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- Teil C -
Große Kreisstadt Riesa
Landkreis Meißen
Vorhabenbezogener Bebauungsplan
„Photovoltaikanlage Rostocker Straße“
- VORENTWURF -
BEGRÜNDUNG
mit vorläufigem Umweltbericht
vom 22.12.2020
_______________________________________________
Arnold Consult AG
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Inhaltsverzeichnis
1.
Anlass der Planung ............................................................ 4
2.
Beschreibung des Plangebietes ....................................... 5
2.1
Lage und Geltungsbereich ............................................................................ 5
2.2
Größe ............................................................................................................ 6
2.3
Umliegende Strukturen und Nutzungen ......................................................... 6
2.4
Topographie und Vegetation ......................................................................... 6
2.5
Geologie und Hydrologie ............................................................................... 7
3.
Planungsrechtliche Ausgangssituation ........................... 8
3.1
Übergeordnete Planungsvorgaben ................................................................ 8
3.2
Darstellung im Flächennutzungsplan ............................................................. 9
3.3
Bauplanungsrechtliche Situation, rechtsverbindliche Bebauungspläne........ 10
3.4
Eigentumsverhältnisse ................................................................................ 10
4.
Ziele der Planung ............................................................. 10
4.1
Art der baulichen Nutzung ........................................................................... 10
4.2
Maß der baulichen Nutzung, Überbaubare Grundstücksfläche .................... 11
4.3
Begründung weiterer Festsetzungen ........................................................... 12
4.4
Grünordnung ............................................................................................... 12
4.5
Verkehrliche Erschließung ........................................................................... 12
5.
Ver- und Entsorgung ....................................................... 13
6.
Umweltbericht .................................................................. 13
6.1
Inhalte und Ziele der Planung (Kurzdarstellung) .......................................... 14
6.2
Umweltziele für das Plangebiet und deren Berücksichtigung ....................... 14
6.3
Bestandsaufnahme, Beschreibung und Bewertung der Umwelt-
auswirkungen einschl. der Prognose bei Durchführung der Planung ........... 15
6.4
Beschreibung der baubedingten und betriebsbedingten Auswirkungen des
Vorhabens ................................................................................................... 22
6.5
Kumulative Auswirkungen ........................................................................... 23
6.6
Prognose über die Entwicklung des Umweltzustandes bei Nicht-
durchführung der Planung ........................................................................... 23
6.7
Geplante Maßnahmen zur Vermeidung, Verringerung und zum Ausgleich .. 24
6.7.1
Vermeidungsmaßnahmen bezogen auf die einzelnen Schutzgüter ............. 24
6.7.2
Naturschutz (naturschutzfachlicher Ausgleich) ............................................ 24
6.7.3
Beurteilung des Gebietes nach seiner Bedeutung für Natur und
Landschaft .................................................................................................. 27
6.7.4
Ausgleichsflächen / Ausgleichsmaßnahmen................................................ 27
6.8
Planungsalternativen ................................................................................... 27
6.9
Beschreibung der Methodik und Hinweise auf Schwierigkeiten und
Kenntnislücken ............................................................................................ 28
6.10
Beschreibung der geplanten Überwachungsmaßnahmen (Monitoring)........ 28
6.11
Allgemeinverständliche Zusammenfassung ................................................ 29
7.
Sonstige Hinweise und nachrichtliche Übernahmen .... 29
7.1
Denkmalschutz und Archäologie ................................................................. 29
7.2
Altablagerungen, Altstandorte und Altlastenbereiche .................................. 30

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8.
Städtebauliche Statistik ................................................... 31
9.
In-Kraft-Treten .................................................................. 31

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Begründung zum Vorhabenbezogenen Bebauungsplan „Photovoltaikanlage Rostocker
Straße“ der Großen Kreisstadt Riesa in der Fassung vom 22.12.2020.
Der Bebauungsplan wird aufgrund folgender Rechtsgrundlagen in der jeweils zum
Zeitpunkt des Satzungsbeschlusses geltenden Fassung erlassen:
-
§ 2 Abs. 1 Satz 1, § 8 Abs. 4, § 9, § 10 Abs. 1, § 12 Baugesetzbuch (BauGB)
-
§ 89 der Sächsischen Bauordnung (SächsBO)
-
Baunutzungsverordnung (BauNVO)
-
Planzeichenverordnung (PlanzVO)
Verfasser:
Arnold Consult AG
Heinrich-Heine-Str. 26
01662 Meißen
1.
Anlass der Planung
Die Große Kreisstadt Riesa beabsichtigt aufgrund der konkreten Nachfrage
eines Investors, das brach gefallene Gelände südlich der Bahnlinie Leipzig
- Dresden-Neustadt und westlich der „Rostocker Straße“ einer Umnutzung
zuzuführen. Auf dem Gelände ist die Errichtung einer Freiflächen-
Photovoltaikanlage geplant.
Die überplante Gesamtfläche der Gewerbebrache beläuft sich auf ca.
6,89 ha. Um die planungsrechtlichen Voraussetzungen für die Umsetzung
der geplanten Photovoltaikanlage zu schaffen, beantragte der Investor bei
der Stadt Riesa die Einleitung der hierfür erforderlichen Bauleitplan-
verfahren.
Die Große Kreisstadt Riesa unterstützt die Planung des Investors. Zur
planungsrechtlichen Sicherung der Freiflächen-Photovoltaikanlage am
vorgesehenen Standort und zur Gewährleistung der umwelt- und natur-
schutzfachlichen Anforderungen beschloss die Stadt Riesa, basierend auf
dem Antrag des Investors, die Aufstellung des vorhabenbezogenen
Bebauungsplanes „Photovoltaikanlage Rostocker Straße“. Parallel hierzu
wird das nötige Verfahren zur 1. Änderung des Flächennutzungsplanes der
Stadt Riesa durchgeführt.
Der Bebauungsplan enthält alle rechtsverbindlichen Festsetzungen, die für
eine städtebaulich geordnete Entwicklung am vorgesehenen Standort
erforderlich sind und bildet die Grundlage für weitere zum Vollzug des
BauGB erforderliche Maßnahmen (§ 8 Abs. 1 BauGB).

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2.
Beschreibung des Plangebietes
2.1
Lage und Geltungsbereich
Der räumliche Geltungsbereich des Plangebietes ergibt sich aus der
Planzeichnung (Teil A).
Er umfasst die Flurstücke Nr. 60, 60a, 60b, 277/2, 278/2, 279/2, 280/2,
281/2, 282/2, 283/2, 284/2, 285/2 und 286/2, jeweils Gemarkung Merzdorf
sowie die Flurstücke Nr. 215/3, 216/3, 217/3, 218/1 und 220/1, jeweils
Gemarkung Gröba.
Das Plangebiet des vorhabenbezogenen Bebauungsplanes „Photo-
voltaikanlage Rostocker Straße“ liegt südlich der in Ost-West-Richtung
verlaufenden Bahnlinie Leipzig - Dresden-Neustadt und westlich der
namensgebenden "Rostocker Straße" im Übergansbereich zwischen den
beiden Ortsteilen Merzdorf und Gröba der Großen Kreisstadt Riesa.
Luftbild Umgriff Plangebiet, © Geoportal Sachsenatlas 2020
Riesa

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2.2
Größe
Die Gesamtfläche des Bebauungsplanes beträgt ca. 6,89 ha. Davon
entfallen ca. 4,53 ha auf die geplanten Sondergebietsflächen, ca. 2,13 ha
auf Grünflächen und ca. 0,23 ha auf sonstige, bereits bestehende Flächen.
Siehe dazu auch die Flächenbilanz unter Punkt 8.
2.3
Umliegende Strukturen und Nutzungen
Die an die im Außenbereich gemäß § 35 BauGB liegenden geplanten
Sonderbauflächen
angrenzende
Nachbarschaft
ist
geprägt
durch
unterschiedliche Strukturen und Nutzungen:
im Norden durch die Gleisanlagen der Bahnstrecke Leipzig - Dresden-
Neustadt,
im Osten durch die angrenzende Rostocker Straße und darüber hinaus
durch Wohn- und gemischte Bebauung,
im Südosten durch eine Kleingartenanlage,
im Süden und Südwesten durch intensiv landwirtschaftlich genutzte
Flächen,
im Westen durch Wohnbebauung.
2.4
Topographie und Vegetation
Das überwiegende Teil des Plangebiets befindet sich auf einem mittleren
Höhenniveau von ca. 105,00 m ü. NHN. Nach Süden und Westen steigt das
Gelände natürlich leicht an, an der südwestlichen Umgriffsgrenze wird eine
Höhe von ca. 106,00 m ü. NHN erreicht, im Westen ca. 110,00 m ü. NHN
(Quelle Sachsenatlas Geoportal). Zur nördlich gelegenen Bahnstrecke ist
ebenfalls ein Höhenanstieg zu verzeichnen, hier handelt es sich jedoch um
künstlich angelegte Böschungen für die Gleisanlagen, die außerhalb des
Plangebietes verlaufen.
Die Freiflächen in der östlichen Hälfte des Plangebietes sind aufgrund der
vormaligen Nutzung als Brennstoffhandel mit Gleisanlage mehrheitlich
versiegelt und teilweise überbaut. In der westlichen Hälfte des Areals
existieren dagegen offene und nicht versiegelte Freiflächen. Insbesondere
zur Bahnlinie sind Gehölzbestände vorhanden, mehrheitlich Laubbäume,
die teilweise auch aufgrund Sukzession auf den brachliegenden Flächen
aufwuchsen. Zwischen ihnen befinden sich Hecken, die eine relativ dichte

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Eingrünung des Areals nach Norden bilden. Nach Möglichkeit sollen diese
Gehölz- und Heckenstrukturen erhalten werden. Im Südwesten finden sich
ebenfalls einzelne Baum- und Strauchgruppen, entlang der Rostocker
Straße wurde vormals eine Baumreihe angepflanzt.
2.5
Geologie und Hydrologie
Der Untergrund im Plangebiet ist generell geprägt durch seine Lage auf
einer Hochfläche außerhalb der Flussaue der Elbe mit pleistozänen
Ablagerungen. Laut Geoportal des Landes Sachsen stehen im Umgriff der
Planung sowohl glazifluviale Sande und Kiese (westlicher Teil) wie auch
fluviatile Kiese und Sande (östlicher Teil) an.
Bedingt durch die Vornutzung des Plangebiets und die damit einher-
gehende großteilige Versiegelung kann davon ausgegangen werden, dass
der vorgenannte Bodenaufbau in der östlichen Hälfte des Plangebiets und
in den ehemaligen Gleisbereichen erst unterhalb einer gewissen Eingriffs-
tiefe angetroffen werden kann. Die natürlich anstehende geologische
Schichtenfolge ist in diesem Bereich bereits gestört und verändert.
Oberirdische Gewässer werden durch die Planung nicht tangiert. Nördlich
des Plangebietes und der Bahnlinie, in einer minimalen Entfernung von ca.
130 m fließt die Döllnitz durch das Stadtgebiet von Riesa nach Osten
Richtung Elbe. Das für die Döllnitz ausgewiesene Überschwemmungsge-
biet berührt das geplante Sondergebiet nicht.
Grundwasser tritt in den Sanden und Kiesen in unterschiedlicher Tiefe auf,
wobei der zu erwartende Grundwasserspiegel etwa der Höhenlage des
nächsten Vorfluters entspricht.
Die Fließrichtung des Grundwassers wird
sich in Richtung Norden / Nordosten zur Döllnitz und zur Elbe hin
orientieren. Laut interaktiver Karte des Landesamtes für Umwelt,
Landwirtschaft und Geologie (LfULG) ist von mittleren Grundwasserflur-
abständen von 5,0 bis 7,0 m auszugehen. Dies wird durch die nächst-
gelegenen Grundwassermessstellen bestätigt. An der Messstelle Riesa
Nr. 46450139 nördlich der Bahnlinie in einer Entfernung von ca. 300 m zum
Plangebiet wurden bis 1999 langjährige Mittelwerte von 4,97 m unter
Gelände ermittelt. Aktuelle Werte liegen für die Messstelle im Ortsteil Gröba
Nr. 4645E4034 vor, hier wurden seit 2018 mittlere Grundwasserstände von
5,62 m unter Gelände ermittelt und am 22.09.2020 ein Grundwasserstand
von 5,80 m unter Gelände aufgenommen.

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Bei der im Frühjahr 2020 durchgeführten vertiefenden Bodenuntersuchung
(siehe dazu auch Punkt 7.2) konnte aus entnommenen Bohrkernen für die
versiegelten Bereiche eine Schichtenfolge ermittelt werden. Unterhalb einer
Betonplatte von ca.15 bis 25 cm Schichtstärke sind sandige und kiesige
Auffüllungen bis zu einer Tiefe von 0,70 m anzutreffen. Darunter liegen die
natürlich vorkommenden Schichten an, bis zu einer Tiefe von ca. 3,0 m fein-
sandige und tonige Schluffe, vermischt mit einzelnen Kiesen, tiefer sind ein-
heitlich Feinsande anzutreffen. Grundwasser wurde bei den Untersuchun-
gen nicht angetroffen. Gemäß Bodenuntersuchung ist von einem Durchläs-
sigkeitsbeiwert von 2,5 * 10
-4
bis 8 * 10
-4
auszugehen.
3.
Planungsrechtliche Ausgangssituation
3.1
Übergeordnete Planungsvorgaben
Das
Energie- und Klimaprogramm Sachsen 2012
(EKP 2012),
beschlossen 2013, ist das wichtigste Grundlagenpapier zur Energie- und
Klimapolitik der Sächsischen Staatsregierung. Sie verfolgt dabei das Ziel,
das System der Energieversorgung so zu gestalten und weiter zu
entwickeln, dass die gleichermaßen sichere, wirtschaftliche, umwelt- und
sozialverträgliche Bereitstellung von Energie zu jedem Zeitpunkt
gewährleistet werden kann.
Dazu sollen u.a. der Anteil der erneuerbaren Energien am Brutto-
stromverbrauch im nächsten Jahrzehnt auf 28 % steigen und die im
Programm dargestellten Potenziale für erneuerbare Energien erschlossen
werden. Diesbezüglich wurde ausdrücklich auf die hohen Potentiale
verwiesen, die im Ausbau der Photovoltaik liegen.
Gemäß
Landesentwicklungsplan 2013
(LEP) des Freistaates Sachsen
sollen die Träger der Regionalplanung darauf hinwirken, dass die Nutzung
der Erneuerbaren Energien flächensparend, effizient und umweltverträglich
ausgebaut werden kann [LEP 5.1.1 (Z)].
Die Ausweisung von Flächen zur Erzeugung von Elektroenergie hoher
Leistung soll flächensparend in der Umgebung bereits bestehender
geeigneter Netzinfrastruktur und effizient durch eine geeignete Standort-
auswahl erfolgen. Die Umweltverträglichkeit der Ausweisung ist sicher-
zustellen, dabei sollen auch eine unverhältnismäßige Belastung der
Kulturlandschaft ausgeschlossen und die landwirtschaftliche Nutzfläche
weitestgehend erhalten bleiben.

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Die vorliegende Planung fördert den Ausbau der Energieversorgung aus
erneuerbaren Energien und trägt den diesbezüglichen Vorgaben des
"Energie- und Klimaprogramm Sachsen 2012" sowie des "Landes-
entwicklungsplan 2013" grundsätzlich Rechnung.
3.2
Darstellung im Flächennutzungsplan
Im rechtswirksamen Flächennutzungsplan der Großen Kreisstadt Riesa ist
das Plangebiet größtenteils als „gewerbliche Fläche“ dargestellt. Außerdem
werden im südwestlichen Randbereich landwirtschaftliche Flächen und
entlang der Rostocker Straße Grünflächen ausgewiesen.
Auszug Rechtswirksamer FNP, © Große Kreisstadt Riesa
Der vorhabenbezogene Bebauungsplan „Photovoltaikanlage Rostocker
Straße“ kann derzeit nicht aus dem Flächennutzungsplan der Großen
Kreisstadt Riesa entwickelt werden. Er muss gemäß § 8 Abs. 3 BauGB im
Parallelverfahren entsprechend geändert werden (1. Änderung FNP). In
diesem Zusammenhang wird im Flächennutzungsplan ein „Sondergebiet
mit der Zweckbestimmung Freiflächenphotovoltaikanlage“ dargestellt.

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3.3
Bauplanungsrechtliche Situation, rechtsverbindliche
Bebauungspläne
Das überplante Areal ist derzeit planungsrechtlich als Außenbereich gemäß
§ 35 BauGB zu beurteilen. Ein rechtswirksamer Bebauungsplan bzw. eine
sonstige vergleichbare Satzung besteht für das Plangebiet und dessen
näheres Umfeld bislang nicht.
Eine bauliche Nutzung des Areals ist unter den vorgenannten Voraus-
setzungen demzufolge derzeit planungsrechtlich nicht zulässig.
Großflächige Photovoltaikanlagen im Außenbereich, die in das öffentliche
Stromversorgungsnetz einspeisen, gelten nicht als privilegiertes Vorhaben
im Sinne des § 35 Abs. 1 BauGB und scheiden auch als sonstige Vorhaben
nach § 35 Abs. 2 BauGB aus. Daher erfordert die bauplanungsrechtliche
Zulässigkeit von Freiflächenphotovoltaikanlagen, wie sie die Große
Kreisstadt Riesa plant, eine gemeindliche Bauleitplanung.
3.4
Eigentumsverhältnisse
Alle überplanten Grundstücke (siehe dazu Punkt 2.1) der Gemarkungen
Merzdorf und Gröba befinden sich im Besitz des Vorhabenträgers.
4.
Ziele der Planung
4.1
Art der baulichen Nutzung
Zur planungsrechtlichen Sicherung der geplanten Errichtung einer
Photovoltaikanlage auf dem Areal des ehemaligen Brennstoffhandels
südlich der Bahnlinie Leipzig - Dresden-Neustadt und westlich der
Rostocker Straße werden die für die Aufstellung von Solarmodulen
vorgesehenen Flächen des Plangebietes als sonstiges Sondergebiet
(SO
PV
) gemäß § 11 BauNVO mit der Zweckbestimmung "Freiflächen-
photovoltaikanlage" festgesetzt. Grundsätzlich sind solche Gebiete als
Sondergebiete festzusetzen, die sich von den klassischen Baugebieten der
BauNVO wesentlich unterscheiden. Die Zweckbestimmung und die Art der
baulichen Nutzung sind in diesem Zusammenhang festzusetzen.

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In dem festgesetzten Sondergebiet soll eine großflächige Freiflächen-
photovoltaikanlage realisiert werden können. Dazu werden die ober-
irdischen baulichen Anlagen des ehemaligen Brennstoffhandels zurück-
gebaut, lediglich das im Süden an der Zufahrt gelegene ehemalige
Bürogebäude soll weiterhin zu Verwaltungs- bzw. gewerblichen Zwecken
genutzt werden. Es ist nicht beabsichtigt, die mit Beton versiegelten
Flächen im Osten des Plangebietes abzubrechen, hier kann ebenso und
mit der gleichen Technik wie auf den westlichen unversiegelten Bereichen
eine Überbauung mit Solarmodulen erfolgen.
Innerhalb des Sondergebietes ist die Aufstellung von gleichmäßig
verteilten, aufgeständerten Modultischen mit Photovoltaikmodulen in
mehreren Reihen vorgesehen. Die einzelnen Solarmodule werden auf
Stahlträgern befestigt, die nach jetzigen Kentnisstand mehrheitlich in den
Untergrund eingerammt werden sollen.
Die einzelnen Module sind als stationäre Anlagen ohne Nachführung des
Sonnenverlaufs mit einer Ausrichtung nach Süden vorgesehen. Die Vorder-
kante der Module liegt in jedem Falle mindestens 0,70 m über der
natürlichen Geländeoberkante, auch um eine Mahd der überstellten
Flächen (auf den bisher nicht versiegelten Flächen) gewährleisten zu
können. Die maximale Höhenausdehnung an der Hinterkante der Module
liegt bei 3,00 m.
Neben den Solarmodulen sind im Sondergebiet auch noch die Technik-
gebäude (Wechselrichter, Trafostation) und sonstigen baulichen Neben-
anlagen für die Stromgewinnung erforderlich.
4.2
Maß der baulichen Nutzung, Überbaubare Grundstücksfläche
Das Maß der baulichen Nutzung wird im neuen Baugebiet durch die Grund-
flächenflächenzahl (GRZ) und die Festsetzung von Oberkanten bzw. Un-
terkanten der Gebäude und Anlagen ausreichend bestimmt.
Maximal 60 % (GRZ 0,6) der in dem Sondergebiet ausgewiesenen ca.
4,52 ha großen Fläche kann durch die Solarmodule zukünftig überstellt
werden. Aufgrund der vorgesehenen Rammung der Modulgestelle ist die
tatsächlich zusätzlich entstehende versiegelte Fläche auf ein Minimum be-
grenzt. Die dauerhafte Bodenversiegelung ist bei Photovoltaikanlagen
i.d.R. sehr gering und liegt erfahrungsgemäß unter 5 % der Gesamtfläche.

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4.3
Begründung weiterer Festsetzungen
Mit der zulässigen Höhenausdehnung der geplanten baulichen Anlagen
(Photovoltaikmodule, Technikgebäude) soll die gesamte Freiflächen-
photovoltaikanlage einschließlich zugehöriger Nebenanlagen höhenmäßig
verträglich in das Landschaftsbild integriert werden. Eine verträgliche
Einbindung der erforderlichen Technikgebäude soll auch durch die hierzu
getroffenen gestalterischen Festsetzungen gewährleistet werden.
Zum Schutz der Freiflächenphotovoltaikanlage gegen Vandalismus und
Diebstahl wird eine Einfriedung mit Übersteigschutz empfohlen. Hierfür
werden bereits vorhandene Zäune im Süden und Südwesten genutzt,
entlang der Rostocker Straße wird derzeit ein neuer Zaun errichtet. Die
Einzäunung auf den anderen Seiten des Plangebietes wird nach
Möglichkeit mit den vorhandenen Gehölzstrukturen kombiniert. Um auch
hier eine verträgliche Einbindung in das Landschaftsbild zu gewährleisten,
werden Festsetzungen zur maximalen Höhe der Einfriedung und ihrer
gestalterischen Ausprägung getroffen.
4.4
Grünordnung
Die bereits bestehenden Gehölz- und Heckenstrukturen, insbesondere im
Norden des Areals, die nicht durch das geplante Baufeld der Freiflächen-
photovoltaikanlage betroffen sind, sollen erhalten werden. Diesbezüglich
wird eine Fläche mit "Bindung für Bepflanzungen und für den Erhalt von
Bäumen, Sträuchern und sonstigen Bepflanzungen" ausgewiesen.
Auch die bestehenden extensiven Offenlandflächen, die gemäß rechts-
wirksamen FNP der Stadt Riesa eine Biotopeinstufung als "Ruderalflur" und
"Offene, vegetationsarme Fläche" besitzen, sollen erhalten werden und ggf.
bereichsweise zu einer extensiven Wiese weiterentwickelt werden. Die
randlichen Grünstrukturen sowie die extensiven Freiflächen im Bereich der
geplanten Solarmodule sollen dazu beitragen, das im Plangebiet anfallende
Niederschlagswasser vor Ort weiterhin breitflächig über die belebte
Bodenzone zur Versickerung zu bringen.
4.5
Verkehrliche Erschließung
Für die geplante Nutzung als Freiflächenphotovoltaikanlage ist eine
verkehrliche Erschließung nur in sehr begrenztem Umfang erforderlich. Die
Zufahrt zur künftigen Photovoltaikanlage kann im Südosten über die bereits

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bestehende Zufahrt erfolgen, diese erschließt das Areal über einen
unmittelbar anliegenden landwirtschaftlichen Wirtschaftsweg, welcher in
geringer Entferung in die Rostocker Straße einmündet.
Neue, evt. benötigte Erschließungswege innerhalb des Plangebiets sollen
ausschließlich als wassergebundene Schotterwege/-flächen ausgebildet
werden.
5.
Ver- und Entsorgung
Klassische Ver- und Entsorgungsanlagen (z.B. Abwasserkanal) sind für die
geplante Freiflächenphotovoltaikanlage nicht erforderlich.
Die gewonnene Energie der geplanten Freiflächenphotovoltaikanlage soll
u.a. in das Stromnetz des örtlichen Betreibers eingespeist werden. Eine
Konkretisierung der geplanten Einspeisung und der in diesem Zusammen-
hang ggf. erforderlichen technischen Anlagen erfolgt im Rahmen des
nachfolgenden Baugenehmigungsverfahrens.
6.
Umweltbericht
Bei der Aufstellung von Bauleitplänen muss gemäß § 2 Abs. 4 BauGB für
die Belange des Umweltschutzes nach § 1 Abs. 6 Nr. 7 BauGB und § 1a
BauGB zwingend eine Umweltprüfung durchgeführt werden.
Dabei sind die voraussichtlichen erheblichen Umweltauswirkungen zu
ermitteln und in einem Umweltbericht zu beschreiben und zu bewerten.
Dieser Umweltbericht ist gemäß § 2 a BauGB der Begründung zur
Bauleitplanung als gesonderter Teil beizufügen. Entsprechend dem Stand
des Verfahrens sind im Umweltbericht die auf Grund der Umweltprüfung
ermittelten und bewerteten Belange des Umweltschutzes darzulegen.
Im Rahmen der frühzeitigen Beteiligung gemäß § 4 Abs. 1 BauGB werden
die Behörden und sonstigen Träger öffentlicher Belange zur Äußerung auch
im Hinblick auf den erforderlichen Umfang und Detaillierungsgrad der
Umweltprüfung aufgefordert. Der Umweltbericht wird durch die Auswertung
der
in diesem Zusammenhang
eingegangenen
umweltrelevanten
Stellungnahmen fortgeschrieben.

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6.1
Inhalte und Ziele der Planung (Kurzdarstellung)
Mit der Ausweisung einer Sonderbaufläche mit der Zweckbestimmung
"Freiflächenphotovoltaikanlage" auf den vorgenannten Flurstücken der
Gemarkungen Merzdorf und Gröba soll in der Stadt Riesa ein Beitrag zu
einer umweltfreundlichen Energiegewinnung geleistet werden. In diesem
Zusammenhang sollen im Plangebiet sog. Modultische mit aufgesetzten
Photovoltaikmodulen sowie die erforderlichen Nebenanlagen (Wechsel-
richter, Übergabestation) errichtet werden. Diese Errichtung erfolgt sowohl
auf bereits versiegelten wie auch auf unversiegelten Flächen. In den
Randbereichen der geplanten Freiflächenphotovoltaikanlage sollen die
Gehölze und Grünstrukturen nach Möglichkeit erhalten bleiben, die auch
als wirksame Abgrenzung zum angrenzenden Landschaftsraum hin dienen.
Das ca. 6,89 ha große Plangebiet liegt südlich der in Ost-West-Richtung
verlaufenden Bahnlinie Leipzig - Dresden-Neustadt und westlich der
namensgebenden "Rostocker Straße" im Übergangsbereich zwischen den
beiden Ortsteilen Merzdorf und Gröba der Großen Kreisstadt Riesa. Es ist
als Außenbereich im Sinne des § 35 BauGB einzustufen.
Das Plangebiet gliedert sich in Bauflächen (Sondergebiet Frei-
flächenphotovoltaik) und untergeordneten Bestandsbauflächen, Flächen
mit Bindungen für Bepflanzungen und für die Erhaltung von Bäumen,
Sträuchern und sonstigen Bepflanzungen sowie sonstigen Grün- und
Erschließungsflächen. Die dauerhafte Bodenversiegelung ist bei Photo-
voltaikanlagen i.d.R. sehr gering (nur punktuell) und liegt erfahrungsgemäß
unter 5 % der Gesamtfläche. Bei der geplanter Überbauung bisher nicht
versiegelter Bereiche innerhalb der Sondergebietsfläche in einer Größen-
ordnung von ca. 1,98 ha ist daher mit einer neu zu versiegelnden Fläche
von bis zu 1.000 m² zu rechnen.
Weitere Ausführungen hierzu sind den Kapiteln Pkt. 1. „Anlass der Planung“
und Pkt. 4. „Ziele der Planung“ zu entnehmen.
6.2
Umweltziele für das Plangebiet und deren Berücksichtigung
Abgesehen von den ohnehin gültigen und zu beachtenden allgemeinen
gesetzlichen Grundlagen (Baugesetzbuch, Naturschutzgesetze, Immis-
sionsschutzgesetze, Wasserrecht etc.) sind für das Vorhabengebiet im
Fachrecht keine besonderen zu beachtenden Umweltziele festgelegt.

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6.3
Bestandsaufnahme, Beschreibung und Bewertung der Umwelt-
auswirkungen einschl. der Prognose bei Durchführung der
Planung
Nachfolgend werden mögliche Umweltauswirkungen der Planung auf die
einzelnen Schutzgüter dargelegt. Die Beurteilung erfolgt verbal argu-
mentativ, wobei zwischen einer geringen, mittleren und hohen Erheblichkeit
unterschieden wird.
Schutzgut Mensch
Beschreibung:
Für das Schutzgut Mensch bestehen keine Vorbelastungen, die über das
übliche Maß für eine randstädtische Lage hinausgehen. Eine Eignung des
Areals für eine potentielle Wohnnutzung liegt nicht vor. Die brachgefallenen
Flächen des ehemaligen Brennstoffhandels weisen auch keinerlei
Naherholungsfunktion auf.
Auswirkungen:
Bei Durchführung der Planung werden keine erholungsrelevanten Frei-
flächen in Anspruch genommen. Anliegende bestehende Wege-
verbindungen sollen auch künftig unverändert erhalten bleiben.
Baubedingt ist vorübergehend mit einer erhöhten Lärmbelästigung zu
rechnen, die jedoch auf einen Zeitraum von ca. ein bis zwei Monaten
begrenzt sein wird. Anlage- und betriebsbedingt entstehen keine nennens-
werten Lärmemissionen. Zwischen möglichen Lärmquellen (Technik-
gebäude) und schützenswerten Nutzungen werden ausreichend große
Abstände eingehalten. Insgesamt sind somit keine erheblichen nachteiligen
Umweltauswirkungen durch Lärm infolge der Planung zu erwarten.
Im Bereich der PV-Anlage ist grundsätzlich mit der Entstehung von
elektrischen und magnetischen Feldern zu rechnen. Die Intensität dieser
Felder ist hierbei jedoch so gering, dass außerhalb des Solarfeldes mit
keinerlei umweltrelevanten Auswirkungen zu rechnen ist.
Systembedingt sind PV-Anlagen auf eine möglichst hohe Absorption der
Sonnenstrahlung ausgelegt (z.B. durch Antireflexionsschichten). Hierdurch
wird die Reflexion des einfallenden Lichtes üblicherweise auf sehr geringe
Anteile reduziert. Das reflektierte Licht wird zudem durch die strukturierten
Oberflächen der Module stark gestreut. Im Ergebnis erscheinen die Module
je nach Betrachtungswinkel und Sonnenstand dunkler oder heller gegen-
über vegetationsbedeckten Flächen. Auf die Wohngebäude im weiteren

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Umfeld der geplanten Freiflächenphotovoltaikanlage sind, bedingt durch
den relativ großen Abstand, keine nachteiligen Umweltauswirkungen durch
Blendung zu erwarten.
Eine unmittelbare verkehrsgefährdende Blendwirkung für die am Rande
des Plangebietes verlaufenden Straßen ist nicht zu erwarten, da die
möglichen Reflexionen aufgrund der Ausrichtung der Module sowie der
Topographie des Areals und seiner Umgebung nie direkt in Fahrtrichtung
auf den umliegenden Straßen auftreten können. Außerdem besteht durch
die bestehenden Gehölzstrukturen (z.B. der Baumreihe entlang der
Rostocker Straße) ein wirkungsvoller Schutz vor möglichen visuellen Beein-
trächtigungen.
Ergebnis:
Für das Schutzgut Mensch sind keine erheblich nachteiligen Umweltaus-
wirkungen durch das geplante Vorhaben zu erwarten.
Schutzgut Tiere und Pflanzen, biologische Vielfalt
Beschreibung:
Das Plangebiet wird in den Bereichen, die für die Aufstellung der
Solarmodule vorgesehen sind, derzeit nicht genutzt. Es handelt sich um
eine Gewerbebrache. Aufgrund der Nutzungsaufgabe haben sich in
Teilbereichen des Areals Gehölzstrukturen und Ruderalfluren entwickelt.
Soweit möglich werden Gehölzstrukturen außerhalb des Baufeldes auch
weiterhin erhalten, auch die Ruderalfluren sollen nach Möglichkeit
unterhalb der Modultische erhalten bleiben.
Im Rahmen des Bebauungsplanverfahrens ist eine Prüfung artenschutz-
rechtlicher Belange insoweit erforderlich, ob ggf. artenschutzrechtliche
Verbotstatbestände gemäß § 44 Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG)
der Realisierung der PV-Anlage entgegenstehen.
Die überplanten Flächen fungieren für Insekten, Vögel und Kleinsäuger
grundsätzlich als Nahrungs- und Teilhabitat. Das Artenspektrum innerhalb
des Plangebietes beschränkt sich nach Einschätzung der vorgefundenen
und umliegenden Habitatstrukturen dabei auf Arten, die sich trotz der
Randstadtlage etabliert haben und deren Lebensräume somit nicht als
gefährdet gelten (z.B. Feldhase, Singvögel, Greifvögel, Insekten etc.). Es
sind Tierarten, die als typische Arten der Siedlungsgebiete zumindest in
einem Teil ihres Verbreitungsgebietes eine Vielzahl unterschiedlicher
Lebensräume besiedeln und eine große Bandbreite verschiedener Umwelt-
faktoren ertragen können. Zum Erhalt dieser Arten sind in aller Regel keine

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besonderen Maßnahmen des Artenschutzes erforderlich. Hinweise auf das
Vorkommen planungsrelevanter Arten liegen nach derzeitigem Kenntnis-
stand nicht vor. Für das Plangebiet liegen auch keine Hinweise auf prioritäre
Lebensräume und Arten gemäß der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH-
Richtlinie), der EG-Vogelschutzrichtlinie sowie auf potentielle FFH-
Lebensräume vor.
Auswirkungen:
Mit der Aufstellung der Modultische ist keine wesentliche Erhöhung des
Versiegelungsgrades im Plangebiet verbunden.
Solarmodule besitzen erfahrungsgemäß kein besonderes Gefährdungs-
potenzial für Tiere, z.B. durch Kollisionen oder Blendwirkungen. Eine
mögliche Barrierewirkung der PV-Anlage wird zumindest für Kleinsäuger
durch einen ausreichenden Bodenabstand des umlaufenden Zaunes ver-
mieden. Die extensiven Flächen unter den Photovoltaikmodulen leisten mit
den zu erhaltenden randlichen Gehölzstrukturen weiterhin einen Beitrag
zum Biotopverbund mit dem umliegenden Landschaftsraum und fungieren
gerade auch im Verbund mit der zukünftigen Abgeschlossenheit der PV-
Anlage als weitestgehend ungestörter Lebensraum für verschiedenste Tier-
und Pflanzenarten des Siedlungsraumes.
Mit der im Zuge der Umsetzung der Planung vorgesehenen Ausweisung
von Flächen mit der "Bindung für die Erhaltung von Bäumen, Sträuchern
und sonstigen Bepflanzungen" werden im Geltungsbereich des vorhaben-
bezogenen Bebauungsplanes Flächen gesichert, die Habitatfunktion für die
typischen Arten der Siedlungsgebiete übernehmen. Insgesamt sind daher
nachteilige Auswirkungen auf die jeweiligen lokalen Populationen der
betroffenen Arten nicht zu erwarten.
Nach derzeitigem Kenntnisstand besteht kein Ausnahmeerfordernis gemäß
§ 45 BNatSchG. Artenschutzrechtliche Belange stehen somit der
Umsetzung der Planung nicht entgegen.
Ergebnis:
Mit der Planung ergeben sich für das Schutzgut Tiere und Pflanzen,
biologische Vielfalt Umweltauswirkungen mittlerer Erheblichkeit.

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Schutzgut Fläche
Beschreibung:
Bei dem Plangebiet handelt es sich um brachgefallene Flächen einer ehe-
maligen gewerblichen Nutzung mit einer Flächengröße von insgesamt ca.
6,89 ha. Es sind keine besonders schützenswerten oder seltenen
natürlichen Ressourcen auf der für die Photovoltaikanlage vorgesehenen
Fläche vorhanden.
Auswirkungen:
Die Umsetzung der Bebauung im Plangebiet bedingt einen quantitativen
Flächenverlust durch Überbauung mit neuen baulichen Anlagen. Die
Fläche ist jedoch aufgrund ihrer Vorbelastung als ehemals gewerblich
genutzte Fläche geeignet für die geplanten Maßnahmen. Es entsteht kein
Verlust an landwirtschaftlicher Nutzfläche.
Die umweltbezogenen qualitativen Auswirkungen auf die anderen flächen-
bezogenen Schutzgüter (Boden, Tiere und Pflanzen, etc.) werden bei dem
jeweiligen Schutzgut abgehandelt.
Ergebnis:
Für das Schutzgut Fläche ergeben sich durch die Flächeninanspruch-
nahme Umweltauswirkungen geringer Erheblichkeit.
Schutzgut Boden
Beschreibung:
Der Untergrund im Bereich des Vorhabengebietes besteht aus glazi-
fluvialen Sanden und Kiesen sowie fluviatilen Kiesen und Sanden mit
anthropogenen Überformungen in den oberen Schichten (Betondeck-
schicht auf Auffüllungen) in der östlichen Hälfte des Plangebietes.
Auswirkungen:
Baubedingt ist mit vorübergehenden Beeinträchtigungen z.B. für Bau-
straßen, die Anlage von Kabelgräben etc. zu rechnen. Die dauerhafte
Bodenversiegelung infolge der in den Untergrund eingerammten Stützen
(oder falls statisch erforderlich kleinen Stützenfundamenten) ist bei Photo-
voltaikanlagen i.d.R. nur sehr gering und liegt erfahrungsgemäß unter 5 %
der Gesamtfläche.
Durch die geplante Aufstellung der Modultische und die sonstigen
Anlagenbestandteile wird das Schutzgut Boden demzufolge nur minimal in
seiner Funktionsfähigkeit beeinträchtigt. Die Bodenversiegelung wird dabei

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auf das funktional notwendige Mindestmaß beschränkt. Die angetroffene
kleinräumige Bodenkontamination (siehe dazu auch Pkt. 7.2) wird durch
das Vorhaben nicht berührt, da keine Abbruchmaßnahmen der
Deckschichten geplant sind.
Im Plangebiet werden naturnahe Bereiche planungsrechtlich gesichert, auf
denen zukünftig weitestgehend keine Beeinträchtigung des Schutzgutes
Boden mehr erfolgt.
Ergebnis:
Mit der Planung ergeben sich für das Schutzgut Boden Umwelt-
auswirkungen geringer Erheblichkeit.
Schutzgut Wasser
Beschreibung:
Oberflächengewässer werden durch die Planung nicht tangiert. Genaue
Angaben zu den Grundwasserverhältnissen liegen für das Plangebiet bis-
lang nicht vor. Der Grundwasserflurabstand wurde mit ca. 5,0 m bis 7,0 m
unter Gelände eingeschätzt, diese Annahme wird durch die Messungen an
den nächstgelegenen Grundwassermessstellen (außerhalb des Plangebie-
tes) und die vertiefende Bodenuntersuchung gestützt.
Auswirkungen:
Für das Schutzgut Wasser ist durch punktuelle Bodenversiegelung sowie
durch Überdeckung durch die Module kleinflächig mit Änderungen im
Wasserhaushalt zu rechnen. Die Wasserbilanz des Plangebietes wird
hierdurch jedoch nicht erheblich beeinflusst, da das abfließende Wasser
von den unversigelten Flächen auch weiterhin vor Ort über die belebte
Bodenzone versickern kann. Innerhalb der bestehenden versiegelten
Flächen sind zahlreiche Einläufe in ein Kanalnetz vorhanden, so dass auch
hier der Status quo nicht geändert wird.
Eine Beeinträchtigung des Grundwasserstromes ist durch die Planung nicht
zu erwarten. Oberflächengewässer werden nicht tangiert.
Ergebnis:
Mit der Planung ergeben sich für das Schutzgut Wasser Umwelt-
auswirkungen geringer Erheblichkeit.

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Schutzgut Luft/Klima
Beschreibung:
Eine gesonderte Erhebung der klimatischen Verhältnisse wurde für das
Plangebiet nicht vorgenommen. Die brachgefallenen Flächen mit Gehölz-
und Strauchbeständen tragen jedoch in einem gewissen Maße zum klima-
tischen Ausgleich der sich stärker erwärmenden, umliegenden Siedlungs-
bereiche bei.
Auswirkungen:
Die geplante Freiflächenphotovoltaikanlage leistet einen Beitrag zur
Erzeugung von umweltfreundlicher Energie und trägt somit zur Vermeidung
von Kohlendioxidemissionen bei. Die Planung leistet grundsätzlich einen
Beitrag zum Klimaschutz.
Im Bereich Freiflächenphotovoltaikanlagen kommt es infolge der teilweisen
Überdeckung durch Module i.d.R. zu einer geringeren Erwärmung der Bo-
denoberfläche am Tage und einer ebenfalls geringeren Abkühlung in der
Nacht. Da den überplanten Flächen bisher keine besondere Bedeutung
hinsichtlich des Schutzgutes Klima zukommt, sind erhebliche nachteilige
Umweltauswirkungen hierdurch nicht zu erwarten.
Durch den Betrieb der Anlage sind keine nachteiligen Schadstoff-
emissionen zu erwarten.
Ergebnis:
Für das Schutzgut Luft / Klima ergeben durch die Planung keine erheblich
nachteiligen Umweltauswirkungen.
Schutzgut Landschaft / Landschaftsbild
Beschreibung:
Die überplanten Flächen befinden sich in Stadtrandlage. Nördlich grenzen
umfangreiche Gleisanlagen an, östlich und westlich ist das Plangebiet be-
reits von Siedlungsflächen umgeben, das Ortsbild ist also durchaus als he-
terogen einzustufen.
Die Fernwirkung der künftigen Aufstellflächen für die Solarmodule ist
aufgrund der bereits bestehenden Eingrünungen zur Rostocker Straße und
zur den nördlichen Bahnflächen relativ gering. Die größte Fernwirkung
dürfte die Anlage von Richtung Süden haben, hier befinden sich offene,
landwirtschaftlich genutzte Flächen.

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Auswirkungen:
Die Errichtung von Solaranlagen führt grundsätzlich zu einer technischen
Überprägung des Landschaftsbildes. Die Sichtbarkeit der Module und der
sonstigen baulichen Anlagen kann durch die randlichen Gehölzstrukturen
sowie die geplanten Höhenbeschränkungen der Module und sonstigen
baulichen Anlagen weitestmöglich begrenzt werden.
Ergebnis:
Im
Zuge
der
Planung
ergeben
sich
für
das
Schutzgut
Landschaft / Landschaftsbild Umweltauswirkungen mittlerer Erheblichkeit.
Schutzgut Kulturgüter und sonstige Sachgüter
Beschreibung:
Nach derzeitigem Kenntnisstand liegen innerhalb des Planbereichs weder
Kulturgüter noch sonstige Sachgüter vor. Im Stadtgebiet der Großen
Kreisstadt Riesa befinden sich jedoch zahlreiche Kulturdenkmale. Auch Bo-
dendenkmäler befinden sich im näheren Umfeld des Plangebietes, welche
die archäologische Relevanz der Stadt als Altsiedelgebiet verdeutlichen.
Auswirkungen:
Eine wesentliche Beeinträchtigung des Schutzgutes Kulturgüter und
sonstige Sachgüter ist bei Realisierung der geplanten Überbauung mit
Photovoltaikmodulen aufgrund der dafür benötigten geringen Eingriffstiefe
und der bereits erfolgten teilweisen Überbauung und Versiegelung nicht zu
erwarten. Die im Stadtgebiet befindlichen Kulturdenkmale sind von der ak-
tuellen Planung nicht betroffen.
Ergebnis:
Für das Schutzgut Kulturgüter und sonstige Sachgüter sind nach aktuellem
Kenntnisstand keine erheblichen Umweltauswirkungen zu erwarten. Sollte
ein Bodendenkmal aufgefunden werden, können die Auswirkungen durch
die gesetzlich vorgeschriebene Sicherung der Funde minimiert werden.
Wechselwirkungen
Wechselwirkungen zwischen den Schutzgütern wurden, soweit beur-
teilungsrelevant, bei den jeweiligen Schutzgütern mit erfasst. Es sind keine
Wechselwirkungen ersichtlich, die im Zusammenspiel eine erhöhte
Umweltbetroffenheit befürchten lassen.

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6.4
Beschreibung der baubedingten und betriebsbedingten Aus-
wirkungen des Vorhabens
Baubedingte Auswirkungen
Im Zuge der Umsetzung von Baumaßnahmen können künftig bislang
nicht bebaute bzw. nicht versiegelte Flächen vorübergehend als Arbeits-
oder Lagerflächen für den Baubetrieb in Anspruch genommen werden.
Innerhalb dieser Flächen kann es zu Bodenverdichtungen, Fahrschäden
oder Verletzungen der oberen Bodenschichten durch schwere
Baumaschinen, etc. kommen. Zudem könnten temporäre Lagerflächen
zu Beeinträchtigungen der umliegenden Vegetation führen
(Schutzgut
Tiere und Pflanzen / biologische Vielfalt, Schutzgut Fläche, Schutzgut
Boden, Schutzgut Wasser).
Infolge von Baufahrzeugen und Baumaschinen sowie des allgemeinen
Baustellenbetriebs werden sich während der Bauzeit Lärm- und
Erschütterungsauswirkungen sowie eine allgemeine Bewegungsunruhe
im Plangebiet einstellen. Aufgrund der randstädtischen Lage und Größe
des Areals werden diese Auswirkungen bei einem regulären
Baustellenbetrieb nur gering nachteilig wahrnehmbar sein
(Schutzgut
Mensch / Bevölkerung, Schutzgut Tiere und Pflanzen / biologische
Vielfalt).
Beim Baustellenbetrieb fallen durch den Betrieb von Baumaschinen
sowie durch Bau- und Verpackungsmaterialien Abfälle unter-
schiedlichster Art an. Nachdem davon ausgegangen wird, dass diese
ordnungsgemäß entsorgt werden, sind diese Auswirkungen vernach-
lässigbar.
Bei
unvorhergesehenen Unfällen
oder Havariefällen
(Leckagen, etc.) an Baumaschinen oder -fahrzeugen können sich aber
nachhaltige Auswirkungen auf einige Schutzgüter einstellen
(Schutzgut
Boden, Schutzgut Wasser).
Mögliche weitere baubedingten Auswirkungen werden bei Bedarf im
weiteren Verfahren ergänzt.
Betriebsbedingte Auswirkungen
Beim Betrieb der Photovoltaikanlage kann es unter Umständen zu
Blendwirkungen in der Nachbarschaft kommen. Systembedingt sind
Solaranlagen auf eine möglichst hohe Absorption der Sonnenstrahlung
ausgelegt (z.B. durch Antireflexionsschichten). Hierdurch wird die
Reflexion des einfallenden Lichtes üblicherweise auf sehr geringe
Anteile reduziert. Das reflektierte Licht wird zudem durch die
strukturierten Oberflächen der Module stark gestreut.
(Schutzgut

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Mensch / Bevölkerung, Schutzgut Tiere und Pflanzen / biologische
Vielfalt)
.
Weitere betriebsbedingte Auswirkungen können nach Konkretisierung der
Planung im weiteren Verfahren ergänzt werden.
6.5
Kumulative Auswirkungen
Kumulative Effekte der Umweltauswirkungen
In den vorgenannten Kapiteln werden die Umweltauswirkungen der
Planung separat (schutzgutbezogen, bau-, betriebsbedingt, etc.) analysiert.
Unter bestimmten Bedingungen besteht die Möglichkeit, dass sich die
jeweils differenzierten Beeinträchtigungen miteinander aufsummieren und
hierdurch eine höhere Gesamtbeeinträchtigung anzunehmen ist, als die
jeweilige Einzelbeeinträchtigung. Auch unter Berücksichtigung der
Summenwirkung aller beschriebenen Beeinträchtigungsfaktoren werden
unter Berücksichtigung der Nutzungs- und Schutzkriterien im Plangebiet
nach
derzeitigem
Kenntnisstand
keine
erheblichen
nachteiligen
Umweltauswirkungen prognostiziert, die über die vorgenannten Wirkungen
hinausgehen.
Abschließende Aussagen können bei Erfordernis im Rahmen des weiteren
Verfahrens nach Konkretisierung der Planung ergänzt werden.
Kumulationswirkung mit anderen Vorhaben und Plänen
Bei
der
Beurteilung,
ob
vom
Vorhaben
erhebliche
nachteilige
Umweltauswirkungen ausgehen, sind auch die kumulativen Wirkungen mit
anderen Vorhaben in ihrem gemeinsamen Einwirkungsbereich zu prüfen.
Im Plangebiet und dessen maßgebendem Umfeld sind nach derzeitigem
Kenntnisstand keine weiteren Planungen bekannt, deren Zusammenwirken
mit der Planung zu einer Summation von nachteiligen Umwelt-
beeinträchtigungen führen könnte.
6.6
Prognose über die Entwicklung des Umweltzustandes bei
Nichtdurchführung der Planung
Nachdem das Plangebiet im sogenannten Außenbereich gemäß § 35
BauGB liegt, ist bei Nichtdurchführung der Planung von einer Beibehaltung
des Status quo des Areals auszugehen. Die Flächen würden weiterhin
brachliegen. Eine Entwicklung von Sonderbauflächen für eine PV-Anlage

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wäre aufgrund der Lage im Außenbereich gemäß § 35 BauGB nicht
möglich.
6.7
Geplante Maßnahmen zur Vermeidung, Verringerung und zum
Ausgleich
6.7.1
Vermeidungsmaßnahmen bezogen auf die einzelnen Schutzgüter
Schutzgut Tiere und Pflanzen, biologische Vielfalt
Durch die zukünftige Abgeschlossenheit des Areals bei größtmöglichem
Erhalt der vorhandenen Gehölze und Rudelralfluren werden naturnahe
Bereiche im Plangebiet geschaffen bzw. erhalten, die einen weitestgehend
ungestörten Lebensraum für Tiere und Pflanzengesellschaften darstellen.
Ein besonderes Gefährdungspotenzial für Tiere, z. B. durch Kollisionen
oder Blendung, besitzen Solarmodule erfahrungsgemäß nicht.
Schutzgut Boden
Die Inanspruchnahme von Grund und Boden und die Bodenversiegelung
werden auf ein funktional notwendiges Mindestmaß beschränkt. Alle nicht
für die Bebauung genutzten Flächen sind naturnah zu gestalten.
Schutzgut Luft / Klima
Die Errichtung von Photovoltaikanlagen bedeutet eine Zunahme der CO
2
-
neutralen Energiegewinnung und damit eine Reduktion der Emissionen kli-
maschädlicher Gase, die bei der Verbrennung fossiler Brennstoffe anfallen.
Schutzgut Landschaftsbild
Zur Minimierung und Vermeidung nachteiliger Auswirkungen wird die Höhe
baulicher Anlagen (Module, Technikgebäude, Einfriedungen) auf ein ver-
trägliches Maß reduziert. Zäune dürfen nur als (optisch unauffällige) Gitter-
oder Maschendrahtzäune errichtet werden. Für Technikgebäude wird eine
landschaftstypische Gestaltung festgelegt. Zudem werden die randlichen
Grünstrukturen erhalten.
6.7.2
Naturschutz (naturschutzfachlicher Ausgleich)
Die mit der Planung verbundenen Eingriffe in Natur und Landschaft
wurden gemäß der „Handlungsempfehlungen zur Bewertung und Bilanzie-
rung von Eingriffen im Freistaat Sachsen“ des Sächsischen Ministeriums
für Umwelt und Landwirtschaft, Dresden (Fassung SMUL, Mai 2009) be-
wertet und bilanziert.

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Die bestehenden Flächen im Plangebiet wurden zur Ermittlung des
Ausgangswertes entsprechend ihrer derzeitigen Nutzung gewertet. Dabei
gehen die bestehenden Bahnanlagen, die diesbezüglichen Erschließungs-
flächen und die Gebäude (vollversiegelter Untergrund) nur flächenmäßig in
die Berechnung ein.
Für die Bewertung wurde auch die Biotopeinstufung aus dem rechts-
wirksamen FNP der Großen Kreisstadt Riesa herangezogen (Anlage 8
Beiplan Biotope).
Tab. 1: Ausgangswert (Bestandsaufnahme Gelände)
Code
Aus-
gleich-
barkeit
Biotoptyp
(vor Eingriff)
Ausgangs-
wert
Fläche
(m²)
Biotopwert
vorhanden
(Ausgangs-
wert x Fläche)
02.02.410
B
Baumreihe
23
840
19.320
02.02.000
B
Hecke
21
3.871
81.291
07.03.000
B
Ruderalflur
16
15.900
254.320
09.05.000
B
Offene, vegetations-
arme Fläche
10
6.310
63.100
11.03.000
B
Sonstige Grünfläche
10
13.600
136.000
10.01.200
A
Ackerfläche, intensiv
genutzt
5
1.650
8.250
11.04.100 /
11.04.400
A
Weg, unversiegelt
2
1.915
3.830
11.05.000
A
Bahnanlage und
Erschließungsflächen,
vollversiegelt
0
23.940
0
A
Gebäude, vollversiegelt
0
830
0
Fläche gesamt
68.856
Biotop Ausgangswert gesamt:
566.111
Die überwiegend geplante Nutzung des Sondergebietes, die Aufstellung
einer Freiflächen-Photovoltaikanlage soll sowohl auf den bestehenden
versiegelten Flächen wie auch auf anderen nichtversiegelten Flächen
erfolgen. Ein Ausgleich für die Aufstellung der Panele auf den bereits
vollversiegelten Flächen ist nicht erforderlich, hier erfolgt kein zusätzlicher
Eingriff in Natur und Landschaft.

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Gemäß dem Schreiben des Staatsministeriums für Umwelt und Landwirt-
schaft vom 20.08.2012 zum Vollzug der naturschutzrechtlichen Eingriffs-
regelung hinsichtlich der Bewertung von Freiflächen-Photovoltaikanlagen
wird die durch die Module überbaute, nicht versiegelte Fläche als
„Abstandsfläche gestaltet“ mit einem Planungswert von 8 angesetzt.
Tab. 2: Planungswert (Umsetzung der Planung)
Code
Aus-
gleich-
barkeit
Biotoptyp
(entspr. Planung)
Planungs-
wert
Fläche
(m²)
Biotopwert
neu
(Planungs-
wert x Fläche)
02.02.410
B
Baumreihe (Bestand)
23
840
19.320
02.02.000
B
Hecke (Bestand)
21
3.871
81.291
07.03.000
B
Ruderalflur (Bestand)
16
8.333
133.328
11.03.000
B
Sonstige Grünflächen
(Bestand)
10
10.405
104.050
11.04.100 /
11.04.400
A
Weg, unversiegelt
(Bestand)
2
1.867
3.734
11.03.900
A
Freifläche überbaut mit
PV-Anlage
8
18.770
150.160
11.05.000
A
Bahnanlage und
Erschließungsflächen,
überbaut mit PV-Anlage
0
22.340
0
11.05.000
A
Sonstige versiegelte
Flächen außerhalb
PV-Anlage
0
1.765
0
A
Gebäude, vollversiegelt
0
665
0
Fläche gesamt
68.856
Biotop Planungswert gesamt:
491.883
Insgesamt ergibt sich, jeweils multipliziert mit den Flächen ein Biotop-
Planungswert bei ausgeführter Planung von 491.883 Werteinheiten.
Ausgangswert
-
Planungswert
=
Differenz
566.111
-
491.883
=
74.228

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Bedingt durch die Herabstufung der Ruderalflächen zu der Kategorie
"Abstandsgrün" (unter den Modultischen) und den Wegfall von Grün-
strukturen ergibt sich eine Wertedifferenz von 74.228 Biotop-Wertpunkten.
Im Umgriff des vorhabenbezogenen Bebauungsplanes kann diese
Differenz nicht ausgeglichen werden.
Beurteilung des Gebietes nach seiner Bedeutung für Natur und
Landschaft
Das Plangebiet liegt außerhalb der Standorte, die für die Errichtung von
Freiflächenphotovoltaikanlagen nicht geeignet sind (z.B. Naturschutz-
gebiete, geschützte Biotope) oder nur bedingt geeignet sind (z.B.
Landschaftsschutzgebiete
oder
bedeutende
historische
Kultur-
landschaften).
Ausgleichsflächen / Ausgleichsmaßnahmen
Generell sind für den naturschutzfachlichen Ausgleich externe, also
außerhalb des Plangebietes liegende Flächen heranzuziehen, die durch
entsprechende Maßnahmen aufzuwerten sind. Detaillierte Aussagen zu
den vorgesehenen Ausgleichsflächen und -Maßnahmen werden nach
Konkretisierung der Planung im weiteren Verfahren ergänzt.
6.8
Planungsalternativen
Planungsalternativen bestehen für den Vorhabenträger und die Stadt
Riesa nicht.
Die überplanten Flächen weisen aufgrund ihrer Lage und zusammenhän-
genden Größe sowie der bestehenden Verkehrs- und Medienanbindung
gute Voraussetzungen für die vorgesehene Nutzung als Freiflächenphoto-
voltaikanlage auf. Sie stehen für die Realisierung zur Verfügung. In der Um-
gebung des überplanten Areals befinden sich zudem keine, die vorgese-
hene Nutzung wesentlich störende bzw. nicht zu vereinbarende Nutzungen.
Umgekehrt wird die vorgesehene Nutzung keine Einwirkungen auf die um-
liegende Nutzungen haben, die über ein verträgliches Maß hinausgehen.
An einem anderen Standort kann diesen Anforderungen nicht in gleichem
Maße Rechnung getragen werden. Insbesondere sind keine Standorte
vorhanden, die eine Angebundenheit an geeignete Siedlungseinheiten auf-
weisen und zugleich die Förderungsvoraussetzungen gemäß dem Gesetz
für den Ausbau erneuerbarer Energien (EEG) erfüllen können.

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Das Plangebiet ist durch seine Vornutzung mit großflächiger Versiegelung
und teilweiser Überbauung bereits vorbelastet, so dass die Umweltauswir-
kungen kleiner ausfallen als bei einer unbelasteten Fläche.
6.9
Beschreibung der Methodik und Hinweise auf Schwierigkeiten
und Kenntnislücken
Für die vorgenommene Bewertung der Umweltauswirkungen der Planung
auf die einzelnen Schutzgüter wurden u.a. Erfahrungswerte aus ähnlichen
Vorhaben herangezogen. Weiter wurde der aktuelle Flächennutzungsplan
der Großen Kreisstadt Riesa, genehmigt mit Bescheid des Landratsamtes
Meißen vom 29.04.2019, hinsichtlich der Angaben zu vorhandenen Wertig-
keiten und Schutzgebieten, Biotopen sowie Kultur- und Bodendenkmälern
verwendet.
Aktuelle Daten wurden dem interaktiven Daten- und Umweltportal (iDA) des
Sächsischen Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie sowie
dem Geoportal Sachsenatlas des Staatsbetriebes Geobasisinformation
und Vermessung Sachsen entnommen.
Die Beurteilung der Eingriffsregelung wurde auf Grundlage der Handlungs-
empfehlungen des Sächsischen Ministeriums für Umwelt und Landwirt-
schaft vorgenommen.
6.10
Beschreibung der geplanten Überwachungsmaßnahmen
(Monitoring)
Nach § 4c BauGB haben die Gemeinden die erheblichen Umwelt-
auswirkungen, die auf Grund der Durchführung der Bauleitpläne eintreten,
zu überwachen, um insbesondere unvorhergesehene nachteilige Auswir-
kungen frühzeitig zu ermitteln und in der Lage zu sein, geeignete
Maßnahmen zur Abhilfe zu ergreifen.
Die fachgerechte Umsetzung der Ausgleichsmaßnahmen auf der exteren
Ausgleichsfläche wird durch die Stadt Riesa evtl. unter Einschaltung eines
Fachbüros nach einem Zeitraum von 3 - 4 Jahren nach Fertigstellung der
Ausgleichmaßnahmen abgenommen. In diesem Zusammenhang wird
geprüft, ob diese Kompensationsflächen wie geplant gepflegt werden und
die Flächen die ihnen zugedachten Entwicklungsziele erfüllen können.

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Bei nicht sachgerechter Entwicklung der ökologischen Ausgleichs-
maßnahmen auf der externen Ausgleichsfläche ist in Abstimmung mit der
Unteren Naturschutzbehörde zu klären, ob geeignete Maßnahmen zur
Abhilfe getroffen werden können.
6.11
Allgemeinverständliche Zusammenfassung
Die südlich der Bahnlinie Leipzig - Dresden-Neustadt zwischen den
Ortslagen Merzdorf und Gröba geplante Freiflächenphotovoltaikanlage ist
auf einer Fläche vorgesehen, die früher gewerblich genutzt wurde, jetzt
jedoch brachgefallen ist. Zur Beurteilung des zu erwartenden Eingriffes
wurden die möglichen Umweltauswirkungen der Planung auf die
Schutzgüter Mensch, Tiere und Pflanzen sowie biologische Vielfalt, Fläche,
Boden, Wasser, Luft / Klima, Landschaft / Landschaftsbild, Kultur- und
sonstige Sachgüter auf Grundlage des derzeitigen Planungs- und
Kenntnisstandes erfasst.
Mit Durchführung der Planung sind bei den meisten Schutzgütern
Umweltauswirkungen geringer Erheblichkeit zu verzeichnen. Dies liegt vor
allem am geringen zusätzlichen Einwirkungsgrad der Photovoltaik im
Vergleich zu den bereits bestehenden Vorbelastungen des Areals (Versie-
gelungsgrad, Überbauung, Bodenbelastung). Verbleibende unvermeidbare
Beeinträchtigungen aufgrund nötiger Gehölzbeseitigungen im Baufeld der
PV-Anlage werden durch externe Ausgleichsmaßnahmen kompensiert.
Bei Durchführung des Vorhabens ist nach derzeitigem Kenntnisstand nicht
mit relevanten Auswirkungen auf artenschutzrechtliche Belange zu
rechnen.
7.
Sonstige Hinweise und nachrichtliche
Übernahmen
7.1
Denkmalschutz und Archäologie
Das Plangebiet berührt nach derzeitigem Kenntnisstand kein bekanntes
Bodendenkmal. Nachdem im Plangebiet jedoch nicht völlig ausgeschlossen
werden kann, dass im Untergrund archäologische Kulturdenkmäler vorhan-
den sind, wird auf die Meldepflicht von Bodenfunden gemäß § 20 Sächsi-
schem Denkmalschutzgesetz (SächsDSchG) hingewiesen.

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7.2
Altablagerungen, Altstandorte und Altlastenbereiche
Im "Sächsischen Altlastenkataster" (SALKA), welches durch die Untere
Bodenschutzbehörde des Landkreises Meißen geführt wird, ist unter der
Nr. 85200715 eine altlastenverdächtige Fläche für das Gebiet des ehe-
maligen Brennstoffhandels ausgewiesen, welche mit der Handlungsbedarf
"Erkunden" versehen ist.
Bereits 2017 wurden im Zuge einer Grundstücksbewertung erste orientie-
rende Bodenuntersuchungen durchgeführt, in deren Ergebnis im Areal des
Leichtflüssigkeitsabscheiders Verunreinigungen durch Mineralölkohlen-
wasserstoffe festgestellt wurden. Im Frühjahr 2020 erfolgten ergänzende
Bodenuntersuchungen, diese konnten die vorhandene Kontamination wei-
ter eingrenzen, zudem wurde eine Gefährdungsabschätzung vorgenom-
men.
Dazu erfolgten auf der versiegelten Fläche südlich der Gleisanlagen eine
ergänzende Untersuchung des Bodenaufbaus und der Belastungssituation
mittels mehrerer Rammkernsondierungen, die bis in eine Tiefe von 4 m nie-
dergebracht wurden. Die Proben aus den gewonnenen Bohrkernen wurden
in einem Umweltlabor analysiert. Im Ergebnis wurden im Bereich des
Leichtflüssigkeitsabscheiders bereichsweise bis in eine Tiefe von ca.
2,20 m erhöhte Gehalte von Kohlenwasserstoffen festgestellt. Als Ursache
für die angetroffene Belastung wurden Undichtigkeiten am Abscheider bzw.
am Kanalsystem gesehen, es wurde von einer räumlich begrenzten Aus-
wirkung ausgegangen. Da in anderen Proben keine Belastungen vorka-
men, kann lt. Gutachten davon ausgegangen werden, dass am Standort
keine größerflächigen Kontaminationen vorhanden sind, für die Sofortmaß-
nahmen zur Gefahrenabwehr erforderlich wären. Eine Gefährdung der
Schutzgüter (siehe dazu auch Umweltbericht) wird aktuell nicht gesehen.
Bei einer Nutzungsänderung, die mit dem Abbruch der Betondeckschicht
verbunden ist, wird ein Bodenaustausch im betroffenen Bereich (geschätzte
Flächengröße ca. 150 m
2
) empfohlen.
Werden bei Abbruch- und Bodenaushubarbeiten schädliche Bodenverän-
derungen oder Altlasten angetroffen, so ist der Bauherr nach § 13 Abs. 2
Sächsisches
Kreislaufwirtschafts-
und
Bodenschutzgesetz
(Sächs-
KrWBodSchG) vom 22. Februar 2019 verpflichtet, diese unverzüglich den
zuständigen Behörden (Kreisumweltamt des Landratsamtes Meißen) mit-
zuteilen. Diese entscheidet über die weitere Verfahrensweise (gemäß § 3
SächsBO i.V. m. § 16 SächsKrWBodSchG).

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8.
Städtebauliche Statistik
Fläche
Gesamter Geltungsbereich
in ha
in %
Baugebiete
4,61
66,9
-
Sonderbauflächen SO
PV
4,53
65,7
-
Bauflächen Bestand
0,08
1,2
Grün- und Freiflächen
2,13
30,9
-
Flächen mit Bindungen zum Anpflanzen von
Bäumen, Sträuchern und sonstigen Bepflan-
zungen)
0,71
10,3
-
Sonstige Grün- und Freiflächen
1,42
20,6
Erschließungsflächen
0,15
2,2
-
Wege und Zufahrten
0,15
2,2
Gesamtfläche
6,89
100,0
9.
In-Kraft-Treten
Der vorhabenbezogene Bebauungsplan „Photovoltaikanlage Rostocker
Straße“ tritt mit der ortsüblichen Bekanntmachung des Satzungsbeschlus-
ses in Kraft.
Aufgestellt:
Meißen, 22.12.2020
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