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Sachsen bereitet sich vor
Ziele und Maßnahmen zur Vermeidung der
Afrikanischen Schweinepest (ASP)
Sächsisches Staatsministerium
für Soziales und Verbraucherschutz
Stand: 7. November 2018

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Inhaltsverzeichnis
1
Maßnahmen im Überblick ................................................................................. 3
2
Hintergründe zur Afrikanischen Schweinepest .............................................. 4
2.1
Ausbreitung ......................................................................................................... 4
2.2
Einflussfaktoren ................................................................................................... 4
3
Maßnahmenfelder ............................................................................................. 5
3.1
Tilgungsplan des Bundes .................................................................................... 5
3.2
Den Ernstfall üben ............................................................................................... 6
3.3
Behördenübergreifend kommunizieren und zusammenarbeiten .......................... 7
3.4
Öffentlichkeit informieren und sensibilisieren ....................................................... 8
3.5
Jäger unterstützen .............................................................................................14

 
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1
Maßnahmen im Überblick
Gemeinsam mit dem Bund einen Tilgungsplan erarbeitet
Tierseuchenübung durchgeführt
Beratungen und Informationsveranstaltungen mit dem Bund
Tierseuchenübung Afrikanische Schweinepest - Sachsen
Absprachen mit den betroffenen Akteuren
Risiko bewusstmachen - Zielgruppen ansprechen
Zielgruppe Jäger:
Handlungsempfehlungen zur Verringerung der Gefahr, das Virus zu übertragen
Zielgruppe Landwirte:
Biosicherheit in sächsischen Schweineställen erhöhen. Landwirte auf einfache,
schnelle, aber wirksame Sicherheitsmaßnahmen aufmerksam gemacht.
Zielgruppe Wanderer:
Mit den sächsischen Informationen wird online erklärt, wie sie ihre Natur schützen und
damit auch die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest verhindern.
Jägern die Mithilfe unbürokratisch ermöglichen
Der Freistaat Sachsen hat die ganzjährige Jagdzeit für Schwarzwild eingeführt. Außer-
dem werden gezielt durch ein Schwarzwildgatter Jagdhunde ausgebildet.
Der Freistaat Sachsen hat die Hürden für die Anlage von Bejagungsschneisen im Mais
gesenkt.
Änderung des Sächsischen Jagdrechts:
Das Verbot von Schalldämpfern bei der Jagd wurde aufgehoben. Und das SMUL kann
bei Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest Regelungen für eine bessere Bejagung
in Kraft setzen. Dazu gehört auch die Fangjagd auf Schwarzwild.
ASP-Monitoring:
Das Überwachungsverfahren wurde angepasst. Nun ist bei einem Wildschweinfund (Fall-
wild) die Beprobung mit Hilfe von Bluttupfern zulässig.

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2
Hintergründe zur Afrikanischen Schweinepest
Die Afrikanische Schweinepest (ASP) ist eine durch ein Virus hervorgerufene hochanste-
ckende Erkrankung von Haus- und Wildschweinen.
2.1
Ausbreitung
Die Afrikanische Schweinepest wurde 2007 durch ein Transportschiff von Afrika nach Geor-
gien gebracht. Von dort breitete sich die Tierseuche weiter aus. Betroffene Länder sind unter
anderem die Ukraine, Weißrussland, die Russische Föderation, Litauen, Polen, Lettland, Est-
land, Ungarn, die tschechische Republik, Bulgarien und seit September 2018 auch Belgien.
Die Tierseuche zieht also langsam von Osten nach Westen, macht aber zum Teil auch uner-
wartete Sprünge, wie beim letzten Ausbruch in Belgien erkennbar. Damit ist die ASP keine
Erkrankung, die nur einmal auftritt und dann wieder verschwindet. Es ist zu befürchten, dass
wir in den kommenden Jahren vermutlich öfter mit Ausbrüchen rechnen müssen.
Als die Afrikanische Schweinepest in der Region Zlin (Tschechien) und bei Warschau (Polen)
im Jahr 2017 entdeckt wurde, ist sie nicht nur geografisch, sondern auch gedanklich nochmals
deutlich näher an uns herangerückt. Ein Ausbruch der ASP im Freistaat Sachsen oder in der
Bundesrepublik Deutschland hätte für den gesamten Schweinehaltungssektor, einschließlich
des vor- und nachgelagerten Bereiches, gravierende Folgen. Immerhin werden im Freistaat
Sachsen circa 650 000 Schweine gehalten. In der gesamten Bundesrepublik Deutschland sind
es in etwa 24 000 Betrieben rund 27 Millionen Tiere.
Allein diese Zahlen zeigen deutlich, welchen hohen Stellenwert vorbeugende Maßnahmen in
der ASP-Bekämpfung haben.
2.2
Einflussfaktoren
Die Afrikanische Schweinepest ist eine vielschichtige Erkrankung. Eine große Anzahl von Fak-
toren spielen in der Übertragung der Tierseuche eine Rolle und können das Geschehen be-
einflussen.
Abbildung 1:
ASP-Einflussfaktoren

 
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Da ist zuerst einmal das eigentliche Virus, das für einen langen Zeitraum in Gewebe (zum
Beispiel Fleisch oder Haut), Blut und anderen Körperflüssigkeiten bei kühlen Temperaturen
haltbar ist.
Auch die Umwelt ist ein wichtiger Überlebensfaktor für das Virus. Wichtige Fragen sind bei-
spielsweise: Welche Temperaturen herrschen? Wie sieht die Landschaft aus? Ist das Aus-
bruchsgebiet eine waldwirtschaftlich oder landwirtschaftlich genutzte Fläche?
Im ASP-Geschehen spielt auch der Mensch eine Rolle, denn er kann sich zwar nicht an der
ASP anstecken, aber er kann die Erkrankung weitertragen. Somit ist es wesentlich zu wissen,
ob die Ausbruchsregion dicht bevölkert ist oder vielleicht ein beliebtes touristisches Ziel dar-
stellt.
Weiterhin wichtig ist der Ausbau des Straßennetzes. Wenn man eine Region leicht erreicht,
ist das Risiko einer Weiterverbreitung höher, als wenn es sich um ein abgelegenes Gebiet
handelt.
Auch der Virusträger, das Wild- oder das Hausschwein, spielt eine Rolle. Gibt es viele Schwei-
nehalter oder wenige? Und wie sieht es bei den Wildschweinen aus? Ist der Lebensraum für
die Schwarzkittel eher schlecht oder wimmelt es in den Vorgärten, Parks und Waldgebieten
von Wildschweinen? All diese Faktoren spielen in der Bekämpfungsstrategie eine wichtige
Rolle.
Diese Aufzählung zeigt auch, wie wichtig ein gemeinsames Vorgehen aller Beteiligten (Vete-
rinäre, Jäger, Landwirte, Behörden und Betriebe) ist. Nur wenn wir gemeinsam einen stetigen
Informations- und Diskussionsfluss aufrechterhalten, werden wir hier etwas erreichen.
Um einen Ausbruch der ASP im Freistaat Sachsen zu verhindern, wurden in Sachsen zahlrei-
che Maßnahmen ergriffen. Die entsprechenden Handlungsfelder sollen folgend weiter erläu-
tert werden.
3
Maßnahmenfelder
3.1
Tilgungsplan des Bundes
Kommt es zu einem ASP-Ausbruch, sind die europäischen Mitgliedsstaaten, und damit auch
Deutschland, gemäß der Richtlinie 2002/60/EG zur Festlegung von besonderen Vorschriften
für die Bekämpfung der ASP verpflichtet, der Europäischen Kommission innerhalb von 90 Ta-
gen nach dem ersten Fall bei Wildschweinen, einen schriftlichen Plan mit Maßnahmen zur
Tilgung der Seuche und Maßnahmen für Schweinehaltungsbetriebe vorzulegen.
Gemeinsam mit dem Bund einen Tilgungsplan erarbeitet
Wir in Sachsen arbeiten in der Bund-Länder-Arbeitsgruppe zur Erstellung dieses schriftlichen
bundesweiten Tilgungsplanes mit. Dieser Plan ist als Grundlage für den bereits erarbeiteten
sächsischen Tilgungsplan im Falle eines ASP-Ausbruchs zu sehen. Hierdurch sind wir zeitnah
aller neuer Entwicklungen gewahr und informieren uns über den aktuellen Wissensstand, um
dies dann aktiv im sächsischen Tilgungsplan umzusetzen.
In Sachsen haben wir unter Heranziehung von Sachverständigen aus den Bereichen:

 
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sächsische Landwirtschaftsverwaltung (Sächsisches Staatsministerium für Umwelt und
Landwirtschaft),
sächsische Veterinärverwaltung (Landesdirektion Sachsen),
Landesjagdverband,
Landesbauernverband und
Veterinärmedizinische Fakultät - Universität Leipzig
den Rahmen für den Tilgungsplan erarbeitet und damit die Erstellung des, für den konkreten
Ausbruchsfall zu erarbeitenden Tilgungsplan fachlich vorbereitet.
Der Plan enthält die langfristigen Maßnahmen zur Tilgung der Tierseuche in dem ausgewie-
senen gefährdeten Gebiet und einer sich daran anschließenden Pufferzone, insbesondere
Folgendes:
Beschreibung des gefährdeten Gebietes,
Maßnahmen zur Zusammenarbeit der Behörden und gegebenenfalls der Mitgliedstaaten,
Maßnahmen zur Zusammenarbeit mit der Sachverständigengruppe,
Maßnahmen zur Informationsvermittlung an Jagdausübungsberechtigte,
Beschreibung der Maßnahmen bei Wildschweinen (zum Beispiel Untersuchung erlegter
und gefallener Tiere, epidemiologische Ermittlungen, Suche und unschädliche Beseiti-
gung von Kadavern) und
Beschreibung der Überwachungsprogramme und Präventivmaßnahmen für schweinehal-
tende Betriebe.
Unterarbeitsgruppen der Sachverständigengruppe arbeiten weiter an praktischen Lösungen
für den ASP-Ausbruchsfall.
Tierseuchenübung durchgeführt
Wir bereiten uns durch entsprechende Tierseuchenübungen auf einen möglichen Ausbruch
vor. Des Weiteren hat Sachsen im November 2017 eine zweitägige ASP-Übung durchgeführt,
die in die bundesweite Tierseuchenübung „Afrikanische Schweinepest“ 2017 eingegliedert
war. Nähere Ausführungen dazu sind unter dem Abschnitt „Tierseuchenübung Afrikanische
Schweinpest - Sachsen“ zu finden.
Beratungen und Informationsveranstaltungen mit dem Bund
Auf Bundesebene ist Sachsen ebenfalls bei einer Vielzahl von Beratungen aktiv und bringt
initiativ neue Gedankenanstöße ein, nicht zuletzt im Bereich der gesetzlichen Vorschriften, wie
der Schweinepestverordnung.
3.2
Den Ernstfall üben
Tierseuchenübung Afrikanische Schweinepest - Sachsen
Im Rahmen der „Tierseuchenübung Afrikanische Schweinepest - Sachsen“ wurden im Herbst
2017 an zwei Tagen vor allem die Kommunikation zum Bund und zu den Landkreisen geübt.
Wichtige Fragen waren: Wer informiert wen? Funktionieren die vorgegebenen Wege? Wo gibt
es Verbesserungsbedarf? Das Landestierseuchenbekämpfungszentrum (LTBZ) des Freistaa-
tes Sachsen wurde zu diesem Übungszweck erstmals aktiviert und „hochgefahren“. Die
nächste Übung ist für November 2018 geplant.

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Das LTBZ koordiniert im Ernstfall die Tierseuchenbekämpfungsmaßnahmen. Es berichtet dem
Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) und stimmt sich mit den Zentren
der anderen Länder ab. Im durchgespielten Übungsszenario 2017 gab es einen fiktiven ASP-
Wildschwein-Fund nahe eines LKW-Rastplatzes an der Bundesstraße 169, in Nähe zur A14
im Landkreis Mittelsachsen. Es wurden Restriktionszonen (drei Landkreise betroffen) angelegt
und weitere fiktive Maßnahmen durchgespielt.
Abbildung 2:
Behördenaufbau im Tierseuchengeschehen
3.3
Behördenübergreifend kommunizieren und zusammenarbeiten
Absprachen mit den betroffenen Akteuren
Das Sächsische Staatsministeriums für Soziales und Verbraucherschutz (SMS) arbeitet kon-
tinuierlich daran, die Zusammenarbeit mit Behörden und Ministerien weiter zu verbessern, die
ebenfalls bei einem Ausbruch der ASP involviert wären.
Die Maßnahmen zur ASP bewegen sich oftmals an der Schnittstelle zwischen unterschiedli-
chen Arbeitsbereichen, beispielsweise der Tierseuchenbekämpfung, der Jagd, der Landwirt-
schaft, aber auch der öffentlichen Ordnung sowie des Verkehrs. Hierfür sind unterschiedliche
Ministerien verantwortlich, wie das Sächsische Staatsministerium für Umwelt und Landwirt-
schaft (SMUL), das Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr (SMWA) oder das
Sächsische Staatsministerium des Inneren (SMI). Um in der Tierseuchenlage gemeinsam
ohne Zeitverlust handeln zu können, ist ein reger Informationsaustausch auf der obersten
Ebene sichergestellt.

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Abbildung 3:
Behördenaufbau im Alltag
Aber nicht nur die Abstimmungen mit den anderen Ministerien sind wichtig, sondern auch die
Abstimmung auf allen Ebenen unseres Behördenaufbaus. Dazu gehören die Landesdirektion
Sachsen ebenso wie die Landesuntersuchungsanstalt für das Gesundheits- und Veterinärwe-
sen Sachsen, als auch die sächsischen Lebensmittelüberwachungs- und Veterinärämter der
Landkreise und kreisfreien Städte.
Der Sächsische Bauernverband und die Sächsischen Jagdverbände sind durch uns und das
SMUL in die Vorbereitung auf eine mögliche Einschleppung von ASP nach Sachsen einge-
bunden. Hierzu wurden in regelmäßigen Abständen Gespräche geführt, nicht zuletzt, um sich
gegenseitig über den jeweiligen neuesten Stand zu informieren.
3.4
Öffentlichkeit informieren und sensibilisieren
Durch die „Qualitative Risikobewertung zur Einschleppung der Afrikanischen Schweinepest
aus Verbreitungsgebieten in Europa nach Deutschland“ des Friedrich-Loeffler-Institutes (Bun-
desforschungsinstitut für Tiergesundheit und Nationales Referenzlabor für Afrikanische
Schweinepest) wurden verschiedene Risikobereiche identifiziert, die eine Einschleppung der
ASP nach Deutschland ermöglichen. Unter anderem wurde von einer „illegalen Einfuhr“ ge-
sprochen. Dieser Begriff erschreckt vielleicht zuerst den einen oder anderen, deutet er doch
auf etwas „Verbotenes“ hin. Gemeint ist hier natürlich auch die illegale Einfuhr in der vollen
Bedeutung des Begriffes. Aber es kann sich ebenfalls um den mitgebrachten Schinken aus
der Urlaubsregion oder das „Verpflegungspaket“ für den Langstrecken-Fahrer handeln. Diese
schweinefleischhaltigen Lebensmittel werden mitgenommen, ohne dass sich jemand der Ge-
fahr der ASP-Verbreitung bewusst ist.
Risiko bewusstmachen – Zielgruppen ansprechen
Um auf das Risiko von ASP aufmerksam zu machen, wurden verschiedene Informationskam-
pagnen ins Leben gerufen.
Das BMEL legte 2017 eine Informationskampagne von Reisenden und Fernfahrern neu auf,
die bereits in den Vorjahren durchgeführt worden war. Wir forderten sofort Plakate an und
gaben diese mit der Bitte an die Lebensmittelüberwachungs- und Veterinärämter weiter, sie
an den Raststätten entlang der Autobahn aufzuhängen. Diese Kampagne war so erfolgreich,
dass die Lebensmittelüberwachungs- und Veterinärämter die Aktion wiederholten.

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Abbildung 4:
Plakat des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft
Unter diesem Link findet sich weiteres Informationsmaterial des Bundesministeriums für Er-
nährung
und
Landwirtschaft:
https://www.bmel.de/DE/Tier/Tiergesundheit/Tierseu-
chen/_texte/ASP.html
Wir führten zusätzlich zwei Informations-Postkarten ein, die zum Beispiel bei dem Fernfahrer-
stammtisch verteilt worden sind. Hier wurde ausdrücklich vor dem Wegwerfen von Lebensmit-
teln in die Natur gewarnt.
Abbildung 5:
ASP-Postkarte für Fernfahrer

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Abbildung 6:
ASP-Postkarte für Wanderer
Auf die Rückseite beider Karten ist diese Botschaft noch einmal in unterschiedlichen Sprachen
gedruckt.
Abbildung 7:
ASP-Postkarten, Rückseite
Eine weitere Aktion des Sächsischen Staatsministeriums für Soziales und Verbraucherschutz
war eine Gratis-Postkarten-Aktion, bei der 120 000 Gratis-Postkarten in 600 Verteilorten, wie
zum Beispiel Restaurants, Kinos, Bars, Fitnesscentern und anderen Orten kostenlos mitge-
nommen werden konnten. Ziel dieser Aktion war es, auch den Mitbürgern, die nicht Teil der
Interessengruppen, wie der Landwirte oder Jäger sind, mit dem Thema vertraut zu machen.

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Abbildung 8:
Gratis-Postkarte, Vorderseite
Abbildung 9:
Gratis-Postkarte, Rückseite
Zielgruppe Jäger: Handlungsempfehlungen zur Verringerung der Gefahr das Virus zu
übertragen
Da die Jäger eine wichtige Gruppe bei der Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest re-
präsentieren, wurde für sie ein Bereich auf der Homepage des Sächsischen Staatsministeri-
ums für Soziales und Verbraucherschutz eingerichtet, in dem auf spezielle Fragen zur Afrika-
nischen Schweinepest eingegangen wird. Gleichermaßen wird auf die Gefahr der sogenann-
ten Jagdreisen aufmerksam gemacht. Nach der „Risiko-Ampel“ ist es am Sichersten, nicht in
mögliche Ausbruchsgebiete zu fahren! Falls ein Jäger jedoch zu spät bemerkt, zum Beispiel
erst durch die Schilder im Ausbruchsgebiet, dass er sich in einer Risikozone befindet, sollte er
nicht die eigene Ausrüstung nutzen. Falls er doch die eigene Ausrüstung nutzt und wieder mit

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nach Deutschland zurückbringt, muss diese ordnungsgemäß gereinigt und desinfiziert wer-
den! Und natürlich muss die Ausrüstung vor einer möglichen neuen Kontamination geschützt
werden.
Abbildung 10:
Risiko-Ampel für Jagdreisende
Die Veterinärbehörden führen ständig Beratungen und Informationsveranstaltungen mit den
unterschiedlichen Jagdvereinigungen durch. Jede Gelegenheit, von Fachveranstaltungen bis
zu Jahresveranstaltungen, wird genutzt, um auf die Bedrohung „Afrikanische Schweinepest“
und mögliche vorbeugende Maßnahmen aufmerksam zu machen.
Zielgruppe Landwirte: Erhöhung der Biosicherheit in sächsischen Schweineställen er-
höhen. Landwirte auf einfache, schnelle, aber wirksame Sicherheitsmaßnahmen auf-
merksam gemacht.
Die Landwirtschaft ist, neben der Jagd, ein weiterer wichtiger Faktor in der Vorbeugung gegen
die Afrikanischen Schweinepest. Besonders die Biosicherheit in den einzelnen Schweinehal-
tungsbetrieben spielt eine sehr große Rolle. Unter Biosicherheit sind alle Maßnahmen eines
Betriebes zu verstehen, die verhindern, dass eine Krankheit in einen Betrieb hineingetragen
wird, aber auch umgekehrt, dass eine Krankheit aus dem Betrieb weitergestreut wird.
Abbildung 11:
Biosicherheitsmaßnahmen verhindern den Eintrag einer Tierseuche, aber auch die Weiter-
verbreitung

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Bei diesem Thema sind alle Schweinehalter angesprochen, von der großen Mastanlage bis
hin zum Hobbyhalter, der beispielsweise zwei Hängebauchschweine im Garten hält. Beson-
ders bei den kleinen Betrieben wird oftmals nicht sofort die Gefahr einer Übertragung gesehen.
Dies bedeutet, dass in jedem Schweinehaltungsbetrieb eigenverantwortlich die Biosicherheits-
maßnahmen überprüft und auf den neuesten Stand gebracht werden sollten. Anregungen zu
diesem wichtigen Thema sind auf der Seite des BMEL zu finden. Das Bundesministerium hat
zu dem Thema die Broschüre „Schutz vor Tierseuchen – was Landwirte tun können“ heraus-
gebracht. Dort finden sich weitere Hinweise zur Biosicherheit.
Zusätzliche Ansprechpartner können die Lebensmittelüberwachungs- und Veterinärämter,
ebenso wie der Schweinegesundheitsdienst der Sächsischen Tierseuchenkasse (TSK) sein.
Um für das Thema Biosicherheit noch einmal zu sensibilisieren, wurden die sächsischen
Schweinehalter in einem gemeinsamen Schreiben der TSK und des SMS über die ASP infor-
miert. Dem Schreiben lag ein Schema „Hinweise für Schweinehalter zum Schutz vor Tierseu-
chen“ bei, welches zum Aufhängen an der Stalltür geeignet und als kleine Hilfestellung im
Alltag dienlich ist.
Abbildung 12:
Hinweise für Schweinehalter zum Schutz vor Tierseuchen
Zusätzlich wurden Informationen für Landwirte auf der Webseite des Sächsischen Staatsmi-
nisteriums für Soziales und Verbraucherschutz eingestellt.

 
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Im landwirtschaftlichen Bereich wurde – und wird – ebenfalls ein stetiger Informationsfluss
aufrechterhalten. Wir besuchen Veranstaltungen und tauschen uns regelmäßig mit den Betei-
ligten aus. Dadurch bekommen wir wertvolle Hinweise aus der Landwirtschaft, die wir in un-
sere Überlegungen mit einbeziehen.
Zielgruppe Wanderer: Mit den sächsischen Informationen wird online erklärt, wie sie
ihre Natur schützen und damit auch die Ausbreitung der ASP verhindern
Auch für Outdoor-Begeisterte sind auf der Webseite des Sächsischen Staatsministeriums für
Soziales und Verbraucherschutz Informationen zur ASP zusammengestellt worden und es
wird auf die wichtigsten Fragen eingegangen. Gleichzeitig wird erklärt, warum es Sinn macht,
einige ASP-Sicherheitsregeln zu beachten, wenn man sich in der Natur aufhält. Ebenso wird
kurz auf das richtige Vorgehen bei einem Wildschweinfund aufmerksam gemacht.
Allen Aktionen gemein ist, dass die Gefahren, die für ein Einschleppen der ASP über den
Faktor Mensch bestehen, möglichst minimiert werden.
3.5
Jäger unterstützen
Jägern die Mithilfe unbürokratisch ermöglichen
In der Vorbereitung auf die Afrikanischen Schweinepest ist der Bereich Jagd besonders wich-
tig. Die Regulierung der Wildschweinpopulation ist ein wesentlicher Aspekt in der Vorbereitung
auf die Afrikanische Schweinepest. Doch selbstverständlich ist das nicht alles: Der Jäger ist
eine Schlüsselfigur im Tierseuchengeschehen. Er ist direkt vor Ort, kennt sein Gebiet und viel-
leicht sogar die Plätze, an denen sich die Wildschweine bevorzugt aufhalten. Er kann die kli-
nischen Anzeichen einer Erkrankung durch seine Ausbildung und Erfahrung erkennen und
meldet Kadaverfunde dem zuständigen Veterinäramt.
3.5.1 Intensivierung der Schwarzwildbejagung
Bei der deutlichen Reduzierung der hohen Schwarzwildpopulation leisten die sächsischen Jä-
gerinnen und Jäger bereits Beachtliches. Dafür verdienen sie Respekt und Anerkennung. Den-
noch – es sind weitergehende und dauerhafte Anstrengungen erforderlich.
Zu einer Reduzierung der Schwarzwildbestände haben sich bereits im Jahr 2009 in der „Frei-
taler Erklärung“ und im Jahr 2014 in der „Freiberger Erklärung“ der Landesjagdverband Sach-
sen e. V. (LJVSN) sowie Verbände der Grundeigentümer und Flächenbewirtschafter bekannt.
Der Freistaat Sachsen hat die ganzjährige Jagdzeit für Schwarzwild eingeführt. Außer-
dem werden gezielt durch ein Schwarzwildgatter Jagdhunde ausgebildet.
In den zurückliegenden Jahren wurden im Freistaat Sachsen Maßnahmen ergriffen, mit denen
die Jagd attraktiver gemacht und Hemmnisse abgebaut wurden. Hierzu ist beispielsweise die
Einführung einer ganzjährigen Jagdzeit für das Schwarzwild im Jagdrecht zu zählen. Der
Staatsbetrieb Sachsenforst (SBS) hat am 10. September 2015 das neu errichtete Schwarz-
wildgatter im Wermsdorfer Wald bei Leipzig an den LJVSN übergeben, der das Schwarzwild-
gatter betreibt und den reibungslosen und tierschutzgerechten Ablauf der Jagdhundeausbil-
dung am wehrhaften Wild garantiert. Das Schwarzwildgatter ist im Sinne der „Freiberger Er-
klärung“ ein wichtiger Baustein, um den hohen Schwarzwilddichten im Freistaat Sachsen mit
jagdlichen Mitteln zu begegnen. Die Ausbildung brauchbarer Jagdhunde gewährleistet eine
sichere, effiziente und tierschutzgerechte Jagd.

 
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Aktuell wird, mit Unterstützung aus Mitteln der Jagdabgabe, das Projekt „Effektive Schwarz-
wildbejagung zur Reduzierung von Wildschäden - Praxistauglichkeit verschiedener Jagdme-
thoden“ durch die Universität Rostock, Wissenschaftsbereich Allgemeine & Spezielle Zoologie
bearbeitet. In verschiedenen sächsischen Projektgebieten werden Fragestellungen zur Ver-
besserung der Schwarzwildbejagung – dabei auch Aspekte des Fallenfangs von Schwarzwild
– untersucht. Die in diesem Projekt gewonnenen Erkenntnisse sollen zur Verbesserung der
Schwarzwildbejagung beitragen.
3.5.2 Anlage von Bejagungsschneisen im Mais
Der Freistaat Sachsen hat die Hürden für die Anlage von Bejagungsschneisen im Mais
gesenkt.
In der Vergangenheit war die Anlage von Bejagungsschneisen im Mais mit agrarförderrechtli-
chen Hürden für die Landwirte verbunden. Hier konnten wesentliche, im Interesse der Land-
wirte und der Jäger liegende Verfahrensvereinfachungen erreicht und damit deutliche Verbes-
serungen für die Schwarzwildbejagung bewirkt werden. Es kommt nun darauf an, dass auf
örtlicher Ebene frühzeitige Abstimmungen zwischen Jagdausübungsberechtigten und Flä-
chenbewirtschaftern erfolgen, damit dieses Instrument im Interesse einer verbesserten Bejag-
barkeit auch tatsächlich genutzt wird.
3.5.3 Änderung des Sächsischen Jagdrechtes
Änderung des Sächsischen Jagdgesetzes an zwei entscheidenden Stellen: Das Verbot
von Schalldämpfern bei der Jagd wurde aufgehoben. Und das SMUL kann bei Ausbruch
der ASP Regelungen für eine bessere Bejagung in Kraft setzen, dazu gehört auch die
Fangjagd auf Schwarzwild.
Der Sächsische Landtag hat das Näherrücken der ASP zum Anlass genommen, die jagdrecht-
lichen Rahmenbedingungen im Hinblick auf die Schwarzwildbejagung zu verbessern. Am
18. Februar 2018 sind folgende Änderungen des Sächsischen Jagdgesetzes in Kraft getreten.
Das jagdrechtliche Verbot, die Jagd unter Verwendung von Schusswaffen mit Schall-
dämpfern auszuführen, wurde gestrichen. Alle Jägerinnen und Jäger können somit nach
Erteilung der waffenrechtlichen personenbezogenen Erlaubnis, die bei der zuständigen
Waffenbehörde beantragt werden muss, ihr Gehör wirksam vor schussbedingter Lärmbe-
lastung schützen. Gleichzeitig dient das dem Gehörschutz von Jagdhunden und Jagdhel-
fern.
Die jagdgesetzliche Verordnungsermächtigung wurde erweitert. Es ist dem SMUL nun-
mehr möglich, für den Fall, dass die ASP in einem Nachbarstaat des Freistaates Sachsen
oder innerhalb der Bundesrepublik Deutschland ausgebrochen ist, Regelungen für eine
verbesserte Bejagung des Schwarzwildes auf dem Verordnungsweg in Kraft zu setzen.
So ist es möglich, die Fangjagd auf Schwarzwild zuzulassen, eine Duldungspflicht für das
unabsichtliche Überjagen von Jagdhunden bei Gesellschaftsjagden zu regeln und die
bundesjagdrechtlichen Verwendungs- und Nutzungsverbote für elektrische und optische
Geräte aufzuheben, soweit diese der Nachtjagd auf Schwarzwild dienen.
Eine Änderung der Sächsischen Jagdverordnung ist am 10. Mai 2018 in Kraft getreten (die
Bekanntmachung der Verordnung zur Änderung der Sächsischen Jagdverordnung erfolgte im
Gesetz- und Verordnungsblatt vom 9. Mai 2018). Die Fangjagd auf Schwarzwild ist zugelassen
und es gibt jetzt Regelungen in Sachsen zur Duldungspflicht für das oben erwähnte Überjagen

 
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von Jagdhunden sowie eine Suspendierung der Verbote gemäß § 19 Absatz 1 Nummer 5
Buchstabe a des Bundesjagdgesetzes – soweit die dort genannten Hilfsmittel der Nachtjagd
auf Schwarzwild dienen.
3.5.4 ASP-Monitoring
Das Überwachungsverfahren wurde angepasst. Nun ist bei einem Wildschweinfund
(Fallwild) die Beprobung mit Hilfe von Bluttupfern zulässig.
Wir haben im September 2017 das bereits bestehende Überwachungsverfahren (Monitoring)
zur klassischen und Afrikanischen Schweinepest bei Wild- und Hausschweinen noch einmal
an die aktuellen Gegebenheiten angepasst und eine neue Verfahrensweise zur Erleichterung
der Probenahme eingeführt. Nun ist bereits jetzt bei einem Wildschweinfund (Fallwild) die Be-
probung mit Hilfe von Bluttupfern zulässig.
3.5.5 Gebühr für Trichinenuntersuchung
Wildschweine müssen gemäß den rechtlichen Vorgaben auf Trichinen untersucht werden. Zu
diesem Zweck wird dem erlegten Wildschwein eine Probe entnommen und im Labor unter-
sucht. Der Freistaat Sachsen übernimmt vorerst bis Ende 2019 die kostenpflichtige Trichinen-
untersuchungsgebühr, die Jäger bei jedem geschossenen Schwein zahlen müssen.

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Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1:
ASP-Einflussfaktoren ................................................................................... 4
Abbildung 2:
Behördenaufbau im Tierseuchengeschehen ................................................. 7
Abbildung 3:
Behördenaufbau im Alltag............................................................................. 8
Abbildung 4:
Plakat des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft ............... 9
Abbildung 5:
ASP-Postkarte für Fernfahrer ....................................................................... 9
Abbildung 6:
ASP-Postkarte für Wanderer .......................................................................10
Abbildung 7:
ASP-Postkarten, Rückseite ..........................................................................10
Abbildung 8:
Gratis-Postkarte, Vorderseite .......................................................................11
Abbildung 9:
Gratis-Postkarte, Rückseite .........................................................................11
Abbildung 10: Risiko-Ampel für Jagdreisende ....................................................................12
Abbildung 11: Biosicherheitsmaßnahmen verhindern den Eintrag einer Tierseuche,
aber auch die Weiterverbreitung ..................................................................12
Abbildung 12: Hinweise für Schweinehalter zum Schutz vor Tierseuchen ..........................13