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Sächsisches Staatsministerium
für Umwelt und Landwirtschaft

2
Inhaltsverzeichnis
Alphabetisches Verzeichnis der zitierten Rechtsnormen
3
1.
Zweck und Anwendungsbereich der Handlungsanleitung
5
2.
Definitionen und Begriffe
5
3.
Rechtsgrundlagen der Entsorgung
6
3.1
Anforderungen nach dem Abfallrecht
6
3.2
Anforderungen nach Immissionsschutzrecht
7
3.3
Anforderungen nach Chemikalienrecht
8
4. Zuordnungsfragen
9
4.1 Grundsätze der Zuordnung
9
4.2
Zuordnung im Geltungsbereich der Altholzverordnung
9
4.3
Zuordnung im Geltungsbereich des Bodenschutzrechts, der Bioabfall-
und der Klärschlammverordnung
12
5.
Genehmigung von Anlagen zur Holzabfallentsorgung
13
6.
Entsorgung von Holzabfällen
16
6.1 Entsorgungsgrundsätze
16
6.2
Stoffliche Verwertung durch Kompostierung
16
6.3
Energetische Verwertung / Thermische Beseitigung
17
7.
Probenahme und Analytik von Holzabfällen
18
7.1
Probenahme von stückigem und vorgebrochenem Altholz und Bauholz
18
7.2
Probenahme von Holzhackschnitzeln
19
7.3
Probenbehandlung und Analyse
19
Anhang.......................................................................................................................................21
Protokoll über Probenahme am stückigem und vorgebrochenem Material
22
Protokoll über die Probenahme aus der laufenden Brennstoffzuführung
23
Protokoll über die Probenahme aus Haufwerken
24
Tabellenverzeichnis
Tabelle 1: Mögliche Einsatzstoffe nach BioAbfV
13
Tabelle 2: Übersicht über genehmigungsbedürftige Anlagen zur Altholzentsorgung
15

3
Alphabetisches Verzeichnis der Rechtsnormen
AbfKlärV
Klärschlammverordnung (AbfKlärV) i.d.F. der Bekanntmachung vom 15.
April 1992 (BGBl. I S. 912), zuletzt geändert durch die Verordnung zur
Änderung abfallrechtlicher Nachweisbestimmungen vom 25. April 2002
(BGBl. I S. 1488) - Artikel 2
-
Änderung der Klärschlammverordnung.
AltholzV
Verordnung über Anforderungen an die Verwertung und Beseitigung von
Altholz (Altholzverordnung – AltholzV) vom 15. August 2002 (BGBl. I S.
3302).
AVV
Verordnung zur Umsetzung des Europäischen Abfallverzeichnisses (Abfall-
verzeichnisverordnung –AVV) vom 10. Dezember 2001 (BGBl. I S. 3379)
zuletzt geändert durch die Verordnung zur Änderung abfallrechtlicher Nach-
weisbestimmungen vom 25. April 2002 (BGBl. I S. 1488) - Artikel 4a -
Änderung der Abfallverzeichnisverordnung.
BBodSchV
Bundes-Bodenschutz und Altlastenverordnung (BBodSchV) i.d.F. der
Bekanntmachung vom 12. Juli 1999 (BGBl. I S.1554)
BImSchG
Gesetz zum Schutz vor schädlichen Umwelteinwirkungen durch Luftverun-
reinigungen, Geräusche, Erschütterungen und ähnlichen Vorgänge (Bundes-
Immissionsschutzgesetz – BImSchG) i.d.F. der Bekanntmachung vom 26.
September 2002 (BGBl. I S. 3830, zuletzt geändert durch Artikel 7 des Ge-
setzes vom 6. Januar 2004 (BGBl. I S. 2, 15)
1. BImSchV
Erste Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes
(Verordnung über kleine und mittlere Feuerungsanlagen – 1.BImSchV)
i.d.F. der Bekanntmachung vom 14. März 1997 (BGBl. I S. 490), zuletzt ge-
ändert durch Artikel 4 der Verordnung vom 14. August 2003 (BGBl. I S.
1614, 1631)
4. BImSchV
Vierte Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes
(Verordnung über genehmigungsbedürftige Anlagen – 4. BImSchV) i.d.F.
der Bekanntmachung vom 14. März 1997 (BGBl. I S. 504), zuletzt geändert
durch Artikel 22a des Gesetzes vom 6. Januar 2004 (BGBl. I S. 2, 19)
17. BImSchV
Siebzehnte Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutz-
gesetzes (Verordnung über die Verbrennung und die Mitverbrennung von
Abfällen – 17. BImSchV) i.d.F. der Bekanntmachung vom 14. August 2003
(BGBl. I S. 1633)
BioAbfV
Verordnung über die Verwertung von Bioabfällen auf landwirtschaftlich,
forstwirtschaftlich und gärtnerisch genutzten Böden (Bioabfallverordnung –
BioAbfV) i.d.F. der Bekanntmachung vom 21. September 1998 (BGBl. I ,
S. 2955) zuletzt geändert durch die Verordnung zur Änderung abfallrechtli-

4
cher Nachweisbestimmungen vom 25. April 2002 (BGBl. I S. 1488) - Arti-
kel 3 - Änderung der Bioabfallverordnung
ChemG
Gesetz zum Schutz vor gefährlichen Stoffen (Chemikaliengesetz-ChemG)
i.d.F. der Bekanntmachung vom 20. Juni 2002 (BGBl. I S. 2090), zuletzt
geändert durch Artikel 183 der Verordnung vom 25. November 2003
(BGBl. I S. 2304, 2326)
ChemVerbotsV
Verordnung über Verbote und Beschränkungen des Inverkehrbringens ge-
fährlicher Stoffe, Zubereitungen und Erzeugnisse.nach dem Chemikalienge-
setz (Chemikalien-Verbotsverordnung ChemVerbotsV) i.d.F. der Bekannt-
machung vom 13. Juni 2003 (BGBl. I S. 867), zuletzt geändert durch Arti-
kel 1 der Verordnung vom 25. Februar 2004 (BGBl. I S. 328)
EfbV
Verordnung über Entsorgungsfachbetriebe (Entsorgungsfachbetriebeverord-
nung – EfbV) i.d.F. der Bekanntmachung vom 10.09.1996 (BGBl. S. 1421)
GefStoffV
Verordnung zum Schutz vor gefährlichen Stoffen (Gefahrstoffverordnung –
GefStoffV) i.d.F. der Bekanntmachung vom 15. November 1999 (BGBl. I
S. 2233, 2000 I S. 739), zuletzt geändert durch Artikel 2 der Verordnung
vom 25. Februar 2004 (BGBl. I S. 328, 329)
KrW-/AbfG
Gesetz zur Förderung der Kreislaufwirtschaft und Sicherung der umweltver-
träglichen Beseitigung von Abfällen (Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz
– KrW-/AbfG) i.d.F. der Bekanntmachung vom 27. September 1994
(BGBl. I S. 2705), zuletzt geändert 15. August 2002 (BGBl. I S. 3302).
NachwV
Verordnung über Verwertungs- und Beseitigungsnachweise (Nachweisver-
ordnung – NachwV) i.d.F. der Bekanntmachung vom 17. Juni 2002 (BGBl.
2002 I, Nr. 44, S. 2374
Berichtigung vom 20. November 1997 (BGBl. I S.
2860), geändert durch die Verordnung zur Änderung abfallrechtlicher
Nachweisbestimmungen vom 25. April 2002 (BGBl. I S. 1488) - Artikel 1 -
Änderung der Nachweisverordnung, zuletzt geändert 15. August 2002
(BGBl. I S. 3302)
.
TA Luft
Erste allgemeine Verwaltungsvorschrift zum Bundes-Immissionsschutz-
gesetz (Technische Anleitung zur Reinhaltung der Luft –TA Luft) vom 24.
Juli 2002 (GMBl. S. 511)
UVPG
Gesetz über die Umweltverträglichkeitsprüfung i.d.F. der Bekanntmachung
vom 5. September 2001 (BGBl. I S. 2350), zuletzt geändert durch Artikel 2
des Gesetzes vom 18. Juni 2002 (BGBl. I S. 1914, 1921)
VwVSächsBO
Verwaltungsvorschrift des Sächsischen Staatsministeriums des Innern zur
Sächsischen Bauordnung (VwVSächsBO) vom 26. Oktober 1999 (Säch-
sABl. SDr. S. 379), geändert durch Verwaltungsvorschrift vom 16. Novem-
ber 2001 (SächsABl. S. 794)

 
5
1.
Zweck und Anwendungsbereich der Handlungsanleitung
Mit der Verordnung über Anforderungen an die Verwertung und Beseitigung von Altholz
(Altholzverordnung – AltholzV) vom 15. August 2002 wurden erstmals bundesweit einheitli-
che Anforderungen für die Entsorgung von Altholz festgelegt. Die AltholzV regelt die Holz-
abfallentsorgung allerdings nicht abschließend. Das liegt erstens daran, dass bestimmte Berei-
che der Holzabfallentsorgung in anderen Rechtsverordnungen bereits geregelt sind - so z.B.
die Verbrennung von Holzabfall oder die Verwertung bestimmter Holzabfälle in Landwirt-
schaft, Forstwirtschaft und Gartenbau. Zweitens soll durch die offene Verordnungskonzeption
auch neuen technischen Entwicklungen Rechnung getragen werden. Drittens sind bei der Ent-
sorgung von Holzabfällen neben abfallrechtlichen Normen auch Normen des Bodenschutz,-
Chemikalien und Immissionsschutzrechts zu beachten.
Im Freistaat Sachsen geht der überwiegende Teil des zu entsorgenden Holzes in die energeti-
sche Verwertung und die Kompostherstellung (über andere Verwertungswege wurden im Jahr
2000 lediglich 7 % der insgesamt angefallenen Holzabfälle entsorgt) Zweck dieser Hand-
lungsanleitung ist es, praktische Hinweise zu geben, wie die für die wichtigsten Entsorgungs-
wege von Holzabfällen im Freistaat Sachsen relevanten Rechtsvorschriften von Abfallerzeu-
gern, Abfallbesitzern, Entsorgern und Behörden angewendet werden sollen, um im Vollzug
eine möglichst einheitliche Vorgehensweise sicherzustellen. Dies gilt insbesondere
a) bei bau- oder immissionsschutzrechtlichen Genehmigungen von Anlagen zur Entsorgung
von Holzabfällen,
b) bei der Überwachung der Entsorgung von Holzabfällen durch die zuständigen Behörden
c) bei der Zustimmung zu Überwachungsverträgen für einen Entsorgungsfachbetrieb, der im
Bereich der Entsorgung von Holzabfällen tätig ist (§ 52 KrW-/AbfG i.V. mit der EfbV),
d) für die Ausgestaltung von Abbruchgenehmigungen bezüglich der Entsorgung von Ab-
bruchhölzern.
2.
Definitionen und Begriffe
Für Holz wie für andere bewegliche Sachen bestimmt § 3 Abs. 1 KrW-/AbfG, wann es sich
um Abfall handelt. Diese Definition gilt auch beim Vollzug anderer Rechtsvorschriften, die
für die Entsorgung von Holzabfällen von Bedeutung sind (Abfallverbringungsrecht; Immissi-
onsschutzrecht, insbesondere § 5 Abs. 1 Nr. 3 BImSchG; Chemikalienrecht).

 
6
Die wichtigsten Definitionen und Begriffe für die Entsorgung von Altholz sind in § 2 der
AltholzV (Begriffsbestimmungen) zusammengestellt. Hieraus ist ersichtlich, dass durch die
AltholzV auch nicht alle auftretenden Holzabfallfraktionen erfasst werden. Insbesondere trifft
dies auf den bei der Landschaftspflege anfallenden Baum- und Strauchschnitt (Abfallschlüssel
20 02 01, Abfallart „biologisch abbaubare Abfälle“ aus der Abfallgruppe „Garten- und Park-
abfälle (einschließlich Friedhofsabfälle)“ zu.
3. Rechtsgrundlagen der Entsorgung
Für die Entsorgung von Holzabfällen sind insbesondere folgende Rechtsgebiete maßgebend:
- Das Abfallrecht
definiert den Begriff des Abfalls und formuliert u. a. Anforderungen an
die Entsorgung und Überwachung der Abfallströme.
- Das Immissionsschutzrecht
legt die immissionsschutzrechtlichen Anforderungen an die
Errichtung und den Betrieb von Anlagen zur Verwertung und Beseitigung fest.
- Das Chemikalienrecht
regelt das Inverkehrbringen von und den Umgang mit Stoffen so-
wie Zubereitungen und Erzeugnissen, die diese Stoffe (Chemikalien) enthalten.
3.1
Anforderungen nach dem Abfallrecht
Sind nach § 3 Abs. 1 KrW-/AbfG
bewegliche Sachen aus Holz als Abfälle einzustufen, so
sind die Erzeuger oder Besitzer dieser Holzabfälle nach §§ 4 Abs. 1, 5 Abs. 2 in Verbindung
mit § 6 KrW-/AbfG grundsätzlich verpflichtet, diese stofflich zu verwerten oder zur Gewin-
nung von Energie zu nutzen. Vorrang hat die besser umweltverträgliche Verwertungsart, wo-
bei eine nach Art und Beschaffenheit der Abfälle hochwertige Verwertung anzustreben ist.
Die Verwertung der Abfälle, insbesondere durch die Einbindung in Erzeugnisse, hat ord-
nungsgemäß und schadlos zu erfolgen. Die Verwertung erfolgt ordnungsgemäß, wenn sie im
Einklang mit den Vorschriften des KrW-/AbfG und anderen öffentlich-rechtlichen Vorschrif-
ten steht. Die Verwertung von Abfällen erfolgt nach § 5 Abs. 3 Satz 3 KrW-/AbfG schadlos,
wenn nach der Beschaffenheit der Abfälle, dem Ausmaß der Verunreinigungen und der Art
der Verwertung Beeinträchtigungen des Wohls der Allgemeinheit nicht zu erwarten sind, ins-
besondere keine Schadstoffanreicherung im Wertstoffkreislauf erfolgt.
Holzabfälle, die schädliche Verunreinigungen enthalten, sind den mit einem Sternchen verse-

 
7
henen Abfallarten der AVV zuzuordnen. Damit verbunden ist die Führung von Nachweisen
gemäß NachwV. Für die Entsorgung von Altholz sind u. a. die abfallrechtlichen Normen der
AltholzV, der BioAbfV und der AbfKlärV zu beachten. Nach § 9 AltholzV ist eine Beseiti-
gung von Altholz auf Deponien nicht zulässig. Das Beseitigungsverbot für Altholz auf De-
ponien gilt unabhängig von vorher erteilten Ablagerungsgenehmigungen. Eine Deponierung
von Altholz stellt einen Ordnungswidrigkeitstatbestand entsprechend § 13 Nr.9 AltholzV dar.
Ordnungswidrig handelt dabei sowohl derjenige, der Altholz zum Zwecke der Beseitigung der
Deponie zuführt, als auch der Deponiebetreiber, der das Altholz auf der Deponie beseitigt.
3.2
Anforderungen nach Immissionsschutzrecht
Anlagen zur Holzabfallentsorgung unterliegen den Anforderungen des BImSchG sowie dem
zugehörigen untergesetzlichen Regelwerk. Hinsichtlich der an die einzelnen Anlagen zu stel-
lenden materiellen Anforderungen sind insbesondere die 1., 13. und 17. BImSchV sowie die
TA Luft von Bedeutung. Genehmigungsbedürftig im Sinne des BImSchG i.V.m. der 4.
BImSchV sind Anlagen
zur Lagerung, zum Umschlag und zur Behandlung,
zur stofflichen oder energetischen Verwertung und
zur (thermischen) Beseitigung, sofern
die im Anhang der 4. BImSchV jeweils festgelegten Leistungsgrenzen erreicht bzw. über-
schritten und die dort genannten Einsatzstoffe eingesetzt werden. Ebenso bedarf eine wesent-
liche Änderung der Lage, Beschaffenheit oder des Betriebs einer nach BImSchG genehmigten
Anlage gemäß § 16 Abs.1 BImSchG der Genehmigung.
Genehmigungsbedürftige Anlagen sind gemäß § 5 Abs.1 BImSchG so zu errichten und zu
betreiben, dass
schädliche Umwelteinwirkungen und sonstige Gefahren, erhebliche Nachteile und erheb-
liche Belästigungen für die Allgemeinheit und Nachbarschaft nicht hervorgerufen werden
können;
Vorsorge gegen schädliche Umwelteinwirkungen und sonstige Gefahren, erhebliche
Nachteile und erhebliche Belästigungen getroffen wird, insbesondere durch die dem Stand
der Technik entsprechenden Maßnahmen zur Emissionsminderung;
Abfälle vermieden, nicht zu vermeidende Abfälle verwertet und nicht zu verwertende Ab-
fälle ohne Beeinträchtigung des Wohls der Allgemeinheit beseitigt werden;

 
8
Energie sparsam und effizient verwendet wird.
Bei Anlagen ,
-
die in Spalte 1 des Anhangs zur 4. BImSchV genannt sind,
- die sich aus in Spalte 1 und 2 des Anhangs zur 4. BImSchV genannten Anlagen zusam-
mensetzen,
- die in Spalte 2 des Anhangs zur 4. BImSchV genannt sind und für die eine Umweltver-
träglichkeitsprüfung durchzuführen ist oder
-
für die der Vorhabensträger dies nach § 19 Abs. 3 BImSchG beantragt hat,
ist das Genehmigungsverfahren unter Beteiligung der Öffentlichkeit durchzuführen.
Für nicht genehmigungsbedürftige Anlagen gelten die sich aus § 22 BImSchG ergebenden
Anforderungen, die in baurechtlichen Genehmigungen ggf. per Nebenbestimmung oder in ei-
ner Anordnung nach § 24 BImSchG konkretisiert werden können. Im Falle des Einsatzes von
Holzabfällen in kleinen und mittleren Feuerungsanlagen gelten die speziellen Anforderungen
der 1. BImSchV.
3.3
Anforderungen nach Chemikalienrecht
Nach § 1 ChemVerbotsV in Verbindung mit dem Anhang der Verordnung ist
das in Verkehr
bringen von bestimmten Stoffen sowie von Zubereitungen und Erzeugnissen, die diese Stoffe
enthalten oder freisetzen können, verboten. Holzabfälle, deren Gehalte an diesen Stoffen die
in der ChemVerbotsV festgelegten Grenzwerte überschreiten, dürfen nur zum Zweck einer
gemeinwohlverträglichen Abfallbeseitigung in Verkehr gebracht werden. Abweichend hier-
von ist gemäß Anhang zu § 1 ChemVerbotsV das Inverkehrbringen von Altholz, welches mit
PCB/PCT, Teeröl oder PCP belastet ist, zur Verwertung nach AltholzV zulässig. Ferner dür-
fen Holzhackschnitzel, Holzspäne, Holzwerkstoffe und daraus hergestellte Erzeugnisse, die
insgesamt nicht mehr als 5 ppm PCB/PCT enthalten, in Verkehr gebracht werden.
Analog zu den Vorschriften für das Inverkehrbringen ist nach GefStoffV auch das Verwenden
von Altholz nur zum Zweck einer gemeinwohlverträglichen Abfallbeseitigung, sofern in An-
hang IV der Verordnung nicht etwas anderes bestimmt ist, zulässig. Darin sind dieselben
Ausnahmen wie für das Inverkehrbringen von Altholz enthalten.

 
9
4. Zuordnungsfragen
4.1 Grundsätze der Zuordnung
Gemäß § 1 AVV sind bewegliche Sachen, soweit sie Abfälle im Sinne des Kreislaufwirt-
schafts- und Abfallgesetzes sind, den in der Anlage zur Verordnung genannten und mit einem
sechsstelligen Abfallschlüssel gekennzeichneten Abfallarten zuzuordnen. Zur Sicherstellung
einer
ordnungsgemäßen und schadlosen Verwertung bzw. gemeinwohlverträglichen Beseiti-
gung sind Holzabfälle in Abhängigkeit von ihrer Behandlung/Schadstoffbelastung gemäß
dem Zuordnungsverfahren nach § 1 AVV den entsprechenden Abfallarten zuzuordnen. Holz-
abfälle die den Abfallarten
-
Verpackungen, die Rückstände gefährlicher Stoffe enthalten oder durch gefährliche Stoffe
verunreinigt sind (AS 15 01 10 *),
- Glas, Kunststoff und Holz, das gefährliche Stoffe enthält oder durch gefährliche Stoffe
verunreinigt ist (AS 17 02 04 *),
- anderes Dämmmaterial, das aus gefährlichen Stoffen besteht oder solche Stoffe enthält
(AS 17 06 03 *),
- Sägemehl, Späne, Abschnitte, Holz, Spanplatten und Furniere, die gefährliche Stoffe ent-
halten (AS 03 01 04*) sowie
-
Holz, das gefährliche Stoffe enthält“ (AS 19 12 06* oder 20 01 37*)
zuzuordnen sind, sind gemäß § 3 AVV besonders überwachungsbedürftig, da sie nach Art,
Beschaffenheit oder Menge in besonderem Maße gesundheits-, luft- oder wassergefährdend,
explosibel oder brennbar sind.
4.2
Zuordnung im Geltungsbereich der Altholzverordnung
Bei einem im Haushalt anfallenden sperrigem Abfall mit einem 50 Ma % überschreitenden
Holzanteil handelt es sich gemäß § 2 Nr. 3 AltholzV um Altholz, das entsprechend den An-
forderungen der AltholzV zu entsorgen ist, sofern das angefallene Altholz nicht einer zuläs-
sigen Verwertung außerhalb des Geltungsbereichs der AltholzV zugeführt wird. Dabei ist zu
berücksichtigen, dass für dieses sperrige Altholz gemäß § 5 Abs. 2 des Kreislaufwirtschafts-
und AbfallgesetzesKrW/AbfG sowohl die generellen Verwertungspflichten als auch die
Pflicht, eine hochwertige Verwertung anzustreben, gelten. Nach § 4 AltholzV sind die in An-
hang 1 genannten Verfahren der stofflichen und energetischen Verwertung (vergl. § 2 Nr. 7
und 8 AltholzV) hochwertig. Wenn die Vorraussetzung einer Verwertung die getrennte

10
Sammlung des sperrigen Altholzes ist, sollte davon ausgegangen werden, dass dies technisch
möglich und wirtschaftlich zumutbar ist, wenn bei dieser Sammlung entsprechend § 10
AltholzV mehr als 1 Kubikmeter loses Schüttvolumen oder 0,3 Tonnen sperriges Altholz pro
Tag anfällt. Altholz, das nicht verwertet wird, ist gemäß § 9 AltholzV zum Zwecke der Besei-
tigung einer dafür zugelassenen thermischen Behandlungsanlage zuzuführen. Nach § 9
AltholzV ist eine Beseitigung von Altholz auf Deponien nicht zulässig. Eine gemeinsame Er-
fassung von sperrigem Altholz mit anderen sperrigen Abfällen mit dem Ziel der Beseitigung
auf Deponien ohne vorherige Aussortierung des Altholzes ist damit ausgeschlossen. Das Be-
seitigungsverbot für Altholz auf Deponien gilt unabhängig von vorher erteilten Genehmigun-
gen. Eine Deponierung von Altholz stellt einen Ordnungswidrigkeitstatbestand entsprechend
§ 13 Nr. 9 AltholzV dar. Ordnungswidrig handelt dabei sowohl derjenige, der Altholz zum
Zwecke der Beseitigung der Deponie zuführt, als auch der Deponiebetreiber, der das Altholz
auf der Deponie beseitigt.
Durch den Abfallerzeuger/-besitzer ist – sofern eine Entsorgung im Bereich der AltholzV be-
absichtigt ist – vor Beginn des Entsorgungsvorgangs das Altholz entsprechend den Vorgaben
von § 10 AltholzV entweder nach Herkunft und Sortiment gemäß Anhang III AltholzV oder
nach den Altholzkategorien gemäß AltholzV getrennt zu erfassen sowie getrennt zu sammeln,
bereitzustellen, zu überlassen, einzusammeln, zu befördern oder zu lagern, soweit dies zur Er-
füllung der Anforderungen nach den §§ 3, 8 und 9 AltholzV erforderlich ist. Nach § 3 Abs. 3
AltholzV richten sich bei Gemischen von Altholz unterschiedlicher Altholzkategorien die An-
forderungen an die Verwertung gemäß den Absätzen 1 und 2 des § 3 Abs. 3 AltholzV nach
der im Gemisch befindlichen höchsten Altholzkategorie. Bei Unklarheiten hinsichtlich der
Bestandteile des Gemisches oder zerkleinerten (geschredderten) Holzabfällen und nicht ein-
deutiger Zuordenbarkeit in die entsprechenden Altholzkategorien ist eine Zuordnung zur Alt-
holzkategorie IV vorzunehmen. Bei ordnungsgemäßem Handeln ist damit durch den Abfaller-
zeuger/-besitzer eine Zuordnung bei bekannter Herkunft vorzunehmen. Diese Zuordnung ist
sowohl für anlagenbezogene immissionsschutzrechtliche als auch abfallrechtliche Anforde-
rungen relevant
.
Bei Zuführung von Altholz zu einer Altholzbehandlungsanlage ist das ange-
lieferte Altholz nach Altholzkategorie und Menge entsprechend § 11 AltholzV zu deklarieren.
Für die Deklaration des Altholzes ist der Anlieferungsschein gemäß Anhang IV AltholzV zu
verwenden.
Für die Zuordnung zu den einzelnen Altholzkategorien ist Anhang III AltholzV maßgeblich.
Dieser nimmt die Zuordnung auf Basis des derzeitigen
Wissens über Herkunft, ursprüngliche

11
Nutzung und Schadstoffbelastung des jeweiligen Altholzsortiments vor
.
Im Grundsatz ist in-
sofern zum Zwecke der Zuordnung auf eine durchgehende analytische Untersuchungen zu
verzichten. Die Zuordnung gemäß Anhang III AltholzV kennzeichnet somit den Regelfall.
Soweit für Sortimente, die im Regelfall nach Anhang III AltholzV der Altholzkategorie A IV
zuzuordnen sind, im Einzelfall durch den Abfallerzeuger/-besitzer durch Analysen, produkt-
bezogene Beschreibungen, Lieferscheine oder andere Belege schlüssig nachgewiesen werden
kann, dass keine schädlichen Verunreinigungen vorliegen, insbesondere keine Behandlung
mit Holzschutzmitteln erfolgt ist, kann von dieser Regelvermutung abgewichen werden. Die
neue Zuordnung gilt jedoch nur für Altholzsortimente gleichen Herkunftsortes und gleicher
Anwendung. Wenn ein Sortiment entgegen der Regelvermutung statt in die Altholzkategorie
A III der Altholzkategorie A II zugeordnet werden soll, ist der Nachweis zu führen, dass für
die Beschichtung keine halogenorganischen Verbindungen eingesetzt worden sind.
Soll durch Analyse das aus dem Abriss von baulichen Anlagen stammende Altholz bzw. von
Bauholz abweichend von Anhang III AltholzV nicht der Altholzkategorie IV zugeordnet wer-
den, reicht es aus, wenn durch vom Stückholz ausgehenden (!) Analysen nachgewiesen wird,
dass die in Anhang II AltholzV genannten Werte unterschritten werden und das Material nicht
durch Steinkohleteeröle belastet ist (Konzentration PAK < 50 mg/kg TS). Eine zum Zwecke
der Analyse vorgenommene Beprobung ist dabei so vorzunehmen, dass repräsentative
Aussagen für den gesamten Holzquerschnitt gewonnen werden (Probenahme siehe Kapitel
7.1).
Für Altholz, bei dem durch die Nutzung oder aufgrund von Schadensfällen der Verdacht be-
steht, dass es andere als die in Anhang II AltholzV genannten Schadstoffe (z. B. Mineralöl-
kohlenwasserstoffe oder Dichlordiphenyltrichlorethan) enthält, muss ergänzend nach diesen
gesucht werden. Der Analysenumfang ist im Einzelfall in Abhängigkeit vom vorgesehenen
Entsorgungsweg festzulegen. Im Falle des Verdachts einer Kontamination mit Dichlordiphe-
nyltrichlorethan (2,4-und 4,4-DDT – Bestandteil von Hylotox und anderer häufig in der DDR
eingesetzter Holzschutzmittel) wird empfohlen, eine Analyse des Materials auf DDT vorzu-
nehmen. Erfahrungen zeigen, dass bei einer Behandlung mit DDT in der Regel DDT-
Konzentrationen von 100mg/kg TS und höher nachgewiesen werden können.
Da durch Analysen von geschreddertem Altholz nicht auf dessen Herkunft geschlossen wer-
den kann, sind solche Analysen grundsätzlich nicht geeignet für eine nachträgliche Zuord-
nung zu einem Abfallschlüssel.

 
12
Soweit Altholz im Anwendungsbereich des Baurechtes anfällt, beispielsweise bei Abrissmaß-
nahmen, ist es zweckmäßig, diese bereits so zu planen, dass die einzelnen Altholzsortimente
entsprechend den Anforderungen der AltholzV (und damit auch entsprechend anlagenseitigen
Anforderungen für die anschließende Entsorgung) getrennt erfasst werden.
Gemäß § 3 Abs. 3 AltholzV sind Mischchargen unterschiedlicher Altholzkategorien der je-
weils höchsten Altholzkategorie zuzuordnen. Folglich sind Mischchargen von Altholz, die
nicht eindeutig einem der in Anhang III AltholzV aufgeführten Altholzsortimente zugeordnet
werden können und in denen die Anwesenheit von Altholz der Kategorie IV nicht ausge-
schlossen werden kann, der Altholzkategorie A IV zuzuordnen. Sollte für solche Mischchar-
gen die Möglichkeit bestehen, Altholzsortimente auszusortieren, die zweifelsfrei nicht beson-
ders überwachungsbedürftig sind, so können diese aussortiert und getrennt weiter aufbereitet
werden. Eine weitergehende Trennung von zweifelsfrei nicht besonders überwachungsbedürf-
tigen Altholzsortimenten (z.B. naturbelassen) kann in Abhängigkeit von der nachfolgenden
Verwertung sinnvoll sein.
4.3
Zuordnung im Geltungsbereich des Bodenschutzrechts, der Bioabfall- und der
Klärschlammverordnung
Im Geltungsbereich der Bioabfallverordnung dürfen nur die in Anhang 1 der BioAbfV aufge-
führten Bioabfälle eingesetzt werden. Ausnahmen sind entsprechend § 6 Abs. 2 BioAbfV nur
mit Zustimmung der zuständigen Behörde möglich. Dementsprechend ist im Geltungsbereich
der Bioabfallverordnung im Regelfall und nach Maßgabe der Ausführungen in Anhang 1, Ta-
belle 1, Spalte 3 BioAbfV nur der Einsatz der in Tabelle 1 genanten Holzabfallarten möglich.
Damit ist nur ein Teil der Altholzsortimente, die der Altholzkategorie A I gemäß AltholzV
zugeordnet werden können (in der Regel Abfall der Abfallschlüsselnummer 03 05 01), auch
im Geltungsbereich der BioAbfV verwertbar. Dies setzt somit eine über die Anforderungen
der AltholzV hinausgehende getrennte Erfassung, Transport und Lagerung solcher Holzabfäl-
le voraus. Nicht näher
charakterisierte Altholzsortimente der Altholzkategorie A I dürfen
demzufolge nicht im Geltungsbereich der BioAbfV eingesetzt werden. Im Falle von Holz-
hackschnitzeln und Holzspänen ist die Einhaltung der Grenzwerte nach Anhang II AltholzV
kein hinreichender Nachweis dafür, dass es sich um Bioabfälle nach Anhang 1 BioAbfV han-
delt, da diese Grenzwerte in der Regel auch von Holzhackschnitzeln und Holzspänen aus Alt-
holz der Altholzkategorie A II eingehalten werden.

 
13
Abfallart
Abfallschlüssel
Rinden- und Holzabfälle
03 03 01
Sägemehl, Späne, Abschnitte, Holz,
Spanplatten und Furniere, mit Ausnahme
derjenigen, die unter 03 01 04 fallen
03 01 05
biologisch abbaubare Abfälle (Abfall-
gruppe 20 02: Garten – und Parkabfälle
(einschl. Friedhofsabfälle)
20 02 01
Tabelle 1:
Mögliche Einsatzstoffe nach BioAbfV
Um eine Schadstoffanreicherung im Wertstoffkreislauf durch für die Behandlung von Hölzern
eingesetzten Stoffe zu verhindern und um gemäß § 12 BBodSchV zu sichern, dass das Sub-
strat nicht zur Besorgnis des Entstehens einer schädlichen Bodenveränderung führt, sollten
sowohl bei dem Einsatz von Holzabfällen bei der Klärschlammkompostierung als auch zur
Herstellung von Bodensubstraten im Rahmen von Rekultivierungsmaßnahmen (Herstellung
einer durchwurzelbaren Bodenschicht) nur naturbelassene Holzabfallsortimente genutzt wer-
den. Holzabfallsortimente, die über die im Geltungsbereich der BioAbfV zulässigen Abfallar-
ten hinausgehen, dürfen nur eingesetzt werden, wenn es dadurch nicht zu zusätzlichen Schad-
stoffeinträgen kommt.
5.
Genehmigung von Anlagen zur Holzabfallentsorgung
Ob eine Anlage zur Altholzentsorgung einer immissionsschutzrechtlichen Genehmigung be-
darf, hängt neben der Art der durchgeführten Tätigkeit bzw. dem Betriebszweck auch von der
Kapazität der Anlage und der Altholzkategorie ab, dem die Einsatzstoffe zuzuordnen sind
(siehe Tabelle 2). Hierbei ist auf die rechtlich und tatsächlich mögliche Kapazität bzw. Durch-
satzleistung abzuheben. Liegt die tatsächlich mögliche Kapazität einer Anlage über der jeweili-
gen Leistungsgrenze des Anhangs zur 4. BImSchV, ist eine Genehmigung nur dann erforder-
lich, wenn die Kapazität der Anlage rechtlich nicht beschränkt wird, z.B. in Form einer Nut-
zungsbeschränkung in der Baugenehmigung oder auf Grundlage eines öffentlich-rechtlichen
Vertrags. Dies betrifft u.a. auch solche Anlagen, in denen neben nicht besonders überwa-
chungsbedürftigen auch besonders überwachungsbedürftige Holzabfälle zum Einsatz kommen.
Für die behördliche Überwachung gelten die Anforderungen des § 52 BImSchG. Neben den
bei einer Anlagenüberprüfung üblicherweise zu prüfenden Punkten ist bei Anlagen zur Alt-

14
holzentsorgung bei jeder Anlass- und Regelüberwachung die Einhaltung folgender Festlegun-
gen im Genehmigungsbescheid zu überprüfen:
1. Anforderungen zur Getrennthaltung und zur Trenngüte in Aufbereitungsanlagen,
2. Anforderungen an die Eingangsüberwachung in Anlagen, in denen aufgrund der erteilten
Genehmigung nur bestimmte Altholzsortimente eingesetzt werden dürfen
1
,
3. Kontrolle der in Anlagen zugelassenen Altholzkategorien, sofern es hierzu Festlegungen
im Genehmigungsbescheid gibt sowie
4. Betriebsdokumentation und Betriebsanweisungen.
1
Auf die Verpflichtung zur Durchführung regelmäßiger Eingangsüberwachungen kann verzichtet werden,
wenn bei holzbe/-verarbeitenden Betrieben ausschließlich betriebseigene Holzabfälle bzw. Holzreste be-
kannter Zusammensetzung zum Einsatz kommen,
wenn das von einem Entsorgungsfachbetrieb angelieferte Material die Grenzwerte nach Anhang II AltholzV
nicht überschreitet und Probenahme und Analyse gemäß den Festlegungen entsprechend AltholzV bzw. Ab-
schnitt 7 erfolgte,
bei Anlagen, für die keine Einsatzstoffbeschränkungen gelten (siehe Tabelle 2)

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15
Art der Tätigkeit bzw. der Anlage
maßgebliche
Leistungsgrenze
zulässige
Altholzkategorien
Nummer des Anhangs
zur 4. BImSchV
Emissionsbegrenzende
Anforderungen
Behandeln
1)
Durchsatzleistung
10 t/Tag
bis A III
Durchsatzleistung
1 t/Tag
bis A IV
8.11
TA Luft, Ziffer 5.4.8.11.2
i.V. m. Ziffer 5.2.3.4
Aufnahmekapazität
10 t/d oder
Gesamtlagerkapazität
100 t
zeitweiliges Lagern
2)
bis zu 1 Jahr
bis A III
Aufnahmekapazität
1 t/d oder
Gesamtlagerkapazität
30 t
bis A IV
8.12
TA Luft, Ziffer 5.2.3.5
Lagern über einen Zeitraum > 1 Jahr
-
bis A IV
8.14
TA Luft, Ziffer 5.4.8.14.1 i.V.m.
Ziffer 5.2.3.5
Umschlagen
Umschlagleistung
100 t/Tag
bis A III
Umschlagleistung
1 t/Tag
bis A IV
8.15
TA Luft, Ziffer 5.2.3.2
Trockendestillation - AI 1.11 TA Luft, Ziffer 5.4.1.11
Herstellen von Holzwerkstoffen
-
i.d.R. bis A II
(bis AIII siehe Anhang I AltholzV)
6.3
TA Luft, Ziffer 5.4.6.3
Kompostierung
Durchsatzleistung
3000 t/a
A I
8.5
TA Luft, Ziffer 5.4.8.5
1
FWL < 50 MW
A I
1.2
bis A II
8.2
TA Luft, Ziffer 5.4.1.2.1
oder Ziffer 5.4.1.2.5
FWL
50 MW
AI / AII
1.1 / 8.2
13. BImSchV
1
FWL < 50 MW
bis A III
8.1
TA Luft, Ziffer 5.4.8.2
3)
i.V.
m. Ziffer 5.4.1.2.1
FWL
50 MW
bis A III
8.1
13. BImSchV
3
Verbrennung
-
bis A IV
8.1
17. BImSchV
Anlagen zur Erzeugung von Generator-
oder Wassergas
-
(A I)
1.13
allg. Anforderungen TA Luft
sonstige thermische Verfahren
-
bis A IV
8.1
17. BImSchV
1) „Behandeln“ ist hier als Aufbereiten von Holzabfällen und nicht als Schutzmittelbehandlung zu verstehen
2)
ausgenommen die zeitweilige Lagerung bis zum Einsammeln auf dem Gelände der Entstehung der Abfälle
3)
mit Inkrafttreten der neuen 17. BImSchV gelten die Anforderungen dieser Verordnung
Tabelle 2:
Übersicht genehmigungsbedürftige Anlagen zur Altholzentsorgung

 
6.
Entsorgung von Holzabfällen
6.1 Entsorgungsgrundsätze
Gemäß § 5 Abs. 3 KrW-/AbfG hat die Verwertung von Abfällen, insbesondere durch ihre
Einbindung in Erzeugnisse, ordnungsgemäß und schadlos zu erfolgen. Für die Einhaltung die-
ser Anforderungen sind in der AltholzV, der BioAbfV, der AbfKlärV, der NachwV und im
Immissionsschutzrecht Dokumentations- und Kontrollpflichten normiert. Diese Pflichten soll-
ten von den handelnden Akteuren so aufeinander abgestimmt werden, dass der Entsorgungs-
weg der Holzabfälle von seiner Entstehung bis zu seiner Verwertung bei den einzelnen Schrit-
ten und insgesamt im Sinne eines Qualitätssicherungssystem organisiert wird. Dabei werden
die besten Ergebnisse erreicht, wenn bereits bei der Erzeugung oder dem Anfall von Altholz
eine Trennung in Holzabfallsortimente gemäß den anlagenseitigen Anforderungen der späte-
ren Entsorgungswege vorgenommen werden.
Im Folgenden werden für die Entsorgungswege energetische Verwertung und thermische Be-
seitigung sowie für den nicht vom Regelungsbereich der AltholzV erfassten Entsorgungsweg
Kompostierung die Anforderungen beschrieben, die sich aus den hierfür geltenden gesetzli-
chen Regelungen ergeben. Dies schließt nicht aus, dass daneben weitere als schadlos und ord-
nungsgemäß im Sinne des KrW-/AbfG zu bewertende Entsorgungswege bestehen. Der
Nachweis, dass für Altholz ein geschlossener Verwertungsweg vorliegt, der als schadlos zu
betrachten ist, liegt beim Altholzentsorger. Als Bewertungsgrundlagen können in Zweifelsfäl-
len z. B. Genehmigungen für Anlagen, in denen aufbereitete Holzabfälle eingesetzt werden
oder Bestätigungen von Genehmigungs- oder Abfallbehörden dienen.
6.2
Stoffliche Verwertung durch Kompostierung
16
a) die Vorgaben der AbfKlärV zu beachten, wenn eine Kompostierung gemeinsam mit Klär-
schlamm im Sinne der AbfKlärV erfolgt und eine Aufbringung der Klärschlammkompos-
te auf landwirtschaftlich oder gärtnerisch genutzte Böden erfolgt oder erfolgen soll,
Kompostierung ist ein Sammelbegriff für alle Verfahren, bei denen organische Abfälle durch
vorwiegend im aeroben Bereich verlaufende mikrobielle Prozesse zersetzt und in das Endpro-
dukt "Kompost" überführt werden. Zur Kompostierung können organische Abfälle wie Bioab-
fälle und kommunale Klärschlämme genutzt werden. Für die Behandlung von Holzabfällen
durch Kompostierung sind

 
b) die Qualitätsanforderungen der AbfKlärV zu beachten, wenn eine Kompostierung ge-
meinsam mit Klärschlamm im Sinne der AbfKlärV erfolgt und ein gewerbsmäßiges In-
verkehrbringen der erzeugten Klärschlammkomposte als Sekundärrohstoffdünger erfolgt
oder erfolgen soll, oder mit den erzeugten Klärschlammkomposten die Herstellung einer
durchwurzelbaren Bodenschicht gemäß § 12, Absatz 1 BBodSchV erfolgt oder erfolgen
soll,
c) die Vorgaben der BioAbfV zu beachten
1
, wenn eine Kompostierung gemeinsam mit an-
deren Bioabfällen im Sinne der BioAbfV erfolgt, keine Klärschlämme im Sinne der
AbfKlärV gleichzeitig im Kompostierungsprozess mit verarbeitet werden und eine Auf-
bringung der Komposte auf landwirtschaftlich, forstwirtschaftlich oder gärtnerisch genutz-
te Böden erfolgt oder erfolgen soll,
d) die Qualitätsanforderungen der BioAbfV zu beachten, wenn eine Kompostierung gemein-
sam mit anderen Bioabfällen im Sinne der BioAbfV erfolgt, keine Klärschlämme im Sin-
ne der AbfKlärV gleichzeitig im Kompostierungsprozess mit verarbeitet werden und ein
gewerbsmäßiges Inverkehrbringen der erzeugten Komposte als Sekundärrohstoffdünger
erfolgt oder erfolgen soll, oder mit den erzeugten Bioabfallkomposten die Herstellung ei-
ner durchwurzelbaren Bodenschicht gemäß § 12, Absatz 1 Bundesbodenschutzverordnung
erfolgt oder erfolgen soll.
Aufbereitetes Holz in Form von Holzhackschnitzeln ist dabei in der Regel für den Kompostie-
rungsvorgang notwendig, um eine ausgewogene Sauerstoffversorgung durch den Auflocke-
rungseffekt (geringeres Schüttgewicht) zu bewirken und überschüssiges Wasser, das dadurch
keine Nährstoffe aus dem Haufwerk ausschwemmen kann, zu binden
.
Um einerseits keine
Schad- oder Störstoffe in den Kompost und damit in den Stoffkreislauf einzutragen und ande-
rerseits die biogenen Umsetzungsvorgänge beim Kompostierungsprozess nicht zu behindern,
sind für den Einsatz in der Kompostierung nur naturbelassene, lediglich mechanisch bearbei-
tete Holzabfallsortimente zulässig. § 6 Abs. 2 der BioAbfV bleibt unberührt.
6.3
Energetische Verwertung / Thermische Beseitigung
In kleinen und mittleren Feuerungsanlagen dürfen gemäß 1. BImSchV nur naturbelassene
Holzabfälle (Altholzkategorie AI im Sinne der AltholzV) eingesetzt werden. In Anlagen mit
einer Nennwärmeleistung > 50 kW und nur in Betrieben der Holzbe/-verarbeitung dürfen fer-
1
Bei Einsatz von Holzabfällen in Kompostierungsanlagen im Geltungsbereich der BioAbfV dürfen insbesondere
nur die in Anhang 1 BioAbfV aufgeführten naturbelassenen, lediglich mechanisch bearbeiteten Holzsortimente
eingesetzt werden (s. a. Tabelle 1 S.13).
17

 
18
ner Holzabfälle (Industrierestholz) der Altholzkategorie AII eingesetzt werden. Der Einsatz
von Gebrauchtholz unbekannter Herkunft und Beschaffenheit ist daher in der Regel nur in
immissionsschutzrechtlich genehmigten Anlagen zulässig.
Besonders überwachungsbedürftige Holzabfälle dürfen grundsätzlich nur in Anlagen einge-
setzt werden, für die keine Einschränkungen hinsichtlich der Einsatzstoffe gelten (siehe Ta-
belle 2), da diese in aller Regel Holzschutzmittel enthalten. Mit Inkrafttreten der neuen 17.
BImSchV gelten die Anforderungen dieser Verordnung auch für Anlagen zur Verbrennung
von Altholz, welches Beschichtungen aus halogenorganischen Verbindungen enthält (Alt-
holzkategorie A III im Sinne der AltholzV). Welche Holzabfälle in welchem Umfang in der
jeweiligen Anlage eingesetzt werden dürfen, entscheidet sich im Übrigen nach Art und Inhalt
der erteilten Genehmigung. Ob die thermische Entsorgung von Holzabfällen der Altholzkate-
gorie A III und A IV im konkreten Fall als Verwertung oder Beseitigung eingeordnet werden
muss, ist immissionsschutzrechtlich (siehe Wortlaut Nr. 8.1 des Anhangs der 4. BImSchV)
ohne Bedeutung.
Soweit die Zulässigkeit des Einsatzes von Altholz in einer genehmigungsbedürftigen Feue-
rungsanlage auf bestimmte Altholzkategorien beschränkt ist (Anlagen nach Nr. 8.2 des An-
hangs der 4. BImSchV), sind für die Eingangskontrolle die Grenzwerte nach Anhang II
AltholzV heranzuziehen. Die Eingangsstoffe sind regelmäßig, mindestens quartalsweise
durch ein anerkanntes Prüfinstitut auf die genannten Inhaltsstoffe zu analysieren. Analyseer-
gebnisse von Altholzaufbereitern können ersatzweise zugelassen werden, sofern eine nach-
vollziehbare und eindeutige Zuordnung zu den gelieferten Einsatzstoffen möglich ist. Auf ei-
ne regelmäßige Eingangsüberwachung kann verzichtet werden, wenn aufgrund der Beschaf-
fenheit und Herkunft (z.B. Industrierestholz) des Altholzes der Nachweis erbracht wird, dass
dessen Einsatz zulässig ist.
7.
Probenahme und Analytik von Holzabfällen
7.1.
Probenahme von stückigem und vorgebrochenem Altholz und Bauholz
Stückige bzw. vorgebrochene Holzabfälle sind zunächst auf Farbe und Geruch sowie durch
eine Schnittkontrolle bzw. Kontrolle der Bruchstelle zu untersuchen. Die Beprobung ist auf
die mit größter Wahrscheinlichkeit behandelten Teile auszurichten. Einzelproben von Holz
gleicher Nutzung oder Herkunft (z.B. nur Dachbalken oder nur Fenster aus Bau- und Ab-

 
19
bruchholz) sind zu einer Mischprobe zu vereinigen. Es ist ein Probenahmeprotokoll nach bei-
liegendem Muster (siehe Anhang) anzufertigen.
Hinsichtlich der Anforderungen an die Probenvorbereitung, Probenbehandlung und analyti-
sche Bestimmung der einzelnen Schadstoffe bzw. Elemente sowie der Qualitätssicherung der
beauftragten Analyselabore wird auf Anhang IV AltholzV verwiesen. Für analytische Unter-
suchungen von Holzabfällen, die außerhalb des Geltungsbereichs der AltholzV entsorgt wer-
den sollen, empfiehlt sich bei der Auswahl der eingesetzten Analysenlabore die Nutzung von
Qualitätsanforderungen analog zu den Vorgaben der AltholzV.
7.2
Probenahme von Holzhackschnitzeln
Die Probenahme erfolgt bei der Brennstoffzuführung mittels Förderband berührungslos durch
entsprechende betriebliche Vorrichtungen, wie z.B. Abwurfluke oder Abstreifer. Sie darf aus
Arbeitsschutzgründen keinesfalls von Hand erfolgen. Aus dem separierten Materialstrom sind
im zeitlichen Abstand von ca. 10 min unter Zufallsgesichtspunkten insgesamt 10 Einzelpro-
ben von je 2 l (entspricht ca. 400 g) mittels Probenstecher oder Spaten zu entnehmen. Eine
Kontaminierung der Proben durch das Probenahmegerät ist zu vermeiden. Aus den Einzel-
proben ist eine homogene Mischprobe herzustellen, 500g zu entnehmen und zu analysieren.
Es ist ein Probenahmeprotokoll nach beiliegendem Muster (siehe Anhang) anzufertigen.
In begründeten Ausnahmefällen ist auch eine Probenahme aus dem Haufwerk zulässig, wobei
hier wie folgt vorzugehen ist: Pro Haufwerk müssen mindestens 10 Einzelproben entnommen
werden. Die Probenahme kann z.B. mit einem Probenstecher oder Spaten oder einem anderen
geeigneten Probenahmegerät erfolgen. Statistisch verteilt über das Haufwerk sind aus einer
Haufwerktiefe von 50 bis 60 cm 5 Proben und weitere 5 Proben aus einer Tiefe von 20 bis 30
cm zu entnehmen. Die jeweilige Einzelprobenmenge sollte ca. 2 l betragen. Aus den Einzel-
proben ist eine homogene Mischprobe herzustellen, 500g zu entnehmen und zu analysieren.
Es ist ein Probenahmeprotokoll nach beiliegendem Muster (siehe Anhang) anzufertigen.
7.3
Probenbehandlung und Analyse
Für die Probenvorbereitung, Probenbehandlung und analytische Bestimmung der einzelnen
Schadstoffe bzw. Elemente sowie die Qualitätssicherung der beauftragten Analyselabore gel-
ten die Vorgaben des Anhangs IV AltholzV. Die Bestimmung des Gehalts an PAK erfolgt
durch Soxhletextraktion mittels Cyclohexan und anschließender Analyse nach DIN ISO
13877 oder mittels HPLC mit Fluoreszenzdetektor. Für analytische Untersuchungen von

20
Holzabfällen, die außerhalb des Geltungsbereichs der AltholzV entsorgt werden sollen, emp-
fiehlt sich bei der Auswahl der eingesetzten Analysenlabore die Nutzung von Qualitätsanfor-
derungen analog zu den Vorgaben der AltholzV.

 
21
Anhang

 
22
Protokoll über Probenahme an stückigem und vorgebrochenem Material
1. Abfallerzeuger/-besitzer/-entsorger:
(zutreffendes bitte unterstreichen)
Straße:
PLZ und Ort:
Telefon / FAX:
2. Probenehmer:
Straße
PLZ und Ort:
Telefon / FAX:
3. Entnahmeort:
4. Zeitpunkt der Probenahme
(Datum, Uhrzeit)
:
5. Beschreibung der vorgenommenen Probenahme:
8. Bemerkungen/Begleitinformationen:
.......................................................................
Datum und Unterschrift des Probenehmers

 
23
Protokoll über die Probenahme aus der laufenden Brennstoffzuführung
(Hackschnitzel/Späne)
1. Abfallentsorger:
Straße:
PLZ und Ort:
Telefon / FAX:
2. Probenehmer:
Straße:
PLZ und Ort
Telefon / FAX:
3. Entnahmeort:
(Bezeichnung der Maschine)
4. Zeitpunkt der Probenahme
(Datum, Uhrzeit)
:
5. Angegebene Herkunft der zu beprobenden Holzabfälle:
6. Beschreibung der vorgenommenen Probenahme:
7. Anzahl der entnommenen Proben insgesamt:
8. Anzahl der abgebauten Schichten insgesamt:
9. Angaben zur Erstellung der Mischproben:
Bezeichnung der einzelnen
Mischproben
Angegebenes Holzabfallsorti-
ment nach Sichtkontrolle durch
Probenehmer eingehalten?
Fraktionen:
Hackschnitzel (0 - 60 mm)
Späne
(0 - 20 mm)
10. Bemerkungen/Begleitinformationen:
................................................................................
Datum und Unterschrift des Probenehmers

 
24
Protokoll über die Probenahme aus Haufwerken
(Hackschnitzel/Späne)
1. Abfallentsorger:
Straße:
PLZ und Ort:
Telefon / FAX:
2. Probenehmer:
Straße:
PLZ und Ort:
Telefon / FAX:
3. Entnahmeort:
(Bezeichnung, Nr. im Lageplan)
4. Zeitpunkt der Probenahme
(Datum, Uhrzeit)
:
5. Angegebene Herkunft der zu beprobenden Holzabfälle:
6. Beschreibung der vorgenommenen Probenahme:
7. Anzahl der entnommenen Proben insgesamt:
8. Anzahl der abgebauten Schichten insgesamt:
9. Angaben zur Erstellung der Mischproben:
Bezeichnung der einzelnen
Mischproben
Angegebenes Holzabfallsorti-
ment nach Sichtkontrolle durch
Probenehmer eingehalten?
Fraktionen:
Hackschnitzel (0 - 60 mm)
Späne
(0 - 20 mm)
10. Bemerkungen/Begleitinformationen:
...................................................................
Datum und Unterschrift des Probenehmers