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2-phasiger, offener, interdisziplinärer Realisierungswettbewerb
gem. RPW 2013
Besucher- und Bildungszentrum
UNESCO Geopark Muskauer Faltenbogen
Grube Hermann bei Weißwasser, Quelle Peter Radke LMBV

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Besucher- und Informationszentrum UNESCO-Geopark Muskauer Faltenbogen
Stand 11.03.2021
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Auslober
Sächsisches Staatsministerium der Finanzen
vertreten durch
Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement
Niederlassung Bautzen
Fabrikstraße 48, 02625 Bautzen
Verfahrensorganisation
Schubert + Horst Architekten Partnerschaftsgesellschaft mbB

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Stand 11.03.2021
3

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Stand 11.03.2021
4
Inhaltsverzeichnis
TEIL A Aufgabe
A 1
Anlass und Ziel
A 2
Grundlagen
A 2.1
Geschichte des Ortes Bad Muskau
A 2.2
Der Muskauer Park
A 2.3
Das UNESCO-Welterbe Fürst-Pückler-Park Bad Muskau
A 2.4
Der Muskauer Faltenbogen
A 2.5
Der UNESCO-Geopark Muskauer Faltenbogen
A 3
Rahmenbedingungen
A 3.1
Städtebauliche Situation
A 3.2
Historisches Kavalierhaus
A 3.3
Planungsrechtliche, städtebauliche und aus dem UNESCO-Welterbe-
Status abgeleitete Anforderungen
A 3.4
Derzeitige verkehrliche Erschließung und Medien
A 3.5
Baugrund und Hochwassersituation
A 3.6
Ausstellungsinhalte sowie ihre Präsentationsmethodik und -gestaltung
A 4
Planungsaufgabe
A 4.1
Ausstellungsgebäude - Bestand und Neubau
A 4.2
Umgang mit historischem Kavalierhaus
A 4.3
Der Neubau
A 4.4
Raum- und Ausstellungsprogramm
A 4.5
Anforderungen Ausbau
A 4.6
Tragwerk und Gebäudehülle
A 4.7
Technische Gebäudeausrüstung
A 4.8
Energetisches Konzept
A 4.9
Erschließung und Barrierefreiheit
A 4.10 Brandschutz
A 4.11 Freiraumgestaltung
A 4.12 Kostenplanung und Wirtschaftlichkeit

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5
TEIL B Verfahren
B 1
Anlass und Zweck des Verfahrens
B 2
Auslober des Wettbewerbs und Verfahrensbetreuung
B 3
Registrierung bei der Architektenkammer Sachsen
B 4
Gegenstand und Art des Verfahrens
B 5
weiteres Vergabeverfahren
B 6
Wettbewerbsteilnehmer
B 7
Preisgericht
B 8
Termine
B 9
Wettbewerbsleistungen
B 10
Wettbewerbsunterlagen
B 11
Beurteilungskriterien
B 12
Bindende Vorgaben
B 13
Prämierung
B 14
Weitere Bearbeitung
B 15
Veröffentlichung und Urheberrecht
B 16
Rückgabe der Arbeiten
B 17
Verfassererklärung
B 18
Gender-Hinweis
TEIL C Anlagen

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TEIL A
AUFGABE

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Stand 11.03.2021
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A 1
Anlass und Ziel
Der Muskauer Park, seit 2004 eine grenzüberschreitende UNESCO-Welterbestätte auf
deutschem und polnischem Gebiet, ist der größte und einer der bedeutendsten Land-
schaftsgärten Kontinentaleuropas, dessen künstlerische und kunsthistorische Ausstrahlung
bis nach Amerika reicht. Er ist zugleich ein Ort herausragender baulicher Denkmale, insbe-
sondere mit dem zentralen Schlossensemble, bestehend aus Neuem Schloss, Altem
Schloss und Kavalierhaus.
Während das Neue Schloss durch Ausstellungen, Besucherinformationszentrum, Seminar-,
Veranstaltungs- und Büroräume und das Alte Schloss mit Standesamt und Stiftungsarchiv
ausgewogenen öffentlichen Nutzungen unterliegen, diente das Kavalierhaus seit seiner
nutzungsunabhängigen Sanierung 2013 lediglich saisonalen Kunstpräsentationen.
Auf der Suche nach einer geeigneten Nutzungskonzeption für das Kavalierhaus wurde
schließlich die Idee entwickelt, Fürst Pücklers Intention zu folgen und den Blick aus seinem
genialen Landschaftskunstwerk in die umgebende Kulturlandschaft zu weiten.
Eine innovative Ausstellung im Kavalierhaus soll die Besucher für die einmaligen land-
schaftlichen und geologischen Reize des UNESCO-Geoparks Muskauer Faltenbogen mit
dem Muskauer Park im Zentrum als deutsch-polnisches Bindeglied sensibilisieren und zu
weiteren Entdeckungen rund um Bad Muskau anregen.
Das künftig inmitten des Muskauer Parks liegende Geopark-Zentrum soll auf moderne Wei-
se im Sinne eines Science Centers wichtige geologische Prozesse, Rohstoffgewinnung und
Folgen der Veränderungen in der Landschaft veranschaulichen. Weiterhin wird der Erzähl-
strang von der Wechselwirkung zwischen Klima und Landschaft, zwischen Rohstoffen und
deren standortgebundener, wirtschaftlichen Nutzung von der Eiszeit bis hin zur Einbezie-
hung des aktuellen Strukturwandels im Lausitzer Braunkohlerevier verfolgt.
Auf Grundlage vergleichender Analysen und unter Einbeziehung des Sächsischen Landes-
amtes für Denkmalpflege, ICOMOS Deutschland und Polen sowie des wissenschaftlichen
Fachbeirats der Stiftung wurde durch den Stiftungsrat der Stiftung „Fürst-Pückler-Park Bad
Muskau“ am 27. April 2018 die Umsetzung des zuvor skizzierten Nutzungskonzeptes be-
schlossen:
„Die Nutzung für eine Ausstellung zum Muskauer Faltenbogen verbindet an diesem Ort
zugleich Welterbe und Weltnaturerbe [hier in Form des UNESCO-Geoparks] länderübergrei-
fend in Polen, Brandenburg und Sachsen.“
(Stellungnahme des Landesamtes für Denkmalpflege Sachsen).

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Stand 11.03.2021
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Ziel
Ziel des Wettbewerbes ist es, durch Umnutzung und bauliche Erweiterung des historischen
Kavalierhauses innerhalb der historischen Hofsituation, im Duktus des sogenannten „C-
Planes“ aus den „Andeutungen über Landschaftsgärtnerei“ von 1834 *, ein zeitgemäßes
Ausstellungsgebäude zu schaffen. Dafür soll ein zukunftsweisender, nachhaltiger und be-
triebskostenarmer Bau für die Einrichtung der integrativen, geowissenschaftlichen Ausstel-
lung in Ergänzung des historischen Kavalierhauses und unter Nutzung dessen besonders
erhaltenswerter Räume in Keller- und Erdgeschoss entwickelt werden. Die repräsentative,
dem Schloss zugewandte Südfassade sowie die einfachere Ost- und Westfassade des
Kavalierhauses sind in der gegenwärtig vorhandenen Form von 1934 zu belassen.
Mit dem neuen Besucherzentrum soll ein noch weiteres Angebotsspektrum natur- und kul-
turinteressierten Besuchern, aber auch den Einwohnern und hier insbesondere den Jugend-
lichen der Region unterbreitet werden. Im Ergebnis wird angestrebt, die Besucherfrequenz
des Muskauer Parks auch in den Wintermonaten deutlich zu steigern und – auf das Jahr
bezogen – die Verweildauer der Gäste in Bad Muskau durch die stärkere Einbindung der
Kulturlandschaft des Muskauer Faltenbogens zu erhöhen.
Aufgrund des hohen Schutzstatus als UNESCO-Welterbe des Muskauer Parks und der
zentralen Lage von Kavalierhaus und Baufeld ist es
unabdingbar
, dass sich der neue Bau-
körper in seiner Ausformung und Höhe in den bestehenden, kaschierenden Gehölzsaum
einfügt,
ohne
in gestalterische, optische Korrespondenz mit den umliegenden Parkarealen
zu treten. Dies umfasst ausdrücklich auch die Ausstrahlung von Lichtquellen und -feldern in
den Park, zumal in Bad Muskau die laublose Zeit knapp sechs Monate andauert.
Südansicht Kavalierhaus mit sanierter Gebäudehülle
*s. Anlage C.5

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A 2
Grundlagen
A 2.1
Geschichte des Ortes Bad Muskau
Blick vom Oberweg, Quelle: wikipedia
Mužakow
(aus dem Sorbischen, etwa „Männerstadt“) wurde an der Stelle einer slawischen
Burg als günstig an der Neiße gelegener Handels- und Manufakturplatz im 13. Jahrhundert
im Zuge der deutschen Kolonisation neu gegründet. Erstmals wurde es 1249 urkundlich
erwähnt. Wenzel von Bieberstein verlieh dem Ort 1452 das Stadtrecht.
Die Standesherrschaft Muskau (ähnelt im Rang einem Fürstentum, allerdings mit weniger
Rechten ausgestattet) gehörte bis 1815 zum Markgraftum Oberlausitz des Kurfürstentums
Sachsen.
Standesherren waren seit dem Dreißigjährigen Krieg bis 1798 die Reichsgrafen Callenberg,
dann die Grafen Pückler. Der später gefürstete Hermann von Pückler-Muskau verkaufte die
Standesherrschaft 1845 an die Grafen von Nostitz und von Hatzfeld, die sie bereits ein Jahr
später an Prinz Friedrich der Niederlande veräußerten. Von 1883 bis 1945 befand sich der
Besitz in den Händen der Grafen von Arnim.
Aufgrund reicher Tonvorkommen entwickelte sich in Muskau ein starkes Töpferhandwerk, in
dessen Blütezeit vom 17. bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts sich viele Meisterbetriebe ent-
wickelten und ihre berühmten Steinzeuggefäße in weit entfernten Marktorten (z. B. Wien)
verkauften. Ein weiterer wichtiger Muskauer Wirtschaftszweig war der Alaunabbau, dessen
erste urkundliche Erwähnung aus dem Jahre 1573 stammt. Die Alaunhütte, angelegt auf
dem Gelände des heutigen Badeparks, zählte zu den ältesten Sachsens. Ihr Betrieb wurde
1864 eingestellt. Außerdem wurde im Gebiet zwischen Bad Muskau und Weißwasser im
19. Jahrhundert Braunkohle abgebaut.

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Am Ende des Zweiten Weltkriegs wurde die Stadt durch Artilleriefeuer der über die Neiße
drängenden Sowjetarmee und der 2. Polnischen Armee stark zerstört. Im Frühjahr 1945
fielen Altes und Neues Schloss sowie große Teile der Stadt Brandstiftungen und Bombar-
dements zum Opfer.
Im Juli 1945 erhielt der Standesherr Hermann Graf von Arnim die Mitteilung, dass „die
Standesherrschaft mit allen Betrieben entschädigungslos enteignet“ sei. Infolge der Grenz-
ziehung entlang der Oder-Neiße-Linie wurden zwei Drittel des Parks der Republik Polen
zugeordnet und aus den östlich der Neiße liegenden Stadtteilen nach jahrelanger Namens-
suche schließlich die Gemeinde Łęknica gebildet. Der westliche Teil des Parks gehörte von
nun an zur Stadt Bad Muskau, bis der Freistaat Sachsen die Liegenschaft 1992 übernahm.
Noch heute ist die Stadt vor allem durch ihre Lage inmitten des einzigartigen Muskauer
Parks, dessen ästhetische Anziehungskraft weit über die Grenzen Deutschlands hinaus-
reicht, in der Saison ein Touristenmagnet. Ihre besondere Lage als Grenzstadt zu Polen
zieht ebenfalls viele Besucher an.
Darüber hinaus ist sie als traditionelle Kurstadt bekannt. Der bereits zu Pücklers Zeiten mit
der Einrichtung eines Bades begründete Kurbetrieb wurde zu DDR-Zeiten mit dem Moorbad
im Kavalierhaus fortgesetzt. Daraus resultierte 1961 auch die Zusatzbezeichnung der Stadt
als „Bad“. Bis heute stehen im Stadtgebiet Wellness- und Physiotherapieangebote zur Ver-
fügung. Neben Moor können dank der in Muskau erschlossenen eigenen Quelle auch Sole-
Anwendungen angeboten werden.

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A 2.2
Der Muskauer Park
Dass der Muskauer Park seit 2004 auf der Liste des UNESCO-Welterbes steht, ist maßgeb-
lich Hermann Fürst von Pückler-Muskau (1785–1871) zu verdanken.
Er schuf ab 1815 beiderseits der Neiße ein Meisterwerk der landschaftlichen Gartenkunst,
einen späten, sogenannten „klassischen“ Landschaftsgarten. Der grüne Fürst gilt als Be-
gründer der modernen Landschaftsgestaltung mit Einflüssen, die über Europa hinaus bis
nach Amerika reichen. Seine Prinzipien sind nach wie vor aktuell: Mit seinen 1834 erschie-
nenen „Andeutungen über Landschaftsgärtnerei“ verfasste er ein viel zitiertes, bis heute in
der Fachwelt populäres Lehrbuch. Er beschreibt darin allgemeine Grundsätze für die Anlage
eines Parks und das Idealbild seines eigenen Muskauer Landschaftsgartens.
Als Grundlage für die Wiederherstellung und Erhaltung des Landschaftskunstwerks, das
sich seit 1945 auf dem Territorium zweier Länder erstreckt, wurde 1989 ein Vertrag zur
grenzübergreifenden Zusammenarbeit geschlossen. In den 1990er Jahren intensivierte sich
die deutsch-polnische Kooperation, die sich nach und nach zu einem Vorzeigeprojekt inter-
nationaler Gartendenkmalpflege entwickelte.
Mit einem gemeinsamen deutsch-polnischen Antrag gelang dem Muskauer Park 2004 der
Eintrag in die Liste des UNESCO-Welterbes. Mit diesem besonderen Titel wird nicht nur die
gartenhistorische und gestalterische Bedeutung des Landschaftsparks herausgestellt, son-
dern auch die weltweit einmalige, grenzüberschreitende Zusammenarbeit bei der Bewah-
rung einer binationalen Kulturstätte in besonderer Weise gewürdigt.
Die Erklärung des außergewöhnlichen universellen Wertes („outstanding universal value“
OUV) des Landschaftsparks ist in Anlage C.21 enthalten.

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A 2.3 Das UNESCO-Welterbe Muskauer Park / Park Mużakowski
Die Stiftung „Fürst-Pückler-Park Bad Muskau“ wurde 1993 durch den Freistaat Sachsen als
unselbständige Stiftung des öffentlichen Rechts im Geschäftsbereich des Sächsischen
Staatsministeriums der Finanzen errichtet. Ihr Vermögen besteht aus dem Muskauer Park
mit allen gärtnerischen und baulichen Anlagen westlich der Lausitzer Neiße. Die Stiftung hat
den Auftrag, das gesamtstaatlich-kulturhistorisch bedeutsame Ensemble des Muskauer
Parks nach historischem Vorbild wiederherzustellen und zu erhalten. Anliegen dabei ist es,
dieses Denkmal der Gartenkunst gemeinsam mit der Republik Polen partnerschaftlich zu
pflegen und zu verwalten – gerade auch im Sinne des Übereinkommens zum Schutz des
Kultur- und Naturerbes der Welt (Welterbekonvention).
Darin ist der Schutz von Kultur- und Naturerbe mit außergewöhnlichen universellen Werten
festgeschrieben, s. hierzu auch Anlage C.21_Erklärung des außergewöhnlichen universel-
len Wertes des Parks. Mit dem Titel des UNESCO-Welterbes ist zudem eine besondere
Verantwortung aller Beteiligten verbunden, den Wert der hierdurch besonders ausgezeich-
neten Orte dauerhaft zu bewahren.
Die Stiftung wird von einem Internationalen Beirat beraten, dem International Conservation
Board (ICB). Dieser ist übergreifend für die von Pückler geschaffenen Parks in Bad Mus-
kau / Łęknica und in Cottbus-Branitz tätig. Das Gremium unterstützt und berät den Stiftungs-
rat in fachlicher Hinsicht, um zu gewährleisten, dass bei Pflege, Erhalt und Restaurierung
des gartenkünstlerischen Erbes Pücklers beiderseits der Neiße die gleichen Maßstäbe der
internationalen Gartendenkmalpflege beachtet werden.

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A 2.4
Der Muskauer Faltenbogen
Neben den landschaftsarchitektonischen Besonderheiten des Muskauer Parks ist auch die
umgebende Landschaft selbst eine Besonderheit: Der Muskauer Faltenbogen, der durch
eine im weiten Bogen liegende Stauchendmoräne gebildet wird.
In der eiszeitlichen „Streusandbüchse“ im Länderdreieck Brandenburg – Sachsen – Polen
liegt der Muskauer Faltenbogen wie ein großes Hufeisen in der Landschaft. Sein westlicher
Teil befindet sich in Deutschland (Brandenburg und Sachsen), sein östlicher in der polni-
schen Wojewodschaft Lubuskie. Ein etwa 500 m mächtiger Inlandeisgletscher stauchte die
vor und unter ihm liegenden Sand- und Braunkohleschichten zu einer 20 x 22 km großen
Moräne von bis zu 180 m Höhe auf. Er beförderte auf diese Weise Braunkohle, Alaunton,
Glassand und verschiedene wertvolle Tonrohstoffe an die Erdoberfläche. Auf Grund seiner
geologischen Einzigartigkeit und seiner besonders schönen Ausbildung als geomorphologi-
sches Landschaftselement erhielt er 2006 und 2017 die Auszeichnung Nationaler Geotop.
Eine intensive Braunkohlenproduktion in etwa 70 über- und untertägigen Gruben sowie
zahlreiche Tongruben veränderten zwischen 1843 und 1973 die Landschaft nachhaltig.
Heute ist der Muskauer Faltenbogen eine touristisch attraktive, gewässerreiche Berg-
baufolgelandschaft mit mehr als 300 Seen.
Das geomorphologische Hufeisen des Muskauer Faltenbogens ist das zentrale Landschaftselement des Geoparks. Digitale
Geländemodellbearbeitung von Jacek Koźma, staatlicher Geologischer Dienst von Polen

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A 2.5
Der UNESCO-Geopark Muskauer Faltenbogen
Seit 2015 hat der Muskauer Faltenbogen den Rang eines UNESCO Global Geoparks.
UNESCO-Geoparks sind nach den
Welterbestätten
und den
Biosphärenreservaten
als
geologische Stätten die dritte Kategorie von
UNESCO-Stätten
des
Welterbes.
Aktuell gibt es 161 UNESCO-Geoparks (Stand Januar 2021), davon sechs in Deutschland.
Der Muskauer Faltenbogen hat unter ihnen eine besondere Stellung, da er einer von welt-
weit nur vier existierenden transnationalen Geoparks ist.
Die UNESCO formuliert das Anliegen und das Ziel ihrer Geoparks mit folgenden Worten:
„Das Geoparkkonzept bildete sich Mitte der 1990er Jahre als Reaktion auf das Erfordernis
heraus, den Wert von geologischen Landschaften mit besonderer Bedeutung für die Erdge-
schichte zu erhalten und zu bewahren.
Die Landschaften und geologischen Strukturen sind die Hauptzeugen der Evolution unseres
Planeten und der bestimmende Faktor für unsere künftige nachhaltige Entwicklung.
Von Beginn an entwickelten sich Geoparks nach dem ‚bottom up‘ Prinzip … als kommunal
geführte Strukturen. Sie gewährleisten, dass flächenhafte geologische Landschaftselemente
erhalten und in ihnen Wissenschaft, Bildung und Kultur befördert werden.
Dies auch in Hinsicht auf ihre nachhaltige wirtschaftliche Nutzung und verantwortungsbe-
wussten Tourismus.“
Der Muskauer Faltenbogen bietet eine einzigartige Erholungslandschaft, in der sich alleror-
ten Spuren der vielgestaltigen Industrie- und Rohstoffgeschichte finden lassen. Zu ausge-
dehnten Erkundungen laden zehn spezielle, thematische Rad- und Wanderwege, drei
Landschaftsparks sowie zwei historische Schmalspurbahnen ein.

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Attraktiv sind die zahlreichen Bergbaufolgeseen, die in verschiedenen grünen, rotbrauen,
blauen und schwarzen Farben erscheinen. Sie liegen oftmals nah beieinander und erhöhen
dadurch den ästhetischen Reiz des Spazierganges.
Der Bergbaufolgesee der Grube Providentia in Döbern, Foto: Peter Radke, LMBV
Besonders beeindruckend sind die Bruchfelder des Tiefbaus, die flächig mit Wasser be-
deckt sind. Die darauf gewachsenen Bäume gerieten mit der oftmals erst nach Jahrzehnten
erfolgten Senkung der Oberfläche über den unterirdischen Grubenbauten ebenfalls unter
Wasser und starben ab. Viele Baumstümpfe ragen nun aus dem Wasser heraus und verlei-
hen der Landschaft mit diesen „versunkenen Wäldern“ ein bizarres, teilweise apokalypti-
sches Aussehen.
See bei Łęknica

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A 3 Rahmenbedingungen
A 3.1
Städtebauliche Situation
Das Kavalierhaus liegt nördlich des Stadtzentrums von Bad Muskau und nördlich des
Neuen Schlosses im Fürst-Pückler-Park. Das zur Verfügung stehende Baufeld schließt sich
wiederum nördlich des Kavalierhauses an.
Quelle Landesamt für Denkmalpflege, ausführliches Denkmalverzeichnis
Das Baufeld ist in Anlage C.3 dargestellt.

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Das Kavalierhaus liegt in direkter Nähe zur Neiße auf einer Höhenlage von ca. 105 m ü NN.
Seine Entstehung, Ausformung und historische Nutzung wurden immer durch das Neue
Schloss domi- und determiniert. Diese hierarchische „Kleiderordnung“ muss unbedingt
beibehalten werden.
Blick von Westen auf das Schlossensemble und Kavalierhaus, links, mit dem nördlich angrenzenden Baufeld
Der dichte, abschirmende Baumbestand um das nördlich des Kavalierhauses liegende
Baufeld unterstreicht wirkungsvoll das bauliche und landschaftsgestalterische Statusgefüge.
Sowohl dieses bauliche Gefüge als auch die dichte Umpflanzung des Kavalierhauses war
erklärte Absicht Pücklers. In seinem sogenannten „C-Plan“, s. Folgeseite und Anlage C.5,
ist die Gesamtanlage im Anschluss an die Nordseite des Kavalierhauses ersichtlich.
Die zwar notwendigen aber nicht präsentablen Funktionen wie Stallungen, Wagenschuppen
und Waschhaus sollten zusammen mit dem Kavalierhaus eine Art 3-Flügel-Anlage bilden,
die hinter dichter Bepflanzung an der West-, Nord- und Ostseite versteckt wurde. Selbst die
repräsentative Südfassade des Kavalierhauses wurde und wird durch eine ovale Gehölzflä-
che kaschiert, wodurch das Hauptaugenmerk wiederum auf das Neue Schloss gelenkt wird.
Das für den Neubau geplante Baufeld umfasst im Wesentlichen die Flächen, die im C-Plan
mit Nutzungen belegt werden sollten. Abweichend von der im C-Plan angedachten westli-
chen Gebäudeflucht, ist das Baufeld hier eingerückt, um die vorhandenen Wurzel- und
Kronenbereiche der Gehölze zu schützen.
Die im C-Plan vorgesehenen, heute noch existierenden und weiter zu nutzenden Zuwegun-
gen sind in der Hauptrichtung von Schloss kommend von Süden, von Westen als immer

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noch genutzter Wirtschaftsweg sowie von Osten vorhanden. Hier sieht der Auslober auch
den künftigen Zugang zum Ausstellungsgebäude.
„C-Plan“ von 1834 *
Im C-Plan gut zu erkennen ist die dichte Umpflanzung um die Nebengebäude am Kavalier-
haus. Dieser noch heute vorhandene Baumbestand ist zwingend zu erhalten und in Abhän-
gigkeit der Ausformung des Neubaus zu ergänzen. Kronen- und Wurzelbereiche des Be-
standes sind ausnahmslos zu schützen.
* Die im Plan dargestellten baulichen Verbindungen von Altem Schloss, Neuem Schloss und Kavalierhaus wurden nie reali-
siert.

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A 3.2
Historisches Kavalierhaus
Die Ursprünge des heutigen Kavalierhauses reichen bis in die Mitte des 17. Jahrhunderts,
als an dieser Stelle ein einstöckiges „Gartenpalais“ errichtet wurde, wahrscheinlich in Zu-
sammenhang mit dem Wiederaufbau des Neuen Schlosses im und nach dem Dreißigjähri-
gen Krieg.
Dieser älteste Kern im Nordteil des heutigen Gebäudes lässt sich noch an seinen starken,
ehemals Außenwänden sowie den überwölbten und teilweise mit Stuck geschmückten
Räumen im Erdgeschoss ablesen.
Erdgeschoss, Auszug baukonstruktive Stellungnahme
Im Laufe der folgenden Jahrzehnte gab es mehrere umfangreiche An- und Umbauten. Dazu
zählte zunächst eine bauliche Erweiterung des Gartenpalais‘ für eine parallele Nutzung als
Kornspeicher, Ende des 18. Jahrhunderts schließlich als Theater.
Die Bezeichnung „Kavalierhaus“ erhielt das Gebäude erst 1862 nach seinem umfassenden
Umbau zu einem Beamtenwohnhaus – dieser erfolgte damals zeitlich und architektonisch
konform mit dem Neuen Schloss im Neorenaissancestil. Die Nutzung als Wohngebäude
wurde bis 1945 beibehalten, die Fassade jedoch 1934 nochmals im neoklassizistischen Stil
verändert.
Die heutige äußere Erscheinungsform des Gebäudes basiert auf dem letzten Umbau vor
dem Zweiten Weltkrieg: eine schlichte neoklassizistische Fassade nach Entwürfen des
Gräflich Arnimschen Baudirektors Herbert Lehmann, einem Mitarbeiter Alfred Breslauers.
Es handelt sich um einen zweigeschossigen, annähernd rechteckigen Bau mit Mansard-
dach.

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20
Blick vom Schloss auf das Kavalierhaus ca. 1934
Durch ungünstige bauliche Besonderheiten wie geringe Raumhöhen (z. T. RH < 1,70 m),
geringe Belichtung und widrige Brandschutzgegebenheiten, welche aus den historischen
Umbauten resultieren, sind Teile des 1. Obergeschosses sowie die drei Dachgeschosse
nicht als Aufenthalts- oder Lagerräume nutzbar.
Aufgrund seiner bau- und ortsgeschichtlichen Bedeutung steht das Kavalierhaus unter
Denkmalschutz.
Kurz nach dem Zweiten Weltkrieg hielt in dem weitgehend unzerstörten Gebäude die Kur-
einrichtung „Moorbad“ Einzug, die bis 2010 bestand.
Im Zeitraum 2011 bis 2013 wurde das Gebäude nutzungsneutral teilsaniert, Maßnahmen
der konstruktiven Sicherung des Gebäudes und die Anforderungen des Denkmalschutzes
standen dabei im Vordergrund. Die Räume des ursprünglichen Gartenpalais‘ im Erdge-
schoss sind wieder erlebbar gemacht worden. Ebenso wurde in den übrigen Innenräumen
die Tragstruktur saniert und die Ausbaufähigkeit in Erd- und 1. Obergeschoss hergestellt.
Foyer im Erdgeschoss nach der Teilsanierung

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A 3.3
Planungsrechtliche, städtebauliche und aus dem Status des UNESCO-
Welterbe abgeleitete Anforderungen
Für den erforderlichen Neubau steht ein Baufeld nördlich des Kavalierhauses zur Verfü-
gung. Die zulässige Bebauung richtet sich nach § 35 BauGB Bauen im Außenbereich.
Gemäß Flächennutzungsplan ist eine Bebauung ebenfalls zulässig.
Für den Entwurf sind folgende Beschränkungen zu beachten:
Das Kavalierhaus steht als Einzeldenkmal und Bestandteil der Sachgesamtheit
Muskauer Park unter Denkmalschutz.
Das Baufeld liegt in einem Landschaftsschutzgebiet.
Um den Status des UNESCO-Welterbes des Muskauer Parks / Park Mużakowski nicht
zuwider zu handeln und ihn somit zu gefährden, sind folgende Entwurfsprämissen einzuhal-
ten:
die Bauhöhe des neuen Ausstellungsgebäudes darf die nördliche Traufhöhe des
Kavaliershauses, entspricht 113,6 m DHHN92, nicht überschreiten. Die Referenz-
höhe +/- 0.00 = 107,00 m DHHN92 liegt im EG des Kavalierhauses. s, auch B.12
Aufbauten, Türme oder ähnliches sind nicht zugelassen.
Das neue Gebäude soll passend zur oben beschriebenen zurückhaltenden Er-
scheinung des Kavalierhauses keine Außen- / Fernwirkung entwickeln, die durch
reflektierende, gläserne oder durch Licht erzeugte Effekte induziert wird.
Notwendige Rettungsfenster bzw. -öffnungen in den Fassaden zum Park sind so
auszubilden, dass Reflexion oder Lichtausstrahlung verhindert wird
Die Dachlandschaft sollte innerhalb der vorgegeben Höhenbegrenzung entwickelt
werden und ebenfalls eine nicht reflektierende, nicht farbige/bunte Oberfläche auf-
weisen.
Die transparente Überdachung der innenliegenden Pflanzfläche (Tageslicht für ter-
tiäre Vergleichspflanzung) soll gleichfalls mit möglichst nicht reflektierenden Ober-
flächen versehen werden.
Für die Dächer über den Ausstellungsräumen sind extensiv begrünte Dächer vor-
stellbar.
Der neue Baukörper sollte sich in seiner Staffelung und Höhe in den kaschieren-
den Gehölzsaum einfügen, ohne in gestalterische, optische Korrespondenz mit
dem umliegenden Park zu treten. Dies bezieht ausdrücklich auch die Ausstrahlung
von Lichtquellen und -feldern in den Park ein.
Wahrung des relevanten, außergewöhnlichen universellen Wertes (OUV: out-
standing universal value)
Zum Verständnis sei erläutert, dass bauliche Entwicklungen im Muskauer Park / Park
Mużakowski keine negativen Auswirkungen auf den außergewöhnlichen universellen Wert
der Welterbestätte Muskauer Park, s. Anlage C.21, haben dürfen:
Konzepte für die Erhaltung und weitere bauliche und funktionale Entwicklungen
sind nur auf Grundlage der UNESCO-Welterbekonvention und dem denkmalpfle-
gerischen Zielkonzept für die Gesamtanlage möglich;

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22
die Belange des Denkmalschutzes sowie die Anforderungen des UNESCO-
Übereinkommens zum Schutz des Kultur- und Naturerbes der Welt sind rechtzeitig
und so zu berücksichtigen, dass die Kulturdenkmale und das Kulturerbe im Sinne
des Übereinkommens erhalten werden und ihre Umgebung angemessen gestaltet
wird.
Nutzungen sind welterbe- und denkmalverträglich zu gestalten;
der Charakter des Parks und seine materiellen Zeugnisse sind zu erhalten.
A 3.4
Derzeitige verkehrliche Erschließung und Medien
Bad Muskau ist aus mehreren Richtungen erreichbar:
aus Richtung Berlin und Cottbus von der A 15 über die B 115
aus Richtung Dresden und Bautzen von der A4 über die B 156
aus Richtung Görlitz über die B 115
Ein gebührenpflichtiger Besucherparkplatz für PKW und Reisebusse befindet sich am
Neißedamm. Weitere Parkmöglichkeiten bestehen auf dem Postplatz und an der Görlitzer
Straße (s. Anlage C.6).
Auf dem Fahrrad erreicht man den Muskauer Park über mehrere, überregionale Radwege,
die an der Neiße durch den Landschaftsgarten führen:
Oder-Neiße-Radweg: 630 km von der Neiße-Quelle zum Stettiner Haff
Fürst-Pückler-Weg: 500 km auf den Spuren Pücklers
Froschradweg: 260 km durch die Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft
Im Schlossvorwerk gibt es einen Fahrradverleih mit Werkstatt.
Zugreisende fahren mit der Ostdeutschen Eisenbahn GmbH (ODEG) zunächst nach Weiß-
wasser. Dort steigen sie in Busse des regionalen Nachverkehrs nach Bad Muskau (Buslinie
250). Die Haltestelle „Kirchplatz“ liegt nur wenige Schritte vom Muskauer Park entfernt.
In der Saison von April bis Oktober können Besucher auch die Waldeisenbahn für die Fahrt
von Weißwasser nach Bad Muskau nutzen.
Die betriebliche Zufahrt zum Kavalierhaus erfolgt von der Kirchstraße über den Markt in den
Park (s. Anlage C.6). Vom Markt in den Park übergehend, erfolgt die Zufahrt über einen
Parkweg, die sog. Moorbadstraße. Diese ist mit Naturstein gepflastert und weist eine Breite
von ca. 3,5 m auf.
Der Parkweg wird von den Fahrzeugen der Stiftung genutzt: Er kann in Ausnahmefällen
auch von Besuchern befahren werden. Zudem überkreuzen Kutschfahrten unmittelbar am
Parkzugang diesen Weg.
Für die spätere Realisierung des Bauvorhabens ist zu beachten, dass das Befahren dieses
Zufahrtweges nur mit einem Lastkraftwagen bis 40 t und nur während der Bauphase gestat-
tet ist.
Folgende Medienanbindungen sind gegeben (s. Anlage C.9):
Gasleitung HG 90x8,2 PE mit Endkappe am Kavalierhaus
Trinkwasserleitung
Löschwasserleitung einschl. Steuerkabel für Löschwasser
Steuerkabel für Abwasserdruckleitung
0,4kV-Kabel, TV-Kabel, Telekom

2-phasiger, offener, interdisziplinärer Realisierungswettbewerb
Besucher- und Informationszentrum UNESCO-Geopark Muskauer Faltenbogen
Stand 11.03.2021
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A 3.5
Baugrund und Hochwassersituation
Die im Baufeld vorhandenen Baugrundverhältnisse sind aus geotechnischer Sicht für das
geplante Bauvorhaben als relativ kompliziert zu bezeichnen. Im potentiellen Gründungsbe-
reich von Erweiterungsbauten stehen zum Teil tiefgründig Böden mit nur geringen bis sehr
geringen Tragfähigkeiten an. Über signifikant höhere Tragfähigkeiten verfügen ausschließ-
lich die in der Anlage 2 des Baugrundgutachtens orange gekennzeichneten, feinkornärme-
ren Sande.
Besonders gravierend sind die Tragfähigkeitsdefizite im nördlichen Teil des potentiellen
Baugebietes, im Bereich der Bohrungen KRB 10 und KRB 11 (außerhalb des Baufeldes).
Auf die Bebauung dieses Bereiches sollte aus geotechnischer Sicht möglichst verzichtet
werden. Ist eine Bebauung hier unumgänglich, sind Tiefgründungen erforderlich. Zu deren
Beurteilung ist das ausgeführte Aufschlussprogramm jedoch nicht ausgelegt, so dass dann
deutlich tiefer reichende Bohrungen abgeteuft werden müssten.
Im übrigen Bereich sollte die Gründung von Neubauten in jedem Fall mittels elastisch gebet-
teter Platten in Verbindung mit Gründungspolstern ausgeführt werden. Die Mächtigkeiten
der Gründungspolster sind dabei abhängig von den abzuleitenden Lasten und der Set-
zungsempfindlichkeit der Gebäude, wird aber ein Maß von 1,5 … 2,0 m in der Regel nicht
unterschreiten. An den Bodenplatten dürfen dabei keine Frostschürzen angeordnet werden,
da sonst im Polster keine Lastausbreitung und damit kein Spannungsabbau erfolgen kann.
Ist konstruktionsbedingt eine Gründung der Gebäude mit Einzel- und Streifenfundamenten
erforderlich, sind diese mit Unterbeton mindestens auf den sandigen Böden abzusetzen.
Grundwassereinflüsse sind ab Tiefen von ca. 2 … 2,5 m unter der derzeitigen Geländeober-
fläche zu erwarten, so dass im unmittelbaren Gründungsbereich von nichtunterkellerten
Gebäuden keine Grundwassereinflüsse vorhanden sind. Ist für die Neubauten eine unter
dem EG-Niveau des Kavalierhauses liegende Ebene angedacht, sollte die Sohle dieser
Ebene auf dem Niveau der Kellersohle des Bestandsgebäudes liegen.
Alle Angaben zum Baugrund sind ausführlich im geotechnischen Bericht enthalten, s. dazu
Anlage C.10.
Bezüglich der Wasserspiegellagen sind folgende Angaben der Landestalsperrenverwaltung
im Weiteren zu berücksichtigen:
Wasserstand bei HQ 500 = 106,9 m ü. HN
Wasserstand bei HQ 200 = 106,6 m ü. HN
Wasserstand bei HQ 100 = 106,5 m. ü. HN
Im Zuge der Erarbeitung von neuen Hochwasserrisikomanagementplänen werden diese
Werte geprüft und überarbeitet. Dabei wird insbesondere berücksichtigt, dass der HQ100-
Wert zukünftig sehr wahrscheinlich höher als der bisherige HQ100-Wert liegt.
Allerdings zeigen Erfahrungen, dass diese Wasserspiegel im Park bisher nicht erreicht
wurden. Anlagen zu den Hochwasserständen s. C.11 und C.12.

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Besucher- und Informationszentrum UNESCO-Geopark Muskauer Faltenbogen
Stand 11.03.2021
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A 3.6
Ausstellungsinhalte sowie ihre Präsentationsmethodik und -gestaltung
Ausstellungsort
Mit dem Muskauer Park (UNESCO-Welterbe) und dem Muskauer Faltenbogen (UNESCO-
Geopark) überschneiden sich zwei UNESCO-Stätten an einem Ort. Beide Parks liegen
sowohl auf polnischer, als auch auf deutscher Seite.
Beide Stätten sind durch ihre landschaftliche Ausprägung bedeutend:
Der Faltenbogen als Ergebnis des eiszeitlichen Klimawandels sowie als gewässerreiche
Bergbaufolgelandschaft, der Muskauer Park als Meisterwerk des gartenkünstlerischen
Schaffens von Fürst Pückler.
Ausstellungsinhalte
: Die Ausstellung hat zwei thematische Stränge.
1.
Die Ausstellung zeigt, wie wechselnde Klimabedingungen die typischen Landschaf-
ten vor Ort geprägt haben: die Entstehung der Kohle im Tertiär und die Morpholo-
gie des Faltenbogens im Pleistozän.
Der Streifzug durch die Erdgeschichte dokumentiert, dass Klima einem ständigen
Wandel unterworfen und Klimawandel kein ausschließliches Phänomen von heute
ist! Im Gegensatz zur heutigen Kulturlandschaft wurde die Landschaft des Mus-
kauer Faltenbogens bis zum aktiven Eingriff durch den Menschen (Anthropozän)
im Wesentlichen ausschließlich durch die sich verändernden Klimate geformt.
Die Ausstellung betrachtet die klimatischen und geologischen Prozesse, die Roh-
stoffe in der Faltenbogenregion „bildeten“ und „verfügbar“ machten.
2.
Die Rohstoffnutzung ist infolge sich ändernder sozio-ökonomischer Rahmenbedin-
gungen einer permanenten Dynamik unterworfen. Es kommt zum Strukturwandel
und zu Strukturbrüchen. In der Gegenwart treffen sich diese beiden thematischen
Stränge: Um den anthropogen verursachten CO
2
-Ausstoß und seinen Einfluss auf
die Erhöhung des Temperatur-Jahresmittels zu mindern, wurde ein „politischer“
Strukturwandel auf der Grundlage des Pariser Klimaschutzabkommens von 2015
beschlossen, welcher dem Abbau und der energetischen Nutzung der Braunkohle
in der Faltenbogenregion ein Ende setzt.
Diese Thematik wird äußerst kontrovers diskutiert. Die Ausstellung hat den Anspruch, eine
neutrale Orientierungshilfe zu geben, Motive und Konzepte der handelnden Akteure zu
erläutern, und die Frage nach der Zukunft für die Region Lausitz in unterschiedlichsten
Denkansätzen spielerisch aufzugreifen.
Das Besucher- und Bildungszentrum ist als „Hybrid“ zwischen
Exponat-Ausstellung und
Science-Center mit Modellen und Experimentierstationen geplant.
Die Maxime hierfür lautet „Lernen durch Handeln“.
Da das thematische Spektrum der Ausstellung sehr anspruchsvoll ist, sollen Bauwerk, Glie-
derung, Materialien und Rundweg dem Besucher helfen, Überblick und Konzentration zu
behalten.

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Besucher- und Informationszentrum UNESCO-Geopark Muskauer Faltenbogen
Stand 11.03.2021
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Zahlreiche Exponate der Schau werden neu entwickelt. Sie existieren in dieser Form noch
nicht in anderen Ausstellungen.
Hinweis: In den Anlagen C.24 und C.25 sind die im Rahmen einer Machbarkeitsstudie ge-
planten Ausstellungsthemen und ihre Inhalte und Anforderungen ausführlich erläutert.
Für das vollständige Verstehen des komplexen Ausstellungsthemas wird die Ausstellung
eine klare thematische teils auch chronologische Abfolge haben, s. dazu Abschnitt A 4.4
Raum- und Ausstellungsprogramm.
Daher soll der Besucher einen baulichen Weg vorfinden, der ihm das Erleben genau dieser
Abfolge vom Ausstellungsbeginn zum -ende ermöglicht. Bauliche Abkürzungen („Bypässe“)
innerhalb der Themensegmente sind vorstellbar, um das gezielte Erreichen bestimmter
Segmente auf kurzem Wege zu ermöglichen.
Darüber hinaus wird die Ausstellung durch eine großzügige tertiäre Vergleichspflanzung
(„grüner Patio“) ergänzt, die im Winter überdacht werden und als Ausstellungsraum zur
Verfügung stehen soll.
Flächen für mögliche Wechsel- / Sonderausstellungen brauchen im Neubau nicht vorgese-
hen werden, hierfür stehen Flächen in den Ausstellungsräumen des Neuen Schlosses zur
Verfügung.
Dem Ausstellungskonzept liegt eine Besucherzahl von ca. 50.000 p.a. und eine ganzjährige
Öffnung zu Grunde. Es wird – in Abhängigkeit von der Beschlusslage in den Stiftungsgre-
mien – angestrebt, keinen Eintritt zu erheben, um das schwierige und aufwändige Problem
der Trennung der Besucherströme zu umgehen und eine hinreichende Besuchermenge zur
wirtschaftlichen Betreibung des Cafés zu gewährleisten.
Eine mögliche Nachrüstung ist dennoch zu berücksichtigen.

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A 4
Planungsaufgabe
A 4.1
Ausstellungsgebäude - Bestand und Neubau
Für das Ausstellungsgebäude stellt sich der Auslober einen ästhetischen, wenn auch zu-
rückhaltenden Baukörper im Zusammenklang mit dem historischen Kavalierhaus vor.
Der durch die vorhandenen Gehölze gefasste „Raum“ soll schlicht und dennoch wirkungs-
voll gestaltet werden.
Von dem neuen, zu entwickelnden Gebäude wird eine hohe, auf die Besonderheiten der
Ausstellung abgestimmte Funktionalität erwartet und dass eine besondere, gestalterische
Ausformulierung im Inneren entfaltet wird.
Die Außenwirkung des Neubaus soll sich zurücknehmen und in die gegebene Deckpflan-
zung einordnen. Eine unaufdringliche Farb- und Materialwahl sowie Verzicht auf reflektie-
rende Oberflächen und Vermeiden von Lichtemissionen / Lichtverschmutzung aus dem
Gebäude soll dies unterstützen.
Dieses konstituierende Prinzip des Welterbestatus‘ des Muskauer Parks muss beibehalten
werden, s. auch Anlage C.21_Erklärung des außergewöhnlichen universellen Wertes des
Parks.
Die Ausstellung soll auch Räume im Kavalierhaus einbeziehen, so dass eine bauliche An-
bindung an den denkmalgeschützten Bestand nötig ist.
Für diese Anbindung darf die Nordfassade des Kavalierhauses angepasst werden. Im Ge-
gensatz dazu sind die West- und insbesondere die Südfassade des Kavalierhauses, in
Richtung Neues Schloss, aus Gründen des Denkmalschutzes unverändert beizubehalten.
Auf Grund der Voruntersuchungen stellt sich der Auslober vor, dass eine barrierefreie Er-
schließung an der Ostseite des Kavalierhauses umgesetzt werden kann. Diese wird nötig,
da das Café im Erdgeschoss des Kavalierhauses unabhängig von der Ausstellung betrieben
werden soll und der Hauptzugang auf der Südseite des Kavalierhauses aus Gründen des
Denkmalschutzes nicht barrierefrei umgebaut werden kann.
Die Ausstellung wird eine Fläche von ca. 3.500 m² umfassen, die anteilig im Baukörper des
existierenden Kavalierhauses und dem selbstständigen Neubau an das historische Kava-
lierhaus liegen.
Wird im Folgenden die Bezeichnung Ausstellungsgebäude verwendet, sind beide Ausstel-
lungsteile gemeint.
Für den barrierefreien Besucherweg innerhalb der Ausstellung wird von mindestens einem
Aufzug ausgegangen.

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A 4.2
Umgang mit historischem Kavalierhaus
Das Kavalierhaus war ursprünglich ein barockes Gartenpalais. Es stammt aus der ersten
Hälfte des 17. Jahrhunderts und weist einen schiefwinkligen Grundriss von etwa 22 x 10 m
Größe auf. Im Erdgeschoss sind die originalen Gewölbestrukturen sowie einige spätere, aus
dem 18. Jahrhundert stammende barocke Ornamente (Raum vor dem ehemaligen Bade-
zimmer; Raumnr. 004) erhalten. Sowohl die originalen Deckengewölbe mit ihren Aus-
schmückungen aus den 1930er Jahren als auch die barocken Stuckaturen sind unbedingt
zu erhalten.
Überbaut wurde das Gartenhaus im letzten Drittel des 18. Jahrhunderts mit einem profanen
wie pragmatischen Zweckbau. Dabei blieben die ehemaligen, mächtigen Außenmauern
auch innerhalb des Gebäudes unverändert und im Erdgeschoss erlebbar. Auf diese Weise
entstand die gleichermaßen prägende wie funktional einengende Konfiguration einer Art
„Haus-in-Haus“, die als architektonische Besonderheit beibehalten werden muss. Denn
genau in diesen Räumen befinden sich die wertvollen, historischen Ausbauten, die bleiben
und aufgewertet werden sollen.
Schnitt aus: Baukonstruktiver Stellungnahme
Für die eigentliche Ausstellungsnutzung sind das Keller- und Erdgeschoss geeignet.
Das 1. Obergeschoss des Kavalierhauses hingegen ist in großen Teilen durch die versetz-
ten Deckenhöhen, resultierend aus der großen Geschosshöhe des ältesten Teils des Erd-
geschosses, für die Ausstellung nicht nutzbar (RH < 1,70 m). In den verbleibenden Räumen
mit angemessener Raumhöhe könnten die Räume der Museumspädagogik sowie Technik-,
Lager- und Sozialräume Platz finden.
Nordfassade

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Ebenfalls nicht für Ausstellungs- und auch nicht für Lagerzwecke nutzbar sind aufgrund
fehlender Zugänglichkeit und Flucht- und Rettungswege sowie nicht ausreichender Traglast
die Dachgeschosse.
Nutzung Erdgeschoss
Der Auslober erwägt, die repräsentativen Räume mit den bauzeitlichen Gewölbestrukturen
im nördlichen Mittelteil des Erdgeschosses für eine Café-Nutzung mit ca. 50 Plätzen zu
nutzen. Flächen für Küche, Sanitär- und Lagerräume könnten im westlichen Teil des Erd-
und Obergeschosses vorgesehen werden.
Das Café soll mit einer Terrasse ergänzt werden, die die Sicht auf die Ausstellungsflächen
möglicherweise auch auf den „Tertiärhain“ ermöglicht, Platz für eine Kaffeehausmöblierung
bietet und auch im Winter nutzbar ist.
Nutzung Kellergeschoss
Die Nutzung des Untergeschosses mit seinen großen Tonnengewölben ist grundsätzlich
vorstellbar, jedoch soll dafür der historisch bewährte Zustand des Bestandes nicht grundle-
gend geändert werden, um dem Denkmal nicht zu schaden. Eine sparsame und wenn not-
wendig robuste Ausstattung und Bespielung der Räume ähnlich anderer in Hochwasserla-
gen befindlichen Ausstellungsflächen beispielsweise der Festung Dresden Kasematten ist
denkbar.
Für die Ausstellungsumsetzung des Untergeschosses wäre ein Absenken der OK des vor-
handenen Fußbodens sinnvoll, um die Nutzbarkeit der Räume durch eine etwas größere
Raumhöhe zu verbessern. Dieses Absenken ist nach gegenwärtigen Erkenntnissen jedoch
nur in begrenztem Maße bis ca. -3,60 m ohne Nachgründungen möglich. Umfangreiche
statische oder gründungstechnische Maßnahmen sollten im Sinne des Denkmals und im
Hinblick auf die Kosten vermieden werden.
Zudem ist für jede Nutzung der Räume die Hochwassersituation zu berücksichtigen (schnel-
le Demontage von Ausstellungsgegenständen, gefährdungsarmer Einbau von Technik,
Verschluss gegenüber den angrenzenden neuen Ausstellungsräumen etc.) und Schutzziele
zu vereinbaren.
Ebenso sind sinnvolle, auf das Denkmal und seine Geschichte passende Maßnahmen ge-
gen die derzeit vorhandene Feuchtigkeit und den damit verbundenen Salztransport in den
Wänden zu berücksichtigen. Gleiches gilt für erneutes Durchfeuchten im Hochwasserfall
und durch feuchtwarme Außenluft in den Sommermonaten
Eine Nutzung des Untergeschosses für ausgewählte Themen scheint plausibel, s. Abschnitt
A 4.4., ist jedoch nicht unabdingbar.

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A 4.3
Der Neubau
Für den Neubau ist ein Baufeld nördlich des Bestandsgebäudes gem. Anlage C.3 vorgese-
hen. Dabei ist zu berücksichtigen, dass unmittelbar an dessen Ost- und Westgrenze wert-
voller Baumbestand anschließt. Die im Plan bezeichneten Wurzel- und Kronenbereiche der
zu schützenden Bäume / Gehölze dürfen durch die künftige Bebauung nicht beschädigt
oder beeinträchtigt werden.
Auf Grund der hohen denkmalpflegerischen Relevanz, zur Vermeidung möglicher negativer
Auswirkungen auf das Welterbe und der bisher in den Stiftungsgremien erfolgten Abstim-
mungen sollte der zu planende Neubau auf dem Duktus der im Pücklerschen „C-Plan
aus
dem Jahre 1834 dargestellten 3-Flügel-Anlage basieren. Relevant sind hier die Dimensio-
nen und die Ausrichtung der Baukörper. Wird im Entwurf auf eine in Anlehnung an die durch
die beiden historischen Flügelbauten gebildete U-Form abgestellt, wäre eine Verbindung
wünschenswert, um den Besucherrundgang zu schließen.
Die für die Einrichtung der tertiären Vergleichspflanzung benötige Fläche / „Tertiärhain“
sollte auf einfache Art und Weise überdacht werden können, um eine Ganzjahresnutzung
zu ermöglichen und die Pflanzen im Winter zu schützen. Idealerweise lässt sich die Über-
spannung im Sommerhalbjahr großzügig öffnen bzw. sogar ganz abbauen. Gleichfalls muss
eine Lüftung im Winter möglich sein, um die Temperaturen entsprechend der Ansprüche der
Pflanzen regulieren zu können. Für die Ausbildung der Dachkonstruktion sind neben der
Wirtschaftlichkeit, Materialwahl und einfachen Handhabung auch Aspekte wie Reparatur,
Wartung und entsprechende Sicherheitsvorrichtungen zu berücksichtigen.
Für die Wartung und Pflege der Pflanzenanlage ist eine direkte Zugangsöffnung in den
Pflanzhof vorzusehen. Da auch kleinere (Garten)Fahrzeuge passieren sollen, ist eine Größe
von ca. 3,2 x 3,0 m nötig.
Obwohl der Neubau bedingt durch die gewünschten Blickbeziehungen innerhalb der Aus-
stellung in Teilen zweigeschossig ausgebildet werden wird, darf er die maximal zulässige
Höhe des nördlichen Traufgesimses am Kavalierhaus an keiner Stelle überschreiten. Dazu
und zur gewünschten zurückhaltenden Außenwirkung sind die Anforderungen im Abschnitt
A 3.3 und B.12 zu berücksichtigen.
A 4.4
Raum- und Ausstellungsprogramm
Für die Ausstellung liegt ein ausgearbeitetes Konzept vor, das in Form einer „Perlenschnur“
eine klare thematische Abfolge hat, s. Anlage C.24. Diese Themenkette besteht aus 14
Kapiteln, die mit bestimmten Raumgrößen verbunden sind und in die mehrere größere Prä-
sentationsobjekte eingefügt werden. Deren Anordnung im Raum ist einer gewissen Flexibili-
tät unterworfen, ohne dass sich dadurch die vorgegebene thematische Reihung ändern
darf, um das Verstehen der komplexen Themen zu ermöglichen, s. dazu auch Abschnitt 3.6
Ausstellungsinhalte sowie ihre Präsentationsmethodik und Gestaltung.

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Besucher- und Informationszentrum UNESCO-Geopark Muskauer Faltenbogen
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Anlage C.25 gibt einen umfassenden, tabellarischen Überblick über das Ausstellungskon-
zept, dessen Inhalte und die daraus resultierenden baulichen Anforderungen an die Größe,
Lage und Ausstattung der zu planenden Räumlichkeiten.
Der während der Erarbeitung des Ausstellungskonzeptes gedachte Rundgang stellt sich wie
folgt dar:
Der Besucher betritt über einen kleinen, attraktiven Vorplatz das neu zu schaffende Entree.
Der Rundgang beginnt nach dem Eingang mit Garderoben, Schließfächern und Platz für
Gruppen mit den einführenden Themen bis zur „Schichtologie“, führt durch die „tertiäre
Pflanzenwelt“
Tertiäre Pflanzenwelt, s. Anlage Skizzen zur Ausstellungsabfolge
in das Untergeschoss des Kavalierhauses. Aus dem Untergeschoss gelangt der Besucher
wieder in den Neubau, steigt auf Erdgeschossniveau, läuft entlang der grünen Mitte („tertiä-
re Pflanzenwelt“) und betritt abschließend das Erdgeschoss des Kavalierhauses mit den
Themen „Lausitzparlament“ und „Sprungbrett in die Region“, kann dann die Ausstellung
nach draußen verlassen oder in das direkt anschließende Café gehen, von dem der Blick in
die Ausstellung und die „tertiäre Pflanzenwelt“ möglich ist.
Obwohl ein unmittelbares Verlassen der Ausstellung aus dem Erdgeschoss des Kavalier-
hauses möglich wäre, sollte es auch einen innenliegenden Weg geben, um die Garderobe
und die Schließfächer im Entree wieder zu erreichen.
Die Ausstellungsflächen im Kavalierhaus sollen die Eigenheiten des historischen Gebäudes
sichtbar einbringen. So würde sich beispielsweise der Charakter des Untergeschosses mit
den steinsichtigen Tonnengewölben für die Themen „Anthropozän – Untertagebau, Roh-
stoffnutzung“ eignen.

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Untertage-Ausstellungsfläche, s. Anlage Skizzen zur Ausstellungsabfolge
Für die Ausstellungsnutzung des Untergeschosses wären die Angaben zum Umgang mit
dem Bestand wie in Abschnitt A 4.2 angegeben zu berücksichtigen.
Da die Ausstellungsstücke weniger wertvoll und ebenso wie die Ausstellungsausstattung
gut demontier- und transportierbar sein sollten, ist der rasche Rückbau im Hochwasserfall
(bisher mit einer Vorwarnzeit von 24 Stunden) möglich.
Die Ausstellungsflächen im Neubau können zu den historischen Räumen im Kavalierhaus
im Kontrast stehen. Großzügige Räume mit einer klaren Geometrie und einer Inszenierung
der Binnenflächen durch spannende Aus- und Rückblicke auf den Innenhof sind hier denk-
bar.
Für die räumliche Gestaltung sind große Exponate wie die Konstruktion eines Gletschermo-
dells im Fachbereich 6 „Pleistozän“ und gleichfalls die Großtiergruppe, die von zwei Ebenen
betrachtet werden soll, in Betracht zu ziehen.
Gletscher-Modell und Großtiergruppe, s. Anlage Skizzen zur Ausstellungsabfolge

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Eine Unterteilung der Ausstellungsflächen in strikt voneinander geschiedenen Einzelräumen
wird nicht gewünscht.
Einfluss auf die Raumgeometrie haben als wesentlicher Bestandteil der Ausstellung die
Experimentiertische von ca. 1,5 x 2,5 m, die von Gruppen von bis zu 15 Besuchern umstan-
den werden. Für eine Führung durch die Ausstellung sollen die Gruppen nicht größer als 15
Personen sein, um gute Sicht für alle Besucher zu gewähren und die Gruppe gut führen zu
können.
Trotz gruppenumstandener Experimentiertische sollen andere Besucher in den betreffenden
Ausstellungsabschnitten zwanglos passieren bzw. die Exponate sehen können. Eine Raum-
breite von ca. 8,0 m wird dafür als ausreichend eingeschätzt.
Im zu überdachenden „Hof“ soll eine faszinierende Pflanzenwelt in Form einer tertiären
Vergleichsbepflanzung präsentiert werden, die an das Tertiär vor 20-50 Millionen Jahren
erinnert.
Der Boden dieser Anlage sollte auf dem Untergeschossniveau des Kavalierhauses liegen,
um eine plausible Größe der Pflanzen erreichen zu können. Zudem ist eine thermische
Trennung der Pflanzfläche zu den angrenzenden Ausstellungsflächen vorzusehen, da die
Pflanzfläche im Winter für das Gedeihen der Pflanzen nur eine Mindesttemperatur von 8 –
10 °C aufweisen wird.
Von dieser inneren, grünen Welt kann optional ein Besucherweg in den nördlich des Bau-
feldes anschließenden Außenbereich führen, der die Ausstellungsthemen in weiteren
Pflanz- und Wasserflächen als Themenpfad fortführen wird. s. dazu Abschnitt A 4.11.
Obschon Bezüge von Innen nach Außen möglich sind, soll nochmals erwähnt werden, dass
eine Ausstrahlung in die umgebende Parklandschaft ausdrücklich nicht gewünscht ist. s.
Abschnitt B.12 Bindende Vorgaben
Baufeld und zugehörige Außenanlage

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A 4.5
Anforderungen Ausbau
Für die Gestaltung der Ausstellungsräume sind bestimmte Eigenschaften wünschenswert:
Farben und Oberflächen
Materialien, Farben und Texturen für Wände, Böden und Decken sind passend zu den
Themen der Ausstellung zu wählen; sie können durch ausgewählte Farben oder Beschaf-
fenheiten bestimmte Themen oder das Verfolgen des Besucherweges unterstützen. Unbe-
nommen davon müssen die Oberflächen, insbesondere der Böden, den mechanischen
Belastungen einer Ausstellung entsprechen, insbesondere im Hinblick auf die sandigen
Oberflächen der wassergebundenen Wegedecken der Parkwege, die zum Ausstellungsge-
bäude führen.
Die Wandoberflächen sollen auch für das Aufbringung von Plottschrift / Folienschrift geeig-
net sein.
Decken
Für Medientechnik und Projektionen sollte die Deckenhöhe im Neubau möglichst 4,0 m
betragen.
Im Kavalierhaus sollen insbesondere die Decken mit originalen, bauzeitlichen Ausschmü-
ckungen in Abstimmung mit der Denkmalpflege restauratorisch überarbeitet werden.
Verschattung
Obwohl es im Neubau vorzugsweise außer ggf. notwendigen Rettungsfenstern keine Fens-
teröffnungen nach Außen / Richtung Park gibt, ist die Sonneneinstrahlung zu berücksichti-
gen, die sich aus den Blickbeziehungen zum „Tertiärhain“ und der Einstrahlung durch die
Überdachung ergibt. Öffnungen zu Ausstellungsräumen im Neubau aber auch die Fenster
im Kavalierhaus müssen mit Verschattungselementen ausgerüstet werden, um das Betrach-
ten von Ausstellungsobjekten oder Video- / immersiven Sequenzen blendfrei zu ermögli-
chen. Die Bedienbarkeit der Verschattungselemente (Screens) soll separat an jedem Ele-
ment möglich sein.
A 4.6
Tragwerk und Gebäudehülle
Für das Tragwerk besteht zunächst eine freie Wahl der Systeme.
Jedoch müssen insbesondere die Anforderungen aus dem Baugrundgutachten und den
Hochwasserständen berücksichtigt werden. Zudem sind die Lasten aus der Überdachung
der Pflanzfläche abzutragen.
Die Ausstellungsräume im Neubau sollen weitestgehend stützenfrei vorgesehen werden.
Für die Wahl des konstruktiven Systems und von Materialien können Bezüge zur histori-
schen Umgebung oder zu Natur- bzw. Ausstellungsthemen in Betracht gezogen werden.
Für die Gebäudehülle wird ein zeitgemäßes, energiesparendes Konzept erwartet, das die
Nachhaltigkeit der Wärmedämmung berücksichtigt und auch unter Einbeziehung der not-
wendigen haustechnischen Anlagen stimmig ist.

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A 4.7
Technische Gebäudeausrüstung
Für die technische Gebäudeausrüstung wird ein Konzept erwartet, das energiesparende
Anlagen und Technologien beinhaltet und Synergieeffekte wie Lüftungstechnik mit WRG
nutzt. Im Folgenden sind Faktoren, auf die der Nutzer Wert legt, zusammengefasst.
In die Überlegung zur Technischen Gebäudeausrüstung sind jedoch alle üblichen Anlagen-
gruppen einzubeziehen.
Personenaufzug
Der notwendige Aufzug soll für eine Gruppe von bis zu 10 Personen geeignet sein. Die
Ausstattung soll barrierefrei nach dem Zwei-Sinne-Prinzip, mit taktilen Bedienelementen,
vorgesehen werden. Ein Lastenaufzug ist nicht notwendig.
Akustik
Hohe Anforderungen bestehen hinsichtlich der Akustik. Es wird mit einer hohen Geräusch-
belastungen durch Schulklassen, Führungen und starken Besucherverkehr zu den Stoßzei-
ten gerechnet. Dazu kommt die mediale Bespielung der Ausstellung in verschiedenen Ab-
schnitten.
Akustisch wirksame Maßnahmen sollen so vorgesehen werden, dass ein ungestörter Aus-
stellungsbesuch trotz der zusammenhängenden Räume und den ggf. verbindenden Innen-
hof möglich ist.
Raumklima
Es bestehen keine besonderen konservatorischen Ansprüche an das Raumklima der Aus-
stellung. Insofern Exponate Klimatisierung erfordern, wird diese über Vitrinenklimatisierung
erreicht.
In den Ausstellungsräumen sollte vorzugsweise LED-Beleuchtung Anwendung finden. Dar-
über hinaus wird es auch Medien-, Licht- und andere Gebäudetechnik geben, die Wärme
eintragen. Diesem Wärmeeintrag sowie der durch die Besucher erzeugten Wärme ist durch
Maßnahmen der Gebäudetechnik und / oder durch bauliche Maßnahmen zu begegnen.
Für Pflanzen des „Tertiärhaines“ sind Frostfreiheit und Temperaturen von mindestens
8 - 10°C sowie ausreichend Licht zu gewährleisten. Ebenso sind Wasser- und Abwasseran-
schlüsse für die Pflanzenpflege vorzusehen.
Auch für die Bewässerung der Außenanlagen sollte ein Wasseranschluss eingefügt werden.
Licht
Für die Ausstellungsräume werden auf Grund der multiplen Nutzung 3-Phasen-
Stromschienen, möglichst als Einbauleuchten, präferiert. Diese können auch für Putzlicht
oder Medientechnik genutzt werden. Die Sicherheitsstromversorgungsanlage inkl. der Si-
cherheitsbeleuchtung ist gem. Anforderungen aus der Versammlungsstättenrichtlinie vorzu-
sehen.

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Medienanschlüsse für die Ausstellung
In den Ausstellungsräumen sind Elektro- und Netzwerkanschlüsse in ausstellungsüblicher
Anzahl in den Wänden und Decken vorzusehen.
Für eine allseitige Zugänglichkeit der Exponate und Experimentiertische sind Medienan-
schlüsse in den Böden notwendig. Dafür sollten Kanäle geplant werden, in denen alle Medi-
en (Elektro- und Netzwerk) verlegt werden und die an benötigter Stelle geöffnet werden
können. Neben den Elektro- und Datenanschlüssen sind für die Experimentiertische auch
Wasser- und Abwasseranschlüsse an 4 Stellen zu berücksichtigen.
In den Ausstellungsräumen im Kavalierhaus kann die Versorgung mit Elektro- und Daten-
anschlüssen über Bodentanks in einem regelmäßigen Raster erfolgen.
Als zeitgemäße Ausstattung sollte W-LAN in allen Bereichen verfügbar sein.
Zutrittskontrolle
Ausgehend von einer Besucherzahl von ca. 50.000 p.a. und einer ganzjährigen Öffnung
wird vorerst angestrebt, keinen Eintritt zu erheben, um das schwierige und aufwändige
Problem der Trennung der Besucherströme zu umgehen und eine hinreichende Besucher-
menge zur wirtschaftlichen Betreibung des Cafés zu gewährleisten.
Gleichwohl ist aufgrund der noch offenen Beschlusslage in den Stiftungsgremien optional
eine spätere Umsetzung der Eintrittspflicht mit zu bedenken und in die späteren Planungen
der Technischen Ausrüstung einzubeziehen. Dafür sollen moderne, elektronische Systeme
vorgesehen werden, die auch das wiederholte Betreten der Ausstellung z. B. nach dem
Besuch des Cafés ermöglichen.
Der gastronomische Betrieb soll immer kostenfrei zugänglich sein.
Videoüberwachung
Aus den im Neuen Schloss gemachten Erfahrungen soll an den künftigen Ein-/Ausgängen
der Ausstellung im Besucher- und Bildungszentrum eine Videoüberwachung installiert wer-
den, um Besuchern bei Problemen mit dem Zugangssystem gezielt helfen zu können.
A 4.8
Energetisches Konzept
Der Auslober wünscht sich ein Gebäude mit einem intelligenten und kreativen Ansatz be-
züglich der Nachhaltigkeit. Dabei spielt ein wirtschaftlicher Umgang mit Gebäudetechnik
eine ebenso wesentliche Rolle wie der bewusste Umgang mit Konstruktionen, Materialien
und Werkstoffen.
Das Konzept ist im Erläuterungsbericht zu skizzieren. Darin enthalten sein sollen Aussagen
zur Lüftung / Temperaturregelung der Pflanzfläche sowie Angaben zur Lage der Technikflä-
chen unter Berücksichtigung der Hochwassersituation.

2-phasiger, offener, interdisziplinärer Realisierungswettbewerb
Besucher- und Informationszentrum UNESCO-Geopark Muskauer Faltenbogen
Stand 11.03.2021
36
Im weiteren Planungsverlauf ist der Leitfaden Nachhaltiges Bauen (BMI) im Grundsatz an-
zuwenden, im Wettbewerbsverfahren erfolgt keine vertiefte Bearbeitung dieses Themas.
Die Berücksichtigung von Prinzipien einer nachhaltigen Entwicklung sollte zum integralen
Bestandteil aller Planungs- und Entscheidungsprozesse über den Lebenszyklus einer Im-
mobilie werden.
A 4.9
Erschließung und Barrierefreiheit
Nach SächsBO § 50 Abs. 2 und 3 müssen öffentliche Gebäude barrierefrei hergestellt wer-
den. Das Ausstellungsgebäude soll als zeitgemäßes Haus allen Menschen Erfahrung und
Begreifen ermöglichen. In diesem Zusammenhang sind u. a. folgende Anforderungen zu
erfüllen:
Anwendung DIN 18040-1 und -3
stufenloser, barrierefreier Zugang in den Neubau aber auch in das Kavalierhaus
unabhängig von der Ausstellung für den ausschließlichen Besuch des Cafés.
Dafür ist die Einordnung eines Aufzugs an der Ostseite des Kavalierhauses zu prü-
fen und zu entwickeln. Die auf der Ostseite vorhandene, historische Außentreppe
soll erhalten werden.
Auch innerhalb der Ausstellung / des Neubaus soll die Erschließung nutzungs- und
funktionsbedingt vorzugsweise mit einem Aufzug erfolgen.
Absenkung der Tresen im Kassen- / Service-Bereich
Gewährleistung der für Rollstuhlfahrer erforderlichen Bewegungsflächen und Tür-
durchgangsbreiten in allen öffentlichen Bereichen
Einrichtung allgemein benutzbarer Behinderten-WC
Ebenso sind Maßnahmen für Menschen mit Seh-, Hör- oder anderen Behinderung zu be-
rücksichtigen. Dazu gehören auch:
taktiler Raum- und Orientierungsplan im Foyer und in Ausstellungsräumen
digitale und analoge Leitsysteme im ganzen Haus zur Orientierung
Induktionsschleifen für schwerhörige Besucher
Ausstellungsmedien, die sich an mehrere Sinne richten, sog. Zwei-Sinne-Prinzip
kontrastreiche und auf Schlichtheit reduzierte Typografie aller Ausstellungstexte
und Beschriftungstafeln, ggf. leichte Sprache
kontrastreiche Ausleuchtung aller Objekte und Schrifttafeln
A 4.10 Brandschutz
Für das Gesamtgebäude sind grundsätzlich Belange des Brandschutzes insbesondere der
Flucht- und Rettungswege zu berücksichtigen.
Es gilt die Sächsische Bauordnung, letzte Fassung 2016.

image
2-phasiger, offener, interdisziplinärer Realisierungswettbewerb
Besucher- und Informationszentrum UNESCO-Geopark Muskauer Faltenbogen
Stand 11.03.2021
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A 4.11 Freiraumgestaltung
Die Freiraumplanung umfasst zwei Aufgaben:
Einerseits sind im Rahmen des zu erbringenden Gebäudeentwurfs auf dem angegeben
Baufeld die unmittelbar gebäudenahen Freiflächen zu ordnen und zu gestalten.
Die an den Baufeldgrenzen vorhandenen Bäume / Gehölze sind zu berücksichtigen und
deren Kronen- / Wurzelbereich nicht zu beschädigen. Dies gilt auch für die Bauzeit.
Die Bepflanzung im Umgriff des Neubaus soll so ausgewählt werden, dass das neue Ge-
bäude in Anlehnung an die ebenfalls dichte Bepflanzung im Pücklerschen „C-Plan“ für die
Parkbesucher weitgehend „ausgeblendet“ wird.
Ausschnitt C-Plan mit Darstellung der Bepflanzung
Trotz der gewünschten dichten Bepflanzung sind Rettungswege und Aufstellflächen für die
Feuerwehrfahrzeuge zu berücksichtigen und zugänglich zu gestalten.
Für Revisions-, Wartungs- und Pflegezwecke ist ein mit Kleingeräten befahrbarer Weg vom
Park zum Gebäude anzulegen. Hierfür ist insbesondere der bereits vorhandene, von Wes-
ten kommende Weg weiterzuführen.
Zum zweiten ist eine fantastische Pflanzenwelt zur Darstellung der tertiären Gehölzflora
(über analoge Arten) als Teil der Ausstellungspräsentation vorzusehen. Diese Pflanzenwelt
wird im Inneren des Gebäudes angelegt, kann sich dort höhenbedingt nur in kompakten
Wuchsformen entwickeln („Makrobonsai“) und soll sich daher mit kontrastierenden, frei-
wachsenden Formen nach außen fortsetzen. Die Pflanzfläche im Inneren soll die grüne
Mitte / den überdachten Innenhof bilden und die in der Ausstellungsmatrix, Anl. C.25, unter
Punkt 5 Tertiär „Pflanzen werden heimische Braunkohle“ aufgeführten Pflanzen umfassen,
die ein Raumklima von mindestens 8 – 10° C benötigen. Ergänzt wird dieser Ausstellungs-
teil durch Wasserflächen und durch die Pflanzenwelt führende Wege und Stege.
Zu berücksichtigen sind zudem:
mind. ein Zugang ins Freie für Gärtnerarbeiten zum Wirtschaftsweg,
möglicherweise ein weiterer Aus- / Zugang für Besucher, die die geplanten thema-
tischen Außenanlagen besichtigen wollen sowie
Aufstellflächen für Hubsteiger o. ä. für Pflegarbeiten an größeren Pflanzen bzw.
Wartungsarbeiten an der Unterseite der Überdachung

2-phasiger, offener, interdisziplinärer Realisierungswettbewerb
Besucher- und Informationszentrum UNESCO-Geopark Muskauer Faltenbogen
Stand 11.03.2021
38
Für den außen liegenden Teil des „Tertiärhains“ könnte das Motiv einer Wasserfläche vor-
gesehen werden, die von den neu zu pflanzenden, thematisch passenden Bäumen gefasst
wird. Zudem ist ein Pfad zum Thema „Pest & Disease“ im „Klima-Arboretum“ anzulegen, s.
dazu auch Anlage C.25 Ausstellungsmatrix, der den Rundgang zurück in das Ausstellungs-
gebäude ermöglicht.
Die zur Verfügung stehende Fläche für diesen Tertiärhain ist im Plan Baufeld dargestellt.
Auch bei der Entwicklung der Außenflächen sind die vorhandenen Bäume mit ihren Wurzel-
und Kronenbereichen unbeeinträchtigt zu erhalten.
A 4.12 Kostenplanung und Wirtschaftlichkeit
Das geplante Vorhaben ist ein Zuwendungsbau und mit einer gemeinsamen Finanzierung
von Bund (BKM) und Freistaat Sachsen versehen. Der Auslober legt daher besonderen
Wert auf eine angemessene, wirtschaftliche und nachhaltige Lösung und Einhaltung der
Kostengrenze.
Der Kostenrahmen umfasst ca. 16 Mio. EUR inkl. MwSt. für die KG 300 + KG 400 sowie ca.
1,4 Mio. EUR inkl. MwSt. für die KG 500.
Neben dem Kostenrahmen sind insbesondere die voraussichtlichen Betriebs- und Folge-
kosten bei der Wahl der Konstruktionen, Materialien und Anlagentechnik zu berücksichtigen
und Wert auf umweltgerechte, dauerhafte und CO
2
-neutrale Entscheidungen zu legen.
Die Kostenziele sollen u. a. durch Berücksichtigung folgender Aspekte eingehalten werden:
optimale Grundrisslösung mit kompakter Anordnung der Nutzungsbereiche
wirtschaftliche Standards im baulichen und gebäudetechnischen Ausbau sowie
wirtschaftliche Konstruktionslösungen bei der Gebäudehülle (Dach und Fassaden)
Die Kosten werden an Hand der von den Teilnehmern eingereichten Angaben zu Flächen-
arten (NUF, TF, VF) und umbautem Raum sowie daraus resultierenden Kennwerten an
Hand von Kostenkennwerten vergleichend geprüft. Die Ergebnisse daraus werden den
Preisrichtern zur Einschätzung der Wirtschaftlichkeit zur Verfügung gestellt.
Das für das Gesamtvorhaben zur Verfügung stehende Budget für die künstlerische Ausstat-
tung (KG 640) „Kunst am Bau“ wird im Verfahren nicht berücksichtigt und wird in separaten
Verfahren vergeben.

2-phasiger, offener, interdisziplinärer Realisierungswettbewerb
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Stand 11.03.2021
39
TEIL B
VERFAHREN

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Stand 11.03.2021
40
B 1
Anlass und Zweck des Verfahrens
Eine innovative Ausstellung im Kavalierhaus neben dem Neuen Schloss im Fürst-Pückler-
Park in Bad Muskau soll die Besucher für die einmaligen landschaftlichen und geologischen
Reize des UNESCO-Geoparks ‚Muskauer Faltenbogen‘ mit dem Muskauer Park im Zentrum
sensibilisieren und zu weiteren Entdeckungen rund um den Muskauer Faltenbogen und die
Stadt Bad Muskau anregen.
Ziel des Verfahrens ist die Entwicklung eines Ausstellungsgebäude aus historischem Be-
stand und Neubau, das einerseits der Pücklerschen Gestaltungsphilosophie folgt und mit
der UNESCO-Welterbekonvention übereinstimmt, gleichzeitig aber auch dem spannungs-
reichen Thema des Muskauer Faltenbogens und der damit verbundenen Aspekte ange-
messenen Raum bietet.
B 2
Auslober des Wettbewerbs und Verfahrensbetreuung
Auslober dieses Wettbewerbsverfahrens:
Sächsisches Staatsministerium der Finanzen vertreten durch
Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement
Niederlassung Bautzen
Der Schriftverkehr im Zusammenhang mit diesem Wettbewerbsverfahren ist ausschließlich
über den Kontakt des Auslobers zu führen.
WettbewerbBadMuskau@sib.smf.sachsen.de
Download der Aufgabenstellung inkl. der Anlagen unter:
https://www.sib.sachsen.de/wettbewerbe-nach-rpw-4076.html
Der Schriftverkehr im Zusammenhang mit dem anschließenden Verhandlungsverfahren
ohne Teilnahmewettbewerb erfolgt über das Bietercockpit der Vergabeplattform des Aus-
lobers. Hierüber werden die Preisträger im Rahmen der Aufforderung zur Abgabe eines
Angebotes entsprechend informiert.
Büro der Wettbewerbsverfahrensbetreuung / Vorprüfung:
Schubert + Horst Architekten Partnerschaftsgesellschaft mbB
Antonstraße 16 | 01097 Dresden

2-phasiger, offener, interdisziplinärer Realisierungswettbewerb
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Stand 11.03.2021
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B 3
Registrierung bei der Architektenkammer Sachsen
Bei der Vorbereitung der Auslobung hat die Architektenkammer Sachsen entsprechend den
Regelungen der RPW 2013 beratend mitgewirkt.
Die Verfahrensbedingungen wurden auf Übereinstimmung mit der RPW 2013 geprüft.
Der Wettbewerb ist unter der Nummer 02 / 2021 vom 04.03.2021 registriert.
B 4
Gegenstand und Art des Verfahrens
Gegenstand des Wettbewerbs ist die Erlangung eines Entwurfes für das Ausstellungsge-
bäude bestehend aus Neubau und Umnutzung des historischen Kavalierhauses einschließ-
lich Gestaltung der Freianlagen um das Gebäude und als Teil der Ausstellung. Das Verfah-
ren wird als offener, 2-phasiger, interdisziplinärer Wettbewerb gem. § 3 (4) RPW 2013 i. V.
m. § 69 ff VgV und § 78 ff VgV 2016 durchgeführt. Dem Wettbewerb liegt die Richtlinie für
Planungswettbewerbe (RPW 2013) zu Grunde, soweit nachstehend nichts anderes ausge-
führt ist.
1.
Wettbewerbsphase: städtebauliche und freiraumplanerische Grundkonzeption im
Maßstab 1:500 inkl. Funktionsverteilung in Bestands- und Neubau
2.
Wettbewerbsphase mit
12 ausgewählten Teilnehmern
: vertiefende Durcharbei-
tung im Maßstab 1:200, Nutzungskonzeption Gebäude und Freiraum, Bebauungs-
struktur, Freiraumkonzept, Erschließungskonzept
Die Auslobung ist mit einer Realisierungsabsicht verbunden (s. Abschnitt B 14). Die Umset-
zung steht jedoch unter dem Vorbehalt der Sicherstellung der Gesamtfinanzierung des
Vorhabens.
Gemäß den Regelungen der RPW 2013, § 1 Absatz 4, wird die Anonymität der Wettbe-
werbsbeiträge über beide Phasen bis zum Abschluss des Verfahrens gewahrt.
Die Wettbewerbssprache ist Deutsch. Die Auslobung wird in polnischer Sprache sowie in
englischer Sprache veröffentlicht.
Die Wettbewerbsarbeiten, Erläuterungstexte und Berechnungen sind in deutscher Sprache
einzureichen.
Hinweis:
Die Einreichung der Eignungsnachweise und Angebote im Rahmen des dem Wettbewerb
folgenden Verhandlungsverfahren erfolgt ausschließlich in deutscher Sprache. Alle Nach-
weise sind auf Deutsch oder mit einer beglaubigten Übersetzung ins Deutsche vorzulegen.

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Stand 11.03.2021
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B 5
weiteres Vergabeverfahren
Das Vergabeverfahren wird als offener, 2-phasiger, interdisziplinärer Realisierungswettbe-
werb gem. RPW 2013 durchgeführt. Der Ablauf, die Bedingungen und die Aufgabe des
Wettbewerbes werden im Folgenden beschrieben. Die Abgabe der Wettbewerbsleistungen
erfolgt nicht elektronisch. Die Anwendung der §§ 9 (1) und 10 VgV 2016 wird für die Abgabe
der Wettbewerbsleistungen ausgeschlossen.
Die Auftragssumme liegt oberhalb des vergaberechtlichen Schwellenwertes von derzeit
214.000 Euro.
Der Auslober beabsichtigt, nach Abschluss des Wettbewerbes einen der Preisträger mit den
Planungen zu beauftragen, sofern kein wichtiger Grund der Beauftragung entgegensteht.
Der Auslober wird ein Verhandlungsverfahren ohne Teilnahmewettbewerb gem. § 70 VgV
2016 im Anschluss an das Wettbewerbsverfahren mit allen Preisträgern durchführen. Die-
ses Verfahren wird mit elektronischen Mitteln abgewickelt. Die Eignungskriterien werden im
Folgenden erläutert, die Zuschlagskriterien sind in der Anlage beigefügt.
Ein Preisträger kann nur beauftragt werden, wenn er die Eignungskriterien erfüllt und Einig-
keit über die Vertragsbedingungen und das Honorar besteht.
Die Nachweise der Eignungskriterien sind von allen Preisträgern nach Aufforderung im
Anschluss an das Wettbewerbsverfahren vorzulegen. Alle Nachweise sind auf Deutsch od.
mit einer beglaubigten Übersetzung ins Deutsche vorzulegen.
Im Falle einer Bietergemeinschaft ist das Formular zu Eigenerklärung von jedem Mitglied
der Bietergemeinschaft separat auszufüllen.
Eignungskriterien
Folgende Eignungskriterien sind durch
die Preisträger
zu erfüllen (Mindestanforderungen):
Bei Bedarf kann der Preisträger eine Arbeits-/Bietergemeinschaft bilden, um seine Eignung
vollumfänglich nahzuweisen.
a
) Nachweis der
Berufsbefähigung
s. dazu auch B.6 Wettbewerbsteilnehmer
b
) Nachweis der
Berufshaftpflichtversicherung
Der Teilnehmer hat den Nachweis über eine abgeschlossene Berufshaftpflichtversicherung
zur Abdeckung aller Schadens- und/oder Regressansprüche wegen Personen- und sonsti-
gen Schäden zu erbringen. Der Versicherungsnachweis darf nicht älter als 12 Monate zum
Zeitpunkt der Einreichung sein.
Es ist eine Berufshaftpflichtversicherung mit Deckungssummen für Personenschäden von
3,0 Mio. EUR und Deckungssummen für sonstige Schäden von 3,0 Mio. EUR bei einem, in
einem Mitgliedstaat der EU oder eines Vertragsstaates des Abkommens über den Europäi-
schen Wirtschaftsraum zugelassenen Versicherungsunternehmens vor Vertragsschluss
abzuschließen und nachzuweisen.

2-phasiger, offener, interdisziplinärer Realisierungswettbewerb
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Stand 11.03.2021
43
Die Berufshaftpflichtversicherung muss während der gesamten Vertragszeit unterhalten und
nachgewiesen werden. Es ist zu gewährleisten, dass zur Deckung eines Schadens aus dem
Vertrag Versicherungsschutz in Höhe der genannten Deckungssummen besteht.
Die geforderte Sicherheit kann auch durch eine Erklärung des Versicherungsunternehmens
erfüllt werden, mit der dieses den Abschluss der geforderten Haftpflichtleistungen und De-
ckungsnachweise im Auftragsfall zusichert.
Bei Versicherungsverträgen mit Pauschaldeckungen (also ohne Unterscheidung nach Sach-
und Personenschäden) ist eine Erklärung des Versicherungsunternehmens erforderlich,
dass beide Schadenskategorien im Auftragsfall nebeneinander mit den geforderten De-
ckungssummen abgesichert sind.
c
) Angaben zu
Unterauftragnehmern
, deren Kapazitäten gem. § 36 VgV 2016 in Anspruch
genommen werden, Verpflichtungserklärung des Unterauftragnehmers beifügen
d
) Angaben zur Inanspruchnahme der Kapazitäten
anderer Unternehmen, Eignungsleihe
,
gem. § 47 (1) VgV 2016, Verpflichtungserklärung des Unterauftragnehmers beifügen
e
) Eigenerklärung zur
Unabhängigkeit von Ausführungs- und Lieferinteressen
§ 73 (3)
VgV 2016
f
) Erklärung zum
Nichtvorliegen von Ausschlussgründen
Vorlage der Eigenerklärung, dass keine Ausschlussgründe gemäß § 123 Abs. 1 GWB, §
123 Abs. 4 GWB sowie gem. § 124 Abs.1 GWB vorliegen.
g
) Nachweis der
technischen und beruflichen Leistungsfähigkeit
gem. § 46 (3) Nr. 1
VgV 2016 i. V. m. § 75 (5) VgV 2016:
Mindestanforderung Referenzprojekte
:
1. Angabe eines Referenzprojektes zum Nachweis von Objektplanungsleistungen Gebäude
und Innenräume für einen Neubau oder einen Erweiterungsbau eines abgeschlossenen,
übergebenen und in Betrieb befindlichen Bauvorhabens, öffentlicher Auftraggeber, Fertig-
stellung nach dem 01.03.2014 (Übergabe Nutzer), Honorarzone mind. III, mind. LP 3-8,
Bausumme KG 300+400: mind. 8,0 Mio. EUR inkl. MwSt.
2. Angabe eines Referenzprojektes zum Nachweis von Objektplanungsleistungen Gebäude
und Innenräume für die Sanierung eines denkmalgeschützten Gebäudes, abgeschlossen,
übergeben und in Betrieb befindlich, öffentlicher oder nichtöffentlicher Auftraggeber, Fertig-
stellung nach dem 01.03.2014 (Übergabe Nutzer), Honorarzone mind. III, mind. LP 3-8,
Bausumme KG 300+400: mind. 5,0 Mio. EUR inkl. MwSt.
3. Angabe eines Referenzprojektes zum Nachweis von Objektplanungsleistungen Freianla-
gen für die Gestaltung einer Freifläche im Zusammenhang mit historischen Anlagen oder
botanischen Gärten, abgeschlossen, übergeben und in Betrieb befindlich, öffentlicher oder
nichtöffentlicher Auftraggeber, Fertigstellung nach dem 01.03.2014 (Übergabe Nutzer),
Honorarzone mind. III, mind. LP 3-8, Bausumme KG 500: mind. 0,8 Mio. EUR inkl. MwSt.

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Stand 11.03.2021
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h
)
technischen Ausrüstung:
Die Planungsleistungen für die Objektplanung Gebäude und Innenräume sind mindestens
mit einem 3-D-objektorierentierten CAD-System zu erbringen, eine Schnittstelle Industry
Foundation Classes (IFC) sollte möglich sein.
Die
Zuschlagskriterien
für das dem Wettbewerb folgende VgV-Verhandlungsverfahren
gem. § 70 (2) i. V. mit § 17 (5) VgV 2016 sind in der Anlage C.19 enthalten.
B 6
Wettbewerbsteilnehmer
Teilnahmeberechtigt sind Personen, die nach den Architektengesetzen bzw. den Gesetzen
der Länder berechtigt sind, die Berufsbezeichnung Architekt bzw. Landschaftsarchitekt zu
tragen, oder die nach den EG-Richtlinien, insbesondere der Richtlinie für die gegenseitige
Anerkennung der Diplome auf dem Gebiet der Architektur / Landschaftsarchitektur bzw. der
Richtlinie für die gegenseitige Anerkennung der Hochschulabschlüsse, berechtigt sind, in
der Bundesrepublik Deutschland als Architekt / Landschaftsarchitekt tätig zu werden.
Teilnahmeberechtigt sind ferner Arbeitsgemeinschaften solcher natürlicher Personen sowie
juristische Personen, sofern in deren Satzungsregelungen der Geschäftszweck auf das
Erbringen von Planungsleistungen "Objektplanung Gebäude" / „Architektur“ / „Landschafts-
architektur“ ausgerichtet ist und sie für die Durchführung der Aufgabe einen verantwortli-
chen Berufsangehörigen gemäß der genannten Bedingungen benennen können sowie
Arbeitsgemeinschaften solcher juristischer Personen.

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Stand 11.03.2021
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B 7
Preisgericht
(in alphabetischer Folge)
Fachpreisrichter
Bernd Aschauer
Architekt, Referatsleiter Staatsbetrieb Sächsisches
Immobilien- und Baumanagement, Dresden
Kathrin Franz
Garten- und Landschaftsarchitektin, Leipzig
Prof. Arno Lederer
Architekt, Lederer+Ragnarsdóttir+Oei, Stuttgart
Prof. Angela Mensing-de Jong
Architektin, Professur für Städtebau, TU Dresden
Prof. Philipp Oswalt
Architekt, Professur für Architekturtheorie und Entwerfen
Universität Kassel
Matthias Vollmer
Architekt, Referatsleiter BW II 13, BMI, Bonn
ständig anwesende, stellvertretende Fachpreisrichter
Prof. Dorothea Becker
Architektin, Professur Entwurf/Bauen im Bestand,
HTWK Leipzig
Jaroslaw Golaszewski
Architekt, Niederlassungsleiter Staatsbetrieb
Sächsisches Immobilien- und Baumanagement, Bautzen
Prof. Irene Lohaus
Landschaftsarchitektin, Professur für Landschaftsbau,
TU Dresden
Sachpreisrichter
Ulrich Beyer
Abteilungsleiter, Sächsische Staatskanzlei, Dresden,
Mitglied des Stiftungsrats „Fürst-Pückler-Park Bad Mus-
kau“
Mariusz Czuba,
Nationales Zentrum für Forschung und Denkmalpflege
Warschau
Mitglied des Stiftungsrats der „Fürst-Pückler-Stiftung
Bad Muskau“
Bernd Lange
Landrat Landkreis Görlitz
Cord Panning
Geschäftsführer und Parkdirektor Stiftung „Fürst-
Pückler-Park Bad Muskau“
Dr. Sebastian Saad
Referatsleiter BKM, Berlin, Mitglied des Stiftungsrats der
„Fürst-Pückler-Stiftung Bad Muskau“

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Stand 11.03.2021
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ständig anwesende, stellvertretende Sachpreisrichter
Markus Franke
Abteilungsleiter, Sächsisches Staatsministerium für
Wissenschaft und Kunst, Dresden, Mitglied des Stif-
tungsrats „Fürst-Pückler-Park Bad Muskau“
Thomas Krahl
Bürgermeister Bad Muskau
Dr. Brigitta Thomas
Referentin, BKM, Berlin
Sachverständige Berater ohne Stimmrecht
Brian Dix
Experte für Gartenarchäologie und Konservierung histo-
rischer Gärten, Tywynn Wales (UK)
Vorsitzender des International Conservation Board
(Beirat für die von Pückler geschaffenen Parks in Cott-
bus-Branitz und Bad Muskau/Łęknica)
Alexander Fleischmann
Geschäftsführer Kocmoc.net GmbH (Agentur für Kom-
munikationsdesign und Ausstellungsgestaltung), Leipzig
Alf Furkert
Sächsischer Landeskonservator, Landesamt für Denk-
malpflege, Dresden
Friederike Hansell
Referentin für Welterbe, Landesamt für Denkmalschutz,
Dresden
Piotr Kuliniak
Bürgermeister Łęknica, Vorsitzender des Beirats des
deutsch-polnischen UNESCO-Geoparks Muskauer Fal-
tenbogen
Dr. Manfred Kupetz
Vorstand Förderverein Geopark Muskauer Faltenbogen
e. V., Cottbus
Dr. Birgitta Ringbeck
Leiterin der Koordinierungsstelle Welterbe im Auswärti-
gen Amt, Berlin, Beauftragte der Länder beim Welterbe-
komitee der UNESCO, Mitglied der Deutschen
UNESCO-Kommission, Mitglied des Stiftungsrats „Fürst-
Pückler-Park Bad Muskau“
Silvia Schwichtenberg
Referentin Zuwendungsbau, Sächsisches Ministerium
der Finanzen, Dresden
Dr. Carola Zeh
Gebietsreferentin, Landesamt für Denkmalpflege,
Dresden

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Stand 11.03.2021
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B 8
Termine
01. Preisrichtervorbesprechung
04.03.2021
02. Absendung der Bekanntmachung an EU-Amtsblatt
15.03.2021
03. Bereitstellung der Auslobungsunterlagen zum Download ab
15.03.2021
04. Möglichkeit Besichtigung Kavalierhaus
29.03.2021
05. Rückfragen 1. Phase an den Auslober bis
06.04.2021
06. Beantwortung der Rückfragen bis
09.04.2021
07. Abgabe der Arbeiten 1. Phase
04.05.2021
08. Preisgerichtssitzung 1. Phase
01.06.-02.06.2021
09. Information der Teilnehmer zur 2. Phase
11.06.2021
10. Versand der Modellplatten
11.06.2021
11. Rückfragen 2. Phase an den Auslober bis
23.06.2021
12. Kolloquium
23.06.2021
13. Beantwortung Rückfragen 2. Phase
30.06.2021
14. Abgabe der Pläne 2. Phase
11.08.2021
15. Abgabe des Modells
18.08.2021
16. Preisgerichtssitzung 2. Phase
28.09.-29.09.2021
17. Der Termin und der Ort der Ausstellung
aller Entwürfe werden rechtzeitig bekanntgegeben.
Rückfragen 1. Phase
Rückfragen können schriftlich gestellt werden und müssen bis zum 06.04.2021 (Eingangs-
termin) mit Angabe der Bezugspunkte in der Aufgabenstellung unter dem Kennwort
„Reali-
sierungswettbewerb Besucher- und Bildungszentrum Bad Muskau“
bei der E-Mail-Adresse
gemäß B 2
WettbewerbBadMuskau@sib.smf.sachsen.de
als Fließtext (kein pdf-Dokument!)
eingegangen sein.
Das Kavalierhaus und das Baufeld als Teile des allgemein zugänglichen Landschaftsparks
können jederzeit besichtigt werden. Der Zugang in das Gebäude wird am 29.03.2021 in der
Zeit von 12:00 – 16:00 Uhr ermöglicht. Fragen können dort nicht beantwortet werden.
Die Antworten auf die schriftlichen Rückfragen werden nach Abstimmung mit der Auslober
und dem Preisgericht veröffentlicht. Die Antworten stehen ab 09.04.2021 zum Download auf
der bekannten Wettbewerbswebsite
https://www.sib.sachsen.de/wettbewerbe-nach-rpw-
4076.html
bereit. Das Protokoll der Rückfragenbeantwortung wird Bestandteil der Auslo-
bung.

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Stand 11.03.2021
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Kolloquium und Rückfragen 2. Phase
Das Kolloquium findet am 23.06.2021 um 14:00 Uhr am Kavalierhaus statt.
Treffpunkt und Veranstaltungsort:
Fürst-Pückler-Park, Kavalierhaus, Ostseite,
02953 Bad Muskau
Das Kavalierhaus ist nur fußläufig zu erreichen.
Vor dem Kolloquium besteht die Möglichkeit ab 12:00 Uhr an einer Führung im Kernbereich
des Parks teilzunehmen. Ab 13:00 Uhr können die Räume im Kavalierhaus (UG / EG / OG)
besichtigt werden. Die Aufsichtspersonen stehen für Auskünfte nicht zur Verfügung.
Alle Teilnehmer haben die Möglichkeit, Rückfragen zur Aufgabenstellung zu stellen, soweit
noch nicht vorher schriftlich erfolgt.
Rückfragen können schriftlich gestellt werden und müssen bis zum 22.06.2021 (Eingangs-
termin) mit Angabe der Bezugspunkte in der Aufgabenstellung unter dem Kennwort
„Reali-
sierungswettbewerb Besucher- und Bildungszentrum Bad Muskau“
bei der E-Mail-Adresse
gemäß B 2
WettbewerbBadMuskau@sib.smf.sachsen.de
als Fließtext (kein pdf-Dokument!)
eingegangen sein.
Die Antworten auf die schriftlichen Rückfragen sowie auf die im Kolloquium gestellten Fra-
gen werden nach Abstimmung mit dem Preisgericht beantwortet. Die Antworten stehen ab
30.06.2021 zum Download auf der bekannten Wettbewerbswebsite
https://www.sib.sachsen.de/wettbewerbe-nach-rpw-4076.html
bereit. Das Protokoll der
Rückfragenbeantwortung wird Bestandteil der Auslobung.
Abgabe der Arbeiten 1. Phase
Tag der Abgabe der Arbeit:
04.05.2021, 15:00 Uhr
Abgabe der Arbeiten 2. Phase
Tag der Abgabe der Arbeit:
11.08.2021, 15:00 Uhr
Tag der Abgabe des Modells:
18.08.2021, 15:00 Uhr
Eingang jeweils bei:
Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement
Zentrale, Außenstelle in der NL Dresden I, SSC-VVM
Königsbrücker Straße 80
01099 Dresden
Bei persönlicher Abgabe: Poststelle Zi. 109.

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Stand 11.03.2021
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Für die Einreichung der Wettbewerbsarbeiten / Modelle ist der den Auslobungsunterlagen
beigefügte Kennzettel (jeweils für 1. und 2. Phase) zu verwenden - Anlage C.23.
Die Wettbewerbsarbeit/Pläne und das Modell sind jeweils unter dem Kennwort
„Realisie-
rungswettbewerb Besucher- und Bildungszentrum Bad Muskau“
in einer für den Transport
geeigneten Verpackung in verschlossenem Zustand einzureichen.
Zur Wahrung der Anonymität ist als Absender die Anschrift des Empfängers einzutragen.
Die Einlieferung muss für den Empfänger porto- und zustellungsfrei sein.
Für die Einlieferungen gilt in beiden Phasen:
Als Zeitpunkt der Einlieferung gilt:
-
die auf der Empfangsbestätigung vermerkte Datums- und Zeitangabe, wenn die Arbeit /
das Modell bei der angegebenen Adresse persönlich abgegeben wird,
-
das auf dem Einlieferungsschein angegebene Datum unabhängig von der Uhrzeit, wenn
die Arbeit / das Modell bei der Post oder einem anderen Transportunternehmen aufge-
geben wird.
Der Teilnehmer sorgt dafür, dass er den Nachweis über die rechtzeitige Einlieferung führen
kann.
Da der (Datums-/Post-/ Tages-) Stempel auf dem Versandgut oder der Begleitzettel ein
Datum aufweisen kann, das nach dem Abgabetermin liegt, ist der Einlieferungsschein maß-
gebend. Einlieferungsscheine sind daher bis zum Abschluss des Verfahrens aufzubewahren
und auf Anforderung vorzulegen.
Die Abgabe der Wettbewerbsleistungen erfolgt nicht elektronisch. Die Anwendung der
§§ 9 (1) und 10 VgV 2016 wird für die Abgabe der Wettbewerbsleistungen ausgeschlossen.
s. auch Abschnitt B 5
Über die Zulassung rechtzeitig bei Post oder anderen geeigneten Beförderungsmitteln ein-
gelieferter Wettbewerbsarbeiten, die später als 14 Tage nach dem Einlieferungstermin ein-
treffen, entscheidet das Preisgericht.
Bekanntgabe der Ergebnisse
Alle Teilnehmer/innen werden zeitnah nach Beendigung der jeweiligen Preisgerichtssitzung
über die Entscheidung des Preisgerichts informiert.
Ausstellung und Form der Bekanntgabe des Ergebnisses
Ort und Öffnungszeiten der Ausstellung werden rechtzeitig bekannt gegeben. Das Ergebnis
des Wettbewerbsverfahrens wird in angemessener Form der Öffentlichkeit bekanntgegeben
werden. Dazu wird der Auslober alle Teilnehmer rechtzeitig informieren.

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Besucher- und Informationszentrum UNESCO-Geopark Muskauer Faltenbogen
Stand 11.03.2021
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B 9
Wettbewerbsleistungen
Allgemeines
Jede/r Teilnehmer/in darf nur eine Arbeit einreichen.
Kennzeichnung
Alle Wettbewerbsleistungen sollen in der rechten oberen Ecke durch eine Kennziffer aus
6 verschiedenen, nicht aufeinander folgenden, arabischen Ziffern mit einer Höhe von 1 cm
und einer Länge von 6 cm gekennzeichnet werden.
Leistungen 1. WETTBEWERBSPHASE
Die Wettbewerbsarbeit der 1. Phase sollte auf nur einem Plan dargestellt werden. Die Grö-
ße kann je nach Darstellungsumfang gewählt werden und sollte nicht größer als DIN A0
Hochformat sein.
Der Plan sollte ungefaltet und gerollt eingereicht werden und
nicht
auf Tafeln oder Pappe
aufgezogen sein.
Für die 1. Phase wird seitens des Auslobers
die Art der Darstellung freigestellt
.
Es sollten jedoch für eine bessere Vergleich- und Lesbarkeit ein Lageplan (M.1:500) sowie
Grundrisse, Ansichten, Schnitte (M 1:500) dargestellt werden.
Darüber hinaus erwartet der Auslober jedoch vielmehr die Visualisierung der ersten
Ent-
wurfsidee
, der Herangehensweise, der Methodik, sich diesem besonderen Ort zu nähern.
Dies kann über Skizzen, perspektivische Schaubilder, Fotos von Materialcollagen etc. erfol-
gen.
Für die Vorprüfung werden folgende Einreichungen benötigt:
Vorprüfplan
1 Planexemplar Originalgröße, farbig, gefaltet auf A4-Größe, einfache Papierqualität;
1 Planexemplar, verkleinert auf DIN A 3, farbig, einfache Papierqualität
Digitale Unterlagen
DVD oder USB-Stick für die Vorprüfung mit folgenden Daten:
- Präsentationsplan in Originalgröße im pdf- und jpg-Format
- Prüfplan als dwg/dxf-Datei
Es ist unbedingt darauf zu achten, dass bei der Zusammenstellung der Dateien auf dem
Datenträger die Anonymität gewahrt bleibt. Demzufolge sind
Autorenkennzeichnungen /
Erstellerhinweise auszuschalten
!
Die Datenträger sind auf Funktionsfähigkeit zu prüfen, bei nicht funktionierenden Datenträ-
gern erfolgt keine Vorprüfung !

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Leistungen 2. WETTBEWERBSPHASE
Es können Pläne mit einer Hängefläche von B/H: 3,36 / 1,19 m (max. 4 Plänen DIN A0
Hochformat) ungefaltet und gerollt eingereicht werden. Die Arbeiten sollten
nicht
auf Tafeln
oder Pappe aufgezogen sein. Lageplan und Grundrisse sollten genordet dargestellt werden.
Lageplan 1:500
mit Darstellung der stadträumlichen Einbindung, räumlichen und funktionalen Bezügen
Grundrisse 1:200
Darstellung aller Grundrisse, Darstellung des Ausstellungsrundgangs, im Erdgeschoss-
grundriss Darstellung der inneren Grün- und äußeren Freiflächen wie folgt:
Freiflächenplan 1:200
-
Freiraumkonzept Außenraum / gestalterische Verbindung von Innen- und Außen-
raum
-
Konzept Außenraumpflanzung der mit dem Innenraum korrespondierenden tertiä-
ren Vergleichspflanzung und Pfad zum Thema „Pest & Disease“
-
barrierefreie Erschließung aller Gebäudezugänge
die weiteren Leistungen zur Darstellung der Freiflächen können auch unabhängig vom Erd-
geschossgrundriss dargestellt werden:
-
Konzept Innenraumpflanzung „Tertiärhain“
-
Gestaltungsskizze „Tertiärhain“
Schema der Nutzungsverteilung
für alle Geschosse, Funktionsbereiche farbig markiert
Ansichten und Schnitte 1: 200
Darstellung der zum allgemeinen Verständnis des Entwurfes notwendigen Ansichten und
Schnitte inkl. Höhenangaben mit den angrenzenden Freiräumen sowie Darstellung des
Schnittes inkl. der innenliegenden Pflanzfläche („Tertiärhain“) und Anbindung an das histori-
sche Kavalierhaus
Fassadendetails / Teilansicht 1:20
mit Darstellung der Tragstruktur des Neubaus und der Fassadenanschlüsse an das Be-
standsgebäude sowie Prinzipdarstellung der Dachkonstruktion über der innenliegenden
Pflanzfläche, Angaben zu Materialien auch unter Berücksichtigung der beengten Baustel-
lenverhältnisse und Zuwegungen
Räumliche Darstellung der Gesamtsituation
(Blick von außen)
mit Alt- und Neubau, vorzugsweise aus Richtung Süd-Osten, Augenhöhe Besucher
Räumliche Darstellungen der Ausstellungsräume
(frei wählbar)
Skizzen mit Angaben zu Oberflächen, Farbigkeit, Materialien und Möblierung

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Darstellung energetische / bauklimatische Idee
Erläuterungen und Darstellungen der energetischen und bauklimatischen Idee für das Ge-
samtbauvorhaben auch als Teil des Erläuterungsberichtes, Konstruktionsprinzipien der
Gebäudehülle für den Ausstellungsbereich
Erläuterungsbericht
(max. 5 DIN-A4-Seiten) mit Angaben zu Entwurfsidee, zur funktionellen Lösung, gewählten
Baukonstruktionen, Angaben zur bauphysikalischen und energetischen Lösung und Anga-
ben zum Brandschutz, Freiraumkonzept (Innen- und Außenraum); als pdf-Datei und im
docx-Format.
Ermittlung der Flächen und Rauminhalte nach DIN 277
Nachweis der Erfüllung des Raumprogramms, nachvollziehbare Flächenberechnung und
Berechnung des umbauten Raumes sowie Ermittlung der Kennwerte gemäß Formblatt
(Anlagen C.18); als pdf-Datei und im xlsx-Format.
Vorprüfpläne
1 Planexemplar Originalgröße, farbig, gefaltet auf A4-Größe, einfache Papierqualität;
1 Planexemplar, verkleinert auf DIN A 3, farbig, einfache Papierqualität
Digitale Unterlagen
CD-ROM / DVD oder USB-Stick für die Vorprüfung mit folgenden Daten:
- Präsentationspläne in Originalgröße im pdf- und jpg-Format (Auflösung bevorzugt 300dpi)
- Prüfpläne als dwg/dxf-Datei
- Berechnungen als excel- und pdf-Datei
- Erläuterungsbericht als word- und pdf-Datei
Es ist zwingend darauf zu achten, dass bei der Zusammenstellung der Dateien auf dem
Datenträger die Anonymität gewahrt bleibt. Demzufolge sind
Autorenkennzeichnungen /
Erstellerhinweise auszuschalten
!
Die Datenträger sind auf Funktionsfähigkeit prüfen, bei nicht funktionierenden Datenträgern
erfolgt keine Vorprüfung !
Modell M 1:500
als Einsatzmodell für vorhandenes Umgebungsmodell
Liste der eingereichten Unterlagen
Liste der eingereichten Unterlagen DIN A 4 Hochformat
B 10
Wettbewerbsunterlagen
Der Erhalt der Aufgabenstellung inkl. der Anlagen ist ohne Registrierung über folgende
Website möglich:
https://www.sib.sachsen.de/wettbewerbe-nach-rpw-4076.html
Die Auflistung der einzelnen Anlagen ist in Teil C „Anlagen“ dieser Auslobung ersichtlich.

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B 11
Beurteilungskriterien
Zur Beurteilung werden alle Arbeiten gem. § 6 (2) RPW 2013 zugelassen,
die den formalen Bedingungen der Aufgabenstellung entsprechen,
in wesentlichen Teilen dem geforderten Leistungsumfang entsprechen,
termingerecht eingegangen sind
die nicht gegen bindende Vorgaben verstoßen
keinen Verstoß gegen den Grundsatz der Anonymität erkennen lassen.
Über die Zulassung entscheidet das Preisgericht.
Die zugelassenen Arbeiten der
1. Wettbewerbsphase
werden an Hand der nachfolgenden
Kriterien beurteilt:
Entwurfsidee / Architektur und Landschaftsarchitektur
Qualität der konzeptionellen Verbindung von Bestand und Neubau
Logik und Plausibilität der schematisch dargestellten Erschließungs- und Funk-
tionskonzeption der Gesamtanlage
Die Reihenfolge der Kriterien stellt keine Gewichtung dar.
Die zugelassenen Arbeiten der
2. Wettbewerbsphase
werden an Hand der nachfolgenden
Kriterien beurteilt:
Einordnung des Neubaus einschließlich der Bezugnahme auf den städtebaulichen
Kontext und den denkmalgeschützten Bestand
Berücksichtigung funktionaler Vorgaben aus der Aufgabenstellung
Qualität des Erschließungskonzeptes, Strukturierung des Erdgeschosses
Qualität des Freianlagenkonzeptes für Innen- und Außenraum
Umsetzung des Nutzungskonzeptes
Wirtschaftlichkeit und Kostenziele
Erfüllung der Flächenvorgaben
Die Reihenfolge der Kriterien stellt keine Gewichtung dar.
B 12
Bindende Vorgaben
Das neue Gebäude muss sich in die Umgebung des Welterbes einfügen. Daher sind fol-
gende bindende Vorgaben ausnahmslos einzuhalten, da ein planerisches Abweichen den
Status als UNESCO-Welterbe gefährdet.
Aufgrund des hohen Schutzstatus als UNESCO-Welterbe des Muskauer Parks und der
zentralen Lage von Kavalierhaus und Baufeld ist es
unabdingbar
, dass
die Grenzen des Wettbewerbsgebietes eingehalten werden,
die Bauhöhe des neuen Ausstellungsgebäudes die nördliche Traufhöhe des Kava-
liershauses, entspricht 113,6 m DHHN92, an keiner Stelle überschreiten darf.

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Die Referenzhöhe +/- 0.00 = 107,00 m DHHN92 liegt im EG des Kavalierhauses
(südlicher Eingang).
Jegliches Überschreiten der Höhe und des Baufeldes führt zum Ausschluss der eingereich-
ten Arbeit aus dem Wettbewerbsverfahren.
Darüber hinaus ist für die Planung im Freiraum zu gewährleisten, dass die im Plan bezeich-
neten Wurzel- und Kronenbereiche zu schützender Bäume / Gehölze durch Abstand zur
künftigen Bebauung nicht beschädigt oder beeinträchtigt werden.
B 13
Prämierung
Für den Wettbewerb wird eine Gesamtsumme von 165.000,00 € brutto bereitgestellt. Davon
werden 120.000,00 € als Bearbeitungshonorar für die Teilnehmer der 2. Wettbewerbsphase
(10.000,00 € je Teilnehmer x 12 Teilnehmer) sowie 45.000,00 € als Preisgeld verwendet.
Die Verteilung des Preisgelds erfolgt gemäß RPW 2013, Anlage II, 3:
1. Preis (40 %)
18.000,00 €
2. Preis (25 %)
11.250,00 €
3. Preis (15 %)
6.750,00 €
Anerkennungen (20 %)
9.000,00 €
Wettbewerbssumme:
45.000,00 € brutto
Das Preisgericht ist bei einstimmiger Beschlussfassung befugt, die Preisgelder anders als
dargestellt zu verteilen.
B 14
Weitere Bearbeitung
Der Auslober wird unter Würdigung der Empfehlung des Preisgerichts mit allen Preisträgern
/ innen Verhandlungen führen mit dem Ziel, mindestens die Planungsleistungen für die
Objektplanung Gebäude Leistungsphasen 2 bis 5
nach § 34 HOAI 2021 (Honorarzone IV)
und die Objektplanung Freianlagen Leistungsphasen 2 bis 5 nach § 39 HOAI 2021 (Hono-
rarzone V) zu vergeben, sofern und sobald die Wettbewerbsaufgabe umgesetzt wird und
kein wichtiger Grund der Beauftragung entgegensteht.
Im Falle einer weiteren Bearbeitung werden durch den Wettbewerb bereits erbrachte
Grundleistungen der Leistungsphase 2 des Preisträgers bis zur Höhe des zuerkannten
Preisanteils für die entsprechenden Grundleistungen nicht erneut vergütet (RPW 2013, § 8
Abs. 2), wenn und soweit der Wettbewerbsentwurf in seinen wesentlichen Teilen unverän-
dert der weiteren Bearbeitung zugrunde liegt.
Der Auslober beabsichtigt die Beauftragung weiterer Leistungsphasen bis einschließlich
Leistungsphase 9 nach HOAI 2021.

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Die Beauftragung erfolgt stufenweise. Ein Rechtsanspruch auf die Beauftragung aller Leis-
tungsphasen besteht nicht. Ebenso besteht kein Rechtsanspruch auf Weiterbeauftragung
nach Erbringung erster Leistungsphasen.
Die Teilnehmenden verpflichten sich, im Falle einer Beauftragung durch den Auslober die
weitere Bearbeitung zu übernehmen.
B 15
Veröffentlichung und Urheberrecht
Die eingereichten Unterlagen der mit Preisen ausgezeichneten Arbeiten gehen in das Ei-
gentum des Auslobers über. Das Urheberrecht einschließlich des Schutzes gegen Nachbau
und das Recht zur Veröffentlichung bleiben dem/der Verfasser/in erhalten.
Der Auslober hat das Recht, die Arbeit des Verfassers, dem weitere planerische Leistungen
übertragen werden, für den vorgesehenen Zweck zu nutzen. Dem Auslober steht das Recht
zur Erstveröffentlichung zu.
B 16
Rückgabe der Arbeiten
Nicht prämierte Arbeiten werden vom Auslober nur auf Anforderung der Teilnehmer inner-
halb von 4 Wochen nach Zugang des Protokolls zur Abholung bereitgestellt oder kostenfrei
zurückgesandt. Arbeiten, die nicht in gerollter Verpackung eingereicht wurden, werden kos-
tenpflichtig zugestellt. Die zugehörigen Modelle können beim Auslober abgeholt werden.
Erfolgt keine Anforderung innerhalb dieser Frist, erklärt der Teilnehmer damit, auf sein Ei-
gentum an der Arbeit zu verzichten.
Für die Beschädigung oder den Verlust eingereichter Arbeiten haftet der Auslober nur im
Fall nachweisbar schuldhaften Verhaltens.
B 17
Verfassererklärung
Der Inhalt der Erklärung des Teilnehmers ist durch den Auslober vorgegeben. Der beilie-
gende Vordruck (Anlage C.17) ist zu verwenden. Die Erklärung ist in der vorgeschriebenen
Form den einzureichenden Unterlagen beizufügen.
Darin erklären die Teilnehmer auch ihre Bereitschaft, für die Übernahme weiterer Planungs-
schritte zur Verfügung zu stehen.
Die angegebenen Daten werden ausschließlich für die Durchführung des Verfahrens und
der Verhandlungen genutzt. Nach Abschluss des Verfahrens werden diese vollständig ge-
löscht.

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B 18
Gender-Hinweis
Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird bei Personenbezeichnungen und personenbe-
zogenen Hauptwörtern in der Auslobung auf geschlechtsbezogene Formulierungen verzich-
tet. Entsprechende Begriffe gelten im Sinn der Gleichbehandlung grundsätzlich für alle
Geschlechter. Die verkürzte Sprachform hat nur redaktionelle Gründe und beinhaltet keine
Wertung.

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TEIL C
ANLAGEN
C.1
Lageplan_SIB_zentr_Flächenmanagement, pdf-Datei
C.2
Übersichtslageplan, pdf- und dwg-Datei
C.3
Lage- und Höhenplan des Baufeldes, pdf- und dwg-Datei
C.4
Luftbild des Baufeldes, pdf-Datei
C.5
Pücklers „C-Plan“ von 1834, pdf-Datei
C.6
Erschließungswege zum Kavalierhaus – Muskauer Park, pdf-Datei
C.7
entfällt
C.8
Bestandspläne Kavalierhaus, dwg-Dateien
(Grundrisse inkl. Raumnummern, Schnitte, Ansichten)
C.9
Leitungsbestand zum Neuen Schloss und Kavalierhaus, pdf-Datei
C.10
geotechnischer Bericht, pdf-Datei
C.11
Lageplan Extremhochwasser, pdf-Datei
C.12
Lageplan Wassertiefe bei HQ 100, pdf-Datei
C.13
baukonstruktive Stellungnahme zum Kavalierhaus, pdf-Datei
C.14
historische Bauetappen, pdf-Datei
C.15
Baumkataster, pdf-Datei
C.16
Fotodokumentation Kavalierhaus und Baufeld, pdf-Datei
C.17
Verfassererklärung, pdf-Datei
C.18
Raum- und Funktionsprogramm, pdf- und excel-Datei
C.19
Zuschlagskriterien
C.20
Vertragsentwurf Objektplanung Gebäude und Innenräume und Objektpla-
nung Freianlagen
C.21
Erklärung des „Outstanding Universal Value“ (OUV)
C.22
Broschüre Muskauer Faltenbogen und Fürst-Pückler-Park in Bad Muskau
C.23
Kennzettel für die Abgabe 1. Phase, 2. Phase und Modell
Anlagen zur AUSTELLUNG im Ergebnis einer Machbarkeitsstudie
C.24
Schematische Verteilung der Themen Rundgang
C.25
Ausstellungsmatrix mit Beschreibung der Objekte

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C.26
Schema zum EG-Kavalierhaus
C.27
Skizzen zum Ausstellungskonzept
Ende des Auslobungstextes