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Wölfe in Sachsen
Statusbericht für das Monitoringjahr
2017/2018
Helene Möslinger, Gesa Kluth, Ilka Reinhardt,
Catriona Blum-Rerát & Sebastian Collet

Wölfe in Sachsen
Statusbericht für das Monitoringjahr 2017/2018
Helene Möslinger
1)
, Gesa Kluth
1)
, Ilka Reinhardt
1)
,
Catriona Blum-Rerát
1
& Sebastian Collet
2)
1. LUPUS – Institut für Wolfsmonitoring und –forschung in Deutschland
2. Senckenberg Forschungsinstitut für Wildtiergenetik, Gelnhausen
Titelbild:
alte Milkeler Fähe (rechts im Bild), zweite Fähe (Tochter) und ein dritter Wolf des Milkeler Rudels im
August 2017. FOTO: LUPUS
Informationsstand:
November 2018

1
Inhalt
Summary ................................................................................................................................................. 2
Zusammenfassung ................................................................................................................................... 3
1.
Hintergrund ..................................................................................................................................... 4
2.
Monitoringstruktur .......................................................................................................................... 5
3.
Methoden ........................................................................................................................................ 6
3.1
Generell ................................................................................................................................... 6
3.2
Endbewertung und Interpretation der Daten ......................................................................... 7
3.3
Definitionen ............................................................................................................................. 9
4.
Ergebnisse...................................................................................................................................... 10
4.1
Wolfsbestand in Deutschland 2017/2018 ............................................................................. 10
4.1.1
Populationsgröße und Verbreitung ............................................................................... 10
4.1.2
Vorkommensgebiet ....................................................................................................... 12
4.2
Wolfsbestand in Sachsen 2017/2018 .................................................................................... 13
4.2.1
Reproduktion 2017 ........................................................................................................ 18
4.2.2
Totfunde 2017/2018 ..................................................................................................... 18
4.2.3
Wolfsfamilien ................................................................................................................ 20
4.2.4
Wolfspaare .................................................................................................................... 37
4.2.5
territoriale Einzeltiere ................................................................................................... 37
4.2.6
Status unklar .................................................................................................................. 38
5. Besondere Vorkommnisse im Monitoringjahr 2017/2018 ............................................................... 39
5.1 wiederholte Nahbegegnungen mit Milkeler Welpen .................................................................. 39
5.2 GW701m tötet zwei Hunde ......................................................................................................... 40
5.3. Daubitzer Rüde (GW381m) tötet Jagdhund ............................................................................... 41
Literatur ................................................................................................................................................. 42
Anhang 1 – Sozialer Status, Reproduktion und Nachweismethoden in den Wolfsrevieren in Sachsen
2017/2018 ............................................................................................................................................. 44

2
Summary
After more than 150 years without wolves Germany is again home of a reproducing wolf population.
In 2000 a first wolf pack was confirmed in Saxony. Five years later a second was proven. Since then the
population increased and spread continuously.
The data on wolves in Germany in this report were compiled on the National Meeting on Monitoring
of Wolf, Lynx and Bear, held in Gelnhausen in September 2018. The information is also presented in
more detail in the current national status report (DBBW 2019), which can be downloaded from
www.dbb-wolf.de,
a website which provides year-round updated information on wolves in Germany.
During monitoring year 2017/2018, 73 wolf packs, 30 scent marking pairs and three single resident
wolves were confirmed in Germany (Date: November 2018). They were found in six federal states:
Brandenburg (26), Saxony (18), Lower Saxony (13), Saxony-Anhalt (11), Mecklenburg-Western
Pomerania (4) and Bavaria (1). Scent marking pairs have been confirmed in Brandenburg (12), Lower
Saxony (9), Saxony (4), Mecklenburg-Western Pomerania (3) and Bavaria (2); single resident wolves in
Mecklenburg-Western Pomerania (2) and Thuringia (1).
From May 1st 2017 until April 30th 2018 61 wolves were found dead in Germany. Most cases occurred
in Lower-Saxony (21), Saxony (20), and Brandenburg (14), followed by Saxony-Anhalt (3), Mecklenburg-
Western Pomerania (2) and Baden-Wuerttemberg (1). 46 of the wolves found dead had died in traffic
accidents, 6 were illegally killed, 4 died on natural causes, in 4 cases the cause of death remained
unknown and one was legally killed for management reasons (DBBW 2019).
This report concentrates on the state of Saxony, where the center of wolf occurrence is still the Lusatia
region, situated in the North-East of the state, even though wolves are more and more establishing
themselves also in the north-west and even start to spread more to the south-west.
In monitoring year 2017/2018 in Saxony in sum 5789 presence signs of wolves were registered,
evaluated and - compiled to 5410 events – analysed. Based on 1756 hard facts (C1) and 358 confirmed
wolf signs (C2) wolf occurrence could be proven in 73 cells of the 10x10 km EU-Grid. A sum of 18 packs
and four scent-marking pairs could be confirmed. Three packs counted in Saxony are shared with
Brandenburg and the Czech Republic. (Date: November 2018). In all of the 18 packs reproduction could
be confirmed and a sum of 67 pups were registered.
Twenty wolves were found dead, all except one of them in the East of the state. Of these wolves, 16
died in traffic accidents, one from a natural cause and one was legally killed for management reasons.
In two other cases the cause of death could not be confirmed. The number of wolves found dead in
2017/2018 is by far the highest number of dead wolves recorded in a monitoring year in Saxony so far.

3
Zusammenfassung
Nach über hundertfünfzig wolfsfreien Jahren gibt es wieder ein reproduzierendes Wolfsvorkommen in
Deutschland. Nachdem im Jahr 2000 in Sachsen die erste Wolfsfamilie nachgewiesen wurde, dauerte
es fünf Jahre bis es zwei Rudel gab. Seitdem steigt der Bestand stetig an und breitet sich aus.
Die hier präsentierten Daten zu Wölfen in Deutschland wurden auf dem Nationalen Monitoringtreffen
in Gelnhausen im September 2018 zusammengestellt. Die Informationen sind auch in detaillierterer
Form im jährlichen Nationalen Statusbericht verfügbar, der unter
www.dbb-wolf.de
heruntergeladen
werden kann (DBBW 2019). Die genannte Internetseite stellt regelmäßig aktualisierte Informationen
über Wölfe in Deutschland bereit.
Im Monitoringjahr 2017/2018 wurden in Deutschland 73 Wolfsrudel und 30 territoriale Paare sowie
drei territoriale Einzeltiere bestätigt (Kenntnisstand: November 2018). Die Wolfsrudel wurden außer
in Brandenburg (26) und Sachsen (18), Niedersachsen (13), auch in Sachsen-Anhalt (11), Mecklenburg-
Vorpommern (4) und Bayern (1) nachgewiesen. Wolfspaare ohne Reproduktion wurden in
Brandenburg (12), Niedersachsen (9), Sachsen (4), Mecklenburg-Vorpommern (3) und Bayern (2)
bestätigt; territoriale Einzeltiere in Mecklenburg-Vorpommern (2) und Thüringen (1).
Vom 01.05.2017 bis zum 30.04.2018 wurden deutschlandweit 61 Wölfe tot aufgefunden, die meisten
davon in Niedersachsen (21), Sachsen (20) and Brandenburg (14). Weitere Totfunde gab es in Sachsen-
Anhalt (3), Mecklenburg-Vorpommern (2) und Baden Württemberg (1). 46 Wölfe starben bei
Verkehrsunfällen, 6 wurden illegal getötet, 4 starben an natürlichen Ursachen, in 4 Fällen war die
Todesursache unklar. Ein Wolf wurde legal aus Managementgründen getötet (DBBW 2019).
Der vorliegende Statusbericht bezieht sich auf das Land Sachsen. Der Schwerpunkt des Wolfsgebietes
befindet sich nach wie vor in der Lausitz, auch wenn die Tiere sich zunehmend nach Nordwesten
ausbreiten und es auch in Richtung Südwesten einige Nachweise gibt.
Im Monitoringjahr 2017/2018 wurden in Sachsen insgesamt 5789 Hinweise auf Wölfe bewertet,
archiviert und - zusammengefasst zu 5410 Ereignissen – ausgewertet. Anhand der 1756 Nachweise
(C1) und 358 bestätigten Hinweise (C2) konnte für 73 Rasterzellen Wolfsanwesenheit belegt werden.
Es wurden 18 Rudel und vier Paare bestätigt, von denen drei Rudel grenzübergreifend mit Brandenburg
und der Tschechischen Republik sind (Kenntnisstand: November 2018). In allen 18 Rudeln wurde
Reproduktion bestätigt, insgesamt wurden 67 Welpen nachgewiesen.
Im Monitoringjahr 2017/2018 wurden in Sachsen 20 Wölfe tot aufgefunden. Alle bis auf einen wurden
im Osten des Landes festgestellt. Von den toten Wölfen waren 16 bei Verkehrsunfällen gestorben,
einer verendete an natürlicher Ursache und ein weiterer wurde mit behördlicher Genehmigung aus
Managementgründen getötet. Für zwei weitere Wölfe konnte die Todesursache nicht geklärt werden.
Die Zahl der Totfunde in 2017/2018 ist mit Abstand die höchste Zahl an Totfunden, die es in einem
Monitoringjahr bisher gab.

4
1.
Hintergrund
Nach über hundertfünfzig wolfsfreien Jahren gibt es wieder ein reproduzierendes Wolfsvorkommen in
Deutschland. Nachdem im Jahr 2000 in Sachsen die erste Wolfsfamilie nachgewiesen wurde, dauerte
es fünf Jahre bis sich ein zweites Rudel etablieren konnte. Seitdem steigt der Bestand stetig an und
breitet sich aus. Eine ähnliche Entwicklung gibt es auch in anderen Gebieten Europas. Nachdem die
stark geschrumpften Restpopulationen in den 1980er Jahren unter Schutz gestellt wurden, breitet
Canis lupus
sich wieder aus und kehrt in ehemalige Verbreitungsgebiete zurück, aus denen er
Jahrzehnte verschwunden war (REINHARDT & KLUTH 2007).
Verglichen mit anderen großen Karnivoren haben Wölfe ein hohes Reproduktions- und
Ausbreitungspotential. Einzeltiere können hunderte Kilometer weit in wolfsfreie Gebiete wandern
(MECH & BOITANI 2003). Die Quellpopulation für die Wölfe im Nordosten Deutschlands ist der
westlichste Ausläufer der baltischen Population, die sich bis nach Nordost-Polen erstreckt (CZARNOMSKA
et al 2013). In Mittel- und Westpolen wurde der Wolf ebenso ausgerottet, wie in Deutschland. Erst in
den letzten 50 Jahren wanderten immer wieder einzelne Tiere bis nach Westpolen, einige sogar bis
nach Deutschland. In der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts kamen mehr als 40 Wölfe aus Polen
nach Deutschland. Die meisten von ihnen wurden geschossen, mehrere starben auf Schiene oder
Straße (REINHARDT & KLUTH 2007; LUPUS unveröff.). Erst nachdem der Wolf im Zuge der
Wiedervereinigung auch in den neuen Bundesländern unter Schutz gestellt wurde, gelang es ihm in
Deutschland Fuß zu fassen. Im Jahr 1998 etablierte sich ein Wolfspaar auf einem Truppenübungsplatz
im Nordosten Sachsens. Zwei Jahre später kam es zur ersten bestätigten Welpenaufzucht in
Deutschland (KLUTH et al. 2002).
Die Wölfe in Deutschland, West-/Mittelpolen und im Nordwesten von Tschechien gehören - bis auf
einzelne aus der Alpenpopulation in den Süden Deutschlands eingewanderte Tiere - der
mitteleuropäischen (früher deutsch-westpolnischen) Flachlandpopulation an. Sie ist eine von zehn
teilweise von einander isolierten Wolfspopulationen in Europa und wurde 2018 als „bedroht“
(vulnerable) eingestuft (LINNELL & CRETOIS 2018). Der Kern des Verbreitungsgebiets dieser
Wolfspopulation ist die Lausitz beiderseits der deutsch-polnischen Grenze. Von hier erstreckt sich die
Population nach Nordwesten bis nach Niedersachsen und nach Nordosten bis an die Weichsel in der
Mitte Polens.
Der Wolf ist in Anhang II und IV der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH-RL) gelistet. Entsprechend ist
sein Erhaltungszustand zu überwachen, das heißt ein aussagefähiges Monitoring muss etabliert sein.
Die wesentlichen Ergebnisse dieses Monitorings sind alle sechs Jahre an die Europäische Kommission
zu berichten (Art. 17 FFH-RL). Wichtige Kenngrößen in diesen Berichten sind das Vorkommensgebiet
und die Populationsgröße sowie der Trend dieser Parameter. Im Jahr 2009 wurden im Rahmen des
F+E-Vorhabens „Grundlagen für Managementkonzepte für Großraubtiere in Deutschland –
Rahmenplan Wolf“ Standards für das Monitoring von Großraubtieren in Deutschland entwickelt
(KACZENSKY ET AL. 2009) und inzwischen überarbeitet (REINHARDT ET AL. 2015). Darin wurde festgelegt,
dass die Parameter Vorkommensgebiet und Populationsgröße jährlich (das Monitoringjahr läuft vom
1. Mai bis 30 April des Folgejahres) erhoben werden. Einmal im Jahr treffen sich in Deutschland die mit
dem Monitoring von Wolf und Luchs beauftragten Personen der einzelnen Bundesländer zur
Datenevaluierung und um ein möglichst vollständiges Bild der aktuellen Situation dieser Tierarten in
Deutschland zu erstellen. Das Ergebnis sind jährliche Vorkommenskarten für Wolf und Luchs in
Deutschland und eine Zusammenfassung des aktuellen Status. Der vorliegende Statusbericht bezieht
sich auf das Land Sachsen, er informiert über das Vorkommensgebiet (besetzte Rasterzellen) und die

5
Größe des Populationsteils im Monitoringjahr 2017/2018. Anhand der Totfunde werden aber auch die
Gefährdungen beleuchtet, denen Wölfe ausgesetzt sind.
In Gebieten mit flächendeckendem Wolfsvorkommen (z.B. in der Lausitz) wird die Ermittlung der
Anzahl der Territorien immer schwieriger. Aus unterschiedlichen Gründen, z.B. dem Tod eines
Elterntieres oder auch durch die Konkurrenz zwischen den Rudeln kommt es immer wieder zu
Verschiebungen der Wolfsterritorien oder gar zum Verschwinden einzelner Vorkommen. Hinzu
kommt, dass junge Wölfe, die sich niederlassen wollen, mitunter versuchen ihr Territorium zwischen
den bereits bestehenden zu etablieren (Beispiele unter anderem im Statusbericht 2014/2015 und
Statusbericht 2016/2017). Dies und auch die zunehmende Größe der von Wölfen besiedelten Fläche
erschwert die Datenerhebung und die Auswertung der Ergebnisse. Umso wichtiger sind Informationen,
die mittels Fotofallen und vor allem durch genetische Proben z.B. von Losungen erhoben werden, um
den Status der einzelnen Territorien zu klären und um Verschiebungen und Neuetablierungen zeitnah
zu erfassen.
2.
Monitoringstruktur
In Sachsen wird das Monitoring durch das LUPUS Institut für Wolfsmonitoring und –forschung in
Deutschland (LUPUS) im Auftrag des Senckenberg Museums für Naturkunde Görlitz (SMNG) und des
Sächsischen Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) mit Mitteln des
Sächsischen Staatsministeriums für Umwelt und Landwirtschaft (SMUL) durchgeführt bzw. koordiniert.
Seit 2001 werden kontinuierlich Daten zu Reproduktion und Verbreitung der Wölfe erhoben.
Unterstützt wird das Monitoring in Sachsen durch das Biosphärenreservat Oberlausitzer Heide- und
Teichlandschaft
(BROHT),
das
Naturschutzgebiet
Königsbrücker
Heide/Gohrischheide,
den
Bundesforstbetrieb Oberlausitz, Mitarbeiter des SMNG, freiwillige Helfer und seit 2009 auch durch
Mitarbeiter der Landratsämter. LUPUS ist für den gesamten Freistaat für die Endbewertung und
Interpretation der erhobenen Daten zuständig.
Seit dem Monitoringjahr 2016/2017 ist es dank eines Leserechtes für LUPUS möglich, auch die
Datensätze in die Auswertung mit einzubeziehen, die von Jagdausübungsberechtigten in die digitale
Datenbank "Sächsisches Wildmonitoring" (SWM) eingegeben wurden. Es handelte sich im
Monitoringjahr 2017/2018 um 125 Datensätze.
Das SWM wurde von der oberen Jagdbehörde eingerichtet. Es bietet den Jagdausübungsberechtigten
im Freistaat Sachsen u.a. die Möglichkeit, in digitaler Form bei der Erfassung, Beobachtung und
Überwachung bestimmter Wildarten mitzuwirken. Generell dient das sächsische Wildmonitoring
daher auch der Abschussplanung und der Führung und Überwachung von Jagdstrecken
(
https://www.wildmonitoring.de/wildmonitoring
).
Da der Wolf seit September 2012 im sächsischen
Jagdgesetz als eine jagdbare Art mit ganzjähriger Schonzeit geführt wird, sind Informationen über
Wölfe durch Jagdausübungsberechtigte in ihrem zuständigen Gebieten über das sächsische
Wildmonitoring anzugeben.
Die Zahl der über das SWM gemeldeten Hinweise, spiegelt aber nicht die insgesamt durch Jäger
gemeldeten Hinweise wieder, sie zeigt lediglich wie aktiv dieses Onlinetool genutzt wird.

6
3.
Methoden
3.1
Generell
In Sachsen kommt sowohl aktives als auch passives Monitoring zum Einsatz. Letzteres beinhaltet die
Aufnahme, Bewertung und Archivierung aller aus der Bevölkerung gemeldeten Hinweise, zum Beispiel
Sichtbeobachtungen. Solche Hinweise können ein wichtiges Indiz dafür sein, wo das aktive Monitoring
intensiviert werden muss. Der Hauptteil der Hinweise wird jedoch aktiv durch verschiedene
Monitoringmethoden erhoben. Die Schwerpunktmethode ist die Suche nach Anwesenheitshinweisen
(presence sign survey). Dabei werden Wege gezielt nach Wolfshinweisen, wie Kot (Losung) oder
Spuren abgesucht. Eine Häufung von Spuren- / Losungsfunden liefert Hinweise auf die
Aktivitätsschwerpunkte in den jeweiligen Territorien. Diese Methode kommt das ganze Jahr über zum
Einsatz, wobei im Sommer (ab Mitte/Ende Juni) besonders intensiv nach Hinweisen auf Welpen
gesucht wird. Die gezielte Suche nach Reproduktionshinweisen kann sich, je nach Gebiet, bis in den
Herbst hineinziehen. Darüber hinaus wird im Winter bei Schneefall intensiv abgefährtet, um so viele
Informationen wie möglich zu den reproduzierenden Tieren und der Mindestgröße des Rudels zu
erhalten. Auf Grund der unsicheren Schneelage und der begrenzten Anzahl verfügbaren Personals
(geschulte und erfahrene Personen, siehe KACZENSKY ET AL. 2009, REINHARDT ET AL. 2015) konzentriert sich
die Hinweissuche selbst bei Schneelage vor allem auf die Kerngebiete der Territorien.
Seit 2009 werden in Sachsen Fotofallen als Monitoringmethode eingesetzt. Sie kommen gezielt an
aktuellen
Aktivitätsschwerpunkten
zum
Einsatz.
Die
kontinuierliche
Suche
nach
Anwesenheitshinweisen ist dabei die Voraussetzung, um Fotofallen erfolgversprechend einzusetzen.
Sie dienen vor allem zur Bestätigung von Reproduktion und um die jeweils markierenden Tiere in den
einzelnen Rudeln fotografisch zu dokumentieren.
Genetische Untersuchungen sind ein wichtiger Teil des Monitorings geworden. Mit Hilfe der Analyse
genetischer
Proben
lassen
sich
benachbarte
Wolfsrudel
voneinander
abgrenzen,
Verwandtschaftsverhältnisse zwischen den Wolfsfamilien aufdecken oder auch die eventuelle
Zuwanderung von Wölfen aus Nachbarpopulationen bestätigen. Genetikproben können von frischen
Wolfslosungen gewonnen werden, im Schnee auch von Urin und Oestrusblut der Tiere. An frisch von
Wölfen gerissenen Tieren werden Speichelproben mittels Tupfer genommen. Ebenso werden Proben
von tot gefundenen oder lebend gefangenen Wölfen genetisch untersucht.
Aus dem Monitoringjahr 2017/2018 wurden in Sachsen insgesamt 479 Genetikproben eingesammelt,
77 davon im Rahmen des Monitoringprojektes „Untersuchung verschiedener Methoden im
Wolfsmonitoring zum Ziel der Effektivitätsoptimierung“. Im Rahmen des Projektes werden
verschiedene Monitoringmethoden hinsichtlich ihrer Effizienz verglichen. Das auf zwei Jahre angelegte
Projekt wird vom LUPUS Institut für Wolfsmonitoring und -forschung in Deutschland durchgeführt und
durch die Regina Bauer Stiftung sowie die Greenpeace Stiftung finanziert. Der Abschlussbericht wird
voraussichtlich im August 2019 vorliegen. Die Untersuchung der im Rahmen des Projektes
gesammelten Genetikproben wird direkt mit Mitteln des Projektes finanziert. Da diese im Herbst 2018
noch nicht abgeschlossen war, werden diese Proben in den weiteren Ausführungen nicht
berücksichtigt. Die im Rahmen des Projektes im Monitoringjahr 2017/2018 erhobenen Hinweise
(Losungen und Fotofallenaufnahmen) wurden jedoch mitberücksichtigt.
Ein weiteres Projekt, das im Berichtszeitraum in Sachsen stattfand, ist das OWAD-Projekt („Objektive
Akzeptanz des Wolfes in einer grenzüberschreitenden Kulturlandschaft“), ein Interreg-Projekt im

7
Grenzgebiet von Sachsen und Tschechien. Es wird von der Tschechischen Landwirtschaftlichen
Universität in Prag, dem Senckenberg Museum für Naturkunde Görlitz, dem Umweltministerium der
Tschechischen Republik und der Agentur für Natur- und Landschaftsschutz der Tschechischen Republik
durchgeführt. Im Rahmen des Projektes findet ein intensiver Informations- und Erfahrungsaustausch
bzgl. des sächsischen Wolfsmanagements statt. Ziel des Projektes ist es, im tschechischen Teil des
Projektgebietes beispielhaft Monitoring, Öffentlichkeitsarbeit und Herdenschutz - angepasst an die
Verhältnisse in der Tschechischen Republik - zu etablieren. Die auf sächsischer Seite im Rahmen des
Monitorings im Projektgebiet erhobenen Daten werden dem Projekt zur Verfügung gestellt, so auch
die genetischen Ergebnisse. Im Weiteren wird deshalb nicht extra angeführt, wie viele Proben im
OWAD-Projektgebiet gesammelt wurden.
Bis September 2018 wurden 241 Proben zur Untersuchung an das Senckenberg Forschungsinstitut für
Wildtiergenetik, Gelnhausen eingeschickt. 26 der 241 Proben wurden zur Klärung der beiden Fälle mit
den getöteten Hunden (Punkt 5.2 und 5.3) untersucht. In den übrigen 215 untersuchten Proben wurde
in 157 Proben die Art Wolf festgestellt (73 %), von diesen konnte in 79,6 % (125 Proben) das Individuum
analysiert werden. Bei 9 der untersuchten Proben (4,2 %) handelte es sich um eine andere Tierart (z.B.
Hund, Fuchs, Wildschwein). 49 der untersuchten Proben (22,8 %) lieferten kein Ergebnis. Um möglichst
optimale Ergebnisse zu erzielen, wurden soweit wie möglich aus den vorhandenen Proben die
ausgewählt, welche hinsichtlich von Frische und Erscheinungsbild am erfolgversprechendsten
schienen. Dies erfolgte vor allem in Territorien aus denen sehr viele Proben vorlagen. Proben, die
außerhalb der bisher bekannten Territorien oder in Gebieten mit bisher unklarem Status gesammelt
worden waren, wurden dagegen - bei Verdacht auf Wolf - ausnahmslos eingeschickt.
Auf dem nationalen Monitoringtreffen im September 2016 in Gelnhausen, auf dem die
Monitoringdaten aus dem Jahr 2015/2016 bundesweit evaluiert wurden, wurde festgelegt, dass ab
sofort alle Angaben zu Vorkommen der vergangenen Monitoringjahre auch rückwirkend geändert
werden können, wenn neue Erkenntnisse vorliegen. Dies gilt zum Beispiel für den Fall, dass ein
Wolfspaar, dass sich zum Ende eines Monitoringjahres neu etabliert hat, aber in der kurzen Zeit bis
Ende April noch nicht im Monitoring erfasst wurde, sondern erst im folgenden Sommer durch
Reproduktion als Rudel bestätigt wird. Dieses Paar wird dann für das Monitoringjahr, in dem es sich
etabliert hat, als Paar gezählt - auch wenn es damals noch nicht bekannt war. Diese Regel führt dazu,
dass auch die Zahlen für Sachsen für die vorangegangenen Monitoringjahre angepasst wurden (siehe
Kap. 4.2).
3.2
Endbewertung und Interpretation der Daten
In den Standards für das Monitoring von Wolf, Luchs und Bär in Deutschland (KACZENSKY ET AL. 2009,
REINHARDT ET AL. 2015), im Folgenden kurz als „Monitoringstandards“ bezeichnet, wurde die
Kategorisierung der Daten anhand ihrer Überprüfbarkeit festgelegt. Diese Einordnung erfolgte in
Anlehnung an die SCALP-Kriterien, die im Rahmen des Projektes „
S
tatus and
C
onservation of the
A
lpine
L
ynx
P
opulation“ (SCALP) für das länderübergreifende Luchsmonitoring in den Alpen entwickelt
wurden. Diese SCALP-Kriterien wurden für Wolf und Bär weiterentwickelt und an die Gegebenheiten
in Deutschland angepasst. Der Buchstabe C steht für Kategorie (Category), die Ziffern 1 – 3 sagen etwas
über die Überprüfbarkeit der Hinweise aus.

8
C1: eindeutiger Nachweis =
harte Fakten, die die Anwesenheit der entsprechenden Tierart eindeutig
bestätigen (Lebendfang, Totfund, genetischer Nachweis, Foto, Telemetrieortung).
C2: bestätigter Hinweis =
von erfahrener Person überprüfter Hinweis (z.B. Spur oder Riss), bei dem ein
Wolf, Luchs oder Bär als Verursacher bestätigt werden konnte. Die erfahrene Person kann den Hinweis
selber im Feld oder anhand einer aussagekräftigen Dokumentation von einer dritten Person
überprüfen und bestätigen.
C3: unbestätigter Hinweis =
Alle Hinweise, bei denen ein Wolf, Luchs oder Bär als Verursacher auf
Grund der mangelnden Indizienlage von einer erfahrenen Person weder bestätigt noch ausgeschlossen
werden konnte. Dazu zählen alle Sichtbeobachtungen ohne Fotobeleg, auch von erfahrenen Personen;
ferner alle Hinweise, die zu alt sind, unzureichend oder unvollständig dokumentiert sind, zu wenige
Informationen für ein klares Bild (z.B. bei Spuren) oder aus anderen Gründen für eine Bestätigung nicht
ausreichen. Die Kategorie C3 kann in Unterkategorien, wie „wahrscheinlich“ und „unwahrscheinlich“
unterteilt werden.
Falsch: Falschmeldung =
Hinweis, bei der die entsprechende Tierart als Verursacher ausgeschlossen
werden kann.
k.B.:
k
eine Bewertung möglich
= Hinweise, zu denen auf Grund fehlender Mindestinformationen keine
Einschätzung möglich ist. Zum Beispiel Sichtmeldungen von Rissen oder Spuren.
Da Wolfshinweise leicht mit jenen von Hunden verwechselt werden können, ist eine Endbewertung
der Hinweise durch erfahrene Personen notwendig. Diese Personen sollten jahrelange Routine im
Erkennen und Bewerten von Wolfshinweisen haben. Ein Hinweis muss nicht nur technisch alle
Merkmale aufweisen, die für einen Wolfshinweis sprechen. Der Gesamteindruck und die Erfahrung der
bewertenden Person sind letztlich entscheidend. Eine gut dokumentierte Spur im geschnürten Trab,
die wolfstypische Maße aufweist, wird nicht automatisch zum bestätigten Hinweis. Wenn die
erfahrene Person, die diese Spur bewertet, auf Grund der Pfotenform oder -stellung, des Spurverlaufes
oder des Verhaltens des Tieres Zweifel bekommt, ob es sich tatsächlich um eine Wolfsspur handelt,
dann wird sie diese als C3 (unbestätigter Hinweis) oder falsch (Wolf ausgeschlossen) bewerten.
Aufgrund fehlender oder unzureichender Dokumentation kann somit ein grundsätzlich C2-fähiger
Hinweis als C3 bewertet werden (z.B. eine den C2-Kriterien entsprechende Losung, welche nicht
fotodokumentiert wurde). Naturgemäß gibt es sehr viel mehr unbestätigte (C3) als bestätigte Hinweise
(C2). Von den unbestätigten Hinweisen wird nur ein relativ kleiner Teil von Dritten gemeldet. Viele
fallen bei der eigentlichen Feldarbeit an, da es in einem Gebiet mit mehreren Wolfsrudeln auf Grund
der Fülle der Hinweise nicht möglich ist, jede einzelne Spur oder Losung ausführlich entsprechend der
Monitoringstandards zu dokumentieren. Das ist auch nicht nötig. Wichtig ist, dass Angaben zu
Populationsgröße, Reproduktion und Vorkommensgebiet ausschließlich auf C1 und C2 Daten beruhen.
Unbestätigten Hinweisen kommt eine besondere Bedeutung vor allem dann zu, wenn sie aus Gebieten
stammen, in denen bisher noch keine Wölfe nachgewiesen wurden (mögliche neue Etablierung).

9
3.3
Definitionen
Abgrenzung zwischen zwei benachbarten Territorien
:
Reproduktion wurde in beiden Gebieten zeitgleich bestätigt ODER
Reproduktion wurde im Mai - Juli im Abstand von mind. 10km voneinander zeitnah bestätigt
ODER
mind. eins der Territorien ist über Telemetrie bekannt ODER
Abgrenzung über individuell eindeutig identifizierbare Individuen möglich
ODER
über genetische Analysen.
Adulter Wolf:
Wolf, der Ende April / Anfang Mai mind. zwei Jahre alt ist.
FT / MT:
Die mit einem Halsbandsender versehenen Wölfe bekommen eine fortlaufende Nummer, die
bei den Fähen mit FT (f = female, t = telemetry) und bei den Rüden mit MT (m = male, t = telemetry)
beginnt.
Jährling
: Wolf in seinem zweiten Lebensjahr.
Monitoringjahr
: 01.Mai – 30. April. Der Zeitabschnitt umfasst ein biologisches „Wolfsjahr“, von der
Geburt der Welpen bis zum Ende ihres ersten Lebensjahres.
territoriales Einzeltier (residenter Einzelwolf)
: einzelner Wolf, der über mind. sechs Monate individuell
in einem Gebiet mit C1 Daten bestätigt wurde. In diesem Bericht wird von beiden Synonymen der
Begriff "territoriales Einzeltier" verwendet.
territoriales Paar
: Wolfsrüde und Fähe, die gemeinsam ihr Territorium markieren, aber (noch) nicht
reproduziert haben
Vorkommensgebiet
: das Gebiet, das tatsächlich von der Art besiedelt ist. Es wird durch die besetzten
Rasterzellen des EU-Grids von 10 x 10 km Größe beschrieben. Als besetzt gilt eine Rasterzelle bei einem
C1-Nachweis. Liegt ein solcher nicht vor, so sind - bei der Tierart Wolf - mindestens drei voneinander
unabhängige C2-Hinweise erforderlich.
Welpe
: Wolf im ersten Lebensjahr. Da Wolfswelpen in der Regel Anfang Mai geboren werden, erfolgt
der Übergang vom Welpen zum Jährling am 01.Mai.
Wolfsfamilie
(Rudel)
: eine Gruppe von mehr als zwei Wölfen, die in einem Territorium leben.
Reproduzierende Wolfsfamilie
: besteht aus mindestens einem Altwolf mit bestätigter Reproduktion.
Reproduktionsnachweis:
Reproduktion kann bestätigt werden durch das C1-Foto einer Fähe mit
Gesäuge, durch C1-Welpenaufnahmen oder - durch den Nachweis von genetisch zu den Eltern
passenden Nachkommen, sofern diese eindeutig dem betreffenden Monitoringjahr als Welpen
zugeordnet werden können.
Haplotyp:
Der genetische Haplotyp wird anhand der mitochondrialen Sequenzuntersuchung oder auch
Haplotypenanalyse ermittelt. Diese Untersuchung dient zum einen dazu, die Artzugehörigkeit zu
bestimmen. Daneben hat diese Analyse auch eine, wenn auch eingeschränkte, Aussagekraft zur
Populationszugehörigkeit. Die mitochondriale DNA ist in den Mitochondrien lokalisiert, die für den
Energiestoffwechsel der Zellen zuständig sind. Die Mitochondrien und ihre DNA werden mit der Eizelle
von der Mutter auf die Nachkommen weitergegeben. Es erfolgt also nicht, wie bei der Kern-DNA (s.u.),
eine Neuvermischung der genetischen Information beider Eltern, sondern die mitochondriale DNA
wird eins zu eins von der Mutter übernommen. Daher bleibt die genetische Information der
Mitochondrien über sehr lange Zeit konstant und ändert sich nur langsam über Mutationen. Die

10
Gründertiere der Mitteleuropäischen Flachlandpopulation trugen den in Nordost-Europa relativ
häufigen Haplotyp HW01. Dieser ist nach wie vor der klar vorherrschende Wolf-Haplotyp in
Deutschland. Inzwischen sind unter den reproduzierenden Fähen aber auch einige mit dem HW02-
Haplotyp, die diesen nun an ihre Nachkommen weitergeben. Im Monitoringjahr 2017/2018 gab es zum
ersten Mal auch einen reproduzierenden Wolf mit dem HW22-Haplotyp, der für die italienische bzw.
Alpenpopulation typisch ist. Allerdings handelte es sich dabei um den Rüden des Rudels im Bayerischen
Wald, so dass dieser den Haplotyp nicht weitervererbte.
Genotyp:
Der Genotyp wird anhand der sogenannten Mikrosatellitenanalyse ermittelt. Dabei wird die
Kern-DNA untersucht und ein genetischer Fingerabdruck erstellt, wie er beim Vaterschaftstest zur
Anwendung kommt. Mit dieser Untersuchung lassen sich Individuen unterscheiden. Da jedes
Individuum die Hälfte seiner genetischen Information von je einem Elternteil erhält, findet eine
ständige Neukombination des genetischen Materials statt.
4.
Ergebnisse
4.1
Wolfsbestand in Deutschland 2017/2018
4.1.1
Populationsgröße und Verbreitung
Die hier präsentierten Daten zu Wölfen in Deutschland wurden auf dem Nationalen Monitoringtreffen
in Gelnhausen im September 2018 zusammengestellt. Die Informationen sind auch in detaillierterer
Form im jährlichen Nationalen Statusbericht verfügbar, der unter
www.dbb-wolf.de
heruntergeladen
werden kann. Die genannte Internetseite stellt regelmäßig aktualisierte Informationen über Wölfe in
Deutschland bereit.
Im Monitoringjahr 2017/2018 wurden in Deutschland 73 Wolfsrudel, 30 territoriale Paare sowie drei
territoriale Einzeltiere bestätigt (Kenntnisstand: November 2018, Abb. 1, Abb. 2). In Polen wird der
Wolfsbestand von polnischen Wissenschaftlern für das Gebiet westlich der Weichsel für das
Monitoringjahr 2017/2018 auf mindestens 80 Wolfsrudel und eine unbekannte Zahl Paare geschätzt
(PIERUZEK-NOWAK & MYSLAJEK 2018). In Tschechien wurden für 2017/2018 acht Rudel und fünf Paare
bestätigt. Die Territorien von sieben der acht nachgewiesenen Rudel und aller fünf Paare sind
grenzübergreifend mit den Nachbarstaaten. Von diesen Vorkommen liegen die Territorien von drei
Rudeln und zwei Paaren im Grenzgebiet zu Deutschland (AOPK 2019). Nur das Doksy-Rudel, ca. 25 km
südlich der Grenze zu Sachsen, liegt vollständig in der Tschechischen Republik. Das Verbreitungsgebiet
erstreckt sich in Deutschland von der Lausitz ausgehend nach Nordwesten bis nach Niedersachsen.
In Deutschland wurden Wolfsrudel außer in Brandenburg (26) und Sachsen (18), auch in Sachsen-
Anhalt (11), Niedersachsen (13), Mecklenburg-Vorpommern (4) und in Bayern (1) nachgewiesen.
Wolfspaare ohne Reproduktion wurden in Brandenburg (12), Niedersachsen (9), Sachsen (4),
Mecklenburg-Vorpommern (3) und Bayern (2) bestätigt; territoriale Einzelwölfe in Mecklenburg-
Vorpommern (2) und Thüringen (1). Daneben gab es einzelne Nachweise von durchwandernden
Wölfen aus weiteren fünf Bundesländern: Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-
Pfalz, Schleswig-Holstein und Hessen.
Vom 01.05.2017 bis zum 30.04.2018 wurden deutschlandweit 61 Wölfe tot aufgefunden, die meisten
davon in Niedersachsen (21), Sachsen (20) und Brandenburg (14). Weitere Totfunde gab es in Sachsen-
Anhalt (3), Mecklenburg-Vorpommern (2) und Baden-Württemberg (1). 46 dieser Wölfe starben bei

image
11
Verkehrsunfällen, sechs wurden illegal getötet, vier starben an natürlichen Ursachen und bei vier
Fällen war die Todesursache unklar. In einem Fall wurde ein Wolf aus Managementgründen
entnommen (s. Kap. 5.2).
Abb. 1: Bestätigte Wolfsterritorien in Deutschland im Monitoringjahr 2017/2018. Stand: November 2018
Confirmed wolf territories in the monitoring year 2017/2018 (dark = pack, middle = pair, white = single territorial
wolf). Date: November 2018.

image
12
4.1.2
Vorkommensgebiet
Abb. 2: Vorkommensgebiet von Wölfen in Deutschland im Monitoringjahr 2017/2018. Eine 10x10 km Rasterzelle
gilt für ein Monitoringjahr als besetzt (grün), wenn darin mindestens ein Wolfsnachweis (C1) oder drei
voneinander unabhängige bestätigte Wolfshinweise (C2) liegen. Zellen, in denen für ein Rudel der jeweils erste
Reproduktionsnachweis des jeweiligen Monitoringjahres erbracht wurde, sind mit einer Raute gekennzeichnet.
In einer Zelle können Reproduktionen von mehr als einem Rudel liegen.
Area of confirmed wolf occurrence in the
monitoring year 2017/2018. A 10x10 km grid cell counts as occupied for the respective monitoring year if one
hard fact (C1) or three independent confirmed observations (C2) were found. Cells are marked with a rhomb
where the first proof of reproduction for a pack was found in the monitoring year. A cell may contain more than
one proof of reproduction if neighboring packs reproduce in the same grid cell.

13
4.2
Wolfsbestand in Sachsen 2017/2018
Im Monitoringjahr 2017/2018 wurden insgesamt 5789 Hinweise zusammengefasst zu 5410 Ereignissen
archiviert und bewertet. Die Zahl der unbestätigten Hinweise (C3) nimmt hierbei den größten Anteil
ein, da die Qualität vieler Fotofallenaufnahmen bzw. auch Sichtbeobachtungen ohne oder mit einem
Foto geringer Qualität keine eindeutige Bestätigung ermöglichen. Trotzdem sind gerade
Sichtbeobachtungen wichtige Meldungen im Rahmen des Wolfsmonitorings (Tab. 1, Abb. 3).
Tab. 1 Auflistung der im Monitoringjahr 2017/2018 eingegangenen, archivierten und bewerteten 5789 Hinweise
zusammengefasst zu 5410 Ereignissen unterteilt nach der Hinweisart und Bewertung.
Hinweisart
C1
C2
C3
k.B.
FALSCH
Summe
Lebende Tiere
0
0
Totfunde
20
0
0
15
35
Fotofallenfotos/-videos
1491
1689
3
7
3190
Trittsiegel und Spuren
3
26
22
7
58
Kot
93
355
747
2
15
1212
Urin
9
11
0
0
20
Haare
19
14
1
6
40
Wildtierriss
2
0
8
35
4
49
Nutztierriss
19
0
31
16
39
105
Sichtungen
103
569
3
16
691
Heulen
0
10
0
0
10
Summe
1756
358
3105
82
109
5410
Von den 5410 Ereignismeldungen wurden 125 über das sächsische Wildmonitoring der Oberen
Jagdbehörde gemeldet (Tab. 2).
Tab. 2 Auflistung der im Monitoringjahr 2017/2018 über das sächsische Wildmonitoring eingegangenen,
archivierten und bewerteten 125 Hinweise unterteilt nach der Hinweisart und Bewertung.
Hinweisart
C1
C2
C3
k.B.
FALSCH
Summe
Lebende Tiere
0
0
Totfunde
3
0
0
0
3
Fotofallenfotos/-videos
30
21
0
0
51
Trittsiegel und Spuren
0
1
5
0
6
Kot
0
0
2
0
0
2
Urin
0
0
0
0
0
Haare
0
0
0
0
0
Wildtierriss
0
0
0
9
0
9
Nutztierriss
0
0
0
0
0
0
Sichtungen
3
51
0
0
54
Heulen
0
0
0
0
0
Summe
36
0
75
14
0
125
Von diesen 125 eingegangenen Hinweisen wurden 16 zusätzlich direkt per Telefon oder per E-Mail
gemeldet, zum Beispiel die drei angeführten Totfunde. Generell gehen Meldungen über tote oder
verletzte Wölfe in der Regel über die Polizei oder Privatpersonen an die zuständigen Stellen ein. 109
Hinweise hingegen wären ohne das Onlinemeldesystem nicht bekannt geworden (Tab. 3). Ein C1-

image
14
Nachweis besetzte eine Rasterzelle im Erzgebirgskreis, die ohne diese Meldung unbesetzt geblieben
wäre (Abb. 4).
Tab. 3 Auflistung der im Monitoringjahr 2017/2018 nur durch das sächsische Wildmonitoring eingegangenen,
archivierten und bewerteten 109 Hinweise unterteilt nach der Hinweisart und Bewertung.
Hinweisart
C1
C2
C3
k.B.
FALSCH
Summe
Lebende Tiere
0
0
Totfunde
0
0
0
0
0
Fotofallenfotos/-videos
25
19
0
0
44
Trittsiegel und Spuren
0
1
5
0
6
Kot
0
0
2
0
0
2
Urin
0
0
0
0
0
Haare
0
0
0
0
0
Wildtierriss
0
0
0
9
0
9
Nutztierriss
0
0
0
0
0
0
Sichtungen
1
47
0
0
48
Heulen
0
0
0
0
0
Summe
26
0
69
14
0
109
Abb. 3: Verteilung der C1 (n = 1756), C2 (n = 358) und C3 (n=3105) Daten in Sachsen im Monitoringjahr 2017/2018
(01.05.2017 bis zum 30.04.2018). In der Karte dargestellt, aber nicht mitgezählt für die Besetzung von
Rasterzellen sind die Telemetrieortungen (rote Dreiecke) einer wandernden Jungwölfin aus Sachsen-Anhalt
(Quelle: HNE Eberswalde, Details siehe Text). –
Distribution of C1 (n =1756), C2 (n =358) and C3 (n=3105) data in
Saxony in the monitoring year 2017/2018 (01.05.2017 - 30.04.2018) Presented on the map, but not included in
the data used for filling the grid cells are the telemetry locations (red triangles) of a dispersing young female wolf
(source: HNE Eberswalde, for details see text).

image
15
Auf dem Nationalen Monitoringtreffen im September 2017 in Bonn wurde festgelegt (und dies auf
dem Treffen 2018 in Gelnhausen noch mal bestätigt), dass Telemetrieortungen abwandernder Wölfe
nicht zur Besetzung von Rasterzellen für die jährlichen Vorkommenskarten verwendet werden sollen.
Der Grund dafür ist, dass mit Hilfe moderner GPS-Senderhalsbänder so viele Lokationen generiert
werden können, dass wandernde Tiere extrem viele Daten produzieren, die das ermittelte
Vorkommensgebiet stark verzerren würden, wenn man sie berücksichtigte. Im Rahmen des Projektes
zum „Interspezifischen Interaktionsverhalten von Wölfen (
Canis lupus
) und Rotwild (
Cervus elaphus
)
in Sachsen-Anhalt“ der Hochschule für Nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNEE) wurde im Februar
2017 eine junge Wölfin des Glückburger Heide Rudels besendert. Ihre Exkursionen nach Sachsen
werden auf der Karte dargestellt (Abb. 3, Quelle: Dr. Frank-Uwe Michler, HNEE), die Lokationen werden
jedoch nicht für die Besetzung der Rasterzellen herangezogen.
Abb. 4: Verteilung der C1 (n = 1756) und C2 (n = 358) Daten in Sachsen im Monitoringjahr 2017/2018 (01.05.2017
bis zum 30.04.2018). Das nachgewiesene Vorkommensgebiet umfasst 73 Rasterzellen (fett umrandet), die durch
mind. 1 C1 oder 3 C2 belegt wurden.
Distribution of C1 (n =1756) and C2 (n =358) data in Saxony in the monitoring
year 2017/2018 (01.05.2017 - 30.04.2018).
Im Monitoringjahr 2017/2018 konnte in Sachsen in 73 Rasterzellen Wolfsaktivität durch C1 und C2
Daten nachgewiesen werden (Abb. 4). Die durch Nachweise besetzten Zellen liegen, wie auch schon in
den Jahren zuvor, vor allem im Nordosten des Landes, in den bekannten Wolfsterritorien (Abb. 5). Es
ist aber eine gewisse Ausbreitung nach Westen, vor allem Nordwesten, nachzuvollziehen.

image
16
Abb. 5: Die meisten C1 und C2 Daten stammen aus den bekannten Wolfsterritorien, es ist aber eine gewisse
Ausbreitung nach Westen, vor allem Nordwesten, erkennbar.
The majority of C1 (red) and C2 (blue) data were
sampled within the area of known wolf territories, however, a trend to expand to the West - especially Northwest,
is visible.
Von den im Monitoringjahr 2017/2018 in Deutschland nachgewiesenen Rudeln und Wolfspaaren
wurden 18 Wolfsfamilien und vier Paare in Sachsen bestätigt (Kenntnisstand: November 2018), wobei
drei Rudel (Gohrischheide, Neustadt und Hohwald) grenzübergreifend mit Brandenburg und der
Tschechischen Republik sind. Das Rudelterritorium in der Annaburger Heide liegt zum großen Teil in
Sachsen-Anhalt, und nur zu geringen Teilen in Brandenburg und Sachsen und wurde hier nicht
mitgezählt. Auch die grenzüberschreitenden Rudel Hohenbocka, Zschorno und Senftenberg zählen zu
Bandenburg und nicht zu Sachsen. Im Weiteren zählen die Territorien Vysluni und Nationalpark
Böhmische Schweiz zur Tschechischen Republik und das Piensk Rudel zu Polen. Neben den
nachgewiesenen Territorien gab es im Gebiet des bisher bekannten Laußnitzer Heide Rudel keine
ausreichenden Wolfsnachweise um abklären zu können, ob es sich um ein territoriales Einzeltier, Paar
oder Rudel handelt. Daher ist der Status in dieser Fläche unklar (siehe Anhang 1, Abb. 6).
Die auf dem nationalen Monitoringtreffen im September 2016 beschlossene Änderung in der
Berücksichtigung von neuen Erkenntnissen, die nach Ablauf des Monitoringjahres eintreffen (siehe
Kap. 3.1), führt dazu das auch für Sachsen rückwirkend Änderungen vorgenommen wurden (Tab. 4).

image
17
Abb. 6: Nachgewiesene Wolfsterritorien in Sachsen im Monitoringjahr 2017/2018. Das Gebiet mit
Wolfsnachweisen aber unklarem Status ist schraffiert dargestellt.
Confirmed wolf territories in Saxony in
2017/2018. The area with confirmed wolf signs but unknown status is shaded.
Tab. 4: Entwicklung der Wolfsvorkommen in Sachsen von 2000/2001-2017/2018, unter Einbeziehung aller aktuell
(November 2018) vorliegenden Erkenntnisse (s. oben und Kap. 3.1).
Development of wolves in Saxony from
2000/2001 -2017/2018, using all currently available knowledge (November 2018).
Monitoringjahr
Rudel
Paare
Territoriale Einzeltiere
2017/2018
18
4
0
2016/2017
14
6
0
2015/2016
15
4
1
2014/2015
10
5
1
2013/2014
10
2
-
2012/2013
9
2
-
2011/2012
8
2
-
2010/2011
5
3
-
2009/2010
5
-
-
2008/2009
5
-
-
2007/2008
3
2
-
2006/2007
3
-
-
2005/2006
2
1
-
2004/2005
1
2
-
2003/2004
1
-
1
2002/2003
1
-
1
2001/2002
1
-
-
2000/2001
1
-
-

18
4.2.1
Reproduktion 2017
Im Monitoringjahr 2017/2018 konnte in 18 von 18 sächsischen Wolfsfamilien Reproduktion bestätigt
werden (Tab. 5). Darüber hinaus gab es weitere, grenzübergreifende Wolfsfamilien, die für Sachsen-
Anhalt (Annaburger Heide), Brandenburg (Hohenbocka, Senftenberg, Zschorno), Polen (Piensk) und
Tschechien (Výsluni) mitgezählt werden und deren Reproduktionsstatus hier nicht berücksichtigt wird.
Tab. 5: In den Sächsischen Wolfsterritorien 2017/2018 bestätigte Wölfe. Die Anzahl der Jährlinge und der Welpen
sind Mindestzahlen; in der Regel erhoben im Sommer.
Wolves confirmed in wolf territories of Saxony 2017/2018.
The number of pups and yearlings are minimum numbers, mainly counted during summer.
Status / Gebiet
Abk.
Ad
Ad oder Sad
Sad
Juv
?
Summe
RUDEL
Biehain
BI
2
0
2
3
0
7
Cunewalde
CUN
2
0
0
3
0
5
Dahlener Heide
DH
2
0
0
2
0
4
Dauban
DN
2
0
1
5
0
8
Daubitz
DZ
4
0
2
6
0
12
Gohrischheide
GH
2
0
0
3
1
6
Hohwald
HW
2
0
0
2
0
4
Knappenrode/Seenland
KN
3
0
1
7
0
11
Knappenrode II
KN
2
0
0
1
0
3
Kollm
KO
2
0
0
4
0
6
Königshainer Berge
KHB
2
0
1
2
0
5
Milkel
MI
5
0
1
6
2
15
Neustadt
N
2
0
0
6
0
8
Niesky
NY
2
0
1
6
0
9
Nochten
NO
2
0
1
5
0
8
Raschütz
RA
2
0
0
4
1
7
Rosenthal
RT
2
1
1
1
0
5
Stolpen/Hohnstein
SHO
2
0
0
1
0
3
Paare
Delitzsch
DEL
2
0
0
0
0
2
Dübener Heide
DUE
2
0
0
0
0
2
Großhennersdorf
GHD
2
0
0
0
0
2
Königsbrück
KH
2
0
0
0
0
2
Summe:
51
1
11
67
4
134
4.2.2
Totfunde 2017/2018
Vom 01. Mai 2017 bis 30. April 2018 wurden in Sachsen 20 tote Wölfe gefunden; darunter 11 Welpen,
zwei Jährlinge und sieben Altwölfe (Tab. 6). Die große Mehrheit der Tiere (16) kam bei
Verkehrsunfällen ums Leben, zwei starben an natürlichen Ursachen und ein Wolf wurde im Rahmen
einer Managementmaßnahme mit behördlicher Genehmigung getötet. In zwei weiteren Fällen konnte
die Todesursache nicht mehr ermittelt werden (Abb. 7). Von den Totfunden waren sieben weiblich und
13 männlich. Während das Geschlechterverhältnis bei Jährlingen und Altwölfen in etwa ausgeglichen
war, überwogen bei den tot gefundenen Welpen die Rüden (11) gegen über den Fähen (3).

image
19
Tab. 6: Tot gefundene Wölfe in Sachsen im Zeitraum 01.05.2017 – 30.04.2018.
– Wolves found dead in Saxony
between 1st May2017 – 30th April 2018
Datum
Territorium
gesampelt
genetische
Herkunft
Geschlecht
Alter
Todesursache
18.05.2017
CUN Raum
RT
w
Altwolf
Verkehrsunfall
05.07.2017
KN
KN
w
Jährling
Verkehrsunfall
21.09.2017
CUN
nicht zuzuordnen
m
Altwolf
Verkehrsunfall
02.10.2017
KO
KO
w
Welpe
unklar
23.10.2017
HW
HW
m
Welpe
Verkehrsunfall
01.11.2017
außerhalb
LH
w
Altwolf
Verkehrsunfall
03.11.2017
KHB
DN
w
Altwolf
Verkehrsunfall
07.11.2017
SHO
SHO
m
Welpe
Verkehrsunfall
26.12.2017
CUN
CUN
m
Welpe
Verkehrsunfall
11.01.2018
KNII
Milkel
m
Welpe
Verkehrsunfall
13.01.2018
MI
NO
m
Altwolf
Verkehrsunfall
24.01.2018
MI
MI
w
Welpe
Verkehrsunfall
02.02.2018
Z Raum
ws. Wymiarki
m
Altwolf
Management
03.02.2018
BI/Piensk
nicht zuzuordnen
w
Welpe
Verkehrsunfall
08.02.2018
NY
NY
m
Welpe
Verkehrsunfall
01.03.2018
außerhalb
SNV
m
Jährling
Verkehrsunfall
18.03.2018
KO
KO
m
Welpe
natürlich
07.04.2018
KN
nicht zuzuordnen
m
Welpe
Verkehrsunfall
17.04.2018
RT
KN
m
Altwolf
Verkehrsunfall
22.04.2018
KN
KN
m
Welpe
unklar
Abb. 7: Totfunde von Wölfen in Sachsen (n= 20) im Monitoringjahr 2017/2018.
Wolves found dead in Saxony
during monitoring year 2017/2018.

image
20
4.2.3
Wolfsfamilien
Nochten (NO), (seit 2005/2006)
Das Nochtener Rudel existiert seit 2005. Von 2005 bis 2011 führte die aus dem ersten Rudel
Deutschlands stammende FT3 („Einauge“) zusammen mit ihrem ebenfalls aus der Muskauer Heide
stammenden Rüden das Rudel an. 2012 übernahm eine Tochter der beiden (FT2 „Lisa“, GW071f)
zusammen mit einem aus Westpolen zugewanderten Rüden das Territorium und reproduzierte im
selben Jahr das erste Mal (siehe Statusbericht 2012/2013). Der aus Polen stammende Rüde
verschwand im Herbst 2013. Im Winter 2013/2014 wurde ein neuer junger Rüde über
Fotofallenaufnahmen nachgewiesen, der zusammen mit GW071f markierte. Genetische Analysen
ergaben, dass er 2012 im Daubaner Rudel geboren worden war. 2014 zog GW071f mindestens fünf
Welpen auf. Vater dieser Welpen war jedoch nicht der im Winter nachgewiesene junge Daubaner
Rüde, sondern dessen Vater (GW038m). Dieser wurde 2005 oder 2006 ebenfalls im Nochtener Rudel
geboren und ist somit ein Bruder von GW071f. Auch im Jahr 2016 blieb diese Verpaarung bestehen.
Im Jahr 2017 verpaarte sich GW071f dann mit einem neuen Rüden (GW701m), welcher seit Januar
2017 im Territorium markierend nachgewiesen wurde. Er stammt ws. aus dem polnischen Wymiarki
Rudel (genetisch passt er zu der dort vor einigen Jahren nachgewiesenen Verpaarung). Bereits in
Spätherbst 2017 gehörte GW701m aber offenbar schon wieder nicht mehr zum Rudel. Er wurde am
2.Februar 2018 aus Managementgründen getötet, weil er u.a. mehrfach Hunde angegriffen und
getötet hatte (Details siehe Kap. 5.2). Im Nochtener Rudel wurden 2017 fünf Welpen und ein Jährling
bestätigt (Abb. 8). Somit bestand das Rudel aus mind. acht Tieren. Zwischen Februar und April 2018
wurde mehrmals der bisherige Nieskyer Rüde (GW772m) zusammen mit den Nochtener Wölfen
nachgewiesen. Es ist daher davon auszugehen, dass es in der Ranzzeit 2017/2018 erneut einen
Rüdenwechsel gegeben hat und GW701m durch GW778m ersetzt worden ist (siehe hierzu auch den
Abschnitt zu Niesky).
Abb. 8: Drei der fünf Welpen des Nochtener Rudels im Juli 2017.
Three out of five pups from Nochten pack in
July 2017.
FOTO: LUPUS.

image
image
image
21
Daubitz (DZ), (seit 2006/2007)
Das Daubitzer Rudel existiert seit mindestens 2006. Ab 2012 wurde das Rudel von einer aus Nochten
stammenden Fähe (GW087f) und einem aus Polen zugewanderten Rüden mit dem Haplotyp HW02
geführt. Ende März 2014 wurde dieser Rüde illegal geschossen. Bereits im April 2014 konnte ein neuer
Rüde über Fotofallenaufnahmen bestätigt werden, er stammt aus dem polnischen Wymiarki-Rudel
(GW381m). Es gelang der Fähe aber in dem Jahr nicht ihre Welpen aufzuziehen. Erst im Jahr 2015
konnte wieder eine erfolgreiche Reproduktion nachgewiesen werden. Im Monitoringjahr 2016/2017
sowie im Monitoringjahr 2017/2018 reproduzierte sich dieses Paar erfolgreich. Die Fähe ist inzwischen
durch ein geknicktes Ohr individuell auf Fotofallenaufnahmen zu erkennen (Abb.9). Im Sommer 2017
wurden sechs Welpen bestätigt. Neben dem bekannten Daubitzer Paar konnte im selben Gebiet ein
weiteres markierendes Wolfspaar durch Fotofallenaufnahmen bestätigt werden, zum Teil waren beide
Paare sogar zusammen auf den Fotofallen zu erkennen. Zusätzlich zu der Fähe mit dem geknickten Ohr
hatte auch die zweite Fähe ein Gesäuge – im Monitoringjahr 2017/2018 konnte somit in Daubitz
eindeutig eine Doppelreproduktion bestätigt werden.
Wie viele Welpen das zweite Paar hatte, ist bisher nicht bekannt – genetisch wurden nur Nachkommen
des schon bekannten Paares bestätigt. Da auch noch zwei Jährlinge nachgewiesen werden konnten,
bestand das Rudel aus mind. 12 Tieren.
Abb. 9: Die Fähe mit geknicktem Ohr (Bild links oben), zweite Fähe mit Gesäuge (Bild rechts oben). Bild
unten zeigt sechs Welpen und zwei Altwolf des Daubitz Rudel im November 2017. The breeding female
with flexed ear (at the top left), second breeding female with tits (at the top right). Picture below shows
six pups and two adult wolves of Daubitz pack in November 2017. FOTOS: OBEN LUPUS, FOTO UNTEN AXEL
GEBAUER.

22
Milkel (MI), (seit 2008/2009)
Das Milkeler Rudel wurde 2008 das erste Mal bestätigt. Gründertiere waren eine Fähe aus Neustadt
(geboren 2005 oder 2006) und ein gleichalter Rüde aus Nochten (GW025m, MT4). Die Milkeler Fähe
(GW026f) ist immer noch nachzuweisen, die Rüden wechselten dagegen mehrmals. Seit 2013 zieht sie
mit dem vierten Rüden - dem aus dem Daubitzer Rudel stammenden, ehemaligen Seenland-Rüden -
zusammen Welpen auf (GW014m, geboren 2006 oder 2007). Im Monitoringjahr 2017/2018 konnten
beide Tiere durch Fotofallenaufnahmen bzw. genetische Proben nachgewiesen werden. Die Fähe war
zu diesem Zeitpunkt bereits 11 oder 12 Jahre alt, der Rüde 10 oder 11. Es gibt keine Hinweise darauf,
dass sie in diesem Jahr noch einmal reproduziert hätten.
Stattdessen gab es in Milkel 2017 zwei Würfe durch Töchter des Milkeler Rudels: Der Milkeler Tochter
GW522f und dem Rüden GW038m konnten genetisch fünf Welpen zugeordnet werden. Die in diesem
Monitoringjahr durch Nahbegegnungen aufgefallenen Welpen gehören zu dieser Verpaarung (siehe
Kap. 5.1).
Der im Januar 2018 bei Klein Zeisig tot aufgefundene und im November zuvor im Kerngebiet des
Milkeler Rudels genetisch beprobte Welpe gehört nicht zu dieser Verpaarung. Er stammt aus der
zweiten im Jahr 2017 im Milkeler Rudel erfolgten Verpaarung zwischen einer anderen Milkeler Tochter
(GW406f) und demselben Rüden GW038m. Im Milkeler Territorium gab es also im Monitoringjahr
2017/2018 neben dem alten Paar eine Doppelreproduktion zwischen zwei Milkeler Töchtern und dem
Rüden GW038m. Neben zwei älteren Nachkommen des alten Milkeler Paares konnten noch zwei Tiere
nachgewiesen werden, die vermutlich ältere Nachkommen von GW406f sind (siehe unten). Insgesamt
konnten im Milkeler Territorium 2017/2018 mind. 15 Wölfe nachgewiesen werden (Abb. 10).
Der Rüde GW038m ist ein Nachkomme aus Nochten (2005 oder 2006 geboren), er war der Rüde in
Dauban (2008 – 2011). Im Herbst 2012, nach dem Tod der Daubaner Fähe, war er einmal in der Nähe
des Milkeler Territoriums genetisch nachgewiesen worden, ohne dass klar wäre, welche Rolle er in
dem Jahr gespielt hat. Im Monitoringjahr 2013/2014 kehrte er zurück nach Dauban und verpaarte sich
mit seiner Tochter (FT9 „Frieda“, GW114f), bevor er sich in Nochten mit seiner drei Jahre jüngeren
Schwester (FT2 „Lisa“, GW071f) verpaarte (2014 – 2016). Im Februar 2017 wurde am Rande des
Nochtener Territoriums bei Weißkeißel ein verletzter Wolf gemeldet. Die vor Ort Recherche der
Spurenlage durch Mitarbeiter des Landratsamtes, dem LUPUS Institut und einem Tierarzt ergab, dass
das Tier sich selbstständig vom Sichtungsort entfernt hatte und dabei alle vier Pfoten aufsetzte, sodass
keine weiteren Schritte veranlasst wurden. Die an der Liegestelle eingesammelten Haare bestätigten,
dass es sich bei dem verletzten Tier um den Rüden GW038m handelte, der kurz zuvor von einem
anderen Rüde aus dem Nochtener Rudel verdrängt worden war (siehe Abschnitt zu Nochten).
Schließlich verpaarte er sich im Sommer 2017 noch erfolgreich mit zwei Töchtern des Milkeler Rudels
bevor er am 13.01.2018 an der B156 bei Uhyst überfahren wurde.

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Abb. 10: je ein Welpe des Milkeler Rudel im Oktober 2017. On each picture one pup of Milkel pack in October
2017. FOTOS: LUPUS.
In den vergangenen Jahren gab es im Milkeler Rudel mehrfach Doppelreproduktionen durch Töchter
der alten Fähe (siehe Statusberichte 2012/2013 und 2013/2014). Im Monitoringjahr 2014/2015 konnte
neben dem alten Elternpaar im Milkeler Territorium auch ein jüngeres, markierendes Paar
nachgewiesen werden. Das junge Paar wurde jedoch nie zusammen mit Welpen bestätigt. Auch
genetisch waren die drei in dem Jahr nachgewiesenen Welpen dem alten Wolfspaar zuzuordnen.
Belege für eine erfolgreiche Doppelreproduktion in Milkel gab es in 2014 somit nicht. Gegen Ende des
Monitoringjahres 2015/2016 wurde die junge Fähe (GW173f) tot aufgefunden, das Schicksal des
jungen Rüden ist unklar.
In den Monitoringjahren 2015/2016 und 2016/2017 gab es nach neueren Erkenntnissen der
genetischen Untersuchungen offenbar bereits eine Verpaarung von GW406f mit dem Rüden GW628m,
aus der insgesamt drei im Milkeler Territorium in den Monitoringjahren 2016/2017 und 2017/2018
genetisch belegte Nachkommen stammen. Das heißt, auch für diese Jahre ist davon auszugehen, dass
es in Milkel eine Doppelreproduktion gab. ´
Über GW628m ist wenig bekannt. Er starb im Herbst 2016, offenbar auf Wanderschaft, im Bereich des
Nieskyer Territoriums an einem Verkehrsunfall. Genetisch passt er zur Nochtener Verpaarung von
GW071f und GW038m, die es aber erst ab 2014 gab. Sehr vermutlich ist er jedoch älter, was
Untersuchungen seines Schädels am SMNG zeigen. Gut möglich ist jedoch, dass er ein Sohn von
GW038m mit einer unbekannten Fähe aus dem Jahr 2012 ist, da für dieses Jahr nicht klar ist, ob und
wenn ja mit wem GW038m verpaart war.
Dauban (DN), (seit 2008/2009)
Das Daubaner Rudel wird nach dem Tod der ehemaligen Fähe seit 2012 von ihrer Tochter FT9 ("Frieda",
GW114f) geführt. 2012 verpaarte sie sich mit einem aus Polen zugewanderten Rüden und zog mit
diesem Welpen auf. Vater der 2013er Welpen des Daubaner Rudels war jedoch der alte Daubaner
Rüde (GW038m), also der Vater von FT9. Dieser wechselte 2014 ins Nochtener Rudel (siehe Abschnitte
zu Nochten und Milkel), wo er sich mit seiner Schwester FT2 verpaarte. Der neue Rüde und Vater der
2014er Welpen im Daubaner Rudel (GW301m) stammte aus dem Wymiarki Rudel in Westpolen.
Im Sommer 2014 wurden im Daubaner Rudel 13 Welpen über Videoaufnahmen bestätigt. Zwei
Jährlinge und mindestens eine zweijährige Wölfin waren ebenfalls noch präsent. Somit bestand das
Daubaner Rudel im Sommer 2014 aus mind. 18 Wölfen. Eine Doppelreproduktion als Erklärung für

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diese ungewöhnlich große Zahl Welpen konnte genetisch weder bestätigt noch sicher ausgeschlossen
werden, da 7 der 13 Welpen nicht in den gesammelten Genetikproben vorkamen. Die sechs genetisch
beprobten Welpen haben alle die bekannte Daubaner Fähe GW114f als Mutter. Auch auf den
Fotofallenbildern gab es keine Hinweise auf eine weitere reproduzierende Fähe oder einen weiteren
Rüden. Die Aussagekraft dieser Ergebnisse ist insgesamt jedoch zu gering, um sicher zu schlussfolgern,
dass tatsächlich alle 13 Welpen von nur einer Mutter stammen.
Im Monitoringjahr 2015/2016 wurden im Daubaner Rudel vier Welpen nachgewiesen. Die Mutter der
Welpen war wieder GW114f. Sie wurde über Fotofallenbilder und genetisch bestätigt, der Rüde
allerdings nicht. Im Monitoringjahr 2016/2017 konnte die Reproduktion durch den Nachweis der Fähe
GW114f mit Gesäuge erbracht werden. Welpen wurden nicht nachgewiesen und auch der Rüde war
weiterhin genetisch unbekannt.
Im Monitoring Jahr 2017/2018 ist GW114f nach wie vor die Fähe und es konnte ein neuer Rüde
genetisch bestätigt werden (GW399m). Dieser stammt aus Nochten, aus dem Wurf 2014. Ob GW399m
bereits im Jahr zuvor der Rüde war, ist unklar. Insgesamt konnten fünf Welpen nachgewiesen werden.
Zusammen mit einem Jährling waren es im Daubaner Rudel in diesem Jahr mind. acht Tiere. (Abb. 11).
Abb. 11: Einer von fünf Welpen im Daubaner Rudel im August 2017.
One of five pups of the Dauban pack in
August 2017
. FOTO: LUPUS.
Niesky (NY), (seit 2011/2012)
Das Nieskyer Rudel zieht seit 2011 Welpen auf. Die Fähe stammt aus dem Daubitzer Rudel, der
bisherige Rüde aus Polen (GW096m). 2014 wurden fünf Welpen nachgewiesen, 2015 waren es vier.
Die Fähe (FT8, "Greta", GW031f) war im Rahmen des Wanderwolfprojektes 2013 besendert worden.
Die Telemetriedaten zeigten, dass das Nieskyer Rudel im Winter 2014/2015 den Ostteil des ehemaligen
Kollmer Territoriums übernahm. Im Monitoringjahr 2016/2017 war die Lage etwas unklarer: Die
Reproduktion wurde durch ein Foto der Fähe mit Gesäuge bestätigt, der Nachweis von Welpen gelang
jedoch nicht. Im Monitoringjahr 2017/2018 konnte ein neuer Rüde, ein Nachkomme aus dem
Großräschen Rudel in Brandenburg, nachgewiesen werden (GW778m). Er und GW031f haben mind.

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sechs Welpen aufgezogen. Neben den Elterntieren und den Welpen konnte im Nieskyer Rudel noch
ein Jährling bestätigt werden, das Rudel bestand also insgesamt aus mind. neun Tieren (Abb. 12).
Abb. 12: Die sechs Welpen des Nieskyer Rudels am 09.07.2017.
The six pups of Niesky pack on 09.07.2017.
FOTOS: SBS/BROHT André Klingenberger.
Im Winter 2017/2018 kam es zu Veränderungen. Im östlichen Teil des Nieskyer Territoriums wurden
zwei neue Rüden, zwei Brüder aus dem Hohenbocka-Rudel (Brandenburg), sowie eine Wölfin
(GW1063f) unbekannter Herkunft nachgewiesen. Auf Fotofallenaufnahmen waren diese drei Tiere
regelmäßig markierend abgelichtet worden. Hinweise auf die bisherigen Nieskyer Wölfe gab es in
diesem Bereich nicht mehr. Der Rüde GW778m wurde im Februar – April 2018 mehrmals im
Territorium des Nochtener Rudels zeitgleich mit Wölfen des Nochtener Rudel genetisch beprobt, er ist
offenbar in dieses Rudel gewechselt (siehe Abschnitt Nochten). Hinweise auf GW031f liegen seit dem
Winter 2018 nicht mehr vor.
Rosenthal (RT), (seit 2013/2014)
Die aus dem Milkeler Rudel stammende Fähe FT7 („Marie“, GW112f) etablierte im Juli 2013, nach
einem erfolglosen Reproduktionsversuch in ihrem Geburtsrudel, zusammen mit einem aus Polen
zugewanderten Rüden (GW294m, Haplotyp HW02) ein eigenes Territorium im Gebiet um Ralbitz-
Rosenthal. In den Jahren 2014 bis 2016 zog das Paar Welpen auf. So auch im Monitoringjahr 2017/2018
(Abb. 13). Ein Welpe sowie ein Jährling und ein weiteres Tier dessen Alter unklar war, konnten
bestätigt werden. Das Rudel bestand somit aus mind. fünf Tieren. Wie auch im Jahr zuvor, zeigten
einige der Tiere Räudesymptome.

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Abb. 13: Die Fähe des Rosenthaler Rudels mit Gesäuge im Juni 2017. The breeding female of Rosenthal pack
showing signs of lactation
in June 2017. FOTO: SBS/BROHT.
Biehain (BI), (seit 2015/2016)
Das Biehainer Rudel wurde im Jahr 2015 zwischen den Territorien des Daubitzer, Nieskyer und
Ruszower Rudels gegründet - von einem Rüden unbekannter Herkunft und einer Fähe aus Daubitz. Der
Rüde (GW411m) wurde bereits Anfang Juni 2015 überfahren. Die Fähe (GW541f) zog die drei Welpen
zusammen mit einem neuen Rüden, dem ehemaligen Rüden des Ruszow-Rudels (GW170m, Haplotyp
HW02) auf. Mit ihm verpaarte sie sich auch in den folgenden beiden Jahren: im Monitoringjahr
2017/2018 zogen sie drei Welpen auf. Da auch noch zwei Jährlinge bestätigt werden konnten, bestand
das Rudel aus mind. sieben Tieren (Abb. 14).
Abb. 14: Einer von drei Welpen im Oktober 2017 (links) und der Rüde des Biehainer Rudels im Juni 2017
(rechts).
One out of three pups in October 2017 (left) and the breeding male of Biehain pack in June 2017
(right).
FOTO LINKS: LUPUS, FOTO RECHTS: MICHAEL MAYER.

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Im südlichen Teil des Territoriums wurde im Februar 2018 eine tote Welpenfähe aufgefunden. Diese
passte genetisch nicht zur bekannten Biehainer Verpaarung. Ein im Juli 2017 ebenfalls im südöstlichen
Teil des Biehainer Territoriums beprobter Rüde unklarer Herkunft könnte ihr Vater sein. Naheliegend
ist zunächst, dass die beiden Tiere zum auf polnischer Seite bestehenden Piensker Rudel gehören, falls
dieses sein Territorium inzwischen weiter nach Sachsen verlagert hat. Sie könnten aber auch zu einem
neuen Rudel gehören. Klarheit in dieser Frage soll die Untersuchung weiterer Genetikproben und der
enge Austausch mit den polnischen Kollegen bringen. Auf der Karte (Abb. 6) wird dieses Vorkommen
zunächst als Piensk bezeichnet.
Gohrischheide (GH), (seit 2015/2016)
In der Gohrischheide konnte im Monitoringjahr 2015/2016 zum ersten Mal Reproduktion - ein Welpe
- durch Fotofallenbilder bestätigt werden, im Jahr davor war das Gebiet als "Status unklar" geführt
worden. Im Nachhinein ist durch die Reproduktion 2015 klar, dass sich in dem Territorium bereits im
Jahr 2014/2015 ein Paar etabliert hatte. Die Fähe (GW162f) hat eine Verletzung am Vorderlauf und
humpelt stark. Sie stammt aus der nur im Jahr 2012 bestehenden Milkel II Verpaarung und hatte im
Oktober 2012 nahe Schwarze Pumpe einen Verkehrsunfall. Auch im Februar 2013 wurde sie - offenbar
erneut verletzt, denn es wurde Blut sichergestellt - nahe bei Schwarze Pumpe genetisch bestätigt. Der
Rüde GW33m stammt aus Altengrabow. Im Monitoringjahr 2017/2018 konnten drei Welpen bestätigt
werden (Abb. 15). Insgesamt bestand das Rudel aus mind. sechs Tiere, da noch ein weiteres
Individuum, dessen Alter unklar ist, nachgewiesen werden konnte.
Abb. 15: Einer von drei Welpen des Gohrischheide Rudels im Oktober 2017.
One out of three pups of Gohrischheide
pack in October 2017.
FOTO: SBS/NSG KÖNIGSBRÜCK, D. SYNATZSCHKE.

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Knappenrode/Seenland (KN), (seit 2014/2015)
Das Knappenrode Rudel wurde im Monitoringjahr 2014/2015 am Rand des Milkeler Territoriums von
einer Tochter des Milkeler Rudels (GW180f) und einem Rüden (GW586m), der keinem genetisch
bekannten Rudel zugeordnet werden kann, gegründet. Die beiden zogen im Sommer 2015 und 2016
Welpen auf. Im Monitoringjahr 2016/2017 verlagerte das Rudel im Laufe des Sommers und Herbstes
sein Kerngebiet deutlich nach Norden in das ehemalige Kerngebiet des Seenlandrudels. Im
Monitoringjahr 2017/2018 wurde durch die Analyse genetischer Proben deutlich, dass das ehemalige
Kerngebiet des Knappenrode Rudels bereits in der Ranzzeit 2016/2017 durch ein neues Paar
(Knappenrode II) eingenommen worden war (siehe Abschnitt Knappenrode II). Das Knappenrode Rudel
hat sich inzwischen vollständig im Gebiet des ehemaligen Seenlandrudels etabliert, es wurde daher
umbenannt in Knappenrode/Seenland Rudel. Hinweise auf eine weitere Existenz des ursprünglichen
Seenland-Rudels gibt es nicht.
Im Monitoringjahr 2017/2018 konnten sieben Welpen nachgewiesen werden. Zusätzlich wurde neben
den Elterntieren ein Jährling und ein weiterer Altwolf bestätigt, so dass das Rudel aus mind. 11 Tieren
bestand (Abb. 16).
Abb. 16: Einer von sieben Welpen des Knappenrode Rudels im Juni 2017.
One out of seven pups of
Knappenrode pack in June 2017.
FOTO: LUPUS.
Königshainer Berge (KHB), (seit 2014/2015)
Dieses Rudel wurde im Monitoringjahr 2014/2015 von der ehemaligen Kollmer Fähe (GW116f, aus
Dauban) und einem aus Milkel stammenden Rüden (GW287m) gegründet. Die Tiere nutzen ein Gebiet,
das früher zum Territorium des Nieskyer Rudels gehörte. Ihr Kerngebiet sind die Königshainer Berge.
Sie konnten im Sommer 2015 Welpen aufziehen. 2016 war die Situation weniger eindeutig: Zwar
wurden mind. vier Wölfe zusammen im Gebiet nachgewiesen, eine Reproduktion konnte jedoch nicht
sicher bestätigt werden.
Im Monitoringjahr 2017/2018 konnten zwei Welpen über Fotofallen bestätigt werden, auch beide
Elterntiere wurden erneut genetisch nachgewiesen. Darüber hinaus wurde im Juni 2017 im Kerngebiet
eine Tochter des Rudels genetisch bestätigt, die sehr wahrscheinlich zu diesem Zeitpunkt ein Jährling

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war. Dies und die durchgehende Anwesenheit beider Eltern legt nahe, dass es in 2016 doch
Reproduktion gegeben hat. Insgesamt lebten mind. fünf Tiere im Rudel (Abb. 17).
Abb. 17: Fähe, im Maul einen Welpen tragend, im Mai 2017 (links) und einer von zwei Welpen im Juni 2017
(rechts) im Königshainer Berge Rudel.
The breeding female carrying a pup in May 2017 (left) and one out of
two pups in June 2017 (right) of Königshainer Berge pack.
FOTOS: LUPUS.
Im November 2017 wurde die Fähe durch einen Verkehrsunfall getötet. Anfang März 2018 wurde im
Gebiet der Königshainer Berge ein neuer Rüde, ein Nachkomme aus Daubitz, genetisch nachgewiesen
(GW989m). Dieser und GW287m wurden Mitte März am Schauplatz eines heftigen Kampfes im
Nieskyer Territorium anhand genetischer Proben bestätigt und von einer Überwachungskamera
aufgenommen. GW989m wurde danach im April noch einmal in den Königshainer Bergen beprobt.
Möglicherweise wird er der neue Rüde in den Königshainer Bergen. Durch den Tod der Fähe und die
Auseinandersetzungen zwischen den Rüden bleibt die Situation am Ende des Monitoringjahres unklar.
Neustadt/Spremberg (N), (2002/2003-2008/2009 und seit 2015/2016)
Das Neustadt-Paar hat sich gegen Ende des Monitoringjahres 2015/2016, in der Ranzzeit 2016
etabliert, in dem es einen Teil des Milkeler Territoriums für sich beanspruchte. Die Fähe (GW401f)
stammt aus Milkel, der Rüde (GW269m) aus Spremberg. Die Tiere markierten sehr intensiv, um sowohl
gegenüber den Milkeler, als auch den Spremberger und den Knappenroder Wölfen ihren
Gebietsanspruch deutlich zu machen. Sie befanden sich damit im traditionellen Neustadt-Gebiet, wo
bereits von 2002 bis 2008 ein Territorium war und wurden deshalb als Neustadt-Paar bezeichnet. Im
Sommer 2016 wurde die Fähe mit Gesäuge bestätigt, Welpen konnten jedoch nicht nachgewiesen
werden. Gegen Ende des Monitoringjahres 2016/2017 verlagerten die Tiere ihren Schwerpunkt ins
bisherige Spremberger Kerngebiet und übernahmen es komplett. Um diese Veränderung zu
verdeutlichen werden sie inzwischen als Neustadt/Spremberg Rudel bezeichnet. Das Schicksal der
ursprünglichen Spremberger Wölfe ist unklar. Im Monitoringjahr 2017/2018 konnten sechs Welpen
nachgewiesen werden. Zusammen mit den Elterntieren lebten mind. acht Tiere in dem Rudel (Abb.
18).

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Abb. 18: Fünf der sechs Welpen des Neustädter Rudels im Juni 2017.
Five out of the six pups of Neustadt pack in
June 2017.
FOTO: Sebastian Koerner.
Raschütz (RA), (seit 2015/2016)
Das Raschütz-Paar wurde für das Monitoringjahr 2015/2016 rückwirkend als Paar geführt, weil dort
2016 im Sommer Welpen nachgewiesen wurden. Der Rüde aus Dauban (GW393m) und die Fähe
(GW639f) aus der Königsbrücker Heide zogen 2017/2018 erneut Welpen auf. Neben den Eltern und
den vier nachgewiesenen Welpen lief noch ein weiteres Tier im Rudel mit, insgesamt waren es mind.
sieben Tiere. (Abb. 19).
Abb. 19: Einer von vier Welpen des Raschütz Rudel im Oktober 2017.
One out of four pups of Raschütz pack in
October 2017
. FOTO: LRA Meißen

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Die Untersuchung genetischer Proben zeigte, dass ein Nachkomme aus diesem Rudel im Februar im
Hohwald genetisch nachgewiesen wurde. Im März wurde er wieder im elterlichen Territorium beprobt.
Jungwölfe, die im Begriff sind abzuwandern, machen häufig von ihrem elterlichen Territorium aus
Exkursionen, bevor sie endgültig selbstständig werden. Ein Beispiel hierfür ist auch der aus Nochten
stammende Rüde MT2 „Karl“, welcher 2009 während er mit einem GSM-GPS Halsbandsender
ausgestattet war, mehrere Exkursionen von seinem Elternterritorium aus machte, bevor er sein
eigenes Territorium (Spremberg) etablierte (Reinhardt & Kluth 2016).
Kollm (KO), (2012/2013-2013/2014 und seit 2015/2016)
Das Kollmer Territorium wurde im Winter 2012/2013 zum ersten Mal etabliert. Da der aus dem
Nochtener Rudel stammende Rüde MT5 („Timo“, GW097m) mit einem Senderhalsband ausgestattet
war, konnte dies zeitnah verfolgt und im Sommer 2013 die Aufzucht eines Welpen nachgewiesen
werden. Nachdem der Sender nach 2-jähriger Laufzeit im Januar 2014 planmäßig abgefallen war, gab
es kaum noch Hinweise aus diesem Gebiet. Dies hängt auch damit zusammen, dass die Durchführung
von Monitoringarbeiten im Kerngebiet des Kollmer Rudels durch den dortigen Flächeneigentümer
stark eingeschränkt wurde.
Im Winter 2014/2015 zeigten die Telemetriedaten der Nieskyer Fähe (FT8), dass das Kollmer
Territorium nun von den Nieskyer Wölfen mit genutzt wurde. Allerdings beschränkte sich die Aktivität
der Nieskyer vor allem auf den östlichen Teil des ehemaligen Kollmer Territoriums. Daher lag die
Vermutung nahe, dass der westliche Teil wieder in das Daubaner Territorium integriert wurde, was
durch die Ergebnisse der genetischen Analysen bestätigt wurde. GW097m wurde genetisch nicht mehr
nachgewiesen, die aus dem Daubaner Rudel stammende Kollmer Fähe (GW116f) gründete 2014
zusammen mit einem neuen Rüden das Königshainer Berge Rudel. Das Kollmer Rudel existierte daher
im Monitoringjahr 2014/2015 nicht mehr. Die Ursache des Verschwindens von GW097m ist
unbekannt.
Im Monitoringjahr 2015/2016 etablierte sich dann ein neues Paar im gleichen Gebiet. Dies wurde
allerdings erst im Laufe des Monitoringjahres 2016/2017 erkannt, als dort drei genetisch erfasste
Wölfe der neuen Verpaarung als Nachkommen zugeordnet werden konnten. Die Fähe des neuen
Kollmer Rudels stammte wieder aus dem Daubaner Rudel (GW285f), der Rüde aus dem Nieskyer Rudel
(GW403f). Die Tiere in diesem Rudel wiesen Räudesymptome auf.
Im Monitoringjahr 2017/2018 wurden vier Welpen nachgewiesen. Genetische Daten zeigten, dass
GW403m nach wie vor im Gebiet und auch der Vater der Welpen ist, die Fähe jedoch bereits wieder
gewechselt hat: GW379f ist nun die Mutter der Welpen, sie stammt auch aus dem Daubaner Rudel.
Insgesamt lebten im Kollmer Rudel 2017/2018 somit mind. sechs Tiere.
Auch in diesem Jahr wiesen die Tiere deutliche Anzeichen von Räude auf. Ein männlicher Welpe wurde
im März 2018 tot in einem Pferdestall aufgefunden. Das Tier hatte dort möglicherweise vor dem kalten
Wetter Schutz gesucht (Abb. 20).

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Abb. 20: Einer von vier Welpen des Kollmer Rudels mit Räudesymptomen, tot aufgefunden am 18.03.2018.
One out of four pups of Kollm pack showing signs of sarcoptic mange was found dead on 28.03.2018
. FOTO:
LUPUS.
Hohwald (HW), Sachsen / Tschechische Republik (seit 2011/2012)
Im Monitoringjahr 2011/2012 etablierte sich im Hohwald ein neues Paar, die Fähe stammte aus dem
Seenland-Rudel, der Rüde war unbekannter Herkunft. Nach Reproduktionen in 2012 und 2013 gab es
2014 keine Hinweise auf Welpen. Generell waren die Wolfshinweise aus diesem Gebiet stark
zurückgegangen.
In den Monitoringjahren 2014/2015 bis 2016/2017 konnte nur noch eine Tochter (GW357f) aus diesem
Rudel über Fotofallenaufnahmen und anhand genetischer Proben als territoriales Einzeltier
dokumentiert werden.
Im Mai 2017 wurde dann allerdings der genetische Nachweis zweier völlig neuer Tiere im Kerngebiet
des Hohwaldes - einer Fähe (GW383f) aus dem Daubaner Rudel und eines Rüden (GW784m) aus dem
Spremberger Rudel erbracht. Im Juli 2017 folgte dann der fotografische Nachweis von zwei Welpen
(Abb. 21).
Im Herbst 2017 wurde für einen tot aufgefundenen Welpen im Hohwald die Fähe GW383f genetisch
als Mutter bestätigt, nicht die bisherige Hohwald-Fähe (GW357f). Diese wurde im Januar 2017 zuletzt
genetisch im Gebiet nachgewiesen.
Die neue Fähe (GW383f) war allerdings am 19.02.2017 noch in der Massenei bestätigt worden. Im April
2018 wurde sie erneut durch eine genetische Probe dort nachgewiesen, sodass der Schluss gezogen
werden konnte, dass sich das Territorium im Monitoringjahr 2017/2018 vom Hohwald bis zur Massenei
erstreckte. Der Rüde im Hohwald-Rudel ist bisher genetisch unbekannt, denn der im Mai 2017 im
Hohwald nachgewiesene Rüde GW784m ist nicht der Vater des toten Welpen.

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Das Vorkommen im Hohwald wird aufgrund der Reproduktion 2017 rückwirkend als Paar für
2016/2017 gewertet. Insgesamt waren es im Monitoringjahr 2017/2018 mind. vier Tiere.
Abb. 21: Einer von zwei Welpen des Hohwald Rudels im Juli 2017.
One out of two pups of Hohwald pack in July
2017.
FOTO: L. Zak.
Die bisherige Hohwaldfähe (GW357f) wurde im Monitoringjahr 2017/2018 auf Tschechischer Seite
zusammen mit einem Rüden unklarer Herkunft (GW929m) im Bereich des Nationalparks Böhmische
Schweiz nachgewiesen. Das Vorkommen wird als Paar für die Tschechische Republik gezählt (AOPK
2019).
Cunewalde (CUN), (seit 2014/2015)
Im Monitoringjahr 2014/2015 etablierte eine Fähe aus Dauban (GW178f) gemeinsam mit einem
genetisch bisher nicht bekannten Rüden im Bereich des Czorneboh-Waldgebietes bei Bautzen ein
Territorium und zog im Sommer 2015 vier Welpen auf. Sie selbst war Anfang Januar 2015 noch in
Dauban gesampelt worden. Genetisch konnte sie im September dann im Czorneboh bestätigt werden.
Bei Abspüraktionen im Winter 2015/2016 konnten im Gebiet dann allerdings nur noch wenige
Hinweise gefunden werden, u.a. auf einen männlichen Nachkommen des Rudels. Nachweise der
Elterntiere gelangen nicht. Im Mai 2016 wurde im Czorneboh der Kadaver eines weiblichen
Nachkommen gefunden, der offenbar bereits als Welpe gestorben war, aber vom Funddatum her als
Jährling geführt wird.
Im gesamten Monitoringjahr 2016/2017 gab es dann nur noch einzelne Nachweise einer weiteren
Tochter des Rudels (GW548f). Erst durch den Nachweis von Welpen im Monitoringjahr 2017/2018
konnte geklärt werden, dass diese Tochter sich im Winter 2016/2017 im Cunewalder Territorium mit
einem Rüden unbekannter Herkunft (GW828m) verpaart hatte und somit bereits im Monitoringjahr
2016/2017 ein neues Cunewalder Paar gegründet hatte. Der Rüde wurde im September 2017 bei

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Rosenhain überfahren. Insgesamt konnten drei Welpen nachgewiesen werden, sodass das Rudel aus
mind. fünf Tieren bestand (Abb. 22).
Abb. 22: Einer von drei Welpen des Cunewalde Rudels im September 2017.
One out of two pups of Cunewalde
pack in September 2017.
FOTO: Krüger.
Dahlener Heide (DH) (seit 2016/2017)
Das Wolfspaar in der Dahlener Heide wurde für das Monitoringjahr 2016/2017 rückwirkend bestätigt,
da im Sommer 2017 zwei Welpen nachgewiesen wurden (Abb. 23). Die Fähe (GW705f) stammt aus
dem Altengrabow Rudel, der Rüde ist bisher genetisch nicht bekannt. Insgesamt bestand das Rudel aus
mind. vier Tieren.
Abb. 23: Einer von zwei Welpen des Dahlener Heide Rudels im Februar 2018.
One out of two pups of Dahlener
Heide pack in February 2018.
FOTO: SBS Fleischmann/SWM.

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Knappenrode II (seit 2016/2017)
Eine am 10.06.2018 tot im Tagebausee Mortka (LK Bautzen) gefundene Jährlingsfähe konnte, nach
Auswertung aller genetischen Daten, einem neuen Rudel zugeordnet werden: dem Knappenrode II
Rudel (Abb. 24). Im November 2017 - als etwa sechs Monate alter Welpe - war diese Wölfin gleichzeitig
mit einem Rüden, welcher ihr Vater oder ihr Bruder sein könnte, im Bereich Knappenrode genetisch
bestätigt worden. Das Knappenrode II-Vorkommen wird somit rückwirkend für das Monitoringjahr
2016/2017 als Paar und für 2017/2018 als Rudel mit mind. drei Tieren geführt. Diese Neuetablierung
könnte die Verlagerung des Kerngebietes des ursprünglichen Knappenrode Rudels in das ehemalige
Seenland Gebiet bereits im Herbst 2016 mit beeinflusst haben.
Abb. 24: Totfund der Jährlingsfähe des Knappenrode II Rudel am 10.06.2018 bei Mortka.
The yearling of
Knappenrode II pack found dead on 10.06.2018.
FOTO: LUPUS.
Stolpen/Hohnstein (seit 2016/2017)
Im Monitoringjahr 2017/2018 konnte im Bereich Stolpen/Hohnstein ein Rudel bestätigt werden.
Fotofallenaufnahmen aus dem Oktober 2017 zeigten zwei Wölfe, davon mind. ein Welpe. Das Ergebnis
der genetischen Untersuchung eines am 07.11.2017 zwischen Dobra und Helmsdorf überfahrenen
Welpen ergab, dass er zu keinem bisher genetisch erfassten Rudel gehörte. Rückwirkend wird das
Vorkommen für 2016/2017 als Paar geführt. Insgesamt bestand das Rudel aus mind. drei Tieren (Abb.
25).

image
36
Abb. 25: Der am 07.11.2017 tot aufgefundene Welpe des Stolpen/Hohnstein Rudels.
The pup of
Stolpen/Hohnstein pack found dead on 07.11.2017.
FOTO: LUPUS.
WEITERE, GRENZÜBERGREIFENDE WOLFSTERRITORIEN
Südlich des Biehainer Rudels wurde durch den Totfund eines Welpen im Februar bei Kaltwasser und
einen potentiellen Vater dazu, welcher im Juli 2017 ebenfalls im Gebiet nachgewiesen wurde, ein
Territorium nachgewiesen. Ob es sich hierbei um Wölfe des auf polnischer Seite bekannten Piensk
Rudel oder ein neues grenzübergreifendes Rudel handelt, sollte die Untersuchung weiterer
genetischer Proben sowie der Austausch mit polnischen Kollegen klären (siehe Abschnitt zu Biehain).
In der Karte (Abb. 6) wird es bisher als Piensk-Rudel bezeichnet. Da es keine Hinweise darauf gibt, dass
das Vorkommen seinen Schwerpunkt im Monitoringjahr 2017/2018 auf sächsischer Seite hatte, wird
es nicht für Sachsen mitgezählt (unabhängig von der Frage, ob es das Piensk-Rudel ist). Das Annaburger
Heide Rudel (Sachsen-Anhalt/Brandenburg/Sachsen) wird in Sachsen-Anhalt mitgezählt. Die Rudel
Hohenbocka, Senftenberg und Zschorno haben ihren Schwerpunkt auf Brandenburger Seite und
werden deshalb dort mitgezählt. Das Paar im Nationalpark Böhmische Schweiz und das Výsluni Rudel
werden in der Tschechischen Republik mitgezählt.

37
4.2.4
Wolfspaare
Königsbrücker Heide (KH), (seit 2011/2012)
In der Königsbrücker Heide wurden von 2011 bis 2016 Welpen aufgezogen. Die Fähe stammt aus dem
Seenlandrudel (GW056f), der Rüde (GW104m) ist aus Polen zugewandert und hat den Haplotyp HW02.
In den Jahren 2014 und 2015 wurden jeweils sechs Welpen nachgewiesen. Im Monitoringjahr
2016/2017 gelang dagegen nur der Nachweis eines Welpen.
Im Monitoringjahr 2017/2018 gab es keine Hinweise auf Reproduktion. Die Fähe GW056f war zwar
Anfang des Monitoringjahres noch auf Fotofallenaufnahmen zu erkennen und im April 2018 wurde sie
einmal genetisch nachgewiesen, das Jahr über gab es aber keine Hinweise auf sie. Auf
Fotofallenaufnahmen waren regelmäßig nur ein Rüde und eine definitiv andere Fähe zu erkennen. Es
kann daher bestätigt werden, dass mind. ein Wolfspaar anwesend war, die genaue Situation ist aber
unklar. Möglicherweise ist es zu einer Verschiebung des bisherigen Territoriums und/oder einer
Neuetablierung gekommen.
Großhennersdorf (GHD), (seit 2017/2018)
Seit dem Monitoringjahr 2014/2015 wurden vereinzelt Wölfe im Raum Löbau/Zittau nachgewiesen.
Im Monitoringjahr 2014/2015 wurde ein Welpe aus Rosenthal einmal an einem Schafsriss
nachgewiesen, im Monitoringjahr 2015/2016 wurde eine Fähe unklarer Herkunft einmalig an einem
Riss im Gebiet nachgewiesen. Im Monitoringjahr 2016/2017 gab es gar keine genetischen Nachweise
von Wolfsindividuen. Aufgrund dieser sehr dürftigen Faktenlage wurde das Gebiet bislang als „Status
unklar“ geführt.
Im Februar 2018 wurde dann durch Fotofallenaufnahmen ein markierender Rüde nachgewiesen.
Durch den Nachweis von Welpen im Sommer 2018 (Monitoringjahr 2018/2019) konnte ein Rudel
bestätigt werden, das die Bezeichnung „Großhennersdorf“ erhielt. Rückwirkend wird es daher für das
Monitoringjahr 2017/2018 als Paar gezählt.
Dübener Heide (DUE) (seit 2017/2018)
Im Januar 2018 wurden zwei Wölfe zusammen durch Fotofallenaufnahmen nachgewiesen. In den
Folgemonaten wurden beide Tiere wiederholt zusammen auf weiteren Fotofallenaufnahmen
bestätigt. Für das Monitoringjahr 2017/2018 wird das Vorkommen in der Dübener Heide daher als
Paar geführt. Genetisch konnten die zwei Tiere noch nicht erfasst werden.
Delitzsch (DEL) (seit 2017/2018)
Im April 2018 gab es den Fotofallennachweis eines Wolfes bei Delitzsch, nördlich von Leipzig. Im Mai
2018 (Monitoringjahr 2018/2019) wurden dort zwei Tiere bestätigt. Der Nachweis von Welpen im
August 2018 bestätigte schließlich das Rudel. Im Monitoringjahr 2017/2018 wird das Vorkommen
daher rückwirkend als Paar geführt.
4.2.5
territoriale Einzeltiere
Im Monitoringjahr 2017/2018 wurden in Sachsen keine territorialen Einzeltiere nachgewiesen.

38
4.2.6
Status unklar
Laußnitzer Heide (LH), (seit 2013/2014)
Das Wolfspaar in der Laußnitzer Heide - die Fähe (GW293f) stammt aus der Königsbrücker Heide, der
Rüde (GW288m) aus Dauban - etablierte sich im Winter 2013/2014 und zog 2014 das erste Mal
Nachwuchs auf. Die LUPUS vorliegenden wenigen Daten aus dem Gebiet belegten einen Welpen. Auch
im Monitoringjahr 2015/2016 gab es aus dem Gebiet nur wenige Nachweise. Wieder wurde nur ein
Welpe durch Fotofallenbilder belegt. Der im Monitoringjahr 2015/2016 bestätigte weibliche Welpe
(GW715f) hat eine Verletzung am linken Vorderlauf, die auf den Fotofallenbildern deutlich zu sehen
ist.
Im Monitoringjahr 2016/2017 wurde die Lage noch unklarer. Über Fotofallenbilder konnte zwar die
Existenz eines Wolfspaares eindeutig belegt werden, es blieb aber unklar, ob es sich noch um dieselben
Tiere handelte. Der einzige genetische Nachweis eines männlichen Wolfes in der Region stammt von
einem Nachkommen des Knappenrode-Rudels (GW782m). Ob er zu dem nachgewiesenen Paar oder -
auch das wäre möglich - ggf. zu einem zweiten Paar in der Region gehört, konnte mangels Daten nicht
geklärt werden. Fotofallenbilder belegten zwar auch, dass GW715f, die am Lauf verletzte Tochter des
Laußnitzer Heide Paares aus 2014, ab und zu in der Laußnitzer Heide - aber auch deutlich außerhalb -
unterwegs war, allerdings immer alleine und nicht im Zusammenhang mit den anderen beiden Wölfen.
Im
Monitoringjahr
2017/2018
liegen
kaum
Hinweise
aus
dem
Bereich
vor.
Einzelne
Fotofallenaufnahmen zeigen stets einen Wolf, auch mal eine markierende Fähe. Inwieweit diese aber
zu einem der umliegenden Territorien gehört oder zu einem nicht erfassten Paar, ist unklar. Im
September bestätigte eine Fotofallenaufnahme noch einmal GW715f im Gebiet, im Oktober 2017
wurde sie dann in der Massenei genetisch nachgewiesen, bevor sie im November 2017 in der Dresdner
Heide überfahren wurde. Der Im Monitoringjahr 2016/2017 nachgewiesene Knappenrode-
Nachkomme (GW782m) wurde am 17.04.2018 bei Bernsdorf, also ebenfalls außerhalb der Laußnitzer
Heide, überfahren. Das Vorkommen in der Laußnitzer Heide wird dieses Jahr daher mit Status unklar
geführt.

39
5. Besondere Vorkommnisse im Monitoringjahr 2017/2018
5.1 wiederholte Nahbegegnungen mit Milkeler Welpen
Aus dem Kerngebiet des Milkeler Wolfsrudels wurden Ende August 2017 Sichtungen gemeldet, bei
denen berichtet und teilweise auch fotografisch dokumentiert wurde, dass Wölfe sich an Menschen
angenähert hatten. Durch ein intensiviertes Monitoring zusammen mit dem Biosphärenreservat
Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft konnte geklärt werden, dass es sich um die knapp fünf
Monate alten Welpen des Milkeler Rudels handelte (aus dem Wurf von GW522f und GW038m, siehe
Abschnitt zu Milkel). Die Tiere zeigten bei Begegnungen kaum Fluchtverhalten und näherten sich
neugierig Menschen an, teilweise bis auf wenige Meter. In einigen Fällen interessierten sich die
Welpen vor allem für Gegenstände in der Nähe der Menschen und untersuchten diese neugierig
(Abb.26). Ein aggressives Verhalten wurde nie beobachtet.
Das Verhalten der Welpen lässt vermuten, dass sie sich verstärkt an die Anwesenheit von Menschen
gewöhnt hatten und möglicherweise sogar positive Erfahrungen mit Menschen gemacht haben
könnten.
Um
dem
Verhalten
entgegenzuwirken,
wurde
im
Rahmen
des
sächsischen
Wolfsmanagements von der Landesdirektion Sachsen am 05.10.2017 eine Ausnahmegenehmigung zur
Vergrämung der Tiere gegenüber der Verwaltung des Biosphärenreservats erteilt. Beabsichtigt war,
die Tiere bei weiteren Nahbegegnungen mehrfach und gezielt mit Gummimunition zu beschießen.
So sollten sie den kurzzeitigen Schmerz jeweils direkt mit Menschen in Verbindung bringen und sich in
Zukunft fernhalten, ohne dass ihnen ernsthafte Verletzungen oder dauerhafte Schäden zugefügt
werden würden. Trotz intensiver Bemühungen gelang es nur einmal, und zwar am 09.11.2017, einen
Welpen mit Gummimunition zu beschießen.
Im Zeitraum August– Dezember 2017 gab es insgesamt 31 Sichtungsmeldungen, die mit dem Verhalten
der Milkeler Welpen in Verbindung zu bringen sind, die meisten im September und November.
Nachdem es im Dezember und Januar 2018 keine relevanten Sichtbeobachtungen gab, wurden im
Februar und März noch einmal vier Sichtungen bekannt, die sich auf die Milkeler Welpen beziehen
könnten. Danach gab es keinerlei derartige Meldungen mehr.
Mindestens drei der fünf genetisch bestätigten Milkeler Welpen aus dem betreffenden Wurf zeigten
bei einigen Begegnungen mit Menschen kaum Fluchtverhalten. Die Umstände, die zu diesem Verhalten
geführt haben, z.B. ob die Welpen angefüttert wurden, konnten nicht geklärt werden.

image
40
Abb. 26: Einer der dreisten Welpen des Milkeler Rudel im November 2017.
One of the bold pups of Milkel pack
in November 2017
. FOTO: RICHTER.
5.2 GW701m tötet zwei Hunde
Nachdem am 27.12.2017 ein verletzter Hund und am 28.12.2017 ein toter Hund dem sächsischen
Wolfsmanagement aus den Gemeinden Weißkeißel und Krauschwitz gemeldet wurde und die Besitzer
jeweils auf bzw. nahe dem Grundstück ein wolfsähnliches Tier beobachtet hatten, wurden Fotofallen
zur Klärung des Verursachers eingesetzt. Zusätzlich wurden an den angegriffenen Hunden Proben für
die genetische Untersuchung zur Feststellung des Verursachers genommen und der getötete Hund
umgehend zur genaueren Untersuchung der Todesursache ans Leibniz-Institut für Zoo- und
Wildtierforschung (IZW Berlin) gebracht.
Am 31.12.2017 wurde der am 27.12.2017 bereits verletzte Hund erneut angegriffen und getötet. Die
ausgebrachten Fotofallen erbrachten am 08.01.2018 den Nachweis eines Wolfes, welcher sich auf bzw.
in der Nähe der Grundstücke aufhielt. Die Aufnahmen zeigten, dass das Tier starke Räudesymptome
aufwies, d.h. beinahe der gesamte Körper war ohne Fell. Im selben Zeitraum wurden mehrere
Sichtbeobachtungen eines entsprechend aussehenden Wolfes in Ortschaften bekannt, es gab auch
Hinweise auf getötete Katzen. Die Diagnose, dass es sich bei dem Verursacher um einen Wolf handelt,
wurde durch die an dem verletzten und dem getöteten Hund genommenen genetischen Proben
bestätigt. Am 12.01.2018 wurde durch das Landratsamt Görlitz eine Ausnahmegenehmigung für den
Abschuss des Wolfes erteilt, welcher seitens des Sächsischen Staatsministeriums für Umwelt und
Landwirtschaft (SMUL) zugestimmt wurde. Am 02.02.2018 wurde der Wolf geschossen. Das Ergebnis
der genetischen Untersuchung der in diesem Zusammenhang gesammelten Proben (Rissabstriche,
Losungen, Gewebe) ergab, dass das geschossene Individuum GW701m sowohl die beiden Hunde
angegriffen, als auch am 19.01.2018 noch einen Kaninchenstall auf einem Grundstück aufgebrochen
und die Kaninchen darin getötet hatte. Der Wolf hatte sich die ganze Zeit in demselben Gebiet
zwischen dem Nochtener, dem Zschornoer und dem Daubitzer Territorium aufgehalten. GW701m
passt genetisch zum vor einigen Jahren bestätigten westpolnischen Wymiarki-Rudel. Er war seit Anfang
2017 der Rüde des Nochtener Rudels, bis er dieses zum Herbst 2017 hin wieder verließ (siehe Abschnitt
zu Nochten).

image
41
Insgesamt gingen zwischen dem 27.12.2017 und dem 02.02.2018 52 Sichtbeobachtungen aus dem
Bereich um Krauschwitz, Weißkeißel, Gablenz und Tschernitz (Brandenburg) an bzw. auf Grundstücken
ein. Die pathologische Untersuchung am IZW in Berlin ergab, dass der Wolf gesundheitlich
beeinträchtigt
war.
Neben
einer
Leberentzündung
und
deutlichen
Veränderungen
der
Lendenwirbelsäule, welche zu einer eingeschränkten Beweglichkeit führten, wies er eine durch
Räudemilben hervorgerufene Dermatities auf (Abb. 27).
Abb. 27: GW701m, in 2017 zunächst der Nochtener Rüde, tötete im Dezember 2017 zwei Hunde und wurde am
02.02.2018 mit Genehmigung geschossen (Details siehe Text).
GW701m, in 2017 for some time the breeding male
of Nochten pack, killed in December 2017 two dogs and was legalley shot on 02.02.2018 (see text for details)
.
FOTO: LUPUS.
5.3. Daubitzer Rüde (GW381m) tötet Jagdhund
Zur gleichen Zeit während im Bereich um Krauschwitz und Weißkeißel GW701m u.a. zwei Hunde
getötet hatte und mehrmals in Ortschaften gesehen wurde, kam es zu einem weiteren Übergriff von
einem Wolf auf einen Hund.
Auf dem Truppenübungsplatz Oberlausitz entfernte sich am 30.01.2018 ein Jagdhund von seiner
Aufsichtsperson, während diese Forstarbeiten tätigte. Der Hund, mit einem GPS-Halsband
ausgestattet, bewegte sich frei auf großer Fläche, beunruhigte Wild und hatte sich schließlich weit
entfernt. Er kam nicht wieder zurück. Nach etwa einer Stunde begann mit Hilfe des GPS-Signals die
Suche nach dem Hund, er wurde schließlich tot aufgefunden. Der Hund befand sich etwa 1500m
entfernt von der Stelle, wo er losgelaufen war. Sowohl die Verletzungen als auch die Spuren vor Ort
sprachen für einen Wolf als Verursacher. Die am getöteten Hund für eine genetische Untersuchung
genommenen Proben bestätigten den Verdacht: er wurde vom Daubitzer Rüden GW381m getötet. Die
räumlichen und zeitlichen Umstände legen nahe, dass der Wolfsrüde den Hunderüden, als er ihn
mitten in der Ranzzeit allein in seinem Territorium antraf, als Konkurrenten angesehen hat und ihn
deshalb angriff. Weder vor noch nach diesem Übergriff gab es vergleichbare Fälle in diesem
Territorium.

42
Literatur
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Karte.
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43
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REINHARDT, I., KLUTH, G., BLUM, C., & V. HARMS (2013): Wölfe in der Lausitz. Statusbericht für das
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REINHARDT, I., KLUTH, G., NOWAK, S. & R. MYSLAJEK (2013): A review of wolf management in Poland and
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REINHARDT, I., KLUTH, G., BLUM, C., MÖSLINGER, H. & V. HARMS (2014): Wölfe in der Lausitz. Statusbericht
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REINHARDT, I., KLUTH, G., BLUM, C., MÖSLINGER, H., HARMS, V. & A. JARAUSCH (2015): Wölfe in Sachsen und
Brandenburg. Statusbericht für das Monitoringjahr 2014 / 2015.
REINHARDT, I., KACZENSKY, P., KNAUER, F., RAUER, G., KLUTH, G., WÖLFL, S., HUCKSCHLAG, D. & U.
WOTSCHIKOWSKY (2015): MONITORING VON WOLF, LUCHS UND BÄR IN DEUTSCHLAND. BFN-SKRIPTEN 413.
WABAKKEN, P., ARONSON, A., STRØMSETH,T., SAND,H., MAARTMANN,E., SVENSSON, L. & I. KOJOLA (2009): Ulv i
Skandinavia: Statusrapport for vinteren 2008 – 2009. Høgskolen i Hedmark Oppdragsrapport
nr. 6 – 2009.

44
Anhang 1
Sozialer Status, Reproduktion und Nachweismethoden in den Wolfsrevieren in Sachsen 2017/2018
Sozialer Status
Territorium
Land
Reproduktion
nachgewiesen
Anz.
Individuen
Methoden
Anz. Genetikproben*
Markierende Tiere genetisch
bekannt **
Fähe/Rüde
gesamt (Min)
Welpen (Min)
Reproduktion
Status
Abgrenzung
Totfund Welpe
Foto / Video
DNA
Telemetrie
Spuren
Foto / Video
DNA
Telemetrie
Reproduktion
Foto / Video
DNA
räumlich
Rudel
Biehain
SN
ja
7
3
X
-
X
X
X
X
33
F, M
GW541f/GW170m
Rudel
Cunewalde
SN
ja
5
3
X
X
X
X
X
X
11
F, M
GW548f/GW828m
Rudel
Dahlener Heide
SN
ja
4
2
X
X
X
X
X
X
X
13
F, -
GW705f/ -
Rudel
Dauban
SN
ja
8
5
X
X
X
X
X
X
X
13
F, M
GW114f/GW399m
Rudel
Daubitz
SN
ja
12
6
X
X
X
X
X
14
F, M
?,?
GW087f/GW381m
?/?
Rudel
Gohrischheide
SN/BB
ja
6
3
X
X
X
X
X
X
6
F, M
GW162f/GW330m
Rudel
Hohwald
SN/CZ
ja
4
2
X
X
X
X
X
X
X
22
F, -
GW383f/-
Rudel
Knappenrode/Seenland
SN
ja
11
7
X
X
X
X
X
X
X
12
F, M
GW180f/GW586m
Rudel
Knappenrode II
SN
ja
3
1
X
X
X
X
9
- /?
- / ?
Rudel
Kollm
SN
ja
6
4
X
X
X
X
X
X
X
9
F, M
GW379f/GW403m
Rudel
Königshainer Berge
SN
ja
5
2
X
-
X
X
X
X
17
F, M
GW116f/GW287m
Rudel
Milkel
SN
ja
15
7
X
X
X
X
X
X
33
3F, 2M
GW522f/GW038m,
GW406f/GW038m,
GW026f/GW014m
Rudel
Neustadt/Spremberg
SN/BB
ja
8
6
X
X
X
X
X
X
25
F, M
GW401f/GW269m

45
Rudel
Niesky
SN
ja
9
6
X
X
X
X
X
X
X
22
F, M
GW031f/GW778m
Rudel
Nochten
SN
ja
8
5
X
X
X
X
X
23
F, M
GW071f/GW701m
Rudel
Raschütz
SN
ja
7
4
X
X
X
X
X
11
F, M
GW639f/GW393m
Rudel
Rosenthal
SN
ja
5
1
X
X
X
X
X
25
F, M
GW112f/GW294m
Rudel
Stolpen/Hohnstein
SN
ja
3
2
X
X
X
X
X
X
X
4
- , -
-/-
Paar
~
Delitzsch
SN
nein
2
-
X
X
1
- , -
-/-
Paar
Dübener Heide
SN
nein
2
-
-
-
X
X
X
11
-,-
-/-
Paar~
Großhennersdorf
SN
nein
2
-
X
X
4
- , -
-/-
Paar
Königsbrücker Heide
SN
nein
2
-
X
X
3
-, -
-/-
X
(fettgedruckt): gibt an welche Methode für die Abgrenzung zu anderen Territorien ausschlaggebend war.
*
gesammelte Genetikproben (exklusive der im Rahmen des Monitoringprojekt erhobenen Proben). Nicht alle gesammelten Proben werden zur Analyse eingeschickt. Auf
Grund der begrenzten Finanzmittel wird eine Probenpriorisierung vorgenommen. Proben mit voraussichtlich hoher Qualität und solche von markierenden Tieren werden bei der
Auswahl bevorzugt. Zusätzlich wurden noch Genetikproben aus dem Gebiet des Piensker Rudels (2), dem Hornow Rudel (1), dem Paar im Nationalpark Böhmische Schweiz (2)
und dem Hohenbocka Rudel (5) auf sächsischer Seite gesammelt, sowie 14 Proben außerhalb der bestätigten Wolfsterritorien.
~ Territorium wird rückwirkend durch den Nachweis von Welpen im Sommer 2018 als Paar geführt.
**
In der Spalte zum genetischen Nachweis:
?
In diesem Territorium wurden 2017/2018 Wölfe genetisch nachgewiesen. Ob dies die Territoriumsinhaber oder andere Wölfe waren, ist noch unklar.
-
Für 2017/2018 sind die markierenden Tiere genetisch nicht bekannt
*
Indirekter Nachweis der Elterntiere, da Nachkommen aus 2017 oder 2018 genetisch noch immer zur gleichen Verpaarung passen