Deutsches Hygiene-Museum Dresden
Baumaßnahmen des Freistaates Sachsen
von 1999 bis 2011

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Das Deutsche Hygiene-Museum ist ein gutes Beispiel dafür, wie ein markantes Gebäude in der
öffentlichen Wahrnehmung kongenial mit der Institution, die es beherbergt, verschmelzen kann.
Das war schon so, als das Museumsgebäude zwischen 1928 und 1930 nach dem Entwurf von
Wilhelm Kreis errichtet wurde. Prof. Peter Kulka hat es nun so sensibel wie selbstbewusst einer
umfangreichen Sanierung und Modernisierung unterzogen. Dass es gelungen ist, die faszinie-
rend vielschichtige architektonische Gestalt als sprechendes Geschichtszeugnis für kommende
Generationen zu erhalten, ist ein großer Gewinn für die deutsche Kulturlandschaft. Denn so
wie das Gebäude selbst, ist auch das Schicksal des Deutschen Hygiene-Museums nicht von den
Höhen und Tiefen der Geschichte des 20. Jahrhunderts in Deutschland zu trennen. Es gehört zu
den bleibenden Verdiensten des Hauses, dass es seine Geschichte, vor allem seine Beteiligung an
der Politik der nationalsozialistischen Rassenhygiene, konsequent aufgearbeitet hat.
Beim Deutschen Hygiene-Museum handelt es sich nicht nur um einen Leuchtturm der deut-
schen Museumslandschaft, sondern auch um ein gelungenes Beispiel auf dem Weg zur Voll-
endung der deutschen Einheit. Das traditionsreiche Haus genießt mit seiner Dauerausstellung
„Abenteuer Mensch“, seinem Kinder-Museum und mit der großen Bandbreite seiner streitbaren
Sonderausstellungsprojekte bundesweit hohes Ansehen und große Bekanntheit. Das liegt zum
einen an der interessanten Themenwahl und der immer wieder überraschenden Ausstellungs-
präsentation, zum anderen aber vor allem an der intensiven, an den Bedürfnissen der Besu-
cher orientierten Vermittlungsarbeit, die an diesem Museum schon seit langem praktiziert wird.
Derzeit unterstützt der Bund ein Modellprojekt „Kulturelle Bildung – Lernen im Museum!“, das
einen praxistauglichen Leitfaden zur Vermittlung an Museen erarbeitet.
Bei der Sanierung des Museums haben die Landeshauptstadt Dresden, der Freistaat Sachsen
und der Bund auf vorbildliche Weise zusammengewirkt – ein Glücksfall des Kulturförderalismus.
Insgesamt wurden durch den Bund in den vergangenen zehn Jahren knapp 14 Millionen Euro in
das Deutsche Hygiene-Museum investiert. Über ein Viertel der gesamten Bausumme, nämlich
10,8 Millionen Euro Bundesmittel, sind allein in die Sanierung geflossen. Mit weiteren 3 Millio-
nen Euro hat der Bund nach der großen Elbeflutkatastrophe 2002 die Errichtung des zentralen
Depotgebäudes im Innenhof bezuschusst.
Nun ist für die komplexen Aktivitäten des Museums wieder eine angemessene architektonische
Hülle entstanden, in der sich all seine Besucher wohl fühlen können. Dafür sei allen am Gelin-
gen dieser großen Aufgabe Beteiligten herzlich gedankt.
Grußwort
Bernd Neumann, MdB
Staatsminister bei der Bundeskanzlerin

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Mit dem Abschluss der Modernisierung des Deutschen Hygiene-Museums hat Dresden eine he-
rausragende Kultureinrichtung und eine Perle der Wissenschaft zurückgewonnen. Als „Museum
vom Menschen“ ist es in ganz Europa einzigartig. Gleichzeitig ist mit der Generalsanierung des
Museumsgebäudes ein architektonisches Meisterwerk der „Neuen Moderne“ aus der ersten Hälf-
te des 20. Jahrhunderts wieder auferstanden.
Das Deutsche Hygiene-Museum in Dresden und dessen Entstehungsgeschichte sind für mich
ein Paradebeispiel für eine gelungene Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und
Kultur. Der Dresdner Odol-Fabrikant Karl August Lingner war Ideengeber für die I. Internatio-
nale Hygiene-Ausstellung in Dresden im Jahr 1911, die den Wissensstand der Bevölkerung über
Gesundheitspflege verbessern sollte. Diese mit über fünf Millionen Besuchern sehr erfolgrei-
che Veranstaltung war zugleich die Initialzündung für die Gründung des späteren Museums.
Im Rahmen der II. Internationalen Hygiene-Ausstellung 1930 wurde der heutige Museumsbau
eröffnet. Er präsentierte die „Gläserne Frau“, die als Spitzenleistung deutscher Wissenschaft und
Technik galt und ein begehrtes Exportgut war. Insbesondere durch die beiden Internationalen
Hygiene-Ausstellungen hatte sich Dresden den Ruf als großzügige Ausstellungsstadt erworben –
einen Ruf, den das heutige Dresden mit seinen weltbekannten Museen längst wieder erlangt hat.
Angesichts dieser Historie ist es nicht verwunderlich, dass sich auch der Bund nach der deut-
schen Wiedervereinigung zur herausragenden nationalen Bedeutung dieses Museums bekannt
hat. Dies gilt auch in finanzieller Hinsicht. Zusammen haben der Bund, der Freistaat Sachsen
und die Landeshauptstadt Dresden von 1995 bis 2010 über 48 Millionen Euro in Baumaßnah-
men investiert, damit das Deutsche Hygiene-Museum wieder erstrahlt. Allein der Freistaat
Sachsen förderte die Sanierung mit über 23 Millionen Euro.
Ich bin überzeugt – und das zeigen auch die gelungenen Ausstellungsprojekte der vergange-
nen Jahre – dass das nunmehr vollständig sanierte Museum eine sehr erfolgreiche Zukunft vor
sich hat und sich als ein deutschland- und europaweiter Anziehungspunkt für Wissbegierige
und Kulturhungrige etabliert. Zu Recht ist es bereits heute eine von 20 national bedeutenden
Kultureinrichtungen der östlichen Bundesländer im sogenannten Blaubuch. Mein ausdrückli-
cher Dank richtet sich insbesondere an den Architekten Prof. Peter Kulka, die bauausführenden
Firmen und die beteiligten Büros sowie an unsere Bauverwaltung, den Staatsbetrieb Sächsisches
Immobilien- und Baumanagement.
Grußwort
Stanislaw Tillich
Ministerpräsident des Freistaates Sachsen

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Der französische Philosoph Théodore Jouffroy schrieb einmal: „Wenn der Mensch der Körper
wäre, so gäbe es keine andere Moral als die Hygiene“. Aber wie stand es um diese vor 150 Jahren?
Nicht sehr gut, denn Tuberkulose, Haut- und Geschlechtskrankheiten zeugten von einer unge-
nügenden gesundheitlichen Aufklärung der Bevölkerung. Ziel war es also „... einmal im großen
Stile eine Belehrung der Allgemeinheit über die Gesundheitspflege zu unternehmen“ – wie es
im offiziellen Ausstellungsführer zur I. Internationalen Hygiene-Ausstellung Dresden 1911 hieß.
Dazu angeregt und aufgerufen hatte ein Dresdner Industrieller: Der Odol-Fabrikant Karl August
Lingner – und 5,2 Millionen Besucher folgten seiner Einladung. Beachtenswert ist auch in der
Zeit nach der I. Internationalen Hygiene-Ausstellung die städtebauliche Entwicklung. Lingners
Leitidee „Die Hygiene ist die Lehre von der Erhaltung und Pflege der menschlichen Gesundheit,
die Lehre von der Erhaltung des menschlichen Wohlbefindens“ wurde mit begrünten Siedlungen
und lichtorientierten Gartenstädten auch in Dresden umgesetzt.
Der Gedanke zur Schaffung eines Hygiene-Museums kam Lingner bereits in dieser Zeit, konnte
aber erst 1930 in die Tat umgesetzt werden. Das Deutsche Hygiene-Museum Dresden wurde
seiner Bestimmung übergeben: Eine dauerhafte Informationsmöglichkeit über Gesundheitsvor-
sorge und andere präventive Bereiche entstand. Dies ist nun schon 80 Jahre her und immer
wieder überrascht uns das Museum mit innovativen Ausstellungen, Tagungen, Veranstaltungen,
Vorträgen und Führungen und der weltberühmten Gläsernen Frau. Aber wie ein kranker Körper
muss auch ein Bauwerk gepflegt werden. Den ersten Schicksalsschlag erfuhr das Deutsche Hy-
giene-Museum durch den Bombenangriff auf Dresden am 13. Februar 1945. Nach dem raschen
Wiederaufbau erhielt Dresden mit dem sogenannten Steinsaal einen der ersten öffentlichen Ver-
anstaltungsorte in der Stadt. Aufgrund des mangelnden Bauunterhaltes während der DDR-Jahre
verschlechterte sich jedoch der Zustand der Bausubstanz zusehends.
Nach der politischen Wende musste das „Museum vom Menschen“, wie viele weitere Bauwerke
in Dresden, saniert werden. Von 1999 bis 2011 übernahm dies der bekannte Dresdner Architekt
Prof. Peter Kulka mit seinem Büro. Das denkmalgeschützte Museumsgebäude der Klassischen
Moderne prägt das Dresdner Stadtbild seit 1930 und kehrt nun, nach seiner Modernisierung
und Renovierung, als Neue Sachlichkeit zurück.
Ich danke allen, die dieses eindrucksvolle Bauwerk in den letzten Jahren geplant, gebaut, saniert,
modernisiert, finanziert und renoviert haben. Ich wünsche allen Beteiligten sowie den Mitarbei-
terinnen und Mitarbeitern des Museums viele neugierige große und kleine Besucherinnen und
Besucher und ich bin stolz, dass das Deutsche Hygiene-Museum in Dresden seinen Platz hat.
Grußwort
Dirk Hilbert
Erster Bürgermeister der Landeshauptstadt Dresden

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Eine öffentliche Bildungseinrichtung, die von interessierten Erwachsenen ebenso genutzt wird
wie von Schülerinnen und Schülern, von Eltern genauso wie von ihren Kindern. Eine Begeg-
nungsstätte, in der Wissenschaftler und Künstler, Musiker und Schriftsteller mit ihrem Publikum
ins Gespräch kommen. Ein Freizeitvergnügen mit hohem Unterhaltungswert. Ein Ort, an dem die
Bürgerschaft über aktuelle Fragen des Gemeinwesens debattiert und sich darüber verständigt,
wie wir in einer komplexen Welt miteinander leben wollen. Eine Kommunikationsplattform, auf
der sich Menschen aus aller Herren Länder miteinander austauschen und die Ergebnisse ihrer
Arbeit präsentieren. Ein Möglichkeitsort für Neugier und Toleranz, für Kreativität und Nach-
denklichkeit. Kurz: Ein öffentliches Forum für Wissenschaft, Kultur und Gesellschaft.
Was sich ein wenig anhört wie eine Beschreibung des Internets, das ist in Wahrheit eine leicht
visionär geratene Charakterisierung des Deutschen Hygiene-Museums, das ich mir für die nächs-
ten Jahrzehnte vorstelle und wünschen möchte. Dass dieser so traditionsreichen Institution nun
ein bestens saniertes Gebäude zur Verfügung steht, in dem all das und noch vieles mehr auf
hohem Niveau stattfinden kann, erfüllt uns alle, die wir hier arbeiten dürfen, mit großer Be-
geisterung und Dankbarkeit. Dankbarkeit für den historischen Moment nach der Wiederver-
einigung Deutschlands, durch den diese Kraftanstrengung möglich wurde, aber natürlich vor
allem Dankbarkeit gegenüber den Bürgern und den öffentlichen Geldgebern von Bund, Land
und Stadt. Mit dem Einsatz ihrer erheblichen finanziellen Mittel haben sie alle nicht nur die-
ses Gebäude gerettet und weiterentwickelt, sondern auch ihr Vertrauen in das Konzept dieses
Museumsprojekts bewiesen. Das ist keine Selbstverständlichkeit und verdient unsere große An-
erkennung. Unser Dank gilt aber selbstverständlich auch dem Architekten Prof. Peter Kulka und
seinem Büro, den Mitarbeitern des Staatsbetriebes Sächsisches Immobilien- und Baumanage-
ment und allen Firmen und Personen, die an der Bauausführung beteiligt waren.
Wer in den letzten Jahrzehnten an diesem Haus tätig war, gleichgültig in welcher Funktion,
kann ermessen, wie weit und schwierig der zurückgelegte Weg war. Bis auf einen kurzen Zeit-
raum von drei Monaten fanden sämtliche Sanierungsarbeiten bei laufendem Museumsbetrieb
statt. Ich danke darum an dieser Stelle ausdrücklich auch den Mitarbeiterinnen und Mitarbei-
tern für ihre Geduld und Kreativität, mit der sie Staub und Lärm, Umwege und diverse Umzüge
im und außerhalb des Hauses gemeistert haben. Dass es sich gelohnt hat, dem Deutschen
Hygiene-Museum dieses wunderbare Gebäude wieder zu übereignen, das möchten wir der
Öffentlichkeit und unserem Publikum mit unseren Ausstellungen und Programmen auch wei-
terhin unter Beweis stellen.
Vorwort
Prof. Klaus Vogel
Direktor und Vorsitzender des Vorstands der Stiftung Deutsches Hygiene-Museum

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Die Vorgeschichte des Deutschen Hygiene-Museums
10
Vom Architekturwettbewerb von 1920 zum Bauauftrag an Wilhelm Kreis
12
Kriegszerstörung und Wiederaufbau in der DDR
14
Gebäudezustand 1989
16
Baufachliche Definition der Bauaufgabe für den Wettbewerb 1990
18
CoopHimmelb(l)au als Gewinner des Architekturwettbewerbs
20
von 1990 und erneutes Auswahlverfahren
Architektonische Lösung von Prof. Peter Kulka
22
Denkmalpflegerische Anforderungen und Zielstellungen
24
Baudurchführung und Projektsteuerung
26
Äußere Erscheinung des Gebäudes & Außenbeleuchtung
30
Empfangssaal
34
Veranstaltungsbereiche
36
Verwaltungstrakt & Bibliothek
42
Depotgebäude & Werkstätten
44
Dauerausstellung »Abenteuer Mensch«
46
Kinder-Museum und Kinder-Werkstatt
48
Sonderausstellungen
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Fast in Rufweite – Interview mit Prof. Klaus Vogel
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Bauherr & Planungsbüros
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Ausführende Firmen
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Literatur- und Bildnachweis
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BAUGESCHICHTE
PLANUNGEN ZUR MODERNISIERUNG
ERGEBNISSE
AUSSTELLUNGSKONZEPTE
STÄDTISCHE EINBINDUNG
PROJEKTBETEILIGTE
QUELLEN
Inhaltsverzeichnis

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10 |
Lingners Vermächtnis
Die Vorgeschichte des Deutschen Hygiene-Museums
Das Deutsche Hygiene-Museum ist das Lebens-
werk von Karl August Lingner (1861–1916),
auch wenn er die Grundsteinlegung im Jahr
1930 nicht mehr miterlebte. Doch ohne sei-
ne detaillierte Vorarbeit zu Inhalt, Aufbau und
Finanzierung würde es das Haus nicht geben.
Lingner brachte das Mundwasser Odol 1892
in Dresden auf den Markt, in einer Zeit, als die
rasch wachsenden Städte mit hoher Säug-
lingssterblichkeit und Krankheitsepidemien
kämpften. Gleichzeitig deckten Mediziner die
Ursachen auf: Allen voran Bakterien, Ernäh-
rung und Wohnumgebung.
Lingner interessierten diese Zusammenhän-
ge als Geschäftsmann und aus der tiefen
Überzeugung heraus, dass nur eine breite
Aufklärung zu einer besseren Volksgesund-
heit führen würde. Einen erheblichen Teil des
Geldes, das ihm Odol einbrachte, setzte er
dafür ein. Mit den Möglichkeiten einer Aus-
stellung beschäftigte er sich erstmals 1903,
als er für die Deutsche Städteausstellung in
Dresden die Abteilung „Volkskrankheiten und
ihre Bekämpfung“ zusammenstellte. Schon
damals verdeutlichten Schautafeln, Modelle,
Präparate und Moulagen komplexe Zusam-
menhänge auf leicht verständliche Art. Der
nächste Schritt war die Konzeption der I. In-
ternationalen Hygiene-Ausstellung, die 1911
über fünf Millionen Besucher in den Großen
Garten lockte.
Baugeschichte | Die Vorgeschichte des Deutschen Hygiene-Museums
Darin war vieles angelegt, was im späteren
Hygiene-Museum zum Tragen kam: „Der
Mensch“ als Herzstück der Ausstellung;
Werkstätten für die Produktion von Expo-
naten und Lehrmitteln; selbst das Hygiene-
Auge, das bis heute zum Logo des Museums
gehört, entstand 1911. Der Ausstellungs-
gewinn von einer Million Reichsmark soll-
te den Grundstock für das Museum bilden.
Bis zum fertigen Bau um 1930 koordinierte
eine Zentralstelle für Hygiene Werkstätten,
Ausstellungsaktivitäten und die Planung des
Museums. Mit einer Stiftung sicherte Lingner
den Aufbau und Unterhalt des Museums über
seinen Tod hinaus. Seine Prioritäten hielt er
1912 in einer Denkschrift fest:
„Das Hygiene-Museum soll eine Stätte der
Belehrung sein für die ganze Bevölkerung,
in der jedermann sich durch Anschauung
Kenntnisse erwerben kann, die ihn zu einer
vernünftigen und gesundheitsfördernden Le-
bensführung befähigen.“
Das zu errichtende Gebäude sollte leicht er-
reichbar sein und Räume für Vorträge und
Werkstätten aufweisen. Es sollte den Not-
wendigkeiten der Ausstellung folgen und im
Dienst des Menschen stehen – bis heute ein
tragfähiges Konzept.
1 Franz von Stuck, Plakat der
I. Internationalen Hygiene-Ausstellung, 1911
2 Karl August Lingner in der
I. Internationalen Hygiene-Ausstellung
3 Besucherandrang vor der Ausstellungshalle
»Der Mensch«
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Baugeschichte | Die Vorgeschichte des Deutschen Hygiene-Museums
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12 |
Karl August Lingner strebte keinen Architek-
turwettbewerb für den Museumsbau an. Er
favorisierte den Dresdner Stadtbaurat Hans
Erlwein, der jedoch 1914 tödlich verunglückte.
Nachdem auch Lingner 1916 starb, wurde 1920
doch ein Nationaler Wettbewerb ausgeru-
fen, der das Marstall-Grundstück am Zwinger
vorgab und verlangte, auch die Naturwissen-
schaftlichen Sammlungen mit einem Gebäu-
de zu berücksichtigen. Den ersten Platz unter
140 Einreichungen belegte Hermann Buchert
aus München. Er entwarf eine Anlage, die sich
zum Zwinger mit einem Empfangsplatz öffne-
te. Darum gruppierte er drei Gebäudeflügel in
Blockrandbebauung, wobei sich das Deutsche
Hygiene-Museum und die Naturwissenschaft-
lichen Sammlungen gegenüber standen. Ent-
würfe von Hans Scharoun und Paul Bonatz
blieben unberücksichtigt, ebenso wie die Ar-
chitekten Walter Gropius und Hans Tessenow,
die sich später ebenfalls um die Bauausfüh-
rung bemühten. Alle weiteren Schritte stoppte
die Inflation.
Als die Bauplanung 1925 wieder aufgenom-
men wurde, stand nicht mehr der Marstall
zur Debatte, sondern der heutige Standort
am Blüherpark, der auch zur I. Internatio-
nalen Hygiene-Ausstellung genutzt worden
war. Statt eines neuerlichen Wettbewerbs
sollte dieses Mal ein Architekt direkt beauf-
tragt werden. Zur Debatte standen Max Hans
Kühne, der sich durch seinen Entwurf für den
Wettbewerb von 1920 empfohlen hatte, und
Wilhelm Kreis, der Lingner bereits die Villa auf
der Leubnitzer Straße 30 umbaute und spä-
ter auch die Villa Stockhausen. Zudem hatte
sich Kreis gerade mit den Gebäuden für die
Gesundheitsausstellung „Gesolei“ in Düssel-
dorf einen Namen gemacht, die das Deutsche
Hygiene-Museum zu großen Teilen konzipiert
hatte. Schließlich trat er 1926 die Nachfolge
von Heinrich Tessenow in der Dresdner Kunst-
akademie an und bekam vom Dresdner Ober-
bürgermeister Bernhard Blüher den Bauauf-
trag für das Museum. Die Arbeiten begannen
1927 und dauerten bis 1930.
Die Lage des Haupteingangs in einer Achse mit
dem Palais im Großen Garten war vorgegeben.
Ebenso die funktionalen Teile des Gebäudes:
Es sollte das Museum, ein wissenschaftliches
Institut und die Lehrmittel-Produktionsstät-
ten aufnehmen. Kreis ließ sich offensichtlich
von Tessenows Festspielhaus in Hellerau und
vom Bauhaus zur strengen, schnörkellosen
Ordnung von Horizontalen und Vertikalen in-
spirieren. Für das sachlich-schlichte Erschei-
nungsbild nutzte er das neue Verfahren der
Stahlbetonbauweise.
Zwei schmale Kopfbauten rahmen einen Vor-
platz, der von dem monumentalen Hauptge-
bäude dominiert wird, wirkungsvoll unter-
strichen durch die hohe Pfeilerreihe der Ein-
gangsfront. Ein Innenhof machte die einzelnen
Sektionen der Dauerausstellung zugänglich.
Die Verwaltung lag in den Kopfbauten, die
Werkstätten im Erdgeschoss des hinteren Ge-
bäudeflügels. Der Gläserne Mensch in einem
Atrium am Steinsaal bildete Mittelpunkt und
Herzstück der Anlage.
Baugeschichte | Vom Architekturwettbewerb von 1920 zum Bauauftrag an Wilhelm Kreis
Ein Tempel der Neuen Sachlichkeit
Vom Architekturwettbewerb von 1920 zum Bauauftrag an Wilhelm Kreis
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4 Portikus des Museumsgebäudes, 1930
5 Der Architekt Wilhelm Kreis beim Richtfest,
1929
6 Frontansicht, 1930
7 Blick über den südlichen Kopfbau, 1930
8 Museumsgebäude inmitten der barocken
Parkanlage der Sekundogenitur am Rande
der Dresdner Innenstadt, 1930

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Baugeschichte | Vom Architekturwettbewerb von 1920 zum Bauauftrag an Wilhelm Kreis
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14 | Baugeschichte | Kriegszerstörung und Wiederaufbau in der DDR
9

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Alte Hülle, neuer Kern
Kriegszerstörung und Wiederaufbau in der DDR
Bilder des Deutschen Hygiene-Museums nach
dem Bombenangriff in der Nacht zum 13. Feb-
ruar 1945 zeigen eine recht intakte Schaufas-
sade. Doch der Eindruck täuscht: Das Gebäude
brannte komplett aus, Südflügel und Atrium
zertrümmerte ein Bombentreffer, auch West-
und Nordflügel wurden schwer beschädigt.
Die Ausstellungssäle, Werkstätten, Büroräu-
me und die wissenschaftliche Bibliothek mit
90.000 Bänden überstanden diese Nacht nicht.
80 Prozent des Baukörpers galten als zerstört.
Nur das Erdgeschoss des Hauptgebäudes blieb
relativ unversehrt, ebenso wie das Direktoren-
zimmer im Nordflügel.
Das Museumspersonal begann bereits eine
Woche nach der Zerstörung mit Aufräumar-
beiten. Nach Kriegsende hatte auch die Sow-
jetische Militäradministration Interesse daran,
das Haus wieder herzustellen – Aufklärung
über Krankheiten und ihre Bekämpfung war in
den Nachkriegsjahren wichtiger denn je für die
Bevölkerung. Das Museum wurde 1946 der
Deutschen Zentralverwaltung des Gesund-
heitswesens in der sowjetischen Besatzungs-
zone unterstellt und der Wiederaufbau mit
zwei Lotterien des Landes Sachsen finanziert.
Schon 1946 eröffnete die erste Nachkriegs-
ausstellung, bezeichnenderweise zum The-
ma: „Geschlechtskrankheiten. Verhütung und
Heilung“, flankiert von Vorträgen für Ärzte
und medizinisches Personal. Mit Gründung
der DDR unterstand das Deutsche Hygiene-
Museum dem Ministerium für Volksbildung
und hieß seit 1954 „Zentralinstitut für Medi-
zinische Aufklärung“.
Ende der fünfziger Jahre waren die Gebäude-
teile wiederhergestellt – mit erheblichen Um-
bauten im Inneren. Vor allem die Umwidmung
der früheren Empfangshalle zum geschlosse-
nen Steinsaal mit einem Bühnenhaus anstel-
le des Atriums für den Gläsernen Menschen
veränderte den Charakter des Hauses. Der
Innenhof konnte nicht mehr zur Erschließung
des Museums genutzt werden, vom großräu-
migen Besucherempfang blieb nur ein Kas-
senfenster. Die Wandelhalle vor den Sälen im
zweiten Stock bekam eine Galerie im typisch
geschwungenen Stil der fünfziger Jahre. Spä-
ter kam noch der Anbau eines Gartensaals
dazu. Den Großen und den Kleinen Saal ver-
schmolz Alexander Künzer zu einem Konzert-
und Kongresssaal für 1.100 Personen, der von
der Eröffnung 1958 bis zur Fertigstellung des
Kulturpalastes 1969 der ausgebombten Phil-
harmonie als Hauptspielort diente.
Den Ausstellungstrakten wurden im Innenhof
Terrassen angefügt, die Werkstätten kamen im
Erdgeschoss von Nord-, West- und Südflügel
unter. Die Westfassade erhielt eine Stahlbe-
ton-Rahmenkonstruktion mit einfachverglas-
ten Stahlrahmenfenstern zum Innenhof. Die
Dauerausstellung erstreckte sich über zwölf
Räume auf 4.000 Quadratmetern und zog
jährlich 350.000 Besucher an.
Baugeschichte | Kriegszerstörung und Wiederaufbau in der DDR
9 Blick über den zerstörten nördlichen
Ausstellungsflügel auf das Hauptgebäude, 1945
10 Zerstörter nördlicher Ausstellungsflügel, 1945
11 Aufräumarbeiten am nördlichen
Ausstellungsflügel, 1946
12 Hauptfassade, 1946
10
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16 |
Museumsreif marode
Gebäudezustand 1989
Das Deutsche Hygiene-Museum präsentierte
sich nach 1989 in einer denkbar schlechten
Verfassung. Der hastige Wiederaufbau nach
1945 in einer Zeit des absoluten Mangels hatte
häufig zu Notlösungen und zum Einsatz min-
derwertiger Baustoffe geführt, die mittlerweile
Materialermüdung zeigten. Legendär war die
Zweirohr-Warmwasser-Pumpheizung aus der
Entstehungszeit des Hauses, die immer noch
ihren Dienst tat. Bei ihrem Einbau 1927 bzw.
1930 war sie ein hochmodernes Heizungssys-
tem. 60 Jahre später allerdings war sie selbst
museumsreif geworden. Mit der Lüftungs- und
der Klimaanlage verhielt es sich ähnlich. Kurz:
Das ganze Gebäude brauchte eine durchgän-
gige, allumfassende Rekonstruktion, ange-
fangen bei den Dächern über den Fassaden-
putz bis hin zur Abwasserbeseitigung.
Dazu kam, dass die einst sinnige Aufteilung
der Gebäudeteile durch die Vielzahl der Funk-
tionen, die sie mittlerweile zu erfüllen hatten,
kaum noch nachvollziehbar war. So kamen zu
den Ausstellungsflächen beispielsweise die
Räume für das Regionalbüro der WHO und für
die Koordinierung von Lehr- und Fernstudien-
gängen. Zu Kongress- und Steinsaal gehör-
ten der Gästeraum und der Gartensaal sowie
Technik-, Garderoben- und Büroräume, es gab
Gästezimmer und eine Hausmeisterwohnung.
Neben den Lehrmittel-Werkstätten beheima-
tete das Haus eine Buchbinderei, Fotolabore,
Bibliothek und Lesesaal, und im südlichen
Kopfbau saß der Sender Dresden mit seinen
Büros und Studios. Mit anderen Worten: Über
die Jahre hatte das Gebäude einen durch und
durch unorganisierten und verschlissenen
Charakter angenommen.
Planungen zur Modernisierung | Gebäudezustand 1989
Allerdings wurden die dringend nötigen
Instandhaltungsmaßnahmen auch deshalb
nicht vorgenommen, weil seit 1986 ohnehin
die Vorbereitungen für eine Generalsanierung
liefen, die im Jahr 1990 hätte beginnen sollen.
Schon damals war vorgesehen, den Innenhof
zu entkernen und wieder zur Erschließung des
Hauses zu nutzen. Der geschlossene Steinsaal
sollte einem lichtdurchfluteten Foyer weichen,
die Werkstätten gemeinsam mit dem Lehrmit-
telbetrieb im benachbarten Robotron-Gelände
unterkommen. In einer Denkmalpflegezielstel-
lung hielt der Chefkonservator Gerhard Glaser
fest, welche Bausubstanz Priorität hatte: Die
von Wilhelm Kreis nämlich. Die Einbauten aus
den fünfziger Jahren dagegen würden den ur-
sprünglichen Charakter nur „verunklären“.
Wende und Wiedervereinigung verhinderten
die Ausführung dieser Planungen. Nach 1989
stand zunächst eine Aktualisierung des Muse-
umskonzeptes an, auf der die künftige Neu-
organisation der Gebäudeteile basieren sollte.
13 Dauerausstellung, 1980
14 Ansicht von Norden, 1999
15 Eingang in den Steinsaal, 1999
16 Blick in den Innenhof,
Westflügel, 1999
13

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Planungen zur Modernisierung | Gebäudezustand 1989
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18 | Planungen zur Modernisierung | Baufachliche Definition der Bauaufgabe für den Wettbewerb 1990
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Licht ins Haus!
Baufachliche Definition der Bauaufgabe für den Wettbewerb 1990
Um die Bauaufgabe zu fassen, mussten nach
1989 zunächst die Funktionen des Hauses
analysiert, entflochten und neu geordnet
werden. Am dringendsten wurde das Foyer
als Empfangsraum eingefordert, der auch als
Ausgangspunkt zur Erschließung der Dau-
erausstellung und der Veranstaltungsräume
dienen sollte.
1990 schrieb die staatliche Bauverwaltung (ab
2003 SIB) einen Architekturwettbewerb aus.
In den Wettbewerbsunterlagen formulierte
die Museumsleitung weitere Prioritäten bei
der Sanierung. Eine wichtige Entscheidung
bestand darin, auf die Lehrmittelproduktion,
die zu den Gründungsaufgaben des Hauses
gehörte, zu verzichten. Der damit gewonnene
Platz machte die Einbauten im Innenhof über-
flüssig. Auch der Kopfbau Süd wurde mit dem
Auszug des Senders Dresden frei. Andere Pla-
nungen, wie die Unterbringung des Archives
in den Kellerräumen, mussten nach der Flut
2002 neu überdacht werden.
Planungen zur Modernisierung | Baufachliche Definition der Bauaufgabe für den Wettbewerb 1990
Die wichtigsten BauaufgaBen aus Dem architekturwettBewerB von 1991*
1
Hauptbau: Eine Eingangshalle bzw. ein großzügiges Foyer soll der Erschließung des Hauses,
besonders der Ausstellungen, dienen. Abriss des Gartensaals im Kongress- und Veranstal-
tungszentrum im 2. OG, bessere Erschließung des Kongress- und des Hörsaals.
2a Kopfbau Südseite: Einbau eines eigenen Zugangs, eines offenen Treppenhauses, eines
Foyers im 1. OG, drei Seminarräume im Sockelgeschoss, drei im 1. OG, Erhalt des großen
Saals im Sockelgeschoss. Die Bibliothek im 1. OG soll in historischer Form bestehen bleiben,
mit einem Lagerraum in der Nähe (evtl. Keller).
2b Kopfbau Nordseite: Sitz der Verwaltung und Museumsleitung. Im Erdgeschoss liegen
Archiv, Projektbüros, Büros des Forschungsbereiches und Arbeitsräume. Die Werkstätten
werden zu Büroräumen. Der Innenhof wird wieder hergestellt, das Archiv soll in den Keller-
bereich des Kopfbaus/Mitteltraktes ziehen. Statt der Kantine sind Teeküchen vorgesehen.
3 Ausstellungstrakt: Museums- und Ausstellungsbereich sind im 1. und 2. OG des Haupt-
baus untergebracht, der Innenhof soll zusätzliche Möglichkeiten zur Erschließung bieten.
Die Werkstätten im Sockelgeschoss behalten ihren Platz.
4a Querbau (stadtseitig): Museums- und Ausstellungsbereich liegen im 1. und 2. OG.
Die Räume der DHM Lehrmittel GmbH sollen als Werkstätten genutzt werden.
4b Querbau (hofseitig): Nachträglich angebrachte Räume der DHM Lehrmittel GmbH entfallen.
5
Terrassen: Die angebauten Terrassen im Innenhof entfallen.
* aus den Wettbewerbsunterlagen zum Ideenwettbewerb Deutsches Hygiene-Museum von 1991
17 Eingangstür im Windfang, 1999

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Entwurf versus Kosten
CoopHimmelb(l)au als Gewinner des Architekturwettbewerbs von 1990 und erneutes Auswahlverfahren
Das zentrale Anliegen im Architekturwettbe-
werb von 1990 lautete: „Aufgabe ist es, un-
ter Beachtung der historischen Struktur und
Großzügigkeit eine Lösung zu finden, die dem
Bauwerk wieder eine angemessene architek-
tonische Qualität zurück gibt und der inhaltli-
chen Zielsetzung unserer Zeit Gestalt verleiht“.
Das Preisgericht, darunter Chefkonservator
Gerhard Glaser vom Landesamt für Denkmal-
pflege, Direktor Martin Roth und Ausstellungs-
direktor Klaus Vogel vom Deutschen Hygiene-
Museum sowie Baudirektor Siegfried Kendel
von der staatlichen Bauverwaltung, entschied
am 6. Juli 1992 über neun Einreichungen. Das
Wiener Architekturbüro Coop Himmelb(l)au
ging daraus als Sieger hervor, dessen Entwurf
durch Rücksichtnahme auf den Ursprungsbau
von Wilhelm Kreis überzeugte: „Die Außen-
seiten werden bis auf die Eingangszone nicht
angetastet.“ Dabei fügte der Entwurf jedoch
eigene Bauelemente „eigenständig, maßstäb-
lich angemessen“ hinzu. Im Innenhof sollte
nach Beseitigung der Einbauten ein bügelarti-
ges Bauwerk als Verteiler in die verschiedenen
Geschosse dienen, den eine Rampe mit einer
aus der Mittelachse gedrehten Empfangshalle
im Steinsaal verband. Von außen besonders
auffällig geriet ein Eingriff in die Hauptfassa-
de: Die Pfeilerreihe wurde teilweise von einem
weit herausragenden Dach-Vorbau für ein
neues Eingangsportal zerschnitten.
Das Wiener Coop-Büro bekam in Folge auch
einen Bauauftrag und veranschlagte eine
Summe von 160,9 Millionen DM für den Um-
bau des Museums. Der Haushalt des Freistaa-
tes Sachsen sah dafür allerdings höchstens
30 Millionen DM vor. Deshalb wurde das Bau-
volumen zunächst in überschaubare Abschnit-
te unterteilt. Den Anfang der Sanierung bildete
1995 der Kopfbau Süd, der nach dem Auszug
des Senders Dresden bereits leer stand. Für ihn
waren 3,8 Millionen DM eingeplant. Nach dem
Einbau des Marta-Fraenkel-Saals und einem
verglasten Einschnitt in Fassade und Baukörper,
der den Eingang markiert, wuchsen die Kosten
auf 12 Millionen DM an.
Erneutes Auswahlverfahren
Es zeichnete sich mehr und mehr ab, dass
sich die Pläne des Büros Coop Himmelb(l)au
nicht mit dem Haushalt des Freistaates Sach-
sen vereinbaren ließen, und die Zusammen-
arbeit wurde 1996 beendet. Für ein neues
Vergabeverfahren formulierte das Sächsi-
sche Staatshochbauamt die Sanierungszie-
le noch einmal neu: Priorität hatten nun die
Substanzerhaltung und die Wiederherstellung
des äußeren Erscheinungsbildes nach den ur-
sprünglichen Plänen von Wilhelm Kreis. Zu
beachten waren Statik, Brandschutz, Haus-
technik, behindertengerechte Erschließung
des Gebäudes und die sichere Betreibung
der Kongressräume. Technische Neuerungen
sollten im Hinblick auf niedrige Betriebskos-
ten vorgenommen werden. Für aufwändige
Details bot der Kostenrahmen von 50 Milli-
onen DM für den ersten Bauabschnitt, der
die Neustrukturierung und Sanierung des
Hauptgebäudes umfasste, keinen Spielraum.
Beim folgenden Auswahlverfahren erfüllten
die architektonischen Lösungsvorschläge von
Prof. Peter Kulka diese Vorgaben ideal, so dass
der neue Planungsauftrag an sein Büro ging.
Planungen zur Modernisierung | CoopHimmelb(l)au als Gewinner des Architekturwettbewerbs von 1990 und erneutes Auswahlverfahren
18 Vorplatz mit Blick auf das Seminargebäude,
Kopfbau-Süd, 2011
19 Marta-Fraenkel-Saal im Seminargebäude,
Kopfbau Süd, 2010
18

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Planungen zur Modernisierung | CoopHimmelb(l)au als Gewinner des Architekturwettbewerbs von 1990 und erneutes Auswahlverfahren
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Kulka trifft Kreis
Architektonische Lösung von Prof. Peter Kulka
Prof. Peter Kulka sah eine Öffnung der inneren,
zentralen Bereiche vor und setzte zeitgenössi-
sche Elemente nur behutsam ein. „So entsteht
eine spannungsvolle, fließende Raumfolge im
Erdgeschoss – über das Hauptfoyer erreicht
man einen 5-schiffigen zentralen Raum, des-
sen Mitte wieder der alte Steinsaal bildet und
von wo aus sich das gesamte Museum er-
schließt“, heißt es in den Entwurfsunterlagen
zum ersten Bauabschnitt. Der zweite Abschnitt
umfasste die Räume für Wechselausstellun-
gen. Im dritten schließlich waren der Aus-
bau des Kongressbereichs, der Depotbau und
der Endausbau des Kinder-Museums und der
Werkstätten im Sockelgeschoss vorgesehen.
Planungen zur Modernisierung | Architektonische Lösung von Prof. Peter Kulka
Zitat Prof. Peter kulka
„Mit meinem Entwurf ging ich auf das ursprüngliche Konzept von Wilhelm Kreis ein. Ich nahm
alle späteren Hinzufügungen, die zwischen 1945 und 1990 entstanden sind, zurück, um die
ursprüngliche Empfangshalle wieder herzustellen: 1930 mündete das breite Mittelschiff –
getrennt durch eine gläserne Wand – in einen kleinen quadratischen Schmuckhof. Nach der
Sanierung endet die Empfangshalle nun wieder mit einer gläsernen Wand. Daran schließt
sich jetzt eine Terrasse an, die weit in den großen Innenhof reicht und in eine Bepflanzung
mit Birken überführt. Der dunkle Kern des Gebäudes erhält damit eine lichte Durchlässig-
keit. Dem gerichteten dreischiffigen Saal wurden angrenzende Seitenräume als „Taschen“
für ein Café und den Museumsshop zugeordnet. Daraus entstehen Querwege zur Erschlie-
ßungsachse, die den Eingangssaal zu einem Platz werden lassen, an dem sich die Wege der
Museumsbesucher kreuzen. Die den Innenhof umgebenden Ausstellungssäle haben, wie im
ursprünglichen Zustand, eine gleichmäßige Beleuchtung durch eine Tageslichtdecke erhal-
ten. Der Große und Kleine Saal im Obergeschoss wurden hergerichtet und bereichern Dresden
mit einem modernen feierlichen Veranstaltungssaal.“
Nach den Worten des Museumsdirektors Prof. Klaus Vogel ist „ein spannungsvoller, ästhetisch
überzeugender Dialog des historischen Gebäudes der Klassischen Moderne mit einer sehr in-
dividuellen, zeitgenössischen Architektursprache entstanden. Zugleich schuf Prof. Peter Kulka
ein Bauwerk, das alle Funktionen des modernen Museumsbetriebs vorbildlich erfüllt.“
Um die klaren Formen des Gebäudes und der
Innenräume zu unterstreichen, setzte Kulka
auf eine klare Farbgebung mit häufig kräfti-
gen Tönen. So leuchten der Große Saal, das
Café und der Aufenthaltsraum für Schüler
in Korallenrot, Buchshop und Garderobe in
Gelbgrün und der Hörsaal in Magentarot.
Diese farbigen Akzente einzelner Räume
stehen im Kontrast zum sonst durchgän-
gig weiß-schwarzen Farbkonzept: Weiß die
Wände, Schwarz der geschliffene Gussas-
phalt der Fußböden.
20 Oberlichtsäle vor Einbau der Dauerausstellung
»Abenteuer Mensch«, 2003
21 Prof. Peter Kulka, 2007
22 Frontansicht, Animation
23 Blick vom Innenhof auf die Rückseite der
Hauptfassade, 2010
20
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Planungen zur Modernisierung | Architektonische Lösung von Prof. Peter Kulka
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24 |
Verlust und Gewinn
Denkmalpflegerische Anforderungen und Zielstellungen
Die modernen Anforderungen und die zahl-
reichen Umbauten des Deutschen Hygiene-
Museums erschwerten der Denkmalpflege
einen stringenten Kurs. Zum einen orien-
tierte bereits die Denkmalpflegezielsetzung
von 1986 auf die originalen Planungen von
Wilhelm Kreis. Zum anderen war die Sensibi-
lität für die Einbauten der Fünfzigerjahre ge-
stiegen – insbesondere für die eigenständige
Qualität des Kongress-Saals. Letztlich setz-
te sich die eine Priorität der Dreißigerjahre
durch – die allerdings den Verlust vieler Um-
bauten aus den fünfziger Jahren beinhalte-
te. Beim Entwurf des Architekturbüros Coop
Himmelb(l)au bemängelte der Landeskonser-
vator des Landesamtes für Denkmalpflege
Gerhard Glaser den Eingriff in die Pfeilerreihe
der Einfangsfront: „Die Hauptfassade ist (…)
als Gesamtkunstwerk der Neuen Sachlich-
keit in der Wirkung beeinträchtigt. Besonders
negativ ist der weitaus tragende Vorbau vor
dem Portikus zu werten.“ Häufig erwies sich
Planungen zur Modernisierung | Denkmalpflegerische Anforderungen und Zielstellungen
ohnehin, dass Rückgriffe auf die Kreis´schen
Originalpläne am besten zum strengen Kos-
tenkorsett des Sächsischen Staatsministeri-
ums der Finanzen passten.
Ein Detail führte zu einer längeren Diskus-
sion: Den Schriftzug „Deutsches Hygiene-
Museum“ hatte Wilhelm Kreis ursprünglich
nicht großformatig auf dem Architrav des
Eingangsportals, sondern in diskreterer Form
am Kopfbau Nord angebracht. Die Portal-
Buchstaben gelangten erst 1936 auf die Fas-
sade und wurden in den sechziger Jahren mit
Neonlicht unterlegt. Auf sie wurde nach der
Sanierung verzichtet.
24 Frontansicht, 1993
25 Gästeraum, 1990
26 Wandelhalle vor dem ehemaligen
Kongress-Saal, 1990
27 Ehemaliger Kongress-Saal, 1999
24

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Dr. hartmut ritschel
Abteilungsleiter beim Landesamt für Denkmalpflege Sachsen
anmerkungen aus DenkmalPflegerischer sicht
Die Sanierung und Modernisierung des Deutschen Hygiene-Museums war denkmalpflege-
risch kein leichtes Unterfangen, denn schon die Ausgangssituation war uneindeutig: Einer-
seits wurde der Bau von Wilhelm Kreis 1945 zu 70 bis 80 Prozent beschädigt, andererseits
entstand nach dem Krieg durch Alexander Künzer eine den damaligen ästhetischen Vorstel-
lungen folgende, auf Dauer angelegte anspruchsvolle Neugestaltung, speziell im Bereich des
Kongress-Saales, seines Foyers und der angrenzenden Räume. Anders hingegen bewertete
man schon damals den an Stelle der Empfangshalle eingerichteten Steinsaal. Bei der jetzigen
Planung ging es also um die Frage, welche Zeitschichten präsentiert, welche Rückführungen
auf den Ausgangszustand und welche Neugestaltung denkmalpflegerisch begründet oder zu
rechtfertigen sind. Das Ergebnis fällt zwangsläufig unterschiedlich aus. Einerseits gelang es
gerade im äußeren Erscheinungsbild, den „weißen Tempel“ der Erbauungszeit wieder erleb-
bar werden zu lassen, wozu neben dem Neuputz vor allem die sprossenlosen Metallfenster
in den beiden Flügelbauten und die durchgehenden Fensterbänder im 2. Obergeschoss des
Ausstellungsteiles beitragen, andererseits verfremdet das mit ausstellungspraktischen Argu-
menten begründete Schließen der Fenster eine Etage tiefer das Bauwerk in seiner Gesamt-
wirkung. Zum geänderten Erscheinungsbild gehört auch, dass der Vorplatz neu gestaltet und
die Originaleingangstüren ersetzt wurden. Von den Verlusten der Nachkriegsgestaltung ist
die Beseitigung des Kongress-Saales mit der von Max Lachnit entworfenen Ornamentma-
lerei an der Rangbrüstung sicher der gravierendste, wenngleich hierzu aus technischen und
Brandschutz-Gründen keine vernünftige Alternative bestand. Die restauratorische Aufarbei-
tung des historischen Mobiliars im Direktions- und im Sitzungszimmer ist hingegen beson-
ders anzuerkennen.
Planungen zur Modernisierung | Denkmalpflegerische Anforderungen und Zielstellungen
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26 |
Herausforderungen und Lösungen
Baudurchführung und Projektsteuerung
Das Sächsische Staatsministerium der Finan-
zen setzte 1997 eine klare Obergrenze von
29,399 Millionen Euro für die Sanierung des
Deutschen Hygiene-Museums. Unter diese
Summe mussten sich alle baulichen Maßnah-
men unterordnen. Im Februar 2002 konnte die
staatliche Bauverwaltung mit den Arbeiten
beginnen, und das Gebäude gab mit den Ab-
brüchen der unerwünschten Einbauten nach
und nach seinen tatsächlichen Zustand preis.
Der stellte sich als deutlich schlechter dar, als
Erkundungen der Konstruktionen vor Beginn
annehmen ließen. Beispielsweise gingen bei
Sandstrahlarbeiten die Querschnitte von tra-
genden Teilen in kürzester Zeit verloren – die
Betonqualität aus der Zeit der Erbauung und
des Wiederaufbaus in den fünfziger Jahren
war denkbar schlecht. Die statisch-konstruk-
tive Ertüchtigung des Rohbaus war jedoch das
wichtigste Bauziel, auch wenn mehr Mittel als
geplant dafür aufgewendet werden mussten.
Das erforderte stets neue Kompromisse. Im
Laufe des Baufortschrittes stellte sich heraus,
dass mehrere Bereiche lediglich als sanierter
Rohbau abgeschlossen werden konnten. Ge-
meinsam mit dem Stiftungsvorstand beriet
der Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien-
und Baumanagement (SIB) immer wieder neu
über die nächsten Schritte. So konnten die
Planungen ständig dem Baugeschehen ange-
passt und einzelne Teilleistungen gezielt an-
gesteuert werden.
Bereits im November 2003 konnte der SIB
wesentliche Teile aus dem Bauabschnitt I im
Hauptgebäude des Museums der Stiftung zur
Nutzung übergeben. Dazu gehörten die museal
ausgebauten Seiten- und Querflügel, die Werk-
stätten und Depotbereiche im Erdgeschoss und
im Innenhof sowie die zentralen Besucherbe-
reiche mit der Gastronomie im Sockelgeschoss.
Der Große und der Kleine Saal, die aus dem
zurückgebauten Kongress-Saal entstanden,
wurden in einen Zwischenzustand versetzt, in
dem sie bereits für Veranstaltungen und Aus-
stellungen genutzt werden konnten.
Die Kopfbauten, der Museumsshop, der ab-
schließende Ausbau des Großen und Kleinen
Saals, der Museumsgarten, der Vorplatz, das
Kinder-Museum und die Kinder-Werkstatt als
Bestandteile des dritten Bauabschnitts konn-
ten bis 2011 fertig gestellt werden. Zusätzliche
Flutmittel ermöglichten zudem, das Gebäude
und das Depotbauwerk im Hof gegen künftige
Flutereignisse zu schützen.
Technische Lösungen im Gebäude
Das Deutsche Hygiene-Museum mit seinen
verschiedenen Funktionen stellt spezielle An-
forderungen an die Gebäudetechnik. Im Aus-
stellungs- und Depotbereich erfordern die
Sammlungsgüter beispielsweise eine beson-
ders sensible Klimatechnik: Der Klimakorridor
beträgt 20 bis 28 °C bzw. 45 bis 55 Prozent
Luftfeuchte. Zudem sollten Belüftung und Be-
leuchtung zur modernen Ausstellungskonzep-
tion passen und die späteren Betriebskosten
möglichst gering ausfallen.
Kühlwassererzeugung mit
Grundwassernutzung
Das Institut für Luft- und Kältetechnik Dres-
den (ILK) entwickelte für die Kühlung des
Gebäudes raumlufttechnische Anlagen, die
auf kühles Grundwasser zurückgreifen: Drei
Vertikalfilterbrunnen führen es zum Wärme-
überträger im Gebäude, wo es den Kaltwas-
serkreislauf des Gebäudes abkühlt. Danach
fließt es über eine Infiltrationsanlage aus fünf
Vertikalfilterbrunnen zurück in den Grund-
wasserhaushalt. So beträgt der für Kühlung
anfallende CO
2
-Ausstoß nur 38,4 Tonnen im
Jahr – gegenüber 184 Tonnen für eine strom-
betriebene Kompressionskälteanlage. Zudem
erforderte das System keine Eingriffe in die
denkmalgeschützte Bausubstanz, denn die
statische Lastenverteilung, Schwingungs- und
Körperschallentkopplungen entfielen.
Planungen zur Modernisierung | Baudurchführung und Projektsteuerung
28 Umbauarbeiten im Großen Saal, 2008

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Planungen zur Modernisierung | Baudurchführung und Projektsteuerung
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28 |
Lichtplanung
Der konservatorische Grenzwert für die Hellig-
keit liegt bei ca. 250 Lux. In der Dauerausstel-
lung im 2. OG sind die umlaufenden Oberlich-
ter das wichtigste Beleuchtungselement. Das
einfallende Tageslicht beleuchtet die Räume
über eine Lichtdecke gleichmäßig von oben,
unterstützt von einer zusätzlichen, künstlichen
Ergänzungsbeleuchtung. Sonnenschutzscreens
hinter den Oberlichtern verhindern extremen
Lichteinfall. Eine Lichtsteuerung schaltet die
Ergänzungsbeleuchtung bei Bedarf zu.
Die Räume der Sonderausstellungen im 1.OG
verfügen über keine Öffnung nach außen.
Lichtschienen und spezielle Beleuchtungskör-
per ermöglichen unabhängig vom Tageslicht
eine flexible und individuelle Inszenierung. Die
Anordnung der Beleuchtungsschienen wurde
so gewählt, dass die Ausstellungswände opti-
mal ausgeleuchtet werden können.
Gebäudeklima
Die Ausstellungsbereiche dürfen nur einen sehr
niedrigen Schallleistungspegel von 40 dB(A)
aufweisen. Auch Zugluft ist zu vermeiden. Die
Luftaustrittsgeschwindigkeit an allen Luftaus-
lässen muss also gering sein. Das ILK Dresden
projektierte dafür Quellluftinduktionsgeräte,
die es ermöglichen, die Raumluft mit einem
sehr geringen Volumenstrom auszutauschen.
Betriebskostensparend wirkt sich hier die
niedrige Leistung der Ventilatoren aus; zudem
wird das Kühlpotential der Abluft zur Vorküh-
lung der Zuluft verwendet. Im Winter sorgen
spezielle Wärmegeneratoren für die Rückge-
winnung von Wärme und Feuchtigkeit aus der
Abluft, die dann die Außenluft vorwärmt.
Den Wärmebedarf des Gebäudes decken die
Dresdner Stadtwerke DREWAG über eine
Fernwärme-Übergabestation. All diese Fakto-
ren tragen zu einem vorbildlich niedrigen Pri-
märenergiebedarf des Museums bei.
Planungen zur Modernisierung | Baudurchführung und Projektsteuerung
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Auswirkungen der Flut 2002
auf die Bauplanung
Die außergewöhnliche Flut im August 2002
beeinflusste die weiteren Bauplanungen er-
heblich. Schließlich überschwemmten der
Kaitzbach und die Weißeritz die Umgebung
des Deutschen Hygiene-Museums mit bis zu
40 Zentimeter hohen Wasserständen. Keller-
räume, Kollektorgänge und das Sockelgeschoss
standen bald unter Wasser – allen voran die
neue Trafostation im nördlichen Kopfbau.
Damit fiel die gesamte Hauselektrik aus, ein-
schließlich Aufzügen und Telefonanlage.
Das Wasser drang auf verschiedenen Wegen in
das Gebäude ein: Als Überschwemmung, über
Grundhochwasser und durch Rückstau in der
Kanalisation. Die künftige Bauplanung musste
also diese Möglichkeiten reduzieren. Um dem
Oberflächenwasser zu begegnen, wurden sen-
sible Stellen wie Kellerlichtschächte geschlos-
sen und die Durchfahrten mit Schotten verse-
hen. Den Stand des Grundwassers regulieren
die Vertikalfilterbrunnen der Gebäudeklimaan-
lage. Darüber hinaus wurden die Grundmauern
gegen anstehendes Wasser abgedichtet und
Bauteile wie z.B. das spätere Ersatzdepot im
Innenhof gegen Auftrieb gesichert. Rückstau-
klappen verhindern eine Flutung des Gebäudes
über das Abwassersystem. Alte Leitungen wur-
den aufgespürt und zurückgebaut, die übrigen
Leitungen druckwasserdicht ausgeführt.
Eine komplette Neuplanung verlangte das
Depot, das ursprünglich in den Kellerräumen
unterkommen sollte. Als ästhetisch und wirt-
schaftlich gelungene Lösung erwies sich der
Einbau in den Innenhof.
Planungen zur Modernisierung | Baudurchführung und Projektsteuerung
29 Ausbau eines Oberlichtsaals, 2003
30 Dacharbeiten, 2003
31 Blick in den überfluteten Innenhof nach dem
Elbehochwasser, 2002
32 Überschwemmung durch die Weißeritz
von Süden, 2002
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30 | Ergebnisse | Äußere Erscheinung des Gebäudes & Außenbeleuchtung
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Zurück auf Weiß
Äußere Erscheinung des Gebäudes & Außenbeleuchtung
Ergebnisse | Äußere Erscheinung des Gebäudes & Außenbeleuchtung
In seinem äußeren Erscheinungsbild wurde
das Gebäude im Wesentlichen auf den Zu-
stand von 1930 zurückgeführt. Dazu tragen
ganz wesentlich der weiße Putz, der Rück-
bau der aufgemauerten Brüstungen auf den
beiden Kopfbauten sowie die Demontage des
Schriftzuges „Deutsches Hygiene-Museum“
an der Hauptfassade bei. Es fanden aber
auch einige gravierende Veränderungen ge-
genüber dem Originalzustand statt: So wur-
den die ursprünglichen Eingangstüren aus
Aluminium durch moderne Glastüren ersetzt
und die Fenster in der gesamten Sonderaus-
stellungsetage zugemauert, wodurch das
Gebäude nun einen deutlich kompakteren
Eindruck macht.
Zum Innenhof hin öffnet sich die Empfangs-
halle wieder mit einem großen Glasfens-
ter. Diese Öffnung des Gebäudes setzt sich
über die zwei darüber liegenden Geschosse
fort, von der Terrasse auf der Rückseite des
Großen Saals bis hinauf zur „Brücke“ auf der
Ebene des Hörsaals.
Äußere Erscheinung
Die Sanierung der Außenhülle erfolgte auf
sanfte Art. Das Gebäude wurde weitestge-
hend auf die ursprüngliche Fassung von Wil-
helm Kreis zurückgeführt. Dennoch gibt es
einige Neuerungen, die sich in das Gebäude
einfügen, als wären sie von Wilhelm Kreis so
geplant. Dies betrifft insbesondere die Hof-
fassade vis-à-vis der Empfangshalle, aus der
sich eine Art Schaufenster herausschiebt,
das den Terrassensaal – einen kleinen Vor-
trags- und Arbeitsraum für Gruppen – mit
viel Tageslicht versorgt. In der unteren Aus-
stellungsebene wurden die ursprünglichen
Fenster zum Innenhof zugemauert, um den
Anforderungen an die wechselnden Ausstel-
lungen gerecht zu werden und diese Räume
als „Black Box“ mit unterschiedlichen Kunst-
lichtszenen nutzen zu können. Im Gegensatz
hierzu erhält die obere Ausstellungsebene
mit der Dauerausstellung über die seitlichen
Fensterbänder oberhalb der Tageslichtdecke
eine natürliche Belichtung.
Nach der Sanierung strahlt das Gebäude
wieder ganzheitlich in Weiß und es erscheint
trotz seines monumentalen Baustils elegant
und zeitlos.
Außenbeleuchtung
Das Museum als öffentliches Gebäude muss
auch in den Abendstunden und in der Nacht
gut erkennbar sein. Hierfür wurde besonders
der Vorplatz mit Hauptportal und seitlichen
Kopfbauten illuminiert. Die Beleuchtung er-
folgt allerdings weitestgehend zurückhaltend,
sodass die Leuchten kaum direkt zu sehen
sind. Der Vorplatz wird seitlich von Einbau-
33 Wiese vor dem Museum während des
Evangelischen Kirchentags, 2011
34 Südliche Seitenansicht vom Blüherpark, 2008
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32 | Ergebnisse | Äußere Erscheinung des Gebäudes & Außenbeleuchtung
Vorplatz
Zwischen der Hauptfassade des Palais‘ im Gro-
ßen Garten und dem Portikus des Deutschen
Hygiene-Museums liegt eine städtebauliche
Haupt- und Sichtachse – auch wenn sie mo-
mentan durch unverschnittene Baumkronen
eingeschränkt ist. Dennoch ist die einladende
Wirkung aus der Ferne einer der Faktoren für
das Besucheraufkommen. Auf dem Vorplatz
wirkte eine mittig gelegene Rasenfläche mit
dominanten Wasserbecken störend, sie ver-
sperrte den Zugang und schränkte die Nut-
zungsmöglichkeiten ein. Wegen dieser sen-
siblen Situation ging die Neugestaltung des
Vorplatzes mit schwierigen – und andauern-
den – Diskussionen einher.
strahlern gesäumt, die die beiden Kopfbauten
links und rechts erhellen. Beim Hauptbau ent-
schloss man sich zu zwei Beleuchtungsvarian-
ten, einmal von oben und einmal von unten.
Zusätzlich verstärkt das Museum auch am Tage
seine Außenwirkung durch den zwölf Meter
hohen Werbeträger, auf dem die wechselnden
Ausstellungen und Veranstaltungen auf farbi-
gen Planen angekündigt werden. In der Nacht
wird dieser zu einer beleuchteten Skulptur.
Im Innenhof wird das dezente Lichtkonzept
fortgesetzt. Die Längsseiten werden durch
Bodenstrahler gesäumt, die dem Innenhof mit
seinen Birken auch in der Nacht eine Begren-
zung geben und ihn zu einem eigenen Raum
werden lassen.
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Ergebnisse | Äußere Erscheinung des Gebäudes & Außenbeleuchtung
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Zitat Prof. Peter kulka
„Die erste Idee war, den gesamten Vorplatz als schiefe Ebene zu den Eingängen im Haupt-
gebäude zu führen – konsequent Rollstuhlfahrer- und Kinderwagengerecht. Das Landesamt
für Denkmalpflege forderte jedoch den Erhalt der siebenstufigen Treppenanlage, die wie eine
Basis für die Pfeiler vor dem Eingangsportal wirkt.
Um dem Museum dennoch einen barrierefreien Zugang zu gewähren, erstreckt sich nun eine
Rampe von der Vorderkante des Platzes bis zur zweiten Türachse des Hauptportals und durch-
bricht wirkungsvoll die Symmetrie der Anlage. Durch ihre seitliche Verblendung und ihren
Belag aus Granit ist sie dennoch ein integraler Bestandteil des Vorplatzes, der ebenfalls mit
diesem Material belegt ist.
Die größere der beiden entstandenen Platzhälften ist nun bei Festlichkeiten und Veranstal-
tungen bespielbar. Auf dem schmaleren rechten Teil steht im vorderen Bereich ein skulpturales
Element von 3 x 3 Metern und einer Höhe von 12 Metern. Darin lassen sich bedruckbare Pla-
nen einhängen, die auf Ausstellungen und Veranstaltungen im Gebäude hinweisen.“
35 Nördliche Seitenansicht von der
Lingner-Allee, 2007
36 Hauptfassade mit Informations-Turm, 2009
37 Vorplatz in Abendstimmung mit
Außenbeleuchtung, 2011
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34 |
Endlich Bewegungsfreiheit
Empfangssaal
Ergebnisse | Empfangssaal
Der abgeschlossene ehemalige Steinsaal wur-
de mit einem fast wandgroßen Fenster zum
Innenhof geöffnet. Auch die deutlich vergrö-
ßerten Eingangstüren zum Windfang und die
darüber liegenden neuen Fenster zum Galerie-
geschoss verwandelten den Saal in eine zen-
trale, lichtdurchflutete Empfangshalle. Erste
Anlaufstelle der Museumsbesucher bildet der
leicht aus dem Zentrum gerückte Informa-
tions- und Kassentresen. Von hier aus sind
die Ausstellungsbereiche und das Büro des
Besucherservices ebenso leicht erreichbar wie
das Museums-Café und der Shop. Außerhalb
der Öffnungszeiten des Museums ist die Emp-
fangshalle auch als Veranstaltungsort nutzbar.
Die ursprüngliche Ausstattung des Saales blieb
weitgehend erhalten: Die Sandsteinverklei-
dung der Wände wurde ebenso sorgfältig auf-
gearbeitet wie der Bodenbelag. Zwar weisen
die Werksteinplatten durch den jahrzehnte-
langen Gebrauch leichte Beschädigungen auf,
zeugen aber damit auch von den vielfältigen
Nutzungen seit dem Bestehen des Gebäudes.
Fehlende und neu hinzugefügte Stellen wur-
den mit schwarzem geschliffenem Gussas-
phaltbelag ergänzt. Dies verleiht den Räumen
einen einheitlichen, ehrwürdigen Charakter.
38 Ausstellungseröffnung in der Empfangshalle,
2008
39 Museumsshop, 2009
40 Museums-Café »Lingner«, 2009
41 Empfangshalle mit Blick in den Innenhof, 2008
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36 | Ergebnisse | Veranstaltungsbereiche
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Viel Platz für viele Nutzungen
Veranstaltungsbereiche
Bereiche für öffentliche Veranstaltungen, Emp-
fänge und Kongresse spielen im Deutschen
Hygiene-Museum eine große Rolle. Schon Karl
August Lingner hatte in seinem Museums-
Konzept Seminare und Vorträge fest verankert.
Der didaktische Charakter des Hauses legt diese
Nutzung nach wie vor nahe, und so war die Sa-
nierung und Modernisierung der vorhandenen
Säle ein besonders wichtiges, sensibles Thema.
Großer und Kleiner Saal, Hörsaal
Der Kongress-Saal aus den Fünfzigerjahren
mit seinem Rang wurde komplett zurück-
gebaut und durch den heutigen Großen
Saal ersetzt. Variable Möglichkeiten für die
Bestuhlung ermöglichen ganz verschiedene
Nutzungen: Vorträge und Tagungen können
auf den 573 Quadratmetern ebenso abge-
halten werden wie Konzerte, Theaterauffüh-
rungen oder Bankettveranstaltungen. Der
anschließende Kleine Saal kann separat oder
in Verbindung mit dem Großen Saal bespielt
werden. Er eignet sich aufgrund seiner Pro-
portionen von 128 Quadratmetern Fläche
und 7 Metern Höhe vor allem für Präsentati-
onen oder Workshops.
Der ehemalige Hörsaal, ebenfalls aus den Fünf-
zigerjahren, wurde entkernt und durch einen
vollkommen neuen Saal mit ansteigender Be-
stuhlung ersetzt. Sitzpolster und Teppichbo-
den weisen eine einheitliche Magenta-Färbung
auf. Bis zu einhundert Zuhörer finden hier
Platz. Die ruhige, konzentrierte Atmosphäre hat
sich bei mittleren Vortragsveranstaltungen
oder literarischen Lesungen bestens bewährt.
Ergebnisse | Veranstaltungsbereiche
42 Großer Saal, 2010
43 Kleiner Saal, 2010
44 Hörsaal, 2010
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44

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38 |
Die drei Säle des Veranstaltungsbereichs werden
durch verschiedene Nebenflächen ergänzt, die
unterschiedliche Funktionen erfüllen können.
Im Galeriegeschoss ist ein großzügiger Auf-
enthaltsraum für Schulklassen untergebracht.
Eine zusätzliche Garderobe kann bei Veran-
staltungen im Großen Saal separat genutzt
werden. Die zwölf Meter hohe Wandelhalle
vor dem Großen Saal bietet einen Panorama-
blick in den Großen Garten, was repräsentati-
ven Empfängen einen würdigen Rahmen ver-
leiht. Auf der Rückseite des Großen Saals liegt
ein Balkon mit Blick auf den Innenhof. Er ist
über den Verbindungsgang zwischen Anfang
und Ende der Dauerausstellung erreichbar
und ermöglicht somit einen geschlossenen
Umgang, der so nie dagewesen ist.
Im 4. Obergeschoss wurde eine Brücke ergänzt,
die einen traumhaften Blick auf den Innenhof
und über das Museumsgebäude hinweg bis
zum Rathaus ermöglicht.
Ergebnisse | Veranstaltungsbereiche
45 Garderobe im Zwischengeschoss, 2008
46 Hofseitiges Verbindungsbauwerk »Brücke« auf
der Rückseite des Großen Saals, 2008
47 Wandelhalle vor dem Großen Saal, 2010
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Ergebnisse | Veranstaltungsbereiche
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40 | Planungen zu Umbau und Modernisierung | Veranstaltungsbereiche

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48 Großer Saal mit Tribünenbestuhlung, 2011

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42 |
Gutes Arbeitsklima
Verwaltungstrakt & Bibliothek
Die Büros von Direktion, Verwaltung, wissen-
schaftlichen Mitarbeitern und für das Bild-
archiv befinden sich im Kopfbau Nord. Die
Erschließungsflure auf beiden Etagen haben
Fenster zum Innenhof und damit Tageslicht-
beleuchtung erhalten. Im Vordergrund stand
die Anforderung, für die Mitarbeiter helle und
offene Räume zu gestalten. Auch das grün-
rote Farbkonzept, das sich – ausgehend vom
lindgrünen Shop und vom korallenroten Res-
taurant im Eingangsbereich – durch das ganze
Gebäude zieht, hat hier seine Entsprechung:
Die Bodenbeläge der Flure sind grün, die der
Büros korallenrot.
Eine Besonderheit sind die beiden erhaltenen
historischen Räume: Das Büro des Generaldi-
rektors und ein Sitzungszimmer. Beide über-
standen die Kriegszerstörung unversehrt und
Ergebnisse | Verwaltungstrakt & Bibliothek
weisen die originalen Innenausstattungen aus
der Bauzeit des Museums auf. Sie wurden mit
Mitteln des Denkmalschutzes restauriert.
Die Bibliothek grenzt an den Kopfbau Süd an
und wurde als Architekturzeugnis der Fünfzi-
gerjahre ebenfalls umfassend saniert. Es wur-
den lediglich der Fußboden und die zeitgemä-
ße Anbindung der Leseplätze modernisiert.
Sie steht den Mitarbeitern des Museums als
Arbeits- und Spezialbibliothek zur Verfügung
und kann nach Voranmeldung auch von inte-
ressierten Bürgern genutzt werden.
49 Verwaltungsbereich im Kopfbau Nord, 2011
50 Originalausstattung von 1930 im ehemaligen
Büro des Generaldirektors, 2011
51 Bibliothek aus den 1950er Jahren, 2011
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Ergebnisse | Verwaltungstrakt & Bibliothek
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44 | Ergebnisse | Depotgebäude & Werkstätten
Hinter den Kulissen
Depotgebäude & Werkstätten
Depot
Das Depotgebäude befindet sich im Innenhof
und ist für Besucher nur als Terrasse wahrzu-
nehmen, die von den großen Foyerfenstern
des Steinsaals zum Hof überleitet. Diese Lö-
sung ist umso gelungener, als ursprünglich
eine völlig andere Planung vorlag: Eigentlich
sollte die umfangreiche Sammlung des Muse-
ums Platz in den Kellerräumen des Hauptge-
bäudes finden. Die Flut im Jahr 2002 machte
jedoch deutlich, dass dort untergebrachte
Gegenstände sehr gefährdet sein können. Um
wirklich grund-, hoch- und abwassersichere
Depoträume einzurichten, brauchte es also
ein eigenes, museumsunabhängiges Gebäu-
de, ohne dass die Stiftung jedoch über neue
Grundstücksflächen verfügte. Darum bot sich
der Innenhof des Museums auf ideale Weise
an. Kurze Wege und die Nutzung des Flach-
dachs als Terrasse erwiesen sich als weitere
Vorteile dieser Planung.
Ein Depot stellt besonders hohe Ansprüche an
Temperatur und Luftfeuchtigkeit, in diesem
Fall auch an den Flutwasserschutz. Gleichzei-
tig sollte es auch möglichst niedrige Betriebs-
kosten verursachen. Diese Anforderungen
zu erfüllen, gelang mit einem Bauwerk, das
nur über das Sockelgeschoss mit dem Muse-
umsgebäude verbunden ist und nur mit sei-
ner Decke und etwa der Hälfte der Hofseite
dem Außenklima ausgesetzt ist. Die bauliche
Hülle wurde mit einer beachtlichen Schicht
Schaumglas gegen äußere Einwirkungen ge-
schützt. Dadurch können sich die Tempera-
turkurve und die relative Luftfeuchte stabi-
lisieren und müssen nicht permanent von
technischen Anlagen ausgeglichen werden, die
nur bei der Überschreitung der Grenzwerte
zum Einsatz kommen.
Die dämmende Wirkung wird durch das spei-
cherfähige Kalksandsteinmauerwerk der inne-
ren Hülle und der trennenden Wände zwischen
den einzelnen Sektoren weiter unterstützt. Der
Flur vor den Depoträumen puffert die Klima-
einflüsse des Hauptzugangs ab. In einem Ent-
packungsraum können sich neu ankommende
Depotgüter akklimatisieren. Es ist nicht mög-
lich, Türen über mehrere Bereiche hinweg of-
fen stehen zu lassen. Die Beleuchtung brennt
nur dort, wo sie gerade gebraucht wird, und
wenn sich niemand im Depot aufhält, wird
der Strom gänzlich abgeschaltet. So werden
Feuchtigkeits- und Temperatureinflüsse ge-
ring gehalten, und das Klima im Gebäude muss
nicht aufwändig reguliert werden.
52 und 53 Sammlungsdepot
54 und 55 Werkstatträume im Sockelgeschoss
52
53

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Ergebnisse | Depotgebäude & Werkstätten
| 45
Ein Nebeneffekt der Position des neuen Bau-
werks besteht darin, dass die direkte Anbin-
dung an die Empfangshalle möglich wurde. Das
bedeutet, dass das Flachdach des Passivdepots
gleichzeitig eine Terrassennutzung zulässt. Mit
einer Treppenanlage auf der Stirnseite steht
nun auch der gesamte Hof einer musealen und
Veranstaltungsnutzung zur Verfügung.
Das Depotgebäude beherbergt in drei großen
Hauptsektoren die umfangreiche Sammlung
des Museums mit etwa 50.000 Objekten. Alle
denkbaren Materialgattungen sind in dieser
Sammlung vertreten; sie umfasst anatomische
Modelle, Moulagen und menschliche Präpara-
te ebenso wie Grafiken, Gemälde, Skulpturen,
Plakate und Fotografien sowie Objekte aus
dem Bereich der Alltagskultur.
Für Spezialsammlungen und für Objekte in
Quarantäne, etwa bei Schädlingsbefall, gibt
es kleinere Depoträume mit besonderen Kli-
mazonen bzw. spezieller technischer Ausstat-
tung. Das Depot ist zudem mit einer leis-
tungsfähigen Sicherheitstechnik, mit einem
großzügigen Vorbereitungsraum, der auch
als Klimaschleuse fungiert, mit zwei Ma-
teriallagern und einem Aufzug für den Ob-
jekttransport ausgestattet. Für die Lagerung
der Objekte konnten die einzelnen Sektoren
schon zu großen Teilen mit Spezialschränken
und -regalen, mit Grafikschränken, einer Ge-
mäldezuganlage und einer Rollregalanlage
möbliert werden.
Werkstätten
Die Museumswerkstätten wurden im Erdge-
schoss des westlichen Flügels konzentriert
und den Anforderungen des aktuellen Mu-
seumsbetriebs angepasst. In der „Gläsernen
Werkstatt“ besteht noch immer die Mög-
lichkeit, die Gläsernen Figuren des Museums
nachzuproduzieren; ihre Hauptaufgabe liegt
jedoch in der ständigen Wartung der Gläser-
nen Figuren und im Bau von Vitrinen und
anderen Acrylelementen für die Sonderaus-
stellungen. Daneben gibt es eine Tischlerei
sowie Abteilungen für Grafik, Mechanik und
Elektrik, in denen wesentliche Teile der Ar-
chitektur und Gestaltung von Sonderausstel-
lungen gefertigt werden können.
54
55

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46 |
Im Mittelpunkt der Mensch
Dauerausstellung »Abenteuer Mensch«
Die Dauerausstellung nimmt die gesamte Flä-
che des zweiten Obergeschosses von ca. 2.500
Quadratmetern ein. Sie beschäftigt sich mit
denjenigen Themenfeldern, die traditionell den
Kernbereich des Museums darstellen: Mensch
– Körper – Gesundheit. Die sieben Säle widmen
sich jeweils einer Fragestellung, mit der zent-
rale Dimensionen des menschlichen Lebens in
unserer Gesellschaft ausgelotet werden:
Der Gläserne Mensch. Bilder des Menschen in
den modernen Wissenschaften / Leben und
Sterben. Von der ersten Zelle bis zum Tod des
Menschen / Essen und Trinken. Ernährung als
Körperfunktion und Kulturleistung / Sexuali-
tät. Liebe, Sex und Lebensstile im Zeitalter der
Reproduktionsmedizin / Erinnern – Denken
– Lernen. Kosmos im Kopf: Das Gehirn / Be-
wegung. Die Kunst der Koordination / Schön-
heit, Haut und Haar. Offene Grenze zwischen
Körper und Umwelt.
Neben den historischen und aktuellen Expo-
naten aus der hauseigenen Sammlung sind
zahlreiche Leihgaben anderer Museen, wis-
senschaftlicher Institutionen, Archive und
Privatpersonen zu sehen. Der Charakter einer
modernen, besucherorientierten Ausstellung
wird durch eigens entwickelte Installationen,
Medieneinheiten und Hands-on-Modelle ge-
währleistet. Unterschiedliche technische Maß-
nahmen und Vermittlungsangebote stellen si-
cher, dass die Ausstellung auch von Menschen
mit Behinderungen weitgehend eigenständig
besucht und erkundet werden kann.
Gestaltet wurde die Dauerausstellung von dem
Berliner Architektenbüro Gerhards und Glücker.
Anders als die Sonderausstellungsflächen ist
das Obergeschoss geprägt von einer transpa-
renten Tageslichtatmosphäre, die durch die re-
konstruierte Lichtdecke aus der Erbauungszeit
vorgegeben ist. Die Gestaltung reagiert darauf
mit einer zurückhaltenden, aber doch selbstbe-
wussten zeitgenössischen Architektursprache.
Dabei vermitteln die raumprägenden Linien
des Vitrinenrasters zwischen der Gegenwart
und der Ästhetik der Neuen Sachlichkeit des
Wilhelm-Kreis-Baus, wozu insbesondere auch
die orientierenden, kräftigen Raumfarben so-
wie die Gediegenheit ausstrahlenden Holzflä-
chen beitragen.
Ausstellungskonzepte | Dauerausstellung »Abenteuer Mensch«
56 – 58 Blicke in die Dauerausstellung
»Abenteuer Mensch«, 2006
56
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Ausstellungskonzepte | Dauerausstellung »Abenteuer Mensch«
| 47
58

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48 |
Mit allen Sinnen
Kinder-Museum und Kinder-Werkstatt
Das Kinder-Museum ist ein Erlebnisbereich für
Besucher im Alter von vier bis zwölf Jahren,
der mit zahlreichen Mitmachelementen und
auf altersgerechte Weise die Angebote der
Dauerausstellung ergänzt. Die Flächen für das
Kinder-Museum konnten durch die Konzent-
ration der Werkstätten auf den Gebäudetrakt
im westlichen Sockelgeschoss gewonnen wer-
den. Zum Kinder-Museum gehört auch ein
Museumsgarten, der sich an der westlichen
Gebäudekante zum Blüherpark hin erstreckt.
Das Thema des Kinder-Museums sind die fünf
Sinne: Hören, Sehen, Fühlen, Riechen und
Schmecken. Auf rund 500 Quadratmetern ler-
nen die Kinder hier die erstaunlichen Fähigkei-
ten der fünf Sinne kennen, mit denen wir un-
sere Umwelt entdecken können. Gemeinsam
mit ihren Begleitpersonen experimentieren
die Kinder an zahlreichen Mitmach-Stationen,
wobei die eigenen Sinne ganz aktiv eingesetzt
werden sollen.
Ausstellungskonzepte | Kinder-Museum und Kinder-Werkstatt
59 – 61 Blicke in das Kinder-Museum
»Unsere fünf Sinne«, 2011
59
60

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Nutzung | Kinder-Museum und Kinder-Werkstatt
| 49
61

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50 |
Black Box im White Cube
Sonderausstellungen
Der Sonderausstellungsbereich im ersten Ober-
geschoss hat etwas mehr als 2.500 Quadrat-
meter Fläche. Nach dem Zumauern der im Ur-
sprungsbau vorhandenen beidseitigen Fenster
verfügt er als eine Black Box nun ausschließ-
lich über künstliche Beleuchtung. Dieser Ein-
griff in die Originalsubstanz kommt den An-
forderungen moderner Sonderausstellungen
allerdings sehr entgegen, deren Gestaltung
und Szenografie meist mit eigenen Lichtstim-
mungen und -effekten arbeitet, für die schwer
steuerbares Tageslicht eine Störquelle darstel-
len würde.
Auch auf der Sonderausstellungsetage stehen
sieben Räume zur Verfügung, die flexibel in
kleinere Einheiten unterteilt oder durch die
spezifische Architektur ineinander verschach-
telt werden können. Für museumspädagogi-
sche Aktivitäten oder andere Veranstaltungen
kann in der Mitte des Ausstellungsrundgangs
zusätzlich der Licht durchflutete Terrassensaal
mit Blick in den Innenhof genutzt werden. Hier
befand sich im Ursprungsbau die Cafeteria.
Ausstellungskonzepte | Sonderausstellungen
62 Was ist SCHÖN?, 2009
63 Kraftwerk Religion. Über Gott und
die Menschen, 2010
64 Images of the Mind. Bildwelten des Geistes
aus Kunst und Wissenschaft, 2011
65 Auf die Plätze. Sport und Gesellschaft, 2010
62
63

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| 51
64
65

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52 |
Fast in Rufweite
Interview mit Prof. Klaus Vogel
Direktor des Deutschen Hygiene-Museums und Vorsitzender des Stiftungs-Vorstands
Städtische Einbindung | Interview mit Prof. Klaus Vogel
Schon Karl August Lingner legte großen Wert
auf die leichte Erreichbarkeit seines geplanten
Hygiene-Museums. Warum fiel die Wahl auf
den Standort am Großen Garten?
Zuerst sollte das Museum unmittelbar neben
dem Zwinger entstehen – da erscheint der
heutige Standort um einiges abgelegener.
Aber 1927, im Jahr der Grundsteinlegung, war
die städtische Anbindung eine ganz andere als
heute: Unmittelbar hinter dem Gebäude be-
gann eine dichte Innenstadt-Bebauung, und
die Nachbarschaft war geprägt von lebhaften
Geschäftsstraßen. Zudem stand das Museum
in einer Achse, die über das Palais im Großen
Garten weit nach Osten führt, die dann auch
im Inneren des Gebäudes bis zum Gläsernen
Menschen fortgesetzt wurde. Er begrüßte mit
seinen zum Lichtgebet erhobenen Armen also
quasi die aufgehende Sonne.
Die doppelte Einbindung in diese städtebau-
liche Situation halte ich für eine program-
matische Entscheidung: Wenn man so will,
hatte der Bau die Kultur im Rücken und die
Natur vor Augen. Heute wäre sie wohl gar
nicht mehr genehmigungsfähig, denn das
Museum reichte unmittelbar bis an das ba-
rocke Palais der Sekundogenitur an der Zin-
zendorfstraße und besetzte einen guten Teil
der historischen Parkanlage.
Heute wirkt das Museum eher von der Stadt
abgekoppelt.
Die Situation hat sich seit dem Zweiten
Weltkrieg stark verändert. Zwar hat man das
schwer zerbombte Gebäude schnell wieder
aufgebaut und die Achse zum Palais im Gro-
ßen Garten beibehalten. Doch die Anbindung
an die Innenstadt lief erst einmal ins Leere. Un-
mittelbar hinter dem Museum entstand dann
in den sechziger Jahren die Unternehmens-
zentrale des Kombinats Robotron. Das heißt:
Heute gibt es einige Solitärbauten, die wild
herumstehen, dazwischen eine mangelhaf-
te Wegeführung und viele Brachen, über die
der Wind pfeift. Die St. Petersburger Straße
unterbricht dann endgültig mit ihren sechs
Spuren die einstige organische Anbindung
des Museums an die Stadt. Wenigstens exis-
tiert inzwischen ein Fußgängerüberweg, den
übrigens nach einer Zählung am Nachmittag
pro Stunde rund 1000 Personen zu Fuß oder
per Rad überqueren. Die Verbindung zur Stadt
wird also gesucht, aber durch die städtebauli-
che Situation enorm erschwert. Dabei sind es
nur wenige 100 Meter vom Altmarkt bis zum
Deutschen Hygiene-Museum.
66 Prof. Klaus Vogel
67 Deutsches Hygiene-Museum zwischen
Blüherpark und Robotron Areal
66

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Städtische Einbindung | Interview mit Prof. Klaus Vogel
| 53
Was könnte dem Museum helfen?
Die Anbindung an die Innenstadt weiter zu
verbessern, ist die wichtigste Aufgabe. Der
zweite Punkt ist, dass das ganze Areal mit ei-
nem sinnvollen Gesamtkonzept belebt wird.
Von Seiten des Stadtplanungsamtes hat dazu
längst ein spannender Denkprozess begonnen,
zu dem auch wir als Anrainer unsere Ideen
einbringen konnten. Es gab ein Werkstatt-
verfahren, in dem es ganz wesentlich darum
ging, dieses ungeordnete Feld mit seinen vie-
len Querungen, Parkplätzen, Ausfahrten, Pas-
sagen, Abbiegespuren, Fußgängerüberwegen
und Ampeln sinnvoll zu sortieren. Dazu gehört
auch die Skaterbahn in der Nachbarschaft, die
derzeit dem Fußgänger- und Radverkehr im
Weg steht – auch sie kann besser eingebun-
den werden.
Wir als Museum würden es begrüßen, wenn
die Stadtverwaltung nun initiative Schritte
für eine Art Pionierbesiedlung unternehmen
würde – beispielsweise gibt es ja Überlegun-
gen, das Technische Rathaus in das Gelände
zu verlegen. Eine solche Institution könnte
die Ansiedlung weiterer öffentlicher oder ge-
werblicher Einrichtungen beschleunigen und
damit das ganze Areal beleben – denn es hat
ja bereits heute ein interessantes Potential:
Es gibt das Fußballstadion und das Georg-
Arnhold-Bad, den Großen Garten und den
Zoo, die VW-Manufaktur, den Lingnermarkt,
Konzerte auf der Cockerwiese, das Palais im
Großen Garten als Eventlocation und mitten-
drin das Deutsche Hygiene-Museum. Und:
Es liegt überhaupt nicht so weit draußen, wie
es vor allem von Gästen der Stadt manchmal
wahrgenommen wird. Im Gegenteil: Das Rat-
haus steht quasi in Rufweite.
Und wenn Sie ganz groß planen dürften?
Die Erfüllung meines allergrößten Wunschs –
eine U-Bahn-Haltestelle mit Ausgang direkt
ins Deutsche Hygiene-Museum – werde ich
zu meinen Lebzeiten vielleicht doch nicht
mehr erleben, obwohl es solche Pläne schon
zu Lingners Zeiten gab und sie nach der
Wende reaktiviert wurden. Das wird wohl ein
Traum bleiben.
67

54 |
Projektbeteiligte
BAUHERR
Stiftung Deutsches Hygiene-Museum
Dresden
Stifter: Freistaat Sachsen -
Landeshauptstadt Dresden
Vorsitzender des Vorstandes der
Stiftung Deutsches Hygiene-Museum
Prof. Klaus Vogel
Beauftragter des Bauherrn
(Ausführungszeitraum der Gesamtsanierung)
Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und
Baumanagement
Geschäftsführer Prof. Dieter Janosch
Unternehmensbereich
Planungs- und Baumanagement
Unternehmensbereichsleiter Volker Kylau
Niederlassung Dresden I
Niederlassungsleiter Ludwig Coulin
Projektleitung
bis 2000 Dr. Friedrich Richter
2000 bis 2002 Ulrich Atzberger
2003 bis 2011 Holger Krause,
Helmut Gross, Kerstin Groth,
Andreas Thümmler
Technik
bis 2006 Karl Hesse
2006 bis 2007 Sven Wiche
2008 bis 2011 Dr. Volker Fischer,
Gerd Ressin, Bernd-Ulrich Tenner,
Bettina Gorsleben, Anita Schreiter,
Konstanze Hasse, Jürgen Zitzelsberger,
Klaus Rompe, Jörg Schaus
Ingenieurbau
Werner Proske
Frank Reichelt, Sven Seidel, Katrin Gorka
GEBÄUDEDATEN
DES DEUTSCHEN HyGIENE-MUSEUMS
Nutzfläche
16.229 m²
davon Ausstellungsfläche
4.231 m²
Technische Funktionsfläche
3.636 m²
Verkehrsfläche
6.367 m²
Bruttorauminhalt
189.567 m³
Gesamtbaukosten
51 Millionen Euro
(1997 bis 2011)
PLANUNGSBÜROS
Gesamtplanung
Gebäude
Kulka & Partner Architekten BDA, Büro Dresden .
Bauüberwachung
Sichau & Walter
Architekten GmbH, Fulda .
Heizung / Lüftung / Sanitär
ILK Institut für Luft- und Kältetechnik Gemeinnützige
Gesellschaft mbH, Dresden .
Elektrotechnik
DEIB Dresdner Elektro-Ingenieurbüro GmbH, Dresden .
Gesamtsanie-
rung
Tragwerksplanung
Prof. Pfeifer und Partner, Cottbus .
MSR
Ingenieurbüro Prof. Ellrich GmbH, NL Dresden
Aufzugbau
Hundt & Partner Ingenieurgesellschaft mbH, Leipzig .
Ingenieurbau
mund, gille + partner, Dresden
Prüfingenieur
Prof. Dr. Dressel, Dresden .
Brandschutz
Dr.-Ing. F.-D. Schmidt, Dresden .
Bauphysik
Dr.-Ing. Diet-
mar Knoll, Dresden .
Hydrologie
DGC Dresdner Grundwasser Consulting GmbH, Dresden .
Sicherheitskoordinator
IPRO Dresden, Büro Böhme+Schönfelder, Dresden .
Kosten- und Terminkontrolle
Kaiser BRB-Baucontrol Inge-
nieurgesellschaft mbH, NL Dresden .
Baugrunduntersuchung
Ingenieurbüro Zimmermann, Dresden .
Vermessung
Ingenieur-Vermessung Dresden, Dresden .
Schadstoffuntersuchung
ERGO Umweltinstitut, Dresden .
Bestandsun-
tersuchungen
Stöckel & Schmidt, Dresden .
Restauratorische Untersuchungen
Gruppe E, Dresden .
Maßnahmen
zur Schadensbeseitigung (Flut) und Ersatzdepot
Tragwerksplanung
Engelbach+Partner, Büro Dresden .
Prüf-
ingenieur
Dr.-Ing. Klaus-Jürgen Jentzsch, Dresden .
Frei- und Verkehrsanlagen
Blume Landschaftsarchitekten,
Dresden .
Sanierung Veranstaltungsbereich
Raumakustik
Graner Ingenieure, Leipzig .
Lichtplanung
Michael Fle-
gel Lichtgestaltung, Berlin .
Brandschutz
Ingenieurbüro Heilmann, Pirna .
Tragwerksplanung
Engelbach + Partner,
Büro Dresden .
Prüfingenieur
Dr.-Ing. Klaus-Jürgen Jentzsch, Dresden
Projektbeteiligte | Bauherr & Planungsbüros

| 55
AUSFÜHRENDE FIRMEN
Gesamtsanierung
Baustelleneinrichtung
Strabag AG, NL Dresden .
Baufreimachung und Rückbau
Walter-Bau AG,
NL Dresden
Asbestsanierung
Müller Sanierungsgesellschaft mbH, Hildburghausen .
Neubau Trafostation
Palm GmbH,
Großenhain .
Erweiterte Rohbauarbeiten
Wolff & Müller GmbH & Co.KG, NL Dresden .
Erweiterter Rohbau Kopfbau
Nord
Völkel+Heidingsfelder GmbH, Dresden .
Erweiterter Rohbau Hörsaal
Neue Bau Lockwitzgrund GmbH, Dres-
den .
Betoninstandsetzung
Torkret GmbH, Berlin .
Gerüstbau
Gerüstbau Frank Oertel GmbH, Pirna .
Stahlbau
Stahl-
bau Behrens GmbH, Vahldorf .
Metallbauarbeiten
Beer+Lang, Neunhofen; Anders Metallbau OHG, Coswig; Stahl- u.
Metallbau Thorandt, Dresden; Burg Metallbau, Markleeberg; Metallbau Papendieck, Wegefarth; W. Scheibner Metall-
bau GmbH, Zwickau; Herbert Fuhrmann, Dippoldiswalde .
Schlosserarbeiten
ebko Metallbau, Kospeda
Trocken-
bau
Menzel OHG, Leipzig; Mänz u. Hengst Ausbau GmbH, Radebeul . Innenausbau Aulhorn & Sohn, Schmiedeberg
Lichtdecken
Giese Trockenbau GmbH, Coswig (Anhalt) .
Innenputz
Insta GmbH, Tschernitz; Fuchs & Girke GmbH,
Dresden; Bau-Cooperation GmbH, Bautzen .
Außenputz
FIRA Bau GmbH, Dresden; Bau-Cooperation GmbH, Bautzen;
Stuckfirma Frank Boden, Dresden .
Bodenbelag Gussasphalt
Asphalt-Union Wolf & Oberlack, Greven .
Bodenbelag
Linoleum
Raumstudio Falter, Dresden; A. König Raumausstatter, Königsbrück .
Dachabdichtungsarbeiten
Werder
Bedachungen GmbH, Leutersdorf .
Werksteinarbeiten
Bildhauerei Ludwig, Sondershausen; Sächsische Steinres-
taurierung GmbH, Dresden .
Fliesenarbeiten
Ausbau Mügeln GmbH, Mügeln .
Tischlerarbeiten
Weiße und Wesing
GmbH, Leipzig; Tischlerei Schneider, Nünchritz; Appold Türelemente GmbH, Zwochau; Graichen Bau- u. Möbel-
werkstätten GmbH, Frohburg .
Malerarbeiten
Spektrum Malerwerkstätten GmbH, Chemnitz; Fuchs & Girke GmbH,
Dresden .
Sonnenschutzanlagen
Glück Raumausstattung GmbH + Co.KG, Dresden; dekoma Thalheim GmbH,
Thalheim .
WC-Trennwandsysteme
Schäfer Trennwandsysteme GmbH, Horhausen .
Schließanlage
Lehmann
Alarm- und Schließsysteme, Elsterwerda .
Garderobenanlage
Rosconi Design+Funktion GmbH, Weilburg/Lahn
Baureinigung
Piepenbrock Dienstleistungen GmbH+Co.KG, Dresden .
Sanitärtechnik
Torsten Richter Meisterbe-
trieb, Chemnitz; Salostowitz GmbH, Gornau .
Heizungs- u. Lüftungstechnik
HSG Zander Ost GmbH, NL Dres-
den .
Brunnenanlage
HSG Zander Ost GmbH, NL Dresden .
Brunnentrasse
LGM Energie GmbH, Bergisch Glad-
bach .
Starkstromtechnik
HiServ Gebäudedienstleistungen GmbH, NL Dresden; R+S solutions GmbH, Radebeul
Informationstechnische Anlagen
AMO GmbH, Berlin .
Elektroakustische Anlagen
Media Tronic GmbH, Dresden
Gefahrenmeldeanlagen
Bosch Sicherheitssysteme GmbH, NL Dresden .
Förderanlagen
Aufzugbau Dresden GmbH,
Dresden .
Gebäudeautomation
Siemens AG, NL Leipzig .
Bestuhlung Hörsaal
bene GmbH, NL Leipzig .
Maßnahmen
zur Schadensbeseitigung (Flut) und Ersatzdepot
Baustelleneinrichtung
Ed. Züblin AG, Dresden .
Abdichtungs-
arbeiten
Bauhauf GmbH, Coswig .
Sanierung Haupteingangstreppe
Neue Bau Lockwitzgrund GmbH, Dresden
Abbruch- u. Abdichtungsarbeiten
Bertram für Bau u. Gewerbe GmbH, Dresden .
Erweiterte Rohbauarbeiten
Ingenieurbau George Bähr GmbH, Dresden .
Estricharbeiten
Stockhorst & Söhne GmbH, Mühlenbeck .
Gussasphalt
Asphaltbau Schleiz, Schleiz .
Schlosserarbeiten
Dietmar Rothe GmbH, Priestewitz .
Dachabdichtungsarbeiten
Holl
Flachdachbau GmbH & Co.KG, Hohenleuben .
Metallbauarbeiten
Torbau Krämer, Greiz .
Maler-/Anstricharbeiten
Malerbetrieb Conrad Flor, Dresden .
Medientrasse, Heiz-/Kälteanlagen
HSG Zander Ost GmbH, NL Dresden
Feuerlöschtechnik
Minimax GmbH & Co.KG, Hermsdorf .
Starkstromanlagen
HiServ Gebäudedienstleistungen
GmbH, NL Dresden .
Gefahrenmeldeanlagen
Bosch Sicherheitssysteme GmbH, NL Dresden .
Gebäudeautomation
Siemens AG, NL Leipzig .
Freianlagen Großer Innenhof
Wolfgang Hausdorf, Dobra .
Sanierung Veranstaltungs-
bereich
Gerüstbau
Alexander Richter Gerüstbau GmbH, Dresden .
Erweiterte Rohbauarbeiten
Bau Dresden-Gruna
GmbH, Dresden .
Tischlerarbeiten Wandverkleidung
Ohning+Co. GmbH, Dresden .
Tischlerarbeiten Innentüren
TGH Helmert, Dresden .
Restaurierung Bleiglasfenster
Glaswerkstatt Körner, Dresden .
Malerarbeiten
Malerbetrieb
Hähnel GmbH, Dohna; AKS Maler GmbH, Tharandt .
Stahlbauarbeiten
Metallbau May, Dresden; Richter & Schulze
GmbH, Lichtenau .
Parkettarbeiten
SCS GmbH, Dresden .
Gussasphaltarbeiten
Tittman-Fußböden-Sprotta GmbH,
Doberschütz .
Trockenbau
Innenausbau Aulhorn GmbH & Co.KG, Schmiedeberg .
Fliesenarbeiten
Bau Dresden-Gru-
na GmbH, Dresden .
Bodenbelag Linoleum
Raumstudio Falter, Dresden .
Ausstattung Podestsystem
Bütec GmbH,
Mettmann .
Ausstattung mobiles Mobiliar
bene GmbH, NL Leipzig .
Baureinigung
TOP Gebäudereinigung Sachsen
GmbH, Moritzburg .
Starkstromtechnik
Elektro Dresden-West, Dresden; Haase Businesstechnik GmbH, Dresden
Sanitärtechnik
Salostowitz GmbH, Gornau .
Lufttechnische Anlagen
LKS Lüftungsklimaanlagen Service GmbH,
Großpösna; YIT Germany GmbH, Dresden .
Heizungs-/Sanitäranlagen
Käbisch Meißner Förster GmbH, Nauwalde
Beleuchtungsanlagen
EAE Ewert Automation Electronic GmbH, Coswig .
Informationstechnische Anlagen
Media
Tronic GmbH, Dresden .
Gebäudeautomation
Siemens AG Infrastructure & Cities Sector, NL Dresden .
Außenan-
lagen
Freianlagen Vorplatz
Wilhelm Faber GmbH & Co.KG, Wilsdruff .
Freianlagen Museumsgarten
Grünerleben
GaLa Bau e.K., Dresden .
Stahlbau Werbeträger
Metallbau & Schlosserei Sommer GmbH & Co.KG, Dresden
Beplankung Werbeträger
Logistic SignSystem Uwe Illig, Stollberg .
Metallbauarbeiten
Gestaltetes Metall GmbH
W. Ehnert, Dresden .
Parkplatz
SAZ GmbH Straßenbau von A-Z, Dresden
Projektbeteiligte | Ausführende Firmen

56 |
LITERATUR
Büchi, Walter A.: Karl August Lingner.
Das große Leben des Odolkönigs,
Edition Sächsische Zeitung, Dresden 2006
Deutsches Hygiene-Museum; Netz, Volkhard;
u.a. (Hrsg.): Ein Baudenkmal hat Jubiläum.
60 Jahre Bauwerk Deutsches Hygiene-
Museum. Festausgabe zur 60. Wiederkehr des
Tages der Einweihung des Museumsgebäudes
am 16. Mai 1930, Dresden 1990
Schulte, Sabine: Das Deutsche Hygiene-
Museum Dresden von Wilhelm Kreis.
Biographie eines Museums in der Weimarer
Republik. Dissertation, Bonn 2001
Vogel, Klaus: Das Deutsche Hygiene-Museum
Dresden. 1911 bis 1990.
Sandstein, Dresden 2003
QUELLEN
Denkmalpflegezielstellung Deutsches
Hygiene-Museum, erarbeitet von
Dipl.-Ing. Fischer, VEB Denkmalpflege
Dresden, Projektierungsatelier;
Dr.-Ing. Glaser, Institut für Denkmalpflege,
Arbeitsstelle Dresden, Februar 1986
Dokumentation Ideenwettbewerb
Deutsches Hygiene-Museum,
Staatshochbauamt
Dresden II, Juni 1992
Ideenwettbewerb Deutsches Hygiene-
Museum, Oktober 1991, ausgeschrieben von
Dr. Martin Roth, Deutsches Hygiene-Museum;
Staatshochbauamt Dresden II
Literatur- und Bildnachweis
BILDNACHWEIS
David Brandt, Dresden
Titelseite, Seite 2, Seite 6
Bildnummern: 18, 19, 21, 23, 28, 34, 35,
37, 42 – 45, 47 – 58, 62, 63, 65, 66,
4. Umschlagseite und 2. Klappenseite
Deutsches Hygiene-Museum Dresden
Bildnummern: 1 – 7 und 9 – 13
Oliver Killig, Dresden
Seite 7 (Portrait Vogel)
Bildnummern: 33, 36, 38 – 40 und 59 – 61
Kulka, Büro Dresden
Bildnummern: 20, 22, 23 und 29 – 32
Jörg Schöner, Dresden
Bildnummern: 15, 16 und 17
Volker Kreidler, Berlin
Bildnummern: 14, 24 – 27, 64
Jürgen Jeibmann, Dresden
Seite 4 (Portrait Tillich)
Landeshauptstadt Dresden
Seite 5 (Portrait Hilbert)
Ulf Salzmann, Hameln
Seite 8 und Bildnummer: 46
Sven Döring, Grumbach
Bildnummer: 41
Jürgen M. Schulter, Dresden
www.dresden-luftfoto.de
Bildnummer: 67
SLUB / Deutsche Fotothek
Bildnummer: 8
Kugler; RegierungONLINE
Seite 3 (Portrait Neumann)
Quellen | Literatur- und Bildnachweis