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Klosterbuch bei Leisnig –
Erster Restaurierungsabschnitt der Infirmeriekapelle abgeschlossen
Im September 2003 wurde nach zehnjähriger Arbeit ein erster Restaurierungsabschnitt in der Infirmerie-
kapelle des ehemaligen Zisterzienserklosters Buch bei Leisnig abgeschlossen.
Aus Anlass des Tages des offenen Denkmals konnte am Freitag, 12.9.2003, um
17.00 Uhr im Beisein von Ehrengästen, Besuchern und Vertretern der Presse der neu hergerichtete
Raum der Öffentlichkeit übergeben werden.
Die zu Unrecht wenig bekannte Klosteranlage gehört zu den kunstgeschichtlich bedeutsamsten Bauwer-
ken in Sachsen und zu den herausragenden Denkmalen mittelalterlicher Geschichte. 1192 auf Initiative
des Burggrafen Heinrich von Leisnig gegründet, entwickelte sich Buch neben dem Klöstern Altzella und
Doberlug zur wichtigsten Niederlassung des Zisterzienserordens im Bistum Meißen.
Die Infirmeriekapelle, der Sakralraum des einstigen
Mönchskrankenhauses, ist nach dem schrittweisen
Abbruch weiter Teile der Klosteranlage nach der
Reformation und der Installation zunächst eines
Rittergutes und später des Gutes der Landesschu-
le Grimma einer der letzten im ursprünglichen bau-
lichen Zusammenhang erhaltenen Teile der einst
umfänglichen Klosteranlage am Ufer der Freiberger
Mulde.
Als sich nach 1990 die Nachfolgeeinrichtung des
ehemaligen Volksgutes aus den Mauern des Klos-
ters zurückzog und damit einer neuen Nutzung der
Anlage der Weg geebnet war, waren es zunächst
die Stadt Leisnig und die Aktivisten des Leisniger
Geschichts- und Heimatvereins mit großer Unter-
stützung des Arbeitsamtes Oschatz, die versuch-
ten, die geschichtsträchtigen Baulichkeiten eines
zentralen Ortes sächsischer Kultur der Öffentlich-
keit zu erschließen.
Blick in die Inferimeriekapelle.
Foto: Thomas Schmidt (Leisnig)
Das Landesamt für Denkmalpflege Sachsen hat die Bemühungen der Neuerschließung des Klosters von
Anbeginn intensiv begleitet, hat sich um restauratorische Hilfestellung bemüht und den Aktiven vor Ort als
Berater zur Verfügung gestanden.
Im Zuge von Aufräumungsarbeiten und Bemühungen, die ursprüngliche Gestalt der Infirmeriekapelle zu-
rückzugewinnen, stieß man 1994 auf das einstige Fußbodenniveau und Reste eines in Sachsen seltenen
Schmuckfußbodens aus keramischen Fliesen aus dem 13. Jahrhundert.
Infolge vordringlicher baulicher Sicherungsmaßnahmen an den anderen Baulichkeiten des Klosters und
seiner imposanten Ruinen war zunächst keine Möglichkeit einer Restaurierung des Raumes vorhanden.
Die verheerende Flut des vergangenen Jahres forderte neue Aktivitäten – die Ergebnisse werden nun
vorgestellt.
Seit August 1997 liegt die Verantwortung für das Kloster in den Händen des neu gegründeten Förderver-
eins Kloster Buch e. V. Aus der konstruktiven Zusammenarbeit von Verein, Denkmalschutzbehörde des
Kreises Döbeln, Landesamt für Denkmalpflege Sachsen und dem Landesamt für Archäologie konnten
weitgreifende konzeptionelle Ansätze für die weitere Entwicklung der Einrichtung gewonnen werden, so
die Aufbereitung der überlieferten Substanz und deren sinnfällige Nutzung.
Über weitere Schritte wird zu gegebener Zeit berichtet.
Landesamt für Denkmalpflege Sachsen
Förderverein Kloster Buch e. V.