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Sächsischer Staatspreis für Design 2018
Katalog
ZUKUNFT.

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Grußwort
Design heißt gestalten. Ideen für die ZUKUNFT haben. Der Sächsische Staatspreis für Design 2018 ist ein
wichtiges Signal. Er zeigt das vielfältige und handelnde Sachsen. Er zeigt die engagierten Menschen
hinter dem Design.
Ziele der Verleihung des Sächsischen Staatpreises für Design 2018 sind die Verankerung des Wirtschafts-
faktors Design in den Unternehmen sowie die Förderung der sächsischen Designwirtschaft. Durch das
Aufzeigen der Bedeutung und Leistungsfähigkeit von Design sollen insbesondere kleine und mittlere
Unternehmen auf den Wettbewerbsfaktor Design aufmerksam gemacht werden, um diesen rechtzeitig
in ihren Entwicklungsprozessen zu integrieren. Um die hohe Qualität junger Designer in den Fokus zu
setzen, wurde in diesem Jahr besonders das Nachwuchsdesign unterstützt. Die ausschließliche Zulassung
sächsischen Designs zum Wettbewerb, dient der Stärkung der hiesigen Designwirtschaft und der
Förderung regionaler Wertschöpfungsketten. Wir freuen uns über sehr gute Ergebnisse, welche die
Leistungsfähigkeit des sächsischen Designs hervorragend widerspiegeln.
Die vorliegende Dokumentation präsentiert die preisgekrönten Designleistungen und Nominierungen.
Sie dokumentiert darüber hinaus alle 213 qualifizierten Bewerbungen in den Kategorien Produktdesign,
Kommunikationsdesign, Gestaltetes Handwerk, Nachwuchsdesign sowie den Sonderpreis für Sounddesign.
Ich gratuliere den Preisträgerinnen und Preisträgern zu ihren herausragenden Leistungen und möchte
mich bei allen Beteiligten, Partnern und Sponsoren sowie der Jury ganz herzlich bedanken. Sie alle sind
Botschafter für ein kreatives und modernes Sachsen.
Martin Dulig
Sächsischer Staatsminister für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr
Copyright SMWA/Götz Schleser

Zum Wettbewerb
*
Der Staatsminister für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr verleiht 2018 den Sächsischen Staatspreis für
Design bereits zum 16. Mal. Der Staatspreis wirkt auf die nachhaltige Aktivierung und Verankerung des
Wirtschaftsfaktors Design sowie die Einbindung in wirtschaftliche und kreativ-gestaltende Entwicklungs-
prozesse des Landes hin. Ziele des Wettbewerbes sind:
• die Verankerung des Wirtschaftsfaktors Design in sächsischen Unternehmen,
• die Leistungsfähigkeit von (sächsischem) Design aufzeigen,
• die Förderung der sächsischen Designwirtschaft,
• die Förderung von Nachwuchsdesign.
Der mit insgesamt 50.000 Euro und einer Porzellan-Preisstatue der Staatlichen Porzellan-Manufaktur
Meissen GmbH dotierte Designpreis wird 2018 in den Kategorien
Produktdesign
,
Kommunikationsdesign
und
Gestaltetes Handwerk
vergeben. Zusätzlich wird in jeder Kategorie junges und innovatives
Nachwuchsdesign
prämiert. Mit dem
Sonderpreis für Sounddesign
wird erstmalig Klanggestaltung
prämiert, um die Bedeutung von Akustik für Marketing und Produktgestaltung hervorzuheben.
Der Sächsische Staatspreis für Design 2018 umfasst die Veranstaltungen:
6. April 2018
Auftaktveranstaltung im Industriemuseum Chemnitz
6. und 7. September 2018
Jurierung und Leistungsschau im GebäudeEnsemble Deutsche
Werkstätten Hellerau, Dresden
21. September bis 12. Oktober 2018
„Junge Designszene“ im riesa efau. Kulturforum Dresden e. V.
5. November 2018
Preisverleihung im Albertinum der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden
14. Februar bis 14. März 2019
Ausstellung der Nominierten und Preisträger im
Industriemuseum Chemnitz
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Der Sächsische Staatspreis für Design 2018
* Aus Gründen der besseren Lesbarkeit des Kataloges wird auf die gleichzeitige Verwendung männlicher und weiblicher Sprachformen
verzichtet. Im Sinne der Gleichbehandlung gelten sämtliche Personenbezeichnungen gleichwohl für alle Geschlechter.

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Die Preisstatue
Mit freundlicher Unterstützung von
©
MEISSEN®

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Die Jury
Prof. em. Dr. Uta Brandes
Juryvorsitzende / Design-Expertin, -Theoretikerin und –Autorin, Köln
Uta Brandes ist eine deutsche Design-Expertin, -Theoretikerin und -Autorin. 1995-2015 war sie
Professorin für Gender und Design sowie für Designforschung an der Köln International School of
Design, TH Köln. Zusammen mit Michael Erlhoff leitet sie be design, eine Beratungsagentur für
designrelevante Projekte und Themen. Sie war und ist Mitglied vieler Jurys und lehrt(e) als Gastdozentin
– neben deutschen Hochschulen – auch z. B. in New York, Hong Kong, Shanghai, Taipei, Sydney, Tokio,
Fukuoka. Ihr neuestes Buch (erschienen im Schweizer Birkhäuser Verlag) „Gender Design“ setzt sich
erstmalig ausführlich mit den essenziellen Fragen von Gender im Design auseinander.
Sebastian Wolfram
Industriedesigner, WOLFRAM Design/Engineering, Dresden
Als Dipl.-Ingenieur und Industriedesigner war Sebastian Wolfram u. a. im Bereich Fahrzeugdesign im
In- und Ausland tätig, bevor er 2006 die WOLFRAM Design/Engineering gründete. Die WOLFRAM
Design/Engineering ist international maßgeblich in den Bereichen Industriedesign sowie der Entwicklung
von Maschinen und Anlagen tätig. Die Leistungen der WOLFRAM Design/Engineering wurden mit
verschiedenen internationalen Designpreisen (Inventions Geneva, Plus X Award) und u. a. dem German
Design Award 2017 honoriert.
Prof. Jan Vietze
Industrial- und Transportation Design, HTW Berlin
Jan Vietze hat an der Weißensee Kunsthochschule Berlin Produkt-Design studiert und während seiner
Diplomarbeit als Werkstudent für die MAN Nutzfahrzeuge AG gearbeitet. Seit 2003 war er dann als
Designer bei verschiedenen Designunternehmen (Interieur Design, Leitsysteme) und seit 2004 im Büro
IFS Design Berlin als Industrial Designer im Geschäftsfeld Public Transport-, Railway- und Transportation
Design tätig. Neben vielen internationalen Projekten im Bereich Railway Design ist er u.a. mit für die
Gestaltung der neuesten Generation der Straßenbahnen der Berliner Verkehrsbetriebe verantwortlich
gewesen. Nebenberuflich hat er seit 2007 an der FH Potsdam und der HTW Berlin unterrichtet. Seit 2013
hat er eine Professur für Entwurf im Industrial Design an der HTW Berlin und ist für den Aufbau des
Studienganges mit verantwortlich.
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Ullrich Hintzen
Vizepräsident des Unternehmerverbands Sachsen e.V. sowie Vorstand und Geschäftsführer der
FASA AG, Chemnitz
Ullrich Hintzen hat an der Bergakademie Freiberg Verfahrenstechnik studiert. Seine berufliche Laufbahn
führte den Diplom-Ingenieur vom Deutschen Brennstoff Institut über die TU Claustal-Zellerfeld 1981
zum Forschungsinstitut der DIDIER-WERKE AG in Wiesbaden. 1985 übernahm er dort die Gruppenleitung
der Forschung- und Entwicklungsabteilung und wurde 1990 Mitglied der Spartengruppenleitung der
DIDIER-WERKE AG. Ullrich Hintzen ist Geschäftsführer und Vorstand der FASA GmbH bzw. FASA AG und
war viele Jahre zugleich Geschäftsführer verschiedener Beteiligungsgesellschaften. Der gebürtige
Chemnitzer engagiert sich als Vizepräsident im Unternehmerverband Sachsen sowie im
Sozialpolitischen Ausschuss des Sächsischen Baugewerbeverbandes.
Prof. Sebastian Feucht
Industrial- und Nachhaltigkeits-Design, HTW Berlin
Nach seinem Produktdesign-Studium und Meisterschülerjahr studierte Prof. Sebastian Feucht
Nachhaltigkeitsmanagement an der HWR. Seit April 2015 lehrt Prof. Sebastian Feucht an der HTW Berlin
im Industrial Design mit den Schwerpunkten Sustainability, Material und Technologie. Er ist Geschäfts-
führer von 3plan und Gründungsvorstandsvorsitzender des Sustainable Design Center e.V.. Schwerpunkt
seiner Forschung ist der Bereich nachhaltiger und ökointelligenter Gestaltung, sowie
ressourcenleichte Produkte und Konzepte.
Dr. sc. techn. Friedrich E. Blutner
Beratendes Jurymitglied für den Sonderpreis für Sound Design
Sounddesigner für Produktakustik und Geschäftsführer der Synotec Psychoinformatik GmbH, Geyer
Dr. sc. techn. Friedrich E. Blutner ist Geschäftsführer der von ihm im Jahre 1994 gegründeten Synotec
Psychoinformatik GmbH in Geyer und gilt als Deutschlands bekanntester Sounddesigner für die
Produktakustik. Nach Abschluss des Studiums der Elektrotechnik in der Vertiefung Kommunikation und
Messwerterfassung an der TU Dresden folgte 1976 die Promotion im Fachgebiet Kommunikation und
1987 die Habilitation auf dem Gebiet der Informationstechnik. Seit 1992 leistet er systematische
Entwicklungsarbeiten für das Produkt-Sound-Design und die psychoakustische Marktforschung. Er
leitete Projekte u.a. für die Bereiche Automotive, Hausgeräte, Verpackungsmittel, Nahrungsmittelakustik,
Maschinenbau und Musikinstrumentenbau sowie eine Reihe nationaler wie internationaler Forschungs
projekte zu Grundlagenfragen des Sounddesigns.
Die Jury
Thomas Schneider
Thomas Schneider studierte an der Burg Giebichenstein Hochschule für Kunst und Design in Halle.
Er war 2002 Dozent an der HTWK Leipzig und dem Institut für Fortbildung und Umschulung GmbH.
2010 gründete er die Leipziger School of Design in Leipzig. Er ist Fördermitglied im Verband deutscher
Industrie Designer.
Barbara Preißner
Leiterin der Hauptabteilung Marken und Designs beim Deutschen Patent und Markenamt (DPMA),
München
Barbara Preißner studierte Rechtswissenschaften in Hamburg und absolvierte ihre juristische Referendar-
ausbildung u. a. in Washington, D.C., USA. Ihre berufliche Laufbahn führte über den Verwaltungsdienst
der Freien und Hansestadt Hamburg u. a. mit einer Tätigkeit in der Hamburger Landesvertretung beim
Bund in Bonn im Jahr 1989 zum Deutschen Patent– und Markenamt. Sie war von 2006 bis 2010
Leiterin der Markenabteilung 3.2 mit den Schwerpunkten Markenprüfung sowie nationales und
internationales Markenrecht. Seit 2010 ist Barbara Preißner Leiterin der Hauptabteilung Marken
und Designs.
Linda Pense
Künstlerin und Designerin, Leipzig
Linda Pense studierte an der Kunsthochschule Burg Giebichenstein, der Martin Luther Universität Halle
und am Strate College Paris. Als Designerin arbeitete sie u.a. für die Firmen Michalsky, WMF und
Auerhahn sowie für die Stiftung Bauhaus Dessau. Von 2012 bis 2014 unterrichtete Linda Pense als
Dozentin für gestalterische Grundlagen an der Leipzig School of Design und 2014/2015 am Kuwasawa
Design Institut Tokio. Seit 2011 ist sie Projektleiterin des Internationalen Marianne Brandt Wettbewerbs.
Als Künstlerin war Linda Pense 2015 Fellow der Stiftung Hombroich (Raketenstation) und 2017 Dozentin
an der China Academy of Art.
Judith Marthaler
Social Media Marketing Conceptioner, Hamburg
Judith Marthaler, Gründerin und Partnerin von The Main, hat umfangreiche Erfahrungen in der digitalen
Strategieberatung, Social Media und Markenkommunikation. Mit diesem Background und Ihrer Affinität
für analytisches Denken hat Judith Marthaler zahlreiche Unternehmenskampagnen umgesetzt und
digitalen Fortschritt in messbaren ökonomischen Erfolg verwandelt.
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Auftaktveranstaltung
Sächsisches Industriemuseum Chemnitz am 6. April 2018
Am 6. April 2018 wurde im Industriemuseum Chemnitz der Startschuss für den diesjährigen Sächsischen
Staatspreis für Design gegeben.
Die Auftaktveranstaltung zum Designpreis, der bereits zum 16. Mal vom Sächsischen Staatsminister für
Wirtschaft, Arbeit und Verkehr an herausragendes Design aus Sachsen vergeben wird, hat mit ihrem
branchenübergreifenden und lebendigen Netzwerkcharakter die Gäste begeistert.
Dr. Katrin Ihle, Abteilungsleiterin des Sächsischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr
(SMWA), und Dr. Oliver Brehm, Museumsleiter des Industriemuseums Chemnitz, begrüßten die
anwesenden Gäste. Nora Antonia Wallrabe vom SMWA informierte die anwesenden Vertreter aus Design
und Wirtschaft zum Wettbewerbsverfahren.
Höhepunkt des Bühnenprogramms war der Impulsvortrag von Dr. Friedrich E. Blutner, einem der
renommiertesten Soundpsychologen Deutschlands. Er involvierte das Publikum in sound-psychologische
Experimente und konnte anschaulich verdeutlichen, warum Sounddesign ein relevanter Design-
und Wirtschaftsfaktor ist.
Die industrie-architektonisch beeindruckende Halle des Industriemuseums Chemnitz wurde
multi-medial und interaktiv inszeniert, um dem Publikum vielschichtige Impulse und Möglichkeiten der
Begegnung und des Austausches zu bieten. So wurde der Produktionsprozess der redesignten
Preisträgerstatue, die von der Staatlichen Porzellanmanufaktur Meissen realisiert wird, in sinnlichen,
vielfarbigen Videoprojektionen präsentiert. Dr. Blutner inszenierte als Weltpremiere in einem
abgedunkelten Soundcube Klanglandschaften.
In den Lounge-Bereich, der vom Speisewerk aus Dresden kulinarisch belebt wurde, rollten als Video-
projektion überdimensionale Eier, die das diesjährige Corporate Design aufgriffen.
Die rund 100 Besucher nahmen nach dem Bühnenprogramm den umfassenden Netzwerkcharakter der
Veranstaltung bis in den späten Abend wahr und der Leipziger Gitarrist David Sick beeindruckte mit
seinem expressiv-groovigen Spiel.
Moderiert wurde der Abend kreativ und charmant von Anne Müller.
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Jurysitzung und Leistungsschau
GebäudeEnsemble Hellerau am 6. / 7. September 2018
Am 6. und 7. September 2018 tagte im GebäudeEnsemble Deutsche Werkstätten Hellerau die
hochkarätige Jury des diesjährigen Designpreises.
Mit den Wettbewerbskategorien
Produktdesign im Konsumgüterbereich
,
Produktdesign im
Industriegüterbereich
,
Kommunikationsdesign
,
Gestaltetes Handwerk
sowie in jeder Kategorie
junges und innovatives
Nachwuchsdesign
fördert der Designpreis ein weitgefächertes Spektrum
an Design aus Sachsen. Der diesjährige
Sonderpreis für Sounddesign
betont die Wichtigkeit von
zukunftsweisender, multimedialer Kommunikation.
Für die Juryarbeit wurden im 800 qm großen Galeriesaal des GebäudeEnsembles Hellerau alle Wett-
bewerbseinreichungen präsentiert und für den komplexen Juryprozess multimedial und in einem um-
fassenden Jurykatalog aufbereitet dargeboten. Die Expertinnen und Experten prüften gewissenhaft und
detailverliebt die insgesamt 213 Design-Einreichungen. Sie diskutierten Kriterien und Perspektiven, mit
dem Wissen um die Tragweite ihrer finalen Entscheidungen. Nach zwei Tagen intensiver Arbeit konnten
sich die Juroren auf die herausragenden und innovativsten Design-Leistungen aus Sachsen verständigen.
Es gibt 27 Nominierungen für den Sächsischen Staatspreis für Design 2018. Die Jury einigte sich auch
auf die besten der Besten und kürte die Preisträger unter den Nominierungen, die zur feierlichen
Preisverleihung am 5. November 2018 bekannt gegeben werden.
Im Anschluss an die Jurysitzung eröffnete Wirtschaftsminister Martin Dulig die Leistungsschau des
Sächsischen Designs und bedankte sich ausdrücklich bei allen Bewerberinnen und Bewerbern. Für ihn ist
der Sächsische Staatspreis für Design 2018 ein wichtiges Signal, denn er zeigt das vielfältige kreative und
handelnde Sachsen. Beim anschließenden Rundgang zusammen mit der Juryvorsitzenden Frau Prof. Uta
Brandes informierte sich Martin Dulig über die kreativen und wirtschaftlichen Perspektiven der
Designerinnen und Designern und testete Designmöbel und technologische Geräte.
Die rund 300 Gäste der Leistungsschau konnten selbst in die Rolle der Jury schlüpfen und über einen
QR-Code vor Ort für den Publikumspreis abstimmen.
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Überblick
Dotierung der Preisträger
Gesamtpreisgeld
: 50.000
Design
Produktdesign im Industriegüter-Bereich: 6.500
Produktdesign im Konsumgüter-Bereich: 6.500
Kommunikationsdesign: 6.500
Gestaltetes Handwerk: 6.500
Nachwuchsdesign
Produktdesign im Industriegüter-Bereich: 5.000
Produktdesign im Konsumgüter-Bereich: 5.000
Kommunikationsdesign: 5.000
Gestaltetes Handwerk: 5.000
Sonderpreis für Sounddesign
: 3.000
Publikumspreis
: 1.000
Einreichungen
Im Bereich
Design
gab es insgesamt 143 Einreichungen in den Kategorien:
Produktdesign im Industriegüter-Bereich: 11
Produktdesign im Konsumgüter-Bereich: 38
Kommunikationsdesign: 63
Gestaltetes Handwerk: 31
Im
Nachwuchsdesign
wurden 60 Bewerbungen eingereicht:
Produktdesign im Industriegüter-Bereich: 7
Produktdesign im Konsumgüter-Bereich: 29
Kommunikationsdesign: 12
Gestaltetes Handwerk: 12
Für den
Sonderpreis für Sounddesign
gab es 10 Bewerbungen.
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MEISSEN®

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Ausstellung
»Junge Designszene«
riesa efau. Kultur Forum Dresden e.V.
21.9. – 12.10.2018
Bereits zum dritten Mal wurden in einer Ausstellung
gegenwärtige Designströmungen aus Tschechien, Deutsch-
land und der Slowakei zusammengebracht. Die »Junge
Designszene« zeigte die Nominierungen des Sächsischen
Staatspreises für Design 2018 im Nachwuchsdesign und
Arbeiten aus dem Projekt »Made in Paper« der Fakultät für
Multimedia-Kommunikation der Tomáš –Bat’a Universität
in Zlín. Als neuen Kooperationspartner bezieht die tschechische
Universität die Technische Universität aus Zvolen (Slowakei)
mit ein.

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Feierliche Preisverleihung
Lichthof im Dresdner Albertinum am 5. November 2018
Die besten sächsischen Designleistungen wurden am 5. November im Rahmen der festlichen Preisver-
leihung im Dresdner Albertinum ausgezeichnet. Wir gratulieren herzlich den Preisträgerinnen und Preis-
trägern Marco Zichner, David Rost, Tobias Miessler, Bastian-Jirko Spinger, Jan Hartmann, Andreas Neubert,
Johann Schmidt, Lenard Opeskin, Paul Judt, Robert Deutsch, Theresa Trepte, Katrin Ursula Stapf, Steven
und Vanessa Busch, Felix Deufel, Paul Schengber, David Simmons und Thomas Neugebauer.
Wirtschaftsminister Martin Dulig: „Design ist ein sehr wichtiger, aber noch oft unterschätzter Wettbe-
werbsfaktor. Denn es bringt Technologie und Funktion in überzeugenden Einklang, erweitert Geschäfts-
felder und erzeugt einzigartige Produkterlebnisse für die Nutzerinnen und Nutzer.“ Allen Teilnehmerinnen
und Teilnehmern sowie den Prämierten gab er mit auf den Weg: „Für mich sind Sie alle Botschafterinnen
und Botschafter für ein kreatives und modernes Sachsen. Darauf kommt es an und dafür möchte ich
mich bedanken.“
In diesem Jahr wurden ausschließlich sächsische Designerinnen und Designer für den Staatspreis für
Design zugelassen, um zu zeigen, welche Potenziale die sächsische Designwirtschaft bietet. Insgesamt
213 Designs haben am Wettbewerb teilgenommen, 27 wurden von einer hochkarätigen Jury nominiert.
Die besten der nominierten Leistungen wurden mit dem Sächsischen Staatspreis für Design in den
Kategorien Produktdesign, Kommunikationsdesign, Gestaltetes Handwerk, Nachwuchsdesign sowie dem
Sonderpreis für Sounddesign und dem Publikumspreis ausgezeichnet. Die Ausstellung der nominierten
und preisgekrönten Designleistungen wurde im Lichthof des Albertinums präsentiert.
Im Rahmen der Preisverleihung begeisterten das renommierte Tanzkollektiv »go plastic« mit Cindy Hammer
und Susan Schubert, der Kostümbildner Enrico Sutter und die urbanen Musiker Johannes Till, Carina
Hajek, Ludwig Bauer die Gäste mit ihrer künstlerischen Kraft. Andrea Hilger kreierte mit ihrer Hillumination
eine außergewöhnliche Atmosphäre: Der gesamte Lichthof wurde in ein Lichtspiel mit wechselnder,
organisch-tiefer Farbigkeit verwandelt.
Eileen Mägel moderierte die Bühnenshow charmant und ließ das abwechslungsreiche Programm zu einem
wunderbaren Erlebnis für die rund 300 Gäste der Preisverleihung werden. Die After-Show-Party lud mit
Live-Musik und „Silent Disco“ die Gäste ein, die Erfolge gemeinsam zu feiern.
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Preisgekrönte Designleistungen
©
MEISSEN®

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Produktdesign im Industriegüterbereich
Highvolt - HiRes Probe
Design:
Marco Zichner
,
David Rost
, Dresden
Auftrag/Herstellung: Highvolt Prüftechnik Dresden GmbH
Mit dem Highvolt – HiRes Probe legen die Dresdner Designer Marco Zichner und David Rost ein Produkt
besonderer Güte für Impulsspannungsprüfungen vor.
Hersteller von Kabeln, Transformatoren und Ableitern werden zukünftig aus dem Unternehmen Highvolt
ein modulares Plug’n Play-Einschubsystem zur Verfügung haben. Dieses bietet neben einer massiven
Materialität für eine elektromagnetische Verträglichkeit und Sicherheit vor allem ein zeitsparend zu
konfigurierendes Gehäusesystem. Der Benutzer kann anhand der farblich gestalteten Bedienelemente
die Messtechnikplattform intuitiv bedienen und werkzeuglos benutzen.
Die Jury ist von dem auf den ersten Blick unscheinbaren Produkt beeindruckt. Trotz der Einfachheit in
der Gestaltung strahlt es eine hohe Ordnung und klare Gliederung aus. Die hohe elektromagnetische
Verträglichkeit wird allein schon durch die robuste und massive Materialität symbolisiert und kommu-
niziert. Der modulare Aufbau ermöglicht eine schnelle Konfiguration für verschiedene Anwendungen.
Die Jury hat die Stringenz in der Gestaltung und die Detailtreue in der Umsetzung überzeugt. Hier zeigt
sich, welchen Stellenwert der Hersteller seinem Erzeugnis beimisst und es somit schafft, durch strategische
Integration von Industriedesign im Entwicklungsprozess die Produktqualität enorm zu steigern. Die Jury
würdigt besonders den Aufwand, der zur Steigerung der Produktqualität eingesetzt wurde und prämiert
den Highvolt - HiRes Probe in der Kategorie Produktdesign im Industriegüterbereich mit dem
Sächsischen Staatspreis für Design 2018.
Sebastian Wolfram
31 Preisgekrönte Designleistungen

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Nachwuchsdesign
Produktdesign im Industriegüterbereich
Neugestaltung eines Warndreiecks
Design:
Bastian-Jirko Spinger
, Dresden
Auftrag/Herstellung: avid Designstudio GbR, HTW Dresden
Mit seinem Design hat Bastian Jirko Spinger gleich mehrere Anforderungen und Probleme bei der
schnellen, zuverlässigen Sicherung von Unfallstellen angepackt. So kann der Benutzer das Warndreieck
leicht an einem runden Griffloch anfassen, zwei der drei Schenkel einfach auseinanderziehen und damit
auch den zweigeteilten, mit Scharnier auf halbe Länge zusammengelegten dritten Schenkel
gerade auffalten – und schon ist das Dreieck ruck-zuck komplett aufgebaut. Eine grandiose
Verbesserung der Bedienbarkeit mit einfachen Mitteln und einer pfiffigen Idee!
In besonders vorbildlicher Weise beruht die Gestaltung auf einer umfassenden, gut durchdachten und
ausgewogenen, konzeptionellen Lösung, die die heutige Verkehrssituation, das Gesamtgeschehen an einer
Unfallstelle und die aktuellen Wahrnehmungsgewohnheiten der Verkehrsteilnehmer berücksichtigt und
an vielen Stellen gleichzeitig ansetzt.
Praktisch-technische Aspekte beim Aufstellen von Warndreiecken, sicherheitsgerechte und ästhetisch
ansprechende Gestaltung und hohe Funktionalität hängen dabei eng zusammen, bedingen sich und
steigern sich wechselseitig zu höherem Gestaltungsniveau. So erfordert die schnelle Aufstellung des
Warndreiecks, dass dieses ein wenig verschlankt wird – weniger ist hier mehr. Nennenswert wurde der
Entwurf auf die entscheidenden Charakteristika reduziert und auf zusätzliche rote oder mit einem
Ausrufezeichen bedruckte Signalfolie im Innenraum, wie sie bisher üblich ist, verzichtet. Der Umriss für
sich genommen hat genügend Signalwirkung, wenn er farblich auffallend und leucht-stark gestaltet ist.
Fluoreszierende Tagleuchtfolie, eine LED-Leiste in der Dreiecksbasis und ein Blink-LED am höchsten Punkt
sorgen für die vollständig notwendige Information. Das Dreieck fällt zu jeder Tages- und Nachtzeit
unübersehbar ins Auge. Die kompakte, leicht konvexe und durch klare Kantenführung akzentuierte
Gestaltung der Schenkel ist formschön und robust. Diese stabile Konstruktion wiederum macht es möglich
und naheliegend, das Warndreieck zusammengefaltet auch als Leuchtstab zur zusätzlichen Warnung
zu benutzen. Dank seiner erleichterten Bedienbarkeit können die Anwender außerdem schneller und
einfacher nebenher weitere Sicherungsmaßnahmen ergreifen.
Mit diesen umsichtigen, mehrfach vernetzten Überlegungen ist es gelungen, das Warndreieck faktisch
wirkungsvoller zu machen und damit den Anforderungen des schneller gewordenen Verkehrs und den
heutigen Wahrnehmungsgewohnheiten anzupassen. Die ausgeprägte Produktästhetik lässt es gut in der
Hand liegen und macht die Benutzung befriedigend.
Barbara Preißner
32 Preisgekrönte Designleistungen

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Produktdesign im Konsumgüterbereich
Sysboard/WALL
Das ökologische Leichtbauwandsystem
Design:
Jan Hartmann, Andreas Neubert, Johann Schmidt
, Leipzig
Auftrag/Herstellung: STUDIO HARTENSTEINER GmbH
Der Messebau ist heute immer noch von Einwegnutzung und massenhaftem Wegwerfen geprägt.
Bis zu 70 % weniger Materialeinsatz im Vergleich zu Vollwerkstoffen bei der Herstellung, durch die
Verwendung einer naturfaserverstärkten Wabenplatte, zeichnen das Leichtbau-Wandsystem Sysboard
aus. Die Materialeinsparung ist nicht nur aus ökologischer Sicht absolut sinnvoll, sie ermöglicht damit
auch ein einfaches und leichtes Handling beim Auf- und Abbau, was Anstrengung und Zeit einspart.
Die ressourcensparende, ökologische Leichtbauwand Sysboard zeigt auf hervorragende Weise, das mit
weniger Materialeinsatz mehr Nutzen zu schaffen ist, ohne dabei auf Hochwertigkeit und Flexibilität
zu verzichten.
Das Leichtbauwandsystem kann auch außerhalb des Messebaus, bei unterschiedlicher Raumnutzung und
häufigen Umbauten, in der Innenarchitektur oder im Ausstellungsbau erhebliche Ressourcen durch
Wiederverwendung und Wandlungsfähigkeit einsparen. Das einfach Händling wird durch patentierte
Verbindungen und Zusatzelemente unterstützt.
Beeindruckend ist, dass die Leichtbauwand ohne Ständerwerk auskommt. Die selbsttragenden Platten
stehen bei entsprechender Aufstellgeometrie selbst. Sysboard schafft durch die reine, weiße Wand, ohne
sichtbares, konstruktives Beiwerk, die größtmögliche Freiheit für Präsentationen.
Dies hat auch den Vorteil, dass die Wand zum raumbildenden Objekt oder eigenem Raum werden kann.
Durch die beidseitig, gleich- und hochwertig ausgeführte Qualität bietet die Leichtbauwand Sysboard
die Möglichkeit, von allen Seiten aus frei im Raum stehen zu können. Der Innenraum kann als wertvoller
Stauraum genutzt werden. Dabei überzeugt die hervorragende Detaillösung der integrierten und
nahezu unsichtbaren Tür.
Die Jury würdigt diesen technisch hervorragend umgesetzten Entwurf mit dem 1. Preis in der Kategorie
Produktdesign im Industriegüter-Bereich aufgrund der besonders nachhaltigen Lösung in einem
massenrelevanten, ressourcenintensiven Markt.
Prof. Sebastian Feucht
34 Preisgekrönte Designleistungen

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Nachwuchsdesign
Produktdesign im Konsumgüterbereich
MODERN REPLACEMENT
Design:
Lenard Opeskin
,
Paul Judt
,
Duc Anh Trinh
,
Tom Kopp
, Dresden
In einer zunehmend digitalisierten Welt sind wir sind längst daran gewöhnt, dass Systeme miteinander
vernetzt sind und Daten in Echtzeit verarbeitet werden. Auch wenn wir uns dessen vielleicht nicht immer
unmittelbar bewusst sind. Autos, Babyphones, Küchenmaschinen und natürlich unsere Smartphones sind
nur ein Bruchteil der Milliarden Gegenstände, die bereits Daten in Echtzeit senden, verarbeiten und ausspielen.
Der mit „Industrie 4.0“ und „Internet of Things“ eingeläutete Paradigmenwechsel verschiebt jedoch die
Messlatte des Möglichen um ein Vielfaches. Es geht längst nicht mehr um die reine Übertragung und
Vernetzung von Daten. Das neue Wirkungsfeld: Die Optimierung und die Übertragung menschlicher
Fähigkeiten durch Mensch-Maschine Interaktionen. Wie digitale Technologien eingesetzt werden
können, um Menschen zum Beispiel komplexe motorische Bewegungsabläufe beizubringen, zeigt das
von den Nachwuchsdesignern Lenard Opeskin, Paul Judt, Duc Anh Trinh und Tom Kopp eingereichte
Projekt „Modern Replacement“ par excellence.
Konzipiert, um Profitänzern das Einstudieren Ihrer Choreographie fernab von ihrem Ensemble zu
ermöglichen, gibt die Anwendung Tänzern sowohl direktes haptisches Feedback am Körper über
Vibrationsgürtel und Armbänder, als auch visuelles Feedback durch Projektionen innerhalb des
Raumes. Dadurch können Tänzer nicht nur ihre eigenen, individuellen Bewegungsausführungen
erlernen und verbessern, sondern erfahren dank Bodenprojektionen auch weitere Orientierung
hinsichtlich ihres Zusammenspiels mit dem Ensemble.
Projekte, wie Modern Replacement, setzen voraus, dass Expertinnen unterschiedlichster Disziplinen - von
Systemdesign und Softwareentwicklung über Frontend- und UX Design bis hin zum Produktdesign
miteinander kollaborieren. Diese Zusammenarbeit ist häufig herausfordernd und erfordert neue, agile
Arbeitsprozesse sowie eine stark nutzerorientierte Denkweise.
Dem Nachwuchsdesigner Lenard Opeskin ist es gemeinsam mit seinem Team gelungen, nicht nur eine
visionäre Lösung für neue Handlungsfelder anzudenken und konzeptionell zu entwickeln, sondern auch
konkret umzusetzen. In Kooperation mit der Juniorprofessur für Technisches Design der TU
Dresden und den Werkstätten Hellerau entstand ein technisch funktionierendes, formal eigenständiges
und elegant umgesetztes Cyber-Psychisches System, das neue Anwendungsgebiete erschliesst und
hervorragend auf die kognitiven und physischen Voraussetzungen und Bedürfnisse der Nutzer
angepasst ist.
Judith Marthaler
36 Preisgekrönte Designleistungen

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Kommunikationsdesign
Turing – Graphic Novel
Design:
Robert Deutsch
, Leipzig
Seit kürzerer Zeit werden bedeutende kulturelle oder wissenschaftliche Leistungen, Epochen oder
Menschen auch in Comics oder Comics im Buchformat, sogenannte „Graphic Novels“, dargestellt. Diese
im Zeitalter von Internet, Social Media, Anime und Manga populären inhaltlichen und gestalterischen
Formen haben den unbestreitbaren Vorteil, ein junges Publikum für Dinge zu interessieren, die sie
ansonsten häufig gar nicht oder nur gezwungenermaßen wahrnehmen würden. Dabei gibt es allerdings
große Unterschiede in Differenziertheit und Qualität. Dem Leipziger Designer und Illustrator Robert
Deutsch ist es nach Auffassung der Jury vorzüglich gelungen, auf der Qualitätsstufe ganz oben zu stehen:
Seine Graphic Novel handelt vom Leben und Arbeiten des berühmten englischen Mathematikers,
Kryptoanalytikers und frühen Informatikers Alan Turing, der die theoretischen Grundlagen für die
moderne Computer- und Informationstechnologie schuf, an der Entzifferung der deutschen „Enigma“
der Nationalsozialisten beteiligt war und den nach ihm benannten „Turing Test“ (1950) erfand.
Robert Deutsch erzählt diese Geschichte sehr genau und einfühlsam und beleuchtet dabei in Text und
vorzüglicher Illustration ein ebenso schillerndes wie tragisches Leben, das zwischen wissenschaftlicher
Exzellenz und privatem Outsidertum pendelte: Turing war schwul, und er wurde 1952 gezwungen, sich
einer chemischen Kastration zu unterziehen. Seine Depressionen beendete er zwei Jahre später mit Suizid.
Die Jury ist der Auffassung, dass es Robert Deutsch bemerkenswert gut gelingt, all diese Facetten eines
komplizierten Lebens inhaltlich und vor allem illustrativ nachzuzeichnen, indem er unterschiedliche
Farben und subtil-differente Stile zum Einsatz bringt. Seine Arbeitsweise tariert feinsinnig die unter-
schiedlichen Lebenswelten aus. Die gezeichneten Welten balancieren zwischen einem surreal angehauchten
Pop-Stil und bizarren, märchenhaften Landschaften, in denen der Mensch nicht heldenmütig, sondern
eben menschlich zwischen Intellekt und Ohnmacht taumelt. Die Illustrationen spielen mit Andeutungen
und sind dennoch verständlich. Die Jury begeisterte sich sehr für diese spezifische Form und die
unverwechselbare Handschrift.
In der breit gefächerten Kategorie „Kommunikationsdesign“ wurden sehr viele und sehr unterschiedliche
Arbeiten eingereicht. Die Arbeit von Robert Deutsch sticht sowohl in ihrer zeichnerischen Fähigkeit als
auch in der inhaltlichen und erzählerischen Kompetenz so deutlich hervor, dass die Jury dem Projekt
Turing – Graphic Novel den Preis in der Kategorie „Kommunikationsdesign“ verleiht.
Prof. em. Dr. Uta Brandes
38 Preisgekrönte Designleistungen

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Nachwuchsdesign
Kommunikationsdesign
Hingeschmeckt und ausgeplaudert – ein Toolkit zur
Vermeidung von gustatorischem Analphabetismus
Design:
Teresa Trepte
, Dresden
Geschmacksdifferenzierungen und die Kenntnis von natürlichen Lebensmitteln sind heutzutage nicht
immer besonders ausgeprägt. Teresa Trepte, die mit dieser Arbeit ihren Master an der Hochschule
Anhalt machte, hat ein sehr umfangreiches Toolkit konzipiert und gestaltet, das aus zahlreichen
unterschiedlichen Elementen besteht. Die Jury war von der Vielfalt der diversen, ausgezeichnet
gestalteten Komponenten sehr beeindruckt und hob besonders lobend hervor, dass die als Kommunika-
tionsdesign eingereichte Arbeit nicht nur zwei-, sondern auch dreidimensional sorgfältig designte Objekte
enthält. Das Toolkit macht auf klug-experimentelle Weise Geschmack vielfältig erfahrbar.
Durch Learning by doing nähert man sich unbekannten oder vergessenen Geschmäckern an und
erweitert zugleich seinen Geschmackswortschatz – eine, wie die Jury befand, äußerst eigenständige und
originelle Zugangsweise, Geschmack zu erleben, zu erweitern, neu zu erfahren. Ein bewusster
Umgang mit natürlichen Lebensmitteln wird hier spielerisch erlernt, und jedes Mal kann eine neue
kulinarische Entdeckungsreise unternommen werden. Dazu trägt auch das Konzept bei, jeder Mahlzeit
ein „Motto“, eine Hauptzutat zuzuordnen und zum Star des kulinarischen Abends zu machen.
Die Jury äußerte sich vorbehaltlos anerkennend zur Komplexität der Arbeit: Konzept, gestalterische
Ausführung, Mannigfaltigkeit, Lernen durch subtile, keinesfalls aufdringliche Erklärungen und die
Möglichkeit, sich vom Einfachen zum „Höheren“ der Kulinarik unbeschwert vorzuarbeiten. Endgültig
überzeugte die Jury die Besonderheit und auch der Mut, das Toolkit unter der Kategorie „Kommuni-
kationsdesign“ einzureichen, denn die Breite der vorgestellten Schriften, Illustrationen und Objekte
ist ebenso ungewöhnlich wie gestalterisch vortrefflich ausgeführt.
Prof. em. Dr. Uta Brandes
41 Preisgekrönte Designleistungen

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Gestaltetes Handwerk
Räume zur Förderung und Therapie
Design:
Katrin Ursula Stapf
, Chemnitz
Auftrag/Herstellung: Laurin Therapie Design
Auf den ersten Blick mag es überraschen, dass dieses Projekt in der Kategorie „Gestaltetes Handwerk“
ausgezeichnet wurde. Denn hier geht es eher darum, einen atmosphärisch und psychologisch sehr
speziellen Gesamteindruck hervorzurufen, als um die einzelnen Objekte selbst (gut verarbeitete
weiche, helle Lederobjekte in naturhaft weichen Formen).
Die Jury zeichnete Konzept und Realisierung eines Therapieraums aus, um eine sehr komplexe Idee
von Handwerk zu kommunizieren; und das ist der Designerin bemerkenswert gut gelungen, trotz der
enormen Herausforderung, die an die Gestaltung eines solchen Raumes gestellt werden. Die Jury
befand die Gesamtgestaltung als außerordentlich glaubwürdig und qualitätvoll.
Katrin Ursula Stapf hat bereits eine lange Erfahrung im Design von Therapie- und Schutzräumen,
insbesondere in psychiatrischen Kliniken. Davon zeugt ihre beeindruckende Referenzliste. Und diese
Professionalität findet sich auch in dem hier eingereichten Projekt der Möblierung eines sogenannten
Time out-Raumes für Kinder und Jugendliche. Solche Räume dienen einer Auszeit für Personen im
Ausnahmezustand, deren Hyperaktivität oder Trotz- und Wutverhalten ein so starkes Maß annimmt, dass
sie sich in einem gesonderten Raum beruhigen und vor sich selbst geschützt müssen. Gemeinhin kennen
wir diese Räume unter dem ebenso schrecklichen wie realistischen Begriff „Gummizelle“.
Und genau hier setzt Katrin Ursula Stapf an: statt angsteinflößender Räume ein Raum in freundlichen,
hellen Farben, mit weichen, organischen Objekten zum Abreagieren. Diese Time out-Zonen bedürfen ja
zusätzlich eines besonders sorgfältigen Designs hinsichtlich der Unmöglichkeit einer Selbstverletzung:
keine sicht- und fühlbaren Schrauben, Dübel, Haken, Steckdosen, Ecken, Lüftungsschlitze etc..
Die Jury entschied sich nach intensiver Diskussion dafür,diesem komplexen Projekt den Preis in der
Kategorie „Gestaltetes Handwerk“ zuzuerkennen, um den Blick zu weiten und zu schärfen, dass es nicht
nur um einzelne, gut verarbeitete Objekte geht, sondern eben auch ein räumliches Gebilde sein kann,
das einem speziellen und spezifischen Zweck dient.
Prof. em. Dr. Uta Brandes
43 Preisgekrönte Designleistungen

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Nachwuchsdesign
Gestaltetes Handwerk
Freeride-Touring Ski | Exit World
Design:
Steven Busch und Vanessa Busch
, Sehma
Auftrag/Herstellung: Mushroom Productions, Sehma
Airport Exit bedeutet Flughafenausgang. Exit World bedeutet wohl eher Ausgang aus der Welt bzw. in
eine andere Welt. Dies meinen vermutlich die Designer des Freeride-Touring Ski, der sich eben nicht auf
Pisten bewegt, sondern eher im freien Gelände. Hier werden andere Eigenschaften benötigt, zum einen
als Steigski mit Fellen als auch als Ski zum Abfahren unter verschiedensten Geländebedingungen.
Ob Pulverschnee oder Bruchharsch, eine solcher Ski muss ein Allroundtalent sein und seine Fahrer in
jedem Gelände gut tragen. D. h. die Kombination aus einem Carbonaufbau und der Verwendung von
einheimischem Holzfurnier als Oberfläche ist eine völlig neue Kombination in der Welt der Skimanufaktur
oder –produktion. Das Design, was an den undurchdringlichen Wald Miriquidi im Erzgebirge
anknüpft, Leinölversiegelung und Verwendung heimischer Hölzer wie Esche entwickeln ein völlig neues
Design mit authentischem Charakter. Die Formensprache des Skis, besonders im Spitzenbereich, und
Skiende zeigen eine neue funktionale Gestaltung für das bessere Handling des Skis. Die manuelle
Fertigung und ökologische Ausrichtung des Produktionsprozesses vollenden den authentischen
Eindruck des neuen Freeride-Touring Skis. Eine hervorragende rundum gelungene Designleistung
des Handwerks!
Ullrich Hintzen
44 Preisgekrönte Designleistungen

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Sonderpreis
Sounddesign
ClinK immersive, interaktive, audiovisuelle Installation
+ Softwareentwicklung
Design:
Felix Deufel
,
Paul Schengber
,
David Simmons
, Leipzig
Auftrag/Herstellung: Wisp Kollektiv, Leipzig
Mit der Vergabe des Sonderpreises „Sound Design“ würdigt die Jury die herausragende Leistung von Felix
Deufel, Paul Schengber und David Simmons für ihr Mediendesign-Projekt ClinK. Damit soll die Bedeutung
von Akustik für Marketing und Produktgestaltung hervorgehoben werden. Deufel und Schengber als
renommierte Vertreter des Wisp-Kollektiv haben in ihrem Projekt erstmals die Symbiose von 3D-Sound-
design und 360° Visualisierung realisiert. Damit können menschliche Aktion, Visualisation und 3D-Audio
in eine nichtlineare interaktive Beziehung zueinander gesetzt werden. Das bietet große Potenziale für
die Produktakustik, insbesondere die Produktgestaltung, das Marketing und die akustische Kommunikation.
3D-Audio ist die Zukunft der digitalen Audiotechnologie.
Technologien der akustischen Kommunikation folgen gegenwärtig weltweit einem disruptiven Weg. Sie
transformieren Produkte, die bisher sehr teuer und kompliziert waren und machen diese so einfach und
billig, dass es sich mittelfristig immer mehr Kunden leisten können. Nur diese Form von Innovation führt
zu echtem Wachstum. Deutschland hat hier im Vergleich zur USA und auch zu China einen starken
Nachholbedarf. Die Preisträger skizzieren nun neue audiovisuelle Ansätze einer zukünftigen Mensch-
Technik-Interaktion. Diese spielt sich in akustischen Räumen ab. Hier findet Kommunikation statt,
zwischen Menschen untereinander und zwischen Menschen und den von ihnen produzierten Artefakten.
Der akustische Kanal gehört dabei zu den wichtigsten Kommunikationskanälen des Menschen überhaupt.
Das mit Bedacht von den Preisträgern konzipierte Zusammenspiel von Audio und Video entfaltet intensive
immersive Wirkungen und durchbricht immer wieder die „Schallmauer“ tradierter Wahrnehmungsmuster.
Es erweist sich als ein mächtiges Instrument, um die Begrenzungen audiovisueller Reizüberflutung
auszuloten. Darüber hinausgehend bietet sich eine Perspektive, die Schnittstelle zwischen Realität und
Virtualität aufzulösen und in ganz neue Erlebensräume einzutauchen, jenseits althergebrachter Rituale
und multimodaler Klischees. Deufel und Schengber laden mit ihren bemerkenswerten Installationen
dazu ein, Gesehenes im Hörbaren und Hörbares im Sichtbaren neu zu entdecken und somit die grenz-
überschreitenden Potenziale der multisensuellen Kommunikation weiter zu erforschen und praktikabel
zu machen.
Dr. Friedrich E. Blutner
46 Preisgekrönte Designleistungen

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Publikumspreis
Corporate Identity / Corporate Design für die
Natur- und Umweltschule Dresden
Design:
Thomas Neugebauer
, Dresden
49 Preisgekrönte Designleistungen

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Die Nominierungen
©
MEISSEN®

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Produktdesign im Industriegüterbereich
UtiliTools LMNInspector
Design:
Uwe Mayer
,
Christoph Gommel
,
Carsten Schurig
, Radebeul
Auftrag/Herstellung: UtiliTools GmbH, Radebeul
Der „LMN-Inspector“ ist als Messgerät ein professionelles Diagnose- und Prüfgerät für die Energie-
wirtschaft und für den täglichen Arbeitseinsatz vor Ort konzipiert. Durch die kompakten Abmessungen
und den Akkubetrieb erhöht sich die Flexibilität bei der Benutzung. Die Basis des Produktes besteht aus
einem farbigen Aluminiumgehäuse und einem selbstleuchtenden OLED-Display mit zwei angrenzenden
Drucktasten. Die zwei Membrantasten geben auch bei der Benutzung mit Arbeitsschutzhandschuhen ein
taktiles Feedback. Das auf die wesentlichen Funktionen reduzierte Interface ist auf eine intuitive Bedienung
ausgelegt und auch ohne Bedienungsanleitung verständlich. Die technische Konzeption
erlaubt dank leistungsfähiger Komponenten auch die Anpassung an zukünftige Entwicklungen im Bereich
des Smart-Metering.
Die Jury überzeugte insbesondere die hochwertige Anmutung und die ausgezeichnete Produktqualität
mit der der „LMN-Inspector“ im Bereich von professionellen Messgeräten positioniert wird. Die Adaption
der Designsprache von mobilen Produkten aus der Unterhaltungselektronik überzeugt und das eindeutige
Erscheinungsbild sorgt im Zusammenhang mit der kräftigen blauen Farbgebung für einen hohen
Wiedererkennungswert. Das Konzept der technischen Erweiterbarkeit ist eine hervorragende Ausgangs-
basis für ein langlebiges Produkt bzw. eine ganze Produktfamilie. Sehr gut integrierte technische
Details und eine hohe Verarbeitungsqualität runden den Gesamteindruck schließlich überzeugend ab.
Damit hinterlässt der „LMN Inspector“ einen sehr hochwertigen Eindruck und steht für eine neue
Produkt- und Designqualität in seinem Branchenumfeld.
Prof. Jan Vietze
54 Nominierungen

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Produktdesign im Industriegüterbereich
Highvolt - HiRes Probe
Design:
Marco Zichner
,
David Rost
, Dresden
Auftrag/Herstellung: Highvolt Prüftechnik Dresden GmbH
Mit dem Highvolt – HighRes Probe legen die Dresdner Designer Marco Ziechner und David Rost ein
Produkt besonderer Güte für Impulsspannungsprüfungen vor.
Hersteller von Kabeln, Transformatoren und Ableitern werden zukünftig aus dem Unternehmen Highvolt
ein modulares Plug’n Play-Einschubsystem zur Verfügung haben. Dieses bietet neben einer massiven
Materialität für eine elektromagnetische Verträglichkeit und Sicherheit vor allem ein zeitsparend zu
konfigurierendes Gehäusesystem. Der Benutzer kann anhand der farblich gestalteten Bedienelemente
die Messtechnikplattform intuitiv bedienen und werkzeuglos benutzen.
Die Jury ist von dem auf den ersten Blick unscheinbaren Produkt beeindruckt. Trotz der Einfachheit in
der Gestaltung strahlt es eine hohe Ordnung und klare Gliederung aus. Die hohe elektromagnetische
Verträglichkeit wird allein schon durch die robuste und massive Materialität symbolisiert und kommu-
niziert. Der modulare Aufbau ermöglicht eine schnelle Konfiguration für verschiedene Anwendungen.
Die Jury würdigt besonders den Aufwand, der zur Steigerung der Produktqualität eingesetzt wurde und
nominiert den Highvolt - HiRes Probe in der Kategorie Produktdesign im Industriegüter-Bereich.
Sebastian Wolfram
56
Nominierungen

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Produktdesign im Industriegüterbereich
Designentwicklung für Bergmann,
„Argenic“ Poolwasserdesinfektion
Design:
Markus Trappe
, Dresden
Auftrag/Herstellung: VISUALES® - Agentur für Markenbildung e. K., Dresden
Der Designer Markus Trappe hat in Zusammenarbeit mit Bergmann Schwimmbadbau, die bisher in der
Poolwasseraufbereitung unübliche Silber-Ionen-Desinfektion in eine klare, funktionale und stilvolle
Gehäuseform verpackt und auch für ein einfaches, ergonomisches Bedienen gesorgt. Der Einsatz eines
Displays zur Steuerung bietet für den Pool-Besitzer ein einfaches, zeitgemäßes und sicheres Bedienen.
Durch die intelligent geteilte Gehäuseform können Servicetechniker an allen Standorten des Gerätes das
Gehäuse problemlos öffnen. Das schlichte, sachlich wirkende Gehäuse mit den glatten klaren
Formen lässt sich sehr gut reinigen und hält sich gestalterisch zurück. Hiermit passt es in viele
Umfelder der Poollandschaften.
Klare Formen mit sauberen Trennungen, die funktional und technologisch nachvollziehbar sind, macht
die Argenic Poolwasserdesinfektion zu einem modernen Gerät, das sich deutlich von den marktüblichen
Pooldesinfektionsgeräten abhebt, die meist durch technischen Anlagenbau geprägt sind.
Die vorgesetzte Stehle aus gebürstetem Edelstahl vor dem eigentlichem Gerät mit integriertem Display
hebt sich gestalterisch von dem weiß lackiertem Gehäuse ab und ergibt damit eine Trennung von
Technikeinheit und Bedienfeld. Diese Bauform bietet die Chance, verschiedene Baugrößen anzubieten
oder eine Produktfamilie daraus zu entwickeln. Die Materialkombination aus Edelstahl und weiß
lackiertem Körper erinnert an die maritime Yachtgestaltung und passt dadurch sehr gut zu einem
hochwertigen Poolumfeld.
Die Jury war vor allem durch den klaren, modernen und funktionalen Aufbau in hoher technischer
Umsetzungsqualität beeindruckt. Das Argenic Poolwasserdesinfektion-Gerät erweckt einen hochwertigen
zuverlässigen Eindruck, das die Funktion der sicheren Wasseraufbereitung sehr gut unterstreicht.
Prof. Sebastian Feucht
58 Nominierungen

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Nachwuchsdesign
Produktdesign im Industriegüterbereich
Neugestaltung eines Warndreiecks
Design:
Bastian-Jirko Spinger
, Dresden
Auftrag/Herstellung: avid Designstudio GbR, HTW Dresden
Die hier vorgelegte Designleistung setzt zunächst vor allem bei den praktisch-technischen Aspekten von
Warndreiecken an, indem sie die Aufstellung des Dreiecks erheblich erleichtert:
Zum Öffnen greift der Benutzer durch ein am Ende eines Dreiecksschenkels integriertes Griffloch, zieht
Basis- und Seitenschenkel auseinander, entfaltet so dazwischen den zweigeteilten, mit Scharnier auf
halbe Länge zusammengelegten zweiten Seitenschenkel und bringt ihn in eine gerade Position, in der er
das Dreieck gegenüber abschließt. In wenigen Sekunden ist das Dreieck damit komplett aufgebaut –
auch in schwierigen und stressgeladenen Unfallsituationen, in denen dies bei herkömmlichen Warn-
dreiecken häufig nicht gut gelingt. Diese einfache und wohl auch leichtere Konstruktion lässt dem
Aufstellenden mehr Handfreiheit für andere notwendige Sicherungsmaßnahmen.
Für diese bemerkenswerte Verbesserung der Bedienbarkeit sind keinerlei Abstriche an der Funktionalität,
Signalwirkung oder Ästhetik des Warndreiecks gemacht worden: Durch eine umfassende, durchdachte
Neuinterpretation, bei der all diese Aspekte gleichermaßen im Blick behalten worden sind, hat der
Designer das Warndreieck auf seine wirklich entscheidenden Charakteristika reduziert und gewährleistet
auch mit diesen einfachen Mitteln unverminderte Wahrnehmbarkeit und Signalwirkung. Die Gestaltung
emanzipiert sich von dem herkömmlichen, stark einem Verkehrszeichen nachempfundenen Dreieck mit
ganz oder teilweise zusätzlich durch Folie gefülltem Mittelraum, indem sie sich auf den bekannten Umriss
mit seiner schon für sich genommen nachhaltigen Signalwirkung beschränkt. Alles ist minimalistisch
und filigran gehalten, aber keineswegs weniger wirkungsvoll. Dank seiner fluoreszierenden Tagleuchtfolie,
einer LED-Leiste im Basisschenkel und einer Blink-LED am höchsten Punkt fällt das Dreieck zu jeder
Tages-/Nachtzeit unübersehbar ins Auge. Die kompakte, leicht konvexe und durch klare Kantenführung
akzentuierte Gestaltung der Schenkel ist formschön und robust, sicher gehalten von dem stabilen
Bodenständer. Der Verzicht auf Signalfolie im Innenraum (mit ihrem unvermeidlich instabilen Aussehen)
unterstreicht diese vertrauenerweckende Wirkung noch. Optisch wie haptisch vermittelt das Dreieck
einen sehr ästhetischen, anwenderfreundlichen und zuverlässigen Eindruck und unterstützt die
Handelnden so nicht zuletzt auch mental.
Barbara Preißner
61 Nominierungen

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Nachwuchsdesign
Produktdesign im Industriegüterbereich
Flugzeugschlepperkonzept
Design:
Marek Holovac
, Dresden
Flugzeugschlepper prägen das Erscheinungsbild eines Flughafens. Sie sind ein wichtiger und visuell
präsenter Teil des Abfertigungsprozesses und werden gerne von großen und kleinen Passagieren bestaunt.
Ihre Aufgabe ist beispielsweise das Ein- und Ausparken von Flugzeugen. Technologieträger wie dieser
neuartige Flugzeugschlepper benötigen auch einen entsprechenden gestalterischen Ausdruck, um die
innovative Lösung eindeutig nach außen zu kommunizieren, denn sie zeugen von der technischen
Kompetenz und Leistungsfähigkeit des jeweiligen Flughafens.
Der Entwurf stellt die Vision eines automatisiert fahrenden Fahrzeugkonzeptes im Bereich von Flughäfen
dar. Die kugelförmigen Räder sollen einen omnidirektionalen Betrieb ohne den üblichen Wenderadius
ermöglichen. Der Einsatz dieser neuartigen Fahrwerkslösung verbessert die Einsatzmöglichkeiten und
soll die Lagerung des Bugfahrwerks schonen. Die Formensprache wurde u.a. aus den kugelförmigen
Radabdeckungen generiert. Gestalterisch wird das Fahrzeug in drei primäre Funktionsbereiche gegliedert.
Die Jury überzeugte das innovative Antriebskonzept und der engagierte Einsatz gestalterischer Mittel
bei diesen sonst oft rein technisch-konstruktiv ausgeführten Spezialfahrzeugen. Der neuartige Flugzeug-
schlepper ist durchgängig gestaltet und alle einzelnen Elemente wurden zu einem dynamischen Korpus
vereint. Das Gestaltungskonzept und die grundsätzlichen Funktionen bleiben verständlich und sehr gut
nachvollziehbar. Der Einsatz von Licht als Funktions- und Gestaltungsmittel in Form einer markanten
Außenbeleuchtung berücksichtigt auch das Erscheinungsbild bei Dunkelheit. Insgesamt wird hier der
Nutzen von visionären Fahrzeugkonzepten, auch im Sinne einer übergreifenden Produktsprache und
eines hohen Wiedererkennungswertes, deutlich gezeigt.
Prof. Jan Vietze
63 Nominierungen

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Nachwuchsdesign
Produktdesign im Industriegüterbereich
Entwicklung eines optoelektronischen
Vorspannungsmessgeräts für Riementriebe
Design:
Marcel Ebert
, Sohland
Team: Dr. Ing. Thomas Nagel / Institut für Feinwerktechnik und ElektronikDesign, TU Dresden
Das vorgelegte Messgerät kommt bei Zahn- und Keilriemen sowie Keilriemenrippen zum Einsatz. Zentrale
Punkte bei der Gestaltung waren eine intuitive und zugleich souveräne Handhabung bei einer
herausragenden Messtechnik.
Mechaniker, Monteure und Anlagenbauer haben mit dem optoelektronischen Vorspannungsmessgerät
ein langlebiges und einfach bedienbares Arbeitsmittel zur Verfügung, welches vor allem seine Vorzüge
bei der Verwendung in beengten Arbeitsräumen zeigt. Hervorzuheben ist, dass für die Anwendung in
besonders schwer zugänglichen Stellen ein flexibler Sensorarm über eine USB-Schnittstelle mit dem
Gerät verbunden werden kann.
Die Jury hat vor allem die Orientierung an den Bedürfnissen der Nutzer überzeugt. An eine Handhabung
des Messgerätes mit Handschuhen wurde ebenso gedacht, wie an eine taktile Wahrnehmung von griffigen
Materialien.
In der Kategorie Nachwuchsdesign - Produktdesign im Industriegüter-Bereich möchte die Jury eine
studentische Konzeptarbeit würdigen, welche zu einem herausragenden Produkt entwickelt werden kann.
Marcel Ebert hat gezeigt, dass er bei seiner Ausbildung erworbenes Wissen in der Praxis mit überzeugender
Qualität anwenden kann. Er ist in der Lage, auch mit schwierigen technischen und produktspezifischen
Anforderungen einen ausgezeichneten sowie ästhetischen Designentwurf mit einer hohen Produktreife
zu erarbeiten. Die Verbindung einer hohen Funktionalität mit einer sehr reifen Designausstrahlung
würdigt die Jury mit der Nominierung zum Sächsischen Staatspreis für Design 2018 in der Kategorie
Nachwuchdesign - Produktdesign im Industriegüter-Bereich.
Sebastian Wolfram
65 Nominierungen

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Produktdesign im Konsumgüterbereich
Sysboard/WALL
Das ökologische Leichtbauwandsystem
Design:
Jan Hartmann, Andreas Neubert, Johann Schmidt
, Leipzig
Auftrag/Herstellung: STUDIO HARTENSTEINER GmbH
Ressourcenleichte Lösungen sind möglich!
Dies zeigt die ökologische Leichtbauwand Sysboard auf hervorragende Weise, ohne dabei den klassischen
ökochic-Klischees zu verfallen. Das Wandsystem ist im Kern eine naturfaserverstärkte Wabenplatte, die
bis zu 70 % weniger Materialeinsatz im Vergleich zu Vollwerkstoffen verwendet. Die Materialeinsparung
ist nicht nur aus ökologischer Sicht absolut sinnvoll, sie ermöglicht damit auch ein einfaches und leichtes
Handling beim Auf- und Abbau, was den ArbeiterrInnen viel Kraft, und Anstrengung sowie Zeit erspart.
Durch die hochwertige Umsetzung kann das Wandsystem problemlos mehrfach Verwendung finden und
ersetzt den im Messebau immer noch stark verbreiteten, verschwenderischen Einwegeinsatz von Wand-
panelen. Des Weiteren erzielt das Leichtbauwandsystem außerhalb des Messebaus, bei unterschiedlicher
Raumnutzung und häufigen Umbauten, in der Innenarchitektur erhebliche Ressourceneinsparungs-
potenziale durch Wiederverwendung und Wandlungsfähigkeit. Die Mehrfachverwendung und
Wandlungsfähigkeit wird durch intelligente, patentierte Verbindungen und Zusatzelemente ermöglicht.
Das Wandsystem ist auch ohne besondere handwerkliche Kenntnisse leicht auf-, ab- und umzubauen.
Da es auf jeder Messe an Stauraum mangelt, war die Jury besonders von der ökointelligenten Lösung,
die Wand mittels Generierung von Stauraum zum eigenständigen Stehen zu verhelfen, beeindruckt.
Dadurch wird ein sonst übliches Ständerwerk obsolet. Als weiteren Vorteil kann die Wand dadurch zum
raumbildenden Objekt oder eigenem Raum werden. Durch die beidseitig, gleich- und hochwertig
ausgeführt Qualität bietet die Leichtbauwand Sysboard die Möglichkeit von allen Seiten, frei im Raum
stehend, für Präsentationen genutzt zu werden, ohne das es eine unschöne Rückseite gibt.
Sysboard drängt sich ästhetisch nicht in den Vordergrund. Durch die schlichte, extrem zurückhaltende
und funktional geprägte Gestaltung der Stellwand lässt sie größten Freiraum für Präsentationen.
Prof. Sebastian Feucht
66 Nominierungen

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Produktdesign im Konsumgüterbereich
Mobiler Partygrill SPIKER
Design:
Daniela Heger
, Chemnitz
Der „Spiker" Partygrill ist eine spezialisierte Art von Gasgrill – konzipiert zum Grillen von verschiedenen
Speisen, die auf einem Spieß befestigt werden können, wie z.B BBQ, Spießbraten, Döner oder Teigmantel-
und Gemüsegerichte. Üblicherweise findet man diese Art von Küchengerät nur im Gastronomiegewerbe.
Um die Versorgung mit gegrillten Kreationen auch außerhalb dieser Bereiche zu ermöglichen, stellt das
Produkt eine sehr gute Alternative dar. Das geringe Gewicht und der einfache Aufbau unterstützen den
Aspekt der Mobilität. So lässt sich der „Spiker“ durch den batteriebetriebenen Drehspieß auch ohne
Elektroanschluss draußen z.B. im Park oder auch für das Catering bei Veranstaltungen einsetzen. Voraus-
gesetzt man bringt auch die benötigte Gasflasche mit.
Die Jury überzeugte vor allem die konsequente Formensprache und das auf das Wesentliche reduzierte
Produktkonzept. Der Spiker Partygrill ist eindeutig und logisch gestaltet, der technische Aufbau überzeugt
und die einzelnen Elemente wurden sehr gut in die kompakte Einheit integriert. Die Material- und
Farbkombination vermittelt einen hochwertigen Eindruck und die Bedienung gestaltet sich sehr einfach.
So passt sich das Gerät gestalterisch auch sehr gut in jede Art von Küche ein. Auch an eine einfache
Reinigung als Teil des Nutzungsprozesses wurde gedacht. Ein Transportkonzept ohne zusätzliche
Verpackung würde die Mobilität noch weiter steigern bzw. die Aufbewahrung bei Nichtbenutzung
erleichtern. Insgesamt zeigt sich der Partygrill als sehr gut konzipierte und gestaltete Neuerscheinung,
die das Grillen am Spieß einem breiten Publikum zugänglich macht.
Prof. Jan Vietze
68 Nominierungen

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Produktdesign im Konsumgüterbereich
Einlegesohle AirSole Fresh
Design:
Uwe Fischer
, Plauen
Auftrag/Herstellung: progressio
Uwe Fischer ist es gelungen, aus dem verstaubten, muffig anmutenden, oft nur orthopädisch geprägten
Produkt ‘Einlegesohle’ ein modernes, frisches und attraktives Hightech-Produkt zu gestalten. Durch das
traditionelle Besticken eines 3D Abstandsgewirkes sind kleine Luftkammern entstanden. Diese sind zum
einen gestaltbildend eingesetzt und geben der Einlegesohle die moderne, einmalige Anmutung. Zum
anderen sind die so entstandenen Air-Pads funktional notwendig, um die Einlegesohle zu einem wohl-
tuenden Ganzjahres-Begleiter zu machen.
Die partiell polsternden Funktionen der Air Pads bewirken ein leichtes Massieren der Fußsohle und bieten
damit Tragekomfort und nicht so rasches Ermüden der Füße für alle, die lange auf den Beinen sein müssen.
Zudem halten im Winter die Luftkammern den Fuß länger warm und im Sommer nehmen sie die Feuch-
tigkeit des Fußschweißes auf, um ein angenehmes Schuhklima zu gewährleisten. Damit werden
unangenehme Gerüche minimiert. Somit ermöglicht die Einlegesole Air Fresh auch Schuhe problemlos
barfuß zu tragen. Der Nachhaltigkeitsaspekt ist, dass durchgelaufene Schuhe oder minderwertige Schuhe
mit hohem Tragekomfort getragen werden können. Durch die Maschinenwaschbarkeit der Sole ist sie
lange Zeit nutzbar. Die grüne Farbe signalisiert wohltuende Frische und platziert damit die Einlegesohle
eindeutig im modischen Funktionsbekleidungs-Kontext.
Der Jury hat besonders die Verknüpfung von traditionellen und modernen Techniken imponiert und dass
die Funktion der Air Pads gestalterisch genutzt wird. Durch die Möglichkeit unterschiedlicher Strickmuster
sind sehr unterschiedliche Sohlen herstellbar, die trotzdem einen hohen Wiedererkennungseffekt haben.
Prof. Sebastian Feucht
70 Nominierungen

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Nachwuchsdesign
Produktdesign im Konsumgüterbereich
MODERN REPLACEMENT
Design:
Lenard Opeskin
,
Paul Judt
,
Duc Anh Trinh
,
Tom Kopp
, Dresden
In einer zunehmend digitalisierten Welt sind wir sind längst daran gewöhnt, dass Systeme miteinander
vernetzt sind und Daten in Echtzeit verarbeitet werden. Auch wenn wir uns dessen vielleicht nicht immer
unmittelbar bewusst sind. Autos, Babyphones, Küchenmaschinen und natürlich unsere Smartphones sind
nur ein Bruchteil der Milliarden Gegenstände, die bereits Daten in Echtzeit senden, verarbeiten und ausspielen.
Der mit „Industrie 4.0“ und „Internet of Things“ eingeläutete Paradigmenwechsel verschiebt jedoch die
Messlatte des Möglichen um ein Vielfaches. Es geht längst nicht mehr um die reine Übertragung und
Vernetzung von Daten. Das neue Wirkungsfeld: Die Optimierung und die Übertragung menschlicher
Fähigkeiten durch Mensch-Maschine Interaktionen.Wie digitale Technologien eingesetzt werden können,
um Menschen zum Beispiel komplexe motorische Bewegungsabläufe beizubringen, zeigt das von Nach-
wuchsdesigner Lenard Opeskin eingereichte Projekt „Modern Replacement“ par excellence. Konzipiert,
um Profitänzern das Einstudieren Ihrer Choreographie fernab von ihrem Ensemble zu ermöglichen, gibt
die Anwendung Tänzern sowohl direktes, haptisches Feedback am Körper über Vibrationsgürtel und
Armbänder, als auch visuelles Feedback durch Projektionen innerhalb des Raumes. Dadurch können Tänzer
nicht nur ihre eigenen, individuellen Bewegungsausführungen erlernen und verbessern, sondern erfahren
dank Bodenprojektionen auch weitere Orientierung hinsichtlich ihres Zusammenspiels mit dem Ensemble.
Projekte wie Modern Replacement setzen voraus, dass Expertinnen unterschiedlichster Disziplinen - von
Systemdesign und Softwareentwicklung über Frontend- und UX Design bis hin zum Produktdesign
miteinander kollaborieren. Diese Zusammenarbeit ist häufig herausfordernd und erfordert neue, agile
Arbeitsprozesse, sowie eine stark nutzerorientierte Denkweise.
Dem Nachwuchsdesigner Lenard Opeskin ist es gemeinsam mit seinem Team gelungen, nicht nur eine
visionäre Lösung für neue Handlungsfelder anzudenken und konzeptionell zu entwickeln, sondern auch
konkret umzusetzen. In Kooperation mit der Juniorprofessur für Technisches Design der TU Dresden und
den Werkstätten Hellerau entstand ein technisch funktionierendes, formal eigenständiges und elegant
umgesetztes Cyber-Psychisches System, das neue Anwendungsgebiete erschliesst und hervorragend auf
die kognitiven und physischen Voraussetzungen und Bedürfnisse der Nutzer angepasst ist.
Judith Marthaler
73 Nominierungen

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Nachwuchsdesign
Produktdesign im Konsumgüterbereich
ENAD - Mobile Workstation für digitale Nomaden
Design:
Steve Leisner
, Müglitztal
Nur auf den allerersten Blick könnte ein flüchtiger Betrachter meinen, es hier mit einer weiteren, leichten
Abwandlung des bekannten Laptop- bzw. Medienrucksacks herkömmlicher Machart zu tun zu haben.
Bei näherem Hinsehen zeigt sich hingegen schnell, dass hier nicht nur Computer, Festplatte, Kabel und
ähnliches Zubehör, in geschickt ausgeklügelten Innenfächern verstaut, transportiert werden sollen.
Vielmehr haben wir eine als Kompletteinheit konzipierte, vollständige Arbeitsumgebung für Computer-
nutzer vor uns – bestehend aus dem Laptop selbst, zwei seitlich herausziehbaren Sichtblenden, die in
integrierten Fächern auch Briefe und Zettel, Stifte und Schreibtischutensilien aufnehmen und bereit-
halten können, und als Clou einer eigenständigen Stromversorgung durch Solarzellen auf der Rückseite
des Rucksacks sowie zahlreichen erweiternden Anschlussmöglichkeiten, die ebenfalls im Rucksack
mitgetragen werden.
So werden Nutzerinnen und Nutzer dieser mobilen Workstation tatsächlich an jedem denkbaren Ort
vollkommen mobil und unabhängig von stationären Stromquellen, Batterien oder Akkus. Die seitlichen
Sichtblenden lassen sich auch nach vorn zum/r Arbeitenden hin abklappen, so dass sie in jeder Position
Sonnen- und Blendschutz geben können. Bis zu einem gewissen Grad schirmen sie auch vor Störungen
ab und steigern so Konzentration und Wohlbefinden. Der mobile Kleinsekretär mit allem, was man am
Arbeitsplatz so braucht, ist stets zur Hand. Auch für den großen Bedarf an Anschluss- und Speichermög-
lichkeiten, den gerade Angehörige der Kreativbranche oft haben, ist ebenfalls vorgesorgt. Und bei all
dem hält sich der übliche „Kabelsalat“ in erfreulich engen Grenzen.
Insgesamt eine gut durchdachte Lösung von hoher Funktionalität und bemerkenswerter Nachhaltigkeit,
an der freiheitsliebende, digitale Nomaden ihre Freude haben werden. Dies umso mehr, als die Workstation
dank strikt durchgehaltener Beschränkung auf das wirklich Wesentliche von Abmessungen und Gewicht
her durchaus handlich wirkt. Mit diesem komfortablen tragbaren Arbeitsplatz inklusive eingebautem
Kleinkraftwerk kann der nächste Jahrhundert-Sommer getrost kommen!
Barbara Preißner
75 Nominierungen

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Nachwuchsdesign
Produktdesign im Konsumgüterbereich
urbanGhost
Design:
Nicole Scheller
, Dresden
Der „urbane Geist“ verpuppt sich in einer „intelligenten“ Jacke als Schutz vor Überwachungstechnologien
im öffentlichen Raum. Die junge Designerin Nicole Scheller hat damit ein Stück kritischer Mode für alle
geschaffen, die sich der potenziellen permanenten Kontrolle in der Stadt entziehen wollen. Die große
(aber dennoch auch unter modischen Gesichtspunkten coole) Kapuzen-Jacke verwischt Geschlecht,
Größe, Umfang einer Person, und zusätzlich werden technologische Details eingesetzt, die die Wieder-
erkennbarkeit verunmöglichen sollen: Je nach Tages- oder Nachtzeit führen in die Kapuze eingearbeitete
LEDs zu einem Überblendungseffekt, die die Identität schützen. So bleibt es jedem Menschen selbst
überlassen, ob überhaupt oder wann er seine Privatheit in der Öffentlichkeit zur Schau stellen möchte.
Die Jury überzeugte dieser Ansatz als visuelles wie als politisches Statement: Eine starke und subversive
Gestaltung, die dem Mode-Design einen zusätzlichen Nutzen verleiht. Und dafür, dass es sich um eine
Anerkennung in der Kategorie Nachwuchs handelt, wurden die Ausarbeitung (eine real tragbare Jacke)
und die Anmutung als sehr gut bewertet – auch wenn die Technologie, die hier zum Zwecke der Anony-
misierung von Personen zum Einsatz kommt, ganz sicher noch einige Herausforderungen für die
Designerin auf dem Weg vom Prototyp zur realisierten Jacke bereithalten wird.
Alles in allem jedoch ein sehr besonderer Mode-Ansatz, der zum Nachdenken nicht nur über ein
Kleidungsstück anregt, sondern darüber hinaus die Reflexion über gesellschaftliche Prozesse der Kontrolle
und des Schutzes der Privatheit bzw. des Ausgeliefert-Sein provoziert. Konzept und Ausführung
überzeugten die Jury, so dass „urbanGhost“ zu den drei Nominierten in dieser Kategorie gehört.
Prof. em. Dr. Uta Brandes
77 Nominierungen

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Kommunikationsdesign
Opernmouth - Buchreihe
Design:
Petra Sprenger
, Dresden
Herausragendes Design, fokussiert sich nicht ausschließlich auf die Gestaltung eines für sich alleine
stehenden Produktes, sondern bezieht stets die Beziehung zur Nutzerin mit ein, regt Dialog an und schafft
neue Zugänge und Erlebnisräume. Genau dies ist der Designerin Petra Sprenger mit den von Ihr
konzipierten und umgesetzten Opernführern hervorragend gelungen.
Durch ein ausgewogenes Zusammenspiel von Text und Illustration erschließt sich Leserinnen aller
Altersklassen die jeweilige Geschichte der Oper leichtfüßig und humorvoll. Die handlichen Opernführer
sind dabei nicht nur bei der Vorbereitung zuhause nützlich, sondern können dank ihres Pocket-Formats
hervorragend als Orientierungshilfe während eines Opernbesuchs genutzt werden.
Die besondere Qualität der Buchreihe liegt nicht nur im gelungenen Zusammenspiel von Idee, Konzept,
Text, Gestaltung und Illustration – sondern auch in ihrer hohen Gebrauchstauglichkeit, ihrer schlüssigen
Eigenständigkeit und der hochwertigen Produktion.
Judith Marthaler
78 Nominierungen

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Kommunikationsdesign
Turing – Graphic Novel
Design:
Robert Deutsch
, Leipzig
Dem Leipziger Designer und Illustrator Robert Deutsch ist es nach Auffassung der Jury brillant gelungen,
auf der Qualitätsstufe von Graphic Novels ganz oben zu stehen: Er hat sich das Leben und Arbeiten des
berühmten englischen Mathematikers, Kryptoanalytikers und frühen Informatikers Alan Turing zum
Thema genommen. Robert Deutsch erzählt in seiner Graphic Novel sehr genau und einfühlsam
die Geschichte des Alan Turing, und er beleuchtet in Text und Illustration ein ebenso schillerndes wie
tragisches Leben, das zwischen wissenschaftlicher Exzellenz auf der einen und privatem Outsidertum auf
der anderen Seite pendelte: Turing war schwul, und er wurde 1952 gezwungen, sich einer chemischen
Kastration, zu unterziehen. Seine Depressionen beendete er zwei Jahre später mit Suizid.
Die Jury ist der Auffassung, dass es Robert Deutsch ausgezeichnet gelingt, all diese Facetten eines
komplizierten Lebens inhaltlich und vor allem illustrativ nachzuzeichnen, indem er unterschiedliche
Farben und subtil-differente Stile zum Einsatz bringt. Seine Arbeitsweise tariert feinsinnig die
unterschiedlichen Lebenswelten aus. Die Illustrationen spielen mit Andeutungen und sind dennoch
verständlich. Die Jury begeisterte sich sehr für diese spezifische Form, diese unverwechselbare
Handschrift.
Prof. em. Dr. Uta Brandes
80 Nominierungen

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Kommunikationsdesign
FAHR RAD! Die Rückeroberung der Stadt
Design:
David Voss
,
Ondine Pannet
,
Lisa Pflästerer
, Leipzig
Auftrag/Herstellung: Deutsches Architekturmuseum, Frankfurt
Das Buch Fahr Rad!, das als Katalog zur Ausstellung des Deutschen Architekturmuseums Frankfurt
entstanden ist, bietet Stadt-, Grünflächen- und Verkehrsplanern auf 278 Seiten eine klar aufbereitete
Zusammenstellung anregender und beispielgebender Projekte weltweit zum schöneren Radfahren.
Lebenswert und intelligent geplante Städte ermöglichen nicht nur eine Vielfalt von Aufenthaltsqualitäten
sondern auch Fortbewegungsmöglichkeiten für verschiedene Geschwindigkeiten - Spaziergänger, Roller-,
Rad- und Rolatorfahrer sollen nicht in Konflikt miteinander und vor allem nicht mit Autofahrern geraten.
Die Jury schätzt die Korrespondenz der inhaltlich und formalen Klarheit in der Darstellung der verschie-
denen Projekte, die durch ebenso klar in die Gesamtgestaltung eingefügte Essays ergänzt wird. Als
tragendes und durchgehend gut angewandtes Konzept erweist sich die bereits auf der Titelseite
angelegte, subtile, methodische, grafische Bearbeitung aller Elemente des Buches, in deren Ergebnis eine
überzeugende, unaufdringliche, aber spannende, gestalterische Verwandtschaft aller Bestandteile erreicht
wird. Dazu trägt wesentlich auch die kompositorische Qualität der verwendeten Fotografien bei, deren
zurückhaltende Farbsättigung gut mit den Farbtönen der Auszeichnungsschriften, Diagramme und
anderen, inhaltlichen Grafiken zusammenklingt. Ebenso vermitteln die Proportionen des Buchkörpers
und der darauf abgestimmte Satzspiegel - zusammen mit der hervorragenden Verarbeitung und Bindung
des Papiers - auf überzeugende und konzentrierte Weise eine besondere Wertschätzung für die
dargestellten Projekte, die sich sehr schlüssig in der Qualität der Gesamtgestaltung und Herstellung des
Buches widerspiegelt.
Linda Pense
82 Nominierungen

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Nachwuchsdesign
Kommunikationsdesign
Fabmobil
- ein fahrendes Design- und Technologielabor
Design:
Sebastian Piatza
, Dresden
Auftrag/Herstellung: Constitute e.V.
In einer Welt und in einer Gesellschaft, die sich durch technologischen Fortschritt, zunehmende
Digitalisierung und globale Interdependenzen in permanentem und immer schnellerem Wandel befindet,
ist die zentrale gesellschaftliche Frage längst nicht mehr: Wie nutzen wir neue Technologien, um im
globalen Wettbewerb zu bestehen? Sondern, welche Möglichkeiten ergeben sich durch die selbstver-
ständliche Integration zeitgemäßer Technologien, um unser kulturelles und soziales Zusammenleben zu
stärken, um Verbindung und Dialog zwischen Menschen zu ermöglichen und um neue Formen für Bildung
und Ausbildung zu erschliessen.
Sebastian Piatza hat mit dem Fabmobil nicht nur eine mögliche Antwort auf diese Frage entwickelt,
sondern auch erfolgreich umgesetzt. Das Fablab ist ein mobiles Zukunftslabor, das in einem umgebauten
Doppeldeckerbus einen generationsübergreifenden Erlebnis- und Gestaltungsraum in strukturschwache
Regionen Sachsens bringt. Durch die Möglichkeit, zeitgemäße, kreative Technologien, wie Virtual Reality,
Robotik, Programmierung und 3D-Druck am Praxisbeispiel eigenständig zu gestalten, befähigt das Fablab
Menschen durch gemeinsames Ausprobieren dazu, mögliche Barrieren abzubauen und sich selbst als
aktive und kompetente Gestalterinnen zeitgemäßer Technologien zu erfahren.
Die Arbeit Fabmobil zeichnet sich aus Sicht der Jury durch ein schlüssiges Gesamtkonzept aus, in dem
nicht das gewinnorientierte Design eines einzigen Produktes im Vordergrund steht, sondern die Entwick-
lung einer umfassenden Lösung für einen gemeinnützigen Zweck. Eine Lösung, die ein gesellschaftliches
Anliegen verfolgt und einen neuen Weg zu sozialer Innovation und Transformation eröffnet.
Gestaltungselemente in diesem Projekt – von Kommunikationsmitteln wie Broschüren über Website bis
hin zur Raumgestaltung im umgebauten Doppeldeckerbus – sind konsequent auf den „Erlebnisraum“
ausgerichtet und unterstützen die Verständlichkeit des Projekts ebenso, wie den Abbau möglicher
Eintrittsbarrieren.
In der Gesamtwirkung entsteht dadurch ein herausragendes Konzept, das Identifikation unterstützt und
Nutzerinnen zu eigenem Gestalten anregt.
Judith Marthaler
84 Nominierungen

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Nachwuchsdesign
Kommunikationsdesign
Hingeschmeckt und ausgeplaudert – ein Toolkit zur
Vermeidung von gustatorischem Analphabetismus
Design:
Teresa Trepte
, Dresden
Teresa Trepte machte mit dieser Arbeit ihren Master an der Hochschule Anhalt. Sie hat ein sehr umfang-
reiches Toolkit konzipiert und gestaltet, das aus zahlreichen unterschiedlichen Elementen besteht.
Das Toolkit macht auf klug-experimentelle Weise Geschmack vielfältig erfahrbar. Durch Learning by
doing nähert man sich unbekannten oder vergessenen Geschmäckern an und erweitert zugleich seinen
Geschmackswortschatz – eine, wie die Jury befand, äußerst eigenständige und originelle Zugangsweise,
Geschmack zu erleben, zu erweitern, neu zu lernen. Die Jury war von der Vielfalt der unterschiedlichen,
ausgezeichnet gestalteten Komponenten sehr beeindruckt und hob besonders lobend hervor, dass die
als Kommunikationsdesign eingereichte Arbeit nicht nur zwei-, sondern auch dreidimensional sorgfältig
designte Objekte enthält. Das Toolkit macht auf klug-experimentelle Weise Geschmack vielfältig erfahrbar.
Prof. em. Dr. Uta Brandes
86 Nominierungen

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Nachwuchsdesign
Kommunikationsdesign
Informationen zu den Linien der Leipziger Verkehrs-
betriebe (LVB) für Blinde und sehbehinderte Menschen
Design:
Christian Doege
, Leipzig
Mit den von Christian Droege gestalteten „Informationen zu den Linien der Leipziger Verkehrsbetriebe
(LVB) für Blinde und sehbehinderte Menschen“ wird mit einem praktikablen, funktional durchdachten
Produkt eine wesentliche Lücke in den Angeboten für barierrefreie Zugänge zur Nutzung öffentlicher
Verkehrsmittel geschlossen. Zugleich hat dieses Produkt das Potential, die bisherige Dominanz digitaler
Konzepte der Barierrefreiheit in Frage zu stellen bzw. Diskussionen und weiterführende Überlegungen
dazu anzuregen, inwieweit digitale Strategien durch analoge Medien erweitert werden müssen und können.
Die Jury überzeugte die Entscheidung von Christian Droege, sich dieser Aufgabe mit einem neuartigen
Ansatz zu widmen und statt einer gebundenen Drucksache eine offene Ordnerstruktur zu entwickeln.
Diese Struktur ermöglicht es schließlich, einzelne Seiten zu einzelnen Bahnstrecken bei Bedarf heraus-
zulösen und diese auch ohne den kompletten Ordner für einzelne Bahnfahrten zu verwenden. Ebenso
wie die Praktikabilität der flexiblen Blattsammlung, würdigt die Jury zudem die klare grafische Gliederung
sowie die schlüssige Art und Weise in der sich die Haptik der Braille-Schrift für Blinde und die große,
farbige, typographisch prägnante Beschriftungen für sehbehinderte Menschen auf einer Oberfläche
so überlagern, dass dabei eine ästhetische Gesamtqualität entsteht, die viele, nicht nur blinde und
sehbehinderte Menschen, anzusprechen vermag.
Linda Pense
88 Nominierungen

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91 Nominierungen
Gestaltetes Handwerk
Räume zur Förderung und Therapie
Design:
Katrin Ursula Stapf
, Chemnitz
Auftrag/Herstellung: Laurin Therapie Design
In dem hier eingereichten Projekt handelt es sich um die Möblierung eines sogenannten Time out-Raumes
für Kinder und Jugendliche. Solche Räume dienen einer Auszeit für Personen im Ausnahmezustand, deren
Hyperaktivität oder Trotz- und Wutverhalten ein so starkes Maß annimmt, dass sie sich in einem gesonderten
Raum beruhigen und vor sich selbst geschützt müssen. Gemeinhin kennen wir diese Räume unter dem
ebenso schrecklichen wie realistischen Begriff „Gummizelle“. Und genau hier setzt Katrin Ursula Stapf
an: statt angsteinflößender Räume ein Raum in freundlichen, hellen Farben, mit weichen, organischen
Objekten zum Abreagieren. Diese Time out-Zonen bedürfen ja zusätzlich eines besonders sorgfältigen
Designs hinsichtlich der Unmöglichkeit einer Selbstverletzung: keine sicht- und fühlbaren Schrauben,
Dübel, Haken, Steckdosen, Ecken, Lüftungsschlitze etc. .
Die Jury entschied sich nach intensiver Diskussion dafür, dieses komplexe Projekt in der Kategorie
„Gestaltetes Handwerk“ zu nominieren, um den Blick zu weiten und zu schärfen, dass es nicht nur um
einzelne, gut verarbeitete Objekte geht, sondern eben auch ein räumliches Gebilde sein kann, das einem
speziellen und spezifischen Zweck dient.
Prof. em. Dr. Uta Brandes

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93 Nominierungen
Gestaltetes Handwerk
Räuchermann – Weihnachtsmann
Design:
Ria Kliem
,
Jan Stemmler
, Olbernhau, Chemnitz
Ein Räucher-Weihnachtsmann ist im Grunde nichts Neues, aber der hier entwickelte Typ ist eine
spannende Designleistung. Die Grundstruktur, die mit einem goldenen Stift aus einem Kegel erzeugt
wurde, zeigt ein exzellentes Gefühl für Proportionen und modernes Design. Die minimalistische
Gestaltung und die handwerkliche Arbeit erzeugen einen charmant bis lustig drein schauenden
Weihnachtsmann.
Mit nur drei gleichförmigen Holzkügelchen werden Nase und Hände abstrahiert. Gleichzeitig assoziiert
man mit der roten Farbe der Nase die klimatischen Verhältnisse in der Zeit, in der der Weihnachtsmann
aktiv ist. Die Möglichkeit, mit den integrierten Magneten, dem Räuchermann verschiedenes Aussehen
zu verleihen, ist eine besondere Variabilität bei der Gestaltung dieser Figur. Die Verwendung einheimischer
Hölzer sowie die finale Behandlung mit Öl zeigt eine positive Rückbesinnung auf vorhandene Ressourcen
im Erzgebirge. Alles in allem ein herausragendes Design mit einem hintersinnigen Augenzwinkern, auch
wenn die Figur solche gar nicht besitzt.
Ullrich Hintzen

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95 Nominierungen
Gestaltetes Handwerk
PAVEL PLUS
flexibles und anpassbares Holz-Pavillon-Modulsystem
Design:
Nico Deutschmann
,
David Oehme
,
Robert Jähnen
, Wilsdruff
Auftrag/Herstellung: Deutschmann und Schöne GbR, Wilsdruff
Pavel Plus ist ein Holz-Pavillon-Modulsystem das den Grenzbereich des Handwerks im Übergang zum
Industrieprodukt aufzeigt. Dies ist nicht verwunderlich bei dem Gestaltungstrio das je aus einem
Architekten, Industriedesigner und Handwerker besteht.
Durch die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten des Pavel Plus sowohl im urbanen Raum als auch im
Gartenbau im ländlich geprägten Umfeld, sind viele individuelle Lösungen von der Außensauna im
Wellnessbereich bis zu einfachen Überdachungen mit dem Baukastensystem umsetzbar.
Die Pavillons erscheinen zunächst als handwerkliche Einzellösungen, jedoch zeigt Pavel Plus seine
Qualitäten in den Möglichkeiten des Erweiterns und Reduzierens sowie einer Umbaumöglichkeit für
andere Nutzungsarten. Diese große Varianz wird durch Fenster- und Türmodule mit Wandelementen
oder offener Gestaltungsmöglichkeit erreicht. Dies zeichnet ein langlebiges, wandelbares Produkt aus
und erfüllt damit viele Kriterien von nachhaltiger Gestaltung. Die Pavillons sind primär aus dem nach
wachsenden Rohstoff Holz ausgeführt; somit ergibt sich eine äußerst sinnvolle ökologische Gesamtlösung.
Die Jury überzeugte besonders das gestalterisch deutliche Abheben von der üblichen Überdachungs-
und Carport-Ästhetik. Technisch geprägte, intelligent gestaltete Verbindungen und das Fehlen der
üblichen Diagonalausteifungen ergibt eine moderne Ästhetik. Das Baukastensystem ist einfach zu
montieren, da es von Anfang an von und mit Praktikern entwickelt wurde. Gestaltprägend ist die filigrane
Konstruktion, die neue Gestaltungsfreiräume zulässt und zu einer leichten, offenen und freiheitlichen
Gesamterscheinung führt.
Prof. Sebastian Feucht

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Nachwuchsdesign
Gestaltetes Handwerk
variabler Sonnen- & Sicht-"Schirm"
Design:
Jana Pfeiffer
, Breitenbrunn
Einen Preis für das Nachwuchsdesign zu vergeben, ist auch immer eine besondere Chance, um folgende
Generationen für den Sinn und Zweck einer formalen Produktgestaltung zu sensibilisieren, erst recht,
wenn auf diese Weise junge Gestalter aus dem Handwerk gefördert werden.
Diese Sensibilität bringt Jana Pfeiffer mit ihrem Entwurf eines „Sonnen- & Sicht-Schirmes“ zum Ausdruck.
Mit Ihrer formalen Reduzierung aller Funktionselemente auf ihre absoluten, rein geometrischen Grund-
formen, verkörpert der Entwurf die wesentlichen Bestandteile eines Baumes, als eine Allegorie von
Verschattung, welche die eigentliche Funktion eines Sonnenschirmes ist. Durch die individuell im Raum
justierbaren runden Stoffflächen, welche durch Überschneidungen das Sonnenlicht unterschiedlich stark
changieren lässt, wird das natürliche Lichtspiel der Blätter nachempfunden.
Das ewig gleiche Stoffmuster eines herkömmlichen Sonnenschirms wird abgelöst durch das veränderbare
Muster der Anordnung seiner Blätter und fügt den Schirm nicht als Fremdkörper in den Garten ein,
sondern als sinnlich integrierten Bestandteil – so liegt die Komplexität nicht in den einzelnen Elementen,
sondern im Entwurf einer individualisierbaren formgebenden Erscheinung, begründet. Um dies zu
erreichen, war jedoch ein komplexer gestalterischer Denkprozess vonnöten, den Jana Pfeiffer hier
konsequent bewältigt hat. Am Ende steht scheinbar einfach ein Sonnenschirm - aber eben ein besonderer.
Diese Leistung würdigt die Jury mit einer Nominierung in der Kategorie Nachwuchsdesign im Gestalteten
Handwerk.
Thomas Schneider
96 Nominierungen

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Nachwuchsdesign
Gestaltetes Handwerk
reformed
Design:
Anna Wetzel
, Neuenstadt a.K.
Es ist spannend zu sehen, wie nah die Kategorien häufig beieinander liegen: Dort z.B. Produktdesign im
Konsumgüter-Bereich – und hier nun „Gestaltetes Handwerk“. Wir befinden uns beim Nachwuchs, und
Anna Wetzels Mode hat die Jury beeindruckt. Denn hier wurde experimentiert und ein neues
Produktions-Verfahren – ja, wir können ruhig sagen – erfunden. Dabei liegt der Fokus nicht unbedingt
und schon gar nicht allein auf dem Modedesign, sondern auf der klugen Verbindung von Design und
Technik. Genau dieser Schnittpunkt interessierte die Jury, denn hier wurde ein neues Verfahren entwickelt
und erprobt, das zweidimensionale textile Flächen in sich ausbildende, dreidimensionale Körperhüllen
verwandelt. Bereits die hier eingereichte Kollektion wurde zu 95% ohne Nähmaschine hergestellt.
Die Alternative war nun aber gerade nicht, handgefertigte, sozusagen „haute couture“ zu produzieren,
sondern im Gegenteil eine Technik zu (er)finden, die die Teile industriell reproduzierbar macht, ein
modularer Baukasten. Und das geht so: Basis sind selbst entwickelte, lasergeschnittene Metallschablonen
und 3D-gedruckte Verbindungselemente; die die Körperhülle verschließen und in Form halten. Diese
Verbindungselemente ersetzen gleichzeitig Nähte und das Verschlusssystem. Nach Überzeugung der Jury
ist es Anna Wetzel gelungen, ein innovatives, selbst entwickeltes Verfahren zur Kleidungsherstellung
eindrucksvoll zu demonstrieren, auch wenn sich die ausgestellte Bekleidung sicher noch in zusätzlichen
Versuchen weiterentwickeln lässt. Die Jury lobt ferner den Einsatz der Materialien, die nachhaltig,
ressourcenschonend oder kompostierbar sind. Die Jury richtet ihr Augenmerk immer auch auf den Grad
der Innovation und Originalität, und „reformed“ hat diesen beiden Kriterien, neben anderen, schlüssig
Rechnung getragen.
Prof. em. Dr. Uta Brandes
98 Nominierungen

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Nachwuchsdesign
Gestaltetes Handwerk
Freeride-Touring Ski | Exit World
Design:
Steven Busch und Vanessa Busch
, Sehma
Auftrag/Herstellung: Mushroom Productions, Sehma
Im Skifahren findet eine Veränderung statt. Nachdem lange Zeit Alpinski und später Langlauf mit seinen
verschiedenen Disziplinen im Fokus der Freizeitsportler war, rückt das Tourengehen mehr und mehr in
das Interesse der Skifahrer. Für das Tourengehen benötigt man einen Ski, den man mit Fellen ausstatten
kann und der sowohl für den Aufstieg als auch für den Abstieg die gewünschten technischen und
physikalischen Eigenschaften besitzt. Und dieses nicht nur für glatt gewalzte Pisten, sondern für unter-
schiedliche Schneebedingungen vom Pulverschnee bis Bruchharsch.
Dies ist eine große Herausforderung für den Skihersteller bzw. die Skimanufaktur, mit der wir es hier zu
tun haben. Darüber hinaus entwickelten die Nachwuchsdesigner eine neue Kombination aus Carbon-
aufbau und einer Naturholzoberfläche aus heimischem Eschenholz. Dieses spiegelt sich auch in der
authentischen Oberfläche des Skis im Naturdesignholz wider. Auch die Formensprache weicht mit ihrem
kantigen Design an Schaufel und Skiende von herkömmlichen Formen ab. Die Behandlung mit Leinöl
als Versiegelung der Holzoberfläche mit ihrer Gestaltung „Exit World“ steht für ökologisches Design,
Rückbesinnung auf traditionelle Techniken und damit Vermeidung von „Plastic“.
Ullrich Hintzen
100 Nominierungen

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103 Nominierungen
Sonderpreis
Sounddesign
ClinK immersive, interaktive, audiovisuelle Installation
+ Softwareentwicklung
Design:
Felix Deufel
,
Paul Schengber
,
David Simmons
, Leipzig
Auftrag/Herstellung: Wisp Kollektiv, Leipzig
In ihrem Mediendesign-Projekt ClinK haben Felix Deufel, Paul Schengber und David Simmons erstmals
die Symbiose von 3D Sounddesign und 360° Visualisierung realisiert. Technische Grundlage für das Projekt
bildet ein 3D-Soundsystem mit 32 Lautsprechern, installiert in einer handgefertigten Kuppel aus Bambus
und Stahl. Deren Oberfläche wurde als geschlossene Projektionsfläche in 360° bespielbar gemacht und
mit einem Motion Tracking System ergänzt. Damit können menschliche Aktion, Visualisation und
3D-Audio in eine nichtlineare interaktive Beziehung zueinander gesetzt werden.
Das Wisp Kollektiv hat mit dieser gekonnt umgesetzten Idee eine neue Möglichkeit gefunden, um die
Interaktion von Mensch und Maschine auszuloten, und zwar gekoppelt an Verhaltensweisen und
Gewohnheiten im Umgang mit interaktiven auditiven Umgebungen. Das mit Bedacht konzipierte
Zusammenspiel von Audio und Video entfaltet intensive immersive Wirkungen und durchbricht immer
wieder die „Schallmauer“ tradierter Wahrnehmungsmuster. Die grenzüberschreitende Dimension macht
das von Felix Deufel und Paul Schengber entwickelte Format besonders interessant. Dieses erweist sich
als ein mächtiges Instrument, um die Begrenzungen audiovisueller Reizüberflutung auszuloten. Darüber
hinausgehend bietet sich eine Perspektive, die Schnittstelle zwischen Realität und Virtualität aufzulösen und
in ganz neue Erlebensräume einzutauchen, jenseits althergebrachter Rituale und multimodaler Klischees.
Die dabei entstandene Software bildet die Verknüpfung zwischen 3D Sounddesign, 360° Visual Design
und Interaktionsdesign und wird momentan vom Prototyp zur fertigen ClinK Station (CS) Software
ausgearbeitet. Der Mensch ist das Maß. Deufel und Schengber laden mit ihrer bemerkenswerten
Installation dazu ein, Gesehenes im Hörbaren und Hörbares im Sichtbaren neu zu entdecken. Wir dürfen
gespannt sein, welch neue Gestaltungsräume uns hier erwarten werden.
Dr. Friedrich E. Blutner

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105 Nominierungen
Sonderpreis
Sounddesign
TRIPODS ONE
Design:
Moritz Simon Geist
, Dresden
Auftrag/Herstellung: Sonic Robots
Moritz Simon Geist vereinigt die Leidenschaft eines Künstlers und Musikers mit den Ambitionen eines
Ingenieurs. Hier treffen sich ein ein ganzheitlich-systemischer Ansatz mit einem analytisch gut durch-
dachtem und ausführlich recherchiertem Handlungfeld. Ergebnis ist ein Musikroboter, der doch mehr als
nur „Maschine“ ist. Mechanische Tongeber und Miniaktoren im Inneren der Skulptur produzieren
Geräusche mit einem eigentümlichen Reiz. Diese besondere Spannung entsteht, weil die Geräusche
in einem sinnerfülltem musikalischen Kontext verwendet werden. So versteht es Moritz Simon Geist,
Sinnlichkeit mit futuristisch anmutender Sinnhaftigkeit aufzuladen.
Eine solche „Katharsis“ der emotional-ästhetischen Reaktion verdient im Zeitalter der Digitalisierung eine
besondere Aufmerksamkeit, denn sie skizziert Ansätze einer zukünftigen Mensch-Maschine-Interaktion.
Diese spielt sich in akustischen Räumen ab. Hier findet Kommunikation statt, zwischen Menschen
untereinander und zwischen Menschen und den von ihnen produzierten Artefakten. Die Bedeutung
solcher akustischen Interaktionen wird heute immer noch stark unterschätzt. Der akustische Kanal gehört
aber zu den wichtigsten Kommunikationskanälen des Menschen überhaupt. Ohne seine subtilen Potenziale,
ohne Geräusch, Musik und Sprache ist menschliches Zusammenleben, Wissenschaft, Kultur und Technik
schlicht nicht denkbar.
Moritz Simons Credo ist: „Sei nicht bloß Konsument, nimm deine Umgebung nicht nur auf - sondern
forme und gestalte sie selbst“. Jeder Mensch ist dank seiner angeborenen Kompetenz zur Vokalisation
ein Sounddesigner. Simons Skulptur vermittelt uns diese Vision mit großer Leidenschaft, sodass sie sinnlich
erfahrbar wird. Seine Botschaft ist brandaktuell und ruft uns dazu auf: Nutzen wir unsere Potenziale zur
Akustischen Gestaltung: Klang statt Krach. Akustische Vielfalt ist ein Wert. Sorgen wir uns um die
Gestaltung einer lebenswerten akustischen Umwelt.
Dr. Friedrich E. Blutner

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107 Nominierungen
Sonderpreis
Sounddesign
Sounddesign für den Imagetrailer
"Leipziger Festivals im Herbst"
Design:
Cornelia Friederike Müller
, Leipzig
Auftrag/Herstellung: Leipzig Tourismus und Marketing (LTM) GmbH
Die Vielfalt der Einreichungen in der Kategorie Sounddesign, welche Ausdruck fanden in der immensen
Spanne an Gestaltungsmöglichkeiten, von musikalischen Kompositionen, bis hin zu dreidimensionalen,
räumlichen Klanginstallationen, machten es der Jury nicht leicht, die Preisträger für diesen Sonderpreis
zu ermitteln.
Der Imagetrailer „Wo Film Theater macht und Design Jazz tanzt“ verbindet 5 Leipziger Festivals und
präsentiert sie dem Zuschauer zusammengehörend, wie aus einem Guss.
Obwohl es sofort an Philipp Glass oder Steve Reich erinnert, besitzt es eine moderne, jazzige und
charmant simple Anmutung. So beginnt das ganze mit 8 geraden Viertelschlägen im Bass, bevor es
anfängt sanft zu grooven. Typisch sind die repetitiven Strukturen durch die Wiederholung von kleinen
Pattern. Das betrifft die Percussion, die Bass- und die Marimbamotive.
Das Sounddesign unterstützt die Übergänge der jeweiligen Schauplätze durch Reduktion des Beats. Er
dünnt aus bis fast zur Stille, um dann wieder mit kleinen Variationen fortzulaufen. Sehr geschickt mischen
sich, ganz sparsam, Original-Atmosphären hinein, die uns wirklich in den Club, ins Theater und in die
Ausstellungen mitnehmen. Klug und sparsam gesetzte Klänge, wie Stimmengewirr, Klingeln und Applaus
machen das Klangdesign lebendig. Gleichzeitig scheint es ruhig zu fließen ohne verstörende oder zu
komplizierte Rhythmik. Das ist eine Kunst.
Das Sounddesign des Films schafft es durch Vermeidung eines übermäßigen Spannungsaufbaus aber
gleichzeitig äußerst geschickt gesetzte Zäsuren den Eindruck eines musikalisch-akustischen Kontinu-
ums entstehen zu lassen, welcher somit ganz stark den Zusammenhang und die Fortsetzung der unter-
schiedlichen Leipziger Festivals vermittelt.
Diese Leistung würdigt die Jury mit einer Nominierung in der Kategorie Sonderpreis für Sounddesign.
Thomas Schneider

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Wir bedanken uns herzlich bei allen Bewerberinnen und Bewerbern
für ihre Teilnahme am Sächsischen Staatspreis für Design 2018:
Sehsam | Alexander Lentsch und Janine Thaler GbR, Matthias Pinkert - Holy Trinity GmbH, Sebastian
Mahler-Radau, eigenform - Büro für Gestaltung, Stefanie Kölbel, Rico Denninger, Wilhelm Reichel, Bianca
Bluhm, Beatrice Lehnert, Sebastian Piatza, Manuela Pohle, Antje Mönnig, fizzy mint GbR, Rahel Zaugg,
Matthias Meißner, Wisp Kollektiv, RAUM ZWEI - Buchwald & Ekelmann-Neisch GbR, Thomas Theling,
Melanie Müller, Luise Neugebauer, Katja Schwalenberg, Jens-Uwe Werner, Romina und Peter Stawowy,
Moritz Simon Geist, EinfachTon - Bony Stoev und Lucas Görlach GbR, Jungholz Designprodukte UG,
Sascha Herrmann - fizzy mint GbR, David Vetter, Petra Mühlchen, Jan Stemmler, Ria Kliem, Vanessa und
Steven Busch, Gerd Hochmuth, Tobias Michael, Frank Mühlbauer, Babette Sperling, Christian Fritz, Markus
Lange - Studio Farn, Moritz Schade, Thomas Theling, Petra Sprenger, Robert Deutsch, Franziska Fallenstein
- STUDIO FF, Dr. Ulrich Clauß, Marion Fischer, Franziska Neubert, Konrad Hauswald, Keiko Hoshino, Markus
Harrasser, Paul Alexander Stolle, Fabian Russ, Teresa Trepte, Malwine Stauss, Jan Hartmann - STUDIO
HARTENSTEINER GmbH, Matthias Fischer, Elisabeth Deim, Christian Franke - FormatF Agentur+Werbung,
Carl Ahner, André Ermischer - Arkature, Fromm & Froehlich | Hummitzsch & Poser GbR, Hannes Wittig,
die superpixel, Rebekka Jesch, Jasmin Liebetrau, Michael Weiß, Christian Doege, Jens Eberlein - Werdauer
Holzspielzeug, Bernd Drummer - wavlex GmbH, Anne Werner, Daniel Steinigen, Anna Wetzel, Thomas
Neugebauer, Wolfgang Braun, Katrin Ursula Stapf - Laurin Therapie Design, Mario Körösi, Franziska
Kempiak, Ulrike Stolze, Louisa Müller, Nora Kämpf, Roy Böser, Kay Hedrich - Matabooks, Tina Bobbe,
Lisa-Marie Lüneburg, Dr. Christian Wölfel, Stefan Bernhardt, René Donath, Antje Kolm, Marcel Ebert,
Horatzscheck Kunsthandwerk, Viktoria Benedek, Mindt Designstudio, Sarah Schroeder, Bernd Rudat -
aquaspin Rudat GbR, Ulrike Sandner, bureau david voss, Jan Kiesling, Antje Kolm, ö_konzept – Agentur
für Werbung und Kommunikation, Nicole Scheller, Felix Sittner, UtiliTools GmbH, Lurette Seyde, Björn
Köhler, Christoph Beyer, Pierre Pané-Farré, Marek Holovac, Ira Nemeth, Daniela Heger, Deutschmann und
Schöne GbR, neongrau OHG, Jan Baumann, Anne Breitenstein - Zitronengrau GbR, Matthias Meister -
TicToys, Vanessa Zill - ARTBEATZ, Barbara Friedrich, Mandy Münzner, Grit Otto, Henrike Schmitz, Lenard
Opeskin, Paul Judt, Duc Anh Trinh, Tom Kopp, Andrea Willmann, Anett Krause - NOX Modedesign,
Böttcher und Schroeder GbR, Jana Pfeiffer, Christian Hermeling, Hannes Parman, Annemarie Scharf, Udo
Viehweger, Eric Krech und Martin Reimann GbR, Maria Zimpel, Constantin Kärgling, René Lakaw, Fabian
Neumueller, Stefan Günther - Powertechnik Audio-Elektronik, Kristin Noack, Bastian-Jirko Spinger, Marcel
Ebert - avid Designstudio GbR, MuseKind® GmbH, Stahlzart, Steven Finke, Franziska Welke, Grafikbüro
unverblümt, Felizarda Kammlott, eckpunkt Agentur für Kommunikationsdesign GmbH, Dipl.-Ing. Albrecht
Meixner, Cornelia Friederike Müller, Roger Lehner, Thomas Schulz - Stölzle Lausitz GmbH, Allclean GmbH,
Ronny Eysser, Zsolt Korai, Heinrich & Reuter Solutions GmbH, Nora Cuny, Christoph Schulze, Sebastian
Lorenz, Luise Ullrich, Marie Tischendorf, Uwe Fischer - progressio, Theresa Pazek, Marie Herrmann, Fanny
Bracke - Intarsienmanufaktur Sachsen, Markus Trappe, Benjamin Jenak, Steve Leisner, Constantin Lindner,
Ludwig Stabenow, Marcel Möder
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Partner des Sächsischen Staatspreises für Design 2018
Wir bedanken uns bei unseren Partnern.
riesa efau. Kultur Forum Dresden e.V.
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MEISSEN®

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Impressum
Herausgeber
Sächsisches Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr
Wilhelm-Buck-Straße 2 | 01097 Dresden
Telefon: 0351 564-8064
Telefax: 0351 564-8068
presse@smwa.sachsen.de
www.smwa.sachsen.de
Redaktion
Sächsisches Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr
Referat 26 Fachkräfte, Kultur- und Kreativwirtschaft,
Pressestelle SMWA
in Zusammenarbeit mit Dr. Martin Müller
Redaktionsschluss
Oktober 2018
www.designpreis.sachsen.de
Gestaltung
Dr. Martin Müller
www.buero-mueller.net
Druck
Druckerei Baldauf, Gelenau; klimaneutral gedruckt auf 100% recyclebarem Papier
Abbildungen
Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Sächsischen Staatspreises für Design 2018,
Anne Pälmer, Anne und Dr. Martin Müller
Copyright
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fotomechanischen Wiedergabe, sind dem Herausgeber vorbehalten.