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STAATSBETRIEB IMMOBILIEN-
UND BAUMANAGEMENT
SIB
Freistaat
SACHSEN
Sächsisches Landesgymnasium
für Musik Carl Maria von Weber Dresden
Kretschmerstraße

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Standort
Das Schulgebäude befindet sich in Dresden-Blasewitz, in der Nähe von Schillerplatz und
„Blauem Wunder“. Das Gebäude wurde zwischen 1907 und 1908 nach dem Entwurf des
Blasewitzer Architekten Karl Emil Scherz (1860-1945) gebaut, als Realgymnasium Bla-
sewitz am 30. April 1908 eingeweiht und seither unter wechselnden Bezeichnungen als
Schule genutzt. Das Gebäude steht heute unter Denkmalschutz.
Nutzung
Das Sächsische Landesgymnasium für Musik Dresden „Carl Maria von Weber“ ist ein
Gymnasium in Landesträgerschaft mit überregionalem Einzugsbereich und einem spe-
ziellen musikalisch-künstlerischen Profil zur Ausbildung hochbegabter Kinder und Ju-
gendlicher. Es wird als Ganztagsschule betrieben. Im Rahmen des Investitionsprogramms
„Zukunft Bildung und Betreuung“ stellt die Bundesrepublik Deutschland Fördermittel
zur Verfügung.
Insgesamt besuchen 150 Schüler vom fünften bis zwölften Schuljahr die Schule, cirka 20
Lehrkräfte arbeiten hier.
Konzeption
Für die Nutzung als Musikgymnasium waren neben einer Grundsanierung des Altbaus fol-
gende Maßnahmen erforderlich:
-
Um- und Ausbau aller Geschosse entsprechend der Nutzeranforderungen und bau-
ordnungsrechtlichen Anforderungen sowie die behindertengerechte Erschließung
-
Ausbau des bisher ungenutzten Dachraumes im Südflügel für Musikräume
-
Umbau der „Musikaula“ für Konzert- und Probennutzung sowie andere Schulveran-
staltungen
Ein dreigeschossiger, unterkellerter Erweiterungsneubau nimmt die Funktionen auf, die
auf Grund ihrer Raumanforderungen nicht im Altbau untergebracht werden konnten, z.B.
Proberäume für Schlagzeug, Mensa, Atelier etc.
Der kompakte Baukörper an der Kretschmerstraße hat sein die Umgebung prägendes Er-
scheinungsbild beibehalten. Die Instandsetzung der Putzfassade erfolgte nach historischen
Befunden. Sie ist hell und enthält dekorative Sandsteinelemente. Der Neubau schließt an
zentraler Stelle rückwärtig über einen zweigeschossigen Verbindergang an. Er entstand,
seinen funktionalen Erfordernissen entsprechend, in einer zeitgemäßen Architektur-
sprache.
Das Material- und Farbkonzept beinhaltet die Gestaltung von Alt- und Neubau. Die moder-
ne Gestaltung des Neubaus spiegelt sich insbesondere in den Innenbereichen von Unter-
und Dachgeschoss des Altbaus wider, welche vollständig erneuert wurden.
Musikaula
Obwohl die Geometrie des Daches beibehalten wurde, konnte das Raumvolumen des Saa-
les vergrößert werden. Die Decke zwischen der Aula und dem darunterliegenden Sport-
und Mehrzweckraum musste ersetzt werden, um Schall zu dämmen und Schwingungen
zu reduzieren. Jetzt können beide Räume gleichzeitig genutzt werden.
Mit Wandverkleidungen und Mobilwandkonstruktionen kann der Saal der jeweiligen Nut-
zung, z.B. für Kammerkonzerte, Orchesterproben, Festveranstaltungen oder Theaterauf-
führungen, angepasst werden.

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Konstruktion
Der Altbau ist durch die Bauweise des beginnenden 20. Jahrhunderts – die Verwendung
traditioneller Baustoffe sowie den Einsatz damals moderner konstruktiver Bauteile –
geprägt. Charakteristisch für den geputzten Ziegelbau sind die Holzbalkendecken, der
Holzdachstuhl und dekorative Sandstein- und Stuckelemente. Die großen Fenster- und
Türöffnungen waren vor über 100 Jahren nur durch den Einsatz von Eisenprofilen im
Bereich von Stürzen und Stützen zu realisieren. Die großen Deckenspannweiten ent-
standen durch Verwendung innovativer Deckensysteme. Umfangreiche Heizungs- und
Lüftungskanäle durchzogen die tragenden Wände.
Die neue Nutzung erforderte eine Verstärkung oder Ergänzung einzelner Bauteile, in
Einzelfällen auch deren Erneuerung: z.B. horizontale und vertikale Abdichtung des ge-
samten aufgehenden Mauerwerks, Verstärkung der Holzbalkendecke über dem zweiten
OG und im Dachstuhl, Erneuerung einzelner Deckenbereiche, Einbau eines Aufzugs-
schachtes aus Stahlbeton, Instandsetzung des Mauerwerks, Brandschutzverkleidungen.
Der Erweiterungsbau entstand konventionell in Ortbetonbauweise, teilweise unter Ver-
wendung von Fertigteilen. Damit konnten die erforderlichen unterschiedlichen Raum-
grundrisse der einzelnen Geschosse realisiert werden. Eine Glasfassade öffnet die Mensa
im Erdgeschoss zum Pausenhof hin. Die Schlagzeugproberäume im Untergeschoss des
Neubaus wurden sowohl schallentkoppelt als auch entsprechend schallgedämmt aus-
geführt.
Fassade, Flachdach, Eternitfassade und Fensteröffnungen stehen bewusst im Gegensatz
zum historischen Altbau.
Die Hauptebenen werden über ein zweigeschossiges Verbinderbauwerk als filigrane
Stahlkonstruktion mit einer Außenhaut aus Profilglas an den Altbau angeschlossen.

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Innenraum
Die reich ausgestatteten Flurbereiche des Altbaus werden in den drei Hauptebenen durch
ihre überkommene Ausformung geprägt: Bogenkonstruktionen, Sandsteinelemente,
historische Fliesen, Treppengeländer, Stuck u.a.. Die Wandflächen sind hell gefasst und
lassen damit sowohl die historischen als auch die neuen Ausstattungselemente in ihrer
Materialität wirken.
Der Neubau entstand in einer zeitgemäßen Formensprache mit entsprechender Innen-
raumgestaltung, Farbgebung und Möblierung.
Alle neuen Bauteile sind gestalterisch deutlich von den historischen Elementen abge-
setzt. Ergänzungen und Einbauten entsprechen in ihrer Ausformung dem übergeordne-
ten Gestaltungskonzept.
Dem qualitativ hochwertigen historischen Innenraum der über 100-jährigen Schule
steht eine moderne, der heutigen Zeit entsprechende Gestaltung gegenüber. Alt und
Neu sind additiv angeordnet, ergänzen sich funktional und betonen ihre gestalterische
Eigenständigkeit.
Die farbigen Verglasungen der Musikaula blieben erhalten. Durch variable, raumakus-
tisch wirksame Elemente und Wandverkleidungen aus absorbierenden und reflektieren-
den Paneelen im Bereich der Fenster ist es je nach Nutzung möglich, Schallschutz oder
Tageslicht zu erhalten. Eine Gitterrostdecke nimmt die Vielzahl erforderlicher techni-
scher Funktionen auf und entspricht dem modernen Charakter des Saals. Damit konnte
eine hohe akustische Qualität bei gleichzeitiger Flexibilität für unterschiedliche Nutzun-
gen erzielt werden.

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Haustechnik
Die vorhandene technische Ausstattung entsprach nicht mehr den heutigen Bestim-
mungen und brandschutztechnischen Anforderungen. Durch die Neugestaltung der
Räume und deren veränderte Nutzung war eine komplette Erneuerung unumgänglich.
Die Musikaula erhielt eine Klimaanlage und technische Ausstattungen, welche für die
schul- und konzertgerechten Anforderungen notwendig sind.
Durch den Einbau eines Aufzuges sind die Gebäude behindertengerecht erschlossen.
Der Einbau labortechnischer Anlagen in den Fachkabinetten entspricht dem Standard
gymnasialer Schulen. Werkräume und Atelier unterstützen die kreative Ausbildung und
Entwicklung der Schüler.
Die Einrichtung einer Ausgabeküche im Neubau ermöglicht die Mittagsversorgung al-
ler Schüler und Lehrkräfte sowie als Cafeteria die Frühstücks- und Nachmittagsversor-
gung.
Außenanlagen
Der gesamte schulische Außenbereich vor und neben dem Gebäude sowie der Innenhof
wurden umgestaltet. Der Pausenhof erfuhr eine umfassende Neugestaltung. Gegenüber
dem Mittelbau des Altbaues entstand eine zentrale Pausenfläche mit multifunktiona-
ler Nutzung zum Sitzen, für Veranstaltungen und als Möglichkeit der Erweiterung des
Mensabereiches nach außen. Die Neugestaltung des Sportplatzes ermöglicht den Schü-
lern auch im Freizeitbereich sportliche Aktivitäten als Ausgleich zu ihrer musikalischen
Ausbildung. Ausreichend Fahrradstellplätze bieten eine optimale Möglichkeit, zwischen
den beiden Ausbildungsstandorten Mendelssohnallee und Kretschmerstraße zu pen-
deln.
Kunst
Die Künstlerin Prof. Ines Bruhn gewann den im Frühjahr 2010 durchgeführten Wettbe-
werb „Kunst am Bau“ mit ihrem Entwurf „Klangräume“. Die Skulptur besteht aus zwei
zueinander geneigten, an beiden Seiten offenen Würfeln, die auf einem Sockel stehen.
Mit seiner elementaren Geometrie, der leuchtenden frischen Farbigkeit und der transpa-
renten Leichtigkeit der Körper steht das Objekt in deutlichem Kontrast zur historischen
Architektur. Beabsichtigt ist ein solitärer Blickfang, der mit der visuellen Wahrnehmung
spielt und assoziativ im Kontext zur Ästhetik musikalischer Ausdrucksformen steht.

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Bauherr
Freistaat Sachsen
Sächsisches Staatsministerium der Finanzen
Staatsminister der Finanzen,
Prof. Dr. Georg Unland
Staatsbetrieb
Sächsisches Immobilien- und Baumanagement
Geschäftsführer Prof. Dieter Janosch
Unternehmensbereich Planungs- und Baumanagement
Unternehmensbereichsleiter Volker Kylau
SIB Niederlassung Dresden II
Niederlassungsleiter Dr. Ulf Nickol
Projektleitung und Koordinierung
Thilo Höhne, Simone Pfeiffer, Cornelia Jäschke
Planungsbeteiligte
Architektur und Bauleitung
Starosta + Dittmar Freie Architekten, Dresden
Tragwerksplanung
Neubau
Ingenieurconsult Cornelius-Schwarz-Zeitler, Dresden
Altbau
Ingenieurbüro Simon, Dresden
Prüfstatik
Dreier & Reichenbach, Dresden
Heizung, Lüftung, Sanitär
ibv Ingenieurbüro GmbH, Dresden
Elektro- und Datentechnik
Ingenieurbüro Klett, Meißen
Fördertechnik
Hundt & Partner, Leipzig
Laborplanung
IPN Laborprojekt GmbH, Dresden
Küchenplanung
Ingenieurbüro Katerbaum, Dresden
Außenanlagen
Landschaftsarchitekturbüro Dr. Heinrich, Radebeul
Tiefbauplanung
Dr. Herold & Lorenz GmbH, Dresden
Schall- und Raumakustik
Akustikbureau Roy + Ederer, Dresden
Thermische Bauphysik
Sachverständigenbüro Haustein, Dresden
Baugrundgutachten
ERGO Umweltinstitut, Dresden
SIGEKO
Ingenieurbüro Fischer, Dresden
Altlastenuntersuchung
Müller-BBM GmbH, Dresden
Vermessung
GEO-METRIK, Radeburg
Brandschutzprüfung
Ingenieurbüro Heilmann, Pirna
Restauratorische Untersuchungen
Restaurierung & Farbdesign Freund, Doberschau
Holzschutzgutachten
Ingenieurbüro Klotz, Dresden
Bauablauf
14. Dezember 2005
Planungsauftrag
29. März 2007
Bauauftrag
01.September 2007
Baubeginn Neubau
25. August 2008
Baubeginn Altbau
31. Mai 2010
Übergabe Nutzer
Gebäudekenndaten
Brutto-Grundfläche Neubau/Altbau
6.093 m²
Bruttorauminhalt Neubau/Altbau
24.512 m³
Hauptnutzfläche Neubau/Altbau
2.326 m²
Gesamtbaukosten
10.990 T Euro
Nutzung
einzügiges Gymnasium
150 Schüler 5.-12. Klasse
ca. 17 Gymnasiallehrer
Herausgeber
Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanage-
ment
Wilhelm-Buck-Str. 4
01097 Dresden
www.sib.sachsen.de
im Auftrag des Freistaates Sachsen
Sächsisches Staatsministerium der Finanzen
Redaktion
Prof. Ines Bruhn
Dr. Ute Starosta
Cornelia Jäschke
Gestaltung und Satz
Kathrin Augustin, Büro für Gestaltung
Fotos
Holger Stein Fotografie
Druck und Verarbeitung
Druckerei Thieme, Meißen
Redaktionsschluss
August 2010
Auflagenhöhe
1.500 Exemplare
Bezug
Diese Druckschrift kann kostenfrei bezogen werden bei:
Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien-
und Baumanagement
Niederlassung Dresden II
Ostra-Allee 23, 01067 Dresden
Telefon: +49 351 4735 - 546
Fax: +49 351 4735 - 505
E-Mail: poststelle@sib-d2.smf.sachsen.de
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