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Fachkonzept zur
Langzeitspeicherung im Freistaat
Sachsen
Bearbeitet vom Teilprojekt Langzeitspeicherung
Mirko Schenk (Teilprojektleiter), Staatsbetrieb Sächsische In-
formatik Dienste
Dokumenten-ID
20110909_KO_LeA_FK_LZS.pdf
Erstellt am
19.10.2009
von
Dr. Nils Brübach
Karsten Huth
Zuletzt geändert am
9.9.2011
von
Dr. Burkhard Nolte
Mirko Schenk
Version
1.5
Status
Abgenommen

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Fachkonzept zur Langzeitspeicherung im Freistaat Sachsen
Stand: 9.9.2011
Seite 2 von 51
Änderungshistorie
Datum
Autor
Version
Status
Änderungen
16.10.09
Dr. Nils Brübach
Karsten Huth
0.1
In Bearbeitung
Erstellung Entwurf FK
22.12.09
Dr. Swetoslaw
Beltschew
Karsten Huth
Dr. Burkhard
Nolte
1.0
In Bearbeitung
Fachliche Kommentierung
20.1.10
Bastian Herr-
mann
1.0
In Bearbeitung
Fachliche Kommentierung,
redaktionelle Anmerkungen
27.1.10
- 9.4.10
Dr. Nils Brübach
1.1
In Bearbeitung
Inhaltliche Überarbeitung
Fachanforderungen, Archi-
tekturmodell. gem. fachlicher
Kommentierung
13.4.10
Dr. Nils Brübach
1.1
In Bearbeitung
Inhaltliche Überarbeitung
Ziele, Ausgangslage und Ter-
minologie, Anpassung an
PHB
24.4.10
Dr. Nils Brübach
Mirko Schenk
1.2.1
In Bearbeitung
Redaktionelle und inhaltliche
Überarbeitung
29.4.10
Bastian Herr-
mann
Mirko Schenk
1.2.2
In Bearbeitung
Redaktionelle Anpassung
Prozesse
17.12.10
Mirko Schenk
1.3
Zur Abnahme
Inhaltliche Überarbeitung
27.7.11
Bastian Herr-
mann
Karsten Huth
Dr. Burkhard
Nolte
Mirko Schenk
1.4
Zur Abnahme
Redaktionelle und inhaltliche
Überarbeitung
9.9.11
Dr. Burkhard
Nolte
Mirko Schenk
1.5
Abgenommen
Änderungen nach Sitzung
des LA eingearbeitet

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Fachkonzept zur Langzeitspeicherung im Freistaat Sachsen
Stand: 9.9.2011
Seite 3 von 51
Inhaltsverzeichnis
1
Einleitung........................................................................................................... 5
2
Ausgangssituation............................................................................................ 6
2.1
BEGRIFFSERLÄUTERUNGEN................................................................................... 6
2.2
AKTUELLE RECHTSLAGE....................................................................................... 7
2.2.1
Schutzbedarf von Daten.................................................................................... 7
2.2.2
Aufbewahrung elektronisch signierter Dokumente............................................. 8
2.3
PRÄMISSEN DER LANGZEITSPEICHERUNG IM FREISTAAT SACHSEN.......................... 9
2.4
PROJEKT LANGZEITSPEICHERUNG UND ELEKTRONISCHE ARCHIVIERUNG............... 10
3
Bedarfsermittlung zur Langzeitspeicherung................................................. 12
3.1
BEDARF AUS DER ITGVB .................................................................................... 12
3.2
BEDARF AUS WEITEREN IT-VERFAHREN............................................................... 14
3.3
ZUSAMMENFASSUNG UND HANDLUNGSEMPFEHLUNGEN........................................ 16
4
Fachliche Anforderungen...............................................................................18
4.1
ÜBERGREIFENDE ANFORDERUNGEN .................................................................... 18
4.2
AUFBAU EINES SYSTEMS ZUR LANGZEITSPEICHERUNG ......................................... 19
4.3
ANFORDERUNGEN AN DIE BEWEISWERTERHALTUNG............................................. 20
4.3.1
Anforderungen an den Dienst zur Beweiswerterhaltung .................................. 20
4.3.2
Anforderungen an ein VBS/DMS-Modul Steuerung Beweiswerterhaltung ....... 21
4.4
ANFORDERUNGEN AN DIE FORMATKONVERTIERUNG ............................................. 23
4.4.1
Konvertierungsvarianten ................................................................................. 24
4.4.2
Anforderungen an die Konvertierungsplattform ............................................... 26
4.4.3
Anforderungen an das VBS/DMS-Modul Steuerung Konvertierung ................. 27
4.5
ANFORDERUNGEN AN DAS VBS/DMS-MODUL AUSSONDERUNG ........................... 29

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Fachkonzept zur Langzeitspeicherung im Freistaat Sachsen
Stand: 9.9.2011
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4.6
ANFORDERUNGEN AN DIE SPEICHERVERWALTUNG DES VBS/DMS........................ 32
5
Prozesse eines Systems zur Langzeitspeicherung ...................................... 34
5.1
PROZESS 1: „ABLAGE SIGNIERTER DATEIEN“ ...................................................... 34
5.2
PROZESS 2: „AUFRUF DER NACHWEISDOKUMENTATION SIGNIERTER
DATEIEN“ .......................................................................................................... 36
5.3
PROZESS 3: „FORMATKONVERTIERUNG NACH ABSCHLUSS EINES VORGANGS“ ..... 37
5.4
PROZESS 4: „MANUELLE FORMATKONVERTIERUNG VON DATEIEN“....................... 38
5.5
PROZESS 5: „FORMATKONVERTIERUNG NACH ABSCHLUSS VON
DOKUMENTEN“ .................................................................................................. 39
5.6
PROZESS 6: „ANBIETUNGSVERZEICHNIS ÜBERMITTELN UND
BEWERTUNGSENTSCHEIDUNG EINTRAGEN“ ......................................................... 40
5.7
PROZESS 7: „ABGABE VON VORGÄNGEN AN DAS EL_STA“ ................................... 42
5.8
PROZESS 8: „ARCHIVIERUNGSBESTÄTIGUNG UND LÖSCHUNG“............................. 43
5.9
PROZESS 9: „ZUSTÄNDIGKEITSWECHSEL“ ........................................................... 45
6
Anhang............................................................................................................. 47
6.1
ANHANG 1: AUFBEWAHRUNGSFRISTEN................................................................ 47
6.2
ANHANG 2: PROGNOSE DES BEDARFS AUS VIS.SAX UNTER BEACHTUNG DER
FORMATKONVERTIERUNG................................................................................... 48
6.3
ANHANG 3: INHALT EINES VORGANGS DER AUSSONDERUNGSAKTE....................... 49
Glossar und Abkürzungen............................................................................................... 50

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Fachkonzept zur Langzeitspeicherung im Freistaat Sachsen
Stand: 9.9.2011
Seite 5 von 51
1
Einleitung
Der Freistaat Sachsen hat sich den Aufbau einer IT-Infrastruktur zur Langzeit-
speicherung von elektronischen Unterlagen zum Ziel gesetzt. Damit soll den
Behörden, Gerichten und sonstigen öffentlichen Stellen des Freistaates eine
den gesetzlichen Bestimmungen entsprechende, wirtschaftliche Speicherung
elektronischer Unterlagen unter Erhaltung des rechtlichen Beweiswertes über
die Aufbewahrungsdauer zur Verfügung gestellt werden. Nach Ablauf der Auf-
bewahrungsfristen werden archivwürdige elektronische Unterlagen vom Sächsi-
schen Staatsarchiv (StA) übernommen und dauerhaft nutzbar gemacht
1
.
Das vorliegende Fachkonzept definiert aufbauend auf Aufgaben, Rechtslage
sowie ermitteltem und prognostiziertem Bedarf die fachlichen Anforderungen an
ein System zur Langzeitspeicherung (SLZS) für die Sächsische Staatsverwal-
tung. Zusammen mit dem Organisationskonzept
2
bildet das Fachkonzept eine
ausführliche Beschreibung des SLZS mit den wesentlichen automatisierten und
personalisierten Prozessen und Tätigkeiten zur Sicherstellung der Langzeitspei-
cherung von elektronisch signierten und unsignierten Dokumenten. Beide Kon-
zepte sind der nächste Schritt gemäß des Umsetzungsvorschlags aus dem
„Rahmenkonzept zur Langzeitspeicherung und elektronischen Archivierung“
3
,
der die Lösung von Fragen aus fachlicher, technischer und organisatorischer
Sicht fordert. Das Fachkonzept bildet somit die wesentliche fachliche Grundlage
für den Aufbau und die Umsetzung sowie mit Blick auf die darin beschriebenen
Anforderungen die Basis für durchzuführende Vergabeverfahren.
Die wichtigsten Teile dieses Fachkonzeptes befinden sich in Kapitel 4 und 5. In
Kapitel 4 wird die modulare Systemarchitektur der ersten Ausbaustufe eines
SLZS vorgestellt. Zudem werden auf Basis des in Kapitel 3 ermittelten Bedarfs
die funktionalen Anforderungen an die erforderlichen Module und Dienste be-
schrieben. Kapitel 5 widmet sich ausführlich den neun Kernprozessen, auf de-
nen das System zur Langzeitspeicherung basiert.
1
Siehe § 5 Archivgesetz für den Freistaat Sachsen (SächsArchivG) vom 17.5.1993,
rechtsbereinigt mit Stand vom 1.1.2005 (SächsGVBl. Jg. 1993, Bl.-Nr. 24, S. 449).
2
Vgl. Organisationskonzept zur Langzeitspeicherung im Freistaat Sachsen, Version 1.4
vom 27.7.2011. Organisations- und Fachkonzept sind keine Einführungsliteratur in das
Fachgebiet der Langzeitspeicherung. Grundlagenkenntnisse werden vorausgesetzt.
3
Siehe Rahmenkonzept zur Langzeitspeicherung und elektronischen Archivierung, Ver-
sion 1.1 vom 11.4.2008, bes. S. 38-40 (zit. im Folgenden: Rahmenkonzept).

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Fachkonzept zur Langzeitspeicherung im Freistaat Sachsen
Stand: 9.9.2011
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2
Ausgangssituation
2.1
Begriffserläuterungen
Das vorliegende Fachkonzept orientiert sich bei der Benennung von elektroni-
schen Unterlagen am DOMEA
®
-Organisationskonzept und unterscheidet zwi-
schen Akten, Vorgängen und Dokumenten. „Ein Dokument kann aus einem
(zum Beispiel ein Bild oder ein Datensatz) oder mehreren Einzelobjekten (zum
Beispiel mehrere Bilder, eine Datei mit integrierten Bildern, Text und Tabellen,
gemischte Inhalte aus mehreren Quellen) bestehen“
4
. Solch ein Einzelobjekt
wird im vorliegenden Fachkonzept als Datei bezeichnet, vgl. Abbildung 1. Es
ergibt sich folgende Hierarchie: eine Akte kann aus mehreren Vorgängen be-
stehen, ein Vorgang kann aus mehreren Dokumenten bestehen und ein Doku-
ment kann aus mehreren Dateien bestehen.
Akte
Vorgang
Dokument
Datei
Abbildung 1: Bezeichnung und Hierarchie von Schriftgutobjekten
5
Diese elektronischen Unterlagen werden in IT-Verfahren erstellt, bearbeitet und
vorgehalten. Für die Sicherstellung der elektronischen Aktenführung wird häufig
ein Vorgangsbearbeitungs- und Dokumentenmanagementsystem (VBS/DMS)
eingesetzt. In Abschnitt 3.2 erfolgt eine weitere Unterteilung der für die Lang-
zeitspeicherung relevanten IT-Verfahren.
4
Bundesministerium des Innern: DOMEA
®
-Organisationskonzept 2.1. Dokumentenma-
nagement und elektronische Archivierung im IT-gestützten Geschäftsgang (Schriftenrei-
he der KBSt 61), Berlin 2005, S. 119 (zit. im Folgenden: DOMEA
®
-Organisationskon-
zept); siehe
http://www.verwaltung-innovativ.de/cln_108/nn_1006118/SharedDocs/Pu-
blikationen/DE/domea__konzept__organisationskonzept__2__1.html?__nnn=true
,
Ab-
rufdatum: 21.7.2011.
5
Entwurf: M. Schenk in Anlehnung an: Bundesministerium des Innern: DOMEA
®
-
Organisationskonzept 2.0. Erweiterungsmodul zum Organisationskonzept 2.0. Ausson-
derung und Archivierung elektronischer Akten (Schriftenreihe der KBSt 66), Berlin 2004,
S. 13; vgl.
http://www.verwaltung-innovativ.de/cln_115/nn_1006118/SharedDocs/Publi-
kationen/DE/domea__konzept__aussonderung__und__archivierung__elektronischer _
_akten.html?__nnn=true
, Abrufdatum: 21.7.2011.

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Fachkonzept zur Langzeitspeicherung im Freistaat Sachsen
Stand: 9.9.2011
Seite 7 von 51
2.2
Aktuelle Rechtslage
Eine eindeutige Rechtsnorm, welche die Langzeitspeicherung regelt, existiert im
Freistaat Sachsen nicht. Daher bilden den wesentlichen rechtlichen Rahmen für
die Langzeitspeicherung neben dem Verwaltungsverfahrensgesetz (VwVfG), die
Verwaltungsvorschrift der Sächsischen Staatsregierung zur Regelung des
Dienstbetriebes für die Behörden des Freistaates Sachsen (VwV Dienstord-
nung) und die Gemeinsame Verwaltungsvorschrift der Sächsischen Staatskanz-
lei und der sächsischen Staatsministerien über die Verwaltung von Unterlagen
(VwV Registraturordnung - VwVRegO).
6
Die oben genannten Rechtsgrundlagen verpflichten die Verwaltung in Verbin-
dung mit aufgabenbezogenen Fachgesetzen zur rechtssicheren Verwahrung
der Unterlagen auch nach Abschluss des zugrunde liegenden Verwaltungsver-
fahrens für die Dauer der Aufbewahrungsfrist. Im Übrigen wird auf die gelten-
den, ressortspezifischen Rechtsvorschriften zur Aufbewahrung und Aussonde-
rung von Unterlagen im Freistaat Sachsen verwiesen, die in Auswahl in Anhang
1 aufgeführt sind.
2.2.1
Schutzbedarf von Daten
An die Langzeitspeicherung müssen zum Teil hohe Sicherheitsanforderungen
gestellt werden, um eine langfristige Rechtssicherheit bei der Nutzung gespei-
cherter Daten zu erreichen. Insbesondere muss durch die Langzeitspeicherung
erreicht werden, dass die Beweiskraft der Daten für den Zeitraum der Aufbe-
wahrungsfrist zuverlässig aufrechterhalten werden kann und sie somit vor Ge-
richt als rechtsgültiger Beweis anerkannt werden können.
Daten müssen bereits während ihres Transports zum System sowie bei ihrem
Weitertransport an ein anderes System, z. B. an das elektronische Archiv, ge-
schützt werden. Es muss ausgeschlossen werden können, dass die Integrität zu
speichernder Daten vorsätzlich oder zufällig verletzt werden kann. Auch die Ver-
traulichkeit der Daten ist hier zu gewährleisten, um den Anforderungen an den
Datenschutz genügen zu können.
Während der Dauer der Speicherung im System sind die Vertraulichkeit, Integri-
tät, Authentizität und Verfügbarkeit von unsignierten und signierten Daten zu er-
halten. Dem Erhalt der Integrität und Authentizität qualifiziert elektronisch sig-
nierter Daten kommt hier unter Langzeitgesichtspunkten eine besondere Bedeu-
tung zu.
6
Verwaltungsverfahrensgesetz (VwVfG) vom 25.5.1976, rechtsbereinigt mit Stand vom
14.8.2009 (BGBl. I, S. 2827); Verwaltungsvorschrift der Sächsischen Staatsregierung
zur Regelung des Dienstbetriebes für die Behörden des Freistaates Sachsen (VwV
Dienstordnung) vom 6.9.2010 (SächsABl. Jg. 2010, Bl.-Nr. 38, S. 1316, ber. 1532);
Gemeinsame Verwaltungsvorschrift der Sächsischen Staatskanzlei, des Sächsischen
Staatsministeriums des Innern, des Sächsischen Staatsministeriums der Finanzen, des
Sächsischen Staatsministeriums für Kultus, des Sächsischen Staatsministeriums für
Wissenschaft und Kunst, des Sächsischen Staatsministeriums für Wirtschaft und Arbeit,
des Sächsischen Staatsministeriums für Soziales und des Sächsischen Staatsministeri-
ums für Umwelt und Landwirtschaft über die Verwaltung von Unterlagen (VwV Registra-
turordnung - VwVRegO) vom 21.11.2008 (SächsABl. Jg. 2008, Bl.-Nr. 50, S. 1671).

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Fachkonzept zur Langzeitspeicherung im Freistaat Sachsen
Stand: 9.9.2011
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2.2.2
Aufbewahrung elektronisch signierter Dokumente
Die Langzeitspeicherung von elektronisch signierten Unterlagen stellt beson-
ders hohe Anforderungen. Elektronische Signaturen bieten die Möglichkeit, die
Integrität und Authentizität digitaler Daten nachweisbar zu sichern. Im Unter-
schied zu Papierunterlagen kann die Beweiseignung elektronisch signierter Un-
terlagen jedoch mit der Zeit verloren gehen. Ursachen hierfür sind, dass zum
Einen die verwendeten kryptografischen Algorithmen und Schlüssel im Laufe
der Zeit ihre Sicherheitseignung verlieren, und dass zum Anderen in diesem Fall
nicht gewährleistet ist, dass die zur Überprüfung von Zertifikaten notwendigen
Verzeichnisse und Unterlagen über 30 Jahre hinaus verfügbar sind.
Um die Integrität und Authentizität qualifiziert elektronisch signierter Unterlagen
langfristig aufrechtzuerhalten, muss im Rahmen der Langzeitspeicherung eine
Signaturerneuerung nach § 17 der Verordnung zur elektronischen Signatur (Sig-
naturverordnung - SigV)
7
erfolgen. Diese dient dem Schutz der Integrität der sig-
nierten Daten. Daneben muss auch der Schutz der Authentizität, also der Identi-
fizierbarkeit des Ausstellers einer qualifizierten elektronischen Signatur, langfris-
tig gewährleistet sein. Dies ist durch die rechtzeitige Prüfung der Gültigkeit der
Signatur, z. B. bei Übernahme in ein IT-Verfahren sicherzustellen.
Die folgende Abbildung visualisiert den Zusammenhang zwischen Gültigkeit ei-
nes qualifizierten Signaturzertifikates, deren Überprüfbarkeit und der Notwen-
digkeit der Signaturerneuerung.
Abbildung 2: Signaturerneuerung
8
Ziel der Signaturerneuerung nach § 17 SigV ist es, die Integrität der mit einer
qualifizierten elektronischen Signatur versehenen Daten auch dann noch fest-
stellen zu können, wenn eine Signaturprüfung aufgrund mangelnder Sicher-
heitseignung der verwendeten Algorithmen nicht mehr geeignet ist, die Integrität
der signierten Daten zu belegen. Die Authentizität der Signatur muss dadurch
gewährleistet werden, dass die für eine Signaturprüfung erforderlichen Prüfmit-
tel jederzeit in geeigneter Form verfügbar sind. Die Bundesnetzagentur für
7
Verordnung zur elektronischen Signatur (Signaturverordnung - SigV) vom 16.11.2001,
rechtsbereinigt mit Stand vom 15.11.2010 (BGBl. I, S. 1542).
8
Entwurf: IMTB Consulting GmbH.

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Fachkonzept zur Langzeitspeicherung im Freistaat Sachsen
Stand: 9.9.2011
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Elektrizität, Gas, Telekommunikation, Post und Eisenbahnen (Bundesnetzagen-
tur) ist für die Prüfung der sicheren Algorithmen verantwortlich und legt die not-
wendigen Parameter für eine qualifizierte elektronische Signatur fest. So wurde
z. B. mit dem Stichtag 1. Januar 2008 ein Verschlüsselungsalgorithmus von
2048 bit für qualifizierte elektronische Signaturen vorgeschrieben. Schwächere
Algorithmen gelten ab diesem Zeitpunkt als nicht mehr geeignet, um die Integri-
tät von signierten Daten sicherzustellen. Die aktuell verwendeten kryptografi-
schen Algorithmen wurden von der Bundesnetzagentur bis mindestens zum 31.
Dezember 2017 als sicher erklärt.
9
Aufgrund der spezifischen Anforderungen des § 17 SigV erhält die Langzeit-
speicherung von elektronisch signierten Dokumenten eine besondere Qualität
gegenüber der langfristigen Aufbewahrung von unsignierten elektronischen Do-
kumenten. Seit dem Jahr 2009 beschäftigt sich das Bundesamt für Sicherheit in
der Informationstechnik (BSI) mit diesem besonderen Thema und stellte mit der
Technischen Richtlinie für die Beweiswerterhaltung kryptographisch signierter
Dokumente (TR 03125)
10
ein umfangreiches Werk zur Verfügung mit dem Ziel,
alle Anforderungen für die langfristige Aufbewahrung von elektronisch signierten
Dokumenten abzubilden.
2.3
Prämissen der Langzeitspeicherung im Freistaat Sachsen
Ausgangspunkt für die Betrachtung der Langzeitspeicherung von elektronischen
Unterlagen ist der Abschluss der Bearbeitung eines Verwaltungsvorganges in
einem IT-Verfahren, z. B. im Rahmen der elektronischen Vorgangsbearbeitung
(vgl. Abbildung 3):
Abbildung 3: Lebenszyklus der elektronischen Akte
11
9
Bundesnetzagentur für Elektrizität, Gas, Telekommunikation, Post und Eisenbahnen:
Bekanntmachung zur elektronischen Signatur nach dem Signaturgesetz und der Signa-
turverordnung (Übersicht über geeignete Algorithmen) vom 20.5.2011 (Bundesanzeiger
Nr. 85 vom 7.6.2011, S. 2034); siehe
http://www.bundesnetzagentur.de/cln_1932/DE/
Sachgebiete/QES/Veroeffentlichungen/Algorithmen/algorithmen_node.html
,
Abrufda-
tum: 21.7.2011.
10
Vgl. BSI Technische Richtlinie 03125: Beweiswerterhaltung kryptographisch signierter
Dokumente, Version 1.1 vom 18.2.2011, Bonn 2011 (zit. im Folgenden: BSI TR-ESOR -
03125).
11
In Anlehnung an DOMEA
®
-Organisationskonzept, a. a. O., S. 88.

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Fachkonzept zur Langzeitspeicherung im Freistaat Sachsen
Stand: 9.9.2011
Seite 10 von 51
Aus Rechtsvorschriften sowie aus dem Zweck der Aufbewahrung ergeben sich
Aufbewahrungsfristen von zehn, 30 und mehr Jahren, die grundsätzlich auch für
elektronische Unterlagen gelten. Jede Unterlagen erzeugende Stelle ist selbst
für die revisionssichere Aufbewahrung verantwortlich und führt dezentrale Altre-
gistraturen. Dies bedeutet, dass die Aufgabe der Langzeitspeicherung, also die
Aufbewahrung der Unterlagen bis zum Ablauf der Aufbewahrungsfrist im Sinne
einer elektronischen Altregistratur, von den Behörden, Gerichten und sonstigen
öffentlichen Stellen des Freistaates Sachsen in eigener Verantwortung wahrge-
nommen wird. Jede Unterlagen erzeugende Stelle ist insofern selbst zuständig
für die Recherchierbarkeit, Lesbarkeit und Nutzbarkeit der Unterlagen für den
Zeitraum der Aufbewahrungsfrist.
Nach Ablauf der Aufbewahrungsfristen sind alle Unterlagen dem StA anzubie-
ten. Das StA entscheidet abschließend über die Archivwürdigkeit und über-
nimmt in der Regel nur einen kleinen Teil der Unterlagen (1-3%), dem ein blei-
bender Wert z. B. für Regierung und Verwaltung, für Wissenschaft und For-
schung oder für die Sicherung berechtigter Belange betroffener Personen und
Institutionen oder Dritter zukommt. Das StA hat die als archivwürdig bewerteten
Unterlagen dauerhaft elektronisch vorzuhalten (Elektronische Archivierung).
Wird die Archivwürdigkeit verneint, so kann die anbietende Stelle die Unterlagen
vernichten, wenn weder Rechtsvorschriften noch schutzwürdige Belange der
Betroffenen entgegenstehen. Über die Vernichtung ist ein Nachweis zu fertigen,
der dauernd aufzubewahren ist.
Wesentliche Funktion eines SLZS ist daher die Speicherung sowie die Gewähr-
leistung der Recherchierbarkeit, Lesbarkeit, Reproduzierbarkeit, Revisionssi-
cherheit, Beweiskräftigkeit und Authentizität elektronisch signierter und nicht
signierter elektronischer Unterlagen für die Dauer der geltenden Aufbewah-
rungsfrist und nach deren Ablauf die Unterstützung des Anbietungs- und Aus-
sonderungsprozesses elektronischer Unterlagen an das Elektronische Staatsar-
chiv (el_sta) sowie die rückstandsfreie Löschung der nicht archivwürdigen und
der ausgesonderten Unterlagen.
2.4
Projekt Langzeitspeicherung und elektronische Archivierung
Mit Kabinettsbeschluss 04/0831 vom 30. September 2008 zur weiteren Einfüh-
rung von IT-gestützter Vorgangsbearbeitung (ITgVB), einschließlich elektroni-
scher Aktenführung, Langzeitspeicherung und elektronischer Archivierung in der
Sächsischen Staatsverwaltung wurde dem Sächsischen Staatsministerium des
Innern (SMI) im Punkt 7 der Auftrag erteilt, „einen Langzeitspeicher und ein
elektronisches Archiv nach den archivfachlichen Vorgaben des Sächsischen
Staatsarchivs im Staatsbetrieb Sächsische Informatik Dienste aufzubauen“. Im
Zuge der Umstrukturierungen im Anschluss an die Landtagswahl 2009 ist nun
das Sächsische Staatsministerium der Justiz und für Europa (SMJus) für die
Umsetzung des Kabinettsbeschlusses verantwortlich.
Zur Umsetzung des Kabinettsauftrages wurde das Projekt Langzeitspeicherung
und elektronische Archivierung (LeA) initialisiert. Grundlage für das Projekt bil-
det das mit o. g. Kabinettsbeschluss bestätigte „Rahmenkonzept zur Langzeit-
speicherung und elektronischen Archivierung“.
12
12
Siehe Rahmenkonzept, a. a. O.

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Fachkonzept zur Langzeitspeicherung im Freistaat Sachsen
Stand: 9.9.2011
Seite 11 von 51
Die Einführung jeweils eines Verfahrens für die Langzeitspeicherung und elekt-
ronische Archivierung hat zum Ziel:
ein landesweit einheitliches SLZS aufzubauen und zu betreiben,
ein elektronisches Archiv aufzubauen und zu betreiben sowie
die Anforderungen bzgl. Langzeitspeicherung und elektronischer Archivie-
rung für bestehende IT-Verfahren (z. B. durch die Formulierung von Schnitt-
stellen) zu definieren.
Das Projekt LeA dient der Vorbereitung und dem Aufbau eines Systems zur
Langzeitspeicherung und elektronischen Archivs im Freistaat Sachsen.
Die Behörden des Freistaates sollen hierdurch in die Lage versetzt werden,
auch elektronische Unterlagen rechtssicher aufzubewahren und nach Ablauf der
Aufbewahrungsfrist an das StA auszusondern (Langzeitspeicherung). Das StA
soll die archivwürdigen Unterlagen dauerhaft elektronisch vorhalten (Elektroni-
sche Archivierung).
Zur Erfüllung der Zielstellungen sind durch das Gesamtprojekt zahlreiche Auf-
gaben zu erledigen. Diese sind im Einzelnen:
1. Erhebung und Analyse der in der Staatsverwaltung eingesetzten Fach-
verfahren
2. Evaluierung ausgewählter Lösungen anderer Verwaltungen und Archive
im Bereich Langzeitspeicherung und elektronische Archivierung
3. Erarbeitung von Fachkonzepten und Lastenheften für die Langzeitspei-
cherung und elektronische Archivierung
4. Erarbeitung von Organisationskonzepten für die personelle, finanzielle
und organisatorische Umsetzung der Langzeitspeicherung und elektro-
nischen Archivierung im Freistaat Sachsen
5. Erstellung der Verdingungsunterlagen zur Beschaffung
6. Beschaffung der notwendigen technischen Hardware, Software und
Dienstleistungen
7. Aufbau der Produktivsysteme für die Langzeitspeicherung und elektroni-
sche Archivierung
Um diese komplexe Aufgabenstellung effizient zu erledigen, ist das Projekt in
drei unterschiedliche Teilprojekte aufgeteilt:
Teilprojekt „Langzeitspeicherung“
Teilprojekt „Elektronische Archivierung“
Teilprojekt „Informationstechnik“

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Fachkonzept zur Langzeitspeicherung im Freistaat Sachsen
Stand: 9.9.2011
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3
Bedarfsermittlung zur Langzeitspeicherung
3.1
Bedarf aus der ITgVB
Der Freistaat Sachsen plant seit 2003 die landesweite Einführung einer elektro-
nischen Aktenführung bzw. ITgVB in den Behörden, Gerichten und sonstigen öf-
fentlichen Stellen. Mit Kabinettsbeschluss vom 10. Februar 2004 wurde dieser
Plan mit dem Ziel einer koordinierten Einführung der ITgVB bestätigt. Auf der
Grundlage dieses Kabinettsbeschlusses hatte das Kompetenzzentrum Vor-
gangsbearbeitung (CCV), das als landesweit koordinierende Stelle im Jahr 2004
gegründet wurde und seit Herbst 2009 dem SMJus zugeordnet ist, mit ersten
Umsetzungsschritten begonnen.
Das Vorgangsbearbeitungssystem VISkompakt der Firma PDV-Systeme GmbH
wird seit 2005 in verschiedenen Behörden pilotiert (z. B. Statistisches Lan-
desamt, Sächsisches Staatsministerium der Finanzen, Landesdirektion Chem-
nitz). Die konfigurierte Form von VISkompakt für den Freistaat Sachsen wird
heute VIS.SAX genannt. Diese Softwarelösung kann weiter an behördenspezifi-
sche Anforderungen angepasst werden. Die Landesdirektion Leipzig (LDL) stell-
te im Oktober 2009 als erste Behörde im Freistaat Sachsen alle PC-
Arbeitsplätze auf VIS.SAX um. Eine Übersicht über die Landesbehörden, die
momentan VIS.SAX bzw. VISkompakt einsetzen, bietet die folgende Tabelle.
Behörde
Anzahl der
Nutzer
Sächsisches Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft
(SMUL, mit VISkompakt)
320
Sächsisches Staatsministerium der Finanzen (SMF)
33
Statistisches Landesamt (StLA)
48
Landesdirektion Chemnitz (LDC)
200
Landesdirektion Leipzig (LDL) inkl. des Einheitlichen Ansprechpart-
ners (EA)
350
Landesfeuerwehrschule Sachsen (LFS)
50
Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG)
139
Summe
1.140
Tabelle 1: Nutzerzahlen von VIS.SAX und VISkompakt im Dezember 2010 in sächsischen Staatsbehörden

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Fachkonzept zur Langzeitspeicherung im Freistaat Sachsen
Stand: 9.9.2011
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Für die kommenden Jahre ist die Einführung von VIS.SAX in folgendem Umfang
geplant.
Jahr
Behördenanzahl
Anzahl der
Nutzer
2011
Umsetzung in 3 Behörden: SK, SMWK, SMJus
ca. 550
2012
Umsetzung in 5 Behörden: SMI, SMF, SMWA, SMK, SMS
ca. 1.580
2013
Umsetzung in 25 Behörden
ca. 2.600
2014
Umsetzung in 25 Behörden
ca. 2.600
2015
Umsetzung in 26 Behörden
ca. 2.750
2016
Umsetzung in 26 Behörden
ca. 2.700
Summe (inkl. Stand 2010)
ca. 14.000
Tabelle 2: Geplante Einführung von VIS.SAX in den sächsischen Staatsbehörden
Die Aktenführung kann mit VIS.SAX vollständig elektronisch erfolgen. Hierfür
werden in einigen der derzeitig VIS.SAX einsetzenden Staatsbehörden einge-
hende Papierdokumente gescannt. Die gescannten Dateien werden mit
VIS.SAX elektronisch weiterbearbeitet.
Um den Bedarf für das SLZS für die kommenden Jahre abschätzen zu können,
sollen die Anzahl der abgeschlossenen Akten und deren Größe in Megabyte be-
trachtet werden. Dafür wurden im Jahr 2010 verschiedene Kennzahlen von den
Behörden abgefragt, die bisher VIS.SAX im Einsatz haben. Die LDL konnte vie-
le relevante Kennzahlen ermitteln. Da die LDL die ITgVB bereits vollständig ein-
geführt hat und die Mitarbeiter bereits mit eingescannten Unterlagen arbeiten,
dienen die ermittelten Kennzahlen als Grundlage für die Schätzung des Bedarfs
der ITgVB.
Im Schnitt haben 316 VIS.SAX-Benutzer der LDL in einem Jahr ca. 300.000 Da-
teien erstellt, mit einer Gesamtgröße von 217 Gigabyte (GB). Das sind ca. 0,69
GB pro Benutzer pro Jahr.
13
Etwa 50% der erstellten Dokumente wurden in ei-
nem Jahr abgeschlossen. Signierte Dateien wurden nicht abgelegt.
Für die Berechnung wurde die durchschnittliche Aufbewahrungsfrist mit zehn
Jahren angenommen. Weiterhin wird für die Berechnung angenommen, dass
das StA bis zu 3% der angebotenen Daten übernimmt, die somit den Datenbe-
stand wieder entlasten. In der Berechnung wurde noch nicht der Bedarf beach-
tet, die sich aus der Beweiswerterhaltung und der Formatkonvertierung erge-
ben. Die Beweiswerterhaltung lässt sich aus heutiger Sicht nur schwer abschät-
zen, da bisher wenig bis keine elektronisch signierten Dateien in VIS.SAX abge-
legt sind, deren Beweiswert erhalten werden soll. Für die Formatkonvertierung
wird aus Vereinfachungsgründen davon ausgegangen, dass sich der Speicher-
13
Perspektivisch wird angenommen, dass sich dieses Datenvolumen jährlich um 10 %
steigert. Gründe hierfür sind eine gesteigerte elektronische Kommunikation sowie er-
höhter Speicherbedarf bei neuen Formaten.

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Fachkonzept zur Langzeitspeicherung im Freistaat Sachsen
Stand: 9.9.2011
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bedarf für das SLZS verdoppeln wird, da neben den Originalformaten auch die
konvertierten langzeitspeicherfähigen Formate abgelegt werden.
Mit den ermittelten Kennzahlen ergibt sich der folgende Speicherbedarf für das
SLZS bis zum Jahr 2018:
14
Jahr
Speicherbedarf für das SLZS
(in TB)
Speicherbedarf für das SLZS
inkl. Formatkonvertierung (in TB)
2010
1
2
2011
2
3
2012
3
6
2013
6
11
2014
10
20
2015
16
32
2016
25
49
2017
34
68
2018
44
88
Tabelle 3: Prognostizierter Speicherbedarf für das SLZS
3.2
Bedarf aus weiteren IT-Verfahren
Im September 2009 wurde durch die Projektgruppe LeA rund 290 Behörden,
Gerichten und sonstigen öffentlichen Stellen des Freistaats Sachsen ein Frage-
bogen zur Erfassung der dort betriebenen IT-Verfahren und zur Ermittlung des
Bedarfs für eine Langzeitspeicherung und elektronische Archivierung zuge-
sandt. Neben Angaben zur allgemeinen Verfahrensnutzung wurden auch weite-
re Informationen zu den IT-Verfahren erhoben. Hierzu zählten Aussagen
zur Aufbewahrung von Daten in der Behörde,
zu bereits betriebenen Langzeitspeicherlösungen mit entsprechenden Kon-
zepten,
zu den Aufbewahrungspflichten und -fristen sowie
zu anderen Aufbewahrungsformen (Ausdruck auf Papier).
Insgesamt wurden 118 IT-Verfahren gemeldet, dies jedoch in sehr unterschied-
licher Qualität. Die Vollständigkeit der Rückmeldungen kann ebenso wenig ein-
geschätzt werden wie die der Rücklaufquote insgesamt. Die Ergebnisse können
daher allenfalls nur eingeschränkt extrapoliert und deren Interpretation besten-
falls als Tendenz gewertet werden.
14
Vgl. hierzu auch Anhang 2.

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Fachkonzept zur Langzeitspeicherung im Freistaat Sachsen
Stand: 9.9.2011
Seite 15 von 51
Ziel der Auswertung der Fragebögen war, den Bedarf - d. h. die Notwendigkeit -
für die Nutzung eines SLZS aufgrund der bestehenden IT-Verfahren abzuleiten.
In die Auswertung einbezogen wurden IT-Verfahren, die als wesentlich gekenn-
zeichnet worden sind und deren Daten einer gesetzlichen Aufbewahrungspflicht
unterliegen.
Die gemeldeten IT-Verfahren lassen sich abgeleitet aus dem Rahmenkonzept
einteilen in dokumentenbasierte Verfahren und nicht-dokumentenbasierte Ver-
fahren. „Ein dokumentenbasiertes Verfahren ist im Sinne dieses Konzeptes ein
Verfahren, dessen Hauptzweck die Erzeugung, Verwaltung, Speicherung und
Ausgabe von elektronischen Dokumenten ist. […] Ein nicht-dokumentenbasier-
tes Verfahren ist im Sinne dieses Konzeptes ein Verfahren, dessen Hauptzweck
die Erzeugung, Verwaltung, Speicherung und Ausgabe von Daten ist, die nicht
in Form von elektronischen Dokumenten vorliegen bzw. ausgegeben werden.“
15
Die große Mehrheit (ca. 87%) der in der Umfrage gemeldeten IT-Verfahren las-
sen sich zu den nicht-dokumentenbasierten Verfahren zählen. Die hohe Anzahl
sowie die Verschiedenartigkeit dieser Verfahren erwecken den Eindruck, dass
eine einheitliche, standardisierte Schnittstelle des SLZS für diese IT-Verfahren
kaum wirtschaftlich zu realisieren wäre. Aus jedem dieser Verfahren müsste in
einer sinnvollen Weise die logische Verknüpfung der Daten mit extrahiert wer-
den, um diese Daten zu einem späteren Zeitpunkt wieder interpretieren zu kön-
nen. Weiterhin müsste eine Rückführung der Daten aus dem SLZS in das Quell-
IT-Verfahren unterstützt werden, um die Daten bei erneutem Gebrauch weiter
durch das IT-Verfahren verarbeiten zu können.
16
Bei einem Update oder einer
Migration des Quell-IT-Verfahrens müssten die Daten im SLZS ebenfalls ent-
sprechend migriert werden, um die Konsistenz und Lesbarkeit der Daten garan-
tieren zu können. Dies technisch sicherzustellen wäre hochkomplex und nicht
wirtschaftlich realisierbar. Es scheint daher sinnvoller, die Daten während ihrer
Aufbewahrungsfrist in den nicht-dokumentenbasierten Verfahren zu belassen
und das gesamte Verfahren mit seiner Logik bei entsprechender Archivwürdig-
keit an das StA auszusondern. Nicht-dokumentenbasierte Verfahren sollen da-
her bis auf die folgenden beiden Ausnahmen für die erste Ausbaustufe des
SLZS nicht betrachtet werden. In einigen nicht-dokumentenbasierten IT-Verfah-
ren besteht die Möglichkeit, Datenauszüge in Dokumente in Standardformaten
(z. B. Excel, txt, PDF u. ä.) zu exportieren. IT-Verfahren, denen diese Eigen-
schaft unterstellt wird, werden nachfolgend als „nicht-dokumentenbasierte IT-
Verfahren mit Dokumentenextraktion“ bezeichnet. Die Dokumente dieser IT-
Verfahren können bereits in der ersten Ausbaustufe des SLZS während der
Aufbewahrungsfrist im SLZS abgelegt und später dem el_sta angeboten wer-
den. Ähnliches gilt für nicht-dokumentenbasierte Verfahren, deren Ergebnisse in
Papierakten überführt werden. Diese Papierdokumente könnten anstelle ihres
Ausdruckens als elektronische Dokumente im SLZS abgelegt, aufbewahrt und
später ausgesondert werden.
Dokumente aus dokumentenbasierten Verfahren scheinen geeigneter für die
langfristige Aufbewahrung in einem SLZS, da die in Frage kommenden Datei-
formate von vornherein für eine Verbreitung auf zahlreichen Hardware/Software
Plattformen konzipiert werden. Der Export und auch die Wandlung in langfristig
verwendbare Dateiformate werden dadurch erleichtert.
15
Rahmenkonzept, a. a. O., S. 14.
16
Siehe Abschnitt 2.3.

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Fachkonzept zur Langzeitspeicherung im Freistaat Sachsen
Stand: 9.9.2011
Seite 16 von 51
Für die Auswertung der IT-Verfahren der zurückgemeldeten Fragebögen wur-
den die folgenden zwei Bedarfsklassen gebildet und die IT-Verfahren diesen
zugeordnet.
Bedarfsklasse 1:
Den derzeit größten Langzeitspeicherbedarf haben dokumentenbasierte IT-Ver-
fahren oder nicht-dokumentenbasierte IT-Verfahren mit Dokumentenextraktion
dann, wenn die Verfahrensdaten einer Aufbewahrungspflicht unterliegen aber
zurzeit lediglich elektronisch gespeichert und nicht in Papierform abgelegt wer-
den. Diese IT-Verfahren eignen sich dazu, ihre Dokumente nach deren Ab-
schluss in das SLZS zur Aufbewahrung und späteren Aussonderung zu geben.
Bedarfsklasse 2:
Eine interessante Option stellt das SLZS für diejenigen IT-Verfahren dar, die ih-
re Ergebnisse derzeit analogisieren und in Papierakten ablegen, wenn gleich
hierfür kein akuter Bedarf besteht. Diese IT-Verfahren können zu jedem Zeit-
punkt ihre elektronischen Dokumente medienbruchfrei in einem SLZS ablegen.
Dies gilt sowohl für nicht-dokumentenbasierte als auch dokumentenbasierte IT-
Verfahren. Zur Bedarfsklasse 2 zählen demnach nicht-dokumentenbasierte und
dokumentenbasierte IT-Verfahren, deren Daten zurzeit in Papierform aufbe-
wahrt werden.
Eine Übersicht über die Anzahl der IT-Verfahren pro Bedarfsklasse bietet fol-
gende Tabelle:
Bedarfsklassen
IT-Verfahren
Bedarfsklasse 1
21
Bedarfsklasse 2
69
Gesamtergebnis
90
Tabelle 4: Anzahl der IT-Verfahren pro Bedarfsklasse
Aus den 28 IT-Verfahren, die in keine der oben genannten Bedarfsklassen fal-
len, ergibt sich kein Bedarf für das SLZS. Diese IT-Verfahren sind entweder kei-
ne wesentlichen Verfahren, ihre Daten unterliegen nicht der Aufbewahrungs-
pflicht, sie besitzen einen verfahrensinternen Langzeitspeicher oder es sind rei-
ne Datenbanken, die ihre Daten während der Aufbewahrungsfrist aufbewahren.
3.3
Zusammenfassung und Handlungsempfehlungen
Die Ergebnisse der Bedarfsermittlung ergeben einen schon jetzt bestehenden
umfangreichen Bedarf an ein SLZS.
Mittels der ITgVB mit VIS.SAX werden bereits momentan große Mengen an
elektronischen Unterlagen erzeugt, für die in naher Zukunft eine Lösung benö-
tigt wird, welche die Aufgaben eines SLZS erfüllt, die in Abschnitt 2.2 dargestellt
wurden.
Unbeschadet der allenfalls eingeschränkten Extrapolationsmöglichkeit und Be-
lastbarkeit der Umfrageergebnisse haben diese in der Tendenz aufgezeigt, dass
der Bedarf für ein SLZS, das auch IT-Verfahren einbindet, in der Sächsischen
Staatsverwaltung im Ganzen geringer ist als bislang angenommen. IT-
Verfahren, bei denen eine längerfristige Speicherung der Daten vorgeschrieben

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Fachkonzept zur Langzeitspeicherung im Freistaat Sachsen
Stand: 9.9.2011
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ist, besitzen mehrheitlich interne Lösungen, die bei entsprechender Aufbewah-
rungsfrist die Langzeitspeicherung abdecken.
Daher wird folgendes stufenweises Vorgehen für die Einführung eines SLZS
vorgeschlagen:
1. In der ersten Ausbaustufe sollte aufgrund des oben ermittelten Bedarfs der
Fokus des SLZS auf der ITgVB mit VIS.SAX und anderen VBS/DMS liegen.
Die entsprechend erstellte Langzeitspeicherlösung sollte Ende 2012 be-
triebsbereit sein, v. a. um die Anbietung und Aussonderung an das el_sta zu
gewährleisten.
2. In der zweiten Stufe werden die Erfahrungen aus der ersten Aufbaustufe
ausgewertet. Die allgemeingültigen Erkenntnisse werden in einem „Leitfa-
den-Langzeitspeicherung“ zusammengefasst. Mithilfe des Leitfadens kön-
nen andere IT-Verfahren ausgebaut und langzeitspeicherungsfähig gemacht
werden. Der Leitfaden dient auch der Formulierung von Anforderungen an
die Langzeitspeicherung bei der Beschaffung neuer IT-Verfahren. Die Ana-
lysephase dieser Stufe kann Ende 2013 beginnen.
3. In einer dritten Stufe können bei Bedarf diese IT-Verfahren an das SLZS
angebunden werden.

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Fachkonzept zur Langzeitspeicherung im Freistaat Sachsen
Stand: 9.9.2011
Seite 18 von 51
4
Fachliche Anforderungen
4.1
Übergreifende Anforderungen
Die Fachkonzeption eines SLZS beruht auf folgenden übergreifenden Anforde-
rungen:
Rahmenbedingung
Anforderung
Bedarf im Freistaat Sach-
sen, wesentlicher Bedarf
aus der ITgVB
Unterstützung der Ablage von elektronischen Unter-
lagen aus der ITgVB mit VBS/DMS sowie weiteren
dokumentenbasierten IT-Verfahren
Integration in die IT- und E-Government-Strategien
des Freistaates Sachsen
Realisierung mittels funktionaler Erweiterung der
VBS/DMS und Bereitstellung weiterer Dienste
Unterstützung verschiede-
ner IT-Verfahren
Offene Schnittstellen zur automatisierbaren Kopp-
lung von IT-Verfahren an das SLZS
Mandantenfähigkeit und Skalierbarkeit
Offenheit für die Nutzung in allen Bereichen der
Sächsischen Staatsverwaltung
Wirtschaftlichkeit
Einheitliches System
Modularer Aufbau zur gemeinsamen Verwendung
der Dienste
Beweiswerterhaltung und
Sicherheitsanforderungen
Beweiswerterhaltung elektronisch signierter Unterla-
gen
Rechtssichere Ablage unter Erhaltung der Vertrau-
lichkeit, Integrität und Authentizität über die Aufbe-
wahrungsdauer
Sichere, vollständige und zugriffsgeschützte Über-
tragung der Daten über die Schnittstellen zwischen
den Diensten sowie zu weiteren IT-Verfahren, z. B.
dem el_sta
Datensicherheit gemäß BSI-Grundschutzkatalog
Datenschutz

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Fachkonzept zur Langzeitspeicherung im Freistaat Sachsen
Stand: 9.9.2011
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Rahmenbedingung
Anforderung
Aufbewahrungsfristen
Speicherung, Recherchierbarkeit, Lesbarkeit und
Benutzbarkeit elektronischer Unterlagen während
der Aufbewahrungsfrist
Formatkonvertierung in revisionssichere, archivfähi-
ge Standardformate (aber für die Wiederverwend-
barkeit: Vorhalten der letzten Version des Original-
formats bis zur Aussonderung)
Rekonstruktionsmechanismen für den Fall eines
Komplettausfalls, z. B. mittels regelmäßiger Back-
ups
Regelmäßige Erneuerung der Hardware
Löschbarkeit nach Ablauf der Aufbewahrungsfrist
Aussonderung
Unterstützung der Anbietung, Bewertung und Abga-
be an das el_sta des StA nach dem zweistufigen
oder dem vierstufigen Aussonderungsverfahren ge-
mäß DOMEA
®
-Organisationskonzept
Dauerhafte Nutzbarkeit
Nutzung offener nationaler und internationaler Stan-
dards auf der Ebene der Formate, der Prozesse und
der Schnittstellen
Verwendung von xdomea
17
als Transport- und Aus-
tauschformat und Sicherstellung der Erweiterbarkeit
um weitere Austauschformate
Tabelle 5: Übergreifende Anforderungen an ein SLZS
4.2
Aufbau eines Systems zur Langzeitspeicherung
Aus den im vorherigen Abschnitt genannten Anforderungen lässt sich der Auf-
bau eines SLZS ableiten. Der wesentliche Bedarf für das SLZS kommt aus der
ITgVB. Daher sollen die VBS/DMS so erweitert werden, dass sie die oben ge-
nannten Anforderungen erfüllen. Hierfür werden neben den Standardfunktionali-
täten eines VBS/DMS zwei zusätzliche Dienste benötigt:
ein Dienst für die Beweiswerterhaltung elektronisch signierter Dokumente
sowie
ein Dienst zur Konvertierung von Dateien in ein aktuell gültiges, langzeitspei-
cherfähiges Format.
Weiterhin sind die bestehenden VBS/DMS zu erweitern um die Module Steue-
rung Beweiswerterhaltung sowie Steuerung Konvertierung. Bereits bestehende
Module zur Speicherverwaltung sowie zur Aussonderung sind entsprechend der
in den bisherigen und folgenden Abschnitten genannten Anforderungen zu er-
weitern bzw. anzupassen.
17
Unabhängig von der hier genannten Version ist in allen Fällen die aktuell gültige xdo-
mea-Version zu verwenden.

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