Versuche im deutschen Gartenbau 2013
Gemüsebau
Bei extremen Witterungsbedingungen war der Frühanbau von Gurken auf
Substrat nur schwer zu beherrschen
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Dr. Gerald Lattauschke, Christina Reinicke| Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie,
Abteilung Gartenbau| Pillnitzer Platz 3| 01326 Dresden| gerald.lattauschke@smul.sachsen.de| 0351-
26128100
Die Ergebnisse – kurzgefasst
Im Versuch "Gurken im Frühanbau auf Substrat" wurden im Jahr 2013 7 Sorten am Sächsischen Landesamt für
Umwelt, Landwirtschaft und Geologie in Dresden-Pillnitz auf den Substraten Steinwolle und Holzfaser-Perlit
geprüft. Bei den extremen Witterungsverläufen im ersten Halbjahr 2013 bleiben die Ertragsleistungen aller
Sorten weit hinter den Durchschnittsergebnissen der letzten Jahre zurück. Diese Aussage trifft auf beide
untersuchte Substrate zu.
Versuchsfrage und Versuchshintergrund
In Deutschland werden Gurken auf Substrat in der Regel zweimal gepflanzt. Für die Frühpflanzung
(Ende Januar/Anfang Februar bis Mitte/Ende Juni) galt es, das aktuelle Sortiment zu prüfen. Neben
einem hohen Frühertrag, müssen sich die Sorten
vor allem durch ein ausreichendes
Durchhaltevermögen bei der relativ langen Anbaudauer (16 bis 18 Erntewochen) auszeichnen. Für
diesen Anbauzeitraum stehen Sorten mit intermediärer Resistenz gegen Echten Mehltau im
Vordergrund. Als Substrate wurde neben der Steinwolle, als Standardsubstrat der letzten Jahre, auch
Grow-Bags mit Holzfaser-Perlite-Gemisch getestet. Im Gegensatz zur Steinwolle bei der sich bei
einigen Betrieben immer Probleme mit der Entsorgung ergeben, kann Holzfaser-perlite vollständig
kompostiert werden.
Ergebnisse im Detail
- Die
Anbaubedingungen
in 2013 waren extrem. Der Winter dauerte in diesem Jahr praktisch bis
Ende März. Die Tagesmitteltemperaturen im März entsprachen denen des Februars. Das
Lichtangebot von Februar bis April erreichte nur 55 % der langjährigen Durchschnittswerte
(Abb. 7). Im Februar und März schien die Sonne so gut wie nicht. Eine kurzzeitige Wetterbesserung
Anfang Mai war schnell beendet und von Mitte Mai bis zum Kulturende im Juni fielen über
350 mm Niederschlag. Dieser Witterungsverlauf wirkte sich nachhaltig auf das Ertragsgeschehen
aus. Die alte Faustregel: 1 % Licht entspricht 1 % Ertrag wurde in diesem Jahr eindrucksvoll
bestätigt.
- Positiv ist, dass in diesem Jahr keine Probleme mit
Krankheiten oder Schädlingen
auftraten. Der
prophylaktische Einsatz von
Amblyseius cucumeris
,
A. swirskii
sowie
Encarsia formosa
zeigte
ausgezeichnete Erfolge. Durch das anhaltend feuchte Wetter waren Spinnmilben auch kein
Problem. Die intermediäre Resistenz gegen Echten Mehltau, über die alle Sorten verfügen, war
ausreichend, um die Krankheit auch ohne Einsatz von Pflanzenschutzmitteln zu unterdrücken.
- Das
Sortenspektrum
im Frühanbau für die Pflanztermine Ende Januar/Anfang Februar ist nach wie
vor sehr klein. ‘Proloog‘ und ‘Bornand‘ sind seit Jahren die sehr erfolgreichen Standardsorten auf
Substrat für diese Pflanztermine. Neben den ebenfalls schon etablierten Sorten ‘Michella‘ und
‘Sacha‘ standen in diesem Jahr noch 3 Nummernsorten von Rijk Zwaan im Test.
- Die Sorten wurden in diesem Jahr auf zwei verschiedenen
Substrate
n angebaut. Neben der
Steinwolle der Fa. Grodan, kam wieder ein Holzfaser-Perlite-Gemisch der Fa. Kleeschulte zum

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Bei extremen Witterungsbedingungen war der Frühanbau von Gurken auf
Substrat nur schwer zu beherrschen
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Einsatz. Die Verwendung beider Substrate im gleichen Gewächshaus war möglich, da das
Versuchsgewächshaus mit zwei separaten Bewässerungskreisläufen ausgestattet ist. Damit konnte
den unterschiedlichen Anforderungen der Substrate an die Steuerung der Bewässerung Rechnung
getragen werden.
- Die Ertragsergebnisse für die beiden Substrate sind in den Tab. 1 und 2 dargestellt. Die
Auswertungen wurden für jedes Substrat separat vorgenommen, da durch die versuchstechnisch
bedingte Verteilung der jeweiligen Substrate im Gewächshaus ein statistischer Vergleich nicht
möglich war.
- In der Steinwollekultur (Tab. 1, 3) blieben die
Erträge
rund 25 % hinter den Mittelwerten der
letzten Jahre zurück. Die Sorten selbst lagen dicht beieinander (keine signifikanten Unterschiede).
Das mittlere Ertragsniveau erreichte nur bescheidene 60 Gurken/m². Wie oben bereits erwähnt
hat dieses Resultat seine Ursachen primär in den schlechten Anbaubedingungen des Jahres.
Angefangen bei den Stammfrüchten, bei denen viele Früchte wegen Lichtmangels abstarben, und
besonders im Übergang auf die Seitentriebe zeigten sich die ersten großen Probleme. Die
Ertragseinbußen bei den Stammfrüchten lagen bei rund 4 Gurken/m². Danach trat ein rund
dreiwöchiges „Loch“ im Ertrag auf. In diesem Zeitraum wurden nur 3,5-5 Früchte/m² geschnitten.
Danach blieben die Wochenerträge auch bei 4-5 Gurken/m² stehen. Lediglich Mitte Mai konnten
mit 6-7 Gurken/m² normale Erträge erreicht werden. Mit dem dann einsetzenden „großen Regen“
war diese kurzzeitige Hoch schnell beendet. Die Bestände erholten sich auch im Juni nicht mehr
von den schwierigen Kulturbedingungen und mussten schnellsten für den zweiten Satz geräumt
werden.
- Wie bereits im letzten Jahr war auch in 2013 das allgemeine Ertragsniveau auf Holzfaser-Perlite
höher als auf der Steinwolle. Die beste Sorte (‘Michella‘) erreichte immerhin 9 Gurken/m² mehr als
auf der Steinwolle. Im Mittel der Sorten wurden 65 Stück/m² erzielt. Auch dieses Resultat spiegelt
die ungünstigen Kulturbedingungen des Jahres. Obwohl sich die Ertragsunterschiede statistisch
nicht absichern ließen, war die Reihung der Sorten fast mir der im Steinwolleanbau identisch. Die
Ertragsverläufe entsprachen im Wesentlichen denen der Steinwollekultur, wobei die
Wochenerträge in Holfaser-Perlite immer leicht über denen in der Steinwolle lagen.
An dieser Stelle sei nochmals darauf hingewiesen, dass aufgrund des Versuchsaufbaus ein direkter
Leistungsvergleich zwischen den beiden Substraten nicht möglich ist. Die Ergebnisse sprechen
aber dafür, dass neben der bewährten Steinwolle mit dem Holzfaser-Perlite Gemisch ein weiteres
leistungsfähiges Substrat am Markt verfügbar ist.
- Die
Einzelfruchtbonitur
(Tab. 6) belegt, dass die Fruchtqualität aller Sorten auf einem vergleichbar
hohen Niveau angesiedelt war. Einzig die Stammgurken bei ‘Michella‘ waren mit nur 28 cm Länge
relativ kurz.
- Die
Fruchtgrößenverteilung
stimmt überwiegend mit den in der Region üblichen
Vermarktungsgrößen (350-440 g; 400-500 g) überein. Im Versuch wurden auf beiden Substraten
rund 60 % aller Früchte (stückbezogen) in dieser Größensortierung geerntet.

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- Die Untersuchungen zum
Lagerverhalten
wurden unabhängig vom geprüften Substrat
vorgenommen (Tab. 7 und 8). Die
Stammfrüchte
aller Sorten waren durchschnittlich 8 Tage
lagerfähig (Lagerbedingungen: s. Kulturdaten) (Tab. 7). Bei allen untersuchten Sorten fielen am
2. Boniturtermin sämtliche untersuchte Früchte wegen Warzen, Farbveränderungen und
eingetrockneter Fruchtspitzen aus.
Das Lagerverhalten der
Seitentriebgurken
im April war bei allen Sorten besser zu bewerten. Die
Früchte hielten insgesamt 11 Tage im Lager durch. Ein weicher und faltiger Fruchthals war das
überwiegend entscheidende Kriterium für die Abstufung der Sorten.
Insgesamt kann festgehalten werden, dass sich das Sortiment auch während der Lagerung recht
einheitlich präsentierte.
Anmerkung:
Der
Sommersatz
musste in diesem Jahr wegen Fusarium-Befall mit erheblichen Pflanzenausfällen
vorzeitig abgebrochen werden, sodass keine Auswertung erfolgen kann.

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Tab. 1: Gurken im Frühanbau – Ertragsleistungen
Substrat: Steinwolle
Tab. 1: Gurken im Frühanbau – Ertragsleistungen
Substrat: Holzfaser-Perlite
Sorten/ Herkunft
Ertrag Kl.1 Anzahl Kl.1 Einzelfrucht-
Ertrag Kl.2 Anzahl Kl.2
Ertrag n.m.f.* Anzahl n.m.f.*
[kg/m²]
[St/m²]
gewicht [g]
[kg/m²]
[St/m²]
[kg/m²]
[St/m²]
Michella/Nun
24,7
60,6
407,7
0,6
2,2
2,5
15,7
Sacha/DR
25,1
60,3
416,1
0,7
2,4
3,0
18,8
Proloog/RZ
24,6
59,9
411,3
0,5
1,9
2,5
16,5
Bornand/Nun
25,2
59,6
422,8
0,6
1,9
2,1
14,7
RZ 24-207/RZ
24,1
58,2
413,9
0,7
2,4
2,3
14,3
RZ 24-206/RZ
23,6
57,7
408,2
0,7
2,4
2,3
14,7
RZ 24-205/RZ
23,4
57,5
406,8
0,7
2,4
2,5
15,9
Mittelwert
24,4
59,1
412,4
0,7
2,2
2,5
15,8
GD 5%
n.s.
*nicht marktfähige
Sorten/ Herkunft
Ertrag Kl.1
Anzahl Kl.1 Einzelfrucht- Ertrag Kl.2
Anzahl Kl.2
Ertrag n.m.f.*
Anzahl n.m.f.*
[kg/m²]
[St/m²]
gewicht [g]
[kg/m²]
[St/m²]
[kg/m²]
[St/m²]
Michella/Nun
28,8
69,0
417,5
0,6
1,9
2,3
14,7
Proloog/RZ
29,1
68,2
426,7
0,6
1,9
2,2
14,2
Bornand/Nun
28,8
66,9
430,3
0,4
1,4
2,2
14,7
Sacha/DR
27,1
64,1
422,8
0,7
2,4
3,0
18,8
RZ 24-205/RZ
26,2
63,7
412,0
0,8
2,9
2,0
12,1
RZ 24-207/RZ
24,9
62,3
399,0
0,7
2,5
2,3
14,3
RZ 24-206/RZ
24,4
60,5
402,7
0,9
3,1
1,9
13,1
Mittelwert
27,0
65,0
415,9
0,7
2,3
2,3
14,6
GD 5%
n.s.
*nicht marktfähige

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Gemüsebau
Bei extremen Witterungsbedingungen war der Frühanbau von Gurken auf
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Tab. 3 - 4: Gurken im Frühanbau – Ertragsverläufe auf Steinwolle und Holzfaser-Perlite [St/m²]
Substrat:
Steinwolle
Stück / Woche/ m²
Steinwolle
Mittelwert
Kalenderwochen Michella
Sacha
Proloog Bornand RZ 24-207 RZ 24-206 RZ 24-205
Galibier 2012 2010-2012
9
1,7
1,2
0,7
0,8
0,9
0,8
0,6
1,9
4,6
10
5,3
7,0
5,2
5,2
5,7
5,0
5,6
4,0
4,9
11
4,4
4,0
4,5
3,4
7,1
5,2
4,8
3,5
3,1
12
3,1
3,4
3,9
2,9
3,5
4,2
5,2
4,5
3,9
13
0,6
0,6
0,5
2,1
0,1
0,1
0,6
3,6
4,3
14
0,7
0,3
0,7
1,7
0,3
0,1
0,4
3,0
3,8
15
2,7
2,2
2,2
3,7
2,2
1,2
1,9
5,4
4,1
16
4,8
4,0
5,0
4,1
3,4
3,9
4,3
5,1
5,7
17
3,9
5,7
4,6
4,0
3,2
4,2
3,5
6,3
6,4
18
3,1
2,8
3,4
3,4
3,8
5,3
4,4
5,6
5,3
19
5,9
5,3
5,5
4,8
5,1
4,7
4,3
4,2
5,7
20
6,8
7,3
6,6
5,1
5,1
4,9
5,8
4,6
4,6
21
3,5
3,5
4,3
3,6
4,5
4,6
4,1
6,7
5,9
22
4,5
4,0
4,6
4,7
4,1
5,1
4,1
4,8
5,7
23
2,9
2,9
2,3
3,0
3,6
2,1
2,3
4,3
4,8
24
4,1
3,6
3,8
5,1
3,5
3,9
3,2
5,1
2,6
25
2,5
2,4
2,1
1,9
2,2
2,4
2,4
4,3
1,4
Summe
60,6
60,3
59,9
59,6
58,2
57,7
57,5
76,8
76,6
Substrat:
Holzfaser-Perlite
Stück / Woche/ m²
Kalenderwochen Michella
Proloog Bornand Sacha
RZ 24-205 RZ 24-207 RZ 24-206 Bornand 2012
9
1,4
0,9
0,3
1,2
0,3
0,4
0,7
1,6
10
5,2
5,1
5,2
5,6
4,9
4,9
4,6
4,7
11
5,4
5,2
4,1
5,4
5,0
6,2
5,2
3,6
12
5,0
6,9
6,1
3,7
7,8
7,2
7,5
4,4
13
2,4
1,4
1,2
1,4
0,5
0,5
0,5
3,7
14
1,9
1,5
1,0
2,5
0,7
0,4
0,5
2,4
15
3,9
3,6
3,0
3,4
2,3
1,7
1,8
6,0
16
5,2
5,1
5,0
5,8
4,1
3,6
4,0
6,4
17
5,3
6,9
4,7
3,8
4,2
4,5
3,9
7,5
18
3,7
3,2
5,1
3,6
3,6
3,7
4,4
6,1
19
5,6
4,1
4,6
6,0
5,4
5,1
5,0
4,5
20
6,5
7,1
7,1
6,0
6,8
6,1
5,6
6,4
21
4,3
4,7
4,4
4,6
4,4
4,4
3,8
6,5
22
3,0
3,9
4,1
3,7
4,3
3,2
4,5
5,4
23
3,2
3,8
3,5
2,7
3,0
3,1
3,0
5,7
24
4,3
3,1
4,5
3,4
3,9
4,4
3,2
4,8
25
2,4
1,7
2,9
1,4
2,4
3,0
2,2
4,5
Summe
69,0
68,2
66,9
64,1
63,7
62,3
60,5
84,3

Versuche im deutschen Gartenbau 2013
Gemüsebau
Bei extremen Witterungsbedingungen war der Frühanbau von Gurken auf
Substrat nur schwer zu beherrschen
6
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Abb. 1-2: Ertragsverläufe einzelner Sorten auf Steinwolle
0,0
1,0
2,0
3,0
4,0
5,0
6,0
7,0
8,0
9
10
11
12
13
14
15
16
17
18
19
20
21
22
23
24
25
[St/m²]
Kalenderwochen
Michella = 61 St/m²
Sacha = 60 St/m²
Proloog = 60 St/m²
Bornand = 60 St/m²
Mittelwert Ertrag 2010-2012 = 77 St/m²
0,0
1,0
2,0
3,0
4,0
5,0
6,0
7,0
8,0
9
10
11
12
13
14
15
16
17
18
19
20
21
22
23
24
25
[St/m²]
Kalenderwochen
RZ 24-207 = 58 St/m²
RZ 24-206 = 58 St/m²
RZ 24-205 = 58 St/m²
Mittelwert Ertrag 2010-2012 = 77 St/m²

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Abb. 3-4: Ertragsverläufe einzelner Sorten auf Holzfaser-Perlite
0,0
1,0
2,0
3,0
4,0
5,0
6,0
7,0
8,0
9
10
11
12
13
14
15
16
17
18
19
20
21
22
23
24
25
[St/m²]
Kalenderwochen
Michella = 69 St/m²
Proloog = 68 St/m²
Bornand = 67 St/m²
Sacha = 64 St/m²
Bornand 2012 = 84 St/m²
0,0
1,0
2,0
3,0
4,0
5,0
6,0
7,0
8,0
9
10
11
12
13
14
15
16
17
18
19
20
21
22
23
24
25
[St/m²]
Kalenderwochen
RZ 24-205 = 64 St/m²
RZ 24-207 = 62 St/m²
RZ 24-206 = 61 St/m²
Bornand 2012 = 84 St/m²

image
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Gemüsebau
Bei extremen Witterungsbedingungen war der Frühanbau von Gurken auf
Substrat nur schwer zu beherrschen
8
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26128100
Abb. 5-6: Gurken im Frühanbau - Fruchtgrößenverteilung
28,3
28,2
26,5
24,4
28,6
32,0
30,5
32,1
36,4
34,8
36,2
33,1
30,9
31,8
0,0
10,0
20,0
30,0
40,0
50,0
60,0
70,0
80,0
90,0
100,0
Michella
Sacha
Proloog
Bornand
RZ 24-207
RZ 24-206
RZ 24-205
Anteil [%]
Fruchtgrößenverteilung - Substrat: Steinwolle
>300g [%]
>350g [%]
>400g [%]
>500g [%]
>600g [%]

Versuche im deutschen Gartenbau 2013
Gemüsebau
Bei extremen Witterungsbedingungen war der Frühanbau von Gurken auf Substrat nur schwer zu beherrschen
9
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Abteilung Gartenbau| Pillnitzer Platz 3| 01326 Dresden| gerald.lattauschke@smul.sachsen.de| 0351-
26128100
Tab. 5: Gurken im Frühanbau – Bonitur an der Stichprobe
Legende
1
5
9
Merkmal:
fehlend
mittel
stark ausgeprägt
Fruchtfarbe:
hellgrün
mittelgrün
dunkelgrün
Fruchtform:
gerade
krumm
Stammfrüchte
Seitentriebfrüchte
11.Kalenderwoche
16.Kalenderwoche
Sorte
Frucht- Frucht- Durch- Frucht- Frucht- Riefig- Hals- Bestach- Frucht- Frucht- Durch- Frucht- Frucht- Riefig- Hals- Bestach-
gewicht länge messer farbe
form
keit
ansatz
lung
gewicht länge messer farbe
form
keit
ansatz
lung
[g/ St]
[cm]
[mm]
[1-9]
[1-9]
[1-9]
[1-9]
[1-9]
[g/ St]
[cm]
[mm]
[1-9]
[1-9]
[1-9]
[1-9]
[1-9]
Substrat: Steinwolle
Michella
326
28
45
4
1
5
4
3
430
33
45
5
1
4
5
2
Sacha
333
31
41
5
1
6
3
3
437
33
43
6
1
4
4
3
Proloog
328
30
42
5
1
5
3
3
421
33
44
5
1
5
3
2
Bornand
333
32
41
4
1
5
4
3
438
34
45
5
2
3
3
2
RZ 24-207
324
30
41
5
1
6
4
3
434
33
43
6
1
4
5
2
RZ 24-206
322
30
41
5
1
5
3
3
440
32
45
5
2
4
4
2
RZ 24-205
321
30
41
5
1
6
4
3
429
33
44
5
2
4
3
3
Mittelwert
327
30
42
5
1
5
4
3
433
33
44
5
2
4
4
2
Substrat: Holzfaser-Perlite
Michella
320
28
45
4
1
5
4
3
426
35
44
5
1
4
5
1
Proloog
323
30
42
5
1
5
4
3
427
33
44
5
2
4
2
2
Bornand
323
30
42
3
1
5
5
3
435
34
45
4
2
2
3
2
Sacha
332
31
42
5
1
6
4
3
446
35
43
5
2
5
3
2
RZ 24-205
318
30
42
5
1
5
4
3
427
34
44
5
1
4
4
1
RZ 24-207
320
30
42
5
1
5
5
3
429
34
44
5
2
4
4
2
RZ 24-206
317
30
42
5
1
5
4
3
435
34
45
5
2
3
3
2
Mittelwert
322
30
42
4
1
5
4
3
432
34
44
5
2
4
3
2

Versuche im deutschen Gartenbau 2013
Gemüsebau
Bei extremen Witterungsbedingungen war der Frühanbau von Gurken auf Substrat nur schwer zu beherrschen
10
Dr. Gerald Lattauschke, Christina Reinicke| Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie,
Abteilung Gartenbau| Pillnitzer Platz 3| 01326 Dresden| gerald.lattauschke@smul.sachsen.de| 0351-
26128100
Tab. 6: Gurken im Frühanbau – Haltbarkeit von Stammfrüchten
Lagerbeginn:
11.03.2013
Lagerende:
19.03.2013
1.Bonitur:
15.03.2013
2.Bonitur:
19.03.2013
Sorte
Warzen
Farbe
Hals
Fruchtspitze
Warzen
Farbe
Hals
Fruchtspitze
nicht
Lager-
Veränderung weich+faltig eingetrocknet
Veränderung weich+faltig eingetrocknet marktfähig
dauer
[1-9]
[1-9]
[1-9]
[1-9]
[1-9]
[1-9]
[1-9]
[1-9]
[%]
[d]
Michella
1
1
1
1
8
7
2
7
100
8
Proloog
1
1
1
1
3
4
2
3
100
8
Bornand
1
1
1
1
8
7
2
5
100
8
Sacha
1
1
1
1
3
3
2
5
100
8
RZ 24-205
1
1
1
1
7
5
2
3
100
8
RZ 24-206
1
1
1
1
5
6
2
3
100
8
RZ 24-207
1
1
1
1
7
5
2
5
100
8
Legende
1
9
Warzenbildung
keine Bildung
sehr starke Bildung
Farbveränderungen
keine Veränderungen
sehr starke Veränderungen
Halsveränderungen
keine Veränderungen
sehr starke Veränderungen
Fruchtspitzen-Veränderungen
keine eingetrockneten Spitzen
sehr stark eingetrocknete Spitzen

Versuche im deutschen Gartenbau 2013
Gemüsebau
Bei extremen Witterungsbedingungen war der Frühanbau von Gurken auf Substrat nur schwer zu beherrschen
11
Dr. Gerald Lattauschke, Christina Reinicke| Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie,
Abteilung Gartenbau| Pillnitzer Platz 3| 01326 Dresden| gerald.lattauschke@smul.sachsen.de| 0351-
26128100
Tab. 7: Gurken im Frühanbau – Haltbarkeit von Seitentriebfrüchten
Lagerbeginn:
15.04.2013
Lagerende:
26.04.2013
1.Bonitur:
19.04.2013
2.Bonitur:
23.04.2013
3.Bonitur:
26.04.2013
Sorte
Warzen
Farbe
Hals
Fruchtspitze
Warzen
Farbe
Hals
Fruchtspitze
Warzen
Farbe
Hals
Fruchtspitze
nicht
Lager-
Veränderung weich+faltig eingetrocknet
Veränderung weich+faltig eingetrocknet
Veränderung weich+faltig eingetrocknet marktfähig
dauer
[1-9]
[1-9]
[1-9]
[1-9]
[1-9]
[1-9]
[1-9]
[1-9]
[1-9]
[1-9]
[1-9]
[1-9]
[%]
[d]
Michella
1
1
1
1
2
1
1
1
2
3
7
1
100
11
Proloog
1
1
1
1
2
1
1
1
3
5
5
3
100
11
Bornand
1
1
1
1
3
1
1
1
2
5
8
1
100
11
Sacha
1
1
1
1
2
1
1
1
3
3
5
3
100
11
RZ 24-205
1
1
1
1
1
1
1
1
5
5
7
3
100
11
RZ 24-206
1
1
1
1
1
1
1
1
3
2
8
2
100
11
RZ 24-207
1
1
1
1
1
1
1
1
3
2
7
3
100
11
Legende
1
9
Warzenbildung
keine Bildung
sehr starke Bildung
Farbveränderungen
keine Veränderungen
sehr starke Veränderungen
Halsveränderungen
keine Veränderungen
sehr starke Veränderungen
Fruchtspitzen-Veränderungen
keine eingetrockneten Spitzen
sehr stark eingetrocknete Spitzen

Versuche im deutschen Gartenbau 2013
Gemüsebau
Bei extremen Witterungsbedingungen war der Frühanbau von Gurken auf
Substrat nur schwer zu beherrschen
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Dr. Gerald Lattauschke, Christina Reinicke| Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie,
Abteilung Gartenbau| Pillnitzer Platz 3| 01326 Dresden| gerald.lattauschke@smul.sachsen.de| 0351-
26128100
Kultur- und Versuchshinweise
Kulturdaten:
Aussaat:
04.01.2013
Pflanzung:
31.01.2013
Erntetermin:
25.02. – 17.06.2013 (9. – 25. KW 2013)
Pflanzabstand:
1,5 Pflanzen/ m²
Erntegrößen:
Stammfrüchte:
350-400 g
(6-mal / Woche)
Seitentriebfrüchte:
400-500 g
(5 bis 6-mal/ Woche)
Sortierung:
AWETA Gurkensortiermaschine
Gewächshaus: Venlo; 4 m Stehwandhöhe; 3,20 m Kappenbreite,
Spanndrahthöhe:
2,15 m
Klimaführung:
T/N 22/ 20°C bzw. 21/ 19°C (vegetative Phase)
T/N 21/ 17-18°C (generative Phase)
Lüftung ab 26 °C
CO
2
-Gehalt (800-1.000 ppm bei geschlossener Lüftung; 450-500 ppm bei
geöffneter Lüftung)
Substrate:
Grodan-Steinwolle (Typ: Grotop Expert;
www.grodan.com);
2 m-Matten; 5
Pflanzen/Matte
Kleeschulte Gemüse-Grow Bags coarse; (Gemisch der Substratfaser topora® mit
Perlite®;
(
www.kleeschulte.de
);
1,2 m-Matten; 3 Pflanzen/Matte
Anlagemethodik:
einfaktorielle Blockanlage mit 4 Wiederholungen
Lagerbedingungen:
Temperatur: 20°C; Luftfeuchte: 60 – 70 %
Pflanzenschutz:
Nützlingseinsatz:
Encarsia formosa
3 x 2 St/m²
Amblyseius swirskii
2 x 50 St/m²
Amblyseius cucumeris
1 x 50 St/m²
Chemischer Pflanzenschutz: kein

Versuche im deutschen Gartenbau 2013
Gemüsebau
Bei extremen Witterungsbedingungen war der Frühanbau von Gurken auf
Substrat nur schwer zu beherrschen
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Dr. Gerald Lattauschke, Christina Reinicke| Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie,
Abteilung Gartenbau| Pillnitzer Platz 3| 01326 Dresden| gerald.lattauschke@smul.sachsen.de| 0351-
26128100
Abb. 7: Monatliche Lichtsummen am Standort Dresden-Pillnitz
0
2000
4000
6000
8000
10000
12000
14000
16000
[klxh]
Monatliche Lichtsummen 2009-2013
2009
2010
2011
2012
2013