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Geschäftsbericht 2014
Herausgeber:
Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement SIB
Wilhelm-Buck-Straße 4, 01097 Dresden
www.sib.sachsen.de
Im Auftrag des Freistaates Sachsen,
Sächsisches Staatsministerium der Finanzen
Redaktion:
Geschäftsführung SIB
Redaktionsschluss:
Juli 2015
Realisierung:
Ö GRAFIK agentur für marketing und design
Fotos:
Matthias Hultsch, Dresden (Titel- und Rückseite, S. 7)
|
Rene Jungnickel, Freiberg (S. 4, 5)
|
Oliver Killig (S. 4, Portrait Staatsminister Prof. Dr. Georg Unland) | Luc Saalfeld, Dresden (S. 9, 48)
|
Thomas Weiß, Erfurt (S. 11) | SIB (S. 12, 23 oben, 26, 30, 34) | Jill Luise Muessing, Leipzig (S. 15)
|
Holger Stein, Dresden (S. 17, S. 49 unten)
|
Schulz & Schulz Architekten GmbH, Leipzig (S.18, 19 oben)
|
ARGE Heine Mildner Architekten und Siegmar Lungwitz Architekt BDA, Dresden (S. 19 unten)
|
Michael Jungblut, Berlin (S. 20)
|
Reiner Feindt, SIB Leipzig I (S. 23 unten)
|
David Nuglisch, Dresden (S. 33)
|
Knut Börner, SIB Bautzen (S. 35)
|
Lothar Sprenger, Dresden (S. 36, 37, Portraits Umschlag Nieder-
lassungsleiter)
|
Anja Elias, SIB Dresden I (S. 38, 39)
|
Prof. Jörg Schöner, Dresden (S. 40, 41)
|
Steffen Spitzner, Gera (S. 42, 43)
|
Helga Schulze-Brinkop, Leipzig (S. 44, 45)
|
studioinges Architektur und Städtebau, Berlin (S. 46, 47)
|
Werner Huthmacher, Berlin (S. 49 oben) |
mein Fotostudio, Dresden (Portrait Umschlag Prof. Janosch)
|
Foto Koch (Portrait Umschlag Oliver Gaber)
Architekten:
Kälteinsel, TU Bergakademie Freiberg; Code Unique Architekten, Dresden
|
Landesamt für Straßen bau
und Verkehr, Dresden; meyer-bassin und partner, freie architekten bda
|
Ehem. Kaufhaus Schocken,
Chemnitz; Erich Mendelsohn
|
Umbau und Sanierung ehem. Kaufhaus Schocken, Chemnitz zum
Staatlichen Museum für Archäologie in Chemnitz; ARGE Auer Weber, Stuttgart und Knerer und Lang,
Dresden
|
Neubau Laborgebäude für die Fakultät Chemie und Physik, Clemens-Winkler-Bau, TU Berg-
akademie Freiberg; Code Unique Architekten, Dresden
|
Neubau Fahrzeugtechnikum, HTW Dresden;
AB Knerer und Lang, Dresden
|
Umbau und Sanierung Institutsgebäude Formgebung, TU Bergakademie
Freiberg; ARGE TU BAF, Junk & Reich / Hartmann + Helm, Weimar
|
Wissenschaftliche Bibliothek,
Staatliche Studienakademie Leipzig; Architektur, Außenanlagen und Bau über wachung: Essmann,
Gärtner, Nieper Architekten, Leipzig
|
Neubau Erweiterung des Fachbereiches Katastrophenschutz,
Landesfeuerwehr- und Katastrophenschutzschule Sachsen; Wörmann Architekten, Ostbevern und
Cottbus
|
Zentrum für Medien und Soziale Arbeit, HS Mittweida; Georg Bumiller Gesellschaft von
Architekten, Berlin
|
Erster Bauabschnitt, Umbau Hengstparade- und Turnierplatz Sächsische
Ge stütsver waltung – Landgestüt Moritzburg; SCHULZ + UHLEMANN ARCHITEKTEN GmbH, Dresden
|
Sanierung Schlosskapelle, Schloss Colditz; Architekturbüro Jens Fischer, Dresden
|
Sanierung West-
bebauung, Festung Königstein; Heidenreich & Springer Architekten Gesellschaft mbh, Berlin
|
HRSK II, TU Dresden; Architektengemeinschaft Zimmermann Dresden und Code Unique Architekten
Dresden
|
Umbau und Sanierung Zentrales Forschungs gebäude der Medizinischen Fakultät und
des Universitäts klinikums, Universität Leipzig; Ludes Generalplaner GmbH, Berlin
|
Institutsgebäude
für Bauingenieurwesen Georg-Schumann-Straße 7, TU Dresden; ARGE BIW TU Dresden, Knoche
Architekten BDA, Leipzig und Neumann Architekten BDA, Plauen
|
Projekthaus Meteor, TU Chemnitz;
ArGe MTO – ABK Architekten GmbH Chemnitz und iproplan Planungsgesellschaft mbH, Chemnitz
|
Albertinum Dresden; Staab Architekten, Berlin
Druck:
Stoba-Druck GmbH
Auflage:
1.700
Verteilerhinweis:
Diese Informationsschrift wird von der Sächsischen Staats regierung im Rahmen ihrer verfassungs-
mäßigen Verpflichtung zur Information der Öffentlichkeit herausgegeben. Sie darf weder von Parteien
noch von deren Kandidaten oder Helfern im Zeitraum von sechs Monaten vor einer Wahl zum Zwecke
der Wahlwerbung verwendet werden. Dies gilt für alle Wahlen. Missbräuchlich ist insbesondere die Ver-
teilung auf Wahlver anstaltungen, an Informationsständen der Parteien sowie das Ein legen, Aufdrucken
oder Aufkleben parteipolitischer Informationen oder Werbemittel. Untersagt ist auch die Weitergabe
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Wahl darf die vorliegende Druckschrift nicht so verwendet werden, dass dies als Partei nahme des
Herausgebers zu Gunsten einzelner politischer Gruppen verstanden werden könnte. Diese Beschränkungen
gelten unabhängig vom Vertriebsweg, also unabhängig davon, auf welchem Wege und in welcher
Anzahl diese Informationsschrift dem Empfänger zugegangen ist. Erlaubt ist jedoch den Parteien,
diese Informationsschrift zur Unterrichtung ihrer Mitglieder zu verwenden.
Copyright:
Diese Veröffentlichung ist urheberrechtlich geschützt. Alle Rechte, auch die des Nachdruckes von
Auszügen und der fotomechanischen Wiedergabe, sind dem Herausgeber vorbehalten.

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Oliver Gaber
Kaufmännischer
Geschäftsführer und
Unternehmensbereichsleiter
Zentrale Verwaltung
Leipzig
Zwickau
Chemnitz
Dresden
Bautzen
Führungskräfte
Geschäftsführer und Unternehmensbereichsleiter
Peter Voit
Niederlassungsleiter
Chemnitz
Norbert Seibt
Niederlassungsleiter
Bautzen
Niederlassungsleiter
Ludwig Coulin
Niederlassungsleiter
Dresden I
Petra Förster
Niederlassungsleiterin
Leipzig II
Gerlind Berndt
Niederlassungsleiterin
Leipzig I
Dr. Ulf Nickol
Niederlassungsleiter
Dresden II
Michael Haas
Niederlassungsleiter
Zwickau
Matthias von Rüdiger
stv. Unternehmens-
bereichsleiter Planungs-
und Baumanagement
Stefan Wagner
Unternehmensbereichsleiter
Finanzvermögen und
Portfoliosteuerung
Dr. Harald Vinke
komm. Unternehmens-
bereichsleiter Facility- und
Bedarfsdeckungsmanagement
Standorte
Zentrale
Niederlassung
Prof. Dieter Janosch
Technischer Geschäftsführer

 
| 03
1. Vorwort des Staatsministers der Finanzen ...................................................................................................... 04
2. Vorwort der Geschäftsführung ............................................................................................................................ 06
3. Der Staatsbetrieb SIB ................................................................................................................................................ 08
4. Jahresergebnisse 2014 im Überblick .................................................................................................................... 10
5. Die Geschäftsentwicklung 2014 .......................................................................................................................... 12
Planungs- und Baumanagement ..................................................................................................................... 12
Facility- und Bedarfsdeckungsmanagement ................................................................................................ 21
Finanzvermögen und Portfoliosteuerung .................................................................................................... 24
Zentrale Verwaltung .............................................................................................................................................. 28
6. Die Standorte ................................................................................................................................................................ 34
Niederlassung Bautzen ........................................................................................................................................ 34
Niederlassung Chemnitz ...................................................................................................................................... 36
Niederlassung Dresden I ...................................................................................................................................... 38
Niederlassung Dresden II .................................................................................................................................... 40
Niederlassung Leipzig I ........................................................................................................................................ 42
Niederlassung Leipzig II ....................................................................................................................................... 44
Niederlassung Zwickau ........................................................................................................................................ 46
7. Preise und Auszeichnungen .................................................................................................................................... 48
8. Organisation und Aufsicht ...................................................................................................................................... 50
Inhaltsverzeichnis

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1. Vorwort des Staatsministers der Finanzen
04 |
Dem Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und
Baumanagement (SIB) obliegt die verant wor-
tungsvolle Aufgabe, bauliche und liegenschaft-
liche Zielsetzungen des Freistaates Sachsen
zu erfüllen und zu steuern. Bauinvestitionen
des Freistaates Sachsen dienen der Weiterent-
wicklung des Standortes Sachsen und stellen
zugleich einen wichtigen Teil der sächsischen
Wirtschaftsförderung dar. Dabei konnten im
Jahr 2014 rund 85 Prozent der Aufträge an
sächsische Unternehmen vergeben werden.
Der SIB steht für die rechtssichere Durchführung
von Vergabeverfahren und Wettbewerben. Er
entwickelt bedarfsgerechte Neubaumaßnah-
men sowie Sanierungsmaßnahmen bestehen-
der Liegenschaften. Im Hinblick auf eine zu-
kunftsorientierte Ressourcenbewirtschaftung
fließen in verstärktem Maße Kriterien der Nach-
haltigkeit und Energieeffizienz in die Projekt-
planungen ein.
Im Spannungsfeld zwischen Nachhaltigkeit,
Nutzeranforderungen, Klimaschutz und demo-
grafischem Wandel erstreckt sich das breite
Aufgabenspektrum des SIB, das von der Er-
richtung moderner Neubauten im Hochschul-
bau bis hin zur anspruchsvollen Sanierung und
Pflege bedeutender kulturhistorischer Bauten
reicht.
Für das Jahr 2014 wurden 446 Millionen Euro
in einer Vielzahl von Baumaßnahmen umge-
setzt. Allein im Jahr 2014 entfielen auf den Be-
reich des Hochschulbaus 182 Millionen Euro.
Investitionen in die Hochschul- und Forschungs-
landschaft sind Investitionen in die Zukunft des
Standortes Sachsen und gehen über eine bloße
bauliche Errichtung hinaus. Sie stärken die
Qualität der Lehre und Forschung und üben
einen positiven Effekt auf die Städte aus.
Prof. Dr. Georg Unland,
Staatsminister der Finanzen
Hiervon profitieren nicht nur die großen Uni-
versitäten in Chemnitz, Dresden und Leipzig.
Die Infrastruktur der kleineren Standorte wie
Freiberg oder Mittweida konnte im Jahr 2014
weiter verbessert werden. Seit 1991 investierte
der Freistaat Sachsen in die bauliche Moder-
nisierung und den Ausbau seiner Universitäten
und Hochschulen bereits rund 4 Milliarden Euro.
Besonders an den kleineren Standorten sind
Hochschulbaumaßnahmen ein wichtiger Bei-
trag zur Entwicklung des Stadtraums und er-
höhen dessen Attraktivität.
Beispielhaft zu nennen ist der im August 2014
übergebene Neubau des Zentrums für Medien
und Soziale Arbeiten der Hochschule Mittwei-
da. Für rund 35 Millionen Euro entstand ein
Gebäude mit modernsten Arbeitsbedingungen
für die Fakultäten Medien und Soziale Arbeit
mit insgesamt rund 2.800 Studierenden. Im
Kern des Gebäudes liegen lärmgeschützt die
hochwertig ausgestatteten Fernseh- und Hör-
funkstudios mit Schnitträumen, umgeben von
einem Ring natürlich belichteter Räume für
Lehre und Forschung. Der Neubau wurde auf
einer ehemaligen Industriebrache inmitten der
Stadt errichtet. Der Campus der Hochschule
konnte dadurch weiter mit der Stadt Mittwei-
da verwoben werden, was zur Bereicherung
des Stadtzentrums beiträgt.
Ein Beitrag zur Stadtteilbelebung ist auch die
Sanierung des ehemaligen Kasernengebäudes
der Stauffenbergallee 24 sowie die Errichtung
des Erweiterungsneubaus für die Zentrale des
Landesamtes für Straßenbau und Verkehr in
Dresden. In den letzten 15 Jahren entstand
entlang der Stauffenbergallee ein überregio-
naler Behördenstandort. Das nun sanierte Ge-
bäude am nordwestlichen Ende der Stauffen-
bergallee stand über 20 Jahre leer und ist
Bestandteil der historischen Albertstadt, die
lange Zeit der militärischen Nutzung diente.
Mit der Sanierung des Altbaus sowie der Er-
richtung des Erweiterungsneubaus konnte ein
zentraler Standort mit dringend benötigten
Flächen für das Landesamt für Straßenbau und
Verkehr geschaffen und zudem ein historisch
wichtiges Bauwerk vor dem Verfall bewahrt
werden.
Die Pflege und Bewahrung kulturhistorisch
bedeutender Bauten stellt eine besondere He-
rausforderung für den Freistaat Sachsen dar.
Mit Hilfe des SIB kommt er dieser Verantwor-
tung nach. Für das Jahr 2014 ist die Fertig-
stellung der anspruchsvollen Sanierungsar-
beiten an der Westbebauung auf der Festung
Königstein hervorzuheben.
Die Vielzahl und der Umfang der Projekte ge-
ben dem SIB eine für die Baukultur in Sachsen
prägende Stellung.
Nicht minder wichtig ist die zentrale Liegen-
schaftsverwaltung einzuschätzen. Der SIB
steht für die wirtschaftliche Unterbringung
aller Behörden und sonstiger staatlicher Ein-
richtungen des Freistaates Sachsen. Auch 2014
zählte die strategische Steuerung und Opti-
mierung des Gesamtbestandes an Immobilien
zu den Hauptaufgaben des SIB. Im Hinblick auf
Klimaschutz, Modernisierung und Werterhalt
unserer Gebäude gilt es auch in Zukunft ste-
tig zu investieren. Der effiziente und nach-
haltige Einsatz der Mittel wird auch weiterhin
durch die Fachkompetenz des SIB gewährleitet.
Für den Erfolg des SIB mitverantwortlich sind
zuallererst die Beschäftigten. Ihnen möchte ich
meinen herzlichen Dank aussprechen. Mein
Dank gilt auch den Mitgliedern des Verwal-
tungsrates, die Themen von strategischer Be-
deutung erörtert und kritische Fragen disku-
tiert haben.
Prof. Dr. Georg Unland
Staatsminister der Finanzen
Kälteinsel der TU Bergakademie Freiberg
Blick ins Innere der Kälteinsel
| 05

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| 07
Festung Königstein in der Sächsischen Schweiz
die anhaltend hohe Nachfragesituation auf
dem Immobilienmarkt.
Zur Umsetzung und Unterstützung der viel-
fältigen Arbeitsprozesse des SIB bedarf es
eines breiten Spektrums an Fachanwendungen
für Datenverarbeitung sowie zeitgemäß aus-
gestatteter Arbeitsplätze. Der SIB konnte im
ab gelaufenen Geschäftsjahr die Einführung
neu er Technik und Fachanwendungen inten-
sivieren.
Der vorliegende Geschäftsbericht zieht Bilanz
aus einem erfolgreichen Geschäftsjahr. Wir
danken allen, die im Kalenderjahr 2014 tat-
kräftig am Erfolg des SIB mitgewirkt haben.
Unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern
danken wir für ihr Engagement, unseren Nut-
zern und Geschäftspartnern für ihre gute Zu-
sammenarbeit.
2.830 Gebäude mit insgesamt gut 5,6 Millionen
Quadratmeter Nettogrundfläche übernimmt
der SIB umfassende liegenschaftliche Aufga-
ben. Dies stellt eine erhebliche Entlastung für
die zahlreichen Nutzer der Liegenschaften dar,
die so größtenteils von infrastrukturellen, tech-
nischen sowie kaufmännischen Pflichten ent-
bunden sind und sich auf ihre Kernaufgaben
konzentrieren können. Das Bewirtschaftungs-
volumen aller verwalteten Liegenschaften um-
fasste 2014 einen Betrag von 165,5 Millionen
Euro. Für die Unterbringung durch Anmietun-
gen wurden etwa 42,9 Millionen Euro benötigt.
Die Geschäftsergebnisse im Bereich Finanzver-
mögen und Portfoliosteuerung blieben auch
2014 auf konstant hohem Niveau. Die Zahl
der Immobilienverkäufe knüpfte 2014 an die
sehr guten Ergebnisse des Kalenderjahres 2013
an. Begünstigt wurde diese Entwicklung durch
Oliver Gaber
Kaufmännischer Geschäftsführer
Prof. Dieter Janosch
Technischer Geschäftsführer
Aber nicht nur im Hochschulbau sind Erfolge
zu verzeichnen. Unter der Projektleitung des
SIB lief beispielsweise die Sanierung der West-
bebauung der Festung Königstein oder der Ka-
pelle auf Schloss Colditz. Mit der Fertigstel lung
des Neubaus für den Fachbereich Katastro-
phenschutz der Landesfeuerwehrschule Nardt
konnten zudem dringend benötigte Flächen
für Seminare und Schulungen geschaffen
werden.
Im Bereich des vom SIB betreuten Zuwendungs-
baus ist die Konsolidierung weiter voran ge-
schritten. Ein umfangreiches Maßnahmenpaket
zur Vereinfachung und Aufwandsreduzierung
ist auf den Weg gebracht oder teilweise schon
umgesetzt worden. Schwerpunkte bei der An-
tragsprü fung lagen im Städtebau, bei Schu-
len sowie dem Hochwasserwiederaufbau. Das
geprüfte Bauvolumen lag im Jahr 2014 bei
401 Millionen Euro, die in 93 Maßnahmen zur
Prüfung eingereicht wurden. Sondermaßnah-
men sind unter anderem der Wiederaufbau
der Weißeritztalbahn und das Kulturkraftwerk
Mitte in Dresden.
Weniger im Fokus der Öffentlichkeit, aber
nicht minder bedeutsam, schließt sich nach
Fertigstellung einer Baumaßnahme die be-
deutendste Phase im Lebenszyklus einer Im-
mobilie an, die Nutzungsphase. Für mehr als
Als wichtigem Auftraggeber des Baugewerbes
in Sachsen kommt dem Staatsbetrieb Sächsi-
sches Immobilien- und Baumanagement (SIB)
eine Vorbild- und Leitfunktion zu. Anspruchs-
volle Architektur, moderne Arbeitsbedingun-
gen, in telligente Gebäudetechnik und Wirt-
schaft lich keit bei der Bauausführung sind
Ausdruck einer gelungenen Baukultur, in de-
ren Fokus die Nach haltigkeit eines Gebäudes
steht. Dieser ganzheitliche Anspruch erstreckt
sich über den ge samten Lebenszyklus einer
Immobilie und schließt den Bau sowie dessen
Nutzung gleichermaßen ein.
Im abgelaufenen Geschäftsjahr hat der SIB
Bauleistungen in Höhe von rund 446 Millio-
nen Euro realisiert. Ein großer Teil dieser In-
vestitionen fiel auf den Hochschulbau. Hier
konnten die baulichen Voraussetzungen für
eine erfolgreiche Weiterentwicklung des Hoch-
schulstandortes Sachsen mit exzellenter Lehre
und Forschung vorangetrieben werden.
Die Investitionen konzentrierten sich dabei
nicht nur auf die großen Universitäten in Leip-
zig, Dresden oder Chemnitz. Auch an kleineren
Standorten wie der Hochschule in Mittweida
oder der Technischen Universität Bergakademie
Freiberg konnten im Jahr 2014 die infrastruktu-
rellen Rahmenbedingungen verbessert werden.
2. Vorwort der Geschäftsführung
06 |

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| 09
HTW Dresden, Neubau des Fahrzeugtechnikums
schaften und Gebäude für außeruniversitäre
Forschungseinrichtungen, werden nicht unmit-
telbar für die Erfüllung staatlicher Aufgaben
benötigt. Die Verwertung ist aufgrund von ver-
traglichen Verpflichtungen oder sonstigen
staatlichen Interessen dennoch nicht vorge-
sehen. Dies gilt gleichermaßen für das betriebs-
notwendige Vermögen der Landestalsperren-
verwaltung, der Staatlichen Schlösser, Burgen
und Gärten Sachsen gGmbH und der Staatlichen
Betriebsgesellschaft für Umwelt und Land -
wirtschaft. Betriebsnotwendiges Vermögen
sind beispielsweise Schlösser, Flüsse, Überflu-
tungsflächen oder Verwaltungsgebäude. Der
Freistaat Sachsen überlässt den Besitz an die-
sen Immobilien staatlichen Einrichtungen und
externen Dritten.
Zu den weiteren Aufgaben des Unternehmens-
bereiches gehören die Abwicklung von Fiskal-
erbschaften, die Bewertung des Grundvermö-
gens in der Zuständigkeit des SIB und die
Vertretung der Interessen des Freistaates Sach-
sen als Träger öffentlicher Belange – wie bei-
spielsweise bei Planungsverfahren.
Zentrale Verwaltung
Für die drei Fach-Unternehmensbereiche nimmt
der Unternehmensbereich Zentrale Verwaltung
innerhalb des SIB die Supportaufgaben wahr.
Er leistet Unterstützung bei unternehmensbe-
reichsübergreifenden oder fachbegleitenden
Aufgaben. Das vielfältige Aufgabengebiet er-
streckt sich von organisatorischen Aufgaben,
dem Personalmanagement, dem Vergabe- und
Vertragsmanagement, dem Rechnungswesen
bis hin zur Bereitstellung und Instandhaltung
der notwendigen Informationstechnik.
richte, aber auch Hochschulen, Museen und
Kultureinrichtungen. Einen bedeutenden As-
pekt des Unternehmensbereiches stellt die
strategi sche Steuerung und Optimierung des
Gesamt bestandes an Immobilien, die für
Verwaltungs zwecke genutzt werden, dar. Ins-
gesamt werden mehr als 1.400 Liegenschaf-
ten betreut.
Im Zuge der Grundstücksverwaltung und
-be wirtschaftung koordiniert der Unter neh-
mens bereich zahlreiche Prozesse und Dienst-
leis tun gen, die zur Erhaltung des laufenden
Be triebes, der Gebäude sowie der technischen
Anlagen not wendig sind. Anhand transparent
gestalte ter Verbrauchs- und Kostenkennzahlen
werden zudem Konzepte zur Verbrauchs- und
Kosten reduzierung erarbeitet und umgesetzt.
Finanzvermögen und
Portfoliosteuerung
Der Unternehmensbereich Finanzvermögen und
Portfoliosteuerung erfasst den gesamten Im-
mobilienbestand des Freistaates Sachsen und
ar beitet dabei mit den beiden anderen Grund-
vermögensverwaltern des Freistaates, dem
Staats betrieb Sachsenforst und dem Landes-
amt für Straßenbau und Verkehr, zusammen.
Der Unternehmensbereich ist für die Analyse
und Optimierung der landeseigenen Grund-
stücke verantwortlich. Zudem sichert er das
Landesvermögen unter anderem im Bereich der
Vermögenszuordnung für den Freistaat Sachsen.
Immobilien, die dauerhaft nicht mehr für die
Aufgaben des Freistaates benötigt werden, ver-
wertet der Unternehmensbereich Finanzver-
mögen und Portfoliosteuerung und verwaltet
sie bis zu ihrer Veräußerung.
Kultur- oder umweltpolitisch bedeutsame
Teile des Portfolios, wie beispielsweise Liegen-
3. Der Staatsbetrieb SIB
08 |
Bauaufgaben erstreckt sich vom Hochschulbau
über Unterkunftsbauten in Justizvollzugs an-
stalten und Verwaltungsbauten bis hin zum
Kulturbau und der baulichen Pflege des reichen
kulturellen Erbe Sachsens.
Die Bauqualität zählt dabei zu den wichtigsten
Grundwerten, denen der Unternehmensbereich
Planungs- und Baumanagement verpflichtet
ist. Dies drückt sich in einem ganzheitlichen
Qualitätsverständnis aus und umfasst Aspek-
te der Nutzung, der Ästhetik bis hin zur Ener-
gie effizienz der Gebäude.
Mit seiner auf langjähriger Erfahrung beruhen-
den Fachkompetenz steht der Unternehmens-
bereich als baufachlicher Berater den nutzenden
Behörden und Einrichtungen des Freistaates
Sachsen zur Seite. Ferner obliegt ihm die Pro-
jektleitung für Bauvorhaben des Bundes und
Dritter (wie beispielsweise der Sächsischen
Kran kenhäuser) im Freistaat Sachsen sowie die
baufachliche Begleitung von Projekten der Zu-
wendungsempfänger.
Facility- und
Bedarfsdeckungsmanagement
Das Hauptaugenmerk des Unternehmensbe-
reiches Facility- und Bedarfsdeckungsmana-
gement liegt auf der wirtschaftlichen und
sachgerech ten Unterbringung aller Behörden
und sonstiger Einrichtungen des Freistaates
Sachsen.
Der angemeldete Bedarf der einzelnen Ressorts
wird hier unter Beachtung von wirtschaftlichen
Grundsätzen geprüft und im Ergebnis die Be-
auftragung zur Unterbringung erteilt (Bedarfs-
deckung).
Als zentrale Liegenschaftsverwaltung betont
der SIB ein vielfältiges Nutzerspektrum. Hier-
zu zählen beispielsweise Finanzämter und Ge-
Der Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und
Baumanagement (SIB) steuert professionell den
gesamten Lebenszyklus aller Immobilien im
Eigentum des Freistaates Sachsen und opti-
miert den Bestand und die Nutzungsstruktur
der staatlichen Liegenschaften.
Der SIB besteht aus einer Zentrale sowie sie-
ben Niederlassungen und gliedert sich in die
Unternehmensbereiche Planungs- und Bau-
management, Facility- und Bedarfsdeckungs-
management, Finanzvermögen und Portfolio-
steuerung sowie Zentrale Verwaltung.
Planungs- und Baumanagement
Der Unternehmensbereich Planungs- und Bau-
management nimmt stellvertretend für den
Freistaat Sachsen dessen Bauherrenaufgaben
wahr. Die Bauprojektsteuerung stellt dabei die
Kernaufgabe des Unternehmensbereichs dar,
die Beauftragung von Planungs- und Ausfüh-
rungsleistungen sowie die Durchführung von
Architekturwettbewerben bei geeig neten Pro-
jekten gehören zum Aufgabenbereich.
Die Aufgaben der Projektsteuerung umfassen
die Definition der Projektziele, die Sicherstel-
lung der Projektfinanzierung, die Gewährleis-
tung eines adressatengerechten Infor ma tions-
flusses, die Abstimmungen mit dem Nutzer
so wie die grundsätzliche Vertretung der
Bauherreninteressen. Beispielhaft seien hier
gerichtliche Auseinandersetzungen und nach-
bar schaftliche Belange genannt. Der Unter-
nehmensbereich tritt für eine effiziente Bau-
planung sowie Steuerung ein und trägt die
Projektverantwortung hinsichtlich der Einhal-
tung der Kosten-, Termin- und Qualitätsziele.
Zu den betreuten Baumaßnahmen zählen Neu-
bau, Umbau, Sanierung sowie Er hal tungsmaß-
nahmen. Das anspruchsvolle Spektrum der

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10 |
TU Bergakademie Freiberg, Institutsgebäude Metallformung/Gießereitechnik, Foyer
4. Jahresergebnisse 2014 im Überblick
Wirtschaftsplan
Der kaufmännische Jahresabschluss des SIB
für das Geschäftsjahr 2014 ist durch die Wirt-
schaftsprüfungsgesellschaft Schneider + Partner
GmbH geprüft und erneut uneingeschränkt
testiert worden.
Auf Grund der nach kameralen Grundsätzen
be stehenden Zuschussfinanzierung des SIB
durch den Freistaat Sachsen ergibt das Jah-
resergebnis aus der Geschäftstätigkeit vor ge-
schäftsneutralen Einflüssen wiederholt eine
»wirtschaftliche Null«. Unter Berücksichtigung
von Buchverlusten, die sich aus diesen Ein-
flüssen ergeben, weist die Gewinn-und-Ver-
lust -Rechnung insgesamt einen Jahresfehl-
betrag von -230 T Euro (Vorjahr: -1.307 T Euro)
aus.
Als wichtigste Einnahmeposition weist der SIB
im Geschäftsjahr Umsatzerlöse aus der Ver-
waltungskostenerstattung im Bundesbau in
Höhe von 11,0 Millionen Euro (Vorjahr: 9,1 Mio.
Euro) aus.
Im Rahmen der Zuschussfinanzierung durch
den Freistaat Sachsen wurden durch den SIB die
im Geschäftsjahr erhaltenen Zuweisungen für
die Finanzierung der laufenden Geschäfts tätig-
keit sowie der Investitionen in Höhe von ins-
gesamt 65,8 Millionen Euro (Vorjahr: 65,2 Mio.
Euro) im Rahmen einer sparsamen und zweck-
entsprechenden Haushaltsführung ord nungs-
gemäß verwendet.
Darüber hinaus zum Bilanzstichtag nicht in
Anspruch genommene Mittel waren gemäß
den Vorgaben des Sächsischen Staatsminis-
teriums der Finanzen im Jahresabschluss
grundsätzlich als rückzahlbarer Zuschuss zu
bilanzieren.
Im Geschäftsjahr 2014 wurden die strukturel-
len Überlegungen zur weiteren Entwicklung
des SIB fortgesetzt. Das beabsichtigte Reform-
vorhaben basiert insbesondere auch auf dem
Gedanken, eine neue Führungsstruktur und
-kultur zu etablieren. Mit der vorgenomme-
nen Trennung von technischer und kaufmän-
nischer Ge schäfts führung wurde eine noch
wirtschaftlichere und erfolgsorientiertere Neu-
ausrichtung des SIB eingeleitet.
Die Zielstellung, die im Wirtschaftsplan zur Ver-
fügung gestellten Mittel einzuhalten, wurde
im Geschäftsjahr unter Bereitstellung zusätz-
licher Mittel zur Ausfinanzierung der Baune-
benkosten im Bundesbau insgesamt erreicht.
Staatlicher Hochbau
und Liegenschaften
In Wahrnehmung des Planungs- und Bau ma-
na gements für die Baumaßnahmen des Frei-
staates Sachsen, des Bundes und Dritter gelang
es, Bauleistungen für insgesamt 2.458 Baumaß-
nahmen (Vorjahr: 2.446) im Wert von 446,2 Mil-
lionen Euro (Vorjahr: 416,1 Mio. Euro) zu rea-
lisieren, davon 380,6 Millionen Euro (Vorjahr:
349,7 Mio. Euro) im Landes- und Hochschul-
bau, 38,6 Millionen Euro (Vorjahr: 34,1 Mio. Euro)
im Bundesbau sowie 27,0 Millionen. Euro (Vor-
jahr: 32,4 Mio. Euro) im Landesbau für Dritte.
Ferner sind Baumaßnahmen der Energieeffi-
zienzerhöhung von 3,7 Millionen Euro sowie
5,6 Millionen Euro im Bereich der Hochwasser-
schadensbeseitigung enthalten.
Die Gesamtausgaben im Liegenschaftsbereich
belaufen sich im Geschäftsjahr auf 222,7 Mil-
lionen Euro.
Immobilienvermögen
Beim Immobilienvermögen erzielte der SIB im
Geschäftsjahr rund 11,7 Millionen Euro kassen-
wirksame Einnahmen für den Grundstock des
Freistaates Sachsen.
Landesbau
Hochschulbau
Landesbau für Dritte
Bundesbau
Anmietung gesamt
Bewirtschaftung, inkl. sonstige Ausgaben
im Liegenschaftshaushalt
Bau- und Liegenschaftshaushalt –
Ergebnisse 2014 (in Mio. Euro)
178,5
198,6
182,0
27,0
38,6
44,3

image
12 |
| 13
8 %
39 %
41 %
6 %
6 %
Bauausgaben 2014 nach Bereichen
182,0 Mio. Euro Hochschulbau
38,6 Mio. Euro Bundesbau
173,0 Mio. Euro Landesbau
26,9 Mio. Euro Landesbau für Dritte
25,6 Mio. Euro sonstige Bauausgaben
(z. B. Sächs. Verwaltungsnetz)
2014
Vorjahr
Landesbau
173,0
138,1
davon für
Große Baumaßnahmen
113,5
85,4
Kleine Baumaßnahmen
20,9
17,9
Bauunterhalt
37,1
34,2
Planung
1,5
0,6
Hochschulbau
182,0
189,6
davon für
Große Baumaßnahmen
147,3 164,3
Kleine Baumaßnahmen
12,3
8,6
Bauunterhalt
21,1
15,6
Planung
1,3
1,1
Energieeffizienz-Programm
3,7
6,1
Erhaltung v. Bestandsgebäuden
10,1
7,7
Sächsisches Verwaltungsnetz
6,2
4,4
Hochwasserschadensbeseitigung
5,6
3,7
Landesbau für Dritte
26,9
32,4
Bundesbau
38,6
34,1
Die größte Einzelbaumaßnahme im Hoch-
schul bau im Jahr 2014 mit einem Bauvolumen
von 21,2 Mil lionen Euro ist der Hoch leis tungs-
rech ner mit Speicherkomplex II für die TU
Dresden (Ge samt baukosten: 43,5 Mio. Euro).
Für Mai 2015 ist die Einweihung geplant.
Die größte Maßnahme im Landesbau stellt die
Sanierung der Galerie Alte Meister in der Dresd-
ner Sempergalerie mit einem Bauvolumen von
7,9 Millionen Euro im Jahre 2014 dar. Es wird
mit Gesamtbaukosten in Höhe von 46,7 Mil-
lionen Euro für die Sempergalerie ge rechnet.
In der ersten Bauphase (2013 bis 2015) wird
der Ostflügel und in einer zweiten Bauphase
(2015 bis 2017) der Westflügel grundlegend
saniert. Bei der Sanierung wird es zu keiner
Veränderung der Grundstruktur des his to ri-
schen Gebäudes kommen, durch einige Ein-
griffe werden jedoch die Besucherführung, die
Fluchtwege und die Barrierefreiheit erheblich
verbessert.
Im August 2014 wurde der Ersatzneubau des
Zentrums für Medien und Soziale Arbeit der
Hochschule Mittweida zur Nutzung übergeben.
In der 3,5-jährigen Bauzeit entstand auf der
Grundlage des Wettbewerbsentwurfes für rund
35 Mil lionen Euro ein Gebäude mit moderns-
ten Arbeitsbedingungen für die Fakultäten Me-
dien und Soziale Arbeit, die rund 2.800 Stu-
dierende umfassen. Im Inneren des Gebäudes
liegen lärmgeschützt die Fernseh- und Hör-
funkstudios mit Schnitträumen, umgeben von
einem Ring natürlich belichteter Räume für
Leh re und Forschung (die detaillierte Be schrei-
bung der Baumaßnahme finden Sie auf der
Seite 36).
Insgesamt betreute der SIB 2.458 Baumaßnah-
men (Vorjahr: 2.446). Davon waren 433 Große
Baumaßnahmen (18 Prozent) und 479 Kleine
Baumaßnahmen (19 Prozent). Die verbleiben-
den 1.546 Maßnahmen (63 Prozent) sind dem
Bereich des Bauunterhalts zuzuordnen. Diese
Maßnahmen haben die Erhaltung der bauli-
chen Substanz zum Ziel, ohne den Bestand
grundsätzlich zu verändern. Große Baumaß-
nahmen (GBM) und Kleine Baumaßnahmen
(KBM) hin gegen dienen der Schaffung von
Gebäuden und baulichen Anlagen oder ihrer
wesentlichen Än derung. Baumaßnahmen mit
Gesamt baukosten bis eine Million Euro werden
dabei als klein bezeichnet. Baumaßnahmen mit
Ge samt bau kosten von über einer Million Euro
als groß. Das durchschnittliche Bauvolumen
einer Baumaßnahme belief sich auf 182.000
Euro (Vorjahr: 170.000 Euro).
433
Große Baumaßnahmen
Hintergrund dafür ist, dass bei zahlreichen
Baumaßnahmen die Ausführungsphase begon-
nen hat und Bauauf träge umgesetzt wurden.
Das erzielte Bauvolumen 2014 verteilt sich wie
folgt auf die Bereiche: 39 Prozent allgemeiner
Landesbau (rund 173,0 Mio. Euro), 41 Prozent
Hochschulbau (182,0 Mio. Euro), acht Prozent
Bundesbau (38,6 Mio. Euro), sechs Prozent
Bauen für Dritte (26,9 Mio. Euro), beispiels-
weise für die Sächsischen Krankenhäuser,
so wie sechs Prozent auf Aufwendungen für
sons tige Baumaßnahmen (25,6 Mio. Euro), hier
zu nennen sind Maßnahmen im Rahmen des
Energieeffizienzprogramms oder zur Beseiti-
gung von Hochwasserschäden.
Planungs- und Baumanagement
Bauaktivitäten
Mit großem Engagement gelang es dem Un-
ternehmensbereich Planungs- und Baumana-
gement im Geschäftsjahr 2014, Bauleistungen
in Höhe von rund 446 Millionen Euro zu reali-
sieren. Im Vergleich zum Vorjahr (416,1 Mio. Euro)
erhöhte sich die Bauleistung um sieben Pro-
zent. Insbesondere im Einzelplan 14 wurde mit
380,6 Millionen Euro deutlich mehr Bauvolu-
men generiert als 2013 (349,7 Mio. Euro). Den
deutlichsten Anstieg des Bauvolumens auf
172,9 Millionen Euro (+ 25 Prozent zum Vor-
jahr) verzeichnete der allgemeine Landesbau.
5. Die Geschäftsentwicklung 2014
553
2003
Angaben in Mio. Euro
2004
2005
2006
2007
2008
2009
2010
2011
2012
2013
2014
534
Entwicklung des Bauvolumens 2003 bis 2014
0
100
200
300
400
500
600
700
478
467
468
564
582
606
569
431
416
446
Barockgarten Großsedlitz,
denkmalgerechte Instandsetzung

image
14 |
| 15
Staatliche Studienakademie Leipzig, Neubau Bibliothek
tungsreduzierung abgestimmt. Die Ergebnisse
wurden von der SIB-Zentrale in Grund satz ab-
stim mungen mit den größten Zuwendungs-
gebern und der Sächsischen Aufbaubank (SAB)
als zentraler Bewilligungsstelle bereits teil-
wei se eingeführt, sodass erste Erfolge (Ver-
einfachung und Aufwandsreduzierung bei
der An tragsprüfung) sichtbar sind. Dieser
Prozess wird 2015 fortgesetzt. Schwerpunkte
bei der Antragsprüfung lagen im Städtebau,
bei Schu len sowie der Aufbauhilfe bei Hoch-
wasserschäden. Das geprüfte Bauvolumen lag
im Jahr 2014 bei 401 Millionen Euro; es wur-
de in 93 Maß nah men zur Prüfung eingereicht.
Son dermaß nahmen sind unter anderem der
Wiederaufbau der Weißeritztalbahn und das
Kulturkraftwerk Mitte in Dresden. Die Schwer-
punkte in der Antragsphase lagen in der
Beratung der Antragssteller und Bewilligungs-
behörden im Sinne einer gemeinsamen Ver -
fahrensqualität. Insbesondere die richtige Wahl
der Vergabever fahren hilft, mögliche Rück-
forderungen oder Terminverzögerungen zu
ver meiden, und gewährleistet eine effiziente
Begleitung durch die verantwortliche SIB-
Niederlassung. Aufgrund der auslaufenden
För derperiode waren EFRE-Maßnahmen im
Jahr 2014 Schwerpunkt in Bau begleitung und
baufachlicher Verwendungsnachweisprüfung.
Diese wer den durch ein enges Controlling
begleitet. Die Anzahl der geprüften Verwen-
dungsnachweise lag bei 125 (Vorjahr 85).
Bundesbau
Im Jahr 2014 wurden für die Bauaufgaben im
Auftrag des Bundes 38,6 Millionen Euro (Vor-
jahr: 34,0 Millionen Euro) verausgabt. Im Fo-
kus der Mittelumsetzung standen Kleine Bau-
maßnahmen mit 13,0 Millionen Euro (Vorjahr:
14,5 Millionen Euro) und Bauunterhalt in Höhe
von 14,2 Millionen Euro (Vorjahr: 10,7 Millionen
Euro). Die Ausgaben im Bereich der Großen
Baumaßnahmen beliefen sich 2014 auf ledig-
lich 1,9 Millionen Euro. Die wichtigste Maß-
nahme in der Phase der Bauausführung war
2014 der Neubau des Unterkunftsgebäudes 12
der Unteroffiziersschule des Heeres in Delitzsch
mit einem Jahresvolumen von 1,7 Millionen
Euro (Gesamtbaukosten von 6,1 Millionen Euro).
In der Baumaßnahme Biomasseforschungs-
zentrum in Leipzig liegt die Entwurfsplanung
vor, für 2015 sind vorgezogene Leistungen vor-
gesehen und im Frühjahr 2016 der Baubeginn
(Gesamtbaukosten: 36,7 Millionen Euro).
Zuwendungsbau
Seit 2013 ist der SIB für alle Ressorts und Be-
willigungsstellen das baufachliche Prüforgan
für Hochbaumaßnahmen, die vom Freistaat
Sachsen mit Landes-, Bundes- oder EU-Mit-
teln gefördert werden. Gemeinsam mit dem
Sächsischen Staatsministerium der Finanzen
wurden Förderprogramme evaluiert und Mög-
lichkeiten zur Verfahrensklärung und Verwal-
Soziales inkl. Krankenhaus
39,1
Kultus (schulische Infrastruktur u. KITA)
201,5
Wissenschaft
14,5
Städtebauliche Entwicklung
58,6
Umwelt und Verkehr
34,9
Hochwasser
19,3
Wirtschaft
5,8
Sonstiges
27,3
Gesamt
401,0
Geprüfte Zuwendungsbau-Vorhaben 2014
nach Förderbereichen
Angaben in Mio. Euro (Bauvolumen)
Energieeffizienzprogramm – kumulierte Einsparungen
0
10.000
20.000
30.000
40.000
50.000
60.000
0
2.000
4.000
6.000
8.000
10.000
Endenergie [MWh/a]
Verbrauchskosten [T Euro/a] | CO
2
-Emission [t/a]
2003
2004
2005
2006
2007
2008
2009
2010
2011
2012
2013
2014
Endenergie [MWh/a]
Verbrauchskosten [T Euro/a]
CO
2
-Emission [t/a]
kosten 2,9 Millionen Euro betragen. Die Kälte-
insel versorgt künftig mehrere Objekte auf
dem Campus der TU zentral mit technischer
Kälte. Durch die bessere Auslastung der Kälte-
maschinen wird mit einer jährlichen Energie-
kosteneinsparung von 76.000 Euro gerechnet.
Von 2014 bis 2020 stehen dem Freistaat Sach-
sen Mittel der Europäischen Union über EFRE
in Höhe von rund 200 Millionen Euro für Maß-
nahmen zur CO
2
-Einsparung an landeseigenen
Gebäuden zur Verfügung. In 2014 war der SIB
maßgeblich bei der Ausgestaltung der Rah-
men bedingungen für dieses Förderprogramm
beteiligt und hat die Weichen für geeignete
Bau maßnahmen gestellt. Für den Freistaat
Sachsen besteht über diese Förderung die
Chance, seine Gebäude über das gesetzlich
vorgeschriebene Maß hinaus energetisch zu
sanieren und innovative Technologien zu er-
proben.
Energieeffizienz
Energieeinsparungen von zirka 3.000 MWh/a
(entspricht 357.000 Euro pro Jahr an Betriebs-
kosten) sowie eine CO
2
-Einsparung von rund
540 Tonnen pro Jahr konnten 2014 durch das
Programm »Energieeffizienz« erzielt werden.
Hinzu kommen die Energieeinsparungen, die
innerhalb laufender KBM und GBM realisiert
wurden. Von den im Energieeffizienzprogramm
zur Verfügung stehenden Haus halts mitteln
wurde der Großteil für Maßnahmen aus dem
technischen Bereich wie beispielsweise Erneu-
erung von Kälteanlagen, LED-Beleuchtung im
Innen- und Außenbereich, Optimierung von
Lüftungs-, Kälte- und Regelungsanlagen, Photo-
voltaikanlagen, Wärmerückgewinnung und effi-
ziente Elektroenergieversorgung ausgegeben.
Eine der bedeutendsten Maßnahmen im Ener-
gieeffizienzprogramm ist die Kälteinsel an der
TU Bergakademie Freiberg, deren Gesamtbau-

image
16 |
| 17
Landesamt für Straßenbau und Verkehr, Stauffenbergallee Dresden
Für Dritte wurde u. a. folgendes Vorhaben weitergeführt:
Bezeichnung
Investitionssumme
Bauzeit
SKH Arnsdorf, Umbau und Sanierung Jugendmaßregelvollzug
10,1 Mio. €
07/13 – 10/14
Fortführungen im Bundesbau:
Bezeichnung
Investitionssumme
Bauzeit
Unteroffiziersschule des Heeres Delitzsch, Feldwebel-Boldt-Kaserne, Neubau Unterkunftsgebäude Nr. 12
6,1 Mio. €
09/13 – 10/15
Im Geschäftsjahr wurde eine Reihe von bedeutenden Baumaßnahmen im Landes-, Kultur- und Hochschulbau begonnen.
Beispielhaft stehen dafür:
Bezeichnung
Investitionssumme
Bauzeit
Finanzamt Pirna, Neuunterbringung im Bestand und Neubau
23,1 Mio. €
06/14 – 11/16
Amtsgericht Marienberg, Standorterweiterung, Zschopauer Straße
5,3 Mio. €
08/14 – 05/16
Polizeidirektion Dresden, Stauffenbergallee, Neubau Raumschießanlage (RSA) u. Integrierte Aus- und Fortbildung (IF)
6,6 Mio. €
08/14 – 03/16
Sächsische Staatsoper Dresden, Umbau und Sanierung Gastronomiegebäude
6,0 Mio. €
09/14 – 09/16
TU Dresden, Fritz-Foerster-Bau, Sanierung
38,0 Mio. €
2014 - 2017
TU Dresden, Fak. Mathematik und Naturwissenschaften, FR Physik – Neubau Institutsgebäude Photophysik
29,5 Mio. €
03/14 – III/16
TU Dresden, Fak. Bauingenieurwesen, Neubau Versuchshalle Institut Straßenbau, Schumannstraße 7a
6,3 Mio. €
06/14 – 11/15
Hochschule Mittweida, Fak. Mathematik, Naturwissenschaften und Informatik,
Neubau des Forschungsgebäudes für das Institut für Lasertechnik
21,3 Mio €
01/14 – 05/16
TU Chemnitz, Forschungshalle Bundesexzellenzcluster MERGE – Technologiefusion für multifunktionale Leichtbaustrukturen,
1. BA Neubau Forschungshallen
12,6 Mio €
05/14 – 07/15
Breitenbrunn, Staatl. Studienakademie, Betriebswirtschaftliches Labor, Neubau
2,2 Mio. €
09/14 – 10/15
Universität Leipzig, Fakultät Erziehungswissenschaften, Jahnallee, TBM Haus III, Sanierung
6,1 Mio €
02/14 – 10/15
Schloss Moritzburg, Ausstellungsbereiche (Kurfürstenzimmer einschließlich Kapelle), Sanierung und Restaurierung
2,3 Mio. €
13/14 – II/16
Neubeginn im Bundesbau:
Bezeichnung
Investitionssumme
Bauzeit
BImA Modernisierung Verfügungsgebäude, Dresden, August-Bebel-Straße 30/30a
6,1 Mio. €
10/14 – 02/16
Baumaßnahmen 2014
Im Landes- und Hochschulbau wurden im Geschäftsjahr 2014 insbesondere folgende Baumaßnahmen fertiggestellt:
Bezeichnung
Investitionssumme
Bauzeit
Landesamt für Straßenbau und Verkehr, Zentrale, Dresden, Stauffenbergallee, Neuunterbringung
14,5 Mio. €
06/13 – 12/14
Landgestüt Moritzburg, 1. BA Hengstparade- und Turnierplatz
2,7 Mio. €
09/13 – 09/14
Landesfeuerwehrschule Nardt, 3. BA, Erweiterung Fachbereich Katastrophenschutz
3,4 Mio. €
11/13 – 12/14
JVA Bautzen, Umbau und Sanierung Haus 2 zur Unterbringung Sicherungsverwahrte
9,2 Mio. €
04/12 – 10/14
Polizeidirektion Oberlausitz-Niederschlesien, Görlitz, Sanierung, Umbau- und Erweiterungsbau
22,5 Mio. €
12/12 – 09/14
Polizeirevier Auerbach, Umbau und Sanierung
5,6 Mio. €
09/12 – 08/14
TU Dresden, Instituts- und Laborgebäude Schumannstraße 7, Umbau und Modernisierung
12,5 Mio. €
07/11 – 03/14
TU Dresden, August-Bebel-Straße 94, Sanierung Hörsaal und Seminargebäude
5,7 Mio. €
05/12 – 03/14
TU Dresden, Institut für Automobiltechnik Dresden (IAD), Halle 125 +127
6,3 Mio. €
09/13 - 12/14
TU Dresden, Fak. Bauingenieurwesen, Neubau Versuchshalle Institut Wasserbau, Schumannstraße 7a
7,8 Mio. €
07/13 – 11/14
TU Bergakademie Freiberg, Fak. Chemie und Physik, Clemens-Winkler-Bau, Neubau Labore (EFRE)
20,2 Mio. €
01/12 – 04/14
TU Bergakademie Freiberg, Fak. Maschinenbau, Verfahrens- und Energietechnik/Fak. Werkstoff wissenschaften,
Institutsgebäude Metallformung/Gießereitechnik, Umbau und Sanierung (EFRE)
16,5 Mio. €
02/12 – 03/14
Hochschule Mittweida, Zentrum für Medien und Soziale Arbeit, Ersatzneubau (EFRE)
35,0 Mio. €
02/11 – 08/14
Staatliche Studienakademie Leipzig, wissenschaftliche Bibliothek, Neubau
2,4 Mio. €
05/13 – 09/14
Universität Leipzig, med. Fakultät, zentrales Forschungszentrum, Stephanstraße 11,
Sanierung/ Umbau, 1. und 2. BA
82,0 Mio. €
1. BA: 04/07 – 1/10
2. BA: 04/10 – 8/14
TU Dresden, Physikgebäude Haeckelstr., Umbau und Modernisierung, 3.BA: Innensanierung B-D Flügel
6,1 Mio. €
10/12 – 10/14
Festung Königstein, Westbebauung, 1. Realisierungsabschnitt Umbau und Sanierung von Torhaus
und Streichwehr zum Museum der Geschichte der Festung Königstein, Neues Zeughaus
10,6 Mio. €
07/12 – 10/14
Schloss und Park Pillnitz, Sanierung Lustgarten
2,4 Mio. €
04/13 - 12/14
Schloss Colditz, 4. BA – Fürsten-, Keller-, Kirchen- und Beamtenhaus, 2. TBM – Kirchenhaus, Innenausbau
1,8 Mio. €
01/13 – 12/14
Bezeichnung
Investitionssumme
Bauzeit
SKH Großschweidnitz, Sanierung Haus 41, Verwaltung
3,8 Mio. €
01/13 – 04/14
SKH Großschweidnitz, Sanierung Haus 23, Therapeutisches Lernen
1,1 Mio. €
07/13 – 08/14
SKH Altscherbitz, Sanierung u. Restaurierung der Anstaltskirche
1,5 Mio. €
06/13 – 06/14
Bad Muskau, Hermannsneiße, Beseitigung der Hochwasserschäden 2010
1,2 Mio. €
2011 – 2014
Für Dritte wurden u. a. folgende Vorhaben realisiert:
Bei den Baufortführungen standen im Geschäftsjahr vor allem folgende Maßnahmen im Mittelpunkt:
Bezeichnung
Investitionssumme
Bauzeit
Finanzamt Grimma, Standorterweiterung Lausicker Straße
9,7 Mio. €
10/13 – 03/16
JVA Bautzen, Sanierung Haus 1 (Ost-West-Flügel), 2. BA
19,5 Mio. €
1.BA: 11/08 – 06/11
2.BA: 07/11 – 04/15
Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Wiederaufbau Dresdner Residenzschloss – Ausbau Georgenbau,
Musealer Ausbau 1. OG Rüstkammer, 2. OG Münzkabinett
10,3 Mio. €
11/13 – 10/15
Sempergalerie, Umbau und Sanierung (1. BA Ostflügel, 2. BA Westflügel)
46,7 Mio. €
10/13 – 03/17
TU Dresden, Neubau Hochleistungsrechner/Speicherkomplex II (HRSK II), 1. Ausbaustufe
43,5 Mio. €
01/13 – 03/15
TU Bergakademie Freiberg, Fak. Wirtschaftswissenschaften, Schlossplatzquartier, 1. BA Sanierung Bestand
15,9 Mio. €
06/13 – 07/15
Universität Leipzig, 4. BA, Hauptgebäude und Aula, Neubau
115,8 Mio. €
07/07 – 02/15
Universität Leipzig, med. Fakultät, Institute für Pathologie und Rechtsmedizin, Johannisallee 28, Umbau und Modernisierung
13,0 Mio.€
04/12 – 04/15
Hochschule Zittau/Görlitz, FB Elektrotechnik und Informatik, Haus Z I und Z III, Umbau/Sanierung – Abriss
13,4 Mio. €
02/13 – 12/16
HTWK Leipzig, FB Maschinen- und Energietechnik, Instituts- und Laborgebäude, Neubau (EFRE)
25,9 Mio.€
03/12 – 02/15
Barockgarten Großsedlitz, denkmalgerechte Instandsetzung Gartenbereiche
3,3 Mio. €
08/13 – II/16
Burg Mildenstein, 4. BA – Pagenhaus, Herrenhaus und Zwischenbau
(Teilleistungen: Schließen der Decken und nutzerneutraler Ausbau)
1,9 Mio. €
12/13 – 12/15

image
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18 |
| 19
Dresdner Schloss, Visualisierung Langer Gang
beten. In deren Ergebnis wurde das Architek-
turbüro Schulz & Schulz Architekten GmbH
aus Leipzig mit der weiteren Planung beauf-
tragt. Mit dem vorgelegten Entwurf gelingt
durch eine Erweiterung des historischen En-
sembles mit einem eingeschossigen Riegel
die Erhaltung des vorhandenen Pavilloncha-
rakters und zugleich die Erfüllung der funkti-
onalen Anforderungen und räumlichen Orga-
nisation, insbesondere der Anordnung der
Stationen auf einer Ebene und die geforderte
Verbindung aller Nutzungen. In der Freiraum-
konzeption sind die Wiederherstellung von
historischen Parkflächen, Wandelgarten, Auf-
enthalts- und Erlebnisbereichen sowie Stati-
onsgärten vorgesehen.
Sächsisches Krankenhaus Altscherbitz, Haus 19/20/21 | Blick zum zentralen Vorplatz und Eingangsbereich
VOF-Verfahren
Dresden, Wiederaufbau Dresdner Schloss:
Langer Gang
Im Rahmen des weiteren Ausbaus des Dresdner
Residenzschlosses beabsichtigt der Freistaat
Sachsen den »Langen Gang«, den Verbindungs-
bau zwischen dem Dresdner Schloss und dem
Johanneum, zukünftig als Teil der Rüstkammer
zu nutzen. Im Sommer 2014 fand zur Aus-
wahl der Planer/Architekten des Ausstellungs-
bereiches »Langer Gang« einschließlich Treppen-
haus »Jagdtreppe« ein VOF-Verfahren statt.
Die Auswahl des Architekten erfolgte durch ein
Verhandlungsverfahren nach § 3 VOF mit vor-
ge schaltetem Bewerberauswahlverfahren. Der
favorisierte Lösungsvorschlag, von der ARGE
aus Heine Mildner Architekten und Siegmar
Lungwitz Architekt BDA erarbeitet, sieht vor,
dass durch die Einfügung eines Aufzuges als
Wandaufdoppelung zum Langen Gang eine
bar rierefreie Verbindung aller Ausstellungsge-
schosse geschaffen wird. Hierbei werden der
ursprüngliche Raumeindruck des Treppenhau-
ses und die Treppenform beibehal ten, verbun-
den mit einer zeitgemäßen Neuinterpretation
der Jagdtreppe. Die Planung zeichnet sich durch
eine klare gestalterische Trennung der Aus-
stellungserschließung und der notwendigen
Fluchtwegführung ins Erdgeschoss aus.
Um die Themen Nachhaltigkeit und Energie-
effizienz stärker zu implementieren, stehen
seit 2014 in jeder SIB-Niederlassung Sachver-
ständige sowohl für energieeffizientes als auch
für nachhaltiges Bauen zur Verfügung, deren
fachliche Zusammenarbeit durch das Kompe-
tenzzentrum geführt wird. Ein besonderer Be-
ratungsbedarf ergibt sich durch das Energie-
effizienz-EFRE-Programm für Maßnahmen zur
CO
2
-Einsparung (weitere Ausführungen zum
Energieeffizienzprogramm finden sie auf Sei-
te 14).
Um bei allen Mitarbeitern des SIB ein einheit-
liches Grundverständnis zum Thema Nachhal-
tigkeit zu erreichen, wurden die Grundlagen-
schulungen zum nachhaltigen Bauen 2014
fortgeführt.
Nachhaltigkeit
Mit der Zertifizierung des Projekthauses
»MeTeOr« an der TU Chemnitz nach dem Be-
wertungssystem der Deutschen Gesellschaft
für Nachhaltiges Bauen (DGNB) in »Silber« ist
ein wichtiges Projekt erfolgreich abgeschlos-
sen worden. Für die Baumaßnahme »Entwick-
lung des Zentralstandortes des Staatsbetriebes
Sachsenforst in Graupa« wird die Zertifizierung
in Silber nach dem Bewertungssystem Nach-
haltiges Bauen des Bundes angestrebt. Unter
diesem Aspekt erstellte die SIB-Niederlassung
Dresden I bereits die Entscheidungsunterlage.
Ein wesentlicher Baustein der Nachhaltigkeit
ist die Energieeffizienz der vom Freistaat Sach-
sen genutzten Gebäude, an deren Verbesse-
rung der SIB in den vergangenen Jahren kon-
tinuierlich arbeitete. Die Ergebnisse wurden im
Energieeffizienzbericht 2013 als ausführliche
Broschüre zusammengefasst.
Sächsisches Krankenhaus Altscherbitz,
Haus 19/20/21 | Lageplan
Wettbewerbe | VOF-Verfahren
mit Lösungsvorschlägen
Nichtoffener Wettbewerb nach der
Richtlinie für Planungswettbewerbe
Sächsisches Krankenhaus Altscherbitz,
Haus 19/20/21, Sanierung und
Erweiterung für 2 Psychiatriestationen
Auf dem Klinikgelände des Sächsischen Kran-
kenhauses Altscherbitz in Schkeuditz sollen
im Bereich von drei bestehenden Klinkerbau-
ten aus den 1880er-Jahren durch Umbau,
Sanierung und Erweiterung zwei psychiatri-
sche Stationen mit gemeinsam genutzten
Bereichen sowie einer Funktionseinheit für
Gestaltungstherapie errichtet werden.
Der umzustrukturierende Gebäudekomplex
soll in den Kontext der denkmalgeschützten
Gesamtliegenschaft integriert werden und
dabei hohen architektonischen und nut-
zungsspezifischen Ansprüchen genügen. Da-
bei kommt auch der Freiraumgestaltung eine
besondere Bedeutung zu. Die geplante Nut-
zung der Gebäude erfordert die Anordnung
verschiedener Therapiegärten, wobei mög-
lichst die historischen Wege- und Raumbe-
ziehungen der Parkanlage wiederhergestellt
werden sollen.
Das Preisgericht entschied sich zunächst,
keinen Wettbewerbssieger zu prämieren, son-
dern zwei 2. Preise zu vergeben. Der Jury-
empfehlung folgend, wurden die beiden
Preisträger zu Verhandlungsgesprächen ge-

image
Im Anschluss an die Anerkennung der soge-
nannten förmlichen Bedarfsanmeldungen
folgt die Erstellung der Entscheidungsunter-
lage, deren Bestandteil auch ein wirtschaftli-
cher Ver gleich der realisierbaren Alternativen
zur Bedarfsdeckung ist. Im vergangenen Jahr
wurden 25 erforderliche Wirtschaftlichkeits-
untersuchungen durchgeführt.
Immobilienmanagement
Durch den Unternehmensbereich Facility- und
Bedarfsdeckungsmanagement wurden im ver-
gangenen Jahr mehr als 1.400 Liegenschaf ten
mit einem Bestand von über 2.830 Ge bäuden
verwaltet und größtenteils auch bewirtschaf-
tet. Die Nettogrundfläche (NGF) dieser Objekte
umfasst insgesamt gut 5,6 Mil lionen Quadrat-
meter. Die Flächenbilanz im Bereich der Be-
hördenunterbringung ist leicht rückläufig.
Durch den Un ternehmensbereich Facility- und
Bedarfsdeckungsmanagement erfolgt auch die
Immo bilienverwaltung der Universitätskliniken
Dres den und Leipzig. Die Aufgaben der Bewirt-
schaftung werden von diesen Einrichtungen
eigenständig wahrgenommen.
Im Verwaltungsvermögen des Freistaates Sach-
sen befinden sich 2.149 Gebäude mit zirka
4,8 Millionen Quadratmetern Nettogrundflä-
che (= 87 Prozent) und im Eigentum Dritter
683 Gebäude mit zirka 0,8 Millionen Quadrat-
meter Nettogrundfläche (= 13 Prozent).
Facility- und
Bedarfsdeckungsmanagement
Behördenunterbringung
Bereits vor dem Beginn einer Baumaßnahme
erfolgt die wesentliche Weichenstellung für
die Unterbringung der Nutzer oder für die
künftigen baulichen Investitionen im Freistaat
Sachsen. Hat eine Dienststelle einen Bedarf
hinsichtlich ihrer Unterbringung, so erstellt sie
die entsprechende fachliche Anforderung. Da
die Qualität dieser Bedarfsanforderung für alle
folgenden Schritte von besonderer Bedeutung
ist, steht der Unternehmensbereich Facility-
und Bedarfsdeckungsmanagement bei Bedarf
bei der Erstellung beratend zur Seite. Im Be-
reich des Bedarfsdeckungsmanagements er-
folgt die Prüfung der Anmeldungen.
So wurden im Jahr 2014 insgesamt 340 Be-
darfsanmeldungen zur Behördenunterbringung
abschließend bearbeitet und entschieden. Der
überwiegende Anteil dieser Bedarfsanmeldun-
gen ist dabei formlos. In diesen Fällen sind bei-
spielsweise nur kleinere Umbaumaßnahmen, Ver-
änderungen der technischen Anlagen oder eine
Ersatzunterbringung für einen begrenzten Zeit-
raum erforderlich. Etwas mehr als 100 der im
vergangenen Jahr bearbeiteten Bedarfsanmel-
dungen hingegen werden als förmliche Be-
darfsanmeldungen bezeichnet. Deren Anzahl
ist in den letzten Jahren kontinuierlich ge-
stiegen. Diese beinhalten einen langfristigen
Bedarf an zusätzlichen Flächen.
Gebäude Eigentum FS
4,8 Mio. m
2
NGF | Anzahl: 2.149
Gebäude Eigentum Dritter
0,8 Mio. m
2
NGF | Anzahl: 683
verwaltete Nettogrundfläche (NGF) gesamt:
ca. 5,6 Mio. m
2
Verwaltete Nettogrundfläche (NGF)
24 %
76 %
3,7 %
1,3 %
0,9 %
0,6 %
0,5 %
0,2 %
Universitäten/Hochschulen (ohne Unikliniken)
Sächsisches Staatsministerium
für Wissenschaft und Kunst
Sächsisches Staatsministerium des Innern
Sächsisches Staatsministerium
der Jusitz und für Europa
Finanzvermögen (FB)
Sächsisches Staatsministerium
für Umwelt und Landwirtschaft
Sächsisches Staatsministerium
der Finanzen
Sächsisches Staatsministerium
für Kultus
Sächsisches Staatsministerium
für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr
Sächsisches Staatsministerium
für Soziales und Verbraucherschutz
Sächsische Staatskanzlei
Sächsischer Landtag
Sächsischer Rechnungshof
6,4 %
5,9 %
9,8 %
13,5 %
17,7 %
34,1 %
5,3 %
Die Verteilung der Flächenanteile auf die
einzelnen Ressorts stellt sich wie folgt dar:
über
2.830
verwaltete Gebäude
im Bestand
| 21
Staatliches Museum für Archäologie in Chemnitz (ehemaliges Kaufhaus Schocken)

image
image
22 |
| 23
Der große Vorteil des Konzeptes der Energie-
Effizienz-Quartiere ist die Versorgung mehre-
rer Kunden mit Wärme auf kurzem Weg. Der
Wirkungsgrad wird durch die eingesetzte mo-
derne und umweltfreundliche Technologie so-
wie die Vermeidung von Verlustwärme deutlich
erhöht. So wird ein wirtschaftlicherer Umgang
mit den vorhandenen Ressourcen wirkungs-
voll erreicht.
Durch die Umstellung von Erdöl auf Erdgas so-
wie die deutliche Erhöhung des Wirkungsgrads
der neuen Anlagen können jährlich 250 bis
300 Tonnen an CO
2
eingespart werden. Die Ein-
sparung entspricht den Emissionen, die durch
den Betrieb von zirka 2.300 Kühlschränken pro
Jahr verursacht werden.
Eröffnung des Staatlichen Museums
für Archäologie Chemnitz (SMAC)
Das vom Architekten Erich Mendelsohn ent-
worfene Gebäude wurde im Jahr 1930 als
»Kauf haus Schocken« im Zentrum von Chem-
nitz er öffnet. Die Brüder Schocken betrieben
zu dieser Zeit bereits mehrere erfolgreiche
Waren häuser.
Die wechselvolle Geschichte des Hauses schien
mit dem Leerstand ab 2001 beendet zu sein.
Mit der Entscheidung zum Standort des
Staatlichen Museums für Archäologie konnte
sie aber erfolgreich fortgeschrieben werden.
Im Mai 2014 fand die feierliche Eröffnung
des SMAC statt. Das Museum ist auf einer
Fläche von gut 8.000 Quadratmetern in dem
angemieteten Objekt »Kaufhaus Schocken«
untergebracht. Dieses nicht alltägliche Projekt
wur de durch den Unternehmensbereich Faci-
lity- und Bedarfsdeckungsmanagement inten-
siv begleitet.
Auf drei Etagen veranschaulichen nun zahl-
reiche Objekte die Entwicklung Sachsens von
der Zeit der Jäger und Sammler bis hin zur
frühen Industrialisierung. Zwischen den Aus-
stellungsebenen schwebt das Landschaftsre-
lief Sachsens, auf dem mittels wechselnder
Videoprojektionen die einzelnen Epochen der
Geschichte dargestellt werden.
Zudem ist auf jeder Etage in den separaten
Erkerbereichen eine Ausstellung zum Archi-
tekten Erich Mendelsohn, der Warenhauskette
»Kaufhaus Schocken« und dem Kaufmann
Salman Schocken untergebracht.
Neuer Pächter im Gestüt Graditz
Vor den Toren der Stadt Torgau befindet sich
im gleichnamigen Ortsteil das Hauptgestüt
Graditz. Der Dresdener Baumeister Matthäus
Daniel Pöppelmann begann im Jahre 1722 mit
der Errichtung des Gestüts sowie des Schlosses
Graditz.
Das Hauptgestüt Graditz befindet sich im Ei-
gentum des Freistaat Sachsen. Während die
Warmblutzucht im Interesse der Landespferde-
zucht durch die Sächsische Gestütsverwal-
tung weiter betrieben wird, ist die Vollblut-
zucht seit 1992 privatisiert.
Anfang 2014 wurde ein neuer Pächter für die
Zucht der englischen Vollblüter gesucht. Die
Entscheidung für die neuen Pächter erfolgte in
enger fachlicher Abstimmung mit der Säch-
sischen Gestütsverwaltung.
Seit dem 1. Mai 2014 sind Teile der Graditzer
Gestütsanlagen zur Nutzung als eigenständi-
ger Zucht- und Pensionsbetrieb für Englische
Vollblutpferde wieder verpachtet.
Die Pächter haben die Aufgabe, den Namen
Gestüt Graditz fortzuführen und die Tradition
der Englischen Vollblutzucht am Standort Gra-
ditz zu erhalten. Dafür stehen ihnen eine Ge-
samtfläche von etwa 80 Hektar, bestehend aus
Grünland, großzügigen historischen Stallan-
lagen, Bewegungsflächen sowie die Mitbenut-
zung verschiedenster Anlagen und Service-
einrichtungen des Hauptgestütes Graditz zur
Verfügung.
1,9 %
1,8 %
0,8 %
0,3 %
9,6 %
8,9 %
11,7 %
35,0 %
4,8 %
Sächsisches Staatsministerium des Innern
Hochschulen
Sächsisches Staatsministerium
der Justiz und für Europa
Sächsisches Staatsministerium
für Wissenschaft und Kunst
Sächsisches Staatsministerium
der Finanzen
Sächsisches Staatsministerium
für Kultus
Sächsischer Rechnungshof
Sächsisches Staatsministerium
für Umwelt und Landwirtschaft
Sächsisches Staatsministerium
für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr
Sächsischer Landtag
Sächsisches Staatsministerium
für Soziales und Verbraucherschutz
Finanzvermögen (FB)
Sächsische Staatskanzlei
Mietausgaben je Ressort
24,4 %
0,4 %
0,3 %
0,2 %
Gestüt Graditz
Energie-Effizienz-Quartier zur gemeinsamen
Versorgung des Nahwärmegebietes der Innenstadt
Görlitz mit der Justizvollzugsanstalt Görlitz.
Objektmanagement
Bewirtschaftung
Nach der Realisierung eines Bauprojektes schließt
sich die bedeutendste Phase des Lebens zyklus
einer Immobilie an, die Nutzungsphase. Durch
die Beschäftigten des Unter neh mens be reichs
Facility- und Bedarfs de ckungs mana ge ment
wer den die Aufgaben des infrastrukturellen,
techni schen und kaufmännischen Gebäu de-
managements rund um die Liegenschaften ge-
bündelt wahrgenommen und die zahlrei chen
nutzenden Behörden und Institutionen des Frei-
staates Sachsen (wie bei spielsweise Hochschu-
len) von diesen Aufgaben entlastet.
Das Bewirtschaftungsvolumen aller verwalte-
ten Liegenschaften umfasste 2014 einen Be-
trag von 165,5 Millionen Euro. Insgesamt ist
eine Senkung der Ausgaben um 6,7 Millionen
Euro (3,9 Prozent) zu verzeichnen. Dieser Rück-
gang ist vor allem durch einen Kostenrück-
gang in den Bereichen der Wärmeversorgung
und des Winterdienstes begründet, der durch
den relativ milden Winter der Saison 2013/
2014 im Vergleich zum langen, schneereichen
Winter des Vorjahres beeinflusst wurde.
Die Bewirtschaftungskosten für die Versorgung
(Strom, Fernwärme, Gas, Heizöl / Diesel, Wasser)
lagen im Jahr 2014 bei rund 58,3 Prozent der
Gesamtkosten. Die Medienversorgung bildet
damit nach wie vor den Schwerpunkt bei den
Ausgaben. Das Hauptaugenmerk liegt sowohl
aus wirtschaftlicher als auch ökologischer Sicht
auf dem sparsamen Umgang sowie der ratio-
nellen Nutzung aller Ressourcen. Durch das
aktive Energiemanagement sowie eine konti-
nuierliche Optimierung der technischen An-
lagen wird dem permanenten Anstieg der
Aus gaben für Strom sowie Heizen er gie ent-
gegengewirkt.
So wurde gemeinsam mit der TU Chemnitz ein
Energiemanagementsystem eingerichtet und
sukzessive erweitert. Seit 2013 ist es möglich,
aussagefähige Berichte über das System zu er-
stellen. Dadurch können zum Beispiel Ein spa-
rungen im Rahmen von Energieeinsparmaßnah-
men nachgewiesen werden. Dies soll künf tig
speziell für die Auswertung von EFRE-Maß-
nahmen genutzt werden.
Durch Neuausschreibung und Anpassung von
Medienverträgen erzielte die Leitstelle Ener -
gie verbesserte Versorgungsbedingungen und
Kos tenreduzierungen. So konnten allein in
Chem nitz durch die Bündelung der Versorgung
von Liegenschaften mit Fernwärme und Fern-
kälte Einsparungen in Höhe von 120.000 Euro
generiert werden.
Anmietung | Vermietung
Die Unterbringung von Behörden und sonstigen
staatlichen Einrichtungen des Freistaat Sachsen
erfolgt überwiegend in landeseigenen Lie gen-
schaften. Sofern dies jedoch aus wirtschaft li-
chen Gründen nicht sinnvoll oder nicht möglich
ist, werden die notwendigen Flächen an ge mie-
tet oder gepachtet. Hierfür wurden im vergan-
genen Jahr 42,9 Millionen Euro aufgewendet.
Durch den Unternehmensbereich Facility- und
Bedarfsdeckungsmanagement wurden auch
Ein nahmen aus Vermietung und Verpachtung
in Höhe von 5,5 Millionen Euro erzielt. Diese
stammen unter anderem aus der Vermietung
von Wohnheimplätzen sowie von Büro- bezie-
h ungsweise Gewerberäumen.
Bedeutende Projekte
aus dem Unternehmensbereich
Kooperation des SIB mit den Stadtwerken
Görlitz zur Wärmeversorgung eines
Nahwärmegebietes der Innenstadt Görlitz
mit der Justizvollzugsanstalt
Am 6. November 2014 erfolgte die feierliche
Inbetriebnahme des zweiten Energie-Effizienz-
Quartiers der Görlitzer Stadtwerke (SWG) in
Kooperation mit dem SIB in der Görlitzer Justiz-
vollzugsanstalt (JVA). Mittels eines symboli-
schen Knopfdrucks wurde die Anlage offiziell
in Betrieb genommen. Das Blockheizkraftwerk-
Modul sowie die zwei Erdgasbrennwertkessel
versorgen nun neben anderen Gebäuden der
Görlitzer Innenstadt auch die JVA sowie das
Verwaltungsgebäude der SWG mit Wärme und
anteilig mit Strom. Perspektivisch ist die Er-
weiterung des Verbunds vorgesehen.
Der Zeitpunkt für dieses Projekt konnte güns-
tiger nicht liegen, da für die alte Ölheizung der
JVA ohnehin eine Erneuerung dringend erfor-
derlich war. Auch lagen die Voraussetzungen
für die Errichtung der Anlage vor. Dafür müs-
sen mehrere Nutzer mit einem möglichst hohen
Wärmebedarf in einem sogenannten Nah wär-
megebiet, in unmittelbarer räumlicher Nähe
zueinander, vorhanden sein. Nachdem durch
die Leitstelle Energie des SIB die Wirtschaft-
lichkeitsprüfung erfolgte und auch der Nutzer
zustimmte, stand dem Projektstart nichts
mehr im Wege. Der ambitionierte Terminplan
konnte durch die gute Zusammenarbeit der
SIB-Unternehmensbereiche Planungs- und
Bau management sowie Facility- und Bedarfs-
deckungsmanagement eingehalten werden.
4,1 %
3,7 %
0,2 %
9,4 %
5,1 %
14,5 %
4,7 %
58,3 %
Versorgen
Reinigung und Pflege von Gebäuden
Bedienung, Inspektion und Wartung
Betriebskosten, Sonstiges
Entsorgen
Sicherheits- und Überwachungsdienste
Reinigung und Pflege von Außenanlagen
Abgaben und Beiträge
Verteilung der Bewirtschaftungskosten* nach
DIN 18960 (Nutzungskosten im Hochbau)
* ohne Berücksichtigung der Nebenkosteneinnahmen

24 |
| 25
Mit einem Anteil von 307 abgeschlossenen
Ver kaufsfällen am Gesamtergebnis des Jahres
2014 war der Unternehmensbereich in diesem
Segment besonders erfolgreich.
Zudem strebt der Unternehmensbereich zu-
nehmend eine Reduzierung der jährlich ent-
stehenden Immobilienkosten und -risiken an.
Hierfür typisch sind Kosten von Maßnahmen,
welche aufgrund gesetzlicher Vorgaben (wie
beispielsweise Baumkontrolle und -pflege, Ver-
kehrssicherung) und öffentlich-rechtlicher Ab -
gabepflichten durch den Freistaat Sachsen als
Grundstückseigentümer zu erbringen sind, so-
wie Kosten, welche im Zusammenhang mit
Nutzung oder Leerstand der Immobilien stehen.
Beispiele:
Optimierung der Maßnahmen zur Ver-
kehrssicherung von Bäumen mit einer
Kostenreduktion von 2012 bis 2014 um
183.700 Euro
Stilllegung oder Reduzierung anliegender
Medien und konsequentes Inkasso bei
gesamtschuldnerischer Vorleistungspflicht
in Fällen von Miteigentum sowie Optimie-
rung von Bewirtschaftungsverträgen,
unter anderem Neuverhandlung des
Medienlieferungsvertrages Gas für das
Areal von Schloss Hubertusburg sowie
Veräußerung von Immobilien
Kostenreduktion Gaslieferung insgesamt
von 2012 bis 2014 um 101.100 Euro
Kostenreduktion Fernwärme insgesamt
von 2012 bis 2014 um 90.000 Euro
Kostenreduktion Wasserversorgung ins-
gesamt von 2012 bis 2014 um 52.800 Euro
Kostenreduktion Grundsteuer insgesamt
von 2012 bis 2014 um 66.500 Euro
0
10.000
20.000
30.000
40.000
50.000
2003
2004
2005
2006
2007
2008
2009
2010
2011
2012
2013
2014
Kaufvertragsvolumen (T Euro)
6.847
16.042
19.418
27.001
43.005
13.848
9.260
16.389
16.825
18.507
20.172
12.479
0
100
200
300
400
500
600
2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014
Anzahl der Verkaufsfälle
220
283
351
329
323
370
407
426
397
495
554
538
Bautzen
Chemnitz
Dresden ILeipzig I
Kaufvertragsvolumen und Anzahl der Verkaufsfälle nach Niederlassungen
581
2.826
4.612
4.461
77
246
0
500
1.000
1.500
2.000
2.500
3.000
3.500
4.000
4.500
5.000
Kaufvertragsvolumen ges. (T Euro)
Anzahl der Verkaufsfälle
100
115
0
50
100
150
200
250
300
des Verkaufsprozesses dienen, eine effektivere
Vermarktung der Liegenschaften ermöglichen
und vor allem wirtschaftliche Veräußerungs-
entscheidungen unterstützen.
Bei Liegenschaften oder Immobilien, von denen
nicht davon ausgegangen werden kann, dass
Kaufinteressenten und Nachfrage vorhanden
sind, ist eine »besondere« Veräußerung vorge-
sehen. Die öffentliche Ausschreibung hätte in
diesen Fällen voraussichtlich keinen Erfolg. Es
handelt sich beispielsweise um Liegenschaften,
die aufgrund rechtlicher Belastungen (Grund-
schulden, Hypotheken) überschuldet sind oder
die aufgrund tatsächlicher Belastungen (Alt-
lasten, Abrisskosten, Verkehrssicherungs pflich-
ten) einen »negativen« Wert haben.
Die für diese Kategorie zuständigen Mitarbei-
ter des SIB müssen beispielsweise mit Grund-
schuld- bzw. Hypothekengläubigern wegen
einer Ablösung der rechtlichen Belastungen
verhan deln, um die Liegenschaft marktgängig
zu machen (dann schließt sich die »klassische«
Veräußerung an) oder interessengerechte Lö-
sungen zur Eigentumsübertragung auf Dritte
finden. Der Veräußerungsprozess ist mit dem
»klassischen« Veräußerungsprozess nicht ver-
gleichbar und erfordert besonderes Spezial-
wissen, daher »besondere« Veräußerung.
Im Portfoliosegment der »besonderen« Veräu-
ßerung ist das Scoring-Modell nicht umsetz-
bar, da Veräußerungen in diesem Bereich von
Besonderheiten im Einzelfall geprägt sind.
Diese Umstände lassen eine Vergleichbarkeit
zwischen den Einzelfällen nur bedingt zu. Ein
standardisiertes Bewertungsverfahren analog
der klassischen Veräußerung ist damit nicht
implementierbar.
Finanzvermögen und
Portfoliosteuerung
Konsequente Steuerung und Planung
bei der Vermarktung führt zur
Kostenreduzierung im Staatshaushalt
Die positive Bilanz abgeschlossener Verkäufe
von entbehrlichen Immobilien des Freistaates
Sachsen durch den Unternehmensbereich Fi-
nanzvermögen und Portfoliosteuerung konn-
te im Jahr 2014 fortgeschrieben werden. Im
Jahr 2014 konnte ein Volumen von 538 Immo-
bilienverkäufen erzielt werden. Das abge-
schlossene Geschäftsjahr steht damit nur in
geringem Umfang (minus drei Prozent) dem
besonders starken Jahr 2013 nach.
Veräußerungen von Liegenschaften oder Im-
mobilien erfolgen einerseits »klassisch«, das
heißt, es kann davon ausgegangen werden,
dass Kaufinteressenten und Nachfrage vor-
handen sind. Die Verkaufsabsicht für diese Lie-
genschaften wird grundsätzlich öffentlich be-
kannt gemacht (öffentliche Ausschreibung) und
erfolgt im Rahmen eines Bieterverfahrens.
Im Segment der klassischen Veräußerung war
es notwendig, ein geeignetes Modell zur Be-
wertung und Differenzierung der Liegenschaf-
ten weiterzuentwickeln und umzusetzen, um
den Grad der Priorität bei den einzelnen Ver-
kaufsfällen zu erkennen.
Dazu wird über ein internes Ranking (Scoring-
Modell) eine Kennzahl ermittelt, welche auf
betriebswirtschaftlichen Grundsätzen basiert.
Dieses Verfahren ermöglicht die Identifizierung
von Liegenschaften, bei denen eine sofortige,
kurzfristige oder mittelfristige Veräußerung an-
gezeigt ist. Die damit geschaffene Bewertung
der Immobilien soll im Ergebnis der Entlastung
538
abgeschlossene
Verkaufsfälle

image
image
26 |
| 27
518
2003
2004
2005
2006
2007
2008
2009
2010
2011
2012
2013
2014
Abwicklung von Fiskalerbschaften, Fallzugänge
518
619
739
730
734
830
818
919
Zugänge
0
200
400
600
800
1.000
1.200
941
1.025
733
SACHSEN-
ANHALT
BRANDENBURG
POLNISCHE
REPUBLIK
TSCHECHISCHE REPUBLIK
THÜRINGEN
BAYERN
Leipzig,
Stadt
Leipzig
Nordsachsen
Mittelsachsen
Meißen
Chemnitz
Erzgebirgskreis
Zwickau
Vogtlandkreis
Dresden,
Stadt
Bautzen
Görlitz
Sächsische Schweiz – Osterzgebirge
1.297
173
363
407
765
89
390
75
19
41
557
423
668
Verwaltungsgrenzen, Quelle: Staatsbetrieb Geobasisinformation und Vermessung Sachsen 01/2013, abgeleitet 01/2015
Fallzugänge Fiskalerbschaften von 2009 bis 2014 nach Landkreisen
2003
2002
2004
2005
2006
2007
2008
2009
2010
2011
2012
2013
2014
Abwicklung der Fiskalerbschaftsfälle
1.976
77
2.322*
Zugänge
Abgänge
Bestand
* Bestandteil aufgrund von
Datenberichtigungen korrigiert
281
628
0
1.000
2.000
3.000
4.000
2.854*
2.556
3.262*
3.486
3.588
3.444
3.289
3.245
3.601*
3.275
3.343
716
987
973
518
518
619
733
739
730
919
734
985
941
889
957
1.025
830
830
515
365
284
Veräußerte Immobilie, ehemalige HTWK Leipzig – Fakultät für Maschinenbau und Energietechnik in Markkleeberg
lung und Arbeitslosigkeit im Zusammenhang
mit der Ausschlagung von Nachlässen steht.
Die Nachlässe sind in der Regel nicht wert-
haltig oder überschuldet. Im Raum Erzgebirge
und Vogtland ist die Situation ähnlich. Er-
schwerend wirken sich in diesen Regionen die
Abwanderung und das Nichtvorhandensein von
Erben vor Ort aus, die Interesse und Gelegen-
heit zur Nachlassabwicklung haben.
Die Einnahmen aus der Abwicklung von Fis-
kal erbschaften betrugen rund 3,6 Millionen
Euro. Diese werden meist durch die Einzie-
hung noch vorhandener Bankguthaben, die
Veräußerung von Grundstücken oder den Ver-
kauf von Nach lassgegenständen erzielt. Die
Ausgaben entstehen durch die Auszahlung des
Nachlasses an Insolvenzverwalter, die Befriedi-
gung von Nach lassgläubigern, die Bestattungs-
kosten, die bau lichen Verkehrs siche rungs maß-
nahmen sowie die Personal- und Sachkosten.
Die Ausgaben belaufen sich 2014 auf rund
4 Millionen Euro.
Der Freistaat als Erbe
Der Zugang der gesetzlichen Fiskalfälle im Jahr
2014 ist der höchste seit Beginn seiner Erfas-
sung im Jahr 2003. Trotzdem ist es den Mitar-
beitern dank effektiver Arbeitsweise gelungen,
mehr Vor gän ge als im Vorjahr zu schließen.
Die Prognosen zeigen, dass in den Folgejahren
mit einer weiteren Steigerung der Zugänge zu
rechnen ist. Ein Abschluss der Fälle gestaltet
sich immer schwieriger, da die Erbschaften des
Freistaates Sachsen zunehmend hauptsächlich
aus sogenannten »Problemimmobilien« (über-
schuldete Liegenschaften und Schrottliegen-
schaften) bestehen. Diese Immobilien sind
schwer zu veräußern und bis dahin ist ein Ab-
schluss des Falles nicht möglich.
Der Anstieg der Erbfälle hängt unter anderem
auch mit der demografischen und strukturel-
len Entwicklung im Lande zusammen. So zeigt
sich an der extrem hohen Zugangszahl in der
Region Leipzig, dass die Einkommensentwick-
Veräußerte Immobilie,
ehemalige Polizeidienststelle in Riesa

28 |
| 29
Bericht aus dem Vergabe- und
Vertragsmanagement
Planungs- und Bauvolumen
Im Haushaltsjahr 2014 schloss der SIB im Be-
reich Bundes- und Landesbau 31.838 (2013:
30.308) Bauaufträge und Nachträge mit ei-
nem Gesamtvolumen von 342,2 Millionen Euro
(2013: 318,4 Millionen Euro) ab. Der Großteil
des Auftragsvolumens (85 Prozent) wurde wie
in den vorangegangen Jahren an sächsische
Unternehmen vergeben.
Bei Bauaufträgen mit einem Auftragswert über
10.000 Euro lag der Anteil der öffentlichen
Ausschreibungen und offenen Verfahren (EU)
bei 58 Prozent (2013: 56 Prozent).
22 Prozent (2013: 23 Prozent) des Auftrags-
wertes wurde im Rahmen beschränkter Aus-
schreibungen oder nicht offener Verfahren
(EU) vergeben. Bei 20 Prozent (2013: 21 Pro-
zent) der Vergabeverfahren handelte es sich
um frei händige Vergaben oder Verhandlungs-
verfahren (EU).
15 %
85 %
Unternehmen aus Sachsen
Unternehmen aus anderen BL bzw. der EU
20 %
58 %
22 %
öffentlich | offen
beschränkt | nicht offen
freihändig | Verhandlungsverfahren
Vergabe von Bauleistungen 2014
Der Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement des Freistaates Sachsen be-
auftragte im Zeitraum
Januar bis Dezember 2014
Bauverträge (Bundes- und Landesbau)
in Höhe von
Vergabe von Bauleistungen nach Vergabearten 2014
Der Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement des Freistaates Sachsen be-
auftragte im Zeitraum
Januar bis Dezember 2014
Bauverträge (Bundes- und Landesbau)
in Höhe von
0
10
20
30
40
50
60
70
Mio. €
Januar
Februar
März
April
Mai
Juni
Juli
August
September
OktoberNovember
Dezember
Auftragswert bis 10 T €
Auftragswert <10 T €
Gesamtauftragswert
19,3
15,6
3,7
4,0
4,7
4,6
4,1
4,9
6,3
6,0
7,0
6,4
7,1
5,5
32,3
38,2
22,8
30,4
18,2
14,2
20,0
33,8
19,1
24,7
38,4
23,2
26,8
33,4
31,7
39,7
26,3
31,2
16,4
23,3
17,9
23,4
Gesamt
31.838
342.219.426 €
Auftragnehmer
aus der EU
21
1.856.770 €
Auftragnehmer
aus der Nicht-EU
1
1.170 €
Auftragnehmer
national
31.816
340.361.486 €
davon Auftrag-
nehmer aus Sachsen
29.209
289.207.213 €
85 % des Gesamtvertragsvolumens wurden
an sächsische Unternehmen vergeben.
Gesamtauftragsvolumen
Bauaufträge
342.219.426 €
Anteil Kleinaufträge
unter 10.000 €
64.251.510 €
Anteil Bauaufträge
über 10.000 €
277.967.916 €
davon Anteil
öffentliche Vergabe bzw.
offenes Verfahren
58 %
davon Anteil
beschränkte Vergabe bzw.
nicht offenes Verfahren
22 %
davon Anteil
freihändige Vergabe bzw.
Verhandlungsverfahren
20 %
Monatliche Vergabesummen 2014
Baumaßnahmen des Freistaates Sachsen und des Bundes (Stand: 01/2015)
Insgesamt haben im Geschäftsjahr 2014
sechs Auszubildende die Abschlussprüfung
im jeweiligen Ausbildungsberuf bestanden. Al-
len Absolventen bot der SIB die Übernahme in
ein Beschäftigungsverhältnis an, davon nah-
men fünf das Angebot an.
Gesundheitsmanagement
In der Niederlassung Leipzig II des SIB wurde in
Zusammenarbeit mit dem Institut für Sport-
medizin der Universität Leipzig ein aus meh-
reren Untersuchungs- und Trainingsphasen be-
stehendes Gesundheitsprogramm pilotiert. Im
Ergebnis der Evaluierung ist die Ausweitung
auf alle Standorte geplant.
Wie bereits in den Vorjahren wurden außer-
dem Gesundheitstage, Beteiligungen an sport-
lichen Veranstaltungen und das Angebot der
jährlichen Grippeschutzimpfung organisiert.
Wissensmanagement
Unter Berücksichtigung der bereits in den Vor-
jahren gelegten Grundlagen wurden weitere
Einzelfälle bearbeitet. Das Thema Wissensma-
nagement wird, bedingt durch die Personal-
struktur des SIB und die Personalpolitik des
Freistaates Sachsen, weiterhin einen wichti-
gen Stellenwert einnehmen.
Zentrale Verwaltung
Bericht aus dem Personalbereich
Personalbestand
Im Geschäftsjahr 2014 waren im Gesamt-
durchschnitt 1.155 Bedienstete tätig. Der SIB
betreute 2014 durchschnittlich elf Auszubil-
dende. Darüber hinaus befanden sich drei
Be amte in der Aufstiegsfortbildung von der
Lauf bahngruppe 1, Einstiegsebene 2 in die
Lauf bahngruppe 2, Einstiegsebene 1 (von ehe-
mals mittleren in den gehobenen Dienst).
Die für den SIB bestehende Verpflichtung,
zum Ablauf des Haushaltsjahres 2014 insge-
samt 26 Stellen abzubauen, wurde realisiert.
Zum Ablauf des Haushaltsjahres 2015 werden
in Anbetracht der Stellen abbauverpflichtungen
weitere 26 Stellen nicht mehr für eine Be-
setzung zur Verfügung stehen.
Fortbildung
Der SIB ist stets bestrebt, seinen Bediensteten
durch Fortbildungsmaßnahmen ein hohes Ni-
veau an beruflicher Qualifizierung zu ermög-
lichen. So nahmen im Geschäftsjahr 2014 die
Bediensteten an insgesamt 1.664 Fortbildungs-
veranstaltungen teil. Der SIB realisierte ins-
gesamt 51 Inhouse-Schulungen. Dabei lag ein
Schwerpunkt auf der Veranstaltungswoche
»Vergabe- und Vertragsrecht« im Herbst 2014.
Ausbildung
Im Jahr 2014 konnte im SIB ein neues Ausbil-
dungsverhältnis zum Steinmetz begonnen wer-
den. Die bestehenden Ausbildungsverhältnis-
se wurden erfolgreich weitergeführt. Zum Ende
des Geschäftsjahres bildete der SIB in folgen-
den Berufen aus:
1 %
10 %
23 %
17 %
49 %
Planungs- und Baumanagement
Facility- und Bedarfsdeckungsmanagement
Finanzvermögen und Portfolisteuerung
Zentralverwaltung inkl. Rechnungswesen,
Vergabe- und Vetragswesen
Geschäftsführung
Mitarbeiterstruktur des SIB
(Stichtag 31.12.2014),
gegliedert nach Unternehmensbereichen
Ausbildungsberuf
Ausbildungsjahr
1
2
3
Steinmetz/in
1
1
2
Fachinformatiker/in
-
-
1
Ausbildungsstand (Stichtag 31.12.2014)
zirka
1.900
Vergabeverfahren
mittels eVergabe
bearbeitet

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30 |
| 31
Verträge mit freiberuflich Tätigen (fbT)
Der SIB schloss im Bereich Bundes- und Lan-
desbau 2014 insgesamt 4.013 (2013: 3.772)
Verträge mit freiberuflich Tätigen ab. Das Auf-
tragsvolumen betrug zirka 98,2 Millionen Euro
(2013: 82,6 Millionen Euro). Davon wurden
85 Prozent des Auftragsvolumens an freibe-
ruflich Tätige aus Sachsen vergeben.
Mit dem Urteil des Bundesgerichtshof (BGH)
vom 18.12.2014 wurde nunmehr die Frage
entschieden, welche HOAI-Fassung bei stufen-
oder phasenweiser Beauftragung von Archi-
tekten- und Ingenieurleistungen auf die nach
dem Abruf noch zu erbringenden Leistungen
Anwendung findet und unter welchen Bedin-
gungen das jeweils aktuelle Preisrecht an-
zuwenden ist. Die daraus abzuleitenden An-
forderungen an die Nachweisführung und
Berechnung sind sehr komplex und differen-
ziert. Dieses Urteil wird die Tätigkeit im HOAI-
Bereich im kommenden Geschäftsjahr we-
sentlich prägen.
Bericht aus dem IT-Bereich
Ein moderner Betrieb braucht zeitgemäße Da-
tenverarbeitung (DV) – der Weiterentwicklung
und dem Betrieb der DV-Infrastruktur wird
beim SIB eine hohe Bedeutung beigemessen.
Um die Zukunftsfähigkeit der DV-Landschaft
abzusichern, wurden in Bezug auf die anhal-
tende Entwicklungsdynamik in der IT unter-
anderem folgende Maßnahmen umgesetzt:
Flächendeckendes Rollout
des Client betriebssystems
Windows 7 Professional/64 Bit und der
Bürokommunikationssoftware Office 2010,
Planmäßige Hard- und Software-Ersatz-
beschaffung, Ausstattung von rund
440 Arbeitsplätzen mit neuer, leistungs
-
fähigerer Technik,
Schaffung der technischen Voraussetzung
für VIS.SAX, alle SIB-Arbeitsplätze
können mit 1x24“ bzw. 2x19“-TFT-Monitor
betrieben werden,
Weiterführung und Optimierung der
Serverzentralisierung (Schaffung einer
modernen virtuellen Serversystembasis,
Ersatz des Blade- und Storagesystems,
Der Einsatz neuer umweltfreundlicher
Technologien (Virtualisierung, GreenIT)
konnte weiter vorangetrieben werden.
Die Verfügbarkeit für die Server und Datenlei-
tungen und die der wesentlichsten IT-Anwen-
dungen lag durchschnittlich über 99,7 Prozent
(365 Tage á 24 Stunden). Dies entspricht einer
maximalen Ausfallzeit je Verfahren und Jahr
von maximal fünf bis sechs Stunden.
Im Jahr 2014 investierte SIB rund 874.000 Euro
in den Ausbau, die Modernisierung und die
Ersatzbeschaffung seiner Infrastruktur. Nach
ei ner entsprechenden Entscheidung des
Säch sischen Staatsministeriums der Finanzen
zur Einführung einer einheitlichen Softwarelö-
sung im Rahmen des Neuen Steuerungsmo-
dells wur de im Geschäftsjahr die Ablösung
des bis herigen SAP-Systems durch UNIT4
Agresso vorbereitet. Hierfür wurden folgende
sieben Teil projekte mit erheblichem personel-
len Aufwand durch den SIB bearbeitet: IT-
Betrieb, Buchhaltung/Anlagenbuchhaltung,
Zeiterfassung, Schnittstellen, Migration, KLR/
Controlling, Planung/Zielvereinbarung/Budge-
tierung.
Zum 1. Januar 2015 konnten die Buchhaltung
sowie die Zeiterfassung in Betrieb genommen
werden.
Für die Weiterentwicklung der DV-Fachanwen-
dungen wurden 2014 702.000 Euro aufge-
wendet. Größte Einzelpositionen waren dabei
die Vorbereitungsleistungen zur Einführung
von VIS.SAX sowie die Weiterentwicklung des
Programms zur Erfassung der Bewirtschaf-
tungskosten (HHV Bewi). Außerdem wurde eine
Softwarelösung zur programmierfreien An-
wendungsentwicklung beschafft, die künftig
dafür benutzt werden soll, kleinere DV-Anfor-
derungen in einer einheitlichen technischen
Umgebung und wenn möglich ohne externe
Unterstützung umzusetzen.
15 %
85 %
freiberuflich Tätige aus Sachsen
freiberuflich Tätige aus anderen BL bzw. EU
Verträge mit freiberuflich Tätigen 2014
Der Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement des Freistaates Sachsen be-
auftragte im Zeitraum
Januar bis Dezember 2014
Planungsverträge (Bundes- und Landesbau)
in Höhe von
Gesamthonorarvolumen
4.013
98.228.700 €
Anteil der Verträge an
frei beruflich Tätige der
alten Bundesländer bzw.
anderer EU-Staaten
87
11.193.100 €
Anteil der Verträge an
freiberuflich Tätige der
neuen Bundesländer
3.926
87.035.600 €
Anteil der Verträge mit
sächsischen freiberuflich
Tätigen
3.807
83.618.100 €
85 % des Gesamtauftragsvolumens
wurde mit freiberuflich Tätigen aus Sachsen
abgeschlossen.
Die Arbeit der Schlichtungsstelle
Im Geschäftsjahr wurden insgesamt zehn
Schlich tungsverfahren durchgeführt. Auf-
grund nicht behebbarer Meinungsverschieden-
heiten mit dem Auftraggeber wurden von den
Auftragnehmern Forderungen in Höhe von
1.059.662,86 Euro erhoben. Die Schlichtungs-
stelle kam zu dem Ergebnis, dass eine Aus-
zahlung von rund 140.000 Euro gerechtfertigt
ist. Durch die Arbeit der Schlichtungsstelle
konn ten 2014 mindestens sechs Streitigkeiten
außergerichtlich beigelegt werden.
Elektronische Vergabe im SIB
Die Projektentwicklung war wesentlich durch
vorgelagerte Aufgaben und Optimierungs-
maßnahmen geprägt. So wurden als Voraus-
setzung für die Fertigstellung des VOL-Moduls
alle vergaberechtlich relevanten Formulare des
Unternehmensbereiches Facility- und Bedarfs-
deckungsmanagement in einem einheitlichen
Formularsatz zusammengeführt. Um Einfluss
und Auswirkungen äußerer, nicht steuerbarer
Faktoren auf die Funktionssicherheit und Ge-
brauchstauglichkeit der eVergabe zu ermitteln,
wurde der Vergabemanager-Server im Rahmen
eines Testbetriebes erfolgreich SIB-intern be-
trieben.
Zum Jahresende 2014 haben sich ca. 4.450 Fir-
men auf der eVergabe-Plattform registriert. Ins-
gesamt wurden im Jahr 2014 zirka 1.900 Ver-
g a beverfahren mittels eVergabe bearbeitet.
Tätigkeit der Fachaufsicht
Im Rahmen seiner Fachaufsicht wurde erstmals
eine Reihe von Fortbildungsaktivitäten des Ver-
gabe- und Vertragsmanagements innerhalb
einer Kalenderwoche konzentriert. Diese Kom-
primierung der Aktivitäten war bewusst ge-
wählt. Einerseits sollte ein Achtungszeichen ge-
setzt werden, um den SIB insgesamt für diesen
wichtigen Themenbereich zu sensibilisieren,
denn die Bau- und Bewirtschaftungsprozesse
werden zunehmend durch das Vergabe- und
Vertragsrecht beeinflusst. Deshalb ist es von
besonderer Bedeutung, dass bereichsübergrei-
fend ein aktueller Wissensstand hergestellt und
bewahrt wird. Andererseits sollten möglichst
abgestimmte, teilweise aufeinander aufbauen-
de Vortragsinhalte präsentiert werden. Etwa
370 Kolleginnen und Kollegen nahmen an den
Vorträgen und Workshops der Fortbildungs-
woche teil.
Darüber hinaus führte der Fachbereich in al-
len SIB-Niederlassungen Geschäftsprüfungen
durch. Schwerpunktthemen waren beispiels-
weise die Eignungsprüfung im Bereich der
VOB/A oder die Einhaltung vergaberechtlicher
Vorschriften und der Umgang mit Vergütungs-
anpassungen infolge von Tariferhöhungen bei
Bewirtschaftungsleistungen. Die Ergebnisse
wer den einzelfallbezogen ausgewertet und
Schlussfolgerungen für die Fortschreibung von
Verantwortlichkeiten und Prozessen gezogen.

image
32 |
TU Bergakademie Freiberg, Clemens-Winkler-Bau, Laborneubau
dem Fachbereich Informationstechnik erarbei-
teten Druck- und Kopierkonzepts wurde im
ersten Halbjahr mit dem Austausch der letzten
Etagen-Multifunktionsgeräte abgeschlossen.
In verschiedenen Standorten wurden durch den
Bereich Organisation/Innerer Dienst Baumaß-
nahmen oder größere Reparaturen beglei tet.
Beispielhaft seien die Kleine Baumaßnahme in
der Niederlassung Dresden I und verschiedene
Havariereparaturen oder Umbauten an Küh-
lung und Energieversorgung des zentralen Ser-
verraums genannt.
Arbeitsschutz
Auch 2014 wurden die Bediensteten des SIB
durch die Arbeitsschutzverantwortlichen mit
Unterstützung der externen Fachkraft für Ar-
beitssicherheit intensiv betreut. So haben bei-
spielsweise rund 500 Arbeitsplatzbegehungen
an Computerarbeitsplätzen stattgefunden; es
wurden 300 Augenuntersuchungen sowie
65 be triebsärztliche Vorsorgeuntersuchungen
durchgeführt. Für die im SIB anfallenden Au-
ßen diensttätigkeiten wurde die Ge fähr dungs-
beurteilung abgeschlossen; sich da raus erge-
bende Maßnahmen wurden umgesetzt. Für
die im Fachbereich Objektmanagement und
technisches Gebäudemanagement tätigen
Elektro fachkräfte erfolgt seit 2014 eine zu-
sätzliche Unterweisung zum »Arbeiten unter
Spannung«.
Bericht aus dem Organisationsbereich
VIS.SAX
Im Jahr 2014 wurden die Arbeiten am Fach-
konzept zur Einführung des Dokumentenma-
nagementsystems VIS.SAX in wesentlichen
Tei len abgeschlossen. Das technische Infra-
struk turkonzept, der technische Teil des Scan-
konzepts sowie das Konfigurationskonzept
wur den umgesetzt sowie die erforderliche
Hard ware für einen Rollout beschafft. Die Ver-
einbarungen für einen Betrieb des Systems
durch den Staatsbetrieb Sächsische Informatik
Dienste sind finalisiert. Die für 2015 vorgese-
hene Pilotierung der eAkte und der IT-gestütz-
ten Vorgangsbearbeitung in der Zentrale und
der Niederlassung Leipzig II wurden vorbereitet.
In 2014 sind die Anwendung zudem in ner halb
des SIB intensiv kommuniziert und wesentliche
Grundlagen für ein Veränderungsmanagement
gelegt worden.
Organisation | Innerer Dienst
Die Investitionen im Fachbereich Organisa-
tion/Innerer Dienst beliefen sich auf etwa
75.000 Euro, darunter fiel beispielsweise die
Beschaffung einer mobilen Entsalzungsanla-
ge (Ionentauscher) für die Zwingerbauhütte
Dresden. Darin nicht enthalten sind Investiti-
onen für IT-, Druck- und Kopiertechnik und
VIS.SAX. Die letzte Etappe des gemeinsam mit

image
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34 |
| 35
Die im eingeschossigen Flügel angeordneten
Seminarräume bieten wegen ihrer Orientie-
rung zum begrünten Innenhof gute Lehr- und
Lernbedingungen. Die drei Räume sind durch
mobile Trennwände miteinander verbunden
und können dadurch je nach Bedarf zu grö-
ßeren Einheiten zusammengefasst werden. Das
Gebäude ist als Mauerwerksbau mit Stahlbe-
tondecken ausge führt. Alle Ein- und Ausgänge
sind barrierefrei gestaltet.
Wirtschaftlichkeit
Nachhaltigkeit, sowohl beim Bau als auch
beim späteren Betrieb, bestimmte die Planung
des Gebäudes. So sind zum Beispiel die Flur-
breiten und Wohnraumgrößen auf ein Min-
dest maß begrenzt worden. Der Einsatz von
Aluminiumfenstern, hochwertigen Fassaden-
tafeln aus Faserzement und Anstrichsystemen
hoher Nassabriebbeständigkeit sichert die
Lang lebigkeit des Gebäudes und somit einen
sparsamen Bauunterhalt. Im Ergebnis einer
Wirtschaftlichkeitsuntersuchung ist die Er rich-
tung eines Blockheizkraftwerkes als güns-
tigs te Variante der Energieoptimierung im
Sinne des Erneuerbare-Energien-Wärmegeset-
zes (EE WärmeG) 2001 ermittelt worden. Die
drei separaten Lüftungsanlagen für die Semi-
narräume und die Sanitärbereiche im Ost- und
Westflügel sind mit hocheffizienten Wärme-
rückgewinnungssystemen gekoppelt. Wegen
der hohen Personenzahlen und der großen
inneren Wärmelasten aus technischer Aus-
stattung und Beleuchtung müssen hohe Kühl-
lasten aus den Seminarräumen abgeführt
werden. Um eine zusätzliche Aufheizung der
Raumluft wäh rend der Sommermonate zu ver-
meiden, wurde die Lüftungsanlage in diesem
Bereich mit einer Zuluftkühlung versehen.
Kosten und Termine
Das hohe Engagement aller Beteiligten (Pla -
nungsbüros, Ausführungsfirmen und SIB) hat
dazu beigetragen, dass trotz der anspruchs-
vollen Anforderungen an ein modernes, zu-
kunftsorientiertes Seminargebäude der Kosten-
rahmen eingehalten und das Bauwerk pünktlich
seiner Bestimmung über geben wurde.
Außensansicht des Neubaus für den Fachbereich Katastrophenschutz
Informationen
Bauzeit
11 / 2013 – 12 / 2014
Gesamtbaukosten
rd. 3,4 Millionen Euro
Landesfeuerwehr- und
Katastrophenschutzschule
Sachsen
Neubau Erweiterung des
Fachbereiches Katastrophenschutz
Hauptaufgabe der seit 1973 am Standort Elster-
heide bestehenden Landesfeuerwehrschule ist
die Aus- und Fortbildung der Freiwilligen und
Berufsfeuerwehren und des Katastrophen-
schutzes in Sachsen. In den Jahren 2006 bis
2012 wurden bereits rund 24 Millionen Euro
unter anderem in den Neubau eines Lehr- und
Verwaltungsgebäudes, einer Mensa, eines Un-
ter kunftsgebäudes und großflächiger Übungs-
anlagen investiert.
Gestiegener Bedarf an regelmäßiger Schulung
und praktischen Übungen, der sich unter anderem
aus den Erkenntnissen aus dem August hoch-
wasser 2010 ergab, erforderte die Erwei terung
des Ausbildungsspektrums um den Fachbereich
Katastrophenschutz. Die Rahmen be din g u n gen
für einen reibungslosen Lehrbetrieb konnten
nur durch einen Neubau geschaf fen werden.
Nachdem die Schule im Frühjahr 2012 den
konkreten Bedarf angemeldet hatte, konn te
bereits ein reichliches Jahr später mit der
Ausführungsplanung begonnen werden. Nach
nur 13 Monaten Bauzeit wurde das neue Haus
im November 2014 an den Nutzer übergeben.
Bauausführung und Raumprogramm
Der Neubau, der sowohl Wohnbereiche für Lehr-
gangsteilnehmer als auch einen Seminar- und
Verwaltungsbereich enthält, steht im un mit tel-
baren städtebaulichen Kontext der Gesamt-
anlage. Die Anordnung des U-förmigen Baus
respektiert architektonische Bezüge wie Raum-
kanten und Blickbeziehungen.
Die Fassadengestaltung orientiert sich an den
Materialen der neueren Bestandsgebäude. So
wird das Wärmedämmverbundsystem durch
eine Bänderung zur Aufnahme der Fenster
un terbrochen. Für einen optimalen Lichtein-
fall sind der Eingangs- und der Seminarbereich
mit großflächigen Verglasungen ausgestattet.
Dem gegenüber sind die Fensterflächen in den
Fluren im Sinne eines sparsamen Umgangs mit
Heizenergie optimiert, ohne jedoch einen be-
engenden Eindruck entstehen zu lassen. Zum
Schutz vor übermäßiger Erwärmung im Sommer
wurden aktive und passive Sonnenschutz ele-
mente eingesetzt. Die Gestaltungselemente und
die verwendeten Materialien entsprechen auch
im Innenbereich denen der Bestandsgebäu de.
In den zweigeschossigen Flügeln be fin den sich
im Erdgeschoss der Verwaltungsbereich mit
vier Büroarbeitsplätzen, Umkleideräume und
Duschen sowie fünf Appartements für Lehr-
gangsteilnehmer, davon ist eines barrierefrei
gestaltet. Im Obergeschoss befinden sich
weitere 26 Appartements. Jedes Appartement
verfügt über einen eigenen Sanitärbereich.
6. Die Standorte
Niederlassung Bautzen
Kontakt
Fabrikstraße 48 | 02625 Bautzen
Telefon +49 3591 582 0
Telefax +49 3591 582 109
E-Mail poststelle-b@sib.smf.sachsen.de
Zuständigkeitsbereich
Landkreis Bautzen
Landkreis Görlitz
Teilkreis Sächsische Schweiz – Osterzgebirge
Für Aufgaben im Sinne des Vermögenszuord-
nungsgesetzes (VZOG) ist die Niederlassung
Chemnitz zuständig. Für Fragen zur Bodenreform
und Aufgaben im Zusammenhang mit Fiskal-
erbschaften ist die Niederlassung Dresden I
zuständig.
Bauvolumen
54,8 Millionen Euro
Anzahl der Baumaßnahmen
297
Anzahl der Gebäude
315, NGF 431.100 m²
Anzahl der Flurstücke
212, Fläche 2.086.776 m²
› Niederlassung Bautzen ‹
Eingangsbereich
des Neubaus für den
Fachbereich
Katastrophenschutz

image
image
36 |
| 37
bedarf des Gebäudes von zirka 270 kW. Die
Restabdeckung erfolgt über Wärmepumpen.
Die Wärmeentzugsleistung liegt im Bereich
von etwa 240 kW, der Gesamtwärmebedarf des
Gebäudes beträgt zirka 340 kW. Auch hier er-
folgt die Restabdeckung über Wärmepumpen.
Zirka 3.000 Quadratmeter Heiz-/Kühldecken
dienen als Flächenheizung/-kühlung für das
ZMS. Das Gebäude ist mit einem Datennetz von
mehr als 85 Kilometern Kupfer-Datenkabel und
6.000 Metern Lichtwellenleiter ausgerüstet.
Ebenso steht eine Satelliten-Empfangsanlage
mit vier Spiegeln zur Verfügung.
Außenanlagen
Aufgrund der räumlichen Einordnung des ZMS
auf dem Grundstück lag der Schwerpunkt der
Freiflächengestaltung auf der Nord- und Süd-
seite des Gebäudes. Der repräsentativ gestal-
tete Vorplatz an der Bahnhofstraße weist auf
das zentrale Foyer des Bauwerks hin und ge-
währleistet gleichzeitig die Anbindung an die
Hauptverkehrsstraße. Die Abgrenzung zum
Geh weg erfolgte in Form von fassadengetreu
nachgestalteten, großformatigen Betonfertig-
teilelementen, welche als Sitzbänke genutzt
werden können. Die auf der Südseite des Ge-
bäudes gelegenen Technikräume sowie die
Tief garage wurden als gepflasterte Dachter-
rasse überbaut. Das großzügig angelegte Are-
al, das auch für Freiluft-Veranstaltungen ge-
nutzt werden soll, bietet durch die Anordnung
mehrerer Pflanzbeete eine hohe Aufenthalts-
qualität. Die Verkehrs- und Parkflächen entlang
der westlichen und östlichen Gebäudeseiten
unterliegen weitestgehend funktionellen An-
forderungen.
Fernsehstudio und das Atrium umschließende
Bauweise bietet ein Maximum an Innenraum
bei einem Minimum an kostenintensiver Hüll-
f läche. Die Wirtschaftlichkeit der Bauweise
wird somit zu einem nachhaltigen, konzeptio-
nellen sowie ökologischen Argument.
Haustechnik
Um ein hohes Maß an Variabilität künftiger
Nutzungen zu gewährleisten, ist das Gebäude
auch für künftige technische Modernisierun-
gen vorbereitet. So liegt beispielsweise die
horizontale Verteilerebene im Doppelboden,
was den Vorteil bietet, dass die Kabelführung
direkt zu den PC-Pools, Studios und Prakti-
kumsräumen reicht. Nachrüstungen sind bei
dieser Konstruktion jederzeit mit geringem
Aufwand möglich. Die Fernseh- und Hör-
funkstudios sind jeweils mit modernsten pro-
fessionellen Regieanlagen sowie zentraler Be-
triebstechnik ausgestattet. Ebenfalls steht
umfangreiche Licht- und Bühnentechnik mit
Steuerungsanlagen, Dimmern, Scheinwerfern
und Medientechnik für das Fernseh-/Effekte-
Studio zur Verfügung. Rechnergestützte Stu-
dio- und Produktionssysteme komplettieren
die Ausstattung. Umfassende Medientechnik
wurde auch in den zwei Hörsälen sowie den
Seminar- und Praktikumsräumen eingebaut.
Zur Wärme- und Kälteversorgung wurde ein
Erdsondenfeld errichtet. Dadurch ist eine kom-
binierte Wärme- und Kälteversorgung des Ge-
bäudes möglich. Die 34 Sonden liegen in einer
durchschnittlichen Tiefe von 120–130 Metern,
die Gesamtlänge der Sondenleitungen beträgt
etwa 20 Kilometer. Die Kälteentzugsleistung
beträgt zirka 170 kW bei einem Gesamtkälte-
Blick auf die Fassade des Zentrums für Medien und Soziale Arbeit
Informationen
Bauzeit
02 / 2011 – 08 / 2014
Gesamtbaukosten
rd. 35 Millionen Euro
Die Fassade besteht aus eingefärbten Beton-
fertigteilen, die als U- oder L-Schalen die tra-
gende Konstruktion und die außen liegende
Wärmedämmung dauerhaft und robust ver-
kleiden. Die Farbigkeit und die Oberflächen
orientieren sich am Bestand der umliegenden
Naturstein- und Klinkergebäude. Ebenso fügt
sich das Gebäudevolumen in die umliegende
Bebauung ein.
Bauaufgabe
Durch die wachsende Anzahl der Studieren-
den in den Fakultäten Medien und Soziale Ar-
beit entsprachen die bislang genutzten Ge-
bäude in Mittweida und Roßwein nicht mehr
dem aktuellen Flächen- und Raumbedarf. Für
die Hochschule Mittweida ist daher ein ge-
meinsamer Gebäudekomplex für die Fakultä-
ten Medien mit rund 2.200 Studierenden und
Soziale Arbeit mit 600 Studierenden errichtet
worden. Durch die Lage an der Bahnhofstraße
wird der Campus der Hochschule weiter mit
der Stadt Mittweida verwoben.
Nutzungskonzept
Die Gebäudestruktur resultiert aus dem vor-
gegebenen Raumprogramm. Im Inneren liegen
lärmgeschützt die Fernseh- und Hörfunkstu-
dios mit Schnitträumen, abgeschirmt durch
einen Ring natürlich belichteter Räume für
Lehre und Forschung. Die vier mechanisch
belüfteten Hörsäle (mit jeweils 200, 90 und
zweimal 60 Plätzen) und Seminarräume ori-
entieren sich nordbelichtet zur Bahnhofstra-
ße. Die kleineren Büroräume sind von Osten
nach Westen angeordnet und richten sich zu
den Grünbereichen aus. Das Herzstück des
Gebäudes bildet das 400 Quadratmeter große
Fernsehstudio mit 114 Zuschauerplätzen. Das
erste Obergeschoss nimmt als allgemeine Ver-
teilerebene die Seminarräume auf, darüber be-
finden sich im Osten die Räume für die Fakul-
tät Soziale Arbeit. Im Westen sind die Räume
für die Fakultät Medien untergebracht – in
direkter Nähe zu den Fernseh- und Hörfunk-
studios. Die Belichtung der zentralen Erschlie-
ßungshalle und einiger Seminarräume erfolgt
durch aufgesetzte Metall-Glas-Dachkonst-
ruktionen. Eine architektonisch dominante
Treppe verbindet die Bereiche des Foyers und
der Hörsäle mit dem lichtdurchfluteten Atrium
mit Zugang zur Terrasse. Die kompakte Ge-
bäudestruktur ist auf eine flexible und varia-
ble Nutzung ausgelegt. Die kompakte, das
Hochschule Mittweida
Neubau Zentrum für
Medien und Soziale Arbeit
Standort
Das Zentrum für Medien und Soziale Arbeit
(ZMS) ist als kompakter viergeschossiger Neu-
bau errichtet und liegt auf dem Grundstück
der ehemaligen Löwenbrauerei in der Bahn-
hofstraße 15 in Mittweida. Das auf dem Ge-
lände befindliche zweigeschossige Bestands-
gebäude der ehemaligen Brauerei wird in die
Nutzung einbezogen. Hier findet beispiels-
weise die geräuschintensive Drucktechnik für
die Fakultät Medien ihren Platz. Der Neubau
ist 53 Meter breit und 47 Meter tief. Im Erd-
geschoss ist der Neubau um 36 Meter für ein
Parkdeck nach Süden erweitert. Die darüber-
liegende Terrasse geht niveaugleich in das an-
steigende Gelände über. Im Norden liegt der
Hauptzugang für den Neubau. Ein Vorplatz
als einladende Geste bildet den Auftakt und
führt in das Gebäude hinein. Durch das pa-
rallel zur Straße liegende Gebäudevolumen
ent stehen drei unterschiedliche Außenräume:
der Vorplatz zur Bahnhofstraße nach Norden,
der »Medienhof« zwischen dem Neubau und
dem Bestandsgebäude nach Westen sowie
die im ersten Obergeschoss liegende Terrasse
im Übergang zum Gelände nach Süden.
› Niederlassung Chemnitz ‹
Niederlassung Chemnitz
Kontakt
Brückenstraße 12 | 09111 Chemnitz
Telefon +49 371 457 0
Telefax +49 371 457 4611
E-Mail poststelle-c@sib.smf.sachsen.de
Zuständigkeitsbereich
(ohne Zuwendungsbau)
Kreisfreie Stadt Chemnitz
Landkreis Mittelsachsen
Teilkreis Erzgebirgskreis
Vermögenszuordnungsgesetz (VZOG)
für den gesamten Freistaat Sachsen
Direktionsbezirk Chemnitz (für Bodenreform)
zusätzlich auf dem Gebiet der Fiskalerbschaften
in den Amtsgerichtsbezirken Annaberg,
Chemnitz, Döbeln, Freiberg, Hainichen,
Marienberg und Stollberg
Bauvolumen
78,7 Millionen Euro
Anzahl der Baumaßnahmen
563
Anzahl der Gebäude
503, NGF 947.673 m²
Anzahl der Flurstücke
238, Fläche 2.581.015 m²
Herzstück des Gebäudes ist das Fernsehstudio.

image
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38 |
| 39
tergebracht, weiterhin befinden sich hier der
neu errichtete Elektro-Hauptanschluss für die
Liegenschaft und ein Lager für mobile Veran-
staltungstechnik. Das Obergeschoss wird
überwiegend vom Orchesterraum beansprucht,
zudem sind die Räume für das Veranstal-
tungsmanagement, die Tontechnik und die Po-
lizei eingeordnet. Das Gebäude wird nur zeit-
weise für Veranstaltungen genutzt, daher
wurde es als temporär beheiztes und frostfrei
gehaltenes Gebäude erbaut. Der Orchester-
raum im Obergeschoss ist zum Turnierplatz hin
mit einer Faltfassade ausgestattet. Sie kann
bei Bedarf vollständig geöffnet werden und
besteht aus großformatigen, in Stahlrahmen
ge fasste Glastafeln.
Mobile Tribüne
Die mobile Tribünenanlage wird temporär für
Veranstaltungen errichtet und bietet bis zu
3.400 Personen Platz. Die zwei mobilen Tribü-
nen sind überdacht, so dass eine größere
Un abhängigkeit von Witterungseinflüssen
gewährleistet ist. Außerhalb von Großveran-
staltungen wird die Anlage komplett demon-
tiert und in einer landeseigenen Liegenschaft
gelagert. Damit stehen die freien Flächen dem
Gestüt für andere Nutzungen zur Verfügung,
beispielsweise als Aufstellflächen für Teilneh-
mer kleinerer Veranstaltungen.
Nach elf Monaten Bauzeit wurden der Platz,
das Terminal und die Tribünen inklusive der
Außenflächen termingerecht zu den Proben
der Hengstparade, die zu den größten Veran-
staltungen des Umlandes zählt, in Besitz ge-
nommen. Knapp 20.000 Zuschauer besuchten
an den darauffolgenden drei Septemberwo-
chenenden die Hengstparaden des Gestütes.
In einem nächsten Bauabschnitt sollen die
übrigen Maßnahmen der vorausgegangenen
Planungen ungesetzt werden.
Gestütes im Zusammenhang mit den Proben
für die Hengstparaden 2014 belegen bereits
die hervorragende Funktionalität und Bereit-
barkeit des Platzes.
Das sogenannte Ebbe-Flut System wird über
eine Brunnenanlage gespeist, überflüssiges
Wasser oder Niederschlagswasser wird über
Pumpenschächte in den Ochsenbruchgraben
abgeführt.
Multifunktionale Aufstellflächen
Auf der Süd- und Westseite des Platzes ent-
standen befestigte, für mehrere Nutzungs-
szenarien vorgesehene Flächen. Bei den all-
jährlichen Hengstparaden werden hier mobile
Tribünenanlagen, mobile WC-Anlagen und
Imbisswagen aufgestellt.
Bei kleineren Reitveranstaltungen wird das Are-
al zum Aufstellen von Stallzelten unterschied-
licher Größe und zum Parken von Pfer de trans-
portfahrzeugen genutzt. Der für die Stall zelte
vorgesehene Bereich ist mit Rasen pflaster, die
übrigen Flächen sind mit Schotterrasen befes-
tigt. Um eine ausreichend große Fläche zur
Auf stellung der mobilen Tribünen zu erreichen,
muss te der südlich angrenzende Felshang teil-
weise abgetragen und mit einer naturstein-
bekleideten Stützwand befestigt werden.
Um die Aufstellflächen flexibel nutzen zu kön-
nen, sind Medienanschlüsse für Wasser, Ab-
wasser, Elektro- sowie Tontechnik in unterir-
dischen Schächten vorgesehen, an die mobile
Einrichtungen angedockt werden können.
Terminalgebäude
Zur Absicherung und Leitung der Veranstal-
tungen wurde an der Ostseite des Turnierplat-
zes ein zweigeschossiges Terminalgebäude
errichtet. Im Erdgeschoss sind die Meldestelle,
Räume für Feuerwehr und Erste Hilfe und
WC-Anlagen für die Veranstaltungsleitung un-
Gesamtansicht Hengstparade- und Tunierplatz mit Terminalgebäude
Informationen
Bauzeit
09 / 2013 – 09 / 2014
Gesamtbaukosten
rd. 2,7 Millionen Euro
Bauen für Dritte: mobile Tribünen
rd. 1,1 Millionen Euro
Sächsische Gestütsverwaltung –
Landgestüt Moritzburg
Erster Bauabschnitt,
Umbau Hengstparade- und Turnierplatz
Das zur Sächsischen Gestütsverwaltung ge-
hörende Landgestüt Moritzburg genießt inter-
nationalen Ruf auf dem Gebiet der Hengst-
zucht. Hauptaufgabe ist das Bereitstellen von
Landbeschälern für die Freistaaten Sachsen
und Thüringen. Zum Aufgabenbereich der Ge-
stütsverwaltung gehörten weiterhin die Durch-
führung von Hengst- und Stutenprüfungen
sowie das Abhalten von Pferdesport- und Ver-
kaufsveranstaltungen, zudem organisiert sie
Aus- und Weiterbildungen und jährlich statt-
finden de Hengstparaden und Turniere.
Die Baulichkeiten und Einrichtungen des so-
genannten Neuen Gestütes in Moritzburg sind
im Wesentlichen zu Beginn des 20. Jahrhun-
derts als Erweiterung der ehemaligen könig-
lich sächsischen Gestütsanlage angelegt wor-
den. Zunächst durch Stadtbaudirektor Hans
Erlwein als Ensemble von Stallgebäuden er-
richtet (Großer Stall, Kleiner Stall und Jahn-
stall), beherbergt es in den Obergeschossen
teilweise Dienstwohnungen.
Zu den baulichen Ergänzungen aus späteren
Jahren zählen die Reithalle mit angeglieder-
tem Futterlager aus den 1980er-Jahren und
ein 2008 errichteter Hengststall. Das Gelände
wird geprägt durch den großen Hengstpara-
de- und Turnierplatz, der dreiseitig von Tribü-
nenbauten eingefasst und an der vierten Seite
durch ein Terminalgebäude ergänzt wird.
Das Ensemble aus Platz, Tribünen und Termi-
nalgebäude befand sich in einem sanierungs-
bedürftigen Zustand, welcher jährlich umfang-
reiche Reparaturmaßnahmen nötig machte.
Die Bereitbarkeit des Turnierplatzes war wegen
der nicht funktionierenden Drainage einge-
schränkt.
Planung
Bereits im Jahr 2007 wurde eine Varianten-
untersuchung durchgeführt, wie der Erneue-
rungsbedarf grundlegend umgesetzt werden
könnte. Aus dieser Untersuchung entstanden
vier mögliche Varianten einer Neuordnung des
gesamten Areals. Nach Bewertung und Ent-
scheid wurde eine der Varianten Grundlage der
› Niederlassung Dresden
I
weiteren Planungen, die folgende Maßnahmen
vorsehen:
Neubau einer Veranstaltungsreithalle
mit Tribüne für zirka 900 Besucher
Ersatzbau eines Futtermittellagers für
die abzugebende Scheune am Standort
Mühlbach sowie das Futtermittellager
an der Bestandsreithalle
Bau einer Abreithalle in funktionalem Zu-
sammenhang mit der Veranstaltungshalle
Verlegung und Neuaufbau des Hengst-
paradeplatzes mit entsprechender Drainage
Neubau einer Haupttribüne mit
Überdachung als stationäre Tribüne
Schaffung und Einordnung von öffent-
lichen Toiletten für Großveranstaltungen
Schaffung von multifunktionalen Aufstell-
flächen für mobile Tribünen und Stallzelten
an zwei Seiten des Hengst paradeplatzes
Bau eines Terminals mit verschiedenen
Funktionen, wie Tontechnik, Meldestelle,
Raum für das Orchester
Verlagerung und Neubau des Springplatzes
Bau eines Dressurplatzes mit Umgang
Errichtung eines Führkarussells zur
Bewegung der Hengste
Schaffung von Parkflächen für Besucher
und Pferdetransporter
Neubau einer Geländestrecke unter Ein-
beziehung der 800-Meter-Trainingsbahn
und eines Wasserhindernisses
Überplanung und Bau der Elektro- und
Wasseranschlüsse für Veranstaltungen
(Imbisswagen, Stallzelte)
Bauausführung
Im Rahmen des ersten Bauabschnitts Hengst-
parade- und Turnierplatz wurden folgende
Maß nahmen aus dem Gesamtkonzept inner-
halb eines knappen Jahres realisiert:
Hengstparadeplatz
Der Turnierplatz wurde entsprechend den
Anforderungen der Richtlinie der Deutschen
Reiterlichen Vereinigung in seiner Größe auf
die Abmessungen von 110 Meter x 50 Meter
verändert. Dabei wurde der Aufbau des Reit-
platzbodens mit einem System zur wirkungs-
vollen Feuchthaltung und Entwässerung der
Platzfläche ausgestattet. So kann sowohl bei
großen Niederschlagsmengen als auch bei
gro ßer Trockenheit eine gleichbleibende Feuch-
tigkeit und Festigkeit des Reitplatzbelages
sichergestellt werden. Die Erfahrungen des
Niederlassung Dresden I
Kontakt
Königsbrücker Straße 80 | 01099 Dresden
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Zuständigkeitsbereich
(soweit nicht Niederlassung Dresden II
sachlich zuständig; ohne VZOG)
Kreisfreie Stadt Dresden
Landkreis Meißen
Teilkreis Sächsische Schweiz – Osterzgebirge
Direktionsbezirk Dresden
(für Bodenreform und Fiskalerbschaften)
Bauvolumen
97,6 Millionen Euro
Anzahl der Baumaßnahmen
372
Anzahl der Gebäude
531, NGF 1.067.204 m²
Anzahl der Flurstücke
270, Fläche 3.061.519 m²
Blick auf die mobilen Tribünen

image
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40 |
| 41
Datenintensives Rechnen, Skalierbarkeit und
Energieeffizienz, um insbesondere Arbeits-
schritte, die große Datenmengen verarbeiten,
effizient zu unterstützen. Die Antragstellung
wurde 2011 durch die Deutsche Forschungs-
gemeinschaft bewilligt. Die Kosten des Rech-
ners werden je zur Hälfte von Bund und Land
getragen.
Außenanlagen
Das Areal des Neubaus ist teilweise von na-
türlich belassenen Flächen umgeben. In die
Gestaltung der Außenanlagen flossen daher
auch ökologische Aspekte und Auflagen des
Umweltschutzes ein, zudem prägen große
Logistikflächen das Erscheinungsbild. Als Ini-
tialpflanzung wurden Gräser-Inseln aus China-
schilf mit runden Einfassungselementen ver-
wendet. Bänder mit Rosmarin-Weide greifen
die Grundstruktur des Gebäudeinnenlebens auf.
Als Ausgleich für die bebaute Fläche wurde
Totholz in Form von Hecken und einer Pyra-
mide aufgeschichtet. Damit konnten Höhlen
und Nischen für Fledermäuse und Höhlen-
brüter sowie neuer Lebensraum für Pflanzen
und Tiere geschaffen werden. Das Ergebnis ist
eine landschaftlich und städtebaulich reizvol-
le Gesamtanlage.
nicht für die Rechenleistung selbst, sondern
für die Kühlung verbraucht. Besonders gut
eignet sich Wasser zur Kühlung, da es Wärme
4000-mal effizienter als Luft speichert. So
wird auch im HPC-Bereich (High-Performance-
Computing) der TU Dresden die direkte Küh-
lung mit »Heißwasser« in den Rechnerschrän-
ken angewendet. Die Vorlauftemperatur der
Rackkühlung kann dabei bis zu 55 °C betragen,
ohne dass die Rechentechnik Schaden nimmt.
Außerhalb des HPC-Bereichs wird über wasser-
gekühlte Umluftklimageräte gekühlt, die in
der Plenumsebene aufgestellt sind. Von dort
saugen die Geräte die warme Abluft ab und
blasen sie frei in das Plenum aus. So entsteht
dort und im Serverraum ein Kaltluftsee, der
bei einem Ausfall der kompletten Klimatisie-
rung als Puffer dient.
Rechentechnik
Als erstes großes IT-System im neuen Rechen-
zentrum der TU Dresden wurde der Hochleis-
tungsrechner-/Speicherkomplex II noch wäh-
rend der Bauphase aufgebaut. Das System ist
ein Verbund aus etwa 2000 Rechenknoten mit
insgesamt etwa 35.000 CPU-Kernen und einem
schnellen, hochkapazitiven Speichersystem.
Die Rechenleistung wird sächsischen Wissen-
schaftlern für die Bearbeitung aktueller wis-
senschaftlicher Fragestellungen als Spitzen-
technologie zur Verfügung stehen und damit
die Wettbewerbsfähigkeit des Wissenschafts-
standortes Sachsen maßgeblich unterstützen.
Die zur Verfügung stehenden Flächen werden
auch durch das medizinische Rechenzentrum
des Uniklinikums Dresden genutzt. Entworfen
wurde der Komplex mit den Schwerpunkten
Eingangsbereich des Hochleistungsrechenzentrums und Speicherkomplexes II
Informationen
Bauzeit
01 / 2013 – 03 / 2015
Gesamtbaukosten
rd. 43.5 Millionen Euro
1. Ausbaustufe
sätzliche bauliche Maßnahmen notwendig.
Der Baukörper ist als Stahlbetonskelettbau mit
Stützen, Stahlbeton- oder Spannbetondecken
und aussteifenden Stahlbetonwänden/-kernen
errichtet. Dies gewährleistet ein Maximum an
Flexibilität für den Ausbau, die Haustechni-
kinstallationen und bietet die Möglichkeit für
Umbauten bei sich verändernden Nutzungs-
anforderungen.
Nachhaltigkeit und Energieeffizienz
Der Neubau ist für eine langfristige Nutzbar-
keit und einen wirtschaftlichen Betrieb aus-
gelegt. Die nachhaltige Qualität des Gebäudes
wird durch eine flächenökonomische Grund-
rissorganisation, hohe Flexibilität der Gebäu-
destruktur, sorgfältige Materialauswahl und
energieeffiziente Bauweise gewährleistet. Letz-
tere drückt sich in einem ausgezeichneten
Power-Usage-Effectivness-Wert (PUE) von
kleiner als 1,3 aus. Dieser Wert beschreibt das
Verhältnis von Gesamtenergiekosten zu Ener-
giekosten der IT. Durch die Nachnutzung der
Abwärme für Heizzwecke anderer Gebäude der
TU Dresden und den Einsatz energieeffizienter
Klima- und Kühltechnik konnte dieses Ergeb-
nis erreicht werden.
Technische Gebäudeausrüstung
Die Wärmeversorgung des Objektes wird voll-
ständig mittels Wärmerückgewinnung aus der
Kälteerzeugung für die Rechentechnik gedeckt.
Alle für die Wärmeversorgung erforderlichen
Großpumpen wurden mit IE4-Motoren zur Re-
duzierung des Primärenergieverbrauchs aus-
gerüstet.
Um den Freikühlbetrieb über viele Wochen im
Jahr zu gewährleisten, wurden vier Kühlwas-
serkreise gebildet, die eine für jeden Bereich
größtmögliche Wassertemperatur zulassen.
Hierfür kommen Kälteerzeuger mit einem sehr
guten Teillastverhalten zum Einsatz.
Zur Aufrechterhaltung der erforderlichen
Raum luftkonditionen werden alle Räume, die
Flure sowie die Technikbereiche maschinell mit
Zu- und Abluft versorgt. Die Luftmengen wer-
den durch Volumenstromregler eingestellt.
Für den energieeffizienten Betrieb eines Hoch-
leistungsrechners ist dessen Kühlung von
zentraler Bedeutung. Ein wesentlicher Pro-
zentsatz der eingesetzten Elektroenergie wird
Technische Universität Dresden/
Universitätsklinikum Dresden
Neubau Hochleistungsrechenzentrum und
Speicherkomplex II
Standort und Nutzung
Der Neubau des Hochleistungsrechenzentrums
mit Speicherkomplex II befindet sich an der
Nöthnitzer Straße, die den südlichen Rand des
Campusgeländes der Technischen Universität
Dresden markiert. Mit dem Bauvorhaben wur-
den die räumlichen und technischen Voraus-
setzungen für den Betrieb eines IT-Zentrums
geschaffen, das datenintensives Rechnen er-
möglicht und zentrale sowie zentralisierte Ser-
ver-Systeme und Speichertechnik beherbergt.
Die gesamte Anschlussleistung der Rechen-
technik beträgt fünf Megawatt. Die künftigen
Hauptnutzer sind das Zentrum für Informati-
onsdienste und Hochleistungsrechner (ZIH) der
TU Dresden und das medizinische Rechen-
zentrum des Universitätsklinikums Dresden.
Städtebau und Architektur
Der Neubau steht in zweiter Reihe an der
Nöthnitzer Straße, hinter dem Fakultätsge-
bäude für Informatik der TU Dresden und ist
in seiner Architektursprache zurückhaltend
und dennoch unverwechselbar. Für die optio-
nale Errichtung eines Erweiterungsbaus wird
östlich des Baukörpers eine Freifläche vorge-
halten. Entsprechend der Nutzung als Rechen-
zentrum mit Speicherkomplex ist der Neubau
mit Ausnahme der Büros im Norden fenster-
los. Die Außenwände bestehen für die Oberge-
schosse aus anthrazitfarbenen, dreischichtigen
Stahlbetonsandwichfertigteilen, die gleichzeitig
tragende Wand und Fassade sind.
Bauausführung
Das Gebäude wurde als kompakter, quader-
förmiger Baukörper mit einem Untergeschoss,
einem teilweise im Hang liegenden Sockelge-
schoss sowie zwei Obergeschossen errichtet.
Die Außenabmessungen des Bauwerkes betra-
gen etwa 57 Meter mal 42 Meter.
Das Bauwerk wird mit einer Wanne gegen
Grundwasser geschützt. Zur Regenwasserrück-
haltung und Verdunstung wurde am Übergang
zum südlich angrenzenden Landschafts raum
ein Retentionsband angeordnet. Aufgrund der
Radonbelastung auf dem Baufeld waren zu-
› Niederlassung Dresden
II
Niederlassung Dresden II
Kontakt
Ostra-Allee 23 | 01067 Dresden
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Zuständigkeitsbereich Hochschulen,
Einrichtungen des SMK,
Bildungseinrichtungen des SMI und des
SMWK, Bundesbau, Zuwendungsbau für
Kreisfreie Stadt Dresden
Landkreis Meißen
Teilkreis Sächsische Schweiz – Osterzgebirge
Direktionsbezirk Dresden (für Hochschulen)
Bauvolumen
102,9 Millionen Euro
Anzahl der Baumaßnahmen
371
Anzahl der Gebäude
384, NGF 1.066.838 m²
Anzahl der Flurstücke
262, Fläche 2.315.578 m²
Außenanlage vor dem Neubau Hochleistungsrechen-
zentrum und Speicherkomplex II

image
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42 |
| 43
Gebäude und Haustechnik
Museales und denkmalpflegerisches Ziel der
Restaurierung des Kirchenraums war es, den
Eindruck des Gefangenenlagers in den 1940er-
Jahren nicht nur räumlich und farblich wie-
der herzustellen, sondern auch sämtliche Ge-
brauchs- und Abnutzungsspuren zu erhalten.
In mühevoller Arbeit wurden so die älteren
Farb- und Putzschichten gesichert und gefes-
tigt, neuere Ausbruchstellen gekittet und Fehl-
stellen behutsam retuschiert. Die hölzernen
Emporen mussten zudem um verloren gegan-
gene Teile ergänzt und farblich an den Bestand
angepasst werden. Interessant sind hier die
noch erhaltenen Häftlingsinschriften. Aus
Einzelteilen wurde der Orgelprospekt auf der
ersten Emporenebene rekonstruiert und für
eine spätere Aufnahme der zerstörten Orgel
aufbereitet. Weiterhin mussten Einbauten er-
gänzt oder aus Vorlagen wieder neu herge-
stellt werden, wie beispielsweise der bebilderte
Altar, die Sakristeieinhausung, das Rednerpult
und fünf Kirchenbänke. Ergänzt wird diese
Raumfassung durch historisch anmutende
Technikausstattungen wie Lampen, Schalter
oder Steckdosen und offen verlegte Kabel.
Für die Erhaltung der wertvollen Farbfassungen
und Einbauten ist entsprechend einer »dyna-
mischen Raumklimasimulation« bereits eine
geringfügige Anhebung der Raumtemperatur
ausreichend. Über eine einfache Luftgebläse-
heizung im aufgeständerten Holzfußboden
wird eine leichte Temperierung des Kirchen-
raums erreicht.
In den Bau wurden denkmalverträglich zahl-
reiche Brandschutztüren integriert und die
beiden angrenzenden Renaissance-Wendel-
steine als Fluchtwege ertüchtigt. Weiterhin er-
möglicht es eine neue Fluchttreppe (in zu-
rückhaltender Holzkonstruktion errichtet), den
Dachraum als vollwertigen Ausstellungsraum
für den Colditz-Glider zu nutzen.
Nachbau des Colditz-Gliders im Dachraum der Kirche
Informationen
Bauzeit
01/2013 – 12 / 2014 | Übergabe 27.1.2015
Gesamtbaukosten
(ohne Werterhaltung Schlossanlage)
rd. 1.8 Millionen Euro
dennoch unternahmen die Insassen Versuche,
ihrem Gefängnis zu entrinnen. Direkt unter
dem Fußboden des Kirchenschiffes gruben die
Gefangenen im Schutze des lauten Orgelspiels
mit einfachsten Mitteln Fluchttunnel. Noch
heute künden diese Tunnel und steilen Schäch-
te von den geheimen Aktivitäten.
Im steilen Dachraum des Kirchenhauses wurde
der wohl gewagteste Fluchtversuch vorberei-
tet. Vierzehn gefangene Offiziere konstruierten
hier aus Holzdielen, Bettlaken und anderen Ge-
brauchsgegenständen den berühmten Colditz-
Glider. Das zweisitzige Segelflugzeug wurde
erst kurz vor der Befreiung des Lagers fertig-
gestellt, so dass es seinen Jungfernflug in das
60 Meter tiefer gelegene Muldental niemals
antrat. Die sich darum rankenden Legenden
sind noch immer lebendig.
Die Fluchtversuche einiger Gefangener er-
langten nach dem Ende des 2. Weltkriegs große
Bekanntheit, vor allem im angelsächsischen
Raum. Unter den wenigen Gefangenen, denen
die Flucht von Schloss Colditz glückte, befand
sich der britische Offizier Patrick Robert »Pat«
Reid. Seine Erlebnisse schrieb er nach dem
Krieg im Buch »The Colditz Story« nieder, das
zur Vorlage für Filme, eine TV-Serie und sogar
Computerspiele wurde.
Nutzung
Mit der Sanierung des Kirchenhauses wurde
ein weiterer Baustein in der Umsetzung des
musealen Nutzungskonzeptes auf Schloss
Colditz fertiggestellt. Im Mittelpunkt stand da-
bei die authentische Präsentation des Kirchen-
raums zu der Zeit als Gefangenenlager im
2. Weltkrieg. Raumfassung und Ausstattung
sollten dabei dem Eindruck entsprechen, der
sich den Inhaftierten vor über 70 Jahren dar-
bot. Die Tunnel und Schächte der Gefange nen
wurden gesichert und können heute über be-
gehbare Verglasungen im Boden in Augen-
schein genommen werden. Der Kirchen raum
steht auch für kleine Veranstaltungen und Kon-
zerte zur Verfügung. Höhepunkt der neuen
Ausstellung bildet der Nachbau des Colditz-
Gliders, der am originalen Standort im Dach-
geschoss aufgestellt wird. Dorthin gelangt
man über den Wendelstein zwischen Kir chen-
und Fürstenhaus, der mit seinen 122 Por phyr-
stu fen grundsaniert wurde und sich heute
wieder in seinem renaissancezeitlichen Zu-
stand zeigt.
Schloss Colditz
Sanierung des Kirchenhauses
Standort
Inmitten des Sächsischen Burgenlandes erhebt
sich das Schloss Colditz auf einem Bergsporn
oberhalb der Zwickauer Mulde. Die imposante
Schlossanlage besteht aus steil aufragenden
Gebäuden, die zwei Schlosshöfe umschließen,
sowie einer ausgedehnten Parkanlage. Das
Kirchenhaus mit der Schlosskapelle, auf der
Nordseite des hinteren Schlosshofes gelegen,
überragt die Gesamtanlage und ist Teil der
fast 1.000-jährigen, wechselvollen Geschichte
und Nutzung des Schlosses.
Geschichte
Die Schloss- oder Allerheiligenkapelle wurde
im ausgehenden 15. Jahrhundert über den
Resten eines romanischen Vorgängerbaus
errichtet. Wie in dieser Zeit üblich, integrierte
man die Kapelle als einfache Hallenkirche mit
Kreuzgratgewölbe und eingeschossiger West-
empore in die Schlossanlage. Im 16. Jahrhun-
dert erfolgten mehrere Änderungen der Farb-
und Raumfassungen sowie der Einbau einer
nun zweigeschossigen, hölzernen Empore. 1584
weihte Kurfürst August von Sachsen die Kir-
che um und gab ihr den dem evangelischen
Gefühl besser zusagenden Namen »Zur Heili-
gen Dreifaltigkeit«. Das prächtige, polychrom
gefasste Figurenportal an der Außenseite der
Schlosskapelle zeigt neben dem kursächsischen
Wappen auch das brandenburgische Wappen
der Kurfürstin Sophie, die Schloss Colditz um
1600 als Witwenresidenz nutzte. Eine wichti-
ge baugeschichtliche Zäsur stellt der Umbau
der Kapelle zu Beginn des 19. Jahrhunderts
im Zusammenhang mit der Einrichtung eines
Armenhauses in die Schlossanlage dar. Infol-
ge des vergrößerten Platzbedarfs wurde eine
nunmehr dreigeschossige Empore eingebaut.
Der kräftigen Farbigkeit der barocken Aus-
stattung folgte jetzt eine schlichte weiß-graue
Ausgestaltung. Zusammen mit dem Einbau
einer Dampfheizung im Jahr 1921 wurde der
Kirchenraum in der bis heute erhaltenen grün-
grauen Sichtfassung erneuert. Eine bedeu-
tende Rolle spielte das Kirchenhaus in der Zeit
von 1939 bis 1945, als Schloss Colditz als Ge-
fangenenlager für alliierte Offiziere (Oflag IV-C)
diente. Es galt damals als ausbruchsicher,
› Niederlassung Leipzig
I
Niederlassung Leipzig I
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Landkreis Leipzig
Landkreis Nordsachsen
Direktionsbezirk Leipzig
(für Bodenreform und Fiskalererbschaften)
Bauvolumen
39,7 Millionen Euro
Anzahl der Baumaßnahmen
343
Anzahl der Gebäude
448, NGF 631.048 m²
Anzahl der Flurstücke
557, Fläche 14.504.535 m²
Kirchenraum nach der Sanierung

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44 |
| 45
Blick auf die Außenanlagen des Innenhofs
schen Betriebs berücksichtigt werden. Der Bau-
körper, der die bisherige Hofzufahrt enthielt,
wurde abgerissen und der neue Hauptein-
gang hin zur Liebigstraße errichtet. Mit seiner
Aluminium-Glas-Fassade setzt sich der Neu-
bau des Haupteingangs deutlich von der Mate-
rialität des Altbaus ab.
Der Nordflügel mit dem historischen, zentral
angeordneten »Roßbachschen Treppenhaus«
wurde unter Einhaltung denkmalpflegerischer
Aspekte saniert, ebenso die Kreuzgewölbe-
decken in den Fluren. Die Fassadenstruktur
und Materialität der Klinkerfassade blieb er-
halten, die Fenster denkmalgerecht erneuert.
Im Roßbachschen Treppenhaus wurden beim
Entfernen des Altanstriches an den Gewölbe-
gurten Friesmalereien gefunden. Die Malereien
wurden restauratorisch freigelegt und in einem
abgestimmten Bereich des Eingangs ange-
bracht.
Außenanlagen
Als prinzipieller gestalterischer Ansatz wurde
das Spiel weicher, geschwungener amorpher
Formen gewählt, die sich im Innenhof und Au-
ßenbereich – Haupteingang, Hörsaalzugang –
auf jeweils andere Art repräsentieren und teils
durch strenge, linear wirkende Flächen durch-
drungen werden. Die Umsetzung erfolgt durch
geschwungen eingefasste Hochbeete mit Blu-
men- und Gräserbepflanzung und strahlen-
förmige Wegeführung im Innenhof.
Die Flächen am Haupteingang wurden in Ab-
stimmung und zeitlicher Verflechtung mit der
Neugestaltung der Liebigstraße (Baumaßnahme
der Stadt Leipzig) errichtet.
zu schaffen. Für die Schaffung weiterer For-
schungsflächen sowie technischer Einrichtun-
gen wurde das in den 1950er-Jahren wieder-
aufgebaute vierte Obergeschoss abgebrochen
und in erforderlicher Höhe neu ausgeführt. Die
in Leichtbauweise erbaute neue Technikzent-
rale positioniert sich zurückgesetzt auf dem
vierten Obergeschoss. Der Hörsaalbau auf der
Ostseite des Komplexes wurde aufgestockt. Die
im ersten Bauabschnitt fertiggestellten Be-
reiche konnten im Januar 2010 zur Nutzung
übergeben werden.
Der Start des zweiten Bauabschnitts erfolgte
im April 2010. Die Maßnahme beinhaltete die
bauliche Herrichtung von zwei Geschossen für
das Paul-Flechsig-Institut. Das Institut war
vormals in der Jahnallee (Campus Sportwis-
senschaften) untergebracht. Ebenso kehrten
nach den Sanierungsarbeiten zwei Stationen
der Strahlentherapie, die während der Arbeiten
in einem »Interimscontainer« untergebracht
waren, in den angestammten Bereich zurück.
Weiterhin steht dem Universitätsklinikum auch
ein neu konzipierter Bereich für die Brachy-
therapie zur Verfügung. Darüber hinaus sind
im zweiten Bauabschnitt weitere Flächen für
den Forschungsbetrieb der Medizinischen Fa-
kultät und eine dazugehörige, umfangreiche
Technikzentrale angelegt worden. Die Anord-
nung der Leitungsführung für Lüftung oder
zur Versorgung mit Warm-, Kalt- und Labor-
wasser erfolgte achsweise über vertikale
Schächte im Gebäude.
Die im Zusammenhang mit den gegenüber-
liegenden Klinikgebäuden entstandenen Ver-
kehrsströme über die Liebigstraße bedingten
eine Verlegung des Haupteingangs des For-
schungszentrums. Dabei musste die komplexe
Ver- und Entsorgungssituation des medizini-
Informationen
Bauzeit
04 / 2007 – 08 / 2014
Gesamtbaukosten
82 Millionen Euro
wurde bis in die 2000er-Jahre durch Einrich-
tungen des Universitätsklinikums, hauptsäch-
lich als Hautklinik, genutzt. Der gestiegene Be-
darf an Forschungs- und Verfügungsflächen
für die Medizinische Fakultät führten zu dem
Entschluss, das historische Klinikgebäude ei-
ner neuen Nutzung zu zuführen. Ein Neubau
im medizinischen Campus Liebigstraße kam
nicht infrage, da hierfür die Flächenressourcen
fehlten. So stellte sich der SIB der Herausfor-
derung, das über 100 Jahre alte Gebäude zu
einem modernen Forschungszentrum umzu-
bauen und zu erweitern.
Projektsteuerung
Mit Genehmigung des Bauantrags im April
2004 nahm der SIB nach Durchführung von
VOF-Verfahren für alle Leistungsbereiche die
Planungstätigkeit auf. Konnte die Entwurfs-
planung noch für das Gesamtprojekt erarbei-
tet werden, mussten die Ausführungsplanung
und die Realisierung in zwei Bauabschnitten
erfolgen, da Teile des Gebäudes zum Baube-
ginn noch durch das Klinikum genutzt wurden.
Bauausführung
Der erste Bauabschnitt diente zur Errichtung
der Basisforschungsflächen der Medizinischen
Fakultät sowie des Primärrechenzentrums,
das gleichermaßen Klinikum und Fakultät ver-
sorgt. Ab Mai 2007 erfolgte hierfür der Ab-
bruch der hofseitigen Gebäudehälfte des Süd-
flügels, um Platz für einen Erweiterungsanbau
Universität Leipzig,
Medizinische Fakultät und
Universitätsklinikum
Umbau des Gebäudes Stephanstraße 11
(ehemalige Hautklinik) zum
zentralen Forschungsgebäude
Metamorphose eines Gebäudes
Das Gebäude in der Stephanstraße 11 wurde
1892 unter Leitung des Architekten Arwed
Roßbach als L-förmiger Bau errichtet. Der Bau,
in dem die Universitätsfrauenklinik, auch als
»Triersches Institut« bezeichnet, untergebracht
war, bildete das städtebauliche Zentrum des
medizinischen Viertels in Leipzig. Nach dem
Umzug der Universitätsfrauenklinik an den
neuen Standort in der Philipp-Rosenthal-Stra-
ße wurde das Gebäude als Hautklinik ge nutzt.
Hierfür erhielt der Gebäudekomplex um 1930
nach Plänen des Architekten Hubert Ritter
eine Erweiterung und einen umfassenden Um-
bau. Mit dem Anbau des Südflügels und des
Hörsaalbaus an der Ostseite wurde der vormals
offene Baukörper geschlossen. Das im 2. Welt-
krieg zerstörte vierte Obergeschoss des Süd-
flügels wurde in den 1950er-Jahren minimalis-
tisch wiedererrichtet. Das von Arwed Roßbach
entworfene Treppenhaus im Mittelbau des Ur-
sprungsgebäudes blieb unversehrt. Der unter
Denkmalschutz stehende Gebäudekomplex
› Niederlassung Leipzig
II
Niederlassung Leipzig II
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Zuständigkeitsbereich Hochschulen,
Universitätsklinikum Leipzig AöR,
Einrichtungen des SMWK, SMS und SMK für
Kreisfreie Stadt Leipzig
Landkreis Leipzig
Landkreis Nordsachsen
Direktionsbezirk Leipzig (für Hochschulen,
Krankenhausbau, Berufsakademie)
Bauvolumen
53,1 Millionen Euro
Anzahl der Baumaßnahmen
276
Anzahl der Gebäude
326, NGF 998.101 m²
Anzahl der Flurstücke
279, Fläche 4.097.340 m²
Treppenhaus im
zentralen Forschungs-
gebäude der
Universität Leipzig

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46 |
| 47
hen. Auf dem Gelände des ehemaligen Zelle-
traktes ist Zusammenarbeit mit der Stadt
Plauen eine öffentliche Parkanlage geplant.
Die Realisierung ist jedoch nicht Bestandteil
der Maßnahme.
Die Erschließung des Campus erfolgt über
den Hradschin und den Amtsberg. Die Zugän-
ge zum Campus spiegeln die Lage der histori-
schen Tore der Schlossanlage im Süden und
Nordosten wider.
Leitbild des Gesamtentwurfes ist die historische
Kubatur des Schlosses vor der gründerzeitli-
chen Überformung mit den charakteristischen
Elementen Roter Turm, Schloss, Wehrmauer
und Nordturm.
Projektstand
Die Abrisse des ehemaligen Zellentrakts, der
Garagen, des Heizhauses sowie der Produkti-
onshalle erfolgten in intensiver Abstimmung
mit dem Landesamt für Denkmalpflege. Durch
die Freimachung bisher überbauter Teile der
Immobilie bot sich für das Landesamt für
Archäologie die einmalige Gelegenheit, um-
fangreiche archäologische Grabungen auf dem
historisch bedeutenden Areal durchzuführen.
Die Grabungen begannen im Frühjahr 2014
und konnten nach einem Jahr abgeschlossen
werden.
unter Einbeziehung des gesamten Areales des
Amtsberges eine neue Lösung gefunden. Hier
bot sich die Einbeziehung der Schlossruine
durch eine Überbauung an. Mit dem Abriss
der JVA-Gebäude erfährt der Amtsberg eine
völlig neue räumliche Gestaltung. Am neuen
Standort sollen für bis zu 400 Studierende
sowie Lehr- und Verwaltungspersonal eine
Nutzfläche für insgesamt 2.300 Quadratme-
tern zur Verfügung stehen.
Im Bestandgebäude (ehemaliges Amtsgericht)
finden die Studienrichtungen Technisches Ma-
na gement, Lebensmittelsicherheit, Gesund-
heits- und Sozialmanagement, Handel und
in ternationales Management sowie die Verwal-
tung ihren Platz. Dafür sind im Erdgeschoss
sowie den drei Obergeschossen Seminar- und
Laborräume sowie Räume für die Verwaltung
zu errichten. An Stelle der Schlossruine
nimmt der geplante Neubau die Bibliothek
sowie einen Mehrzwecksaal auf. Die nach dem
2. Weltkrieg nur spärlich erhaltenen Schloss-
mauern und Arkaden werden in den Neubau
integriert und zum prägenden Gestaltungs-
element der Fassade und der Gebäudekubatur.
Das ebenfalls erhaltene historische Eingangs-
portal mit seiner markanten Einfassung aus
grob behauenen Stein wird auch im künftigen
Neubau den Haupteingang des Gebäudes
bilden. Angrenzend entsteht ein kleiner
»Schlosshof«, der durch den Neubau und die
Umfassungsmauern definiert wird.
Entbehrliche Bausubstanz wie der Zellentrakt,
das Heizhaus, die Produktionshalle sowie Ga-
ragen wurde bereits abgerissen. An der Stelle
der Garagen und der Produktionshalle werden
der obere und der untere Schlosshof entste-
Ehemalige Schlossruine nimmt den Neubau der geplanten Bibliothek auf
Nach Umbauten zogen 1725 das Justizamt
und die Amtsverwaltung auf das Schlossareal.
Schließlich entwickelte sich ab 1852 der Amts-
berg zum Gefängnis- und Gerichtsstandort.
Am Ende des Zweiten Weltkriegs war die Stadt
Plauen Ziel von Luftangriffen, ein Großteil
der Bauwerke auf dem Amtsberg wurde dabei
zerstört. Nach Instandsetzung und Wiederer-
richtung des Gerichts- und Zellengebäudes
Mitte des 20. Jahrhunderts setzte sich die Nut-
zung als Justizvollzugsanstalt bis Ende 2007
fort. Danach blieb das Areal ungenutzt.
Planungen
Hinsichtlich seiner großen historischen und
geo grafischen Bedeutung für die Stadt Plau-
en galt es, eine adäquate Nutzung für das
15.430 Quadratmeter große Areal zu fin den.
Mit der Staatlichen Studienakademie Plauen,
die bisher in einem Objekt der Stadt Plauen
untergebracht ist, konnte ein der Immobilie
angemessener Nutzer gefunden werden. Das
Areal auf dem Amtsberg bietet die Möglichkeit,
die Studienakademie anforderungsgerecht zu
erweitern. Die Entscheidung zum Umzug der
Staatlichen Studienakademie Plauen traf der
Freistaat Sachsen in Abstimmung mit der Stadt
Plauen. 2011 wurde durch den SIB im Auftrag
des Staatsministeriums für Wissenschaft und
Kunst und des Staatsministeriums der Finan-
zen die technische Möglichkeit der Unter-
bringung der Studienakademie im ehemaligen
Amtsgerichtsgebäude geprüft. Die grundsätz-
liche Eignung des Gebäudes konnte festgestellt
werden. Es wird erwartet, mit der Nutzung
durch die Studienakademie das bedeutende
Areal wiederzubeleben und dadurch eine po-
sitive Wirkung auf den gesamten Stadt raum
zu erzielen.
Das Architekturbüro studioinges Architektur
und Städtebau aus Berlin wurde 2012 in ei-
nem VOF-Verfahren mit Lösungsvorschlägen
anhand seines eingereichten Entwurfes und
seiner Referenzen ausgewählt. Der Vorschlag
für die Nutzung des Gebäudes des ehemaligen
Amtsgerichts überzeugte in seiner inneren
Organisation, welche sich stark an dem räum-
lichen Bestand des Gebäudes orientierte.
Weiterhin war als wesentliches Kriterium ein
neuer Haupteingang für die Studienakademie
im ehemaligen Amtsgericht zu definieren. Für
den im VOF-Verfahren angebotene Anbau
wurde in einer Überarbeitung des Entwurfes
Staatliche
Studienakademie Plauen
Planungen für den neuen Campus auf
dem Amtsberg in Plauen
Das Areal des mitten in Plauen gelegenen
Amts bergs ist von topografischer, aber vor al-
lem geschichtlich herausragender Bedeutung
für die Stadt. Auf der auch als Hradschin be-
zeichneten Anhöhe stand seit dem Hochmit-
telalter das sogenannte Schloss der Vögte, es
bildete nicht nur das Zentrum der Stadt Plau-
en, sondern des ganzen Vogtlandes.
Die wechselvolle Geschichte des Schlosses,
dessen Ursprünge bis ins 13. Jahrhundert rei-
chen, ist durch Zerstörung und Wiederaufbau
gekennzeichnet. Im Jahr 1430 wurde die
Schloss anlage teilweise durch die Hussiten
zerstört. Von 1478 bis 1541 erfolgte der Neu-
bau der Anlage. Bereits 1548 zerstörte wiede-
rum ein Stadtbrand viele Gebäude und das
Schloss blieb über 100 Jahre in diesem Zu-
stand. 1670 be gann der Wiederaufbau zur
Nebenresidenz für den Herzog Moritz von
Sachsen-Zeitz, unter Wiederverwendung der
noch vorhandenen Bausubstanz. Schon 1694
wurde die Anlage nicht mehr als Wehranlage
genutzt, so dass die Keller an brauberechtigte
Bürger vermietet wurden und die Zwingeran-
lage als Garten diente.
› Niederlassung Zwickau ‹
Niederlassung Zwickau
Kontakt
Dr.-Friedrichs-Ring 2a | 08056 Zwickau
Telefon +49 375 28369 0
Telefax +49 375 28369 105
E-Mail poststelle-z@sib.smf.sachsen.de
Zuständigkeitsbereich
(ohne Vermarktung und Verwertung,
ohne Bodenreform und VZOG)
Landkreis Zwickau,
Vogtlandkreis
und in Teilen des Landkreises Erzgebirgskreis
Direktionsbezirk Chemnitz
(für Zuwendungsbau)
zusätzlich auf dem Gebiet der
Fiskalerbschaften in den Amtsgerichts-
bezirken Aue, Auerbach, Plauen,
Hohenstein-Ernstthal und Zwickau
Bauvolumen
19,4 Millionen Euro
Anzahl der Baumaßnahmen
236
Anzahl der Gebäude
325, NGF 446.207 m²
Anzahl der Flurstücke
240, Fläche 1.656.238 m²
Planung des neuen Campus für die Staatliche Studienakademie Plauen auf dem Amtsberg in Plauen

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Projekthaus MeTeOr
Quelle
gekürzte Fassung aus der db-Ausgabe 9/2014
Architektur
Neumann Architekten, Plauen
Designpreis der Bundesrepublik Deutsch-
land 2014 – Gold, Albertinum Dresden –
Wegeleitsystem
Das Wegeleitsystem der Künstlerin Yang Liu
Design im Albertinum Dresden wurde mit dem
Designpreis der Bundesrepublik Deutschland
2014 in Gold ausgezeichnet.
Das Wegeleitsystem in Neon- und Metall-
schriften schlägt eine Brücke zwischen dem
Neorenaissancegebäude des 19. Jahrhunderts
und dem neuen architektonischen Meister-
werk von Volker Staab und reflektiert zu-
gleich das Ausstellungskonzept des Museums
»Kunst von der Romantik bis zur Gegenwart«.
nun allerdings auf einer mineralischen Dämm-
schicht. Seine Korngröße von bis zu einem
Zentimeter sorgt für ein lebendiges Licht- und
Schattenspiel auf den Wänden und seine mat-
te mineralische Oberfläche lässt ein sympha-
tisches Patinieren erwarten. Denn auf den
üblichen abdeckenden Anstrich wurde ver-
zichtet, sodass das Material seine Tiefenwir-
kung entfalten kann. In ihrer Anmutung kor-
respondieren diese Putzflächen mit den
Fassaden der noch im Original erhaltenen
Nachbarbauten, die ebenfalls aus den 1950er-
Jahren stammen. Auch die Steingewände, die
früher die Fenster einfassten, leben in leicht
modifizierter Form wieder auf: Heute rahmen
weiße Putzfaschen die Öffnungen – die eins-
tige Scharrierung des Steins wurde dabei in
einer Kammzugtechnik für den Putz neu in-
terpretiert. Dass die Faschen sich jeweils
asymetrisch um die Fenster legen und dass
sie von Geschoss zu Geschoss leicht gegenei-
nander verschoben sind, kennzeichnet sie bei
allem Bezug zur Vergangenheit als heutiges
Element. Auf diese Weise entstand - wie vom
Bauherrn gewünscht - ein modernes Erschei-
nungsbild. Seine Stärke liegt darin, dass es
sinnfällig und nachvollziehbar aus dem Be-
stand abgeleitet ist und dass die Detaillie-
rung, die sich an traditionellen Handwerks-
techniken orientiert, das preiswerte WDVS
verfeinert.«
Kassen- und Servicebereich des Albertinums
gute Umnutzungsfähigkeit und gestalterische
Qualität geprägt.
Architektur
ArGe MTO – ABK Architekten GmbH,
Chemnitz
iproplan Planungsgesellschaft mbH,
Chemnitz
Bauen im Bestand, Preis 2014 »Respekt
und Perspektive« – Institutsgebäude für
Bauingen ieurwesen an der TU Dresden,
Georg-Schumann-Straße 7
Bei dem bundesweit ausgelobten Preisver-
fahren wurde das Projekt, als einziges aus
Sachsen, unter 362 eingereichten Arbeiten in
die Runde der 13 Besten gewählt und erhielt
eine Anerkennung.
»Wenn bei einer Sanierung mit wenig Geld viel
Energie gespart werden soll, führt an einem
Wärmdämmverbundsystem kaum ein Weg
vorbei. Neumann Architekten zeigen, wie sich
der bei vielen Planern ungeliebten ›Thermo-
haut‹ verblüffende gestalterische Qualitäten
abringen lassen. Auf dem Campus der Techni-
schen Universität Dresden hatten sie für die
Fakultät Bauingenieurwesen ein Gebäude aus
den 1950er Jahren zu erweitern und energe-
tisch auf Neubaustandard zu bringen. Es war
seinerzeit von der Planungsabteilung unter
Walter Henn im Stil einer moderaten Nach-
kriegsmoderne errichtet worden. Neumann
Architekten haben dieses Formenrepertoire
nun feinfühlig weiterentwickelt. Zunächst ver-
längerten sie das Gebäude um zwei Fenster-
achsen, was nicht weiter auffällt. Denn auf
alten und neuen Fassaden bildet wie früher
ein stark plastischer Kratzputz die Außenhaut,
DGNB-Zertifizierung in SILBER für das
Projekthaus MeTeOr der TU Chemnitz
Der SIB hat sich der Qualitätsprüfung nach
dem Zertifizierungssystem der Deutschen Ge-
sellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB)
gestellt und das im Rahmen des Konjunktur-
paket-II-Programms realisierte und bereits 2011
an die TU Chemnitz übergebenen Projekthau-
ses MeTeOr nachträglich überprüfen lassen und
im Ergebnis das Silber-Zertifikat für Büro und
Verwaltungsgebäude Version 09 erhalten.
Das Projekthaus MeTeOr der Professur Arbeits-
wissenschaft und Innovationsmanagement an
der Fakultät für Maschinenbau der TU Chem-
nitz dient auf dem Campus Erfenschlager Stra-
ße der Erforschung der Arbeitswelten und der
Wirkung neuer Raumkonzepte, Licht und Akus-
tikelemente, insbesondere der Büroarbeitsbe-
reiche. Bereits in der Planung war für die Pro-
jektbeteiligten der Nachhaltigkeitsgedanke
bei Entscheidungen von Bedeutung. So wurde
in Zusammenarbeit mit der Professur Struk-
turleichtbau und Kunststoffverarbeitung der
TU Chemnitz sowie weiteren Chemnitzer Fir-
men ein ausbaufertiges, tragendes Großfor-
mat-Bauteil aus GFK (Glasfaser verstärkter
Kunststoff) für die Rundung entwickelt, wo-
durch eine Gewichtseinsparung von 65 Prozent
erreicht werden konnte. Neben seiner experi-
mentellen Form ist das Projekthaus für seine
spezielle Nutzung mit einem durch mobile
Trennwände sehr flexiblen Raumkonzept und
innovativer, variabel anpassbarer Technik
aus gestattet. Dies gewährleistet eine hohe
Innen raumqualität hinsichtlich Akustik, Tages-
lichtechtheit und farbveränderlicher Beleuch-
tung. Das Gebäude ist somit neben seiner
ökologischen, baulichen und technischen Qua-
lität durch einen hohen Nutzerkomfort, eine
7. Preise und Auszeichnungen
Institutsgebäude für Bauingen ieurwesen an der
TU Dresden

50 |
Der Verwaltungsrat des
Staatsbetriebes Sächsisches
Immobilien- und Baumana-
gement setzte sich während
des Geschäftsjahres 2014
wie folgt zusammen:
Hansjörg König,
Vorsitzender des Verwaltungsrates,
Staatssekretär im Sächsischen Staats-
ministerium der Finanzen, Dresden
Matthias Zier,
Ministerialrat im Sächsischen Staats-
ministerium der Finanzen, Dresden
Dr. Ulrich Reusch,
Ministerialdirigent im Sächsischen
Staatsministerium für Umwelt und
Landwirtschaft, Dresden
Klaus-Dieter Schwensen,
vormals: Niederlassungsleiter,
TLG Immobilien GmbH –
Niederlassung Süd, Dresden
(seit Oktober 2014: KDS Klaus-Dieter
Schwensen Immobilien-Beratung)
Gerd Rudolph,
Vorsitzender des Bezirkspersonalrates
des SIB, Chemnitz
8. Organisation und Aufsicht