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Landesamt für Steuern und Finanzen
Stand: 01/2021
- Dienststellen Dresden/Chemnitz/Leipzig, Bezügestelle -
Informationsblatt zur betrieblichen Altersversorgung bei der Versorgungsanstalt des Bundes
und der Länder (VBL) für neu eingestellte Beschäftigte
Die nachstehenden Hinweise geben Ihnen einen Überblick über die betriebliche Altersversorgung des
öffentlichen Dienstes.
1.
Allgemeine Hinweise zur Pflichtversicherung
Grundlage für die Durchführung der betrieblichen Altersversorgung des öffentlichen Dienstes ist der
Tarifvertrag über die betriebliche Altersversorgung der Beschäftigten des öffentlichen Dienstes
(Tarifvertrag Altersversorgung -
ATV
).
Nach diesem Tarifvertrag hat der Arbeitgeber jeden Beschäftigten, der dem Geltungsbereich des ATV
unterliegt, die Voraussetzungen zur Pflichtversicherung (§§ 1, 2 ATV) erfüllt und nicht auf Grund eines
Ausnahmetatbestandes (§ 2 und Anlage 2 ATV) von der Pflichtversicherung ausgenommen ist, bei
der VBL zu versichern. Die
Voraussetzungen
für die Pflichtversicherung bei der VBL erfüllen
Beschäftigte, die das 17. Lebensjahr vollendet haben und die Wartezeit von 60 Kalendermonaten bis
zum Erreichen der Altersgrenze zum Bezug einer abschlagsfreien Regelaltersrente erfüllen können.
Durch das Gesetz zur Umsetzung der EU-Mobilitäts-Richtlinie vom 21.12.2015 (BGBl. I S. 2553) gilt
ab 01.01.2018 die gesetzlich vorrangige Unverfallbarkeitsfrist nach dem Betriebsrentengesetz von 36
Kalendermonaten. Diese Unverfallbarkeitsfrist muss in der Zeit vom 1. Januar 2018 bis zum Beginn
der abschlagsfreien Regelaltersrente in dem jeweiligen bestehenden Arbeitsverhältnis erfüllt werden
können. Vorherige Beschäftigungszeiten bleiben bei der Prüfung unberücksichtigt.
Aufgabe der VBL ist es, den Versicherten neben der Grundversorgung (z. B. der Rente aus der
gesetzlichen
Rentenversicherung)
eine
zusätzliche
Alters-,
Erwerbsminderungs-
und
Hinterbliebenenversorgung zu gewähren. Die
Betriebsrente
wird Versicherten, bei denen nach
erfüllter Wartezeit der Versicherungsfall eingetreten ist, auf schriftlichen Antrag gewährt. Mit dem
Online-Service „Rentenantrag“ im Kundenportal Meine VBL
(
www.vbl.de
)
können alle VBL-
Versicherten mit gesetzlichem Rentenanspruch die VBL-Rente auch online beantragen.
2.
Finanzierung der Zusatzversorgung
Zur Finanzierung der Zusatzversorgung sind Aufwendungen in folgender Höhe an die VBL zu
entrichten:
Arbeitgeberanteil
Arbeitnehmeranteil
Umlagen
1,0 %
---
Beiträge
2,0 %
4,25 %
Die vom Arbeitgeber zu finanzierenden Aufwendungen für eine betriebliche Altersversorgung gehören
zum steuerpflichtigen Arbeitslohn (§ 19 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 Einkommensteuergesetz - EStG), können
jedoch im Rahmen des § 3 Nr. 56 und § 3 Nr. 63 EStG und bei Geringverdienern (monatliches
Steuerbrutto bis 2.575,00 EUR) gem. § 100 Abs. 6 EStG (ausschließlich die Arbeitgeberbeiträge)
steuerfrei gestellt bzw. bis 89,48 EUR monatlich nach § 40b EStG (nur Umlageverfahren) pauschal
besteuert werden (§ 16 ATV).
Nähere Informationen zur steuerlichen Behandlung der Beiträge entnehmen Sie bitte dem „Merkblatt
über die steuerliche Behandlung der Beiträge zur Pflichtversicherung bei der Versorgungsanstalt des
Bundes und der Länder Karlsruhe (VBL) im Tarifgebiet Ost“ (A6_2).

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Basis
für
die
monatlich
an
die
VBL
zu
entrichtenden
Aufwendungen
ist
das
zusatzversorgungspflichtige Entgelt, das im Wesentlichen dem steuerpflichtigen Arbeitslohn
entspricht. Verminderungen des steuerpflichtigen Entgelts aufgrund einer Entgeltumwandlung oder
der Steuerfreiheit des arbeitnehmerfinanzierten Anteils am Beitrag zum Kapitaldeckungsverfahren
gelten als steuerpflichtiger Arbeitslohn.
3.
Freiwillige Versicherung
Nach § 26 ATV besteht die Möglichkeit, bei der VBL nach deren Satzungsvorschriften eine zusätzliche
kapitalgedeckte Altersvorsorge im Rahmen der betrieblichen Altersversorgung aufzubauen. Die
Finanzierung dieser freiwilligen Versicherung kann durch Entrichtung eigener Beiträge unter
Inanspruchnahme der steuerlichen Förderung (sog. „Riester-Rente“) oder im Wege einer
Entgeltumwandlung nach Maßgabe des Tarifvertrags zur Entgeltumwandlung für die Beschäftigten
des Bundes und der Länder (TV-EntgeltU-B/L), des Tarifvertrags zur Entgeltumwandlung für Ärztinnen
und Ärzte im Geltungsbereich des TV-Ärzte sowie des Tarifvertrags zur Entgeltumwandlung für
Ärztinnen und Ärzte im Geltungsbereich des TV-Ärzte SKH erfolgen.
Genauere Informationen zur freiwilligen Versicherung und deren Finanzierungsformen können Sie der
Satzung der VBL entnehmen, die Ihnen mit dem Nachweis zur Anmeldung von der VBL übersandt
wird. Für die Durchführung der Entgeltumwandlung ist zudem der Abschluss einer gesonderten
Vereinbarung zwischen Ihnen und Ihrer Personal verwaltenden Dienststelle erforderlich.
Zusätzlich haben Sie die Möglichkeit, sich mit allen Fragen rund um die
freiwillige
Versicherung an
die VBL zu wenden.
4.
Fragebogen
Gleichzeitig mit diesem Informationsblatt wurde Ihnen ein Fragebogen (Vordruck A6) ausgehändigt.
Wir bitten Sie, diesen sorgfältig zu lesen, auszufüllen und der für Sie zuständigen Bezügestelle
schnellstmöglich zuzuleiten.
Im Bereich der Zusatzversorgungskassen des öffentlichen Dienstes bestehen Abkommen, die eine
gegenseitige Anerkennung von Versicherungszeiten für die Wartezeiten vorsehen, die Voraussetzung
für die Zahlung der Betriebsrente bzw. die Zuteilung von Bonuspunkten sind. Waren Sie bereits bei
einer Zusatzversorgungskasse versichert, geben Sie dies bitte im Fragebogen (Punkt 1) an. Nach
Eintritt des Versicherungsfalls zahlt jede Zusatzversorgungskasse die Betriebsrente aufgrund der bei
ihr erworbenen Versorgungspunkte jedoch eigenständig, die bedeutet auch eine getrennte
Beantragung der jeweiligen Rente ist erforderlich
5.
Weitere Informationen zur VBL
Weitere Informationen, Erklärfilme und Unterlagen zur Zusatzversorgung sind auf der Internetseite der
VBL unter
www.vbl.de
zu finden.
Für Fragen zur Pflicht- oder freiwilligen Versicherung können Sie sich auch telefonisch, per E-Mail,
Fax oder Post an den Kundenservice der VBL wenden. Sie erreichen diesen regelmäßig
unter der Service-Nr. 0721 93 98 93-1 für Fragen zur Pflichtversicherung VBLklassik
0721 93 98 93-5 für Fragen zur freiwilligen Versicherung
VBLextra/VBLdynamik
Montag, Donnerstag
von 8:00 Uhr bis 18:00 Uhr und
Dienstag, Mittwoch, Freitag
von 8:00 Uhr bis 16:30 Uhr
per E-Mail:
kundenservice@vbl.de
per Post:
VBL – Kundenservice, 76240 Karlsruhe
per Fax:
0721 - 155 1355

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Um der VBL eine individuelle Beratung zu ermöglichen, ist die Angabe Ihrer VBL-Versicherungs-Nr.
notwendig.
Datenschutzhinweis gemäß Art. 13 und 14 Datenschutz-Grundverordnung
Ihre Daten werden vom Landesamt für Steuern und Finanzen in Erfüllung seiner Aufgaben gemäß den
geltenden Bestimmungen zum Datenschutz verarbeitet. Weitere Informationen zu den einzelnen
Aufgaben sowie über die Verarbeitung der Daten und der Rechte bei der Verarbeitung der Daten, die
sich
aus
der
Datenschutz-Grundverordnung
ergeben,
können
Sie
im
Internet
unter
http://www.lsf.sachsen.de/Datenschutz.html
(z. B. Bereich Bezüge) abrufen. Die/ den behördliche/n
Datenschutzbeauftragte/n des Landesamtes für Steuern und Finanzen erreichen Sie unter: Landesamt
für Steuern und Finanzen, Behördliche/r Datenschutzbeauftragte/r, Stauffenbergallee 2, 01099
Dresden,
E-Mail-Adresse:
Datenschutz@lsf.smf.sachsen.de