Abschlussbericht zum Projekt Hegegemeinschaften
Dr. D. Gerold, Dr. F. Werthschütz
1
Abschlussbericht
zum Projekt
„Sachsenweite Evaluierung der Situation
von Hegegemeinschaften und Vorschläge
zu deren Weiterentwicklung“
Projektbearbeitung:
Ostdeutsche Gesellschaft für Forstplanung mbH
Niederlassung Sachsen
Zum Wiesengrund 8
01723 Kesselsdorf
Das Projekt wurde gefördert aus Mitteln der Jagdabgabe 2014-2016.
Kesselsdorf, den 31.05.2016

Abschlussbericht zum Projekt Hegegemeinschaften
Dr. D. Gerold, Dr. F. Werthschütz
2
Inhaltsverzeichnis
1.
Ziele und Aufgabenstellung .................................................................................................. 3
1.1
Projektziele und Begründung des Projektes ...................................................................... 3
1.2
Arbeitspakete .................................................................................................................................. 3
2.
Partner des Projektes ............................................................................................................. 5
2.1
Projektleitung .................................................................................................................................. 5
2.2
Projektpartner................................................................................................................................. 5
3.
Sachstandsanalyse der Hegegemeinschaften ................................................................ 6
3.1
Überblick zu den Hegegemeinschaften ................................................................................. 6
3.2
Entwicklung eines Fragbogens ................................................................................................. 6
3.3
Auswertung der Fragbögen ....................................................................................................... 8
3.3.1
Statusfragen ............................................................................................................................. 8
3.3.2
Arbeit der Hegegemeinschaften ................................................................................... 17
3.3.3
Wildbestand und Bejagung ............................................................................................. 17
3.3.4
Hege- und Lebensraumverbesserung ........................................................................ 23
3.3.5
Gruppenabschussplan und Abschussempfehlung ................................................. 25
3.3.6
Weiterbildung ...................................................................................................................... 27
3.3.7
Öffentlichkeitsarbeit ......................................................................................................... 28
4.
Vertiefende Betrachtung der Hegegemeinschaften ................................................. 31
4.1
Gespräche in den Hegegemeinschaften .............................................................................. 31
4.2
Auswertung der Gespräche ..................................................................................................... 32
4.2.1
Regionen ................................................................................................................................ 32
4.2.2
Hauptwildarten ................................................................................................................... 33
5.
Handlungsrahmen, Folgerungen und Vorschläge ..................................................... 34
5.1
Handlungsfelder .......................................................................................................................... 34
5.1.1
Zukünftiger Handlungsrahmen .................................................................................... 34
5.1.2
Schulungskonzept .............................................................................................................. 35
5.1.3
Internetplattform ............................................................................................................... 35
5.2
Folgerungen und Empfehlungen ........................................................................................... 36
5.3
Vorschläge für die oberste und obere Jagdbehörde ...................................................... 40
5.4
Vorschläge für die unteren Jagdbehörden ........................................................................ 43
5.5
Vorschläge für Jagdgesetz und Verordnungen ................................................................ 44
5.6
Vorschläge für die Hegegemeinschaften ............................................................................ 46
5.7
Vorschläge für den/die Jagdverbände ................................................................................ 47
6.
Zusammenfassung ................................................................................................................ 49
7.
Danksagung............................................................................................................................. 51
8.
Literaturzusammenstellung ............................................................................................. 52
9.
Anlagenverzeichnis .............................................................................................................. 54

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3
1.
Ziele und Aufgabenstellung
1.1
Projektziele und Begründung des Projektes
Die Hege von Schalenwild, insbesondere von Rot-, Dam- und Muffelwild, ist nur in ge-
eigneten Lebensräumen mit artgerechter Naturausstattung zulässig (VwV Schalenwild
vom 1. März 2013).
Die neuen jagdrechtlichen Regelungen im Freistaat Sachsen hinsichtlich des o.g. Themas
sind folgende:
Jagdgesetz für den Freistaat Sachsen vom 8. Juni 2012: §12 Hegegemeinschaften:
„Eine (egegemeinschaft soll sich mit allen im Gebiet vorkommende
n Wildtierarten
befassen, soweit eine jagdbezirksübergreifende Hege der Wildarten wildbiologisch
und jagdfachlich sinnvoll ist“; § „Der Abschussplan kann abweichend von ... auch
von einer Hegegemeinschaft für mehrere ihr angeschlossene Jagdbezirke (Gruppen-
abschussplan) aufgestellt werden, ...
Verordnung des Sächsischen Staatsministeriums für Umwelt und Landwirtschaft zur
Neuregelung jagdrechtlicher Vorschriften vom 27. August 2012: Im §9 Hegegemein-
schaften werden im Abschnitt 1 die Aufgaben der Hegegemeinschaften genannt, im
Abschnitt 2 wird auf die Mitgliedschaft von Grundstückseigentümern und Nutzern
verwiesen und im Abschnitt 3 wird auf die Einreichung von Gruppenabschussplänen
orientiert.
Eine weitere wichtige Grundlage bilden die vom SMUL, Ref. Wald- und Forstwirtschaft,
ausgearbeiteten Empfehlungen und Hinweise für Hegegemeinschaften (Bearbeitungs-
stand September 2013). In diesen Empfehlungen ist auch eine Mustersatzung für Hege-
gemeinschaften enthalten. Sie müssen mit praktischen Beispielen untersetzt werden.
In einem praxisorientierten Projekt soll in einer ersten Etappe in Form einer Fragebo-
genaktion und der Führung von Gesprächen mit allen Hegegemeinschaften (HG) im
Freistaat Sachsen eine notwendige Sachstandsanalyse erfolgen. Im Ergebnis dieser
Sachstandsanalyse werden weitere Etappen folgen, in denen spezielle Fragestellungen
tiefer beleuchtet und Folgerungen gezogen werden.
1.2
Arbeitspakete
Im Projektantrag wurden folgende Arbeitspakete festgelegt, die auch vom Auftraggeber
bestätigt wurden:
AP 1: Projektkoordinierung und Arbeitsgemeinschaft:
Projektleitung und Koordinierung der AP 2-3 (Projektleiter)
Treffen der AG Hegegemeinschaften
AP 2: Sachstandsanalyse der HG mittels sachsenweiter Fragebogenaktion:
Entwicklung eines inhaltsreichen Fragebogens zu HG
Abstimmung des Fragebogens mit der AG Hegegemeinschaften
Versendung der Fragebögen an alle HG und nach Rücklauf deren Auswertung
Erarbeitung eines Zwischenberichtes zu AP 2

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4
AP 3: Vertiefende Betrachtung aller HG:
Führung von Gesprächen mit allen HG unter Beteiligung der regionalen Jagdverbän-
de in 6 regionalen Beratungen
Auswertung der regionalen Beratungen
Beratung der AG Hegegemeinschaften zu den Ergebnissen und zur Entwicklung von
Vorschlägen zur Weiterentwicklung der HG
Erstellung Abschlussbericht
Im Abschlussbericht sind im Ergebnis der gesamten Arbeit zukünftige Handlungsfelder
anzudeuten. Das könnten sein:
1.
Vorschläge zur Entwicklung eines zukünftigen Handlungsrahmens für HG
2.
Ausarbeitung eines Schulungskonzeptes
3.
Durchführung von Schulungen für HG und Verbände
4.
Entwicklung einer Internetplattform

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5
2.
Partner des Projektes
2.1
Projektleitung
Der Auftragnehmer des Projektes ist die
Ostdeutsche Gesellschaft für Forstplanung mbH (OGF)
Niederlassung Sachsen
Zum Wiesengrund 8
01723 Kesselsdorf
Als Projektleiter fungiert Dr. Denie Gerold. Sein Stellvertreter ist Dr. Friedhart Werth-
schütz.
2.2
Projektpartner
Auf eine Angabe von Projektpartnern wird verzichtet. Alle Arbeiten werden durch die
bereits bestehende AG Hegegemeinschaften der obersten Jagdbehörde koordiniert.
Die AG Hegegemeinschaften wurde durch die oberste Jagdbehörde einberufen. Ihr gehö-
ren als Vertreter der Hegegemeinschaften Sachsens an:
Herr Peter Schlottke (Hegegemeinschaft Beerwalde),
Herr Carsten Geissler (Hegegemeinschaft Osterzgebirge) und
Herr Wolfgang Schmidt (Hegegemeinschaft Oberlausitz) sowie
Vertreter der oberen und obersten Jagdbehörde.
Im Projekt arbeitet Herr Dr. Werthschütz als Unterauftragnehmer mit.

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3.
Sachstandsanalyse der Hegegemeinschaften
3.1
Überblick zu den Hegegemeinschaften
Grundlage für die Kontaktierung der HG im Freistaat Sachsen waren Erfassungen aus
den Jahren 2008 und 2011. Erste Versuche der Kontaktierung zeigten, dass es hier zu
über 80 % Veränderungen gibt.
In Zusammenwirken mit den unteren Jagdbehörden der Landkreise ergab sich eine
überarbeitete Verzeichnisliste der HG in Sachsen, auf deren Grundlage auch der Versand
des Fragebogens erfolgte.
Der Versand erfolgte an 43 Hegegemeinschaften.
Nach erfolgten Rückmeldungen im Mai 2015 wurden diese den entsprechenden HG zu-
geordnet und das Verzeichnis aktualisiert.
Zwischenzeitlich gingen Informationen zu einigen Neugründungen von HG ein. Diese
wurden nachträglich angeschrieben.
Nach mehreren Einzelgesprächen mit den HG, die noch nicht reagiert hatten, sowie den
Jagdbehörden in den Landkreisen betreffs ggf. erfolgten Abmeldungen oder Neuanmel-
dungen von HG, ergab sich im November 2015 folgende Situation:
Mit der vorgenommenen Befragung ergibt sich in Sachsen zum Stichtag 30.11.2015 ein
Bestand von 37 existierenden Hegegemeinschaften. Drei davon wollten definitiv nicht
am Projekt mitwirken. Zwei weitere sagten zwar die Rücksendung des Fragebogens zu,
kamen der Zusage jedoch nicht nach. Im Ergebnis wurde ein Kataster der HG in Sachsen,
zugeordnet nach Landkreisen, erstellt (vgl. Anlage 1).
3.2
Entwicklung eines Fragbogens
Nach erfolgten Abstimmungen mit der obersten Jagdbehörde lag zu Beginn November
2014 ein Fragebogen mit folgender Gliederung vor:
1.
Strukturdaten und organisatorische Einordnung
2.
Rechtsform/Satzungen/Finanzierung
3.
Analyse der Mitgliedschaft
4.
Aufgabenspektrum der Hegegemeinschaft
5.
Bewertung der Wildschäden
6.
Jagddurchführung und Hege der Wildarten
7.
Abschussplanung und Streckennachweis
8.
Weiterbildung und Öffentlichkeitsarbeit
9.
Hinweise zu Handlungs- und Regelungsbedarf zur Weiterentwicklung der Hegegemeinschaf-
ten
In der Gesamtheit beinhaltete dieser Fragebogen ca. 125 Einzelfragen auf ca. 20 Seiten.

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Mit Stand vom 10.11.2014 wurden die einzelnen Fragen noch mit Auswahlantworten
untersetzt. Der Komplex umfasste damit 28 Seiten. Eine Prüfung auf Zusammenfassung
von Fragestellungen ergab zum 16.11.2014 einen Umfang von 18 Seiten mit insgesamt
113 Fragen und folgender Gliederung:
1.
Strukturdaten und organisatorische Einordnung
(12)
2.
Rechtsform/Satzungen/Finanzierung
(14)
3.
Analyse der Mitgliedschaft
(8)
4.
Aufgabenspektrum der Hegegemeinschaft
(20)
5.
Bewertung der Wildschäden
(5)
6.
Jagddurchführung und Hege der Wildarten
(21)
7.
Abschussplanung und Streckennachweis
(9)
8.
Weiterbildung und Öffentlichkeitsarbeit
(6)
9.
Hinweise zu Handlungs- und Regelungsbedarf zur Weiterentwicklung der
Hegegemeinschaften
(18)
Bis zum 23.11.2014 erfolgte eine weitere Überarbeitung mit Präzisierungen von Frage-
stellungen und Zusammenfassungen, wodurch die Anzahl der Fragen auf 75 Fragen auf
18 Seiten reduziert wurde. In der darauf folgenden Sitzung der Arbeitsgruppe wurde
eine Änderung bzw. Umstrukturierung der Gliederung wie folgt empfohlen:
Statusfragen
1.
Strukturdaten und organisatorische Einordnung
(12)
2.
Rechtsform/Satzungen/Finanzierung
(14)
3.
Mitgliedschaft
(10)
4.
Aufgaben der Hegegemeinschaft
(20)
4.1 Aufgabenanalyse Bestand
4.2 Aufgabenanalyse Bewertung
Bewertungsfragen
5.
Jagd und Hege der Wildarten
(21)
6.
Gruppenabschussplan und Abschussplanempfehlung
(9)
7.
Weiterbildung und Öffentlichkeitsarbeit
(6)
8.
Hinweise zu Handlungs- und Regelungsbedarf zur Weiterentwicklung der
Hegegemeinschaften
(18)
Für den Teil der Statusfragen wurde die Überarbeitung bis zum 30.11.2014 vorgenom-
men. Zum 08.12.2014 waren auch die Fragen zu den Gliederungspunkten 5 bis 8 über-
arbeitet. Der Fragebogen umfasste nun 86 Fragen auf 20 Seiten. Am 15.12.2014 war die-
ser Fragebogen entsprechend bisheriger Abstimmungen überarbeitet.
Der Umfang des Fragebogens (über 80 Fragen) war bereits bisher als problematisch
betrachtet worden und blieb es trotz mehrfacher Überarbeitung auch weiterhin.

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8
Nach einer weiteren Abstimmung bei der obersten Jagdbehörde im Januar 2015 wurde
die Gliederung wie folgt zum 01.02.2015 bzw. 04.02.2015 abgeändert:
A Statusfragen
1. Strukturdaten und organisatorische Einordnung
2. Rechtsform/Satzungen/Finanzierung
3. Mitgliedschaft
4. Aufgaben der Hegegemeinschaft
B Bewertungsthemen
5. Arbeit der Hegegemeinschaften
5.1
Jagd im eigentlichen Sinne
5.2
Jagd und Hege
5.3
Gruppenabschussplan und Abschussplanempfehlung
5.4
Weiterbildung
5.5
Öffentlichkeitsarbeit
6. Hinweise zu Handlungs- und Regelungsbedarf zur Weiterentwicklung der Hegege-
meinschaften
Der Fragebogen im Umfang von 8 Seiten entsprechend Anlage 2 wurde abschließend
durch die oberste Jagdbehörde bestätigt. Zusammen mit einem Legitimationsschreiben
der oberen Jagdbehörde waren die Unterlagen zum 03.03.2015 versandfertig.
3.3
Auswertung der Fragbögen
3.3.1
Statusfragen
Von den zum 30.11.2015 im Freistaat existierenden 37 Hegegemeinschaften haben sich
32 im Rahmen der Fragebogenversendung zurückgemeldet. Alle nachfolgenden Auswer-
tungen beziehen sich folglich auf diese entsprechenden 32 Hegegemeinschaften.
Pkt. 1.1 Name der Hegegemeinschaft
Die Namensgebung der Hegegemeinschaften ist zum Teil noch an die Benennung der
Schalenwildeinstandsgebiete von vor 2012 angelehnt. Es gibt jedoch auch Umbenen-
nungen im Zuge neuer Satzungsgebung nach 2012 und Neugründungen von Hegege-
meinschaften.
Folgende Zusammenstellung wird unter Heranziehung der Punkte 1.4 (Gründungsda-
tum) und 2.2 (Datum der Satzung) des Fragebogens vorgenommen (vgl. Tabelle 1):

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Tabelle 1: Formen der Hegegemeinschaften im Freistaat Sachsen
Kategorie
Nr.
Summe
Alte HG nach Leitwildart mit alter
und neuer Satzung
1, 5, 8, 13, 31, 32
6
Alte HG mit Gebietsnamen
17, 19, 24, 29, 36
5
Alte HG mit neuer Satzung und Ge-
bietsnamen
2, 3, 7, 12, 18, 23, 28, 30, 33, 34, 35, 37
12
Neue HG mit Leitwildart
9, 10, 11, 20
4
Neue HG mit Gebietsnamen
15, 21, 26, 27
4
ohne Gründungsdatum/Satzungsbezug: HG Nr. 22
Insgesamt 20 Hegegemeinschaften haben Satzungen nach dem neuen Sächsischen Lan-
desjagdgesetz (nach 2012), davon 4 mit Bezeichnung nach einer Schalenwildart als
Leitwildart.
Die Beibehaltung der Bezeichnung einer Schalenwildart/Leitwildart in den Namen der
Hegegemeinschaft sollte sowohl bei bereits vor 2012 als auch nach 2012 gegründeten
Hegegemeinschaften keinen Anlass zur Namensänderung geben, da hier sehr oft die re-
gionale Identifizierung zu erkennen ist.
Bei über 11 Hegegemeinschaften sind jedoch keine neuen Satzungen nach 2012 bzw. gar
keine Satzungen angemeldet, so dass hier die Neuerungen des Sächsischen Landesjagd-
gesetzes nicht enthalten sein können. Durch den Spielraum der „Freiwilligkeit“ wird
hierzu landesweit nicht in absehbarer Zeit ein gewünschter Gleichstand zu erwarten
sein.
Pkt. 1.2 Angaben zu Namen und Adressen der Vorsitzenden/Ansprechpartner
Von allen Hegegemeinschaften (mit Rückmeldung) hat lediglich eine keinen Vorsitzen-
den (Sächsische Schweiz, Nr. 36).
Pkt. 1.3 Zugehörigkeit der Hegegemeinschaft zu unterer Jagdbehörde/Landkreis
Für die in Sachsen bestehenden Hegegemeinschaften wurde ein Verzeichnis nach Land-
kreisen erstellt (vgl. Anlage 1). Die 5 Hegegemeinschaften, die den Fragebogen nicht be-
antwortet haben, sind darin ebenfalls benannt, jedoch ohne Angaben zum Vorsitzenden,
Adresse, Telefon oder Mail.
Pkt. 1.4 Gründungsdaten
Die Gründungsdaten der Hegegemeinschaften liegen in 23 Fällen vor 2012. Acht Hege-
gemeinschaften wurden nach dem Inkrafttreten des Sächsischen Landesjagdgesetzes
neu gegründet.
Pkt. 1.5 Flächen der HG nach Wirkungsbereich und nach Mitgliedern
Die vollständige Übersicht ist Anlage 3 zu entnehmen.

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10
Generell ist festzustellen, dass die gelieferten Flächenangaben auf der Grundlage unter-
schiedlicher Betrachtungen bzw. Definitionen der jeweiligen Flächenkategorien vorge-
nommen wurden. Die Flächenangaben resultieren durchaus aus verschiedenen Bezugs-
flächen, welche für die Satzung der HG verwendet wurden. Dies können Flächenangaben
aus den Pachtverträgen sein oder Gemarkungsflächen. Eine Differenzierung hinsichtlich
tatsächlich vorhandener bejagbarer Fläche und befriedetem Flächenanteil ist daher
kaum möglich.
Die Jagdbehörden sehen diesbezüglich aufgrund der Freiwilligkeit der Formierung von
HG auch keinen Anlass, Vorgaben für die territoriale Abgrenzung von HG vorzunehmen.
Ein flächendeckendes System zur Vereinheitlichung der Wildbewirtschaftung ist damit
in Frage gestellt.
Es ist davon auszugehen, dass für alle in Sachsen bestehenden Hegegemeinschaften die
Einheit von Territorialfläche und Fläche der Mitglieder lediglich bei einem Viertel
gegeben ist.
Die Anzahl der Jagdbezirke, welche in den Territorien der HG auch Mitglieder dieser
sind, beträgt lediglich zwei Fünftel.
Eine ursprüngliche Zielstellung und Motivation für die Arbeit der Wildbewirtschaftung
in HG, wie sie im Vorfeld des Entwurfes zu einem neuen sächsischen Landesjagdgesetz
im Zeitraum 2010 verkündet wurde, ist damit nicht erreicht und bei der vorliegenden
Ergebnissituation als „
v
erfehlt“ zu werten.
Pkt. 1.6 Anteile der Nutzungsarten an den bejagbaren Flächen der Mitglieder
Eine exakte Auswertung zu Pkt. 1.6 des Fragebogens war leider nicht möglich, da die
Frage oftmals nicht oder z.T. unstimmig beantwortet wurde.
In Tabelle 2 wird trotz Unvollständigkeit ein Überblick über die Anteile der Nutzungsar-
ten an der bejagbaren Fläche der Mitglieder der Hegegemeinschaften
soweit zum
Stichtag bekannt
gegeben.

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Tabelle 2: Anteile der Nutzungsarten an den bejagbaren Flächen der Mitglieder
Nr.
HG
Landw.
Wald
sonstige
SUMME
ha
ha
ha
ha
1
Dübener Heide/Nordsachsen
20.547
17.000
0
37.547
2
Dahlener Heide
k.A.
k.A.
k.A.
k.A.
3
Wermsdorfer Wald
k.A.
5.100
k.A.
14.525
5
Annaburger Heide
23.383
21.434
3.500
48.317
7
Erzgebirge
36.010
61.732
5.144
102.886
8
Heinzebank
5.441
4.164
97
9.702
9
Heidelbachtal
0
400
800
1.200
10
Geyersche Platte
2.000
2.200
73
4.273
11
Glauchau
3.981
1.394
0
5.375
12
Tharandter Wald
9.500
5.500
0
15.000
13
Leisnig
k.A.
k.A.
k.A.
3.454
15
Oberes Vogtland
1.479
1.122
45
2.646
17
Oberes Vogtland (Adorf)
3.290
2.250
0
5.540
18
Niederalbertsdorf u.U.
4.000
1.000
20
5.020
19
Obercrinitz
2.500
1.000
500
4.000
20
Stadtwald Zwickau
710
470
0
1.180
21
Hirschenstein
1.000
2.320
0
3.320
22
Laußnitzer Heide
k.A.
k.A.
k.A.
k.A.
23
Piskowitz
8.700
3.000
300
12.000
24
Czorneboh
k.A.
k.A.
k.A.
2.710
26
Gersdorf-Möhrsdorf
740
160
0
900
27
Picho-Mönchswalder
1.979
910
0
2.889
28
Oberlausitz
22.570
35.380
3.050
61.000
29
Hubertuseck
k.A.
k.A.
k.A.
11.000
30
Hohe Dubrau
k.A.
k.A.
k.A.
10.258
31
Königshainer Berge
10.941
2.449
0
13.390
32
Moritzburg-Meißen-
Großenhain
11.392
4.540
40
15.972
33
Thiendorf
4.402
2.754
0
7.156
34
Beerwalde
5.000
2.006
875
7.881
35
Osterzgebirge
10.343
13.325
0
23.668
36
Sächsische Schweiz
k.A.
k.A.
k.A.
16.200
37
Tharandt-Nordwest
7.390
500
10
7.900
SUMME
197.298
192.110
14.454
456.909
(rote Zahl = Angabe unstimmig)
Nur 30 Hegegemeinschaften machten Angaben zu ihrer bejagbaren Fläche. Allein durch
diese werden aber bereits etwa 456.909 ha bejagbare Fläche bewirtschaftet.
Die Angaben zu den einzelnen Nutzungsarten sind sehr lückenhaft. Auf eine Auswertung
wurde daher verzichtet.

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Pkt. 1.7 Vorkommen der Schalenwildarten
In Abbildung 1 ist die Verteilung der Schalenwildarten über alle Hegegemeinschaften
dargestellt.
Abbildung 1: Vorkommende Schalenwildarten in den HG
Pkt. 2.1
2.4 Rechtsform, Bekanntgabe einer Satzung, Beitragsordnung
Die vertretenen Rechtsformen sind in Abbildung 2 ersichtlich.
Abbildung 2: Vertretene Rechtsformen bei den HG

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Betreffs Satzung und Beitragsordnung äußerten sich die Hegegemeinschaften wie folgt
(vgl. Abbildung 3):
Abbildung 3: Satzung und Beitragsordnung der HG
Pkt. 2.5 Absicherung Finanzbedarf
In drei Hegegemeinschaften wurden zwei Formen der Finanzierung benannt. Es haben
19 Hegegemeinschaften hierzu ihre Angaben vorgenommen. Die Auswertung ergibt fol-
gendes Bild (vgl. Abbildung 4):
Abbildung 4: Absicherung des Finanzbedarfs der HG

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Pkt. 2.6 Aufwandsentschädigungen
Die Frage nach der Aufwandsentschädigung für ehrenamtliche Tätigkeiten des Vorstan-
des wurde wie folgt beantwortet (vgl. Abbildung 5):
Abbildung 5: Aufwandsentschädigung für ehrenamtliche Tätigkeiten des Vorstandes

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Pkt. 3.1 Jagdgebietsanteile der Mitglieder
Ein Überblick zu den Jagdgebietsanteilen der Mitglieder der jeweiligen Hegegemein-
schaft wird in Tabelle 3 gegeben:
Tabelle 3: Jagdgebietsanteile der Mitglieder (Stichtag: 30.11.2015)
Nr.
HG
GJB
EJB
VJB
SUMME
ha
ha
ha
ha
1
Dübener Heide/Nordsachsen
25.923
0
11.624
37.547
2
Dahlener Heide
k.A.
k.A.
k.A.
k.A.
3
Wermsdorfer Wald
9.773
295
4.457
14.525
5
Annaburger Heide
31.598
1.195
15.524
48.317
7
Erzgebirge
38.106
5.516
59.264
102.886
8
Heinzebank
6.463
0
3.170
9.633
9
Heidelbachtal
1.200
0
0
1.200
10
Geyersche Platte
3.934
339
0
4.273
11
Glauchau
4.417
958
0
5.375
12
Tharandter Wald
9.500
0
5.500
15.000
13
Leisnig
2.951
91
412
3.454
15
Oberes Vogtland
2.474
172
0
2.646
17
Oberes Vogtland (Adorf)
5.540
300
k.A.
5.840
18
Niederalbertsdorf u.U.
5.017
0
0
5.017
19
Obercrinitz
4.000
0
0
4.000
20
Stadtwald Zwickau
k.A.
k.A.
k.A.
k.A.
21
Hirschenstein
3.220
0
0
3.220
22
Laußnitzer Heide
k.A.
k.A.
k.A.
19.300
23
Piskowitz
10.000
2.000
0
12.000
24
Czorneboh
1.550
1.160
0
2.710
26
Gersdorf-Möhrsdorf
900
0
0
900
27
Picho-Mönchswalder
2.560
0
329
2.889
28
Oberlausitz
22.452
3.456
20.259
46.167
29
Hubertuseck
4.200
10.800
k.A.
15.000
30
Hohe Dubrau
3.366
6.892
0
10.258
31
Königshainer Berge
11.327
2.063
0
13.390
32
Moritzburg-Meißen-
Großenhain
12.654
1.822
1.496
15.972
33
Thiendorf
6.230
587
339
7.156
34
Beerwalde
6.844
244
793
7.881
35
Osterzgebirge
12.666
978
10.243
23.887
36
Sächsische Schweiz
5.600
100
10.500
16.200
37
Tharandt-Nordwest
7.900
0
0
7.900
SUMME
262.365
38.968
143.910
464.543
GJB - Gemeinschaftlicher Jagdbezirk
EJB - Eigenjagdbezirk
VJB - Verwaltungsjagdbezirk

Abschlussbericht zum Projekt Hegegemeinschaften
Dr. D. Gerold, Dr. F. Werthschütz
16
Pkt. 3.2 Weitere Mitglieder nach § 9 Abs. 2 Sächs. Jagdverordnung in den HG
Eine Einbeziehung potenzieller Mitglieder in die Arbeit der Hegegemeinschaften ist
punktuell zwar feststellbar, flächendeckend sind hierzu jedoch keine nachweisbaren
Veränderungen erkennbar.
Pkt. 4.1 Aufgaben der HG
Das Aufgabenspektrum wurde weitgehend aus der bereits erfolgten Arbeit der Hegege-
meinschaften von vor 2012 übernommen bzw. fortgesetzt. Neuerungen sind durchaus
im Bereich „Wildmonitoring“ zuzuordnen. Weitere neue Aufgaben
wurden punktuell
und je nach zwingendem Erfordernis aufgenommen (vgl. dazu Anlage 4).
Pkt. 4.2 Gruppenabschusspläne
Die (andhabung sowie die Bestimmung des Begriffes „Gruppenabschussplan“
sind sehr
unterschiedlich. In den meisten Hegegemeinschaften mit Abschussplanung gibt es Grup-
penabschussplanungen.
Folgende Varianten können unterschieden werden:
ein Gruppenabschussplan für den gesamten Bereich der Hegegemeinschaft,
ein Gruppenabschussplan für einen Teil des Bereiches der Hegegemeinschaft,
zwei oder mehrere Gruppenabschusspläne innerhalb des Bereiches der Hegegemein-
schaft, jedoch alle Jagdgebiete in einem dieser Gruppenabschusspläne eingebunden,
zwei oder mehrere Gruppenabschusspläne innerhalb des Bereiches der Hegegemein-
schaft, jedoch nicht alle Jagdgebiete in einem dieser Gruppenabschusspläne einge-
bunden, als auch Jagdgebiete mit Einzelplanung,
Gruppenabschusspläne für mehrere Wildarten,
Gruppenabschusspläne für eine Wildart, wobei eine weitere planungspflichtige
Wildart ebenfalls im Bereich der Hegegemeinschaft existiert, dieses jedoch von den
Jagdgebieten einzeln geplant wird,
innerhalb einer Hegegemeinschaft will eine Hegegemeinschaft mit eigenem Gruppen-
abschussplan entstehen.
Die Auflistung ist nicht abschließend.
Für die nächstfolgende Planungsphase kann die Konstellation der Beteiligung der ein-
zelnen Jagdgebiete der HG am Gruppenabschussplan wieder völlig neu sein. Dies ist be-
reits bei den Planungen von 2013 und nun folgend für 2016 zu erkennen. Einzelne Jagd-
gebiete beteiligen sich nicht mehr am Gruppenabschussplan und sehen sich damit auch
nicht mehr als Bestandteil bzw. Mitglied der Hegegemeinschaft.
Für die Jagdbehörden entstehen hierdurch Gegebenheiten, welche eine Vergleichbarkeit
von Planungen über langfristige Zeiträume, aber auch schon für kurzfristige Phasen
(zwei aufeinanderfolgende Planungsphasen), erschweren. Hier ist deutlicher Hand-
lungsbedarf erkennbar und eine auf langfristige Vergleichbarkeit ausgerichtete Verein-
heitlichung der Planung und der Methodik erforderlich. Mit einer durchgreifenden An-
wendung des Wildmonitoring-Programmes sollte diese Verwaschung ausräumbar sein,
bedarf jedoch im Vorfeld einer verbindlichen Verpflichtung dazu.

Abschlussbericht zum Projekt Hegegemeinschaften
Dr. D. Gerold, Dr. F. Werthschütz
17
3.3.2
Arbeit der Hegegemeinschaften
Über die Arbeit der Hegegemeinschaften sowie die von den Hegegemeinschaften ange-
sehenen Schwer- und Schwachpunkte wurde unter Punkt 5.1 bis 5.5 des Fragebogens
angefragt.
Dazu werden in den nachfolgenden Abschnitten 3.3.3 bis 3.3.7 Auswertungen sowohl
der Fragebögen als auch der geführten Gespräche dargestellt.
Es ist darauf zu verweisen, dass die Vorbereitung dieses Projektes bereits seit 2013 er-
folgte und die nun erfolgten Fragestellungen an alle Hegegemeinschaften gerichtet sein
sollten und auch waren, damit diese ihre Einschätzung und Wertung über ihre Entwick-
lung nach dem neuen Jagdgesetz 2012 abgeben konnten.
Zwischenzeitlich entstandene Konfliktbereiche in der Wildbewirtschaftung wie im Be-
reich des Westerzgebirges waren nicht Bestandteil und Ziel einer dafür vertiefenden
Betrachtung oder Hervorhebung. Es wurde jedoch darum gerungen, die Auffassungen
der Hegegemeinschaft Westerzgebirge (Rotwild) in dieses Projekt mit aufzunehmen und
auszuschließen, dass gerade eine Hegegemeinschaft mit derart hohem Konfliktpotenzial
sich nicht an diesem Projekt beteiligt.
Dennoch hat sich die Zielstellung des Projektes
generelle Befragung und Befassung mit
den Hegegemeinschaften in Gesamtsachsen
nicht verändert.
Es folgen somit in den nächsten Abschnitten eine Vielfalt von Darstellungen, welche die
Probleme mit der praktischen Umsetzung einer Hegegemeinschaftsarbeit aus der Sicht
derjenigen ansprechen, die diese Arbeit eigentlich in ehrenamtlicher Form realisieren
sollen.
Eine Einheitlichkeit in der Arbeit der Hegegemeinschaften kann nicht festgestellt wer-
den, ist aber auch nicht als generelle Zielstellung zu verstehen. Für ein Maß an Ver-
gleichbarkeit wäre sie allerdings dienlich. Aufgrund der Freiwilligkeit kann dies aber
nur schwer erreicht werden. Der Wunsch der ehrenamtlich in den Hegegemeinschaften
engagierten Jäger nach einer Verbindlichkeit ist jedoch erheblich.
3.3.3
Wildbestand und Bejagung
In 7 Fällen erfolgten keine Angaben zu diesem Fragenteil.
Folgende Schwerpunkte wurden angesprochen (vgl. Anlage 5):
Ermittlung der Wildbestände
a)
Im Erzgebirgsraum wird die Möglichkeit einer organisierten Zählung bei Neuschnee
als Variante mit größtem Kenntnisgewinn über den vorhandenen Wildbestand, ins-
besondere Rotwild, angesehen. Es wird akzeptiert, dass grundsätzlich keine Metho-
de ein 100-%-iges Ergebnis erbringen wird. Dieser Zählmethode wird jedoch die
größte Wahrscheinlichkeit einer reellen Bestandsermittlung zugesprochen. Voraus-
setzung ist die Wahrscheinlichkeit einer Schneelage, welche jedoch im Bereich über
400 m Höhenlage noch am ehesten zu erwarten ist. Der Winter 2015/16 ist dafür
zwar kein Garantiebeweis, jedoch wurde eine derartige präzise Zählung im Bereich
Tharandter Wald vor ca. 7 Jahren realisiert.

Abschlussbericht zum Projekt Hegegemeinschaften
Dr. D. Gerold, Dr. F. Werthschütz
18
Bei den Hegegemeinschaften liegt eine große Enttäuschung darüber vor, dass spezi-
elle Anforderungen über die Durchführung derartiger Bestandsermittlungen spezi-
ell vom Staatsbetrieb Sachsenforst und der oberen Jagdbehörde negiert werden und
damit Bemühungen der Hegegemeinschaften zur qualifizierten Wahrnehmung von
Aufgaben nach § 9 der Sächsischen Jagdverordnung unterbunden werden.
Die Aktivität des Staatsbetriebes Sachenforst zur Durchführung eines längerfristigen
Projektes zu Bestand, Habitat sowie Raumansprüchen und Schadintensität der Rot-
wildpopulationen in ausgedehnten Erzgebirgsregionen
auch grenzübergreifend
wird befürwortet und geschätzt.
Gegenwärtig bestehen hierbei die größten Diskrepanzen hinsichtlich Einbeziehung
und Mitwirkung der regionalen Jägerschaft als direktes Anliegen des Projektes ei-
nerseits und Aussagen, dass der subjektive Einfluss der regionalen Jägerschaft aus-
zuschließen sei und daher die Projektbearbeitung durch externe Mitwirkende abge-
sichert werden kann. Hierzu wird voraussichtlich im Mai 2016 eine Abklärung ein-
geleitet werden können.
In den Hegegemeinschaften des Tieflandes beruht die Wildbestandsermittlung
durchgehend auf Zählungen mit den damit verbundenen Abweichungen.
b) Der Bestand von Rot- und Damwild hat sich im ostsächsischen und nordsächsischen
Raum verändert. Das Vorkommen des Wolfes wirkt pauschal analog vieler bekann-
ter Störfaktoren. Speziell sind frühere Rudel von Damwildbeständen in Größenord-
nungen von > 20 Stk. nicht mehr gegeben. Es tritt Damwild in kleineren Rudeln auf
und unterliegt stärker dem Beutespektrum des Wolfes.
Rotwild dagegen entwickelt stärkeres Verteidigungsverhalten und tritt weniger in
kleinen denn in größeren Rudeln (> 50 Stk.) auf und ist auf den Flächeneinheiten
konzentrierter. Im Ergebnis sind auf diesen Flächen erheblich stärkere Schadwir-
kungen die Folge. Dies betrifft Schäden auf landwirtschaftlichen Flächen (Raps) so-
wie in Waldbeständen.
Generell besteht erheblicher Frust darüber, dass diese Gegebenheiten und Tatsa-
chen nicht Bestandteil offizieller Argumentationen und Veröffentlichungen sind o-
der aber darin sogar negiert werden.
Eine generelle Ablehnung gegenüber der Tierart Wolf besteht nicht, jedoch ein Un-
verständnis gegenüber der Verschleierung o.g. Auswirkungen, wofür zuletzt bei hö-
heren Schäden wieder die Jäger bzw. die entsprechenden Wildarten verantwortlich
gemacht werden.
Die Konzentration vieler Stücke auf geringer Fläche wird in der Folge zur Grundlage
einer Hochrechnung auf die Gesamtfläche genommen. Damit ergibt sich ein ver-
fälschtes Ergebnis, welches dann wiederum die Grundlage für Abschusspläne dar-
stellt.
c)
Für die Wildart Rotwild wird gegenwärtig eine ablehnende Haltung des Staatsbe-
triebs Sachsenforst gesehen. Dies gilt insbesondere für ehemalige kleinere Ein-
standsgebiete wie den Tharandter Wald.
Noch im Jahr 2004 erfolgte im Zusammenwirken mit der staatlichen Forstverwal-
tung hierfür ein Abriss der historischen Entwicklung des Rotwildbestandes bis in
die heutige Zeit mit der Zielstellung, einen Minimalbestand von 60 Stk. Rotwild zu
sichern.

Abschlussbericht zum Projekt Hegegemeinschaften
Dr. D. Gerold, Dr. F. Werthschütz
19
Dass die Bemühungen der Hegegemeinschaft zur Erhaltung einer stabilen und vita-
len Rotwildpopulation bei gleichzeitiger Zielstellung der Entwicklung eines leis-
tungsfähigen und vielfältigen Mischwaldes mit der Begründung, dass es sich hier
ohnehin nicht um eine Population handelt, gegenwärtig als ungerechtfertigt dekla-
riert werden, stößt auf großes Unverständnis. Denn wenn der hiesige Bestand zwi-
schenzeitlich tatsächlich die Größenordnung erreicht hat, die man nicht mehr als
Population bezeichnen kann, so ist dies das Ergebnis einer Hege, welche lediglich
mit Abschussmaßnahmen betrieben wurde.
Das Erfordernis einer Hege mit Maßnahmen zur Optimierung von Einständen,
Äsungen und Deckungen über die Grenzen der Forstverwaltung hinaus wurde nicht
mit Konsequenz verfolgt.
Erstellung von Hege- und Bejagungskonzepten
a)
Die Erstellung von Hege- und Bejagungskonzepten in den Hegegemeinschaften wird
für erforderlich gehalten. Grundlage dafür sind u.a. die ermittelten Wildbestände.
Die finanzielle Ausstattung der Hegegemeinschaften ermöglicht die Erstellung
derartiger Konzepte jedoch nicht. Dies ist selbst bei Inanspruchnahme von Mitteln
der Jagdabgabe mit dem damit verbundenen Eigenmittelanteil nicht umsetzbar. Die
Grundlagen für die Durchführung von Aufgaben nach § 9 der Sächsischen
Jagdverordnung sind folglich nicht gewährleistet.
Es wird umfassend in Frage gestellt, ob die strategischen Grundlagen und wissen-
schaftlichen Arbeiten für die Zielstellung der Hege gemäß § 1 Abs. 2 BJagdG zur Er-
haltung eines den landschaftlichen und landeskulturellen Verhältnissen angepass-
ten artenreichen und gesunden Wildbestandes, die Pflege und Sicherung seiner Le-
bensgrundlagen sowie die Durchführung der Hege zur Vermeidung von Beeinträch-
tigungen einer ordnungsgemäßen land-, forst- und fischereiwirtschaftlichen Nut-
zung, insbesondere durch Wildschäden, auf Kosten der Jäger erstellt werden müs-
sen.
Diese Zielstellung hat sich eher aus § 960 Bürgerlichem Gesetzbuch als Aufgabe der
Gesellschaft entwickelt. Denn die Gesellschaft wirkt im Zuge ihrer steten Entwick-
lung immer mehr auf die Lebensräume der wildlebenden Tiere ein (Urbanisierung),
zerschneidet und reduziert diese. Daher auch die Befürwortung des zuvor genann-
ten Projektes des Staatsbetriebes Sachsenforst aus Landesmitteln.
Die Erfassung von Grundlagen der Lebensraumausstattungen, der Wildbestände
und der sich darauf aufbauenden Hege- und Bejagungsstrategie ist infolge o.g. Ent-
wicklung ein gesamtgesellschaftliches Anliegen geworden. Es besteht immer weni-
ger Verständnis dafür, dass diese Grundlagen durch die Form der Jagdabgabe als
Sonderabgabe der Jäger zu finanzieren ist.
Die gegenwärtige Verfahrensweise nach IV Nr. 2 der Verwaltungsvorschrift Jagdab-
gabe mit einer 100-%-igen Förderung von Forschungsaufgaben, welche im Ergebnis
nicht direkt der praktischen Gruppennützigkeit zu Gute kommt, wird als überholt
gesehen.
Die Jagdabgabe wird jedoch als Fond der Jägerschaft gesehen, welcher auf die An-
wendung und den Einsatz von praktischen Umsetzungen von Maßnahmen in den
Reihen der Jägerschaft zu orientieren ist.

Abschlussbericht zum Projekt Hegegemeinschaften
Dr. D. Gerold, Dr. F. Werthschütz
20
b) Die im § 9 SächsJagdVO genannten Aufgaben von Hegegemeinschaften sind durch-
aus als Empfehlungen und Anhaltspunkte zu verstehen, da ja gem. § 12 SächsJagdG
die Hegegemeinschaften auf freiwilliger Basis wirken.
Allerdings ist bekannt, dass spezifische Aufgaben wie das Wildmonitoring den
Hegegemeinschaften und der Jägerschaft verpflichtend zugeordnet werden, damit
auf diesem Weg die Behörden zu Daten gelangen, welche Basis für Verwal-
tungshandeln, Bestandsaussagen und ggf. für rechtliche Grundlagen sein können.
Die Verpflichtung zur Mitwirkung der Jagdausübungsberechtigten am Wildmonito-
ring ist ja durchaus nach § 3 Abs. 7 SächsJagdG gegeben. Der Kritikpunkt bezieht
sich dabei nicht etwa auf Daten zu Abschussplanung und Strecke, sondern eher auf
die Anforderungen an Daten naturschutzrechtlicher Inhalte.
Abwertungen der Meldungen von Jägern durch Naturschutzakteure nach Art:
„Das
war ja wieder mal ne Meldung von nur einem Jäger.“
tragen hierzu bei. Dies mag zwar
durchaus nur Einzelfälle betreffen, diese werden jedoch sehr schnell verallgemei-
nert und sprechen sich herum.
Ebenfalls ist bekannt, dass die ehrenamtlichen Naturschützer in einigen Fällen für
ihre Datenermittlungen finanzielle Aufwandsentschädigungen oder sogar Honorare
erhalten. Datenermittlungen sind durchaus als gesamtgesellschaftliches Anliegen zu
sehen, da diese Daten durchaus als Grundlage offizieller Handlungen und Entschei-
dungen dienen.
Kein Abschuss ohne Plan
Kritik findet die Abweichung zum BJagdG unter § 21 Abs. 1 SächsJagdG bezüglich des
Abschusses ohne Plan von jeweils bis zu sechs Stück der Arten Rot-, Dam- und Muffel-
wild, ausgenommen männliches Wild ab Altersklasse 1. Dies motiviert insbesondere bei
Auftreten der planungspflichtigen Arten als Wechselwild zur Nichtbeteiligung am Grup-
penabschuss.
Da der Gruppenabschuss vielfach in Verbindung mit der Mitgliedschaft oder Existenz
einer Hegegemeinschaft gesehen wird, wird dann auch die Mitgliedschaft in der Hege-
gemeinschaft nicht wahrgenommen. Eine flächendeckende Mitgliedschaft in Hegege-
meinschaften würde diese Streitigkeit erübrigen.
Bewegungsjagden im Januar
Eine Beibehaltung dieser Jagdform im Januar wäre durchaus mit der Kommentierung:
„Muss
ja nicht sein.“
zu rechtfertigen. Dennoch erscheint es sowohl aus wildbiologischer
Sicht als auch aus der Anforderung nach Vermeidung von Schälschäden aufgrund moti-
vierten Energieverbrauchs gerechtfertigt und dringend geboten, dieser Anforderung
nachzukommen.
Die gegenwärtig dargebotenen Ergebnisse von steigenden Prozenten an Schäle und Ver-
biss nach 2012 sollten durchaus nicht einspurig den Jagdaktivitäten zu Ende des Jahres
bzw. im Januar zugeordnet werden. Als ein entscheidender Faktor sollte dies aber auch
nicht ausgeschlossen werden und daher entsprechend gehandelt werden.

Abschlussbericht zum Projekt Hegegemeinschaften
Dr. D. Gerold, Dr. F. Werthschütz
21
Kälberabschuss im August, Rehwildbejagung ab 16. April
Die Regelungen zur Jagdzeit bezüglich Rehwildbejagung (Bock) ab 16. April sowie Käl-
berabschuss im August werden vielfach nicht als optimal betrachtet. Dennoch wurde in
den Gesprächen mit den Hegegemeinschaften herausgestellt, dass die Vorverlegung des
Abschusses auf Rehbock einerseits durchaus den Veränderungen in der Vegetation auf-
grund spürbarer Klimaveränderungen entspricht (Rapsfelder blühen Ende April nahezu
durchweg)
. Andererseits besteht kein „
M
uss“ zum Abschuss.
Ebenso besteht für den Kälberabschuss im August kein Zwang. Ein Aufwand für Ände-
rung der hierfür vorliegenden Regelungen erscheint daher nicht gerechtfertigt.
Gemeinsame Jagdstrategie mit dem Staatsbetrieb Sachsenforst
Es wird das Erfordernis einer gemeinsamen Jagdstrategie aller im räumlichen Wir-
kungsbereich einer Hegegemeinschaft liegenden Jagdbezirke gesehen.
Für Hegegemeinschaften, bei denen speziell der Anteil der Flächen des Staatsbetriebes
Sachsenforst (SBS) mit ggf. < 20 % einen geringen Anteil darstellt (insbes. Nordsachsen,
Ostsachsen), spielt das nicht unbedingt die Rolle, trifft jedoch umso mehr auf Hegege-
meinschaften in Südsachsen mit Schwerpunkt der Flächen des SBS zu.
Grundsätzlich wirft dies jedoch die Frage und Kritik auf, ob mit dieser Ausgrenzung der
Staatsbetrieb Sachsenforst seiner Vorbildwirkung gerecht wird, welche vom eigenen
Gesetzgeber vorausgesetzt wird.
Gemeinsame Wildbewirtschaftung über Gebietsgrenzen, Entbürokratisierung
Die Notwendigkeit einer gemeinsamem Wildbewirtschaftung über die Grenzen der
Jagdgebietsformen gem. §§ 9, 10 und 11 SächsJagdG wird auch aufgrund des Status des
Wildes als „herrenlos“ gem. BGB und der Umsetzung der (egeziele gemäß § Abs.
BjagdG auf der Grundlage der dafür erstellten Erfassungen und Planungen für erforder-
lich gehalten.
Eine Umsetzung ist allerdings ohne die verbindliche Mitwirkung aller in einem territori-
al fixierten Bereich einer Hegegemeinschaft bestehenden Jagdgebietsformen nicht gege-
ben bzw. auf ehrenamtlicher und freiwilliger Basis nicht kontinuierlich und auf Dauer zu
leisten. Für die Wahrnehmung von Aufgaben nach § 9 Abs. 1 SächsJagdVO fehlen viele
Grundlagen.
Es sind dadurch in aneinander angrenzenden Hegegemeinschaften unterschiedlichste
Schwerpunkte hinsichtlich der Aufgabenerfüllung gesetzt. Auf lange Sicht gesehen ist
damit ein unkoordiniertes Handeln der Hegegemeinschaft vorprogrammiert, welches
sich zwar auch kurzfristig ändern und anders ausgerichtet werden kann, jedoch für eine
langfristige Betrachtung und Verfolgung der Entwicklung keine überschaubare Basis
hat.
Beurteilung Wildschadensituation, Trennung Wald und Feld
Die Beurteilung der Wildschadensituation lässt den Schluss zu, dass mit einem Grup-
penabschussplan eine Flexibilität etwaiger Abschüsse dort ermöglicht wird, wo eben
gerade die Wildbestände mit Schadwirkung auftreten. Dass dieses Potenzial bei der ge-
genwärtigen Wildschadensproblematik nicht verpflichtend geregelt ist, begründet das
erhebliche Unverständnis zur sächs
ischen Regelung der „Freiwilligkeit“.

Abschlussbericht zum Projekt Hegegemeinschaften
Dr. D. Gerold, Dr. F. Werthschütz
22
Die Trennung von Wald und Feld hinsichtlich Wildbewirtschaftung und Schadenspoten-
zial wird nicht konform mit den grundlegenden Anforderungen nach § 1 BJagdG gese-
hen. Die zunehmenden Ansprüche der Forstbereiche an die Wildschadensituation
schließt die Erfordernisse an eine komplexe Betrachtung der jagdbaren Flächen
Offen-
land und Waldflächen
zunehmend aus.
Wildlebensräume und Deckungen sind zumeist Waldgebiete geworden. Dies, obwohl
nahezu alle Schalenwildarten ursprünglich mehr Tierarten des Offen- bzw. Halboffen-
landes waren. Die zunehmende Inanspruchnahme von Land durch den Menschen hat die
Arten in Bereiche mit hohem Deckungsanteil gedrängt, wo sie auch ihren Äsungsbedarf
decken. Lediglich zu Zeiten mit hoher Wahrscheinlichkeit von Ungestörtheit finden sich
diese Arten (dann meist in höherer Konzentration) auf den Freiflächen ein.
Es wird für erforderlich gehalten, dass die Förderkulisse der naturschutzgerechten
Maßnahmen in der umweltgerechten Landwirtschaft spürbar auf die Optimierung von
Lebensräumen zur Deckung, des Einstandes sowie zur Äsung der Wildarten erweitert
wird.
Abschussmeldungen
Kritik an einer schlüssigen Funktion des Abschussmeldewesens innerhalb der Hegege-
meinschaft und in Verbindung mit der Jagdbehörde ist durchaus als berechtigt zu wer-
ten. Diese Mängel wären jedoch im Interesse aller Beteiligten auszuräumen, wenn das
dazu vorliegende Programm zum Wildmonitoring einschließlich der Abschussplanung
und Meldung qualifiziert wird und die Befähigung zur einheitlichen Anwendung durch-
gehend organisiert werden kann.
Hauptwildarten
In vielen Jagdgebieten treten die planungspflichtigen Wildarten nur noch als Wechsel-
wild auf. Eine Planung sollte deshalb entfallen. Ein Gruppenabschussplan könnte hierfür
die Lösung sein. Die Grundlage für eine verbindliche Verpflichtung besteht jedoch nicht.
Bedeutung der Hegerichtlinie etc.
Für das Hegeziel eines artenreichen und gesunden Wildbestandes wird es als kontra-
produktiv gesehen, wenn Verwaltungsvorschriften/Dienstanweisungen gelten, welche
Ausschlusskriterien für Abschüsse untersagen. Dies ermöglicht keine einheitliche flä-
chendeckende Wildbewirtschaftung und Hege. Schonungen gezielter Individuen sind
danach nur in Gemeinschafts- und Eigenjagdbezirken realisierbar.
Unfallwild
Unfallwild nahm z.T. in vielen Jagdgebieten Größenordnungen ein, die den Anteil der
Strecke übertrafen. Mit der rechtlichen Meldepflicht im neuen SächsJagdG ist zuneh-
mend festzustellen, dass keine Unfälle mehr bei den Jagdausübungsberechtigten gemel-
det werden, die Unfälle jedoch trotzdem
teils mit steigender Tendenz
auftreten.
Viele Meldungen erfolgen verzögert nach Tagen, so dass hier die Freiwilligkeit der Jäger
zur Beräumung von Unfallwild missbraucht wird, indem diesen lediglich die Aufgabe der
Kadaverberäumung zugeordnet wird. Begründet wird dieses Missverhältnis mit den
erfolgten Umstrukturierungen im polizeilichen Meldedienst.

Abschlussbericht zum Projekt Hegegemeinschaften
Dr. D. Gerold, Dr. F. Werthschütz
23
Unabhängig von der Vielzahl generell nicht registrierter Abgänge durch das Unfallge-
schehen ist diese Verfahrensweise nicht zu legitimieren. Es sind Regelungen erforder-
lich, welche zumindest den vor 2012 gegebenen Stand der Meldeintensität herstellen.
Es ist durchaus möglich, dass durch die Organisation eines Meldewesens bei Wildunfäl-
len zwischen polizeilicher Zentrale und den Hegegemeinschaften diese Defizite redu-
zierbar sind. Dies setzt allerdings eine Stabilität und Kontinuität der Hegegemeinschaf-
ten voraus, welche in einem bestätigt abgegrenzten Raum existieren und hinsichtlich der
Mitgliedschaft keine Lücken oder Wechsel beinhalten.
3.3.4
Hege- und Lebensraumverbesserung
In 10 Fällen erfolgten keine Angaben zu diesem Fragenteil.
Folgende Schwerpunkte wurden angesprochen (vgl. Anlage 6):
1. Lebensraumbonitierung ist flächendeckend ein Schwerpunkt für die Wildbewirt-
schaftung. Grundlegend geht es darum, angesichts des sehr hohen Intensivierungs-
grades in der Bewirtschaftung der Kulturlandschaft in den jagdbaren Flächen, welche
maßgeblich landwirtschaftlich oder forstwirtschaftlich bewirtschaftet werden, De-
ckungs-, Äsungs- und Rückzugsbereiche für die wildlebenden Tierarten zu erhalten.
Eine Erweiterung und Vernetzung dieser Existenzgrundlage ist dringend erforderlich.
Anderenfalls treten unweigerlich Schadmeldungen und -anforderungen auf. Diesen
Zustand haben wir bereits sowohl in Land- und Forstwirtschaft als auch in der Fi-
schereiwirtschaft. Und dies nicht erst seit heute, sondern bereits in erheblichem Um-
fang seit Jahrzehnten.
Die gegenwärtige Priorität in der Schadensreduzierung basiert auf der Forderung,
das Wild als Schädling zu dezimieren. Dies mag bei Wildarten mit Massenvermehrun-
gen, wie z.B. Schwarzwild, aufgrund der für diese Wildart optimierten Lebensbedin-
gungen (große Flächenbewirtschaftungen mit Schlägen, welche eine flächendeckende
Bejagung unmöglich machen und somit über die Großzeit der Vegetationsperiode ge-
sicherten Einstand, Äsung und Deckung bieten) durchaus zutreffen. Hier ist die For-
derung nach einer Wildbewirtschaftung bzw. Hege, die auf eine Populationsstärke
abzielt, welche den landeskulturellen Verhältnissen angepasst ist und durch die Be-
einträchtigungen einer ordnungsgemäßen land-, forst- und fischereiwirtschaftlichen
Nutzung, insbesondere durch Wildschäden, vermieden werden, durchaus legitim und
berechtigt. Doch auch die Lebensweise des Wildes ist nicht statisch und hat Anpas-
sungen vorgenommen mit verstärktem Sicherungsverhalten und zunehmender
Nachtaktivität.
Was auf landwirtschaftlichen Flächen das Schwarzwild als Hauptschadwildart dar-
stellt (auch Rotwildrudel auf Rapsflächen sollen dabei nicht unbenannt bleiben), sind
in forstlichen Flächen die Rotwildbestände, aber auch Reh-, Dam- und Muffelwild.
Hier jedoch mit dem Verweis darauf, dass insbesondere Rotwildbestände im 19. Jahr-
hundert sowie auch im 20. Jahrhundert noch weitaus flächendeckender vertreten wa-
ren und heute viele Bereiche nur noch aus der Historie über dortige Rotwildvorkom-
men berichten können. Durch den Druck auf die Lebensräume durch Kulturlandschaft
und Zivilisation hat diese Wildart sich zurückgezogen und konzentriert ihr Vorkom-
men nun zumeist in den deckungsreichen Formen der forstlichen Bewirtschaftung.
Dort ist sie zudem auf die Äsung vorhandenen Bewuchses angewiesen.

Abschlussbericht zum Projekt Hegegemeinschaften
Dr. D. Gerold, Dr. F. Werthschütz
24
Bei einer tatsächlichen Sicherung und Erhaltung eines artenreichen und gesunden
Wildbestandes ist es somit erforderlich, die Pflege und Sicherung seiner Lebens-
grundlagen als Schwerpunkt aufzunehmen. Die einseitige Orientierung auf die Redu-
zierung und Vermeidung von Wildschäden in Land-, Forst- und Fischereiwirtschaft
durch vermehr
ten Abschuss der Wildbestände als herausragende „(egemaßnahme“
muss sich zu einem Gleichgewicht von Wildbestand und Lebensraum entwickeln.
Die Komplexität d
ieser „Lebensraumthematik“ wird noch erweitert durch die Einbi
n-
dung der Wildart Wolf, welche auf die Wildbewirtschaftung in der Kulturlandschaft
erheblichen Einfluss ausübt.
Die Ignoranz von Beobachtungen der Jägerschaften in den Gebieten mit Wolfsvor-
komm
en kann durchaus als Ursache für eine Antipathie gegenüber der Eliteart „Wolf“
verstanden werden. Rotwildbestände konzentrieren sich im Wolfsumfeld und erzie-
len somit in Rudeln von > 70 Stk. eine konzentrierte Schadwirkung. Damwildbestände
sind eher Bestandteil des Beutespektrums des Wolfes und Damwildrudel treten somit
in stark reduzierter Stückzahl auf.
Diese Problematik ist nicht der Jägerschaft allein zuzuspielen. Es ist ein gesellschaftli-
ches Problem. Die Verbesserung dieser Situation kann auch nicht die alleinige Aufga-
be der Jägerschaft sein, hier ist die Gesellschaft gefragt. Die Jägerschaft ist bereit, hier
mitzuwirken und tut dies auch bereits, jedoch ohne signifikante Signale durch gesell-
schaftliche Unterstützung.
Anzuregen ist, dass Förderinstrumente der umweltgerechten Landwirtschaft und
Landbewirtschaftung nicht nur auf Förderkulissen naturschutzrechtlicher Schutzka-
tegorien ausgerichtet werden, sondern dass hier flächendeckend in der Agrarland-
schaft Optimierungen von Einstand, Deckung und Äsung für wildlebende Tierarten
unterstützt werden. Von dieser Lebensraumoptimierung und Biotopvernetzung profi-
tieren ohnehin sowohl Arten nach Naturschutzrecht wie auch Arten nach Jagdrecht.
Die Zufluchtsstätte
„Wald“ als Konzentration von Lebensraum, Äsung und
Deckung
muss somit entlastet werden. Zu dieser Lebensraumoptimierung gehört gleichwertig
ebenfalls die Einbindung von Ruhezonen.
2. Ebenfalls Einzuordnen in das System der Lebensraumbonitierung sind Konzepte für
Wildäcker und deren flächengezielte Einordnung mit möglichst hoher Funktion als
Ablenkäsung zur Vermeidung von Äsungsverhalten auf Flächen mit hoher Schadwir-
kung.
In der Gesamtheit sind diese Wildäcker als Bestandteil der komplexen Wildbe-
wirtschaftungsmaßnahmen mit Einständen, Deckungen und Äsungsflächen und Ent-
nahmen durch Abschuss zu sehen, haben im Rahmen der Wildbewirtschaftung aller-
dings einen markanten Stellenwert.
Für Fütterungskonzepte sollte eine grundlegende Einordnung bzw. Planung erfolgen.
Bei Hegegemeinschaften in nahezu homogener Höhenlage mag eine Differenzierung
mit unterschiedlichen Festsetzungen entfallen können. In Hegegemeinschaften mit
territorialen Höhenunterschieden von mehr als 100 m wird es hingegen Differenzie-
rungen geben.
Diese könnten durchaus bei einer homogenen Hegegemeinschaft mit flächendecken-
der Mitgliedschaft intern in der Hegegemeinschaft festgelegt werden. Das ist durch-
aus als Bestandteil des Inhaltes der Wildmanagementplanungen zu sehen. In durch-
mischten Territorien einer Gebietsabgrenzung von Mitgliedern und Nichtmitgliedern
einer Hegegemeinschaft kann diese Verantwortung nicht der Hegegemeinschaft zu-
gemutet werden.

Abschlussbericht zum Projekt Hegegemeinschaften
Dr. D. Gerold, Dr. F. Werthschütz
25
Zur Vermeidung von Unstimmigkeiten zwischen Jagdgebieten in der Hegegemein-
schaft wäre es zu begrüßen, wenn die Notzeiten über die Jagdbehörde ausgerufen
werden.
3. Für die Festsetzung und verbindliche Einhaltung von Hegezielen einer Hegegemein-
schaft wird als kontraproduktiv bewertet, dass es für die Verwaltungsjagdbereiche
Vorgaben gibt, welche eine Differenzierung beim Abschuss ausschließen und regel-
recht untersagen.
Das schließt jedoch für eine vom Gesetzgeber gewünschte Hegegemeinschaft mit flä-
chendeckender Mitgliedschaft sowohl ein gemeinsames Hegeziel und das konstrukti-
ve Verfolgen dieser Zielstellungen als auch eine Ahndung von Verstößen und Abwei-
chungen aus. Eine Vorbildwirkung der Verwaltungsjagd wird darin nicht gesehen.
4. Eine über die Grenzen der Jagdbezirke hinweg betriebene Hege wird als großes Po-
tenzial für die Wildschadensverhütung gesehen, welches aufgrund der Verfestigung
der Grenzziehung zwischen Verwaltungsjagd und Eigen- und Gemeinschaftsjagden
nicht erschöpfend genutzt wird.
Die Jagd und insbesondere die Wildfolge sollte nicht nur aus tierschutzrechtlicher
Sicht über die Grenze geregelt sein, sondern es sollte im Sinne der Wildschadensan-
forderungen zentrale Regelungen geben, welche im Grenzbereich den Schützen zur
Schussabgabe motivieren, so dass nicht wie bisher dort eher auf einen Abschuss ver-
zichtet wird, weil die Aneignung bei Wechsel in das Nachbarrevier dem Nachbarn zu-
steht. Ordnungsgemäße Information und Sicherheitsverhalten schließen dies nicht
aus.
3.3.5
Gruppenabschussplan und Abschussempfehlung
In 10 Fällen erfolgten keine Angaben zu diesem Fragenteil.
Folgende Schwerpunkte wurden angesprochen (vgl. Anlage 7):
1. Voraussetzung für einen Gruppenabschussplan ist eine Hegegemeinschaft. Eine Ver-
pflichtung, dass alle Mitglieder der Hegegemeinschaft sich am Gruppenabschuss be-
teiligen, besteht nicht. Als schlüssige Folge wird dieser Sachstand nicht gesehen.
Kritisch wird aufgeführt, dass der Gruppenabschuss der Hegegemeinschaft kontra
zum Gruppenabschuss des jeweiligen Forstbezirkes steht.
Angestrebt werden sollte, dass ein einheitlicher Gruppenabschuss der Hegegemein-
schaft mit dem Teil des Staatsbetriebes Sachsenforst entsteht, welcher Bestandteil
des räumlichen Geltungsbereiches der Hegegemeinschaft ist (als großes Unverständ-
nis und somit als Verlust des Vertrauens in eine konstruktive Zusammenarbeit ist an-
zusprechen, dass diese Verfahrensweise einer gemeinsamen Aufstellung eines Grup-
penabschussplanes mit den jeweiligen territorialen Bereichen der Verwaltungsjagd,
den Hegegemeinschaften und Jagdbehörden vor in Kraft treten des Sächsischen Lan-
desjagdgesetzes 2012 bereits in hohem Maße einvernehmlich praktiziert wurde und
weitgehend in guter Zusammenarbeit funktioniert hat).

Abschlussbericht zum Projekt Hegegemeinschaften
Dr. D. Gerold, Dr. F. Werthschütz
26
Der Staatsbetrieb Sachsenforst stellt seinen eigenen Gruppenabschuss dann durch
Zusammenfassung der einzelnen Teile des Forstbezirkes, welche durchaus mehreren
Hegegemeinschaften räumlich zugeordnet sein können, zuzüglich der Bereiche des
Forstbezirkes zusammen, welche nicht Bestandteil von räumlichen Geltungsberei-
chen von Hegegemeinschaften sind.
Die gegenwärtigen zentralen Zielvorgaben an die Forstbezirke, denen sich dann die
Hegegemeinschaften bedingungslos unterzuordnen haben, untersetzen die Kritik,
dass der Abschuss nicht als einziges Mittel der Hege praktiziert werden kann.
Für die Hegegemeinschaften ist nicht nachvollziehbar, dass aus Teilen des Forstbe-
zirkes, welche nicht zum Wirkbereich der Hegegemeinschaft gehören, die dort feh-
lende Abschussstrecke im Wirkbereich einer anderen Hegegemeinschaft im Sinne der
Planerfüllung des Forstbezirkes realisiert werden kann. Dies sprengt und unterläuft
die Zielstellungen und Verpflichtungen der jeweiligen Hegegemeinschaft.
2. Vom Gesetzgeber sollte eine Orientierung erfolgen, dass die grundlegende Planerfül-
lung bis 31.12. realisiert sein soll.
Im Sinne einer situationsgeprägten Wildschadensvermeidung wird es als unerträglich
gesehen, dass bei Beantragungen von Vorverlegung der Abschusszeit, insbesondere
bei Rotwild/Damwild, die gegenwärtig erheblichen Gebühren von der beantragenden
Jägerschaft gefordert werden. Gleiches gilt bei Nachbeantragungen oder Beantragun-
gen zur Freistellung vom Nachtjagdverbot.
3. Die gegenwärtige Handhabung von Abschussmeldungen und Statistiken ist sehr un-
terschiedlich und unterliegt damit der Kritik. Die Behebung der Defizite kann durch-
aus in einer qualifizierten (andhabung des hochkomplexen Programms „Wild
-
monitoring“ gesehen werden.
Das Vertrauen der Jägerschaft
selbst derjenigen, die
davon überzeugt sind und die Anwendung fordern
wird geschwächt durch Mängel
der Art, das Korrekturen von Angaben aus dem Jagdjahr 2013/14 noch im Jahr 2016
nachgefordert werden.
Für den Vorsitzenden einer Hegegemeinschaft steht immer noch die Frage, wie er
seinen Zugang als Gruppenverantwortlicher auf aktuelle Eintragungen zum Abschuss
für jedes am Gruppenabschuss beteiligte Jagdgebiet vornehmen kann. Da noch nicht
alle Jäger am sächsischen Wildmonitoring beteiligt sind, landen die erzielten Ab-
schüsse dann per Wort, Telefon etc. bei ihm. Als Verantwortlicher des Gruppenab-
schusses wäre diese Möglichkeit der Eingabe sinnvoll und die Behörde hätte so im-
mer den aktuellen Stand.
Es ist in Aussicht gestellt, dass in einer neuen Version diese Verfahrensweise berück-
sichtigt wird. Sollte dies realisiert sein, ist es ein vordringliches Anliegen der oberen
Jagdbehörde, gemeinsam mit den unteren Jagdbehörden die praktische Anwendung
vorzunehmen und durch intensive Anleitungen die potenziellen Anwender zu schulen
und von den Vorteilen des Programmes zu überzeugen. Dies sollte kurzfristig orien-
tiert werden, um aufwendige Parallelhandhabungen auszuschließen.
Die Regionalen Jagdverbände können hierbei Unterstützung geben, jedoch bietet der
unterdurchschnittliche Organisationsgrad der Jägerschaft in den Verbänden in Sach-
sen hierfür nicht ausreichend Garantie und wird regional differenziert in Anspruch zu
nehmen sein.

Abschlussbericht zum Projekt Hegegemeinschaften
Dr. D. Gerold, Dr. F. Werthschütz
27
4. Der Status der Planempfehlungen der Hegegemeinschaft für Nichtmitglieder der He-
gegemeinschaft und Nichtbeteiligte am Gruppenabschuss im Geltungsbereich der He-
gegemeinschaft wird in den einzelnen Jagdbehörden differenziert berücksichtigt. Die-
sen Planempfehlungen wird teils gefolgt, vielfach jedoch auch nicht. Der Grund dafür
wird bei vielen Jagdbehörden in einer fehlenden rechtlichen Sicherung gesehen, so
dass eine juristische Anfechtung oft mit großer Erfolgsaussicht bewertet wird. Das
Ansehen der Hegegemeinschaft ist damit weitgehend untergraben. Damit gerät die
Absicht des Gesetzgebers, dass die Hegegemeinschaften die Behörde beraten sollen,
in den Hintergrund.
5. Im Gesetzeswerk ist der räumliche Geltungsbereich einer Hegegemeinschaft zwar
öfter benannt und dient als Voraussetzung für weitere Wirksamkeit der Hegegemein-
schaft, es ist jedoch nicht konkret bzw. eindeutig fixiert, wer diesen festsetzt.
Diese Aufgabe wäre durchaus durch die unteren Jagdbehörden abzusichern und die
unteren Jagdbehörden sollten dazu legitimiert sein. In Bereichen mit kreisübergrei-
fenden Hegegemeinschaften wäre eine Abstimmung der beteiligten unteren Jagdbe-
hörden möglich, ggf. unter Mitwirkung der oberen Jagdbehörde. Für Fälle mit Län-
derüberschreitung sollten Sonderregelungen auf Ebene der obersten Jagdbehörde
möglich sein. Dies sollte jedoch nicht eine Erhöhung der bürokratischen Aufwendun-
gen für die dort Beteiligten zur Folge haben.
3.3.6
Weiterbildung
In 13 Fällen erfolgten keine Angaben zu diesem Fragenteil.
Folgende Schwerpunkte wurden angesprochen (vgl. Anlage 8):
1. Generell wird ein Bedarf an Weiterbildung und Qualifizierung gesehen. Allerdings
fehlen bei der Jägerschaft das Vertrauen und der Optimismus, dass durch Fort- und
Weiterbildung Optimierungen in der Wildbewirtschaftung und deren Organisation
eintreten.
Es überwiegt ein Misstrauen, dass mehr und mehr Verpflichtungen auf die Jägerschaft
übertragen werden, die Jagd zunehmend als „Schädlingsbekämpfung“ de
gradiert
wird, Antworten zu offenen Fragen weitgehend aufgeschoben werden, die Jäger auch
mit finanziellen Aufwendungen allein gelassen werden und den Anforderungen jegli-
cher Jagdgegnerschaft grundsätzlich mehr Gehör geschenkt wird als den Belangen
der Jagdausübung und Wildbewirtschaftung.
2. Erhebliches Informationsdefizit wird allerdings auch bei Landeigentümern und Nut-
zern gesehen, so dass diese bei Veranstaltungen durchaus verstärkt einzubeziehen
wären.
Für die Jagdgenossenschaften und deren Wirkung stellen sich analoge Defizite heraus
wie bei den Hegegemeinschaften. Dies jedoch mit der unterschiedlichen Vorausset-
zung, dass die Jagdgenossenschaften als Pflicht- (oder Zwangs-)genossenschaften gel-
ten und Kraft Gesetz existieren. Sie benötigen jedoch verbindliche und sichere Vorga-
ben, um die Unterstützung der Hegegemeinschaften absichern zu können. Die Ziele
der Jagdgenossenschaften könnten hervorragend mit den Organisationen der Hege-
gemeinschaften abgesichert werden.

Abschlussbericht zum Projekt Hegegemeinschaften
Dr. D. Gerold, Dr. F. Werthschütz
28
3. Hinsichtlich der Durchführung von Weiterbildungsveranstaltungen werden die An-
gebote von KJV und LJV genutzt sowie eigene Aktivitäten erbracht, um Seminare oder
die Hundeausbildung vorzunehmen, diese allerdings vielfach mit Unterstützung des
jeweiligen regionalen Jagdverbandes. Erschwerend ist hierbei eine zu schwache Or-
ganisation der Jägerschaft im Verband und die unverbindliche Mitarbeit der Jagdaus-
übungsberechtigten in den Hegegemeinschaften.
4. Von den Hegegemeinschaften wurden die persönlichen Gespräche positiv bewertet
mit dem Wunsch, zielgerichtete Anleitungen zur Arbeit und Organisation sowie zur
rechtlichen Sicherheit zu erlangen. Dies jedoch unter der Voraussetzung, dass ein
einheitliches Vorgehen gewährleistet ist und Unverbindlichkeiten sowie persönliche
Belastungen der ehrenamtlich Tätigen infolge fehlender Kompetenzzuordnung (je-
doch lediglich mit Aufgabenzuordnung) durch erweiterte rechtliche Vorgaben ausge-
schlossen sind. Dies betrifft u.a. spezifischen Informationsbedarf zur Vorgehensweise
bei der Erstellung von Gruppenabschussplänen oder deren Inhalt, um die unter Punkt
3.3.1, Seite 16 bei der Auswertung des Punktes 4.1 des Fragebogens aufgetretene Va-
riantenvielfalt der Gruppenabschussplanung zu strukturieren und überschaubar zu
regeln.
Eine Einbeziehung bei der Erarbeitung neuer und qualifizierterer rechtlicher Grund-
lagen (Erlässe, Verwaltungsvorschriften) wird teilweise gewünscht und für erforder-
lich gehalten.
3.3.7
Öffentlichkeitsarbeit
In 11 Fällen erfolgten keine Angaben zu diesem Fragenteil.
Folgende Schwerpunkte wurden angesprochen (vgl. Anlage 9):
1. Einbeziehung und Ansprache aller Lebensraumnutzer, Flächenbewirtschafter sowie
Naturschutz, Tourismus, Freizeitakteure und Flächeneigentümer sind in stärkerem
Maße erforderlich. Dies ist allerdings nicht allein durch die Jagdausübungsberechtig-
ten zu gewährleisten. Eine Schlüsselrolle spielen dabei durchaus die Jagdgenossen-
schaften. Diese können auf die Flächeneigentümer Einfluss nehmen, damit diese wie-
derum insbesondere darauf achten können, dass die Wahrnehmung des Jagdrechtes
auf ihren Eigentumsflächen verstärkt gesichert und weniger beeinträchtigt wird. Al-
lerdings benötigen hier auch die Jagdgenossenschaften Unterstützung, Anerkennung,
Sicherheit und kontinuierliche Beratung/Anleitung.
Da viele Flächen von den Eigentümern an Dritte zur Nutzung gegeben sind, wird die
Verantwortung im Umgang mit den Flächen nicht nur als Mangel an Interesse an den
eigenen Flächen seitens der Eigentümern gesehen, welche ihren Wohnsitz in größe-
rer Entfernung von der jeweiligen Gemarkung haben, sondern auch bei den Eigentü-
mern vor Ort.
Eine Neufassung von Pachtverträgen mit Musterinhalt sollte hierzu generell neue Im-
pulse schaffen. Dies betrifft durchaus die Aufnahme von verpflichtenden Regelungen
zur Mitgliedschaft in den Hegegemeinschaften als auch Regelungen zur Erhöhung des
Interesses der Flächeneigentümer an einer tatsächlich realisierbaren Nutzung der be-
jagbaren Flächen und zur Sicherung der Ausübung des verpachteten Jagdrechtes.

Abschlussbericht zum Projekt Hegegemeinschaften
Dr. D. Gerold, Dr. F. Werthschütz
29
2. Die Realisierung von öffentlichkeitswirksamen Aktivitäten wird vielfach im Rahmen
von Maßnahmen/Veranstaltungen der regionalen Jagdverbände sowie des Landes-
jagdverbandes vorgenommen.
Die Einordnung geplanter Unterstützungen für Hegegemeinschaften durch Jagdver-
bände in den Finanzplan ist unterschiedlich. Erschwerend wirkt durchaus, dass He-
gegemeinschaften nicht flächendeckend gegeben sind. Die Zuwendung finanzieller
Mittel an die Hegegemeinschaften aus dem Finanzrahmen der Mitgliedsbeiträge ist
somit gegenüber Mitgliedern des Jagdverbandes, welche mit ihrem Jagdbezirk nicht
in einer Hegegemeinschaft liegen, nicht zu rechtfertigen. Die Finanzierung wäre z.B.
über Spenden möglich, diese stellen jedoch keine gesicherte Einnahme dar. Eine
nachhaltige Sicherung dieser Zuwendungen ist somit nicht gegeben.
Regional erfolgen Vorstellungen/Präsentationen der Jägerschaft und des Jagdwesens
in Schulen, Kindergärten und auf Festlichkeiten (Dorf- und Heimatfeste) sowie durch
Auftritte von Jagdhornbläsern und Hundevorführungen.
3. Mittel wie Homepage und Pressearbeit sowie örtlich spezifische Maßnahmen werden
von ca. einem Drittel der Hegegemeinschaften genutzt. Eine kontinuierliche Nutzung
ist oft über den Rahmen der notwendigen ehrenamtlichen Aufwendungen zur Erhal-
tung der Existenz der Hegegemeinschaft durch die jeweiligen Vorstände nicht mög-
lich.
4. Die Einbeziehung und Verwendung von Mitteln der Jagdabgabe für Öffentlichkeits-
zwecke, Weiterbildung als auch sonstige Aufgaben und Aktivitäten der Hegegemein-
schaft wird als zu bürokratisch bewertet.
Diese Bürokratie wird weniger in der sachlichen Bearbeitung von Anträgen durch die
zuständige obere Jagdbehörde gesehen. Hier kann deutlich erkannt werden, dass sich
Bearbeitungszeiten gegenüber dem ersten Jahr der Bearbeitung von Anträgen durch
die obere Jagdbehörde im Jahr 2012/13 deutlich verkürzt haben. Die kurzfristige Be-
arbeitung ist jedoch nur möglich, wenn ein Umfang von Voraussetzungen für die An-
tragstellung erfüllt ist. Aber dieser Umfang an Antragshürden ist nicht nachvollzieh-
bar.
Hierbei besteht erhebliches Unverständnis über die Sachlage, dass der Antragsteller
(eine Hegegemeinschaft) bei einer Antragstellung mehrere Angebote für eine Leis-
tung vorlegen muss, die er selbst erbringen will. Dies ist für die Spezifik der Antrag-
stellung, wo die Hegegemeinschaft selbst Durchführender der Maßnahmen sein will,
nicht nachvollziehbar. Wer soll die Vergleichsangebote denn bringen
eine andere
Hegegemeinschaft? Analog: ein spezieller Referent soll auftreten
was nützt dazu ein
Vergleichsangebot?
Nicht nachvollziehbar ist dabei, dass die Mittel der Jagdabgabe speziell Mittel der Jä-
ger sind. Eine Gleichstellung mit sonstigen öffentlichen Fördergeldern und die An-
wendung der dazu geregelten Verfahrensweisen sind somit nicht nachvollziehbar.
Darin begründet sich durchweg die Argumentation potenzieller Antragsteller aus den
Reihen der Hegegemeinschaften, dass der Aufwand, sich diesen Anforderungen zu fü-
gen, zunehmend als Erniedrigung betrachtet wird und daher auf Antragstellungen
verzichtet wird und man eher inaktiv verbleibt. Die Bemühungen der Jagdbehörden
und Verbände, hier motivierend für die Antragstellungen zu werben, bleiben erfolg-
los.

Abschlussbericht zum Projekt Hegegemeinschaften
Dr. D. Gerold, Dr. F. Werthschütz
30
Bemühungen der Jagdverbände zur Unterstützung der Hegegemeinschaften sind
durch die nicht flächendeckende Verpflichtung zur Mitgliedschaft in den Hegege-
meinschaften nicht ohne Vorbehalt legitimiert.
5. Generell wird eingeschätzt, dass Öffentlichkeitsarbeit sehr schwierig ist und mit Blick
auf das Bewusstsein der heutigen Gesellschaft für die Wildbewirtschaftung in unserer
Kulturlandschaft sowie hinsichtlich des Verständnisses der Bevölkerung für die Akti-
vitäten der Ehrenamtlichen und Freizeitakteure zu wenig erfolgt. Hier wird ein Erfor-
dernis in der Gesellschaft gesehen, die öffentliche Hand ist hierzu verstärkt gefordert.
6. Das Wirken der öffentlichen Hand (Staatsbetrieb Sachsenforst) wird jedoch kritisiert,
weil die Darstellung der Jägerschaft deformiert wird in die guten und vorbildlichen
Jäger des Staatsbetriebes Sachsenforst und die anderen Jäger, welche sehr pauschali-
siert als Wildzüchter und Trophäenhascher bezeichnet werden.

Abschlussbericht zum Projekt Hegegemeinschaften
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31
4.
Vertiefende Betrachtung der Hegegemeinschaften
4.1
Gespräche in den Hegegemeinschaften
Die Gesprächsführungen mit den Hegegemeinschaften wurden ab Januar 2016 vorge-
nommen (vgl. Tabelle 4).
Tabelle 4: Gesprächstermine mit den Hegegemeinschaften
Termin
Ort
Hegegemeinschaft
Nr.
12.01.2016
Nossen
Erzgebirge
Osterzgebirge
Oberes Vogtland (Adorf)
Tharandter Wald
7
35
17
12
20.01.2016
Kesselsdorf
Leisnig
13
27.01.2016
Dippoldiswalde
Beerwalde
Tharandt-Nordwest
34
37
09.02.2016
Torgau, Wermsdorf
Dahlener Heide
Annaburger Heide
Wermsdorfer Wald
2
5
3
12.02.2016
Langenbernsdorf/Werdau
Niederalbertsdorf u.U.
Stadtwald Zwickau
18
20
19.02.2016
Oßling
Piskowitz
Oberlausitz
23
28
22.02.2016
Niesky
Hubertuseck
Hohe Dubrau
Untere Jagdbehörde
29
30
03.03.2016
Dresden
Moritzburg
Thiendorf
Laußnitzer Heide
32
33
22
04.03.2016
Drebach
Heidelbachtal
Geyerische Platte
9
10
Es erfolgten an 9 anberaumten Terminen Gespräche mit 21 der 32 Hegegemeinschaften,
die den Fragebogen beantwortet haben. Vier weitere Hegegemeinschaften waren in die
Terminabstimmungen eingeplant, hier konnte die Teilnahme aufgrund plötzlicher Er-
krankungen jedoch nicht wahrgenommen werden. Weiterhin war bei einigen Hegege-
meinschaften keine Terminabstimmung zusammen mit weiteren Hegegemeinschaften
gewünscht. Diese konnten in der Bearbeitung jedoch nicht berücksichtigt werden.
Die durchgeführten Gesprächsrunden verliefen in durchaus lockerer und konstruktiver
Atmosphäre. Die Gespräche konnten grundsätzlich als „Workshop“ eingestuft werden.

Abschlussbericht zum Projekt Hegegemeinschaften
Dr. D. Gerold, Dr. F. Werthschütz
32
4.2
Auswertung der Gespräche
4.2.1
Regionen
Die Einordnung der Gesprächstermine erfolgt konzentriert für die Bereiche Nordsach-
sen, Ostsachsen, Mittelsachsen und Westsachsen.
Die bei den Gesprächen beteiligten Hegegemeinschaften umfassten Hegegemeinschaften
mit räumlichen Wirkbereichen zwischen 1.180 ha und 102.086 ha. Die Anzahl der Jagd-
gebiete in den Hegegemeinschaften liegt zwischen 3 und 268. Es gibt eine Hegegemein-
schaft, welche noch kleiner ist, ansonsten liegen die maximalen räumlichen Flächen bei
ca. 50.000 ha mit weniger als 40 Jagdgebieten.
Die Bereiche mit regional höherem Anteil von Flächen der Verwaltungsjagd im südli-
chen Teil von Sachsen
durchgehend Erzgebirgsbereich
stellen die Bereiche mit den
größeren Diskrepanzen in der Wildbewirtschaftung dar.
Hervorzuheben sind zwei Sonderfälle:
Länderübergreifende HG über drei Bundesländer, Bereich Annaburger Heide
Die Zuordnung erfolgt zwar zu einem Bundesland, es sind jedoch die landesrechtli-
chen Regelungen der einzelnen Bundesländer zu berücksichtigen. Die praktische
Jagdausübung unterliegt hier vielfach einem Wechselbad der jeweiligen Landesbe-
stimmungen. Durch die Gewohnheit werden diese filigranen Regelungen durchaus
vielfach überwunden. Es ist jedoch ein Zeichen, dass bundeseinheitliche Regelungen
für eigentlich großräumige Betrachtungserfordernisse durch regional eingeengte
Regelungen unterlaufen werden können. Als zeitgemäß und perspektivisch ist diese
Situation nicht zu bewerten.
Großflächige Tagebausanierungen mit Aufforstungen
Die großflächigen Aufforstungsareale stellen Bereiche mit ausgeprägten Einständen
und Äsungen dar. Der hier entstehende Schaden macht die Bemühungen der Rekul-
tivierung zunichte.
Es ist durchaus durch Abschussregelungen und Planungen eine Möglichkeit und ein
Erfordernis gegeben, jedoch sind diese Dimensionen der Rekultivierungen ver-
gleichbar mit Einständen der Schwarzwildpopulationen in Raps- oder Maisschlägen
von mehr als 50 ha.
Einerseits sind Regelungen zur Wildschadensregulierung und -vermeidung ohne da-
für anfallende Verwaltungsgebühren erforderlich, andererseits sind für die nachhal-
tige Wildbewirtschaftung und Hege die Anlage von Äsungsflächen in Größenord-
nung notwendig, welche nicht nur schlechthin die Funktion der Bereitstellung von
Äsungsfläche haben, sondern in der Phase der großflächigen Rekultivierung viel-
mehr die Funktion von Ablenkäsungen aufnehmen müssen.
Dies insbesondere daher, dass eine Frequentierung der eigentlichen Rekultivie-
rungsareale grundsätzlich reduziert wird. Stellen dann die Rekultivierungsareale in
einigen Jahrzehnten wieder Lebensraum, Deckung und Äsungsfläche durch die Bo-
den- und Strauchvegetation dar (nicht mehr durch die angepflanzten Kulturen),
kann auf den bisherigen Äsungsflächen schrittweise die Aufforstung erfolgen.

Abschlussbericht zum Projekt Hegegemeinschaften
Dr. D. Gerold, Dr. F. Werthschütz
33
Bei der Übergabe der Rekultivierungsflächen an den Bund ist daher eine besondere
Aufmerksamkeit auf die Pflege und Unterhaltung der bewusst initiierten Äsungsflä-
chen zu legen. Wird dieses unterlassen, werden zwangsläufig übermäßige Schäden
in den Kulturen zu erwarten sein.
4.2.2
Hauptwildarten
Eine Hegegemeinschaft, welche kein planungspflichtiges Wild bewirtschaftet, war in die
Gespräche einbezogen. Die weiteren Hegegemeinschaften haben Vorkommen von min-
destens einer planungspflichtigen Wildart (Rot-, Dam- oder Muffelwild).
Weitgehend vertreten ist die Auffassung, dass eine Hegegemeinschaft nicht nur die
rechtliche Voraussetzung für einen Gruppenabschussplan darstellt, sondern auch nur
praktikabel bzw. sinnvoll ist, wenn dann auch ein Gruppenabschussplan erstellt wird
bzw. gewollt ist
im Umkehrschluss: wenn kein Gruppenabschuss erstellt wird, wird
auch keine Hegegemeinschaft benötigt bzw. kein Sinn für deren Notwendigkeit gesehen.
Demgegenüber steht eine Hegegemeinschaft ohne Planungspflicht. Dies stellt jedoch die
Ausnahme dar. Die Änderung des Status der Hegegemeinschaft nach der gesetzlichen
Regelung von 2012 ist somit noch nicht an der Basis der Jägerschaft vermittelt.

Abschlussbericht zum Projekt Hegegemeinschaften
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34
5.
Handlungsrahmen, Folgerungen und Vorschläge
5.1
Handlungsfelder
5.1.1
Zukünftiger Handlungsrahmen
1.
Die rechtlichen Handlungsrahmen sind zwingend und dringlich erforderlich, um den
Status und die Verbindlichkeit der Hegegemeinschaften zu fixieren.
2.
Gegenwärtig läuft sehr viel auf der Basis von Enthusiasmus derjenigen, welche sich
die Aufgabe der Hegegemeinschaftsleitung als ehrenamtliche Tätigkeit aufgetragen
haben. Im Rahmen der Ehrenamtstätigkeit und der großen Unverbindlichkeit, mit
welcher die Leitung einer (egegemeinschaft betraut ist, ist ein Stand von „bei Laune
halten“ geg
eben.
3.
Verschwommene Grundlagen sind zu fixieren und Zuständigkeiten für die Hegege-
meinschaften selbst als auch für die Behörden als Ansprechpartner und Unterstüt-
zer der Hegegemeinschaften festzulegen.
4.
Es ist eine Basis für die Erfüllung von Aufgaben durch die Hegegemeinschaften zu
schaffen. Diese Basis muss sowohl die materielle als auch finanzielle sowie rechtli-
che und organisatorische Sicherung beinhalten. Dies erfordert einheitliche und ver-
bindliche Anforderungen an Aufgaben und Sicherung von Grundlagen zur Erfüllung
dieser Aufgaben.
5.
Die Nachweise über die Erfüllung der Aufgaben sollen schließlich die Grundlage
sein, für fixierte Territorien (eben die festzusetzenden räumlichen Abgrenzungen
der Hegegemeinschaften) über längere Zeiträume vergleichbare Daten bereitzuhal-
ten. In Hegegemeinschaften, in deren räumlichem Geltungsbereich beliebige Verän-
derungen möglich sind, sind für die Zukunft keine guten Voraussetzungen gegeben,
auf nachvollziehbare Daten zurückzugreifen.
6.
Das Erfordernis einer flächendeckenden Wildbewirtschaftung in der Kulturland-
schaft durch die einzelnen Jagdgebiete übergreifende Strukturen in Form der Hege-
gemeinschaften ist verpflichtend mit Verordnungsgebungen zu sichern.
7.
Es ist auszuschließen, dass Hegegemeinschaften auf ehrenamtlicher und freiwilliger
Grundlage Formen von Pflichtaufgaben übernehmen und bei einer legitimierten
Nichtmitwirkung von Jagdgebietsformen innerhalb der räumlichen Bereiche der
Hegegemeinschaft von vornherein davon ausgehen müssen, dass eine Erfüllung der
Aufgaben nie langfristig realisiert werden kann und ständig neue Bezugsgrößen
mal 7 % Mitglieder, mal 9 %, …
möglich sind.
8.
Für die Behörde sind konkrete Zuständigkeiten für die Betreuung und Unterstüt-
zung der ehrenamtlich wirkenden Hegegemeinschaften erforderlich, z.B. Festset-
zung und Abgrenzung der räumlichen Geltungsbereiche.
9.
Grundsätzlich wird nicht die Änderung des Jagdgesetzes angestrebt, sondern es
wird eingeschätzt, dass alle erforderlichen Regelungen durch Erlässe oder Verord-
nungen vorzunehmen sind.
10. Besonderer Schwerpunkt ist in den Bereichen mit Vorkommen von verschiedenen
Jagdgebietsformen, insbes. Verwaltungsjagd, darauf zu legen, dass über die Grenzen
der großflächigen Verwaltungsjagdbereiche hinaus ein Zusammenwirken der Wild-
bewirtschaftung erreicht wird.

Abschlussbericht zum Projekt Hegegemeinschaften
Dr. D. Gerold, Dr. F. Werthschütz
35
11. Abgrenzungen der Verwaltungsjagd (obwohl diese aufgrund ihrer Flächengröße
durchaus in der Lage wäre, eine eigene Elite-Jagd aufzubauen) von umliegenden
Gemeinschafts- und Eigenjagden sind im Sinne einer flächendeckenden Wildbewirt-
schaftung rückgängig zu machen. Dies wird durchaus administrativ erforderlich
werden.
12. Eine Diskrepanz zwischen den zwei Einheiten eines Gesetzgebers (Hegegemein-
schaften als ehrenamtliche Einrichtungen der Wildbewirtschaftung und Staatsbe-
trieb Sachsenforst als Wirtschaftseinheit dieses Ministeriums) ist auszuschließen.
Hierzu bedarf es einer Erweiterung des gegenseitigen Verständnisses und einer ko-
operativen Zusammenarbeit.
5.1.2
Schulungskonzept
1.
Schulungen und Anleitungen der Hegegemeinschaften sind dringend erforderlich
und auch gewünscht.
2.
Die Hegegemeinschaften haben die Gespräche durchaus begrüßt und ihr Wohlwol-
len darüber zum Ausdruck gebracht, dass mit ihnen als „machtlose“ ehrenamtliche
Akteure dieser Austausch vorgenommen wird.
3.
Die Einordnung von Schulungen, Workshops u. dgl. muss auf jeden Fall nach einer
Überarbeitung und Klarstellung maßgeblicher Grundlagen für die Existenz und
Wirksamkeit der Hegegemeinschaften erfolgen. In der gegenwärtigen Situation sind
derartige Veranstaltungen unter dem Anzeichen von durch die Hegegemeinschaften
zu erfüllenden Aufgaben, jedoch ohne verbindliche Befugnisse, nicht als zielweisend
und produktiv zu werten.
4.
Der Qualifizierungsbedarf ist durchaus zu trennen in Qualifizierung rechtlicher und
organisatorischer Grundlagen für die Hegegemeinschaften, damit auch flächende-
ckend eine einheitliche Ausgangs- und Verständnissituation geschaffen wird, und in
Qualifizierungen für die praktische bzw. tägliche Arbeit der Hegegemeinschaften mit
Workshops, Erfahrungsaustausch und Auswertungen.
Erster Teil sollte unter Regie der oberen Jagdbehörde, durchaus mit Einbindung der
Verbände/des Jagdverbandes, und unterer Jagdbehörden erfolgen. Der weitere Teil
ist durchaus in Abstimmung mit den Verbänden/dem Jagdverband realisierbar, ggf.
generell durch den Jagdverband in Abstimmung mit oberer und oberster Jagdbe-
hörde.
5.1.3
Internetplattform
1.
Gegenwärtig sind einige Hegegemeinschaften in eigenen Internetauftritten präsent.
Eine funktionierende und aussage- sowie hilfsfähige Internetplattform ist durchaus
zu wünschen.
2.
Es existieren Bemühungen für ein Wildmonitoring per Netz. Es fehlt jedoch noch an
Detailentwicklungen des Programms. Auch müssten dazu die gewünschten Anwen-
der endlich über ihren eigenen Schatten springen und die Anwendung forcieren. Die
Voraussetzungen, dieses Programm „Wildmonitoring“ als Chance für ein Dienstlei
s-
tungsprogramm für die Hegegemeinschaften zu entwickeln und anzuerkennen,

Abschlussbericht zum Projekt Hegegemeinschaften
Dr. D. Gerold, Dr. F. Werthschütz
36
werden eigentlich als gut eingeschätzt, müssen lediglich akzeptiert werden und an-
gewendet werden können.
3.
Weitere Verzögerungen sollten hierbei dringend ausgeschlossen werden. Für erfor-
der
lich wird dabei allerdings gehalten, dass dieses Programm nicht als „5
-Sterne-
Programm“ eingeführt wird und einfache „
-Sterne-
(andhabungen“ wie einfache
Briefbögen mit Kopf oder Formulare, Meldungen u. dgl.) nicht anbietet.
4.
In der Folge dieses Forschungsprojekts ist die zentrale Führung einer Internetplatt-
form zu erstellen.
5.2
Folgerungen und Empfehlungen
Aus der Vielzahl von Anmerkungen wird ein umfangreiches Spektrum von Unsicherheit
im Umgang mit den rechtlichen Rahmenbedingungen ersichtlich. Aber auch die Eindeu-
tigkeit der rechtlichen Rahmenbedingungen hinsichtlich ihrer Anwendung und Interpre-
tation ist nicht gegeben. Dadurch entsteht eine Vielfalt der Handhabung, welche letztlich
eine Vergleichbarkeit der Resultate erschwert bzw. unmöglich oder unüberschaubar
macht.
Diese Vielfalt aufgeworfener Fraglichkeiten im Rahmen dieses Projektes einer abschlie-
ßenden Klärung zuzuführen, ist unrealistisch. Es ist daher eher darauf zu orientieren,
die Fraglichkeiten als solche, wie sie angeführt sind (z. T. bereits abstrahiert) aufzuneh-
men und in einer Fortsetzung des Projektes bzw. eines neuen Projektteils etappenweise
zum Gegenstand von Beratungen zu machen.
Die hier als „Vorschläge“ deklarierten Ausführungen si
nd zum Bestandteil dieser Bera-
tungen zu machen und es ist unter Vorbehalt der rechtlichen Machbarkeit darüber zu
befinden. Priorität sollte dabei haben, nicht generell den Nachweis zu führen, dass alle
Einwendungen und Kritik unberechtigt sind, sondern dass Wege gefunden werden, den
Tatbestand der Kritik - das eigentliche Problem - durch Erklärungen, Erlässe (von Ver-
fahrensweisen) oder Rechtsverordnungen zu beheben.
Es wird unumgänglich sein, für die Vielzahl der ehrenamtlichen Akteure im Jagdwesen
ein Lehrgangs- und Qualifizierungsmodul zu entwickeln, welches adäquat zu den Fort-
bildungen und Qualifizierungen der Jäger im Forstdienst steht.
Unter Bezug auf die Abschlusserklärung des 6. Rotwildsymposiums der Deutschen Wild-
tierstiftung 2012, welches unter der
Thematik „(egegemeinschaften“ in Radebeul stat
t-
fand, sind aufgrund der vorgenommenen Projektarbeit nachfolgende modifizierte Aus-
sagen herzuleiten und zu formulieren:
1.
Die Hegegemeinschaft von morgen gleicht die Bedürfnisse der Wildtiere an ihren
Lebensraum und die Nutzungsansprüche des Menschen in diesem Lebensraum aus.
Sie kümmert sich um alle vorkommenden jagdbaren Arten und betreut deren Le-
bensraum.
2.
Pro festzusetzenden Wirkraum existiert nur eine Hegegemeinschaft, deren Handeln
sich an einer Leitart orientieren kann. Es ist legitim, wenn Hegegemeinschaften in
den Geltungsbereichen der früher fixierten Wildeinstandsgebiete sich diese Wildart
zur Leitwildart benennen.

Abschlussbericht zum Projekt Hegegemeinschaften
Dr. D. Gerold, Dr. F. Werthschütz
37
3.
Die Grenzen der Hegegemeinschaften sollen weitgehend durch Abgrenzungen der
Lebensräume vorgegeben werden. Es ist jedoch möglichst zu vermeiden, dass He-
gegemeinschaften in den Zuständigkeitsbereich mehrerer zuständiger kreislicher
Verwaltungen fallen.
4.
Es werden rechtswirksame Regularien erlassen, welche für alle Reviere in dem Gel-
tungsbereich der Hegegemeinschaft die Mitwirkung verpflichtend regelt. Neben den
Jagdausübungsberechtigten können Eigenjagdbesitzer (sofern nicht selbst Jagdaus-
übungsberechtigte) bzw. die Vertreter der Jagdgenossenschaft Mitglieder der Hege-
gemeinschaft sein. Weitere Nutzergruppen erhalten eine beratende Stimme.
5.
Für die Bereiche der Hegegemeinschaften, möglichst mehrerer räumlich aneinander
liegender Hegegemeinschaften, werden Lebensraumgutachten erstellt, dies als Be-
standteil regionaler Planungsleistungen in Verantwortung der Gesellschaft (keine
Finanzierung über Jagdabgabe, sondern Finanzierung aus öffentlicher Hand). Darauf
aufbauend werden Konzepte zur Verbesserung des Lebensraumes und zur Regulie-
rung und Nutzung der Wildbestände jeweils für die einzelnen Hegegemeinschaften
entwickelt (dies unter Inanspruchnahme der Jagdabgabemittel).
6.
Unter anderem legt die Hegegemeinschaft die Höhe des Abschusses und die Regeln
für dessen Durchführung fest. Sie unterstützt ihre Mitglieder bei der zügigen Erfül-
lung des Abschussplanes.
7.
Die Hegegemeinschaft ermöglicht und dringt auf eine regelmäßige Weiterbildung
ihrer Mitglieder. Die Fortbildung ihrer Vorstände und Mitglieder wird in Zusam-
menarbeit von unterer/oberer Jagdbehörde, Hegegemeinschaft und Jagdverband
durch den Jagdverband organisiert. Dies ist durchaus zu untergliedern in regionale
(für einzelne Hegegemeinschaften oder Hegegemeinschaften im Bereich einer unte-
ren Jagdbehörde) und überregionale Qualifizierungen (Grundlegendes, Strategie).
8.
Die Hegegemeinschaft ist fachlicher Ansprechpartner für Behörden und andere pla-
nende Stellen für Fragen rund um unsere Wildtiere, dies durchaus in Zusammen-
wirkung mit dem jeweiligen Jagdverband und bedarf dafür einer Legitimation.
9.
Die Hegegemeinschaft informiert regelmäßig ihre Mitglieder, vernetzt sich mit an-
deren Hegegemeinschaften und betreibt eine breit angelegte Öffentlichkeitsarbeit.
Sie macht auf die Konflikte zwischen Wildtier und Mensch aufmerksam, wirbt für
das Anliegen der Wildtiere und verbessert das Image der Jagd.
Empfehlungen zur Zusammensetzung
1.
In der Hegegemeinschaft von morgen müssen die Interessen der Jagd und des
Grundeigentums gleichberechtigt vertreten sein.
2.
Die Hegegemeinschaft besteht aus den Jagdausübungsberechtigten und den Grund-
eigentümern bzw. ihren Vertretern.
3.
Die Arbeit der Hegegemeinschaften erfolgt im Ehrenamt. Sie sind im gesellschaftli-
chen Interesse u.a. als Dienstleister tätig. Ihnen wird eine Grundvergütung zugesi-
chert (nicht über Jagdabgabemittel) und
je nach Aufgabenumfang, dessen sich die
Hegegemeinschaft annimmt
eine finanzielle Sicherung durch Umlagen nach eige-
ner Beitragsordnung sowie über Mittel aus Jagdabgabe und anderen Förderrichtli-
nien.
4.
Die Hegegemeinschaft kann damit gesichert auch Aufträge erteilen und Sachver-
ständige auf Dauer finanzieren.

Abschlussbericht zum Projekt Hegegemeinschaften
Dr. D. Gerold, Dr. F. Werthschütz
38
5.
Vertreter aus Naturschutz- und Tourismusverbänden sowie ggf. regionalen Schutz-
gebieten erhalten als außerordentliche Mitglieder eine beratende Stimme in der He-
gegemeinschaft.
Empfehlungen zur Organisationsstruktur
1.
Die Hegegemeinschaft von morgen verfolgt mit ihrem Einsatz für den Arten- und
Naturschutz und die Jagd ein öffentliches Interesse. Sie ist eine Körperschaft des öf-
fentlichen Rechts. Damit ist die Mitgliedschaft verpflichtend.
2.
Die Hegegemeinschaft als Körperschaft des öffentlichen Rechts ist vorrangig einheit-
lichen Verwaltungseinheiten zugeordnet und soll sich in deren Lebensraumeinhei-
ten abgrenzen.
3.
Um Entscheidungsprozesse zu vereinfachen, sollten in großflächigen Landschafts-
einheiten Größen von ca. 50.000 ha nicht wesentlich überschritten werden. Hege-
gemeinschaften, welche in größeren Flächen bestehen und funktionieren, sollten
nicht verändert werden.
4.
Kleingliedrige Landschaften sollen Hegegemeinschaften durchaus in Größen von ab
unter 3.000 ha ermöglichen, 20.000 ha jedoch nicht überschreiten. Die Möglichkeit
der Bildung einer Hegegemeinschaft mit mindestens zwei aneinander liegenden
Jagdausübungsberechtigten soll dabei nicht überstrapaziert werden.
5.
Die Hegegemeinschaft sollte einen verbindlichen Status erhalten. Als solche, z.B. als
Körperschaft des öffentlichen Rechts, gibt sie sich eine Satzung und eine Diszipli-
narordnung, die sowohl Vergehen als auch sonstige Verstöße gegen das Jagdgesetz
ahndet.
6.
Aneinander angrenzende Hegegemeinschaften, die gemeinsam Verantwortung für
einen Lebensraum übernehmen, geben sich eine dem Lebensraum entsprechende
gemeinsame Hegerichtlinie. In dieser werden Abschussvorgaben und die Regeln der
Jagdausübung, z.B. zur Kirrung, zur Fütterung, den Jagdzeiten oder zur Ausübung
der Nachtjagd, festgeschrieben.
7.
Die Hegegemeinschaft als Körperschaft des öffentlichen Rechts finanziert sich aus
einer Grundvergütung aus öffentlichen Mitteln sowie aus Mitgliederbeiträgen (wie
oben bereits benannt). Individuelle Projekte werden u.a. aus Mitteln der Jagdabgabe
der Länder bezahlt.
8.
Die Hegegemeinschaft als Körperschaft des öffentlichen Rechts handelt als juristi-
sche Person autark. Eine Dachorganistion kann sich für die Hegegemeinschaften bil-
den. Zur Vermeidung einer Vermehrung von Strukturen und Einheiten kann jedoch
auch die Dachorganisation in Verbindung mit einer Zusammenarbeit mit den Jagd-
verbänden entwickelt werden.
9.
Über die Netzwerkarbeit der Jagdverbände, Hegegemeinschaften, Jagdgenossen-
schaften und Jagdbehörden werden die Bildung und regelmäßiger Austausch zwi-
schen benachbarten Hegegemeinschaften initiiert.
10. Die Schulungen der Jägerschaft durch die Jagdverbände werden durch die Vorstände
der Hegegemeinschaften sowie deren Mitglieder regelmäßig wahrgenommen.

Abschlussbericht zum Projekt Hegegemeinschaften
Dr. D. Gerold, Dr. F. Werthschütz
39
Empfehlungen zum Aufgabenspektrum
1.
Die Hegegemeinschaft von morgen übernimmt Verantwortung für alle jagdbaren
Wildarten und ihren Lebensraum.
2.
Den Hegegemeinschaften werden die Voraussetzungen gegeben (materiell und fi-
nanziell, nicht über Jagdabgabe) für ihr Territorium sowie angrenzende Hegege-
meinschaften ein Lebensraumgutachten zu erstellen und dabei mitzuwirken. Auf
dessen Grundlage werden die Ziele für den Lebensraum und die Wildpopulation der
jeweiligen Hegegemeinschaft abgeleitet. Sie kann eine Wildart als Leitart definieren
und für ihr Handeln zu Grunde legen. Alle räumlichen Informationen werden mit
Hilfe eines Geoinformationssystems (GIS) dargestellt, analysiert und gespeichert.
3.
Die Hegegemeinschaft setzt sich dafür ein, dass eine angemessene Fläche für lebens-
raumverbessernde Maßnahmen von Grundeigentümern oder den Landnutzern zur
Verfügung gestellt wird. Dazu gehören u.a. die Waldaußen- und Waldinnenrandge-
staltung oder die Anlage von Wildäsungsflächen und Wildruhezonen. Flächen, die
gezielt dem Nahrungs- und Ruhebedürfnis des Wildes dienen, sind von der Einzel-
jagd auszunehmen.
4.
Den Hegegemeinschaften ist es in Zusammenwirkung mit den Flächeneigentümern
und Bewirtschaftern zu ermöglichen, die Flächen für Belange der Lebensraumsiche-
rung in die Flächenbewirtschaftung der umweltgerechten Landbewirtschaftung
(Förderung) ohne Begrenzung durch Förderkulissen einzuordnen.
5.
Die Hegegemeinschaft führt regelmäßige Wildzählungen mit anerkannten Methoden
durch und analysiert die Strecken mit Blick auf Geschlecht, Alter und Gewicht.
6.
Die Hegegemeinschaft übernimmt Verantwortung für den Tierschutz indem sie das
Nachsuchenwesen fördert und auf eine tierschutzkonforme Regelung zur Wildfolge
achtet sowie Regelungen zur streckensichernden (und wildschadenvermeidenden)
Wildfolge forciert.
7.
Die Hegegemeinschaft forciert in Zusammenarbeit mit den Jagdgenossenschaften
Regelungen zur zeitangepassten Jagdpacht, Vergütung der jagdlichen Dienstleistung
und Jagdertragsverteilung.
8.
Die Hegegemeinschaft erarbeitet in Regionen, in denen im Winter gefüttert wird, ein
revierübergreifendes, dezentrales Fütterungskonzept, das von den Revieren umzu-
setzen ist.
9.
Für wesentliche Eingriffe in den Lebensraum ist die Hegegemeinschaft der fachliche
Ansprechpartner für Behörden und Verbände. Dies betrifft u.a. Themen der Raum-
ordnung, der Biotopvernetzung, des Wildunfallgeschehens und ökologischer Ein-
griffs- und Ausgleichsmaßnahmen.
10. Die Hegegemeinschaft von morgen schlägt einen Abschussplan vor und ist für seine
zügige Erfüllung verantwortlich.
11. Die Abschussplanung der Hegegemeinschaft berücksichtigt die Interessen der
Grundeigentümer und die Ansprüche des Wildes auf eine artgerechte Alters- und
Sozialstruktur und Populationsgröße.
12. Die Hegegemeinschaft stellt die Erfüllung des Abschusses bis zum 31.12. eines Jah-
res sicher. Dazu nutzt sie alle ihr zur Verfügung stehenden Instrumente, wie die
Freigabe eines Gruppenabschusses, die Organisation gemeinschaftlicher, revier-
übergreifender Jagden und ggf. den körperlichen Nachweis des erlegten Wildes.

Abschlussbericht zum Projekt Hegegemeinschaften
Dr. D. Gerold, Dr. F. Werthschütz
40
13. Die Hegegemeinschaft von morgen betreibt eine breit angelegte Öffentlichkeitsar-
beit und sorgt für die Fortbildung ihrer Mitglieder. Dies wird durchaus in Zusam-
menarbeit mit den Jagdverbänden vorgenommen.
14. Die Hegegemeinschaft informiert die Öffentlichkeit in ihrer Region über Wildtiere,
macht auf Konflikte zwischen Wildtier und Mensch aufmerksam und präsentiert ge-
eignete Lösungswege.
15. Der Internetauftritt der Hegegemeinschaft dient auch der Kommunikation interner
Informationen, z.B. über gemeinsame Jagden oder den Stand der Abschusserfüllung,
und unterstützt die Vermarktung des Wildbrets. Das Landesprogramm Sachsens
zum Wildmonitoring ist daher flächendeckend kurzfristig zur Nutzung aufzuneh-
men und entsprechende Qualifizierungen für Anwender und Projektentwickler vor-
zunehmen (auch Vorschläge für Weiterentwicklungen).
16. Die Hegegemeinschaft baut ihre jährliche Hegeschau zu einer öffentlichen, publi-
kumswirksamen Veranstaltung aus, dies durchaus in Zusammenwirkung mit den
Jagdverbänden und anderen Vereinigungen.
17. Die Jagdausübungsberechtigten und die Mitjäger in den Revieren werden auf Initia-
tive der Hegegemeinschaft regelmäßig in den Bereichen des wildbiologischen Wis-
sens, im Ansprechen und der Wildverwertung weitergebildet sowie in ihrer Schieß-
fertigkeit trainiert.
5.3
Vorschläge für die oberste und obere Jagdbehörde
Aus dem Gliederungspunkt 6 des Fragebogens sind nachfolgende Schwerpunkte mit
Klärungsbedarf sowie vorbehaltlich rechtlicher Absicherung abzuleiten.
Dabei wird differenziert in
A) sich aus der Umfrage ergebende Schwerpunkte in direktem Zusammenhang mit den
Aufgaben der Hegegemeinschaft nach § 9 SächsJVO und in
B) sich aus der Umfrage ergebende Schwerpunkte in indirektem oder gelöstem Zu-
sammenhang mit den Aufgaben der Hegegemeinschaft nach § 9 SächsJVO.
Zu A):
1.
Rechtliche Stärkung der Hegegemeinschaften
(Die Hegegemeinschaften
haben den Status des „zahnlosen T
i
gers“.
)
Vorschläge:
verbindliche Befugnisse für HG und eine
aus VO und Erlässen „resultierende“
verpflichtende Mitgliedschaft

Abschlussbericht zum Projekt Hegegemeinschaften
Dr. D. Gerold, Dr. F. Werthschütz
41
2.
Ungenügende finanzielle Sicherung
Vorschläge:
Haushaltmittel einzuordnen (keine Jagdabgabemittel)
Regelung über Zuwendung aus Jagdabgabe nach Fläche der Hegegemeinschaften
Generelle Klärung durch die OJB oder ObsJB notwendig
Erhöhung der Jagdabgabe dabei nicht auszuschließen
Erhöhung der Jagdabgabe sollte für Jäger, welche nicht in eine HG eingeordnet
sind, erheblich höher ausfallen
3.
Wildmonitoring-Meldungen monatlich an UJB bzw. HG
Vorschläge:
Optimierung und Qualifizierung des Programms
„Wildmonitor
i
ng“
Programm ist funktionsfähig zu machen, auch für Gruppenabschussplanungen
Planung und Abschussmeldung sollten bei den HG bleiben
Sicherung der Handlungsfreiheit durch die örtliche Jägerschaft bei erhöhtem
Wildaufkommen und Schadpotenzial
Erforderliche Änderungen die Abschusszahlen und Jagdzeit betreffend sind zu
vereinfachen (ohne dafür Gebühren zu erheben)
4.
Fehlende Verbindlichkeit der Empfehlungen der HG im Jagdbeirat
(Für gleiche Wildarten in einem Territorium sind zwei Jagdbehörden zuständig.)
Vorschläge:
Übertragung von Aufgaben, welche einer einheitlichen Erfüllung bedürfen, an UJB
Verbindlichkeit für den Wirkungsbereich einer HG durch eine Behörde festsetzen
(hierfür VO oder Erlass erforderlich)
5.
Aufgaben der HG nicht durch ehrenamtliche Tätigkeit vollständig zu erfüllen
(Prognose eines drastischen Rückganges der bisher freiwilligen Mitglieder aufgrund
Altersstruktur und Veränderung der Arbeits- und Lebensbedingungen jüngerer Jä-
ger bereits in den nächsten 10 Jahren)
Vorschläge:
VO/Erlässe mit verpflichtenden Grundlagen und zur Unterstützung der ehren-
amtlichen Akteure erforderlich
Sicherung der Anerkennung der Ehrenamtsfunktion und Gemeinnützigkeit auch
vom Status der HG zur Anerkennung im Rahmen landesrechtlicher Richtlinien
zur Förderung des Ehrenamtes
Qualifizierung der Mustersatzung

Abschlussbericht zum Projekt Hegegemeinschaften
Dr. D. Gerold, Dr. F. Werthschütz
42
6.
Wildfolgeregelung kontraproduktiv bei Anforderung zur Wildschadensvermeidung
(Es wird an der Gebietsgrenze der Finger gerade gelassen.)
Vorschläge:
zentrale Wildfolgeregelung (zumindest anteiliges Aneignungsrecht des Schützen)
bei landesweit gleichen Anforderungen zur Wildschadensvermeidung keine lokal
unterschiedlich Handhabung der Regelungen
7.
Mangel an Qualifizierung/Fortbildung
Vorschläge:
im Sinne einer Vereinheitlichung und damit Übersichtlichkeit und Vergleichbar-
keit durch übergeordnete Verwaltungsbehördenteile wahrzunehmen bzw. zu or-
ganisieren
könnte zentral durch OJB geregelt werden in Zusammenwirken mit den Jagdver-
bänden
Zu B):
1.
Status der oberen Jagdbehörde klären
(Die Weisungsberechtigung einer Verwaltungseinheit mit 13 % gegenüber 87 % der
Jagdfläche ist nicht nachvollziehbar und sollte in dieser Form nicht Bestand haben.)
Vorschläge:
Status der oberen Jagdbehörde analog der Mittelbehörden der sächsischen Be-
hördenstruktur akzeptabel (3-stufiger Verwaltungsaufbau), somit beizubehalten
Umverteilung
von
Aufgaben
zur
Vermeidung
konfliktfördernder
(Son-
der)zuständigkeiten
2.
Kleinst- und Kleinmaßnahmen durch Jagdabgabe förderfähig machen, wenn sie sich
in ein Gesamtkonzept einfügen
(Der bürokratische Aufwand für die Beantragung von Jagdabgabemitteln ist nicht
nachvollziehbar.)
Vorschläge:
Bedarf zur Überarbeitung der VwV Jagdabgabe, um zu sichern, dass Vorhaben
von gesamtgesellschaftlichem Anliegen nicht mit den Mitteln der Jägerschaft fi-
nanziert werden (hierfür muss die öffentliche Hand einstehen)
Jagdwissenschaft nicht über Jagdabgabe fördern (muss Anliegen der Gesellschaft
sein)
Verwendung der Jagdabgabe für Praxis (Umsetzung von Maßnahmen der HG
durch deren Mitglieder)
bei positiven Ergebnissen von Projekten weitere Umsetzung über Jagdabgabe
Forderung von Zweit- und Drittangeboten hierfür nicht angebracht (eine ver-
gleichbare Kostenkalkulation anzufordern wäre legitim)

Abschlussbericht zum Projekt Hegegemeinschaften
Dr. D. Gerold, Dr. F. Werthschütz
43
3.
Unstimmigkeiten in JVO, Veränderungen von Bewährtem
Vorschläge:
Bewegungsjagden ab Januar definitiv auszuschließen
sonstige Vorgaben zu Jagdzeiten, Schonzeiten u. dgl. sind Möglichkeiten, jedoch
kein
Muss
“ und daher nicht
vordringlich änderungsrelevant
4.
Kritik an gegenwärtigen Methoden der Schadensgutachten und Wildbestandsermitt-
lungen
Vorschläge:
Anwendung aktueller wissenschaftlicher Vorlagen
Honorierung der
„Dienstleisterfunktion“
des Jagdausübungsberechtigten
Pacht und Übernahme der Wildschäden durch die Jagdausübungsberechtigten
sollte als überholt betrachtet werden (zielführender erscheint Beteiligung der
Jagdgenossenschaft am Jagderlös/Wildvermarktung)
5.4
Vorschläge für die unteren Jagdbehörden
Für die Wirksamkeit der unteren Jagdbehörden im Rahmen der Zusammenarbeit mit
den Hegegemeinschaften sind aus dem Gliederungspunkt 6 des Fragebogens nachfol-
gende Schwerpunkte mit Klärungsbedarf sowie vorbehaltlich rechtlicher Absicherungen
abzuleiten. Diese sind vorwiegend in direktem Zusammenhang mit den Aufgaben der
Hegegemeinschaft nach § 9 SächsJVO zu sehen.
1.
Für die Hegegemeinschaften werden die unteren Jagdbehörden als erste Ansprech-
partner gesehen. Dies war vor der Gesetzgebung 2012 so und es wird auch weiter-
hin davon ausgegangen. Diesem Anspruch müssen die unteren Jagdbehörden jedoch
auch gerecht werden und gerecht werden können.
2.
Für die unteren Jagdbehörden sollte trotz vielfältiger Aufgaben hinsichtlich Ertei-
lung von waffenrechtlichen Erlaubnissen und Gestattungen sowie Kontrollaufgaben
die Möglichkeit verbleiben, sich aktiv und intensiv mit der Wirksamkeit der Hege-
gemeinschaft zu befassen und unterstützend einzuwirken.
3.
Die unteren Jagdbehörden sollten verbindlich in die Lage versetzt werden, die Ab-
grenzungen der räumlichen Geltungsbereiche der Hegegemeinschaft rechtssicher
festzulegen und für diese Bereiche die Planungseinheiten festzusetzen.
4.
Die räumlichen Geltungsbereiche der Hegegemeinschaften sollten durch die unteren
Jagdbehörden langfristig beibehalten bleiben können. Es sollte vermieden werden,
dass kurzfristig Änderungen innerhalb der räumlichen Geltungsbereiche erfolgen,
um langfristig auch vergleichbare Daten der in diesen räumlichen Geltungsberei-
chen erfolgenden Wildbewirtschaftung bereitstellen zu können.
5.
Zur Unterstützung der Hegegemeinschaften und bindenden Mitgliedschaft der Jagd-
gebiete des räumlichen Geltungsbereiches der Hegegemeinschaft als Mitglieder der
HG ist bei der Kontrolle der Vergabe des Jagdausübungsrechtes durch die Jagdge-
nossenschaften verstärkt zu sichern, dass das Jagdausübungsrecht mehr an regiona-
le Anwärter und an die Mitgliedschaft in der HG zu binden ist.

Abschlussbericht zum Projekt Hegegemeinschaften
Dr. D. Gerold, Dr. F. Werthschütz
44
6.
Sofern im räumlichen Geltungsbereich einer HG Planungen zum Abschuss vorge-
nommen werden, sind diese als Gruppenabschussplanung vorzunehmen.
7.
Die Verlängerung des Jagdscheines ist an grundlegende Mitgliedschaft in der Hege-
gemeinschaft zu binden.
8.
Es ist einzuräumen, dass die unteren Jagdbehörden generell die zur Umsetzung der
Empfehlungen 1 bis 7 erforderlichen Legitimationen erhalten müssen.
9.
Umsetzung der (andhabung des Programmes „Wildmonitoring“ in Zusammenwi
r-
kung mit Informationsaktionen sowie Handhabungsseminaren, durchaus unter Zu-
sammenarbeit mit den regionalen Jagdverbänden. Doppelte Führung der Strecken-
meldungen und anderer Meldungen sind kurzfristig auszuräumen.
10. Sicherung einer Übernahme der Empfehlungen der Hegegemeinschaften für den
gesamten räumlichen Wirkungsbereich der Hegegemeinschaft.
11. Forcierung der Hegegemeinschaftsbildung in gegenwärtig noch bestehenden Berei-
chen ohne existierende Hegegemeinschaftsstruktur. Der räumliche Geltungsbereich
der Hegegemeinschaft ist jedoch unabhängig von der Existenz einer Hegegemein-
schaft zu bestimmen und festzusetzen.
5.5
Vorschläge für Jagdgesetz und Verordnungen
Aus dem Gliederungspunkt 6 des Fragebogens sind nachfolgende Schwerpunkte mit
Klärungsbedarf sowie vorbehaltlich rechtlicher Absicherung abzuleiten.
Dabei wird differenziert in
A) sich aus der Umfrage ergebende Schwerpunkte in direktem Zusammenhang mit den
Aufgaben der Hegegemeinschaft nach § 9 SächsJVO und in
B) sich aus der Umfrage ergebende Schwerpunkte in indirektem oder gelöstem Zu-
sammenhang mit den Aufgaben der Hegegemeinschaft nach § 9 SächsJVO.
Zu A):
1.
Als grundlegendes Statement ist herauszustellen, dass die Hegegemeinschaften
durch die Jagdausübungsberechtigten, insbesondere der Gemeinschaftsjagdbezirke,
als notwendig für eine flächendeckende Wildbewirtschaftung gewertet werden. Dies
stellt eine Voraussetzung für die Erfüllung der Aufgabe nach § 1 BJagdG zur Minde-
rung und Vermeidung von Wildschäden dar.
2.
Die Stellung der Hegegemeinschaften, sofern diese tatsächlich gewollt sind, muss
aufgewertet werden. Die Mitgliedschaft und Mitwirkung in den Hegegemeinschaften
muss verpflichtend sein. Die vielfach angemahnte Änderung des Jagdgesetzes, § 12,
muss dabei nicht erzwungen werden. Allgemein wird darauf gebaut, dass die Be-
hörden und Gesetzgeber zumeist mit verbindlichen VO und Erlässen eine daraus
„resultier
e
nde“ Pflich
tmitgliedschaft herstellen können.
3.
Für die Hegegemeinschaften sind ebenfalls dadurch verbindliche Befugnisse zu
schaffen.
Die rechtliche Stärkung ist erforderlich, der Status des „zahnlosen Tigers“
ohne signifikante Vorteile von Mitgliedern und ohne Sanktionsmöglichkeiten (auch
gegen Mitglieder) ist zu überwinden. Für die Verpflichtung zur Mitgliedschaft in der

Abschlussbericht zum Projekt Hegegemeinschaften
Dr. D. Gerold, Dr. F. Werthschütz
45
Hegegemeinschaft wäre analog des Verweises auf die Mustersatzung der Jagdgenos-
senschaft ein Musterinhalt der Satzung in die Verordnung aufzunehmen. Die Ver-
waltungsjagd sollte grundsätzlich ihre Mitgliedschaft in der Hegegemeinschaft als
Verpflichtung betrachten.
4.
Die UJB der Landkreise und kreisfreien Städte benötigen eine Verpflichtung und
Befugnis, die räumlichen Geltungsbereiche der HG abzugrenzen und festzusetzen
und in der Folge verbindliche Handlungen vornehmen zu können. Dies muss eben-
falls nicht per Gesetzesänderung erfolgen, die Verordnung wäre wohl ausreichend.
Kontrolle und Sicherung der Realisierung der Verordnungsgebung wäre durch die
unteren Behörden vorzunehmen.
5.
Für die Planungsschritte beim Gruppenabschussplan von Hegegemeinschaften wäre
es durchaus als dienlich zu sehen, Verfahrensweisen anzuwenden und als gemein-
schaftliches Handeln zu fordern und zu werten, welche bereits einvernehmlich vor
der neuen Jagdgesetzgebung 2012 praktiziert wurden und funktioniert haben.
6.
Zur Unterstützung einer flächendeckend abgestimmten Wildbewirtschaftung planen
Forstbezirke wie die gesamte HG unter Zuständigkeit der UJB. Der Plan sowie die
Abschussmeldung wären für alle Jagdgebiete eines Landkreises bei der unteren Be-
hörde zu führen. Damit wäre realisiert: eine Gesamtplanung der HG einschließlich
des zur HG territorial zugehörigen Teils des FoB, ein GAP für die HG bei einer Be-
hörde.
7.
Es bleibt dabei unbenommen, dass der Forstbezirk eine Zusammenstellung der Pla-
nungsanteile seiner Territorien vornimmt, die räumlich zu verschiedenen Hegege-
meinschaften gehören. Dies kann durchaus der oberen Jagdbehörde zugestellt wer-
den.
8.
Als wesentliches Kriterium für die Zuständigkeit der Planung und Kontrolle ist die
Führung unter einer Behördenregie zu sehen. Dies könnte ebenso die obere Jagdbe-
hörde sein. Strategische Abläufe sowie Grundlagen der Hegegemeinschaftstätigkei-
ten sind unter Leitung der oberen Behörden durchzuführen. Für Regionale Verfah-
rensweisen sind die Anleitungen durch die unteren Behörden vorzunehmen.
9.
Durch Erlässe und Verordnungen werden auch Regelung über Zuwendung aus
Jagdabgabe und Katasterführung über die Jagdausübungsberechtigten gesehen. Die
finanzielle Sicherung der Aktivitäten der Hegegemeinschaften sollte dadurch gesi-
chert werden. Eine Erhöhung der Jagdabgabe dürfte dabei nicht auszuschließen
sein. Die Erhöhung muss sogar für Jäger, welche nicht in eine HG eingeordnet sind,
erheblich höher ausfallen, da diese, wenn sie auch irgendwann als Gast auftreten,
die Dienste der HG in Anspruch nehmen und zwar nicht nur zum Zeitpunkt ihrer
Mitjagd, sondern auch im Vor-und Nachfeld durch die langfristige Tätigkeit der HG.
10. Die Aufgaben der HG sind nicht durch ehrenamtliche Tätigkeit vollständig zu erfül-
len.
11. Der freiwilligen Mitgliedschaft auf Kosten der ehrenamtlichen Akteure sowie einer
Prognose eines drastischen Rückganges der bisher freiwilligen Mitglieder aufgrund
Altersstruktur und Veränderung der Arbeits- und Lebensbedingungen jüngerer Jä-
ger ist durch Einführung zielgerichteter rechtlicher Grundlagen entgegenzuwirken.

Abschlussbericht zum Projekt Hegegemeinschaften
Dr. D. Gerold, Dr. F. Werthschütz
46
Zu B):
1.
Aufgrund großflächiger Wildbewirtschaftungseinheiten in den Bereichen der Ver-
waltungsjagd wird die gemeinsame Wildbewirtschaftung über die Grenzen der
Verwaltungsjagd hinaus in Zusammenwirkung mit Gemeinschafts- und Eigenjagden
nicht für unbedingt erforderlich gehalten. Die Verwaltungsjagd fühlt sich nicht auf
die Mitwirkung anderer Jagden angewiesen. Die bestehenden Hegegemeinschaften
sehen das dringende Erfordernis in einer Änderung der Auffassung.
2.
Die Jagdabgabe selbst als Finanztopf von Mitteln der Jägerschaft ist hinsichtlich ih-
rer Beantragung zu entbürokratisieren bzw. auf den Tatbestand der Existenz dieser
Finanzmittel als Fond der Jägerschaft zu korrigieren.
3.
Grundlegend sind VO/Erlässe mit verpflichtenden Grundlagen und zur Unterstüt-
zung der ehrenamtlichen Akteure erforderlich.
5.6
Vorschläge für die Hegegemeinschaften
1.
Die grundlegende Überzeugung in den Hegegemeinschaften zur Notwendigkeit ei-
ner revierübergreifenden Wildbewirtschaftung in Form der Hegegemeinschaften ist
gegeben. Dies wird als eine Voraussetzung für die Realisierung der Anforderungen
nach § 1 Abs. 2 Bundesjagdgesetz verstanden, um die Hege in der heutigen Kultur-
landschaft und Zivilisation so durchzuführen, dass Beeinträchtigungen einer ord-
nungsgemäßen Land-, Forst- und Fischereiwirtschaft durch Wildschäden möglichst
vermieden werden. Gleichzeitig sollen Abweichungen von der Zielstellung der Hege,
die Erhaltung eines den landschaftlichen und landeskulturellen Verhältnissen ange-
passten artenreichen und gesunden Wildbestandes sowie die Pflege und Sicherung
seiner Lebensgrundlagen, nicht auftreten dürfen.
2.
Unter der Voraussetzung, dass der Gesetzgeber (ohne zwingende Neufassung des
Sächsischen Landesjagdgesetzes) mit entsprechenden Verordnungen, Erlässen oder
Durchführungsbestimmungen u. dgl. die Arbeit und den Status der Hegegemein-
schaften verbindlich festigt, sind zielgerichtete Aktivitäten der Hegegemeinschaften
gefragt.
Diese betreffen:
a) Kontaktierung der zuständigen UJB zur verbindlichen Abstimmung der territoria-
len Wirkungsbereiche der Hegegemeinschaften
b) Aktualisierung der Flächenkataster der Hegegemeinschaften auf der Grundlage
der in den Jagdbehörden erfassten Flächendaten der einzelnen Jagdgebiete in-
nerhalb des territorialen Wirkungsbereiches der Hegegemeinschaft
c) Kontaktierung aller Jagdgebiete in der Hegegemeinschaft, insbesondere derjeni-
gen, welche nicht aus eigenem Antrieb die Mitarbeit und Mitgliedschaft in der
Hegegemeinschaft anstreben
d) Abstimmung der Wirksamkeit der Hegegemeinschaft gegenüber der UJB, z.B. bei
der Erstellung des Gruppenabschussplanes
e) Erstellung/Erneuerung der Satzung und Festsetzung der Rechtsform der Hege-
gemeinschaft

Abschlussbericht zum Projekt Hegegemeinschaften
Dr. D. Gerold, Dr. F. Werthschütz
47
f) Sicherung der flächendeckenden Anwendung und Qualifizierung der potenziellen
Anwender bei Verfügbarkeit des für die Hegegemeinschaften optimierten Pro-
grammes „Wildmonitoring“ in Zusammenwirkung mit der UJB und den region
a-
len Jagdverbänden (dies mag vorrangig für die Hegegemeinschaften gesehen
werden, welche Gruppenabschussplanungen vornehmen, ist aber auch für die
Hegegemeinschaften ohne Planung zu qualifizieren)
g) Kontaktierung der im Wirkbereich der Hegegemeinschaft existenten Jagdgenos-
senschaften und deren Einbindung in die Hegegemeinschaft, insbesondere bei
Bestätigungen der Planungen und zur Sicherung der Lebensräume (Einstand,
Äsung, Deckung)
h) Kontinuierliche Durchführung von Workshops zu Erfahrungsaustausch und Op-
timierung der organisatorischen und auch sachlichen Tätigkeit zur Vereinheitli-
chung der Arbeit zumindest im Bereich der Zuständigkeit einer UJB (dies durch-
aus unter der Regie der jeweiligen Jagdbehörde, jedoch unter unbedingter Mit-
wirkung und Teilnahme aller Hegegemeinschaften und deren Mitglieder)
3.
Die Durchführung und Sicherung der im § 9 SächsJVO aufgeführten Aufgaben sowie
sich daraus ableitender und untersetzender Aufgaben sollten durch die Hegege-
meinschaften weiterhin verfolgt und qualifiziert werden. Es ist außerordentlich an-
zuerkennen, dass durch die meisten Hegegemeinschaften bereits gegenwärtig im
Rahmen ihrer Möglichkeiten eine Vielzahl dieser Aufgaben wahrgenommen wird.
Als Grundlage dafür sind Regelungen erforderlich, welche die Anerkennung dieser
Tätigkeiten als Dienstleistung für die Gesellschaft sichern und damit auch die Erstat-
tung der Aufwendungen sichern (nicht nur über Jagdabgabe).
5.7
Vorschläge für den/die Jagdverbände
1.
Die Hegegemeinschaften sind vom Gesetz her keinesfalls Strukturen der Jagdver-
bände. Dies sind eher die Hegeringe, welche sich bilden können und in Sachsen auch
bestehen. Um mehrere organisatorische Strukturen zu vermeiden, wurden weitge-
hend die Hegegemeinschaften als regionale Strukturen der Wildbewirtschaftung bei
der Erfüllung ihrer Aufgaben durch die regionalen Jagdverbände als auch den Lan-
desjagdverband unterstützt.
Dies sollte auch künftig beibehalten bleiben mit folgenden Anmerkungen:
a) Der Landesjagdverband selbst ist zu formieren und muss sich gegenwärtig selbst
in die Lage versetzen, eine geschlossene Verbandsstrategie zu entwickeln und da-
rauf aufbauend Außenwirksamkeit wahrzunehmen. Dazu wird neben der zwin-
genden Unterstützung seiner Mitglieder ebenfalls die Unterstützung seitens Ge-
setzgeber, Behörden und Politik erforderlich sein.
b) Der Jagdverband kann in Zusammenwirkung mit der obersten und oberen Jagd-
behörde zentrale Veranstaltungen/Schulungen u. dgl. in sein Programm der Jä-
gerqualifizierung aufnehmen.

Abschlussbericht zum Projekt Hegegemeinschaften
Dr. D. Gerold, Dr. F. Werthschütz
48
c) Die regionalen Jagdverbände können in Abstimmung mit der unteren Jagdbehör-
de und den Hegegemeinschaften die regionale Qualifizierung organisieren.
d) Die Jagdverbände können
je nach territorialem Betreff
als Vermittler zwi-
schen Behörden oder Mitgliedern der HG und der Hegegemeinschaft auftreten.
e) Die Jagdverbände können in Zusammenwirkung mit den Hegegemeinschaften
verschiedene Aufgaben bündeln (Öffentlichkeitsarbeit, Hegeschau, Einbindung in
andere Veranstaltungen, generelle Qualifizierung, Brauchtum).

Abschlussbericht zum Projekt Hegegemeinschaften
Dr. D. Gerold, Dr. F. Werthschütz
49
6.
Zusammenfassung
Die vorliegende Bearbeitung der Thematik Hegegemeinschaften in Sachsen, speziell
nach dem neuen Sächsischen Landesjagdgesetz 2012, konnte zunächst eine Erfassung
und letztlich eine Feststellung der in Sachsen bestehenden Hegegemeinschaften zum
Stichtag 30. November 2015 bewirken. Dies ist verbunden mit einer Erfassung von Sta-
tusangaben der Hegegemeinschaften, welche sich aus dem Fragebogen ergeben.
Ausgehend von der Existenz von 37 Hegegemeinschaften zum Stichtag kann die Mitwir-
kung von 32 Hegegemeinschaften an der Bearbeitung der Fragebögen sehr positiv be-
wertet werden. Jedoch sind nicht alle Fragen aufgrund von strukturellen Freiräumen
eindeutig beantwortet worden oder auswertbar.
Es muss festgestellt werden, dass der tatsächlich betriebene Aufwand für die Erfassung
eines Zeitstandes der Hegegemeinschaften in Sachsen sowie der Arbeitsumfang bei der
Auswertung der angesprochenen Probleme das in der Vorbereitung des Projektes kalku-
lierte Maß weit überschritten hat.
Obwohl sich während der Phase der Projektarbeit eine spezifische Konfliktsituation bei
den Hegegemeinschaften der Rotwildbewirtschaftung im Erzgebirge/Westerzgebirge
herausgestellt hat, wurde an der Betrachtung der Hegegemeinschaften in Sachsen insge-
samt als eigentlichem und ursprünglichem Ziel des Projektes festgehalten.
Das Erfordernis, die Wildbewirtschaftung flächendeckend in Form von Zusammenwir-
kungen der nebeneinanderliegenden Jagdgebietsformen durchzuführen, wird gesehen.
Die Form der Hegegemeinschaften wird dabei als die einschlägige Variante bestätigt. Die
Struktur, welche sich aus der Jagdgesetzgebung von 1991 heraus entwickelt hat, soll
durchaus fortgeführt und entwickelt werden.
In der Praxis ist jedoch festzustellen, dass es an verbindlichen
und vor allem für ehren-
amtlich tätige Akteure an eindeutigen, einheitlichen und überschaubaren Regelungen
zur Wirksamkeit der Hegegemeinschaft und der ehrenamtlich wirkenden Akteure fehlt.
Es wird als erhebliches Defizit betrachtet, dass insbesondere der Staatsbetrieb Sachsen-
forst aufgrund seiner konzentrierten Eigentumsverhältnisse gegenüber den anderen
Jagdgebietsformen verdeutlicht, dass er nicht auf die Mitwirkung in den Hegegemein-
schaften angewiesen ist. Dies wird nicht als Vorbildwirkung der öffentlichen Hand ge-
wertet.
Zur weiteren Entwicklung der Wildbewirtschaftung in Sachsen mit den Einheiten der
Hegegemeinschaften werden eine Vielzahl von Empfehlungen, Vorschlägen und Anfor-
derungen genannt und erläutert. Es wird grundsätzlich davon ausgegangen, dass diese
Empfehlungen, Vorschläge und Anforderungen als Grundlagen zur Entwicklung vom
„zahnlosen Tiger“ zum „aktiven Strategen und Manager“ der Wildbewirtschaftung ohne
Veränderung des Jagdgesetzes möglich sind.
Mit den unter Gliederungspunkt 5 aufgeführten Anregungen ist nun ein Papier mit Prob-
lemthemen vorliegend, welches aus den Reihen der Beteiligten hervorgegangen ist. In
der Phase der gegenwärtigen Diskrepanzen, speziell die Bewirtschaftung der Wildart
Rotwild durch die Hegegemeinschaften betreffend, kann diese Auflistung eine Basis da-
für sein, dass sich Behörden und Praktiker (ehrenamtliche sowie von Verwaltung) die-
ser Punkte annehmen.

Abschlussbericht zum Projekt Hegegemeinschaften
Dr. D. Gerold, Dr. F. Werthschütz
50
In der weiteren Bearbeitung wäre eine etappenweise Prüfung dieser Fälle erforderlich,
um einen Abgleich mit den rechtlichen Rahmenbedingungen vorzunehmen und um Mög-
lichkeiten zu erfassen, die Handhabung der bisherigen Rechtsgrundlagen oder die Er-
stellung von neuen Erlässen und Verordnungen verständlich zu gestalten.
Als Mitwirkende an dieser Aufgabe sind die AG Hegegemeinschaften sowie Vertreter der
oberen und obersten Jagdbehörde einschließlich der juristischen Bearbeiter sowie die
Projektbearbeiter einzubeziehen.
Unter maßgeblichem Vorbehalt der juristischen Machbarkeit sollte jedoch in hohem
Maße darauf orientiert werden, für die in der Praxis betroffenen und mitwirkenden Ak-
teure einvernehmliche und überschaubare Lösungen zu finden.
Nach der Abarbeitung dieses Aufgabenspektrums wird es erforderlich sein, ein komple-
xes Anwendungs- und Qualifizierungsprogramm für die Hegegemeinschaften zu entwi-
ckeln und durchzuführen und damit den Hegegemeinschaften das Bewusstsein zuzusi-
chern, dass sie tatsächlich die bewährte Struktur für die Organisation der Wildbewirt-
schaftung in Sachsen darstellen.

Abschlussbericht zum Projekt Hegegemeinschaften
Dr. D. Gerold, Dr. F. Werthschütz
51
7.
Danksagung
Die Vorbereitung dieser Bearbeitung erfolgte unter maßgeblicher Konsultation und Ab-
stimmung mit der obersten Jagdbehörde des Freistaates Sachsen. Die Bewilligung er-
folgte in Zuständigkeit über die Jagdabgabe durch die obere Jagdbehörde. An die obere
Jagdbehörde wird der Bericht auch übergeben.
Die Projektbearbeitung war weitgehend auf die Mitarbeit und Angabe von Informatio-
nen durch die Akteure vor Ort angewiesen, welche zu 86 % auch erfolgte und generell
von sehr konstruktiver Form und Erwartungen geprägt war.
Allen Mitwirkenden sei hierfür der Dank ausgesprochen.

Abschlussbericht zum Projekt Hegegemeinschaften
Dr. D. Gerold, Dr. F. Werthschütz
52
8.
Literaturzusammenstellung
Bei der Bearbeitung des vorliegenden Berichtes sowie der Umfragen wurde u.a. nachfol-
gende Literaturzusammenstellung verwendet:
Bundesjagdgesetz in der Fassung der Bekanntmachung vom 29. September 1976 (BGBl.
I S. 2849), das zuletzt durch Artikel 422 der Verordnung vom 31. August 2015
(BGBl. I S. 1474) geändert worden ist
Sächsisches Jagdgesetz vom 8. Juni 2012 (SächsGVBl. S. 308)
Sächsische Jagdverordnung vom 27. August 2012 (SächsGVBl. S. 518)
Übersicht zu den Jagd- und Schonzeiten im Freistaat Sachsen,
Verordnung über die Jagdzeiten vom 2. April 1977 (BGBl. I S. 531), zuletzt geän-
dert durch Verordnung vom 25. April 2002 (BGBL. I S. 1487)
Verordnung des Sächsischen Staatsministeriums für Umwelt und Landwirtschaft
zur Neuregelung jagdrechtlicher Vorschriften vom 27. August 2012 (SächsGVBl. S.
518)
VwV Schalenwild vom 1. März 2013 (SächsABl. S. 310), zuletzt enthalten in der Verwal-
tungsvorschrift vom 10. Dezember 2015 (SächsABl.SDr. S. S 429)
VwV Jagdabgabe vom 2. Dezember 2013 (SächsABl. 2014 S. 15), enthalten in der Ver-
waltungsvorschrift vom 10. Dezember 2015 (SächsABl.SDr. S. S 429)
Erlass des Sächsischen Staatsministeriums für Umwelt und Landwirtschaft zur Vorbild-
lichkeit von Jagdausübung und Hege in den Verwaltungsjagdbezirken des Freistaa-
tes Sachsen vom 1. Oktober 2013
Empfehlungen und Hinweise für Hegegemeinschaften im Freistaat Sachsen, SMUL, Abt.
Land- und Forstwirtschaft, Ref. Wald- und Forstwirtschaft, Forst- und Jagdbehör-
de, 2013
Das Jagdrecht im Freistaat Sachsen,Schneider/Rincke, 2. überarbeitete Auflage 2005,
Deutscher Gemeindeverlag GmbH, Dresden, ISBN 3-555-54036-X
Hegegemeinschaften in Deutschland, Kramer, Kirchhoff, v. Münchhausen, Deutsche
Wildtierstiftung (2012), Geschichte, rechtlicher Rahmen und Positionen der Akteu-
re, ISBN 978-3-936802-14-6, 16 S.
Abschlusserklärung und Forderungen und Empfehlungen der Deutschen Wildtierstif-
tung zur Weiterentwicklung von Hegegemeinschaften, Deutsche Wildtierstiftung,
2012
Hegegemeinschaften unter den Rahmenbedingungen des neuen Sächsischen Jagdgeset-
zes, S. Herzog, Technische Universität Dresden, Wildökologie und Jagdkunde, Vor-
trag 2011
Stärkung der Hegegemeinschaften, AFZ-Der Wald 5/2016
Abschluss
bericht zum Forschungsprojekt „Analysen zur Verbesserung des Lebensra
u-
mes von Rot- und Muffelwild in ausgewählten Bearbeitungsgebieten der Hegege-
meinschaften Rotwild Osterzgebirge und Muffelwild Beerwalde und Sicherung ver-
fügbarer Flächen zur Lebensraumverbesserung“, Ostdeutsche Gesellschaft für
Forstplanung mbH NL Sachsen, D. Gerold, F. Werthschütz, SMUL 2011

Abschlussbericht zum Projekt Hegegemeinschaften
Dr. D. Gerold, Dr. F. Werthschütz
53
Unsere Jagd, Heft 4/2009, Heft 7/2009, Heft 11/2012, Heft 10/2012, Heft 6/2015, Heft
9/2015, Deutscher Landwirtschaftsverlag GmbH, München
Pirsch, Heft 18/2009, Deutscher Landwirtschaftsverlag GmbH, München

Abschlussbericht zum Projekt Hegegemeinschaften
Dr. D. Gerold, Dr. F. Werthschütz
54
9.
Anlagenverzeichnis
Anlage 1: Adressliste der Hegegemeinschaften
Anlage 2: Fragebogen für Hegegemeinschaften
Anlage 3: Flächenanalyse der Hegegemeinschaften
Anlage 4: Aufgabenspektrum der Hegegemeinschaften
Anlage 5: Auswertung zu Wildbestand und Bejagung
Anlage 6: Auswertung zu Hege- und Lebensraumverbesserung
Anlage 7: Auswertung zu Gruppenabschussplan und Abschussempfehlung
Anlage 8: Auswertung zu Weiterbildung
Anlage 9: Auswertung zu Öffentlichkeitsarbeit

Anlage 1
Hegegemeinschaften im Freistaat Sachsen nach Landkreisen (Stichtag: 30.11.2015)
Nr.
Bezeichnung
Nordsachsen
1
Dübener Heide
2
Dahlener Heide
3
Wermsdorfer Wald
4
Ostelbien
5
Annaburger Heide
Leipzig
6
Colditz
Erzgebirgskreis
7
Erzgebirge
8
Heinzebank
9
Heidelbachtal
10
Geyersche Platte
11
Glauchau
Mittelsachsen
12
Tharandter Wald
13
Leisnig
Vogtlandkreis
14
Obervogtland Schöneck
15
Oberes Vogtland
16
Oelsnitz
17
Oberes Vogtland (Adorf)
Zwickau
18
Niederalbertsdorf u. U.
19
Obercrinitz
20
Stadtwald Zwickau
21
Hirschenstein
Bautzen
22
Laußnitzer Heide
23
Piskowitz
24
Czorneboh
25
Biehla-Cunnersdorf-Hausdorf
26
Gersdorf-Möhrsdorf
27
Picho-Mönchswalder
Görlitz
28
Oberlausitz
29
Hubertuseck
30
Hohe Dubrau
31
Königshainer Berge
Meißen
32
Moritzburg
33
Thiendorf
Sächsische Schweiz-Osterzgebirge
34
Beerwalde
35
Osterzgebirge
36
Sächsische Schweiz
37
Tharandt-Nordwest

Fragebogen zum Projekt Hegegemeinschaften; Dr. Gerold; Dr. Werthschütz
1
Projekt Hegegemeinschaften
Kesselsdorf, den 03.03.2015
Fragebogen zum Projekt Hegegemeinschaften im
Freistaat Sachsen
(Stand: 03.03.2015)
Gliederung:
A) Statusfragen
1. Strukturdaten und organisatorische Einordnung
2. Rechtsform/Satzung/Finanzierung
3. Mitgliedschaft
4. Aufgaben der Hegegemeinschaft
B) Bewertungsthemen mit Schwerpunkten (Grundlage für nachfolgende
Gesprächsführung)
5. Arbeit der Hegegemeinschaften
5.1 Wildbestand und Regulierung
5.2 Hege und Lebensraumverbesserung
5.3 Gruppenabschussplan und Abschussplanempfehlung
5.4 Weiterbildung
5.5 Öffentlichkeitsarbeit
6. Hinweise zu Handlungs- und Regelungsbedarf zur Weiterentwicklung der
Hegegemeinschaften
erarbeitet durch: Dr. Gerold und Dr. Werthschütz
Anlage 2

Fragebogen zum Projekt Hegegemeinschaften; Dr. Gerold; Dr. Werthschütz
2
A) Statusfragen
1. Strukturdaten und organisatorische Einordnung
1.1 Name der Hegegemeinschaft: …………………………………………………………
1.2 Name und Adresse des Vorsitzenden:
Name: ………………………………………….............
Adresse:………………………………………………...
……………………………………………………
Telefon: ………………………………………………..
Mail: ……………………………………………………
1.3 Untere Jagdbehörde (LKR): ……………………………………………………………..
1.4 Gründungsdatum (en): …………………………………………………………………..
1.5. Füllen Sie die nachfolgende Tabelle für Ihre Hegegemeinschaft (HG) nach
bestem Wissen und Gewissen aus:
Räumlicher
Wirkungsbereich der HG
(gesamt)
Flächen der Mitglieder
Territorialfläche:
davon bejagbare
Fläche:
davon befriedete:
Fläche:
ha
ha
ha
ha
ha
ha
Anzahl der
Jagdbezirke:
Stück
Stück
1.6 Anteile der Nutzungsarten an der bejagbaren Fläche der Mitglieder:
Landwirtschaftliche Fläche:
…………………………….ha
Waldfläche:
……………………………..ha
Sonstige Fläche:
………………… ………….ha
Gesamtfläche:
………………………… ….ha

Fragebogen zum Projekt Hegegemeinschaften; Dr. Gerold; Dr. Werthschütz
3
1.7. Welche Schalenwildarten kommen in der Hegegemeinschaft als Standwild vor
(bitte ankreuzen)?
Rotwild
Damwild
Muffelwild
Rehwild
Schwarzwild
2.
Rechtsform/Satzung/Finanzierung
2.1 Welche Rechtsform hat die Hegegemeinschaft?
bitte
ankreuzen
ggf. Erläuterung
keine
Nicht rechtsfähiger Verein
Eingetragener Verein
Gesellschaft bürgerlichen
Rechts
andere
2.2 Liegt eine Satzung der Hegegemeinschaft vor?
Ja
Nein
Wenn ja: Datum der Satzung:
…………………………...
2.3 Erfolgte die Bekanntgabe der Satzung bei der unteren Jagdbehörde?
Ja
Nein
Wenn nein: warum nicht:……………………………………………………………..
2.4 Gibt es eine Beitragsordnung der Hegegemeinschaft?
Ja
Nein
Ggf. Erläuterungen: …………………………………………………………………..
……………………………………………………………………
……………………………………………………………………

Fragebogen zum Projekt Hegegemeinschaften; Dr. Gerold; Dr. Werthschütz
4
2.5 Wie wird der Finanzbedarf der Hegegemeinschaft abgesichert?
(bitte ankreuzen)
(Anteil in %)
Mitgliedsbeiträge
andere Quellen
Zuführungen der Jagdverbände
2.6 Gibt es Aufwandsentschädigungen für ehrenamtliche Tätigkeiten des Vor-
standes der Hegegemeinschaft (bitte ankreuzen)?
Ja
Wenn ja: nach welchen Kriterien?
1.……………………………………………………………………….
2.……………………………………………………………………….
3.……………………………………………………………………….
Nein
3.
Mitgliedschaft
3.1 Füllen Sie nachfolgende Tabelle für die Mitglieder der Hegegemeinschaft nach
besten Wissen und Gewissen aus:
Mitglieder
bejagbare Fläche (ha)
Anzahl
Gemeinschaftliche
Jagdbezirke
Eigenjagdbezirke
Verwaltungsjagdbezirke
Summe

Fragebogen zum Projekt Hegegemeinschaften; Dr. Gerold; Dr. Werthschütz
5
3.2 Welche weiteren Mitglieder nach § 9 Abs. 2 Sächs. Jagdverordnung hat die
Hegegemeinschaft (bitte ankreuzen)?
Grundeigentümer
Nutzer von Grundstücken
Jagdgenossen
Jagdgenossenschaften
4.
Aufgaben der Hegegemeinschaft
4.1. Welchen Aufgaben nach § 9 Abs. 1 der Sächs. Jagdverordnung nimmt die
Hegegemeinschaft war und welche werden mit Unterstützung der Jagdverbände (JV)
realisiert (bitte ankreuzen)?
Ja
Nein
mit
JV
Anzahl der
durchgeführten
Maßnahmen
2013-15
lebensraum- und äsungsverbessernde
Maßnahmen
Abstimmung von Abschus-
splanentwürfen
Wildfütterungskonzeption
Beurteilung der Wildschadenssituation
Mitwirkung beim Wildmonitoring
Erstellung von Hegeplänen für
gefährdete Wildarten
Abstimmung des Einsatzes von
Nachsuchegespannen
Organisation jagdlicher Übungs-
schießen
Durchführung von Hegeschauen
Durchführung jagdbezirksüber-
greifender Jagden
evtl. weitere Aufgaben aufführen:

Fragebogen zum Projekt Hegegemeinschaften; Dr. Gerold; Dr. Werthschütz
6
4.2 Gibt es Gruppenabschusspläne der Hegegemeinschaft?
Für:
Anzahl (Stück)
Fläche (ha)
Beteiligte GJB
(Stück)
Beteiligte EJB
(Stück)
Rotwild
Damwild
Muffelwild
B) Bewertungsthemen mit Schwerpunkten (Grundlage für nachfolgende
Gesprächsführung)
5.
Arbeit der Hegegemeinschaften
Die Hegegemeinschaften werden gebeten, nach folgender Gliederung Themen und
Sachverhalte zu nennen, welche in Folge der Auswertung dieses Fragebogens in
speziellen Gesprächen mit der Hegegemeinschaft zu vertiefen sind.
5.1 Wildbestand und Bejagung
5.2 Hege und Lebensraumverbesserung

Fragebogen zum Projekt Hegegemeinschaften; Dr. Gerold; Dr. Werthschütz
7
5.3 Gruppenabschussplan und Abschussplanempfehlung
5.4 Fortbildung
5.5 Öffentlichkeitsarbeit

Fragebogen zum Projekt Hegegemeinschaften; Dr. Gerold; Dr. Werthschütz
8
6. Hinweise zu Handlungs- und Regelungsbedarf zur Weiterentwicklung der
Hegegemeinschaften
Problemschilderungen
Lösungsvorschläge
…………………………
……………………………………………..
Datum
Vorsitzender der Hegegemeinschaft

Anlage 3
Flächenanalyse der Hegegemeinschaften (Stichtag: 30.11.2015)
Nr.
Hegegemeinschaft
Wirkungsbereich der
Hegegemeinschaft
Mitgliederflächen
Anzahl der Jagdbezirke
Gesamt
ha
Bejagbar
ha
Gesamt
ha
Bejagbar
ha
Gesamt
Stk.
Mitglieder
Stk.
1
Dübener Heide/Nordsachsen
37.547
37.547
37.547
37.547
41
41
2
Dahlener Heide
-
31.606
-
-
58
55
3
Wermsdorfer Wald
-
-
-
14.525
19
19
5
Annaburger Heide
48.400
46.000
-
44.700
47
44
7
Erzgebirge
187.640
160.000
-
102.886
268
97
8
Heinzebank
12.000
9.633
12.000
9.633
19
19
9
Heidelbachtal
1.200
1.200
1.200
1.200
3
3
10
Geyersche Platte
4.273
4.273
4.273
4.273
11
11
11
Glauchau
5.375
5.375
5.375
5.375
12
12
12
Tharandter Wald
25.000
25.000
15.000
15.000
17
11
13
Leisnig
3.454
3.454
3.454
3.454
11
11
15
Oberes Vogtland
5.077
4.735
2.965
2.646
9
7
17
Oberes Vogtland (Adorf)
-
-
-
-
-
12
18
Niederalbertsdorf u.U.
5.017
5.017
5.017
5.017
14
8
19
Obercrinitz
4.000
4.000
4.000
4.000
9
9
20
Stadtwald Zwickau
1.180
1.180
1.180
1.180
3
3
21
Hirschenstein
-
3.220
-
3.220
5
5
22
Laußnitzer Heide
-
-
19.300
-
-
34
23
Piskowitz
12.200
12.000
-
12.000
25
25
24
Czorneboh
-
4.510
-
2.710
9
9
26
Gersdorf-Möhrsdorf
-
900
-
900
2
2
27
Picho-Mönchswalder
-
-
-
2.889
-
5/20
28
Oberlausitz
-
61.000
50.013
46.207
69
61
29
Hubertuseck
15.000
11.000
-
-
14
14
30
Hohe Dubrau
-
-
-
10.258
-
23
31
Königshainer Berge
-
13.390
-
13.390
28
28
32
Moritzburg-Meißen-Großenhain
21.429
-
15.972
-
38
24
33
Thiendorf
7.603
7.603
7.156
7.156
17
16
34
Beerwalde
-
-
8.225
7.881
-
8
35
Osterzgebirge
28.849
28.371
24.258
23.887
37
25
36
Sächsische Schweiz
19.300
-
16.200
16.200
22
14
37
Tharandt-Nordwest
8.000
8.000
7.900
7.900
11
10
SUMME
452.544
489.014
241.035
406.034
818
680
(rote Zahl = Angabe unstimmig)

Anlage 4
Aufgabenspektrum der Hegegemeinschaften
Nr. der HG
Nr. der HG
mit JV
Anzahl
ja
nein
Maßnahmen*
Lebensraum- und äsungsverbessernde Maßnahmen
1, 2, 7, 8, 9, 11,
19, 21, 24, 27,
30, 32, 34, 35,
36
10, 13, 15, 18,
22, 23, 29, 31,
33, 37
8, 32, 34
53
SUMME
15
10
3
Abstimmung von Abschussplanentwürfen
1, 2 ,3 ,5, 7, 8,
9, 10, 11, 12,
13, 15, 17, 18,
19, 21, 22, 23,
24, 26, 27, 28,
29, 30, 31, 32,
33, 34, 35, 36
37
17
48
SUMME
30
1
1
Wildfütterungskonzeption
7, 8, 11, 18, 23,
34, 35
9, 10, 13, 15, 17,
19, 22, 24, 29,
30, 31, 32, 33, 37
-
2
SUMME
7
14
0
Beurteilung der Wildschadenssituation
1, 3, 5, 7, 8, 9,
10, 13, 15, 18,
21, 22, 24, 29,
30, 31, 32, 33,
34, 36
11, 19, 23, 35, 37
8
27
SUMME
20
5
1
Mitwirkung beim Wildmonitoring
1, 2, 11, 12, 13,
15, 17, 18, 19,
21, 23, 24, 26,
27, 28, 30, 31,
32, 33, 34, 36,
37
7, 9, 10, 22, 35
-
21
SUMME
22
5
0
Erstellung von Hegeplänen für gefährdete Wildarten
8, 18, 21, 23,
24, 27, 33, 34
7, 9, 10, 11, 13,
15, 19, 22, 29,
30, 31, 32, 35, 37
8
1
SUMME
8
14
1
Abstimmung des Einsatzes von Nachsuchegespannen
1, 7, 8, 9, 11,
12, 15, 17, 21,
27, 29, 30, 31,
33, 34, 35, 36
10, 13, 18, 19,
23, 24, 32, 37
34, 35
163
SUMME
17
8
2
Organisation jagdlicher Übungsschießen
1, 9, 11, 12, 15,
17, 18, 19, 21,
26, 27, 29, 30,
32, 33, 34, 37
7, 10, 13, 22, 23,
24, 31, 35
15, 26, 30,
32, 33
19
SUMME
17
8
5
Durchführung von Hegeschauen
1, 2, 3, 5, 8, 9,
11, 12, 13, 15,
18, 19, 21, 22,
23, 24, 27, 29,
30, 31, 32, 33,
34, 35, 37
7, 10
8, 12, 15,
21, 30, 33,
34, 35
38
SUMME
25
2
8
Durchführung jagdbezirksübergreifender Jagden
1, 8, 11, 12, 13,
15, 18, 19, 21,
24, 27, 29, 30,
31, 32, 33, 34,
36, 37
7, 9, 22, 23, 35
8, 24, 37
77
SUMME
19
5
3
weitere Aufgaben:
Wildbestandsermittlung
7, 32
-
-
-
Gruppenabschusspläne
7
-
-
-
Streckenerfassung
7, 32
-
-
3
Unterstützung Forschungsprojekte
7
-
-
-
Ausstellungen, Öffentlichkeit, Weiterbildung,
Förderungen der Gemeinschaft
8, 19, 22, 32
-
8
3
Abstimmungen mit LW-Betrieben,
Vermittlung bei Streitigkeiten
15, 32
-
-
1 Mal jährl.
Mitwirkung an Genehmigungsverfahren
32
-
-
-
Vorschläge für Änderung der Jagdzeiten
32
-
-
-
SUMME
14
0
1
* 2013-2015

Anlage 5
Auswertung Fragebogen - Pkt. 5.1 Wildbestand und Bejagung
Stand: 01. März 2016
Schwerpunkte
Nennungen
Stk.
Anteil
%
1.1 Ermittlung der Wildbestände (Berücksichtigung Einfluss von Tschechien, Wolf, Hege- und
Bejagungskonzept, Erfordernis Wiederansiedlung RW)
1.2 Lebensraumbonitierung (Berücksichtigung Wolfseinfluss)
16
12
50
38
2
kein Abschuss ohne Plan, Kritik an VO 6 St. W+RW
9
28
3.1 keine Bewegungsjagd im Januar
3.2 kein Kälberabschuss im August
3.3 Auswirkung der Rehwildbejagung ab 16.04. auf andere Wildarten
5
4
9
16
13
28
4.1 mit Sachsenforst gemeinsame Jagdstrategie
4.2 mit Sachsenforst gemeinsamen Gruppenabschussplan
4.3 gemeinsame Wildbewirtschaftung über Gebietsgrenzen, Entbürokratisierung
9
9
10
28
28
31
5
Beurteilung Wildschadensituation, Trennung Wald und Feld
9
28
6.1 Abschussmeldung RW zur Kontrolle des Planes
6.2 Hauptwildarten
SW, RW, Fu, Da, Ente, Niederwild, RW nur Wechselwild, genereller Planentfall
10
7
31
22
7
Bedeutung der Hegerichtlinie und anderer VO und Erlässe des SMUL, Schonung nur noch in GJB, EJB
12
38
8
Unfallwild
5
16
7 x ohne Nennung von Schwerpunkten

Anlage 5
Auswertung Fragebogen - Pkt. 5.1 Wildbestand und Bejagung
Stand: 01. März 2016
Nr.
Hegegemeinschaft
Ermittlung der
Wildbestände
Lebensraum-
bonitierung
kein Abschuss
ohne Plan
keine Bewegungs-
jagd im Januar
kein
Kälberabschuss
im August
Auswirkung der
Rehwildbejagung
ab 16.04. auf
andere Wildarten
mit Sachsenforst
gemeinsame
Jagdstrategie
mit Sachsenforst
gemeinsamen
Gruppen-
abschussplan
gemeinsame
Wildbewirt-
schaftung
über
Gebietsgrenzen
Beurteilung
Wildschaden-
situation
Abschussmeldung
RW zur Kontrolle
des Planes
Hauptwildarten
SW, RW,
Fu, Da, Ente,
Niederwild
Bedeutung der
Hegerichtlinie
Unfallwild
1
Dübener Heide/Nordsachsen
x
2
Dahlener Heide
x
x
x
x
x
x
x
3
Wermsdorfer Wald
x
x
x
x
x
x
5
Annaburger Heide
x
x
x
7
Erzgebirge
x
x
x
x
x
x
x
x
x
x
x
x
x
x
8
Heinzebank
x
x
x
9
Heidelbachtal
10
Geyersche Platte
11
Glauchau
x
x
x
12
Tharandter Wald
x
x
x
x
x
x
x
x
x
x
x
x
x
x
13
Leisnig
x
x
x
x
15
Oberes Vogtland
x
x
x
x
x
x
x
x
x
x
x
x
x
x
17
Oberes Vogtland (Adorf)
x
x
18
Niederalbertsdorf u.U.
x
x
19
Obercrinitz
20
Stadtwald Zwickau
21
Hirschenstein
x
x
x
x
x
22
Laußnitzer Heide
23
Piskowitz
x
x
x
24
Czorneboh
26
Gersdorf-Möhrsdorf
x
x
x
27
Picho-Mönchswalder
28
Oberlausitz
29
Hubertuseck
x
x
x
x
30
Hohe Dubrau
x
x
31
Königshainer Berge
x
32
Moritzburg-Meißen-Großenhain
x
33
Thiendorf
x
x
34
Beerwalde
x
x
x
x
x
x
x
x
x
x
35
Osterzgebirge
x
x
x
x
x
x
x
x
x
x
x
x
x
x
36
Sächsische Schweiz
x
x
x
37
Tharandt-Nordwest
x
x
x
x
x
SUMME
16
12
9
5
4
9
9
9
10
9
10
7
12
5
Schwerpunkte

Anlage 6
Auswertung Fragebogen - Pkt. 5.2 Hege- und Lebensraumverbesserung
Stand: 01. März 2016
Schwerpunkte
Nennungen
Stk.
Anteil
%
1.1 Lebensraumbonitierung
1.2 Lebensräume in der Agrarlandschaft
1.3 Ruhezonen
18
13
8
56
44
25
2.1 Fütterungskonzept
2.2 Wildäcker
8
9
25
28
3.1 Festlegung der Hegeziele
3.2 Zentrale Vorgaben, Erklärungen
6
9
19
28
4
Hege und Wildschadensverhütung
8
25
10 x ohne Nennung von Schwerpunkten

Anlage 6
Auswertung Fragebogen - Pkt. 5.2 Hege- und Lebensraumverbesserung
Stand: 01. März 2016
Nr.
Hegegemeinschaft
Lebensraum-
bonitierung
Lebensräume in
der
Agrarlandschaft
Ruhezonen
Fütterungs-
konzept
Wildäcker
Festlegung der
Hegeziele
Zentrale
Vorgaben,
Erklärungen
Hege und
Wildscha-
densverhütung
1
Dübener Heide/Nordsachsen
2
Dahlener Heide
3
Wermsdorfer Wald
x
x
5
Annaburger Heide
x
x
7
Erzgebirge
x
x
x
x
x
x
x
x
8
Heinzebank
x
9
Heidelbachtal
10
Geyersche Platte
11
Glauchau
x
x
12
Tharandter Wald
x
x
x
x
x
x
x
x
13
Leisnig
x
x
x
x
15
Oberes Vogtland
x
x
x
x
x
x
x
x
17
Oberes Vogtland (Adorf)
x
18
Niederalbertsdorf u.U.
x
19
Obercrinitz
x
x
20
Stadtwald Zwickau
21
Hirschenstein
x
x
22
Laußnitzer Heide
23
Piskowitz
x
x
x
x
24
Czorneboh
26
Gersdorf-Möhrsdorf
x
27
Picho-Mönchswalder
x
x
28
Oberlausitz
x
29
Hubertuseck
x
x
30
Hohe Dubrau
x
31
Königshainer Berge
x
32
Moritzburg-Meißen-Großenhain
33
Thiendorf
x
x
x
34
Beerwalde
x
x
x
x
x
x
x
35
Osterzgebirge
x
x
x
x
x
x
x
x
36
Sächsische Schweiz
x
37
Tharandt-Nordwest
x
x
x
x
x
x
x
SUMME
18
13
8
8
9
6
9
8
Schwerpunkte

Anlage 7
Auswertung Fragebogen - Pkt. 5.3 Gruppenabschussplan und Abschussplanempfehlung
Stand: 01. März 2016
Schwerpunkte
Nennungen
Stk.
Anteil
%
1.1 GAP Hegegemeinschaft contra GAP Forstbezirk
1.2 Einheitlicher GAP von HG mit Teil Sachsenforst
1.3 Vorgehensweise GAP noch unklar
1.4 Inhalt GAP (Wildarten)
9
11
1
1
28
34
3
3
2.1 Zeitraum Planerfüllung bis Weihnachten
2.2 Jagdzeiten und Freigaben
4
6
13
19
3
Abschussmeldungen, Statistiken
9
28
4
Status der Planempfehlung der HG
10
31
5
Abschuss nicht das einzige Mittel der Hege
7
22
6
ohne Einwände (allgem. Zufriedenheit)
2
6
10 x ohne Nennung von Schwerpunkten

Anlage 7
Auswertung Fragebogen - Pkt. 5.3 Gruppenabschussplan und Abschussplanempfehlung
Stand: 01. März 2016
Nr.
Hegegemeinschaft
GAP Hegegemein-
schaft contra
GAP Forstbezirk
einheitlicher GAP
von HG mit Teil
Sachsenforst
Vorgehensweise
GAP noch unklar
Inhalt GAP
(Wildarten)
Zeitraum Planer-
füllung bis
Weihnachten
Jagdzeiten und
Freigaben
Abschussmeld-
ungen, Statistiken
Status der Plan-
empfehlung der
HG
Abschuss nicht
das einzige Mittel
der Hege
ohne Einwände
1
Dübener Heide/Nordsachsen
2
Dahlener Heide
x
x
x
x
x
3
Wermsdorfer Wald
x
x
x
5
Annaburger Heide
x
x
7
Erzgebirge
x
x
x
x
x
x
x
8
Heinzebank
x
9
Heidelbachtal
10
Geyersche Platte
11
Glauchau
x
12
Tharandter Wald
x
x
x
x
x
x
x
13
Leisnig
x
x
15
Oberes Vogtland
x
x
x
x
x
x
x
17
Oberes Vogtland (Adorf)
x
x
18
Niederalbertsdorf u.U.
x
19
Obercrinitz
20
Stadtwald Zwickau
21
Hirschenstein
x
22
Laußnitzer Heide
23
Piskowitz
x
x
x
24
Czorneboh
26
Gersdorf-Möhrsdorf
27
Picho-Mönchswalder
28
Oberlausitz
29
Hubertuseck
30
Hohe Dubrau
x
31
Königshainer Berge
x
x
32
Moritzburg-Meißen-Großenhain
33
Thiendorf
34
Beerwalde
x
x
x
x
x
35
Osterzgebirge
x
x
x
x
x
x
x
36
Sächsische Schweiz
x
37
Tharandt-Nordwest
x
x
SUMME
9
11
1
1
4
6
9
10
7
2
Schwerpunkte

Anlage 8
Auswertung Fragebogen - Pkt. 5.4 Weiterbildung
Stand: 01. März 2016
Schwerpunkte
Nennungen
Stk.
Anteil
%
1
es besteht Bedarf generell
10
31
2
Jagd nicht als Schädlingsbekämpfung
5
16
3
Einbeziehung von Landeigentümern und Nutzern
5
16
4
Angebot KJV und LJV
10
31
5
eigene Aktivitäten
12
38
6
Seminare
7
22
7
Hundeausbildung
4
13
8
Mängel bei Behörden und Gesetzgeber
1
3
13 x ohne Nennung von Schwerpunkten

Anlage 8
Auswertung Fragebogen - Pkt. 5.4 Weiterbildung
Stand: 01. März 2016
Nr.
Hegegemeinschaft
es besteht Bedarf
generell
Jagd nicht als
Schädlingsbe-
kämpfung
Einbeziehung von
Landeigentümern
und Nutzern
Angebot KJV
und LJV
eigene Aktivitäten
Seminare
Hundeausbildung
Mängel bei
Behörden und
Gesetzgeber
1
Dübener Heide/Nordsachsen
2
Dahlener Heide
x
3
Wermsdorfer Wald
x
5
Annaburger Heide
x
7
Erzgebirge
x
x
x
x
x
x
8
Heinzebank
9
Heidelbachtal
10
Geyersche Platte
11
Glauchau
12
Tharandter Wald
x
x
x
x
x
x
x
13
Leisnig
x
15
Oberes Vogtland
x
x
x
x
x
x
x
17
Oberes Vogtland (Adorf)
x
18
Niederalbertsdorf u.U.
x
x
19
Obercrinitz
x
20
Stadtwald Zwickau
x
21
Hirschenstein
x
x
22
Laußnitzer Heide
23
Piskowitz
x
24
Czorneboh
26
Gersdorf-Möhrsdorf
27
Picho-Mönchswalder
28
Oberlausitz
x
x
29
Hubertuseck
30
Hohe Dubrau
x
31
Königshainer Berge
32
Moritzburg-Meißen-Großenhain
33
Thiendorf
x
x
34
Beerwalde
x
x
x
x
35
Osterzgebirge
x
x
x
x
x
x
x
36
Sächsische Schweiz
x
x
37
Tharandt-Nordwest
x
x
x
x
SUMME
10
5
5
10
12
7
4
1
Schwerpunkte

Anlage 9
Auswertung Fragebogen - Pkt. 5.5 Öffentlichkeitsarbeit
Stand: 01. März 2016
Schwerpunkte
Nennungen
Stk.
Anteil
%
1
Einbeziehung aller Lebensraumnutzer, auch Naturschutz, Tourismus
6
19
2
mit LV/LJV (Hegeschau)
11
34
3
in den Schulen und Kindergärten
8
25
4
Dorffeste, mit Bläsern, Hundevorführungen
7
22
5.1 Homepage
5.2 Pressarbeit
5.3 örtlich spezifisch
7
8
9
22
25
28
6
schwierig, zu wenig
12
38
7
Jagdabgabe zu bürokratisch
2
6
11 x ohne Nennung von Schwerpunkten

Anlage 9
Auswertung Fragebogen - Pkt. 5.5 Öffentlichkeitsarbeit
Stand: 01. März 2016
Nr.
Hegegemeinschaft
Eineziehung aller
Lebensraum-
nutzer, auch
Naturschutz,
Tourismus
mit JV/LJV
(Hegeschau)
in Schulen und
Kindergärten
Dorffeste, mit
Bläsern, Hunde-
vorführungen
Homepage
Pressarbeit
örtlich spezifisch
schwierig,
zu wenig
Jagdabgabe zu
bürokratisch
1
Dübener Heide/Nordsachsen
2
Dahlener Heide
3
Wermsdorfer Wald
x
5
Annaburger Heide
x
7
Erzgebirge
x
x
x
x
x
x
x
x
8
Heinzebank
x
9
Heidelbachtal
10
Geyersche Platte
11
Glauchau
12
Tharandter Wald
x
x
x
x
x
x
x
x
13
Leisnig
x
x
x
x
15
Oberes Vogtland
x
x
x
x
x
x
x
x
17
Oberes Vogtland (Adorf)
x
x
x
18
Niederalbertsdorf u.U.
x
x
x
19
Obercrinitz
x
20
Stadtwald Zwickau
x
21
Hirschenstein
x
x
x
22
Laußnitzer Heide
23
Piskowitz
x
24
Czorneboh
26
Gersdorf-Möhrsdorf
27
Picho-Mönchswalder
28
Oberlausitz
x
x
x
29
Hubertuseck
30
Hohe Dubrau
x
31
Königshainer Berge
x
32
Moritzburg-Meißen-Großenhain
33
Thiendorf
x
x
34
Beerwalde
x
x
x
x
x
x
35
Osterzgebirge
x
x
x
x
x
x
x
x
x
36
Sächsische Schweiz
x
37
Tharandt-Nordwest
x
x
x
x
SUMME
6
11
8
7
7
8
9
12
2
Schwerpunkte