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FAQ
Sonderprogramm
„Stadt und Land“
Stand: 15.02.2022

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Inhaltsverzeichnis
1 Was ist der Hintergrund des Förderprogramms?
4
2 Was sind die Ziele des Sonderprogramms „Stadt und Land“?
4
3 Welche Maßnahmen werden gefördert?
4
4 Welche weiteren Voraussetzungen für die Förderung einer Investition sind zu
berücksichtigen?
5
5 Welcher Standard bei der Radverkehrsinfrastruktur ist förderfähig? Sind Maßnahmen,
welche über den Mindeststandard hinausgehen auch förderfähig?
5
6 Wie hoch ist die Förderquote?
6
7 Wie verteilen sich die Bundesmittel auf die Länder?
6
8 Ist eine Kumulierung mit anderen Fördermitteln zulässig?
6
9 Rolle Bund und Land
6
10 Wie läuft das Verfahren ab? Wie und ab wann können Gemeinden einen Antrag auf
Förderung einreichen?
6
11 Wie wird mit länderübergreifenden Vorhaben umgegangen?
7
12 Ist es auch möglich, einzelne Maßnahmen aus einem überregional erstellten
Radverkehrskonzept – unabhängig von der jeweiligen Baulast (ggf. Gemeinde-, Kreis-,
Landesstraße) – umzusetzen?
7
13 Ist eine Nutzung von Pauschalen zur Verwaltungsvereinfachung möglich?
7
14 Vorzeitiger Maßnahmenbeginn
7
15 Gibt es Höchstbeträge für die Finanzhilfen je Maßnahme?
7
16 Können die Finanzhilfen für bauliche Maßnahmen beantragt werden, wenn die Planung für
diese Maßnahmen bereits im Rahmen anderer Förderprogramme gefördert werden?
7
17 Auslegung des Begriffs „Radverkehrskonzept“
8
18 Förderung gemeinsamer Geh- und Radwege
8
19 Förderung des Ausbaus bestehender Wege gemeinsamer Nutzung – Mischverkehr:
landwirtschaftliche Nutzung und Radverkehr
8
20 Maßnahmen, welche sich nicht in Baulast des Antragstellenden befinden
8
21 Ist die Erneuerung oder Sanierung bestehender Radwege förderfähig?
9
22 Sind Pendlerradrouten mit einer Breite von 3 m, welche keine Radschnellwege sind, im
Rahmen des Sonderprogramms förderfähig?
9
23 Wie soll die CO
2
-Einsparung nachgewiesen werden?
9
24 Gibt es Vorgaben des Bundes zur Wirtschaftlichkeit?
9
25 Können Planungsbüros Förderanträge für Kommunen stellen?
9
26 Sind reine Konzepte förderfähig?
10
27 Sind Machbarkeitsstudien förderfähig?
10
28 Sind Zählstellen im Rahmen des Sonderprogramms förderfähig?
10
29 Sind Abstellanlagen an Schulen, Kindertageseinrichtungen, etc. förderfähig?
10
30 Sind Servicestationen förderfähig?
10
31 Sind temporäre Maßnahmen förderfähig?
10
32 Ist der Grunderwerb von Flächen für Fahrradabstellanlagen und -parkhäuser förderfähig? 11
33 Sind touristische Radwege förderfähig?
11
34 Sind Wegweisungssysteme im Rahmen des Sonderprogramms „Stadt und Land“ förderfähig?11

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35 Wie kann mit unvorhergesehenen Kostensteigerungen bei der Umsetzung der Maßnahme
umgegangen werden?
11
36 Durchführung von Sicherheitsaudits
11
37 Verpflichtungsermächtigungen (VE) des Bundes bei Finanzhilfen
12
38 Auslegung 30-Tage-Frist – Weiterleitung der Bundesmittel durch die Länder
12
39 Laufzeit
12
40 Klimaschutz-Sofortprogramm 2022 – Umgang mit Maßnahmenschwerpunkten
12
41 Ist bei Sanierungsmaßnahmen (KSP 2022) ein Radverkehrskonzept erforderlich? Gelten die
gleichen Standards wie in der VV SP „S&L“ festgelegt?
13

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1
Was ist der Hintergrund des Förderprogramms?
Der Bund stellt den Ländern bis zum Ablauf des Jahres 2023 Finanzhilfen in Höhe von bis zu
657 Mio. Euro für Investitionen in den Radverkehr durch das Sonderprogramm „Stadt und Land“
zur Verfügung. Dieses Finanzhilfeprogramm ist Bestandteil des Klimaschutzprogrammes 2030
der Bundesregierung. Der Bund unterstützt die Länder und Gemeinden insbesondere zur Förde-
rung des wirtschaftlichen Wachstums bei dem Aufbau eines sicheren, in lückenlosen Netzen
geplanten und mit geringen Verlustzeiten nutzbaren Radverkehrssystems. Ein solches trägt zu
einer nachhaltigen und umweltschonenden Mobilität bei, aggregiert Quelle-Ziel-Verkehre, ver-
meidet Staus und verflüssigt den Verkehr insgesamt. Ziel ist es weiter, dabei sowohl in urbanen
als auch in ländlichen Räumen das Fahrradfahren sicherer und attraktiver für die Radfahrenden
zu gestalten und einen Umstieg vom Kfz auf das Fahrrad zu erreichen.
2
Was sind die Ziele des Sonderprogramms „Stadt und Land“?
Aufbau eines sicheren, lückenlosen und baulich möglichst getrennten Radnetzes sowohl
in urbanen als auch in ländlichen Räumen
Bereitstellung moderner Abstellanlagen für Fahrräder
Schaffung günstiger Rahmenbedingungen für Lastenräder
Verkehrsverlagerung durch den Umstieg vom Kfz aufs Fahrrad
3
Welche Maßnahmen werden gefördert?
Mit den Finanzhilfen des Bundes sollen Investitionen der Länder und Gemeinden in die Radver-
kehrsinfrastruktur gefördert werden, die ohne eine finanzielle Beteiligung des Bundes erst nach
dem Jahr 2023 oder überhaupt nicht getätigt würden. Mit Blick auf ein flächendeckendes Ange-
bot umfasst dies auch interkommunale Maßnahmen, insbesondere Stadt-Umland-Verbindungen
einschließlich Maßnahmen zur Bildung interkommunaler Radverkehrsnetze.
Die Finanzhilfen können insbesondere eingesetzt werden für:
den Neu-, Um- und Ausbau einschließlich der erforderlichen Planungsleistungen Dritter (au-
ßerhalb der öffentlichen Verwaltung) sowie Grunderwerb von:
straßenbegleitenden, vom motorisierten Individualverkehr möglichst getrennten Radwe-
gen (auch als Radfahr- und Schutzstreifen ausgebildet) einschließlich deren baulichen
Trennung vom Kfz-Verkehr
eigenständigen Radwegen
Fahrradstraßen und Fahrradzonen
Radwegebrücken und -unterführungen
Knotenpunkten, die die Komplexität reduzieren, die Verkehrsströme trennen, eine voll-
ständig gesicherte Führung des Radverkehrs vorsehen und/oder Sichthindernisse konse-
quent beseitigen
Bau von Schutzinseln und vorgezogenen Haltelinien
Hierzu gehören auch die aus Verkehrssicherheitsgründen erforderlichen Elemente der verkehrs-
technischen Ausstattung der Wege einschließlich Beleuchtungsanlagen und wegweisender Be-
schilderung in Anlehnung an das Merkblatt zur wegweisenden Beschilderung für den Radver-
kehr.
den Neu- Um- und Ausbau der Anlagen des ruhenden Verkehrs einschließlich der erforder-
lich Planungsleistungen Dritter (außerhalb der öffentlichen Verwaltung) für Fahrräder und
Lastenräder
Abstellanlagen, die eine diebstahlsichere, standfeste und stabile Befestigung von Fahrrä-

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dern ermöglichen, wie beispielsweise Anlehnbügel, Doppelstockparksysteme oder Fahr-
radboxen
Fahrradparkhäuser
an
wichtigen
Quellen/Senken
des
Radverkehrs
betriebliche Maßnahmen zur Optimierung des Verkehrsflusses, die Koordinierung aufeinan-
derfolgender Lichtsignalanlagen, getrennte Ampelphasen (Grünphasen) für die unterschied-
lichen Verkehrsströme zur Verbesserung der Sicherheit des Radverkehrs oder des Ver-
kehrsflusses für den Radverkehr
die Erstellung von erforderlichen Radverkehrskonzepten durch Dritte (außerhalb der öffentli-
chen Verwaltung) unter Berücksichtigung der Verknüpfung mit anderen Mobilitätsformen,
insbesondere dem Fußverkehr. Die Ausgaben hierfür sind als vorweggenommen Planungs-
kosten erst zusammen mit der Umsetzung der ersten daraus folgenden investiven Maßnah-
me heraus förderfähig.
Nicht förderfähig sind:
Verwaltungskosten der Länder und Gemeinden (mit Ausnahme der erforderlichen Pla-
nungsleistungen Dritter außerhalb der öffentlichen Verwaltung)
Machbarkeitsstudien und Potenzialanalysen; diese Aufgaben verbleiben beim jeweiligen
Vorhabenträgers
Radschnellwege im Sinne des Art. 3 Abs. 1 der Verwaltungsvereinbarung über die Ge-
währung von Finanzhilfen des Bundes an die Länder nach Art. 104b GG i. V. m. § 5b
FStrG zum Bau von Radschnellwegen in Straßenbaulast der Länder, Gemeinden und
Gemeindeverbände
4
Welche weiteren Voraussetzungen für die Förderung einer Investition sind zu be-
rücksichtigen?
Voraussetzung für die Förderung ist, dass die Investition
bau- und verkehrstechnisch einwandfrei ist,
unter Beachtung des Grundsatzes der Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit geplant ist,
eine eigene Verkehrsbedeutung insbesondere für Berufs- oder Alltagsverkehre hat und
insgesamt eine positive Prognose hinsichtlich des Verlagerungspotenziales aufweist,
nicht ausschließlich touristischen Verkehren dient oder zu dienen bestimmt ist,
die Planung im Rahmen eines integrierten Verkehrskonzeptes oder mindestens eines
Radverkehrskonzeptes erfolgt und
dauerhaft, verkehrssicher und nachhaltig – einschließlich Winterdienst – durch die Träger
der Straßenbaulast der Länder und Gemeinden betrieben und unterhalten werden kann.
5
Welcher
Standard
bei
der
Radverkehrsinfrastruktur
ist
förderfähig?
Sind Maßnahmen, welche über den Mindeststandard hinausgehen auch förderfä-
hig?
Zur Gewährleistung eines für alle Nutzergruppen attraktiven Radverkehrs mit hoher objektiver
und subjektiver Verkehrssicherheit muss die Radverkehrsinfrastruktur einen durchgehend hoch-
wertigen Standard aufweisen; dazu gehört auch die Durchführung entsprechender Sicherheits-
audits. Hochwertiger Standard bedeutet, dass mindestens nach den bundesweit anerkannten
technischen Regelwerken, die durch länderspezifische Regelwerke ergänzt werden können, ge-
plant und gebaut wird. Maßnahmen, die über den Mindeststandard hinausgehen, sind somit auch
förderfähig.

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6
Wie hoch ist die Förderquote?
Der Bund beteiligt sich an der Finanzierung der förderfähigen Maßnahmen mit einem Regelför-
dersatz in Höhe von bis zu 75 v. H., bei finanzschwachen Kommunen
1
und strukturschwachen
Regionen
2
mit einem Höchstsatz in Höhe von bis zu 90 v. H. der förderfähigen Ausgaben. Ab-
weichend davon beteiligt sich der Bund befristet bis zum 31. Dezember 2021 an der Finanzie-
rung der förderfähigen Maßnahmen mit einem Regelfördersatz in Höhe von bis zu 80 v. H. der
förderfähigen Ausgaben. Der erhöhte Regelfördersatz von 80 v. H. gilt für Vorhaben mit Maß-
nahmenbeginn bzw. Bewilligung der Maßnahme bis zum 31. Dezember 2021.
7
Wie verteilen sich die Bundesmittel auf die Länder?
Die prozentuale Verteilung der Finanzhilfen auf die einzelnen Bundesländer kann Art. 1 Abs. 3
der Verwaltungsvereinbarung zum Sonderprogramm „Stadt und Land“ entnommen werden.
8
Ist eine Kumulierung mit anderen Fördermitteln zulässig?
Der Landesanteil kann sowohl aus Mitteln des Landeshaushalts wie auch aus kommunalen
Haushalten aufgebracht werden. Die Länder tragen dafür die Sorge, dass bei förderungsfähigen
Maßnahmen in der Baulast der Gemeinden die jeweilige Gemeinde einen angemessenen Eigen-
anteil trägt. Soweit es die förderfähige Maßnahme betrifft, darf der Eigenanteil des Landes oder
der Gemeinde nicht durch andere Förderprogramme des Bundes oder der Europäischen Union
(EU) ersetzt werden.
9
Rolle Bund und Land
Die Verwaltungsvereinbarung zum Sonderprogramm "Stadt und Land" bildet die Grundlage und
den Rahmen für die Ausreichung und Verteilung der Finanzhilfen des Bundes. Der Bund stellt
damit sicher, dass die Finanzhilfen für die Planung und den Bau von hochwertigen, sicheren und
leistungsfähigen Radverkehrsinfrastrukturen eingesetzt werden. Die konkrete Ausgestaltung und
Festlegung der Fördermodalitäten übernehmen die Länder in Eigenverantwortung und entschei-
den hier nach eigenem Ermessen. Die landeseigenen Förderbedingungen regeln die Umsetzung
jeder einzelnen Maßnahme.
10
Wie läuft das Verfahren ab? Wie und ab wann können Gemeinden einen Antrag auf
Förderung einreichen?
Eine Antragstellung durch die Gemeinden und Gemeindeverbände erfolgt beim zuständigen
Land auf Grundlage der jeweils landeseigenen Förderbedingungen. Eine Liste mit den zuständi-
gen Ansprechstellen der Länder steht auf der BAG-Homepage zum Download zur Verfügung.
Weitere Einzelheiten zum Verfahren und zu den Förderregularien entnehmen Sie bitte der Veröf-
fentlichung des zuständigen Landes.
1
Finanzschwache Kommunen sind solche, die nach dem jeweiligen Landesrecht ein Haushaltssicherungskonzept aufstellen müssen oder eine
vergleichbare finanzschwache Haushaltssituation nachweisen können.
2
Nach den Eckpunkten der Bundesregierung zur Umsetzung der strukturpolitischen Empfehlungen der Kommission „Wachstum, Strukturwandel
und Beschäftigung“ für ein „Strukturstärkungsgesetz Kohleregionen“ vom 22.05.2019
(
https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Downloads/E/eckpunkte-strukturwandel.html
)

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Wie wird mit länderübergreifenden Vorhaben umgegangen?
Die Durchführung länderübergreifender Vorhaben ist möglich und erwünscht. Die Verwaltungs-
vereinbarung betont mit Blick auf die Herstellung eines flächendeckenden Angebotes die Bedeu-
tung interkommunaler Maßnahmen, welche Stadt und Umland verbinden. Sofern sich diese
Maßnahmen zudem über Landesgrenzen innerhalb der Bundesrepublik erstrecken, kann ein
großer Mehrwert erzielt werden. Die federführende Projektkoordination durch ein Land ist dabei
wünschenswert. Zuwendungsgeber für die Gemeinden wird jedoch das zuständige Land sein,
die entsprechende Teilung des Vorhabens muss nachvollziehbar sein.
12
Ist es auch möglich, einzelne Maßnahmen aus einem überregional erstellten Rad-
verkehrskonzept – unabhängig von der jeweiligen Baulast (ggf. Gemeinde-, Kreis-,
Landesstraße) – umzusetzen?
Die Umsetzung einzelner Maßnahmen aus einem übergreifenden Konzept ist grundsätzlich för-
derfähig im Sinne der Verwaltungsvereinbarung. Einzelheiten hierzu ergeben sich aus den För-
derbedingungen der Länder; es erfolgen keine gesonderten Vorgaben durch den Bund.
13
Ist eine Nutzung von Pauschalen zur Verwaltungsvereinfachung möglich?
Einzelheiten zur Nutzung von Pauschalen werden im Rahmen der landeseigenen Förderbedin-
gungen festgelegt. Sollten die Länder zur Vereinfachung des Verwaltungsaufwandes Pauschalen
zur Feststellung der Planungskosten oder der zuwendungsfähigen Investitionskosten einer för-
derfähigen Maßnahme in ihren Länderprogrammen zur Radverkehrsinfrastrukturförderung ver-
wenden, werden diese Pauschalen als Grundlage für die Abrechnung der Förderung durch den
Bund akzeptiert.
14
Vorzeitiger Maßnahmenbeginn
Für Maßnahmen, denen ein vorzeitiger Maßnahmenbeginn nach Landeshaushaltsrecht gewährt
wurde und die im Rahmen der Anmeldung nicht von der Förderung ausgeschlossen wurden,
können Finanzhilfen frühestens ab Gültigkeit der VV in Anspruch genommen werden.
Die vorzeitige Inanspruchnahme von Planungsleistungen hat demzufolge keine Auswirkungen
auf die Gewährung der Finanzhilfen des Bundes, sofern dies mit dem ländereigenen Haushalts-
recht und ggfs. Förderprogrammen/-richtlinien vereinbar ist.
15
Gibt es Höchstbeträge für die Finanzhilfen je Maßnahme?
Etwaige Höchstbeträge ergeben sich aus den Förderbedingungen der Länder; es erfolgen keine
gesonderten Vorgaben durch den Bund.
16
Können die Finanzhilfen für bauliche Maßnahmen beantragt werden, wenn die Pla-
nung für diese Maßnahmen bereits im Rahmen anderer Förderprogramme gefördert
werden?
Sofern die Planungsleistungen als abgeschlossenes Vorhaben betrachtet werden können und
die bauliche Umsetzung noch nicht begonnen hat, ist eine Beantragung für die bauliche Umset-
zung im Rahmen des Sonderprogramms möglich.

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17
Auslegung des Begriffs „Radverkehrskonzept“
BMDV kennt keine Legaldefinition für ein Verkehrskonzept. Die mit den Finanzhilfen umzuset-
zenden Maßnahmen sollten aber in einen verkehrsplanerischen Gesamtkontext eingebettet sein,
um dem Ziel zusammenhängender Netze Rechnung zu tragen. Bezüglich des Umfangs des
Konzepts macht das BMDV keine Vorgaben. Für nicht netzbezogene Maßnahmen wie zum Bei-
spiel Radabstellanlagen können geringere Anforderungen gelten.
Die Prüfung und die Anforderungen an den Umfang der Konzepte liegen in der Verantwortung
und Zuständigkeit der Länder und sind ggf. in den landeseigenen Förderrichtlinien spezifiziert.
18
Förderung gemeinsamer Geh- und Radwege
Zielstellung des Bundes ist eine getrennte Verkehrsführung. Sofern die Herstellung eines ge-
trennten Radweges nicht anders lösbar ist als über einen gemeinsamen Geh- und Radweg (z.B.
aus Platzgründen, außer Orts) oder unverhältnismäßig wäre, ist die gemeinsame Führung im
Einzelfall begründet darzustellen. Ausschlaggebend ist zudem, ob eine Förderung gemeinsamer
Geh- und Radwege mit den Förderbestimmungen der Länder, über die die Finanzhilfen des
Bundes ausgereicht werden, entspricht.
19
Förderung des Ausbaus bestehender Wege gemeinsamer Nutzung – Mischverkehr:
landwirtschaftliche Nutzung und Radverkehr
Zielstellung des Bundes ist grundsätzlich die Herstellung einer getrennten Verkehrsführung. So-
fern die Herstellung eines gesonderten Radwegs im Außenbereich unverhältnismäßig wäre (z.B.
wegen zusätzlicher Flächeninanspruchnahme, Eingriffe in Natur und Umwelt, Aufwände und
Schwierigkeiten beim Grunderwerb etc.) und soweit sich eine gemeinsame Nutzung eines land-
wirtschaftlichen Weges anbietet, liegt es in der Zuständigkeit der Länder, die ausnahmsweise
gemeinsame Führung gegenüber dem BAG begründet darzustellen. Ausschlaggebend ist zu-
dem, dass die Förderbestimmungen des jeweiligen Landes, über das die Finanzhilfen des Bun-
des ausgereicht werden, die Förderung gemeinsam genutzter Wege vorsehen.
Grundsätzlich höchstens förderfähig sind aufgrund des Haushaltstitels die auf den Radverkehr
entfallenden Anteile. Diesen Anteil legen die Länder im Rahmen ihres Ermessens fest; der Bund
bestimmt nur den Mindeststandard und damit auch die Mindestbreiten. Die Länder können also
grundsätzlich auch breitere Radwege unter Inanspruchnahme der Mittel des SP „S&L“ fördern,
wenn diese Breite mit Blick auf die Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit der Investition für den
Radverkehr erforderlich ist.
20
Maßnahmen, welche sich nicht in Baulast des Antragstellenden befinden (u.a. Ge-
stattungsverträge)
Ob die Finanzhilfen auch für Maßnahmen, welche sich nicht in Baulast des Antragstellenden
befinden, eingesetzt werden können, richtet sich nach den Vorgaben und Förderbedingungen
der Länder. Die Länder sind für die zweckentsprechende und nachhaltige Verwendung der Mittel
zuständig. Sofern die Nutzungsdauer vertraglich festgelegt wird und mindestens der Dauer der
Zweckbindungsfrist entspricht, können aus Sicht des Bundes grundsätzlich auch solche Maß-
nahmen mit Finanzhilfen gefördert werden. Als Richtwerte für Zweckbindungsfristen wird in An-
lehnung an die AfA-Tabellen des Bundesministeriums der Finanzen die angegebene betriebsge-
wöhnliche Nutzungsdauer anerkannt, soweit keine landesspezifische Regelung existiert.

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21
Ist die Erneuerung oder Sanierung bestehender Radwege förderfähig?
Grundsätzlich sind Erneuerung und Sanierung bestehender Radverkehrsinfrastruktur nicht Ziel
des Sonderprogramms und obliegen dem Baulastträger. Handelt es sich jedoch um eine grund-
hafte Erneuerung, kann dies ausnahmsweise unter dem Begriff „Ausbau“ subsumiert werden.
Die grundhafte Erneuerung muss zudem die Herstellung eines Radwegs zum Ziel haben, der die
aktuellen technischen Mindeststandards sowie alle weiteren in der VV genannten Voraussetzun-
gen erfüllt.
Die jeweiligen Vorgaben und Förderbedingungen der Länder sind zu berücksichtigen.
22
Sind Pendlerradrouten mit einer Breite von 3 m, welche keine Radschnellwege sind,
im Rahmen des Sonderprogramms förderfähig?
Pendlerrouten, die nicht den Kriterien von Radschnellwegen entsprechen und auch nicht als sol-
che hergestellt und bezeichnet werden (sollen), sind im Rahmen des Sonderprogramms grund-
sätzlich förderfähig.
23
Wie soll die CO
2
-Einsparung
nachgewiesen werden?
Als Berechnungsgrundlage für die Verringerung der CO
2
-Emissionen stellen die Länder dem
Bund die Daten, die bereits erhoben wurden, sowie Prognosedaten der Länder hinsichtlich der
erwarteten Verkehrsverlagerung durch die jeweils geförderte Maßnahme bereit. Der Bund beab-
sichtigt die Vergabe einer Studie, in der auf Grundlage dieser Daten die CO
2
-Einsparung im
Straßenverkehr durch das Sonderprogramm ermittelt werden soll. Die Länder machen im Rah-
men ihrer Förderbedingungen konkrete Vorgaben, welcher Nachweis der Gemeinden und Ge-
meindeverbände hierfür erforderlich ist. Die Länder sind in diesen Fragen Ansprechpartner für
die Gemeinden und Gemeindeverbände. Eine Liste mit den zuständigen Ansprechstellen der
Länder steht auf der BAG-Homepage zum Download zur Verfügung.
24
Gibt es Vorgaben des Bundes zur Wirtschaftlichkeit?
Die Finanzhilfen sind zweckentsprechend sowie wirtschaftlich und sparsam zu verwenden. Der
Grundsatz der Wirtschaftlichkeit ist verfassungsrechtlich in Art. 114 GG normiert. Er konkretisiert
sich in den haushaltsrechtlichen Regelungen des Bundes und der Länder, vgl. § 7 BHO bzw. § 7
LHO. Die Prüfung der Länder erfolgt im Zuge ihrer eigenen Antragsprüfung und Feststellung der
förderfähigen Ausgaben der Maßnahmen.
Eine allgemeingültige Aussage zur Wirtschaftlichkeit von Maßnahmen lässt sich durch den Bund
nicht treffen. Die Wirtschaftlichkeit der Maßnahmen könnte sich z. B. aus vorangegangenen
Machbarkeitsstudien ableiten und nachweisen lassen. Grundsätzlich ist sicherzustellen, dass
jeder Maßnahme eine Wirtschaftlichkeitsbetrachtung vorausgeht, welche in einem angemesse-
nen Verhältnis zur Größe des Vorhabens steht. Mindestinhalte und Aufbau der Wirtschaftlich-
keitsbetrachtung werden durch den Bund nicht vorgegeben. Unterstellt wird eine Anwendung der
regelmäßig bei der Planung und Umsetzung von Maßnahmen aus den kommunalen oder lan-
deshaushalten angewandten Wirtschaftlichkeitsprüfungen bzw. -betrachtungen.
25
Können Planungsbüros Förderanträge für Kommunen stellen?
Die Regelung, wer zur Antragstellung berechtigt ist, wird durch die Länder getroffen. Es erfolgen
keine gesonderten Vorgaben durch den Bund.

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Sind reine Konzepte förderfähig?
Erforderliche Planungsleistungen Dritter (außerhalb der öffentlichen Verwaltung) sind in Kombi-
nation mit der Umsetzung von Maßnahmen im Sinne des Sonderprogramms Stadt und Land
grundsätzlich förderfähig, ausschließliche Planungsvorhaben jedoch nicht. Die Ausgaben für
vorweggenommene Planungskosten sind erst zusammen mit der Umsetzung der daraus folgen-
den investiven Maßnahme heraus förderfähig.
27
Sind Machbarkeitsstudien förderfähig?
Machbarkeitsstudien sind im Rahmen der VV nicht förderfähig. Die Finanzhilfen können aber für
erforderliche Planungsleistungen Dritter (außerhalb der öffentlichen Verwaltung) z.B. von Ingeni-
eursbauwerken eingesetzt werden, so diese im Zuge des Vorhabens auch umgesetzt werden.
Die konkreten Förderentscheidungen treffen die Länder.
28
Sind Zählstellen im Rahmen des Sonderprogramms förderfähig?
Finanzhilfen aus dem Sonderprogramm sollen der Planung und Umsetzung baulicher Anlagen
(investive Maßnahmen) dienen. Zählstellen sind daher im Rahmen des Sonderprogramms „Stadt
und Land“ grundsätzlich nicht förderfähig.
29
Sind Abstellanlagen an Schulen, Kindertageseinrichtungen, etc. förderfähig?
Zu den förderfähigen Vorhaben zählen Radabstellanlagen, die grundsätzlich jederzeit öffentlich
zugänglich sind. Radabstellanlagen können darüber hinaus auch dann gefördert werden, wenn
sie nur zu bestimmten Öffnungszeiten frei zugänglich sind, wie z.B. Radabstellanlagen an Schu-
len. Ergänzend dazu richtet sich die Förderung nach den Vorgaben und Förderbedingungen der
Länder.
30
Sind Servicestationen förderfähig?
Für Servicestationen, die Bestandteil der Netzplanung sind bzw. dem Auf- und Ausbau eines
flächendeckenden Radverkehrsnetzes dienlich sind, können im Rahmen des SP „S&L“ grund-
sätzlich Finanzhilfen gewährt werden. Voraussetzung ist eine geeignete Standortwahl. Diese
ergibt sich insbesondere im Zusammenhang mit der Herstellung von Abstellanlagen, an bereits
bestehenden Abstellanlagen sowie an hochfrequentierten und öffentlich zugänglichen Standor-
ten.
Standorte von Servicestationen an Radschnellwegen sind als geeignete hochfrequentierte und
öffentlich zugängliche Standorte anzusehen. Entsprechende Servicestationen an Radschnellwe-
gen können über SP „S&L“ gefördert werden, da diese nicht explizit Fördergegenstand der VV
Radschnellwege sind.
Bei der Förderung von Servicestation ist in jedem Fall eine kurze Begründung gegenüber dem
BAG erforderlich, da Servicestationen nicht explizit in Art. 3 Abs. 2 VV SP „S&L“ genannt sind.
31
Sind temporäre Maßnahmen förderfähig?
Die Förderfähigkeit temporärer Maßnahmen ist gegeben, sofern die Länder – beispielsweise auf
dem Wege einer entsprechenden Auflage im Zuwendungsbescheid – sicherstellen, dass die mit
den Finanzhilfen umgesetzte temporäre Maßnahme bis zum 31.12.2023 in eine bau- und ver-
kehrstechnisch einwandfreie sowie dauerhafte, verkehrssichere und nachhaltige Radverkehrsinf-
rastruktur überführt wird. Für die Herstellung der dauerhaften Radverkehrsinfrastruktur können
grundsätzlich auch die Finanzhilfen des Sonderprogramms „Stadt & Land“ eingesetzt werden.

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Ist der Grunderwerb von Flächen für Fahrradabstellanlagen und -parkhäuser förder-
fähig?
Die für den Grunderwerb anfallenden Ausgaben sind in der VV SP "S&L“ ausschließlich in Artikel
3 Absatz 2 lit. a) im Zuge der Herstellung von Radwegen genannt. Artikel 3 Absatz 2 lit. a) ff. der
VV SP "S&L" wird jedoch eingeleitet mit "Finanzhilfen können insbesondere eingesetzt werden
für". Die Aufzählung ist somit nicht abschließend.
Mit Blick auf die Zielstellung des Sonderprogramms, zur Steigerung der Attraktivität des Radver-
kehrs und der Förderung multimodaler Verkehre, müssen gleichfalls geeignete und sichere Ab-
stellmöglichkeiten für Fahrräder geschaffen werden. Die für den Grunderwerb von Flächen zur
Herstellung von Fahrradabstellanlagen entstehenden Ausgaben werden daher im Sinne des
Sonderprogramms vom Bund als förderfähig beurteilt.
Die abschließende Entscheidung über die förderfähigen Ausgaben der Maßnahmen trifft das
jeweilige Bundesland auf Grundlage der landesspezifischen haushalts- und förderrechtlichen
Grundlagen.
Die Verhältnismäßigkeit zwischen den für Grunderwerb und Herstellung entstehenden Ausgaben
soll gewahrt bleiben. Der Grunderwerb ist ausschließlich in direktem Zusammenhang mit der
baulichen Umsetzung der Maßnahme förderfähig. Der ausschließlich Erwerb von Flächen zur
perspektivischen Herstellung von Fahrradabstellanlagen ist nicht Zweck des Sonderprogramms.
33
Sind touristische Radwege förderfähig?
Der Neu-, Um- und Ausbau einschließlich der erforderlichen Planungsleistungen Dritter (außer-
halb der öffentlichen Verwaltung) von Radverbindungen ist grundsätzlich förderfähig, sofern die-
se nicht ausschließlich einem touristischen Zweck dienen – die diesbezügliche Bewertung der
Förderfähigkeit wird von den jeweiligen Ländern vorgenommen.
34
Sind Wegweisungssysteme im Rahmen des Sonderprogramms „Stadt und Land“
förderfähig?
Planungskosten Dritter (außerhalb der öffentlichen Verwaltung) für Beschilderungen sowie die
Beschilderungen selbst sind als Teil der herzustellenden Radinfrastruktur im Rahmen des Son-
derprogramms grundsätzlich förderfähig. Die konkrete Förderentscheidung trifft das zuständige
Land.
35
Wie kann mit unvorhergesehenen Kostensteigerungen bei der Umsetzung der Maß-
nahme umgegangen werden?
Im Rahmen ihrer Mitteilungspflicht müssen die Gemeinden bzw. Gemeindeverbände absehbare
Kostensteigerungen der Bewilligungsstelle (Land) mitteilen, diese entscheidet über die Förderfä-
higkeit der Kostensteigerung.
36
Durchführung von Sicherheitsaudits
In der Präambel der VV SP „S&L“ ist der Grundsatz festgelegt, dass zur Gewährleistung eines
hochwertigen Standards der Radinfrastruktur auch die Durchführung von Sicherheitsaudits ge-
hört. Die Präambel dient der Auslegung der VV. Die konkrete Umsetzung liegt in der Verantwor-
tung und Zuständigkeit der Länder.

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37
Verpflichtungsermächtigungen (VE) des Bundes bei Finanzhilfen
Die VE des Bundes sind dafür vorgesehen, dass der Bund selbst Bindungen in entsprechender
Höhe eingehen kann, in diesem Fall für die Zeichnung der VV SP „S&L“. Eine Weiterleitung von
VE‘s aus dem Bundestitel für Finanzhilfen an die Landesministerien ist nicht vorgesehen.
Über die VV SP „S&L“ haben die Länder Finanzhilfen für den Zeitraum bis 2023 erhalten. Im Be-
wirtschaftungsschreiben wurden zudem die Mittel für die einzelnen Haushaltsjahre ausgewiesen.
Daher können die Länder sich aufgrund der abgeschlossenen VV i. V. m. dem Bewirtschaftungs-
rundschreiben in der dort genannten Höhe je Haushaltsjahr binden. Die Bewirtschaftung der zu-
gesagten Finanzhilfen richtet sich nach dem Haushaltsrecht der Länder.
38
Auslegung 30-Tage-Frist – Weiterleitung der Bundesmittel durch die Länder
Gemäß Art. 11 Abs. 2 VV SP "S&L" und Nr. 3.1. Bewirtschaftungsrundschreiben leiten die Län-
der die Mittel des Bundes unverzüglich, spätestens innerhalb von 30 Tagen weiter. Folgende
Verfahrensweise ist in Auslegung der 30-Tage-Frist möglich: Die Bewilligungsbehörden senden
die Mittelanforderungen gebündelt an das jeweilige Ministerium des Landes. Das Land ruft auf
Grundlage der Mittelabforderung die Finanzmittel ab und reicht sie dann innerhalb von 30 Tagen
an die Bewilligungsbehörde weiter. Die Länder stellen im Rahmen ihrer Förderbedingungen wie-
derum sicher, dass eine zeitnahe Verwendung der Finanzhilfen durch die Zuwendungsempfän-
ger erfolgt.
39
Laufzeit
Die Finanzhilfen stehen entsprechend des Bundeshaushaltes bis zum Ende des Jahres 2023 zur
Verfügung. Die Finanzhilfen können für Projekte mit einer Laufzeit bis 31.12.2023 angemeldet
werden. Im Einzelfall ist zu prüfen, ob Vorhaben, deren zeitliche Umsetzbarkeit bis zum
31.12.2023 infrage steht, im Sinne einer Vorhabentrennung in förderfähige, bis zum 31.12.2023
umsetzbare Teilvorhaben aufgetrennt werden können.
Eine Finanzierung über das Jahr 2023 hinaus ist derzeit nicht möglich. Die Inanspruchnahme der
Ausgabereste für den Mehrbedarf der eigenen bereits angemeldeten Maßnahmen steht unter
dem Vorbehalt der Verfügbarkeit der Haushaltsmittel. Ein Anspruch darauf besteht nicht.
Sollten bewilligte Maßnahmen, deren Fertigstellung bis zum 31.12.2023 zum Zeitpunkt der An-
meldung beim BAG zu erwarten war, nicht bis zum 31.12.2023 abgeschlossen werden können,
haben die jeweiligen Länder und/oder Gemeinden für eine zeitnahe Fertigstellung und Ausfinan-
zierung der Vorhaben Sorge zu tragen, sofern keine Ausgabereste von Seiten des BMDV zur
Verfügung gestellt werden können. Die Finanzhilfen können in diesem Fall nur für Leistungen
eingesetzt werden, die bis zum 31.12.2023 erbracht worden sind.
40
Klimaschutz-Sofortprogramm 2022 (KSP 2022) – Umgang mit Maßnahmenschwer-
punkten
Das KSP 2022 sowie der erste Entwurf des Bundeshaushalts 2022 sehen zusätzliche Mittel im
SP „S&L“ in Höhe von 301,5 Mio. Euro für die nachfolgenden Förderschwerpunkte vor:
-
Vision Zero durch die Sanierung der Radwege bzw. Radinfrastrukturen und durch die Be-
seitigung von Unfallschwerpunkten, kurz Sanierung (rd. 60 %)
-
Fahrradparken an den Schnittstellen zum öffentlichen Personenverkehr – Bus & Bahn,
kurz Fahrradparken (ÖPV) (rd. 40 %)
Die zusätzlichen Mittel sollen daher grundsätzlich für die genannten Förderschwerpunkte einge-
setzt werden. Ist dies nicht möglich, z.B. aufgrund des zeitlich begrenzten Finanzierungszeit-
raums, können die zusätzlichen Mittel auch für andere gem. Art. 3 Abs. 2 VV SP „S&L“ förderfä-

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hige Maßnahmen eingesetzt werden. Dies gilt sowohl für bereits bestätigte und bewilligte Maß-
nahmen (z.B. bei Kostensteigerungen) als auch für die Neuanmeldungen von Maßnahmen.
Maßnahmen des Förderschwerpunkts "Sanierung" können nur im Rahmen der zusätzlichen Mit-
tel finanziell unterstützt werden (maximaler Mitteleinsatz für Maßnahmen dieser Art = 100 % der
zusätzlichen Mittel). Grund hierfür ist, dass Maßnahmen dieser Art in Art. 3 Abs. 2 VV SP „S&L“
bisher nicht förderfähig waren. Hinweis: Maßnahmen der grundhaften Erneuerung im Sinne ei-
nes Ausbaus waren auch bereits zuvor förderfähig (siehe Punkt 21 FAQ).
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Ist bei Sanierungsmaßnahmen (KSP 2022) ein Radverkehrskonzept erforderlich?
Gelten die gleichen Standards wie in der VV SP „S&L“ festgelegt?
Die Instandsetzung vorhandener Radverkehrsanlagen ist grundsätzlich ohne erneute Konzepter-
stellung möglich, da bei in Nutzung befindlicher Radinfrastruktur von einer bestehenden verkehr-
lichen Einbindung ausgegangen werden kann. Die Länder tragen dafür Sorge, dass diese Vo-
raussetzung erfüllt ist.
Die instandgesetzte Radverkehrsinfrastruktur soll gleichwohl dem Standard der VV SP „S&L“,
d. h. grundsätzlich mindestens den aktuellen bundesweit anerkannten technischen Regelwerken
entsprechen, die durch länderspezifische Regelwerke ergänzt werden können. Wie bei der neu
zu errichtenden Radinfrastruktur gilt hier die Regelung der VV SP „S&L“: Abweichungen von dem
hochwertigen Standard sind möglichst zu vermeiden, in Ausnahmefällen auf kurze Streckenab-
schnitte zu beschränken und zu begründen. Weder der Nutzen noch die Verkehrssicherheit dür-
fen durch die Abweichungen beeinträchtigt werden.