung. Die Erkenntnisse fließen in die zweite Phase
des Projektes ein, bei der die Teilnehmerinnen ein kurzes Thea-
terstück entwickeln und inszenieren. Im Rahmen eines Diskussi-
onsforums wird das Theaterstück vorgestellt. Das Publikum darf
Veränderungsvorschläge anbieten, wird zugleich für Themen wie
Diskriminierung und Solidarität sensibilisiert. Im Dialog sollen
anschließend gemeinsam konkrete Maßnahmen formuliert werden,
um die kommunalpolitische Arbeit zu verbessern.
zum Treffpunkt für die Gemeinschaft, wurde Ort der Begegnung
und Kommunikation.
Schrittweise schufen Jens Drahonovsky und Dörte Idziaschek
weitere Angebote für ihre Nachbarn, z. B. einen kleinen Biergarten
an Wochenenden im Sommer und regelmäßige Floh- und Weih-
nachtsmärkte. Sporadisch veranstalteten sie kulturelle Abende, or-
ganisierten Lesungen und Reisevorträge. Im Rahmen des Projektes
wollen sie das Außengelände ihres Dorfladens weiterentwickeln, um
zukünftig Konzerte und Kinoabende anbieten zu können. Dazu soll
ein alter, leerstehender Ausschankraum in einen Veranstaltungs-
pavillon umgestaltet werden. Im Anbau des Gasthofes ist geplant,
ein barrierfefreies Sanitärgebäude und eine Küche zu integrieren.
Der Garten soll naturnah gestaltet und Wege, Aufenthaltsbereiche
sowie ein Naturteich angelegt werden.
Frauen.MACHT.Theater
einLaden – einGarten – einTreffpunkt
EINREICHER:
Frauen.Wahl.LOKAL Oberlausitz
EINREICHER:
Jens Drahonovsky und Dörte Idziaschek
PRÄMIENHÖHE:
5.000 €
PRÄMIENHÖHE:
5.000 €
K ATEGORIE:
Kunst, Kultur und Identität
auf dem Land
K ATEGORIE:
Entwicklung des gemeinschaftlichen Lebens
und Zusammenhaltes
„Häufig wird uns gesagt, dass
wir Horka wieder zum Leben
erweckt hätten. Nun möchten
wir unsere Idee weiterverfolgen
und weitere Freizeit- und
Austauschmöglichkeiten für die
Dorfgemeinschaft entwickeln.“

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Ideen für den ländlichen Raum
54
IM MAI 2018
wurde der Heimatverein Sornzig e. V. gegründet.
Seitdem sammeln die Vereinsmitglieder Bücher und andere Me-
dien sowie Spiele und Einrichtungsgegenstände, um eine kleine
Bibliothek in ihrem Ort einzurichten. Sornzig ist ein Ortsteil der
Gemeinde Mügeln in Nordsachsen, die knapp 6.000 Einwohner
zählt. Sie sollen zukünftig in der Klosterscheune Marienthal Sornzig
die Möglichkeit haben, in der Landbibliothek zu stöbern und ihrer
Leselust zu frönen.
RÖTTIS
ist ein Ortsteil von Plauen. Seit 1583 ist dort ein Ritter-
gut nachweisbar. Anfang des 20. Jahrhunderts war der Plauener
Textilfabrikant Arthur Herfurth der letzte Besitzer des Ritterguts.
Er pflegte das Anwesen, legte eine prachtvolle Gartenanlage an
und hütete im Herrenhaus zahlreiche Kunstwerke. Als Förderer
der Gemeinde genoss er bei den Menschen in der Region ein
hohes Ansehen.
Das Kloster stellt dem Verein die obere Etage der Scheune zur
Verfügung. Diese muss vor der Nutzung jedoch renoviert wer-
den. Geplant ist der Einbau einer Holztreppe, der Aufbau von
Bücherregalen und das Herrichten eines Raumes mit Bestuhlung
für Lesungen. Lokale Firmen unterstützen die Vereinsmitglieder
bei der Renovierung. Zwischen den gut gefüllten Regalen soll
genügend Platz zur Verfügung stehen für kleine Veranstaltungen,
Workshops und Versammlungen. Zudem möchte der Verein eine
Hausaufgabenhilfe und andere Angebote der Kinderbetreuung
ermöglichen.
Mit der Errichtung einer Landbibliothek erweitert der Heimatver-
ein sein Engagement für die Dorfgemeinschaft. Die Vereinsmit-
glieder gehen das Projekt mit Herzblut an, brachten sich bereits
ehrenamtlich für das Gemeinwohl ein, indem sie z. B. das Grüne
Klassenzimmer wiederbelebten, einen Wildkräuter- und Obst-
garten anlegten und verschiedene Veranstaltungen des Klosters
unterstützten.
Nun ist vom einstigen Rittergut aufgrund zahlreicher historischer
Ereignisse nur noch die Transformatoren- und Pumpstation erhal-
ten. Sie versorgte das Anwesen mit Strom und Wasser. Die Station
soll denkmalgerecht saniert werden – ein erster Schritt, die Historie
des Ritterguts für die Einwohner der Gemeinde und Besucher zu
erhalten und erlebbar zu machen. Die Idee entwickelte Hubertus
Kraus, Eigentümer des Baudenkmals, gemeinsam mit dem Verein
Röttiser Dorfgemeinschaft e. V.
Zum Projekt gehört ferner die Aufwertung des Außenbereichs.
Neben dem Baudenkmal soll ein Sitzplatz errichtet werden sowie
ein Technik- oder Kunstobjekt, das an die Funktion der Station
erinnert. Geschichtsarbeit soll auf Informationstafeln geleistet
werden, die entlang geeigneter Sichtachsen auf dem Anwesen
errichtet werden. QR-Codes verweisen auf weiterführende Infor-
mationen, die Besucher online abrufen können.
„Zwar unterstützen uns lokale
Firmen bei der Renovierung.
Aber wir benötigen finanzielle
Hilfe beim Kauf von Bau-
materialien, um unser Projekt
umsetzen zu können.“
Landbibliothek und
Veranstaltungsraum
Info-Punkt Rittergut Röttis
EINREICHER:
Heimatverein Sornzig e. V.
EINREICHER:
Hubertus Kraus und Röttiser Dorfgemeinschaft e. V.
PRÄMIENHÖHE:
5.000 €
PRÄMIENHÖHE:
5.000 €
K ATEGORIE:
Entwicklung des gemeinschaftlichen Lebens
und Zusammenhaltes
K ATEGORIE:
Kunst, Kultur und Identität
auf dem Land

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AUSZEICHNUNGEN
IM MODELLBAHNMUSEUM
von Waldenburg begeben sich Be-
sucher auf eine Zeitreise: Mehr als 300 Modelle historischer und
moderner Eisenbahnen sind dort ausgestellt. Die detailreichen und
liebevoll inszenierten Anlagen begeistern insbesondere Kinder und
Jugendliche. Im Rahmen eines Ganztagsangebots kümmert sich
der Betriebsverein der Modellbahnwelt e. V. regelmäßig um die
Betreuung von Schülern mehrerer Bildungseinrichtungen in der
Region. Bei vielen Kindern entfachte die gemeinsame Beschäfti-
gung mit dem Thema eine Leidenschaft für Modelleisenbahnen und
weckte ihr Interesse an einer Vielzahl verwandter Tätigkeitsfelder,
z. B. der Elektrotechnik oder dem Landschaftsbau.
Nun will der Verein mit Kindern und Jugendlichen eine neue, di-
gitalisierte Bahnanlage errichten. Der Aufbau der Anlage erfolgt
modular. So setzen sich die Schüler über fünf Ausbaustufen spie-
lerisch u. a. mit theoretischen Grundlagen, Automatisierung und
einfachen Programmierungen auseinander. Angeleitet werden sie
dabei von Vereinsmitgliedern. In der finalen Ausbaustufe soll eine
DIE GEMEINDE THALLWITZ
im Landkreis Leipzig befindet sich
im nationalen Geopark „Porphyrland. Steinreich in Sachsen“. Dort
fungiert das stattliche Herrenhaus Röcknitz seit 2007 als Geoportal
für den Geopark. Im Rahmen einer Dauerausstellung erfahren
Besucher Wissenswertes zur Geologie und Entstehungsgeschichte
der Region.
Nun sollen Besucher außerdem in den Genuss erstklassiger künst-
lerischer Aufführungen kommen. Der Verein Saxonia Opera hat
Anlage entstehen, die gänzlich durch einen Computer gesteuert
und auf der ein vollautomatisierter Betrieb simuliert werden kann.
Eine entsprechende Software wird von den Schülern selbstständig
eingerichtet. Das Projekt kann in verschiedenen Altersklassen
Einsatz finden. Die auf der Anlage verbauten Komponenten sollen
von regionalen Herstellern bezogen werden.
hierzu das Projekt „Geopark Classics“ initiiert. Mit einem um-
fangreichen Veranstaltungsangebot möchten sie Einheimische
begeistern und Kulturbegeisterte von nah und fern anlocken.
Das Programm inszeniert klassische Werke des Musiktheaters,
intoniert verschiedene Stücke ausgewählter Komponisten und
bespielt wichtige Kulturräume der Region: z. B. das Herrenhaus
Röcknitz, das Kulturgut Thallwitz und die Freilichtbühne in Lossa.
Zwar sollen die geplanten Aufführungen unterhalten. Aber der
Verein will auch einem Bildungsauftrag gerecht werden. So führt
eine Moderation durch das Programm, erläutern Experten den
kulturhistorischen Kontext der Stücke. Zwei Kinderkonzerte werden
der nächsten Musikergeneration eine spielerische Einführung in
die Instrumentenkunde ermöglichen. Das Ensemble soll Musikge-
schichte zielgruppenorientiert darbieten.
Die Veranstaltungsreihe findet in der Kirche in Thallwitz ihren Ab-
schluss mit einem raumfüllenden, imposanten Kirchengesang.
Digitalisierung spielerisch
am Beispiel der Modelleisenbahn erlernen und für
die praxisnahe Bildung in den Schulen nutzen
GEOPARK Classics
EINREICHER:
Betriebsverein der Modellbahnwelt-Waldenburg e. V.
EINREICHER:
SAXONIA OPERA
PRÄMIENHÖHE:
5.000 €
PRÄMIENHÖHE:
5.000 €
K ATEGORIE:
Anwendung digitaler Technologien
für das Gemeinwohl
K ATEGORIE:
Kunst, Kultur und Identität
auf dem Land
„Wir wollen vom analogen auf
digitalen Betrieb umstellen.
Die Auseinandersetzung mit
Algorithmen, Automatisierung
und informatischem Denken
bereitet die teilnehmenden Schüler
auf die digitale Arbeitswelt vor.“
Die Konzerte kombinieren
klassische Musik mit den
Vorzügen von Natur, Kulinarik
und ländlichem Flair,
entwickeln so ihren Reiz für
Einheimische wie Gäste.

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Ideen für den ländlichen Raum
56
AUF DEM SPIELPLATZ
in Horka laden ein großes hölzernes Pira-
tenschiff und eine Schaukel zu ausgelassenen, abenteuerlichen
Nachmittagen ein. Oft toben dort die jüngsten der rund 1.700
Einwohner der Gemeinde nahe der polnischen Grenze. Auf den
Bänken am Rand des Sandareals lassen sich dann Eltern und Groß-
eltern nieder, führen mal auf Deutsch, mal auf Sorbisch heitere
Gespräche und beobachten die Kinder beim Herumtollen auf dem
beliebten Spielplatz.
Die ehrenamtlichen Mitglieder des Dorfvereins pflegen ihre zwei-
sprachige Kultur mit all ihren Traditionen mit ebenso großer Hin-
gabe wie das Areal. Mit regelmäßigen Arbeitseinsätzen erhalten
sie einen wichtigen Teil der sozialen Infrastruktur im Ort.
Nun wollen sie diesen beliebten Treffpunkt um einige neue Erleb-
nisbereiche erweitern. Eine Rutsche soll das hölzerne Spielensem-
ble ergänzen, um die Attraktivität des Spielplatzes zu steigern.
Angrenzend soll eine kleine Grillhütte errichtet werden. Neben
PÖTZSCHAU
im Landkreis Leipzig zählt rund 350 Einwohner. Bald
soll ihnen im ehemaligen Milchhäuschen des Dorfes eine Tausch-
bibliothek offenstehen. Das Gebäude im Ortszentrum ist derzeit
ungenutzt, aufgrund seiner geringen Größe fand sich lange kein
der gemeinschaftlichen Nutzung als Schlemmerecke an lauen
Sommerabenden, soll die neue Hütte als zentraler Treffpunkt für
die Bewohner des Dorfes dienen und das gesellschaftliche Mitei-
nander fördern.
Verwendungszweck. Auf den 25 Quadratmetern soll nun ein Ort
der Begegnung und des sozialen Austauschs entstehen. Stefan
Wagner von der Bürgerinitiative „Bürger für Pötzschau“ treibt das
Projekt voran. Erste Mitstreiter konnte er bereits mobilisieren; die
Dorfgemeinschaft bringt ihre Ideen ein. Das Projekt fördert das
Gemeinwesen und stärkt den Zusammenhalt im Dorf.
Bevor das Milchhäuschen als Tauschbibliothek fungieren kann,
müssen Fensterrahmen, Innenwände und Fußboden erneuert wer-
den. Nach erfolgter Sanierung sollen Regale – aus wild gewach-
senem Holz gefertigt – Bücher, Zeitschriften und weitere Medien
beherbergen, die Einwohner für andere freigeben möchten. Eine
gemütliche Sitz- und Leseecke lädt zum Verweilen ein. Außerdem
soll Einwohnern ermöglicht werden, Saatgut zu tauschen.
Horka – Grillhütte –
Schaffung eines Treffpunkts in der Ortsmitte
Tauschbibliothek Pötzschau
EINREICHER:
Dorfverein „Pi skale“ Horka; Marlis Müller
EINREICHER:
Stefan Wagner
PRÄMIENHÖHE:
5.000 €
PRÄMIENHÖHE:
5.000 €
K ATEGORIE:
Entwicklung des gemeinschaftlichen Lebens
und Zusammenhaltes
K ATEGORIE:
Entwicklung des gemeinschaftlichen Lebens
und Zusammenhaltes

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57
P R O J E K T
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AUSZEICHNUNGEN
IN DER GARTENANLAGE JAHNSDORF
gibt es schon lange keine
freien Parzellen mehr, zu hoch ist die Nachfrage der Einwohner
nach einem eigenen kleinen Gartenreich am Fuß des Erzgebirges.
Das hat Tradition: In diesem Jahr feiert die Anlage einhundert-
jähriges Bestehen. Das zugehörige Gartenheim auf dem Gelände
ist beinahe ebenso alt und soll zum Jubiläum wieder in Schuss
gebracht werden.
EINST WAR KITZSCHER
als einer der kinderreichsten Orte der
DDR bekannt. Anfang der 1990er-Jahre musste die Gemeinde wie
viele andere mit den Folgen des Strukturwandels umgehen. Derzeit
leben noch rund 5.000 Einwohner in der Kleinstadt südöstlich
von Leipzig. Mittlerweile zählt Kitzscher zu den Orten in Sachsen
mit den wenigsten Einwohnern unter 15 Jahren. Im vergangenen
Jahr schloss einer der letzten Begegnungsorte der Stadt und es
gibt kaum noch Treffpunkte, die einen Austausch der Einwohner
ermöglichen und das Miteinander im Ort befördern.
Beim Verein Kulturbahnhof e. V. entstand daher die Idee, einen
gemeinsam nutzbaren, multifunktionalen Ort zu schaffen, der allen
Einwohnern offensteht, ihnen wieder Raum bietet zur Entfaltung
und Selbstverwirklichung sowie für soziale Kontakte. In einem der
leerstehenden Vereinsheime soll ein Café entstehen, Platz sein
für Workshops, eine Hausaufgabenhilfe, gemeinsame Hobbys.
Abends sollen Angebote der Kommunikation und Begegnung für
Abwechslung sorgen.
Der Kleingartenverein Adorfer Straße e. V. kümmert sich in eh-
renamtlicher Arbeit um die Pflege des Gartenheims. Nun soll eine
neue Küche für das gemeinsame Kochen angeschafft werden. So
ergibt sich die Möglichkeit, das Gartenheim als zentralen Treff-
punkt zu etablieren. Ein generationenübergreifendes Projekt soll
Brauchtum und Geschichte wiederaufleben lassen. Dazu möchte
der Verein eine Plattform schaffen, auf der die ältere Generation
ihr Wissen über das Gärtnern an die jüngere weitergibt. Ergänzend
sollen Experten, z. B. Förster und Imker, den Mitgliedern weitere
Tipps geben.
Ein einzigartiges Highlight soll schließlich ein Streetfoodfestival
sein, das der Verein ausrichten will. Auf dem Menü stünden dann
jedoch nur Gerichte und Speisen, die mit Zutaten aus den eige-
nen Gärten zubereitet würden. Das gemeinsame Essen bietet die
Gelegenheit, die Gemeinschaft zu stärken und die Generationen
zusammen wachsen zu lassen.
Wichtig ist den Initiatoren das solidarische Prinzip in der Bewirt-
schaftung der Begegnungsstätte. Die Beteiligten sollen ihrer Krea-
tivität freien Lauf lassen und den bereitgestellten Raum mit ihren
Ideen füllen. Von den Vereinsmitgliedern erhalten sie hilfreiche
Impulse und Unterstützung auf kommunikativer, künstlerischer
und organisatorischer Ebene. In einem partizipativen Entwick-
lungsprozess werden Programm und Ausgestaltung des Raums
gemeinsam entworfen und umgesetzt.
Gelebte Geschichte
wiederaufleben lassen
Doors to Past and Future – ein kollektiv nutzbarer
multifunktionaler Begegnungsort für Kitzscher
EINREICHER:
Kleingartenverein „Adorfer Straße e. V.“
EINREICHER:
Kulturbahnhof e. V.
PRÄMIENHÖHE:
5.000 €
PRÄMIENHÖHE:
5.000 €
K ATEGORIE:
Entwicklung des gemeinschaftlichen Lebens
und Zusammenhaltes
K ATEGORIE:
Entwicklung des gemeinschaftlichen Lebens
und Zusammenhaltes
Deborah Jero
min
Spa(r)tenspaziergang

Ideen für den ländlichen Raum
58
BAUER SUCHT TIER
– doch nicht irgendwelche Tiere. Bio-Land-
wirt Paul Göttsching möchte seinen Betrieb zum „Arche-Hof“
qualifizieren. Elf Rinder der gefährdeten Rasse „Rotes Höhenvieh“
bewohnen den Hof bereits und genießen ihr Leben auf der zwölf
Hektar großen Weidefläche. Die Kriterien zur Anerkennung als
Arche-Hof bedingen einen Nachweis der Artenvielfalt. Mindes-
DAS BILD DER STADT WOLKENBURG
wird weithin sichtbar durch
ihr Schloss geprägt. Um das Jahr 1300 erbaut, thront das Schloss
über der Zwickauer Mulde. Es besitzt eine einzigartige Geschichte,
die eng mit der Entwicklung des Ortes verbunden ist. Unterhalb der
Schlossanlage befindet sich die Sankt-Mauritius-Kirche – eine der
bedeutendsten und stilreinsten Dorfkirchen klassizistischer Bau-
weise. Unmittelbar daneben wurde im Jahr 1737 ein mehrstöckiges
Schlossgut errichtet. Bis zum Ende des 20. Jahrhunderts wurde
es zu Wohnzwecken genutzt. Seit 2004 steht es leer. Mit der im
Jahr 2020 beginnenden Sanierung soll das historische Gebäude
neue Attraktionen erhalten und ein Ort der Begegnungen für alle
Generationen werden.
Im Erdgeschoss soll die Ausstellung „Wolkenburg-Kaufungen –
Highlight einer Region“ etabliert werden, die Hintergründe zum
denkmalgeschützten Schlossensemble präsentiert und die Hei-
matgeschichte des Ortes erzählt. Projekte des Heimatvereins Wol-
kenburg-Kaufungen e. V. ergänzen die Ausstellung und machen
tens zwei weitere Spezies der Roten Liste der Gesellschaft zur
Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen e.V. (GEH) muss
Paul Göttsching in die Zucht aufnehmen. Artgerechte Stallungen
und Unterstände zählen ebenfalls zu den Grundvoraussetzungen
für die Auszeichnung.
Auf dem Bauernhof in Hainichen, einem Ortsteil von Eilenburg,
sollen daher Coburger Fuchsschafe und Vorwerkhühner einziehen,
später weitere seltene Exemplare. Neben der Haltung und der
Zucht der Tiere sollen die erzeugten Produkte in einem eigenen
Hofladen im Rahmen der Direktvermarktung angeboten werden.
Damit wird zum einen die Region mit hochwertigen, nachhaltigen
Lebensmitteln versorgt, zum anderen erhalten die Besucher pa-
rallel viele Informationen zu den Themen „Arbeit auf dem Land“,
„Nachhaltigkeit“ und „Regionalität“.
das Gebäude zum Ort für Veranstaltungen und Austausch. Einmal
monatlich soll das Schlossgut seine Pforten öffnen und Einwohner
und Gäste zu z. B. Konzerten, Oster- und Weihnachtsmärkten be-
grüßen. Im Projekt können sich ortsansässige Vereine und Akteure
aus den Bereichen Kultur, Natur und Tourismus vernetzen, sodass
gemeinsame Kulturprojekte entstehen. Auf einer „Erzählinsel“
sollen Einwohner und Gäste in lockerer Gesprächsatmosphäre ihre
Lebensgeschichten erfahrbar machen. Die sanierten Räumlichkeiten
werden barrierefrei gestaltet.
Das Projekt soll Ortsgeschichte
vermitteln, Generationen
verbinden, Identität im ländlichen
Raum stärken und kleine kulturelle
Veranstaltungen schaffen.
„Mir ist es ein Anliegen, den
kulturhistorischen Wert
verschiedener Nutztierrassen
hervorzuheben und die Ver-
braucher über Erzeugung und
Herkunft ihrer Lebensmittel
aufzuklären.“
Arche-Hof
Lebendiges Haus –
Kultur-Schlossgut Wolkenburg
EINREICHER:
Bio-Landwirtschaftsbetrieb Paul Göttsching
EINREICHER:
Heimatverein Wolkenburg-Kaufungen e. V.
PRÄMIENHÖHE:
5.000 €
PRÄMIENHÖHE:
5.000 €
K ATEGORIE:
Ökologische Entwicklung und Gestaltung
des Lebensumfeldes
K ATEGORIE:
Kunst, Kultur und Identität
auf dem Land

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P R O J E K T
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AUSZEICHNUNGEN
WEHRSDORF
ist ein Ortsteil der Gemeinde Sohland a. d. Spree im
Landkreis Bautzen. Ein besonderes Freizeitangebot für die jüngsten
der rund 1.600 Einwohner organisiert seit einiger Zeit der CVJM
Wehrsdorf e. V., der mit den „Wehrsdorfer Tanzmäusen“ eine Tanz-
gruppe für Vorschulkinder ins Leben gerufen hat. Einmal wöchent-
lich treffen sich die Kinder und ihre Eltern mit den ehrenamtlich
engagierten Vereinsmitgliedern. Entscheidend: Das Angebot ist
vor Ort zugänglich, sodass lange Fahrzeiten vermieden werden.
Mit den Kindern im Alter zwischen vier und sechs Jahren wird
zwanglos getanzt. Sie sollen lernen, ihren Gefühlen mit Bewegung
Ausdruck zu verleihen. Ebenfalls im Fokus: die Stärkung motori-
scher Fähigkeiten sowie die Förderung der Selbstwahrnehmung.
Gelegentlich sollen Programme für öffentliche Auftritte zusam-
mengestellt werden, um die Motivation der Kinder und Eltern
gleichermaßen zu befeuern. In diesem Zusammenhang plant der
RÖHRSDORF
ist ein Ortsteil der Gemeinde Oberwiera, nahe der
Grenze zu Thüringen. Dort betreiben zwei junge Frauen ein kleines
landwirtschaftliches Unternehmen. Ihr Anspruch: umwelt- und
ressourcenschonend arbeiten, Böden nachhaltig bewirtschaften,
Transportwege minimieren und regionale Anbieter unterstützen.
Längst ist der Hof Blumberg für seinen Honig sowie für seine
Kräuter, Gemüse und Blumen bekannt. Als Außenstelle des Vereins
Uni im Grünen e. V. werden auf dem Hof außerdem natur- und
umweltbezogene Feriencamps angeboten.
Verein, eine mobile, batteriebetriebene Lautsprecheranlage anzu-
schaffen. Diese würde den Tanzmäusen öffentliche Auftritte unter
freiem Himmel ermöglichen. Die Anschaffung der Anlage erhöht
die Wirkung der Tanzgruppe, lässt die Dorfgemeinschaft Anteil
nehmen und eine Wertschätzung entwickeln.
Vor der Scheune soll nun ein kleiner Hofladen mit Bioprodukten
entstehen – in einem umgebauten Bauwagen mit Kühlzelle und
Waage. Der Hofladen soll der ländlichen Versorgung mit Lebensmit-
teln dienen. Das Sortiment können die Kunden selbst mitbestimmen
und Wünsche äußern. Für Abwechslung und Vielfalt ist gesorgt:
Regionale Spezialitäten werden von umliegenden Bioproduzenten
bezogen; das Angebot um Produkte eines regionalen Naturkost-
großhandels ergänzt.
Zweimal die Woche sollen sich die Röhrsdorfer mit den besten
Erzeugnissen für den täglichen Bedarf eindecken können. Ebenso
soll der hübsche Hofladen soziale Kontakte wiederbeleben. Er
soll ein Ort sein, an dem die Einwohner der Gemeinde Neuig-
keiten austauschen, Bedürfnisse aussprechen und sich treffen.
Die Kindergruppen, die im Rahmen der „Uni im Grünen“ an einer
Veranstaltung auf dem Hof teilnehmen, sollen ebenfalls mit den
Produkten des kleinen Ladens versorgt werden.
Wehrsdorfer Tanzmäuse
Ein kleiner Laden
für unsere Gemeinde
EINREICHER:
CVJM Wehrsdorf e. V.
EINREICHER:
Hof Blumberg GbR
PRÄMIENHÖHE:
5.000 €
PRÄMIENHÖHE:
5.000 €
K ATEGORIE:
Kunst, Kultur und Identität
auf dem Land
K ATEGORIE:
Verbesserung der Versorgung mit Waren
und Dienstleistungen und der Mobilität
„Wir wollen den
Tanzmäusen öffentliche
Auftritte unter freiem
Himmel ermöglichen.
So kann das ganze Dorf
Anteil nehmen.“
„Wir wollen die Menschen
in unserer Gemeinde mit
Lebensmitteln versorgen und
ihnen eine Gelegenheit zum
Austausch und zur Interaktion
geben, ihnen ein geselliges
Miteinander ermöglichen.“

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Ideen für den ländlichen Raum
60
DOBSCHÜTZ
ist ein Ortsteil der Stadt Nossen im Landkreis Meißen
und der vermutlich kleinste Ort in Sachsen. Abseits vom Licht und
Lärm der Städte lässt sich dort der Sternenhimmel besonders gut
beobachten. Dr. Martina und Dr. Marcus Papmeyer wollen das
Naturschauspiel aus Milchstraße, Sternen und Planeten mit ihren
Mitmenschen teilen. Unter dem Banner der „Dobschützer Stern-
stunden“ laden sie Besucher auf ihren Gutshof in der Lommatz-
scher Pflege ein. Vierteljährlich soll sich das Anwesen kurzzeitig
in ein astronomisches Observatorium verwandeln.
SCHNEEBERG
im Erzgebirge als kreativen Geheimtipp fernab der
Metropolen etablieren – dieses ambitionierte Ziel haben sich vier
junge Design-Absolventen gesetzt. Das nötige Potenzial entdeckten
sie im historischen Siebenschlehener Pochwerk. Das diente einst
der Zerkleinerung geförderten Erzgesteins. Nun steht es Besuchern
als Industriedenkmal offen. In einem kleinen integrierten Museum
wird die vom Bergbau geprägte Ortsgeschichte nacherzählt.
Franziska Heinze, Thekla Nowak, Lars Dahlitz und Markus We-
ber studierten an der Fachhochschule für Angewandte Kunst in
Schneeberg. Nach ihrem Abschluss entschieden sie sich bewusst
dafür, ihrer Heimat treu zu bleiben. Mit ihrem Verein „Trubel in der
Poche e. V.“ wollen sie nun das Pochwerk als Veranstaltungsort
und lohnendes Ausflugsziel etablieren. Der rustikale Charme des
Pochwerks und das familiäre Ambiente der geplanten Veranstal-
tungen sollen einen überzeugenden Reiz entwickeln.
Gemeinsam mit ihren Gästen will Familie Papmeyer den Sternen-
himmel beobachten, die Bilder des Teleskops auf eine Leinwand
übertragen und die abgebildeten Phänomene anschaulich erklären.
Dr. Marcus Papmeyer ist Hobbyastronom und hat Erfahrung auf
dem Gebiet der Planetariums-Vorführungen. Dr. Martina Papmeyer
ist Psychologin und wird die Veranstaltungen pädagogisch wertvoll
und lernpsychologisch attraktiv gestalten und begleiten. Zudem
wird das mobile Planetarium aus Jena zu Gast sein und das Pub-
likum mit einem spannenden Vortrag begeistern.
Umrahmt werden sollen die Veranstaltungen mit Laternenumzü-
gen, Bastelstraßen und Kinderschminkstationen. Ein Lagerfeuer
erzeugt eine gemütliche Atmosphäre. Eine enge Kooperation mit
Kindertagesstätten und Schulen der Region ist angestrebt. Der
Eintritt soll gratis sein. Spenden und der Verkauf von Speisen und
Getränken sollen die laufenden Kosten decken. Das Catering über-
nimmt eine lokale Wanderkneipe. Auf dem Grill landen Erzeugnisse
aus regionaler Produktion.
Ein jährlicher Markt mit Festivalcharakter soll ortsansässigen
Handwerkern, regionalen Musikern und Gastronomen als Plattform
dienen, ihr Können unter Beweis zu stellen. Das Konzept greift
die in der Region verankerte Marktkultur auf, vertieft sie in den
Bereichen Kunst und Handwerk. Weitere Programmpunkte umfas-
sen musikalische Lesungen für Kinder, Konzerte, Workshops, Kino
und Yoga. Als Partner konnten die Initiatoren bereits Stadt und
Hochschule sowie zahlreiche lokale und regionale Unternehmen
gewinnen.
Dobschützer Sternstunden
Trubel in der Poche
EINREICHER:
Dr. Marcus Papmeyer und Dr. Marina Papmeyer
EINREICHER:
Franziska Heinze
PRÄMIENHÖHE:
5.000 €
PRÄMIENHÖHE:
5.000 €
K ATEGORIE:
Entwicklung des gemeinschaftlichen Lebens
und Zusammenhaltes
K ATEGORIE:
Kunst, Kultur und Identität
auf dem Land

61
P R O J E K T
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AUSZEICHNUNGEN
ZSCHORTAU
ist ein Ortsteil der Gemeinde Rackwitz im Landkreis
Nordsachsen und zählt rund 1.500 Einwohner. Zehn von ihnen
sollen zukünftig ein besonderes Wohnprojekt mit Modellcharakter
beziehen. Der Verein SchwarzGestein e. V. will eine Alternative
gegen Vereinsamung im ländlichen Raum aufzeigen und hat dazu
ein zentral gelegenes Wohnhaus erworben. In dem Anwesen sollen
sechs Erwachsene und vier Kinder im Alter von zwei bis 53 Jahren
gemeinsam leben – solidarisch und konsensbasiert.
Zusätzlich zum Musterwohnprojekt soll das Anwesen als öffentli-
cher Ort für Austausch und Begegnung dienen, das gemeinschaft-
liche Miteinander in Zschortau und Rackwitz fördern. Dazu sollen
mehrere Räume zur Nutzung für gemeinschaftliche Veranstal-
tungen ausgebaut werden. In diesen können Menschen aus der
Nachbarschaft gemeinsam kochen und feiern, einem Handwerk
oder Hobby nachgehen. Weitere Ideen sind u. a. eine Hausaufga-
GOTTSCHDORF
ist ein Ortsteil der Gemeinde Neukirch im Landkreis
Bautzen. Dort sind die Traditionen des Obstanbaus fest verwur-
zelt. Die Einwohner der Gemeinde wollen ihr Wissen aufarbeiten
und pädagogisch einsetzen. Einen entsprechenden Zugang sollen
sich Interessierte zukünftig auf einem Wander- und Spazierpfad
verschaffen. Ein Landwirt im Ort ist bereit, dazu entlang seiner
Flurstücksgrenze einen alten Wirtschaftsweg wieder anzulegen.
Der Weg besitzt eine Länge von 1.300 Metern und weist unter-
schiedliche Bodenstrukturen auf, anhand derer Themen wie Bio-
diversität, Bodenerosion und Insektenschutz aufgezeigt werden
können. Die Rückbesinnung auf traditionelle Pflanzenkulturen und
benhilfe, Gesprächsrunden und eine Verteilerstation für regionale
Produzenten von Obst und Gemüse. Auf einer Website möchte
der Verein über vergangene und bevorstehende Veranstaltungen
informieren.
naturbelassene Obstsorten verspricht eine besondere Artenvielfalt.
Wissen um z. B. die schonende Zubereitung von Säften und Likören
sowie Dörrobst soll an die junge Generation weitergegen werden,
um althergebrachte Rezepte zu bewahren.
Infotafeln am Wegesrand vermitteln umfangreiche Informationen.
Auch QR-Codes, Bilder und Videos sollen zur Wissensvermittlung
genutzt werden. Patenschaften für Bäume und Sträucher sollen
eine stärkere regionale Bindung erzeugen. Eine Langzeitstudie in
Zusammenarbeit mit einer Schule der Nachbargemeinde ist ange-
dacht. Über 30 Jahre hinweg können so verschiedene Generationen
von Schülern die Flora und Fauna des Lehrpfades dokumentieren
und erforschen.
Bei einem regelmäßigen gemeinsamen Erntedankfest in der Ge-
meinde soll Brauchtum wieder vermehrt gepflegt werden. Das
Streuobst wird zum Thema: alte und neue Handwerkstechniken
zur Weiterverarbeitung werden erlebbar.
Zehn Zuverlässige zaubern zusammen
zuversichtlich Zschortau zufrieden
Schöne Streuobstwege
EINREICHER:
SchwarzGestein e. V.
EINREICHER:
Donat Speer
PRÄMIENHÖHE:
5.000 €
PRÄMIENHÖHE:
5.000 €
K ATEGORIE:
Entwicklung des gemeinschaftlichen Lebens
und Zusammenhaltes
K ATEGORIE:
Kunst, Kultur und Identität
auf dem Land
„Wir erschaffen einen Raum,
in dem sich Nachbarn treffen,
austauschen und kennenlernen.
Das stärkt den Zusammenhalt
im Ort. Defizite können
gemeinsam angegangen,
die Gemeindeentwicklung
vorangetrieben werden.“
Ein einzigartiger Lehrpfad soll
altes Wissen um den Obstanbau
erlebbar machen.

Ideen für den ländlichen Raum
62
Projekt
WEITERE PROJEKTIDEEN
84tile. V.i.G. – Patrick von Bardeleben
Hip Hop Mobil Sachsen
Achim Kluge
Mit 2 PS durchs Dorf der Baumeister
AG Textilland Oberlausitz bei
Windmühle Seifhennersdorf e. V.
Tour de Flachs
agra Veranstaltungs GmbH
Wildbier
Allmende Taucha e. V.
Lebensmittelpunkte 2.0
Alte Pfarre Lissa e. V., Herr Olaf
Uhlmann, Frau Birgit Gründling
Schaugärten für das Delitzscher Land
Alte Schule e. V.
Mehr Platz für Bildung
André Oehler, Arbeitsgemeinschaft
Dorfgemeinschaftszentrum Leubnitz
Dorfgemeinschaftszentrum Leubnitz
Andrea Auster
Honigraum – Imkerei, Nartur-
pädagogik und Hofladen im alten
Wasserwerk Werben
Andreas Jahnel
Live-Fotoschauen als Angebot zur
sozialen Teilhabe der Bewohner von
Seniorenwohn- und Kureinrichtungen
Andreas Wappler
Erlebnisstützpunkt Wolfersgrün
Angelika Heber, Holzbildhauerin,
Christine Schackert, Immobilienwirtin
Wege aus dem Labyrinth
Angelverein Reinsdorf / Friedrichsgrün e. V.
Nachhaltige Teichwirtschaft als
Jugendprojekt
Animal A.C.T.
Ankern im Biosphärenreservat!
Anke Kirst
Landcafé mit Plus
Anne Rosinski
Kunstaktion der Wunschgarten –
unter dem Motto: Lass deine Zukunft
erblühen und rede darüber!
Approxi Mobile App UG(hb.)
D2S – Drive me to school App
Arielle Kohlschmidt
Team- und Achtsamkeitstraining im
Klassenverband
AWO Lausitz Pflege-
und Betreuungs gGmbH
Natur spielend lernen
Barockschloss Oberlichtenau
Daniela und Andreas von Hünefeld
Entwicklung des Schlossparkes
Oberlichtenau als Ort des öffentlichen
Begegnens
Barockschloss Oberlichtenau
Daniela von Hünefeld
Entwicklungskonzept Wiederher-
stellung historisches Schlossinterior
Barockschloss Oberlichtenau
Berghof Göritzhain e. V.
Kunstscheune
Bildungs- und Sozialwerk Muldental e. V.
Zentrum für Heimatgeschichte des
Muldentals
Brit Sondergeld
Keiner bleibt allein – Senioren-
betreuung Begegnungsstätte
Bürgerforum eV Arnsdorf
Arnsdorf – Neue Wege gehen
Carlo Nitzsche
WFT – WORK FOR TEENAGER
Carola Tröbs für die 2 Frauensport-
gruppen in Merkwitz
Markthütte für die Sportvereine
centrum musicum, Olaf Böhme
Gemeinsam musizieren –
Gemeinsam leben
Christina Holzmüller
Klöppelteppich
Christine Kröhnert
Landwirtschaft auf Tour
Christine Mann
Pinsel aufs Land
Claudia Walter
Das neue, alte Dorfgemeinschaftshaus
cv-aktiv reiseDienst e. V. Trägerverein
Bibelland
Das Land wo Milch und Honig fließen
Dana Storch
Stiftung Dorfhaus
Das Jagdhaus Dorfentwicklungs- und
Kulturverein Kössern / Förstgen e. V.
Hört, hört, hier spielt die Musik!

P R O J E K T
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WEITERE PROJEKTIDEEN
63
Entwicklungsgesellschaft
Niederschlesische Oberlausitz mbH
Strukturwandel crossmedial gestalten
Erzgebirgischer Theaterverein
Hormersdorf e. V.
Mundarttheater mit Begegnungscafe
Ev.-Luth. St.-Bartholomäus –
Kirchgemeinde Waldenburg
Waldparkfriedhof
Ev.-Luth. Kirchspiel Großenhainer Land
Grenzenlos unterwegs
Ev.-Luth. St. Nikolai-Kirchgemeinde
Weistropp-Constappel und Unkersdorf
Wir entwickeln die Theaterkirche
Weistropp
Eva Bredow und Nils Kochan
mit „Kofferstudio“
Mobiles Kofferstudio und offene
Medienwerkstatt im Schaufenster
Ev. Schulverein im Landkreis
Bautzen e. V., Paulusschule Königswartha
Offenes Musikstudio
FC Stahl Rietschen-See e. V.
Eislaufbahn als Begegnungsstätte
für Generationen
Feministisches*forum
F-Wort
Feuerwehrförderverein der FFW
Köthensdorf
Anschaffung eines Kleinbusses
(bis 8 Pers.)
Feuerwehrverein Dittersdorf e. V.
Willst auch DU in Dittersdorf leben ?
Diakonisches Werk Bautzen e. V.
Dörfer mit Zukunft – Digitale
Nachbarschaften als Infrastruktur für
zivilgesellschaftliches Engagement
DLRG Mittelsachsen-Sachsenburg
1990 e. V.
Ein Stützpunkt für die Wasserretter
der DLRG
Doreen Rahmig
Integratives Wohn- und
Gesundheitszentrum
Dorf- und Heimatverein Mechelgrün e. V.
Umgestaltung Obere Mühle
Mechelgrün zum kulturellen Zentrum
mit technischem Museum
Dorfclub Schwarzkollm e. V.
Umbau und Neugestaltung eines
generationsübergreifenden Spiel- und
Sportplatzes
Dorfkapelle Nucknitz e.V
Umgestaltung des Dorfzentrums
Nucknitz
Dr. Daniela Vogt, Dr. Michael Schüngel
Quantus-Agriculture Technologie für
den ländlichen Raum Sachsens
Dr. Maria John Communications
Virtuelles Grünes Klassenzimmer
Eisenbahnfreunde Chemnitztal e. V.
Museumsbahn barrierefrei
Energieagentur-4n
E-Mobilitätsberatung für ländliche
Regionen
Feuerwehrverein Ebersbrunn 1888 e. V.
Florianspielplatz Ebersbrunn
Feuerwehrverein Leisenau e. V.
Aus Alt mach Neu
Förderverein „Schloss Ringethal“ e. V.
Ab in die MITTweidaer Schweiz
Förderverein der Evangelischen
Dorfkirche Klitzschen e. V. (Vorsitzender)
Klitzschen-ID – Das digitale
Gedächtnis eines Dorfes
Förderverein der Freiwilligen Feuerwehr
der Gemeinde Crostwitz e. V.
First Responder – Helfer vor Ort
Förderverein des Sorbischen
Museums e. V.
Animationsfilm Geschichte und Ge-
genwart der Sorben in Deutschland
Förderverein Pumphut-Grundschule
Wilthen e. V.
Grundschüler als Programmierer in
der Welt der Roboter
Förderverein Rötha –
Gestern.Heute.Morgen e. V.
Hochzeitsbrücke
Förderverein Schkola Gersdorf -
Blick zur Landeskrone e. V.
Gemeinsam wachsen im Waldgarten –
Jung und Alt … Klein und Groß
Förderverein Schullandheim
Reichwalde e. V.
Rundes Dorf(er)leben – Kleinspielfeld

Ideen für den ländlichen Raum
64
Free Dog Forest Foundation
Free Dog Forest – Gib ungewollten
und verhaltensauffälligen Hunden ein
Zuhause
Freibad Böhlen, Betreiber Wagner
Dienstleistungen
Spielwiese Freibad Böhlen
Freie Wählervereinigung Dölzig
Bücherzelle
Freundeskreis Botanischer Garten
Oberholz e. V.
Werkstatt: Botanischer Garten
Oberholz der Zukunft
Gebirgsverein für die
Sächsische Schweiz Heimatfreunde
Kurort Gohrisch e. V.
Arboretum – Besinnungspfad
zwischen 30 Bäumen des Jahres
Gerd Schierz, Ortschronist der Dörfer
Kössern und Förstgen
Endlich Ordnung im Archiv
Gerhard Zschau, Inh. LABA
LABA Fashion Truck
German Copters DLS GmbH
Transport diagnostischer Laborproben
mittels unbemannter Luftfahrzeuge
(Drohnen)
Görlitz für Familie e. V.
Weihnachtsfeiern in den Ortsteilen
von Niesky
Graf von Marcolini Forst
Urlaubswald
Grundschulverein Taura – Förderung
der Grundschule e. V.
Aus grau wird bunt – ein Schulhof
auf dem sich Kinder wohlfühlen
GRÜNE LIGA Kohrener Land e. V.
Wir entwickeln das Pfarrhaus
Rüdigsdorf zu einem attraktiven
Lebens-, Lern- und Arbeitsort
im Kohrener Land
Hannah Cremer
BilA – Informationen und Beratung zu
Bildung und Arbeit (Arbeitstitel)
HeidiSima: HEInrich, DIeter (provilm.de)
+ SIgrid MArskstein (profiguides.de)
Wildpflanzenzentrum
Heimatverein Jahnsdorf e. V.
Einrichtung eines Kulturhistorischen
Zentrums im Ort
Heimatverein Köthensdorf e. V.
Schaffung eines Ortes der Begegnung
für Jung und Alt im Grünen
Heimatverein Lomnitz e. V.
Wanderbares Lomnitz-Verbindende
Wege für Wanderer u.Fahrradfahrer
Heimatverein Luppa e. V.
Umgestaltung Pfarrhof zum
Dorfgemeinschaftszentrum Luppa
Heimatverein Oberlichtenau e. V.
Informations- und Begegnungs-
zentrum am Dorfplatz
Heimatverein Posseck e. V.
Abenteuerplatz Alter Hof
Heimatverein Sohra
Generationentreffpunkt
Heistermann, Jana
Sanierung der Natursteinmauer im
Freigelände des neuen Kulturcafes
Hof zu bunten Kuh e. V.
Umwelthelden Camp
hofpferde Seifertshain, Anne Lau
Pferdegstütztes Sozialkompetenz-
training für Grundschulkinder
IG „Röthaer Stadtraben“ e. V.
Open Air Theaterspektakel über die
Geschichte die Stadt Rötha und ihrer
Region
IG KURIS Interessengemeinschaft
Kunststoffrecyclinginitiative
Sachsen e. V. / c/o CKT GmbH
Verantwortung übernehmen für
die Entwicklung des Lebensum-
feldes-Kreislauf für Verpackungs-
kunststoffe fördern
Ina Dittbrenner
Grüne Dörfer
Initiative für einen Spiel- und Begeg-
nungsplatz Malschwitz | c/o Erik Wilde
Errichtung eines öffentlichen und
generationsübergreifenden Spiel- und
Begegnungsplatzes
Integralis e. V.
Klimaheldenschmiede – School
of Sustainable Transformation –
Hogwarts der Nachhaltigkeit
Interessengemeinschaft Merkwitz e. V.
Erneuerung der Fenster unserer
Begegnungsstätte
Irina Krupper und Christian Kubat GbR
Regionaler Eis-Genuss am Lilienstein
Judith Alisch
60plus - Lebensberatung
Jugendclub Schmeckwitz
Wir bauen für die Zukunft - Dach-
ausbau eine Chance für attraktive
Jugendarbeit

P R O J E K T
|
WEITERE PROJEKTIDEEN
65
Klaus Weigel
Wasserrad Auerhammer
Kohrener Kulturfreunde e. V.
Kulturwind
Kraut & Rüben e. V.
GeLaWi – Gemeinsame Landwirtschaft
Kreissportbund Vogtland e. V.
Digitale Ehrenamtsbörse des Sports
im Vogtland
Kristin Seidel
WORSHIP meets HIT
Kultur- und Marktverein
Pretzschendorf
Klangnacht – Ein Dorf musiziert
KulturGut Linda e. V.
KuBiZ KoLa – Zentrum fur kulturelle
und demokratische Bildung im Kohre-
ner Land
Kulturverein Zeißig e. V. - Verein zur
Förderung der kulturellen dörflichen
Gemeinschaft Zeißig
Erweiterung einer Galerie
Landesvereinigung Kulturelle Kinder-
und Jugendbildung Sachsen e. V.
Nacht der Jugendkulturen 2020
Landfleischerei & Catering Karl Herzog
Innovatives Fleischer-Fachgeschäft
auf dem Dorf
Landgarten Potourri e. V.
Forschungsstation Permakultur
Landgarten Potpourri e. V.
Landgemeinschaft e.V
Ein Grünes Klassenzimmer für Mit-
telsachsen – Das Rochlitzer Land mit
Chemnitz verbinden!
Jugendparlament Taucha
Park and Ride – Ortschaften verbinden
Jugendring Oberlausitz e. V.
Mobiler Jugendclub im
Landkreis Görlitz
Karen Johanna Heidecker
Hereinspaziert! Forsthausgarten für
alle. Genuss trifft Natur und Natur
trifft Kultur.
Karin Salzmann
Constappelli-Projekt – Keimzelle für
ein kreatives Miteinander
Karsten und Stefanie Tusche
Mit Permakultur durch das ganze
Jahr – Säen, Ernten, Verarbeiten und
auf dem Hof verkaufen
Katharina Cieslak-Caras
Auf der Suche nach Lieblingsplätze
in und um Seifhennersdorf
KF Education UG (haftungsbeschränkt)
Silvernet
Kinder - und Heimatfestverein
Schwosdorf e. V.
Stadt Land App zentraler, digitaler In-
formationspool für das tägliche Leben
Kinder-und Jugendförderverein
RaZeHo e. V.
Umbau Friseursalon zum Kinder-
und Jugendtreff
Kinderzukunft Niederlungwitz e. V.
Der Natur auf der Spur im Kinder-
paradies
Kirchgemeinde Oderwitz-Mittel-
herwigsdorf zu Händen: Anke Eichhorn
Fabelwiese – Treffpunkt für Tier,
Mensch und Natur
Landschaftspflegeverband
Westsachsen e. V.
Naturerlebnis für Alle im Natura
2000-Gebiet Limbacher Teiche
Landwirtschaftsbetrieb Kerstin Risse
Bio-Hofladen und Café
Landwirtschaftsbetrieb Lutz Gläser
Entwicklung Rittergut Pegenau zum
Dorfzentrum für Versorgung und
Begegnung
Leinenmanufaktur von Kleist GbR
Refugium Kollektion
Lena Steudtner
Land sucht Leute – Landleben
auf Probe
lokale Initiative – Dorfteam Sausedlitz
Unser Sausedlitzer Bürgerhaus als
attraktiver Kommunikations-, Heimat-
und Identitätsort
Lukas Czaja
10.000 Bäume für die Lausitz
Lukas Stöckmann
Kettensägenschnitzen
Lydia Macher
MyChurchLife – die App für
mehr Gemeindeleben
Manuel Dudczig und
Christine Winkler-Dudczig
Industrie 4.0 meets Industrie 1.0
Maria Kurcz
Pflege für Apoplexpatienten
und Demenz
Marina Lausitz Appartements
Lausitzer Appelweinstube

Ideen für den ländlichen Raum
66
Marita Neumann
Ausbau des Teiles eines Dreiseiten-
hofes in Markersdorf bei Görlitz zu
einem Therapie- und Seminarzentrum
Mathias Fischer – Virtualize You –
Agentur für Webdesign und
App-Entwicklung
Augmented Reality App für digitale
Natur-Erlebnis-Pfade und touristische
Infrastruktur im Landkreis Leipzig
Mathias Gebert
Rachelhütte – zum Rasten, zum
Schutz und zum Entspannen
Mathias Pech i.A. Interessen-
gemeinschaft „Heimatfreunde
Weigsdorf-Köblitz“
Damals wars – Wissenswertes zur
Ortgeschichte
Max Frenzel
MiFaGO
Milan Josifov
Courage – ein Fest für die Sinne
Mirko Joerg Kellner
Forte Belvedere
Mosaikkunst Dipl. Designer &
Restaurator Klaus-Peter Dyroff und
Dipl. Mosaizistin Anna Dyroff
Mosaikkunst-Malerei der Ewigkeit
(auch) in Sachsen!
NABU-Kreisverband Löbau e. V.
Verborgene Naturschätze
Naturschutzstation „Östliche
Oberlausitz“ e. V.
Das Rasten ist des Müllers Lust:
Sitz- und Spielelemente für das neue
Mühlencafé in Förstgen
Nick Partzsch
Karriere-Match.de
(Jobvermittlungsplattform)
Nora Antonia Wallrabe
Projekt „Praktische Demokratie“
Norman Müller
Regionale Produkte rund um die Uhr
Obstmosterei am Silbersee
Mit Lausitzer Streuobstwiesen in eine
blühende und fruchtbare Zukunft
(kurz: Streuobst-Zukunftstour)
Odilia Jarman & Florian Schneider
Das Heustudio
Organisch Leben e. V. (i.G.)
Organisch Leben e. V. (i.G.)
Ortschaftsrat Bröthen/Michalken
Bauernhofspielplatz am Bröthener See
Ortschaftsrat Krippehna in Vertretung
Herr Miorko Held
Wir schaffen Zukunft
Ortschaftsrat Ulberndorf
Bücher – Bahnhof – Ulberndorf
Ortsverein „Drei weiße Birken“
Helbigsdorf e. V.
Unser Dorfplatz für die Zukunft –
ökologisch und modern
Pension Pausitz, Ilse Bartz
Wiederinbetriebnahme durch
Modernisierung der Bundesver-
bandskegelbahn – Ahlbornbahn
Permagold eG
Permakultur-Plantage in Nebelschütz
Petra Lucas
Wenn morgen die Welt unterginge
würde ich heute noch …
Petra Sprenger
Aufbau eines einzigartigen Themen-
und Freizeitparks: OPERNPARK
Philipp Hansen (Landwagen in
Gründung)
Stadtlandbewohner willkommen.
Lohsdorf mit Landabos beleben
pixnetmedia
Industriekultur und Baudenkmale
dürfen nicht vergessen werden:
virtuelle Erfassung
Priv. Schützengilde Schildau e. V.
Anschnallen bitte, die Kutsche
fährt los!
Private Interessengemeinschaft
Großdeuben
Schaffung einer Einkaufsmöglichkeit
für den Stadtteil Großdeuben
Projektgruppe UmweltBildungSeminar-
Reihe
UmweltBildungSeminarReihe
über eine zukunftsfähige Lebens-
mittelgewinnung
Ragna Reinhardt
Guten Abend, du Schönste
Reit- und Fahrverein Dreiländereck e. V.
Hainewalde beleben
Reit- und Fahrverein Tiefensee
Alle unter einem Dach – Ein neues
Dach für Tiefensee
Reit-Fahr-und Voltigierverein
Kleinbardau
Vereinszimmer
Reitverein Flöha e. V.
Tiere ziehen Tiere an!

P R O J E K T
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WEITERE PROJEKTIDEEN
67
Schullandheime e. V.
Kletterhöhle am Waldschulheim
Schwalbentanz e. V.
Schwalbentanz Festival 3.0
Schwarzbachhof Stichel KG,
Julia Stichel
Bauernhof, Küche und Esstisch
als Bildungsorte
Sebastian Hänel
Blick-Winkel
SG Falkenberg e. V.
Eislauffläche mit Flutlicht
Siedlerverein
Entwicklung eines Freizeitsportplatzes
in Sprotta-Siedlung
Silvia Mehlich
Kulturscheune Moritzburg
Simon Junge, Apfelsternwarte
Regenerativer Obstbau und
solidarische Landwirtschaft
Sportgemeinschaft Frankenthal e. V.
Ertüchtigung der Tribüne im Stadion
der Landjugend
Sportverein „Spielvereinigung
Heinrichsort/Rödlitz e. V.“
Kultur und Sport als gemeinsames
Projekt auf dem Dorf
Stadt und Schloss Mutzschen e. V.
Begegnungszentrum Storchennest
Mutzschen (ehemalige Großküche)
Stadt Wittichenau, Bürgermeister
Markus Posch
Mobil durch den Alltag –
Shuttle-Service von Dorf zu Dorf
RGZV Cunewalder Tal und Umland e. V.
Ein Heim schaffen für Mensch und Tier
Richard Schönherr
Historische Brauerei
Robin Löser
Hutznohmd im Gebirg
Rocketman and Bear GmbH & Co. KG
Sachsens erstes eMobility Center –
ein Ort der Begegnung für Elektro-
mobilität.
Romy Ganer
Gemeinschaftsgarten
Romy Heinrich – Kleinunternehmen
„Der Natur auf der Spur“
Kindererlebnisgarten
Sachsen-Leinen e. V.
Interaktives NAWARO-Festival mit
innovativem Raumkonzept einer
aufblasbaren Forschungsstation
Sachsen!Textil e. V.
Sächsisches Textilmuseum der Zukunft
Sandro Dietrich
Leutewitz lebt!
Sascha Röhricht
Art Mobil – Kunst aufs Land
Schloss- und Parkverein Dahlen e. V.
Schaffung von Aufenthalts- u. Ver-
sammlungsräumen im Seitengebäude
des Barockschlosses Dahlen
Schönberger Naturfreunde e. V.
Generationen pflanzen und ernten
Schrebitzer Heimatverein e. V.
Gestaltung Außenanlage des
Schrebitzer Heimatvereins –
Ortsmitte (für Veranstaltungen)
Stefan Handrick
EHApp – Eltern-Hort-App
Stefanie Mitschke
Landleben (ver)bindet – Generationen –
Stadt und Land – zusammenbringen
Steffen Klepel
Beteiligung der Bürger an kulturellen,
sportlichen u. politischen Veranstal-
tungen mal etwas anders
Steffen Pfalz
Kartoffelanbau
Stephan Strauß
Gemeinsam Faszien bewegen
Stiftung Kraftwerk Hirschfelde
Leerstand als Chance Industriekultur
und regionale Identität
SV 1870 Großolbersdorf e. V.
Sportplatzsanierung in
Großolbersdorf
SV Gebelzig 1923 e. V. (SVG)
Kunstrasenkleinfeld
SV Hirschstein e. V.
Erarbeitung eines Konzepts für
eine integrative sport- sowie umwelt-
orientierte Wirkungsstätte
SV Merkwitz e. V.
Film ab!
SV Union Milkau e. V.
Klein-Groß Jung-Alt Gestaltung
eines Fitness Parcours in der Natur
auf der Sportanlage im Ort für den
Verein und die Einwohner
Swjela-Scheune Nochten e. V.
Swjela-Scheune-Nochten mit
Nebengebäude

Ideen für den ländlichen Raum
68
Teichminze e. V.
Teichminze wächst – Förderung des
gemeinschaftlichen Lebens mit dörfli-
chen Charakter in Zinna und Dreiheide
Tettauer Dorf-und Heimatverein e.V
Grünes Herz für unser Dorf
Thomas Walther
TheThingsNetwork für Drebach –
ein Community basiertes IoT
Funknetzwerk im ländlichen Raum
Tim Natzschka für „Lauterbach -
für ein schönes Dorf“
Lese- und Spielinsel im Dorfzentrum
Lauterbach
Tino Laube
Zentraler Treffpunkt zum
gemeinsamen EssenGrillen in Graupa
Toni Riediger und ansässige
Sportvereine der Stadt Thum
(Laufverein, Skiclub usw.)
Calisthenics Park Waldfrieden Thum
Tradition und Zukunft Zittau e. V.
Dialog 2025
Trägerverein der Freien Schule
Rietschen e. V.
Regionales Reallabor
Universitas im Bauernhaus Goßberg e. V.
Umwelt-, Spiel- und Lehrgarten
Goßberg
Verein der Kleingärtner „Talaue“
Weigsdorf-Köblitz,
Vorsitzende Sylva Böttcher-Eckl
Parkplatzausbau
Verein Dübener Heide e. V.
Dübener Heide – Heimat erforschen
und gemeinsam erleben
Verein Freibad Goßdorf e. V.
Alter Steinbruch Goßdorf –
Zukünftig Treffpunkt und Erholungs-
zone im Gesteinsgarten
Verein Sächsische Industrie und
Heimatgeschichte Osterzgebirge e. V.
Museumsanlage hist. Kalkofen
Borna – Chortreffen der Berg und
Hüttenknappschaften
Verein Schloss Ober Neundorf
Öffentliches Fest KultUrGut
Verein zur Förderung des
bürgerschaftlichen Engagements
in der Gemeinde Taura e. V.
GemeindeLebensWert – Bürgerhaus
Verein zur Förderung des
Museumshofs Wyhra e. V.
Digitaler Museums-Guide für den
Geschichtenhof Wyhra Kultur- und
Umweltbildung ein Leben lang
Verein zur regionalen Entwicklug
in der zweisprachigen Lausitz
(kurz: KRABAT e. V.)
Auf den Spuren einer sorbischen
Sagengestalt – neue Infotafeln am
KRABAT-Radweg
Vereinshaus Ostritz e. V.
Das ist mein Ostritz
Vicky Behnisch
Landschule der Generationen
Viktoria Lassu und Jonas Werner
Tagungshaus Kernecht – Zentrum
für Nachhaltigkeit und Landkultur
Westlausitz - Regionale.
Wirtschaft.Leben e. V.
LandLebenLeute – eine identitätsstif-
tende Reise durch die Westlausitz
Wetterverein
Zinnwald-Georgenfeld e. V.
Schauwetterwarte Huthaus Zinnwald
Wirtschafts-Technologei- und
Umweltberatung Brückner GbR
Agro-industrielles Netzwerk zu Anbau
und Gewinnung landwirtschaftlicher
Highquality-Spezialrohstoffe
Yvonne Franke-Wegner
und Dirk Wegner
Unser kleiner Bahnhof – Steudten

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Herausgeber:
Sächsisches Staatsministerium für Regionalentwicklung (SMR)
Postanschrift: 01095 Dresden
Bürgertelefon: +49 351 564-52000
E-Mail: info@smr.sachsen.de
www.smr.sachsen.de
Diese Maßnahme wird mitfinanziert mit Steuermitteln auf Grundlage des von den
Abgeordneten des Sächsischen Landtags beschlossenen Haushaltes.
Redaktion:
SMR, Referat Ländliche Entwicklung
Gestaltung und Satz:
genese Werbeagentur GmbH
Illustration:
genese Werbeagentur GmbH
Fotos:
www.stock.adobe.com:
LIFHTFIELD STUDIOS (Titel); Foto-Atelier Klemm (3);
www.stock.adobe.com:
balipadma (7); Stadt Adorf/
Vogtland (8); Stadt Hartha (9); Gemeinde Langenbernsdorf (10); Gemeinde Crostwitz (12); Stadt Königsbrück (13); Stadtverwaltung
Stolpen (14, Gebäude); Play-Parc Allwetter-Freizeit-Anlagenbau GmbH (14, Trimm-Dich); Stadt Bernstadt a.d. Eigen (16);
Gemeinde Bobritzsch-Hilbersdorf (17); Stadt Elterlein (18); Stadt Hohnstein (19); Stadt Lugau, furoris X art GmbH (20); Gemeinde
Mittelherwigsdorf (21); Stadtverwaltung Mügeln (22); Große Kreisstadt Niesky (23); Gemeinde Rackwitz (24); Gemeinde Wachau (25);
Stadt Glashütte (26);
www.stock.adobe.com:
LIFHTFIELD STUDIOS (30); Bürgerverein JaLiMeu e.V. (31, Außenansicht Schule); GeoSN,
dl-de/by-2-0,
http://geoportal.sachsen.de/cps/geosn.html
(31, Karte); Förderverein der Grundschule Arnsdorf e.V. (32); MITEINANDER
e.V. (33),
www.stock.adobe.com:
Karl Heinz Spremberg (34); Verein der Kultur-und Heimatfreunde Neschwitz e.V. - Projektgruppe
„Denkmal“ Caßlau (35); Kirchgemeinde Naunhof (36); Empfangsantennengemeinschaft Knappenrode e.V. (37); Interessengruppe
„Café Hoffnung“ der Ev.-Luth. Kirchgemeinde Meinersdorf (38); Ines und Mario Falcke – Kunsthaus Eigenregie (39); Linda Heinze (40);
Evangelisches Zentrum Ländlicher Raum - Heimvolkshochschule Kohren-Sahlis (EBS gGmbH) (41); Freundeskreis WG Haus Nassau
e.V. (42); Ev.-Luth. Kirchgemeinde Großrückerswalde (42); Oschatzer Gilde (43); Tina Sandmann (44); Schlepperfreunde Koblenz e.V.
(44); Filmclub von der Rolle 94 e.V. (45); Bürgerinitiative Spechtshausen (46); CVJM Lichtblick e.V. (47); Kulturstammtisch Witzschdorf
(47); Heimatverein Oberrothenbach e.V. (49); Evangelische Kirchgemeinde Hohenlohe/Kitzen (49); Förderverein „Adelspädagogium-
Dannenberghaus Uhyst“ e.V. (50); Christian Herrmann (51); Alexandra Lorenz-Kuniß (52); Reit- und Fahrsport Rosental-Team Müdisdorf
e.V. (52); Frauen.Wahl.LOKAL Oberlausitz (53); Hubertus Kraus und Röttiser Dorfgemeinschaft e.V. (54); Dorfverein „Pi skale“ Horka,
Marlis Müller (56); Stefan Wagner (56); Kleingartenverein „Adorfer Straße e.V.“ (57); Kulturbahnhof e.V. (57); Dr. Marcus Papmeyer &
Dr. Martina Papmeyer (60); Franziska Heinze (60);
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LIFHTFIELD STUDIOS (70, Rückseite)
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Stoba-Druck GmbH, Lampertswalde
Redaktionsschluss:
5. Mai 2020
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