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FORTSCHREIBUNG DES
TOURISMUSKONZEPTS PLAUEN
KURZBERICHT (ENTWURF)
Stand: 19.7.2021
watt multisports Hagen Melzer
Friedensstraße 16, 36043 Fulda
+49 661 960 905 00
info@watt-multisports.de

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Tourismuskonzept Plauen: Kurzbericht
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INHALT
1
Vorab ....................................................................................................................................................................... 3
2
Tourismusentwicklung in Plauen – eine Zwischenbilanz ........................................................................................... 4
2.1
Zahlen ........................................................................................................................................................... 4
2.2
Stimmung und Meinung .................................................................................................................................. 5
2.2.1
Bevölkerung .......................................................................................................................................... 5
2.2.2
Branche ................................................................................................................................................. 5
2.3
Stärken und Schwächen – Chancen und Risiken.............................................................................................. 6
3
Plauen 2033 – Strategisches Leitbild ......................................................................................................................... 7
3.1
Touristische Plauener Stadtidentität und Vision 2033 ...................................................................................... 7
3.2
Positionierung ................................................................................................................................................ 8
3.2.1
Warum Plauen? ..................................................................................................................................... 8
3.2.2
Zielgruppen und Quellmärkte ............................................................................................................... 8
3.3
Strategisches Zielsystem ............................................................................................................................... 9
3.3.1
Quantitative Leitziele............................................................................................................................ 9
3.3.2
Strategische Entwicklungsziele ............................................................................................................ 10
3.3.3
Leitstrategien ...................................................................................................................................... 10
3.4
Produkt-/Kommunikationslinien und Leitprodukte ........................................................................................ 11
3.5
Plauener Stadtqualität .................................................................................................................................. 12
4
Handlungsprogramm ............................................................................................................................................. 13
4.1
Infrastruktur- und Angebotsgestaltung ......................................................................................................... 14
4.1.1
kreativicity ........................................................................................................................................... 14
4.1.2
familien.zeit ......................................................................................................................................... 15
4.1.3
stadt.flair ............................................................................................................................................. 16
4.1.4
Friedliche Revolution ´89 ..................................................................................................................... 17
4.1.5
stadt.grün ............................................................................................................................................ 18
4.1.6
Übergreifende Maßnahmen ................................................................................................................. 19
4.2
Außen- und Innenmarketing, Presse und PR ..................................................................................................20
4.2.1
Integrierte Tourismuskampagne ..........................................................................................................20
4.2.2
Außenmarketing.................................................................................................................................. 21
4.2.3
Innenmarketing ...................................................................................................................................22
4.3
Netzwerk und Kooperation ........................................................................................................................... 23
4.4
Organisation und Finanzierung .....................................................................................................................24
4.5
Erfolgskontrolle und Weiterentwicklung........................................................................................................ 25
5
Anhang ................................................................................................................................................................. 26
5.1
Auswertung der Bevölkerungs- und Betriebsbefragung ................................................................................ 26
5.2
Zielgruppensteckbriefe SINUS-Milieus (individuelle Gäste) .......................................................................... 26

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Tourismuskonzept Plauen: Kurzbericht
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1 VORAB
Nach mehr als 12 Jahren Laufzeit wird das Plauener Tourismuskonzept im Jahr 2021 fortgeschrie-
ben: Gesellschaftliche Trends und Entwicklungen von Digitalisierung bis Nachhaltigkeit, ein dyna-
mischer und von starker Verdrängung geprägter Wettbewerb sowie die gänzlich neue lebensstilori-
entierte Zielgruppenstrategie des Vogtlands und Sachsens (SINUS-Milieus) bergen neue Herausfor-
derungen, aber auch Chancen für Plauen sowohl in Bezug auf etablierte Angebote als auch aktuelle
bzw. anstehende Neuentwicklungen.
Die vorliegende Kurzversion fasst die Kernaussagen der neuen strategischen Ausrichtung sowie die
daraus resultierenden Erfordernisse zusammen. Das Tourismuskonzept Plauen als Bestandteil des
Integrierten Stadtentwicklungskonzepts (InSEK 2033) zeigt einen konsequenten und mutigen Weg
im Sinne von Markterfolg und Teilhabe für die Bevölkerung und Tourismuspartner auf. Es rückt den
Aspekt der gemeinsamen, wertebasierten touristischen Stadtidentität klar in den Fokus – starke
Marken sind mehr als Logos und Claims, sie verbinden vor Ort und erreichen ihre Gäste emotional:
Alle 5 Arbeitsschritte wurden von Februar bis Juli 2021 durch eine Arbeitsgruppe mit wichtigen tou-
ristischen Partnern, Dachverband Stadtmarketing sowie Vertretern der Stadtratsfraktionen beglei-
tet. Weiterer Input aus Expertengesprächen mit relevanten lokalen und regionalen Partnern stützt
das Konzept. Bereits zu Projektbeginn wurden Bevölkerung und touristische Betriebe im Rahmen
von Online-Befragungen eingebunden. Wesentliche Aussagen zum touristischen Plauener Selbst-
verständnis, insbesondere zu verbindenden Werten, Themenfokus und künftigen Produktlinien, ba-
sieren hierauf. Die Auswertung der Befragungen ist im separaten Anhang beigefügt.
Vor Beschlussfassung durch die städtischen Gremien werden weitere Hinweise aus dem Bürgerbe-
teiligungsverfahren in eine finale Langfassung eingearbeitet.

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2 TOURISMUSENTWICKLUNG IN PLAUEN – EINE ZWISCHENBILANZ
Die wichtigsten Aussagen zum Status Quo mit Bezug zu Markt und Wettbewerb werden hier kurz
zusammengefasst
2.1 ZAHLEN
Plauen kann in der letzten Dekade auf eine stetig positive Entwicklung der touristischen Nachfrage
verweisen. Im ersten Corona-Jahr 2020 muss Plauen – wie auch das gesamte Vogtland – einen star-
ken Einbruch der Übernachtungsnachfrage hinnehmen (Quelle: Statistisches Landesamt Sachsen).
Folgende weitere statistische Aus-
sagen werden vermerkt:
-
Stabiler Nachfragetrend
(2008-2019) - Rekordjahr
2019:
Steigerung der ge-
werblichen Ankünfte um
ca. 108% auf ca. 71.000,
Steigerung der Übernach-
tungen um 111% auf ca.
135.00 (Hinweis:
2008/2009 geringe Nach-
frage aufgrund der welt-
weiten Finanzkrise; dennoch: bemerkenswerte Steigerungsraten auch ab 2010) – Einbruch
der Nachfrage im Pandemiejahr 2020: Ankünfte – 44%, Übernachtungen - 41%
-
Plauen ist Kurz- und Tagesreiseziel:
nahezu konstante Aufenthaltsdauer von 1,9 Tagen
-
Saisonale Spitzen von Mai – September
sowie im Dezember: Hintergrund ist u.a. die
starke Frequentierung der Stadt im Sommer (Ferienzeit inkl. Vogtlandgäste) sowie der
Weihnachtsmarkt zum Jahresende.
-
Kapazitäten im gewerblichen Bereich leicht gewachsen – guter Angebotsmix:
866 Bet-
ten waren 2020 verfügbar (2008: 608), davon werden ca. 75% durch die qualitativ gute
Plauener Hotellerie gestellt, weitere 25 % entfallen auf Jugendherberge, Pensionen etc., die
durchschnittliche Auslastung beträgt ca. 45%. Weitere etwa 120 Betten bietet der stati-
stisch nicht erfasste Sektor der Betriebe mit weniger als 10 Betten.
-
Plauener Kultur- und Freizeiteinrichtungen mit stabilem Positivtrend bis 2019 –
eben-
falls starker Einbruch 2020
-
Solides Qualitätslevel der Hotellerie
(DEHOGA-Sterneklassifizierung) – Ferienwohnungen
ausbaufähig: Hotel****: 4x Hotel***: 5x, Hotel garni***: 1x; DTV-Sterne (FeWo)1x ****
-
Zielgruppenspezifische Qualität ausbaufähig:
3x Familienfreundlich in Sachsen, 11x bar-
rierefrei, 2x Service Q. 1x Wanderbares Deutschland, 1x Motorradfreundlicher Betrieb
-
Wertschöpfung
(Berechnung für 2019): 37,7 Mio € touristischer Bruttoumsatz; davon 21,5
Mio. € Wertschöpfung (direkt und indirekt), das ergibt rechnerische 1.175 Vollzeit-Arbeits-
plätze.
0
50.000
100.000
150.000
2008200920102011201220132014201520162017201820192020
Plauen: Nachfrage
Ankünfte
Übernachtungen

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2.2 STIMMUNG UND MEINUNG
Aus den Online-Befragungen von Bevölkerung und touristischen Betrieben fließt wichtiger Input in
die Tourismuskonzeption ein. Weitere Details siehe Auswertungen im separaten Anhang.
2.2.1 BEVÖLKERUNG
„Mehr Tourismus“ lautet der klare Wunsch der Plauener Bevölkerung. Zugleich benennt sie wich-
tige Aspekte der Plauener Identität, Potenziale ebenso wie Defizite:
- 89% leben gern in Plauen – aber nur 40% meinen, dass Plauener gute Gastgeber sind.
- 53% bewerten die Tourismusentwicklung seit 2015 positiv – 95% wollen mehr Tourismus,
denn auch für die Bevölkerung bringe touristische Investitionen mehr Lebensqualität (73%).
- „Plauener Top-Werte“: Lebenswert, Tradition, Familie, Natur, Kultur – progressiven Werten
wird eher zurückhaltend zugestimmt.
- Plauener gehen gern aus (97%), und sind mit der Gastronomie zufrieden; Museen werden
weniger genutzt (64%); Top-Empfehlung an eigene Gäste sind: Altstadt (50%), Talsperre
Pöhl (31%), Weberhäuser (18%).
- Nur 32% nutzen die Tourismuswebsite (Wunsch Einbindung der Umgebung), nur 38% wis-
sen, was die TI außer dem Gästeservice leistet.
2.2.2 BRANCHE
Trotz der aktuellen Corona-Delle herrscht verhalten positive Stimmung bei Beherbergungsbetrie-
ben, Kultur- und Freizeiteinrichtungen:
- 57% bewerten eigene Entwicklung bis 2019 positiv, aber nur 46% resümieren das für
Plauen; 94% wünschen sich deutlich mehr Tourismus.
- Prognose für die eigene Entwicklung 2021: 39% sind optimistisch, 35% etwas skeptisch,
16% pessimistisch.
- 71% sehen Plauen primär als Kurzurlaubsziel, 56% als Tagesziel, 35% als Geschäftsreiseziel.
- Kulturangebote (62%), Wander- /Radfahrangebote (64%) gefallen gut – Spitze (41%),
e.o.plauen ( 44%) Familie (32%) weniger gut.
- Zielgruppenpotenziale bestehen v.a. bei Familien (34%) sowie Städte- und Kulturreisenden
- Nur 57% bewerten die Zusammenarbeit der Plauener Tourismuspartner positiv – v.a. mehr
Information über städtische Strategie, Aktionen etc. wird gewünscht.

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2.3 STÄRKEN UND SCHWÄCHEN – CHANCEN UND RISIKEN
Die folgende Darstellung fasst den Status Quo und die Verortung Plauens im Marktumfeld kompakt
zusammen
1
:
1
Quellen u.a.: FUR 2021: Reiseanalyse, DTV 2021: Zahlen, Daten, Fakten, Wandermonitor 2019-20, Statistisches Bundesamt, Institut der
deutschen Wirtschaft 2017: Bevölkerungsentwicklung in den deutschen Bundesländern bis 2035, SINUS GmbH 2021, DZT 2018-2019;
Destination Brand 2015-20, Reisepuls 2021, Urlaubsguru 2021

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3 PLAUEN 2033 – STRATEGISCHES LEITBILD
3.1 TOURISTISCHE PLAUENER STADTIDENTITÄT UND VISION 2033
Die Plauener Tourismuspartner (Tourismuswirtschaft, Tourist-Information, Stadtverwaltung und
weitere Partner) leiten ihr gemeinsames Handeln aus dem Selbstverständnis aus
5 Werten
und dem
diese Werte bündelnden
Markenkern
ab. Dieser formuliert den gegenüber Gästen, Einheimischen
und Tourismuspartnern einzulösenden Anspruch Plauens - in Angebot, Marketing und Netzwerkar-
beit.
Die Plauener Identität als „Herz des Vogtlands, kreativer Taktgeber und Lebensfreude mit Zeit für
Genuss“ bildet die Grundlage für die
selbstbewusste und anspruchsvolle Vision Plauen 2033.
Aus
ihr leiten sich Positionierung im Marktumfeld, Ziele, Leitstrategien, Produkt- und Kommunikations-
linien, Netzwerkbildung ab – kurzum, die Ausrichtung des gesamten touristischen Entwicklungspro-
zesses, ab. Sie lautet:
Plauen ist die lebendige TourismusSTADT des Vogtlands.
Wer an das Vogtland denkt, denkt an die Spitzenstadt.
Plauen mit seinem Angebot veredelt jeden Vogtland-Trip und -Gedanken.
Die Vision umfasst diese drei Teilaspekte – mit konkretem Auftrag an die Tourismuspartner:
-
Städtisches Momentum:
Plauen ist echtes städtetouristisches Ziel. Es ist Reiseanlass statt
nur eine Station und dabei untrennbar mit dem Vogtland verbunden.
-
Mutiges Testlabor:
Plauen agiert selbstverständlich und innovativ am Puls der Zeit.
-
Gemeinsamer Erfolg:
Tourismus ist gemeinsam mit Kultur integraler und wertgeschätzter
Teil der Stadtentwicklung – Erfolg wird vertrauensvoll gestaltet.

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Tourismuskonzept Plauen: Kurzbericht
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3.2 POSITIONIERUNG
3.2.1 WARUM PLAUEN?
Alleinstellung im Wettbewerb der kleinen und mittelgroßen Städte basiert weniger auf einzelnen
Kultur- und Freizeiteinrichtungen oder Angebotsthemen, sondern damit verbundenen, die Ziel-
gruppen emotional berührenden Eigenschaften. Für Plauen ist dies die Kombination aus traditionel-
len Elementen einerseits, Dynamik und Transformation andererseits. Plauens Antwort auf die Frage
nach dem „Warum hierhin verreisen?“ lautet:
Plauen ist die Symbiose aus vogtländischem Flair, Kreativität und Wandel:
Aus „alter“ Spitzenstadt wird die stil- und niveauvolle Kultur- und Familienstadt des Vogtlands.
Aus textilindustriell geprägter Großstadt wird Urbanität im Grünen mit kurzen Wegen in die Natur.
Aus städtischen „Solitär“ wird integrierter Ankerpunkt zum Erleben des Vogtlands.
Touristische Ziele werden attraktiv, wenn sich Gäste und Bevölkerung vor Ort mit ihnen identifizie-
ren. Dies erfordert eine zentrale, im Angebot erlebbare Aussage: die touristische „Plauener
Story“.
Sie rückt Gegenwart und Zukunft und vor allem den
Prozess des Werdens bzw. der Weiterentwick-
lung der Stadt und des touristischen Angebots
in den Fokus:
„Plauen ist lebendig – es entwickelt sich immer weiter. Hier tut sich immer etwas.“
Gäste und Menschen vor Ort möchten teilhaben an Weiterentwicklung und Veränderung. Nicht
(nur) das etablierte oder künftige „fertige“ touristische Angebot ist die Attraktion, sondern auch der
Weg dorthin wird zum Star. Plauen ermöglicht diese Teilhabe. Touristische Anbieter und Einrich-
tungen, Kulturschaffende, Stadtplaner, Vereine, Tourist Information, Veranstalter, Unternehmen
vieler Branchen u.v.a.m. sind die Entwickler von touristischem Angebot und der Stadt insgesamt.
Sie sind die „Helden“ der Plauener Tourismusstory und werden künftig in der Vermarktung sichtbar.
3.2.2 ZIELGRUPPEN UND QUELLMÄRKTE
Plauen verfolgt einen lebensstilbasierten Zielgruppenansatz (sogenannte SINUS-Milieus). Diese Le-
bensstile unterscheiden sich weniger in soziodemographischen Merkmalen wie Alter, Familienstand
etc., sondern in ihren persönlichen Wertvorstellungen, Reisemotiven und Ansprüchen an das touri-
stische Produkt. Vor allem für die Ansprache individueller Gäste können zentrale Leitmilieus be-
nannt werden. Diese werden ebenso vom Tourismusverband Vogtland (TVV) und der Tourismus
Marketing Gesellschaft Sachsen (TMGS) als wichtigste Zielgruppen definiert – Marketingsynergien
sind somit gesichert (Steckbriefe siehe Anhang):
-
Fokuszielgruppe: individuelle Gäste – Städte- und Kulturreisende sowie Vogtland-Ur-
lauber und Familien:
o
Liberal-Intellektuelles Milieu:
viele Paare, starkes Kultur-Interesse, stark progres-
sive Werte (Kultur, Freiheit, Bildung), mittlere und höhere Altersgruppen
o
Adaptiv-Pragmatisches Milieu:
viele Familien und Paare, vielfältige Interessen und
Aktivitäten (Städtetrip bis Outdoorfreizeit), „moderne junge Mitte der Gesellschaft“
– ihre Ansprache erreicht auch aktuell relevante Milieus wie z.B. Bürgerliche Mitte
o
Optional und mittelfristig: Milieu der
Performer
(kreative Stil-Avantgarde)

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Tourismuskonzept Plauen: Kurzbericht
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-
Fokuszielgruppen mit speziellen Interessen
(nicht 1:1 den SINUS-Milieus zuzuordnen):
o
Kinder-/Jugendgruppen (Klassenfahrten, Ferienfreizeiten)
o
Busgruppen (Fokus: Kulturspezialveranstalter Ansprache v.a. des Liberal-Intel-
lektuellen Milieus
-
Ergänzungszielgruppe
(mittelfristig ausbaufähig): Tagungsgäste/ und Fachpublikum, (z.B.
Textilbranche/Industrie, Kunst, Bildung, weitere Branchen)
Zielgruppenübergreifend werden mindestens für die künftigen Plauener Leitprodukte die Aspekte
Inklusion und Barrierefreiheit eingebunden.
Die Quellmärkte des Plauener Tourismusmarketings lauten:
-
individuelle Gäste: für Kurz- und Tagesreisen relevanter 3h-Radius
(ostdeutsche Bundes-
länder + Franken, Hessen), + international: CZ (v.a. für Familien/Adaptiv-Pragmatische)
-
Gruppen- und Bussegment: d-weit
(Marktbearbeitung in Kooperation mit TMGS).
Mit Blick auf schrumpfende Bestandsquellmärkte (ostdeutsche Bundesländer) gewinnt bereits
heute die Ansprache fränkischer und hessischer Regionen an Bedeutung – auch der TVV verfolgt für
das Vogtland aktuell diesen Ansatz der Quellmarkterweiterung.
3.3 STRATEGISCHES ZIELSYSTEM
3.3.1 QUANTITATIVE LEITZIELE
Die Marktstarts neuer Höhepunktangebote, die gezielte Weiterentwicklung aktueller Highlights
und die deutlich stärkere Einbindung des Umlands markieren die Grundlage für das klare und selbst-
bewusste Ziel für die kommende Dekade:
Mehr Übernachtungs- und tagestouristische Nachfrage
trotz intensiven Wettbewerbs und Schrumpfung der Stammquellmärkte.
Plauen strebt an:
-
Steigerung der Übernachtungsnachfrage (gewerblich):
o
bis 2023 Wiedererreichen des 2019er Niveaus (ca. 135.000)
o
bis 2028: Wachstum um ca. 4,5 – 5%. Diese Zielgröße korrelliert mit den Zielen für
das gesamte Vogtland.
o
ab 2028: Sicherung der Nachfrage (schrumpfende Kernquellmärkte!)
-
Steigerung der Aufenthaltsdauer
auf 2,3 Tage bis 2028
-
Erhalt der gewerblichen Übernachtungskapazitäten von ca. 860 Betten und Ausla-
stungssteigerung;
das Ziel einer Kapazitätssteigerung gewinnt mittelfristig in Abhängig-
keit von den Entwicklungen im Tagungsbereich (Festhalle) sowie des Status als Bildungs-
und Wissenschaftsstandort an Relevanz
-
Nachfragesteigerungen im nichtgewerblichen Bereich
(FeWos) um 5% bis 2028
-
Deutliche Steigerung des Tagestourismus,
getragen v.a. durch die sich weiter vervollstän-
digende Museumslandschaft (Nachfragetreiber u.a.: Weisbachsches Haus)
-
Wirtschaftsfaktor Tourismus:
Sicherung der Wertschöpfung von 21,5 Mio. €, 1200 Arbeits-
plätze
-
Qualitätsziele (Stadt, Beherbergung, weitere Angebote):
o
Erreichen und Sicherung der Zertifizierung „Familienfreundliche Stadt in Sachsen“
o
Tourist Information: I-Marke und Halten von Service Qualität Deutschland
o
Famillienfreundlich in Sachsen: 7 Betriebe
o
Barrierrefreie Betriebe: 15 Betriebe
o
Wanderbares Deutschland: 3 Betriebe

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o
DEHOGA-Klassifizierung: Halten der 10 Betriebe
o
DTV-Sterne: 4 Betriebe
o
ADFC Bett und Bike: 2 Betriebe
3.3.2 STRATEGISCHE ENTWICKLUNGSZIELE
Ziel 1 „Städtisches Momentum“,
d.h.:
- Plauener „Stadtqualität“ (Aufenthalts- und Erlebnisqualität);
- Mehr Leben und „Flair“ im Stadtraum: vernetzte Erschließung des Stadtraums
- Herausragende Stadt-Umland-Vernetzung, v.a. per Rad, Wandern und ÖPNV
- Barrierefreiheit/Komfort mindestens für die Leitprodukte, mehrsprachiger Zugang zu Leit-
angeboten
Ziel 2 „Mutiges Testlabor“:
d.h.:
- Verfügbarkeit digitaler Angebote, insbesondere „smart guiding“ (virtuelle Stadtführun-
gen/Vermittlung kultureller Angebote)
- Integration von Nachhaltigkeit ins Angebot: Aufbau regionaler Wertschöpfungsketten, Si-
cherung klimafreundlicher (öffentlicher und individueller) Mobilität in und um Plauens touri-
stische Schwerpunkte
Ziel 3: „Gemeinsamer Erfolg“,
d.h.:
- Weiterentwicklung von funktionierenden Informations- und Abstimmungsmechanismen
aller Tourismuspartner und Verstetigung des Netzwerks (Stadtverwaltung, Dachverband
Stadtmarketing, Cluster Plauen-Oelsnitz und Umgebung, TVV, TMGS, Betriebe u.a.)
3.3.3 LEITSTRATEGIEN
Den „Weg zum Ziel“ markieren diese Prämissen:
-
Fokus statt Vielfalt: „Best Of“- Strategie
– authentische Plauener Top-Leistungen, zu-
gleich mit dem Anspruch von „Vogtland-Best Ofs“ (für TVV-Produktlinien).
-
Inszenierung der „Achsen“ zwischen frequenzstarken Ankerpunkten:
Aufbau angebots-
seitiger und kommunikativer Verknüpfung von Stadtzentrum und Elsteraue (Weisbach-
sches Haus, Kreativquartier) sowie weiteren „Satelliten“ (Jössnitz, Syratal/Brauerei u.a.)
-
Personalisierung des Angebots
über adäquate Digitalisierung des Marketingprozesses
-
Fokus im Marketing (und Netzwerk) auf „Faktor Mensch“:
Die „Helden“ hinter dem touri-
stischen Angebot werden als „Markenbotschafter“ im Marketing sichtbar gemacht.
-
Forcierter Ausbau der interkommunalen Kooperation im Vogtland-Cluster „Plauen-
Oelsnitz und Umgebung“:
v.a. im Wandern, für Familien, für Thema Friedliche Revolution
und Kulturweg der Vögte
-
Ausbau der Marketing-Kooperation mit TVV und TMGS:
Gleichwohl Wahrnehmung der
Eigenverantwortung für gezieltes Marketing für Plauen-spezifische Schwerpunkte

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3.4 PRODUKT-/KOMMUNIKATIONSLINIEN UND LEITPRODUKTE
Die ausgeprägte Plauener Angebotsvielfalt erfordert eine konsequente Bündelung von Produkt und
Kommunikation, um Wahrnehmbarkeit und damit auch Imageaufbau zu erreichen.
Fünf Produkt- und Kommunikationslinien
bündeln die stärksten alleinstellenden Facetten („Pro-
fil“), ebenso weitere weniger alleinstellende, jedoch vielfältig im Angebot besetzbare und mit den
Profilfeldern kombinierbare Facetten („Basis“). Plauen besinnt sich dabei – ganz im Sinne der Posi-
tionierung (Flair – Kreativität – Wandel) auf jeweils wirklich herausragende Facetten. Die Reisean-
lässe für die Produktlinien werden durch konkrete Top-Leistungen/Leitprodukte erzeugt – diese
„Best Ofs“
werden gezielt entwickelt und prominent vermarktet.
Das traditionellste und bislang am stärksten imageprägende Thema der Spitze wird bewusst und
explizit „vorwärts positioniert“ und mit seinen Angebotshighlights in der
„kreativicity“
verortet und
mit weiteren Facetten verknüpft:
- Sowohl im historischen als auch aktuellen Kontext besteht die Alleinstellung des Spitzen-/
Textilkomplexes in Kreativität und Wandel und Progress (einer ganzen Stadt).
- Das Weisbachsche Haus als künftiges Leitprodukt setzt in seinem Ausstellungs- und Be-
triebskonzept einer neuen Erlebniswelt explizit auf diese kreative „DNA“.
- Die Elsteraue wird Kreativquartier (von Softwareschmiede in Hempelscher Fabrik bis zu den
Weberhäusern) – Kreativität wird essenzieller Standort- und Imagefaktor.
- Weitere Plauener Top-Leistungen, wie z.B. die Galerie e.o.plauen sowie das Tagungsseg-
ment (MICE) mit diversen „special locations“ sind in die kreativicity integrierbar.
- „Spitze“ bleibt übergreifend im Marketing präsent: in Form des Stadtlogos „Spitzenstadt
Plauen“ – sie sendet jedoch über die kreativicity eine klar zukunftsweisende Botschaft.
„Friedliche Revolution ´89“
ist die zweite stark profilierende Produktlinie - Plauen nimmt die Her-
ausforderung der dauerhaften Erlebbarmachung des identitätsprägenden Themas an: Mittelfristi-
ges Leitprodukt wird mindestens das Informations- und Dokumentationszentrum (bei erfolgreicher

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Bewerbung Plauens um das deutlich breiter angelegte „Zukunftszentrum Deutsche Einheit und Eu-
ropäische Transformation“ in dieses integriert) – auch diese Produktlinie steht idealtypisch für den
„Wandel“ als Kernelement der touristischen Positionierung.
stadt.flair
ist das umfangreiche Basisfeld rund um Plauener Stadterlebnis von Altstadt und Archi-
tektur, Plauen unter Tage bis Sternquell-Areal/Freizeitanlage Syratal, von Musik/Theater bis zu Mu-
seumslandschaft, Gastronomie und Einzelhandel – kurz: die lebenswerte, funktionierende Stadt.
familien.zeit
fasst starke Angebote für Familien und Kinder(gruppen) zusammen. Es bestehen eng-
ste Verflechtungen zu den anderen Produktlinien – entscheidend ist die jeweils familienbezogene
Entwicklung des Angebots.
stadt.grün
stellt deutlich intensiver als bislang das Natur- und Aktiverlebnis in der Stadt und im um-
gebenden Vogtland heraus. Ein expliziter Handlungsschwerpunkt ist die (Weiter)Entwicklung von
Top-Wanderangeboten mit Blick auf Jößnitz als „das
Wanderdorf“.
Die Produktlinien spielen in Kommunikation und Angebot eng zusammen - sie „veredeln“ sich ge-
genseitig: Wer das Weisbachsche Haus besucht, bummelt durch Altstadt und Gastronomie. Fami-
lien gehen auf virtuelle Stadtwanderung zur Friedlichen Revolution und nutzen den Walderlebnis-
pfad. Über die Produktlinien hinweg werden vor allem diese
Plauen-Erlebnisse
entwickelt:
-
Making of:
Neu Entstehendes in Tourismus und Stadt wird zum Angebot – von der Baustel-
lenführung im Weisbachschen Haus und Kreativquartier über Brachenrundgang bis zum
Kennertermin „Wie entsteht ein Wanderweg?“
-
Plauen-Klassiker:
verlässlich gute Aufarbeitung der bekannten Highlights in Führungen,
Arrangements und Co. – relevant v.a. für „konservativere“ Bestandskunden ebenso wie Fa-
milien (Adaptiv-Pragmatische), aber auch Kindergruppen
-
Kreativer Genuss:
Angebote mit „neuer“, kreativer, kultureller, bildungsorientierter, kulina-
rischer Komponente – höchste Relevanz für Liberal-Intellektuelle
-
Perfekte Tage:
„mundgerechte“ Bausteinprogramme für Plauen und Umgebung mit Top-
Leistungen (Fokus: Familien/Adaptiv-Pragmatische)
3.5 PLAUENER STADTQUALITÄT
Neben der intensiven allgemeinen Qualitätsarbeit (siehe Handlungsprogramm) gelten für das Erleb-
nis Plauen einige spezifische Anforderungen ans Angebot ebenso wie die Zusammenarbeit vor Ort.
Für diese sind die Betriebe und Partner konstant zu begeistern und auch zu schulen:
- „Plauens Lächeln“: Freundlichkeit und Zugewandtheit im Gästekontakt, persönliche An-
sprechpartner sind klar definiert
- Besucherlenkung erfolgt analog und smart
- Plauen bietet Lieblingsplätze/Verweilorte an tollen Orten/Blicken etc.: „Ausruhoption“, digi-
tale Info; Lieblingsplätze für Familien: Spieloptionen (Spieloptionen, z.B. Wasserspielplatz)
- Naturnähe: Zugang zu und Erleben von Grün und Wasser
- Unkompliziert: Kurze Wege zwischen den Angeboten in und ins Umland
- Barrierefreiheit mind. aller familien- und kinderrelevanten Top-Angebote/Attraktionen
- Mehrsprachigkeit (dt./engl. + tschechisch) für alle Leitprodukte
- Konstante, verbindliche und wertschätzende Zusammenarbeit vor Ort

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Tourismuskonzept Plauen: Kurzbericht
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4 HANDLUNGSPROGRAMM
Im Folgenden werden die zur Umsetzung der Strategie erforderlichen Maßnahmen für Plauen mit
seinem Netzwerk der Tourismuspartner aus touristischen Betrieben, Gastronomie, Kultur- und Frei-
zeiteinrichtungen, Tourist Information, Stadtverwaltung und weiteren Partnern skizziert. Die Rolle
der Tourist Information besteht mehr denn je in Koordination und Zusammenführung von Aktivitä-
ten und Engagement der Betriebsebene sowie Sensibilisierung und Aktivierung der potenziellen
Partner für wichtige Projekte und Maßnahmen im Sinne der Strategie.
Das Handlungsprogramm versteht sich als konkreter
Mindestplan
für die Plauener Tourismusent-
wicklung. Leitprojekte/Leitprodukte mit zentraler Rolle für die gesamte Tourismusentwicklung sind
gekennzeichnet (LP). Für weitere Maßnahmen werden mit Blick auf Kompaktheit und Mindestpro-
gramm neben der zeitlichen Einordnung (s.u.) keine weiteren Prioritäten gesetzt.
Die vorliegende Kurzver-
sion konzentriert sich auf
die inhaltliche Erläuterung
der anstehenden Erforder-
nisse. Details zu Verant-
wortlichkeiten, Finanzie-
rungsfragen sowie perso-
neller und finanzieller Aus-
stattung der Tourist Infor-
mation sind in die durch
die Plauener Gremien zu
beschließende Lang-
fassung eingearbeitet.
Drei Phasen
kennzeichnen
den Umsetzungsprozess
der Tourismuskonzeption.
Die Chronologie bei der
Entwicklung der wichtig-
sten
Leitprojekte
zeigt: Bis
ca. 2027 sollen wichtige
Angebotshighlights reali-
siert werden. Das Familien-
angebot wird bereits im
kurzfristigen Zeitfenster si-
gnifikant vorangetrieben.
Für weitere Details und
Maßnahmen siehe Folge-
kapitel.

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4.1 INFRASTRUKTUR- UND ANGEBOTSGESTALTUNG
Die Produktlinien sind in ihrer Angebotsstruktur eng miteinander vernetzt und komplettieren sich
gegenseitig. Die Maßnahmen sind der jeweils relevantesten Produktlinie zugeordnet. Hinzu kom-
men einige übergreifende Erfordernisse.
4.1.1 KREATIVICITY
M1: LP Weisbachsches Haus – Deutsches Forum für Textil und Spitze (Phase 1-2)
Details
Aktuell: Namensfindung für das zielgruppenübergreifende Ankerangebot zur The-
matik
Umsetzung des vorgesehenen Ausstellungs- und Angebotskonzepts: ganzheitliche
Betrachtung von Textil, Design, Spitze (Fokus: haptisches und virtuelles Erleben);
Gastronomie. Events (z.B. „Schau auf Design“), Entwicklung kleinerer – mittlerer
Tagungskapazitäten (Branchentreff)
Entwicklung und Umsetzung detaillierten Marketingkonzepts
Geplante Eröffnung: ab 2022/23
Empfohlen: Kooperationsmitgliedschaft im TVV
M2: LP e.o.plauen Angebotsoffensive (Phase 1-2)
Details
Angebotsverdichtung für die v.a. in westdeutschen Quellmärkten bekannte Vater-
und Sohn-Thematik (Zielgruppe: Liberal-Intellektuelle)
Galerie e.o.plauen: Fortführung der kreativen erlebnispädagogischen Angebote für
Kinder(gruppen) rund um Kunst und Zeichnen; Entwicklung neuer individueller
Kursangebote für Erwachsene bzw. Familien (Auf- und Ausbau der Kooperation
mit museumspädagogischem Team des Vogtlandmuseums)
Konzeption eines authentischen Stadtrundgangs: Einbindung von Orten mit Bezug
zur Thematik; Realisierung: virtuell und Stadtführung
Weitere Maßnahmen
M3
Fortführung und Ausbau der Kreativ- und erlebnispädagogischen
Programme – Fokus Familien/Kindergruppen und Erwachsene; Ein-
spielung in die Bausteinprogramme der „Perfekten Tage“, s.u.):
Kurse/Events der Weberhäuser (z.B. Unikatival), Vogtlandtheater,
Schaustickerei, weitere Galerien u.a.
Phase 1ff
M4
Einrichtung einer inszenierten Wegeverbindung Elsteraue-Altstadt
(offensive Besucherlenkung vom Weisbachschen Haus in die Alt-
stadt) - Pflicht: Stadtrundgang „Das Textil und die Stadt“ (Ausstat-
tung mit markanten Infostelen, Kunstobjekten + virtuelle Bespie-
lung), Kür: barrierefreie Verbindung über Schrägaufzug oder Roll-
treppe Elsteraue-Altstadt (Barrierefreiheit!) inkl. Infomodule; gute
Phase 2

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Beispiele: Erlebnisaufzug Burg Altena (NRW); Altstadt-Rolltreppen
Vitoria (Spanien/Baskenland)
M5
2-3 thematische Stadtführungen zu Textil und Kreativität, z.B. „Ma-
king Of“ von Weisbachschem Haus + Stadtentwicklung durch Textil
(Fortsetzung/Anpassung des Bestands/Neukonzeption)
Phase 1
M6
Virtuelle Stadtführungen zu o.g. Themen (app-basiert, Einbindung
erweiterter Realität möglich; EINE Smart-Guiding-App-Lösung für
alle virtuellen Angebote, s.u.)
Phase 1ff
M7
Anpassung buchbarer Kurzreise-Arrangements individuell (Ho-
tels/Leistungsträger): inkl. „Kreativbausteine“
Phase 2
M8
Optimierung der Erlebnisbausteine für Gruppen (Bus, Kinder): Fo-
kus auf kreative Elemente
Phase 1-2
4.1.2 FAMILIEN.ZEIT
Hier gelistete Maßnahmen beziehen sich in großen Teilen auf Familien und auch Kinder-/Schul-
gruppen. Aspekte der Barrierefreiheit sowie bei Kindergruppen der Inklusion sind dabei weitmög-
lich zu integrieren. Aussagen zur Qualitätsentwicklung und -sicherung im Sinne der TMGS-Zertifi-
zierung zur „Familienfreundlichen Stadt in Sachsen“ sind dem entspr. Kapitel zu entnehmen.
M9 LP Perfekte Tage (Phase 1ff)
Details
Entwicklung von 2-4 tagesfüllenden Erlebnis-Aktivitätsoptionen für Familien in
Plauen und Umland (Fokus Adaptiv-Pragmatische): Thema X Bausteine (Frei-
zeiteinrichtungen/Aktivitäten)
Einspielung in „Familie leben“ des TVV (Perfekte Tage = Familienleitangebot des
TVV)
Hinweis: Start in 2021 bereits erfolgt
Weitere Maßnahmen
M10
Maßnahmenbündel: Intensivierung der museums-, theater- und er-
lebnispädagogische Angebote
Betrifft alle Museen, Vogtlandtheater, künftige Highlights wie
Weisbachsches Haus, Informations- und Dokumentationszen-
trum Friedliche Revolution, Galerie e.o.plauen, Falknerei Herr-
mann, Pfaffengut u.a.
Fortführung/Ergänzung der Programme für Gruppen und indivi-
duelle Familien (individuelle Themenfindung, Fokus Kreativität,
Natur, Stadt-/Regionalgeschichte)
Phase 1-2
M11
Wandern in Familie: Gestaltung von 2 Familien-Erlebnisrouten im
Bereich Jößnitz und an der Falknerei (Fokus: Erlebnis und Interakti-
onspunkte, „buggyfit“, bis zu 5km)
Phase 1-2
M12
Familienorientierte Umsetzung der Radwegeentwicklung in Plauen
und Umgebung (integriert in touristische Vogtland-Radwegekon-
zeption); Schwerpunkt: sichere barrierefreie Verbindungen/
Phase 2-3

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Familientouren nach Pöhl, Pirk, innerörtliche Lückenschlüsse zur Er-
reichbarkeit der Familienattraktionen
M13
Einrichtung von bis zu 10 Verweilorten für Familien („Lieblings-
plätze“) mit besonderen Spieloptionen, z.B. Wasserspielplatz
(Standort n.n.) im Stadtgebiet sowie den grünen Korridoren (Syra-
tal, Elster)
Phase 1-2
M14
Erlebnisareal Syratal-Sternquellbrauerei: Attraktivierung, Vernet-
zung, Ertüchtigung: Brückenverbindung, sanitäre Anlagen, „Lieb-
lingsplatz/selfie stop“
Phase 1
M15
Einrichtung 1-2 virtueller Stadtrundgänge (gemäß Plauener The-
men), (Integration der „gps-Stadtralley“)
Phase 2
M16
1-2 Familienstadtführungen (individuell) v.a. zu aktuellen Entwick-
lungen, z.B. Bauphase Weisbachsches Haus, „Was ist VOMAG?“,
Schlossterrassen u.a.
Phase 1-2
M17
Jugendherberge: Fortführung der Ferienprogramme, künftig auch
Fokus Zeitgeschichte (Inkl. Mödlareuth, Wachturm/Wanderung Hei-
nersgrün)
Phase 1ff
M18
Optimierung der ÖPNV-Anbindung in Richtung Pöhl und Pirk (Takt-
frequenz)
Phase 2
4.1.3 STADT.FLAIR
Die Produktline ist die breit aufgestellte Basis auch für alle weiteren Angebotsthemen – ihre Ange-
bote und Services sind unabdingbare Kombinationselemente für ein konsistentes „Plauen-Erleb-
nis“.
M19 LP Mehr Flair (Maßnahmenbündel) (Phase 1-2)
Details
Ziel: Sicherung und Steigerung von Aufenthaltsqualität und Erlebniswert des
Stadtzentrums
Einrichtung von bis zu 10 „Lieblingsplätzen“: charmante Verweilorte inkl. Sitzgele-
genheit in der Stadt, mit Elsterzugang, im Stadtpark etc.
Optimierung der Rahmenbedingungen: „Freigabe“ des Altmarkts für mehr Außen-
gastronomie und Gastro-Events
WLAN-Hotspots 2.0. (neuer Anlauf!) – unerlässlich u.a. für virtuelles Touren-/Füh-
rungsprogramm, erwarteter Standard der Gäste
Top-Event Spitzenfest: Attraktivierung inkl. Gastro-Special („Spitzen-Genuss“)
Gastronomieoffensive allgemein: saisonal-regionale Gastrowochen (Aufbau eines
lokalen Top-Partner-Netzwerks), „Book a Cook“ – Sensibilisierung der Gastrobe-
triebe für Online-Reservierbarkeit des Tisches
Fortsetzung und weitere Spezialisierung des Stadtführungsprogramms (individuell
& Gruppe): Fokus „making of“ (Schlossterrassen/Unter Tage, „Wie die Stadt funk-
tioniert“ (Bau, Einzelhandel, Freizeit, Leben...), Plauen -Klassiker (Vögte/Heinrich,
Architektur, Plauen 900)
Einrichtung mind. 2 individuell-virtueller Stadtrundgänge zu genannten Themen
1-2 „Best Of-Arrangements“ (Hotels): Spitzenfest, Theater-Wochenende, „Plauen-
Classics“ (Altstadtflair, Museen/Theater...)

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Finden/Schulung/Marketingintegration von „Plauen-Botschaftern“ (touristische
Akteure als Marketing-Testimonials)
Übergreifender Kommunikationsschwerpunkt „Flair“: Altstadt, Theater/Sommer-
theater, Festhalle, Museen, Gastronomie, Musik (siehe hierzu Kap. Außenmarke-
ting); inkl. „special-location-Guide“ (online, inkl. Tagungsangebot)
M20 LP Vogt 4.0. (Phase 2)
Details
Ziel: Top-Leistung für den Kulturweg der Vögte (TVV-Leitprodukt für Liberal-Intel-
lektuelle) – Intensivierung der Kooperation mit Oelsnitz/Schloss Voigtsberg,
Entwicklung eines gemeinsamen digital-realen Vermittlungs- und Erlebniskon-
zepts für die Top-Attraktionen des Kulturwegs der Vögte beider Städte (Komtur-
hof, Schloss/Schlossberg, Schloss Voigtsberg) – gleiche Standards, eine Technolo-
gie, gemeinsam gemanagt
Echtes Erlebnis vor Ort: Führung/Erlebnis/pädagogische Bausteine
Digitales Erlebnis vor Ort: Sichtbarmachung des Unsichtbaren/Verschlossenen
Exklusive (virtuelle Öffnungen: Kirchen, Komturhof…)
Einbindung der unmittelbaren Umgebung: virtuelle Tourentipps (Vogtland App)
Hinweis: Projektpartnerschaft Plauens für Fortsetzung des regionalen Projekts
„Kulturweg der Vögte“ erforderlich
4.1.4 FRIEDLICHE REVOLUTION ´89
Schwerpunkt der Aktivitäten ist eine konstantere Erlebbarmachung der historischen und Plauen al-
leinstellenden Thematik. Wichtig – vor Ort wie auch für Gäste - wird die Zusammenarbeit mit Zeit-
zeugen.
M 21 LP Informations- und Dokumentationszentrum Friedliche Revolution (IDZ) (Phase
2)
Details
Ziel: reale Erlebbarmachung der identitätsprägenden Thematik im Stadtzentrum –
Schaffung einer Top-Attraktion in der Altstadt (Komplementärangebot zur Elster-
aue/Weisbachsches Haus) und somit Besuchsanlässe in der Altstadt
Realisierung des Erinnerungs- und Erlebnisorts zur Friedlichen Revolution im Alten
Brandschutzamt (Ausstellungs- und Vermittlungskonzept, Marketingplanungen)
Hinweis: aktuelle Bewerbung Plauens als Standort für das von der Bundesrepublik
geförderte und deutlich breiter als das IDZ angelegte „Zukunftszentrum für Euro-
päische Transformation und Deutsche Einheit“ (inkl. Bildung und Forschung);
Überprüfung der Realisierbarkeit erforderlicher Rahmenbedingungen (Bildungs-
standort, Bahnanbindung) erforderlich (IDZ: potenzieller, konzeptioneller Bestand-
teil des Zukunftszentrums)

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Weitere Maßnahmen
M22
Fortsetzung: themat. Stadtführung „Wege des Aufbruchs“; Option:
inkl. Gespräche mit Zeitzeugen
Phase 1ff
M23
Fortsetzung: Themenwoche/Filmfestival im November
Phase 1ff
M24
Einrichtung virtueller Stadtwanderung 1989 (Spuren des Demo-
zugs); Bestandteil des Wanderleitprodukts „Geh.Zeiten“ im Cluster
Plauen, Oelsnitz und Umgebung
Phase 2
M25
Freundschaftsweg Plauen-Hof: Jährliches Wanderevent inkl. Zeit-
zeugentalks etc.
Phase 2
M26
(Weiter)Entwicklung von Programmbausteinen für Kinder- und Ju-
gendgruppen (Führung, Ralley, Quiz, Zeitzeugen) in Plauen sowie in
Kooperation mit Gedenkstätte Mödlareuth sowie im Cluster Plauen,
Oelsnitz und Umgebung (Erinnerungsorte, Wanderwege „Geh.Zei-
ten“)
Phase 2
4.1.5 STADT.GRÜN
Plauen als „Herz des Vogtlands“ bekennt sich insbesondere auch im Aktivtourismus zu seinen Stär-
ken: attraktive Natur in unmittelbarer Nähe der gut erreichbaren Stadt.
M27 LP Plauen-Jößnitzer Wanderparadies (Arbeitstitel) (Phase 1-2)
Details
Ziel: Top-Leistungen im Wandern für das Vogtland, Stärkung von Jößnitz als Erho-
lungsort und „Wanderdorf“
Entwicklung eines Tagesrundwegs für das Wanderleitprodukt „Geh.Zeiten“ des
Clusters Plauen, Oelsnitz und Umgebung: Erweiterung des J9-Wegs zu einer
Runde inkl. Jößnitz, Pöhl, Elstertalbrücke (auf bestehenden Wegen), Ausstattung
gemäß vereinbarten Kriterien (aktuell in Vorbereitung)
„Kinderwald“: 2 Erlebnisrouten (1x Wald/Vogelwelt inkl. Falknerei/ Pfaffengut, 1x
Jößnitz, Thema n.n.), siehe „familien.zeit“
Wegenetzentwicklung allgemein: Bewertung/Erhalt/fortl. Optimierung (Verlauf,
Ausweisung, Ausstattung) der „Besten“ in Jößnitzer Wegenetz, Plauener Rund-
wanderweg + „Zubringer“ (erforderliche Grundlagen: Prüfung der Wegewidmun-
gen)
Erstellung virtueller Tages-Kurztouren, erreichbar mit Bus/Tram
Hinweis: + Pöhl + weiteres Umland (z.B. Syrau) in Plauener Kommunikation einzu-
binden
„Wegepatenakquise“ (Vereine, Unternehmen) zur Unterstützung des Wegema-
nagements
Weitere Maßnahmen
M28
Attraktivierung der „Grünen Klammer“ Elster und Syra inkl. der
Parks: virtuelle “Parkspaziergänge“ (Tourentipps in Vogtland App)
Phase 1

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M29
Fortsetzung der integrierten Radwegenetzentwicklung (Alltag-Frei-
zeit-Familien): Ziel: Sichere Erreichbarkeit aller Attraktionen/Naher-
holungsziele wie Pirk, Pöhl; Lückenschlüsse wie z.B. Hammerweg-
Friesenplatz; Ladestationen
Phase 2
M30
Einrichtung des im Stadtzentrum vorgesehenen Wohnmobilstell-
platzes (Standort Gerberstraße; aktuell: Klärung der Förderfähig-
keit)
Phase 1
4.1.6 ÜBERGREIFENDE MAßNAHMEN
M31 LP Vogtland -TI (Phase 1-2)
Details
Ziel: zeitgemäße Attraktivierung der Tourist Information am Standort und Erwei-
terung zum „Showroom“ für die gesamte Destination Vogtland - Frequenz und
Service direkt im Stadtzentrum, TI wird Attraktion an zentraler Stelle zwischen al-
len Erlebnisarealen
Neues Funktions- und Erlebniskonzept: TI (Counter und Back Office), Vogtland-
Show-Room (haptisch-digital, (Details mit TVV zu klären), „Regio-Point“: Shop-
ping für lokale/regionale Produkte
Neues Raumkonzept: Erweiterung bestehender Räumlichkeiten, neue Ausstat-
tung, Beleuchtung, Kenntlichmachung im Außenbereich (Fassade, Straße...)
Start ab 2022!
Gutes Beispiel: Thüringen 360° (Erfurt)
Ziel der Maßnahmen im Bereich der
Qualitätsentwicklung
ist eine Sicherung grundlegender allge-
meiner und themen-/zielgruppenspezifischer Gästeanforderungen sowie die Etablierung der dar-
über hinausgehenden „Plauener Stadtqualität“ bei den Tourismuspartnern vor Ort.
M32 Maßnahmenbündel Qualitätsentwicklung (Phase 1ff)
Details
Fortführung der relevanten Klassifizierungen und Zertifizierungen gemeinsam mit
den jeweils relevanten Partnern/Institutionen (DEHOGA/DTV-Sterne, Service-Q,
Barrierefreiheit, Qualitätsgastgeber Wanderbares Deutschland, Familienfreundlich
in Sachsen, Bett & Bike), inkl. Schulungen, Betriebsberatungen
Coaching der Tourismuspartner für Plauener Stadtqualität und deren Integration
ins eigene Angebot; Akquise von Plauen-Botschaftern (Unternehmen, Kulturschaf-
fende, Familieneinrichtungen…) und Einbindung ins Marketing
Qualifizierung Online-Marketing (Fokus open data/Content Architektur Sachsen,
Online-Buchung, social media Marketing: interne Fortbildung TI, Coaching der Be-
triebe
Zertifizierung der Tourist Information mit der i-Marke (Hinweis: viele Kriterien be-
reits aktuell erfüllt, ausstehend u.a. Nachhaltigkeitsleitbild, Digitale vor-Ort-Info-
Services - zu schaffen im Rahmen der Vogtland TI)
Unterstützung von OT Jößnitz durch Stadt/TI zum Erhalt des Erholungsortsstatus

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Weitere Maßnahmen
M33
Anwendung EINER App-Lösung für sämtliche virtuelle Führungen
und Rundgänge; zu prüfen: Lizenzerwerb „Smart Guide“ (Nutzung
auch durch TVV angestrebt); Contentproduktion
Phase 1-2
M34
Erweiterung der Übernachtungskapazitäten: Hotelbedarfsprüfung
(v.a. mit Blick auf neues Festhallenkonzept/Plauen als Tagungs-
standort), Unterstützung der Investorenakquise
Phase 3
4.2 AUßEN- UND INNENMARKETING, PRESSE UND PR
Folgende Prämissen gelten für die künftige touristische Marketingarbeit:
- Priorität für
Produktlinien- und Leitproduktmarketing
statt allgemeinem „Plauen-Marke-
ting“: In allen Darstellungen fungiert das Stadtlogo „Spitzenstadt Plauen“ dabei als soge-
nannter „endorser“ („Stützmarke“, der das jeweils zu Vermarktende örtlich/inhaltlich ein-
ordnet)
-
Kommunikationsanlässe aufbauen: Kampagnen/Jahresthemen
(Produkt/Zielgruppe/Sai-
son) flankieren permanente Maßnahmen!
- Pragmatische, aber konsequente
Digitalisierung:
Plauen benötigt beispielsweise keine ei-
gene allgemeine App (aktuelle Websitestruktur erfüllt relevante Anforderungen), wohl aber
muss es (übergreifende) App-Lösungen nutzen für virtuelle „smarte“ Stadtführungen und
Touren
- Umfassende und fortlaufende
Contenterstellung
für Online-Aktivitäten – und Einspeisung
in neue Content Architektur Sachsen (mehr Reichweite durch open data!)
- Kompakt. Inspirierend. Nützlich. –
Kompaktes und durchaus ungewöhnliches Printpaket.
- Weitgehende
Kooperation und Integration
in Medien und Kampagnen v.a. von TVV und
TMGS - ebenso
eigene Akzente
für mehr Reichweite!
-
Adäquate finanzielle Absicherung der Erfordernisse – erst gutes und intensives Marke-
ting verhilft potenziellen Angebotshighlights zum Markterfolg!
4.2.1 INTEGRIERTE TOURISMUSKAMPAGNE
Die Mehrheit der befragten Plauener Bevölkerung spricht sich für deutlich mehr Tourismus vor Ort
aus – d.h. es besteht eine hohe Identifikation mit Stadt und touristischem Angebot. Es gilt, die
(neue) Kombination aus Flair mit den weiteren Top-Themen von Beginn an auch bei den touristi-
schen Zielgruppen zu verankern. – Eine mehrjährige Kampagne schafft Teilhabe und setzt die „rich-
tigen“ Botschaften im Sinne der Positionierung:

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M35 LP „Plauens Lächeln“ – außen- und innenwirksame Gesamtkampagne (Phase 1-2)
Details
Ziel: Bekanntheit, (touristisches) Image gemäß Werten und Themen („Flair“...) auf-
bauen, Ansprache von Gästen, Bevölkerung, Wirtschaft ( Plauen-Botschafter),
Potenzielles Kampagnenmotiv „Plauens Lächeln“ – Leitfrage: „Wann/wo/warum
hast Du heute in Plauen schon gelächelt?“
Mechanismus: eigene Fotos von Plauenern und Gästen sowie professioneller Con-
tent (Shootings etc.) mit „Tipps “ zu „Lieblingsplätzen“, Gründen des Lächelns
usw.), crossmediale Ausspielung auf Plauener Kanälen (Website, instagram), vor
Ort und in touristischen Quellmärkten (Web, Print, Anzeigen, Plakate...), in Kombi-
nation mit Standortmarketing (Arbeitskräfte)
Zielgruppen: Gäste, Bevölkerung, Betriebe
Nächster Schritt: Detaillierte Konzeption und Umsetzung (Contentplanung, zeitli-
cher Aufbau, Zielgruppen-/quellmarktspezifische Maßnahmen, Beteiligungsan-
reize)
Gutes Beispiel: „Herz verlieren“-Kampagne (Grimm-Heimat Nordhessen)
4.2.2 AUßENMARKETING
Weitere Maßnahmen
M36
Grundlegende Erfordernis: abgestimmte Contentplanung/-manage-
ment mit übergreifenden Plauener Online-Medien (Website, offizi-
elle social media Präsenzen wie Facebook und Instagram)
Phase 1ff
M37
eigene
Contenterstellung gemäß Produktlinien: Fotoshootings,
Bildrechte, Autoren/Bloggerkooperationen etc. ( ausreichende
Budgetierung!)
fortlaufend
M38
Website: Anpassung/fortlaufende Aktualisierung gemäß Corporate
Design, Produktlinien und Leitprodukten (explizit: kindgerechter
Auftritt für familien.zeit), Einbindung von Veranstaltungskalender,
Einbindung von TVV-Content (Touren, podcasts), Integration eige-
ner Touren etc. in TVV/TMGS-Medien; Integration der „Macher“
Phase 1ff
M39
Social Media: Erstellung und Bespielung eines ausschließlich touri-
stischen instagram-accounts (Abstimmung content mit „Spitzen-
stadt“-Account); facebook: Contenterstellung für städt. Account
Phase 1ff
M40
Neukonzeption
des Printpakets mit Imagebroschüre, Gastgeberver-
zeichnis und bedarfsweise Poduktlinienbroschüren (kompakt, neue
Formate, z.B. quadratisch, weniger „Einzelflyer“!), „special location
guide“: Museen, Tagungs-, Eventlocations; Familienerlebniskarte;
Radkarte, Führungen/Arrangements
Phase 1-2
M41
Online-Buchung/Vertrieb: „Bestandserhalt“ der Beherbergungsbe-
triebe für deskline; evtl. Best-Of-Arrangements
fortlaufend
M42
Anzeigen, Advertorials, Pressearbeit (Aussendungen, Journalisten-
betreuung, Aktionen etc.): Jahresplanung und Realisierung gemäß
fortlaufend

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zielgruppenrelevanten Medien (siehe Steckbriefe) in Abst. mit Pres-
sestelle, TVV, TMGS/AG Städte, AG Sachsens Dörfer
M43
Messen und Präsenzen: Fortsetzung der TVV-Anschließerschaften,
insbesondere kultur- und familienrelevante Spezialmessen (z.B.
Leipziger Buchmesse); + ggf. weitere Aktionen im 3h-Radius, Bus-
messen (RDA) nur in Abstimmung mit TMGS/TVV
fortlaufend
M44
medienübergreifend: Kooperationsmarketing mit TVV: Beteiligung
an relevanten Kampagnen und Aktionen im Rahmen der drei TVV-
Produktlinien, gilt insbesondere für Ansprache neuer Zielgruppen
und entfernter Quellmärkte (Beispiel: Liberal-Intellektuelle in Hes-
sen)
fortlaufend
M45
Plauen Card: Aufgeben der Insellösung (lokale Kauf-/Rabattkarte
Integration in geplante Vogtland Card (All Inclusive Card inkl.
ÖPNV)
Phase 2
4.2.3 INNENMARKETING
Maßnahmen
M46
Maßnahmenbündel „Teilhabe am Angebot“ (für Bevölkerung)
- Einbindung engagierter Menschen ins Angebot (z.B. „Plaue-
ner führen Interessierte“, „Plauener erzählen“)
- „Pretests“ – Plauener werden zu Testern neuer Angebote
- Angebote für (lokale) Schulen (Ferienfreizeit, Klassenfahrt),
(Fortsetzung)
Phase 1ff
M47
Maßnahmenbündel „Kommunikation und Information“:
- Tage der offenen Tür für Plauener und LT
- Leistungsträger-Newsletter (anlassbezogen, quartalsweise)
- Austauschplattform: Plauener Tourismustag (jährlich) - inkl.
Erfolgsbilanz, Fachvorträge, Gastgebertreffen, Diskussion
neuer Ideen), potenzielles Format: „walking conference“
- Verkehrsträgerwerbung (v.a. Straßenbahn, Bus)
fortlaufend
M48
Maßnahme „Wertschätzung“ Leistungsträger:
- Marketing-Einbindung der „Köpfe“ hinter dem Angebot
fortlaufend
M49
Maßnahmenbündel „Politik und Stadtverwaltung“
- Bürgermeisterberatung der 3 Geschäftsbereiche (Bauen,
Kultur, OB): „integrativer Tagesordnungspunkt Tourismus“,
d.h. Prüfung investiver Vorhaben auf touristische Relevanz,
Platzierung und Abstimmung touristischer Vorhaben
- Wirtschaftsförderungsausschuss: Einbringen relevanter
Vorhaben
- Stadtratsabgeordnete: jährlicher Tag der offenen Tür für TI
inkl. Info- und Austauschtreffen zu aktuellen Entwicklungen
fortlaufend

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M50
Maßnahmenbündel „Unternehmen“
- Info-Offensive: gezielte Mailings, Meetings: „Wie macht
Tourismus den Arbeitsort auch als Lebensort attraktiv?“
„Wie können Sie als Unternehmen zur Attraktivität beitra-
gen/sich engagieren“?
- in Kooperation mit Stadt-/Standortmarketing, IHK ge-
meinsame Aktionen in gemeinsamen Quellmärkten für
Fachkräfte und relevante Milieus
fortlaufend
4.3 NETZWERK UND KOOPERATION
Mehr denn je gilt: Produkt ist König – entsprechend ergibt sich eine Vielzahl an erforderlichen Netz-
werk- und Kooperationsstrukturen. Die Anforderungen und Aufgaben der Tourist Information als
Steuerer der Zusammenarbeit der jeweils relevanten Partner wird noch einmal deutlich zunahmen,
insbesondere auch durch die seitens des Tourismusverbands Vogtlands verfolgte Clusterstrategie
zur Intensivierung der interkommunalen Kooperation (Cluster Plauen-Oelsnitz und Umgebung).
Folgende Abbildung steht somit exemplarisch für die Partner der touristischen Netzwerks- und Ko-
operationsstrukturen:
M51 Maßnahmenbündel „Netzwerk und Kooperation“ (fortlaufend)
Details
Ausbau der Clusterkooperation „Plauen-Oelsnitz und Umgebung“: Entwicklung
u.a. der Geh.Zeiten-Wege
TMGS/AG Städte (Plauen ist Mitglied): Verstetigung des Austauschs mit TVV – ab-
gestimmte Positionen und Maßnahmen
TMGS/AG Dörfer (Jößnitz): Intensivierung des Vor-Ort-Austauschs
Empfehlung: TVV-Kooperationspartnerschaften mit allen „großen“ kulturellen Ein-
richtungen (z.B. Vogtlandmuseum, Weisbachsches Haus)
Fortführung der Städtepartnerschaften, u.a. mit Hof
Konstanter Austausch im Rahmen der Euregio Egrensis

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4.4 ORGANISATION UND FINANZIERUNG
Die Koordination sämtlicher touristischer Aktivitäten seitens der Stadt Plauen obliegt dem Ge-
schäftsbereich OB mit dem Bereich Wirtschaftsförderung und der Tourist Information. Die Aufga-
ben der TI gehen dabei weit über die Gästebetreuung an Schalter, per Mail oder Telefon hinaus.
Mit Blick auf die
gern im Zuge der
Digitalisierung in
Frage gestellte
Notwendigkeit
einer „echten“ TI
ist zu bemerken:
Gerade in Zeiten
der Daten- und
Informations-
überflutung wer-
den Experten vor
Ort wieder häufi-
ger in Anspruch
genommen (bis
zu 60% aller Rei-
senden) - auch
von jüngeren und
vorher sich aus-
schließlich digital informierenden Menschen
2
. Der
„Faktor Mensch“ ist der zentrale Erfolgsfaktor
auch der Plauener TI – ebenso ist er essenziell für die gesamte Tourismusstrategie.
Hinzu
kommt die potenzielle Aufwertung der TI zu einer eigenen Attraktion durch die „Vogtland TI“. Ihre
adäquate personelle Ausstattung ist zwingend zu sichern.
Ebenso ist eine deutliche Aufstockung des reinen Tourismusmarketingbudgets erforderlich – selbst
bei optimaler Integration in Marketingmaßnahmen von TMGS und vor allem vom TVV fallen hierfür
deutliche Mehrkosten an, die nicht durch den Plauener Mitgliedsbeitrag beim TVV abgedeckt sind –
Plauen steht in der Verantwortung, die aktuellen umfangreichen Entwicklungen im Angebot durch
adäquates Marketing zum Markterfolg zu führen. Budgetbeispiele und der erwartbare Kostenrah-
men für Plauen sind in der Langfassung des Tourismuskonzepts enthalten.
M52 Maßnahmenbündel Organisation und Finanzierung (fortlaufend)
Details
Sicherung der personellen Ressourcen der TI (mind. 4,5 Vollzeitäquivalente) und
Anpassung der internen Aufgabenverteilung als Grundlage für stringente Steue-
rung der touristischen Entwicklung und Vermarktung
Sicherung des erforderlichen Marketingbasisbudgets für die TI
Einführung einer Tourismusabgabe frühestens mit Vorliegen aller neuen Leitpro-
dukte (Realisierungsoption: in Verbindung mit destinationsweiter Vogtland Card –
Nutzung der Einnahmen für den städtischen ÖPNV-Anteil)
2
Future TI 2020: Die Tourist Information der Zukunft

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Tourismuskonzept Plauen: Kurzbericht
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4.5 ERFOLGSKONTROLLE UND WEITERENTWICKLUNG
M53 Maßnahmenbündel Erfolgskontrolle (fortlaufend)
Details
Check der Nachfragedaten (Statistik, touristische Einrichtungen; fortl.)
Erfolgskontrolle („response control“ v.a. für social media und online-Maßnahmen,
ebenso Anzeigen, z.B. via Voucher etc.; Fortlaufende Auswertung von Online-
Tools: google Analytics, E-Tracker, Trust You-Befragungen, Check der Bewer-
tungsportale (Trip-Advisor, Holidaycheck)
Permanente Gästebefragung (online/ggf. in TIs an Terminal)
Periodische Bevölkerungs- und Betriebsbefragungen (Zufriedenheit, Image, Er-
folg)
Auswertung relevanter Marktforschungsdaten (Themen- und Zielgruppenanaly-
sen, Trendreports etc.; z.T. Rückgriff auf Tourismusnetzwerk Sachsen und TVV)
Mittel-langfristig: Anpassung Maßnahmenplan
Option: Imageanalyse „Wofür steht Plauen“ (mittelfristig)

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Tourismuskonzept Plauen: Kurzbericht
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5 ANHANG
5.1 AUSWERTUNG DER BEVÖLKERUNGS- UND BETRIEBSBEFRAGUNG
Siehe separates Dokument
5.2 ZIELGRUPPENSTECKBRIEFE SINUS-MILIEUS (INDIVIDUELLE GÄSTE)
Quelle: Tourismusverband Vogtland 2021, SINUS-Institut 2021