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Medieninformation
Durchsuchung und Festnahme in Chemnitz wegen des
Verdachts des mehrfachen sexuellen Missbrauchs eines
Kleinkindes
Am 30. Juni und 1. Juli 2020 fanden im Auftrag der Zentralstelle Cybercri-
me Sachsen (ZCS) der Generalstaatsanwaltschaft Dresden in einem Er-
mittlungsverfahren gegen einen 19-jährigen männlichen Beschuldigten aus
Chemnitz, der sich in einer Ausbildung zum Erzieher befindet, mehrere
Durchsuchungen statt. Die Maßnahmen wurden durch 19 Kräfte der Poli-
zeidirektion Chemnitz umgesetzt. Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, im
Jahr 2019 in mindestens zwei Fällen ein damals einjähriges Kind schwer
sexuell missbraucht zu haben. Darüber hinaus soll er kinderpornografische
Bilder und Videos des Kindes erstellt und zahlreiche weitere kinderporno-
grafische Bilder besessen haben.
Bei der Durchsuchung der Wohnung des Tatverdächtigen am 30. Juni 2020
in Chemnitz wurden unter anderem drei Telefone, ein Laptop und weitere
Beweismittel sichergestellt. Um insbesondere auch die Identität des Miss-
brauchsopfers aufzuklären, den genauen Tatort zu ermitteln und weiteres
Beweismaterial zu sichern, wurden zwei Wohnungen Dritter in Chemnitz
und im Landkreis Mittelsachsen durchsucht. Außerdem fanden Durchsu-
chungen in den Räumlichkeiten einer Kinderbetreuungseinrichtung in
Chemnitz statt. Durch diese Maßnahmen konnte letztlich die Identität des
missbrauchten Kindes eindeutig geklärt werden. Der anfängliche Verdacht,
dass die Tat in einer Kinderbetreuungseinrichtung begangen worden sein
könnte, hat sich bislang nicht bestätigt.
Bei Umsetzung der Durchsuchungsmaßnahmen hat sich herausgestellt,
dass der Beschuldigte die auf dem produzierten Bild- und Videomaterial zu
sehenden besonderen körperlichen Merkmale besitzt. Deshalb wurde auf-
Ihre Ansprechpartnerin
Frau Dr. Nicole Geisler
Durchwahl
Telefon +49 351 446-2838
Telefax
+49 351 446-2830
presse@
gensta.justiz.sachsen.de*
Dresden,
2. Juli 2020
Hausanschrift:
Generalstaatsanwaltschaft
Dresden
Lothringer Str. 1
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www.justiz.sachsen.de/gensta
Verkehrsanbindung:
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um der Justiz und für Demokratie,
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grund des ab diesem Zeitpunkt vorliegenden dringenden Tatverdachts ent-
schieden, den Beschuldigten vorläufig festzunehmen. Er wurde am 1. Juli
2020 auf Antrag der Generalstaatsanwaltschaft Dresden dem Haftrichter
beim Amtsgericht Dresden vorgeführt. Dieser erließ am Nachmittag des
1. Juli 2020 wegen bestehender Fluchtgefahr Haftbefehl gegen den Be-
schuldigten. Seitdem befindet sich der Tatverdächtige in Untersuchungs-
haft.
Das Ermittlungsverfahren gegen den Beschuldigten ist aufgrund von kon-
kreten Hinweisen eines Internetdienstleisters an die gemeinnützige ameri-
kanische Organisation „National Center for Missing and Exploited Children“
(NCMEC), welche die Erkenntnisse wiederum an das Bundeskriminalamt
weitergeleitet hat, eingeleitet worden. Insbesondere wegen der Eilbedürf-
tigkeit der zu treffenden Maßnahmen und wegen des Internetbezugs hat
die Zentralstelle Cybercrime Sachsen die Ermittlungen übernommen.
Es liegen keine Anhaltspunkte dafür vor, dass ein Zusammenhang mit dem
Missbrauchsskandal von Bergisch-Gladbach und den dort ermittelten Spu-
ren zu mindestens 30.000 sog. Pädokriminellen besteht.
Die weiteren Ermittlungen und die Auswertung der sichergestellten Be-
weismittel dauern an.