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Unter Geyers BinGe
tUt
sich was!
Der „Neue Hirtenstolln“ wird umfassend saniert
IMPRESSUM
herausgeber:
Sächsisches Staatsministerium
für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr,
Verwaltungsbehörde EFRE
Wilhelm-Buck-Str. 2 | 01097 Dresden
redaktion:
Sächsisches Oberbergamt;
Andrea Decker
Gestaltung:
FLASKAMP UMMEN AG
stand:
April 2012
FotonachwEIS
Titel, S. 2 rechts, S. 3: Sächsisches
Oberbergamt (OBA);
S. 2 links: Touristinformation Geyer;
Rückseite: EU
BEStEllUng
Zentraler Broschürenversand
der sächsischen staatsregierung
Bestell-Hotline: 0351 21036-71 und -72
www.publikationen.sachsen.de
DREI MIllIaRDEn EURo
Der Freistaat Sachsen erhält von
der Europäischen Union in den
Jahren 2007 bis 2013 rund drei
Milliarden Euro aus dem Europä-
ischen Fonds für regionale Ent-
wicklung (EFRE). Damit wird in
die wirtschaftliche Entwicklung, in
Infrastruktur, Bildung und Umwelt
investiert.
www.strukturfonds.sachsen.de
Die Europäische Union fördert in Sachsen
Projekte, die der Wiederherstellung und der
Erhaltung der Funktionsfähigkeit von berg-
baulichen Entwässerungssystemen dienen.
Dafür stellt die EU dem Freistaat Sachsen aus
Mitteln des Europäischen Fonds für regionale
Entwicklung (EFRE) bis 2013 rund 24 Millionen
Euro zur Verfügung.
Schwerpunktmäßig geht es um die hydrauli-
sche Wirksamkeit von Wasserlösestolln als
Entwässerungssysteme des teilweise Jahr-
hunderte alten, eingestellten Bergbaus in
Sachsen. Durch die Projekte werden stabile
Verhältnisse in unterirdischen Vorflutern ge-
schaffen, die auch zur Verbesserung der Vor-
flutverhältnisse an der Tagesoberfläche und
der Wasserqualität beitragen. Die auf den
eingestellten Bergbau angepassten Stand-
ortverhältnisse werden gesichert und damit
ein Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung der
betroffenen Regionen geleistet. Im Hinblick
auf die EU 2020- Strategie soll die Nutzung
des hohen geothermischen Potentials von
bergbaulichen Entwässerungssystemen in
Pilotprojekten verwirklicht und damit auf die
Leitinitiative „Ressourcenschonendes Europa“
abgestellt werden.
Bisher sind fünf Vorhaben in den ehemaligen
Bergbaugebieten des Erzgebirges genehmigt.
sicherung und ausbau von
entwässerungssystemen
in Bergbaurevieren
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DIE „BIngE“ In gEyER – EIn natURDEnkMal
Die „Binge“ ist Touristenattraktion und
Wahrzeichen der Stadt Geyer. Der große Ein-
bruchkrater geht neben dem von übertage
aus geführten Erzabbau vor allem auf zwei
Bingenbrüche in den Jahren 1704 und 1803
zurück. Ursache der Einstürze war der inten-
sive, tagesnahe Zinnabbau im Zwitterstock-
werk Geyersberg.
Die Binge weist eine Länge von 300 Metern
und eine Breite von 210 Metern auf. Die maxi-
male Tiefe beträgt ca. 58 Meter. Charakte-
ristisch für ihr heutiges Erscheinungsbild
sind die verbliebenen Felsformationen der
ehemaligen Bergefesten. Intensiv überprägt
wurde ein Großteil der Verbruchbereiche
durch einen späteren Steinbruchbetrieb.
Das Naturdenkmal kann auf befestigten Pfa-
den besichtigt werden. Tafeln erzählen von
ihrer Geschichte. Die Touristinformation in
Geyer bietet Führungen durch die Binge an.
Unter geyers
Binge tut sich was
altER UnD nEUER hIRtEnStolln
Die Wasserlösung des ehemaligen Zwitter-
stockwerkes Geyersberg erfolgte anfangs
über den Alten Hirtenstolln und später über
den Neuen Hirtenstolln.
Beide Stolln haben ihre Mundlöcher – die
Eingänge – unmittelbar im bebauten Be-
reich von Geyer. Bedingt durch die komple-
xen geologischen Verhältnisse ist der Alte
Hirten stolln im Laufe der Zeit mehrfach
verbrochen und nicht mehr befahrbar, auch
seiner Entwässerungsfunktion wird er nicht
mehr gerecht. Eine geplante Umfahrung
wurde nicht realisiert, sondern durch einen
neuen Entwässerungsstolln, den Neuen
Hirtenstolln, ersetzt. Solche Wasserlöse-
stollen sind wichtig, damit auch nach der
Einstellung des Bergbaus die im Untergrund
befindlichen Wasser abgetragen werden.
gEFahR FüR gEyER
Der Neue Hirtenstolln liegt mit seinem
Mundloch südwestlich der Binge am Weg
„An der Binge“. Nach seiner im Jahr 1809
begonnenen Herrichtung ist auch der Neue
Hirtenstolln mehrfach durch Verbrüche
(Einstürze) verschlossen worden und mus-
ste erneut zugänglich gemacht werden.
Der Neue Hirtenstolln ist für die Entwäs-
serung des gesamten Bingen-Areals von
großer Bedeutung. Wenn die Wasserablei-
tungsfunktionen des Neuen Hirtenstollns
versagen, würde sich das Wasser anstauen
und den Innenbereich der Binge überfluten.
Das bedeutet ein hohes Gefährdungspoten-
tial für den tiefer liegenden, bebauten Orts-
bereich von Geyer.
UngEhInDERtE EntwäSSERUng
Um dieser Bedrohung entgegenzuwirken, fin-
den am Neuen Hirtenstolln seit Herbst 2011
umfangreiche Sanierungs- und Sicherungs-
maßnahmen statt. Ziel ist es, die dauerhafte
Funktions- und Kontrollfähigkeit des Stollens
wieder herzu stellen.
Der Neue Hirtenstolln wird, ausgehend vom
Franzschacht, von Sedimenten, Altholz und
Dammbauwerken beräumt. Verbrüche und
Teilverbrüche in Richtung Mundloch und an
der Verbindung zum Alten Hirtenstolln werden
beseitigt. Dadurch soll das angestaute Wasser
aus dem nördlichen und nordöstlichen Bereich
der Binge ungehindert über den Neuen Hirten-
stolln entwässern können. Am Mundloch des
Neuen Hirtenstollns ist die Errichtung eines
Kontrollschachtes vorgesehen. Der Franz-
schacht erhält einen dauerhaften Zugang bis
in das Niveau des Neuen Hirtenstollns.
Die Sanierungsarbeiten werden aus dem
Euro
päischen Fonds für regionale Entwicklung
(EFRE)
mit rund 1,1 Millionen Euro gefördert.
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