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Geschäftsbericht 2011

Standorte
Leipzig
Zwickau
Chemnitz
Dresden
Zentrale
Niederlassung

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Prof. Dieter Janosch
Geschäftsführer
Volker Kylau
Unternehmensbereichsleiter
Planungs- und Baumanagement
Stefan Wagner
Unternehmensbereichsleiter
Finanzvermögen- und
Portfoliosteuerung
Andrea Grobshäuser
Stellv. Unternehmensbereichsleiterin
Facility- und Bedarfsdeckungs-
management
Martin Oberacher
Unternehmensbereichsleiter
Zentrale Verwaltung
Dr. Ulf Nickol
Niederlassungs leiter
Dresden
II
Gerlind Berndt
N
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Michael Haas
Niederlassungs leiter
Zwickau
Petra Förster
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I
Ludwig Coulin
Niederlassungs leiter
Dresden
I
Peter Voit
Niederlassungs leiter
Chemnitz
Norbert Seibt
Niederlassungs leiter
Bautzen
Niederlassungsleiter:
Geschäftsführer & Unternehmensbereichsleiter:
Führungskräfte
Bautzen

Inhaltsverzeichnis | 01
Inhaltsverzeichnis
1. Grußwort des Sächsischen Staatsministers der Finanzen
.................................................................
02
2. Vorwort des Geschäftsführers
........................................................................................................................................
04
3. Jahresergebnisse 2011 im Überblick
........................................................................................................................
06
4. Der Staatsbetrieb SIB
...............................................................................................................................................................
08
4.1
Planungs- und Baumanagement
..............................................................................................................................
08
4.2
Facility- und Bedarfs deckungsmanagement
.................................................................................................
08
4.3
Finanzvermögen und Portfoliosteuerung
........................................................................................................
09
4.4 Zentrale Aufgaben
................................................................................................................................................................
09
5. Die Geschäftsentwicklung 2011
...................................................................................................................................
10
5.1
Planungs- und Bau management
.............................................................................................................................
10
5.2
Facility- und Bedarfs deckungsmanagement
.................................................................................................
20
5.3
Finanzvermögen und Portfoliosteuerung
........................................................................................................
27
5.4 Zentrale Verwaltung
...........................................................................................................................................................
32
5.4.1 Bericht aus dem Personalbereich
............................................................................................................
32
5.4.2 Bericht aus dem Vergabe- und Vertragsmanagement
..........................................................
34
5.4.3
Bericht aus dem IT-Bereich
...........................................................................................................................
35
5.4.4 Bericht aus dem Organisations bereich
...............................................................................................
35
6. Die Standorte
....................................................................................................................................................................................
38
Niederlassung Bautzen
.................................................................................................................................................................
38
Niederlassung Chemnitz
.............................................................................................................................................................
40
Niederlassung Dresden I
.............................................................................................................................................................
42
Niederlassung Dresden II
............................................................................................................................................................
44
Niederlassung Leipzig I
.................................................................................................................................................................
46
Niederlassung Leipzig II
...............................................................................................................................................................
48
Niederlassung Zwickau
.................................................................................................................................................................
50
7. Preise und Auszeichnungen
...............................................................................................................................................
52
8. Organisation und Aufsicht
.................................................................................................................................................
54

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1. Grußwort des Sächsischen Staatsministers
der Finanzen
Liebe Leserinnen und Leser,
durch Baumaßnahmen werden die Weichen
für die Zukunft Sachsens gestellt. Weil unsere
Chancen in Bildung, Wissenschaft und For-
schung liegen, spiegelt sich dies in beson-
derer Weise in den Baumaßnahmen für die
sächsischen Hochschulen wider: Von 1991
bis einschließlich 2011 wurden rund 3,4 Milli-
arden Euro hierfür ausgegeben. Das sind über
ein Drittel der für den gesamten Hochbau
des Freistaates in diesem Zeitraum zur Ver-
fügung stehenden finanziellen Mittel. Diese
Investitionen in die Wissenschaft waren eine
entscheidende Grundlage für die erfolgreiche
Entwicklung des Freistaates Sachsen. Ohne
die engagierte Arbeit des Staatsbetriebes
Sächsisches Immobilien- und Baumanage-
ment (SIB) wäre diese Aufbauleistung nicht
zu bewältigen gewesen.
Allein im Jahr 2011 wurden im Hochschul-
bereich Baumaßnahmen im Gesamtum-
fang von rund 270 Millionen Euro fertig
gestellt. Beeindruckende Beispiele hierfür
sind die Neubauten für das Diagnostisch-
Internistisch-Neurologische Zentrum (DINZ)
des Universitätsklinikums Dresden und das
CRTD – Zentrum für Regenerative Therapien
Dresden der Technischen Universität Dresden.
Sie sichern eine zukunftsfähige Hochschul-
medizin in Sachsen. Der Freistaat investierte
rund 140 Millionen Euro in das DINZ und
40 Millionen Euro in das CRTD. Investitionen
dieser Größenordnung sind zugleich immer
Anerkennung für und Bekenntnis des Frei-
staates zu den jeweiligen Einrichtungen und
zugleich Ausdruck des Vertrauens in deren
Innovations- und Konkurrenzfähigkeit. Zur
Umsetzung derartiger, oftmals hochspe-
zialisierter Bauten und deren Einrichtun-
gen benötigen wir eine Bauverwaltung, die
höchsten Ansprüchen genügen kann.
Auch an anderen Hochschulen wurden in ver-
schiedenen Bereichen Baumaßnahmen fertig
gestellt oder fortgeführt: unter anderem im
Maschinen- und Fahrzeugbau und damit in
einer der sächsischen Zukunftsbranchen. In
diesem Zusammenhang entstanden der Neu-
bau eines Laborzentrums für Kraftfahrzeug-
elektronik an der Westsächsischen Hochschule
Zwickau und der Neubau eines Zentrums für
Verfahrens- und Maschinenentwicklung an der
Technischen Universität Bergakademie Frei-
berg. Derartige Projekte sind Voraussetzung
für eine zukunftsfähige Hochschul- und For-
schungslandschaft. Diese sichert wiederum die
Wettbewerbsfähigkeit der sächsischen Wirt-
schaft und nicht zuletzt Arbeitsplätze.
Aber auch andernorts entsteht Neues: Am
Augustusplatz in Leipzig schaffen wir mit
dem Augusteum und dem Paulinum ein
neues modernes Zentrum der Universi-
tät. Gleichzeitig gibt das neue Paulinum der
Stadt ein Stück ihrer Identität wieder, indem
es die Umrisse der früheren Universitätskir-
che St. Pauli nachzeichnet. Es schließt damit
die baugeschichtliche Lücke im Herzen der
Stadt, die durch die Sprengung der Kirche am
30. Mai 1968 aus politischen Gründen durch
den SED-Unrechtsstaat gerissen wurde. Für
dieses städtebaulich wichtige Ensemble in
der Mitte Leipzigs, das der Universität ein
Herz und eine Seele zurück gibt, investiert
der Freistaat insgesamt 250 Millionen Euro.
Im Jahr 2011 konnten die Gerüste an den
Fassaden des Augusteums sowie des Pau-
linums fallen. Das Innere des Augusteums
wird im Sommersemester 2012 schrittweise
in Betrieb genommen. An diesem Vorhaben
ist ersichtlich, welche Herausforderungen
und Unwägbarkeiten mit derart großen und
komplexen Baumaßnahmen verbunden sein
können. Der Weg kann lang und steinig sein
und unverhoffte Pausen erfordern. Dann
benötigen alle Beteiligten einen langen Atem
Deutsches Hygienemuseum Dresden,
Großer Saal
02 | Grußwort des Sächsischen Staatsministers der Finanzen

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und viel Geduld. Meist sind es gerade die
anspruchsvollen Vorhaben, für die sich die
Anstrengungen lohnen und bei denen das
Geschaffene die Rückschläge vergessen lässt.
Wie das Gebäudeensemble am Augustusplatz
Leipzig zeigt, hat der Freistaat Sachsen eine
besondere Verantwortung für die Baukultur.
Dieser kommt er mit Hilfe des Staatsbetrie-
bes SIB nach. Er bewahrt das kulturelle Erbe
Sachsens. Er saniert und stellt historische
Bauwerke wieder her, wie im Jahr 2011 die
Englische Brücke im Bad Muskauer Park oder
das Motorradmuseum und das Sommerhaus
im Schloss Augustusburg. Nicht zu verges-
sen: die Wiederherstellung des Dresdener
Residenzschlosses wurde fortgeführt. Der
Freistaat investierte zwischen 1991 und 2011
rund 270 Millionen Euro in diese Generati-
onenaufgabe. Eine große Herausforderung
ist hierbei, althergebrachte Bau- und Hand-
werkskunst neu zu beleben, weiterhin für die
Arbeiten am Schloss nutzbar zu machen und
auch für die Zukunft zu bewahren.
Besonders interessant ist es, wenn Altes
mit Modernem verbunden wird: Im Jahr
2011 wurde das historische Gebäude des
Hauptstaatsarchivs Dresden, bei dem es sich
um ein beeindruckendes historisches Bau-
denkmal handelt, saniert und baulich neu
gestaltet. Bereits im Jahr 2008 wurde der
moderne Erweiterungsbau in Passivhausbau-
weise fertig gestellt. Mit dem neuen Magazin
errichtete der Freistaat ein innovatives kli-
mafreundliches Gebäude.
Eine weitere unabdingbare Aufgabe des SIB
ist die Sicherstellung der Arbeitsfähigkeit der
sächsischen Verwaltung und Justiz. Neben
Baumaßnahmen für sächsische Behörden
- zum Beispiel wurde ein neuer Gebäude-
komplex für die Finanzämter Dresden fertig
gestellt oder das Finanzamt Chemnitz-Süd
erweitert - hat der Staatsbetrieb im Jahr 2011
an einem bedeutenden Projekt der Staatsre-
gierung mitgearbeitet: Der SIB erstellte die
Konzeption zur baulichen Umsetzung des
Standortekonzeptes und damit zur Neuord-
nung der Behördenlandschaft im Freistaat
Sachsen. Der Landtag hat mit einem entspre-
chenden Gesetz eine umfassende Neustruk-
turierung der Staatsverwaltung beschlossen.
Auch städtebaulich trägt der Freistaat eine
große Verantwortung. Er bestimmt mit über
die Lebensbedingungen der Menschen in
Sachsen. Zukünftige Entwicklungen müs-
sen rechtzeitig beachtet werden. So hat der
Bevölkerungsrückgang im ländlichen Raum
des Freistaates Sachsen Einfluss auf die zur
Wahrnehmung staatlicher Aufgaben zukünf-
tig benötigten Flächen. Im urbanen Bereich
ist es ein zentrales Anliegen, die Belebung der
Innenstädte zu fördern, um weiteren Leer-
stand zu vermeiden und Akzente im Stadtbild
zu setzen.
Bauliche Investitionen dienen dem Aufbau
und der weiteren Entwicklung des Frei-
staates. Sie sind in diesem Zusammenhang
auch Motor für die sächsische Wirtschaft
und damit ein wichtiges Element der Wirt-
schaftsförderung sowie zur Sicherung von
Arbeitsplätzen. Dabei konnten auch im Jahr
2011 wieder rund 90 % der Bauaufträge an
sächsische Unternehmen vergeben werden.
Für den Erfolg des SIB mitverantwortlich sind
zu allererst die Beschäftigten. Ihnen möchte
ich meinen herzlichen Dank aussprechen.
Mein Dank gilt auch den Mitgliedern des Ver-
waltungsrates, die Themen von strategischer
Bedeutung erörtert und kritische Fragen dis-
kutiert haben.
Prof. Dr. Georg Unland
Staatsminister der Finanzen
Detailansicht Fenster
Frontansicht
Grußwort des Sächsischen Staatsministers der Finanzen | 03

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2. Vorwort des Geschäftsführers
„Auch der Steuerzahler ist indirekt Nutznießer
unserer Arbeit“ lautet eine Devise des Staats-
betriebes Sächsisches Immobilien- und Bau-
management (SIB). In seiner Funktion als Ver-
antwortlicher für das Immobilienvermögen
und die Bauvorhaben des Freistaates Sach-
sen kommt dem SIB folglich eine besondere
öffentliche Verantwortung zu. Der gewis-
senhafte und nachhaltige Umgang mit dem
Eigentum des Freistaates Sachsen und somit
auch mit dem Eigentum des Steuerzahlers
genießt dabei oberste Priorität. Die hohen
Maßstäbe an Qualität und Leistungsfähigkeit
sind daher nur durch die optimale Nutzung
aller zur Verfügung stehenden Ressourcen zu
erreichen.
Dies beinhaltet nicht nur den Einsatz von
effektiven und fortschrittlichen Techno-
logien sondern auch die Verwendung von
zeitgemäßen Methoden und Konzepten. Ein
Maßstab der ebenfalls in der Verwaltung
angesetzt wurde und nicht zuletzt Schlüssel
für den erfolgreichen Abschluss des Jahres
2011 war.
Nimmt man Dritte und den Bundesbau hinzu,
so hat der SIB im Jahr 2011 Bauinvestitionen
von mehr als 560 Millionen Euro getätigt.
Diese immense Summe verteilt sich auf eine
Reihe großer und bekannter aber auch auf
eine Vielzahl kleiner, deshalb nicht minder
wichtiger Projekte, bis hin zur kleinen Bauun-
terhaltsmaßnahme.
Ziel der Bauinvestitionen ist die Weiterent-
wicklung Sachsens als wirtschaftlich und
wissenschaftlich attraktiver Standort. Der
weiche Standortfaktor Kultur hat für Sach-
sen eine herausragende Bedeutung, wes-
halb die Pflege des reichen kulturellen Erbes
eine besondere Aufmerksamkeit erfährt. Als
öffentlicher Bauherr steht der SIB im Span-
nungsfeld zwischen verantwortungsvollem
Umgang mit öffentlichen Geldern und dem
Anspruch, hohe Qualität zu gewährleisten.
Das Jahr 2011 war geprägt von mehreren
spektakulären Baumaßnahmen, von denen
einige an dieser Stelle noch einmal Erwäh-
nung finden sollen.
Als bislang größte Klinikbaumaßnahme des
Freistaates Sachsen unter der Projektleitung
des SIB entstand für das Universitätsklini-
kum Dresden das Diagnostisch-Internistisch-
Neurologische Zentrum am Uniklinikum Carl
Gustav Carus Dresden.
Bundesweite Resonanz erhielten die Bau-
maßnahmen am Militärhistorischen Museum
der Bundeswehr in Dresden sowie der Deut-
schen Nationalbibliothek in Leipzig, für die
der SIB, im Auftrag des Bundes, die Projekt-
leitung wahrnahm. Von grenzüberschrei-
tender Bedeutung war zudem die wiederer-
richtete „Englische Brücke“ im Park von Bad
Muskau.
Eine dauerhafte Herausforderung stellt
das Erreichen der Klimaschutzziele und die
Vorgabe an Energieeffizienz dar. Auch hier
nimmt der Freistaat Sachsen seine Vorreiter-
und Vorbildfunktion gewissenhaft wahr. Der
Bau von energiesparenden Passivhäusern
und der Einsatz energieeffizienter Techno-
logien sowie erneuerbarer Energie stellen
dabei effektive Instrumente dar, diese Ziele
zu erreichen sowie Kosten und zugleich Res-
sourcen zu sparen.
So erhielt das Landesamt für Umwelt, Land-
wirtschaft und Geologie in Nossen als erste
Einrichtung in Deutschland ein neues Labor-
gebäude im Passivhausstandard. Die Bau-
weise ermöglicht eine Reduktion der laufen-
den Kosten und stellt so einen wirkungsvollen
Beitrag für Umwelt- und Klimaschutz dar.
Finanzämter Dresden Nord und Süd,
Bild links: Außenansicht, Bild rechts: Innenansicht
04 | Vorwort des Geschäftsführers

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Für die Sanierung des Albertinums in Dres-
den, inklusive des Neubaus des Zentralde-
pots, wurde die Arbeit des Architekten Volker
Staab und mit ihm der engagierte Bauherr
SIB mit einer Auszeichnung beim Deutschen
Architekturpreis 2011 gewürdigt. Der vierte
Erweiterungsbau der Nationalbibliothek Leip-
zig setzt am Deutschen Platz ein besonderes
städtebauliches Zeichen und wurde mit dem
Architekturpreis 2011 der Stadt Leipzig aus-
gezeichnet.
Unter großen Anstrengungen gelang es dem
SIB die Bewirtschaftung der einstmals flexi-
bilisierten Hochschulen wieder im Betrieb zu
integrieren. Dies betraf die Bewirtschaftung
der Hochschule Zittau/Görlitz und der Hoch-
schule Mittweida sowie der Technischen Uni-
versität Dresden und der Universität Leipzig.
Im Rahmen des Projektes „Standortegesetz“
hat der SIB 2011 eindrucksvoll seine Kompe-
tenz als zentraler und qualifizierter Dienst-
leister des Freistaates Sachsen für Bau und
Immobilien unter Beweis gestellt. Dies war
nur möglich auf der Basis valider Immobili-
endaten und durch das gute Zusammenspiel
aller Unternehmensbereiche und der Nieder-
lassungen.
Nicht minder bedeutungsvoll sind der
Betrieb und die Bewirtschaftung von rund
2.700 Gebäuden. Auch 2011 entlastete der
SIB die Ressorts mit ihren vielfältigen nach-
geordneten Behörden von den fachfremden
Aufgaben: Bauen, Bewirtschaften und Betrei-
ben. Durch Neuverhandlungen von Mietver-
trägen wurden zudem jährliche Einsparungen
in Höhe von rund 500.000 Euro erzielt.
Auch der Unternehmensbereich Finanz-
vermögen und Portfoliosteuerung konnte
im Jahr 2011 an die guten Geschäftsergeb-
nisse der vorangegangenen Jahre anschlie-
ßen und diese zum Teil noch steigern. Mit
ca. 400 abgeschlossenen Verkaufsfällen
konnten neben den klassischen auch ver-
stärkt schwer zu vermarktende Problem-
immobilien veräußert werden. Dies gelang
durch neuentwickelte Vermarktungsstrate-
gien die zielgerichtet ihre Anwendung fan-
den. Ebenfalls konnten bei der Abwicklung
der Fiskalerbschaftsfälle die anhaltend sehr
hohen Fallzugänge durch die hohen Abarbei-
tungszahlen kompensiert und der Gesamtbe-
stand an Fällen erneut reduziert werden.
Wie bereits im Vorjahr galt der Umsetzung
des Energieeffizienzprogramms besondere
Aufmerksamkeit. Der SIB verfolgt dabei einen
umfassenden Ansatz, der von der energe-
tischen Optimierung vorhandener Anlagen,
dem Ausbau des Anteils regenerativer Ener-
gien bis hin zur Erstellung nachhaltiger Ener-
giekonzepte reicht. Seit Gründung des SIB im
Jahr 2003 wurden bis heute Einsparungen an
Heizenergie in Höhe von 520.000 MWh erzielt,
davon allein 95.000 MWh im Jahr 2011.
Der vorliegende Geschäftsbericht zieht
Bilanz zu einem erfolgreichen Geschäftsjahr.
Ich danke allen, die im Kalenderjahr 2011 am
Erfolg des SIB mitgewirkt haben. Unseren
Kunden und Geschäftspartnern danke ich für
die gute Zusammenarbeit. Unseren Mitarbei-
tern danke ich für ihren engagierten Einsatz.
Prof. Dieter Janosch
Innenansichten
Geschäftsführer des SIB
Vorwort des Geschäftsführers | 05

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3. Jahresergebnisse 2011 im Überblick
Das Geschäftsjahr 2011 war – im Rahmen der Vorgaben der Staatsregierung zur Kosten- und
Personalentwicklung – geprägt vom intensiven Bestreben, die Kernaufgaben des Betriebes zu
spezifizieren, betriebswirtschaftliche Steuerungsinstrumente weiterzuentwickeln und über
zielgerichtete Maßnahmepakete die Effizienz des SIB weiter zu erhöhen. Die Zielstellung, die im
Wirtschaftsplan zur Verfügung gestellten Mittel einzuhalten bzw. zu unterschreiten sowie die
im Einzelplan 14 gestellten Aufgaben zu erfüllen, wurde im Geschäftsjahr insgesamt erreicht.
Ein Vergleich der wichtigsten Ertrags- und Größenkennzahlen verdeutlicht diese Entwicklung.
Staatlicher Hochbau und Liegenschaften
In Wahrnehmung des Planungs- und Bau-
managements für die Baumaßnahmen des
Freistaates Sachsen, des Bundes und Drit-
ter gelang es, Bauleistungen für insge-
samt 2.619 Baumaßnahmen im Wert von
569,1 Millionen Euro (Vorjahr 605,8 Millio-
nen Euro) mit dem Schwerpunkt des Landes-
und Hochschulbaus (383,3 Millionen Euro) zu
realisieren. Ferner wurden Sonderprogramme
(Energieeffizienz, Hochwasser) in Höhe von
17,9 Millionen Euro umgesetzt.
Im Rahmen des Zukunftsinvestitionsgeset-
zes (Konjunkturprogramm II) der Bundesre-
gierung sind durch den SIB im Geschäfts-
jahr zusätzliche Bauleistungen in Höhe von
35,6 Millionen Euro realisiert worden.
Die Gesamtausgaben im Liegenschaftsbe-
reich belaufen sich im Geschäftsjahr auf
192,8 Millionen Euro.
Immobilienvermögen
Beim Immobilienvermögen erzielte der SIB im
Geschäftsjahr rund 11,9 Millionen Euro kas-
senwirksame Einnahmen für den Grundstock
des Freistaates Sachsen.
Wirtschaftsplan
Der kaufmännische Jahresabschluss des SIB
für das Geschäftsjahr 2011 ist durch die
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG AG
geprüft und erneut uneingeschränkt testiert
worden.
Dabei ist hervorzuheben, dass die Entwick-
lung der Vermögens- und Kapitalstruktur
im Geschäftsjahr wesentlich dadurch beein-
flusst wird, dass gemäß Festlegung des
Staatsministerium der Finanzen (SMF) Lasten
aus Versorgungs- und Beihilfeverpflichtun-
gen abweichend von der bisherigen Verfah-
rensweise nur noch beim Freistaat Sachsen
insgesamt zu berücksichtigen und auszuwei-
sen sind und die Staatsbetriebe künftig von
diesen Verpflichtungen freigestellt werden.
Damit waren zum Bilanzstichtag keine Pen-
sionsrückstellungen mehr zu bilden, wodurch
sich die Bilanzsumme im Vergleich zum Vor-
jahr auf TEUR 33.757 nahezu halbiert hat.
Aufgrund der nach kameralen Grundsätzen
bestehenden Zuschussfinanzierung des SIB
durch den Freistaat Sachsen hat das Jahres-
ergebnis aus der Geschäftstätigkeit vor Son-
dereinflüssen wiederholt eine „wirtschaft-
liche Null“ ergeben. Unter Berücksichtigung
geschäftsneutraler Sondereinflüsse weist
die Gewinn- und Verlustrechnung insgesamt
einen Jahresfehlbetrag von TEUR 372 (Vor-
jahr TEUR 647) aus.
Als wichtigste Einnahmeposition erwirtschaf-
tete der SIB im Geschäftsjahr Umsatzerlöse
aus dem Bundesbau in Höhe von 20,3 Millio-
nen Euro (Vorjahr: 20,2 Millionen Euro).
Im Rahmen der Zuschussfinanzierung durch
den Freistaat Sachsen wurden durch den
SIB die im Geschäftsjahr erhaltenen Zuwei-
sungen für die Finanzierung der laufenden
Finanzamt Chemnitz Süd,
Außenansicht
Außenansicht
Kantine
06 | Jahresergebnisse 2011 im Überblick

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Geschäftstätigkeit sowie der Investitionen
in Höhe von insgesamt 53,3 Millionen Euro
(Vorjahr 56,7 Millionen Euro) im Rahmen einer
sparsamen und zweckentsprechenden Haus-
haltsführung ordnungsgemäß verwendet.
Darüber hinaus zum Bilanzstichtag nicht in
Anspruch genommene Mittel waren gemäß
den Vorgaben des SMF im Jahresabschluss
grundsätzlich als rückzahlbarer Zuschuss zu
bilanzieren.
Bau- und Liegenschaftshaushalt – Ergebnisse 2011 (Angaben in Mio. Euro)
Landesbau gesamt
Hochschulbau
Bewirtschaftung
Bundesbau
Anmietung
Landesbau für Dritte
Konjunkturpaket II
205,8
195,4
147,9
91,8
42,2
40,5
35,6
Innenansicht
Jahresergebnisse 2011 im Überblick | 07

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4. Der Staatsbetrieb SIB
4.1
PLANuNGS- uND BAu-
MANAGEMENt
Kompetent und langjährig erfahren nimmt
der Unternehmensbereich Planungs- und
Baumanagement die Bauherrenaufgabe für
den Freistaat Sachsen wahr. Er leitet die Bau-
projekte – Neubau, Umbau, Sanierung und
Erhaltungsmaßnahmen – an den Gebäuden
des Freistaates Sachsen. Im Fokus der Pro-
jektleitung stehen die nicht delegierbaren
Bauherrenaufgaben, wie die Bestimmung
der Projektziele, Sicherstellung der Pro-
jektfinanzierung, Programm- und Funktio-
nalabstimmungen mit dem Nutzer und die
grundsätzliche Vertretung der Bauherren-
interessen, beispielsweise bei gerichtlichen
Auseinandersetzungen oder nachbarschafts-
rechtlichen Belangen. Auch die Beauftragung
von Bauaufgaben, die Auslobung von Archi-
tekturwettbewerben, die Projektorganisation
sowie die Eigenerledigung von Projektsteu-
erungsaufgaben bei ausgewählten Baumaß-
nahmen zählen zum Aufgabenspektrum des
Unternehmensbereichs.
Der Unternehmensbereich trägt insbeson-
dere die Projektverantwortung im Hinblick
auf das Erreichen der Kosten-, Termin- und
Qualitätsziele. In enger Zusammenarbeit mit
allen Beteiligten wird sichergestellt, dass die
Bauprojekte effizient geplant, koordiniert
und gesteuert werden.
Die Vielzahl und der Umfang der Projekte
geben dem SIB eine für die Baukultur im Frei-
staat Sachsen prägende Stellung. Mit dem
Anspruch einer zukunftsorientierten Res-
sourcenbewirtschaftung richtet der Unter-
nehmensbereich Planungs- und Baumanage-
ment sowohl seinen Geschäftsbetrieb als
auch seine Aufgabenwahrnehmung verstärkt
an den Kriterien Nachhaltigkeit und Energie-
effizienz aus. Als baufachlicher Berater steht
er nutzenden Behörden und Einrichtungen
des Freistaates Sachsen mit seiner Fachkom-
petenz für baufachliche Entscheidungen zur
Seite. Darüber hinaus leistet der Unterneh-
mensbereich auch die Projektleitung für Bau-
vorhaben des Bundes und Dritter (z. B. Säch-
sische Krankenhäuser) im Freistaat Sachsen
und begleitet baufachlich die Projekte von
Zuwendungsempfängern.
4.2 FACILIty- uND BEDArFS-
DECkuNGSMANAGEMENt
Der Unternehmensbereich Facility- und
Bedarfsdeckungsmanagement ist der zent-
rale Liegenschaftsverwalter für alle Behör-
den und sonstigen staatlichen Einrichtungen
des Freistaates Sachsen. Eine wesentliche
Kernaufgabe ist die strategische Steuerung
und Optimierung des Gesamtbestandes
der Immobilien, die für Verwaltungszwe-
cke genutzt werden. Zu den Nutzern zählen
neben den klassischen Verwaltungen wie
Finanzämter und Gerichte auch Hochschulen,
Museen und Kultureinrichtungen.
Unter Beachtung wirtschaftlicher Grundsätze
werden im Unternehmensbereich Facility- und
Bedarfsdeckungsmanagement die Weichen für
eine bedarfs- und sachgerechte Unterbrin-
gung gestellt. Hier erfolgt eine Prüfung, der
von den Ressorts angemeldeten Bedarfe und
im Ergebnis die Entscheidung zur Unterbrin-
gung (Bedarfsdeckung). Eine weitere wesentli-
che Kernaufgabe stellt die Grundstücksverwal-
tung und -bewirtschaftung dar.
Im Rahmen der Grundstücksverwaltung und
-bewirtschaftung managt der Unternehmens-
bereich in der Phase der Gebäudenutzung
eine Fülle von Prozessen und Dienstleistun-
gen, die zum Betreiben und zur Erhaltung
eines Objektes erforderlich sind. Dies erfolgt
ukD Dresden, Diagnostisch-Internistisch-
Neurologisches Zentrum (DINZ),
Außenansicht
Innenansichten
8 | Der Staatsbetrieb der SIB

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mit dem Anspruch, dass die Gebäude dem
Nutzer uneingeschränkt zur Ausführung sei-
nes Kerngeschäftes zur Verfügung stehen.
Aus der Zielstellung einer optimalen Kos-
tentransparenz werden in den Fachbereichen
Konzepte zur Kostenreduzierung erarbeitet
und umgesetzt.
4.3 FINANZVErMöGEN uND
POrtFOLIOStEuEruNG
Der Unternehmensbereich Finanzvermögen
und Portfoliosteuerung ist für die Erfassung
des gesamten Immobilienbestandes des
Freistaates Sachsen zuständig und arbeitet
dabei eng mit den beiden anderen Grundver-
mögensverwaltern des Freistaates Sachsen,
der Forst- und der Straßenbauverwaltung,
zusammen. Er gleicht seinen Bestand regel-
mäßig mit den anderen Grundvermögens-
verwaltern ab und ist für die Analyse und
Optimierung des Portfolios des Freistaates
Sachsen verantwortlich. Darüber hinaus
sichert der Unternehmensbereich das Lan-
desvermögen im Bereich der Vermögenszu-
ordnung für den Freistaat Sachsen.
Immobilien, die nicht mehr dauerhaft für die
Aufgaben des Freistaates Sachsen benötigt
werden, veräußert der Unternehmensbereich
Finanzvermögen und Portfoliosteuerung.
Bis zur Veräußerung werden sie vom Unter-
nehmensbereich verwaltet. Teile des Portfo-
lios, wie beispielweise Landeskrankenhäuser,
Gebäude für außeruniversitäre Forschungs-
einrichtungen (wie die Institute der Leibniz
Gemeinschaft oder Einrichtungen der Max-
Planck-Gesellschaft), Gebäude für Bildungs-
einrichtungen (beispielsweise die Sächsi-
sche Landesstiftung Natur und Umwelt und
die Berufsbildungswerk Sachsen gGmbH)
werden zwar nicht für die Erfüllung staatli-
cher Aufgaben benötigt, gleichwohl ist eine
Veräußerung befristet oder unbefristet auf-
grund von vertraglichen oder sonstigen Ver-
pflichtungen nicht vorgesehen. Gleiches gilt
für das betriebsnotwendige Vermögen der
Landestalsperrenverwaltung, des Staatsbe-
triebs Schlösser, Burgen und Gärten und der
Staatlichen Betriebsgesellschaft für Umwelt
und Landwirtschaft (Schlösser, Flüsse und
Überflutungsflächen oder Verwaltungsge-
bäude). Der Freistaat Sachsen überlässt diese
Immobilien staatlichen Einrichtungen und
externen Dritten. Diese Immobilien haben
eine Gesamtfläche von mehr als 21.400 Hek-
tar. Ihre Verwaltung ist eine Aufgabe des
Unternehmensbereichs.
Zu den Sonderaufgaben gehören die Abwick-
lung von Fiskalerbschaften, die Bewertung
des Grundvermögens in der Zuständigkeit
des SIB und die Vertretung der Interessen
des Freistaates Sachsen als Träger öffentli-
cher Belange in Planungsverfahren.
4.4 ZENtrALE AuFGABEN
Der Unternehmensbereich Zentrale Verwal-
tung nimmt innerhalb des SIB die Support-
aufgaben für die drei Fach-Unternehmens-
bereiche wahr und unterstützt bzw. entlastet
bei fachfremden oder fachbegleitenden Auf-
gaben. Der breit gefächerte Aufgabenbereich
erstreckt sich vom Personalmanagement,
dem Vergabe- und Vertragsmanagement,
dem Rechnungswesen bis hin zu organisa-
torischen Aufgaben. Weiterhin ist der Unter-
nehmensbereich für die Bereitstellung und
Instandhaltung der Informationstechnik (IT)
verantwortlich.
Der Staatsbetrieb der SIB | 9

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5. Die Geschäftsentwicklung 2011
5.1 PLANuNGS- uND BAu-
MANAGEMENt
Bauaktivitäten
Im Geschäftsjahr 2011 gelang es dem Unter-
nehmensbereich Planungs- und Baumanage-
ment Bauleistungen in Höhe von 569,1 Milli-
onen Euro zu realisieren. Der Wert entspricht
dem am Anfang des Jahres prognostizierten
V-Ist und liegt in erwartetem Umfang unter
dem Wert des Vorjahres (605,8 Millionen.
Euro) gemäß Haushaltsplan.
Die Bauleistungen verteilen sich wie folgt auf
die Bereiche: 33 Prozent entfallen auf den
allgemeinen Landesbau, 35 Prozent auf den
Hochschulbau und 16 Prozent auf den Bun-
desbau. Die restlichen 16 Prozent verteilen
sich auf Bauleistungen für Dritte, wie bei-
spielsweise für die Sächsischen Krankenhäu-
ser, Baumaßnahmen im Rahmen des Konjunk-
turpakets II oder Energieeffizienzmaßnahmen.
Eine detaillierte Aufschlüsselung der erbrach-
ten Bauleistungen für 2011 ist der Grafik
„Bauleistungen nach Bereichen“ (Seite 13) zu
entnehmen.
Während im Hochschulbau ein Anstieg der
umgesetzten Bauleistungen um 13 Prozent
auf 195,4 Millionen Euro (Vorjahr: 172,4 Mil-
lionen Euro) erzielt werden konnte, sanken sie
im Landesbau um 20 Prozent auf 187,9 Milli-
onen Euro (Vorjahr: 233,6 Millionen Euro).
Maßgeblich für das gute Ergebnis im Hoch-
schulbau war der erfolgreiche Abschluss
und die Übergabe von so herausragenden
Maßnahmen wie dem Zentrum für Rege-
nerative Therapien in Dresden (CRTD) (GBK:
41,3 Millionen Euro) oder dem Diagnostisch-
Internistisch-Neurologischen Zentrum (DINZ)
(Gesamtbaukosten: 141,1 Millionen Euro).
Bauleistungen wurden für insgesamt 2.619 Bau-
maßnahmen (Vorjahr: 2.594) erbracht. Im
Detail handelte es sich hierbei um 486 Große
Entwicklung des Bauvolumens 2003 bis 2011 (Angaben in Mio. Euro)
2003
553
534
478
467
468
564
582
606
569
2004
2005
2006
2007
2008
2009
2010
2011
Staatliche Studienakademie und Evangelische
Hochschule für soziale Arbeit Dresden,
Treppenhaus
Außenansicht
10 | Die Geschäftsentwicklung 2011

image
Baumaßnahmen (19 Prozent), 449 Kleine Bau-
maßnahmen (17 Prozent) und 1.684 Bauun-
terhaltsmaßnahmen (64 Prozent). Während
die Zahl der Großen Baumaßnahmen leicht
um sechs Prozent gesunken ist, gab es einen
Anstieg bei den Bauunterhaltsmaßnahmen um
sieben Prozent. Der Bauunterhalt hat den
Erhalt der baulichen Substanz, ohne den
Bestand grundsätzlich zu verändern, zum
Ziel. Als „Kleine Baumaßnahme“ (KBM) hin-
gegen bezeichnet man Bauvorhaben, deren
Gesamtbaukosten nicht über einer Million
Euro liegen. Überschreiten die Baukosten die
Grenze von einer Million Euro spricht man
von einer „Großen Baumaßnahme“ (GBM).
Für den Pakt für Beschäftigung und Stabilität
in Deutschland zur Sicherung der Arbeits-
plätze, Stärkung der Wachstumskräfte und
Modernisierung des Landes, genannt Kon-
junkturpaket II, wurden Aufträge in Höhe von
35,6 Millionen Euro erteilt und das Programm
insgesamt abgerechnet. Die stärkste Förde-
rung im Berichtsjahr floss dem Bereich Bil-
dung mit 14,3 Millionen Euro für Maßnahmen
in und an Hochschulgebäuden zu.
Energieeffizienzmaßnahmen
Durch die Maßnahmen aus dem Energieef-
fizienzprogramm gelang es, Energieeinspa-
rungen von circa 5.723 MWh/a (dies sind
rund 582.000 Euro an Betriebskosten) sowie
eine CO
2
-Einsparung von circa 1.030 t/a zu
erzielen. Fünf Prozent der aufgewandten
Haushaltsmittel wurden für Analysen, die
der Vorbereitung von Maßnahmen, insbe-
sondere der Ermittlung möglicher Einspar-
potentiale dienen, verausgabt. Die übrigen
Haushaltsmittel in Höhe von 6,94 Millio-
nen Euro wurden für Maßnahmen an Gebäu-
den (wie die Verbesserung der thermischen
Hülle durch Wärmeverbundsysteme) und zur
Optimierung von Haustechnikanlagen (zum
Beispiel Austausch von Kesseln und Bren-
nern, Errichtung von geothermischen Anla-
gen zur Heizung und Kühlung) aufgewendet.
Selbstverständlich wurden auch außerhalb
des Energieeffizienzprogramms Maßnahmen
zur Erhöhung der Energieeffizienz innerhalb
laufender KBM und GBM realisiert.
Ein zukunftsweisendes Pilotprojekt ist die
geothermische Nutzung von Flutungswasser
aus den Abbauhohlräumen des Zwickauer
Steinkohlereviers, das im Rahmen des Ener-
gieeffizienzprogramms in Zusammenar-
beit mit der Westsächsischen Hochschule
Zwickau (WHZ) realisiert wird. Dabei wird
eine Bohrung bis in circa 625 Meter Tiefe
mit einem Blindschacht als Zielpunkt einge-
bracht. Die mittels reversibler Wärmepum-
pen geförderten Flutungswässer mit circa
25 °C sollen für Heiz- und Kühlzwecke für
Gebäude der WHZ verwendet werden. Im
Endausbau wird eine Leistung von einem
Megawatt erwartet. Dazu wurde ein Koope-
rationsvertrag des SIB mit der Stadt Zwickau
am 28.09.2011 unterzeichnet. Der Bohrbe-
ginn ist für Juni/Juli 2012 geplant. Das Inves-
titionsvolumen der Maßnahme beträgt circa
2,32 Millionen Euro.
Bundesbau
Insgesamt wurden im Jahre 2011 für die
Wahrnehmung von Bauaufgaben im Auf-
trage des Bundes 91,8 Millionen Euro (Vor-
jahr: 94,5 Millionen Euro) verausgabt. Im
Rahmen der sogenannten „Organleihe“ nutzt
der Bund die baufachliche Kompetenz des
SIB als baudurchführende Ebene in zivilen
und militärischen Bauangelegenheiten im
Freistaat Sachsen.
Mit der feierlichen Eröffnung des vierten
Erweiterungsbaus der Deutschen National-
bibliothek in Leipzig konnte im Mai 2011 das
Bauausgaben 2011 (in Mio. Euro)
2011 Vorjahr
im Landesbau
187,9 233,6
davon für:
Große Baumaßnahmen
Kleine Baumaßnahmen
Bauunterhalt
Planung
142,5
10,2
34,4
0,8
186,2
11,1
35,3
1,0
im Hochschulbau
195,4 172,4
davon für:
Große Baumaßnahmen
Kleine Baumaßnahmen
Bauunterhalt
Planung
168,1
12,0
14,3
1,0
143,2
10,6
16,9
1,7
Energieeffizienz-Programm
Erhalt von Bestandsgebäuden
Sächsisches Verwaltungsnetz
Hochwasser
konjunkturpaket II
Landesbau für Dritte
Bundesbau
7,3
3,0
3,0
4,5
35,6
40,5
91,8
11,8
0,0
1,5
6,7
50,9
34,4
94,5
Gesamt
569,1 605,8
Bauleistungen nach Bereichen
3 %
6 %
7 %
35%
33 %
16 %
195,4 Mio. Euro Hochschulbau
187,9 Mio. Euro Landesbau
91,8 Mio. Euro Bundesbau
40,5 Mio. Euro Landesbau für Dritte
35,6 Mio. Euro Konjunkturpaket
17,9 Mio. Euro sonstige Bauausgaben
(z. B. Sächs. Verwaltungsnetz)
Die Geschäftsentwicklung 2011 | 11

wichtigste Bauprojekt des zivilen Bundes-
baus an den Nutzer übergeben werden. Die
Deutsche Nationalbibliothek ist die zentrale
Archivbibliothek sowie das nationalbibliogra-
fische Zentrum der Bundesrepublik Deutsch-
land und nimmt damit auch im internatio-
nalen Vergleich einen hohen Stellenwert ein.
Seit 2010 beherbergt sie zudem das Deutsche
Musikarchiv. Die Erwartungen, die aufgrund
der Bedeutung der Nationalbibliothek an die
Architektur, das energetische Nutzungskon-
zept (Nutzung von Erdwärme) sowie an die
baufachliche Realisierung gestellt wurden,
waren folglich sehr hoch. Die Gesamtbaukos-
ten belaufen sich auf 59,1 Millionen Euro.
Unter großer öffentlicher Beachtung wurde
im Oktober 2011 das Militärhistorische
Museum der Bundeswehr nach siebenjähriger
Bauzeit durch den Bundesminister der Ver-
teidigung Thomas de Maizière feierlich wie-
dereröffnet. Das Militärhistorische Museum
war mit Gesamtbaukosten von 62,5 Milli-
onen Euro und einem Bauvolumen allein
im Jahre 2011 von 22,0 Millionen Euro die
größte Baumaßnahme im Bundesbau.
Zuwendungsbau
Als Zuwendungsbau werden Baumaßnahmen
kommunaler oder privatwirtschaftlicher Bau-
herren bezeichnet, die mit öffentlichen Mit-
teln, wie beispielsweise des Freistaates Sach-
sen oder des Bundes, gefördert werden – zu
solchen Baumaßnahmen sind beispielsweise
Schulen oder Forschungseinrichtungen zu
zählen. Die Aufgabe des Unternehmens-
bereichs Planungs- und Baumanagement
erstreckt sich dabei von der Antragsprüfung,
ob die rechtlichen Voraussetzungen vorliegen,
über die baufachliche Begleitung des Bau-
projekts bis hin zur Kontrolle, ob die einge-
reichten Mittel korrekt eingesetzt wurden, die
sogenannte Verwendungsnachweisprüfung.
2011 wurden 116 dieser Verwendungsnach-
weisprüfungen (Vorjahr: 123) durchgeführt.
Geprüfte Zuwendungsbau-Vorhaben
2011 nach Förderbereichen
(Angaben in Mio. Euro)
Soziales
9,8
Kultus/Wissenschaft
204,6
Städtebauliche Entwicklung
155,0
Wirtschaft
56,5
KommInfra Invest.-Pakt
33,6
Umwelt und Verkehr
22,8
Gesamt
482,3
tu Bergakademie Freiberg,
Technikum für Maschinen- und Verfahrens-
entwicklung (TMV)
12 | Die Geschäftsentwicklung 2011

image
Im Landes- und Hochschulbau wurden im Geschäftsjahr 2011 insbesondere folgende Baumaßnahmen fertig gestellt:
lfd. Nr. Bezeichnung
Investitionssumme
Bauzeit
1
Hauptstaatsarchiv Dresden, Sanierung historisches Gebäude
42,9 Mio. Euro
11/08–07/11
2
Finanzämter Dresden, Umbau und Sanierung
23,4 Mio. Euro
08/08–07/11
3
Polizeidirektion Chemnitz-Erzgebirge, Kriminalpolizei inspektion, Sanierung
9,6 Mio. Euro
08/09–06/11
4
Biosphärenreservatsverwaltung Wartha, Neubau Informationszentrum
2,9 Mio. Euro
03/10–11/11
5
Lehr- und Versuchsgut Köllitsch, Sanierung Medien technik und Außenanlagen, Gebäudesanierung
10,0 Mio. Euro
08/08–12/11
6*
TU Dresden, Zentrum für Regenerative Therapien (CRTD), Neubau
41,3 Mio. Euro
04/09–07/11
7
Staatliche Studienakademie Dresden/Evangelische Fachhochschule Neubau und Sanierung
35,7 Mio. Euro
03/08–07/11
8
Studentenwerk Leipzig/Handelshochschule Leipzig, Umbau Mensa Jahnallee
11,0 Mio. Euro
10/09–07/11
9
TU Chemnitz, Neubau Projekthaus MeTeOr
3,9 Mio. Euro
03/10–05/11
10*
TU Dresden, Zentrum für Energietechnik ZET, Neubau
16,1 Mio. Euro
04/08–06/11
11*
TU Bergakademie Freiberg, Reiche Zeche, Verfahrens- und Energietechnik, Forschungslabore
Energieverfahrens technik (IEC), Neubau
7,6 Mio. Euro
04/10–08/11
12
TU Bergakademie Freiberg, Hallenkomplex, Zentrum für Verfahrens- und Maschinenentwicklung,
Neubau 1. BA, KJP
7,2 Mio. Euro
12/09–04/11
13
Universität Leipzig, Jahnallee, Schärtnerhalle, Sanierung, KJP
4,0 Mio. Euro
07/09–03/11
14
Schloss Augustusburg, Motorradmuseum und Sommerhaus
6,0 Mio. Euro
10/07–01/11
15
Schloss Moritzburg, Außenhautinstandsetzung
3,9 Mio. Euro
05/09–11/11
Für Dritte wurden u. a. folgende Vorhaben realisiert:
lfd. Nr. Bezeichnung
Investitionssumme
Bauzeit
1
Universitätsklinikum Dresden Carl Gustav Carus AöR, Diagnostisch-Internistisch-Neurologisches Zentrum,
Haus 27 Neubau
141,1 Mio. Euro
01/07–12/11
2
Kaisertrutz Görlitz, Umbau und Sanierung
5,9 Mio. Euro
06/09–01/11
3
Bad Muskau, Englische Brücke
2,3 Mio. Euro
09/10–10/11
Fertigstellung im Bundesbau:
lfd. Nr. Bezeichnung
Investitionssumme
Bauzeit
1
Militärhistorisches Museum Dresden, Sanierung Gebäude 1, Außenanlagen, Ver- und Entsorgung
67,2 Mio. Euro
08/04–10/11
2
Deutsche Nationalbibliothek Leipzig, Erweiterungsbau
59,1 Mio. Euro
07/07–05/11
Die Geschäftsentwicklung 2011 | 13

image
Bei den Baufortführungen standen im Geschäftsjahr vor allem folgende Maßnahmen im Mittelpunkt:
lfd. Nr. Bezeichnung
Investitionssumme
Bauzeit
1
Amtsgericht Dresden, Neubau
32,0 Mio. Euro
03/08–09/12
2
Sächs. Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie und Staatliche Betriebsgesellschaft für Umwelt
und Landwirtschaft Nossen, Neubau
41,3 Mio. Euro
11/08–06/12
3
Staatsbetrieb Geobasisinformation und Vermessung Sachsen, Dresden, Umbau und Sanierung
16,1 Mio. Euro
03/09–12/12
4
Amtsgericht Grimma, Umbau und Sanierung
14,5 Mio. Euro
04/10–11/12
5
Justizvollzugsanstalt Bautzen, Sanierung Hafthaus 1
16,8 Mio. Euro
11/08–10/14
6*
Hochschule Mittweida, Zentrum für Medien und Soziale Arbeit
30,0 Mio. Euro
09/10–02/13
7*
TU Chemnitz, Fakultät Elektrotechnik, Umbau Sanierung Weinholdbau
49,6 Mio. Euro
11/09–06/14
8
Universität Leipzig, 4. Bauabschnitt, Hauptgebäude und Aula, Neubau
107,7 Mio. Euro
07/07–2014
9*
Universität Leipzig, Technikum Analytikum, Umbau und Sanierung
21,6 Mio Euro
09/09–11/12
10
Universität Leipzig, Medizinische Fakultät, Forschungsgebäude, Sanierung und Umbau, 2. BA
63,6 Mio Euro
04/07–02/13
11*
Universität Leipzig, Umbau Frauenklinik, Translationszentrum für Regenerative Therapie
13,0 Mio Euro
09/10–06/12
12
Hochschule Zittau/Görlitz, Haus G II, Umbau und Sanierung
5,5 Mio. Euro
09/09–10/12
13*
TU Dresden, Hempelbau, Laborgebäude, Umbau und Sanierung
15,8 Mio. Euro
07/09–06/12
14
Staatliche Kunstsammlungen, Dresdner Zwinger, Mathematisch-Physikalischer Salon, Sanierung und Neubau im Wall
16,4 Mio. Euro
07/08–11/12
15
Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Wiederaufbau Dresdner Residenzschloss
Ostflügel Ausbau III – Riesensaal
Ausbau Schlosskapelle (Schlingrippengewölbe)
12,8 Mio. Euro
2,4 Mio. Euro
04/10-12/12
12/09–2013
16
Schloss Rochlitz, Fürsten-, Quer- und Torwärterhaus, nutzerspezifischer Ausbau
9,1 Mio. Euro
06/07–03/12
17
Schloss Moritzburg, Fasanenschlösschen, Sanierung und Restaurierung
2,9 Mio. Euro
06/07–12/13
14 | Die Geschäftsentwicklung 2011

image
Baufortführungen Maßnahmen Dritte
lfd. Nr. Bezeichnung
Investitionssumme
Bauzeit
1
Universitätsklinikum Carl Gustav Carus AöR Dresden, Diagnostisch-Internistisch-Neurologisches Zentrum,
Sanierung Haus 19
38,6 Mio. Euro
01/07–05/12
2
Bad Muskau, Neues Schloss, Äußere Instandsetzung
11,3 Mio. Euro Fertigstellung
vorauss. 2013
3
Bad Muskau, Neues Schloss, Innenausbau Westflügel
4,5 Mio. Euro
07/10–04/12
4
SKH Altscherbitz, Sanierung Haus 7 und Erweiterungsneubau Psychiatrie
7,8 Mio. Euro
07/10–05/12
5
SKH Großschweidnitz, Tagesklinik Weißwasser
3,9 Mio. Euro
09/10–09/12
6
SKH Rodewisch, Sanierung B 4, Gerontopsychiatrie
4,4 Mio. Euro
11/10–08/12
Im Geschäftsjahr wurde eine reihe von bedeutenden Baumaßnahmen begonnen. Beispielhaft stehen dafür:
lfd. Nr. Bezeichnung
Investitionssumme
Bauzeit
1
Landesfeuerwehrschule Nardt, 2. BA, Außenübungsflächen
7,9 Mio. Euro
08/11–09/14
2
Rückbau „Blaues Haus“ mit Neubau Interimsparkplatz
3,6 Mio. Euro
10/11–06/13
3
SKH Rodewisch, Heim „Im Göltzschtal“, A 20 und A 23
7,3 Mio. Euro
07/11–09/12
4*
TU Dresden, Technikum Nöthnitzer Straße, Neubau
31,5 Mio. Euro
05/11–09/13
5*
TU Dresden, Neubau Forschungsgebäude am Mierdelbau
9,6 Mio. Euro
10/11–08/13
6*
TU Chemnitz, Bürogebäude, eniPROD, 1. BA
5,7 Mio. Euro
06/11–01/13
7*
TU Bergakademie Freiberg, Winkler Bau Labore, Neubau
20,2 Mio. Euro
05/11–07/14
8
Bad Muskau, Neues Schloss, 3. BA Festsaalflügel, Innenausbau
3,3 Mio. Euro
11/11–10/13
* Dieses Projekt wurde finanziert aus
Mitteln der Europäischen Union
universität Leipzig,
Panorama Hallenkomplex und Hörsaalbereich Jahnallee
Die Geschäftsentwicklung 2011 | 15

image
Gründung des kompetenzzentrums
Nachhaltigkeit
Nachhaltigkeit im Sinne einer ökonomischen,
sozialen und ökologischen Zukunftsfähigkeit
rückt immer stärker in den Fokus des öffent-
lichen wie auch politischen Interesses. Der
Freistaat Sachsen als öffentlicher Bauherr
bekennt sich zu den Prinzipien des nachhalti-
gen Bauens, Betreibens und Bewirtschaftens
und will mit Gründung des Kompetenzzent-
rums Nachhaltigkeit im SIB einen wesentli-
chen Beitrag leisten.
Im Februar 2011 hat das Kompetenzzentrum
Nachhaltigkeit seine Arbeit aufgenommen. Es
ist dem Unternehmensbereich Planungs- und
Baumanagement in der Zentrale organisato-
risch zugeordnet, arbeitet jedoch unterneh-
mensbereichsübergreifend.
Aufgabe der Organisationseinheit ist es, die
Kompetenzen im Bereich Nachhaltigkeit aus-
zubauen und stufenweise in den Planungs-,
Bau- und Bewirtschaftungsprozess landes-
eigener Immobilien zu integrieren. Des Wei-
teren sollen perspektivisch auch Kommunen
und andere öffentliche Bauherren sowie
sonstige Träger im Zuwendungsbau in The-
men der Nachhaltigkeit mit dem aufgebauten
Wissen unterstützt werden.
Die Arbeit des Kompetenzzentrums Nach-
haltigkeit konzentriert sich zunächst auf die
beiden Handlungsfelder Planen + Bauen
sowie Bewirtschaften der Liegenschaften
im Zuständigkeitsbereich des SIB. Sie erfolgt
in enger Kooperation mit dem Fachbereich
Technik im Planungs- und Baumanagement
sowie dem Fachbereich Technisches Gebäu-
demanagement im Facility- und Bedarfsde-
ckungsmanagement.
Das Bundesministerium für Verkehr, Bau
und Stadtentwicklung (BMVBS) hat Anfang
2011 nach einer grundlegenden Überarbei-
tung seines Leitfadens Nachhaltiges Bauen
das Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen
(BNB-System) für Büro- und Verwaltungs-
Neubauten im zivilen Bundesbau eingeführt.
Damit steht neben dem Zertifizierungssystem
der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges
Bauen (DGNB-System) ein weiteres ganzheit-
liches quantitatives Bewertungsverfahren für
Gebäude über den gesamten Lebenszyklus
unter Berücksichtigung der ökologischen,
ökonomischen, soziokulturellen Qualität
sowie den technischen und prozessualen
Aspekten zur Verfügung.
Zunächst soll anhand von Testvorhaben
geprüft werden, ob die Einführung des BNB-
Systems auch für den Landesbau in Sachsen
geeignet ist.
Für die Baumaßnahme „Projekthaus Mensch
Technik Organisation“ an der TU Chemnitz
erfolgt eine nachträgliche Zertifizierung
nach dem DGNB-System. Da das Kompe-
tenzzentrum über einen eigenen beim DGNB
zugelassenen Auditor verfügt, erfolgt dies
als Eigenleistung. Dadurch können am bes-
ten Aufwand und Nutzen analysiert sowie
Schwierigkeiten bei der Abwicklung ausge-
wertet werden.
Die Optimierungsmöglichkeiten während
des Planungs- und Bauprozesses mittels der
Nachhaltigkeitsbewertung sollen in einem
weiteren Testvorhaben „Neubau für Schrift-
gutlager und Verwaltung“ auf dem Gelände
der Landesuntersuchungsanstalt Dresden
planungsbegleitend überprüft werden.
Parallel zur Entscheidungsfindung über die
Einführung des BNB-Systems wurden erste
Quelle: Leitfaden Nachhaltiges Bauen des BMVBS,
Februar 2011
Polizeidirektion Chemnitz-Erzgebirge
kriminalpolizeiinspektion Chemnitz,
Flurgestaltung „Kunst am Bau“
16 | Die Geschäftsentwicklung 2011

image
image
Schritte zur Integration des nachhaltigen
Bauens und Bewirtschaftens in die Regelpro-
zesse des SIB unternommen.
Um der Vorbildwirkung als öffentliche Hand
verstärkt nachzukommen, wurden qualitative
und quantitative Anforderungen zur Umset-
zung der Verwaltungsvorschrift Energieeffi-
zienz erarbeitet, die künftige Planungsauf-
träge ergänzen.
Weiterhin arbeitet das Kompetenzzentrum
Nachhaltigkeit aktiv in der Projektgruppe
„Nachhaltiges Bauen“ im Ausschuss für Staat-
lichen Hochbau/Fachkommission Bau- und
Kostenplanung der Bauministerkonferenz der
Länder mit.
Ein Schwerpunkt in 2012 wird die flächende-
ckende Grundlagenschulung der Beschäftig-
ten sein. Des Weiteren ist die Ausbildung der
Beauftragten für Energieeffizienz zu Nach-
haltigkeitskoordinatoren vorgesehen.
Einführung eines Projekthandbuches
Die Vereinheitlichung der Informations- und
Kommunikationsbasis und die Transparenz
des Bauprojektes einhergehend mit Quali-
tätsverbesserung und Zeiteinsparung ist das
Ziel der Einführung eines Projekthandbuches
und digitalen Projektservers. Im Kalender-
jahr 2011 konnten dafür wesentliche Schritte
realisiert werden. So wurde neben der Ent-
wicklung der Programmfunktionen und
Dokumentvorlagen die Organisations- und
Ablagestruktur zur Administration und Kom-
munikation aufgebaut. Nach der Schulung
der beteiligten Projektverantwortlichen und
Multiplikatoren begann im November 2011
die Testphase, die voraussichtlich ein Jahr in
Anspruch nehmen wird. Jede Niederlassung
begleitet die Entwicklung eines einheitlichen
Projekthandbuches mit mindestens einem
Testprojekt. Im Rhythmus von zwei Monaten
werden zur Gewinnung neuer Impulse für die
Weiterentwicklung des Projekthandbuches
Evaluierungsgespräche mit den Fachverant-
wortlichen geführt.
Parallel dazu befindet sich derzeit die Rea-
lisierung des Projekthandbuches in der IT-
Anwendung „WeltWeitBau“ im Test. Der Vor-
teil der Verwendung dieser IT-Anwendung ist,
dass auf ein fertiges Produkt zurückgegriffen
werden kann, welches bereits erfolgreich in
den Bauämtern anderer Bundesländer einge-
setzt wird. Damit kann der Entwicklungsauf-
wand sowie das dafür benötigte Know-how
auf ein Minimum begrenzt werden.
In Vorbereitung ist aktuell die Implemen-
tierung eines Moduls Mängelmanagement.
Das Tool wurde im Rahmen der Baumaß-
nahme „Militärhistorisches Museum“ zur IT-
gestützten Mängelbearbeitung entwickelt.
Ziel ist die Sicherstellung einer effektiven und
standardisierten Bearbeitung der Mängel bei
Projekten mit Hilfe der zentralen Erfassung
aller Mängel in einer einheitlichen Struktur.
Weitere wesentliche Vorteile des Tools sind
die Automatisierung von Vorgängen wie
Mahnschreiben sowie ein zentrales Login
und Reporting, das zu Transparenz für die
Planungsbeteiligten in allen Vorgängen führt.
Engagement für die Baukultur
Als Bauherr für den Freistaat Sachsen ist der
SIB bestrebt die Baukultur zu stärken und zu
fördern. Der Unternehmensbereich Planungs-
und Baumanagement lobt daher bei geeigne-
ten Bauvorhaben Wettbewerbe für Architek-
tur und Kunst aus.
Darüber hinaus werden VOF-Verfahren mit
Lösungsvorschlägen durchgeführt, wenn es
gilt besondere terminliche Vorgaben einzu-
halten oder ein gestalterisches Detailproblem
zu lösen. Die Wettbewerbsverfahren bieten
Ideenskizze Neubau Schriftgutlager und Verwal-
tung für die Landesuntersuchungsanstalt Dresden
Quelle: rietman.breuninger.architekten
Niederlassungsübersicht
Projektübersicht
Projektsicht
Projekthandbuch
Projektserver
Dokumente
(Vorlagen)
Planung
Ausführung
Dokumente
Dokumente
Die Geschäftsentwicklung 2011 | 17

image
hierbei die Möglichkeit ein breites Spektrum
von Lösungsansätzen zu erhalten. Als fachliche
Leistungsvergleiche sind sie ein wichtiges Inst-
rument, dem selbst gestellten Anspruch, quali-
tätvolle Beiträge zur Baukultur und Kunstszene
zu liefern, gerecht zu werden.
Im Rahmen des Wettbewerbs wurden Ideen
für die weitere Entwicklung eines Informations-
und Orientierungssystems für die Staatlichen
Schlösser, Burgen und Gärten in Sachsen
gesucht. Wegen der weiträumigen Verteilung
der Bau- und Gartendenkmale in Sachsen soll
mittels eines einheitlichen Informations- und
Orientierungssystems die Zusammengehörig-
keit der Objekte stärker nach außen erkennbar
und die touristische Erschließung damit quali-
tativ verbessert werden.
Unter Leitung des Architekten Martin Fröh-
lich wurde die Arbeit des Düsseldorfer Archi-
tekten Michael Blomeier sowie der Düssel-
dorfer Designer Fritjof Wild und Christian
Lessing als bester Lösungsansatz ausge-
wählt. Der Siegerentwurf sieht ein System
bestehend aus Punkten, Kreisen und Zylin-
dern in unterschiedlichen Dimensionen vor,
die je nach Ort und Aufgabe zusammenge-
stellt werden können. Im Mittelpunkt des
Systems ist stets der Aufenthaltsort des
Betrachters, der durch einen gelben Punkt
markiert wird.
Weitere Beispiele sind:
VOF Verfahren mit Lösungsvorschlägen
universität Leipzig, umbau des Speise-
versorungszentrums Liebigstrasse 23/25
zu Bibliothek, Mensa und Lehrbereich der
medizinischen Fakultät
Sieger: h.e.i.z.Haus, Dresden
Zur Teilnahme am Verfahren haben sich
33 Büros beworben, von denen fünf zum
Verhandlungsverfahren mit Lösungsvor-
schlägen aufgefordert wurden. Im Medizin-
campus Leipzig an der Liebigstraße befindet
sich das Speisenversorgungszentrum für
das Universitätsklinikum und die Medizini-
sche Fakultät der Universität Leipzig. Das
Gebäude mit etwa 9.300 Quadratmetern
Bruttogrundfläche soll künftig eine Biblio-
thek für die Medizinische Fakultät und die
Fakultät Biowissenschaften, Pharmazie und
Psychologie sowie ein interdisziplinäres
Ausbildungs- und Trainingszentrum („Lern-
Klinik“) aufnehmen. Darüber hinaus soll auch
nach der Sanierung (auf verkleinerter Fläche)
eine Mensa zur studentischen Versorgung im
Gebäude untergebracht werden. Ziel ist eine
Neuordnung der Einrichtungen innerhalb des
Gebäudes. Besonderer Wert wird auf eine
energiesparende und wirtschaftliche Nut-
zung des Gebäudes gelegt. Die Dachflächen
des Gebäudes sind für die Errichtung einer
Photovoltaik- und einer thermischen Solar-
anlage vorgesehen.
Der Lösungsvorschlag von h.e.i.z.Haus Archi-
tekten aus Dresden ist auf Grund seiner
klaren Gebäudestruktur und der städtebau-
lichen Haltung ausgewählt worden. Beson-
dere Qualitäten bestehen in der großzügigen
Freifläche zum Nachbargebäude und einer
eindeutigen Eingangssituation und Höhen-
entwicklung des Baukörpers.
Entwurf h.e.i.z.Haus Architekten
18 | Die Geschäftsentwicklung 2011

image
image
Wettbewerb „kunst am Bau“
Finanzämter Dresden rabener Straße/
Gutzkowstraße
Sieger: Jörg Steinbach, Chemnitz
Der Wettbewerb wurde als einfaches künstle-
risches Auswahlverfahren ausgelobt, an dem
sich acht Künstler beteiligten.
Jörg Steinbach aus Chemnitz überzeugte
die Jury mit seiner Arbeit „Barcode“. Der
realisierte Entwurf sieht ein Wandbild in
Form eines Barcodes vor, das sich auf der
geschlossenen Fassade des Verbindungs-
baus, oberhalb des neuen zweigeschossigen
Haupteingangsbereichs, befindet. Die leb-
hafte optische Wirkung des Werkes zeichnet
sich durch den Wechsel aus dunklen, unter-
schiedlich starken Linien mit heiteren Farb-
akzenten aus. Auch inhaltlich setzt sich die
Arbeit des Künstlers mit der Funktion des
Gebäudes auseinander. So steht der Bar-
code symbolisch für „Zahlungsverkehr“ oder
„finanzielle Transaktion“ und würde gescannt
die Worte „Finanzämter Dresden“ ergeben.
Der Freistaat stellte 61.000 Euro für die Rea-
lisierung des Kunstwerks zur Verfügung.
Finanzämter Dresden Nord und Süd
TU Chemnitz, Bürogebäude „eniPROD“
Siegerentwurf Eingangs- und Foyergestaltung
von Beat Streuli – „Kunst am Bau“
Die Geschäftsentwicklung 2011 | 19

image
5.2 FACILIty- uND BEDArFS-
DECkuNGSMANAGEMENt
Bedarfsprüfung/-deckung
Im Jahr 2011 wurden insgesamt 31 formale
sowie mehr als 100 formlose Bedarfsanmel-
dungen abschließend bearbeitet und ent-
schieden. Den formalen Bedarfsanmeldun-
gen folgt in aller Regel die Anfertigung von
Wirtschaftlichkeitsuntersuchungen im Rah-
men von Entscheidungsunterlagen.
In der ersten Hälfte des Jahres 2011 erfolgte
die ausschlaggebende Erstellung der bau-
lichen Umsetzungskonzeption zur Staats-
modernisierung. In einem Zeitraum von
circa vier Monaten mussten die baulich-
liegenschaftlichen Rahmenbedingungen zur
Umsetzung des Kabinettsbeschlusses zum
Standortkonzept vom 25. Januar 2011 erar-
beitet werden. Dank einer effektiven und von
hoher Kollegialität geprägten Zusammenar-
beit zwischen den Unternehmensbereichen
konnte eine mit konkreten Unterbringungs-
vorschlägen, Kostenschätzungen, Zeitplänen
und Einsparpotenzialen unterlegte Umset-
zungskonzeption termingerecht vorgelegt
werden. Der SIB hat damit seine Kompetenz
bei der Aufarbeitung komplexer Sachver-
halte unter restriktiven Terminvorgaben
erfolgreich unter Beweis gestellt.
Die zweite Jahreshälfte 2011 war von der
Übernahme weiterer Aufgaben im Bereich
der Beschaffung und der Durchführung der
sogenannten Flächenvorsorge geprägt. Die
entsprechenden Aufgabenfelder haben sich
teilweise neu herausgebildet und ergänzen
die bestehenden Aufgabenbereiche des Fach-
bereiches in geeigneter Weise.
Immobilienmanagement
Im Jahr 2011 hat der Unternehmensbereich circa
2.840 Gebäude mit 4,1 Millionen Quadrat meter
Nutzfläche bzw. 5,6 Millionen Quadratmeter
Nettogrundfläche verwaltet. Davon werden
3,7 Millionen Quadratmeter Nutzfläche voll-
umfänglich durch den Unternehmensbereich
verwaltet und bewirtschaftet. Die verbleiben-
den 0,4 Millionen Quadratmeter Nutzfläche
werden durch die Nutzer selbst bewirtschaftet.
Circa 86 Prozent der verwalteten Gebäu-
deflächen befinden sich im Eigentum des
Freistaates Sachsen und rund 14 Prozent im
Eigentum Dritter. Im Vergleich zu den Vorjah-
ren ist der Flächenbestand der verwalteten
Flächen nahezu gleichbleibend, da Zugänge
(zum Beispiel durch Fertigstellung von Bau-
maßnahmen) und Abgänge (Aufgabe von
Objekten) im Portfolio einen ungefähr glei-
chen Flächenumfang einnehmen.
Objektmanagement
Das Objektmanagement wird regelmäßig
als Verwaltung und Bewirtschaftung von
Dienstgebäuden im Freistaat Sachsen ver-
standen. In erster Linie denkt man dabei an
Objekte, wie die Sächsische Staatskanzlei und
die Ministerialgebäude in Dresden oder auch
Polizeireviere und Forsthäuser in den säch-
sischen Landkreisen. Aber nicht alle Aufga-
ben im Objektmanagement werden auf den
ersten Blick als Verwaltungsnutzung identi-
fiziert, wie einige nachfolgende Beispiele ver-
deutlichen sollen.
Beispiel 1:
Das Sächsische Zentrum in Prag und
das Verbindungsbüro des Freistaates
Sachsen in Breslau
Der Freistaat Sachsen pflegt seit Jahren gute
Beziehungen zu seinen östlichen Nachbarn
Polen und Tschechien. So ist er in Breslau
(Republik Polen) mit einem Verbindungsbüro
des Freistaates Sachsen und in Prag (Tsche-
chische Republik) mit dem Sächsischen Zen-
Breslau, Verbindungsbüro des Freistaates Sachsen
trum vertreten.
20 | Die Geschäftsentwicklung 2011

image
Das Verbindungsbüro des Freistaates Sach-
sen in Breslau befindet sich in einem denk-
malschutzgerecht sanierten Gebäude direkt
am historischen Markt in Breslau, Rynek 7
in der „Pasaz pod Bł
kitnym Słoncem“, was
übersetzt „Passage unter der Blauen Sonne“
bedeutet. Der am 02.01.2012 beginnende
Mietvertrag wurde im Dezember 2011 unter-
zeichnet. Das Mietobjekt, das aus einem Ver-
anstaltungssaal, mehreren Büros, Lager- und
Archivflächen besteht, wurde den Wünschen
des Mieters entsprechend hergerichtet. Die
Abstimmungen vor Ort übernahm das Mak-
lerbüro. Der Freistaat Sachsen nutzt rund
250 Quadratmeter. Ein Büroraum wird an die
Wirtschaftsförderung Sachsen GmbH unter-
vermietet, um auch die Wirtschaftsbezie-
hungen zu dem Nachbarland Polen vor Ort
verstärken zu können. Der Mietvertrag läuft
zunächst bis 31.12.2016 mit anschließenden
Verlängerungsoptionen. Das Verbindungs-
büro wurde am 16.05.2012 durch den Säch-
sischen Ministerpräsidenten Stanislaw Tillich
offiziell eröffnet.
In unmittelbarer Nähe zur Karlsbrücke auf der
Kleinseite in der Ulice U Lužického semináre
entsteht das Sächsische Zentrum Prag. Das
Gebäude war bereits in der Vergangenheit
Symbol für die engen Beziehungen zwischen
Sachsen und Tschechien. Das 1726 von den
Brüdern Martin und Georg Schimon gegrün-
dete „Wendische Seminar“ war bis zu seinem
Verkauf durch das Domkapitel Bautzen im
Jahre 1922 die wichtigste Ausbildungsstätte
des katholisch-sorbischen Priesternachwuch-
ses. Der „Freundeskreis der Sorben“ unterhielt
bis zur Moldau-Flut 2002 in diesem Gebäude
unter anderem eine Bibliothek. Der Freistaat
Sachsen hat in dem Gebäude einen Veran-
staltungssaal, Büros und Lagerflächen sowie
Sanitärräume vom Tschechischen Ministerium
für Schulwesen, Jugend und Sport angemie-
tet. Die Mietvertragsverhandlungen wurden
von einer Übersetzerin begleitet. Der Miet-
vertrag läuft acht Jahre und wurde durch
den Geschäftsführer des SIB am 10.11.2011
unterzeichnet. Der Vermieter richtete nach
der Vertragsunterzeichnung das Gebäude
nach den Vorgaben des SIB her. Die Übergabe
der Mieträume erfolgte am 07.03.2012. Am
18.06.2012 weihte Ministerpräsident Stanislaw
Tillich die Räumlichkeiten ein.
Beispiel 2:
Die Aufgaben des SIB bei der Einfüh-
rung des Digitalfunks im Freistaat
Sachsen
Eine große Herausforderung für alle betei-
ligten Stellen des Bundes und aller sechzehn
Bundesländer stellt die Einführung des Digi-
talfunks für alle Behörden und Organisatio-
nen mit Sicherheitsaufgaben dar, und zwar
sowohl in technischer wie auch in logisti-
scher Hinsicht. Eines der größten Infrastruk-
turprojekte der Bundesrepublik Deutschland
im Bereich der Inneren Sicherheit befindet
sich derzeit in der Umsetzungsphase. Die bis-
her bestehenden, voneinander unabhängigen
Analogfunknetze werden erstmals durch ein
bundesweit einheitliches Funknetz für Ret-
tungs- und Sicherheitskräfte abgelöst.
Neben der Projektgruppe BOS-Digitalfunk
Sachsen beim Sächsischen Staatsministerium
des Innern ist der SIB maßgebend am Aufbau
des digitalen Funknetzes in Sachsen beteiligt.
Neben der Standortakquise begleitet die SIB-
Leitstelle Digitalfunk, die ihren Sitz in Bautzen
hat, die Planungs-, die Genehmigungs- und
die Bauphase sowie den Test- und den Probe-
betrieb von rund 250 Standorten im gesam-
ten Freistaat Sachsen. Nach der baulichen
Übergabe übernimmt die regional zuständige
Niederlassung die Verwaltung, die Instand-
haltung und die Bewirtschaftung der einzel-
nen Standorte. Der Schwerpunkt liegt dabei
auf einem reibungslos funktionierenden
Prag, Sächsisches Zentrum
Die Geschäftsentwicklung 2011 | 21

image
Störungsmanagement, das im Bedarfsfall
kurze Reaktionszeiten gewährleistet.
Der Aufbau des Digitalfunknetzes im Frei-
staat Sachsen soll bis Ende 2013 abgeschlos-
sen sein.
Beispiel 3:
SIB ist Mitglied einer Eigentümer-
gemeinschaft
Ein in vielerlei Hinsicht interessantes Auf-
gabenspektrum bietet das Grassi-Museum
in Leipzig, welches das Museum für Völker-
kunde des Freistaates Sachsen, das Museum
für Musikinstrumente der Universität Leipzig
und das Museum für Angewandte Kunst der
Stadt Leipzig unter einem Dach vereint.
Der im Zweiten Weltkrieg weitgehend zer-
störte Gebäudekomplex konnte bis zur Wende
nur provisorisch wieder aufgebaut werden.
Eine umfassende Sanierung war aber auch
in den 1990er Jahren nicht möglich, da der
Eigentümer, die Stadt Leipzig, die Baukos-
ten nicht allein aufbringen konnte. Um das
Gebäude erhalten zu können und eine Nut-
zung durch Museen zu ermöglichen, beteiligte
sich der Freistaat Sachsen an den Kosten für
den Umbau und wurde im Gegenzug Eigen-
tümer der Bereiche, die durch die beiden
nichtstädtischen Museen genutzt werden.
Rechtliche Grundlage hierfür bildet das Woh-
nungseigentumsgesetz. Die Liegenschaft
wurde mit einer Teilungserklärung in Gemein-
schafts- und Sondereigentum aufgeteilt. Das
bedeutet, dass sich Vertreter der Eigentümer
und der Nutzer regelmäßig zu Eigentümer-
versammlungen treffen und gemeinsam über
die Belange des Gebäudekomplexes entschei-
den – eine Vorgehensweise, die man sonst
von Wohnanlagen kennt. Der SIB wird durch
den Bereich Facility- und Bedarfsdeckungs-
management der Niederlassung Leipzig II
vertreten und nimmt zusätzlich seit rund drei
Jahren die Verwaltertätigkeit für das Gemein-
schaftseigentum wahr.
Bewirtschaftung
Für die Bewirtschaftung des Verwaltungs-
vermögens, ohne die ehemals flexibilisierten
Hochschulen, sind im Jahr 2011 Haushalts-
mittel in Höhe von insgesamt 110,49 Millio-
nen Euro verausgabt worden. Insgesamt ist
eine Steigerung der Ausgaben um 5,8 Pro-
zent zu verzeichnen. Dieser Anstieg begrün-
det sich im Wesentlichen im gestiegenen
Verbrauch und der Preisentwicklung für
die Medienversorgung der Liegenschaften,
hauptsächlich Wärme und Strom. Für die
ehemals flexibilisierten Hochschulen wurden
in 2011 37,37 Millionen Euro verausgabt. Das
gesamte Ausgabevolumen für 2011 betrug
somit 147,86 Millionen Euro.
Die Bewirtschaftungskosten für die Medi-
enversorgung (Strom, Fernwärme, Gas,
Heizöl/Diesel) lagen im Jahr 2011 bei rund
54 Prozent der Gesamtkosten. Die Medien-
versorgung bildet damit nach wie vor den
Schwerpunkt bei den Ausgaben. Das Haupt-
augenmerk liegt sowohl aus wirtschaftlicher
Verteilung der Bewirtschaftungskosten* nach DIN 18960 (Nutzungskosten im Hochbau)
Versorgung
Reinigung und Pflege von Gebäuden
Bedienung, Inspektion und Wartung
Nebenkostenausgaben
Reinigung und Pflege von Außenanlagen
Entsorgung
Sicherheits- und Überwachungsdienste
Sonstige Betriebskosten
Abgaben und Beiträge
* ohne Berücksichtigung der Nebenkosteneinnahmen
und der ehem. flex. Hochschulen
54,1 %
14,3 %
8,6 %
6,6 %
6,0 %
5,5 %
0,6 %
0,3 %
4,2 %
22 | Die Geschäftsentwicklung 2011

als auch ökologischer Sicht auf dem sparsa-
men Umgang mit allen Ressourcen.
Anmietung/Vermietung
Grundsätzlich erfolgt die Unterbringung
von Behörden und sonstigen staatlichen
Einrichtungen des Freistaat Sachsen in lan-
deseigenen Liegenschaften. Ist dies aus
wirtschaftlichen Gründen nicht sinnvoll oder
nicht möglich, erfolgt eine Anmietung der
notwendigen Flächen. Hierfür wurden 2011
35,38 Millionen Euro verausgabt. Anmietun-
gen für die ehemals flexibilisierten Hoch-
schulen schlugen mit 7,71 Millionen Euro zu
Buche. Insgesamt betrug der Mittelabfluss in
2011 somit 43,09 Millionen Euro. Tendenziell
besteht ein Rückgang der Mietausgaben. Ent-
lastungen konnten zum einen durch die ver-
stärkte Unterbringung von Behörden in lan-
deseigenen Gebäuden erzielt werden (wie die
gemeinsame Unterbringung der Finanzämter
Dresden Nord und Süd in der Rabener Straße),
wodurch eine Anmietung entbehrlich wurde
(Mietvolumen rund 500.000 Euro pro Jahr)
und waren zum anderen durch günstigere
Mietkonditionen als noch in den 1990er Jah-
ren möglich.
Neben den Ausgaben für Anmietungen wur-
den durch den Unternehmensbereich 2011
auch Einnahmen aus Vermietung und Ver-
pachtung in Höhe von 4,4 Millionen Euro
erzielt. Davon entfallen auf die Vermietung
von Wohnheimplätzen circa 1,4 Millionen
Euro, auf die Vermietung von Büroräumen
etwa 0,8 Millionen Euro und auf die Vermie-
tung von Gewerberäumen 0,7 Millionen Euro.
technisches Gebäudemanagement –
Erhaltung und Optimierung der techni-
schen Anlagen der Gebäude
In konsequenter Fortführung des Energieeffizi-
enzprogramms des SMF und des Aktionsplans
„Klima und Energie“ wurden im vergangenen
Jahr erneut Energiesparanalysen durchgeführt
und die sich aus den Untersuchungen der
Vorjahre ergebenden organisatorischen sowie
baulichen/technischen Maßnahmen umge-
setzt. Die Grundlage bildet der 2010 erstellte
übergreifende Masterplan. Mit den dort defi-
nierten Schritten soll der Prozess zur signifi-
kanten Senkung des witterungsbereinigten
Gesamtenergieverbrauchs verstetigt werden.
Die Basis eines jeden Energiemanagements
ist das Wissen über die Verbrauchs- und
Kostenentwicklung einer Abnahmestelle. Bei
1.800 Strom-, 190 Gas-, und 250 Fernwärme-
abnahmestellen ist es notwendig, zur Quali-
tät der Daten und zu den zeitlichen Perioden
der Bereitstellung von Daten ein klares Kon-
zept zu verfolgen.
Grundlage der umfangreichen Datenhal-
tung ist ein weiterer qualitativer Ausbau des
Datenaustausches mit dem Programm „Ener-
gie- und Medien Informationssystem“ (EMIS).
Eine Säule ist der mit einem Anteil von circa
70 Prozent umgesetzte Datenaustausch mit
Mietausgaben nach ressorts
Sächsisches Staatsministerium des Innern
Sächsisches Staatsministerium der Justiz
und für Europa
Sächsisches Staatsministerium der Finanzen
Sächsisches Staatsministerium für Wissenschaft
und Kunst
Sächsisches Staatsministerium für Kultur und
Sport
Technische Universitäten/Hochschulen
(nicht flexibilisiert)
Sächsisches Staatsministerium für Umwelt
und Landwirtschaft
Sächsischer Rechnungshof
Sächsisches Staatsministerium für Wirtschaft,
Arbeit und Verkehr
Finanzvermögen
Sächsischer Landtag
Sächsisches Staatsministerium für Soziales
und Verbraucherschutz
41,0 %
19,7 %
13,7 %
8,7 %
4,9 %
4,2 %
2,9 %
2,4 %
0,9 %
0,8 %
0,5 %
0,3 %
GRASSI Museum für Angewandte Kunst Leipzig
Die Geschäftsentwicklung 2011 | 23

image
Liegenschaft: HtWk, Campus Gustav-Freitag-Straße 42 in Leipzig
kennwerte sind gerundet sowie ggfs. gradtags- (Gt) und nutzungsgradbereinigt.
Verbrauchsauswertung Wärme
Jahr
Verbrauch (gemessen)
kosten
Ist (ohne Gt) Ist (mit Gt)
Soll (mit Gt) Ist (ohne Gt) Ist (mit Gt)
Preis
MWh/a
kWh/m
2
a
kWh/m
2
a
EUR/a
EUR/m
2
a
EUR/MWh
2006
653
67
87
57.699
5,97
88,36
2007
611
67
87
63.055
6,93
103,20
2008
654
69
68
67.481
7,13
103,18
2009
1.011
103
61
106.449
10,85
105,29
2010
1.046
68
59
110.418
7,18
105,56
GT = Gradtags
Spez. Verbrauch Ist/Soll
120
100
80
60
40
20
0
12,00
10,00
8,00
6,00
4,00
2,00
0,00
2006 2007 2008 2009 2010
2006 2007 2008 2009 2010
EUR/m
2
kWh/m
2
Ist (mit GT)
Soll (mit GT)
Ist (mit GT)
Spez. kosten
120
100
80
60
40
20
0
12,00
10,00
8,00
6,00
4,00
2,00
0,00
2006 2007 2008 2009 2010
2006 2007 2008 2009 2010
EUR/m
2
kWh/m
2
Ist (mit GT)
Soll (mit GT)
Ist (mit GT)
Verbrauchsauswertung Strom
Jahr
Verbrauch (gemessen)
kosten
Ist absolut
Ist spezifisch Soll spezifisch Ist absolut
Ist spezifisch
Preis
kWh/a
kWh/m
2
a
kWh/m
2
a
EUR/a
EUR/m
2
a
EUR/kWh
2006
376.916
35
49
45.441
4,23
0,12
2007
399.652
37
49
49.014
4,57
0,12
2008
416.381
39
45
58.135
5,42
0,14
2009
374.565
35
44
55.811
5,20
0,15
2010
344.790
32
44
47.561
4,43
0,14
Spez. Verbrauch Ist/Soll
60
50
40
30
20
10
0
6,00
5,00
4,00
3,00
2,00
1,00
0,00
2006 2007 2008 2009 2010
2006 2007 2008 2009 2010
EUR/m
2
kWh/m
2
Ist spezifisch
Soll
spezifisch
Ist spezifisch
Spez. kosten
60
50
40
30
20
10
0
6,00
5,00
4,00
3,00
2,00
1,00
0,00
2006 2007 2008 2009 2010
2006 2007 2008 2009 2010
EUR/m
2
kWh/m
2
Ist spezifisch
Soll
spezifisch
Ist spezifisch
24 | Die Geschäftsentwicklung 2011

image
image
den vertraglich gebundenen Energieversor-
gungsunternehmen. Diese liefern die Ver-
brauchs- und Kostendaten (Rechnungsdaten)
in abgestimmten Formaten, die dann nach
interner Plausibilitätskontrolle in EMIS eingele-
sen werden. Der verbleibende Anteil der Daten
für Verbräuche und Kosten der Liegenschaften
wird halbautomatisiert aus dem Haushaltsbu-
chungsprogramm übernommen und in EMIS
übertragen. Hier spielt die Qualität der Daten-
eingabe bei der Rechnungsbearbeitung eine
entscheidende Rolle.
Neben dem statistischen Nutzen der Ver-
brauchs- und Kostendaten für Energie-
berichte, Haushaltsprognosen und vielen
anderen Auswertungen ist es möglich, soge-
nannte Energiebescheide zu erstellen und
dem Nutzer, in Bezug auf seine zugewiesene
Liegenschaft, die Entwicklung der Medien-
verbräuche und -kosten aufzuzeigen.
Für die energetische Untersuchung seiner
Liegenschaften setzt der SIB auf moderne
Messtechnik – wie Infrarotkameras, Ultra-
schallvolumenstrommessgeräte oder Ener-
gieanalysatoren zur Bewertung der Strom-
netzqualität.
Ziel dieser Untersuchungen ist es, einen Ist-
Stand zu ermitteln und mit den Sollvorgaben
zu vergleichen. Die daraus gewonnen Daten und
Schlussfolgerungen dienen dazu, technische
Anlagen zu optimieren und Einsparpotenziale
durch sinnvolle Investitionen zu erschließen.
Der SIB ist auf einem guten Weg, die von der
Sächsischen Staatsregierung nachfolgend
vorgegebenen umweltpolitischen Ziele bis
zum Jahr 2020 umzusetzen:
Senkung des Heiz-Energieverbrauches um
18 Prozent
Erstellung von nachhaltigen Energie-
konzepten
Wärmeversorgung zu 60 Prozent aus
KWK-Anlagen mit günstigen Primärener-
giefaktoren (z. B. Fernwärme)
Steigerung des Anteils regenerativer
Energien auf fünf Prozent.
Errichtung von Bürgersolaranlagen
Der Sächsische Landtag setzt in seiner
Umweltpolitik auf die Nachhaltigkeit von Öko-
nomie und Ökologie und fördert die Errichtung
von Bürgersolarkraftwerken. Hierfür schließen
sich Investoren zusammen, die gemeinsam auf
einem eigenen oder auch fremden Dach eine
Photovoltaikanlage errichten und betreiben.
Der gewonnene Strom wird entsprechend
des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) in
das Netz eingespeist. Ziel ist die Übernahme
einer Vorreiterrolle durch den Freistaat Sach-
sen, von der eine Signalwirkung für Wirtschaft
und private Bürger ausgehen soll, verstärkt
regenerative Energien zu nutzen. Der SIB hat
daher eine Vielzahl von landeseigenen Immo-
bilien auf ihre Eignung geprüft. Bei erfolg-
reichem Abschluss der Voruntersuchungen
wird mit fachkundigen juristischen Personen
ein Vertrag für die Überlassung von Dachflä-
chen zur Errichtung von Bürgersolarkraftwer-
ken im Sinne des Landtags-Beschlusses vom
07.10.2005 abgeschlossen. Bis Ende des Jahres
2011 wurden insgesamt 14 Anlagen an neun
Standorten im Zuständigkeitsbereich des SIB
errichtet. Die installierte Leistung betrug dabei
594 kWpeak. Der erzeugte jährliche Stromer-
trag lag bei 534.500 kWh. Das entspricht der
Versorgung von circa 150 Vier-Personen-
Haushalten. Die dadurch erzielte CO
2
-Einspa-
rung betrugt 368.800 Kilogramm.
Von besonderem öffentlichen Interesse war
2011 die Errichtung einer Solaranlage für den
Evangelischen Kirchentag auf dem Dach des
von-Gerber-Baus der TU Dresden. Die hier
gewonnen Einnahmen sollen auch karitati-
ven Zwecken zugute kommen.
Kontinuierliche
Aufnahme und
Auswertung des
Ist-Zustandes
Analyse und
Bewertung
Planung und
Umsetzung von
Maßnahmen
Festlegen von
Zielen und
Maßnahmen
Energiemanagementzyklus des SIB für
Bestandsgebäude
Thermografieaufnahme
Hörsaal der Sportwissenschaftlichen Fakultät
der Universität Leipzig
Die Geschäftsentwicklung 2011 | 25

image
Betriebsführung technischer Anlagen –
Optimierung des technischen Gebäude-
managements im Dresdner Schloss
Durch die kleinteilige Vergabe jedes einzelnen
Gewerkes für jede Bauleistung sind bis dato
im Dresdner Schloss über die lange Bau-/
Sanierungszeit eine Vielzahl von Wartungs-
verträgen für technische Anlagen abge-
schlossen worden. Das führte zum einen zu
einem Mehraufwand an Personal sowohl
beim SIB und als auch beim Nutzer Staatliche
Kunstsammlungen Dresden, beispielsweise
bei der Terminkoordination oder Rechnungs-
stellung, zum anderen haben sich im Laufe
der Zeit hohe Kosten angehäuft. Aufgaben
und Ziele waren somit definiert:
Überprüfung des Bestands technischer
Anlagen auf Wartungspflicht,
Erstellung einer Bestandsliste mit allen
relevanten prüfpflichtigen technischen
Anlagen und
Reduzierung der Vertragspartner für
Wartungsleistungen.
Diese Leistungen wurden an ein externes
Ingenieurbüro (Canzler-Ing.) vergeben. Die
Projektsteuerung und Gesamtverantwortung
verblieb beim SIB.
Es wurden bzw. werden pro Gewerk die War-
tungsleistungen neu ausgeschrieben. Durch
die Neuausschreibung von Wartungsleis-
tungen konnten so bereits, im Vergleich zu
bestehenden Verträgen, Einsparungen von
bis zu 50 Prozent erreicht werden.
Senkung des Fernwärmeverbrauchs
durch Optimierungsleistungen an der
Westsächsischen Hochschule Zwickau
Der Campus Scheffelberg besteht aus 20 Ein-
zelgebäuden mit einer zu bewirtschaftenden
Grundfläche von 50.200 Quadratmetern.
Wärmetechnisch wird die Liegenschaft mit
Fernwärme versorgt.
Durch energetische Untersuchungen sollen
die Kosten der Medienversorgung für die
betreuten Liegenschaften gesenkt werden.
Die Kostenkontrolle und Überwachung von
Verbrauch und Energierechnungen ist somit
ein wichtiger Aufgabenbestandteil.
Im Jahr 2003 hatte die Liegenschaft eine Wär-
meanschlussleistung von 3.000 kW. Im Jahr
2004 wurden die Laborhalle und die Versor-
gungs- und Umwelttechnikhalle errichtet. Mit
Fertigstellung der Gebäudekomplexe wurde
die Anschlussleistung auf 3.800 kW erhöht.
Zu diesem Zeitpunkt wurde begonnen, dass
Abnahmeverhalten mit geeigneter Messtech-
nik zu untersuchen. Besonders hilfreich war
dabei das hauseigene Ultraschallmessgerät.
Die erzielten Messergebnisse waren Grund-
lage für eine vertragliche Reduzierung der
Anschlussleistung um 800 kW.
Nachweis der Senkung des Fernwärmeverbrauchs durch Optimierungen im Betrieb
für den Campus Scheffelberg
5.500.000
5.000.000
4.500.000
4.000.000
3.500.000
3.000.000
2.500.000
2.000.000
1.500.000
1.000.000
500.000
2003
5.109.825
kWh
4.748.543
4.151.203
3.832.406
3.783.483
3.534.731
3.257.513
2.943.279
2.726.325
2004
2005
2006
2007
2008
2009
2010
2011
Solaranlage
26 | Die Geschäftsentwicklung 2011

image
image
5.3 FINANZVErMöGEN uND POrt-
FOLIOStEuEruNG
Der Immobilienbestand des Freistaates
Sachsen
Zum Stand 31.12.2011 war der Freistaat Sach-
sen Eigentümer von circa 85.700 Flurstücken
auf einer Fläche von etwa 237.800 Hektar. Für
circa 29.600 Flurstücke auf 35.000 Hektar ist
der SIB zuständig. Der Unternehmensbereich
Finanzvermögen und Portfoliosteuerung ver-
waltet rund 27.500 Flurstücke (etwa 93 Pro-
zent der vom SIB verwalteten Flurstücke) mit
einer Fläche von circa 31.800 Hektar. Auf das
entbehrliche Finanzvermögen entfallen rund
11.700 Flurstücke mit einer Fläche von circa
10.400 Hektar (43 Prozent des Finanzvermö-
gens) und auf das unentbehrliche Finanz-
vermögen etwa 15.800 Flurstücke mit einer
Fläche von circa 21.400 Hektar (57 Prozent
des Finanzvermögens). Zum unentbehrlichen
Finanzvermögen zählen beispielsweise auch
Flurstücke, die derzeit zur Verbesserung des
Hochwasserschutzes angekauft oder dinglich
gesichert werden und langfristig im Portfo-
lio des Unternehmensbereiches verbleiben.
Immobilien hingegen, die durch den Verwal-
tungsumbau und die damit zusammenhängen-
den Standortentscheidungen entbehrlich sind,
werden veräußert. Im Zuge des Übergangs von
Aufgaben im Zusammenhang mit Straßenbau
und -unterhaltung an die Landkreise hat der
Unternehmensbereich auch Straßenmeiste-
reien im Bestand. Diese Immobilien werden
derzeit an die Landkreise übertragen, sofern
sie von diesen weiterhin für die Aufgabener-
füllung benötigt werden.
Vermarktung des Immobilienbestandes –
Erfolgreiche umsetzung der neuen
Strategie
Nachdem die spezifischen Vermarktungs-
strategien in den einzelnen Portfolioseg-
menten mit Erfolg umgesetzt wurden, war
Finanzvermögen
Entbehrliches Finanzvermögen
unentbehrliches Finanzvermögen
klassische Veräußerung
Besondere Veräußerung
Veräußerung nicht vorgesehen
Vermarktung begonnen
Vermarktung nicht begonnen
Landwirtschafts-
flächen mit Entw.-
potential
Überlassene Immobi-
lien, die nur an Nutzer,
Nachbar und Mitei-
gentümer veräußerbar
sind (Kleingärten,
Garagen, etc.)
Ausgleichsflächen –
Forst
Ausgleichsflächen –
Offenland
Brachflächen
Überschuldete
Immobilien (insbes.
Fiskalerbschaften,
Aneignungsrechte)
Erbbaurechte (soweit
nicht bei VNV)
Betriebsnotwendiges Vermögen von nicht
rechtsfähigen Einrichtungen des FSS
Verbilligte Überlassung an rechtsfähige
Personen (einschl. dingl. Überlassung wie
z. B. Erbbaurecht)
Sonstige Immobilien (einschl. Immobilien,
die überlassen sind)
Straßenmeisterei Schänitz
Hochwasserrückhaltebecken Rennersdorf
Die Geschäftsentwicklung 2011 | 27

image
2011 die Trennung zwischen Verwaltungs-
und Verkaufsgruppen nicht mehr notwen-
dig. Somit konnte die Verantwortung für die
Veräußerung und die Verwaltung der Objekte
innerhalb eines Teilportfolios jeweils in einer
Hand konzentriert werden. Dies führt dazu,
dass sich alle Entscheidungen bei der zwi-
schenzeitlichen Bewirtschaftung der ent-
behrlichen Immobilien stärker als bisher an
der Veräußerungsperspektive ausrichten.
Künftig ist beispielsweise nicht entscheidend,
zu welchen Konditionen ein Mietvertrag über
eine Garage zu verlängern ist, sondern wie
dieses Garagengrundstück veräußert werden
kann und ob der schnelle Abschluss eines
Mietvertrages möglicherweise für eine Ver-
äußerung hinderlich ist.
Im Geschäftsjahr 2011 hat der Unterneh-
mensbereich Finanzvermögen und Port-
foliosteuerung 397 Kaufverträge mit
einem Kaufpreisvolumen von 16,8 Millio-
nen Euro abgeschlossen. Das Volumen der
abgewickelten Kaufverträge im Betrach-
tungszeitraum ist mit dem Geschäftsergeb-
nis des Jahres 2010 vergleichbar und deut-
lich höher als 2009 und 2008. Im Vergleich
zum Geschäftsjahr 2010 ist eine Steigerung
des Kaufvertragsvolumens um drei Prozent
festzustellen. An die hohen Verkaufserlöse
der Jahre 2005 bis 2007 wird der Unterneh-
mensbereich jedoch auch zukünftig nicht
anknüpfen können, da das Immobilienport-
folio heute insgesamt weniger werthaltige
Immobilien enthält.
Auch die Anzahl der Verkaufsfälle stellt mit
397 Fällen ein gutes Ergebnis dar. Im Vergleich
zu 2010 ist ein Rückgang um sieben Prozent
zu verzeichnen. Diese Entwicklung liegt
darin begründet, dass der Unternehmensbe-
reich neben den klassischen Verkaufsfällen
die Verkaufsaktivitäten im Geschäftsfeld
Besondere Veräußerung intensiviert. Für
die dort eingeordneten Immobilien gibt es
keine klassische Nachfrage am Immobilien-
markt. Hier kommen nur bestimmte Käufer-
kreise wie derzeitige Nutzer, Nachbarn oder
Miteigentümer in Betracht, die besonders
angesprochen werden müssen. Der Unter-
nehmensbereich, welcher auch Kleingarten-
sparten im Bestand hat, führt beispielsweise
Abstimmungsgespräche mit Verbänden,
Kommunen und Vereinen, um die grund-
sätzlichen Randbedingungen für eine Über-
tragung des Eigentums zu klären. Darüber
hinaus sind auch überschuldete Immobilien,
welche durch die Erbschaften des Freistaa-
tes in den Bestand gelangen, im Teilportfolio
„Besondere Veräußerung“ eingeordnet. Vor
Beginn der Vermarktung mit klassischen
Marketinginstrumenten klären spezialisierte
Mitarbeiter die Randbedingungen für eine
Veräußerung mit den Gläubigern, da diese
Immobilien keinen ausreichenden Verwer-
tungserlös zur Deckung der Schulden erwar-
ten lassen. Die besonderen Verkäufe bildeten
kaufvertragsvolumen
50.000
40.000
30.000
20.000
10.000
0
2003
6.847
16.042
19.418
27.001
43.005
13.848
9.260
16.389
16.825
2004
2005
2006
2007
2008
2009
2010
2011
Kaufvertragsvolumen-
ges. (in TEUR)
Anzahl der Verkaufsfälle
500
400
300
200
100
0
2003
220
283
351
329
323
370
407
426
397
2004
2005
2006
2007
2008
2009
2010
2011
Anzahl der Verkaufsfälle
Kleingartenanlage in Kleinsedlitz
28 | Die Geschäftsentwicklung 2011

image
image
image
image
2011 54 Prozent (2010 circa 50 Prozent) der
gesamten Verkaufsfälle. Der andere Teil der
Verkaufsfälle entfällt 2011 mit 46 Prozent
(2010 circa 50 Prozent) auf die mit klassi-
schen Marketinginstrumenten veräußerba-
ren Immobilien.
klassische Veräußerung
Im Bereich der „Klassischen Veräußerung“,
in dem Immobilien eingeordnet sind, die
mit herkömmlichen Marketinginstrumenten
veräußert werden können, konnten 182 Ver-
kaufsfälle abgewickelt und 75 Prozent des
gesamten Kaufvertragsvolumens generiert
werden. Dabei wurden 311 Flurstücke und
221 Gebäude veräußert. Mit dem Verkauf der
Flächen des sogenannten Quartiers Süd III
im Güterverkehrszentrum Leipzig konnte ein
2001 begonnener umfangreicher Projekt-
entwicklungsfall, in dessen Verlauf mehrere
Verkäufe erfolgten, nunmehr abgeschlossen
werden. Das Gesamtprojekt umfasste eine
gemeinsame Entwicklung von Flächen des
Freistaates und der GVZ Entwicklungsgesell-
schaft Leipzig mbH, in dessen Ergebnis unter
anderem Verkäufe an Porsche zur Standort-
erweiterung erfolgten. Insgesamt kann das
Projekt als besonderer Erfolg bezeichnet
werden, der mit Verkauf des letzten Quartiers
an die GVZE einen lukrativen Abschluss fand
und darüber hinaus die wirtschaftliche Dyna-
mik in der Region stützt.
Auch 2011 war der SIB einer der Partner auf
dem Stand des Freistaates bei der EXPO REAL,
Europas größter Fachmesse für Gewerbeim-
mobilien, und kann eine durchweg positive
Bilanz ziehen. Es war ein sehr reges Inter-
esse an den angebotenen Immobilien sowie
am Staatsbetrieb SIB selbst festzustellen.
Die Marke SIB ist in Fachkreisen inzwischen
bekannt.
Besucher der Messe EXPO REAL 2011 (v. l. n. r.): Kai Hemmerlein, Staatsminister der Finanzen
Prof. Dr. Georg Unland, Daniela Hollburg, Prof. Dieter Janosch, Stefan Wagner
Güterverkehrszentrum Leipzig (Luftbild)
Villa Voßstraße, Dresden
EXPO REAL 2011
Die Geschäftsentwicklung 2011 | 29

image
Besondere Veräußerung
Mit den 215 abgeschlossenen Kaufverträgen
wurden 364 Flurstücke und 91 Gebäude ver-
äußert. Die Anzahl der besonderen Verkaufs-
fälle ist damit um 18 Prozent höher als im
klassischen Bereich, hat jedoch lediglich einen
Anteil von 25 Prozent am gesamten Kaufver-
tragsvolumen. Der Großteil der Verkaufsfälle
konzentriert sich auf die Segmente „Über-
lassene Immobilien, die nur an Nutzer/Nach-
bar/Miteigentümer veräußerbar sind“ und
die „Überschuldeten Immobilien“. Dies hat
seine Ursache zum einen darin, dass diesen
beiden Segmenten die meisten Immobilien
der „Besonderen Veräußerung“ zugeordnet
sind und zum anderen, dass diese Portfolio-
segmente Immobilien mit erhöhtem Verwal-
tungsaufwand enthalten, die vorrangig ver-
äußert werden. Festzustellen bleibt, dass der
Unternehmensbereich Finanzvermögen und
Portfoliosteuerung neben den klassischen
Verkäufen weiterhin bewusst die Reduzie-
rung der Problemimmobilien im Geschäfts-
feld „Besondere Veräußerung“ anstrebt, wel-
che vergleichsweise wenige Verkaufserlöse
erwarten lässt, um den Verwaltungsaufwand
und die meist höheren Bewirtschaftungskos-
ten perspektivisch zu reduzieren.
Vermietung und Verpachtung –
Optimierung des Bestandes
Im Jahr 2011 konnten durch die Vermietung
und Verpachtung des Immobilienbestandes
in der Zuständigkeit des Unternehmensbe-
reichs Finanzvermögen und Portfoliosteue-
rung Einnahmen in Höhe von rund 3,6 Mil-
lionen Euro (Vorjahr: rund 3,5 Millionen
Euro) erzielt werden. Zusätzlich überlässt
der Unternehmensbereich besondere Immo-
bilien verbilligt oder unentgeltlich, wenn
dringendes Staatsinteresse besteht. Bei
den etwa 100 Begünstigten handelt es
sich insbesondere um Forschungs- (bei-
spielsweise Max-Planck-Gesellschaft,
Fraunhofer-Gesellschaft), Bildungs- (bei-
spielsweise Handelshochschule) und soziale
Einrichtungen einschließlich Religionsge-
meinschaften (beispielsweise Katholische
Kirche). Die verbilligt oder unentgeltlich
überlassenen Immobilien haben einen jähr-
lichen Mietwert von circa 8,0 Millionen Euro.
Die Anzahl der Miet- und Pachtverträge
reduzierte sich 2011 weiter auf 5.195 Ver-
träge (Vorjahr: 5.456). Ursächlich dafür sind
hauptsächlich der weiterhin konsequente
Verkauf landeseigener Wohnimmobilien
sowie die weitere Umsetzung der Verwer-
tungsstrategie im Geschäftsfeld Besondere
Veräußerung. Dabei werden beispielsweise
nicht oder wenig rentable auslaufende Nut-
zungsverhältnisse in Hinblick auf eine ohne-
hin bevorstehende Verwertung nicht wieder
ausgeschrieben. Dies gilt insbesondere dann,
wenn das Nutzungsverhältnis für die Ver-
wertungsstrategie hinderlich sein könnte.
Das einnahmestärkste Segment der Ver-
mietung und Verpachtung waren 2011 die
Landpachtverträge mit einem Anteil von
26 Prozent an den Gesamteinnahmen. 2011
wurde eine große Anzahl von Landpachtver-
trägen aufgrund auslaufender Verträge neu
geschlossen. Dadurch konnte eine deutliche
Steigerung der Einnahmen aus Landpacht
erreicht werden.
Der Freistaat als Erbe –
eine Daueraufgabe
Mit 818 Neuzugängen ist die Fallzahl der
Fiskalerbschaften im Vergleich zum Vorjahr
(830) relativ konstant auf hohem Niveau.
Allerdings ist es durch konsequentes Schlie-
ßen von Altfällen gelungen, 973 Fälle abzuar-
beiten. Im Vergleich zum Vorjahr (987 Fälle),
indem bisher die meisten Fälle geschlossen
wurden, ist bei der Zahl der abgeschlos-
senen Fiskalerbschaftsfälle ein Rückgang
Villa in Crimmitschau
30 | Die Geschäftsentwicklung 2011

Abwicklung der Fiskalerbschaftsfälle
2002
0
1.000
1.976
2.322*
518
619
733
739
730
734
830
818
284
365
281
515
628
716
987
973
2.556
2.854*
3.262*
3.486
3.588
3.601*
3.444
3.289
518
77
2.000 3.000 4.000
2011
2010
2009
2008
2007
2006
2005
2004
2003
Bestand jeweils
zum 31.12.
Abgänge
Zugänge
* Bestandszahl aufgrund von Datenberichtigungen korrigiert
Arten der Beteiligungsverfahren
172
142
81
66
33
28
15
13
Bebauungsplan
Planfeststellungs-
verfahren
Sonstiges
Flächennutzungsplan
Flurbereinigung
vorhabenbezogener
Bebauungsplan
Naturschutz
Stadtentwicklung/
Rahmenplanung
um 1,4 Prozent zu verzeichnen. Die Anzahl
der geschlossen Fiskalerbschaftsfälle über-
traf zum zweiten Mal in Folge die Anzahl
der Neuzugänge. Dementsprechend sank
der Gesamtbestand an Fiskalerbschafts-
fällen um 155 Fälle und lag zum Ende des
Geschäftsjahres 2011 bei 3.289. Mit den
Fiskalerbschaften sind rund 360 Grundstü-
cke zugegangen. Diese sind oft überschul-
det, haben einen schlechten Bauzustand
und liegen meist in Regionen mit verhalte-
ner Nachfrage auf dem Immobilienmarkt.
Zum Abschluss der Fälle ist jedoch auch
die Veräußerung der meist überschuldeten
und verwaltungsintensiven Immobilien aus
Fiskalerbschaft erforderlich. Diese gestaltet
sich oft sehr aufwändig und wird von spezi-
alisierten Verkäufern übernommen.
Die Einnahmen aus der Abwicklung von Fis-
kalerbschaften betrugen rund 2,6 Millionen
Euro, die Ausgaben ohne Berücksichtigung
von Personal- und Sachkosten rund 1,0 Mil-
lionen Euro. Einnahmen und Ausgaben sind
vom Unternehmensbereich Finanzvermö-
gen und Portfoliosteuerung nur bedingt
zu beeinflussen, da diese von dem nicht zu
steuernden Zugang an Fiskalerbschaftsfäl-
len und ihrer Werthaltigkeit abhängen.
träger öffentlicher Belange – Vertretung
der Interessen des Freistaates Sachsen
Im Bereich der Bauleitplanung und bei sons-
tigen gebietsbezogenen Rechtssetzungs-
akten vertritt der Unternehmensbereich die
Eigentümerposition des Freistaates Sachsen
und nimmt die Aufgaben des Trägers öffent-
licher Belange (TÖB) wahr. Im Jahr 2011 war
dies bei 550 Vorgängen der Fall, was eine
Steigerung von 26 Prozent im Vergleich zum
Vorjahr bedeutet. Der Schwerpunkt der Stel-
lungnahmen lag auf Bebauungsplänen (172),
Planfeststellungsverfahren (142) und Flä-
chennutzungsplänen (66).
Die Geschäftsentwicklung 2011 | 31

image
5.4 ZENtrALE VErWALtuNG
5.4.1 Bericht aus dem Personalbereich
Personalbestand
Im SIB waren im Geschäftsjahr 2011 durch-
schnittlich 200 Beamte und 961 Beschäftigte
(durchschnittlich gesamt 1.161 Bediens-
tete) tätig. Darüber hinaus befanden sich im
Durchschnitt 151 Bedienstete in der Freistel-
lungsphase der Altersteilzeit oder waren aus
anderen Gründen beurlaubt.
Der Staatsbetrieb betreute 2011 durchschnitt-
lich 25 Auszubildende sowie fünf Baureferen-
dare bzw. Anwärter für den gehobenen bau-
technischen Verwaltungsdienst während ihrer
Ausbildung. Darüber hinaus befanden sich
drei Beamte in der Aufstiegsfortbildung vom
mittleren in den gehobenen Dienst.
Zum Ende des Geschäftsjahres 2011 stellte
sich die Mitarbeiterstruktur des SIB wie in
der unten stehenden Tabelle dar:
Nach der für den SIB erstellten Personal-
planung für das Geschäftsjahr 2011 waren,
neben Einstellungen zum Zwecke einer
Elternzeit- oder Krankheitsvertretung, ins-
gesamt 106 Stellenbesetzungen, davon 27
befristete, vorgesehen. Die Aufteilung der
Besetzungsmöglichkeiten erfolgte konkret
aufgabenbezogen.
Bis zum Abschluss des Geschäftsjahres
konnten nahezu alle Stellen besetzt werden,
wenngleich sich die Gewinnung von geeig-
netem Fachpersonal in den Technikfachspar-
ten auch im Geschäftsjahr 2011 weiterhin
schwierig gestaltete.
Das Ziel der Staatsregierung, die Gesamtstel-
lenzahl des Freistaates Sachsen bis 2020
wesentlich zu begrenzen, wird auch für den
SIB eine Personalabbauvorgabe in erheblicher
Größenordnung mit sich bringen.
Fortbildung
Der SIB ist stets bestrebt, seinen Bediens-
teten durch Fortbildungsmaßnahmen ein
hohes Niveau an beruflicher Qualifizierung
zu ermöglichen. So nahmen im Geschäfts-
jahr 2011 die Bediensteten an insgesamt
1.475 Fortbildungsveranstaltungen teil. Die
Zentrale des Staatsbetriebes realisierte ins-
gesamt 102 Inhouse-Schulungen für die
Beschäftigten des gesamten SIB.
Ein zentrales Thema der Fortbildung war 2011
die Ausgestaltung der Seminarserie „Kom-
munikation“.
Mitarbeiterstruktur (Stichtag 31.12.2011)
Beamte/Beschäftigte*
unternehmensbereich
Geschäfts-
führung
Gesamt
PB
FB
FP
ZV
höherer Dienst
73
16
8
22
1
120
gehobener Dienst
426
111
62
108
5
712
mittlerer Dienst
63
76
46
135
1
321
einfacher Dienst
-
-
-
10
-
10
Gesamt
562
203
116
275
7
1.163
* Aktive Bedienstete ohne Auszubildende, Baureferendare,
Anwärter und Beamte der Aufstiegsfortbildung. Bedienstete,
die Aufgaben aus unterschiedlichen Unternehmensbereichen
in Personalunion wahrnehmen, werden nur einem Unterneh-
mensbereich zugeordnet.
PB Planungs- und Baumanagement
FB Facility- und Bedarfsdeckungsmanagement
FP Finanzvermögen- und Portfoliosteuerung
ZV Zentrale Verwaltung
Staatliche Studienakademie und Evangelische
Hochschule für soziale Arbeit Dresden,
Bibliothek
32 | Die Geschäftsentwicklung 2011

image
Ausbildung
Im Jahr 2011 konnten vier Frauen und vier
Männern die Aufnahme einer Berufsausbil-
dung im SIB ermöglicht werden. Zum Ende
des Geschäftsjahres bildete der Staatsbe-
trieb in folgenden Berufen aus:
Ausbildungsstand (Stichtag 31.12.2011)
Ausbildungsberuf
Ausbildungsjahr
1.
2.
3.
Steinmetz/in
1
2
2
Kauffrau/-mann für
Bürokommunikation
4
6
3
Technische/r Zeichner/in
2
Fachinformatiker/in
1
Immobilienkauffrau/-mann
1
Die Ausbildung im höheren bautechnischen
Verwaltungsdienst wurde auch im Jahr 2011
fortgesetzt. Eine Baureferendarin absol-
viert nunmehr das zweite Ausbildungsjahr.
Gleichzeitig schlossen zwei Baureferendare
den Vorbereitungsdienst 2011 erfolgreich ab
und wurden im Anschluss an die Ausbildung
unbefristet in der Niederlassung Chemnitz
eingestellt.
Aufgrund der am Bedarf orientierten Ausbil-
dung wurde im Jahr 2011 keine Neueinstel-
lung eines Baureferendars/einer Baureferen-
darin vorgenommen.
Im Rahmen der Ausbildung im gehobe-
nen bautechnischen und umweltfachlichen
Verwaltungsdienst konnten sieben Anwär-
ter ihren Vorbereitungsdienst erfolgreich
abschließen und wurden in den sieben Nie-
derlassungen des Staatsbetriebes eingestellt.
Die Ausbildungen fanden in den Fachrichtun-
gen Hoch- und Städtebau sowie Bauingeni-
eurwesen /Fachgebiet Straßenwesen statt.
Insgesamt haben im Geschäftsjahr 2011
14 Auszubildende die Abschlussprüfung im
jeweiligen Ausbildungsberuf bestanden. Allen
erfolgreichen Absolventen bot der Staatsbe-
trieb die Übernahme in ein Beschäftigungs-
verhältnis an, 11 nahmen das Angebot an.
Gesundheitsmanagement
Der Staatsbetrieb verfolgt das Ziel, ein ganz-
heitliches betriebliches Gesundheitsmanage-
ment zu etablieren. Um die bereits in den
Vorjahren gestarteten Einzelmaßnahmen
in der Zentrale und den Niederlassungen
zu koordinieren, wurde in 2011 ein Projekt
Gesundheitsmanagement ins Leben gerufen.
Basierend auf der Analyse der Ergebnisse von
zwei Mitarbeiterbefragungen zu Beginn des
Jahres 2011 werden im Projekt die folgenden
Schwerpunkte fokussiert:
Führungskräfte-Schulungen
Seit Frühjahr 2011 wurden in Zusammenar-
beit mit der Akademie für öffentliche Verwal-
tung des Freistaates Sachsen (AVS) Seminare
für die Führungskräfte des Staatsbetriebs
organisiert. Ein besonderes Augenmerk liegt
hierbei auf den Themen Kommunikation und
Wertschätzung.
Wissenstransfer
Bedingt durch die Personalstruktur des SIB
(Altersdurchschnitt) und die Personalpolitik
des Freistaates Sachsen (Stellenabbau) wurde
in 2011 begonnen, erste Schritte in Richtung
Wissenssicherung und Wissenstransfer zu
gehen.
Ausbildung Steinmetzin in der Zwingerbauhütte
Die Geschäftsentwicklung 2011 | 33

image
image
Psychische Belastungen/Burnout
Im Hinblick auf die zunehmende psychische
Belastung und entsprechende Erkrankungen
wurden im Jahr 2011 Vorbereitungen für die
Erarbeitung eines Leitfadens zum Umgang
mit dieser Thematik im SIB getroffen.
Ideenmanagement
Im Rahmen des Ideenmanagements wurden –
unabhängig von den eigentlichen Projekt-
schwerpunkten – weit gefächerte Vorschläge
zur Verbesserung von Arbeitsumfeld und
-bedingungen von den Beschäftigten gesam-
melt und teilweise umgesetzt.
Daneben wurden weiterhin Gesundheitstage,
Beteiligungen an sportlichen Veranstaltun-
gen und das Angebot der jährlichen Grippe-
schutzimpfung organisiert.
5.4.2 Bericht aus dem Vergabe- und
Vertragsmanagement
Im Haushaltsjahr 2011 vergab der SIB
32.420 Bauaufträge mit einem Gesamtvolu-
men von 373,9 Millionen Euro.
Der Großteil der Aufträge wurde an sächsi-
sche Unternehmen vergeben.
Bei Bauaufträgen mit einem Auftragswert
über 10.000 Euro lag der Anteil der öffent-
lichen Ausschreibungen bei 49 Prozent.
Beschränkte Ausschreibungen nahmen
einen Anteil von 24 Prozent ein, bei 27 Pro-
zent der Vergabeverfahren handelte es sich
um freihändige Vergaben. Die Anzahl der
öffentlichen Ausschreibungen hat sich im
Vergleich zum Vorjahr erhöht. Grund dafür
ist das Auslaufen der erhöhten Wertgren-
zen zum 31.12.2010. Der SIB schloss im Jahr
2011 außerdem 3.448 Planungsverträge mit
freiberuflich Tätigen im Bereich Bundes- und
Landesbau ab, das Auftragsvolumen betrug
61,1 Millionen Euro.
Bei EU-Vergabeverfahren in 2011 beantrag-
ten Unternehmen im Bereich des Landes-
baus fünf Nachprüfungsverfahren vor der
Vergabekammer Sachsen. Nur ein Verfahren
wurde zu Ungunsten des Freistaates Sachsen
entschieden. Die Erfolgsquote belief sich auf
80 Prozent.
Diese Statistik zeigt, dass der SIB die Ver-
gabeverfahren rechtssicher und kompetent
durchführt.
Der SIB als Schlichtungsstelle
Der außergerichtlichen Streitbeilegung (Streit-
schlichtung) kommt mit zunehmender Belas-
tung der Gerichte und Verknappung finanzi-
eller Mittel eine immer größere Bedeutung zu.
Die Zentrale des Staatsbetriebs bietet gemäß
den Vorschriften der VOB eine außergericht-
liche Streitschlichtung als Alternative zu
einem Gerichtsverfahren an. Dieses Angebot
wurde in neun Fällen in Anspruch genommen
und hat zu tragfähigen Lösungen geführt.
Elektronische Vergabe
Das zurückliegende Geschäftsjahr stand im
Fachbereich Vergabe- und Vertragsmanage-
ment wieder ganz im Zeichen der elektroni-
schen Vergabe (E-Vergabe).
Die Niederlassung Dresden I pilotierte ab
Februar 2011 die neue Vergabemanagement-
software. Nachdem die ersten beschränk-
ten und freihändigen Verfahren erfolgreich
durchgeführt wurden, konnten im Frühjahr
2011 auch die öffentlichen Ausschreibungen
Restauration eines Sandsteinelementes in der
auf die Vergabeplattform gestellt werden.
Zwingerbauhütte
34 | Die Geschäftsentwicklung 2011

image
Bis Ende 2011 führten alle anderen sechs
Niederlassungen des SIB die E-Vergabe
ein und stellten die Vergabeunterlagen für
öffentliche Ausschreibungen auf die Verga-
beplattform
http://www.sachsen-vergabe.de.
Die Bearbeiter in den Fachgruppen „Vergabe
und Verträge“ wurden von der Fachverwal-
tung E-Vergabe umfangreich geschult.
Das Herunterladen der Vergabeunterlagen
von der Vergabeplattform wird von den Bau-
firmen sehr rege in Anspruch genommen.
Weitere Informationsveranstaltungen, die
gemeinsam mit den Handwerkskammern und
Fachverbänden organisiert werden, sollen
mehr Firmen überzeugen, die Vergabeplatt-
form zu nutzen.
Im Bereich der VOL-Vergaben soll die elekt-
ronische Vergabe im Jahr 2012 eingeführt
werden.
5.4.3 Bericht aus dem It-Bereich
Eine wesentliche Voraussetzung für ein
qualitativ und quantitativ hohes Arbeitser-
gebnis der Mitarbeiter ist die Unterstützung
mittels Informationstechnik (IT). Im Fokus
der infrastrukturellen IT-Optimierung stand
im Geschäftsjahr 2011 die weitere Umset-
zung interner technischer Zentralisierungs-
prozesse mit dem Ziel der Aufwands- und
Kostenersparnis für Erwerb, Einrichtung und
Betrieb von Hard- und Software. Der SIB
investierte im Jahr 2011 rund 623.000 Euro
in den Ausbau, die Modernisierung und
Ersatzbeschaffung seiner Infrastruktur.
Für Erwerb, Einrichtung und Betrieb eines PC-
Arbeitsplatzes unter Berücksichtigung aller
Anschaffungs- und Nebenkosten, inklusive
personeller Aufwendungen für Service und
Betrieb (IT-Personale Zentrale und Niederlas-
sungen) einschließlich der Bürokommunika-
tion, wurden in 2011 je PC-Arbeitsplatz circa
1.116 Euro verausgabt. Die durchschnittli-
chen nutzerabhängigen Kosten konnten mit
Bezug auf das Jahr 2005 um rund 174 Euro je
Arbeitsplatz (circa 200.000 Euro in Summe)
gesenkt werden!
Ein wesentlicher Faktor für eine optimale
IT-Unterstützung im Unternehmen ist die
Verfügbarkeit von Infrastruktur und Anwen-
dungen. Die Verfügbarkeit der Systeme
lag bei durchschnittlich 99,8 Prozent. Das
entspricht einer maximalen Ausfallzeit an
365 Tagen, a 24 Stunden, von circa 5 Stunden
je Verfahren.
Im Fokus des Geschäftsjahres 2012 stehen
Maßnahmen zur Erhöhung der IT-Sicherheit,
die Vorbereitungen der Umstellung auf Win-
dows 7, 64 Bit/Office 2010 und die Schaffung
weiterer wirtschaftlicher virtueller Lösungen
für die Bereiche Datenbanken und Soft-
wareverteilung.
5.4.4 Bericht aus dem Organisations-
bereich
Der Fachbereich Organisation stellt im Rah-
men seiner Aufgaben bei der Aufbau- und
Ablauforganisation alle wesentlichen Rege-
lungen des Staatsbetriebes in einem in 2011
grundlegend überarbeiteten Organisations-
handbuch zur Verfügung (derzeit über 250
Dokumente). In einem neugestalteten Intra-
netauftritt stehen den Bediensteten des SIB
inzwischen über 600 notwendige Formulare
sowie in einer Rechtsdatenbank über 150 SIB-
relevante Gesetze, Verordnungen, Richtlinien
und andere Arbeitshilfen zur Verfügung.
Der Fachbereich gewährleistet die arbeitsme-
dizinische und sicherheitstechnische Betreu-
ung der Bediensteten im gesamten SIB und hat
hierfür in 2011 im Zuge einer Ausschreibung
einen neuen Vertrag für arbeitsmedizinische
und sicherheitstechnische Leistungen mit
Die Geschäftsentwicklung 2011 | 35

image
einem sächsischen Unternehmen geschlos-
sen. Gemeinsam mit den vertraglich gebun-
den Fachkräften werden unter anderem
Gefährdungsbeurteilungen von Arbeitsplät-
zen durchgeführt. 2011 wurden erstmals alle
Arbeitsplätze begutachtet. Dem SIB wurde
dabei ein hohes Niveau im Bereich Arbeitssi-
cherheit und Arbeitsplatzergonomie bestätigt.
Die zentrale Beschaffung im Wirtschaftsplan
und die diesbezügliche Zusammenarbeit mit
dem Landesamt für Steuern und Finanzen
wurden 2011 erheblich ausgebaut und damit
weitere Synergieeffekte erzielt.
Insgesamt wurden 2011 Neu- und Ersatzbe-
schaffungen (zum Beispiel Dienst-Kfz und
Mobiliar) im Umfang von rund 300.000 Euro
und betriebliche Aufwendungen im Umfang
von 220.000 Euro getätigt.
Seit Jahresbeginn 2011 stehen für die
gesamte Bestandsverwaltung der Sachan-
lagen entsprechende Software mit SAP-
Schnittstelle sowie Barcodescanner zur Ver-
fügung. Händisch geführte und gepflegte
Bestandsverzeichnisse gehören damit der
Vergangenheit an.
Mit Vorbereitungen für den Test eines ent-
sprechenden (DOMEA-zertifizierten) DV-
Programms und die Erarbeitung eines Fach-
konzeptes wurden durch den Fachbereich in
2011 die ersten Schritte für ein modernen
Anforderungen und rechtlichen Vorgaben
genügendes IT-gestütztes Dokumentenma-
nagement für den SIB gemacht.
Deutsche Nationalbibliothek Leipzig,
Innenansicht
Deutsche Nationalbibliothek Leipzig
36 | Die Geschäftsentwicklung 2011

image

6. Die Standorte
Niederlassung Bautzen
Völkerkundemuseum Herrnhut
Magazinneubau und behinderten-
gerechte Erschließung
Das 1878 von Bernhard Kinne gegründete
Völkerkundemuseum Herrnhut zählt zu den
ältesten Missionssammlungen im deutsch-
sprachigen Raum, dessen Ursprung im Natu-
ralienkabinett der Brüder-Unität von 1758
begründet ist. Neben umfangreichen eth-
nographischen Objekten verfügt das Völker-
kundemuseum heute über ethnographische
Sammlungen von Bilddokumenten, Film- und
Tonaufzeichnungen, Plakaten und Briefmar-
ken. Im Jahr 2004 fusionierte das Museum
für Völkerkunde zu Leipzig und das Museum
für Völkerkunde Dresden mit seiner Außen-
stelle in Herrnhut zu den Staatlichen Ethno-
graphischen Sammlungen Sachsen.
Das Museum in Herrnhut befindet sich in
einer gewachsenen Baustruktur von vorstäd-
tischem Charakter und war in einem um 1900
errichteten mehrgeschossigen, nicht unter-
kellerten denkmalgeschützten Gebäude und
in einem dazugehörigen, um 1993 errichte-
ten Erweiterungsbau untergebracht. 2004
wurden die Staatlichen Kunstsammlungen
Dresden beauftragt, einen perspektivischen
Lösungsvorschlag für die vollständige Unter-
bringung des Sammlungsbestandes auf dem
Grundstück zu erarbeiten, um bestehende
Mietverträge für Lagerräume ablösen zu
können.
Die Niederlassung Bautzen führte daraufhin
eine Wirtschaftlichkeitsuntersuchung mit
den Varianten einer weiteren Anmietung von
Lagerflächen und einem Magazinneubau auf
dem eigenen Grundstück durch. Ein Neu-
bau stellte sich als effizienteste Lösung dar.
Im Ergebnis dessen lobte die Niederlassung
einen kleinen Wettbewerb aus. Auf Grund-
lage einer Bestandsanalyse ließ sich die Ent-
wurfsaufgabe dahingehend erweitern, neben
der Anbindung eines Magazinneubaus an die
Bestandsgebäude auch die baulichen Defizite
am bestehenden Verbindergebäude abzustel-
len, eine behindertengerechte Erschließung
zu realisieren und regenerative Energien ein-
zusetzen.
Bauausführung
Das vorhandene Baufeld bot nur einen engen
Rahmen für einen Magazinneubau und die
Unterbringung der vom Nutzer benötigten
Flächen. In konstruktiver Zusammenarbeit
zwischen SIB und den Fachplanern konnte
aus dem anfänglich quadratischen Baukörper
des Neubaus eine städtebaulich überzeugen-
dere Bauform entwickelt werden. Die dem
Denkmal zugewandte Außenwand bekam
einen leichten Schwung. Weiterhin wurde der
Baukörper bis zur Gebäudeabschlusskante
des Denkmals verlängert, um eine abschlie-
ßend einheitliche Gebäudelinie zu erreichen –
dadurch entstand ein kleiner Innenhof. Eben-
falls wurde die Erschließung neu geordnet.
An den neu errichteten Eingangsbereich mit
einer Stahl-Glas-Fassade grenzt unmittel-
bar der zeitgemäß konzipierte Kassen- und
Informationsbereich im denkmalgeschützten
Gebäudeteil an.
Nach einer Bauzeit von 16 Monaten wurden
die neuen Räumlichkeiten dem Nutzer im
Dezember 2011 übergeben. Der frühzeitig
im November 2010 einsetzende und bis März
2011 streng anhaltende Winter verhinderte
die planmäßige Baufertigstellung und erfor-
derte ein aktives Krisenmanagement des SIB.
Auch galt es, damit verbundene Kostenerhö-
hungen so gering wie möglich zu halten.
Läuft man heute durch das Museum, sind die
Anstrengungen der Bauphase längst verges-
sen. Bei einem Besuch ist es nunmehr mög-
lich, das Zeitgeschehen unterschiedlicher
Epochen und den Lauf der Zeit sowohl durch
NIEDErLASSuNG BAutZEN
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Fabrikstraße 48
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Zuständigkeitsbereich:
Landkreis Bautzen
Landkreis Görlitz
Teilkreis Sächsische Schweiz-
Osterzgebirge
Für Aufgaben im Sinne des Vermögenszu-
ordnungsgesetz (VZOG) ist die Niederlas-
sung Chemnitz zuständig.
Für Fragen zur Bodenreform und Aufgaben
im Zusammenhang mit Fiskalerbschaften
ist die Niederlassung Dresden I zuständig.
Beschäftigte: 143
Auszubildende: 1
Bauvolumen: 57,6 Millionen Euro
Anzahl Baumaßnahmen: 363
Anzahl Gebäude (NGF): 318 (464.689 m²)
Anzahl Flurstücke (Fläche): 217 (2.378.419 m²)
Völkerkundemuseum Herrnhut,
Außenansichten
38 | Die Standorte

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die ausgestellten ethnographischen Exponate
als auch durch verwendete Baumaterialien
der neu geschaffenen Raumfolgen zu erleben.
Energiekonzept
Besonderes Augenmerk wurde bei der Pla-
nung und Umsetzung der Baumaßnahme
auf die Nutzung regenerativer Energien und
energieeffizientes Bauen gelegt. Um diesen
Anforderungen zu entsprechen, wurde der
vorhandene Niedertemperaturkessel durch
einen Brennwertkessel ersetzt, der Neubau
des Magazins im Passivhausstandard errich-
tet, für das Magazin ein Erdwärmetauscher
für die Erwärmung oder Kühlung der Raum-
luft eingesetzt und der nicht denkmalge-
schützte Gebäudebestand wärmegedämmt.
Um Wärmeverluste durch unkontrollierte
Lüftungszyklen auszuschließen wurde eine
Zu- und Abluftluftanlage mit Wärmerückge-
winnung eingebaut.
Gesamtbaukosten: 1,2 Millionen Euro
Bauzeit: 08/2010–12/2011
Planungsbeginn
Planungsweiterentwicklung
Realisierte Lösung
Die Standorte | 39

Niederlassung Chemnitz
technische universität Chemnitz
Neubau Projekthaus Mensch, technik,
Organisation (MeteOr)
Zu den größten Einzelmaßnahmen der Nie-
derlassung zählte der Neubau des Projekt-
hauses Arbeitswissenschaften für die Techni-
sche Universität Chemnitz.
Die Professur Arbeitswissenschaft unter-
sucht und beschreibt die Gesetzmäßigkei-
ten der menschlichen Arbeit, um mit diesen
Erkenntnissen in der Praxis hohe Produkti-
vität zu befördern und humane Bedingun-
gen bei der Einrichtung von Arbeitsabläufen
und Arbeitsplätzen zu schaffen. Besondere
Schwerpunkte bilden dabei der Automobil-
bau und die Medizintechnik. Aus der inter-
disziplinären Befassung der wechselseitigen
Beziehung zwischen Mensch, Technik und
Organisation ist der Name des Projekthauses
„MeTeOr“ entstanden.
Die Anforderungen an das neue Gebäude
waren vielseitig, auf vergleichbare Gebäude-
typen konnte nicht zurückgegriffen werden.
Es besteht aus einer Kombination von Labor,
Werkstatt, Experimentierfeld, Präsenta-
tion, Büro und Lehr- und Forschungsstätte
bei Anforderung an höchste Flexibilität. Die
Anforderungen der wechselnden Teams an
Größe der Räume, Versorgung mit Medien und
industrienahe Bedingungen verändern sich
mit den Projektinhalten ständig, das Gebäude
muss sich darauf einstellen können. Anforde-
rungen betreffen die bauphysikalische Innen-
raumqualität hinsichtlich Akustik, Tages-
lichtechtheit, farbveränderliche Beleuchtung,
Präsentations- und Medientechnik, aber auch
werkstatttypische Medienversorgung.
Durch die Finanzierung des Vorhabens im
Rahmen des Konjunkturpaketes II wurden
straffe Rahmenbedingungen gesteckt, vor
allem hinsichtlich der Einhaltung der Kosten
von rund 4,0 Millionen Euro und der zeitli-
chen Vorgaben.
Planungsprozess
Eine traditionelle Herangehensweise war aus
inhaltlichen und zeitlichen Gründen nicht
möglich.
Die Niederlassung Chemnitz entschloss
sich daher, die Erarbeitung alternativer Ent-
wurfsansätze in interdisziplinären Work-
shops unter Beteiligung der Fachnutzer,
Dezernat Technik, SIB, Fachplaner und Gut-
achter zu organisieren. Durch eine über-
durchschnittlich intensive und konstruktive
Zusammenarbeit und häufige Visualisierung
der Zwischenergebnisse konnte binnen kür-
zester Zeit eine tragfähige Entwurfsplanung
erarbeitet und bestätigt werden.
Bauausführung
Die geforderte Variabilität der Innenraumbil-
dung wurde mit einem hochvariablen System
verschiebbarer Wände realisiert. Im Zentrum
des Gebäudes ermöglicht eine bühnentech-
nische Konstruktion das Drehen einer dop-
pelgeschosshohen, 50 Quadratmeter großen
Wand um 360 Grad. Diese ist zugleich Raum-
teiler, Projektionsfläche und Hintergrund.
Mit dem zur Verfügung stehenden flexiblen
Wandsystem lassen sich Räume zwischen 36
und 125 Quadratmeter nahezu stufenlos her-
stellen. Nicht benötigte Wandelemente par-
ken in einem dafür vorgesehenen Raum. Feste
Räume sind lediglich Konferenz-, Kommuni-
kations-, Steuer-, Projektleiter- und Sanitär-
räume. Die technische Versorgung der flexi-
blen Räume wird über Bodentanks gesichert.
Die Steuerung aller haustechnischen Anla-
gen und Medien erfolgt digital über zentrale,
fest installierte sowie über mehrere dezen-
trale, tragbare Touchpaneels, welche die in
NIEDErLASSuNG CHEMNItZ
Hausanschrift
Brückenstraße 12
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Tel.:
+49 371 457 0
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Zuständigkeitsbereich
(ohne Zuwendungsbau):
Kreisfreie Stadt Chemnitz
Landkreis Mittelsachsen
Teilkreis Erzgebirgskreis
Vermögenszuordnungsgesetz (VZOG)
für den gesamten Freistaat Sachsen
Direktionsbezirk Chemnitz
(für Bodenreform)
zusätzlich auf dem Gebiet der Fiskal-
erbschaften in den Amtsgerichtsbezirken
Annaberg, Chemnitz, Döbeln, Freiberg,
Hainichen, Marienberg und Stollberg.
Beschäftigte: 225
Auszubildende: 2
Bauvolumen: 77,2 Millionen Euro
Anzahl Baumaßnahmen: 531
Anzahl Gebäude (NGF): 501 (928.658 m²)
Anzahl Flurstücke (Fläche): 233 (2.662.592 m²)
TU Chemnitz
Neubau Projekthaus MeTeOr
40 | Die Standorte

image
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den flexiblen Wänden integrierten Kontakte
erkennen. Die jeweilige Raumsituation und
das System stellt die erforderliche Medien-
kombination bereit, feste Schalter oder Taster
an den Wänden sucht man daher vergeblich.
Eine weitere, bereits von Weitem erkennbare
Besonderheit des Gebäudes stellt die halb-
kreisförmige Fassade im Inspirationsbereich
dar. Erstmals wurde hier ein selbsttragendes,
dreischichtiges, außenoberflächenfertiges
Sandwichelement als Großformatbauteil aus
glasfaserverstärktem Kunststoff (GFK) ein-
gesetzt, welches über beide Geschosse reicht.
Die Entwicklung dieses Bauteils erfolgte in
enger Zusammenarbeit der Professur Struk-
turleichtbau und Kunststoffverarbeitung
der Technischen Universität Chemnitz sowie
einem ortsansässigen Unternehmen. Damit
konnte eine Gewichtseinsparung von 65 Pro-
zent gegenüber einer Stahlbetonkonstruktion
erreicht werden. Die Ausführung der Lamel-
len im Inneren der Rundung und die Verklei-
dung der Gesimse erfolgte ebenfalls in GFK.
Den Lamellen kommt dabei nicht nur eine
besondere gestaltgebende Funktion zu – mit
diesen können auch akustische Simulationen,
von voll absorbierend bis voll reflektierend,
vorgenommen werden.
Hohes Augenmerk wurde der thermischen
Behaglichkeit des großzügig verglasten Gebäu-
des gewidmet. Dazu wurden mehrere Simula-
tionsrechnungen durchgeführt. Farbneutrale
Gläser mit geringem Energiedurchlassgrad
kamen ebenso zum Einsatz wie eine automa-
tisch gesteuerte Außenverschattung. Die Fuß-
bodenheizung kann im Sommer zur Kühlung
eingesetzt werden, es ist eine Nachtausküh-
lung vorgesehen, unverkleidete Betondecken
dienen als Speichermassen. Die Wärmeversor-
gung erfolgt über Fernwärme, ein Lüftungs-
und Klimagerät mit Verdunstungskühlung und
Kompressionskälte sorgt für die Kühlung.
Das Gebäude konnte nach einer 16-mona-
tigen Bauzeit im Sommer 2011 dem Nutzer
übergeben werden.
Gesamtbaukosten: 4,0 Millionen Euro
Bauzeit: 03/10–06/11
Die Standorte | 41

Niederlassung Dresden I
Sächsisches Staatsarchiv –
Hauptstaatsarchiv Dresden
Sanierung und bauliche Neugestaltung
des historischen Gebäudekomplexes
Das Hauptstaatsarchiv Dresden ist Teil des
Sächsischen Staatsarchivs und wird oft auch
als „Gedächtnis des Freistaates Sachsen“
bezeichnet. Aus den Urkundenarchiven der
Wettiner entstanden, gehören zum Bestand
47.000 laufende Meter Schriftgut und eine gut
366.000 Blatt umfassende Karten-Sammlung
von internationalem Rang sowie 53.000 mit-
telalterliche und neuzeitliche Urkunden. Seit
1915 ist es in einem speziell für das Archiv
errichteten Gebäudekomplex im heutigen
Regierungsviertel in Dresden untergebracht.
Die historischen Gebäude entsprachen
jedoch seit langem nicht mehr den aktuellen
Anforderungen an Sicherheit, Brandschutz
und Klimatisierung, die zum Erhalt des kost-
baren Archivgutes notwendig sind. Zudem
war die Lagerkapazität des Archives ausge-
schöpft. Daher wurde eine Erweiterung des
bestehenden Gebäudekomplexes in Angriff
genommen, die sowohl Direktion und Grund-
satzabteilung des Sächsischen Staatsarchivs
als auch dessen größte Benutzungsabteilung,
das Hauptstaatsarchiv Dresden, unter einem
Dach vereinen sollte. Gleichzeitig sollten
neben modernen Lagerungsbedingungen
für das Archivgut neue Arbeitsräume für die
Mitarbeiter sowie ein zeitgemäß strukturier-
ter Öffentlichkeitsbereich geschaffen werden.
In einem ersten Bauabschnitt wurde bereits
ein Archivneubau als erstes Passivhaus im
Zuständigkeitsbereich des SIB errichtet.
Bauausführung im historischen Gebäu-
dekomplex
Zu den besonderen Herausforderungen des
Projektes gehörten die aus konservatorischen
Gründen für die Magazinräume geforderten
konstanten Klimabedingungen mit einer
Temperatur von 18 °C und einer Luftfeuch-
tigkeit von 50 Prozent.
Gleichzeitig sollten die originalen Bauteile
der denkmalgeschützten Altbauten trotz
der Umstrukturierung des Archivs und der
geforderten energetischen Optimierung wei-
testgehend erhalten bleiben. Die Herausfor-
derung für die Niederlassung lag darin, für
die gegensätzlichen Anforderungen mit den
Beteiligten gemeinsame Rahmenbedingun-
gen zu vereinbaren und anhand einer geson-
dert erstellten Klimasimulation die Realisier-
barkeit nachzuweisen. Das daraus entwickelte
Klimakonzept umfasst eine Kombination aus
baulichen und technischen Maßnahmen.
Der neu gestaltete Öffentlichkeitsbereich
wurde in die beiden Sockelgeschosse des
repräsentativen Magazinaltbaus verlagert.
Dort wurde durch die Glas-Überdachung
des bisherigen Innenhofes ein neuer, licht-
durchfluteter, zentraler Informationsbereich
mit Archivausgabe sowie daran angrenzen-
den Lesesälen geschaffen. Die Lesesäle im
Verwaltungsaltbau werden für Vorträge und
Ausstellungen genutzt, dadurch konnten die
hervorragenden bauzeitlichen Innenaus-
stattungen erhalten bleiben. Die Fassaden
wurden behutsam gereinigt und an schad-
haften Stellen saniert, die originalen Interi-
eurs aufgearbeitet. Um das markante äußere
Erscheinungsbild des historischen Magazin-
baus mit seinen langen Bahnen prismatisch
vorspringender Fensterbänder zu erhalten
und trotzdem optimale Lagerungsbedingun-
gen für das Archivgut sowie energetische
Verbesserungen für den Altbau zu schaffen,
wurden die Fenster in den Magazingeschos-
sen innenseitig mit Dämmpaneelen geschlos-
sen sowie umlaufend um die Fenster eine
Fassadenbegleitheizung unter Putz verlegt.
Dabei mussten vielfache Detaillösungen für
NIEDErLASSuNG DrESDEN I
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Zuständigkeitsbereich
(soweit nicht Niederlassung Dresden II
sachlich zuständig; ohne VZOG):
Kreisfreie Stadt Dresden
Landkreis Meißen
Teilkreis Sächsische Schweiz-
Osterzgebirge
Direktionsbezirk Dresden
(für Bodenreform und Fiskalerbschaften)
Beschäftigte: 210
Auszubildende: 9
Bauvolumen: 103,1 Millionen Euro
Anzahl Baumaßnahmen: 375
Anzahl Gebäude (NGF): 543 (1.070.471 m²)
Anzahl Flurstücke (Fläche):296 (3.683.452 m²)
Sächsisches Staatsarchiv –
Hauptstaatsarchiv Dresden
42 | Die Standorte

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unterschiedliche Bestandssituationen entwi-
ckelt werden.
Die Beheizung des Gebäudes erfolgt über
Fernwärme. Der Kühlbedarf wird über Grund-
wasser und, ergänzend für Spitzenlasten im
Sommer, eine Kompressionskältemaschine
gedeckt. Die Übertragung von Wärme und
Kälte erfolgt über Umluftkonvektoren. Für
Öffentlichkeitsbereiche und Magazine wur-
den zwei getrennte Anlagen zur Lüftung
sowie zur Be- und Entfeuchtung errichtet.
Alle technischen Anlagen verfügen über eine
hocheffiziente Wärmerückgewinnung. Über
die Gebäudeleittechnik erfolgt eine raum-
weise Überwachung und Steuerung aller
technischen Anlagen.
Beim Brandschutz in den Magazinräumen
war, da hier unwiederbringliche Kulturgüter
lagern, auch der Sachschutz zu beachten.
Um Schäden am Archivgut durch eine her-
kömmliche Löschanlage oder den Wasserein-
satz der Feuerwehr zu vermeiden, wurden
spezielle, an die in Alt- und Neubau unter-
schiedliche Archivalien-Lagerung angepasste
Bandschutzkonzepte mit Hochdruck-Wasser-
nebellöschanlagen erarbeitet.
Projektsteuerung
Die komplette Projektsteuerung dieser kom-
plexen, mehrphasigen Baumaßnahme mit
20 beteiligten Fachplanern und 84 ausfüh-
renden Firmen wurde in Eigenleistung der
Niederlassung erbracht. Hierzu koordinierten
die Projektverantwortlichen sämtliche Ent-
scheidungsprozesse zwischen den Beteiligten
des Nutzers, dem Landesamt für Denkmal-
pflege, dem Landeskriminalamt sowie den
Fachplanern und steuerten das Projekt bau-
lich, terminlich und kostenseitig. Neben dem
Führen der Projektbesprechungen durch die
Hochbauabteilung unterstützte der SIB die
regulären Baubesprechungen in der Bau-
endphase durch Jour-Fixe-Termine, zu denen
ausgewählte Firmen gesondert geladen
wurden. Nach Fertigstellung der Baumaß-
nahme gehörte die Zusammenstellung der
Gebäudedokumentation, die Einführung des
Nutzers in die Betreibung der technischen
Anlagen sowie der Abschluss der zahlreichen
Wartungsverträge zu den abschließenden
Aufgaben des SIB. Zur Zielkontrolle der Erfül-
lung der Klimaanforderungen und zur Opti-
mierung der technischen Anlagen wird die
Baumaßnahme durch ein Monitoring auch
weiterhin durch den SIB betreut.
Der Archivneubau wurde im August 2008 an
den Nutzer übergeben. Um Baufreiheit für die
Sanierung der Altbauten zu erhalten, wurden
einige Bereiche bis zur kompletten Fertigstel-
lung der Baumaßnahme zwischenzeitlich als
Interimsarchiv genutzt. Der Umbau und die
Sanierung der Bestandsgebäude wurden im
Juli 2011 abgeschlossen, die Übergabe des
kompletten Archivkomplexes an das Haupt-
staatsarchiv Dresden erfolgte im August.
Gesamtbaukosten: 42,8 Millionen Euro,
davon rund 26 Millionen Euro für Umbau
und Sanierung der historischen Gebäude
Bauzeit: 10/2006–07/2011
Die Standorte | 43

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Niederlassung Dresden II
Das Militärhistorische Museum
der Bundeswehr in Dresden
Sanierung und umbau des historischen
Gebäudekomplexes
Am 14.10.2011 erfolgte die Neueröffnung
des Militärhistorischen Museums der Bun-
deswehr durch den Bundesminister der
Verteidigung Dr. Thomas de Maiziére. Nach
siebenjähriger Bauzeit war damit die Schaf-
fung des Leitmuseums der Bundeswehr
abgeschlossen, welches sich mit der Mili-
tärgeschichte als Teil der Geschichts- und
Gesellschaftswissenschaft auseinandersetzt.
In Form und Inhalt ergänzen sich Architektur
und Ausstellung, die den Anspruch hat, den
Spagat zwischen wissenschaftlicher Aufar-
beitung und einer publikumswirksamen Prä-
sentation der Militärgeschichte zu schaffen.
Die Grundsätze für die inhaltliche Neuorien-
tierung des Hauses, das seit seiner Errichtung
1876 über alle gesellschaftlichen Veränderun-
gen hinweg für militärische Ausstellungen
genutzt wurde, entwickelte die Bundeswehr
Mitte der 1990er Jahre nach der Übernahme
des Hauses. Die Neukonzeption der Ausstel-
lung wurde 1999 beschlossen. Zusammen
mit der notwendigen Sanierung des Hauses
nach den aktuellen Baubestimmungen bildete
sie die Grundlage für die Ausschreibung der
damaligen Niederlassung Radeberg für die
Zusammenstellung des Planungsteams. Das
dafür durchgeführte VOF-Verfahren wurde
mit dem Entscheid der Jury für den Entwurf
des Architekten Daniel Liebeskind in Arbeits-
gemeinschaft mit HG Merz & Holzer Kobler
Architekturen für die Ausstellungsgestaltung
im Jahr 2003 abgeschlossen.
Ausstellung
Zusammen mit Alt- und Neubau stehen rund
11.400 Quadratmeter Ausstellungsfläche für die
auf zehn Jahre konzipierte Dauerausstellung
zur Verfügung. Ergänzend dazu befindet sich
im Erdgeschoss eine 400 Quadratmeter große
Fläche für Wechselausstellungen. Die Planun-
gen der Ausstellungsgestaltung liefen unter
Federführung des SIB. Es wurden die notwen-
digen Abstimmungen des Militärhistorischen
Museum mit dem Museumsbeirat nach den
Erfordernissen des Planungsstandes organisiert.
Bauausführung
Eine Herausforderung für alle Planungs- und
Baubeteiligten war die Umsetzung der Ent-
wurfsidee, die ab 2006 mit der Übernahme
des Bereiches Bundesbau durch die Nieder-
lassung Dresden II realisiert wurde.
NIEDErLASSuNG DrESDEN II
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Zuständigkeitsbereich
Hochschulen, Universitätsklinikum Dres-
den, Einrichtungen des SMK, Bildungs-
einrichtungen des SMI und des SMWK,
Bundesbau, Zuwendungsbau für:
Kreisfreie Stadt Dresden
Landkreis Meißen
Teilkreis Sächsische Schweiz-
Osterzgebirge
Direktionsbezirk Dresden (für Hochschulen)
Beschäftigte: 168
Auszubildende: 0
Bauvolumen: 162,8 Millionen Euro
Anzahl Baumaßnahmen: 403
Anzahl Gebäude (NGF): 343 (1.058.755 m²)
Anzahl Flurstücke (Fläche): 249 (2.084.982 m²)
Militärhistorisches Museum Dresden
44 | Die Standorte

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Der Keil aus Stahlbeton, der den Altbau
„durchschneidet“, musste bei seiner Konstruk-
tion innerhalb des Altbaus in allen Phasen des
Bauens statisch gesichert werden. Erst mit der
Betonierung und Aushärtung der Dachdecke
wurde die Gesamtstabilität erreicht und der
Neubau in sich selbst tragfähig, sodass die
Sicherungsmaßnahmen entfernt und mit dem
Innenausbau begonnen werden konnte.
An der Bauausführung waren insgesamt
90 Firmen beteiligt, welche über die Koordi-
nierung der Planungsbüros von der Nieder-
lassung Dresden II geleitet wurden.
Außenanlagen
Die vom Landschaftsarchitekten Volker von
Gagern bearbeitete Außenanlage nimmt die Ent-
wurfsidee des Gebäudes auf und wurde separat
zum Museumsumbau durchgeführt. Auch hier
kontrastieren historische Bezüge mit einer teils
überlagernden, modernen Formgestaltung.
Die umgestaltete Freiausstellungsfläche
thematisiert auf der Westseite die histo-
rische Konfrontation zwischen NATO und
Warschauer Pakt, während auf der Ostseite
die aktuellen Aufgaben der Bundeswehr im
Fokus stehen.
Projektsteuerung
Die Niederlassung Dresden II übernahm die
Projektsteuerung für das Hauptgebäude und
die Steuerung des Gesamtvorhabens inklu-
sive der Außenanlagen.
Steuerungsinstrument war die Vorgabe des
Projekthandbuches zu Klärung der Projekt-
struktur und Kommunikation der insgesamt
34 Planungsbeteiligten. In den von der Nie-
derlassung geleiteten Koordinierungsbera-
tungen erfolgte die Schnittstellenabstim-
mung zwischen der Gebäudeplanung, der
Haustechnik sowie der Ausstellungsplanung
und wurde mit den Anforderungen der Träger
öffentlicher Belange wie der Denkmalpflege
und den städtischen Behörden abgeglichen.
Unter Einbeziehung des Nutzers wurden
Betriebsabläufe und die interne Organisation
des Museum geklärt.
Gesamtbaukosten des Gebäudes, inklusive
der Ausstellung:
68,2 Millionen Euro
Baukosten
Außenanlagen:
4,7 Millionen Euro
Bauzeit:
Beginn Rohbau
11/2005
Eröffnung 14.10.2011
Innenansicht
Baustelle
Die Standorte | 45

Niederlassung Leipzig I
Justizvollzugsanstalt Waldheim
Neubau Hafthaus 2
Die Justizvollzugsanstalt Waldheim befin-
det sich an einem geschichtsträchtigen Ort
im Zentrum der Stadt Waldheim. Bereits
1271 wurde hier urkundlich eine Burganlage
erwähnt. Nach zwischenzeitlichen Nutzun-
gen als Augustinerkloster und Jagdschloss
richtete August der Starke im Jahr 1716 im
Schlossgelände ein „Allgemeines Zucht-,
Waisen- und Armenhaus“ ein. Ab 1830 wurde
die Anlage zu einem Zuchthaus umgewandelt
und dient seitdem ausschließlich dem Justiz-
vollzug. Ein großer Teil des Gebäudebestan-
des wurde nach 1990 vollständig saniert und
auf einen zeitgemäßen Standard gebracht.
Das Hafthaus 2 ist der erste Neubau in der
Reihe dieser Baumaßnahmen.
Bauausführung
Das Hafthaus bildet den baulichen Abschluss
des zentralen Freistundenhofs nach Osten.
Die unmittelbare Nachbarschaft zum ehe-
maligen Schlossgebäude, zur Kirche und zu
einem barocken Nebengebäude prägt die
architektonische Gestaltung. Um die Propor-
tionen zwischen Historischem und Neuem zu
vermitteln, gliedert eine Fuge aus Metall und
Glas das langgestreckte Hafthaus optisch in
zwei Baukörper. Diese Unterbrechung mar-
kiert den zentralen Bereich, in dem sich der
Haupttreppenraum und die Diensträume
für das Aufsichtspersonal befinden. Die
vertikal ausgerichtete Lochfassade vor den
Hafträumen wirkt der dominanten Längen-
ausdehnung zusätzlich entgegen. Sie nimmt
das traditionelle Gliederungsprinzip auf und
übersetzt es in eine moderne Architektur.
Rot eingefärbte Stahlbetonfertigteile sind
bündig in die weiß gefasste Putzfassade
eingelassen und rhythmisieren die Fenster-
front. Das mit grauen Stahlbetonelementen
verkleidete Sockelgeschoss stellt den Bezug
zu den Gesimsen und Geschosshöhen der
angrenzenden Gebäude her. Das Farbkonzept
greift den im Bestand vorhandenen Farbka-
non rot (Porphyr, Klinker), weiß (Putzflächen)
und grau (Schiefer) auf.
Funktion und Standard
Besondere Planungsaufgabe war es, mit dem
Hafthausneubau einem neuen behandlungs-
orientierten Haftkonzept für männliche Gefan-
gene nicht nur eine bauliche Hülle zu geben,
sondern durch das Raumkonzept ebenso
positiv auf das Vollzugsklima hinzuwirken. Das
Hafthaus spiegelt in seiner Organisation und
Ausstattung einen modernen und zeitgemäßen
Haftstandard wider. Die einzelnen Funktionen
sind im Grundriss klar geordnet und entspre-
chen den Vollzugserfordernissen. Zur Individu-
alisierung und Orientierung im Gebäude gibt es
differenzierte Farben in den einzelnen Etagen.
Akzentflächen sind vor allem die Fußböden der
Flure und einzelne Wände. Im Sockelgeschoss
liegen Besprechungs- und Fitnessräume sowie
Lager und Technikflächen. Getrennt durch
den mittigen Dienstbereich und die Haupter-
schließung befinden sich je zwei Stationen
mit 16 Haftplätzen in den drei Obergeschos-
sen. Damit stehen insgesamt 96 Haftplätze
zur Verfügung. Entlang des breiten Flurs, der
als Kommunikationszone dient, reihen sich
14 Einzelhafträume und ein Doppelhaftraum
sowie ein Müll- und ein Sanitärraum. An der
Stationsküche weitet sich der Flur bis an die
Außenwand und bietet dadurch Platz für einen
gemeinschaftlich nutzbaren Freizeitbereich.
Darüber hinaus unterstützte die Niederlas-
sung Leipzig I den Nutzer bei der Entwick-
lung einer dem neuen Haftkonzept entspre-
chenden Haftraumgestaltung. Dazu führte
die Technische Universität Dresden, Fakul-
tät Architektur, Lehrstuhl für Sozial- und
Gesundheitsbauten, auf Initiative des SIB und
in Abstimmung mit dem Staatsministerium
der Justiz und für Europa ein studentisches
NIEDErLASSuNG LEIPZIG I
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(soweit nicht Niederlassung Leipzig II
sachlich zuständig; ohne VZOG):
Kreisfreie Stadt Leipzig
Landkreis Leipzig
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Direktionsbezirk Leipzig
(für Bodenreform und Fiskalerbschaften)
Beschäftigte: 175
Auszubildende: 4
Bauvolumen: 62,3 Millionen Euro
Anzahl Baumaßnahmen: 353
Anzahl Gebäude (NGF): 469 (651.057 m²)
Anzahl Flurstücke (Fläche):588 (15.144.006 m²)
Justizvollzugsanstalt Waldheim
46 | Die Standorte

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Entwurfsprojekt zur Haftraumausstattung
durch. Nach ausgewählten Studentenent-
würfen fertigte die Tischlerei der JVA Baut-
zen Mustermöblierungen. So konnten die
Raumwirkung und Vollzugstauglichkeit am
Objekt überprüft und optimiert werden. Am
Ende dieses Prozesses steht eine zeitgemäße,
individualisierbare und funktionale Ausstat-
tung, die den Ansprüchen des modernen
Vollzugs entspricht.
Aber nicht nur die Innenausstattung ent-
spricht neuesten Standards, auch das
Gebäude wird den aktuellen Anforderun-
gen an Energieeffizienz und Nachhaltigkeit
gerecht.
Die energetisch günstige Gebäudekubatur
und der Einsatz dauerhafter Materialien im
Außen- und Innenbereich tragen ebenso
dazu bei, wie eine thermische Solaranlage
(Flachkollektoren) auf dem Dach, zur Unter-
stützung der Brauchwassererwärmung für
die Duschen.
Projektsteuerung
Neben der Unterstützung des Nutzers bei
der baulichen Umsetzung des Haftkonzeptes
lagen die Herausforderungen für den SIB in
der Umsetzung der Bauaufgabe.
Als „Insel“ innerhalb des weiterlaufenden
JVA-Betriebes mussten, anders als auf einer
normalen Baustelle, besondere Sicherheits-
vorkehrungen getroffen und umgesetzt
werden. Baufirmen und Materialtransporte
erhielten nur kontrollierten Zugang. Diese
besonderen Bedingungen wurden bereits
im Planungsprozess mit der JVA abgestimmt
und in die Ausschreibungsunterlagen aufge-
nommen.
Änderungen in der Bedarfsanmeldung waren
auch bei dieser Baumaßnahme im Prozess
der Bauausführung zu integrieren. Kurzfris-
tig musste ein neues Mediensystem für die
Hafträume in die technische Planung und
Bauausführung einbezogen werden. Ände-
rungen der Organisation des sogenannten
Nachteinschlusses führten zu einer notwen-
digen Anpassung des Brandschutzkonzep-
tes. Trotz dieser Schwierigkeiten konnte das
Gebäude termingerecht übergeben werden.
Kosten: 7,5 Millionen Euro
Bauzeit: 10/2009–12/2011
Die Standorte | 47

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Niederlassung Leipzig II
Studentenwerk Leipzig Aör, Handels-
hochschule Leipzig
Mensa Jahnallee
umbau und Sanierung für das Studenten-
werk Leipzig Aör und kapazitätserweiterung
für die Handelshochschule Leipzig HHL
Der unmittelbar gegenüber dem Zentralsta-
dion Leipzig gelegene Campus Jahnallee hat
als Standort der sportwissenschaftlichen
Ausbildung eine lange Tradition, die mit
dem „Institut für Leibesübungen“ bis in das
Jahr 1925 zurückreicht. 1993 nahm die neu
gegründete Sportwissenschaftliche Fakultät
der Universität Leipzig den Lehrbetrieb in
dem Mitte der 1950er und 1960er errichte-
ten umfangreichen Gebäude- und Sportstät-
tenkomplex auf, zu dem seit 1977 auch das
freistehende Mensagebäude gehört. Hierbei
handelt es sich um einen mehrfach ange-
wendeten Typenbau der ehemaligen DDR,
dem sogenannten Typ „Ilmenau“. Er bildet
als Großform im rückwärtigen Bereich des
Hauptgebäudes einen markanten Orien-
tierungspunkt innerhalb des Sportcampus.
Obwohl auf Grund seiner Lage im öffent-
lichen Raum kaum wahrnehmbar, ist das
Gebäude als einziger Mensa-Solitärbau noch
immer als „DHfK-Mensa“ im Bewusstsein der
Leipziger präsent.
Dieser Bedeutung galt es bei Sanierung und
Umbau architektonisch gerecht zu werden.
Deshalb entschied sich die Niederlassung für
ein Architektenauswahlverfahren, in dem die
eingeladenen Büros erste Lösungsvorschläge
erarbeiteten (VOF-Verfahren mit Lösungs-
vorschlägen). Das Verfahren hat sich bewährt,
was die insgesamt überzeugenden Vorschläge
der fünf eingeladenen Architekturbüros bele-
gen. Unter Führung der Niederlas sung musste
jedoch die Fassadengestaltung im Weiteren
grundlegend hinsichtlich Energieeffizienz
und Gestaltung überarbeitet werden.
Das Spiel mit großen und kleineren Fenster-
öffnungen ist nun ebenso gestalterisches
Merkmal wie die teilweise geneigten Fenster-
brüstungen und -stürze, welche die dahin-
ter liegenden Funktionen entsprechend ihrer
Bedeutung erkennen lassen und der ursprüng-
lich kubischen Großform Dynamik verleihen.
Die weißen Metalltafeln der Fassadenver-
kleidung sowie deren Geometrie bauen die
gedankliche Brücke zu den in den siebziger Jah-
ren oft bemerkenswert qualitätvollen öffentli-
chen Gebäuden. Das Thema der gebrochenen
dynamischen Flächen setzt sich sowohl am wie
auch im gesamten Gebäude fort, dies äußert
sich beispielsweise in den bewusst flächig
gehaltenen und mit Geraden und Neigungen
spielenden Brüstungen und Geländern.
NIEDErLASSuNG LEIPZIG II
Hausanschrift
Tieckstraße 2
04275 Leipzig
Tel.:
+49 341 2175 0
Fax
+49 341 2175 222
E-Mail: poststelle@sib-l2.smf.sachsen.de
Zuständigkeitsbereich
Hochschulen, Universitätsklinikum Leip-
zig AöR, Einrichtungen des SMWK, SMS
und SMK für:
Kreisfreie Stadt Leipzig
Landkreis Leipzig
Landkreis Nordsachsen
Direktionsbezirk Leipzig (für Hochschulen,
Krankenhausbau, Berufsakademie)
Beschäftigte: 123
Auszubildende: 2
Bauvolumen: 80,5 Millionen Euro
Anzahl Baumaßnahmen: 300
Anzahl Gebäude (NGF): 369 (1.042.724 m²
Anzahl Flurstücke (Fläche): 299 (4.340.225 m²)
Studentenwerk Leipzig ÄoR,
Handelshochschule Leipzig
48 | Die Standorte

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Funktion
War die Mensa ursprünglich für die Herstel-
lung von 5.000 Mahlzeiten täglich ausgelegt,
ist aufgrund von Bedarfsänderungen und
neuer Koch- und Küchentechnik heute nur
noch eine Kapazität von 2.400 Mahlzeiten
erforderlich. Für die freiwerdenden Flächen
konnten in Zusammenarbeit mit dem Bereich
Bedarfsdeckungsmanagement der Nieder-
lassung neue Hörsaal- und Seminarflächen
für die Handelshochschule Leipzig bereitge-
stellt werden. Die neuen funktionalen Anfor-
derungen, insbesondere die vollständige
Trennung des Mensabetriebes von der Han-
delshochschule und die damit verbundene
Neuorganisation der Erschließung, wurden
mit den Bedarfsträgern vor Beginn der Pla-
nung gemeinsam herausgearbeitet und sind
in die Aufgabenstellung für das Architekten-
verfahren eingeflossen.
Die Mensa wendet sich nun deutlich dem
Schwerpunkt der umgebenden Hochschul-
gebäude zu, so dass der gestalterisch hoch-
wertige, westlich vorgelagerte Freibereich
optimal in das Nutzungskonzept einbezo-
gen ist. Die Räume der Handelshochschule
werden von der östlichen Gebäudeseite aus
erschlossen.
Bauausführung
In der Mensa wurde besonderer Wert auf die
Entwicklung einer eindeutigen, kreuzungs-
freien Wegeführung des Gastes gelegt. Die
zentrale Aufgangstreppe führt über einen
großzügigen Luftraum in das Herzstück
der Mensa, den Ausgabebereich. Dieser ist
als Free-Flow-Ausgabe mit Aktionstheken
zur frischen Zubereitung von Spezialitäten
gestaltet. Eine Besonderheit stellt der ovale
Tresen im Zentrum der Ausgabe dar, der eine
Getränke-, Salat- und Snackbar bietet. In
Verbindung mit dem großen, jedoch varia-
bel teilbaren Speisesaal mit angrenzendem
Konferenzraum ergeben sich zahlreiche Mög-
lichkeiten einer vielfältigen Nutzung über
die studentische Mittagsversorgung hinaus.
Unterstützt und ergänzt wird diese Vielsei-
tigkeit durch die Cafeteria im Erdgeschoss,
welche auch über eine eigene Terrasse auf der
Westseite des Gebäudes verfügt.
Aus den Anforderungen des Brandschutzes
heraus konnte für den Bereich der Handels-
hochschule auf beiden Etagen ein Grundriss
entwickelt werden, welcher durch seine Ein-
fachheit überzeugt. Ein einhüftiger Flur ist
klassisch zwischen zwei Treppenhäusern ein-
gefügt und wird von jeweils großen Seminar-/
Konferenzräumen gefasst. Im Obergeschoss
ist dieser Flur jedoch an der Außenfassade
angeordnet, so dass er einerseits beachtliche
Aufenthalts- und Pausenqualitäten entwi-
ckelt, andererseits der daran anschließende
Hörsaal nunmehr im Gebäudeinneren liegt
und so die für konzentriertes Lernen erfor-
derlichen Rahmenbedingungen bietet.
Trotz zahlreicher vorheriger Einzelmoderni-
sierungen entsprach das Gebäude baulich,
funktionell, hygienisch und energetisch
nicht mehr den gegenwärtigen Standards.
Darüber hinaus erfüllte es in keiner Weise
mehr die Anforderungen an den baulichen
Brandschutz. Daher wurde das Gebäude bis
auf das tragende System zurückgebaut und
alle Bauteile und technischen Einrichtungen
erneuert. Deshalb legte die Niederlassung
besonderen Wert darauf, dass die Wieder-
herrichtung die Vorgaben der Energieein-
sparverordnung (EnEV) 2009 an einen Neu-
bau erfüllt.
Gesamtbaukosten
Mensa:
10,1 Millionen Euro
Handelshochschule: 2,5 Millionen Euro
Bauzeit: 10/2009–07/2011
Die Standorte | 49

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NIEDErLASSuNG ZWICkAu
Hausanschrift
Dr.-Friedrichs-Ring 2a
08056 Zwickau
Tel.:
+49 375 28369 0
Fax
+49 375 28369 105
E-Mail: poststelle@sib-z.smf.sachsen.de
Zuständigkeitsbereich
(ohne Vermarktung und Verwertung,
ohne Bodenreform und VZOG):
Landkreis Zwickau,
Vogtlandkreis
und in Teilen des Landkreises
Erzgebirgskreis
Direktionsbezirk Chemnitz
(für Zuwendungsbau)
Beschäftigte: 105
Auszubildende: 3
Bauvolumen: 21,7 Millionen Euro
Anzahl Baumaßnahmen: 294
Anzahl Gebäude (NGF): 294 (418.595 m²)
Anzahl Flurstücke (Fläche): 234 (1.398.812 m²)
Westsächsische Hochschule Zwickau
Neubau Laborzentrum für kraftfahr-
zeugelektronik
Im Rahmen einer Kleinen Baumaßnahme
wurde mit dem Laborzentrum für Kraftfahr-
zeugelektronik ein Gebäude errichtet, das
vor allem wegen seines Innenlebens beson-
ders ist. Kernstück ist dabei die EMV-Zelle.
Dabei handelt es sich um eine abgeschirmte,
mit Hochfrequenzabsorbern ausgekleidete
Halle, in der moderne Fahrzeuge mit inno-
vativen Elektroniksystemen hinsichtlich
ihrer Immunität gegenüber elektromagneti-
scher Störenergie, wie sie in der Nähe von
Rundfunk- und Mobilfunksendern auftreten,
untersucht werden können. Die Fahrzeuge
werden auf einem in einer Drehscheibe inte-
grierten Rollenprüfstand, der speziell für
Elektroautos optimiert ist, unter realen Stra-
ßenbedingungen betrieben und mit Hilfe von
Antennen bestrahlt. Zeitgleich werden die
Fahrzeugfunktionen überwacht, um mögli-
che Schwachstellen der Elektroniksysteme
analysieren zu können. Weiterhin kann auch
die elektromagnetische Emission von Kraft-
fahrzeugen ermittelt werden. Ein solcher
Laborraum ist bisher einmalig in der deut-
schen Hochschullandschaft. Um die EMV-
Zelle gruppieren sich weitere Laborräume,
unter anderem eine sogenannte „Infotain-
ment-Kabine“.
Die Möglichkeit zur Schaffung der EMV-
Zelle hatte sich für die Westsächsische
Hochschule kurzfristig ergeben und musste
ebenso zeitnah in das Um- und Neugestal-
tungskonzept des Areals für das Techni-
kum I auf dem innerstädtischen Campus
eingefügt werden. Die Niederlassung Zwi-
ckau entschied sich daher, den Neubau für
das Institut für Produktionstechnik baulich
zu ergänzen und beauftragte den gleichen
Architekten. Planung und Bauablauf konn-
ten somit für beide Gebäude in abgestimm-
ten Schritten erfolgen, obwohl es sich um
ursprünglich zwei verschiedene Bauvorha-
ben handelte.
Niederlassung Zwickau
Westsächsische Hochschule Zwickau
50 | Die Standorte

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Bauausführung
Das entstandene Gebäude zeichnet sich
durch eine klare und zurückhaltende For-
mensprache und eine der Funktion entspre-
chende schlichte Gestaltung der Gebäude-
hülle und der Innenräume aus.
Mit der Übergabe des Gebäudes wurde der
erste Schritt zur Umgestaltung und Aufwer-
tung des Areals an der Kreuzung Dr.-Fried-
richs-Ring/Äußere Schneeberger Straße zum
zentralen Technikum auf dem innerstädti-
schen Campus der Hochschule umgesetzt.
Hierdurch werden langfristig nicht nur die
Bedingungen für Forschung und Lehre, son-
dern auch die städtebauliche Situation ent-
scheidend verbessert.
Da sich das Baufeld in einem im Zweiten Welt-
krieg nahezu völlig zerstörten Areal einer his-
torischen, direkt an die Innenstadt anschlie-
ßenden Vorstadt befindet, musste den
Gründungsarbeiten zunächst eine Kampfmit-
teluntersuchung vorausgehen. Anschließend
erfolgte eine Untersuchung der im Unter-
grund aufgefundenen historischen Befunde
durch das Landesamt für Archäologie.
Der Untergrund des Baufeldes war nach dem
Zweiten Weltkrieg durch Bauschutt aufge-
füllt worden und wurde von einer alten Fern-
wärmetrasse sowie einst von einem Bachlauf
gequert. Deshalb entschied sich die Nieder-
lassung nach einer Variantenuntersuchung,
auf eine Unterkellerung des Gebäudes zu
verzichten und stattdessen eine Gründung
mit Betonsäulen zu realisieren.
Die Anforderungen an einen ordnungsge-
mäßen Betrieb der EMV-Zelle stellten eine
besondere Herausforderung in der Bauphase
dar. Zum einen musste bei dem nicht unter-
kellerten Gebäude der Fußboden des Erdge-
schosses leicht erhöht gebaut werden, um
Wassereinbrüche auszuschließen. Zum ande-
ren sind Ebenheitsanforderungen für den
Fußboden so hoch, dass diese bei Berück-
sichtigung der zulässigen Toleranzen im
Rohbau nicht zu erreichen waren, es musste
daher eine zusätzliche Beschichtung auf den
Boden aufgebracht werden.
Gesamtbaukosten: 1,18 Millionen Euro
Bauzeit: 05/2010–07/2011
ICS-Prüfkabine
KfZ-Labor
Die Standorte | 51

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7. Preise und Auszeichnungen
Deutscher Architekturpreis 2011
Der Deutsche Architekturpreis ist der offi-
zielle Architekturpreis der Bundesregierung
und wurde nach vierjähriger Pause vom
Bundesministerium für Verkehr, Bau und
Stadtentwicklung ausgelobt. Die prämier-
ten Projekte sollen, neben einer besonderen
baukulturellen Qualität, von dem vorbildli-
chen Umgang bei der Sanierung und Moder-
nisierung historischer Bausubstanz zeugen
und zukunftsweisende architektonische
Gestaltung und Nutzungsqualität mit hohen
energieeffizienten Maßnahmen in einer
ganzheitlichen Konzeption vereinen. Mit
dieser Zielstellung wurde die Baumaßnahme
„Albertinum Dresden, Sanierung und Neubau
Zentraldepot“ mit einer Auszeichnung des
Deutschen Architekturpreis 2011 gewürdigt.
Die „Arche für die Kunst“ wurde von dem
Büro Staab Architekten Berlin mit dem Ziel
geschaffen, das Depot- und Werkstattge-
bäude vor künftigen Hochwassern zu sichern.
Best architects award 12
Der Preis „Best Architects Award“ zeichnet
die besten Architekten im deutschsprachi-
gen Raum aus. Vier der fünf Preisträger im
Freistaat Sachsen waren vom SIB beauf-
tragt. Der Neubau des Wirtschaftsgebäu-
des des Forstamtes Eibenstock (atelier st,
Leipzig) erhielt den Preis „best architects
award 2012“ in Gold. Darüber hinaus wur-
den das Trainingszentrum der Polizeidi-
rektion und der Carport für Einsatzfahr-
zeuge der Bereitschaftspolizei in Chemnitz
(Arbeitsgemeinschaft Knoche/Neumann
Architekten BDA, Leipzig, Plauen) sowie
das Gebäude Sonderlabore der Universität
Leipzig (Schulz & Schulz Architekten GmbH,
Leipzig) gewürdigt.
Architekturpreis der Stadt Leipzig 2011
Der Architekturpreis der Stadt Leipzig wird
aller zwei Jahre ausgelobt und dient der För-
derung der Baukultur. Im Jahr 2011 wurde der
vierte Erweiterungsbau der Deutschen Nati-
onalbibliothek in Leipzig (Gabriele Glöckler,
Stuttgart) mit diesem Preis geehrt. Die Jury
sah im Erweiterungsbau den Anspruch des
Preises, dazu beizutragen, das Bewusstsein
für eine zeitgemäße und innovative Gestal-
tungsqualität der baulichen Umwelt zu
schärfen und Maßstäbe für die Lösung von
Bauaufgaben mit Mitteln zeitgenössischer
Architektur zu setzen, am besten verwirk-
licht. Darüber hinaus wird das Projekt Vierter
Erweiterungsbau der Deutschen Nationalbi-
bliothek auch internationale Beachtung fin-
den, da es von einer Auswahlkommission als
eines der 20 Projekte ausgewählt wurde, die
Deutschland auf der Architekturbiennale in
São Paolo repräsentieren werden.
Finanzamt Zwickau
Deutsche Nationalbibliothek Leipzig
52 | Preise und Auszeichnungen

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Auszeichnung Architekturforum der
Stadt Zwickau 2011
Das Finanzamt Zwickau (Arbeitsgemeinschaft
Knoche/Neumann Architekten BDA, Leipzig,
Plauen) wurde 2011 mit dem Architekturpreis
des Architekturforum Zwickau ausgezeich-
net. Gewürdigt wird die gelungene Verbin-
dung von Altem und Neuem. Das Projekt
umfasst die Sanierung und den Umbau von
teilweise denkmalgeschützten Gebäuden auf
dem Areal der ehemaligen Ingenieurschule
sowie einen Erweiterungsbau.
Erster Preis im sächsischen Landeswett-
bewerb „Gärten in der Stadt“
In der Kategorie „Andere neu gestaltete
Freiraumsysteme“ des Landeswettbewer-
bes „Gärten in der Stadt“ erhielt das Pro-
jekt „Schlosspark Pillnitz, Wiederherstellung
Holländischer Garten, Anlage am Palmen-
haus“ den ersten Preis. Gewürdigt wurde
die gelungene Kombination historischer und
neuer Materialien und Techniken sowie der
Einsatz moderner Erkenntnisse bei Belüftung
und Bewässerung. Der Preis wird aller zwei
Jahre vom Unternehmer- und Fachverband
Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau
Sachsen e. V. ausgelobt und vom Sächsi-
schen Staatsministerium für Umwelt und
Landwirtschaft gefördert.
Forstamt Eibenstock: links Außenansicht, rechts Detailansicht Fassade
Preise und Auszeichnungen | 53

8. Organisation und Aufsicht
Der Verwaltungsrat setzte sich während des
Geschäftsjahres wie folgt zusammen:
Herr Hansjörg König
Vorsitzender des Verwaltungsrates,
Staatssekretär im Sächsischen Staats-
ministerium der Finanzen, Dresden
(ab 12. Januar 2011);
Herr Johann Gierl
stellvertretender Vorsitzender des
Verwaltungsrates, Ministerialdirigent
im Sächsischen Staatsministerium der
Finanzen, Dresden
(bis 30. August 2011);
Frau Evelyn Schastok,
Ministerialrätin im Sächsischen Staats-
ministerium der Finanzen, Dresden;
Herr Matthias Zier,
Ministerialrat im Sächsischen Staatsmi-
nisterium der Finanzen, Dresden;
Herr Prof. Dr. Rainer Wedekind,
Ministerialdirigent im Sächsischen
Staatsministerium für Wissenschaft und
Kunst, Dresden;
Herr Dr. Ulrich Reusch,
Ministerialdirigent im Sächsischen
Staatsministerium für Umwelt und
Landwirtschaft, Dresden;
Herr Klaus-Dieter Schwensen,
Niederlassungsleiter, TLG Immobilien
GmbH – Niederlassung Süd, Dresden;
Herr Gerd Rudolph,
Vorsitzender des Bezirkspersonalrates
des SIB, Chemnitz.
54 | Organisation und Aufsicht

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Herausgeber:
Staatsbetrieb
Sächsisches Immobilien- und Baumanagement SIB
Wilhelm-Buck-Straße 4, 01097 Dresden
www.sib.sachsen.de
Im Auftrag des Freistaates Sachsen,
Sächsisches Staatsministerium der Finanzen
Redaktion:
Geschäftsführung SIB
Gestaltung und Satz:
SV SAXONIA Verlag für Recht, Wirtschaft und Kultur GmbH/
SAXONIA Werbeagentur –
www.saxonia-werbeagentur.de
Druck:
Druckhaus Dresden GmbH
Redaktionsschluss:
Juni 2012
Fotos:
Jörg Schöner, Dresden (Titel, Rückseite, Seite 5, 8, 9, 19, 43, 44, 45); Lothar Sprenger, Dresden (Portraits
Führungskräfte Umschlagseite innen, Seite 17 oben); David Brandt, Dresden (Seite 3); Mirko Hertel, Stollberg
(Seite 6, 7); Holger Stein, Dresden (Seite 10, 11, 32); Steffen Junghans, Leipzig (Seite 13); Borchowitz + Partner,
Leipzig (Seite 14, 15, 24); h.e.i.z.Haus Architekten (Seite 18); rietman.breuninger.architekten (Seite 17); SIB
(Seite 20, 21, 25, 27–30, 33, 34 unten, 49); Gunter Binsack, Leipzig (Seite 22); Linda Bersch, Dresden (Seite 26);
RainerSturm / pixelio.de (Seite 34); ©Elnur-fotolia.com (Seite 35); Klaus D. Sonntag, Leipzig (Seite 36, 37, 42 oben);
Anja Wippich, Lüneburg (Seite 39 oben); Werner Huthmacher, Berlin (Seite 41, 52 unten); Steffen Spitzner, Gera
(Seite 47); Dietmar Träupmann, Augustusburg (Seite 50, 51, 53 oben); Bertram Bölkow, Leipzig (Seite 53 unten)
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