Mittelstandsbericht 2013/2014
des Freistaates Sachsen

Inhalt
1. Vorwort
2
2. Entwicklung dEs sächsischEn MittElstandEs
3
2.1
Definition Mittelstand
3
2.2
Größe und Struktur der mittelständischen Wirtschaft im Freistaat Sachsen
3
2.2.1
selbstständige im Freistaat sachsen
4
2.2.2
anzahl der sächsischen unternehmen
5
2.2.3
umsatz sächsischer unternehmen
8
2.3
Mittelstand als arbeitgeber
11
2.4
Mittelstand als ausbilder
16
2.5 Branchenstruktur
18
2.5.1 unternehmen
18
2.5.2 umsatz
20
2.5.3 Beschäftigte
22
2.6
Forschung, Entwicklung und technologie im Freistaat Sachsen
24
2.6.1
ausgaben für Forschung und Entwicklung in Relation zum BiP
25
2.6.2
Beschäftigte im Bereich Forschung und Entwicklung
26
2.6.3
absolventenquote im tertiärbereich
27
2.6.4 Patentanmeldungen
28
2.6.5 innovationshemmnisse
30
2.7
außenwirtschaftliche aktivitäten
30
2.8 Fluktuationsgeschehen
33
2.8.1
gründungen und liquidationen
33
2.8.2
insolvenzen von unternehmen
36
2.8.3 unternehmensnachfolge
37
2.9
Die volkswirtschaftliche Bedeutung des Mittelstandes im Freistaat Sachsen
38
3. literaturverzeichnis
39
4. tabellenverzeichnis
40
5. abbildungsverzeichnis
41

image
image
Trotz eindeutiger Wachstumstendenzen ist der sächsische Mittelstand mit Blick auf die mit-
telständische Wirtschaft in den alten Bundesländern noch immer vergleichsweise kleinteilig.
Schwerpunkt unserer Wirtschaftspolitik ist daher, größenbedingte Nachteile hiesiger KMU aus-
zugleichen und sie bei einem nachhaltigen Wachstum zu unterstützen. Erreichen und sichern
werden wir dieses vor allem durch wissenschaftlichen und technischen Fortschritt, Bildung und
Qualifizierung sowie eine sozial gerechte und ökologische Wirtschaftspolitik.
Weil innovative Unternehmen im Schnitt stärker als andere wachsen, wollen wir im Rahmen
unserer Innovationsstrategie mittelständische Unternehmen motivieren, sich stärker als bisher
an eigener Forschung und Entwicklung zu beteiligen. Der Mensch als wichtigster Faktor für die
Innovationstätigkeit steht dabei im Mittelpunkt. Mit Investitionen in kluge Köpfe und innovative
Ideen können wir den Erfolg sächsischer Unternehmen vorantreiben. Deshalb fördern wir auf
vielfältige Weise den Wissenstransfer von Wissenschaft und Forschung insbesondere in unsere
mittelständischen Unternehmen. Um das umfangreiche Innovationspotenzial auszuschöpfen,
müssen wir auch die Chancen der Digitalisierung nutzen. Dazu brauchen neben Bürgerinnen
und Bürgern gerade auch Unternehmen einen zeitgemäßen Zugang zum Internet. Deshalb för-
dern wir mit dem Programm „Digitale Offensive Sachsen“ die flächendeckende digitale Erschlie-
ßung unseres Freistaats.
Die weitere Entwicklung unserer mittelständisch geprägten Wirtschaft wird in zunehmendem
Maße vom demografischen Wandel bestimmt. Um den drohenden Arbeitskräfteengpässen vor-
zubeugen, haben wir zusammen mit den Sozialpartnern eine Fachkräfteallianz gestartet und
werden gemeinsam das sächsische Fachkräftesicherungskonzept weiterentwickeln und umset-
zen. Dabei setzen wir auf eine verstetigte und bedarfsgerechte Aus- und Weiterbildung. Gemein-
sames Ziel mit den Tarifpartnern ist es, die Quote der Schul-, Ausbildungs- und Studienabbrüche
zu senken und die allgemeine, berufliche und akademische Aus- und Weiterbildung zu stärken.
Ohne die Ausbildungsleistung des Mittelstandes hätten die großen deutschen Industriebetriebe
ein Qualifikations- und damit Innovationsproblem.
Eine leistungs- und funktionsfähige Infrastruktur ist Grundbedingung eines starken und dyna-
mischen Mittelstandes und Voraussetzung für weiteres Wachstum und Beschäftigung. Erhal-
tung und Sanierung des Verkehrsnetzes haben dabei Vorrang vor Neu- und Ausbau. Ein weiterer
wichtiger Baustein für eine nachhaltige Entwicklung unserer mittelständischen Wirtschaft ist
eine bedarfsgerechte, klimaverträgliche und bezahlbare Energieversorgung.
Der alle zwei Jahre erscheinende Sächsische Mittelstandsbericht verdeutlicht einmal mehr die
herausgehobene wirtschaftliche und gesellschaftliche Bedeutung mittelständischer Unterneh-
men. Viele kleine und mittlere Unternehmen aus Industrie, Handel, Kreativwirtschaft, Handwerk
und Tourismus sind für die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und die Lebensqualität genauso
wichtig wie weltweit agierende Unternehmen. Wir brauchen verantwortungsbewusste, innova-
tive Unternehmen und gut ausgebildete, fair bezahlte Arbeitnehmer. In diesem Sinn wollen wir
den Freistaat Sachsen weiterentwickeln.
Martin Dulig
Sächsischer Staatsminister für Wirtschaft,
Arbeit und Verkehr
Vorwort
neue herausforderungen als Chancen begreifen – dafür steht Sachsen

Entwicklung des sächsischen Mittelstandes | 3
2. EntWICklunG DES SäChSISChEn MIttElStanDES
2.1 Definition Mittelstand
Die empirische Wirtschaftsforschung grenzt Unternehmensgrößenklassen und die mit diesen kor-
respondierenden Begriffen, wie „kleine und mittlere Unternehmen“ sowie „Großunternehmen“, üb-
licherweise anhand quantitativer Kriterien ab. Deshalb erfolgt auch in diesem Mittelstandsbericht
die Abgrenzung kleiner und mittlerer Unternehmen von Großunternehmen mithilfe quantitativer,
von der amtlichen Statistik vorgegebener Kriterien, d. h. über die Größenmerkmale Beschäftigung
und Umsatz.
Die beihilferechtlichen Bestimmungen der Europäischen Union (EU) definieren Unternehmen mit
weniger als 250 Beschäftigten und mit bis zu 50 Mio. Euro Jahresumsatz oder bis zu 43 Mio. Euro
Bilanzsumme als kleine und mittlere Unternehmen (KMU) (vgl. Tabelle 1). Insbesondere bei der
einzelbetrieblichen Förderung ist die Definition der EU maßgeblich. Vorrangig werden in dieser
Definition die Grenze für die Beschäftigtenzahl und nachrangig die Umsatz- und Bilanzsumme ge-
nannt, wobei die Überschreitung eines dieser beiden Kriterien der Zuordnung zur entsprechenden
Größe nicht entgegensteht. Qualitative, d. h. sozioökonomische Aspekte, wie die Eigentums- und
Leitungsstruktur, spielen bei der Darstellung des Mittelstands ebenso eine Rolle. Unternehmen,
die zu mehr als 25 Prozent im Eigentum einer Unternehmensgruppierung, z. B. einem Konzern,
stehen, werden nach EU-Definition nicht als KMU eingeordnet. Damit wird in dieser Definition
auch berücksichtigt, dass sich das Spezifikum mittelständischer Unternehmen nicht allein über
quantitative Abgrenzungsmerkmale identifizieren lässt.
Für die Mehrzahl mittelständischer Unternehmen gilt, dass sie zu den sogenannten Familienun-
ternehmen mit ihren typischen sozioökonomischen Aspekten gehören. Aus dieser Struktur heraus
entwickeln sich in mittelständischen Unternehmen – im Gegensatz zu Großunternehmen – per-
sönlichere Beziehungen zwischen Mitarbeitern und Führung, die sich nicht nur auf die Art der
Organisation und die Kompetenzaufteilung auswirken, sondern auch auf Entgeltstrukturen und
Marktstrategien.
2.2 Größe und Struktur der mittelständischen Wirtschaft im Freistaat Sachsen
Der Mittelstand spielt für die wirtschaftliche, regionale und gesellschaftliche Entwicklung eine
herausragende Rolle. Um diese Bedeutung zu verdeutlichen, werden in den folgenden Abschnit-
ten quantitative statistische Daten analysiert. Der Vergleich mit den neuen Bundesländern (inkl.
Berlin) und dem Bundesdurchschnitt sowie die Betrachtung der zeitlichen Entwicklung ermögli-
chen eine Standortbestimmung. Aufgrund der Revision der Mikrozensusdaten im Zuge des 2011
durchgeführten Zensus ist die Vergleichbarkeit mit den Daten vor 2011 eingeschränkt.
unternehmensgröße
anzahl an
Beschäftigten
umsatz oder Bilanzsumme
umsatz
Jahresbilanzsumme
kleinstunternehmen
1 bis 9
bis 2 Mio. Euro
bis 2 Mio. Euro
kleine unternehmen
10 bis 49
und
bis 10 Mio. Euro
bis 10 Mio. Euro
Mittlere unternehmen
50 bis 249
bis 50 Mio. Euro
bis 43 Mio. Euro
kMu zusammen
unter 250
bis 50 Mio. Euro
bis 43 Mio. Euro
tab. 1:
Empfehlung der Eu zur
klassifizierung von kMu
ab 01.01.2005
Quelle: Europäische Kommission (2006)

4 | Entwicklung des sächsischen Mittelstandes
2.2.1 Selbstständige im Freistaat Sachsen
Charakteristisch für den Mittelstand ist, dass Eigentum, Risiko, Haftung und Leitung eines Unter-
nehmens häufig in einer Hand liegen. Von den rund 4 Mio. Einwohnern im Freistaat Sachsen ha-
ben 2014 ca. 208.000 Menschen diese unternehmerische Selbstständigkeit gewählt, davon 69.000
Frauen (rund 33 Prozent). Im Vergleich zu 2011 ist die Zahl der Selbstständigen in den letzten
Jahren konstant geblieben. Der bisherige Höchststand liegt im Jahr 2006 (vgl. Abbildung 1).
Gewöhnlich übersteigt die Zahl der Selbstständigen deutlich die Zahl der Unternehmen laut Um-
satzsteuerstatistik. Dies kann mehrere Gründe haben. Zum einen sind in der Umsatzsteuersta-
tistik nur Unternehmen mit mehr als 17.500 Euro Jahresumsatz enthalten. Zum anderen ist der
Bereich der Land- und Forstwirtschaft in der Umsatzsteuerstatistik wegen seiner steuerlichen
Sonderbehandlung nicht komplett erfasst. Außerdem gibt es Teamgründungen, bei denen meh-
rere Selbstständige ein Unternehmen führen, etwa in Form einer Gesellschaft mit beschränkter
Haftung (GmbH).
Die Auswertungen des Mikrozensus zeigen, dass seit 2011 die Zahl der Frauen, die einer selbststän-
digen Erwerbstätigkeit nachgehen, nahezu unverändert blieb, während die Zahl der selbstständi-
gen Männer leicht um 1.000 Personen abgenommen hat. In den neuen Bundesländern insgesamt
hat die Selbstständigkeit von Frauen zugelegt (+2,4 Prozent), während die Zahl der insgesamt
Selbstständigen um -1,5 Prozent zurückging. Bundesweit kam es im Zeitraum 2011 bis 2014 da-
gegen sowohl zu einem Rückgang der insgesamt selbstständigen Personen (-2,4 Prozent) als auch
zu einem Rückgang der selbstständigen Frauen, der mit -0,7 Prozent allerdings geringer ausfiel.
abb. 1:
anzahl der Selbstständigen 2004 bis
2014 in Sachsen nach
Geschlecht
1
1
Angaben in Tausend. Ab 2011 Daten auf Basis
des Zensus vom 9. Mai 2011, Vergleichbarkeit mit
Vorjahren eingeschränkt.
Quelle: Statistisches Landesamt des Freistaates
Sachsen (o.J.a), Ergebnisse des Mikrozensus
1
abb. 2:
Selbstständigenquote
1
2004 bis 2014
in Sachsen nach Geschlecht
ab 2011 Daten auf Basis des Zensus vom 9. Mai 2011,
Vergleichbarkeit mit Vorjahren eingeschränkt
1
Selbstständigenquote = Anteil der Selbstständigen
an den Erwerbstätigen in Prozent
Quelle: Statistisches Landesamt Sachsen, Ergebnisse
des Mikrozensus
1
1 Der Mikrozensus ist eine repräsentative Haushaltsbefragung der amtlichen Statistik in Deutschland. Rund 830.000 Personen in etwa
370.000 privaten Haushalten und Gemeinschaftsunterkünften werden stellvertretend für die gesamte Bevölkerung zu ihren Lebensbe-
dingungen befragt. Dies ist ein Prozent der Bevölkerung, die nach einem festgelegten statistischen Zufallsverfahren ausgewählt werden
(vgl. Statistisches Bundesamt (2015a)).
250
200
150
50
100
2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014
192
133
58
215
147
68
217
146
71
212
142
70
202
137
65
210
144
66
210
142
68
208
139
69
213
140
73
211
140
72
208
138
69
insgesamt
Männer
Frauen
insgesamt
Männer
Frauen
14,1
10,8
6,9
15,0
11,7
7,9
14,6
11,6
8,2
13,8
11,1
7,9
13,3
10,4
7,2
14,0
10,9
7,3
13,7
10,8
7,5
13,8
10,9
7,7
13,9
11,3
8,3
13,8
11,1
8,0
13,5
10,8
7,6
10
15
5
2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014

Entwicklung des sächsischen Mittelstandes | 5
Abbildung 2 zeigt die Entwicklung der Selbstständigenquote, d. h. des prozentualen Anteils
der Selbstständigen an den Erwerbstätigen. Sie betrug 2014 im Freistaat Sachsen 10,8 Pro-
zent (Männer: 13,5 Prozent, Frauen 7,6 Prozent). Insgesamt ist eine moderate Erhöhung der
Selbstständigenquote seit 2008 zu beobachten. Im Zehnjahresvergleich ist die Quote insgesamt
allerdings konstant geblieben, wobei die Selbstständigenquote der Frauen leicht gestiegen ist,
während die Selbstständigenquote der Männer insgesamt abgenommen hat und um das Niveau
von 13,5 Prozent schwankt.
Im Vergleich zum Bundesdurchschnitt, der im Jahr 2014 eine Selbstständigenquote von 10,5
Prozent aufwies, fielen die Quoten von Sachsen (10,8 Prozent) und den neuen Bundesländern
(11,3 Prozent) höher aus (vgl. Abbildung 3). Der Einbruch der Selbstständigenquote in Sachsen
zwischen 2005 und 2008 und der Rückgang seit 2012 lässt sich dadurch erklären, dass die An-
zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten, die im Jahr 2014 einen Anteil von 75 Prozent
an allen Erwerbstätigen hatte, stärker gestiegen ist als das absolute Niveau der Selbstständi-
gen.
2
Der Rückgang der Selbstständigenquote weist aber auch darauf hin, dass die Gründungs-
intensität tendenziell antizyklisch verläuft und Möglichkeiten und Attraktivität abhängiger Be-
schäftigung mit wirtschaftlichem Aufschwung steigen.
Da dem Mikrozensus keine weitergehenden detaillierten Informationen über die mittelständi-
schen Unternehmen in Sachsen zu entnehmen sind, wird in den nachfolgenden Abschnitten auf
andere statistische Quellen wie die Umsatzsteuer-, die Handwerks- und die Außenhandelssta-
tistik zurückgegriffen.
abb. 3:
Selbstständigenquote
1
2004 bis 2014
in Sachsen, in den neuen Bundeslän-
dern mit Berlin und in Deutschland
ab 2011 Daten auf Basis des Zensus vom 9. Mai 2011,
Vergleichbarkeit mit Vorjahren eingeschränkt
1
Selbstständigenquote = Anteil der Selbstständigen
an den Erwerbstätigen in Prozent
Quelle: Statistisches Bundesamt (o.J.a), Statistisches
Landesamt des Freistaates Sachsen (o.J.a), Ergebnisse
des Mikrozensus
1
2 Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung ist zwischen 2005 und 2008 von 1,336 Mio. auf 1,412 Mio. und zwischen 2012 und
2014 von 1,475 Mio. auf 1,512 Mio. gestiegen. Vgl. Bundesagentur für Arbeit (o.J.).
3 Zu den Kriterien „Jahresbilanzsumme“ und/oder „wirtschaftliche Verflechtung“ der EU-Definition liegen in Deutschland keine umfas-
senden Informationen vor. In einer regionalwirtschaftlichen Betrachtung erfolgt die Abgrenzung des sächsischen Mittelstands anhand
des Hauptsitzes des Unternehmens, soweit die amtliche Statistik dazu Aussagen zulässt. Betriebe von Unternehmen mit Sitz in anderen
Bundesländern können daher bei der Auswertung der amtlichen Statistik nicht berücksichtigt werden.
4 Dabei handelt es sich um Unternehmen, die ihren Hauptsitz im Freistaat Sachsen haben. In dieser Zahl sind Organgesellschaften, die das
Kriterium der wirtschaftlichen Unabhängigkeit nicht erfüllen, nicht enthalten. Die Umsatzsteuerstatistik weist die Anzahl der steuer-
pflichtigen Unternehmen (ohne nicht umsatzsteuerpflichtige Berufsgruppen) ab der Untergrenze von 17.500 Euro Jahresumsatz aus.
Nicht berücksichtigt sind somit sehr kleine Unternehmen unter dieser Besteuerungsgrenze und bestimmte freiberuflich Tätige, die nicht
der Umsatzsteuerpflicht unterliegen.
Deutschland
Neue Bundesländer mit Berlin
Sachsen
10,8 10,8
10,7
11,7
11,6
11,2
11,6
11,6
11,3
11,1
10,9
11,2
10,4
10,7
11,3
10,9
10,9
11,3
10,8
10,9
11,7
10,9
10,9
11,7
11,3
11,0
11,5
11,1
10,7
11,3
10,8
10,5
12,0
11,5
11,0
10,0
10,5
2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014
11,1
2.2.2 anzahl der sächsischen unternehmen
Die amtliche Statistik
3
verzeichnete im Jahr 2013 insgesamt 150.174 im Freistaat Sachsen ansäs-
sige wirtschaftlich unabhängige Unternehmen mit steuerpflichtigen Jahresumsätzen.
4
Entspre-
chend des Kriteriums „Umsatz“ der EU-Mittelstandsdefinition gehören damit 99,9 Prozent aller
sächsischen Unternehmen zum Mittelstand.

6 | Entwicklung des sächsischen Mittelstandes
Auch wenn die Anzahl der Großunternehmen zwischen 2011 und 2013 um sechs Prozent (um
zwölf weitere Unternehmen auf 220) und seit 2008 sogar um 20 Prozent (um 36 Unternehmen)
gestiegen ist, stellen die Großunternehmen nach wie vor nur 0,1 Prozent aller Unternehmen dar
(vgl. Abbildung 4)
5
.
1.278 Unternehmen und damit 51 mehr als 2011 (155 mehr als 2008) zählen zu den mittleren
Unternehmen mit einem Jahresumsatz zwischen 10 und 50 Mio. Euro. Ihr Anteil an allen Unter-
nehmen hat sich leicht erhöht (+0,9 Prozent).
abb. 4:
unternehmen
1
2013
im Freistaat Sachsen
nach umsatz-
größenklassen
2
1
Nur umsatzsteuer-
pflichtige Unternehmen
mit mehr als 17.500 Euro
Jahresumsatz
2
Angaben in Euro
Quelle: Statistisches
Landesamt des Freistaates
Sachsen (o.J.b),
Umsatzsteuerstatistik
abb. 5:
kMu-anteil
1
an allen
unternehmen 2013
in Deutschland nach
Bundesländern
1
Anteil in Prozent
Quelle: Statistisches
Bundesamt
(o.J.b), Umsatzsteuer-
statistik
17.500 bis < 50.000
50.000 bis < 100.000
100.000 bis < 250.000
250.000 bis < 500.000
500.000 bis < 1 Mio.
1 Mio. bis < 2 Mio.
2 Mio. bis < 5 Mio.
5 Mio. bis < 10 Mio.
10 Mio. bis < 25 Mio.
25 Mio. bis < 50 Mio.
50 Mio. und mehr
00.
0
00
10.000 20.000 30.000 40.000 50.000
220
310
968
1.658
4.617
6.262
10.227
16.342
32.564
31.663
45.343
Baden-Württemberg
Bayern
Bremen
Hamburg
Hessen
Niedersachsen
Nordrhein-Westfalen
Rheinland-Pfalz
Saarland
Schleswig-Holstein
Berlin
Brandenburg
Mecklenburg-Vorp.
Sachsen
Sachsen-Anhalt
Thüringen
Deutschland
98,8 99,0 99,2 99,4 99,6 99,8 100,0
alte Bundesländer
neue Bundesländer
99,5
99,7
99,2
99,4
99,6
99,6
99,6
99,7
99,8
99,8
99,9
99,9
99,8
99,7
99,6
99,6
99,7
5 Vgl. Sächsisches Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr (2011), S. 8.

Entwicklung des sächsischen Mittelstandes | 7
Der Anteil der Kleinunternehmen mit einem Jahresumsatz von 2 bis 10 Mio. Euro betrug 4,2 Prozent
(6.275 Unternehmen) und hat sich seit 2011 um +0,1 Prozentpunkte (6.072 Unternehmen) und
seit 2008 um +0,4 Prozentpunkte (5.635 Unternehmen) erhöht. 142.401 und folglich der über-
wiegende Teil der sächsischen Unternehmen erzielte einen Jahresumsatz von weniger als 2 Mio.
Euro und wird damit als Kleinstunternehmen klassifiziert. Dies sind 94,8 Prozent aller im Freistaat
ansässigen Unternehmen. Die sächsische Wirtschaft weist damit eine ausgeprägte kleinteilige
Betriebsstruktur auf.
2013 waren die meisten Unternehmen in den NUTS-2-Regionen Dresden und Chemnitz angesie-
delt (vgl. Tabelle 2). Auf die Region Leipzig entfielen knapp ein Viertel aller sächsischen Unterneh-
men. Die Anzahl der sächsischen Großunternehmen, die unabhängig von einem Konzern sind, war
mit 89 in der Region Dresden etwas höher als in Chemnitz mit 76 Großunternehmen. Ähnlich war
das Verhältnis zwischen Dresden und Chemnitz bei den Kleinstunternehmen (54.956 bzw. 52.887
Unternehmen). Kleine und mittlere Unternehmen mit einem Jahresumsatz zwischen 2 und 50 Mio.
Euro sind hingegen in der Region Chemnitz häufiger zu finden (3.110 Unternehmen). Ebenfalls in
der Region Chemnitz sind mit 2.551 Unternehmen annähernd doppelt so viele Kleinunternehmen
angesiedelt wie in der Region Leipzig mit 1.398 Unternehmen.
unternehmen
1
Größenklasse
lieferungen und leistungen
von ... bis unter … Euro
anzahl
Vertikalstruktur
in Prozent
anteil der jew.
Größenklassse an
Sachsen in Prozent
nutS-2-Region leipzig
17.500 – 2 Mio.
34.558
95,3
24,3
2 Mio. – 10 Mio.
1.398
3,8
22,3
10 Mio. – 50 Mio.
240
0,7
18,8
50 Mio. und mehr
55
0,2
25,0
Insgesamt
36.251
100
24,1
nutS-2-Region Dresden
17.500 – 2 Mio.
54.956
95,0
38,6
2 Mio. – 10 Mio.
2.326
4,0
37,1
10 Mio. – 50 Mio.
479
0,8
37,5
50 Mio. und mehr
89
0,2
40,5
Insgesamt
57.850
100
38,5
nutS-2-Region Chemnitz
17.500 – 2 Mio.
52.887
94,3
37,1
2 Mio. – 10 Mio.
2.551
4,5
40,7
10 Mio. – 50 Mio.
559
1,0
43,7
50 Mio. und mehr
76
0,1
34,5
Insgesamt
56.073
100
37,3
Sachsen insgesamt
17.500 – 2 Mio.
142.401
94,8
100
2 Mio. – 10 Mio.
6.275
4,2
100
10 Mio. – 50 Mio.
1.278
0,9
100
50 Mio. und mehr
220
0,1
100
Insgesamt
150.174
100
100
tab. 2:
unternehmen 2013 in
Sachsen nach nutS-2-Regionen
und umsatzgrößenklassen
1
Nur umsatzsteuerpflichtige Unternehmen mit
mehr als 17.500 Euro Jahresumsatz
Abweichungen der Summen von den Einzelwerten
rundungsbedingt
Quelle: Statistisches Landesamt des Freistaates
Sachsen (o.J.b), Umsatzsteuerstatistik-Voranmel-
dungen 2013

8 | Entwicklung des sächsischen Mittelstandes
Abbildung 6 stellt die indizierte Entwicklung der Unternehmensanzahl zwischen 2004 und 2013
für Sachsen, die neuen Bundesländer und Deutschland insgesamt dar.
In allen drei Vergleichsregionen ist zwischen 2004 und 2008 ein stetiger Anstieg zu erkennen,
wobei die Anzahl sächsischer Unternehmen etwas stärker stieg als der Bundesdurchschnitt, aller-
dings nicht in dem Maße, wie in den neuen Bundesländern insgesamt. Die Finanz- und Wirt-
schaftskrise unterbrach diesen Wachstumstrend. Die Wirtschaft konnte in allen drei Vergleichs-
regionen jedoch zeitnah erneut an die ursprüngliche Entwicklung anschließen. 2013 gab es in
Sachsen 10,4 Prozent mehr Unternehmen als 2004 (Deutschland: +9,7 Prozent; neue Bundeslän-
der: +12,8 Prozent). Der krisenbedingte Einbruch im Jahr 2009 konnte bereits 2011 ausgeglichen
und um 0,6 Prozentpunkte übertroffen werden.
2.2.3 umsatz sächsischer unternehmen
Alle im Freistaat Sachsen ansässigen, wirtschaftlich unabhängigen Unternehmen erzielten im
Jahr 2013 einen steuerpflichtigen Umsatz von insgesamt 122,2 Mrd. Euro. Dies entspricht einer
Steigerung um 3,4 Prozent gegenüber 2011 und um 3,7 Prozent gegenüber 2008. Mit einem Um-
satz von 82,0 Mrd. Euro im Jahr 2013 trug der sächsische Mittelstand 67,1 Prozent zum Gesamt-
umsatz bei (vgl. Abbildung 7). Auf Kleinstunternehmen und damit annähernd 95 Prozent aller
sächsischen Unternehmen entfielen 25,1 Prozent (30,6 Mrd. Euro) im Jahr 2013 (vgl. Tabelle 2).
Das heißt rund fünf Prozent aller im Freistaat Sachsen ansässigen Unternehmen erwirtschafteten
ca. 75 Prozent aller steuerpflichtigen Umsätze.
Der Umsatzanteil der mittelständischen Unternehmen in Sachsen stieg zwischen 2011 und 2013
von 66,7 Prozent auf 67,1 Prozent.
6
Die Umsatzsteigerungen betrafen alle KMU-Umsatzgrößen-
klassen. Der Umsatzanteil der Kleinstunternehmen ist trotz höherer Anzahl an Kleinstunterneh-
men im Freistaat Sachsen mit -0,4 Prozentpunkten jedoch leicht rückläufig. Der Umsatz der
Großunternehmen stieg zwischen 2011 und 2013 von 39,3 Mrd. Euro auf 40,3 Mrd. Euro. Auch ihr
Umsatzanteil sank aber von 33,2 Prozent im Jahr 2011 auf 32,9 Prozent im Jahr 2013. Damit tru-
gen die kleinen und mittleren Unternehmen am stärksten zum Umsatzwachstum bei. Es existiert
zugleich ein deutlicher struktureller Unterschied Sachsens im Bundesvergleich. Deutschlandweit
erwirtschaften die KMU nach Angaben des Instituts für Mittelstandsforschung Bonn (IfM) einen
Anteil von 36,9 Prozent des Gesamtumsatzes – in Sachsen aber 67,1 Prozent.
7
abb. 6:
Entwicklung der anzahl
der unternehmen in Sachsen
im Vergleich
Entwicklung der umsatzsteuerpflichtigen
Unternehmen; Stand 2004 = 100
Quelle: Statistisches Bundesamt (o.J.b),
eigene Berechnungen
6 Vgl. Sächsisches Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr (2013), S. 11.
7 Vgl. Institut für Mittelstandsforschung Bonn (o.J.), Umsatz von umsatzsteuerpflichtigen Unternehmen 2012.
Deutschland
Neue Bundesländer mit Berlin
Sachsen
2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013
114
112
110
104
106
102
108
100
100
106,3
103,4
104,8
102,7
105,8
103,1
110,2
108,5
108,3
107,0
108,7
107,9
109,6
109,3
111,1
112,5
112,8
110,7
110,4
109,9
109,7
109,0
107,5
107,8
107,1
106,0
106,2

Entwicklung des sächsischen Mittelstandes | 9
Die Unternehmensgrößenstruktur bezogen auf KMU und Großunternehmen unterschied sich
2013 im Freistaat Sachsen unwesentlich von derjenigen in den anderen neuen Bundesländern mit
Ausnahme von Berlin (vgl. Abbildung 8).
Bei differenzierter Betrachtung nach sächsischen NUTS-2-Regionen zeigt sich, dass 2013 in der
Region Leipzig 55,2 Prozent der Umsätze durch KMU erzielt wurden (vgl. Tabelle 3). Der KMU-
Umsatzanteil lag damit 4,3 Prozentpunkte unter dem Niveau von 2011 (59,5 Prozent). In den
Regionen Chemnitz und Dresden war der KMU-Umsatzanteil größer als in Leipzig (73,2 Prozent
bzw. 69,3 Prozent). Dies ist auf die höhere Zahl von KMU in den Regionen Dresden und Chemnitz,
aber auch darauf zurückzuführen, dass die Region Leipzig im Verhältnis weniger Kleinunterneh-
men aufweist als Chemnitz oder Dresden. Allerdings hat die Region Leipzig unter den sächsischen
Regionen mit 95,3 Prozent den höchsten Anteil an Kleinstunternehmen (Dresden: 95,0 Prozent;
Chemnitz: 94,3 Prozent), die mit 23,7 Prozent gleichzeitig den geringsten Umsatzanteil in dieser
Größenklasse erwirtschaften (Dresden: 38,4 Prozent; Chemnitz: 37,9 Prozent). Die Kleinstunter-
abb. 7:
umsatz
1
der unter-
nehmen 2013 im
Freistaat Sachsen
nach umsatzgrößen-
klassen
1
Ohne Umsatzsteuer und
nur umsatzsteuerpflichtige
Unternehmen mit mehr als
17.500 Euro Jahresumsatz;
Angaben in Mrd. Euro.
Abweichungen zu Tab. 7
rundungsbedingt. Quelle:
Statistisches Landesamt des
Freistaates Sachsen (o.J.b)
abb. 8:
kMu-umsatzanteil
1
am Gesamtumsatz
2013 in Deutschland
nach Bundesländern
1
Anteil in Prozent
Quelle: Statistisches
Bundesamt (o.J.b)
17.500 bis < 50.000
50.000 bis < 100.000
100.000 bis < 250.000
250.000 bis < 500.000
500.000 bis < 1 Mio.
1 Mio. bis < 2 Mio.
2 Mio. bis < 5 Mio.
5 Mio. bis < 10 Mio.
10 Mio. bis < 25 Mio.
25 Mio. bis < 50 Mio.
50 Mio. und mehr
0
0
5 10 15 20 25 30 35 40 45
40,3
10,7
14,8
11,6
14,2
8,8
7,2
5,8
5,2
2,3
1,5
Baden-Württemberg
Bayern
Bremen
Hamburg
Hessen
Niedersachsen
Nordrhein-Westfalen
Rheinland-Pfalz
Saarland
Schleswig-Holstein
Berlin
Brandenburg
Mecklenburg-Vorp.
Sachsen
Sachsen-Anhalt
Thüringen
Deutschland
alte Bundesländer
neue Bundesländer
0
0
10 20 30 40 50 60 70 80
33,2
39,2
32,3
16,6
35,5
37,8
34,4
43,8
36,4
61,6
72,3
67,1
60,6
77,3
36,9
36,6
47,0

10 | Entwicklung des sächsischen Mittelstandes
nehmen in der Region Chemnitz erreichten mit 219.500 Euro je Unternehmen die höchste Um-
satzproduktivität. Die Kleinstunternehmen in der Region Dresden erwirtschafteten 213.978 Euro
je Unternehmen und in der Region Leipzig 210.157 Euro je Unternehmen. Zwischen 2011 und 2013
wuchsen die Umsätze in allen Unternehmensgrößenklassen in den Regionen Leipzig, Dresden und
Chemnitz, mit Ausnahme der Großunternehmen in der Region Dresden.
Abbildung 9 veranschaulicht die Entwicklung des Umsatzes der Unternehmen in Sachsen im Ver-
gleich zu Deutschland und den neuen Bundesländern mit Berlin. Nach der Rezession infolge der
Finanz- und Wirtschaftskrise hat ab 2009 ein deutlicher Erholungsprozess eingesetzt. Bereits
2011 überstieg der Umsatz das Niveau von 2008. Seitdem verlief die Entwicklung in Sachsen
sogar etwas günstiger als im Bundesdurchschnitt.
tab. 3:
umsatz der unternehmen 2013 in
Sachsen nach nutS-2-Regionen
1
Ohne Umsatzsteuer
2
Nur umsatzsteuerpflichtige Unternehmen mit
mehr als 17.500 Euro Jahresumsatz
Abweichungen der Summen von den Einzelwerten
rundungsbedingt
Quelle: Statistisches Landesamt des Freistaates
Sachsen (o.J.b)
umsatz
1
der unternehmen
2
Größenklasse
lieferungen und leistungen
von ... bis unter … Euro
in 1.000 Euro
Vertikalstruktur
in Prozent
anteil der jew.
Größenklassse an
Sachsen in Prozent
nutS-2-Region leipzig
17.500 – 2 Mio.
7.262.639
22,7
23,7
2 Mio. – 10 Mio.
5.592.126
17,5
21,7
10 Mio. – 50 Mio.
4.804.448
15,0
18,8
50 Mio. und mehr
14.356.095
44,8
35,7
insgesamt
32.015.308
100
26,2
nutS-2-Region Dresden
17.500 – 2 Mio.
11.759.365
26,3
38,4
2 Mio. – 10 Mio.
9.635.250
21,5
37,4
10 Mio. – 50 Mio.
9.611.082
21,5
37,6
50 Mio. und mehr
13.754.772
30,7
34,2
insgesamt
44.760.469
100
36,6
nutS-2-Region Chemnitz
17.500 – 2 Mio.
11.608.693
25,5
37,9
2 Mio. – 10 Mio.
10.563.520
23,2
41,0
10 Mio. – 50 Mio.
11.115.041
24,5
43,5
50 Mio. und mehr
12.155.017
26,7
30,2
insgesamt
45.442.273
100
37,2
Sachsen insgesamt
17.500 – 2 Mio.
30.630.698
25,1
100
2 Mio. – 10 Mio.
25.790.897
21,1
100
10 Mio. – 50 Mio.
25.530.571
20,9
100
50 Mio. und mehr
40.265.885
32,9
100
insgesamt
122.218.050
100
100

Entwicklung des sächsischen Mittelstandes | 11
abb. 9:
Entwicklung des umsatzes
der unternehmen in Sachsen
im Vergleich
Entwicklung des Umsatzes der umsatz-
steuerpflichtigen Unternehmen;
Stand 2004 = 100
Quelle: Statistisches Bundesamt (o.J.b),
eigene Berechnungen
abb. 10:
Verteilung der Betriebe
1
2014
im Freistaat Sachsen nach Beschäf-
tigtengrößenklassen, in Prozent
Stand: 30.06.2014
1
Nur Betriebe mit sozialversicherungspflichtig
Beschäftigten
Quelle: Bundesagentur für Arbeit (o.J.)
Deutschland
Neue Bundesländer mit Berlin
Sachsen
2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013
160
150
120
130
110
140
100
100
118,2
106,2
113,4
104,0
116,1
105,1
132,8
122,5
120,6
130,8
112,7
124,2
133,5
118,7
129,3
139,3
122,6
143,1
148,8
137,2
138,1
132,3
132,6
132,7
121,5
124,5
118,4
2.3 Mittelstand als arbeitgeber
Für aktuelle, nach Betriebsgrößenklassen differenzierte Beschäftigungszahlen wird auf die Da-
ten der Bundesagentur für Arbeit (BA) zurückgegriffen. Diese liefern Angaben zu Betrieben mit
mindestens einem sozialversicherungspflichtig (sv-) Beschäftigten. Nicht berücksichtigt sind
selbstständige Ein-Personen-Unternehmen und Unternehmen mit ausschließlich nicht versicher-
ten Mitarbeitern.
8
Im Freistaat Sachsen hatten im Juni 2014 113.819 Betriebe weniger als 250 Beschäftigte (vgl.
Abbildung 10). Der Anteil von KMU an allen Betrieben mit sv-Beschäftigten hat sich seit 2009
von 99,6 Prozent auf 99,4 Prozent im Jahr 2014 leicht verringert. Die Anzahl der Großbetriebe
mit über 250 Beschäftigten ist dagegen zwischen 2009 und 2014 um 30 Prozent von 492 (An-
teil: 0,4 Prozent) auf 639 (Anteil: 0,6 Prozent aller Betriebe) gestiegen. Rund 90.000 Betriebe
beschäftigten im Jahr 2014 weniger als zehn sv-Angestellte.
8 Die Beschäftigungsstatistik der BA beruht auf Meldungen der Arbeitgeber, die diese für ihre sv-Beschäftigten gemäß Datenerfas-
sungs- und Datenübermittlungsverordnung bei den Krankenkassen als zuständige Sozialversicherungseinrichtungen einzureichen
haben. Die Statistik erfasst die Arbeitnehmer am Arbeitsort. Da diese Statistik nur Betriebe, d. h. örtliche Einheiten, nicht jedoch
Unternehmen als rechtliche Einheiten erfasst, dürfte sie in stark filialisierten Bereichen, wie z. B. dem Handel, nur ein unzureichendes
Bild der Größenstruktur der Unternehmen widergeben. Beispielsweise kann eine Bäckerei aus vielen kleinen Filialbetrieben bestehen,
aber selbst ein mittleres Unternehmen darstellen.
anzahl der Beschäftigten
1 – 5
6 – 9
10 – 19
20 – 49
50 – 249
250 – 499
500 und mehr
Gesamtzahl der Betriebe:
114.458
hiervon: Betriebe mit 1 bis 9 Beschäftigten:
89.967
Betriebe mit 10 bis 49 Beschäftigten:
19.151
Betriebe mit 50 bis 249 Beschäftigten:
4.701
Betriebe mit 250 und mehr Beschäftigten:
639
12,0
9,8
7,0
4,1
0,4 0,2
66,6

12 | Entwicklung des sächsischen Mittelstandes
Insgesamt befanden sich 2014 in Sachsen 1,511 Mio. Beschäftigte in einem sv-Arbeitsverhältnis,
davon rund 1,125 Mio. Arbeitnehmer in KMU (vgl. Abbildung 11). Die Zahl der Erwerbstätigen
insgesamt lag bei 2,022 Mio. Menschen. Gegenüber 2012 stieg der Anteil der sv-Beschäftigten
um +4,0 Prozent (+57.684 sv-Beschäftigte).
Der Beschäftigungsaufbau wird vor allem durch den Zuwachs an Beschäftigten in Großbetrieben
deutlich. Betriebe mit 250 und mehr Beschäftigten wuchsen seit 2012 mit +5,7 Prozent (+20.750
sv-Beschäftigte) überdurchschnittlich. Im Vergleich zu 2009 erhöhte sich die Anzahl der Be-
schäftigten in diesen Betrieben sogar um +15,9 Prozent (+53.099 Personen). Am zweitstärksten
wuchsen Betriebe mit 50 bis 249 Beschäftigten (+2,2 Prozent bzw. +10.083 Beschäftigte gegen-
über 2012). Die Mitarbeiterzahl in Kleinstunternehmen mit bis zu neun Mitarbeitern blieb mit
einem kaum messbaren Rückgang von -0,3 Prozent (-834) nahezu konstant.
Rund 43,7 Prozent des Gesamtzuwachses der sv-Beschäftigung sind schließlich auf KMU zurück-
zuführen. Der Anteil der Beschäftigten in KMU an allen sv-Beschäftigten sank im Vergleich zu
2012 von 75,2 auf nunmehr 74,4 Prozent. Gleichzeitig stieg der Anteil der Beschäftigten in Groß-
unternehmen von 24,8 Prozent (2012) auf 25,6 Prozent (2014). Trotz dieser leichten Verschiebun-
gen sind KMU nach wie vor die größten Arbeitgeber in Sachsen. Knapp ein Drittel aller Beschäf-
tigten ist in Betrieben mit 50 bis 249 Mitarbeiter, der anteilig größten Beschäftigungsklasse, tätig.
Die Unternehmenslandschaft der sächsischen Wirtschaft weist dennoch in stärkerem Maße als
die neuen Bundesländer (72,9 Prozent) und deutlich stärker im Vergleich zu Bundesdurchschnitt
(67,5 Prozent) eine mittelständisch geprägte Beschäftigungsstruktur auf (vgl. Abbildung 12).
abb. 11:
Verteilung der sv-Beschäftigten in
Betrieben
1
2014 im Freistaat Sachsen
nach Beschäftigtengrößenklassen,
in Prozent – Stand: 30.06.2014
1
Nur Betriebe mit sozialversicherungspflichtig
Beschäftigten
Quelle: Bundesagentur für Arbeit (o.J.)
abb. 12:
anteil der kleinen
und mittleren Betriebe
1
und ihrer sozial-
versicherungspflichtig
Beschäftigten
1
Betriebe mit mindestens 1, aber
weniger als 250 sv-Beschäftigten;
Angaben in Prozent
Quelle: Bundesagentur für Arbeit (o.J.)
anzahl der Beschäftigten
1 – 5
6 – 9
10 – 19
20 – 49
50 – 249
250 – 499
500 und mehr
Gesamtzahl der sv-Beschäftigten:
1.511.499
hiervon: sv-Beschäftigte in Betrieben mit 1 bis 9 Beschäftigten:
267.421
sv-Beschäftigte in Betrieben mit 10 bis 49 Beschäftigten:
394.382
sv-Beschäftigte in Betrieben mit 50 bis 249 Beschäftigten:
462.986
sv-Beschäftigte in Betrieben mit 250 und mehr Beschäftigten:
386.710
30,6
9,7
15,9
11,1
6,6
10,0
16,1
Betriebe
Beschäftigte
0 20 40 60 80 100
Deutschland
Neue Bundesländer
mit Berlin
Sachsen
99,3
67,5
99,4
72,9
99,4
74,4

Entwicklung des sächsischen Mittelstandes | 13
Auch die durchschnittliche Anzahl der sv-Beschäftigten je Betrieb hat sich erhöht. Zwischen
2008 und 2014 stieg der Durchschnittswert sowohl in Sachsen als auch in den neuen Bun-
desländern und in Deutschland insgesamt. In Sachsen blieb der Abstand gegenüber dem bun-
desweiten Durchschnitt in etwa konstant, während er sich zu den neuen Bundesländern etwas
vergrößerte. Die durchschnittliche Anzahl an Beschäftigten lag jedoch weiterhin deutlich unter
dem Bundesdurchschnitt. So waren 2014 im Freistaat durchschnittlich 13,2 Beschäftigte pro
Betrieb angestellt, während im Bundesdurchschnitt 14,1 Mitarbeiter pro Betrieb beschäftigt wa-
ren (vgl. Abbildung 13).
Abbildung 14 stellt die Entwicklung der Anzahl der sv-Beschäftigten nach Betriebsgröße in den
Jahren 2004 bis 2014 dar. Innerhalb dieses Jahrzehnts ist es in Sachsen gelungen, rund 143.000
sv-Arbeitsplätze (netto
)9
zu schaffen. Der leichte Rückgang der Beschäftigtenzahlen aufgrund
der Wirtschafts- und Finanzkrise konnte bereits 2010 ausgeglichen werden. Seitdem wächst
die Beschäftigung sowohl in KMU mit zehn und mehr Beschäftigten als auch in Großunter-
nehmen stetig. Insgesamt waren 2014 rund 1,125 Mio. Menschen in sv-Arbeitsverhältnissen
im sächsischen Mittelstand beschäftigt. Dies entspricht einem Anteil von 74,4 Prozent an allen
sv-Beschäftigten im Freistaat.
abb. 13:
Durchschnittliche anzahl der
sv-Beschäftigten in Betrieben
1
2008
bis 2014 im Freistaat Sachsen, in den
neuen Bundesländern mit Berlin und in
Deutschland – Stand 30.6. des Jahres
1 Nur Betriebe mit sozialversicherungspflichtig
Beschäftigten
Quelle: Bundesagentur für Arbeit (o.J.)
abb. 14:
Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte
in Sachsen nach Betriebsgröße
1
1 jeweils zum 30.06. des Jahres
Quelle: Bundesagentur für Arbeit (o.J.),
eigene Berechnungen
Deutschland
Neue Bundesländer mit Berlin
Sachsen
in Betrieben mit weniger
als 250 sv-Beschäftigten
in Betrieben mit 250 und
mehr sv-Beschäftigten
9 Die Bestandsdaten zu einem Stichtag erlauben nur eine Nettobetrachtung der Beschäftigungsentwicklung. Es ist keine Aussage
darüber möglich, wie viele sv-Beschäftigungsverhältnisse insgesamt neu geschaffen wurden und gleichzeitig auch verloren gingen
(Brutto-Prinzip).
2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014
1.500.000
1.300.000
1.100.000
900.000
700.000
500.000
300.000
31 1.474
301.779
312.773
321.994
332.942
333.61 1
342.387
351.583
365.960
375.861
386.710
2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014
12,0
12,5
13,0
13,5
14,0
14,5
12,4
12,3
13,3
13,4
13,6
13,8
13,9
14,1
13,2
13,0
13,0
12,8
12,8
12,7
12,6
12,4
13,3
12,2
12,4
12,6
12,4

14 | Entwicklung des sächsischen Mittelstandes
Das Wachstum in sächsischen Unternehmen verursachte sowohl in KMU als auch in den Groß-
unternehmen eine erhöhte Nachfrage nach qualifizierten Arbeitskräften. Dies spiegelte sich in
dem kontinuierlich steigenden Fachkräftebedarf in Sachsen zwischen 2005 und 2008 wider. Nach
einem Rückgang des Fachkräftebedarfs im Zuge der Wirtschaftskrise 2009 lag der betriebliche
Bedarf an Fachkräften im 1. Halbjahr 2014 auf dem bisherigen Höchststand von 124.000 unbe-
setzten Stellen (vgl. Abbildung 15).
Laut IAB-Betriebspanel ist zwischen 2005 und 2014 die Nichtbesetzungsquote für Fachkräfte
in Sachsen von 8,0 Prozent auf 27 Prozent gestiegen. Damit lag diese auf dem Niveau der alten
Bundesländer und 1,0 Prozentpunkte über der Nichtbesetzungsquote der neuen Bundeslän-
der. Differenziert nach Betriebsgrößenklassen ist festzustellen, dass die Gewinnung von quali-
fiziertem Personal vor allem für KMU eine Herausforderung darstellt (vgl. Abbildung 16). 2014
befürchteten 79 Prozent aller sächsischen Betriebe, Probleme bei der Besetzung ihrer Fach-
kräftestellen zu haben. Das waren zwölf Prozentpunkte mehr als 2011 und 3,0 Prozentpunkte
mehr als im gleichen Zeitraum in den Betrieben in den alten Bundesländern. Nur in den neuen
Bundesländern insgesamt war die Befürchtung mit 82 Prozent noch etwas höher als in Sachsen.
Demgegenüber zeigt sich für den Hochschulbereich, dass der Freistaat Sachsen per Saldo quali-
fizierte Absolventen aller Fächergruppen an andere Bundesländer verliert, indem diese dort eine
erste Berufstätigkeit aufnehmen (vgl. auch 2.6.3).
10
Um den zunehmenden Fachkräfteengpäs-
sen zu begegnen, reagieren immer mehr Unternehmen mit unterschiedlichen Instrumenten und
Strategien zur Qualitätssteigerung und Verbesserung der Attraktivität von Arbeitsplätzen. So
hat sich seit 2011 die Bereitschaft sächsischer Betriebe, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf
zu verbessern und höhere Löhne zu zahlen, inzwischen deutlich erhöht.
11
Differenziert nach Be-
triebsgrößenklassen ist festzustellen, dass die Gewinnung von qualifiziertem Personal vor allem
für KMU eine Herausforderung darstellt (vgl. Abbildung 16).
abb. 15:
Fachkräftebedarf in Sachsen
2005 bis 2014 (jeweils 1. halbjahr)
in 1.000 Personen
Quelle: SÖSTRA GmbH (o.J.). Für das nicht ausgewi-
esene Jahr 2006 wurden die Daten im IAB-Betrieb-
spanel nicht erhoben.
abb. 16:
nichtbesetzungsquote
1
der Fachkräftestellen
im 1. halbjahr 2014
nach Betriebsgrößen-
klassen
1
Anteil der nicht besetzten
Stellen für Fachkräfte an allen
für Fachkräfte angebotenen
Arbeitsplätzen (vollzogene
Einstellungen plus nicht
besetzte Stellen) in Prozent.
Quelle: SÖSTRA GmbH (2015)
0
20
40
60
80
70
85
95
81
91
104
113
101
124
100
120
140
2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014
10 STUDITEMPS GmbH (2015).
11 Vgl. SÖSTRA GmbH (2015).
0
0
0
5 10 15 20 25 30 35 40 45
1 bis 9 Beschäftigte
10 bis 49 Beschäftigte
50 bis 249 Beschäftigte
ab 250 Beschäftigte
Insgesamt
41
26
24
9
27

Entwicklung des sächsischen Mittelstandes | 15
Neben dem Angebot von qualifizierten Fachkräften ist die Produktivität dieser Arbeitskräfte am
Standort Sachsen für den Erfolg mittelständischer Unternehmen entscheidend. Zur Messung der
Produktivität stehen unterschiedliche Indikatoren zur Verfügung. Mangels aktueller Daten zu
Umsätzen nach Branchen stellt Abbildung 17 im Gegensatz zum Mittelstandsbericht 2011/2012
die Bruttowertschöpfung in jeweiligen Preisen je Erwerbstätigen dar. Die Bruttowertschöpfung
hat zudem gegenüber der Darstellung des Umsatzes den Vorteil, dass Vorleistungen herausge-
rechnet sind und somit eine bessere Vergleichbarkeit der Produktivität im engeren Sinne zwischen
Branchen mit variierenden Vorleistungsquoten gegeben ist.
Im Jahr 2014 wurde in Sachsen nach Berechnungen des Arbeitskreises Volkswirtschaftliche Ge-
samtrechnungen der Länder eine Bruttowertschöpfung von durchschnittlich 48.341 Euro je Er-
werbstätigen erwirtschaftet. Dies entspricht 76,4 Prozent des Niveaus der alten Bundesländer
(vgl. Abbildung 17). Absolut ist die Produktivität im Freistaat seit 2005 um rund 8.200 Euro je
Erwerbstätigen gestiegen. Der Abstand zum Niveau der alten Bundesländer konnte im gleichen
Zeitraum um 3,4 Prozentpunkte reduziert werden. Die Höhe der Wertschöpfungsproduktivität
fällt dabei differenziert nach Branchen aus. Für 2014 lagen Werte für das Verarbeitende Gewerbe,
das Baugewerbe und die Dienstleistungsbereiche insgesamt vor. Die höchste Bruttowertschöp-
fung je Erwerbstätigen wurde 2014 in Sachsen im Verarbeitenden Gewerbe mit 51.803 Euro er-
zielt. Dem folgten der Dienstleistungsbereich (45.429 Euro) und das Baugewerbe (44.603 Euro).
Da das Verarbeitende Gewerbe in den alten Bundesländern eine noch höhere Produktivität er-
zielte, war der Produktivitätsabstand Sachsens in diesem Wirtschaftsabschnitt am größten. Hier
wirkten sich die erläuterten betriebsgrößenbedingten Defizite am stärksten aus.
Um Aussagen über die Produktivität nach Betriebsgröße treffen zu können, wird im Folgenden
auf die Umsatzproduktivität als Indikator zurückgegriffen.
Das Produktivitätsniveau erhöhte sich sowohl in Sachsen als auch in den alten Bundesländern
tendenziell mit zunehmender Betriebsgröße. Dabei erreichte der Umsatz je Vollzeitbeschäftigten
in den sächsischen Betrieben mit maximal 9 Beschäftigten nur etwa die Hälfte des Werts großer
Betriebe mit 250 und mehr Beschäftigten. In den alten Bundesländern waren die Unterschiede in
den Produktivitätsniveaus nach der Größe des Betriebs ebenfalls erheblich. In sächsischen Betrie-
ben mit 10 bis 49 Beschäftigten sowie mit 250 und mehr Beschäftigten war die Umsatzproduk-
tivität gegenüber anderen Betriebsgrößenklassen und im Vergleich zu den alten Bundesländern
am höchsten (jeweils 75 Prozent). Die Angleichungsquoten beider Betriebsgrößenklassen lagen
deutlich über dem Durchschnitt aller Betriebe (65 Prozent). Demgegenüber fielen die Produktivi-
tätsunterschiede zwischen den sächsischen und den Betrieben in den alten Bundesländern bei al-
len anderen Betriebsgrößen deutlich höher aus. Derzeit besteht der größte Produktivitätsabstand
bei mittleren Betrieben (vgl. Abbildung 18).
abb. 17:
Produktivität (Bruttowertschöpfung
in jeweiligen Preisen in Euro je
Erwerbstätigen) in Sachsen und in
den alten Bundesländern nach
ausgewählten Bereichen 2014
Quelle: Statistische Ämter des Bundes und der Länder,
Arbeitskreis Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung der
Länder (o.J.)
Alte Bundesländer
Sachsen
Sachsen (alte Bundesländer = 100)
100.000
75.000
50.000
25.000
0
Dienstleistungen
Baugewerbe
Verarbeitendes Gewerbe
insgesamt
(WZ G-T)
(WZ F)
(WZ C)
(WZ A-T)
100
75
50
25
0
Bruttowertschöpfung je Erwerbstätigen in Euro
alte Bundesländer = 100
77,7
45.429
44.603
51.803
48.341
58.480
53.287
81.201
63.250
83,7
63,8
76,4

16 | Entwicklung des sächsischen Mittelstandes
abb. 18:
umsatzproduktivität umsatz je
Vollzeitäquivalent; VZä) in Sachsen
und den alten Bundesländern nach
Betriebsgrößenklassen 2014
in 1.000 Euro
Quelle: SÖSTRA GmbH (2015)
1 bis 9
10 bis 49
50 bis 249
ab 250
Insgesamt
0
0
0
50 100 150 200 250 300
Umsatz je VZÄ in Sachsen
im Vergleich zu den
alten Bundesländern
70 %
75 %
59 %
75 %
65 %
137
95
169
128
204
122
274
205
203
132
2.4 Mittelstand als ausbilder
Der sächsische Ausbildungsstellenmarkt hat sich in den vergangenen zehn Jahren radikal ge-
wandelt.
12
Während es 2004 noch deutlich mehr Bewerber als Ausbildungsstellen gab, übersteigt
seit 2008 das Angebot an Lehrstellen die Nachfrage. Seit 2008 ist die jährliche Nachfrage nach
Lehrstellen, unter anderem durch den Rückgang der Schulabgängerzahlen, deutlich rückläufig
(vgl. Tabelle 4). Seit 2012 stieg die Zahl der Schulabgänger zwar leicht an, die Nachfrage nach
Lehrstellen sank jedoch weiter. Der Rückgang der angebotenen Stellen durch Unternehmen hat
sich 2014 nicht weiter fortgesetzt. Die Zahl der unbesetzten Stellen hat sich seit 2010 mehr als
verdoppelt. Im Jahr 2014 konnten 749 Bewerber nicht vermittelt und 1.541 Stellen nicht besetzt
werden. Bezogen auf die Nachfrage nach Lehrstellen entspricht dies einem Anteil bei den nicht
vermittelten Bewerbern von 4,0 Prozent. 7,9 Prozent der angebotenen Lehrstellen konnten nicht
besetzt werden. Während sich die Situation für die Jugendlichen verbessert hat, haben die Be-
triebe zunehmend Schwierigkeiten, freie Ausbildungsplätze zu besetzen. 2012 und 2013 betraf
dies 46 Prozent der Betriebe, 2014 stieg der Anteil auf 51 Prozent.
13
Zusätzlich zu dem insgesamt
rückläufigen Auszubildendenpool spiegelt sich hier auch die zunehmende räumliche und fachli-
che Disparität von Angebot und Nachfrage auf dem Ausbildungsmarkt wider.
14
Betrachtet man nur die im Jahr 2014 neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge in Sachsen
(18.075), so entfielen rund 62 Prozent auf den Bereich der Industrie und des Handels. Gut 26
Prozent der Auszubildenden absolvierten eine Ausbildung im Handwerk und 4,7 Prozent in den
Freien Berufen (vgl. Tabelle 5).
12 Als Auszubildende werden alle sv-Beschäftigte in Ausbildung gezählt, die der BA über die Personengruppenschlüssel 102 und 141
gemeldet wurden. Dies sind in der Regel Auszubildende, deren Ausbildungsverhältnis den Bestimmungen des Berufsbildungsge-
setzes (BBiG) unterliegt. Aufgrund relativ weit gefasster Zuordnungskriterien enthalten die Arbeitgebermeldungen allerdings auch
Meldungen zu Auszubildenden im Gesundheitswesen, deren Ausbildung nicht durch das BBiG geregelt ist, sowie Meldungen zu
Auszubildenden, die einen Vertrag mit einer außerbetrieblichen Einrichtung abgeschlossen haben. Die Anzahl der Auszubildenden
im Freistaat nach der Beschäftigungsstatistik ist damit deutlich höher als die vom Statistischen Landesamt veröffentlichte Statistik
zu ausschließlich dualen Ausbildungsverhältnissen. Eine Zuordnung zu den Unternehmensgrößenklassen ist nur mit der Beschäf-
tigungsstatistik der Bundesagentur für Arbeit möglich.
13 Vgl. SÖSTRA GmbH (o.J.).
14 Vgl. Bundesinstitut für Berufsbildung (2015).
Alte Bundesländer
Sachsen

Entwicklung des sächsischen Mittelstandes | 17
tab. 4:
Entwicklung auf dem ausbildungs-
stellenmarkt in Sachsen in den
Jahren 2004 bis 2014
1
Angebot = neu abgeschlossene Verträge +
unbesetzte Berufsausbildungsstellen
2
Nachfrage = neu abgeschlossene Verträge +
unversorgte Bewerber
Quelle: Bundesministerium für Bildung
und Forschung (o.J.)
tab. 5:
neu abgeschlossene ausbildungs-
verträge in Sachsen in den Jahren 2004
bis 2014 nach Wirtschaftsbereichen
Quelle: Bundesministerium für Bildung und
Forschung (o.J.)
Die betriebliche Ausbildung ist für mittelständische Firmen ein wichtiges Instrument zur Fach-
kräfterekrutierung. In Sachsen befanden sich 2014 rund drei Viertel aller Ausbildungsplätze in
Betrieben mit weniger als 250 Beschäftigten (vgl. Abbildung 19).
Vom Problem, Ausbildungsstellen zu besetzen, ist deshalb in besonderem Maße der Mittelstand
betroffen. 2014 waren in Sachsen 40.677 Auszubildende in Betrieben mit weniger als 250 Be-
schäftigten tätig. Gegenüber 2004 ist ihre Anzahl um über 20.000 Auszubildende bzw. rund
33 Prozent zurückgegangen (vgl. Abbildung 20). Auch im Vorjahresvergleich sank die Anzahl
der Auszubildenden im Mittelstand erneut um 1,2 Prozent, wenngleich sich der Rückgang damit
gegenüber den Vorjahren abgeschwächt hat. Es fällt auf, dass der relative Rückgang der Auszu-
bildenden im Mittelstand sowohl im langfristigen als auch im kurzfristigen Vergleich schwächer
als in großen Betrieben ausfiel.
2014 bildeten sächsische Großbetriebe 14.022 junge Menschen aus. In Reaktion auf die schwieri-
gere Lage am Ausbildungsmarkt haben größere Betriebe ihre Ausbildungsaktivitäten, die über ih-
ren Bedarf gingen, in den letzten Jahren reduziert. Gegenüber dem Vorjahr sind die Auszubilden-
denzahlen um knapp 1.000 oder -6,6 Prozent zurückgegangen. Im Zehnjahresvergleich sind die
Zahlen um -56 Prozent gesunken. Dies dürfte aus Sicht des Mittelstandes den sächsischen Aus-
bildungsmarkt temporär entlastet haben. Infolgedessen hat sich der Anteil der Auszubildenden
im Mittelstand an allen Auszubildenden in Sachsen von 65 Prozent auf 74 Prozent erhöht. Damit
entspricht die Verteilung der Auszubildenden inzwischen in etwa der Verteilung der sv-Beschäf-
tigten zwischen mittelständischen und größeren Betrieben (vgl. Abbildung 11). Gleichzeitig haben
immer weniger Kleinstbetriebe mit bis zu neun Beschäftigten ausgebildet. Gegenüber 2009 ist
in dieser Betriebsgrößenklasse ein Rückgang der Auszubildenden um -7,7 Prozent festzustellen.
15
Jahr
(jeweils
Ende
September)
angebot
1
an
lehrstellen
nachfrage
2
nach
lehrstellen
neu abge-
schlossene
ausbildungs-
verträge
unvermittelte
Bewerber
unbesetzte
Stellen
2004
30.700
33.205
30.615
2.590
85
2005
28.993
31.057
28.862
2.195
131
2006
32.064
34.552
31.463
3.086
601
2007
32.750
34.301
32.007
2.294
743
2008
27.709
27.572
27.118
454
591
2009
24.250
23.995
23.816
179
434
2010
22.936
22.855
22.248
607
688
2011
21.683
20.893
20.510
383
1.173
2012
19.954
19.152
18.309
843
1.645
2013
19.236
18.825
17.890
935
1.346
2014
19.616
18.824
18.075
749
1.541
Jahr
(jeweils
Ende
September)
insgesamt
davon:
Industrie und
handel
handwerk
Freie Berufe
Sonstige
2004
30.615
19.363
7.599
1.203
2.450
2005
28.862
18.352
7.005
1.014
2.491
2006
31.463
20.422
7.380
993
2.668
2007
32.007
20.573
7.764
1.095
2.575
2008
27.118
17.531
6.435
955
2.197
2009
23.816
15.623
5.336
1.005
1.852
2010
22.248
14.391
5.137
937
1.783
2011
20.510
13.343
4.746
972
1.449
2012
18.309
11.850
4.263
909
1.287
2013
17.890
11.012
4.549
938
1.391
2014
18.075
11.196
4.669
845
1.365
15 Vgl. Sächsisches Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr (2011), S. 20.

18 | Entwicklung des sächsischen Mittelstandes
abb. 19:
Verteilung der auszubildenden
a
in Betrieben
b
in Sachsen 2014,
WZ a-n, P-S der WZ 2008,
angaben in Prozent
16
a
Auszubildende mit Ausbildungsvertrag
b
Nur Betriebe mit sv-Beschäftigten
Quelle: Bundesagentur für Arbeit (o.J.). Aufgrund
einer rückwirkenden Revision der Beschäftigtenstatistik
im August 2014 können die Daten von zuvor
veröffentlichten Werten abweichen.
17
abb. 20:
auszubildende in Sachsen
2004 bis 2014
2004 – 2007: WZ A-K, M-O der WZ 2003
18
2008 – 2014: WZ A-N, P-S der WZ 2008
Wirtschaftszweigklassifikationen WZ 2003
und WZ 2008 nur eingeschränkt
vergleichbar aufgrund von Änderungen
im Erhebungsverfahren
Quelle: Bundesagentur für Arbeit (o.J.).
Aufgrund einer rückwirkenden Revision
der Beschäftigtenstatistik im August 2014
können die Daten von zuvor veröffentlichten
Werten abweichen.
anzahl der Beschäftigten
in Betrieben
1
2 – 9
10 – 19
20 – 49
50 – 249
250 – 499
500 und mehr
Gesamtzahl der auszubildenden:
54.699
hiervon: in Betrieben mit 1 – 9 Beschäftigten:
6.895
in Betrieben mit 10 – 49 Beschäftigten:
15.028
in Betrieben mit 50 – 249 Beschäftigten:
18.754
in Betrieben mit 250 und mehr Beschäftigten: 14.022
15,2
0,6
12,0
10,0
17,5
34,3
10,5
16 Vgl. Statistisches Bundesamt (2008).
17 Vgl. Bundesagentur für Arbeit (2015).
18 Vgl. Statistisches Bundesamt (2003).
19 Da die Bereiche Öffentliche Verwaltung, Verteidigung und Sozialversicherung (WZ O der WZ 2008), die Exterritorialen Organisatio-
nen und Körperschaften (WZ U der WZ 2008) keinen Unternehmenscharakter aufweisen und damit nicht zu der gewerblichen
Wirtschaft und den Freien Berufen gehören, zu denen auch der wirtschaftliche Mittelstand gezählt wird, werden sie aus der Un-
tersuchung herausgenommen. Auch die privaten Haushalte mit Hauspersonal und die Herstellung von Waren und die Erbringung
von Dienstleistungen durch private Haushalte für den Eigenbedarf ohne ausgeprägten Schwerpunkt (WZ T der WZ 2008) werden
nicht als Unternehmen angesehen, da sie i. d. R. keine Gewinnerzielungsabsicht haben.
2.5 Branchenstruktur
2.5.1 unternehmen
Die Verteilung der in Sachsen ansässigen Unternehmen nach Branchen geht aus Tabelle 6 her-
vor. Mit einem Anteil von knapp 19 Prozent (28.165 Unternehmen) an allen kleinen und mittleren
Unternehmen der privaten Wirtschaft (WZ A-N, P-S)
19
war 2013 nach wie vor der Handel (WZ G
der WZ 2008) die größte Einzelbranche. Allein im Einzelhandel waren rund elf Prozent (17.048
Unternehmen) aller sächsischen KMU tätig. An zweiter Stelle folgte das Baugewerbe mit rund
17 Prozent (25.851 Betrieben).
100.000
90.000
80.000
70.000
60.000
50.000
40.000
30.000
20.000
10.000
0
2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014
60.771
62.451
61.338
60.094
58.735
54.958
47.608
44.181
42.547
41.159
40.677
32.109
31.483
32.857
33.584
29.782
26.811
22.609
17.895
16.904
15.020
14.022
in Betrieben mit 250 und mehr
sv-pflichtig Beschäftigten
in Betrieben mit weniger als 250
sv-pflichtig Beschäftigten

Entwicklung des sächsischen Mittelstandes | 19
tab. 6:
umsatzsteuerpflichtige unternehmen
in den Jahren 2009 und 2013 in
Sachsen – insgesamt und kMu
– = Nachweis nicht möglich, da Veröffentlichung
aus Gründen der Geheimhaltung von Einzelangaben
nicht gestattet
a
Klassifikation der Wirtschaftszweige, Ausgabe 2008
b
Nur umsatzsteuerpflichtige Unternehmen mit mehr
als 17.500 Euro Jahresumsatz
Quelle: Statistisches Landesamt des
Freistaates Sachsen (o.J.b)
Aufgrund der Überarbeitung der Klassifikation der Wirtschaftszweige werden die unternehmens-
nahen Dienstleitungen (WZ K der WZ 2003) nicht mehr dezidiert aufgeführt. Die Dienstleistungs-
branchen Grundstücks- und Wohnungswesen, Erbringung von freiberuflichen, wissenschaftlichen
und technischen Dienstleistungen und Erbringung von sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen
(WZ L-N der WZ 2008) haben seit 2009 an Bedeutung gewonnen. Dabei stellten diese drei Klassen
zusammen rund 23 Prozent (35.118 Unternehmen) der sächsischen KMU im Jahr 2013 dar.
20
Die sächsische Branchenstruktur weist seit Jahren Unterschiede zur bundesweiten Struktur auf.
21
So waren Unternehmen des Baugewerbes bezüglich ihrer Anzahl nach wie vor überproportional
in Sachsen vertreten. Gleiches gilt auch für Unternehmen der Klasse „Erbringung von sonstigen
Dienstleistungen“ (WZ S der WZ 2008). Unternehmen, die Dienstleistungen überwiegend für Un-
ternehmen anbieten (WZ L-N der WZ 2008), waren dagegen insgesamt in Sachsen unterdurch-
schnittlich angesiedelt.
nr.
a
Wirtschaftszweig
unternehmen
b
insgesamt
kMu
anzahl
Vertikalstruktur
in Prozent
anzahl
Vertikalstruktur
in Prozent
kMu-anteil
in Prozent
Jahr
2009
2013
2009
2013
2009
2013
2009
2013
2009
2013
A
Land- U. Forstwirtschaft, Fischerei
2.844
3.114
2,0
2,1
3.111
2,1
99,9
B
Bergbau und Gewinnung von Steinen
und Erden
82
80
0,1
0,1
80
0,1
100,0
C
Verarbeitendes Gewerbe
12.589
12.712
8,6
8,5
12.525
12.622
8,6
8,4
99,5
99,3
D
Energieversorgung
668
1.390
0,5
0,9
665
1.369
0,5
0,9
98,1
98,5
E
Wasserversorgung; Abwasser- und
Abfallentsorgung und Beseitigung von
Umweltverschmutzungen
576
550
0,4
0,4
572
546
0,4
0,4
99,3
99,3
F
Baugewerbe
24.653
25.858
16,9
17,2
24.648
25.851
16,9
17,2
100,0
100,0
G
Handel; Instandhaltung und Reparatur
von Kraftfahrzeugen
29.424
28.212
20,2
18,8
29.394
28.165
20,2
18,8
99,9
99,8
Davon:
45
Handel mit Kraftfahrzeugen; Instandhaltung
und Reparatur von Kraftfahrzeugen
5.302
5.567
3,6
3,7
5.293
5.557
3,6
3,7
99,8
99,8
46
Großhandel (ohne Handel mit Kraftfahrz.)
5.891
5.588
4,0
3,7
5,875
5.560
4,0
3,7
99,7
99,5
47
Einzelhandel (ohne Handel mit Kraftfahrz.)
18.231
17.057
12,5
11,4
18.226
17.048
12,5
11,4
100,0
99,9
H
Verkehr und Lagerei
5.519
5.130
3,8
3,4
5.516
5.126
3,8
3,4
99,9
99,9
I
Gastgewerbe
9.166
8.883
6,3
5,9
9.166
8.882
6,3
5,9
100,0
100,0
J
Information Und Kommunikation
3.503
3.842
2,4
2,6
3.499
3.836
2,4
2,6
99,9
99,8
K
Erbringung von Finanz- und
Versicherungsdienstleistungen
949
908
0,7
0,6
906
0,6
99,8
L
Grundstücks- Und Wohnungswesen
8.236
8.584
5,7
5,7
8.228
8.578
5,7
5,7
99,9
99,9
M
Erbringung von Freiberuflichen,
Wissenschaftlichen und Technischen
Dienstleistungen
16.850
18.207
11,6
12,1
16.844
18.196
11,6
12,1
100,0
99,9
N
Erbringung von sonstigen Wirtschaftlichen
Dienstleistungen
6.206
8.347
4,3
5,6
8.344
5,6
100,0
P
Erziehung und Unterricht
1.722
1.704
1,2
1,1
1.722
1.704
1,2
1,1
100,0
100,0
Q
Gesundheits- und Sozialwesen
1.712
2.011
1,2
1,3
1.704
2.001
1,2
1,3
99,5
99,5
R
Kunst, Unterhaltung und Erholung
3.731
3.862
2,6
2,6
3.861
2,6
100,0
S
Erbringung von sonstigen Dienstleistungen
17.268
16.780
11,9
11,2
16.776
11,2
100,0
a-n
P-S
Insgesamt ohne Öffentliche Verwaltung
145.698 150.174
100,0
100,0 145.543 149.954
100,0
100,0
99,9
99,9
20 Eine 1:1-Übertragung der WZ K der WZ 2003 auf die WZ L-N der WZ 2008 ist nicht möglich. Die Vergleichbarkeit ist daher be-
grenzt. Es ist aber davon auszugehen, dass ein Großteil der der WZ L-N zuzuordnenden Betriebe vorher in der WZ K der WZ 2003
zu finden waren.

20 | Entwicklung des sächsischen Mittelstandes
2.5.2 umsatz
Die Aufschlüsselung der Umsätze aller Unternehmen nach Branchen für 2009 und 2013 ist Tabelle 7
zu entnehmen. Insgesamt konnte der von allen Unternehmen erzielte Umsatz in Sachsen zwischen
2009 und 2013 um ca. 17 Mrd. Euro (+16 Prozent) gesteigert werden. Die Umsätze sächsischer KMU
stiegen im selben Zeitraum um rund elf Mrd. Euro auf insgesamt 82 Mrd. Euro im Jahr 2013. Dies
entspricht gegenüber dem Jahr 2009 einer Steigerung um +15 Prozent. Bezogen auf den Gesamt-
umsatz aller Unternehmen in Sachsen verringerte sich der Anteil des von KMU erwirtschafteten
Umsatzes minimal um -0,5 Prozentpunkte auf 67,1 Prozent. 99,9 Prozent aller Unternehmen erwirt-
schafteten damit etwa 67 Prozent des Gesamtumsatzes in Sachsen. Zum Gesamtumsatzwachstum
der sächsischen Wirtschaft zwischen 2009 und 2013 steuerten die KMU rund 64 Prozent bei. An-
ders ausgedrückt trugen 220 Großunternehmen etwa 33 Prozent des Gesamtumsatzes und rund
36 Prozent zum Gesamtumsatzwachstum bei.
Werden die Umsatzanteile der einzelnen Branchen am Gesamtumsatz aller sächsischen Unterneh-
men betrachtet, hatte das Verarbeitende Gewerbe im Jahr 2013 mit knapp 25 Prozent den höchsten
Anteil an allen Umsätzen. Der Handel erwirtschaftete knapp 22 Prozent aller Umsätze. Mit deut-
lichem Abstand folgen die Energieversorgungsunternehmen (Anteil 2013: rund 15 Prozent) sowie
die Unternehmen des Baugewerbes (Anteil 2013: rund neun Prozent). In Relation der Umsatzanteile
zum Gesamtumsatz der sächsischen KMU hingegen erzielten mit einem Anteil von 26 Prozent
(21,3 Mrd. Euro) die KMU des Handels die höchsten Erlöse.
22
Die zweithöchsten Umsatzanteile aller
KMU erwirtschafteten mit einem Anteil von rund 24 Prozent (19,4 Mrd. Euro) die KMU des Verar-
beitenden Gewerbes. Mit deutlichem Abstand folgen die Dienstleistungsbranchen der WZ L-N (WZ
2008) mit zusammen 16 Prozent (ca. 13 Mrd. Euro) sowie das mittelständische Baugewerbe mit
einem Umsatzanteil von knapp 13 Prozent (ca. zehn Mrd. Euro).
abb. 21:
Branchenstruktur
1
2013 in Sachsen und in Deutschland
1
Anteil der Unternehmen eines Wirtschaftszweiges an der Gesamtzahl der Unternehmen in Prozent (laut WZ 2008)
Quelle: Statistisches Bundesamt (o.J.b), Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen (o.J.b)
Sachsen
Deutschland
Land- und Forstwirtschaft, Fischerei
Bergbau und Gewinnung von Steinen und Erden
Verarbeitendes Gewerbe
Energieversorgung
Wasserversorgung; Abwasser- und Abfallentsorgung
Baugewerbe
Handel
Verkehr und Lagerei
Gastgewerbe
Information und Kommunikation
Erbringung von Finanz- und Versicherungsdienstleistungen
Grundstücks- und Wohnungswesen
Erbringung von freiberuflichen, wissenschaftlichen
und technischen Dienstleistungen
Erbringung von sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen
Erziehung und Unterricht
Gesundheits- und Sozialwesen
Kunst, Unterhaltung und Erholung
Erbringung von sonstigen Dienstleistungen
0
0
0
4
0
8 12 16 20
2,1
2,9
0,1
0,1
8,5
7,3
0,9
2,2
0,4
0,4
17,2
11,2
18,8
19,3
3,4
3,3
5,9
6,8
2,6
3,8
0,6
0,8
5,7
9,1
12,1
14,6
5,6
5,6
1,1
1,4
1,3
1,5
2,6
3,1
11,2
6,6
22 Hierbei gilt zu berücksichtigen, dass der Handel
eine hohe Vorleistungsquote durch den Verkauf von
Vorhandelswaren aufweist.

Entwicklung des sächsischen Mittelstandes | 21
In der Umsatzentwicklung aller sächsischen Unternehmen zwischen 2009 und 2013 fällt beson-
ders die Branche Information und Kommunikation auf (vgl. Abbildung 22). Mit +47 Prozent fiel
das Umsatzwachstum in dieser Branche mehr als neun Mal so stark aus, wie im bundesweiten
Durchschnitt. Ein besonders hoher Umsatzanstieg ist mit +31 Prozent darüber hinaus bei den
Unternehmen in der Erbringung von sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen gegenüber
dem bundesweiten Umsatzwachstum (rund +17 Prozent) festzustellen. Über dem sächsischen
Durchschnitt des Umsatzwachstums lagen ferner die Unternehmen des Handels (+23 Prozent;
zum Vergleich Bund: +21 Prozent) sowie des Verarbeitenden Gewerbes (+19 Prozent; zum Ver-
gleich Bund: +22 Prozent). Deutliche Umsatzeinbrüche wurden in den Bereichen Finanz- und
Versicherungsdienstleistungen (-80 Prozent) sowie im Bergbau (-27 Prozent) registriert. Aus
Sicht der mittelständischen Wirtschaft war im Zeitraum 2009 bis 2013 die stärkste Umsatz-
entwicklung mit einer Steigerung um +39 Prozent im Bereich Gesundheits- und Sozialwesen zu
verzeichnen. Auch die KMU des Verarbeitenden Gewerbes konnten vom Wirtschaftswachstum
gemessen an der Umsatzentwicklung aller sächsischen KMU besonders profitieren (+23 Pro-
zent). Die KMU des Handels (+15 Prozent) folgten auf die mittelständischen Unternehmen im
Bereich Information und Kommunikation (+17 Prozent).
nr.
a
Wirtschaftszweig
umsatz
b
der unternehmen
c
insgesamt
kMu
in 1.000 Euro
Vertikalstruk-
tur in Prozent
in 1.000 Euro
Vertikalstruk-
tur in Prozent
kMu-anteil
in Prozent
Jahr
2009
2013
2009 2013
2009
2013
2009 2013 2009 2013
A
Land- und Forstwirtschaft, Fischerei
1.876.299
2.562.182
1,8
2,1
2.393.036
2,9
93,4
B
Bergbau und Gewinnung von Steinen
und Erden
222.846
161.359
0,2
0,1
161.359
0,2
100,0
C
Verarbeitendes Gewerbe
25.327.488
30.243.313
24,1
24,7
15.718.843
19.369.347
22,2
23,6
62,1
64,0
D
Energieversorgung
14.562.150
17.862.442
13,9
14,6
1.158.794
1.256.454
1,6
1,5
8,0
7,0
E
Wasserversorgung; Abwasser- und
Abfallentsorgung und Beseitigung von
Umweltverschmutzungen
1.486.543
1.705.274
1,4
1,4
1.188.073
1.355.308
1,7
1,7
79,9
79,5
F
Baugewerbe
9.477.499
10.909.178
9,0
8,9
9.076.587
10.367.049
12,8
12,7
95,8
95,0
G
Handel; Instandhaltung und Reparatur
von Kraftfahrzeugen
21.580.208
26.547.437
20,5
21,7 18.483.598
21.297.364
26,0
26,0
85,7
80,2
Davon:
45
Handel mit Kraftfahrzeugen; Instandhaltung
und Reparatur von Kraftfahrzeugen
5.225.169
5.750.986
5,0
4,7
4.615.907
5.034.330
6,5
6,1
88,3
87,5
46
Großhandel (ohne Handel mit Kraftfahrz.)
7.518.002
10.028.129
7,2
8,2
5.413.170
6.616.225
7,6
8,1
72,0
66,0
47
Einzelhandel (ohne Handel mit Kraftfahrz.)
8.837.036
10.768.322
8,4
8,8
8.455.519
9.646.808
11,9
11,8
95,7
89,6
H
Verkehr und Lagerei
3.084.724
3.959.230
2,9
3,2
2.871.908
3.187.172
4,0
3,9
93,1
80,5
I
Gastgewerbe
1.824.996
2.173.549
1,7
1,8
1.824.996
2.118.477
2,6
2,6
100,0
97,5
J
Information Und Kommunikation
1.957.574
2.885.278
1,9
2,4
1.565.937
1.838.129
2,2
2,2
80,0
63,7
K
Erbringung von Finanz- und
Versicherungsdienstleistungen
3.115.088
620.282
3,0
0,5
419.027
0,5
67,6
L
Grundstücks- Und Wohnungswesen
6.129.686
5.063.959
5,8
4,1
5.466.496
4.491.935
7,7
5,5
89,2
88,7
M
Erbringung von Freiberuflichen,
Wissenschaftlichen und Technischen
Dienstleistungen
5.686.458
6.845.990
5,4
5,6
4.251.721
5.487.021
6,0
6,7
74,8
80,1
N
Erbringung von sonstigen Wirtschaftlichen
Dienstleistungen
2.581.787
3.396.209
2,5
2,8
3.209.813
3,9
94,5
P
Erziehung und Unterricht
476.125
525.194
0,5
0,4
476.125
525.194
0,7
0,6
100,0
100,0
Q
Gesundheits- und Sozialwesen
2.060.103
2.724.939
2,0
2,2
902.792
1.258.297
1,3
1,5
43,8
46,2
R
Kunst, Unterhaltung und Erholung
933.987
1.132.072
0,9
0,9
829.325
1,0
73,3
S
Erbringung von sonstigen Dienstleistungen
2.653.381
2.900.162
2,5
2,4
2.387.857
2,9
82,3
a-n
P-S
Insgesamt ohne Öffentliche Verwaltung
105.036.942 122.218.050
100
100 70.962.249 81.952.166
100
100
67,6
67,1
tab. 7:
umsatz der umsatzsteuerpflichtigen
unternehmen in den Jahren 2009 und
2013 in Sachsen – insgesamt und kMu
– = Nachweis nicht möglich, da Veröffentlichung
aus Gründen der Geheimhaltung von Einzelangaben
nicht gestattet
a
Klassifikation der Wirtschaftszweige,
Ausgabe 2008 (WZ 2008)
b
Ohne Umsatzsteuer
c
Nur umsatzsteuerpflichtige Unternehmen mit
mehr als 17.500 Euro Jahresumsatz
Quelle: Statistisches Landesamt des Freistaates
Sachsen (o.J.b)

22 | Entwicklung des sächsischen Mittelstandes
abb. 22:
umsatz
1
der unternehmen
2
in Sachsen und in Deutschland nach ausgewählten Wirtschaftszweigen –
Veränderung 2013 gegenüber 2009 in Prozent
1
Ohne Umsatzsteuer
2
Nur umsatzsteuerpflichtige Unternehmen mit mehr als 17.500 Euro Jahresumsatz
Quelle: Statistisches Bundesamt (o.J.b), Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen (o.J.b)
2.5.3 Beschäftigte
Der sächsische Arbeitsmarkt hat sich in den vergangenen Jahren positiv entwickelt. Die Zahl der sv-
Beschäftigten hat in Sachsen im Zeitraum von 2009 bis 2014 um insgesamt +7,9 Prozent zugenom-
men (vgl. Abbildung 23). Deutschlandweit stieg die Beschäftigung um +9,3 Prozent. Der Beschäf-
tigungsaufbau hält an. Dieser Effekt fällt in den verschiedenen Unternehmensgrößenklassen und
Teilbranchen unterschiedlich stark aus.
23
Neben Umsatz und Unternehmenszahl ist die Verteilung
der sv-Beschäftigungsverhältnisse daher für die Branchenstruktur entscheidend (vgl. Tabelle 8).
Deutlich wird, dass auch 2014 das Verarbeitende Gewerbe die beschäftigungsstärkste Branche
mit 20,3 Prozent aller sv-Beschäftigten (rund 308.000 Arbeitskräfte) war. Davon waren 207.000
in KMU tätig. Das Gesundheits- und Sozialwesen folgte mit insgesamt rund 221.000 sv-Beschäf-
tigten (14,6 Prozent) bzw. 134.000 in KMU. Im Handel waren 184.000 (12,2 Prozent) sv-Beschäf-
tigte tätig. Allerdings ist dort die Anzahl der in KMU Beschäftigten mit rund 170.000 deutlich
höher als im Gesundheits- und Sozialwesen. Die Dienstleistungsbranchen der WZ L-N (WZ 2008)
haben 2014 insgesamt ca. 214.000 sv-Mitarbeiter beschäftigt (14,2 Prozent).
Land- und Forstwirtschaft, Fischerei
Bergbau und Gewinnung von Steinen und Erden
Verarbeitendes Gewerbe
Energieversorgung
Wasserversorgung; Abwasser- und Abfallentsorgung
Baugewerbe
Handel
Verkehr und Lagerei
Gastgewerbe
Information und Kommunikation
Erbringung von Finanz- und Versicherungsdienstleistungen
Grundstücks- und Wohnungswesen
Erbringung von freiberuflichen, wissenschaftlichen
und technische Dienstleistungen
Erbringung von sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen
Erziehung und Unterricht
Gesundheits- und Sozialwesen
Kunst, Unterhaltung und Erholung
Erbringung von sonstigen Dienstleistungen
-100
-80
-60
-40
-20
0
20
40
60
36,6
47,7
-27,6
-5,6
19,4
22,0
22,7
17,1
14,7
27,6
15,1
15,6
23,0
21,3
28,3
8,3
19,1
19,9
47,4
5,0
-80,1
-13,8
-17,4
-4,7
20,4
9,9
31,5
16,7
10,3
14,0
32,3
25,6
21,2
15,2
9,3
-10,5
23 Aufgrund der Revision der Beschäftigungsstatistik der Bundesagentur für Arbeit ist ein mittelfristiger Vergleich nach Betriebs-
größenklassen nicht aussagekräftig.
Sachsen
Deutschland

Entwicklung des sächsischen Mittelstandes | 23
abb. 23:
Veränderung der sv-Beschäftigten in Sachsen und Deutschland 2014 gegenüber 2009
1
1
jeweils zum 30.6. des Jahres
Quelle: Bundesagentur für Arbeit (o.J.), eigene Berechnungen
In der Entwicklung der Zahl der Beschäftigten besonders wachstumsstark waren die wirtschaft-
lichen Dienstleistungen (WZ L-N der WZ 2008) sowohl im Freistaat mit +27,3 Prozent, als auch
im Bundesdurchschnitt mit +26,1 Prozent. Hohe Beschäftigungszuwächse gab es darüber hi-
naus in der Branche Information und Kommunikation in Sachsen (+19,0 Prozent). An dritter
Stelle folgt das Gesundheits- und Sozialwesen mit einem Plus von 14,1 Prozent. Das Verar-
beitende Gewerbe als umsatz- und beschäftigungsstärkste Branche hat mit einem Beschäfti-
gungswachstum von +8,1 Prozent gegenüber 2009 ebenso deutlich zum Beschäftigungsaufbau
beigetragen. Im Verarbeitenden Gewerbe wuchs die Beschäftigung in Sachsen sogar stärker als
der Bundesdurchschnitt (+3,9 Prozent).
Entgegen den bundesweiten Trends ging in Sachsen insbesondere die Anzahl der sv-Beschäftigten
im Bereich Erziehung und Unterricht um -8,4 Prozent, bei den sonstigen Dienstleistungen um -8,3
Prozent, sowie in der Land- und Forstwirtschaft um -3,6 Prozent zurück. Weiterhin wurde Be-
schäftigung in Sachsen im Bergbau, Energie- und Wasserversorgung (-3,6 Prozent) sowie in der
Erbringung von Finanz- und Versicherungsdienstleistungen (7,6 Prozent) gegenüber 2009 abgebaut.
-10
-5
0
5
10
15
20
25
30
Insgesamt
Land- und Forstwirtschaft, Fischerei
Bergbau, Energie-und Wasserversorgung,
Entsorgungswirtschaft
Verarbeitendes Gewerbe
Baugewerbe
Handel, Instandhaltung, Reparatur von Kfz
Verkehr und Lagerei
Gastgewerbe
Information und Kommunikation
Erbringung von Finanz- und Versicherungsdienstleistungen
wirtschaftliche Dienstleistungen
öffentl. Verw., Verteidigung, Soz.-vers., Ext. Organisationen
Erziehung und Unterricht
Gesundheits- und Sozialwesen
sonstige Dienstleistungen, private Haushalte
7,9
9,3
-3,6
12,0
-3,6
-1,2
8,1
3,9
3,4
8,1
5,3
4,9
11,5
11,4
13,8
15,1
19,0
13,1
-0,8
-7,6
-0,5
1,6
-8,4
-8,3
2,6
8,7
14,1
15,7
26,1
27,3
Sachsen
Deutschland

24 | Entwicklung des sächsischen Mittelstandes
tab. 8:
Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte
24
in Sachsen im Jahr 2014 nach Wirtschafts-
zweigen und Beschäftigtengrößenklassen
– nichts vorhanden
* aus Datenschutzgründen keine Angabe
1
Klassifikation der Wirtschaftszweige,
Ausgabe 2008 (WZ 2008)
Quelle: Bundesagentur für Arbeit (o.J.)
24 Vergleiche mit Beschäftigungsdaten aus vorangegangenen Mittelstandsberichten sind nicht möglich, da zwischenzeitlich die
Methodik der Beschäftigungsstatistik der Bundesagentur für Arbeit revidiert wurde. Einzelne Personengruppen überwiegend Be-
schäftigte des Wirtschaftsabschnittes „Gesundheits- und Sozialwesen“ (Unterabschnitt WZ 88.102 Sonstige soziale Betreuung
älterer Menschen und Behinderter) werden nunmehr weiter abgegrenzt. Darüber hinaus hat sich die Datenmodellierung verbes-
sert. Dies führte zu einer verbesserten Erfassung der Beschäftigung. Vgl. Bundesagentur für Arbeit (2015), S. 4.
25 Vgl. Sächsisches Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr (2015).
nr.
1
Wirtschaftszweig
Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in Betrieben
mit ... sozialversicherungspflichtig Beschäftigten
1–9
10–49 50–249
250 und
mehr
insge-
samt
A
Land- U. Forstwirtschaft, Fischerei
5.204
10.168
6.186
21.558
B
D
E
Bergbau, Energie- und Wasserversorgung
2.349
7.094
10.504
9.883
29.830
C
Verarbeitendes Gewerbe
24.005
65.656
117.167
100.739
307.567
F
Baugewerbe
37.369
42.756
23.085
2.264
105.474
G
Handel; Instandhaltung und Reparatur
von Kraftfahrzeugen
53.317
66.658
49587
14.283
183.845
H
Verkehr und Lagerei
9.650
22.793
22.598
23.273
78.314
I
Gastgewerbe
17.184
18.842
*
*
48.811
J
Information Und Kommunikation
5.134
10.362
12.158
8.608
36.262
K
Erbringung von Finanz- und
Versicherungsdienstleistungen
5.963
4.436
8.663
8.909
27.971
L
M
Immobilien, Freiberufliche wissenschaft-
liche und technische Dienstleistungen
31.104
30.248
21.217
10.497
93.066
N
Sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen
13.045
24.002
52.837
30.943
120.827
O
U
Öffentliche Verwaltung, Verteidigung;
Sozialversicherung, Ext. Organisationen
1.673
12.682
29.856
50.909
95.120
P
Erziehung und Unterricht
5.804
24.881
23.888
28.317
82.890
86
Gesundheits- und Sozialwesen
31.040
11.219
11.879
59.267
113.405
87
88
Heime und Sozialwesen
4.151
26.593
49.199
27.193
107.136
R
S
T
Sonstige Dienstleistungen,
Private Haushalte
20.421
15.992
14.417
8.585
59.415
X
Keine Zuordnung möglich
8
8
Insgesamt
267.421 394.382 462.986
386.710 1.511.499
2.6
Forschung, Entwicklung und technologie im Freistaat Sachsen
Eine wichtige Herausforderung für den Ausbau und Erhalt des wirtschaftlichen und sozialen Wohl-
stands sind wettbewerbsfähige Produkte und Dienstleistungen. Voraussetzung dafür ist eine dau-
erhafte Innovationsdynamik, wobei die unternehmerischen Innovationsanstrengungen und der In-
novationserfolg in Sachsen im bundesweiten Vergleich überdurchschnittlich stark von jungen und
kleinen Unternehmen getragen werden. Nach Angaben des Sächsischen Technologieberichts 2015
konnte der Freistaat Sachsen in den vergangenen Jahren seine Innovationskraft weiter ausbauen.
Im Sächsischen Innovationsindex (SIX) nimmt der Freistaat aktuell Rang 4 unter den deutschen
Bundesländern hinter Baden-Württemberg, Bayern und Berlin ein, wobei Sachsen seine Position
seit 2007 (Rang 6) und im Vergleich zu 2010 (Rang 5) kontinuierlich verbessert hat. Hierzu tragen
insbesondere das im nationalen Vergleich sehr gute Bildungsniveau und der verbesserte Innovati-
onsinput der sächsischen Unternehmen bei.
25

Entwicklung des sächsischen Mittelstandes | 25
26 Vgl. Statistisches Bundesamt (o.J.c).
27 Vgl. Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft (2015a), FuE-Facts April 2015, S. 2.
28 Angaben zu den internen FuE-Budgetplanungen für 2014.
29 Vgl. Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft (2015b).
2.6.1 ausgaben für Forschung und Entwicklung in Relation zum BIP
In der empirischen Innovationsforschung ist es üblich, Aktivitäten für Forschung und Entwicklung
(FuE) auf sektoraler Ebene vorrangig mittels der FuE-Intensität zu erfassen. Die FuE-Intensität ist
einer der wichtigsten Indikatoren zur Beschreibung von Innovationsaktivitäten und misst die FuE-
Ausgaben in Relation zum Bruttoinlandsprodukt (BIP). Die Höhe der Ausgaben gibt zwar keine Aus-
kunft über den Innovationsoutput, d. h. den Erfolg von FuE. Dennoch ist der FuE-Input ein wichtiges
Indiz für wirtschaftliche Dynamik. Je höher die Ausgaben für FuE sind, desto größer ist die Aussicht
auf eine dynamische Entwicklung der Wirtschaft.
26
Die Daten des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft
27
zeigen, dass sich im Jahr 2013
auf Bundesebene die internen FuE-Ausgaben der Wirtschaft auf das Verarbeitende Gewerbe
konzentrierten (rund 46 Mrd. Euro von 54 Mrd. Euro).
28
Erst mit weitem Abstand folgten die Be-
reiche freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen (3,6 Mrd. Euro) sowie
Information und Kommunikation (3,2 Mrd. Euro). Bei Betrachtung der Unternehmensgrößen-
klassen zeigt sich, dass bundesweit 89 Prozent aller FuE-Ausgaben von Unternehmen mit mehr
als 250 Beschäftigten getätigt wurden. In Sachsen entfallen auf diese Unternehmensgrößen-
klasse 64 Prozent der FuE-Ausgaben. Das heißt, 36 Prozent aller FuE-Aufwendungen werden
von sächsischen KMU getätigt. Insgesamt betrugen die FuE-Aufwendungen der Wirtschaft in
Sachsen 1,16 Mrd. Euro im Jahr 2013.
29
abb. 24:
FuE-Intensität
1
für
Sachsen und Deutsch-
land in den Jahren
2009 bis 2013
1
Anteil der Ausgaben für FuE
am Bruttoinlandsprodukt
(BIP), BIP Stand Februar 2015,
Angaben in Prozent
Quelle: Statistisches Bundes-
amt (o.J.c), Stifterverband für
die Deutsche Wissenschafts-
statistik (o.J.), eigene Berech-
nungen
insgesamt
1
hiervon:
Wirtschaftssektor
Staatssektor
Hochschulsektor
insgesamt
1
hiervon:
Wirtschaftssektor
Staatssektor
Hochschulsektor
insgesamt
1
hiervon:
Wirtschaftssektor
Staatssektor
Hochschulsektor
insgesamt
1
hiervon:
Wirtschaftssektor
Staatssektor
Hochschulsektor
insgesamt
1
hiervon:
Wirtschaftssektor
Staatssektor
Hochschulsektor
2009 2010 2011 2012 2013
0,0 0,5 1,0 1,5 2,0 2,5 3,0
2,84
2,74
1,91
1,11
0,42
0,81
0,51
0,82
2,88
2,80
1,96
1,24
0,41
0,79
0,51
0,76
2,80
2,81
1,89
1,21
0,41
0,85
0,50
0,75
2,72
2,78
1,89
1,21
0,41
0,85
0,50
0,75
2,73
2,72
1,84
1,19
0,40
0,83
0,48
0,70
Sachsen
Deutschland

26 | Entwicklung des sächsischen Mittelstandes
Die gesamten Ausgaben für FuE in Wirtschaft, Hochschulen und außeruniversitären Forschungs-
einrichtungen beliefen sich in Sachsen im Jahr 2013 auf rund 2,87 Mrd. Euro. Dies entsprach
3,6 Prozent der bundesdeutschen FuE-Ausgaben.
30
Bezogen auf das Bruttoinlandsprodukt liegt
Sachsen mit einem Anteil von 2,74 Prozent sowohl knapp unter dem Bundesdurchschnitt von
2,84 Prozent als auch unter der europäischen Zielstellung von 3 Prozent (vgl. Abbildung 24).
Im bundesweiten Ländervergleich belegt Sachsen den 6. Platz hinter Baden-Württemberg (4,8
Prozent), Berlin (3,58 Prozent), Bayern (3,16 Prozent), Niedersachsen (2,84 Prozent) und Hessen
(2,83 Prozent).
31
Gegenüber dem Mittelstandsbericht 2011/2012 hat sich Sachsens Position um einen Rang ver-
schlechtert. Der geringere Anteil der FuE-Aufwendungen am BIP ist einerseits auf eine Revi-
sion der Erhebung des Bruttoinlandsprodukts
32
zurückzuführen, andererseits darauf, dass die
Wirtschaftsleistung der sächsischen Unternehmen seit 2011 stärker gestiegen ist, als die FuE-
Aufwendungen insgesamt wuchsen. So nahmen in Sachsen die FuE-Aufwendungen von 2011
bis 2013 um 3,0 Prozent zu, während das BIP nominal um rund 5,4 Prozent stieg.
33
Trotz der nahezu gleichen FuE-Intensität in Sachsen und Deutschland sind in der sektoralen
Betrachtung deutliche Unterschiede zu erkennen. So hat im Bundesdurchschnitt der Wirt-
schaftssektor bei den FuE-Ausgaben mit einem Anteil von 67 Prozent die dominierende Rolle,
während er in Sachsen nur mit einem Anteil von 40 Prozent ins Gewicht fällt. In Sachsen war
die gemeinsame FuE-Intensität des Hochschul- und des Staatssektors damit höher als diejenige
der Wirtschaft.
34
2.6.2 Beschäftigte im Bereich Forschung und Entwicklung
Neben der FuE-Intensität wird in der Innovationsforschung die FuE-Personalintensität als aus-
sagekräftiger Inputfaktor verwendet. Die Personalintensität misst den Anteil des FuE-Personals
an allen Erwerbspersonen und zeigt die relative Bedeutung der Beschäftigung in Forschung und
Entwicklung auf. Zum FuE-Personal gehören alle direkt in Forschung und Entwicklung beschäftig-
ten Arbeitskräfte. Das FuE-Personal wird eingeteilt in Forscher, Techniker und sonstiges Personal.
Die Verfügbarkeit und der Einsatz von Forschungspersonal ist eine unabdingbare Voraussetzung
für die Durchführung und den Erfolg von FuE-Aktivitäten. Je mehr Personal im Bereich For-
schung und Entwicklung zur Verfügung steht, desto mehr FuE-Output kann erbracht werden.
35
Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes waren 2013 in Sachsen 27.232 Personen – ge-
rechnet in Vollzeitäquivalenten – in FuE tätig. Dies entsprach rund 1,3 Prozent aller Erwerbstäti-
gen, womit Sachsen knapp unter dem Bundesdurchschnitt von 1,4 Prozent lag. Gegenüber 2005
(0,9 Prozent) hat sich die FuE-Personalintensität in Sachsen deutlich erhöht. Zum Tragen kommt
vor allem die Steigerung des FuE-Personals im Staats- und Hochschulsektor (vgl. Abbildung 25).
Die regionalen FuE-Kennzahlen des Stifterverbandes der Deutschen Wissenschaft verdeutlichen
dies. Waren 2007 in der sächsischen Wirtschaft noch 11.208 Vollzeitbeschäftigte in der FuE
tätig (8,1 Prozent aller sv-Beschäftigten) so verringerte sich deren Zahl bis 2013 auf 10.701
Erwerbstätige (7,2 Prozent aller sv-Beschäftigten).
36
Das ist ein Rückgang innerhalb von sechs
Jahren von über 500 Beschäftigten für die Forschung und Entwicklung.
30 Vgl. Statistisches Bundesamt (2015b); unter Nutzung von Zahlen des Stifterverbandes Wissenschaftsstatistik
sowie des Arbeitskreises Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung der Länder.
31 Vgl. ebd.
32 Vgl. Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft (2015a), FuE-Facts April 2015.
33 Vgl. Statistisches Bundesamt, Wiesbaden (2015b).
34 Vgl. ebd.
35 Vgl. Statistisches Bundesamt (2005).
36 Vgl. Stifterverband für die Deutsche Wirtschaft (2015b).

Entwicklung des sächsischen Mittelstandes | 27
Bei einer Differenzierung nach Wirtschafts-, Hochschul- und Staatssektor zeigt sich eine ähn-
liche Struktur wie hinsichtlich der FuE-Intensität nach Sektoren. Mit 16.531 Personen sind in
Sachsen 61 Prozent und damit – im Gegensatz zu Deutschland insgesamt – die Mehrzahl der
Forscher und Entwickler in öffentlichen Einrichtungen tätig. Auch vor diesem Hintergrund wer-
den die Überwindung bzw. die Kompensation der vergleichsweise kleinteiligen Unternehmens-
strukturen eine zentrale Herausforderung in den kommenden Jahren für Sachsen bleiben. Der
Freistaat Sachsen kann dies unterstützen, indem die Zusammenarbeit des öffentlichen Sektors
mit der Wirtschaft über gezielte Anreize intensiviert wird.
2.6.3 absolventenquote im tertiärbereich
37
Die Absolventen im Tertiärbereich des Freistaates sind ein Indikator dafür, in welchem Umfang
hoch qualifiziertes Personal neu ausgebildet wird. Dieses ist für die wirtschaftliche Dynamik so-
wie die Innovationsfähigkeit von Bedeutung. Der Anteil der Absolventen eines Jahrgangs an der
Bevölkerung desselben Altersjahrgangs wird als Absolventenquote bezeichnet. Die Abschlus-
squoten stellen einen Outputindikator für das Bildungswesen und einen Inputfaktor für das
Innovationssystem dar.
37 Zugangsvoraussetzung für diese Bildungsgänge ist normalerweise der erfolgreiche Abschluss von ISCED-Bereich 3 oder 4 (ISCED:
Internationale Standardklassifikation für das Bildungswesen). Dieser Bereich umfasst tertiäre Bildungsgänge mit akademischer
Ausrichtung (Typ A), in denen weitgehend theoretisches Wissen vermittelt wird, und tertiäre Bildungsgänge mit berufsspezifischer
Ausrichtung (Typ B). Letztere sind in der Regel kürzer als die Bildungsgänge des Typs A und zielen hauptsächlich auf die Vorberei-
tung von Studierenden auf den Eintritt in den Arbeitsmarkt ab. Auch Studiengänge, die zu einer höheren Forschungsqualifikation
(Promotion) führen, werden den tertiären Bildungsgängen zugerechnet. In Deutschland werden neben den Hochschulen auch die
Berufsakademien und Fachakademien (in Bayern) bzw. Fachschulen dem tertiären Bereich zugerechnet, vgl. Eurostat (2013).
abb. 25:
FuE-Personal-
intensität
1
für Sachsen
und Deutschland
1
Anteil des Personals für FuE
(Vollzeitäquivalent) an den
Erwerbspersonen, Angaben in
Prozent
Erwerbspersonen ab 2012 nach
neuer Berechnung auf Basis
des Zensus 2011, Vergleich-
barkeit innerhalb der Reihe
eingeschränkt
Quelle: Statistisches Bundesa-
mt (o.J.c), Stifterverband für
die Deutsche Wissenschafts-
statistik (o.J.), eigene Berech-
nungen
2005 2007 2009 2012 2013
0,31
0,52
insgesamt
1
hiervon:
Wirtschaftssektor
Staatssektor
Hochschulsektor
insgesamt
1
hiervon:
Wirtschaftssektor
Staatssektor
Hochschulsektor
insgesamt
1
hiervon:
Wirtschaftssektor
Staatssektor
Hochschulsektor
insgesamt
1
hiervon:
Wirtschaftssektor
Staatssektor
Hochschulsektor
insgesamt
1
hiervon:
Wirtschaftssektor
Staatssektor
Hochschulsektor
0,0 0,2 0,4 0,6 0,8 1,0 1,2 1,4
1,41
1,32
0,86
0,23
0,36
0,44
1,43
1,33
0,89
0,57
0,23
0,35
0,31
0,41
1,28
1,10
0,80
0,49
0,21
0,28
0,28
0,33
1,21
1,04
0,77
0,50
0,19
0,25
0,25
0,29
1,15
0,90
0,74
0,42
0,19
0,22
0,23
Sachsen
0,27
Deutschland

28 | Entwicklung des sächsischen Mittelstandes
Zu berücksichtigen ist, dass nicht alle Absolventen dem Arbeitsmarkt unmittelbar zur Verfügung
stehen, da nach Abschluss weiterführende Bildungsgänge, Promotionen etc. möglich sind. Da-
rüber hinaus ist zu beachten, dass die Absolventen auch in einem anderen Bundesland oder im
Ausland eine Erwerbstätigkeit aufnehmen können. Der Region, die sie ausgebildet hat, gehen sie
dann als Innovationspotenzial verloren.
38
Die Absolventenquoten in Sachsen und in Deutschland sind seit 2003 erheblich gestiegen (vgl.
Abbildung 26). 2003 haben im Freistaat Sachsen 18,4 Prozent eines Jahrgangs eine Ausbildung im
Tertiärbereich absolviert. Bis 2013 stieg dieser Wert auf 30,4 Prozent, womit Sachsen im bundes-
weiten Durchschnitt lag. Gegenüber 2011 war der Wert sowohl in Sachsen als auch in Deutschland
allerdings leicht rückläufig.
2.6.4 Patentanmeldungen
Patente werden häufig als ein wichtiger Indikator für die Bewertung der schöpferischen und in-
novativen Leistungsfähigkeit eines Landes herangezogen.
39
Rechte des geistigen Eigentums, ins-
besondere Patentanmeldungen stellen aber nicht immer eine direkte Verbindung zwischen einer
Invention und dem Markt her. Die Bedeutung einzelner Patente variiert, da nicht aus allen Paten-
ten ein unmittelbarer wirtschaftlicher Nutzen gezogen werden kann. Häufig sind Patente nur ein
notwendiger Zwischenschritt für eine Innovation, dem weitere Anstrengungen folgen müssen.
Die Zahl der Patente ist eine deshalb eine praktikable, aber nicht zu überbewertende Messgröße,
die die erfinderische Tätigkeit widerspiegelt und die Fähigkeit eines Landes aufzeigt, Wissen zu
nutzen und in potenzielle wirtschaftliche Gewinne umzusetzen. Zu beachten ist etwa, dass es
auch innovative, aber patentarme Branchen gibt und damit spezifische Branchenunterschiede.
Besonders anmeldungsintensive Wirtschaftszweige sind der Fahrzeug- und Maschinenbau.
38 Vgl. Statistisches Bundesamt (2005), S. 27.
39 Vgl. Eurostat (2015).
abb. 26:
absolventenquote im
tertiärbereich in Sachsen und
Deutschland 2003 bis 2013
Quelle: Statistisches Bundesamt (o.J.c)
2013
2012
2011
2010
2009
2008
2007
2006
2005
2004
2003
0
5
10
15
20
25
30
35
30,4
30,4
31,1
30,7
32,7
30,9
30,8
29,8
28,8
29,2
25,9
26,2
24,1
24,5
22,2
22,2
20,7
21,1
19,8
19,5
19,6
18,4
Sachsen
Deutschland

Entwicklung des sächsischen Mittelstandes | 29
Die Wirtschaftsstruktur eines Landes übt einen wesentlichen Einfluss auf die Anzahl der Paten-
tanmeldungen aus. Während grundsätzlich sowohl Unternehmen, als auch Hochschulen und
Forschungseinrichtungen Patentaktivitäten verfolgen, sind im privatwirtschaftlichen Bereich
die vorherrschenden Unternehmensgrößen und vor allem das Vorhandensein von Konzernsitzen
bzw. -einheiten mit Führungsfunktionen, insbesondere mit FuE, ausschlaggebend. So entfällt
fast ein Viertel aller Patentanmeldungen beim Deutschen Patent und Markenamt auf fünf Un-
ternehmen mit Sitz in jeweils einem der beiden südwestdeutschen Bundesländer. Großunterneh-
men sind in der Regel stärker in Forschung und Entwicklung engagiert als kleine und mittlere
Unternehmen und melden häufiger Patente an.
40
Patentierungswahrscheinlichkeiten sind bei
denjenigen Unternehmen höher, die kontinuierlich eigene FuE-Aktivitäten betreiben und sich an
staatlich geförderten FuE-Projekten beteiligen.
41
Nachdem zwischen 2006 und 2009 in Sachsen eine Erhöhung der Patentintensität zu beobach-
ten war, hat sich dieser Trend seitdem umgekehrt. Im Freistaat Sachsen wurden 2014 noch 968
Patente und damit -8,4 Prozent weniger als 2012 angemeldet. Mit einem Anteil von 2,0 Prozent
an allen bundesweit angemeldeten Patenten lag der Freistaat Sachsen im Ranking aller Bundes-
länder an siebter Stelle. Bezogen auf die Bevölkerung ergaben sich 24 Anmeldungen je 100.000
Einwohner, womit Sachsen noch hinter Thüringen (26), Rheinland-Pfalz (26) und Berlin (25) an
10. Stelle rangierte.
Sowohl im Vergleich zum bundesweiten Durchschnitt (60), aber vor allem gegenüber den Inno-
vationszentren Baden-Württemberg (137) und Bayern (123) bestehen deutliche Unterschiede.
Der Vergleich zwischen den Bundesländern wird allerdings durch die Patentstatistik überzeich-
net, da regelmäßig Anmeldung von in Sachsen erstellten Patenten am Konzernsitz, außerhalb
des Freistaates, erfolgen.
42
40 Vgl. Statistisches Bundesamt (2005), S. 22.
41 Vgl. Icks/Suprinovic (2007).
42 Vgl. Sächsisches Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst (2013), S. 236.
abb. 27:
Patentanmeldungen je 100.000 Einwohner
in Sachsen und Deutschland
Quelle: Deutsches Patent- und Markenamt (o.J.)
60
24
24
2014
2013
2012
2011
2010
2009
2008
2007
2006
2005
0
10
20
30
40
50
60
59
26
25
27
58
58
58
58
58
58
28
60
24
22
19
59
20
Sachsen
Deutschland

30 | Entwicklung des sächsischen Mittelstandes
2.6.5 Innovationshemmnisse
Neben den Input- und Output-Faktoren des Innovationssystems sind auch Innovationshemmnisse
für die Analyse des FuE-Geschehens interessant. In einer Untersuchung des Bundeswirtschafts-
ministeriums aus dem Jahr 2013 zu Innovationshemmnissen in Unternehmen, insbesondere in
KMU, wurden Finanzierungsaspekte von vielen Akteuren als das zentrale Innovationshemmnis von
KMU verstanden.
43
Aufgrund von Informationsasymmetrien und fehlenden Sicherheiten wird eine
Fremdfinanzierung bei FuE-Vorhaben seltener gewählt. Der Freistaat Sachsen versucht die Finan-
zierung und Finanzierungskommunikation durch gezielte Förderprogramme wie Wagniskapital
und Business Angels zu unterstützen. Häufig mangelnde Professionalität kleiner Unternehmen
in der Finanzkommunikation mit den Banken und die Vernachlässigung des Investor-Relation-
Managements verstärken nach Einschätzung der Studie dieses Phänomen. Umso bedeutender ist
Eigenkapital für die Finanzierung von Innovationen. Zusätzlich zu den FuE-Aufwendungen kom-
men Kosten für die Markteinführung hinzu, die gerade von jungen mittelständischen Unterneh-
men oftmals unterschätzt werden.
Auch bürokratische und rechtliche Regelungen, wie bspw. Zulassungs- und Genehmigungsverfah-
ren neuer Produkte, sowie Fachkräfteengpässe werden von KMU regelmäßig als wichtige Innovati-
onshemmnisse benannt. Eine untergeordnete Rolle nimmt im Ergebnis der Studie das Management
von Innovationsprozessen ein. KMU seien mehrheitlich in der Lage, praktikable Lösungen für die
Planung und Umsetzung ihrer Innovationsaktivitäten zu entwickeln. Allerdings trifft dies vor allem
für die Phase der technischen Entwicklung zu, während die Phasen von Erprobung und Marktein-
führung dagegen häufig eine nachgeordnete Relevanz besitzen.
44
2.7
außenwirtschaftliche aktivitäten
Laut Außenhandelsstatistik
45
konnten die Ausfuhren im Freistaat Sachsen von 2009 mit 19,5 Mrd.
Euro bis 2014 mit 35,9 Mrd. Euro um +84,1 Prozent gesteigert werden. Der krisenbedingte Rück-
gang der Ausfuhren im Jahr 2009 (-15,9 Prozent) konnte bereits 2010 (+26,9 Prozent) ausge-
glichen werden. Die wichtigsten Ausfuhrerzeugnisse Sachsens waren im Jahr 2014 Erzeugnisse
des Kraftfahrzeugbaus mit 16,1 Mrd. Euro, gefolgt von elektrotechnischen Erzeugnissen (4,5 Mrd.
Euro) und Erzeugnissen des Maschinenbaus (3,7 Mrd. Euro).
46
Die wichtigsten Exportländer der
sächsischen Unternehmen waren 2014 China (6,4 Mrd. Euro), die USA (3,4 Mrd. Euro), das Verei-
nigte Königreich (1,9 Mrd. Euro), Frankreich (1,8 Mrd. Euro) und Polen (1,7 Mrd. Euro). In die EU
insgesamt wurden Waren im Wert von 15,5 Mrd. Euro ausgeführt. Dies entspricht 43 Prozent der
gesamten sächsischen Exporte.
Bezogen auf das Bruttoinlandsprodukt betrug der Anteil der Ausfuhren am BIP 33,2 Prozent im
Jahr 2014 (vgl. Abbildung 28). Sachsen positioniert sich damit im Vergleich der deutschen Flächen-
länder auf Platz 4. Unter den neuen Bundesländern nimmt Sachsen den 1. Platz ein. Der Abstand
zum bundesweiten Durchschnitt hat sich seit 2009 signifikant verringert (2009: 11,3 Prozentpunk-
te, 2014: 5,8 Prozentpunkte).
47
43 Vgl. Glöckner/Rammer (2013).
44 Vgl. ebd.
45 Die Außenhandelsstatistik erfasst Warenausfuhren innerhalb der EU erst ab einem Wert von 500 Tsd. Euro
(bis 2013: 400 Tsd. Euro; bis 2004: 200 Tsd. Euro).
46 Vgl. Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen (o.J.c).
47 Vgl. Statistisches Bundesamt (o.J.d), eigene Berechnungen.

Entwicklung des sächsischen Mittelstandes | 31
Die Außenhandelsstatistik ermöglicht zwar eine Differenzierung der Ausfuhren nach Gütern, er-
fasst aber keine unternehmensspezifischen Daten. Für eine Aussage, wie viele mittelständische
Unternehmen in welchem Umfang und in welchem Wirtschaftszweig am Außenhandel beteiligt
sind, wird deshalb auf die Umsatzsteuerstatistik zurückgegriffen.
48
48 Bei der regionalen Ausweisung nach Bundesländern zeigen die Außenhandelsstatistik und Umsatzsteuerstatistik große Unter-
schiede, da in der Außenhandelsstatistik die ausgeführten Waren i. d. R. dem Bundesland zugeordnet werden, in dem sie hergestellt
wurden. In der Umsatzsteuerstatistik werden die Exporte in dem Bundesland steuerlich gemeldet, in dem der Unternehmenssitz
liegt. Dies ist im Falle von Konzernen der Sitz der Muttergesellschaft. Da viele Konzerne ihren Unternehmenssitz in den alten
Bundesländern und Produktionsstätten in den neuen Bundesländern haben, werden die Exportumsätze laut Umsatzsteuerstatistik
in den neuen Bundesländern niedriger und in den alten Bundesländern höher ausgewiesen als in der Außenhandelsstatistik. De-
shalb wird nachfolgend auf eine Analyse der Exportumsätze insgesamt mittels der Umsatzsteuerstatistik verzichtet. Trotzdem ist
die Umsatzsteuerstatistik dafür geeignet, die Anzahl der in Sachsen ansässigen, exportierenden Unternehmen nach Umsatzgröße
und Branche genauer zu analysieren.
abb. 28:
anteil der ausfuhren
am BIP
1
2014 in
Deutschland nach
Bundesländern
1
Angaben in Prozent, BIP in
jeweiligen Preisen (Stand April
2015)
Quelle: Statistische Ämter
des Bundes und der Länder,
Arbeitskreis Volkswirtschaftli-
che Gesamtrechnungen der
Länder (o.J.)
abb. 29:
Exportunternehmen
1
2013 in Sachsen nach
umsatzgrößenklassen
1
Nur umsatzsteuerpflichtige
Unternehmen mit mehr als
17.500 Euro Jahresumsatz
(12.093 Unternehmen)
Quelle: Statistisches Landesamt
des Freistaates Sachsen (o.J.b)
Bremen
Hamburg
Baden-Württemberg
Saarland
Rheinland-Pfalz
Sachsen
Bayern
Niedersachsen
Nordrhein-Westfalen
Sachsen-Anhalt
Thüringen
Hessen
Schleswig-Holstein
Brandenburg
Mecklenburg-Vorp.
Berlin
0
10
20
30
40
50
60
57,1
49,7
41,4
41,1
37,7
33,2
32,4
30,6
28,9
27,0
24,0
23,4
23,4
21,4
18,7
11,4
50 Mio. und mehr
25 Mio. bis < 50 Mio.
10 Mio. bis < 25 Mio.
5 Mio. bis < 10 Mio.
2 Mio. bis < 5 Mio.
1 Mio. bis < 2 Mio.
500.000 bis < 1 Mio.
250.000 bis < 500.000
100.000 bis < 250.000
50.000 bis < 100.000
17.500 bis < 50.000
0
200
400
600
800
1000
1200
1400
1600
1800
2000
153
203
581
782
1586
1590
1656
1687
1894
1073
888

32 | Entwicklung des sächsischen Mittelstandes
Im Jahr 2013 gab es 12.093 umsatzsteuerpflichtige im Freistaat ansässige Unternehmen, die Wa-
ren ins Ausland exportierten, davon 98,7 Prozent bzw. 11.940 kleine und mittlere Unternehmen
(vgl. Abbildung 29). Die Anzahl der exportierenden Unternehmen sowie der KMU-Anteil haben sich
seit 2009 nicht stark verändert (2009: 11.002 Exportunternehmen, davon 99,1 Prozent KMU). In
Deutschland lag der KMU-Anteil der Exportunternehmen 2013 bei 97,5 Prozent. Zu den Kleinst-
unternehmen zählten in Sachsen 8.788 Betriebe bzw. rd. 72,7 Prozent aller Exportunternehmen.
2.368 Betriebe bzw. 19,6 Prozent aller Exportunternehmen waren kleine Unternehmen und 784
bzw. 6,5 Prozent zählten zu den mittleren Unternehmen.
Der prozentuale Anteil der Exportunternehmen an allen Unternehmen (Exporteurquote) betrug in
Sachsen 8,1 Prozent (2009: 7,5 Prozent) (vgl. Abbildung). Dies ist der höchste Wert unter den neu-
en Bundesländern. Der Abstand zur gesamtdeutschen Exporteurquote (2013: 11,0 Prozent; 2009:
11,1 Prozent) hat sich weiter verringert.
Betrachtet man die Exporteurquote der unterschiedlichen Unternehmensgrößenklassen, so zeigt
sich, dass sie mit der Unternehmensgröße steigt (Sachsen 2013: Kleinstunternehmen: 6,2 Prozent;
kleine Unternehmen: 37,7 Prozent; mittlere Unternehmen: 61,3 Prozent; Großunternehmen: 69,5
Prozent). Da knapp 70 Prozent der 220 sächsischen Großunternehmen (153) für den Großteil der
Exporte verantwortlich sind, rangiert Sachsen trotz seines hohen Anteils der Ausfuhren am BIP bei
der Exporteurquote auf Platz 12.
Der Wirtschaftsbereich mit dem höchsten Anteil an exportierenden Unternehmen war 2013 erneut
das Verarbeitende Gewerbe (vgl. Abbildung 31). Jedes vierte Unternehmen dieses Wirtschafts-
zweigs führte direkt Waren ins Ausland aus. Gegenüber 2009 konnte die Exporteurquote im Ver-
arbeitenden Gewerbe um +1,8 Prozentpunkte gesteigert werden. Nach einer deutlichen Steigerung
von +2,9 Prozentpunkten lag der Handel mit einer Exporteurquote von 16 Prozent inzwischen an
zweiter Stelle. Auch der Wirtschaftszweig Wasserversorgung sowie Abwasser- und Abfallentsor-
gung, der in der WZ 2008 als eigenständiger Wirtschaftsabschnitt neu geschaffen wurde und un-
ter anderem auch die Recycling-Tätigkeiten umfasst, verzeichnete mit +4,6 Prozentpunkten einen
deutlichen Zuwachs bei der Internationalisierung seiner Unternehmen. Spürbare Rückgänge bei
der Exporteurquote gab es dagegen im Wirtschaftszweig Bergbau und Gewinnung von Steinen
und Erden. Allerdings ist darauf hinzuweisen, dass hier sich aufgrund relativ geringer Fallzahlen
einzelunternehmerisch bedingte Jahresschwankungen niederschlagen können.
abb. 30:
Exporteurquote
1
2013
in Deutschland
nach Bundesländern
1
Anteil der Exportunterne-
hmen an allen
Unternehmen in Prozent
Quelle: Statistisches Bundesa-
mt (o.J.b)
Bremen
Baden-Württemberg
Hamburg
Rheinland-Pfalz
Saarland
Bayern
Nordrhein-Westfalen
Hessen
Niedersachsen
Schleswig-Holstein
Berlin
Sachsen
Thüringen
Brandenburg
Sachsen-Anhalt
Mecklenburg-Vorp.
0
3
6
9
12
15
14,7
14,2
13,3
12,5
12,0
11,6
11,4
10,4
10,4
10,2
8,1
8,1
7,9
6,5
6,5
6,4
Deutschland: 11,0

Entwicklung des sächsischen Mittelstandes | 33
2.8 Fluktuationsgeschehen
Fluktuationen im Unternehmensbestand sind Bestandteil einer dynamischen Wirtschaftsordnung.
Neue Unternehmen werden gegründet und andere geschlossen. Die Gründe dafür können sehr
vielfältig sein und reichen von Fusionen über Unternehmensübergaben bis hin zu Insolvenzen.
Das Fluktuationsgeschehen hat sich im Zeitverlauf verändert. Vor allem Anfang der 1990er Jah-
re wählten viele Bürger den Weg in die Selbstständigkeit. Diese intensiven Gründungsaktivitäten
schwächten sich im Zeitverlauf ab.
2.8.1 Gründungen und liquidationen
Ein aktuelles Bild über die Gründungen und Liquidationen von Unternehmen liefert die Grün-
dungsstatistik des IfM Bonn.
49
Im Jahr 2014 belief sich die Zahl der Existenzgründungen in Sachsen
auf rund 11.200 (vgl. Abbildung 32). Verglichen mit 2013 ist die Zahl der Existenzgründungen
erneut um -3,8 Prozent gesunken. Dies war der zehnte Rückgang im Jahresvergleich in Folge.
Bundesweit war der Rückgang der Existenzgründungen mit -8,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr
sogar noch stärker.
abb. 31:
Exporteurquote
1, 3
2009 und 2013 in Sachsen nach Wirtschaftszweigen
2
in Prozent
1
Exporteurquote = Anteil der Exportunternehmen an allen Unternehmen des Wirtschaftszweiges in Prozent
2
Klassifikation der Wirtschaftszweige Ausgabe 2008
3
Nur umsatzsteuerpflichtige Unternehmen mit mehr als 17.500 Euro Jahresumsatz
Quelle: Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen (o.J.b)
Land- und Forstwirtschaft, Fischerei
Bergbau und Gewinnung von Steinen und Erden
Verarbeitendes Gewerbe
Energieversorgung
Wasserversorgung; Abwasser- und Abfallentsorgung
Baugewerbe
Handel
Verkehr und Lagerei
Gastgewerbe
Information und Kommunikation
Erbringung von Finanz- und Versicherungsdienstleistungen
Grundstücks- und Wohnungswesen
Erbringung von freiberuflichen, wissenschaftlichen
und technische Dienstleistungen
Erbringung von sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen
Erziehung und Unterricht
Gesundheits- und Sozialwesen
Kunst, Unterhaltung und Erholung
Erbringung von sonstigen Dienstleistungen
0
5
10
15
20
25
k.a.
k.a.
5,7
7,2
19,5
13,8
23,2
25,0
2,9
9,2
13,8
2,4
2,1
13,1
16,0
11,3
11,2
0,9
1,2
10,2
10,9
5,1
4,8
5,9
4,0
3,6
3,9
9,2
7,8
2,3
2,9
2,4
2,8
2,9
2,4
2,7
49 Die Berechnungsmethode des IfM Bonn bereinigt die Zahl der Gründungen und Liquidationen aus der Gewerbeanzeigenstatistik des
Statistischen Bundesamtes. Hierfür werden die ausgewiesenen Zahlen von Gewerbean- und -abmeldungen in Deutschland um nicht
gründungs- bzw. liquidationsrelevante Komponenten wie Unternehmensverlagerungen, Umwandlungen oder Rechtsformwechsel
bereinigt. Nebenerwerbsgründungen und -aufgaben werden nicht in der Gründungs- und Liquidationsstatistik berücksichtigt.
2009
2013

34 | Entwicklung des sächsischen Mittelstandes
abb. 32:
Existenzgründungen und liquidationen
1
2002 bis 2014 in Sachsen, in 1.000
1
Seit 2003 Änderung der Gewerbeanzeigenstatistik,
deshalb Modifizierung der Berechnungsmethode des
IfM Bonn, Zahlen nur eingeschränkt vergleichbar, Rund-
ungsdifferenzen möglich. Quelle: IfM Bonn (o.J.)
abb. 33:
Zugänge in die Förderung der
Selbstständigkeit aus der arbeitslosigkeit
1
2004 bis 2014 in Sachsen
1
Weitere, aufgrund der geringeren Zahl an Förderemp-
fängern hier nicht adäquat darstellbaren Instrumente
der Bundesagentur für Arbeit sind das Einstiegsgeld bei
selbstständiger Erwerbstätigkeit (201 Förderfälle in 2014)
sowie die Leistungen zur Einbindung von Selbstständigen
(75 in 2014). Quelle: Bundesagentur für Arbeit (o.J.)
Existenzgründungen
Liquidationen
Saldo
Existenzgründerzuschuss
Überbrückungsgeld für Selbstständige
Gründungszuschuss
2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014
35
30
25
20
15
20
5
0
-5
22,0
20,9
1,1
28,3
21,7
6,6
30,7
19,6
1 1,1
25,9
21,4
4,5
23,2
20,4
2,8
18,4
19,4
-0,9
17,7
19,5
-1,8
17,1
17,3
-0,2
16,7
16,9
-0,2
15,7
16,2
-0,5
12,8
15,6
-2,8
1 1,6
14,4
-2,7
1 1,2
14,1
-2,9
Verglichen mit 2013 ist die Zahl der Existenzgründungen erneut um -3,8 Prozent gesunken. Dies
war der zehnte Rückgang im Jahresvergleich in Folge. Bundesweit war der Rückgang der Existenz-
gründungen mit -8,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr sogar noch stärker.
2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014
25.000
20.000
15.000
10.000
5.000
0
10.570
12.779
8.637
8.941
2.020
5.773
4.530
7.359
7.006
7.501
7.463
6.901
2.105
2.056
2.020
Insgesamt: 23.349 18.584 14.238 9.644 8.995 9.143 8.595 7.822 2.105 2.056 2.020

Entwicklung des sächsischen Mittelstandes | 35
abb. 34:
Gründungsintensität
1
2004 bis 2014
in Sachsen, in den neuen Bundesländern
mit Berlin und in Deutschland
1
Existenzgründungsintensität = Existenzgründungen
je 10.000 Erwerbsfähige (Bevölkerung im Alter von 18
bis unter 65 Jahren), 2014 vorläufig, da berechnet mit
Erwerbstätigenzahlen 2013
Quelle: IfM Bonn (o.J.)
Auch wenn die Anzahl der Liquidationen in Sachsen ebenfalls eine sinkende Tendenz zeigt und
2014 um -2 Prozent gegenüber dem Vorjahr sank, ist der Saldo aus Gründungen und Liquidati-
onen seit 2007 negativ. 2014 wurden 2.900 Firmen mehr liquidiert als neugegründet, was den
bislang höchsten negativen Saldo darstellte. Auf dem Höhepunkt des Existenzgründungsbooms
im Jahr 2004 lag die Anzahl der neu gegründeten Firmen noch um mehr als 11.000 über den der
liquidierten. Hintergrund ist, dass 2003 und 2004 die Gründungsaktivitäten im Freistaat durch die
Einführung des Existenzgründerzuschusses (Ich-AG), die Novellierung der Handwerksordnung und
die EU-Osterweiterung ihren vorläufigen Höhepunkt erreichten. Seitdem sind die Existenzgrün-
dungszahlen rückläufig. Neben allgemeinen wirtschaftlichen Faktoren, die sich eher dämpfend auf
die Gründungsaktivitäten auswirkten, wie der verbesserten Arbeitsmarktlage und der demografi-
schen Entwicklung,
50
sind die Gründungsaktivitäten in den vergangenen Jahren auch sehr stark
von arbeitsmarktpolitisch motivierten Förderprogrammen beeinflusst worden. So gab es 2004
noch mehr als 23.000 Zugänge in die Förderung der Selbstständigkeit aus der Arbeitslosigkeit,
während es 2014 nur noch rund 2.000 waren (vgl. Abbildung 33). Der neuerliche Rückgang bei den
Existenzgründungen in Sachsen in den letzten drei Jahren spiegelt auch die Ende 2011 wirksam
gewordene Neuregelung des Gründungszuschusses wider.
Mit dem Rückgang der absoluten Zahlen bei den Neugründungen verringerte sich auch die Grün-
dungsintensität. In Sachsen entfielen im Jahr 2014 auf 10.000 Erwerbsfähige 45 Existenzgrün-
dungen (vgl. Abbildung 34). In den neuen Bundesländern und Berlin sowie bundesweit waren es
rund 61 Existenzgründungen. Die Gründungsintensität in Sachsen ist seit 2005 niedriger als in
Deutschland und den neuen Bundesländern. Seit 2004 zeigt die Gründungsdynamik in allen drei
Vergleichsregionen eine deutlich sinkende Tendenz. Lediglich 2009 und 2010 war in Deutschland
insgesamt sowie den neuen Bundesländern mit Berlin eine leichte Steigerung der Gründungs-
intensität zu beobachten. In Sachsen trat dieser Effekt jedoch nur abgeschwächt auf, wobei in
dem Zeitraum der Rückgang etwas gebremster als in den Vorjahren ausfiel. Seit 2012 hat sich der
Rückgang der Gründungsintensität wieder deutlich beschleunigt, sodass 2014 in allen drei Ver-
gleichsregionen der tiefste Stand seit 2004 registriert wurde.
2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014
130
110
90
70
50
30
111,2
109,5
119,9
97,5
95,3
94,7
91,0
90,8
85,9
82,3
78,3
68,9
77,4
73,5
67,0
80,2
75,3
65,7
81,0
76,1
64,8
79,3
75,9
62,9
68,2
66,3
51,7
47,1
66,4
63,3
60,9
60,5
45,3
Sachsen
Neue Bundesländer mit Berlin
Deutschland
50 Vgl. Piegeler (2015).

36 | Entwicklung des sächsischen Mittelstandes
2.8.2 Insolvenzen von unternehmen
Seit 2009 ist die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in Sachsen deutlich gesunken. 2014 wurden
1.082 Unternehmensinsolvenzen registriert, 860 Insolvenzen weniger als 2009 (vgl. Abbildung 35).
Dies entspricht einer Reduktion um -44,3 Prozent. Bei den Unternehmensinsolvenzen 2014 han-
delt es sich um den niedrigsten Wert seit 1994. Der Rückgang der Unternehmensinsolvenzen im
Zeitraum 2009 bis 2014 ist damit im Freistaat Sachsen deutlich höher als im bundesdeutschen
Durchschnitt von 26,5 Prozent.
51
Bezieht man die Zahl der Insolvenzen auf den Bestand der in Sachsen ansässigen Unternehmen
(vgl. Abbildung 36), so ist die für das Jahr 2013 errechnete Insolvenzquote in Sachsen mit 8,4
Promille höher als die Insolvenzquote in den neuen Bundesländern (7,8) und in Deutschland ins-
gesamt (8,0). Schon seit dem Jahr 2005 liegt die Insolvenzquote in Sachsen jeweils über dem
Niveau der beiden Vergleichsregionen. Seit 2008 ist aber ein deutlicher Annährungsprozess an den
bundesweiten Durchschnitt zu beobachten. So hat sich der Abstand von 3,3 Insolvenzen je 1.000
Unternehmen 2008 auf 0,4 Insolvenzen 2013 verringert.
abb. 35:
anzahl der Insolvenzen von unternehmen
1991 bis 2014 in Sachsen
Auf Grund von Änderungen im Insolvenzrecht
eingeschränkte Vergleichbarkeit
Quelle: Statistisches Landesamt des
Freistaates Sachsen (o.J.d)
abb. 36:
Entwicklung der unternehmensinsolvenz-
quoten
1
in Sachsen im Vergleich
1
Insolvenzen je 1.000 Unternehmen
(nach Umsatzsteuerstatistik)
Quelle: Statistisches Bundesamt (o.J.e),
Berechnungen des IfM Bonn
51 Vgl. Statistisches Bundesamt (o.J.e).
3.000
2.500
2.000
1.500
1.000
500
0
1991
1992
1993
1994
1995
1996
1997
1998
1999
2000
2001
2002
2003
2004
2005
2006
2007
2008
2009
2010
2011
2012
2013
2014
86
311
656
1.047
1.836
2.361
2.630
2.765
2.488
2.541
2.682
2.727
2.430
2.344
2.465
1.850
2.212
1.942
1.713
1.587
1.388
1.255
1.082
1.815
Sachsen
Neue Bundesländer mit Berlin
Deutschland
20
18
16
14
12
10
8
6
2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013
17,8
13,3
17,2
17,6
16,5
12,1
11,0
12,9
15,4
12,4
10,5
9,3
9,2
10,1
12,5
13,3
11,2
10,4
11,7
10,3
10,1
10,7
9,4
9,2
8,3
8,7
9,2
8,4
8,0
7,8

Entwicklung des sächsischen Mittelstandes | 37
2.8.3 unternehmensnachfolge
Neben Existenzgründungen ist der Erhalt bestehender Unternehmen im Rahmen der Unterneh-
mensnachfolge eine wichtige Herausforderung für den Mittelstand. Die Mittelstandsberichte
2005/2006 sowie 2011/2012 widmeten sich diesem Thema ausführlich.
52
Da im Gegensatz zum
Mittelstandsbericht 2011/2012 für dieses Jahr keine aktuellen Werte aus dem IAB-Betriebspanel
zur Unternehmensnachfolge zur Verfügung standen, werden im Folgenden die Ergebnisse des IfM
Bonn vom Dezember 2013 skizziert.
53
Das IfM Bonn schätzt seit Mitte der 1990er Jahre die Anzahl
der vor der Übergabe stehenden Unternehmen in Deutschland. Zudem wird sich auf einen kon-
kreten Übergabezeitraum von 2014 bis 2018 bezogen, während das IAB-Betriebspanel von einem
absehbaren, nicht näher definierten Zeitraum ausgeht. Zudem gelten beim IfM Bonn Unternehmen
mit einem Jahresumsatz von weniger als 100.000 Euro als nicht übergabewürdig, d.h., sie werden
dementsprechend nicht in die Schätzung einbezogen. Damit sind die Daten des IfM Bonn nur
bedingt mit den Werten des letzten Mittelstandsberichts vergleichbar.
Nach aktuellen Hochrechnungen des IfM Bonn stünden für den Zeitraum 2014 bis 2018 in
Deutschland etwa 135.000 Unternehmen mit rund 2 Mio. Beschäftigten vor einer Übergabe, weil
ihre Eigentümer altersbedingt, aufgrund von Krankheit, Unfall, Tod oder aus anderen Gründen
aus dem Unternehmen ausscheiden werden.
54
Damit wären bundesweit rund 3,6 Prozent der Un-
ternehmen mit rund 6,5 Prozent der Beschäftigten von einer Unternehmensübergabe bis 2018
betroffen.
55
Sowohl absolut als auch relativ sind die meisten Übergaben bei Firmen mit einem Jah-
resumsatz von unter 5 Mio. Euro zu erwarten. Aufgrund der demografischen Entwicklung hat sich
die Anzahl der zur Übergabe anstehenden Unternehmen gegenüber der letzten Schätzung erhöht
(2010-2014: 109.000 Übergaben; 2014-2018: 135.400 Übergaben).
56
Die meisten Übergaben sind
dabei im Produzierenden Gewerbe (etwa 30 Prozent) sowie bei Unternehmensdienstleistungen
und im Handel (jeweils etwa 28 Prozent) zu erwarten.
57
Auf Basis von unternehmens- und soziostrukturellen Daten rechnet das IfM Bonn die für Deutsch-
land geschätzten Werte für die einzelnen Bundesländer herunter. Für Sachsen werden für den
Zeitraum 2014 bis 2018 insgesamt 5.300 Unternehmensübergaben, die rund 70.000 Beschäftigte
betreffen, erwartet (vgl. Tabelle 9). Im Bundesländervergleich befindet sich der Freistaat Sachsen
nach Unternehmen hinter Berlin an 8. sowie nach Beschäftigten gemeinsam mit Hamburg an
siebter Stelle der meisten Übergaben.
58
Der Anteil der vor Übergabe stehenden Unternehmen liegt
damit in Sachsen knapp unter dem Durchschnitt der neuen und alten Bundesländer. Zudem sind
die betroffenen Firmen in Sachsen im Mittel etwas kleinteiliger. Dies dürfte, wie im letzten Mittel-
standsbericht dargestellt, vor allem mit der jüngeren Unternehmensstruktur im Freistaat zusam-
menhängen.
59
Gleichwohl ist abzusehen, dass infolge der demografischen Entwicklung gerade in
Sachsen wie auch in den anderen neuen Bundesländern das Thema der Unternehmensnachfolge
weiter an Bedeutung gewinnt.
tab. 9:
unternehmensnachfolge in Sachsen sowie
in den neuen und alten Bundesländern,
betroffene unternehmen 2014 bis 2018
Auf Grund von Änderungen im Insolvenzrecht
eingeschränkte Vergleichbarkeit
Quelle: Statistisches Landesamt des
Freistaates Sachsen (o.J.d)
Sachsen
neue Bundesländer
alte Bundesländer
anzahl unternehmen
5.300
16.200
119.100
anteil an allen unternehmen
(in Prozent)
3,1
3,2
3,8
Beschäftigte
70.000
216.000
1.784.000
durchschnittliche Betriebsgröße
(Beschäftigte)
13,2
13,3
15,0
52 Vgl. Sächsisches Staatministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr (2013, 2006).
53 Im Gegensatz zum Betriebspanel des IAB zielt das IfM auf Unternehmen und nicht auf Betriebe ab.
54 Vgl. IfM Bonn (2013).
55 Vgl. IfM Bonn (2013) für Unternehmensanteil und Bundesagentur für Arbeit (o.J.) für Beschäftigtenanteil:
bezogen auf die Anzahl der sv-Beschäftigten zum 31.05.2015; eigene Berechnungen.
56 Vgl. IfM Bonn (2010).
57 Vgl. IfM Bonn (2013).
58 Vgl. ebd.
59 Vgl. Sächsisches Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr (2013).

38 | Entwicklung des sächsischen Mittelstandes
2.9 Die volkswirtschaftliche Bedeutung des Mittelstandes im Freistaat Sachsen
Der Mittelstand ist das tragende Fundament der sächsischen Wirtschaft und bildet mit 99,9
Prozent aller Unternehmen, 67,1 Prozent des erwirtschafteten Umsatzes und 74,4 Prozent aller
sv-Beschäftigten Sachsens ökonomisches Rückgrat (vgl. Abbildung 37). Ohne die Arbeits- und
Ausbildungsplätze für mehr als 1,12 Mio. Beschäftigte, ohne das mittelständische Innovations-
potenzial und ohne die unternehmerische Dynamik wäre die wirtschaftliche Entwicklung im
Freistaat in den letzten 25 Jahren nicht so positiv verlaufen. Die mittelständische Kultur ist dar-
über hinaus ein wichtiger Stabilitätsanker unserer Gesellschaft. Werte wie Tradition, Kreativität,
Langfristigkeit und persönliche Verantwortung haben das Unternehmerbild im Freistaat Sachsen
wesentlich geprägt. Sie stiften Vertrauen in eine nachhaltige Zukunftsgestaltung und schaffen
Perspektiven für junge Menschen. Im Bundesvergleich ist die Wirtschaftsstruktur im Freistaat
Sachsen zu kleinteilig. Größere Unternehmenseinheiten sind oft eine wichtige Voraussetzung
für kapital- und personalintensive Produktentwicklungen, Innovationskraft, ein schlagkräftiges
Marketing, moderne Logistik sowie Internationalisierung. Für die zukünftige Wettbewerbsfähig-
keit Sachsens ist es daher notwendig, das Größenwachstum mittelständischer Unternehmen zu
stärken und zu fördern.
abb. 37:
Mittelstand in Sachsen nach
kMu-Definition der Eu
a
Abgrenzung nach Merkmal Umsatzgröße,
Daten von 2013
b
Abgrenzung nach Merkmal Beschäftigtenzahl,
Stichtag 30.06.2014
c
Abgrenzung nach Merkmal Beschäftigtenzahl,
Stichtag 19.08.2015
Quelle: Statistisches Bundesamt (o.J.b),
Bundesagentur für Arbeit (o.J.), eigene Darstellung
nach Vorbild IfM Bonn
99,9 %
99,4 %
74,4 %
67,1 %
74,4 %
Betriebe
b
unternehmen
a
sv-Beschäftigte
b
auszubildende
c
umsatz
a

Entwicklung des sächsischen Mittelstandes | 39
3. lItERatuRVERZEIChnIS
Bundesagentur für arbeit (o.J.):
Beschäftigungsstatistik 2004 – 2014: Stand jeweils 30.06., Nürnberg.
Bundesagentur für arbeit (2015):
Methodenbericht der Statistik der BA, Beschäftigungsstatistik Revision 2014,
zweite überarbeitete Fassung, Nürnberg.
Bundesinstitut für Berufsbildung (2015):
Datenreport zum Berufsbildungsbericht 2015 Informationen und Analysen zur
Entwicklung der beruflichen Bildung, Bonn.
Bundesministerium für Bildung und Forschung (o.J.):
Berufsbildungsbericht (Stichtag jeweils 30.09.).
Deutsches Patent- und Markenamt (o.J.):
Jahresberichte 2003 und 2014, München.
Eurostat (2015):
Glossar – Patentstatistik (Download: 07.08.2015), Luxemburg.
Eurostat (2013):
Glossar – International standard classification of education (ISCED)
(Download: 02.10.2013), Luxemburg.
Europäische kommission (2006):
Die neue KMU-Definition, Benutzerhandbuch und Mustererklärung, Brüssel.
Glöckner, ulf/Rammer, Christian (2013):
Untersuchung von Innovationshemmnissen in Unternehmen – insbesondere KMU – bei der
Umsetzung von Forschungs- und Entwicklungsergebnissen in vermarktungsfähige Produkte und
mögliche Ansatzpunkte zu deren Überwindung. Studie im Auftrag des Bundesministeriums für
Wirtschaft und Technologie.
Icks, annette/Suprinovic, Olga (2007):
Der Einfluss von Patenten auf Gründungen in technologieorientierten Branchen – eine theoreti-
sche und empirische Analyse, IfM-Materialien Nr. 176, Institut für Mittelstandsforschung, Bonn.
Institut für Mittelstandsforschung Bonn (o.J.):
http://www.ifm-bonn.org/statistiken/mittelstand-im-ueberblick/#accordion=0&tab=1
Institut für Mittelstandsforschung Bonn (2013):
Unternehmensnachfolgen in Deutschland 2014 bis 2018, Daten und Fakten Nr. 11.
Institut für Mittelstandsforschung Bonn (2010):
Unternehmensnachfolgen in Deutschland 2010 bis 2018, IfM-Materialien Nr. 198.
Piegeler, Monika (2015):
Entrepreneurship und Innovation. Stand der Forschung und politische Handlungsempfehlungen.
Forschungsberichte aus dem Institut der deutschen Wirtschaft Köln Nr. 103.
Sächsisches Staatsministerium für Wirtschaft, arbeit und Verkehr (2015):
Sächsischer Technologiebericht 2015, Dresden.
Sächsisches Staatsministerium für Wirtschaft, arbeit und Verkehr (2013):
Sächsischer Mittelstandsbericht 2011/2012, Dresden.
Sächsisches Staatsministerium für Wirtschaft, arbeit und Verkehr (2011):
Sächsischer Mittelstandsbericht 2009/2010, Dresden.
Sächsisches Staatsministerium für Wirtschaft, arbeit und Verkehr (2006):
Sächsischer Mittelstandsbericht 2005/2006, Dresden.
Sächsisches Staatsministerium für Wissenschaft und kunst (2013):
Sächsischer Technologiebericht 2012, Dresden.
SÖStRa Gmbh (o.J.):
IAB-Betriebspanel Länderbericht für Sachsen – Ergebnisse der Wellen 2005-2014, Berlin.
SÖStRa Gmbh (2015):
IAB-Betriebspanel Länderbericht für Sachsen –
Ergebnisse der 19. Welle 2014, Berlin.
Statistische ämter des Bundes und der länder, arbeitskreis Volkswirtschaftliche
Gesamtrechnung der länder (o.J.):
Bruttoinlandsprodukt, Bruttowertschöpfung in den Ländern der Bundesrepublik Deutschland
2000 bis 2014, R1B1.
Statistisches Bundesamt (o.J.a):
Ergebnisse des Mikrozensus 2004 – 2012, Wiesbaden.
Statistisches Bundesamt (o.J.b):
Umsatzsteuerstatistik 2004 – 2013, Wiesbaden.

40 | Entwicklung des sächsischen Mittelstandes
Statistisches Bundesamt (o.J.c):
Wissenschafts- und Technologieindikatoren für Deutschland und die Bundesländer,
Genesis-Datenbank, Wiesbaden.
Statistisches Bundesamt (o.J.d):
Statistik der Ein- und Ausfuhren 2008-2014, Wiesbaden.
Statistisches Bundesamt (o.J.e):
Insolvenzstatistik 2004-2013, Wiesbaden.
Statistisches Bundesamt (2015a):
https://www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/GesellschaftStaat/Bevoelkerung/Mikrozensus.html
(Zugriff am 05.08.2015), Wiesbaden.
Statistisches Bundesamt (2015b):
https://www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/GesellschaftStaat/BildungForschungKultur/
ForschungEntwicklung/Tabellen/FuEPersonalBundeslaenderSektoren.html
(Zugriff am 20.08.2015), Wiesbaden.
Statistisches Bundesamt (2015c):
Unternehmensregister, Wiesbaden.
Statistisches Bundesamt (2005):
Regionale Wissenschafts- und Technologieindikatoren, Wiesbaden.
Statistisches Bundesamt (2008):
Klassifikation der Wirtschaftszweige, Ausgabe 2008 (WZ 2008).
Statistisches Bundesamt (2003):
Klassifikation der Wirtschaftszweige, Ausgabe 2003 (WZ 2003).
Statistisches landesamt des Freistaates Sachsen (o.J.a):
Ergebnisse des Mikrozensus 2004-2014, Kamenz.
Statistisches landesamt des Freistaates Sachsen (o.J.b):
Umsatzsteuerstatistik 2004, 2009, 2011 und 2013, einschl. Sonderauswertungen, Kamenz.
Statistisches landesamt des Freistaates Sachsen (o.J.c):
Statistik der Ein- und Ausfuhren 2008-2014, Kamenz.
Statistisches landesamt des Freistaates Sachsen (o.J.d):
Insolvenzstatistik 1991-2014, Kamenz.
Stifterverband für die Deutsche Wirtschaft (o.J.):
Wissenschaftsstatistik, Essen.
Stifterverband für die Deutsche Wirtschaft (2015a):
FuE-Facts April 2015, Essen.
Stifterverband für die Deutsche Wirtschaft (2015b):
a:rәn‘di: Zahlenwerk 2015, Forschung und Entwicklung in der Wirtschaft 2013, Essen.
StuDItEMPS Gmbh (2015): Fachkraft 2020, köln.
4. taBEllEnVERZEIChnIS
tabelle 1
Empfehlung der EU zur Klassifizierung von KMU ab 01.01.2005
3
tabelle 2
Unternehmen 2013 in Sachsen nach NUTS-2-Regionen und Umsatzgrößenklassen
7
tabelle 3
Umsatz der Unternehmen 2013 in Sachsen nach NUTS-2-Regionen
10
tabelle 4
Entwicklung auf dem Ausbildungsstellenmarkt in Sachsen in den
Jahren 2004 bis 2014
17
tabelle 5
Neu abgeschlossene Ausbildungsverträge in Sachsen in den
Jahren 2004 bis 2014 nach Wirtschaftsbereichen
17
tabelle 6
Umsatzsteuerpflichtige Unternehmen in den Jahren 2009 und 2013 in Sachsen –
insgesamt und KMU
19
tabelle 7
Umsatz der umsatzsteuerpflichtigen Unternehmen in den Jahren 2009 und 2013
in Sachsen – insgesamt und KMU
21
tabelle 8
Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in Sachsen im Jahr 2014 nach
Wirtschaftszweigen und Beschäftigtengrößenklassen
24
tabelle 9
Unternehmensnachfolge in Sachsen sowie in den neuen und alten Bundesländern,
betroffene Unternehmen 2014 bis 2018
37

Entwicklung des sächsischen Mittelstandes | 41
5. aBBIlDunGSVERZEIChnIS
abbildung 1
Anzahl der Selbstständigen 2004 bis 2014 in Sachsen nach Geschlecht
4
abbildung 2
Selbstständigenquote 2004 bis 2014 in Sachsen nach Geschlecht
4
abbildung 3
Selbstständigenquote 2004 bis 2014 in Sachsen, in den neuen Bundesländern
mit Berlin und in Deutschland
5
abbildung 4
Unternehmen 2013 im Freistaat Sachsen nach Umsatzgrößenklassen
6
abbildung 5
KMU-Anteil an allen Unternehmen 2013 in Deutschland nach Bundesländern
6
abbildung 6
Entwicklung der Anzahl der Unternehmen in Sachsen im Vergleich
8
abbildung 7
Umsatz der Unternehmen 2013 im Freistaat Sachsen nach
Umsatzgrößenklassen
9
abbildung 8
KMU-Anteil an der Anzahl der Unternehmen insgesamt 2011 in Deutschland
nach Bundesländern
9
abbildung 9
Entwicklung des Umsatzes der Unternehmen in Sachsen im Vergleich
11
abbildung 10
Verteilung der Betriebe 2014 im Freistaat Sachsen nach Beschäftigtengrößen-
klassen, in Prozent – Stand: 30.06.2014
11
abbildung 11
Verteilung der sv-Beschäftigten in Betrieben 2014 im Freistaat Sachsen nach
Beschäftigtengrößenklassen, in Prozent – Stand: 30.06.2014
12
abbildung 12
Anteil der kleinen und mittleren Betriebe und ihrer sozialversicherungs-
pflichtig Beschäftigten
12
abbildung 13
Durchschnittliche Anzahl der sv-Beschäftigten in Betrieben 2008 bis 2014
im Freistaat Sachsen, in den neuen Bundesländern mit Berlin und in
Deutschland – Stand 30.6. des Jahres
13
abbildung 14
Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in Sachsen nach Betriebsgröße
13
abbildung 15
Fachkräftebedarf in Sachsen 2005 bis 2014 (jeweils 1. Halbjahr) in
1.000 Personen
14
abbildung 16
Nichtbesetzungsquote der Fachkräftestellen im 1. Halbjahr 2014 nach
Betriebsgrößenklassen
14
abbildung 17
Produktivität (Bruttowertschöpfung in jeweiligen Preisen in Euro je
Erwerbstätigen) in Sachsen und in den alten Bundesländern nach
ausgewählten Bereichen 2014
15
abbildung 18
Umsatzproduktivität (Umsatz je Vollzeitäquivalent; VZÄ) in Sachsen und den
alten Bundesländern nach Betriebsgrößenklassen 2014 in 1.000 Euro
16
abbildung 19
Verteilung der Auszubildenden in Betrieben in Sachsen 2014, WZ A-N, P-S
der WZ 2008
18
abbildung 20
Auszubildende in Sachsen 2004 bis 2014
18
abbildung 21
Branchenstruktur 2013 in Sachsen und in Deutschland
20
abbildung 22
Umsatz der Unternehmen in Sachsen und in Deutschland nach ausgewählten
Wirtschaftszweigen – Veränderung 2013 gegenüber 2009 in Prozent
22
abbildung 23
Veränderung der sv-Beschäftigten in Sachsen und Deutschland 2014
gegenüber 2009
23
abbildung 24
FuE-Intensität für Sachsen und Deutschland in den Jahren 2009 bis 2013
25
abbildung 25
FuE-Personalintensität für Sachsen und Deutschland
27
abbildung 26
Absolventenquote im Tertiärbereich in Sachsen und Deutschland
2003 bis 2013
28
abbildung 27
Patentanmeldungen je 100.000 Einwohner in Sachsen und Deutschland
29
abbildung 28
Anteil der Ausfuhren am BIP 2014 in Deutschland nach Bundesländern
31
abbildung 29
Exportunternehmen 2013 in Sachsen nach Umsatzgrößenklassen
31
abbildung 30
Exporteurquote 2013 in Deutschland nach Bundesländern
32
abbildung 31
Exporteurquote 2009 und 2013 in Sachsen nach Wirtschaftszweigen
in Prozent
33
abbildung 32
Existenzgründungen und Liquidationen 2002 bis 2014 in Sachsen, in 1.000
34
abbildung 33
Zugänge in die Förderung der Selbstständigkeit aus der Arbeitslosigkeit
2004 bis 2014 in Sachsen
34
abbildung 34
Gründungsintensität 2004 bis 2014 in Sachsen, in den neuen Bundesländern
mit Berlin und in Deutschland
35
abbildung 35
Anzahl der Insolvenzen von Unternehmen 1991 bis 2014 in Sachsen
36
abbildung 36
Entwicklung der Unternehmensinsolvenzquoten in Sachsen im Vergleich
36
abbildung 37
Mittelstand in Sachsen nach KMU-Definition der EU
38

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Wirtschaft, Arbeit und Verkehr
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