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Einschätzung der Landesstelle für Bautechnik Sachsen zum Warnvermerk [1] zu DIN EN 1990:2010-12
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31.03.2021
Nr.
Druckfehler in DIN EN 1990:2010-12
Erwartete Auswirkung für Standsicherheit
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Abs. 6.4.2, Gl. (6.7)
Keine
In Gl. (6.7) werden Auswirkungen der stabilisierenden Einwirkungen mit dem Formelzeichen „R“ für
Widerstände anstelle von „E“ wie im harmonisierten englischen Normtext beim Nachweis der
Lagesicherheit (EQU) belegt. Dies hat einen entscheidenden Einfluss auf den Ansatz der
Teilsicherheitsbeiwerte. Allerdings sollte dieser Druckfehler vom Anwender bemerkt werden, weil auf
ihn im Nationalen Anhang unter Tabelle NA.A.1.2(A), die für die Anwendung von Gl. (6.7) aufgesucht
werden muss, hingewiesen wird.

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Nr.
Druckfehler in DIN EN 1990:2010-12
Erwartete Auswirkung für Standsicherheit
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Abs. 6.4.3.2, Gl. (6.9b)
Keine
Die Gleichung wird durch NCI zu 6.4.3.2(3) im Nationalen Anhang ersetzt:
„Die Kombination von Einwirkungen nach Gleichung (6.9b) ist durch den in Gleichung (6.10)
dargestellten Ansatz zu berücksichtigen. […]“
3
Abs. 6.4.3.2, Gln. (6.10a) und (6.10b)
Keine
Die Gleichungen werden durch NCI zu 6.4.3.2(3) im Nationalen Anhang ersetzt:
„[…] Die Verwendung der Gleichung (6.10a) und Gleichung (6.10b) ist nicht zulässig.“
4
Abs. 6.4.3.3, Gln. (6.11a) und (6.11b)
Keine
Zu Gl. (6.11a): Der Fehler in Gl. (6.11a) sollte nach unserer Meinung sicher erkannt werden, da hier
fälschlicherweise die Leitveränderliche Q
k,1
mit den Kombinationsweiten
i
aller anderen
Veränderlichen verknüpft wird. Das macht physikalisch keinen Sinn. Außerdem darf Gl. (6.11a) gemäß
NCI zu 6.4.3.3(2) im Nationalen Anhang durch Gl. (6.11c) ersetzt werden. Viele Nutzer werden von
dieser Erlaubnis Gebrauch machen.
Zu Gl. (6.11b): Der Fehler, wenn er nicht erkannt werden sollte, führt zu einer doppelten
Berücksichtigung der Leitveränderlichen Q
k,1
und somit zu einer Überbemessung.

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Druckfehler in DIN EN 1990:2010-12
Erwartete Auswirkung für Standsicherheit
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Abs. 6.4.3.4, Gl. (6.12a)
Keine
Der Druckfehler könnte fälschlicherweise dazu führen, dass in der außergewöhnlichen
Bemessungssituation neben der außergewöhnlichen Einwirkung (A
Ed
) nur die Leitveränderliche Q
k,1
berücksichtigt wird. Theoretisch sind außergewöhnliche Bemessungssituationen mit zwei oder
mehreren veränderlichen Einwirkungen Q
k,i
mit
2,i
> 0 denkbar, in denen der Druckfehler zu einer
Unterbemessung führt. Beispiel: Stützenanprall in mehrgeschossigem Bürogebäude unter Nutzlasten
im Bergbausenkungsgebiet, wo Baugrundsetzungen in der Bemessung explizit zu berücksichtigen sind.
Aus folgenden Gründen ist nach unserer Meinung jedoch davon auszugehen, dass der Druckfehler
erkannt wird:
1. Die Gl. (6.12a) und Gl. (6.12b) drücken in DIN EN 1990 denselben Sachverhalt nur auf
unterschiedlichen Ebenen (Einwirkungen bzw. Beanspruchungen) aus. Beim Lesen von Abs. 6.4.3.4
sollte der Anwender die durch den Druckfehler verursachte Inkonsistenz bemerken.
2. Da der Anwender in Deutschland zum Lesen des Nationalen Anhangs vor Nutzung von DIN EN 1990
verpflichtet ist, der nach NCI zu 6.4.3.4(2) den von seiner Absicht her nicht inhaltsverändernden Ersatz
von Gl. (6.12a) durch Gl. (6.12c) zulässt, wird der Fehler wahrscheinlich durch Vergleich der beiden
Gleichungen bemerkt.
6
Abs. 6.5.3, Gln. (6.14a) und (6.14b)
Keine
Hier handelt es sich um einen Gebrauchstauglichkeitsnachweis. Aus folgenden Gründen ist nach
unserer Meinung jedoch davon auszugehen, dass der Druckfehler erkannt wird:
Da der Anwender in Deutschland zum Lesen des Nationalen Anhangs vor Nutzung von DIN EN 1990
verpflichtet ist, der nach NCI zu 6.5.3(2) den von seiner Absicht her nicht inhaltsverändernden Ersatz
von Gl. (6.14a) durch Gl. (6.14c) zulässt, wird der Fehler wahrscheinlich durch Vergleich der beiden
Gleichungen bemerkt.
Der Druckfehler in Gl. (6.14b) wird als marginal eingeschätzt.

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Erwartete Auswirkung
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Abs. 6.5.3, Gl. (6.15a)
Keine
Hier handelt es sich um einen Gebrauchstauglichkeitsnachweis. Aus folgenden Gründen ist nach
unserer Meinung jedoch davon auszugehen, dass der Druckfehler erkannt wird:
1. Die Gl. (6.15a) und Gl. (6.15b) drücken in DIN EN 1990 denselben Sachverhalt nur auf
unterschiedlichen Ebenen (Einwirkungen bzw. Beanspruchungen) aus. Beim Lesen von Abs. 6.5.3
sollte der Anwender die durch den Druckfehler verursachte Inkonsistenz bemerken.
2. Da der Anwender in Deutschland zum Lesen des Nationalen Anhangs vor Nutzung von DIN EN 1990
verpflichtet ist, der nach NCI zu 6.5.3 den von seiner Absicht her nicht inhaltsverändernden Ersatz von
Gl. (6.15a) durch Gl. (6.15c) zulässt, wird der Fehler wahrscheinlich durch Vergleich der beiden
Gleichungen bemerkt.
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Abs. 6.5.3, Gl. (6.16a)
Keine
Hier handelt es sich um einen Gebrauchstauglichkeitsnachweis. Aus folgenden Gründen ist nach
unserer Meinung jedoch davon auszugehen, dass der Druckfehler erkannt wird:
1 Die Gl. (6.16a) und Gl. (6.16b) drücken in DIN EN 1990 denselben Sachverhalt nur auf
unterschiedlichen Ebenen (Einwirkungen bzw. Beanspruchungen) aus. Beim Lesen von Abs. 6.5.3
sollte der Anwender die durch den Druckfehler verursachte Inkonsistenz bemerken.
2. Da der Anwender in Deutschland zum Lesen des Nationalen Anhangs vor Nutzung von DIN EN 1990
verpflichtet ist, der nach NCI zu 6.5.3 den von seiner Absicht her nicht inhaltsverändernden Ersatz von
Gl. (6.16a) durch Gl. (6.16c) zulässt, wird der Fehler wahrscheinlich durch Vergleich der beiden
Gleichungen bemerkt.
[1] Warnvermerk vom 10.02.2021 zu DIN EN 1990:2010-12
URL:
https://www.beuth.de/de/fachdaten-einzelsicht/wdc-beuth:din21:336275954/infoPdf
(abgerufen am 31.03.2021 um 13 Uhr)