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University of Applied Police Science
Ralph Berthel (Hrsg.)
Kriminalistik und Kriminologie
in der VUCA-Welt
Ermittlungen
Teil III
Rothenburger Beiträge
Polizeiwissenschaftliche Schriftenreihe
Band 106
Rothenburg/Oberlausitz 202
ISBN 978-3-938015-85-8

(Text für den Buchrücken)
106
Ralph Berthel – Kriminalistik und Kriminologie in der VUCA-Welt –

Ralph Berthel (Hrsg.)
Kriminalistik und Kriminologie in der VUCA-Welt –
Herausforderungen, Entwicklungen und Perspektiven
Mit dem Akronym VUCA werden die deutschen Begriffe Volatilität, Ungewiss-
heit, Mehrdeutigkeit und Komplexität als Charakteristika der aktuellen gesell-
schaftlichen Entwicklungen verbunden. Diese Eigenschaften erscheinen des-
halb von Relevanz für die innere Sicherheit, weil sich aus den damit verbunde-
nen Problemfeldern in der Gesellschaft insgesamt und für den Einzelnen bzw.
Gruppen von Menschen, Konfliktpotenzial in z. T. gesellschaftsgefährdendem
Ausmaß ergeben kann. Die entsprechenden menschlichen Verhaltensmuster
können dabei von Resignation über Verweigerung bis hin zu strafrechtlich re-
levantem Handeln reichen. Genannt seien etwa politisch und/oder religiös mo-
tivierter Fanatismus und Terrorismus, subkulturelle Clankriminalität oder das
Nutzen tatsächlicher oder vermeintlicher anomischer Räume, etwa des Inter-
nets für kriminelles Agieren.
In diesem Kontext sind die Kriminalwissenschaften aufgrund ihres interdiszip-
linären Charakters, ihrer Nähe zur Sicherheits-, Innen- und Justizpolitik sowie
nicht zuletzt wegen der unmittelbaren Bezüge zum Sicherheitsgefühl der Be-
völkerung in besonderer Weise gefordert. Gleichermaßen kommen der prakti-
schen Vorbeugung und Bekämpfung von Kriminalität gerade auch vor dem Hin-
tergrund der genannten Problemfelder eine wichtige gesellschaftserhaltende
Funktion zu.
In den drei Teilen dieses Sammelbandes kommen 45 Autoren aus Deutschland
und der Schweiz zu Wort. Sie betrachten diese Herausforderungen in insge-
samt 40 Beiträgen aus ganz unterschiedlichen Perspektiven, aus der des Wis-
senschaftlers, des Polizeipraktikers oder etwa des Anwalts, bringen, Erfahrun-
gen ein und regen mit Ideen und Konzepten an. Und sie vermitteln Einblicke in
das, was die Kriminalwissenschaften und die praktische Kriminalitätsbekämp-
fung in diesem Kontext leisten können und leisten müssen.
Ergänzt werden diese Aufsätze durch vier Rezensionen aktueller kriminalwis-
senschaftlicher Werke.
Teil I ist überschrieben mit Lage, Herausforderungen und Lösungsansätze.
Die Autoren der Beiträge von Teil II befassen sich vor allem mit Themen des
Verhältnisses von Kriminalität und digitalem Raum sowie der Gefahren für den
Rechtsstaat.
Die Beiträge im Teil III (Ermittlungen) stellen Probleme der Ermittlungsführung
in den Mittelpunkt.

Ralph Berthel (Hrsg.)
Kriminalistik und Kriminologie in der
VUCA-Welt
Ermittlungen
Teil III
EIGENVERLAG DER HOCHSCHULE DER SÄCHSISCHEN POLIZEI
(FH) ROTHENBURG/OBERLAUSITZ 202

Ralph Berthel (Hrsg.)
Kriminalistik und Kriminologie in der
VUCA-Welt – Herausforderungen,
Entwicklungen und Perspektiven
Ermittlungen
Teil III
Die Inhalte der einzelnen Artikel liegen im
Verantwortungsbereich der jeweils genannten Autoren
und spiegeln nicht zwangsläufig die Meinung des
Herausgebers wider
.

Eigenverlag der Hochschule der Sächsischen Polizei (FH)
Rothenburg/Oberlausitz 202
Herausgeber ist der Beirat der Schriftenreihe
der Hochschule der Sächsischen Polizei (FH)
in Rothenburg/OL
Mitglieder des Beirates:
Dr. Laura Linczmajer, Dr. Dirk Dalberg, Prof. Dr. Frank Lohse
Prof. Dr. Dieter Müller, Prof. Dr. Marcel Schöne,
Prof. Dr. Henning Schwier (Vorsitzender),
Prof. Dr. Tom Thieme, Polizeidirektor Leif Woidtke
Verantwortlich im Sinne des Presserechts: Rektor/Prorektor
der Hochschule der Sächsischen Polizei (FH)
Die Deutsche Bibliothek - CIP-Einheitsaufnahme
Kriminalistik und Kriminologie in der VUCA-Welt
Ermittlungen
Teil III. Ralph Berthel (Hrsg.).
Rothenburg/OL: Hochschule der Sächsischen Polizei (FH), 202.
(Rothenburger Beiträge; 106)
ISBN 978-3-938015-85-8
ISSN 1439-393X
E
IGENVERLAG DER HOCHSCHULE DER SÄCHSISCHEN POLIZEI (FH)
-R
OTHENBURG/OL -
Copyright
¤:
Bei den Autoren der einzelnen Beiträge.
Alle Rechte vorbehalten. Der Nachdruck oder die
Vervielfältigung des Werkes insgesamt oder in Auszügen ist nur
mit der Zustimmung der Verfasser gestattet.

Inhaltsverzeichnis
Teil III – Band 106
Seite
Die VUCA-Welt - Ermittlungsführung in Zeiten umfassender
I
gesellschaftlicher und rechtlicher Veränderungen
Einführung Teil III
Ralph Berthel
Ermittlungen
Ein kriminalistisches Puzzle
1
Internationale Ermittlungen im Joint Investigation Team
„Warenagent“
Anke Breitenstein / Peter Jentsch /Ralph Berthel
Neue Wege in der Bekämpfung Schwerer und Organisierter
43
Kriminalität – Die Täterorientierte Schwerpunktermittlung“
(ToSE)
Sebastian Laudan
Die erweiterte DNA-Analyse - Die Gesetzesnovellierung
61
und deren ermittlungspraktischer Nutzen
Anja Schiemann
Das Projekt CARGO – Gemeinsam stark gegen
77
die »Raubritter“ der Neuzeit«
Manuela Kurrat
Die Bekämpfung von Ladungsdiebstahl mit dem
95
Modus Operandi „Planenschlitzen“- Die KoSt „Plane“
im Landeskriminalamt Sachsen
Alexander Ott
Zusammenarbeit mit staatlichen Ermittlungsbehörden
105
ist der Schlüssel zum Erfolg
Lars Mortsiefer

Clankriminalität als neu entdeckte Herausforderung
131
in einer dynamischen Gesellschaft
Kai Seidensticker / Alexander Werner
Vorschlag eines praxisorientierten Organisationsstrukturmodells 153
für Ermittlungskommissionen im Bereich der Bekämpfung der
organisierten Wirtschaftskriminalität
Marco Mohr / Martin Stahlheber
Internationale Zusammenarbeit bei der Bekämpfung der
187
Schleusungskriminalität
Bernd Stöberl / Mahmut Günay
Einsatz und Nutzen von Vernehmungsbegleithunden in der
205
polizeilichen Zeugenvernehmung (Zeugenanhörung) nach
Gewaltverbrechen in Hinblick auf die speziellen Auswirkungen
auf Kinder im Alter bis 14 Jahre
Carolin Blum
Pflichtverteidigerbestellung und audiovisuelle Vernehmung
279
Zu den Konsequenzen unionsrechtlicher Vorgaben für Vernehmungen
im Ermittlungsverfahren aus kriminalistischer und strafprozessualer Sicht
Teil 1: Erwachsene
Christoph Keller
Pflichtverteidigerbestellung und audiovisuelle Vernehmung
359
Zu den Konsequenzen unionsrechtlicher Vorgaben für Vernehmungen
im Ermittlungsverfahren aus kriminalistischer und strafprozessualer Sicht
Teil 2: Jugendliche
Christoph Keller
Der Polygraph vor Gericht und in der Ermittlungspraxis
407
Anja Schiemann
Autorenverzeichnis
423

„Die Zukunft der Kriminalistik liegt in der Innovation und
nicht in der Improvisation
oder dem Zufälligen.“
Rolf Ackermann

Die VUCA-Welt
Ermittlungsführung in Zeiten umfassender
gesellschaftlicher und rechtlicher Veränderungen
Einführung Teil III
Ralph Berthel
In Teil I („Lage - Herausforderungen - Lösungsansätze“) dieses Sammel-
bandes wurden insbesondere die Herausforderungen, denen sich die Krimi-
nalwissenschaften einerseits und die Sicherheitsakteure in der Praxis ande-
rerseits gegenüber sehen, thematisiert. Zudem wurden vier Rezensionen ak-
tueller kriminalwissenschaftlicher Werke vorgestellt.
Im zweiten Teil (Kriminalität und digitaler Raum - Gefahren für den Rechts-
staat) thematisierten die Autoren einerseits kriminalistisch relevante Be-
drohungen durch Cybercrime und Gefahren für den demokratischen Rechts-
staat durch terroristische bzw. andererseits politisch motivierte Delikte so-
wie Bekämpfungsansätze in diesen Kontexten.
In Teil III („Ermittlungen“) nun befassen sich die Autoren insbesondere mit
Fragen der Ermittlungsführung insbesondere bei Delikten der Schleusungs-
kriminalität, der Organisierten und der Wirtschaftskriminalität sowie straf-
prozessualen und kriminalistischen Mitteln und Methoden, die in diesen Zu-
sammenhängen Anwendung finden.
Mit diesem dritten Teil findet der Sammelband, der sich mit den Herausfor-
derungen der sog. VUCA-Welt, die sich insbesondere durch Eigenschaften
wie Volatilität, Disruption, Komplexität und Ambiguität, also Mehrdeutig-
keit auszuzeichnen scheint, befasst, seinen Abschluss. Die Autoren haben
dabei diese Charakteristika aus dem Blickwinkel der Kriminalwissenschaf-
ten und der kriminalistisch tätigen Praktiker betrachtet, haben ein außeror-
dentlich differenziertes Bild gezeichnet und hoffentlich umfangreiche Infor-
mationen und Ideen vermittelt sowie zu vielen weiterführenden Überlegun-
gen und/oder Diskussionen angeregt.

Ralph Berthel
II
Meinen eingangs dieser Buchreihe geäußerten Dank an alle Autoren möchte
ich an dieser Stelle gern und voller Respekt erneuern. Ein besonderer Dank
gilt Frau Kerstin Feller von der Hochschule der Sächsischen Polizei (FH)
für die redaktionelle Bearbeitung der Texte.
Eine Bitte an die Leser
An die Leser habe ich eine Bitte:
In dem vorliegenden Sammelband steckt die Arbeit von vielen Menschen,
jenen, die mit Namen in diesem Buch in Erscheinung treten; und jenen, die
namenlos, gleichwohl bedeutsam in ca. anderthalbjähriger Arbeit zum Ge-
lingen dieser kleinen Buchreihe beitrugen.
Wir, die Autoren und ich als Herausgeber, würden uns über Ihr Feedback
freuen.
Ihr
Ralph Berthel
im Namen aller am Sammelband Beteiligten.
Frankenberg/Sa. im Frühling 2020, der in der Geschichte der Menschen die-
ses Landes immer mit dem Namen CORONA-Pandemie verbunden bleiben
wird.

Vorwort
III
Zu den Beiträgen des dritten Teils
Ermittlungen
Gemeinsam mit
Anke Breitenstein
und
Peter Jentsch
vom Landeskrimi-
nalamt Sachsen stelle ich die Ermittlungs- und Einsatzmaßnahmen in einem
hinsichtlich des Umfanges und der Komplexität der Ermittlungen außerge-
wöhnlichen Verfahrenskomplex mit umfangreichen internationalen Bezü-
gen vor. Im Beitrag
„Ein kriminalistisches Puzzle“ - Internationale Er-
mittlungen im Joint Investigation Team
»Warenagent«
berichten wir
über Ermittlungen, die gegen eine international agierende Tätergruppe ge-
richtet waren und die u. a. wegen des Verdachts des gewerbs- und banden-
mäßigen Betruges bzw. Computerbetruges, der Geldwäsche u. a. Delikte
durch das LKA und die Polizeidirektion Dresden über 48 Monate geführt
wurden und die letztlich erfolgreich im Rahmen eines Joint Investigation
Teams abgeschlossen werden konnten.
„Neue Wege in der Bekämpfung Schwerer und Organisierter Krimina-
lität – Die Täterorientierte Schwerpunktermittlung“ (ToSE)
Sebastian Laudan
, der für die Bekämpfung der Banden- und Organisierten
Kriminalität, der Rauschmittelkriminalität und der qualifizierten Eigentums-
kriminalität verantwortliche Abteilungsleiter im Landeskriminalamt Berlin,
stellt einen innovativen Bekämpfungsansatz vor, der das hergebrachte täter-
orientierte Vorgehen gegen Intensivtäter aus dem Phänomenbereich der OK
mit Elementen des Projektmanagements verknüpft.
Anja Schiemann,
Universitätsprofessorin und Fachgebietsleiterin Straf-
recht, Strafprozessrecht, Kriminalpolitik an der Deutsche Hochschule der
Polizei, setzt sich in ihrem Aufsatz
„Die erweiterte DNA-Analyse - Die
Gesetzesnovellierung und deren ermittlungspraktischer Nutzen“
mit
den Möglichkeiten und Grenzen der erweiterten DNA-Analyse für die poli-
zeiliche Ermittlungsarbeit, die durch das Gesetz zur Modernisierung des
Strafverfahrens im Dezember 2019 als Eingriffsinstrument zur Verfügung
stehen, auseinander.
Beginnend in den Jahren 2014 und 2015 wurde in einigen Ländern der Bun-
desrepublik ein deutlich gestiegenes Fallaufkommen von organisiertem

Ralph Berthel
IV
grenzüberschreitendem Ladungsdiebstahl mit dem Modus Operandi „Pla-
nenschlitzen“ festgestellt. Die innerhalb kurzer Zeit durch diese Delikte ver-
ursachten Schadenssummen waren nicht nur durch die entstandenen Sach-
schäden an den LKW und die Schäden durch die Diebstahlshandlungen ge-
kennzeichnet. Für Deutschland als Transitland und die beteiligten Firmen
entstanden darüber hinaus durch Beeinträchtigungen durch Produktionsaus-
fall, Transportverzögerungen, Mehrkosten für notwendige Sicherungsmaß-
nahmen und damit verbunden steigende Preise für die Verbraucher. Dieser
Umstand und das professionelle Agieren der Täter bzw. Tätergruppen for-
derte von den Ermittlungsbehörden ein angestimmtes, länder- und staaten-
übergreifendes Agieren. Die beiden folgenden Beiträge
„Projekt
„CARGO“ – Gemeinsam stark gegen die »Raubritter“ der Neuzeit«“
und
„Die Bekämpfung von Ladungsdiebstahl mit dem Modus Operandi
„Planenschlitzen“- Die KoSt „Plane“ im Landeskriminalamt Sachsen“
spiegeln diese Herausforderungen, aber auch erfolgreiche polizeiliche Be-
kämpfungsansätze wider.
Dabei stellt
Manuela Kurrat
, Mitarbeiterin im Landeskriminalamt Sach-
sen-Anhalt, das Projekt „Cargo“ vor, das durch ihr Haus über die Kommis-
sion Organisierte Kriminalität der AG Kripo initiiert wurde und an dem sich
neben den Polizeien aus Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Sachsen, Nordrhein-
Westfalen, Niedersachsen und dem Bundeskriminalamt auch Partner aus Po-
len, Dänemark, Frankreich und Österreich sowie Europol und die TAPA
(Transported Asset Protection Association ) beteiligten.
Anknüpfend daran, erläutert
Alexander Ott
, damaliger Leiter der Koordi-
nierungsstelle Plane im LKA in Dresden im Rahmen seines Beitrages Spe-
zifika der Bekämpfungssituation dieses Kriminalitätsphänomens und der
Bekämpfungsstrategie aus der Sicht des Landeskriminalamtes Sachsen.
Die Koordinierung der Anti-Doping-Arbeit und die Zusammenarbeit mit
den staatlichen Ermittlungsbehörden stellen Kernbereiche der Arbeit der
Nationalen Anti Doping Agentur Deutschland (NADA) dar.
Lars Mortsie-
fer
, Vorstandsmitglied und Chefjustitiar der NADA erläutert in seinem Auf-
satz
„Zusammenarbeit mit staatlichen Ermittlungsbehörden ist der
Schlüssel zum Erfolg“
sowohl die Aufgaben dieser für die Glaubwürdig-
keit des Sports und das Bekenntnis zu Fairness und Chancengleichheit im
Sport bedeutsamen Institution und stellt zugleich die Möglichkeiten und Er-
fahrungen der Zusammenarbeit mit den Strafverfolgungsbehörden dar.

Vorwort
V
Zu den auch in der Öffentlichkeit bisweilen heftig diskutierten Herausforde-
rungen an die Sicherheitsakteure zählt jene durch die sog. Clankriminalität.
Kai Seidensticker
und
Alexander Werner
, beide Mitarbeiter der Krimina-
listisch-Kriminologischen Forschungsstelle im Landeskriminalamt Nord-
rhein-Westfalen setzen sich in ihrem Beitrag „
Clankriminalität als neu
entdeckte Herausforderung in einer dynamischen Gesellschaft“
sowohl
mit den zu diesem Phänomen bekannten Erkenntnissen als auch mit den
Handlungserfordernissen in diesem Kontext auseinander.
Straftaten der Wirtschaftskriminalität sind nicht nur durch eine besondere
Schadensträchtigkeit (Das Einzeldelikt hat häufig einen gemeinschaftsschä-
digenden Charakter.) und ein oft aus der beruflichen Stellung der Täter re-
sultierende hohes Maß an Spezialisierung und Professionalisierung auf Tä-
terseite gekennzeichnet. Auch das überörtliche, überregionale bzw. grenz-
überschreitende Agieren der Täter bzw. Tätergruppen, Internationalität, ein
besonders hohes Maß an Organisiertheit und Strukturierung der Tatbege-
hung sowie die intensive Nutzung moderner (Kommunikations-) Techniken
und Möglichkeiten der vorgefundenen Infrastruktur kennzeichnen diese De-
likte.
1
Mit Blick auf diese Herausforderungen stellen
Marco Mohr
und
Martin Stahlheber
in ihrem Beitrag
„Vorschlag eines praxisorientierten
Organisationsstrukturmodells für Ermittlungskommissionen im Be-
reich der Bekämpfung der organisierten Wirtschaftskriminalität“
einen
Beitrag zu innovativen und dynamischen Organisationsstrukturmodellen für
Ermittlungskommissionen vor.
Bernd Stöberl
und
Mahmut Günay
vom Bundespolizeipräsidium thema-
tisieren Fragen der internationalen Zusammenarbeit bei der Bekämpfung der
Schleusungskriminalität und stellen dies anhand eines umfangreichen Er-
mittlungskomplexes zwischen Deutschland und Türkei im Rahmen ihres
Aufsatzes
„Internationale Zusammenarbeit bei der Bekämpfung der
Schleusungskriminalität
“ dar. Sie stellen dabei sowohl kriminalistische
Erkenntnisse und Ergebnisse erfolgreicher internationaler bzw. zwischen-
staatlicher polizeilicher und staatsanwaltschaftlicher Zusammenarbeit und
gleichzeitig die unmittelbaren Wirkungen politischer Aktivitäten auf die Er-
mittlungsführung und Zusammenarbeit vor.
1
Ausführlich: Berthel, Ralph, Wirtschaftskriminalität – Lage und Herausforderungen, DIE KRIMI-
NALPOLIZEI, Special, 2019, S. 4.

Ralph Berthel
VI
M. Carolin Blum
, Kriminalbeamtin aus Rheinland-Pfalz, macht in ihrem
Aufsatz
„Einsatz und Nutzen von Vernehmungsbegleithunden in der
polizeilichen Zeugenvernehmung (Zeugenanhörung) nach Gewaltver-
brechen in Hinblick auf die speziellen Auswirkungen auf Kinder im Al-
ter bis 14 Jahre“
auf die Bedeutung und den Nutzen sog. Vernehmungs-
begleithunde im Zusammenhang mit der Anhörung von Zeugen von Gewalt-
verbrechen in Hinblick auf die spezifischen Auswirkungen auf Kinder auf-
merksam.
Christoph Keller
, Dozentur für Eingriffsrecht, Staatsrecht, Öffentliches
Dienstrecht, Migrationsrecht und kommissarischer Leiter der Abteilung
Münster an der Hochschule für Polizei und Verwaltung Nordrhein-Westfa-
len, befasst sich in seinen beiden Aufsätzen „
Pflichtverteidigerbestellung
und audiovisuelle Vernehmung“
mit den in der Folge unionsrechtlicher
Vorgaben Ende 2019 bzw. Anfang 2020 u. a. in der StPO und im JGG vor-
genommenen Änderungen und den Folgen für die Ermittlungsbehörden. Er
geht zunächst mit Blick auf Erwachsene und danach ausgerichtet auf Ju-
gendliche auf das Recht auf Unterstützung durch einen Rechtsbeistand
(„Anwalt erster Stunde“) sowie die damit einhergehende Regelung zur au-
diovisuellen Aufzeichnung der Vernehmung ein.
Last, but not least:
„Der Polygraph vor Gericht und in der Ermittlungs-
praxis“
In ihrem zweiten Beitrag für diesen Sammelband geht
Anja Schiemann,
Universitätsprofessorin und Fachgebietsleiterin Strafrecht, Strafprozess-
recht, Kriminalpolitik an der Deutsche Hochschule der Polizei, der Frage
nach, ob die polygraphische Untersuchung tatsächlich ein ungeeignetes Be-
weismittel ist, warum sie so unterschiedlich bewertet wird und worin der
praktische Nutzen (zunächst) im Ermittlungsverfahren bestehen kann.

Vorwort
VII
Autorenverzeichnis
Auch diesem Teil ist ein Verzeichnis aller Autoren der drei Teile mit deren
Tätigkeits- bzw. Forschungsschwerpunkten sowie der Erreichbarkeit beige-
fügt.