Bericht 43. Sitzung der Kommission zum Schutz gegen Fluglärm und Luftschadstoffe
(FLK) für den Flughafen Leipzig/Halle am 07.11.2012
In ihrer 43. Sitzung entschied die Kommission zum Schutz gegen Fluglärm und
Luftschadstoffe (FLK) für den Flughafen Leipzig/Halle über den im Herbst 2011
eingebrachten Antrag der Stadt Leipzig. Dieser Antrag enthält ein Paket von Maßnahmen,
die zur Fluglärmentlastung in der Nacht beitragen sollen. Eine Arbeitsgruppe der FLK hatte
geprüft, welche der Maßnahmen kurzfristig mit dem erwünschten Erfolg umgesetzt werden
können. Für diese sprach die Kommission der Deutschen Flugsicherung (DFS) eine
Empfehlung aus. So empfiehlt die FLK der DFS, den Piloten künftig neue Verfahren des
kontinuierlichen Sinkfluges (CDA-Verfahren) als Vorzugsvariante des Anflugs zuzuweisen.
Für die Empfehlung, den Anflugwinkel und die Mindestflughöhe anzuheben, will die
Kommission zunächst belastbare Ergebnisse einer dazu am Flughafen Frankfurt/Main
laufenden Studie des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt sowie die Erfahrungen
am Flughafen Leipzig/Halle mit den neuen CDA-Verfahren abwarten.
Eine zeitlich versetzte Nutzung der Start- und Landebahnen sollte in die Überlegungen der
seit längerem eingesetzten Arbeitsgruppe der FLK zur Bahnverteilung einfließen. Die
Arbeitsgruppe schloss am 22.10.2012 ihre Arbeit ab. Aus den Ergebnissen konnte die FLK
derzeit keine wirksame Empfehlung zur Verteilung des Nachtflugverkehrs ableiten. Eine in
der Arbeitsgruppe entwickelte Bewertungsmethodik hat jedoch nachgewiesen, dass
insbesondere die Verteilung nach geografischen Gesichtspunkten eine Reduzierung der
Betroffenheit vornehmlich im Osten des Flughafens erwarten lässt. Zu signifikanter
Lärmreduzierung insgesamt führte der bisherige Flottentausch bei DHL.
Die FLK wertet diesen Flottentausch als einen wesentlichen Beitrag zum aktiven
Lärmschutz. Durch ihre hartnäckige Forderung erreichte die Kommission, dass DHL
inzwischen die AN 12 und einige AN 26 außer Betrieb genommen und durch leisere
Flugzeuge ersetzt hat. Dies hat wesentlich zur Fluglärmreduzierung beigetragen. Der
vollständige Austausch der AN 26 soll bis Ende 2015 erfolgen.
Auch eine Reduzierung des Bodenlärms wurde bewirkt, indem DHL alle Flugzeuge auf dem
Vorfeld mit Schleppfahrzeugen bewegt. Die FLK erwartet, dass die nachts operierenden
Fluggesellschaften zukünftig neue technische Entwicklungen, wie z.B. elektrisch
angetriebene Bugräder für sich schnellstmöglich nutzbar machen.
Zudem beschloss die FLK, mit Hilfe der Betroffenheitsanalyse und der in der Arbeitsgruppe
entwickelten Bewertungsmethode weitere Möglichkeiten zur Vermeidung unnötiger Lärm-
und Schadstoffbelastungen zu untersuchen. Unter Anwendung dieser Methodik soll nun
auch die Wirkung auf den Bereich im Westen des Flughafens untersucht und die zeitlich
versetzte Nutzung der Start- und Landebahnen geprüft werden.
Auf Antrag der Stadt Halle wird die DFS die aktuellen Flugrouten im Osten von Halle auf
mögliche Lärmoptimierungen prüfen.
Den Antrag der Gemeinde Schkopau, das Umweltbundesamt mit lärmfachlicher Bewertung
verschiedener Flugroutensysteme zu beauftragen, lehnte die FLK ab, da Bewertungen im
größeren Umfang vorliegen.
Ein weiterer Antrag der Gemeinde Schkopau zum Umgang mit Bürgeranträgen fand
ebenfalls keine Zustimmung. Das bisherige Verfahren gemäß Geschäftsordnung wird
beibehalten. Der interne Umgang wird nicht in der Geschäftsordnung geregelt.

Der Flughafen berichtete über die Verkehrsentwicklung und die Umsetzung des
Schallschutzprogrammes. Von 7650 eingegangenen Anträgen auf Schallschutz sind 6500
abgeschlossen.
Die Beschwerdesituation stellt sich im Zeitraum April bis Oktober 2012 wie folgt dar:
82 Beschwerdeführer generierten über den DFLD 56955 digitale Beschwerden. 32
schriftliche Beschwerden von 23 Beschwerdeführern waren zu bearbeiten.
Der Flughafen legte die Messwerte der 10 stationären und der 4 mobilen Messanlagen zur
Auswertung vor. Es gab keine Überschreitungen der Grenzwerte. Die höchsten Pegel
werden immer wieder in Radefeld gemessen. Als zukünftige Standorte der mobilen
Messanlagen legte die FLK Schkeuditz-Mitte und Freiroda fest. Derzeit wird noch gemessen
in Lochau und Podelwitz.
Schließlich informierte der Flughafen über die Nutzung der Triebwerksprobelaufhalle von
Januar bis Oktober 2012, die bei 85,4 % lag. Seit Wiederinbetriebnahme der Halle fand
nachts kein Probelauf außerhalb der Halle statt.
Das Sächsische Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft berichtete über den
Abschluss der Arbeiten zur Lärmkartierung für den Flughafen Leipzig/Halle. In Umsetzung
der EU-Umgebungslärmrichtlinie war der vom Flughafen ausgehende Lärm in einer Karte
darzustellen und die Anzahl der Betroffenen zu ermitteln.
Manfred Heumos
Vorsitzender der Fluglärmkommission am Flughafen Leipzig/Halle