Jahresbericht 2021 des Sächsischen Rechnungshofs - Teil II
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Personal in Kommunen, kommunalen Einrichtungen, Zweckverbän-
den und wirtschaftlichen Unternehmen
37
Die Zahl der kommunalen Beschäftigten ist im Jahr 2020 um rd. 2,5 % gestiegen auf nunmehr über 149.000
Beschäftigte. Der höchste Zuwachs war sowohl im Kernhaushalt als auch bei den Eigenbetrieben im Bereich
der Kindertageseinrichtungen zu verzeichnen.
Die steigenden Personalzahlen sowie Tarifanpassungen führten zu einem Anstieg der Personal- und Versor-
gungsauszahlungen um rd. 4,4 % auf über 3,35 Mrd. €.
Die Corona-Krise hat im Jahr 2020 zu einem bundesweiten Einbruch der Ausbildungszahlen geführt, der
nicht nur in Sachsen die angespannte Fachkräftesituation weiter verschärfen wird.
1 Allgemeine Angaben
Die Angaben in diesem Bericht basieren, soweit nicht anders aufgeführt, auf den Werten der Personalstandsta-
tistiken des Freistaates Sachsen zum 30. Juni des jeweiligen Jahres. Der Bericht legt den Fokus auf die personelle
Situation der sächsischen Kommunalhaushalte im Jahr 2020. Vergleiche mit den Durchschnittswerten anderer
Bundesländer basieren auf der Bundesstatistik, Stand 30. Juni 2019. Bei der Darstellung von Entwicklungen im
Zeitverlauf wird in der Regel auf einen 10-Jahres-Zeitraum abgestellt. Verwendete Begriffe werden unter TNr. 8
definiert.
2 Personal- und Versorgungsauszahlungen im Kernhaushalt
2.1 Entwicklung im Überblick
Übersicht 1:
Entwicklung der Personalausgaben bzw. Personal- und Versorgungsauszahlungen im BB 21
1
Personalausgaben (bis 2015) bzw.
Personal- und Versorgungsauszahlungen (ab 2015)
Personal-
auszahlungs-
Jahr
quote
2
absolut
Veränderung zum Vorjahr
je EW
je VZÄ
in Mio. €
in Mio. €
in %
in €
in €
2011
2.450
27
1,1
604
47.533
2012
2.537
87
3,5
627
48.413
2013
2.624
87
3,4
649
49.506
2014
2.726
102
3,9
674
51.185
2015
2.772
46
1,7
684
52.219
2015
2.748
-
-
677
51.756
2016
2.856
108
3,9
700
53.219
25,6
2017
2.939
83
2,9
721
54.407
25,4
2018
3.062
123
4,2
751
56.261
25,6
2019
3.214
152
5,0
789
57.716
25,4
2020
3.356
142
4,4
826
58.855
25,2
Quellen: Jahresrechnungsstatistik der Gemeinden und Gv. 2011-2018, vierteljährliche Kassenstatistik der kommunalen Kernhaushalte 2019 bis
2020.
1
Bis 2014: Kamerale Darstellung der Personalausgaben; ab 2015: Doppische Darstellung der Personal- und Versorgungsauszahlungen. Wie die für 2015
separat dargestellten Beträge verdeutlichen, ist die kamerale Begrifflichkeit „Personalausgaben“ nicht vollumfänglich mit der doppischen Begrifflichkeit
„Personal- und Versorgungsauszahlungen“ vergleichbar. Zur Abweichung zwischen Kameralistik und Doppik vgl. die Ausführungen im Jahresbericht 2017
des SRH, Band II, Beitrag Nr. 1, Pkt. 4.2, S. 31.
2
Prozentualer Anteil der Personal- und Versorgungsauszahlungen an den bereinigten Auszahlungen (ohne Finanzierungstätigkeit). Daten vom StaLa liegen
erst ab 2016 vor.
1

 
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Jahresbericht 2021 des Sächsischen Rechnungshofs - Teil II
Die Entwicklung der Personal- und Versorgungsauszahlungen wird im Wesentlichen durch die Faktoren Perso-
nalbestandsänderung (+rd. 2,4 %, vgl. Übersicht 2) und Höhe der Entgeltsteigerungen (durchschnittlich +1,06 %
seit 1. März 2020
3
) bestimmt. Die Personal- und Versorgungsauszahlungen im Kernhaushalt sind 2020 um
rd. 142 Mio. € angestiegen (+4,4 %), vgl. Übersicht 1. Ihr Anteil an den bereinigten Auszahlungen liegt seit
mehreren Jahren relativ konstant bei rd. einem Viertel.
Da die Möglichkeiten der Kommunen gering sind, auf die Höhe der Entgeltsteigerungen Einfluss zu nehmen,
sollte die Aufmerksamkeit vor allem auf die Entwicklung des Personalbestandes in den einzelnen Beschäfti-
gungs- und Produktbereichen gerichtet und diese aktiv gesteuert werden. Das vorhandene Personal sollte
möglichst für sich ändernde Aufgaben ertüchtigt und flexibel für neue Herausforderungen eingesetzt wer-
den.
2.2 Gebietskörperschaftsgruppen
Abbildung 1:
Entwicklung der Personal- und Versorgungsauszahlungen seit 2015 nach Gebietskörperschaftsgruppen in
Mio. €
Quelle: Personalstandstatistiken des Freistaates Sachsen zum 30. Juni des jeweiligen Jahres, eigene Auswertungen des SRH.
Im Jahr 2020 stiegen die Personal- und Versorgungsauszahlungen bei den kreisangehörigen Gemeinden um
rd. 70,0 Mio. € (5,3 %), bei den Kreisfreien Städten um rd. 51,0 Mio. € (4,7 %) und bei den Landkreisen um
rd. 18,3 Mio. € (2,4 %).
In Abbildung 2 sind die Personal- und Versorgungsauszahlungen je EW ersichtlich.
3
Im Rahmen der Tarifrunde 2018 wurde u. a. vereinbart, dass sich für die Beschäftigten der Kommunen und des Bundes das Tabellenentgelt zum 1. März
2020 um durchschnittlich 1,06 % erhöht.
883
926
966
1.025
1.086
1.137
1.123
1.164
1.192
1.244
1.320
1.390
712
735
751
763
774
792
0
500
1.000
1.500
2.000
2.500
3.000
3.500
2015
2016
2017
2018
2019
2020
Mio. €
Kreisfreie Städte
kreisangehörige Gemeinden
Landkreise
2
3
4
5

 
Jahresbericht 2021 des Sächsischen Rechnungshofs - Teil II
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Abbildung 2:
Personal- und Versorgungsauszahlungen in € je EW nach Gebietskörperschaftsgruppen
Quelle: Personalstandstatistiken des Freistaates Sachsen zum 30. Juni des jeweiligen Jahres, eigene Auswertungen des SRH.
Aufgrund ihres umfangreicheren Aufgabenkataloges hatten die Kreisfreien Städte mit rd. 816 € je EW die höchs-
ten Personal- und Versorgungsauszahlungen. Die Auszahlungen pro VZÄ beliefen sich auf durchschnittlich
61.832 € bei den Kreisfreien Städten, 60.409 € bei den Landkreisen und 55.732 € bei den kreisangehörigen Ge-
meinden.
3 Entwicklung des Personalbestandes
3.1 Entwicklung im Überblick
Die Zahl aller kommunalen Beschäftigten
4
ist gegenüber dem Vorjahr erneut gestiegen, und zwar um rd. 2,5 %
(+3.679 Beschäftigte). Dabei war der größte Zuwachs wie im Vorjahr in den BB 21 bis 24 und 48 zu verzeichnen
(+2.144 Beschäftigte, rd. 2,8 %). Die Entwicklung bei den Unternehmen in privater Rechtsform lag geringfügig
über der des Vorjahres (+1.535 Beschäftigte, rd. 2,2 %).
Abbildung 3:
Entwicklung des Personalbestandes in den BB 21 bis 24 und 48, darunter Kernhaushalte und Unternehmen
in privater Rechtsform (einschließlich Krankenhäuser)
Quelle: Personalstandstatistiken des Freistaates Sachsen zum 30. Juni des jeweiligen Jahres, eigene Auswertungen des SRH.
4
Hierzu gehören die Beschäftigten der Kernhaushalte, der Eigenbetriebe, der rechtlich unselbstständigen kommunalen Krankenhäuser, der Zweckverbände
und der Unternehmen in privater Rechtsform mit überwiegend öffentlicher Beteiligung, darunter auch Krankenhäuser. Die Beschäftigten des KVS sind
als BB 48 (rechtlich selbstständige kommunale Einrichtungen) seit 2015 dem kommunalen Personal zugeordnet. Seit 2018 gehören die Beschäftigten
der SAKD ebenfalls zum BB 48.
521
816
297
0
100
200
300
400
500
600
700
800
900
kreisan-
gehörige
Gemeinden
Kreisfreie Städte
Landkreise
€/EW
136.378
137.600
137.766
137.061
136.583
138.563
140.398
142.659
146.026
149.705
0
20.000
40.000
60.000
80.000
100.000
120.000
140.000
160.000
2011
2012
2013
2014
2015
2016
2017
2018
2019
2020
Beschäftigte
kommunaler Personalbestand insgesamt, davon:
Beschäftigungsbereiche 21 bis 24, 48 (BB 48 ab 2015)
darunter: Beschäftigungsbereich 21 (Kernhaushalt)
Unternehmen in privater Rechtsform (einschließlich Krankenhäuser)
6
7

 
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Jahresbericht 2021 des Sächsischen Rechnungshofs - Teil II
Innerhalb des dargestellten 10-Jahres-Zeitraumes stieg die Zahl der Beschäftigten um rd. 9,8 %. Dabei war ein
kontinuierlicher Zuwachs seit 2016 festzustellen, wobei seitdem die meisten Beschäftigten in den Kindertages-
einrichtungen, sowohl im BB 21 als auch im BB 22, hinzukamen.
3.2 Entwicklung im Einzelnen
In Übersicht 2 ist die Entwicklung des Personalbestandes in den einzelnen BB (Angabe in VZÄ) und in den Un-
ternehmen in privater Rechtsform (Anzahl der Beschäftigten) im Vorjahresvergleich dargestellt. Darüber hinaus
werden ausgewählte Positionen einzelner Bereiche aufgezeigt.
Übersicht 2:
Entwicklung des Personalbestandes 2019/2020
2019
2020
2020
Veränderung 2019/2020
VZÄ
VZÄ
je Tsd. EW
VZÄ
%
Kernhaushalt (BB 21)
Darunter
55.684
57.020
14,03
1.336
2,4
- Beschäftigte Grundsicherung für Arbeitssuchende
2.697
2.570
0,63
-127
-4,7
- Beschäftigte in Kindertageseinrichtungen
10.895
11.391
2,80
496
4,5
Eigenbetriebe (BB 22)
darunter
7.676
7.953
1,96
277
3,6
- Beschäftigte in Kindertageseinrichtungen
2.917
3.131
0,77
214
7,3
rechtlich unselbstständige Krankenhäuser (BB 23)
3.985
4.094
1,01
109
2,7
Zweckverbände (BB 24)
2.287
2.315
0,57
28
1,2
KVS und SAKD (BB 48)
126
138
0,03
12
9,3
Gesamt:
69.758
71.519
17,6
1.761
2,5
Beschäftigte (B.)
je Tsd. EW
B.
%
Unternehmen in privater Rechtsform (ohne Krankenhäuser)
47.370
48.419
11,92
1.049
2,2
Krankenhäuser in privater Rechtsform
21.389
21.875
5,38
486
2,3
Gesamt:
5
68.759
70.294
17,30
1.535
2,2
nachrichtlich:
BB 21 bis 24, 48
77.267
79.411
19,54
2.144
2,8
Quelle: Personalstandstatistiken des Freistaates Sachsen zum 30. Juni des jeweiligen Jahres, eigene Auswertungen des SRH.
Der höchste Anstieg war, wie im Vorjahr, generell bei den Beschäftigten in Kindertageseinrichtungen festzustel-
len, wobei im Jahr 2020 der Zuwachs bei den Eigenbetrieben (+7,3 %) sogar noch höher als im Kernhaushalt
(+4,5 %) war. Das lässt erkennen, dass in den Kommunen die Tendenz anhält, bestimmte Aufgaben der Daseins-
vorsorge in Eigenbetriebe, Zweckverbände und Unternehmen in privater Rechtsform auszulagern. Um die Erfül-
lung der ausgelagerten Aufgaben gewährleisten zu können, benötigen die Kommunen adäquate Steuerungsin-
formationen.
Lediglich im Bereich der Grundsicherung für Arbeitssuchende ist ein Rückgang der Beschäftigtenzahl (-4,7 %)
zu verzeichnen, was auf die trotz Corona-Pandemie weiterhin gute Beschäftigungssituation im Jahr 2020 zu-
rückzuführen ist.
Im Nachfolgenden werden ausgewählte Entwicklungen einzelner Bereiche betrachtet.
5
Eine Bereitstellung der Angaben für Unternehmen in VZÄ war dem StaLa Sachsen nicht möglich.
8
9
10
11
12

image
 
Jahresbericht 2021 des Sächsischen Rechnungshofs - Teil II
| 117
3.2.1 Kernhaushalt (BB 21)
Gebietskörperschaften
Von den 57.020 VZÄ im Kernhaushalt waren 43,7 % bei den kreisangehörigen Gemeinden, 32,2 % bei den Kreis-
freien Städten, 23,0 % bei den Landkreisen, 0,8 % beim KSV Sachsen und 0,2 % bei den Verwaltungsverbänden
beschäftigt (vgl. Abbildung 4).
Abbildung 4:
Verteilung der Beschäftigten des Kernhaushaltes auf die Gebietskörperschaftsgruppen in VZÄ
Quelle: Personalstandstatistiken des Freistaates Sachsen zum 30. Juni des jeweiligen Jahres, eigene Auswertungen des SRH.
Der im Vorjahresvergleich insgesamt erhöhte Personalbestand im Kernhaushalt (+1.336 VZÄ, +2,4 %) resultiert
vor allem aus Erhöhungen bei den Kreisfreien Städten (+576 VZÄ, +3,2 %) und den kreisangehörigen Gemeinden
(+651 VZÄ, +2,7 %).
Kreisfreie
Städte 18.386
Kreisangehörige Gemeinden 24.938
Landkreise
13.115
KSV Sachsen
480
Verwaltungs-
verbände 100
13
14

 
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Jahresbericht 2021 des Sächsischen Rechnungshofs - Teil II
Produktbereiche
Übersicht 3 verdeutlicht die Veränderungen nach Produktbereichen.
Übersicht 3:
Veränderung im Personalbestand im Vorjahresvergleich nach Produktbereichen
2019
2020
Veränderung
absolut
Veränderung in
%
Produktbereich
VZÄ
VZÄ
VZÄ
%
Insgesamt
55.684
57.020
1.336
2,4
1 Zentrale Verwaltung
22.427
23.083
656
2,9
11 Innere Verwaltung
15.310
15.916
606
4,0
12 Sicherheit und Ordnung
7.117
7.166
49
0,7
2 Schule und Kultur
4.669
4.728
59
1,3
21 - 24 Schulträgeraufgaben
2.309
2.336
27
1,2
25 - 29 Kultur und Wissenschaft
2.360
2.391
31
1,3
3 Soziales und Jugend
18.533
19.055
522
2,8
31 - 35 Soziale Hilfen
5.547
5.529
-18
-0,3
36 Kinder-, Jugend- und Familienhilfe (SGB VIII)
12.987
13.526
539
4,2
4 Gesundheit und Sport
1.558
1.560
2
0,1
41 Gesundheitsdienste
920
958
38
4,1
42 Sportförderung
637
602
-35
-5,5
5 Gestaltung der Umwelt
8.497
8.594
97
1,1
51 Räumliche Planung und Entwicklung
1.943
1.967
24
1,3
52 Bau- und Grundstücksordnung
924
948
24
2,6
53 Ver- und Entsorgung
229
213
-16
-6,8
54 Verkehrsflächen und -anlagen, ÖPNV
2.558
2.578
20
0,8
55 Natur- und Landschaftspflege
1.701
1.726
25
1,5
56 Umweltschutz
536
537
1
0,1
57 Wirtschaft und Tourismus
605
625
20
3,2
Quelle: Personalstandstatistiken des Freistaates Sachsen zum 30. Juni des jeweiligen Jahres, eigene Auswertungen des SRH.
Vergleichsweise deutliche Steigerungen betrafen im Jahr 2020, wie auch schon im Jahr zuvor, den Produktbe-
reich 11 – Innere Verwaltung mit rd. +606 VZÄ (+4,0 %) und den Produktbereich 36 – Kinder-, Jugend- und
Familienhilfe (SGB VIII) mit rd. +539 VZÄ (+4,2 %).
3.2.2 Eigenbetriebe (BB 22) und Personal in Kindertageseinrichtungen
Der Anstieg des Personalbestandes im BB 22 um insgesamt 277 VZÄ (+3,6 %) ist zum überwiegenden Teil auf
weitere Personalerhöhungen in den zugehörigen Kindertageseinrichtungen zurückzuführen. Insbesondere in den
Kreisfreien Städten Dresden und Leipzig erhöhte sich der Personalbestand in den Kindertageseinrichtungen der
betreffenden Eigenbetriebe um rd. 190 VZÄ (6,8 %) bzw. rd. 23 VZÄ (22,7 %).
Abbildung 5 zeigt die Entwicklung des Personalbestandes in den Kindertageseinrichtungen der öffentlichen Trä-
ger insgesamt sowie separat für die BB 21 und 22. Innerhalb der letzten 10 Jahre wuchs dieser um rd. 46 %.
15
16
17
18

Jahresbericht 2021 des Sächsischen Rechnungshofs - Teil II
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Abbildung 5:
Entwicklung des Personalbestandes in Kindertageseinrichtungen in den BB 21 und BB 22
Quelle: Personalstandstatistiken des Freistaates Sachsen zum 30. Juni des jeweiligen Jahres, eigene Auswertungen des SRH.
Um den seit Jahren steigenden Bedarf an Fachpersonal abzudecken, werden in Sachsen mehr Erzieher ausgebil-
det.
6
So standen zum Schuljahresende 2019/2020 rd. 2.000 Absolventen der Ausbildung zum staatlich anerkann-
ten Erzieher den Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe zur Verfügung. Gleichzeitig nahmen 3.054 Schüler
eine neue Ausbildung an den 61 sächsischen Fachschulen des Fachbereiches Sozialwesen auf.
Abbildung 6 zeigt die Prognosen V1 und V2 der 7. Regionalisierten Bevölkerungsvorausberechnung
7
bis zum Jahr
2035 für die unter 6-Jährigen, die für die Betreuung in Kindertageseinrichtungen und damit auch für den zu-
künftigen Bedarf an Erzieherinnen und Erziehern relevant sind.
Abbildung 6:
Bevölkerungsvorausberechnung der Gruppe der unter 6-Jährigen für Sachsen insgesamt sowie für die
Kreisfreien Städte Leipzig und Dresden
Quelle:
http://bevoelkerungsmonitor.sachsen.de,
eigene Auswertung der Datenblätter für die Kreisfreien Städte.
6
Vgl. Medieninformation des SMK vom 29. Juli 2020.
7
Die 7. Regionalisierte Bevölkerungsvorausberechnung (RBV) wurde im Mai 2020 vom StaLa Sachsen veröffentlicht. Die Variante 1 (V1) beruht auf den
Annahmen der 14. Koordinierten Bevölkerungsvorausberechnung des Statistischen Bundesamtes für den Freistaat Sachsen. Die Variante 2 (V2) berück-
sichtigt stärker spezifische Entwicklungen in Sachsen. Die reale Bevölkerungsentwicklung wird innerhalb des Korridors zwischen beiden Varianten er-
wartet.
9.962
10.366
10.932
11.363
11.819
12.200
12.623
13.029
13.812
14.521
0
2.000
4.000
6.000
8.000
10.000
12.000
14.000
16.000
2011
2012
2013
2014
2015
2016
2017
2018
2019
2020
VZÄ
BB 21
BB 22
insgesamt
0
50.000
100.000
150.000
200.000
250.000
2011
2013
2015
2017
2019
2021
2023
2025
2027
2029
2031
2033
2035
Bevölkerung unter 6 Jahre
Leipzig
V1
V2
Dresden
V1
V2
Sachsen
V1
V2
19
20

 
120 |
Jahresbericht 2021 des Sächsischen Rechnungshofs - Teil II
Trotz insgesamt sinkender Geburtenzahlen in den nächsten Jahren in Sachsen, wird der Bedarf an Erzieherinnen
und Erziehern hoch bleiben, da die erfolgten Verbesserungen des Betreuungsschlüssels, sowie altersbedingte
Personalabgänge neues, gut ausgebildetes Personal erfordern, wenn der Qualitätsstandard gehalten werden soll.
Der SRH empfiehlt insbesondere den Kreisfreien Städten Dresden und Leipzig, das zur Verfügung stehende
neu ausgebildete Fachpersonal für ihre Kindertageseinrichtungen zu binden, um den Personalbestand weiter
zu verjüngen und zukünftigem Mangel an Fachpersonal vorzubeugen. Im ländlichen Raum ist rechtzeitig auf
die sinkenden Betreuungsbedarfe zu reagieren.
4 Altersstruktur und demografische Entwicklung
4.1 Altersstruktur und Durchschnittsalter
Kernhaushalt gesamt
Das Durchschnittsalter der Beschäftigten im Kernhaushalt sank seit seinem Höchststand im Jahr 2017
(47,1 Jahre) kontinuierlich auf nunmehr 46,0 Jahre im Jahr 2020. Der Anteil der Beschäftigten der Altersgruppe
50 Jahre und älter nahm weiter ab, während die Altersgruppen 30 bis unter 40 Jahre sichtbare und 40 bis unter
50 Jahre leichte Anstiege verzeichneten. Auffällig ist, dass die Zahl der Beschäftigten unter 30 Jahren seit 2016
sinkt (vgl. Abbildung 7).
Abbildung 7:
Entwicklung der Altersstruktur und des Durchschnittsalters der Beschäftigten im Kernhaushalt
Quelle: Personalstandstatistiken des Freistaates Sachsen zum 30. Juni des jeweiligen Jahres, eigene Auswertungen des SRH.
Der Anteil der Beschäftigten über 60 Jahren betrug 14,5 % (9.164 Beschäftigte). Das Durchschnittsalter aller
Erwerbstätigen in Sachsen lag im Jahresdurchschnitt 2020 bei 44,2 Jahren
8
.
Gebietskörperschaften
Aus Abbildung 8 ist ersichtlich, dass das Durchschnittsalter im Jahr 2020 in allen Gebietskörperschaftsgruppen
weiter gesunken ist. Die sinkende Tendenz hat sich bei den kreisangehörigen Gemeinden (46,8 Jahre) und den
Kreisfreien Städten (44,5 Jahre) bereits seit 2014 verstetigt, bei den Landkreisen (46,4 Jahre) sank das Durch-
schnittsalter der Beschäftigten nach einem jahrelangen Anstieg nun zum zweiten Mal in Folge.
8
Quelle: Berechnung Mikrozensus (1-Prozent-Haushaltsstichprobe). Der Mikrozensus wurde 2020 methodisch neugestaltet. Die Ergebnisse ab dem Be-
richtsjahr 2020 sind deshalb nur eingeschränkt mit den Vorjahren vergleichbar.
46,8
46,9
46,9
47,1
47,0
46,8
46,7
46,6
46,3
46,0
0
10
20
30
40
50
60
2011
2012
2013
2014
2015
2016
2017
2018
2019
2020
Anteil in %
unter 30
30 bis unter 40
40 bis unter 50
50 Jahre und älter
Durchschnittsalter in Jahren
21
22
23
24
25

 
Jahresbericht 2021 des Sächsischen Rechnungshofs - Teil II
| 121
Abbildung 8:
Entwicklung des Durchschnittsalters in den Gebietskörperschaftsgruppen (BB 21)
Quelle: Personalstandstatistiken des Freistaates Sachsen zum 30. Juni des jeweiligen Jahres, eigene Auswertungen des SRH.
Produktbereiche
Abbildung 9 zeigt einen Vergleich des durchschnittlichen Alters der Beschäftigten in den einzelnen Produktbe-
reichen.
Abbildung 9:
Vergleich des Durchschnittsalters nach Produktbereichen zum 30. Juni 2020
Quelle: Personalstandstatistiken des Freistaates Sachsen zum 30. Juni des jeweiligen Jahres, eigene Auswertungen des SRH.
In allen Bereichen sank das Durchschnittsalter der Beschäftigten im Vergleich zum Vorjahr. Das jüngste Personal
ist nach wie vor im Produktbereich 36 – Kinder-, Jugend- und Familienhilfe (44,1 Jahre) beschäftigt, das älteste
im Produktbereich 42 – Sportförderung (50,2 Jahre).
Trotz des positiven Trends sollten die kommunalen Arbeitgeber aus Sicht des SRH ihre Bemühungen verstär-
ken, die Arbeitsplätze auch für die Beschäftigten unter 30 Jahren attraktiver zu gestalten, um diese Alters-
gruppe stärker zu binden und der Überalterung der Verwaltungen weiter entgegenzuwirken.
43
44
45
46
47
48
49
2011
2012
2013
2014
2015
2016
2017
2018
2019
2020
Jahre
Kreisfreie Städte
kreisangehörige Gemeinden
Landkreise
Kernhaushalt (BB 21) insgesamt
46,0
48,1
48,8
44,7
48,9
45,5
42
43
44
45
46
47
48
49
50
Insgesamt im BB 21
Gestaltung der Umwelt
Gesundheit und Sport
Soziales und Jugend
Schule und Kultur
Zentrale Verwaltung
Durchschnittsalter
26
27
28

 
122 |
Jahresbericht 2021 des Sächsischen Rechnungshofs - Teil II
4.2 Fachkräftebedarf und Ausbildung
Die positive Entwicklung der Ausbildungszahlen in den sächsischen Kommunen setzte sich auch im Jahr 2020
fort. Insbesondere die kreisangehörigen Gemeinden und die Landkreise konnten die Anzahl der Auszubildenden
nochmals deutlich steigern und lagen in 2020 erstmals wieder über den Werten von 2011, vgl. Abbildung 10.
Abbildung 10:
Entwicklung der Ausbildungszahlen nach Gebietskörperschaftsgruppen
9
Quelle: Personalstandstatistiken des Freistaates Sachsen zum 30. Juni des jeweiligen Jahres, eigene Auswertungen des SRH.
Bundesweit ging jedoch die Zahl der neuen Ausbildungsverträge um fast 10 % zurück.
10
Hier ist ein deutlicher
Effekt durch die Corona-Krise festzustellen. Auch wenn Sachsen nur einen Rückgang von 4,8 % bei den Neuver-
trägen verzeichnete, sank die Zahl der Auszubildenden insgesamt in Sachsen um 1,4 %. Die Zahl der Studienan-
fängerinnen und -anfänger ist im Studienjahr 2020 (Sommersemester 2020 und Wintersemester 2020/2021)
bundesweit um 4 % gesunken.
11
Diese pandemiebedingten Auswirkungen werden die Fachkräftesituation in
Sachsen weiter verschärfen.
Hinzu kommt, dass lt. 7. Regionalisierter Bevölkerungsvorausberechnung bis zum Jahr 2035 der immer kleiner
werdenden Bevölkerungsgruppe der Erwerbsfähigen zwischen 20 und 65 Jahren eine immer größer werdende
Gruppe von Nichterwerbsfähigen (unter 20 und über 65 Jahre) gegenüberstehen wird, vgl. Abbildung 11. Standen
im Jahr 2011 in Sachsen noch mehr als 1,5 erwerbsfähige Personen einer nicht erwerbsfähigen Person gegenüber,
wird sich dieses Verhältnis künftig immer weiter annähern.
9
Die Ausbildungszahlen des KSV Sachsen sind in der Abbildung aufgrund ihres vergleichsweise geringen Umfanges nicht enthalten. Im Jahr 2020 waren
beim KSV Sachsen 15 Beschäftigte in Ausbildung.
10
Vgl. Pressemitteilung Nr. 187 des Statistischen Bundesamtes vom 14. April 2021.
11
Vgl. Pressemitteilung Nr. 497 des Statistischen Bundesamtes vom 11. Dezember 2020.
0
200
400
600
800
1.000
1.200
2011
2012
2013
2014
2015
2016
2017
2018
2019
2020
Anzahl
Kreisfreie Städte
kreisangehörige Gemeinden
Landkreise
29
30
31

 
Jahresbericht 2021 des Sächsischen Rechnungshofs - Teil II
| 123
Abbildung 11:
Erwerbsfähige und nicht erwerbsfähige Personen in Sachsen lt. 7. RBV
Quelle:
http://bevoelkerungsmonitor.sachsen.de,
eigene Auswertung Datenblatt Sachsen.
Der Freistaat Sachsen versucht, dem immer größer werdenden Fachkräftemangel mit der „Fachkräftestrategie
2030“
12
entgegenzuwirken.
Aus Sicht des SRH müssen die Kommunen ihre Bestrebungen weiter verstärken, Fachkräfte zu gewinnen und
dauerhaft zu binden, da die Konkurrenz durch andere öffentliche Arbeitgeber in der Verwaltung und Arbeit-
geber der freien Wirtschaft weiter zunehmen wird. Langfristig wird bei sinkendem Erwerbspersonenpotential
der gesamte öffentliche Bereich mit weniger Personal auskommen müssen. Es braucht daher eine Konsoli-
dierung der öffentlichen Aufgabenerfüllung und Begrenzung auf die Kernaufgaben der Daseinsvorsorge.
5 Vergleiche mit anderen Bundesländern
Für den nachfolgenden Ländervergleich liegen gegenwärtig die Daten bis einschließlich 2019
13
vor. Bei einem
Vergleich des kommunalen Personalbestandes Sachsens mit dem der anderen Bundesländer muss immer berück-
sichtigt werden, dass zwischen den Ländern teilweise erheblich abweichende Strukturen und Umfänge der Auf-
gabenwahrnehmung sowie der rechtlichen Struktur der öffentlichen Unternehmen bestehen.
5.1 Personalbestände
Die VZÄ je Tsd. EW der BB 21 bis 24 und 48 lagen zum 30. Juni 2019 in Sachsen geringfügig unter den Durch-
schnittswerten der Flächenländer Ost und West, vgl. Abbildung 12. Während sich zu Beginn des Vergleichszeit-
raumes die Werte der Flächenländer West noch deutlich unter denen der Flächenländer Ost bewegten, erfolgte
eine immer weitere Annäherung bis zum Jahr 2017. Inzwischen ist der durchschnittliche Personalbestand der
Flächenländer West geringfügig höher als der der Flächenländer Ost und steigt weiter.
12
Vgl. „Heimat für Fachkräfte“ Fachkräftestrategie 2030 für den Freistaat Sachsen, SMWA, Mai 2019,
www.publikationen
sachsen.de.
13
Stichtag 30. Juni 2019.
1.500.000
1.600.000
1.700.000
1.800.000
1.900.000
2.000.000
2.100.000
2.200.000
2.300.000
2.400.000
2.500.000
2011
2013
2015
2017
2019
2021
2023
2025
2027
2029
2031
2033
2035
Personen
Erwerbsfähige (20 bis unter 65 Jahre)
V1
V2
Nicht Erwerbsfähige (unter 20 Jahre, 65 Jahre und älter)
V1
V2
32
33
34
35

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Jahresbericht 2021 des Sächsischen Rechnungshofs - Teil II
Abbildung 12:
Entwicklung des Personalbestandes der BB 21 bis 24 und 48 insgesamt
Quelle: Personalstandstatistiken des Freistaates Sachsen zum 30. Juni des jeweiligen Jahres, eigene Auswertungen des SRH.
Abbildung 13 zeigt einen Vergleich der Personalbestände in den kommunalen Kernhaushalten der Flächenländer.
Sachsen liegt mit 13,7 VZÄ/1.000 EW geringfügig über dem Durchschnitt aller Flächenländer. Im Vergleich zum
Vorjahreswert am 30. Juni 2018 nahm der Personalbestand des Kernhaushaltes in Sachsen um 0,3 VZÄ zu.
Abbildung 13: Personalbestand des Kernhaushaltes (BB 21) nach Produktbereichen in den Flächenländern am
30. Juni 2019
Quelle:
Statistisches Bundesamt: Sonderauswertung Vollzeitäquivalent der Beschäftigten des öffentlichen Dienstes im kommunalen Bereich
am 30. Juni 2019 nach Aufgabenbereichen und Ländern, 18. Februar 2021.
13
14
15
16
17
18
2010
2011
2012
2013
2014
2015
2016
2017
2018
2019
VZÄ je TEW
Sachsen
Flächenländer Ost
Flächenländer West
5,0
5,5
4,2
4,6
13,6
13,7
0
2
4
6
8
10
12
14
16
18
VZÄ/1.000 EW
Zentrale Verwaltung
Schule und Kultur
Soziales und Jugend
Gesundheit und Sport
Gestaltung der Umwelt
36

Jahresbericht 2021 des Sächsischen Rechnungshofs - Teil II
| 125
Bei der Gesamtbetrachtung von Kernhaushalt, Sonderrechnungen der Eigenbetriebe und Einrichtungen in öf-
fentlich-rechtlicher Rechtsform lag Sachsen immer noch leicht unter dem Durchschnitt aller Flächenländer, auch
wenn im Vergleich zum Vorjahr ein Anstieg um insgesamt 0,5 VZÄ/1.000 EW festzustellen war, vgl. Abbildung 14.
Abbildung 14: Personalbestand im Kernhaushalt und in den ausgelagerten Bereichen in den Flächenländern am
30. Juni 2019
Quelle:
Statistisches Bundesamt: Sonderauswertung Vollzeitäquivalent der Beschäftigten des öffentlichen Dienstes im kommunalen Bereich
am 30. Juni 2019 nach Aufgabenbereichen und Ländern, 18. Februar 2021.
Der Anstieg der Personalbestände im Kernhaushalt und in den Sonderrechnungen in Sachsen resultierte wiede-
rum überwiegend aus den Steigerungen bei den Beschäftigten in Kindertageseinrichtungen. Hier lag Sachsen im
Ländervergleich leicht über dem Durchschnitt der Flächenländer Ost, vgl. Abbildung 15.
13,6
13,7
2,1
17,2
2,9
1,8
17,5
0,6
0
5
10
15
20
25
VZÄ/1.000 EW
Kernhaushalt
Sonderrechnungen
Einrichtungen in öffentlich-rechtlicher Rechtsform
37
38

 
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Jahresbericht 2021 des Sächsischen Rechnungshofs - Teil II
Abbildung 15:
Personalbestand in Tageseinrichtungen für Kinder in BB 21 und BB 22 am 30. Juni 2019
Quelle: Personalstandstatistiken des Statistischen Bundesamtes zum 30. Juni des jeweiligen Jahres, eigene Auswertungen des SRH.
5.2 Durchschnittsalter
Das Durchschnittsalter der Beschäftigten im BB 21 ist im Vergleich zum Vorjahr in den Flächenländern Ost um
0,4 Jahre gesunken. In den Flächenländern West sank das Durchschnittsalter kaum (-0,1 Jahre), liegt damit aber
immer noch rd. 1,2 Jahre unter den Flächenländern Ost, vgl. Abbildung 16.
Abbildung 16:
Durchschnittsalter der Beschäftigten des BB 21 am 30. Juni 2019
Quelle: Personalstandstatistiken des Statistischen Bundesamtes zum 30. Juni des jeweiligen Jahres, eigene Auswertungen des SRH.
6 Aktuelle Entwicklungen
Die TVöD-Tarifrunde 2020 endete u. a. mit einer „Nullrunde“ zum 1. September 2020. Nach einer Verzögerung
von 8 Monaten folgen Entgelterhöhungen für die Beschäftigten der Kommunen und des Bundes zum
1. April 2021 um 1,4 % und zum 1. April 2022 um 1,8 %.
2,18
2,76
0,81
2,34
2,68
3,06
4,25
0,10
0,40
0,12
0,00
0,72
0,72
0,12
0,0
0,5
1,0
1,5
2,0
2,5
3,0
3,5
4,0
4,5
5,0
Flächenländer West Flächenländer Ost
Mecklenburg-
Vorpommern
Thüringen
Sachsen
Sachsen-Anhalt
Brandenburg
VZÄ/1.000 EW
BB 21
BB 22
45,5
47,0
46,4
46,6
47,2
47,7
47,7
44
45
45
46
46
47
47
48
48
Flächenländer West Flächenländer Ost
Brandenburg
Sachsen
Thüringen
Mecklenburg-
Vorpommern
Sachsen-Anhalt
Jahre
39
40

 
Jahresbericht 2021 des Sächsischen Rechnungshofs - Teil II
| 127
Nachdem aufgrund der Corona-Pandemie die Arbeitslosenquote seit März 2020 (5,5 %) anstieg, ist seit dem
Höchststand im Januar und Februar 2021 (jeweils 6,6 %) wieder ein Rückgang zu verzeichnen.
14
Die weitere
Entwicklung insbesondere mit Blick auf erneute Pandemie-Auswirkungen bleibt abzuwarten. Kommunale Be-
schäftigte dürften hiervon weiterhin, wie auch von Kurzarbeit, eher weniger betroffen sein.
Am 21. Mai 2021 brachte das Bundesfamilienministerium einen Entwurf des Gesetzes zur ganztägigen Förderung
von Kindern im Grundschulalter
15
zur 1. Lesung in den Bundestag ein. Der Gesetzentwurf beinhaltet die stufen-
weise Einführung eines Anspruchs auf ganztägige Förderung für Grundschulkinder ab dem Jahr 2026. Ab August
2026 sollen demnach zunächst alle Kinder der ersten Klassenstufe einen Anspruch darauf haben, ganztägig ge-
fördert zu werden. Der Anspruch soll in den Folgejahren um je eine Klassenstufe ausgeweitet werden, damit ab
August 2029 jedes Grundschulkind der Klassenstufen 1 bis 4 einen Anspruch auf ganztägige Betreuung hat.
Sofern das Gesetz in dieser Form in Kraft tritt, wäre ab 2026 mit einem weiter steigenden Bedarf an Erzieherinnen
und Erziehern zu rechnen. Die endgültige gesetzliche Regelung bleibt abzuwarten.
7 Stellungnahmen
Das SMF und das SMI erhielten Gelegenheit zur Stellungnahme. Den kommunalen Spitzenverbänden und den
kreisfreien Städten Dresden und Leipzig wurde der Bericht zur Kenntnis gegeben. Die eingegangenen Stellung-
nahmen von SMF, SMI, SSG und SLKT wurden bei der Abfassung des vorliegenden Beitrages berücksichtigt.
Das SMF betonte in seiner Stellungnahme, dass die Kommunen auch künftig vor der Herausforderung stehen
werden, den Personalbestand in den einzelnen Bereichen aktiv und differenziert auszusteuern, um mit gut aus-
gebildetem und flexibel einsetzbarem Personal eine möglichst hohe Auslastung des eingesetzten Personalkörpers
zu erzielen.
Der SSG schlussfolgerte in seiner Stellungnahme, dass in den letzten 10 Jahren zu wenig qualifiziertes Personal
in der Altersgruppe zwischen 20 und 30 Jahren in den Kommunen eingestellt bzw. nach der Ausbildung über-
nommen worden sei.
Vor diesem Hintergrund sollten sich die kommunalen Arbeitgeber besonders darum bemü-
hen, ihre Arbeitsplätze für jüngere Beschäftigte attraktiv zu gestalten, junge Fachkräfte auszubilden und für eine
Tätigkeit im kommunalen Bereich zu binden.
8 Hinweise zu den verwendeten Begriffen und Daten
Kernhaushalt der Kommunen:
BB 21. Im Haushaltsplan brutto geführte Ämter und Einrichtungen.
Eigenbetriebe:
BB 22. Ehemals auch bezeichnet als aus dem Kernhaushalt ausgegliederte rechtlich unselbst-
ständige kommunale Einrichtungen und Unternehmen mit Sonderrechnungen, mit Ausnahme der rechtlich un-
selbstständigen kommunalen Krankenhäuser.
Krankenhäuser:
BB 23. Aus dem Kernhaushalt ausgegliederte rechtlich unselbstständige kommunale Kranken-
häuser mit Sonderrechnungen.
Zweckverbände:
BB 24. Zweckverbände sind freiwillige oder gesetzlich vorgeschriebene Zusammenschlüsse von
Gemeinden/Gemeindeverbänden zur gemeinsamen Erfüllung einer bestimmten öffentlichen Aufgabe. Im Modell
des Schalenkonzeptes werden die Zweckverbände als Teilmenge der öffentlichen Fonds, Einrichtungen und Un-
ternehmen behandelt. Je nach Sektorzugehörigkeit zählen sie zu den Extrahaushalten oder zu den sonstigen
öffentlichen Fonds, Einrichtungen und Unternehmen.
Rechtlich selbstständige kommunale Einrichtungen:
BB 48. Seit 2015 werden erstmals auch die Beschäftigten
des KVS als BB 48 dem kommunalen Personal zugeordnet. Seit 2018 gehören die Beschäftigten der SAKD eben-
falls zum BB 48.
14
Arbeitslosenquote Sachsen im September 2021: 5,5 %, Quelle StaLa Sachsen.
15
Ganztagsförderungsgesetz – GaFöG.
41
42
43
44
45
46
47
48
49
50

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Jahresbericht 2021 des Sächsischen Rechnungshofs - Teil II
Unternehmen in privater Rechtsform mit überwiegend öffentlicher Beteiligung (darunter auch Krankenhäu-
ser):
Unternehmen in privater Rechtsform, an denen Gemeinden/Gemeindeverbände oder Zweckverbände un-
mittelbar oder mittelbar mit mehr als 50 % des Nennkapitals, des Stimmrechts oder der Sondervermögen betei-
ligt sind. Synonym verwendet: Kommunale Beteiligungsunternehmen.
Personalbestände
werden grundsätzlich in der Maßeinheit VZÄ bemessen. Lediglich bei den Unternehmen in
privater Rechtsform mit überwiegend öffentlicher Beteiligung (unmittelbare und mittelbare kommunale Beteili-
gung) erfasst die Statistik nur die Anzahl der Beschäftigten.
Einwohnerzahlen
basieren mit Ausnahme des Jahres 2016 (hier Stichtag 31. Dezember 2015) auf dem Stichtag
30. Juni des jeweiligen Jahres. Mit dem Jahr 2013 finden ausschließlich die fortgeschriebenen Zensusergebnisse
Berücksichtigung.
51
52
53