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Naturschutzkonzept Sachsenforst
Lokale Umsetzung im Forstbezirk Bärenfels
für die Jahre 2018 bis 2023
Georgenfelder Hochmoor – Foto Holger Menzer, 2018

1
Inhaltsverzeichnis
1.
Ausgangslage und lokale Prioritäten im Forstbezirk Bärenfels ....................... 2
1.1.
Waldfläche, Anteil Waldfläche, Naturräumliche
Gegebenheiten .................................................................................................................................... 2
1.2.
Lokale Prioritäten für Naturschutzvorhaben im
Forstbezirk .......................................................................................................................................... 8
1.2.1.
Waldumbau ...........................................................................................................................................
8
1.2.2.
Schutz und Entwicklung von Biotopen und Lebensraumtypen ....................................................................
9
1.2.3.
Biotopverbund .....................................................................................................................................
11
1.2.4.
Artenschutz .........................................................................................................................................
13
2.
Einzelprojekte im FoB Bärenfels ....................................................................... 16
2.1.
Birkwildlebensraumgestaltung im Offenland – Landweg Schellerhau .............................................. 17
2.2.
Waldentwicklung an Fließgewässern – Geisterweg und Raumschneise ......................................... 19
2.3.
Förderung von Lebensraum Bergwiese - Seyde - Rehefeld............................................................. 21
2.4.
Naturgemäße Waldentwicklung im Schutzgebiet Hemmschuh ........................................................ 23
2.5.
Naturgemäße Waldwirtschaft – Pflege und Entwicklung der Buchenwälder
um Rechenberg - Holzhau ................................................................................................................ 25
2.6.
Waldumwandlung und Fließgewässergestaltung im Gimmlitztal – Vom Fichtenforst zum
Bacherlenwald ................................................................................................................................... 27
2.7.
Naturschutzgebiet Hofehübel – Entwicklung und Pflege des historisch
wertvollen Schutzgebietes ................................................................................................................ 29
2.8.
Teichsanierung und Fließgewässergestaltung im Revier Bärenfels ................................................. 31
2.9.
Natürliche Waldentwicklung und Lebensraumgestaltung im Wald sowie Offenland
rund um den Geisingberg.................................................................................................................. 33
2.10.
Naturschutzfachliche Waldentwicklung in der Naturwaldzelle Weicholdswald................................. 35
2.11.
Fließgewässerbegleitende Waldentwicklung entlang des Brießnitzbaches ..................................... 37
2.12.
Erhalt und Förderung der besonders angepassten Varietät Höhenkiefer
im Raum Schmiedeberg.................................................................................................................... 39
2.13.
Oelsabachtal – Waldentwicklung im Bereich von Fließgewässern .................................................. 41
2.14.
Windberg – Erhalt des ältesten Rotbuchenbestandes Sachsens ..................................................... 43
2.15.
Etablierung, Erhalt, Pflege und Monitoring des Edelkrebses in den
Gewässern des Tharandter Waldes ................................................................................................. 45
2.16.
Weißeritztalhänge - Sicherung und Förderung der Vorkommen von der Gemeinen Eibe .............. 47
2.17.
Fließgewässer- und Teichgestaltung im Seerental ........................................................................... 49
2.18.
Waldumbau mit angehenden Forstwirten im FFH-Gebiet
„Täler von Vereinigter und wilder Weißeritz“.................................................................................... 51
2.19.
Pflege und Entwicklung eines Waldrands in Abteilung 434 b0 ......................................................... 53
2.20.
Entfichtung des Colmnitzbachs und Wiedereinbringung standortsgerechter Baumarten ................ 55
2.21.
Waldumbau hin zur natürlichen Waldentwicklung im Triebischtal .................................................... 57
2.22.
Wälder am Landberg – Unterstützung der natürlichen Entwicklung der Rotbuchenwälder ............. 59
2.23.
Anlage Waldinnenränder und Strukturierung des Offenlandes – Beerwalder Wiesen ..................... 61
2.24.
Bergwaldprojekt – Sanierung eines Hangschutzwaldes ................................................................... 63

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Naturschutzkonzept Sachsenforst - Lokale Umsetzung im Forstbezirk Bärenfels (2018 – 2023)
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1. Ausgangslage und lokale Prioritäten im Forstbezirk
Bärenfels
1.1. Waldfläche, Anteil Waldfläche, Naturräumliche
Gegebenheiten
Der Forstbezirk Bärenfels erstreckt sich über eine Landesfläche von 790 Quadratkilometer. Angefangen
von der tschechischen Grenze im Süden, bis hin zur Autobahn A4 und vor die Tore der Stadt Dresden im
Norden.
Die Waldfläche des Forstbezirkes Bärenfels ist in circa 19.000 Hektar Staatswald und etwa
8.500 Hektar Privat- und Körperschaftswald aufgeteilt.
Bewirtschaftet wird die Gesamtfläche durch zwölf Staatswaldreviere und zwei Privat- und
Körperschaftswaldreviere. Neben der Holzeinschlagsmenge von fast 130.000 Festmeter pro Jahr sorgen
unsere 80 Mitarbeiter dafür, dass hoheitliche Aufgaben, naturschutzfachliche wie auch Aufgaben der
Umweltbildung erfüllt werden. Es wird stets versucht, die Balance zwischen ökonomischen, ökologischen
und sozialen Aspekten zu halten.
Abbildung 1:
Revierstruktur im Forstbezirk Bärenfels (Staatsbetrieb Sachsenforst, 2018)

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Naturschutzkonzept Sachsenforst - Lokale Umsetzung im Forstbezirk Bärenfels (2018 – 2023)
3
Der Forstbezirk ist Teil dreier Wuchsgebiete und in sieben Wuchsbezirke unterteilt.
Die Waldflächen des Forstbezirkes entfallen überwiegend auf das Wuchsgebiet
45 Erzgebirge
. Im Norden
des Forstbezirkes werden zudem die Wuchsgebiete „
25 Sächsisch-Thüringisches Lößhügelland“
und
27 Westlausitzer Platte und Elbtalzone“ berührt (Abb. 2)
.
Abbildung 2:
Wuchsgebiete und Wuchsbezirke im Forstbezirk Bärenfels
(Staatsbetrieb Sachsenforst, 2012)
Die tiefstgelegene Staatswaldfläche befindet sich nahe der Vereinigung von Wilder und Roter Weißeritz im
Freitaler Stadtteil Hainsberg auf 190 m ü. NN. Den höchsten Punkt des Forstbetriebes markiert der Gipfel
des Kahleberges mit 905 m ü. NN. Somit erstreckt sich der Forstbetrieb insgesamt über vier Höhen- (Untere
Lagen bis Kammlagen) und sechs Klimastufen (Um, Uf, Uff, Mf, Hf und Kf).
Die bisherigen Jahresdurchschnittstemperaturen bewegen sich zwischen 9 °C in den Unteren Lagen bis zu
4 °C in den oberen Lagen und Kammlagen des Osterzgebirges. Die jährlichen Niederschlagssummen
reichen entsprechend von 650 mm bis 1.000 mm. Beide Gradienten lassen erkennen, dass im Forstbezirk
hinsichtlich der Dauer der Vegetationsperiode sowie des Wasserhaushaltes gravierende Unterschiede
auftreten.

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Terrestrische Standorte von mittlerer Nährkraftausstattung sind mit einem Flächenanteil von knapp 45 % die
häufigste Standortsform. Als Grundgestein dominieren hier Gneise, Granitporphyr und im Bereich des
Tharandter Waldes Quarzporphyr mit mächtigeren Deckzonen. Es folgen auf über 25 % der Fläche
terrestrische Standorte von ziemlich armer Trophie. Hierbei handelt es sich vorwiegend um flachgründige
Quarzporphyr-Standorte sowie Granitböden.
Abbildung 3:
Standortsformengruppenverteilung im Forstbezirk Bärenfels
(Staatsbetrieb Sachsenforst, 2012)
Im Forstbezirk Bärenfels wurden aufgrund standörtlicher, klimatischer und waldentwicklungsbedingter
Ausgangsituationen drei Waldbauregionen gebildet. Sie dienen der Analyse, Planung und Realisierung von
regional angepassten Waldentwicklungsstrategien. Diese wiederum dienen der Verbesserung der
ökologischen Stabilität, Produktivität und Nachhaltigkeit der Wälder im Forstbezirk Bärenfels.
Abbildung 4: Waldbauregionen 1 bis 3 im Forstbezirk Bärenfels (Staatsbetrieb Sachsenforst, 2012

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Übergeordnetes Ziel in der jetzigen Waldumbauphase ist es, die Voraussetzungen für eine Waldentwicklung
zu etablieren, welche eine natürliche Regenerationsfähigkeit der Waldökosysteme in Form differenziert
standortgerechter Baumartenmosaike schafft.
Diese umfangreichen Waldentwicklungsmaßnahmen bilden die Grundlage der Lebensraumentwicklung im
Wald und sind damit Grundpfeiler für alle weiteren naturschutzfachlichen Aufgaben im Forstbezirk Bärenfels.
Waldbauregion 1: Untere Lagen im Nordteil des Forstbezirkes, zum Teil mit hydromorphen in der Regel nur
sehr unzureichend durch Gemeine Fichte erschließbaren Standorten – die Gemeine Fichte ist in dieser
Region sehr instabil. Aufgrund der hier zuvor großflächig vorkommenden besonders standortswidrigen
Fichtenreinbeständen bei gleichzeitig hohem landschaftsökologischen Wirkungspotential des Waldumbaus
wurde die Waldentwicklung mit höchster Priorität und bereits erhebliche Fortschritte beim Waldumbau
insbesondere mit Fichtedominierten Waldbeständen älter als 80 Jahre vorangetrieben. Die
Waldumbauschwerpunkte verlagern sich bereits in die Altersklassen der Fichte bei (40)-60-80 Jahre.
Schwerpunkt ist dabei, die frühzeitige Etablierung von Anteilen an Weißtanne in die bisherigen
Fichtenreinbestände.
Waldbauregion 2: Besonders produktive, zum Teil tiefgründige Standorte [u.a. Gneisbraunerden] mit hohem
landschaftsökologischen Wirkungspotentials des Waldumbaus in mittleren bis höheren Lagen im
südwestlichen Teil des Forstbezirkes.
Der Waldumbau inklusive die Etablierung der für den Bergmischwald wichtigen Baumarten wie Rotbuche,
Weißtanne und Bergahorn wird mit höchster Priorität auf großen Flächenanteilen in Fichtenbeständen ab
Alter 80 vorangetrieben. Die waldbauliche Überführung jüngerer Fichtenbestände mit der Etablierung der
Weißtanne wird zukünftig auch hier eine stark zunehmende Bedeutung erlangen.
Waldbauregion 3: Überwiegend ziemlich arm bis arme, zum Teil extrem flachgründige
Quarzporphyrstandorte in mittleren bis höheren Lagen im Südostteil des Forstbezirkes.
Aufgrund der hier standörtlich begrenzten Möglichkeiten des Baumartenwechsels, wird die Fichte auch hier
zukünftig die Hauptbaumart bleiben. Der Fokus der Waldentwicklung liegt auf einer mit
Fichten-Naturverjüngung getriebenen Waldentwicklung zum strukturierten Fichten-Bergwald. Ein künstlicher
Baumartenwechsel begrenzt sich dabei auf dafür geeigneten Standortsbereiche und die erforderlich
Einbringung wichtiger Mischbaumarten.
Aufgrund der dazu erforderlichen Waldentwicklungsdynamik werden im Forstbezirk Bärenfels jedes Jahr
bisher im Mittel circa 170 Hektar Verjüngung für den Waldumbau etabliert. Dies erfolgt differenziert nach
Standort, Baumart und den entsprechenden Waldbeständen. Weiterhin werden Naturverjüngungsprozesse
gefördert, welche zur Etablierung von Zielbaumarten und der räumlichen Strukturierung von Reinbeständen
auf wenigstens 50 Hektar und Jahr führt.

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Grundsätzlich werden dabei verstärkt Maßnahmen der Überführung
1
geeigneter Bestände und der flächigen
Strukturierung, Etablierung und Verselbstständigung von Verjüngungsschichten
2
umgesetzt.
Aufgrund dieser naturräumlichen Gegebenheiten, der bestehenden Historie der Waldentwicklung und der
aktuellen Problematik des Klimawandels und Notwendigkeit des Waldumbaus hin zu dynamisch
angepassten, standortgerecht optimierten - und damit ökologisch besonders stabilen und produktiven,
vertikal sowie horizontal strukturierten Mischbeständen ergeben sich im Forstbezirk Bärenfels vielfältige
nutzbare Waldlebensräume. Diese können naturschutzfachlich durch biotop- sowie artunterstützenden
Maßnahmen gefördert und gestaltet werden.
Diese standörtliche höhenzonale Vielfalt bringt auch vielgestaltige Waldökosysteme hervor, wie
Beispielsweise die Waldformen:
der
kollinen Höhenstufe
mit den typischen Baumarten wie Linde, Eiche, Hainbuche, Kiefer und Birke und
der
montanen Höhenstufe
mit Buche, Tanne, Bergulme, Bergahorn, Fichte, Eberesche, sowie Moorkiefer
und Moorbirke in den Kammhochmooren.
Dazu kommen bestimmte Waldformen unter besonderen standörtlichen Verhältnissen, wie der Schluchtwald
und Wald auf Bachtalstandorten mit Edellaubholz.
Bemerkenswert ist ein Vorkommen der Höhenkiefer im Raum Schmiedeberg sowie ein Restvorkommen
autochthoner Alttannen im Naturschutzgebiet Hofehübel nördlich von Bärenfels.
Abbildung 5:
Vielschichtiger Mischwald aus Rotbuche, Fichte und Weißtanne (Staatsbetrieb Sachsenforst, o.J.)
Seit der Urbanisierung wurde der ursprüngliche Wald sehr stark anthropogen verändert. Der Bergbau und
die Glashütten, aber auch der enorme Holzverbrauch naher Städte wie Dresden und Freiberg, waren für die
Waldveränderung bestimmend.
1
Umwandlung eines homogenen Waldbestandes in ein strukturiertes Waldbild mit Bäumen
verschiedener Entwicklungsphasen.
Die Überführung ist ein Regelverfahren bei der Erntenutzung und Verjüngung in Buchen- und
(insbesondere qualitativ unterdurchschnittlichen) Fichtenbeständen.
2
Die Folgegeneration (junge Bäume) wird durch die Entnahme des Oberstandes (alte Bäume) gefördert und
die Holzproduktion auf diese konzentriert. Ab einer Höhe von 3 bis 8 m (je nach Baumart) wird dieser Schritt
vollzogen.

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Weitere drastische Waldveränderungen vollzogen sich infolge von Emissionen, vorwiegend aus dem nahen
böhmischen Kohle- und Industriegebieten der sechziger Jahren bis Anfang der neunziger Jahre des letzten
Jahrhunderts. Die Folge war das flächige Absterben des Fichtenwaldes in den oberen Berglagen des
Erzgebirges. Zur Linderung der negativen Auswirkungen auf die Landschaft, den Wasserhaushalt und
weiteren umweltrelevanten Aspekten, unternahmen die Verantwortlichen der Forstwirtschaft umfangreiche
Anstrengungen zur Erhaltung der Vegetationsform Wald, durch die Überführung der entstanden Blößen zu
nicht standortsheimischen aber immissionstoleranten Baumarten.
Seit dem Rückgang der Schademissionen gegen Ende der neunziger Jahre steht nun die Rückumwandlung
dieser Flächen in Wälder mit Baumarten aus der potentiellen natürlichen Vegetation an. Dies stellt eine
zusätzliche Herausforderung beim allgemeinen Waldumbau in naturnahe Bestockung dar.
Die naturnahen Bestockungen, orientierend sich an der potenziell natürlichen Vegetation nach
Schmidt (PNV) und setzen sich für die Landeswaldfläche wie folgt zusammen:
Tabelle 1:
Flächenanteile potentieller natürlicher Vegetation im Forstbezirk Bärenfels (Staatsbetrieb Sachsenforst, 2018)
Potentielle natürliche Vegetation
Fläche [Hektar]
Bodensaure Buchen(misch)wälder
17.358
Bodensaure Eichen(misch)wälder
310
Bruch- und Moorwälder (überwiegend) organischer Naßstandorte
22
Fichtenwälder, Kiefern- und Tannen-Fichtenwälder
698
Komplexe und Übergänge aus Linden-Hainbuchen-Eichenwäldern und bodensauren
Buchen(misch)wäldern
154
Linden-Hainbuchen-Traubeneichenwälder grundwasserferner Standorte
23
Mesophile Buchen(misch)wälder
199
Von den circa 27.500 Hektar Fläche des Forstbezirkes Bärenfels weist ein großer Teil verschiedene
Schutzkategorien auf (siehe Tab. 2). Eine besondere Bedeutung haben dabei die nach der Fauna-Flora-
Habitat-Richtlinie ausgewiesenen Natura 2000 Gebiete, wie Flora-Fauna-Habitate (FFH) und die
Vogelschutzgebiete (SPA).
Tabelle 2:
Flächenanteile von Schutzkategorien (in Hektar) im Forstbezirk Bärenfels (Staatsbetrieb Sachsenforst, 2018)
Schutzgebiets-Kategorie
Fläche [Hektar]
Flora – Fauna – Habitat (FFH)
3.337
Vogelschutzgebiet (SPA)
6.032
Naturschutzgebiet (NSG)
1.513
Flächennaturdenkmal (FND)
99
Landschaftsschutzgebiet (LSG)
24.024
Waldbiotope (WBK)
2.665
Naturwaldzelle (NWZ)
83
Aufgrund der standörtlich, waldbaulich und naturschutzfachlich geschilderten Ausgangslage werden im
folgenden Kapitel die lokalen Naturschutzprioritäten des Forstbezirkes vorgestellt und deren Besonderheiten
genannt. Anhand dieser Auflistung leiten sich auch einzelne objektspezifische Projekte ab.

 
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1.2. Lokale Prioritäten für Naturschutzvorhaben im
Forstbezirk
1.2.1. Waldumbau
Nachhaltiger Artenschutz ist an die Existenz sowie Entwicklung geeigneter Lebensräume und Ökosysteme
gebunden. Der Forstbezirk Bärenfels ist mit der Bewirtschaftung und der Entwicklung von 19.000 Hektar
Landeswald und circa 1.300 Hektar Kommunalwald beauftragt. Dies sind 99 % der Flächen die in
Verantwortung Forstbezirkes liegenden.
Die ökologisch nachhaltige Entwicklung dieser Waldökosysteme ist somit nicht nur die wichtigste Aufgabe
der Waldbewirtschaftung, sondern auch die wichtigste Aufgabe zur Erhaltung und Entwicklung der damit
entstehenden und begründeten Lebensräume entsprechender Tier- und Pflanzenarten.
Zum Erhalt und vor Allem zur notwendigen Entwicklung standortgerechter, den naturräumlichen
Bedingungen entsprechender Waldökosysteme ist der Waldumbau hin zu standortgerechten differenzierten
Baumartenzusammensetzungen und Waldstrukturen das zentrale, essentielle und wichtigste Mittel zur
landschaftsökologisch funktional begründeten Entwicklung zu ökologisch stabiler und nachhaltiger Wälder.
Das Ziel dabei ist, dass diese Wälder „aus sich heraus“ eine natürliche Regenerationsfähigkeit besitzen und
dabei die landschaftsökologischen Funktionen optimal erfüllen können. Dabei ist eine umfassende Form der
Waldentwicklung, die alle waldökologischen und gesellschaftlichen Anforderungen inklusive der Integration
einer regenerativen Rohstoff- und Energieproduktion, einer effektiven CO2-Senke und Klimaschutzfunktion
sowie naturraumrelevante Lebensraum- und Naturschutzaspekte in idealer Weise vereint.
Diese Grundprinzipien aufnehmend, wird daher dem Waldumbau eine besonders hohe Bedeutung
beigemessen und auch als notwendige Basis für die Waldlebensraumentwicklung und damit für die mögliche
Etablierung der für diese Waldlebensräume charakteristischen Arten angesehen.
Aufgrund standörtlicher und klimatischer Umweltbedingungen kommen verschiedene Waldlebensräume in
unterschiedlicher Häufigkeit und Verteilung im Forstbezirk Bärenfels vor.
Der in großen Teilen erforderliche Waldumbau wird wiederum differenziert, nach den bereits genannten
Waldbauregionen, geplant und durchgeführt. Durch eine möglichst stetige Kontrolle der Energie- und
Stoffflüsse der Baumschicht(en) soll eine natürliche Regenerationsfähigkeit ökologisch stabiler und
produktiver Waldökosysteme bei optimalen landschaftsökologischen Waldwirkungen entstehen.
Um dieser optimalen naturräumlichen Waldverteilung näher zu kommen, werden entsprechend räumlich
differenziert jährlich Waldverjüngungen im Umfang von jeweils etwa 50 bis 70 Hektar Weißtanne und
Rotbuche, 20 Hektar Gemeine Fichte, jeweils 5 bis 10 Hektar Eichenarten und Bergahorn, 10 bis 15 Hektar
Erle, jeweils 2 bis 5 Hektar Europäische Lärche und Gemeine Kiefer sowie weitere Baumarten
(Beispielsweise: Edelkastanie, Vogelkirsche, Hainbuche, Flatterulme, Bergulme) jeweils im Umfang
zwischen 1 bis 5 ha angelegt. Dafür sind unter anderem pro Jahr circa eine Millionen Setzlinge auf 150 bis
200 Hektar zu pflanzen. Darüber hinaus wird die Naturverjüngung im Mittel pro Jahr auf weiteren 50 Hektar
etabliert. Zusätzlich werden stabile Waldränder und Hecken im Grenzbereich zu agrarisch genutzten
Flächen mit diversen standortgerechten Baum- und Straucharten bis hin zu Wildobstarten angelegt.
Allein seit Bildung des Forstbezirkes Bärenfels im Jahr 2006 sind etwa 2.000 Hektar Wald mit
standortgerechten Baumarten umgebaut worden. Die Waldfläche mit waldbaulich relevanten

 
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Verjüngungsstrukturen unter bestehenden Altbestandsschirm erreicht, differenziert durch standörtlich
bedingte Unterschiede in den Landeswaldrevieren, Anteile von 30 bis 60 % der Waldfläche. Diese Werte
sind nur durch intensiven Waldumbau möglich und Voraussetzung für die weitere zielführende
Waldentwicklung.
Durch reguläre Maßnahmen und zusätzliche Einzelprojekte im Forstbezirk Bärenfels werden diese
ökologisch begründeten Waldentwicklungen vorangetrieben. So entstehen zukünftig und folgerichtig
Waldlebensräume und Arthabitate die den naturräumlichen Gegebenheiten entsprechen.
Die aktuell in Realisierung befindlichen Maßnahmen und Projekte sowohl zur gezielten
Lebensraumentwicklung als auch für spezielle Artenschutzziele werden in Kapitel 2 „Einzelprojekte im FoB
Bärenfels“ vorgestellt.
1.2.2. Schutz und Entwicklung von Biotopen und Lebensraumtypen
Der Schutz und die Entwicklung von Biotopen und Lebensraumtypen ist eine zentrale Aufgabe der auf den
Waldentwicklungen basierenden naturschutzfachlichen Bemühungen des Forstbezirkes Bärenfels. Jedes
Revier hat aufgrund seiner naturräumlichen Bedingungen seine eigenen Handlungsschwerpunkte im Wald
.
Im Zuge der Kartierung der Natura 2000 Gebiete wurden im Forstbezirk Bärenfels zudem
einige Offenland-,
beziehungsweise Halboffenlandflächen mit naturschutzfachlich wertvollen Lebensraumtypen ausgewiesen.
Vor allem die Artenreichen Borstgrasrasen, Pfeifengraswiesen sowie Bergmähwiesen mit einer Fläche von
42,5 Hektar im oberen Teil des Osterzgebirges stechen dabei hervor.
Hier arbeitet der Forstbezirk eng mit umliegenden Landnutzern (kleine und große Agrarbetriebe sowie
Naturschutzverbände) zusammen, um eine entsprechend den Anforderungen des jeweiligen
FFH - Managementplan angepasste Bewirtschaftung zu realisieren.
Diese Flächen sind insbesondere für Arten wie Wachtelkönig, Bekassine, Birkhuhn von entscheidender
Bedeutung.
Das Thema Waldbiotope begleitet die Revierleiter bei Ihrer täglichen Arbeit. Im Forstbezirk befinden sich 355
linienförmige Biotope (Bäche, Flussläufe), 152 punktförmige Biotope (Einzelbäume, Felsen) und 810 flächige
Biotope (Wälder und Teiche.), sowie 69 ausgewiesene Biotopbaumgruppen innerhalb des Landeswaldes.
Der Forstbezirk Bärenfels ist außerdem im Besitz von mehreren Teichen, Weiher und Tümpeln im Wald,
welche über die Jahre entstanden und mittlerweile ebenfalls Lebensraum für die verschiedensten Arten sind.
Neben Amphibien und Reptilien, fühlen sich hier auch viele Libellenarten, wie die grüne Keiljungfer
heimisch (Abb. 6).
Der Erhalt dieser Biotope, das Verhindern von Eutrophierungsprozessen, die Uferrandgestaltungen und
Erweiterungen sowie die Neuanlage von Wasserflächen ist eine wichtige naturschutzfachliche Aufgabe im
Forstbezirk.

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Naturschutzkonzept Sachsenforst - Lokale Umsetzung im Forstbezirk Bärenfels (2018 – 2023)
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Abbildung 6:
Grüne Keiljungfer (Staffan Kyrk , 2008)
Für eventuell zukünftige Kompensations- und Waldmehrungsprojekte stehen aktuell dem Forstbezirk
Bärenfels zugeordnete Acker- und Grünlandflächen zur Verfügung. Auf dieser Grundlage kann nach
genehmigtem Antrag eine Erstaufforstung von beispielsweise Intensivackerflächen oder intensiv genutztes
Grünland erfolgen.
Ziel dabei ist es, einen standortsangepassten Mischwald aus verschiedensten Baumarten zu schaffen, die
wiederrum einer Vielzahl von Flora- und Faunarten Lebensraum bieten. Das Ganze wird dahingehend noch
erweitert, dass Wiesen-, Freiflächen-, Streuobst- und Waldrandelemente die Struktur aufwerten und damit
weitere wertvolle Lebensräume geschaffen werden.
Die Pflege dieser Erstaufforstungen sowie der damit verbundene Erhalt und Steigerung der
naturschutzfachlichen Bedeutung dieser Flächen steht ebenso im Vordergrund.
Abbildung 7:
Schluchtwald im Forstbezirk Bärenfels (Staatsbetrieb Sachsenforst, o.J.)

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1.2.3. Biotopverbund
In unserer heutigen stark besiedelten, durch Straßen und andere Verkehrswege zerschnittenen
Kulturlandschaft, wird dem Biotopverbund eine zentrale Bedeutung zugesprochen. Es werden Wander- und
Rückzugsräume geschaffen und dadurch die Isolation, beziehungsweise das Aussterben von Populationen
und Teilpopulationen vermieden. Vor allem die einschichtigen Fichtenreinbestände sind dabei in vielschichtig
strukturierte Mischbestände umzuwandeln. Eine besondere Bedeutung kommt dabei auf die Weißtanne und
Rotbuche zu.
Diese Lebensräume, wie alte Rotbuchen oder Eichenwälder, welche ein breites Spektrum an Strukturvielfalt
und Artenreichtum aufweisen, bilden zugleich einen der wichtigsten Biotopverbunde im Wald. Von der
Förderung lebensraumverbessernde Maßnahmen sogenannter Leitarten (siehe Landeszielartenliste unter
https://www.umwelt.sachsen.de/umwelt/natur/31864.html)
profitieren auch viele Weitere. In der Wissenschaft
wird dies als „Umbrella – Funktion“ bezeichnet. Sie befinden sich somit sinnbildlich unter dem Schirm einer
anderen Art (umbrella, englisch = Schirm).
Im Georgenfelder Hochmoor, eines der seltenen noch in Teil intakten Hochmoore Deutschland, erfolgten im
Jahr 2013 Revitalisierungsmaßnahmen. Entscheidend dabei war vor allem der Einbau von Spundwänden,
die durch gezielte Verfüllung der Gräben die Wasserableitung verhinderten. Davon profitieren vor allem die
selten gewordenen Torfmoose.
Im Zuge eines weiteren Projektes unter Federführung des Landkreises Sächsische Schweiz Osterzgebirge
ist geplant, den Grenzgraben zwischen Deutschland und Tschechien zu verfüllen, um den Zustand des
Hochmoores weiterhin zu verbessern.
Abbildung 8:
Blick ins Georgenfelder Hochmoor (Staatsbetrieb Sachsenforst, o.J.)
Im Forstbezirk Bärenfels werden prioritär für folgende Arten Maßnahmen durchgeführt: Großes Mausohr,
Kleine Hufeisennase, Uhu, Schwarzstorch, Wachtelkönig, Birkhuhn, Feuersalamander, Grüne Keiljungfer
und Edelkrebs.
Uhu und Schwarzstorch sollen auch in Zukunft in den Wäldern des Forstbezirkes Bärenfels ihren
Lebensraum finden. Die genannten Vogelarten werden in der Balz-, Brut und Aufzuchtzeit durch
Ruhebereiche unterstützt. In diesen Horstschutzzonen werden bewusst Störungen vermieden, um die lokale
Population nicht zu gefährden.

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Eine Vielzahl an Gewässer durchqueren die Wälder des Forstbezirkes. So auch unter anderem die Wilde
und Rote Weißeritz mit ihren Nebenflüssen. Hier lassen sich viele Fisch-, Amphibien- und Insektenarten
vorfinden. Sie bieten auch dem Schwarzstorch und dem Fischotter ein geeignetes Nahrungshabitat.
Oft entspricht die Vegetation an den Ufern nicht der von der Natur aus vorgegebenen Flora. Aus diesem
Grund ist der Forstbezirk bestrebt, vor allem die mit Gemeiner Fichte bestockten Bachläufe wieder in eine
standortsangepasste Bestockung mit Weiden, Erlen und anderen Baumarten umzuwandeln. Dies verbessert
nicht nur die Wasserqualität aufgrund der besser zersetzbaren Streu, sondern auch das vorhandene
Artenspektrum und stärkt den Biotopverbund. Ein besonderes Augenmerk fällt dabei auf den Tharandter
Wald und den Versuch mit der „Teichwirtschaft Voss“ eine stabile Population des europäischen Flusskrebs
(Abb. 9) zu etablieren.
Abbildung 9:
Der europäische Flusskrebs (
Dragon187, 2011
)

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1.2.4. Artenschutz
Eines der wohl verheerendsten Ereignisse der Forstgeschichte sorgte zugleich dafür, dass ein Refugium für
eine Europaweit bedrohte Art entstehen konnte.
Durch das emissionsbedingte Waldsterben in den achtziger und neunziger Jahren entstanden, im heutigen
SPA-Gebiet „Kahleberg- und Lugsteingebiet“ südwestlich von Altenberg, ideale Bedingungen für die
Etablierung einer Teilpopulation der im Nachbarland Tschechien vorkommenden Hauptpopulation des
Birkhuhns (Abb. 10). Die zur langfristigen Sicherung der landschafts-ökologischen Funktion des Waldes im
Schutzgebiet, infolge des hohen Anteils von instabilen Interimsbestockungen zu forcierende
Waldumwandlung, orientiert sich gleichzeitig an der Verbesserung der Brut-, Balz und Nahrungshabitate des
Birkhuhns.
Durch die flächigen Waldumwandlungen entstehen temporäre Birkhuhnhabitate mit Offenlandcharakter.
Gleichzeitig werden dauerhaft angelegte Blößen und Halboffenflächen mit Vorrangfunktion für den
Birkhuhnschutz beibehalten. Mit der Kombination der temporären und dauerhaften Flächen mit günstigem
Habitatcharakter für die Birkhuhnpopulation, begleitet durch ergänzende Schutzmaßnahmen wie Sichtschutz,
Besucherlenkung, Prädatoren- und Rotwildbejagung wird zielgerichtet der Lebensraum für diese bedrohte
Art gestaltet und verbessert.
Abbildung 10:
Birkhahn im SPA - Gebiet "Kahleberg- und Lugsteingebiet"
(Staatsbetrieb Sachsenforst, 2011)
Der Etablierung der Gemeinen Eberesche und verschiedener Beerensträucher, sowie anderen kriechend
wachsenden Baum- und Straucharten (zum Beispiel Latzschenkiefer) kommt dabei eine besondere
Bedeutung zu. Ein Beispiel sind die Bergkiefernbestände im SPA-Gebiet, die in der Regel durch ihre Vitalität
die Schutz- und Erholungsfunktion erfüllen. Sie sind daher zu erhalten und von der Rückumwandlung der
Interimsbestockungen auszunehmen. Sie bieten die Option, in einem späteren Zeitraum, in dem die
temporären Birkwildhabitate durch das Aufwachsen der Kulturen und Jungwüchse ihre Habitatfunktion
verlieren, diese Habitatfunktion durch gezieltes Auflichten zu übernehmen.
Die enge Zusammenarbeit zwischen Forstwirtschaft, Landwirtschaft, Tourismus, Naturschutz und unseren
Nachbarn aus Tschechien ist erforderlich, damit das Birkhuhn auch weiterhin Bestandteil unserer
Kulturlandschaft bleibt.

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Abbildung 11:
Lebensraum des Birkwildes im SPA - Gebiet "Kahleberg- und Lugsteingebiet" (Staatsbetrieb
Sachsenforst, 2011)
Die lokale Population des Feuersalamanders (Abb. 8) im Breiten Grund im Tharandter Wald hat mittlerweile
eine Größe von 3.500 bis 5.000 Stück erreicht. Trotz dieser beachtlichen Anzahl an Individuen ist dieser
Bestand noch immer gefährdet, bedingt durch den Fressfeind der Salamanderlarven, der Bachforelle und
das Voranschreiten des für den Salamander gefährlichen Hautpilzes
Batrachochytrium salamandrivorans
.
Abbildung 12:
Der Feuersalamander (Staatsbetrieb Sachsenforst, o.J.)
Nicht nur die Wälder des Forstbezirkes sind Heimat für seltene und geschützte Arten, auch der Hauptsitz im
Forstbezirk Bärenfels bietet Fledermäusen einen geeigneten Unterschlupf.
Der Dachstuhl des Forstbezirkes ist für Besucher gesperrt, da es sich hier um Rastquatiere des
Großen Mausohres handelt, dessen Jagdhabitat unter anderem das FFH – Gebiet „Pöbelbachtal und
Hofehübel“ ist.

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Naturschutzkonzept Sachsenforst - Lokale Umsetzung im Forstbezirk Bärenfels (2018 – 2023)
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Ob Pfeifengras-, Borstgras-, Magerrasen, Zwischen- und Übergangsmoorbereiche, Totholzinsel und
Biotopbäume, die Naturschutzobjekte und -flächen im Forstbezirk Bärenfels weisen ein breites
Artenspektrum auf, dessen Zustand zu erhalten aber auch zu verbessern ist.
Dies geht vielerorts nur mit Partnern aus der Region, die mit Ihrer jahrelangen Erfahrungen und dem
vorhandenen Wissen sich voller Sorgfalt um diese Kleinode kümmern. Dabei wird vom kleinen bis zum
großen Bauern, vom Ehrenamtlichen Naturschützer bis hin zum Naturschutzverein eng miteinander
zusammengearbeitet um Lebensraum und „Hotspots“ der Natur weiterhin zu schützen.
Abbildung 13:
(l ) Orchideenwiese im Gimmlitztal (Staatsbetrieb Sachsenforst, o.J.) und (r.) Sonnentau
(Staatsbetrieb Sachsenforst, o.J.)
Die im Folgenden aufgeführten Einzelprojekte spiegeln nun einen kleinen Teil der naturschutzfachlichen
Aufgaben des Forstbezirkes Bärenfels und seiner Partner wieder. Es gibt noch viele weitere nennenswerte
projektwürdige Flora- und Faunaelemente, deren Schutz ebenso Priorität hat wie die nachfolgenden
Maßnahmen.
So gehört zum Beispiel die Ausweisung von wertvollen Rotbuchenaltholzinseln in Form von
Biotopbaumgruppen oder der sorgfältige Umgang von Uhu- und Schwarzstorchbruthabitaten bei der
forstlichen Bewirtschaftung ebenso zum naturschutzfachlichen Aufgabenschwerpunkt des Forstbezirkes.
Wie schon im vorherigen Teil beschrieben, versucht der Forstbezirk mit seiner naturgemäßen Waldwirtschaft
all dies zu berücksichtigen und dabei den Einklang zwischen Ökologie, Ökonomie und sozialen
Gesichtspunkten herzustellen.

 
Naturschutzkonzept Sachsenforst - Lokale Umsetzung im Forstbezirk Bärenfels (2018 – 2023)
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2. Einzelprojekte im FoB Bärenfels
Revier
Projektname
Schellerhau
Birkwildlebensraumgestaltung im Offenland – Landweg Schellerhau
Schellerhau
Waldentwicklung an Fließgewässer – Geisterweg und Raumschneise
Rehefeld
Förderung Lebensraum Bergwiese – Seyde - Rehefeld
Rehefeld
Naturgemäße Waldentwicklung im Schutzgebiet Hemmschuh
Holzhau
Naturgemäße Waldwirtschaft – Pflege und Entwicklung der
Buchenwälder um Rechenberg – Holzhau
Holzhau
Waldumwandlung und Fließgewässergestaltung im Gimmlitztal – Vom
Fichtenforst zum Bacherlenwald
Bärenfels
Naturschutzgebiet Hofehübel – Entwicklung und Pflege des historisch
wertvollen Schutzgebietes
Bärenfels
Teichsanierung und Fließgewässergestaltung im Revier Bärenfels
Hirschsprung
Natürliche Waldentwicklung und Lebensraumgestaltung im Wald
sowie Offenland rund um den Geisingberg
Hirschsprung
Naturschutzfachliche Waldentwicklung in der Naturwaldzelle
Weicholdswald
Oberfrauendorf
Fließgewässerbegleitende Waldentwicklung entlang des
Brießnitzbaches
Oberfrauendorf
Erhalt und Förderung der besonders angepassten Varietät
Höhenkiefer im Raum Schmiedeberg
Karsdorf
Oelsabachtal – Waldentwicklung im Bereich von Fließgewässern
Karsdorf
Windberg – Erhalt des ältesten Rotbuchenbestandes Sachsens
Tharandt
Etablierung und Monitoring des Edelkrebses in den Gewässern des
Tharandter Waldes
Tharandt
Weißeritztalhänge - Sicherung und Förderung der Vorkommen der
Gemeinen Eibe
Grillenburg
Fließgewässer- und Teichgestaltung im Seerental
Grillenburg
Waldumbau mit angehenden Forstwirten im FFH-Gebiet „Täler von
vereinigter und Wilder Weißeritz“
Naundorf
Pflege und Entwicklung eines Waldrands Abteilung 434 b0
Naundorf
Colmnitztal - Waldumbau und Biotopgestaltung am Colmnitzbach
Hetzdorf
Waldumbau hin zur natürlichen Waldentwicklung im Triebischtal
Hetzdorf
Wälder am Landberg – Unterstützung der natürlichen Entwicklung der
Rotbuchenwälder
Lehnmühle
Anlage Waldinnenränder und Strukturierung des Offenlandes –
Beerwalder Wiesen
Lehnmühle
Bergwaldprojekt – Sanierung des Hangschutzwaldes

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Herausgeber:
Staatsbetrieb Sachsenforst
Bonnewitzer Str. 34
01796 Pirna OT Graupa
Redaktion:
Staatsbetrieb Sachsenforst
Forstbezirk Bärenfels
Fotos:
Siehe Bildunterschriften
Kontakt Sachsenforst – Forstbezirk:
Alte Böhmische Str. 2
01773 Altenberg OT Bärenfels
Telefon:
+49 35052/613200
Fax:
+49 35052/61328
Email:
Baerenfels.Poststelle@smekul.sachsen.de
Ansprechpartner Waldökologie und Naturschutz:
Denny Werner
Telefon :
+49 35052/613211
Redaktionsschluss:
31.12.2018
Bezug:
Staatsbetrieb Sachsenforst
www.publikationen.sachsen.de
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