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Bauherr
Freistaat Sachsen
Sächsisches Staatsministerium
der Finanzen
Staatsminister der Finanzen
Prof. Dr. Georg Unland
Abteilungsleiter Landesvermögen
und Staatshochbau, Johann Gierl
Staatsbetrieb Sächsisches
Immobilien- und Baumanagement
Geschäftsführer Prof. Dieter Janosch
Unternehmensbereich
Planungs- und Baumanagement
Unternehmensbereichsleiter Volker Kylau
SIB Niederlassung Chemnitz
Niederlassungsleiter Peter Voit
Projektleitung und Koordinierung
Projektleitung
Kerstin Kleine, Uwe Schubert
Technik
Sabine Abdennabi, Berit Gumprecht,
Wolfram Ullrich, Hagen Michalke
Ingenieurbau
Sybille Höhn, Rene Bidmon, Karin Friedl
Planungsbeteiligte
Projektsteuerung
agentur für planung und
projektmanagement UNIT 4, Stuttgart
Architektur
bhss architekten GmbH, Leipzig
Tragwerksplanung
Henneker, Zillinger Ingenieure, Leipzig
Ingenieurbüro Wolfgang Höhndorf,
Prüfingenieur für Standsicherheit, Chemnitz
Technische Ausrüstung
Ingenieurbüro Richter und Partner, Freiberg
Ingenieurbüro HLS Krusche + Grünewald, Chemnitz
Ingenieurbüro Petzoldt & Partner, Dresden
Brandschutz
Brandschutz Consult Ingenieurgesellschaft mbH, Leipzig
Ingenieurbüro Heilmann, Baustatik und
Brandschutz, Pirna
Freianlagen
Rehwaldt Landschaftsarchitekten, Dresden
IB Richter Infra GmbH, Verkehrs- und
Ingenieurbauplanung, Chemnitz
Schallschutz/Raumakustik
Büro für Bauphysik Manfred Weiße,
Wansleben a.S.
Holz-/Bautenschutz
Ingenieurbüro für Bauwerksdiagnose
Wolfram Knobel, Chemnitz
Sicherheits- und
Gesundheitsschutzkoordinator
Peschla + Rochmes GmbH, Chemnitz
Herausgeber
Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien-
und Baumanagement
Wilhelm-Buck-Straße 4
01097 Dresden
www.sib.sachsen.de
im Auftrag des Freistaates Sachsen,
Sächsisches Staatsministerium der Finanzen
Redaktion
SIB Niederlassung Chemnitz
Gestaltung
Werbeagentur Rembrandt Hennig, Dresden
Fotografie
Lothar Sprenger, Diplomfotograf, Dresden
Steffen Junghans, Fotografie und Dokumentation, Leipzig
SIB Niederlassung Chemnitz
Druck
Druckfabrik Dresden GmbH
Redaktionsschluss
November 2012
Auflage
1.000 Exemplare
Bezug
Diese Druckschrift kann kostenfrei bezogen werden bei:
SIB Niederlassung Chemnitz
Brückenstraße 12, 09111 Chemnitz
Telefon: +49 371 457 0
Telefax: +49 371 457 4611
E-Mail: poststelle@sib-c.smf.sachsen.de
Verteilerhinweis
Diese Informationsschrift wird von der Sächsischen
Staatsregierung im Rahmen ihrer verfassungsmäßigen
Verpflichtung zur Information der Öffentlichkeit heraus-
gegeben. Sie darf weder von Parteien noch von deren
Kandidaten oder Helfern im Zeitraum von sechs Monaten
vor einer Wahl zum Zwecke der Wahlwerbung verwendet
werden. Dies gilt für alle Wahlen.
Missbräuchlich ist insbesondere die Verteilung auf Wahl-
veranstaltungen, an Informationsständen der Parteien
sowie das Einlegen, Aufdrucken oder Aufkleben partei-
politischer Informationen oder Werbemittel. Untersagt
ist auch die Weitergabe an Dritte zur Verwendung bei der
Wahlwerbung. Auch ohne zeitlichen Bezug zu einer bevor-
stehenden Wahl darf die vorliegende Druckschrift nicht so
verwendet werden, dass dies als Parteinahme des Heraus-
gebers zu Gunsten einzelner politischer Gruppen verstan-
den werden könnte.
Diese Beschränkungen gelten unabhängig vom Vertriebs-
weg, also unabhängig davon, auf welchem Wege und in
welcher Anzahl diese Informationsschrift dem Empfänger
zugegangen ist. Erlaubt ist jedoch den Parteien, diese In-
formationsschrift zur Unterrichtung ihrer Mitglieder zu
verwenden.
Copyright
Diese Veröffentlichung ist urheberrechtlich geschützt. Alle
Rechte, auch die des Nachdruckes von Auszügen und der
fotomechanischen Wiedergabe, sind dem Herausgeber
vorbehalten.
Landesschule für Blinde und Sehbehinderte
Förderzentrum Chemnitz
Landeszentrum zur Betreuung Blinder und Sehbehinderter
Umbau- und Sanierungsmaßnahmen
Situation
und Nutzung
Die Eröffnung der „Königlich-Sächsischen
Landeserziehungsanstalt für Blinde und
Schwachsinnige“ in Chemnitz-Altendorf im
Jahr 1905 markierte auf Grund ihrer Ver-
bindung zwischen Städtebau, Architektur,
Freiraumgestaltung und Sozialgeschichte
einen wichtigen Entwicklungsschritt im An-
staltsbau des frühen 20. Jahrhunderts. Die
umgesetzte und zu damaliger Zeit innovative
Struktur des so genannten „Pavillonsystems“
schuf den Rahmen für eine lichte und luftige
Lebens-, Arbeits- und Betreuungsumgebung,
die mit den einzeln stehenden Gebäuden in
einem parkartigen Umfeld noch heute spür-
bar ist. Im Rahmen der Vermögenszuord-
nung wurde der Freistaat Sachsen im Juli
1991 Eigentümer des Grundstückes an der
Flemmingstraße. Im Jahr 1995 wurde durch
das Land ein Erbbaurechtsvertrag mit dem
Internationalen Bund zur Nutzung des Ge-
ländes abgeschlossen. Gegenwärtig wirken
auf dem Gelände Träger mehrerer Einrich-
tungen.
Der Freistaat Sachsen, vertreten durch den
Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und
Baumanagement, trägt dabei die liegen-
schaftliche und baufachliche Verantwortung
für die Sicherung der Nutzung durch die
Landesschule für Blinde und Sehbehinderte
Förderzentrum Chemnitz und das Landes-
zentrum zur Betreuung Blinder und Sehbe-
hinderter. Die städtebauliche Konzeption mit
der Parkanlage sowie der Gebäudebestand
in seiner äußeren Gestalt und Teile der In-
neneinrichtung sind als denkmalpflegerisch
erhaltenswert eingestuft. Alle Änderungen
unterliegen den Inhalten einer denkmal-
pflegerischen Rahmenzielstellung aus dem
Jahr 1998.
Die Abstimmung der umfangreichen Bau-
arbeiten mit dem Dienstbetrieb und Ar-
beitsalltag aller Nutzer auf der Liegenschaft
stellte über die gesamte Bauzeit eine große
Herausforderung dar. Mit einer detaillier-
ten Bauablaufplanung und -durchführung
konnte eine Minimierung von Interimsunter-
bringungen erzielt werden. Fertigstellungen
orientierten sich an Ferienzeiten, um für die
Organisation von Möblierungen und Umzü-
gen optimale Voraussetzungen zu schaffen.
Als Besonderheit für den ersten Bauabschnitt
ist eine Finanzierung aus dem Investitions-
programm „Zukunft, Bildung und Betreuung“
herauszustellen, die zwingend eine bauliche
Fertigstellung in 2009 erforderte.
1 Gruppenraum Haus 29
2 Sanitäranlagen Haus 25
1 Lehrerzimmer/Aufgang zu Lehrmittelraum Haus 02
2 Treppenhaus Haus 02
3 4 5 Flurgestaltung Haus 29
6 Gruppenraum Haus 25
7 Sanitäranlagen Haus 25
1
2
6
7
2
1
5
3
4

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Konzeption
Im Juni 2005 erfolgte der Baubeginn zum Neubau einer Schule zur Unterrichtung schwerst-
mehrfach- und lernbehinderter Schüler. Nachfolgend wurden in zwei Bauabschnitten neun der
historischen Gebäude für verschiedene Nutzungen im Schul- und Heimbereich behindertenge-
recht umgebaut und grundlegend saniert.
Die vier Schulgebäude beherbergen Unterrichtsräume für Schüler der Grund- und Mittelstu-
fe sowie Büros der Schulverwaltung. So gibt es zum einen spezielle Räume für Musik, Kunst,
Werken und Hauswirtschaft, zum anderen wurden hochwertig ausgestattete Fachkabinette für
Chemie, Biologie, Physik, Informatik sowie ein Sprachkabinett und Therapieräume, beispielswei-
se für die Seherziehung, geschaffen.
Vier Gebäude dienen als Heime zur Unterbringung der Schüler, fungieren als Heilpädagogische
Kindertagesstätte und sichern Ganztagsbetreuung und mobile Frühförderung. Pro Wohneinheit
und Ebene wohnen zirka acht Kinder in familienähnlicher Struktur gemeinsam. Eine Wohnein-
heit besteht aus Ein- und Zweibettzimmern mit zugeordneten Bädern, großen Wohnküchen und
Therapieräumen zur Betreuung und Rehabilitation der Kinder.
Die Mehrzweckhalle kann für eine Vielzahl unterschiedlicher Veranstaltungen wie Sportunter-
richt, Schulfeiern, Chorauftritte und Theatervorführungen genutzt werden. Aufwändig waren
die Freilegung und Retusche von dekorativen Malereien, welche die Holzdecke in Form von
Blattlaub sowie die Wände des Saales mit Schriftzügen schmücken, die auf die ursprüngliche
Funktion hinweisen. Den Raumeindruck komplettiert ein intensives Beleuchtungs- und Be-
schallungssystem.
Alle Gebäude sind klar strukturiert und erleichtern durch ihre farbliche Gliederung den Schü-
lern die Orientierung. Die Gestaltung der Räume beruht auf einer komplexen Struktur aus un-
terschiedlichsten Anforderungen. Die Planer hatten die Aufgabe, besondere Leit- und Orien-
tierungshilfen, wie kontrastierende Farb- und Materialeigenschaften der Oberflächen, mit den
Zielvorstellungen der Denkmalbehörden und eigenen Raumvorstellungen zu vereinen. Unter der
Prämisse des bestmöglichen Erhalts der historischen Bausubstanz wurde nach dem heutigen
Stand der Technik, unter Beachtung pädagogischer und sicherheitsrelevanter Aspekte sowie der
bautechnischen und bauphysikalischen Anforderungen an Brand-, Schall- sowie Wärmeschutz
umgebaut.
Die Umsetzung des Raumprogramms erforderte in Verbindung mit den denkmalpflegerischen
Zielstellungen insbesondere im Schulbereich aufwändige Eingriffe in die Bausubstanz. Schwer-
punkt bildete die Schaffung von zwei unabhängigen Treppenräumen und die behindertenge-
rechte Erschließung mit dem Einbau von Aufzügen. Für zum Teil umfangreiche Grundrissän-
derungen waren statische Ertüchtigungen oder auch die Erneuerung von Decken notwendig.
Neben der Sanierung vorhandener erhaltenswerter Fenster und Türen erfolgten Neueinbauten.
Die Gebäude wurden trockengelegt, teilweise waren Dachhaut und Dachtragkonstruktion zu
erneuern, die gesamte Elektrik mit erhöhten Anforderungen an die Beleuchtungsstärke sowie
die Haustechnik wurden neu installiert. Komplettiert wurde die Ausstattung mit Tafeln und
Einbauküchen.
09/2006 Planungsauftrag EW-Bau 2. BA
07/2007 Vorlage EW-Bau
01/2008 Genehmigung EW-Bau, Bauauftrag
genehmigte Gesamtbaukosten 9.166 T€ mit Teilmaßnahmen
06/2009 - 10/2010
Haus 21
Mittelschulteil
08/2009 - 01/2011
Haus 16
Grundschulteil
03/2011 - 07/2012
Haus 02
Mittelschulteil
06/2009 - 11/2012
Infrastrukturmaßnahmen / Freianlagen
Gebäudedaten
Gebäudekenndaten
gesamt
davon Schulen
Heime
Hauptnutzfläche
9.300 m²
7.300 m²
2.000 m²
Nutzfläche
14.700 m²
11.100 m²
3.600 m²
Bruttogrundfläche
27.000 m²
19.800 m²
7.200 m²
Bruttorauminhalt
100.600 m³
74.600 m³
26.000 m³
Gesamtbaukosten
32.485 T€
Planung
05/2002 Planungsauftrag HU-Bau
(auf Basis eines genehmigten Bauantrages)
09/2002 Planungsstopp (geänderte Nutzerforderungen)
04/2003 überarbeitete Nutzerforderung
08/2004 Bauantrag in HU-Bau-Qualität
04/2005 Genehmigung Bauantrag (Gliederung in zwei Bauabschnitte)
Planungs- und Bauauftrag 1. BA
genehmigte Gesamtbaukosten 23.319 T€ mit Teilmaßnahmen
Bauzeiten
06/2005 - 06/2007
Haus 35
Schulneubau
09/2005 - 01/2007
Haus 25
Heim
09/2005 - 01/2007
Haus 29
Heim
11/2005 - 05/2007
Haus 03
Mittelschulteil
12/2006 - 12/2007
Haus 04
Gymnastikhalle/
Gemeinschaftsraum
04/2007 - 12/2008
Haus 28
Heim
06/2007 - 02/2009
Haus 26
Heim
09/2005 - 02/2009
Infrastrukturmaßnahmen
Freianlagen
und Infrastruktur
Die Neugestaltung der Freianlagen orientiert
sich am historischen Vorbild. Neben der Pfle-
ge des Altbaumbestandes erfolgten Fällun-
gen und Neupflanzungen von Bäumen und
Sträuchern nach gartendenkmalpflegerischen
Gesichtspunkten. Die Wege, die ausschließ-
lich als verbindende Fußwege zwischen den
Häusern dienen und die Befahrbarkeit für
Rollstühle gewährleisten müssen, sind in
splittabgestreuter Gussasphaltbauweise zwi-
schen Stahlbändern hergestellt. Für die zu
integrierenden Spielplätze wurden die Stand-
orte der verschiedenen Spiel-, Kletter- und
Sitzmöglichkeiten so gewählt, dass sie aus
den umliegenden Gebäuden gleichermaßen
gut erreichbar sind. Die Terrasse auf der Süd-
seite des Schulneubaus dient zukünftig als
„Klassenzimmer im Grünen“. Ein Tast- und
Fühlplatz komplettiert das Spielangebot. Wei-
terhin wurden alle Ver- und Entsorgungslei-
tungen erneuert.
Flemmingstraße
35
26
25
4
29
28
3
2
16
21
1 Klassenraum Werken
Haus 35
2 Treppenhaus Haus 21
3 Fachkabinett Chemie Haus 21
4 Flur Haus 35
5 Flur Haus 21
6 Blick zum Haus 35
7 Haus 28
8 Spielplatz
9 Klassenraum Hauswirtschaft
Haus 03
10 Eingangsbereich Haus 02
11 Blick in Haus 04
1
2
3
4
7
8
10
11
9
5 6