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Fortschreibung des Fachbeitrages zum Landschaftsprogramm Sachsen
Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie
ABLEITUNG, FORMULIERUNG UND BEGRÜNDUNG VON
LEITLINIEN DES NATURSCHUTZES UND DER LANDSCHAFTSPFLEGE
IM FREISTAAT SACHSEN
Auflistung aller Leitlinien und der ihnen zugeordneten UQZ, UHZ und UQS
Auftraggeber:
Freistaat Sachsen
Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie
Referat 61 Landschaftsökologie
Auftragnehmer:
Weberplatz 1 . 01217 Dresden
www.ioer.de
Dresdner Str. 20 . 01833 Stolpen
www.geobild.de
Projektleitung:
Dr. U. Walz (IÖR)
Dipl.-Geogr. F. Ueberfuhr (geobild gbr)
Bearbeiter:
Dipl.-Ing. L. Stratmann (IÖR)
Dipl.-Geogr. A. Miethke (geobild gbr)
Bearbeitungszeitraum:
Juni 2009 – Juni 2010

1
Tab. 1:
Übersichtsmatrix für den UQZ, UHZ, UQS
[Titel oder Seitenzahl anklicken für gewünschte Leitlinie]
Nr.
Leitlinie (Kurztitel)
Seite
Arten, Lebensgemeinschaften, Lebensräume, Biodiversität
A 1
Erhalt und Entwicklung der biologischen Vielfalt
3
A 2
Schutz und Entwicklung des Netzwerkes „Natura 2000“
5
A 3
Lebensraumerhalt und -entwicklung, Schutzgebietssystem
7
A 4
Arten und Lebensgemeinschaften, Artenschutz
10
A 5
Aufbau und Erhalt eines ökologischen Verbundsystems
12
A 6
Natürliche Entwicklung und Prozessschutz
14
A 7
Nicht heimische und invasive Arten – Neobiota, GVO
16
A 8
Umweltschonende Landnutzung, nachhaltiger Tourismus
17
Boden
Bo 1
Erhalt gebietstypischer Böden und ihrer Funktionen
20
Bo 2
Sparsame, umweltschonende und effiziente Flächeninanspruchnahme
21
Bo 3
Begrenzung der Siedlungs- und Verkehrsfläche
22
Bo 4
Umgang mit Altlasten und schadstoffbelasteten Böden
23
Bo 5
Bodenentwicklung im Bereich land- und forstwirtschaftlicher Nutzung
24
Bo 6
Bodenerosion und stoffliche Belastungen
25
Bo 7
Ressourcen- und bodenschonender Rohstoffabbau
26
Wasser
Wa 1
Ökologische Funktionen
27
Wa 2
Vernetzung und Durchgängigkeit von Gewässerökosystemen
29
Wa 3
Umweltverträgliche Hochwasservorsorge
30
Wa 4
Hohe Umweltqualität der Gewässer
32
Wa 5
Grundwasser und grundwasserabhängige Ökosysteme
35
Klima und Luft
K-L 1
Reduktion klimawirksamer Treibhausgase, CO2-Senken
40
K-L 2
Klimatisch und lufthygienisch wirksame Freiräume und Strukturen
44
K-L 3
Siedlungsklima und hohe Luftqualität
46
K-L 4
Klimaschonende und emissionsarme Mobilität
49
K-L 5
Klima- und luftschonende Landwirtschaft
51
K-L 6
Erneuerbare Energien, Energieeffizienz und integrierte Planung
55
K-L 7
Anpassung an den Klimawandel
57
Kulturlandschaft
Ku 1
Nachhaltige Funktion
59
Ku 2
Eigenart und Identität
60
Ku 3
Historische Elemente und Ablesbarkeit der historischen Entwicklung
61
Ku 4
Neugestaltung von Kulturlandschaftsteilen
62
Ku 5
Alte regionaltypische Kulturpflanzensorten und Nutztierrassen
63
Ku 6
Identifikation
64

Leitlinien Naturschutz und Landschaftspflege im Freistaat Sachsen
2010
2
Nr.
Leitlinie (Kurztitel)
Seite
Landschaftsbild
Lb 1
Vielfalt, Eigenart und Schönheit
65
Lb 2
Sichtachsen
66
Lb 3
Entwicklung intensiv genutzter Landschaften
67
Landschaftsbezogene Erholung
LE 1
Attraktive Räume für die Nah- und Fernerholung
68
LE 2
Gute ÖPNV Erschließung der Räume für die Erholung
69
LE 3
Naturverträgliche Erholung
70

Leitlinien Naturschutz und Landschaftspflege im Freistaat Sachsen
2010
3
A 1
Erhalt und Entwicklung der biologischen Vielfalt
Leitlinie
In Sachsen gibt es eine naturraumtypische Vielfalt natürlich und historisch gewachse-
ner Landschaften und vernetzter Lebensräume. Die den Lebensräumen zugehörigen
Arten und Lebensgemeinschaften existieren in langfristig überlebens- und anpassungs-
fähigen Populationen.
Ein repräsentativer Artenreichtum wild lebender Tiere und Pflanzen sowie assoziierter
Mikroorganismen und deren genetische Vielfalt werden auf diese Weise erhalten.
Der Rückgang der biologischen Vielfalt wurde gestoppt und eine Erholung setzt ein.
Die Entwicklung der biologischen Vielfalt wird regelmäßig überwacht.
Zusammenfassende Übersicht der UQZ, UHZ und UQS für die Leitlinie A1
UQZ, UHZ, UQS
1. „Biodiversity loss of most important habitats and species halted by 2010, these
habitats and species showing substantial recovery by 2013.”
S. 2, Headline Target A1, Halting the loss of biodiversity by 2010 – and beyond.
Technical annex 1
2. „In wider countryside (terrestrial, freshwater, brackish water outside Natura 2000
network), biodiversity loss halted by 2010 and showing substantial recovery by
2013.”
S. 3, Headline Target A2, Halting the loss of biodiversity by 2010 – and beyond.
Technical annex 1
3. „Bis zum Jahre 2020 ist die Biodiversität in Agrarökosystemen deutlich erhöht. Bis
2015 sind die Populationen der Mehrzahl der Arten (insbesondere wildlebende Ar-
ten), die für die agrarisch genutzten Kulturlandschaften typisch sind, gesichert und
nehmen wieder zu.“
S. 47, Abs. 2, B 2.4, Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt
4. „Bis 2015 nimmt der Flächenanteil naturschutzfachlich wertvoller Agrarbiotope
hochwertiges Grünland, Streuobstwiesen) um mindestens 10 % gegenüber 2005
zu. In 2010 beträgt in agrarisch genutzten Gebieten der Anteil naturnaher Land-
schaftselemente (z. B. Hecken, Raine, Feldgehölze, Kleingewässer) mindestens
5 %.“
S. 47, Abs. 3, B 2.4, Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt
5. „Um den Verlust der biologischen Vielfalt bis 2010 zu stoppen und deren Erholung
zu fördern sind Maßnahmen zum Schutz der wichtigsten Lebensräume und Arten
der EU dringend erforderlich. Die Mitgliedsstaaten müssen zum Schutz dieser Le-
bensräume deshalb größere Anstrengungen darauf verwenden, Natura-2000-
Gebiete […] einzurichten, zu schützen und effektiv zu verwalten. Zudem muss die
Kohärenz, der räumliche Zusammenhang und die Belastbarkeit des Netzes gestärkt
werden. Dazu gehört auch die Unterstützung von auf nationaler, regionaler und lo-
kaler Ebene geschützter Lebensräume. Die Nutzung von artenspezifischen Aktions-
plänen zur Wiederherstellung des Bestandes der am meisten bedrohten Arten der
EU sollte verstärkt werden. […].“
S. 14, Abs. 2, Kap. 5.2.1, Eindämmung des Verlustes der biologischen Vielfalt bis
zum Jahr 2010 – und darüber hinaus, Mitteilung der Kommission
6. „Fließgewässer und ihre Auen bilden wieder eine Einheit und sind die Lebensadern
unserer Landschaft. Ihre natürliche Vielfalt und Dynamik macht sie zu Zentren der
Biodiversität. […]. Unsere Ziele sind: Bis 2020 sind Fließgewässer und ihre Auen in
ihrer Funktion als Lebensraum soweit gesichert, dass eine für Deutschland natur-
raumtypische Vielfalt gewährleistet ist.“
S. 35, Abs. 2 und 3, B 1.2.4, Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt

Leitlinien Naturschutz und Landschaftspflege im Freistaat Sachsen
2010
4
A 1
Erhalt und Entwicklung der biologischen Vielfalt
7. „Bis 2010 ist der Rückgang von gefährdeten Lebensraumtypen aufgehalten. Danach
nehmen die heute nach den Roten Listen von vollständiger Vernichtung bedrohten
und die stark gefährdeten Biotoptypen an Fläche und Anzahl wieder zu, Degradie-
rungen sind aufgehalten und die Regeneration hat begonnen.“
S. 28, Abs. 5, B 1.1.3, Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt
8. „Ecological coherence and functioning strengthened through spatial planning from
2006 onwards.”
S. 6, Target 4.3, Halting the loss of biodiversity by 2010 – and beyond. Technical an-
nex 1
9. „Die Erhaltung der biologischen Vielfalt erfordert nicht nur herkömmliche Natur-
schutzmaßnahmen. Spezifische Schutzmaßnahmen für wichtige Arten und Habitate
sind zwar von grundlegender Bedeutung, reichen aber zur Lösung des Problems der
schwindenden biologischen Vielfalt nicht aus. Die Erhaltung erfordert Eingriffe, die
über die 10 bis 20 % der Erdoberfläche, die als Schutzgebiete ausgewiesen werden
könnten, hinaus gehen.“
S. 3, Abs. 2, EU-Aktionspläne zur Erhaltung der biologischen Vielfalt
10. „Bis 2010 ist der Rückgang der Biodiversität gemäß dem EU-Ziel von Göteborg in
Deutschland aufgehalten. Danach findet eine positive Trendentwicklung statt.“
S. 26, B 1.1.1, Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt
11. „Bis 2010 ist der Rückgang der heute vorhandenen Vielfalt wildlebender Arten
aufgehalten. Danach setzt eine Trendwende hin zu einer höheren Vielfalt heimi-
scher Arten in der Fläche ein.
Bis zum Jahre 2010 ist der Anteil der vom Aussterben bedrohten und stark ge-
fährdeten Arten verringert. Bis 2020 erreichen Arten, für die Deutschland eine be-
sondere Erhaltungsverantwortung trägt, überlebensfähige Populationen. Bis 2020
hat sich für den größten Teil der Rote Liste-Arten die Gefährdungssituation um ei-
ne Stufe verbessert.“
S. 27, B 1.1.2, Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt
12. „Der Verlust der genetischen Vielfalt ist bis 2010 aufgehalten.“
S. 30, B 1.1.4, Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt
13. „Operationalisierung der nationalen Biodiversitätsstrategie durch Konkretisierung
der in der Strategie genannten Ziele und Maßnahmen auf regionaler Ebene bis
2015.“
S. 28, B 1.1.2, Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt

Leitlinien Naturschutz und Landschaftspflege im Freistaat Sachsen
2010
5
A 2
Schutz und Entwicklung des Netzwerkes „Natura 2000“
Leitlinie
Die Gebiete des kohärenten, zusammenhängenden und grenzübergreifenden Netzes
„Natura 2000“ werden durch geeignete Maßnahmen in ihrem Bestand gesichert.
Die gemäß FFH- und Vogelschutz-Richtlinie relevanten Lebensraumtypen und Arten
sowie deren Habitate werden wirksam vor erheblichen Beeinträchtigungen geschützt.
Sie befinden sich größtenteils in einem „günstigen Erhaltungszustand“. Andernfalls
werden sie dahingehend entwickelt und weisen einen signifikant besseren Erhaltungs-
zustand als 2005 auf.
Unvermeidbare Beeinträchtigungen werden durch geeignete Kohärenzmaßnahmen
gleichwertig ausgeglichen.
Zusammenfassende Übersicht der UQZ, UHZ und UQS für die Leitlinie A2
UQZ, UHZ, UQS
1. „Assess (by 2008) and substantially strengthen (by 2010) coherence, connectivity
and resilience of the protected areas network (Natura 2000 and non-Natura pro-
tected areas) by applying, as appropriate, tools which may include flyways, buffer
zones, corridors and stepping stones (including as appropriate to neighbouring and
other third countries), […].”
S. 2, Action A1.2.3, Halting the loss of biodiversity by 2010 – and beyond. Technical
annex 1
2. „Develop and implement spatial and programmatic plans that support the coher-
ence of the Natura 2000 network (in line with the requirements of the nature di-
rectives to ensure such coherence) and maintain and/or restore the ecological
quality of wider landscape (2006 onwards) […].”
S. 6, Action A4.3.1, Halting the loss of biodiversity by 2010 – and beyond. Technical
annex 1
3. „Biodiversity loss of most important habitats and species halted by 2010, these
habitats and species showing substantial recovery by 2013.”
S. 2, Headline Target A1, Halting the loss of biodiversity by 2010 – and beyond.
Technical annex 1
4. „Natura 2000 network established, safeguarded, designated and under effective
conservation management by 2010, 2012 in marine.”
S. 2, Target A1.1, Halting the loss of biodiversity by 2010 – and beyond. Technical
annex 1
5. „Sufficiency, coherence, connectivity and resilience of the protected areas network
in the EU substantially enhanced by 2010 and further enhanced by 2013.”
S. 2, Target A1.2, Halting the loss of biodiversity by 2010 – and beyond. Technical
annex 1
6. „Empfindliche Arten und Lebensgemeinschaften können auf klimabedingte Verän-
derungen durch räumliche Wanderungen in einem bis 2020 realisierten Netz räum-
lich bzw. funktional verbundener Biotope reagieren.“
S. 56, Abs. 2, B 3.3, Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt
7. „Bis 2015 ist mindestens ein guter ökologischer und chemischer Zustand (WRRL)
erreicht, in Natura 2000-Gebieten ist der Erhaltungszustand signifikant verbessert.“
S. 34, B 1.2.3, Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt
8. „Bis 2010 ist der Aufbau des europäischen Netzes Natura 2000 abgeschlossen.“
S. 28, B 1.1.3, Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt

Leitlinien Naturschutz und Landschaftspflege im Freistaat Sachsen
2010
6
A 2
Schutz und Entwicklung des Netzwerkes „Natura 2000“
9. „Bis 2020 ist ein gut funktionierendes Managementsystem für alle Großschutzge-
biete und Natura 2000-Gebiete etabliert.“
S. 28, B 1.1.3, Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt
10. „Bis 2020 weisen alle Bestände der Lebensraumtypen (gem. Anhang I der FFH-
Richtlinie), […], einen gegenüber 2005 signifikant besseren Erhaltungszustand auf,
sofern ein guter Erhaltungszustand noch nicht erreicht ist.“
S. 29, Abs. 1, B 1.1.3, Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt
11. „Um den Verlust der biologischen Vielfalt bis 2010 zu stoppen und deren Erholung
zu fördern sind Maßnahmen zum Schutz der wichtigsten Lebensräume und Arten
der EU dringend erforderlich. Die Mitgliedsstaaten müssen zum Schutz dieser Le-
bensräume deshalb größere Anstrengungen darauf verwenden, Natura-2000-
Gebiete […] einzurichten, zu schützen und effektiv zu verwalten. Zudem muss die
Kohärenz, der räumliche Zusammenhang und die Belastbarkeit des Netzes gestärkt
werden. Dazu gehört auch die Unterstützung von auf nationaler, regionaler und
lokaler Ebene geschützter Lebensräume. Die Nutzung von artenspezifischen Akti-
onsplänen zur Wiederherstellung des Bestandes der am meisten bedrohten Arten
der EU sollte verstärkt werden. […].“
S. 14, Abs. 2, Kap. 5.2.1, Eindämmung des Verlustes der biologischen Vielfalt bis
zum Jahr 2010 – und darüber hinaus, Mitteilung der Kommission

Leitlinien Naturschutz und Landschaftspflege im Freistaat Sachsen
2010
7
A 3
Lebensraumerhalt und -entwicklung, Schutzgebietssystem
Leitlinie
In Sachsen besteht ein repräsentatives und wirksames System von Schutzgebieten,
welches weiter entwickelt wird. Es enthält gemäß ihrer Schutzwürdigkeit, die charak-
teristischen Elemente der natürlichen biologischen Vielfalt Sachsens in repräsentati-
ven Ausschnitten in ausreichender Anzahl, Flächengröße, räumlicher Verteilung, Ver-
netzung und Qualität. Das Schutzgebietssystem berücksichtigt grenzübergreifende
Aspekte und Erfordernisse.
Auch außerhalb dieser Schutzgebiete existieren wertvolle, kulturlandschaftstypische
Lebensräume. Landschaftsstrukturelemente im Agrarraum haben zugenommen.
Besondere Aufmerksamkeit wird der Wiederherstellung natürlicher Überschwem-
mungsgebiete, von Altarmen und Mooren, der Gewässerrenaturierung, einem ökolo-
gisch günstigen Aufbau von Wald- und Waldrandbereichen und dem Schutz der Mit-
telgebirgslandschaften zuteil.
Siedlungstypische Lebensräume insbesondere der seltenen und gefährdeten Tiere und
Pflanzen befinden sich in einem guten Erhaltungszustand und haben zugenommen.
Zusammenfassende Übersicht der UQZ, UHZ und UQS für die Leitlinie A3
UQZ, UHZ, UQS
1. „Es ist verboten Gebüsch, Hecken, Bäume, Röhrichtbestände oder ähnlichen Be-
wuchs in der Zeit vom 1. März bis zum 30. September abzuschneiden, zu roden o-
der auf sonstige Weise zu zerstören; […].“
§ 25 Abs. 1 Nr. 5 SächsNatSchG
2. „Wiederherstellung und Sicherung der Lebensräume der Arten, für die Deutschland
eine besondere Erhaltungsverantwortlichkeit hat, bis 2020.“
S. 28, B 1.1.2, Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt
3. „Bis 2010 ist der Rückgang von gefährdeten Lebensraumtypen aufgehalten. Danach
nehmen die heute nach den Roten Listen von vollständiger Vernichtung bedrohten
und die stark gefährdeten Biotoptypen an Fläche und Anzahl wieder zu, Degradie-
rungen sind aufgehalten und die Regeneration hat begonnen.“
S. 28, Abs. 5, B 1.1.3, Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt
4. „Assess (by 2008) and substantially strengthen (by 2010) coherence, connectivity
and resilience of the protected areas network (Natura 2000 and non-Natura pro-
tected areas) by applying, as appropriate, tools which may include flyways, buffer
zones, corridors and stepping stones (including as appropriate to neighbouring and
other third countries), […].”
S. 2, Action A1.2.3, Halting the loss of biodiversity by 2010 – and beyond. Technical
annex 1
5. „Biodiversity loss of most important habitats and species halted by 2010, these
habitats and species showing substantial recovery by 2013.”
S. 2, Headline Target A1, Halting the loss of biodiversity by 2010 – and beyond.
Technical annex 1
6. „Der derzeitige Anteil der unzerschnittenen verkehrsarmen Räume ≥ 100 km
2
(UZVR) bleibt erhalten.“
S. 52, Abs. 2, B 2.8, Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt

Leitlinien Naturschutz und Landschaftspflege im Freistaat Sachsen
2010
8
A 3
Lebensraumerhalt und -entwicklung, Schutzgebietssystem
7. „Bis 2015 nimmt der Flächenanteil naturschutzfachlich wertvoller Agrarbiotope
hochwertiges Grünland, Streuobstwiesen) um mindestens 10 % gegenüber 2005
zu. In 2010 beträgt in agrarisch genutzten Gebieten der Anteil naturnaher Land-
schaftselemente (z. B. Hecken, Raine, Feldgehölze, Kleingewässer) mindestens
5 %.“
S. 47, Abs. 3, B 2.4, Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt
8. „Von GVO geht auch in Zukunft keine Gefährdung für die biologische Vielfalt, ins-
besondere in Schutzgebieten, aus.“
S. 47, Abs. 4, B 2.4, Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt
9. „Ziele: Natürliche Entwicklung in allen Hochmooren und Moorwäldern; signifikante
Reduzierung des Torfabbaus ab 2015 bei gleichzeitiger Steigerung der Verwendung
von Torfersatzstoffen im Gartenbau; Wiedervernässung entwässerter Standorte.“
S. 57, Abs. 1, B 3.2, Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt
10. „Bis zum Jahre 2020 werden die Belastungswerte (critical loads und levels) für
Versauerung, Schwermetall- und Nährstoffeinträge (Eutrophierung) und für Ozon
eingehalten, so dass auch empfindliche Ökosysteme nachhaltig geschützt sind.“
S. 54, Abs. 2, B 3.1, Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt
11. „Um den Verlust der biologischen Vielfalt bis 2010 zu stoppen und deren Erholung
zu fördern sind Maßnahmen zum Schutz der wichtigsten Lebensräume und Arten
der EU dringend erforderlich. […] Zudem muss die Kohärenz, der räumliche Zu-
sammenhang und die Belastbarkeit des [Natura-2000-]Netzes gestärkt werden.
Dazu gehört auch die Unterstützung von auf nationaler, regionaler und lokaler
Ebene geschützter Lebensräume. […].“
S. 14, Abs. 2, Kap. 5.2.1, Eindämmung des Verlustes der biologischen Vielfalt bis
zum Jahr 2010 – und darüber hinaus, Mitteilung der Kommission
12. „Bis zum Jahre 2020 ist die Durchgrünung der Siedlungen einschließlich des woh-
numfeldnahen Grüns (z. B. Hofgrün, kleine Grünflächen, Dach- und Fassadengrün)
deutlich erhöht. […]. Lebensräume für stadttypische gefährdete Arten (z. B. Fle-
dermäuse, Wegwarte, Mauerfarne) werden erhalten und erweitert. […].“
S. 42, Abs. 3 und 4, B 1.3.3, Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt
13. „Schaffung von Gebieten, die der natürlichen Entwicklung überlassen werden, in
lebensraumspezifisch ausreichender Größe bis 2020, Schaffung von Rückzugsge-
bieten und Trittsteinen für gefährdete Arten.“
S. 41, Abs. 2, B 1.3.1, Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt
14. „Flüsse und Auen: Wir streben […] an:
- Erreichung des guten ökologischen und chemischen Zustandes bzw. des guten
ökologischen Potenzials der Fließgewässer bis 2015,
- Verbesserung des Zustandes der Fließgewässer der grundwasserabhängigen
Landökosysteme und der wasserabhängigen Schutzgebiete bis 2015.“
S. 36, B 1.2.4, Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt
15. „Fließgewässer und ihre Auen bilden wieder eine Einheit und sind die Lebensadern
unserer Landschaft. Ihre natürliche Vielfalt und Dynamik macht sie zu Zentren der
Biodiversität. Die für die jeweiligen Flüsse typischen Lebensräume und Arten be-
finden sich in einem günstigen Erhaltungszustand. […]. Bäche und naturnahe Grä-
ben sind wieder geschätzte Bestandteile der Landschaft. Unsere Ziele sind: Bis
2020 sind Fließgewässer und ihre Auen in ihrer Funktion als Lebensraum soweit
gesichert, dass eine für Deutschland naturraumtypische Vielfalt gewährleistet ist.“
S. 35, Abs. 2 und 3, B 1.2.4, Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt

Leitlinien Naturschutz und Landschaftspflege im Freistaat Sachsen
2010
9
A 3
Lebensraumerhalt und -entwicklung, Schutzgebietssystem
16. „Bis zum Jahre 2020 ist der Gefährdungsstatus des größten Teils der noch regene-
rierbaren gebirgsspezifischen Lebensraumtypen […] um eine Stufe in den Roten
Listen reduziert.“
S. 38, Abs. 3, B 1.2.6, Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt
17. „Ab 2020 weisen alle intakten sowie die renaturierbaren Gebirgsflüsse und -bäche
wieder eine weitgehend natürliche Dynamik auf.“
S. 38, Abs. 3, B 1.2.6, Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt
18. „Erarbeitung von Moorentwicklungskonzepten in allen Bundesländern bis 2010
und deren Umsetzung bis 2025.“
S. 37, B 1.2.5, Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt
19. „Schutz des Wasserhaushalts intakter Moore und dauerhafte Wiederherstellung
regenerierbarer Moore bis 2020.“
S. 38, B 1.2.5, Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt
20. „Bis 2020 weisen alle Bestände der Lebensraumtypen (gem. Anhang I der FFH-
Richtlinie), der geschützten (§ 30 BNatSchG) und gefährdeten Biotoptypen sowie
solcher, für die Deutschland eine besondere Verantwortung hat bzw. die eine be-
sondere Bedeutung für wandernde Arten haben, einen gegenüber 2005 signifikant
besseren Erhaltungszustand auf, sofern ein guter Erhaltungszustand noch nicht er-
reicht ist.“
S. 29, Abs. 1, B 1.1.3, Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt
21. „Heute noch bestehende natürlich wachsende Hochmoore sind bis 2010 gesichert
und befinden sich in einer natürlichen Entwicklung.
Die Regeneration gering geschädigter Hochmoore ist bis 2010 eingeleitet mit dem
Ziel, intakte hydrologische Verhältnisse und eine moortypische, oligotrophe Nähr-
stoffsituation zu erreichen. In regenerierbaren Niedermooren ist der Torfschwund
signifikant reduziert. […].“
S. 37, B 1.2.5, Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt
22. „Waldumbau mit einer jährlichen Fläche von rund 1.200 ha im Landeswald mit
dem Ziel der langfristigen Anpassung und Stabilisierung der Waldökosysteme, u. a.
mit wärmeangepassten und trockentoleranten Ökotypen heimischer Baumarten
[…].“
S. 13, Kap. A.3, Aktionsplan Klima und Energie des Freistaates Sachsen

Leitlinien Naturschutz und Landschaftspflege im Freistaat Sachsen
2010
10
A 4
Arten und Lebensgemeinschaften, Artenschutz
Leitlinie
Die Bestände der wildlebenden Arten werden unter Berücksichtigung des natürlichen
Wandels in ihren natürlichen und historisch gewachsenen Lebensräumen erhalten.
Bestimmte besonders schützenswerte Arten werden entsprechend ihres Gefähr-
dungsgrades oder Schutzstatus und gemäß der Verantwortlichkeit Sachsens für ihren
Erhalt durch konkrete Schutz- und Entwicklungsmaßnahmen erhalten und gefördert.
Ihr Erhaltungszustand verschlechtert sich nicht.
Zusammenfassende Übersicht der UQZ, UHZ und UQS für die Leitlinie A4
UQZ, UHZ, UQS
1. „Wiederherstellung und Sicherung der Lebensräume der Arten, für die Deutschland
eine besondere Erhaltungsverantwortlichkeit hat, bis 2020.“
S. 28, B 1.1.2, Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt
2. „Biodiversity loss of most important habitats and species halted by 2010, these
habitats and species showing substantial recovery by 2013.”
S. 2, Headline Target A1, Halting the loss of biodiversity by 2010 – and beyond.
Technical annex 1
3. „In wider countryside (terrestrial, freshwater, brackish water outside Natura 2000
network), biodiversity loss halted by 2010 and showing substantial recovery by
2013.”
S. 3, Headline Target A2, Halting the loss of biodiversity by 2010 – and beyond.
Technical annex 1
4. „Bis zum Jahre 2020 ist die Durchgrünung der Siedlungen einschließlich des woh-
numfeldnahen Grüns (z. B. Hofgrün, kleine Grünflächen, Dach- und Fassadengrün)
deutlich erhöht. […]. Lebensräume für stadttypische gefährdete Arten (z. B. Fle-
dermäuse, Wegwarte, Mauerfarne) werden erhalten und erweitert. […].“
S. 42, Abs. 3 und 4, B 1.3.3, Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt
5. „Bis zum Jahre 2020 ist die Biodiversität in Agrarökosystemen deutlich erhöht. Bis
2015 sind die Populationen der Mehrzahl der Arten (insbesondere wildlebende Ar-
ten), die für die agrarisch genutzten Kulturlandschaften typisch sind, gesichert und
nehmen wieder zu.“
S. 47, Abs. 2, B 2.4, Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt
6. „Der Bestand der für das jeweilige Fließgewässer charakteristischen Fischfauna ist
dauerhaft gesichert.
Der Bestand aller fischereilich bedeutsamen Arten ist dauerhaft gesichert. Die
Schadstoffbelastung der Fische (z. B. Aal) und Muscheln ist bis 2015 soweit redu-
ziert, dass diese (wieder) uneingeschränkt genießbar sind.“
S. 35, Abs. 3, B 1.2.4, Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt
7. „Bis zum Jahre 2020 ist der Gefährdungsstatus des größten Teils […] der endemi-
schen und typischen Arten um eine Stufe in den Roten Listen reduziert.“
S. 38, Abs. 3, B 1.2.6, Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt
8. „Bis 2020 sind Braunbär, Luchs und Geier in den bayerischen Alpen wieder hei-
misch, der Luchs auch im Mittelgebirge.“
S. 38, Abs. 3, B 1.2.6, Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt
9. „Spätestens ab 2015 sind alle grundwassertypischen Arten und Gemeinschaften im
jeweiligen Habitat bzw. Naturraum nicht gefährdet.“
S. 39, Abs. 4, B 1.2.7, Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt

Leitlinien Naturschutz und Landschaftspflege im Freistaat Sachsen
2010
11
A 4
Arten und Lebensgemeinschaften, Artenschutz
10. „Durch spezifische Maßnahmen werden die Vielfalt der wildlebenden Arten und
ihrer Unterarten sowie die Lebensraumvielfalt Sachsens gesichert.
• Fortsetzung laufender Artenschutzprogramme und -projekte (z. B. Weißstorch,
Flussperlmuschel, Weiß-Tanne, Flachbärlappe) und die Betreuung der Vorkom-
men ausgewählter gefährdeter Tier- und Pflanzenarten
• Staren neuer Programme - an erster Stelle steht ein im Jahre 2009 beginnendes
Artenschutzprogramm für bodenbrütende Vogelarten in der Agrarlandschaft
• Erstellung landesweite Artenschutzkonzepte und davon ausgehend Initiierung
von Programmen und Projekten für prioritäre Arten und Lebensräume, für deren
Erhaltung der Freistaat Sachsen eine besondere Verantwortung trägt
• Umsetzung von Sofortmaßnahmen für akut vom Aussterben bedrohte Arten (z.
B. Feldhamster, Birkhuhn, Kiebitz, Serpentinitfarne) beginnend 2009
• Erarbeitung eines partizipativen Managementplans für die sächsische Wolfspo-
pulation bis 2009, […],
• für die Arten des Anhangs IV der FFH-Richtlinie sowie für die europäischen Vo-
gelarten werden Standards für die Verwirklichung eines strengen Schutzregimes
erarbeitet
• für Vorkommen in Sachsen extrem gefährdeter Pflanzen- und Tierarten werden
geeignete Fördermaßnahmen angeboten, […],
• zur Planung und Umsetzung von Schutzmaßnahmen wird die Zusammenarbeit
der Naturschutzbehörden mit wissenschaftlichen Einrichtungen, ehrenamtlichen
Kräften und Landnutzern gestärkt und verbessert, […],
• für ausgewählte Artgruppen werden die wissenschaftlichen Grundlagen zur lan-
desweiten Verbreitung und Gefährdung aktualisiert oder neubearbeitet (Verbrei-
tung der Säugetiere, Brutvögel, Heuschrecken, Aktualisierung Roter Listen).“
S. 23/24, Kap. 2.4, Programm zur Biologischen Vielfalt im Freistaat Sachsen
11. „Im Laufe der Evolution haben sich an bestimmte Standorte angepasste Formen
(Populationen oder Rassen) einer Art herausgebildet, die es zu erhalten gilt. Dazu
dient beispielsweise die gezielte Verwendung gebietsheimischer Gehölze und Re-
giosaatgut für Naturschutz- oder Kompensationsmaßnahmen. Ein aktuelles Projekt
beschäftigt sich mit der Erhaltung und Vermarktung gebietsheimischen Saatgutes
(Regiosaatgut). Weiterhin unternimmt der Freistaat bereits seit den 1990iger Jah-
ren intensive Anstrengungen für die Erhaltung der sächsischen Weiß-Tanne als re-
gionalspezifische Herkunft der Art.“
S. 8, Abs. 1, Kap.1.1.2, Programm zur Biologischen Vielfalt im Freistaat Sachsen

Leitlinien Naturschutz und Landschaftspflege im Freistaat Sachsen
2010
12
A 5
Aufbau und Erhalt eines ökologischen Verbundsystems
Leitlinie
Ein funktionsfähiges Biotopverbundsystem ist entwickelt und gesichert; es ermöglicht
intakte ökologische Wechselbeziehungen. Das Biotopverbundsystem besteht aus
Kernflächen, Verbindungsflächen und Verbindungselementen.
Die Landschaft ist durchgängig für Flora und Fauna.
Zusammenfassende Übersicht der UQZ, UHZ und UQS für die Leitlinie A5
UQZ, UHZ, UQS
1. „Es wird ein Netz verbundener Biotope (Biotopverbund) geschaffen, das mindes-
tens 10 Prozent der Fläche eines jeden Landes umfassen soll.“
§ 20 Abs. 1 BNatSchG-neu-März2010
2. „Im Freistaat Sachsen wird ein landesweites Netz verbundener Biotope […] ge-
schaffen und dauerhaft erhalten, das mindestens 10 Prozent der Landesfläche um-
fassen soll.“
§ 1b Abs. 1 S. 1 SächsNatSchG
3. „Verwirklichung eines länderübergreifenden funktional orientierten Biotopver-
bundsystems auf mindestens 10 % der Landesfläche auf allen Maßstabsebenen bis
zum Jahre 2010.“
S. 29, B 1.1.3, Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt
4. „Bis 2010 besitzt Deutschland auf 10 % der Landesfläche ein repräsentatives und
funktionsfähiges System vernetzter Biotope. Dieses Netz ist geeignet, die Lebens-
räume der wildlebenden Arten dauerhaft zu sichern und ist integraler Bestandteil
eines europäischen Biotopverbunds.“
S. 28, Abs. 4, B 1.1.3, Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt
5. „Zur Sicherung und Weiterentwicklung natürlicher und naturnaher Flächen ist ein
Biotopverbund erforderlich. [Es] […] werden die Voraussetzungen für einen bun-
desweiten Biotopverbund geschaffen, der mindestens 10 % der Landesflächen
ausmachen soll.“
S. 292/293, Nationale Nachhaltigkeitsstrategie
6. „Bis 2015 werden auch raum- und gebietsbezogene Reduktionsziele erarbeitet.
Begründungen: Die Siedlungs- und Verkehrsflächen wuchsen von 2001 bis 2004 um
täglich ca. 115 ha. Dies führt zu einer Verknappung und Verinselung der Lebens-
räume für Pflanzen und Tiere […].“
S. 51, Abs. 3, B 2.7, Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt
7. „Neue Verkehrswege (v. a. Straße, Wasserstraße, Schiene) weisen eine ausreichen-
de ökologische Durchlässigkeit auf (z. B. Fischtreppen in Fließgewässern, Grünbrü-
cken an Verkehrswegen).“
S. 51, Abs. 7, B 2.8, Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt
8. „Bis 2020 gehen von den bestehenden Verkehrswegen in der Regel keine erhebli-
chen Beeinträchtigungen des Biotopverbundsystems mehr aus. Die ökologische
Durchlässigkeit von zerschnittenen Räumen ist erreicht.“
S. 52, Abs. 1, B 2.8, Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt
9. „Empfindliche Arten und Lebensgemeinschaften können auf klimabedingte Verän-
derungen durch räumliche Wanderungen in einem bis 2020 realisierten Netz
räumlich bzw. funktional verbundener Biotope reagieren.“
S. 56, Abs. 2, B 3.3, Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt

Leitlinien Naturschutz und Landschaftspflege im Freistaat Sachsen
2010
13
A 5
Aufbau und Erhalt eines ökologischen Verbundsystems
10. „Landesentwicklungsplan: Festlegung von landesweiten Vorgaben zur Anpassung
an die Folgen des Klimawandels insbesondere in folgenden Bereichen: […]
Sicherung eines ökologischen Verbundsystems zur Ermöglichung von temperatur-
bedingten Ausweich- und Wanderungsbewegungen von Tier- und Pflanzenarten.“
S. 15, Kap. A.3, Aktionsplan Klima und Energie des Freistaates Sachsen
11. „Konkretisierung des landesweiten Biotopverbunds durch die räumliche Planung
(Pläne und Programme i. S. des SächsLPlG).“
S. 22, Nr. 2, Anstrich 1, Kap. 2, Programm zur Biologischen Vielfalt im Freistaat
Sachsen
12. „Maßnahmen im Bereich Naturschutz: Schaffung von Wanderungskorridoren für
ausweichende oder durchziehende Arten durch
• Umsetzung des ökologischen Verbundsystems gemäß Vorgaben aus der räumli-
chen Planung (Landesplanung).“
S. 14, Kap. A.3, Aktionsplan Klima und Energie des Freistaates Sachsen
13. „Etablierung eines landesweiten Netzes verbundener Biotope (Biotopverbund)
gem. §1b SächsNatSchG bis 2015.“
S. 22, Nr. 2, Anstrich 2, Kap. 2, Programm zur Biologischen Vielfalt im Freistaat
Sachsen
14. „Definition einer naturraumbezogenen Mindestdichte von zur Vernetzung von
Biotopen erforderlichen linearen und punktförmigen Elementen (z. B. Saumstruk-
turen, Hecken, Feldraine, Trittsteinbiotope) bis 2010 und Abbau bestehender Un-
terschreitungen.“
S. 42, Abs. 1, B 1.3.2 und S. 48, B 2.4, Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt
15. „Bis 2015 ist entsprechend den Vorgaben der WRRL ein guter ökologischer und
chemischer Zustand bzw. ökologisches Potenzial der Flüsse erreicht; die ökologi-
sche Durchgängigkeit ist wiederhergestellt.“
S. 35, Abs. 3, B 1.2.4, Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt
16. „Verwirklichung eines internationalen Biotopverbundsystems in den Alpen und
den Hochlagen der Mittelgebirge bis 2020, besonders durch die Festlegung von
Ruhezonen und Wildnisgebieten.“
S. 39, Abs. 2, B 1.2.6, Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt
17. „Erarbeitung eines umfassenden Konzeptes zur Minimierung von Zerschneidungs-
effekten bis zum Jahre 2010.“
S. 29, B 1.1.3, Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt
18. „Bis 2020 weisen alle Bestände der Lebensraumtypen […] der geschützten […] und
gefährdeten Biotoptypen sowie solcher, […] die eine besondere Bedeutung für
wandernde Arten haben, einen gegenüber 2005 signifikant besseren Erhaltungszu-
stand auf, sofern ein guter Erhaltungszustand noch nicht erreicht ist.“
S. 29, Abs. 1, B 1.1.3, Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt
19. „- Erarbeitung eines umfassenden Konzeptes zur Minimierung von Zer-
schneidungseffekten bis zum Jahre 2010,
- Entwicklung eines bundesweiten Konzeptes zur Sicherung vorhandener UZVR
bis 2010,
- Förderung umweltverträglicher Verkehrsarten.“
S. 52, B 2.8, Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt

Leitlinien Naturschutz und Landschaftspflege im Freistaat Sachsen
2010
14
A 6
Natürliche Entwicklung und Prozessschutz
Leitlinie
Auf einem angemessenen Anteil der Landesfläche Sachsens hat die natürliche Entwick-
lung der Ökosysteme absoluten Vorrang. In diesen Naturentwicklungsgebieten (Pro-
zessschutzgebieten) findet keine wirtschaftsbestimmte Nutzung statt, so dass sich
Natur nach ihren eigenen Gesetzen ungestört entwickeln kann.
Die Naturentwicklungsgebiete weisen eine lebensraumspezifisch ausreichende Größe
auf und sind in den länderübergreifenden Biotopverbund integriert.
Zusammenfassende Übersicht der UQZ, UHZ und UQS für die Leitlinie A6
UQZ,
U
HZ, UQS
1. „Bis zum Jahre 2020 kann sich die Natur auf mindestens 2 % der Landesfläche
Deutschlands wieder nach ihren eigenen Gesetzmäßigkeiten entwickeln, beispiels-
weise in Bergbaufolgelandschaften, auf ehemaligen Truppenübungsplätzen, an
Fließgewässern, an den Meeresküsten, in Mooren und im Hochgebirge. Bei einem
Großteil der Wildnisgebiete handelt es sich um großflächige Gebiete.“
S. 40, Abs. 4, B 1.3.1, Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt
2. „Schaffung von Gebieten, die der natürlichen Entwicklung überlassen werden, in
lebensraumspezifisch ausreichender Größe bis 2020, Schaffung von Rückzugsgebie-
ten und Trittsteinen für gefährdete Arten, Integration der Wildnisgebiete in den
länderübergreifenden Biotopverbund.“
S. 41, Abs. 2, B 1.3.1, Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt
3. „Natürliche Entwicklung auf 10 % der Waldfläche der öffentlichen Hand bis 2020.“
S. 45, B 2.2, Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt
4. „Verwirklichung eines internationalen Biotopverbundsystems in den Alpen und den
Hochlagen der Mittelgebirge bis 2020, besonders durch die Festlegung von Ruhe-
zonen und Wildnisgebieten.“
S. 39, Abs. 2, B 1.2.6, Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt
5. „[…] natürliche Entwicklung auf 10 % der heute extensiv genutzten Niedermoore
bis 2010 sowie von weiteren 10 % bis 2020.“
S.38, B 1.2.5, Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt
6. „Bis 2020 ist ein gut funktionierendes Managementsystem für alle Großschutzge-
biete und Natura 2000-Gebiete etabliert.“
S. 28, B 1.1.3, Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt
7. „Bis zum Jahre 2020 kann sich die Natur auf 2 % der Fläche Deutschlands wieder
nach ihren eigenen Gesetzmäßigkeiten ungestört entwickeln und Wildnis entste-
hen.“
S. 28, Abs. 4, B 1.1.3, Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt
8. „Bäume und Sträucher der natürlichen Waldgesellschaft verjüngen sich ganz über-
wiegend natürlich. Mit naturnahen Bewirtschaftungsformen werden die natürli-
chen Prozesse zur Stärkung der ökologischen Funktionen genutzt. […]. 2020 beträgt
der Flächenanteil der Wälder mit natürlicher Waldentwicklung 5 % der Waldflä-
che.“
S. 31, B 1.2.1, Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt
9. „Ziele: Natürliche Entwicklung in allen Hochmooren und Moorwäldern; signifikante
Reduzierung des Torfabbaus ab 2015 bei gleichzeitiger Steigerung der Verwendung
von Torfersatzstoffen im Gartenbau; Wiedervernässung entwässerter Standorte.“
S. 57, Abs. 1, B 3.2, Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt

Leitlinien Naturschutz und Landschaftspflege im Freistaat Sachsen
2010
15
A 6
Natürliche Entwicklung und Prozessschutz
10. „Aus Landessicht stark ausbaubedürftig ist der Bereich der mittelgroßen Totalre-
servate [min. 50 ha, möglichst ca. 100 ha oder größer], der auch den Schwerpunkt
der TR-Konzeption bildet (vgl. Anlage 1 und Tab. 3).“
S. 26, Abs. 2, Fachliche Grundlagen zu Totalreservaten und Naturwaldzellen in
Sachsen
11. „Vorgeschlagen wird laut TR-Konzeption für die nächsten Jahre neben der Erweite-
rung von 12 bestehenden TR die Ausweisung von 52 neuen TR, insgesamt also die
Errichtung eines Netzes von 89 mittelgroßen TR mit landesweiter Bedeutung in
Sachsen (Auflistung in Anlage 1).“
S. 26, Abs. 2, Fachliche Grundlagen zu Totalreservaten und Naturwaldzellen in
Sachsen
12. „Unter Einbeziehung von ca. 4.000 ha TR-Vorschlägen in der Bergbaufolgeland-
schaft liegt die Gesamtfläche der in Sachsen vorgeschlagenen mittelgroßen und
großen Totalreservate bei etwa 18.400 ha und somit bei ca. 1 % der Landesfläche
von 1.841.000 ha.“
S. 29, Abs. 4, Fachliche Grundlagen zu Totalreservaten und Naturwaldzellen in
Sachsen
13. „Die Überführung von Flächen der Naturzone B in eine räumlich möglichst zu-
sammenhängende Naturzone A soll in einem Übergangszeitraum von etwa 30 Jah-
ren erfolgen (Anlage 5 Nr. 5 NLPR-VO). Aus dieser Vorgabe ergibt sich das Erfor-
dernis, über die Flächen der gegenwärtigen Naturzone A hinaus innerhalb von et-
wa 30 Jahren mindestens 3.600 ha der Naturzone B ebenfalls einer möglichst un-
gestörten natürlichen Entwicklung zu überlassen.
Dabei werden folgende Zwischenschritte angestrebt:
Flächenanteil Prozessschutz (Naturzone A, Naturzone B-Ruhebereich)
- 2008: über die Hälfte, d.h. Erfüllung der Mindestanforderungen an deutsche Na-
tionalparke (§ 24 Abs. 2 BNatSchG, § 17 Abs. 2 SächsNatSchG)
- ca. 2020: mindestens zwei Drittel
- ca. 2030: über drei Viertel, d.h. Erfüllung der internationalen Anforderungen an
Nationalparke (IUCN, Kategorie II).“
S. 15, Kap. 5.2.1.3, Nationalpark-Programm für den Nationalpark Sächsische
Schweiz

Leitlinien Naturschutz und Landschaftspflege im Freistaat Sachsen
2010
16
A 7
Nicht heimische und invasive Arten – Neobiota, GVO
Leitlinie
Gefährdungen der heimischen Tiere, Pflanzen und Mikroorganismen sowie der Le-
bensräume durch Ausbreitung invasiver Neobiota oder durch Freisetzung von gen-
technisch veränderten Organismen (GVO) werden durch Vorbeugung ausgeschlossen.
Die Ansiedlung oder Ausbreitung nicht heimischer Arten wird überwacht, so dass un-
verzüglich Maßnahmen zur Beseitigung invasiver Arten und sich ausbreitender GVO
ergriffen werden können.
Besondere Vorbeugungsmaßnahmen verhindern die Gefährdung von Schutzgebieten
und Waldökosystemen. Vorzugsweise wird heimisches Saat- und Pflanzgut verwendet.
Zusammenfassende Übersicht der UQZ, UHZ und UQS für die Leitlinie A7
UQZ, UHZ, UQS
1. „Berücksichtigung der Problematik der als invasiv bekannten Arten in Manage-
mentplänen bis 2020.“
S. 28, B 1.1.2, Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt
2. „Von GVO geht auch in Zukunft keine Gefährdung für die biologische Vielfalt, ins-
besondere in Schutzgebieten, aus.“
S. 47, Abs. 4, B 2.4, Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt

Leitlinien Naturschutz und Landschaftspflege im Freistaat Sachsen
2010
17
A 8
Umweltschonende Landnutzung, nachhaltiger Tourismus
Leitlinie
Die Landnutzung im Freistaat Sachsen erfolgt nachhaltig, effizient und umweltscho-
nend.
Landwirtschaft und ökologischer Landbau tragen maßgeblich zu einer landschaftstypi-
schen Vielfalt der Agrarökosysteme bei. Stoffliche Belastungen unterschreiten die
Grenzwerte (Critical loads und levels). Regionalspezifische Mindestdichten an vielfälti-
gen Vernetzungselementen bereichern den ländlichen Raum.
Waldnutzung, Fischereiwirtschaft, Binnenschifffahrt, Fließgewässerunterhaltung sowie
Hochwasserschutzmaßnahmen schonen die Naturhaushaltsfunktionen und stellen
keine erhebliche Beeinträchtigung der Naturgüter dar.
Tourismus und Naherholung erfolgen naturverträglich und haben keine negativen
Auswirkungen auf ökologisch sensible Gebiete.
Zusammenfassende Auflistung der UQZ, UHZ und UQS für die Leitlinie A8
UQZ, UHZ, UQS
1. „[…] and maintain and/or restore the ecological quality of wider landscape (2006
onwards) […].”
S. 6, Action A4.3.1, Halting the loss of biodiversity by 2010 – and beyond. Technical
annex 1
2. „Beibehaltung einer angemessenen Förderung des ökologischen Landbaus. In der
Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung wird für den ökologischen Landbau
ein 20 %-Ziel bis 2010 angestrebt.“
S. 48, B 2.4, Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt
3. „[Landwirtschaft:] Verringerung des Stickstoffüberschusses in der Gesamtbilanz bis
2010 auf 80 kg/ha, angestrebt wird eine weitere Verringerung bis 2015.“
S. 48, B 2.4, Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt
4. „Bis zum Jahre 2020 ist die Biodiversität in Agrarökosystemen deutlich erhöht. Bis
2015 sind die Populationen der Mehrzahl der Arten (insbesondere wildlebende Ar-
ten), die für die agrarisch genutzten Kulturlandschaften typisch sind, gesichert und
nehmen wieder zu.“
S. 47, Abs. 2, B 2.4, Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt
5. „Bis 2015 nimmt der Flächenanteil naturschutzfachlich wertvoller Agrarbiotope
hochwertiges Grünland, Streuobstwiesen) um mindestens 10 % gegenüber 2005
zu. In 2010 beträgt in agrarisch genutzten Gebieten der Anteil naturnaher Land-
schaftselemente (z. B. Hecken, Raine, Feldgehölze, Kleingewässer) mindestens
5 %.“
S. 47, Abs. 3, B 2.4, Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt
6. „Vom Verkehr ausgehende Beeinträchtigungen z. B. durch Schadstoffe, Lärm und
Licht werden weiter kontinuierlich reduziert (bezogen auf die Immissionen in
2005).“
S. 51, Abs. 6, B 2.8, Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt
7. „Der derzeitige Anteil der unzerschnittenen verkehrsarmen Räume ≥ 100 km
2
(UZVR) bleibt erhalten.“
S. 52, Abs. 2, B 2.8, Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt

Leitlinien Naturschutz und Landschaftspflege im Freistaat Sachsen
2010
18
A 8
Umweltschonende Landnutzung, nachhaltiger Tourismus
8. „Ziele: Natürliche Entwicklung in allen Hochmooren und Moorwäldern; signifikante
Reduzierung des Torfabbaus ab 2015 bei gleichzeitiger Steigerung der Verwendung
von Torfersatzstoffen im Gartenbau; Wiedervernässung entwässerter Standorte.“
S. 57, Abs. 1, B 3.2, Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt
9. „Bis zum Jahre 2020 werden die Belastungswerte (critical loads und levels) für Ver-
sauerung, Schwermetall- und Nährstoffeinträge (Eutrophierung) und für Ozon ein-
gehalten, so dass auch empfindliche Ökosysteme nachhaltig geschützt sind.“
S. 54, Abs. 2, B 3.1, Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt
10. „Schaffung von ökonomischen Anreizen zur Nutzungsextensivierung von Nieder-
mooren; natürliche Entwicklung auf 10 % der heute extensiv genutzten Nieder-
moore bis 2010 sowie von weiteren 10 % bis 2020.“
S.38, B 1.2.5, Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt
11. „Bis 2020 sind wesentliche Teile der heute intensiv genutzten Niedermoore exten-
siviert und weisen nur noch Grünlandnutzung auf. Typische Lebensgemeinschaften
entwickeln sich wieder.“
S. 37, B 1.2.5, Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt
12. „Besonderer Schutz alter Waldstandorte und Erhaltung sowie möglichst Vermeh-
rung der Waldflächen mit traditionellen naturschutzfachlich bedeutsamen Nut-
zungsformen bis 2020.“
S. 32, Abs. 2, B 1.2.1, Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt
13. „Zertifizierung von 80 % der Waldfläche nach hochwertigen ökologischen Stan-
dards bis 2010.“
S. 32, Abs. 2, B 1.2.1, Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt
14. „Bis zum Jahre 2020 haben sich die Bedingungen für die in Wäldern typischen Le-
bensgemeinschaften (Vielfalt in Struktur und Dynamik) weiter verbessert. Bäume
und Sträucher der natürlichen Waldgesellschaft verjüngen sich ganz überwiegend
natürlich. Mit naturnahen Bewirtschaftungsformen werden die natürlichen Prozes-
se zur Stärkung der ökologischen Funktionen genutzt. Alt- und Totholz sind in aus-
reichender Menge und Qualität vorhanden. 2020 beträgt der Flächenanteil der
Wälder mit natürlicher Waldentwicklung 5 % der Waldfläche.“
S. 31, B 1.2.1, Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt
15. „- Überprüfung und ggf. Weiterentwicklung und Konkretisierung der guten fachli-
chen Praxis der Land- und Forstwirtschaft aus Naturschutzsicht,
-
Konkretisierung von regionalspezifischen Mindestdichten an Vernetzungsele-
menten (Saumstrukturen und Trittsteinbiotope, z. B. Hecken, Feldraine),
-
Verstärkte Förderung traditioneller sowie umwelt- und naturverträglicher For-
men der Land- und Forstwirtschaft,
- Verstärkte Förderung alter Nutzpflanzensorten und alter Haustierrassen.“
S. 73, Abs. 2, C 6, Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt
16. „Der ökologische Landbau wird den Anforderungen an eine nachhaltige Landwirt-
schaft schon heute in besonderem Maße gerecht. Ziel ist es, den Anteil des ökolo-
gischen Landbaus an der landwirtschaftlich genutzten Fläche bis 2010 aus 20 % zu
steigern.“
S. 113, Abs. 4, Nationale Nachhaltigkeitsstrategie

Leitlinien Naturschutz und Landschaftspflege im Freistaat Sachsen
2010
19

Leitlinien Naturschutz und Landschaftspflege im Freistaat Sachsen
2010
20
Bo 1
Erhalt gebietstypischer Böden und ihrer Funktionen
Leitlinie
Die Böden bestehen in ihrer gebietstypischen, natürlich und historisch gewachsenen
Vielfalt. Seltene und naturnahe Böden werden erhalten. Die Böden erfüllen nachhaltig
zentrale Funktionen im Naturhaushalt und grundlegende nutzungsbezogene Funktio-
nen für den Menschen. Sie bieten dabei günstige Lebensbedingungen für standortty-
pische Arten und Lebensgemeinschaften.
In Verantwortung für künftige Generationen werden die Bodenfunktionen „natürliche
Ertragsfähigkeit“, „Filter-, Speicher- und Transformationsvermögen für Stoffe“ inklusi-
ve CO
2
-Speicherkapazität, „Regulation für den Wasserhaushalt“, „Biotopentwicklungs-
potenzial“ und „Lebensraum für Bodenorganismen“ sowie „Archiv für Natur- und Kul-
turgeschichte“ dauerhaft erhalten und entwickelt.
Zusammenfassende Übersicht der UQZ, UHZ und UQS für die Leitlinie Bo 1
UQZ, UHZ, UQS
1. „Bis zum Jahr 2020 hat sich die natürliche Speicherkapazität für CO
2
der Landle-
bensräume (z. B. durch Wiedervernässung und Renaturierung von Mooren und
durch die Zunahme naturnaher Wälder) um 10 % erhöht.“
S. 56, B 3.3, Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt
2. „Natürliche Entwicklung in allen Hochmooren und Moorwäldern; signifikante Re-
duzierung des Torfabbaus ab 2015 bei gleichzeitiger Steigerung der Verwendung
von Torfersatzstoffen im Gartenbau; Wiedervernässung entwässerter Standorte,
[…].“
S. 56, B 3.3, Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt
3. „Risks to soil biodiversity in EU substantially reduced by 2013.”
S. 4, Target A2.2, Halting the loss of biodiversity by 2010 – and beyond. Technical
annex 1

Leitlinien Naturschutz und Landschaftspflege im Freistaat Sachsen
2010
21
Bo 2
Sparsame, umweltschonende und effiziente Flächeninanspruchnahme
Leitlinie
Boden ist nur in sehr langen Zeiträumen erneuerbar – er wird deshalb sparsam, um-
weltschonend und effizient genutzt. Das Vorsorgeprinzip ist handlungsleitend.
Neuversiegelung wird vorrangig und größtenteils durch Entsiegelung kompensiert.
Flächige Bodenversiegelungen und Bauwerke werden nach Nutzungsaufgabe und bei
ausbleibender Nachnutzung in der Regel rückgebaut und die natürlichen Bodenfunkti-
onen in diesen Bereichen soweit möglich wieder hergestellt.
Zusammenfassende Übersicht der UQZ, UHZ und UQS für die Leitlinie Bo 2
UQZ, UHZ, UQS
1. „Erarbeitung eines umfassenden Konzeptes ‚Stadt der kurzen Wege‘ bis 2010 und
Umsetzung bis 2020.“
S. 51, B 2.7, Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt

Leitlinien Naturschutz und Landschaftspflege im Freistaat Sachsen
2010
22
Bo 3
Begrenzung der Siedlungs- und Verkehrsfläche
Leitlinie
Eine Neuausweisung von Siedlungs- und Verkehrsfläche erfolgt unter Beachtung der
demographischen Entwicklung nur, wenn keine anderen Siedlungs- und Verkehrsflä-
chen für die geplante Nutzung zur Verfügung stehen.
Der Umfang der täglichen Neuausweisung unterschreitet die sächsische Obergrenze
und trägt anteilig zur Unterschreitung der bundesweit geltenden Obergrenze bei.
Mittelfristig wird der Bedarf an Siedlungs- und Verkehrsfläche weitgehend durch Wie-
dernutzung und Flächenrecycling gedeckt.
Zusammenfassende Übersicht der UQZ, UHZ und UQS für die Leitlinie Bo 3
UQZ, UHZ, UQS
1. „[…] Ziel der Bundesregierung ist es deshalb, die Inanspruchnahme neuer Flächen
für Siedlungs- und Verkehrszwecke bis zum Jahr 2020 auf 30 Hektar (ha) pro Tag zu
begrenzen. […] Eine Fortsetzung der Entwicklung der letzten Jahre reicht nicht aus,
um das vorgegebene Ziel zu erreichen.“
S. 46, Abs. 1, 2, S. 3, Kap. B II. 4, Fortschrittsbericht 2008 zur Nat. Nachhaltigkeits-
strategie
2. „Ziel ist eine Flächeninanspruchnahme von maximal 30 ha pro Tag im Jahr 2020.
Gefordert sind hier in erster Linie die Landes- und Bauleitplanung zuständigen Län-
der und Kommunen.“
S. 99, Abs. 3, Nationale Nachhaltigkeitsstrategie
3. „Ziel: Reduzierung der Flächeninanspruchnahme bis zum Jahr 2020 auf unter
2 Hektar pro Tag.“
Gemeinsames Handlungsprogramm des SMI und des SMUL zur Reduzierung der
Flächeninanspruchnahme im Freistaat Sachsen
4. „Wir streben folgendes an: Das 30 ha-Ziel bleibt eine zentrale Leitvorstellung der
Bundesregierung. Im Rahmen der Weiterentwicklung der nationalen Nachhaltig-
keitsstrategie sollen weitere Aspekte und ggf. Ziele diskutiert werden.“
S. 51, B 2.7, Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt
5. „Bis zum Jahre 2020 beträgt die zusätzliche Flächeninanspruchnahme durch Sied-
lung und Verkehr maximal 30 ha pro Tag. Im Idealfall sollte es langfristig gelingen,
die tatsächliche Neuinanspruchnahme von Flächen weitgehend durch die erneute
Nutzung vorhandener Flächen zu ersetzen.“
S. 51, B 2.7, Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt
6. „Lenkung der Flächeninanspruchnahme auf die Wiedernutzbarmachung von Flä-
chen, die Nachverdichtung und andere Maßnahmen zur Innenentwicklung, durch
ein Verhältnis von Innenentwicklung zu Außenentwicklung von insgesamt 3:1.“
S. 51, B 2.7, Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt
7. „Bis 2015 werden auch raum- und gebietsbezogene Reduktionsziele [zur Flächen-
inanspruchnahme] erarbeitet.“
S. 51, B 2.7, Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt

Leitlinien Naturschutz und Landschaftspflege im Freistaat Sachsen
2010
23
Bo 4
Umgang mit Altlasten und schadstoffbelasteten Böden
Leitlinie
Bestehende Altlasten sind saniert oder dauerhaft gesichert und werden fortlaufend
überwacht, so dass keine weitergehenden negativen Auswirkungen auf den Boden
erfolgen.
Böden mit erheblichen geogenen, bergbau- oder siedlungsbedingten Schadstoffgehal-
ten werden nach Art und Intensität angepasst genutzt oder unterliegen keiner Nut-
zung, so dass für den Menschen keine Schadstoffbelastung von diesen Böden ausgeht.
Zusammenfassende Übersicht der UQZ, UHZ und UQS für die Leitlinie Bo 4
UQZ, UHZ, UQS
1. „Bis 2050 sind Altlasten weitgehend saniert.“
S. 49, B 2.5, Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt

Leitlinien Naturschutz und Landschaftspflege im Freistaat Sachsen
2010
24
Bo 5
Bodenentwicklung im Bereich land- und forstwirtschaftlicher Nutzung
Leitlinie
Die land- und forstwirtschaftliche Bodennutzung erfolgt standortangepasst und bo-
denschonend. Natürliche Bodenfruchtbarkeit, Wasserspeicherkapazität und Grund-
wasserneubildung werden erhalten und wiederhergestellt, Bodenverdichtung, Nähr-
stoff- und Pflanzenschutzmitteleintrag auf ein unvermeidbares und nicht bodenbeein-
trächtigendes Maß reduziert. Die Humusauflage, der Humusgehalt und die biologische
Bodenaktivität werden standorttypisch erhalten und gepflegt.
Zusammenfassende Übersicht der UQZ, UHZ und UQS für die Leitlinie Bo 5
UQZ, UHZ, UQS
1. „Der steigende Anteil von Bioprodukten sollte künftig stärker aus heimischem An-
bau gedeckt werden können; Ziel ist ein Flächenanteil von 20 % in den nächsten
Jahren. Die Bundesregierung wird die Rahmenbedingungen entsprechend gestal-
ten, damit sich weitere Betriebe für diese Anbauart entscheiden können.“
S. 85, Abs. 6, Kap. B III., Fortschrittsbericht 2008 zur Nat. Nachhaltigkeitsstrategie
2. „Die Bundesregierung beabsichtigt, die Rahmenbedingungen für den Einstieg [in
den ökologischen Landbau] so zu gestalten, dass in den nächsten Jahren ein Anteil
von 20 % erreicht werden kann.“
S. 63, Abs. 1, 2, Kap. B II. 12b, Fortschrittsbericht 2008 zur Nat. Nachhaltigkeitsstra-
tegie
3. „Kontinuierliche Rückführung der Bodenerosion bis 2020,
- Kontinuierliche Reduzierung der (Schad-) Stoffeinträge, um langfristig Beeinträch-
tigungen von Bodenfunktionen auszuschließen.
- Überprüfung und ggf. Konkretisierung und effiziente Umsetzung der guten fachli-
chen Praxis nach § 17 BBodSchG und § 5 BNatSchG zur Sicherstellung einer stand-
ortangepassten Bodennutzung. Zur Minimierung schädlicher Bodenveränderun-
gen durch Erosion werden im Rahmen des landwirtschaftlichen Fachrechts (Cross
Compliance) die landwirtschaftlichen Flächen nach ihrer Erosionsgefährdung klas-
sifiziert und erosionsmindernde Maßnahmen vorgeschrieben.“
S. 49, B 2.5, Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt

Leitlinien Naturschutz und Landschaftspflege im Freistaat Sachsen
2010
25
Bo 6
Bodenerosion und stoffliche Belastungen
Leitlinie
Bodenabtrag durch Wasser und Wind sowie Nährstoff- und Pflanzenschutzmittelaus-
trag werden durch angepasste Bewirtschaftung und weitergehende Maßnahmen
weitgehend vermieden. Der Stoffeintrag in Gewässer orientiert sich an den natürli-
chen Hintergrundwerten.
Zusammenfassende Übersicht der UQZ, UHZ und UQS für die Leitlinie Bo 6
UQZ, UHZ, UQS
1. „Verringerung des Stickstoffüberschusses in der Gesamtbilanz bis 2010 auf
80 kg/ha, angestrebt wird eine weitere Verringerung bis 2015.“
S. 48, B 2.4, Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt
2. „Verringerung der betrieblichen Stickstoffüberschüsse auf 60 kg N/ha ab dem Jahre
2011 (EPLR).“
S. 25, Nr. 8, Anstrich 10, Kap. 2, Programm zur Biologischen Vielfalt im Freistaat
Sachsen
3. „Signifikante Reduktion des Eintrags von Pflanzenschutzmitteln in Böden und Ge-
wässer bis 2015,
- Verminderung des Umwelteintrags von Arzneimitteln, hormonell wirksamen Sub-
stanzen und anderen Xenobiotika,
- Reduzierung von Schadstoffeinträgen.“
S. 55, B 3.1, Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt
4. „Reduzierung der Schadstoffeinträge in die Meeresumwelt bis 2020 auf das Niveau
der natürlichen Hintergrundkonzentrationen und bei synthetischen Stoffen auf na-
he Null (HELCOM, OSPAR).“
S. 55, B 3.1, Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt
5. „Bis zum Jahre 2020 werden die Belastungswerte (critical loads und levels) für Ver-
sauerung, Schwermetall- und Nährstoffeinträge (Eutrophierung) […] eingehalten,
so dass auch empfindliche Ökosysteme nachhaltig geschützt sind.“
S. 54, B 3.1, Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt
6. „Kontinuierliche Rückführung der Bodenerosion bis 2020, Kontinuierliche Reduzie-
rung der (Schad-) Stoffeinträge, um langfristig Beeinträchtigungen von Bodenfunk-
tionen auszuschließen. Überprüfung und ggf. Konkretisierung und effiziente Um-
setzung der guten fachlichen Praxis nach § 17 BBodSchG und § 5 BNatSchG zur Si-
cherstellung einer standortangepassten Bodennutzung. Zur Minimierung schädli-
cher Bodenveränderungen durch Erosion werden im Rahmen des landwirtschaftli-
chen Fachrechts (Cross Compliance) die landwirtschaftlichen Flächen nach ihrer
Erosionsgefährdung klassifiziert und erosionsmindernde Maßnahmen vorgeschrie-
ben.“
S. 49, B 2.5, Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt
7. „Weiterführung des Reduktionsprogramms chemischer Pflanzenschutz mit dem
Ziel, Risiken, die durch die Anwendung chemischer Pflanzenschutzmittel entstehen
können, weiter zu reduzieren.“
S. 48, B 2.4, Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt

Leitlinien Naturschutz und Landschaftspflege im Freistaat Sachsen
2010
26
Bo 7
Ressourcen- und bodenschonender Rohstoffabbau
Leitlinie
Der Rohstoffabbau beansprucht nur das notwendige Minimum gewachsener Böden,
Der Abbau endlicher Ressourcen erfolgt sparsam und effizient.
Nach Abschluss des Rohstoffabbaus werden die Böden in ihrer Struktur und in ihren
natürlichen Funktionen wiederhergestellt oder in Hinblick auf eine andere Nachnut-
zung gestaltet.
[ keine UQZ, UQS, UHZ für diese Leitlinie ]

Leitlinien Naturschutz und Landschaftspflege im Freistaat Sachsen
2010
27
Wa 1
Ökologische Funktionen
Leitlinie
Intakte ökologische Funktionen von aquatischen Ökosystemen sichern die Qualität der
Gewässerlebensräume einschließlich der direkt von ihnen abhängenden Landökosys-
teme und Feuchtgebiete mit ihrer vielfältigen Flora und Fauna.
1. Gewässer für die Entnahme von Trinkwasser
„(1) Die Mitgliedstaaten ermitteln in jeder Flussgebietseinheit
- alle Wasserkörper, die für die Entnahme von Wasser für den menschlichen Ver-
brauch genutzt werden und die durchschnittlich mehr als 10 m
3
täglich liefern
oder mehr als 50 Personen bedienen, und
- die für eine solche künftige Nutzung bestimmten Wasserkörper.
Die Mitgliedstaaten überwachen im Einklang mit den Bestimmungen des An-
hangs V die Wasserkörper, die nach Anhang V durchschnittlich mehr als 100 m
3
täglich liefern. […].
(3) Die Mitgliedstaaten sorgen für den erforderlichen Schutz der ermittelten Was-
serkörper, um eine Verschlechterung ihrer Qualität zu verhindern und so den für
die Gewinnung von Trinkwasser erforderlichen Umfang der Aufbereitung zu ver-
ringern. Die Mitgliedstaaten können Schutzgebiete für diese Wasserkörper festle-
gen.“
Art. 7 Abs. 1 und 3 WRRL
UQZ, UHZ, UQS
2. „Unsere Ziele sind: Bis 2020 sind Fließgewässer und ihre Auen in ihrer Funktion als
Lebensraum soweit gesichert, dass eine für Deutschland naturraumtypische Viel-
falt gewährleistet ist.“
„Bis 2015 ist entsprechend den Vorgaben der WRRL ein guter ökologischer und
chemischer Zustand bzw. ökologisches Potenzial der Flüsse erreicht; die ökologi-
sche Durchgängigkeit ist wiederhergestellt.
Bis 2020 verfügt der überwiegende Teil der Fließgewässer wieder über mehr na-
türliche Überflutungsräume.
Bis 2020 besitzen viele Flüsse wieder gute Badegewässerqualität.
Der Bestand der für das jeweilige Fließgewässer charakteristischen Fischfauna ist
dauerhaft gesichert.
Der Bestand aller fischereilich bedeutsamen Arten ist dauerhaft gesichert. Die
Schadstoffbelastung der Fische (z. B. Aal) und Muscheln ist bis 2025 soweit redu-
ziert, dass diese (wieder) uneingeschränkt genießbar sind.“
S. 35, B 1.2.4, Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt
3. „Lebensräume: Moore:
• Schutz des Wasserhaushalts intakter Moore und dauerhafte Wiederherstellung
regenerierbarer Moore bis 2020,“
S. 38, B 1.2.5, Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt
4. „Lebensräume: Seen, Weiher [...]:
• Renaturierung beeinträchtigter Stillgewässer einschließlich ihrer Uferbereiche
und ökologische Sanierung der Einzugsgebiete bis 2015,
• Flächenhafte Anwendung der guten fachlichen Praxis in der Binnenfischerei,
• Förderung der naturverträglichen Erholungsnutzung und Besucherlenkung in
ökologisch sensiblen Bereichen von Stillgewässern,“
S. 34, B 1.2.3, Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt

Leitlinien Naturschutz und Landschaftspflege im Freistaat Sachsen
2010
28
Wa 1
Ökologische Funktionen
UQZ, UHZ, UQS
5.
„Lebensräume: Flüsse, Auen:
• Wiederherstellung, Redynamisierung und Neuanlage von natürlichen oder na-
turverträglich genutzten Auwäldern,
• Anpassung der landwirtschaftlichen Nutzung in erosionsgefährdeten Bereichen
der Auen und eingeschränkte Ausbringung von Dünge- und Pflanzenschutzmit-
teln im HQ100-Bereich, um erhebliche nachteilige Auswirkungen auf die Gewäs-
ser zu vermeiden, bis 2015,
• Anwendung der guten fachlichen Praxis in der Binnenfischerei,“
• Förderung der naturverträglichen Erholungsnutzung und Besucherlenkung in
ökologisch sensiblen Bereichen von Fließgewässern,“
• Nutzung der Wasserkraft bei Modernisierung oder Neubau der Wasserkraftanla-
ge unter Beibehaltung der charakteristischen Eigenarten des Fließgewässers, der
Gewährleistung der ökologischen Durchgängigkeit sowie der Verbesserung oder
Wiederherstellung der Funktionsfähigkeit,“
• Wiederherstellung der ökologischen Durchgängigkeit der Fließgewässer (Fisch-
aufstieg, Fischabstieg) bis 2015,“
S. 36, B 1.2.4, Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt
6. „Aktionsfelder: Wasser: Maßnahmen Länder/Kommunen
• Aufstellung von Programmen zur naturräumlichen Entwicklung der Gewässer
• Renaturierung von Gewässern
• Ausweisung der Überschwemmungsgebiete und der überschwemmungsgefähr-
deten Gebiete
• Schaffung zusätzlicher Überschwemmungsflächen auf freiwilliger Basis
• Ortsnahe Versickerung von Niederschlagswasser
• Sanierung aller gewässergefährdenden Altlasten
• Maßnahmen zur Verbesserung der Wasserrückhaltung in Hochwasserentste-
hungsgebieten (z. B. durch Aufforstung)
• Maßnahmen zur Verbesserung der Grundwasserqualität durch angepasste
Landnutzung“
S. 70, C 4, Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt

Leitlinien Naturschutz und Landschaftspflege im Freistaat Sachsen
2010
29
Wa 2
Vernetzung und Durchgängigkeit von Gewässerökosystemen
Leitlinie
Die funktionsfähige Vernetzung der Gewässerökosysteme ermöglicht deren Erhaltung
und Durchgängigkeit. Die Gewässerökosysteme und die von ihnen abhängigen
Landökosysteme sind als Bestandteile des Naturhaushaltes in ihrer Entwicklung soweit
gesichert, dass sie ihre vielfältigen Funktionen für den Biotopverbund erfüllen können.
Liste der UQZ, UHZ und UQS für die Leitlinie Wa 2
UQZ, UHZ, UQS
1. „Biodiversität: Umwelteinflüsse (Klimawandel):
• Verwirklichung eines internationalen Biotopverbundsystems,
• Natürliche Entwicklung in allen Hochmooren und Moorwäldern; signifikante Re-
duzierung des Torfabbaus ab 2015 bei gleichzeitiger Steigerung der Verwendung
von Torfersatzstoffen im Gartenbau; Wiedervernässung entwässerter Standor-
te,“
S. 56 f., B 3.2, Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt
2.
„Wiederherstellung der ökologischen Durchgängigkeit der Fließgewässer (Fisch-
aufstieg, Fischabstieg) bis 2015“
„Nutzung der Wasserkraft bei Modernisierung oder Neubau der Wasserkraftanla-
ge unter Beibehaltung der charakteristischen Eigenarten des Fließgewässers, der
Gewährleistung der ökologischen Durchgängigkeit sowie der Verbesserung oder
Wiederherstellung der Funktionsfähigkeit“
S. 36, B 1.2.4, Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt
3.
Flüsse und Auen, Unsere Ziele sind: Bis 2015 ist entsprechend den Vorgaben der
WRRL ein guter ökologischer und chemischer Zustand bzw. ökologisches Potenzial
der Flüsse erreicht; die ökologische Durchgängigkeit ist wiederhergestellt.“
S. 35, B 1.2.4, Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt
4. „Lebensräume: Flüsse, Auen:
• Erreichung des guten ökologischen und chemischen Zustandes bzw. des guten
ökologischen Potenzials der Fließgewässer bis 2015,
• Verbesserung des Zustandes der Fließgewässer der grundwasserabhängigen
Landökosysteme und der wasserabhängigen Schutzgebiete bis 2015,“
S. 36, B 1.2.4, Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt
5.
Biodiversität: Umwelteinflüsse (Klimawandel): Ziele „Empfindliche Arten und Le-
bensgemeinschaften können auf klimabedingte Veränderungen durch räumliche
Wanderungen in einem bis 2020 realisierten Netz räumlich bzw. funktional ver-
bundener Biotope reagieren.“
S. 56, B 3.3, Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt

Leitlinien Naturschutz und Landschaftspflege im Freistaat Sachsen
2010
30
Wa 3
Umweltverträgliche Hochwasservorsorge
Leitlinie
Bei Hochwasserereignissen ist das Schadensrisiko minimiert. Dies wird durch den regi-
onalen Besonderheiten angepasste Lösungen zu Vermeidung, Schutz und Vorsorge
gewährleistet. Vorbeugenden Strategien und Maßnahmen des Hochwasserschutzes,
insbesondere der Vergrößerung des Wasserrückhaltevermögens in den Hochwasser-
entstehungsgebieten sowie der Erhöhung des Retentionsraums in den Auen wird Vor-
rang eingeräumt. Unvermeidbare technische Hochwasserschutzanlagen beeinträchti-
gen die Gewässerdurchgängigkeit und Funktionalität der Auenökosysteme so gering
wie möglich.
Liste der UQZ, UHZ und UQS für die Leitlinie Wa 3
UQZ, UHZ, UQS
1. „Lebensräume: Flüsse, Auen:
• Dauerhafte Sicherung der Überschwemmungsgebiete HQ100 (d. h. Gebiete, die
statistisch mindestens einmal in 100 Jahren überschwemmt werden), in denen
Schäden durch Hochwasser zu erwarten sind, bis 2012, für Gebiete mit hohem
Schadenspotenzial bis 2010,
• Vergrößerung der Rückhalteflächen an den Flüssen um mindestens 10 % bis 2020
• Wiederherstellung, Redynamisierung und Neuanlage von natürlichen oder na-
turverträglich genutzten Auwäldern,
• Anpassung der landwirtschaftlichen Nutzung in erosionsgefährdeten Bereichen
der Auen und eingeschränkte Ausbringung von Dünge- und Pflanzenschutzmit-
teln im HQ100-Bereich, um erhebliche nachteilige Auswirkungen auf die Gewäs-
ser zu vermeiden, bis 2015,“
B 1.2.4, S. 36 Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt
2. „Aktionsfelder: Wasser: Maßnahmen Länder/Kommunen
• Aufstellung von Programmen zur naturräumlichen Entwicklung der Gewässer
• Renaturierung von Gewässern
• Ausweisung der Überschwemmungsgebiete und der überschwemmungsgefähr-
deten Gebiete
• Schaffung zusätzlicher Überschwemmungsflächen auf freiwilliger Basis
• Ortsnahe Versickerung von Niederschlagswasser
• Sanierung aller gewässergefährdenden Altlasten
• Maßnahmen zur Verbesserung der Wasserrückhaltung in Hochwasserentste-
hungsgebieten (z. B. durch Aufforstung)
• Maßnahmen zur Verbesserung der Grundwasserqualität durch angepasste
Landnutzung“
S. 70, C 4, Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt

Leitlinien Naturschutz und Landschaftspflege im Freistaat Sachsen
2010
31
Wa 3
Umweltverträgliche Hochwasservorsorge
UQZ, UHZ, UQS
3. Biotopverbund: Den Flüssen mehr Raum geben: „Die Funktion der Auen als natür-
liche Überschwemmungsgebiete ist zu erhalten und überall dort, wo es möglich
ist, wiederherzustellen. Das neue Bundesnaturschutzgesetz legt fest, dass die
Bundesländer mindestens 10 % der Landesfläche als Biotopverbund ausweisen.
Dazu bieten sich insbesondere die Flussauen an. Auch das Wasserhaushaltsgesetz
enthält bereits seit langem zentrale Vorgaben zum vorbeugenden Hochwasser-
schutz. Seit 1996 ist der Grundsatz, natürliche Gewässer und Rückhalteflächen zu
erhalten oder rückzugewinnen, im Gesetz ausdrücklich verankert.“
S. 1 Abs. 6 5-Punkte-Programm vorbeugender HW-Schutz
4. Wasser: Den Flüssen mehr Raum geben: „Die historisch gewachsenen Siedlungs-
bereiche müssen durch Deiche geschützt werden. Allerdings erhöht jede Eindei-
chung die Hochwassergefahr für die Unterlieger. Daher muss eine länderübergrei-
fende Anstrengung unternommen werden, im unbesiedelten Bereich den Flüssen
ihre natürlichen Überschwemmungsflächen auch durch die Zurückverlegung von
Deichen zurückzugeben. Die landwirtschaftliche Nutzung ist anzupassen, so ist z.
B. Ackerland in Grünland umzuwandeln, weil dadurch Bodenerosion vermieden
werden kann. Wirtschaftliche Nachteile für die Landwirte sind z. B. durch Förder-
programme der EU auszugleichen.“
S. 1 Abs. 4 5-Punkte-Programm vorbeugender HW-Schutz
5. Wasser: Hochwasser dezentral zurückhalten: „Im Einzugsbereich der Quell- und
Nebenflüsse müssen alle Möglichkeiten zur Hochwasserrückhaltung genutzt wer-
den. Dazu gehören
- wirksamer Schutz der bestehenden Auenwälder und soweit möglich ihre Wie-
derherstellung
- Renaturierung, bei der Gewässerbegradigungen und Uferbefestigungen rückgän-
gig gemacht werden,
- Errichtung von „grünen“ Hochwasserrückhaltebecken,
- verstärkte Nutzung der Talsperren zur Hochwasserrückhaltung,
- erhöhte Wasserrückhaltung in Siedlungsgebieten, z. B. durch Versickerung am
Ort des Niederschlags,
- Verbesserung der Versickerungsfähigkeit des Bodens durch deutliche Reduzie-
rung der Flächeninanspruchnahme und der Versiegelung,
- Sicherung einer standortgerechten Landnutzung insbesondere in Tallagen und
erosionsgefährdeten Hanglagen.“
S. 2 Abs. 3 5-Punkte-Programm vorbeugender HW-Schutz

Leitlinien Naturschutz und Landschaftspflege im Freistaat Sachsen
2010
32
Wa 4
Hohe Umweltqualität der Gewässer
Leitlinie
Die Gewässerökosysteme weisen eine hohe Umweltqualität auf bzw. werden zu sol-
chen mit hoher Qualität entwickelt. Sie besitzen in ausreichendem Maße die Fähigkeit
zur Selbstreinigung. Schädliche Stoffeinträge, insbesondere auch solche diffuser Art,
werden weitgehend vermieden bzw. reduziert. Die Qualitätsnormen der EU-WRRL
werden eingehalten. Notwendige Wasserentnahmen erfolgen umweltverträglich un-
ter Wahrung der guten Qualität und Erhaltung der Funktionen der Gewässer ein-
schließlich ihrer Ufer- und Auenbereiche.
Liste der UQZ, UHZ und UQS für die Leitlinie Wa 4
UQZ, UHZ, UQS
1. „Landwirtschaft:
• Verringerung des Stickstoffüberschusses in der Gesamtbilanz bis 2010 auf
80 kg/ha, angestrebt wird eine weitere Verringerung bis 2015,“
B 2.4, S. 48 Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt
2. „Biodiversität: Umwelteinflüsse (Stoffeinträge):
• Signifikante Reduktion des Eintrags von Pflanzenschutzmitteln in Böden und
Gewässer bis 2015,
• Verminderung des Umwelteintrags von Arzneimitteln, hormonell wirksamen
Substanzen und anderen Xenobiotika,
• Reduzierung von Schadstoffeinträgen“
B 3.1, S. 55 Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt
3. „Aktionsfelder: Wasser: Maßnahmen EU/Bund
• Bundesweite Vorgaben für den Umgang mit Niederschlagswasser“
C 4, S. 69 Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt
4. „Aktionsfelder: Wasser: Maßnahmen Länder/Kommunen
• Aufstellung von Programmen zur naturräumlichen Entwicklung der Gewässer
• Renaturierung von Gewässern
• Ausweisung der Überschwemmungsgebiete und der überschwemmungsgefähr-
deten Gebiete
• Ortsnahe Versickerung von Niederschlagswasser
• Sanierung aller gewässergefährdenden Altlasten
C 4, S. 70 Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt
5. „Lebensräume: Flüsse, Auen:
• Erreichung des guten ökologischen und chemischen Zustandes bzw. des guten
ökologischen Potenzials der Fließgewässer bis 2015,
• Verbesserung des Zustandes der Fließgewässer der grundwasserabhängigen
Landökosysteme und der wasserabhängigen Schutzgebiete bis 2015,“
B 1.2.4, S. 36 Nationale Strategie zur biologischen Vielfaltalt

Leitlinien Naturschutz und Landschaftspflege im Freistaat Sachsen
2010
33
Wa 4
Hohe Umweltqualität der Gewässer
UQZ, UHZ, UQS
6. „Ziele: Ziel des Gewässerschutzes ist es, überall in Deutschland Gewässer mit einer
guten ökologischen Qualität zu erhalten oder wiederherzustellen. Eine gute ökolo-
gische Gewässerqualität entspricht den Erfordernissen des Ökosystems, insbeson-
dere der Erhaltung oder Regeneration naturraumtypischer Lebensgemeinschaften.
Um dieses Ziel zu erreichen, müssen schädliche Auswirkungen von Stoffen ver-
mieden bzw. vermindert und Mindestanforderungen an die Gewässerstruktur er-
füllt werden.
Verbesserung
des
Sauerstoffhaushaltes
Vermeidung
gefährlicher
Stoffe
Verbesserung
der
Gewässerstruktur.“
(von Internetseite:
http://www.bmu.de/gewaesserschutz/fb/fluesse_seen/doc/2886.php,
13.08.09)
7. „Lebensräume: Flüsse, Auen: Wir streben folgendes an:
• Erreichung des guten ökologischen und chemischen Zustandes bzw. des guten
ökologischen Potenzials der Fließgewässer bis 2015,
• Verbesserung des Zustandes der Fließgewässer, der grundwasserabhängigen
Landökosysteme und der wasserabhängigen Schutzgebiete bis 2015,
• Wiederherstellung, Redynamisierung und Neuanlage von natürlichen oder na-
turverträglich genutzten Auwäldern,
• Anpassung der landwirtschaftlichen Nutzung in erosionsgefährdeten Bereichen
der Auen und eingeschränkte Ausbringung von Dünge- und Pflanzenschutzmit-
teln im HQ100-Bereich, um erhebliche nachteilige Auswirkungen auf die Gewäs-
ser zu vermeiden, bis 2015,
• Anwendung der guten fachlichen Praxis in der Binnenfischerei,
• Nutzung der Wasserkraft bei Modernisierung oder Neubau der Wasserkraftanla-
ge unter Beibehaltung der charakteristischen Eigenarten des Fließgewässers, der
Gewährleistung der ökologischen Durchgängigkeit sowie der Verbesserung oder
Wiederherstellung der Funktionsfähigkeit,“
B 1.2.4, S. 36 Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt
8. „Unsere Ziele sind:
Bis 2020 sind Fließgewässer und ihre Auen in ihrer Funktion als Lebensraum so-
weit gesichert, dass eine für Deutschland naturraumtypische Vielfalt gewährleistet
ist.
Bis 2015 ist entsprechend den Vorgaben der WRRL ein guter ökologischer und
chemischer Zustand bzw. ökologisches Potenzial der Flüsse erreicht […]
Bis 2020 besitzen viele Flüsse wieder gute Badegewässerqualität.
Der Bestand der für das jeweilige Fließgewässer charakteristischen Fischfauna ist
dauerhaft gesichert. […]“
B 1.2.4, S. 35 Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt
9. „Lebensräume: Seen, Weiher ...: Ziele
Seen, Weiher und Teiche einschließlich der Ufer- und Verlandungszonen weisen
dauerhaft eine naturraumtypische Vielfalt auf und erfüllen ihre Funktion als Le-
bensraum. Ab sofort findet keine Verschlechterung der ökologischen Qualität der
Oberflächengewässer mehr statt.
Bis 2015 ist mindestens ein guter ökologischer und chemischer Zustand (WRRL) er-
reicht, in Natura 2000-Gebieten ist der Erhaltungszustand signifikant verbessert.
Die Schadstoffbelastung der Fische (z. B. Aal) und Muscheln ist bis 2015 soweit re-
duziert, dass diese (wieder) uneingeschränkt genießbar sind.“
B 1.2.3, S. 34 Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt
10. „Biodiversität: Boden: Ziele
• Kontinuierliche Rückführung der Bodenerosion bis 2020,
• Kontinuierliche Reduzierung der (Schad-) Stoffeinträge, um langfristig Beein-
trächtigungen von Bodenfunktionen auszuschließen.
• Überprüfung und ggf. Konkretisierung und effiziente Umsetzung der guten fach-
lichen Praxis nach § 17 BBodSchG und § 5 BNatSchG zur Sicherstellung einer
standortangepassten Bodennutzung. Zur Minimierung schädlicher Bodenverän-
derungen durch Erosion werden im Rahmen des landwirtschaftlichen Fachrechts
(Cross Compliance) die landwirtschaftlichen Flächen nach ihrer Erosionsgefähr-
dung klassifiziert und erosionsmindernde Maßnahmen vorgeschrieben.“

Leitlinien Naturschutz und Landschaftspflege im Freistaat Sachsen
2010
34
Wa 4
Hohe Umweltqualität der Gewässer
UQZ, UHZ, UQS
11. „Wir streben Folgendes an: […]
- Renaturierung beeinträchtigter Stillgewässer einschließlich ihrer Uferbereiche
und ökologische Sanierung der Einzugsgebiete bis 2015,
- Flächenhafte Anwendung der guten fachlichen Praxis in der Binnenfischerei,
- Schaffung eines ökologischen Zertifizierungssystems für Aquakulturprodukte
aus der Binnenfischerei bis 2010,
- Förderung der naturverträglichen Erholungsnutzung und Besucherlenkung in
ökologisch sensiblen Bereichen von Stillgewässern,
- Vermeidung der Einschleppung invasiver gebietsfremder Arten […]“
B 1.2.3, S. 33/34 Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt
12.
„Unter umweltpolitischen Gesichtspunkten bedeutet nachhaltige Landwirtschaft
insbesondere, dass Boden, Wasser und Luft geschützt sowie die Bodenfruchtbar-
keit und die biologische Vielfalt erhalten bzw. vermehrt werden. Dünger und
Pflanzenschutzmittel sind bedarfsgerecht und effizient einzusetzen. Umweltbelas-
tungen, insbesondere Nitrateinträge in die Gewässer und Ammoniakemissionen
sind so weit wie möglich zu vermeiden.“
S. 113, Pkt. 12, Kap. D Nationale Nachhaltigkeitsstrategie
13. „Unsere Vision für die Zukunft ist: Luft, Wasser und Boden haben eine hohe Quali-
tät. Sie gewährleisten einen funktionsfähigen Naturhaushalt, eine naturraumtypi-
sche Ausprägung der biologischen Vielfalt und sind eine wichtige Voraussetzung
für die menschliche Gesundheit. […]
Unsere Ziele sind: […]Bis 2015 weisen die Flüsse, Seen, Übergangs- und Küstenge-
wässer einen guten chemischen und guten ökologischen Zustand auf. Heute be-
reits sehr gute Zustände von Gewässern verschlechtern sich nicht.“
B 3.1, S. 53 Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt

Leitlinien Naturschutz und Landschaftspflege im Freistaat Sachsen
2010
35
Wa 5
Grundwasser und grundwasserabhängige Ökosysteme
Leitlinie
Die gute chemische, biologische und mengenmäßige Qualität der Grundwasserkörper
beruht auf der Gewährleistung eines Gleichgewichtes zwischen Grundwasserentnah-
me und -neubildung sowie einer geringen Konzentration von Schadstoffen im Grund-
wasser.
Grundwasserabhängige Biotope und Ökosysteme wie Moore, Sümpfe, Feuchtgrün-
land und -wälder sind mit ihren charakteristischen Lebensgemeinschaften in ihrer
Existenz gesichert und befinden sich in einem guten naturschutzfachlichen Zustand
bzw. werden nach Möglichkeit in einen solchen entwickelt.
Liste der UQZ, UHZ und UQS für die Leitlinie Wa 5
UQZ, UHZ, UQS
1. „(1) Die Mitgliedstaaten ermitteln in jeder Flussgebietseinheit
- alle Wasserkörper, die für die Entnahme von Wasser für den menschlichen Ver-
brauch genutzt werden und die durchschnittlich mehr als 10 m
3
täglich liefern
oder mehr als 50 Personen bedienen, und
- die für eine solche künftige Nutzung bestimmten Wasserkörper.
Die Mitgliedstaaten überwachen im Einklang mit den Bestimmungen des An-
hangs V die Wasserkörper, die nach Anhang V durchschnittlich mehr als 100 m
3
täglich liefern.“
(3) Die Mitgliedstaaten sorgen für den erforderlichen Schutz der ermittelten Was-
serkörper, um eine Verschlechterung ihrer Qualität zu verhindern und so den für
die Gewinnung von Trinkwasser erforderlichen Umfang der Aufbereitung zu ver-
ringern. Die Mitgliedstaaten können Schutzgebiete für diese Wasserkörper festle-
gen.
Art. 7 Abs. 1 Anstrich 1, 2 und Abs. 3 EU-WRRL

Leitlinien Naturschutz und Landschaftspflege im Freistaat Sachsen
2010
36
Wa 5
Grundwasser und grundwasserabhängige Ökosysteme
2. „In Bezug auf die Umsetzung der in den Bewirtschaftungsplänen für die Einzugs-
gebiete festgelegten Maßnahmenprogramme gilt folgendes:
b) bei Grundwasser:
i) die Mitgliedstaaten führen, vorbehaltlich der Anwendung der Absätze 6 und 7,
unbeschadet des Absatzes 8 und vorbehaltlich der Anwendung des Artikels 11
Absatz 3 Buchstabe j), die erforderlichen Maßnahmen durch, um die Einleitung
von Schadstoffen in das Grundwasser zu verhindern oder zu begrenzen und ei-
ne Verschlechterung des Zustands aller Grundwasserkörper zu verhindern;
ii) die Mitgliedstaaten schützen, verbessern und sanieren alle Grundwasserkörper
und gewährleisten ein Gleichgewicht zwischen Grundwasserentnahme und -
neubildung mit dem Ziel, spätestens 15 Jahre nach Inkrafttreten dieser Richtli-
nie gemäß den Bestimmungen des Anhangs V, vorbehaltlich etwaiger Verlän-
gerungen gemäß Absatz 4 sowie der Anwendung der Absätze 5, 6 und 7, unbe-
schadet des Absatzes 8 und vorbehaltlich des Artikels 11 Absatz 3 Buchstabe j)
einen guten Zustand des Grundwassers zu erreichen;
iii) die Mitgliedstaaten führen die erforderlichen Maßnahmen durch, um alle sig-
nifikanten und anhaltenden Trends einer Steigerung der Konzentration von
Schadstoffen aufgrund der Auswirkungen menschlicher Tätigkeiten umzukeh-
ren und so die Verschmutzung des Grundwassers schrittweise zu reduzieren.
Die Maßnahmen zum Erreichen einer Trendumkehr werden gemäß Artikel 17
Abs. 2, 4 und 5 unter Berücksichtigung der in den einschlägigen gemeinschaft-
lichen Rechtsvorschriften festgelegten Normen vorbehaltlich der Anwendung
der Absätze 6 und 7 und unbeschadet des Absatzes 8 durchgeführt;“
Art. 4 Abs. 1 Bst. b Unterpunkt i - iii EU-WRRL

Leitlinien Naturschutz und Landschaftspflege im Freistaat Sachsen
2010
37
Wa 5
Grundwasser und grundwasserabhängige Ökosysteme
UQZ, UHZ, UQS
3. „Lebensräume: GW-Ökosysteme: Ziele: Spätestens ab 2015 sind alle grundwas-
sertypischen Arten und Gemeinschaften im jeweiligen Habitat bzw. Naturraum
nicht gefährdet.
Der thermische Zustand des Grundwassers bleibt von vermeidbaren anthropoge-
nen Einflüssen verschont.
Bis 2020 sind flächendeckend anthropogene diffuse Einträge in das Grundwasser
entsprechend den Zielen der WRRL und der Grundwasserrichtlinie deutlich redu-
ziert. Einträge aus Altlasten werden kontinuierlich reduziert.“
B 1.2.7, S. 39 Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt
4. „Lebensräume: GW-Ökosysteme:
• Ein flächendeckend sowohl qualitativer als auch quantitativer guter Grundwas-
serzustand bis 2015 (gemäß WRRL),“
B 1.2.7, S. 40 Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt
5. „Lebensräume: GW-Ökosysteme:
• Nachhaltige Sicherung und Regenerierung von Quellstandorten,“
B 1.2.7, S. 40 Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt
6.
Biodiversität: Umwelteinflüsse (Stoffeinträge):
• Entwicklung von Bewertungsmethoden und Qualitätszielen zur Einbeziehung
der Grundwasserökologie in den guten Grundwasserzustand bis 2010,
B 3.1, S. 55 Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt
7. „(2) Die Maßnahmenprogramme sind bis zum 22. Dezember 2009 aufzustellen.
Die Teile der von den betroffenen Ländern beschlossenen Maßnahmenprogram-
me, die den Freistaat Sachsen betreffen, werden von der obersten Wasserbehör-
de für die Behörden für verbindlich erklärt.
(3) Kann innerhalb der Frist nach Absatz 2 kein gemeinsames Maßnahmenpro-
gramm nach Absatz 1 erstellt werden, erstellt die oberste Wasserbehörde aus
den Beiträgen nach Absatz 1 ein vorläufiges Maßnahmenprogramm für das säch-
sische Teileinzugsgebiet der Flussgebietseinheit. Die Vorschriften über das Maß-
nahmenprogramm gelten entsprechend. Mit dem Beschluss der Länder über das
gemeinsame Maßnahmenprogramm tritt das vorläufige Maßnahmenprogramm
außer Kraft.
(4) Die in den Maßnahmenprogrammen aufgeführten Maßnahmen sind bis zum
22. Dezember 2012 umzusetzen. Neue oder im Rahmen eines aktualisierten
Maßnahmenprogramms geänderte Maßnahmen sind innerhalb von drei Jahren,
nachdem sie beschlossen wurden, umzusetzen.“
§ 7 Abs. 2-4 SächsWG
8. „Wir streben Folgendes an:
- Entwicklung von ökol. Bewertungskriterien für Grundwasserhabitate, grundwas-
sertypische Arten und des ökologischen Zustandes des Grundwassers bis 2010,
- Ein flächendeckend sowohl qualitativer als auch quantitativer guter Grundwas-
serzustand bis 2015 (gemäß WRRL),
- Vermeidung weiterer Zustandsverschlechterungen der Grundwasserkörper,
Verbesserung des Zustandes der grundwasserabhängigen Landökosysteme,
- Neben der bestehenden Berücksichtigung des Lebensraumes Grundwasser in
der Eingriffsregelung verstärkte Berücksichtigung bei Biotop- und Artenschutz-
maßnahmen bis 2015,
- Verbesserung der Grundwasserneubildungsrate,
Nachhaltige Sicherung und Regenerierung von Quellstandorten,
- Berücksichtigung des Landschaftswasserhaushaltes im Flurbereinigungsgesetz
bis 2010.
B 1.2.7, S. 40 Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt

Leitlinien Naturschutz und Landschaftspflege im Freistaat Sachsen
2010
38
Wa 5
Grundwasser und grundwasserabhängige Ökosysteme
UQZ, UHZ, UQS
9. „Verringerung der betrieblichen Stickstoffüberschüsse auf 60 kg N/ha ab dem
Jahre 2011 (EPLR)“
S. 25 Nr. 8 Anstrich 10, Kap. 2, Programm zur Biologischen Vielfalt Sachsen
10. „Verbesserung des Zustandes der Fließgewässer, der grundwasserabhängigen
Landökosysteme und der wasserabhängigen Schutzgebiete bis 2015,“
B 1.2.4, S. 36 Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt
11. „EU/Bund
- Ableitung von Qualitätszielen unter Berücksichtigung ökotoxikologischer Krite-
rien für das Grundwasser entsprechend der Vorgaben der EU-Grundwasser-
Tochterrichtlinie
Länder/Kommunen
- Maßnahmen zur Verbesserung der Grundwasserqualität durch angepasste
Landnutzung“
C 4, S. 70 Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt

Leitlinien Naturschutz und Landschaftspflege im Freistaat Sachsen
2010
39

Leitlinien Naturschutz und Landschaftspflege im Freistaat Sachsen
2010
40
K-L 1
Reduktion klimawirksamer Treibhausgase, CO
2
-Senken
Leitlinie
Die Treibhausgasemissionen im Freistaat Sachsen werden entsprechend den Zielver-
einbarungen der Bundesregierung und der Europäischen Union anteilig verringert.
Sachsen leistet damit seinen Beitrag, den Anstieg der globalen Durchschnittstempera-
tur auf unter 2 °C zu begrenzen.
Der Anstieg des CO
2
-Gehalts der Luft wird durch CO
2
-Senken und eine Erhöhung der
natürlichen CO
2
-Speicherkapazität gebremst, z. B. durch Erhalt und Entwicklung von
naturnahen Mooren, Wiedervernässung organischer Böden, Erhalt des Grünlands und
durch Waldmehrung.
Zusammenfassende Übersicht der UQZ, UHZ und UQS für die Leitlinie K-L 1
UQZ, UHZ, UQS
1. „Kontinuierliche Erhöhung der CO
2
-Senkenkapazität durch Neubegründung von
Waldflächen an geeigneten Standorten, Natürliche Entwicklung in allen Hochmoo-
ren und Moorwäldern; signifikante Reduzierung des Torfabbaus ab 2015 bei gleich-
zeitiger Steigerung der Verwendung von Torfersatzstoffen im Gartenbau; Wieder-
vernässung entwässerter Standorte.“
S. 56/57, B 3.2, Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt
2. „Der Anstieg der mittleren globalen Erwärmung ist auf maximal 2 Grad Celsius
gegenüber vorindustriellen Werten begrenzt.“
S. 55, B 3.3, Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt
3. „Unter der Voraussetzung, dass sich die EU im Rahmen der internationalen Klima-
schutzverhandlungen verpflichtet, ihre Treibhausgasemissionen bis 2020 um 30 %
gegenüber 1990 zu verringern, wird Deutschland eine darüber hinaus gehende Re-
duktion seiner Emissionen anstreben. […] Bis zum Jahr 2020 hat sich die natürliche
Speicherkapazität für CO
2
der Landlebensräume (z. B. durch Wiedervernässung und
Renaturierung von Mooren und durch die Zunahme naturnaher Wälder) um 10 %
erhöht.“
S. 56, B 3.3, Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt
4. „Um die langfristige Bedrohung der biologischen Vielfalt zu entschärfen, muss der
weltweite Ausstoß an Treibhausgasen erheblich reduziert werden. Wir müssen un-
sere Verpflichtungen unter dem Kyoto-Protokoll einhalten. Nach 2012 benötigen
wir zudem ehrgeizigere Zielvorgaben im Bereich der weltweiten Emissionen, um
den Anstieg der durchschnittlichen globalen Jahrestemperatur auf höchstens 2°C
über dem Niveau der vorindustriellen Zeit zu begrenzen.“
S. 16, Abs. 3, Kap. 5.2.3, Eindämmung des Verlustes der biologischen Vielfalt bis
zum Jahr 2010 – und darüber hinaus, Mitteilung der Kommission
5. „CO
2
-Bindung der Wälder: Konsequente Umsetzung der Erstaufforstungsstrategie
des SMUL sowie der Waldmehrungsvorgaben des LEP (Ziel 30 % Waldanteil) und
der Regionalpläne (VRG, VBG) durch Förderung der Waldmehrung (RL AuW) bzw.
Erstaufforstung auf landeseigenen Flächen.“
S. 29, Kap. B.10, Aktionsplan Klima und Energie des Freistaates Sachsen
6. „Der Europäische Rat hat im März 2005 beschlossen, eine mittel- und langfristige
EU-Strategie zur Bekämpfung der Klimaänderungen zu konzipieren, die dem Ziel-
wert eines Anstiegs der globalen Oberflächentemperatur um durchschnittlich
höchstens 2°C gerecht wird.“
S. 11, Abs. 1, S. 2, Kap. 1.1, Nationales Klimaschutzprogramm

Leitlinien Naturschutz und Landschaftspflege im Freistaat Sachsen
2010
41
K-L 1
Reduktion klimawirksamer Treibhausgase, CO
2
-Senken
7. „Die Klima- und Energie-Enquête-Kommissionen des Deutschen Bundestages ka-
men zu dem Ergebnis, dass die Industrieländer ihre Treibhausgasemissionen um
80 % bis zum Jahr 2050 reduzieren müssten, damit das 2°C-Temperaturlimit nicht
überschritten wird.“
S. 11, Abs. 4, S. 2, Kap. 1.1, Nationales Klimaschutzprogramm
8. „Die klimapolitischen Zielsetzungen lauten:
Minderung der jährlichen Emissionen der sechs Treibhausgase des Kyoto-Protokolls
im Durchschnitt des Zeitraums 2008-2012 um 21 % gegenüber dem Basisjahr.
Im Rahmen der Umsetzung des europäischen Emissionshandelssystems hat der
Gesetzgeber in § 4 des Zuteilungsgesetzes 2007 die folgenden allgemeinen Ziele für
die Emission von Kohlendioxid festgelegt und auf die einzelnen Sektoren verteilt.
Die Ziele für die zweite Zuteilungsperiode 2008-2012 werden im Rahmen der Auf-
stellung des zweiten Nationalen Zuteilungsplans im Jahr 2006 überprüft werden.
Hierbei sind auch die aktuellen Erkenntnisse über die Treibhausgasbilanzen zu be-
rücksichtigen: [Tabelle 1: Nationale CO
2
-Emissionsziele und deren Verteilung auf
die Sektoren]
Unter Berücksichtigung der anderen Treibhausgase (CH
4
, N
2
O, SF
6
, HFKW und FKW)
hat die Bundesregierung im Nationalen Allokationsplan im Jahr 2004 die Klima-
schutzziele für die Periode 2005-2007 auf 982 Mio. t CO
2
-Äquivalente / Jahr und für
die Periode 2008-2012 auf 962 Mio. t CO
2
-Äquivalente / Jahr festgelegt.“
S. 6/7, Kap. 0.3, Abs. 1-3, Nationales Klimaschutzprogramm
9. „Global annual mean surface temperature increase limited to not more than 2ºC
above pre-industrial levels.”
S. 9, Target A9.2, Halting the loss of biodiversity by 2010 – and beyond. Technical
annex 1
10. „Die Bundesregierung bietet als deutschen Beitrag für ein internationales Klima-
schutzabkommen nach 2012 an, die Emissionen bis 2020 um 40 % unter das Ni-
veau von 1990 zu senken. Dieses Angebot steht unter der Voraussetzung, dass die
Europäische Union im selben Zeitraum ihre Emissionen um 30 % gegenüber 1990
reduziert und andere Staaten vergleichbar ehrgeizige Ziele übernehmen.“
S. 42/43, Abs. 4, Kap. B II. 2, Fortschrittsbericht 2008 zur Nat. Nachhaltigkeitsstra-
tegie
11. „Heute noch bestehende natürlich wachsende Hochmoore sind bis 2010 gesichert
und befinden sich in einer natürlichen Entwicklung. Die Regeneration gering ge-
schädigter Hochmoore ist bis 2010 eingeleitet mit dem Ziel, intakte hydrologische
Verhältnisse und eine moortypische, oligotrophe Nährstoffsituation zu erreichen.
In regenerierbaren Niedermooren ist der Torfschwund signifikant reduziert. Moore
wirken wieder als Nährstoff- und CO
2
-Senke. Bis 2020 sind wesentliche Teile der
heute intensiv genutzten Niedermoore extensiviert und weisen nur noch Grün-
landnutzung auf.“
S. 37, B 1.2.5, Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt
12. „Die […] Vertragsparteien sorgen einzeln oder gemeinsam dafür, daß ihre gesam-
ten anthropogenen Emissionen der in Anlage A aufgeführten Treibhausgase in
Kohlendioxidäquivalenten die ihnen zugeteilten Mengen, […], nicht überschreiten,
mit dem Ziel, innerhalb des Verpflichtungszeitraums 2008 bis 2012 ihre Gesamte-
missionen solcher Gase um mindestens 5 v.H. unter das Niveau von 1990 zu sen-
ken.“
Art. 3 Abs. 1 Kyoto-Protokoll

Leitlinien Naturschutz und Landschaftspflege im Freistaat Sachsen
2010
42
K-L 1
Reduktion klimawirksamer Treibhausgase, CO
2
-Senken
13. „Die Staatsregierung setzt sich zum Ziel, die jährlichen energiebedingten CO
2
-
Emissionen des Nicht-Emissionshandelssektors bis zum Jahr 2020 gegenüber 2006
um mindestens 6,5 Mio. Tonnen zu reduzieren.
Insbesondere sollen dazu beitragen:
die Senkung des fossilen Heizenergiebedarfs bis 2020 um 20 %
die Reduzierung des Kraftstoffverbrauchs im motorisierten Individualverkehr
(MIV) um 20 %
die Erhöhung des Anteils der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) an der Stromerzeu-
gung von 20 % im Jahr 2006 auf 30 % im Jahr 2020.“
S. 32, Kap. C.1, Aktionsplan Klima und Energie des Freistaates Sachsen
14. „[…] es [ist] das langfristige Ziel Deutschlands und der EU, den Anstieg der globalen
Durchschnittstemperatur auf 2° C über dem vorindustriellen Niveau zu begrenzen,
was eine deutliche Reduktion der Emissionen von Treibhausgasen erfordert. Auch
bei einem solchen begrenzten Temperaturanstieg werden die ökologischen, sozia-
len und wirtschaftlichen Folgen des bereits begonnenen Klimawandels spürbar
bleiben. Bei der Einhaltung des 2° C- Ziels wird davon ausgegangen, dass die Fol-
gen durch geeignete und rechtzeitige Anpassungsmaßnahmen aufzufangen sind
und schwere Folgen vermieden werden können. Gelingt die Begrenzung des Tem-
peraturanstiegs nicht, ist mit erheblichen Schäden zu rechnen.“
S. 5, Abs. 1, Deutsche Anpassungsstrategie an den Klimawandel
15. „Eine Erderwärmung um mehr als 2°C gegenüber vorindustrieller Zeit ist nach Auf-
fassung der Staats- und Regierungschefs der EU angesichts der Erkenntnisse des
IPCC nicht vertretbar. Das europäische 2°C-Ziel erfordert eine Trendumkehr bei
den globalen Emissionen in den kommenden 10-15 Jahren. Alle Industriestaaten
müssen ihre Emissionen drastisch senken. […] Um das 2°C-Ziel einzuhalten, müs-
sen die weltweiten Emissionen bis 2050 gegenüber 1990 um mindestens 50 % ge-
senkt werden. Nach dem Prinzip der gemeinsamen, aber differenzierten Verant-
wortung bedeutet dies Reduktionen in Industrieländern von mindestens 60-80 %
bis 2050. Treibhausgase entstehen vor allem bei Verbrennungsprozessen durch
das Freisetzen von Kohlendioxid. In der Landwirtschaft entsteht Methan – insbe-
sondere bei der Wiederkäuerhaltung und beim Reisanbau – sowie Lachgas in Folge
der Stickstofffreisetzung aus Düngemitteln. Gleichzeitig wird durch die land- und
forstwirtschaftliche Erzeugung Kohlendioxid auch gebunden.“
S. 87, Anstrich 3-7, Kap. C I. 1., Fortschrittsbericht 2008 zur Nat. Nachhaltigkeits-
strategie

Leitlinien Naturschutz und Landschaftspflege im Freistaat Sachsen
2010
43

Leitlinien Naturschutz und Landschaftspflege im Freistaat Sachsen
2010
44
K-L 2
Klimatisch und lufthygienisch wirksame Freiräume und Strukturen
Leitlinie
Klimatisch und lufthygienisch wirksame Freiräume und Flächennutzungen sowie Luft-
austauschbahnen für Frisch- und Kaltluft werden erhalten und in den Bereichen, wo
eine Neuanlage erforderlich ist, entwickelt.
Insbesondere Räume mit Ausgleichsfunktion für Siedlungsgebiete und in Siedlungsge-
biete hineinführende Luftleitbahnen sind in ausreichender Breite vorhanden. Immissi-
onsschutzgehölze und -wald sowie Landschaftsstrukturen im unbebauten Bereich
schützen die Luftqualität und die menschliche Gesundheit und tragen zu einem güns-
tigen Lokalklima bei.
Zusammenfassende Übersicht der UQZ, UHZ und UQS für die Leitlinie K-L 2
UQZ, UHZ, UQS
1. „Umweltqualitätsstandards: Größere Städte haben i. d. R. Klimafunktionskarten
[…]. Darin werden luft- und klimahygienisch sensible Flächen dargestellt […]. Diese
müssen von zusätzlichen Belastungen und Bebauungen freigehalten werden.“
S. 56, Kap. 6.3, Umweltqualitätsziele auf die Füße stellen, Band IV
2. „Umweltqualitätsziele:
• Minimierung der negativen anthropogenen Klimaeffekte (bei Temperatur,
Feuchte, Wind) im städtischen Bereich, […].“
S. 56, Kap. 6.4, Umweltqualitätsziele auf die Füße stellen, Band IV
3. „Umwelthandlungsziele:
• Erhalten und Wiederherstellen von Belüftungsschneisen sowie Verhinderung zu-
sätzlicher Emissionen
• Minderung negativer Auswirkungen baulicher Maßnahmen auf das Stadtklima
• Erhaltung und Vergrößerung des Grünflächenanteils in Stadtzentren
• Anbindung von Kaltluftentstehungsgebieten an Flächen mit Klimaverbesse-
rungsbedarf in Städten.“
S. 56, Kap. 6.5, Umweltqualitätsziele auf die Füße stellen, Band IV

Leitlinien Naturschutz und Landschaftspflege im Freistaat Sachsen
2010
45

Leitlinien Naturschutz und Landschaftspflege im Freistaat Sachsen
2010
46
K-L 3
Siedlungsklima und hohe Luftqualität
Leitlinie
Kompakte und dichte Siedlungsstrukturen sind durch Nachverdichtung und Wie-
dernutzung von Brachflächen gezielt als klimaschonende Siedlungsstrukturen entwi-
ckelt worden. Gleichzeitig ermöglichen durchdacht angeordnete Luftleitbahnen, Frei-
räume und vielfältiges Stadtgrün eine hohe Luftqualität, Frischluft und ein gesund-
heitszuträgliches Lokalklima (z. B. Milderung extremer Hitzeperioden) sowie eine hohe
Lebensqualität in Städten und Siedlungen.
Risiken für die menschliche Gesundheit durch benachbarte, konfligierende Flächen-
nutzungen (z. B. Wohnen und Industrie) wurden durch räumliche Entflechtung und
weitere Maßnahmen minimiert.
In Bereichen schutzbedürftiger Flächennutzungen (z. B. Sportanlage, Krankenhaus,
Kindergarten) und Lebensräume (auch außerhalb des Siedlungsbereiches) werden
durchgehend niedrige Konzentrationen von Luftschadstoffen (z. B. von Ozon, No
2
,
PM
10
und PM
2,5
) gemessen.
Zusammenfassende Übersicht der UQZ, UHZ und UQS für die Leitlinie K-L 3
UQZ, UHZ, UQS
1. „Die zuständigen Behörden ergreifen die erforderlichen Maßnahmen, um die Ein-
haltung der durch eine Rechtsverordnung nach § 48a festgelegten Immissionswer-
te sicherzustellen. Hierzu gehören insbesondere Pläne nach § 47. Die [oben ge-
nannten] Maßnahmen […] müssen einem integrierten Ansatz zum Schutz von Luft,
Wasser und Boden Rechnung tragen; […].“
§ 45 Abs. 1 und 2 BImSchG
2. „Urbane Landschaften: Unsere Ziele sind: Bis zum Jahre 2020 ist die Durchgrünung
der Siedlungen einschließlich des wohnumfeldnahen Grüns (z. B. Hofgrün, kleine
Grünflächen, Dach- und Fassadengrün) deutlich erhöht. Öffentlich zugängliches
Grün mit vielfältigen Qualitäten und Funktionen steht in der Regel fußläufig zur
Verfügung.
Wir streben Folgendes an: ‚[…] Nutzung vorhandener Möglichkeiten, um die direk-
te Umgebung von Wohngebäuden zu verbessern, z. B. durch Entsiegelung, Hof-
und Gebäudebegrünung, Rückbau und Beruhigung von Straßen.‘“
S. 42/43, B 1.3.3, Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt
3. „Erarbeitung eines umfassenden Konzeptes ‚Stadt der kurzen Wege‘ bis 2010 und
Umsetzung bis 2020.“
S. 51, B 2.7, Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt
4. „Grenzwerte und Alarmschwellen für den Schutz der menschlichen Gesundheit: Die
Mitgliedstaaten stellen sicher, dass überall in ihren Gebieten und Ballungsräumen
die Werte für Schwefeldioxid, PM
10
, Blei und Kohlenmonoxid in der Luft die in An-
hang XI festgelegten Grenzwerte nicht überschreiten. Die in Anhang XI festgelegten
Grenzwerte für Stickstoffdioxid und Benzol dürfen von dem dort festgelegten Zeit-
punkt an nicht mehr überschritten werden. […].“
Art. 13 Abs. 1 Richtlinie über Luftqualität und saubere Luft für Europa
5. „Umweltqualitätsstandards: Größere Städte haben i. d. R. Klimafunktionskarten
[…]. Darin werden luft- und klimahygienisch sensible Flächen dargestellt […]. Diese
müssen von zusätzlichen Belastungen und Bebauungen freigehalten werden.“
S. 56, Kap. 6.3, Umweltqualitätsziele auf die Füße stellen, Band IV

Leitlinien Naturschutz und Landschaftspflege im Freistaat Sachsen
2010
47
K-L 3
Siedlungsklima und hohe Luftqualität
6. „PM
2,5
Zielwert und -Grenzwert zum Schutz der menschlichen Gesundheit
(1) Die Mitgliedstaaten treffen alle erforderlichen Maßnahmen, die keine unver-
hältnismäßigen Kosten verursachen, um sicherzustellen, dass die PM
2,5
-
Konzentrationen in der Luft ab dem in Anhang XIV Abschnitt D festgelegten
Zeitpunkt nicht mehr den dort vorgegebenen Zielwert überschreiten.
(2) Die Mitgliedstaaten stellen sicher, dass PM
2,5
-Konzentrationen in der Luft über-
all in ihren Gebieten und Ballungsräumen ab dem in Anhang XIV Abschnitt E
festgelegten Zeitpunkt nicht mehr den dort festgelegten Grenzwert überschrei-
ten.“
Art. 16 Abs. 1 und 2 Richtlinie über Luftqualität und saubere Luft für Europa
7. „Anforderungen in Gebieten und Ballungsräumen, in denen die Ozonkonzentratio-
nen die Zielwerte und die langfristigen Ziele überschreiten […]
(2) Die Mitgliedstaaten sorgen dafür, dass in Gebieten und Ballungsräumen, in de-
nen ein Zielwert überschritten wird, ab dem in Anhang VII Abschnitt B dieser
Richtlinie festgelegten Zeitpunkt das gemäß Artikel 6 der Richtlinie 2001/81/EG
erstellte Programm und gegebenenfalls ein Luftqualitätsplan durchgeführt wer-
den, um die Zielwerte zu erreichen, es sei denn, dies ist mit Maßnahmen, die
keine unverhältnismäßigen Kosten verursachen, nicht möglich.
(3) Für Gebiete und Ballungsräume, in denen die Ozonwerte in der Luft die langfris-
tigen Ziele, nicht jedoch die Zielwerte überschreiten, erarbeiten die Mitglied-
staaten kosteneffiziente Maßnahmen, um die langfristigen Ziele zu erreichen,
und führen sie durch. Diese Maßnahmen müssen zumindest mit allen Luftquali-
tätsplänen und dem in Absatz 2 genannten Programm im Einklang stehen.“
Art. 17 Abs. 2 und 3 Richtlinie über Luftqualität und saubere Luft für Europa
8. „Nationales Ziel für die Reduzierung der Exposition gegenüber PM
2,5
zum Schutz
der menschlichen Gesundheit
(1) Die Mitgliedstaaten treffen alle erforderlichen Maßnahmen, die keine unver-
hältnismäßigen Kosten verursachen, um die Exposition gegenüber PM
2,5
zu ver-
ringern, damit das nationale Ziel für die Reduzierung der Exposition gemäß An-
hang XIV Abschnitt B innerhalb des dort festgelegten Jahres erreicht wird.
(2) Die Mitgliedstaaten gewährleisten, dass der gemäß Anhang XIV Abschnitt A
festgelegte Indikator für die durchschnittliche Exposition für 2015 nicht die in
Anhang XIV Abschnitt C festgelegte Verpflichtung in Bezug auf die Expositions-
konzentration übersteigt.“
Art. 15 Abs. 1 und 2 Richtlinie über Luftqualität und saubere Luft für Europa
9. „Umweltqualitätsziele:
• Minimierung der negativen anthropogenen Klimaeffekte (bei Temperatur,
Feuchte, Wind) im städtischen Bereich, […].“
S. 56, Kap. 6.4, Umweltqualitätsziele auf die Füße stellen, Band IV
10. „Umwelthandlungsziele:
• Erhalten und Wiederherstellen von Belüftungsschneisen sowie Verhinderung
zusätzlicher Emissionen
• Minderung negativer Auswirkungen baulicher Maßnahmen auf das Stadtklima
• Erhaltung und Vergrößerung des Grünflächenanteils in Stadtzentren
• Anbindung von Kaltluftentstehungsgebieten an Flächen mit Klimaverbesse-
rungsbedarf in Städten.“
S. 56, Kap. 6.5, Umweltqualitätsziele auf die Füße stellen, Band IV

Leitlinien Naturschutz und Landschaftspflege im Freistaat Sachsen
2010
48

Leitlinien Naturschutz und Landschaftspflege im Freistaat Sachsen
2010
49
K-L 4
Klimaschonende und emissionsarme Mobilität
Leitlinie
Klimaschonende Mobilitätskonzepte auf Ebene des Freistaates, der Regionen und
Kommunen haben erheblich zu einer Verbesserung der Luftqualität und zur Einhaltung
der Reduktionsziele für klimawirksame Emissionen beigetragen. Eine Erhöhung des
ÖPNV-Nutzer-, Fahrrad- und Fußgängeranteils, Verkehrsleitsysteme und -beruhigung
im Siedlungsbereich haben eine spürbare Reduktion von Luftschadstoffen bewirkt.
Diese Entwicklung wurde maßgeblich durch klimafreundliche und luftqualitätsför-
dernde Straßenraumgestaltung (z. B. Querschnitte/Anteile für die einzelnen Verkehrs-
träger, Straßenbegleitgrün [Bäume/Bodendecker] und Fahrradstellplätze) ermöglicht.
Zusammenfassende Übersicht der UQZ, UHZ und UQS für die Leitlinie K-L 4
UQZ, UHZ, UQS
1. „Die zuständigen Behörden ergreifen die erforderlichen Maßnahmen, um die Ein-
haltung der durch eine Rechtsverordnung nach § 48a festgelegten Immissionswer-
te sicherzustellen. Hierzu gehören insbesondere Pläne nach § 47. Die [oben ge-
nannten] Maßnahmen […] müssen einem integrierten Ansatz zum Schutz von Luft,
Wasser und Boden Rechnung tragen; […].“
§ 45 Abs. 1 und 2 BImSchG
2. „Urbane Landschaften: Vision ‚Unsere Städte weisen eine hohe Lebensqualität für
die Menschen auf […]. Vielfältiges Grün verbessert Luftqualität und Stadtklima. […]‘
Unsere Ziele sind: ‚Bis zum Jahre 2020 ist die Durchgrünung der Siedlungen ein-
schließlich des wohnumfeldnahen Grüns (z. B. Hofgrün, kleine Grünflächen, Dach-
und Fassadengrün) deutlich erhöht. Öffentlich zugängliches Grün mit vielfältigen
Qualitäten und Funktionen steht in der Regel fußläufig zur Verfügung. [….]‘ Wir
streben Folgendes an: ‚[…] Nutzung vorhandener Möglichkeiten, um die direkte
Umgebung von Wohngebäuden zu verbessern, z. B. durch Entsiegelung, Hof- und
Gebäudebegrünung, Rückbau und Beruhigung von Straßen.‘“
S. 42/43, B 1.3.3, Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt
3. „[…] es [geht] darum, die verkehrlichen Belastungen durch Erhöhung […] der um-
weltfreundlichen Verkehrsträger, Schiene, ÖPNV […] zu bewältigen. In den neunzi-
ger Jahren war hier sowohl im Güter- als auch im Personenverkehr eine negative
Entwicklung zu beobachten. Dieser Trend soll umgekehrt werden. Ziel ist eine Ver-
doppelung der Güterverkehrsleistung der Schiene bis 2015 gegenüber 1997. Das
entspricht einem Anteil von 24,3 %. […]. Auch für den öffentlichen Personenver-
kehr (Schiene und Straße) wird ein steigender Anteil an der gesamten Verkehrsleis-
tung angestrebt.“
S. 112, Abs. 1, Nationale Nachhaltigkeitsstrategie
4. „Jeder Mitgliedstaat gewährleistet, dass sein Anteil von Energie aus erneuerbaren
Quellen bei allen Verkehrsträgern im Jahr 2020 mindestens 10 % seines Endener-
gieverbrauchs im Verkehrssektor entspricht.“
Art. 3 Abs. 4 S. 1 Richtlinie zur Förderung Erneuerbarer Energien

Leitlinien Naturschutz und Landschaftspflege im Freistaat Sachsen
2010
50

Leitlinien Naturschutz und Landschaftspflege im Freistaat Sachsen
2010
51
K-L 5
Klima- und luftschonende Landwirtschaft
Leitlinie
Klimarelevante Emissionen der Landwirtschaft haben ein niedriges Niveau erreicht.
Stickstoffüberschüsse wurden begrenzt und ebenso wie Ammoniakemissionen durch
verschiedene Maßnahmen reduziert (z. B. Verzicht ackerbaulicher Nutzung auf Böden
mit hoher CO
2
-Bindung, Verbesserung der Stickstoffeffizienz, Verbesserung von Be-
triebsabläufen, konsequente Nutzung von Minderungspotenzialen bei hohem Viehbe-
satz, Fortbildung).
Ökologischer Landbau nimmt kontinuierlich mehr Anteile der landwirtschaftlich ge-
nutzten Fläche ein und trägt damit erheblich zum Klimaschutz bei.
Zusammenfassende Übersicht der UQZ, UHZ und UQS für die Leitlinie K-L 5
UQZ, UHZ, UQS
1. „Im Indikator ‚Schadstoffbelastung der Luft‘ der nationalen Nachhaltigkeitsstrate-
gie der Bundesregierung sind vier wesentliche Schadstoffe zusammengefasst. Es
handelt sich um Schwefeldioxid (SO
2
), Stickstoffoxide (NO
x
), Ammoniak (NH
3
) und
die flüchtigen organischen Verbindungen (NMVOC).
Ziel der Bundesregierung aus der Strategie von 2002 ist es, den Ausstoß dieser
Luftschadstoffe bis zum Jahr 2010 um 70 % gegenüber dem Basisjahr 1990 zu redu-
zieren. Eine weiter entwickelte und mit der EU abgestimmte Zielmarke wird vo-
raussichtlich 2009 festgelegt.“
S. 65, Abs. 1 und 2, Kap. B II. 13, Fortschrittsbericht 2008 zur Nat. Nachhaltigkeits-
strategie
2. „Die Emissionen von Ammoniak, die fast ausschließlich aus der Landwirtschaft
stammen, gingen seit 1990 lediglich um 15,9 % zurück. Der anfängliche Rückgang
ist insbesondere auf die Verkleinerung der Tierbestände in Ostdeutschland nach
der Vereinigung zurück zu führen. Seitdem zeigte dieser Teilindikator wenig Ent-
wicklung.“
S. 65, Abs. 7, Kap. B II. 13, Fortschrittsbericht 2008 zur Nat. Nachhaltigkeitsstrategie
3. „Der Indikator nennt die landwirtschaftlich genutzte Fläche ökologisch wirtschaf-
tender Betriebe, die dem Kontrollverfahren der EU-Öko-Verordnung unterliegen,
als Anteil an der gesamten landwirtschaftlich genutzten Fläche in Deutschland. Er
umfasst sowohl die voll auf Ökolandbau umgestellten als auch die noch in der Um-
stellung befindlichen Flächen. Die Entscheidung über den Einstieg in den ökologi-
schen Landbau liegt beim einzelnen Betrieb. Die Bundesregierung beabsichtigt, die
Rahmenbedingungen für den Einstieg so zu gestalten, dass in den nächsten Jahren
ein Anteil von 20 % erreicht werden kann.“
S. 63, Abs. 1 und 2, Kap. B II. 12b, Fortschrittsbericht 2008 zur Nat. Nachhaltigkeits-
strategie
4. „Die Bundesregierung hat das Ziel, die Überschüsse bis zum Jahr 2010 auf 80 kg
Stickstoff pro ha und Jahr zu reduzieren. Seit 1991 ist der gemittelte Saldo von
130 kg/ha und Jahr auf 104 kg/ha und Jahr in 2005 zurückgegangen. Das entspricht
einem Rückgang des jährlichen Überschusses seit 1991 um 20 %. Insgesamt wurde
im Zeitraum 1991 bis 2005 wenig mehr als die Hälfte der bis 2010 erwünschten Re-
duktion erreicht. Der Rückgang zu Beginn der Zeitreihe ist im Zusammenhang mit
den abnehmenden Tierbeständen in den neuen Bundesländern zu sehen. In den
letzten fünf Jahren lag der durchschnittliche jährliche Rückgang des Saldos unter
2 %. Er müsste zwischen 2006 und 2010 durchschnittlich 5 % pro Jahr betragen, um
das Ziel zu erreichen.“
S. 62, Kap. B II. 12a, Fortschrittsbericht 2008 zur Nat. Nachhaltigkeitsstrategie

Leitlinien Naturschutz und Landschaftspflege im Freistaat Sachsen
2010
52
K-L 5
Klima- und luftschonende Landwirtschaft
5. „Ziel der Bundesregierung aus der Strategie von 2002 ist es, den Ausstoß dieser
Luftschadstoffe bis zum Jahr 2010 um 70 % gegenüber dem Basisjahr 1990 zu redu-
zieren. Eine weiter entwickelte und mit der EU abgestimmte Zielmarke wird vo-
raussichtlich 2009 festgelegt.
Das Reduktionstempo der letzten Jahre reicht nicht aus, um das gesetzte Ziel einer
Reduzierung des Gesamtindexes auf 30 % zu erreichen.“
S. 65, Abs. 1, 2 und 3 Kap. B II. 13, Fortschrittsbericht 2008 zur Nat. Nachhaltigkeits-
strategie
6. „Verringerung des Stickstoffüberschusses in der Gesamtbilanz bis 2010 auf 80
kg/ha und Jahr, angestrebt wird eine weitere Verringerung bis 2015, […].“
S. 48, B 2.4, Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt
7. „Ziel ist es, den Stickstoffüberschuss in der Gesamtbilanz, d. h. Überschüsse auf der
landwirtschaftlich genutzten Fläche und im Stall, über die Pfade Luft, Boden und
Wasser bis 2010 auf 80 kg/ha zu verringern.“
S. 114, Abs. 2, Nationale Nachhaltigkeitsstrategie
8. „Ökologischer Landbau ist besonders auf Nachhaltigkeit ausgelegt. Er erhält und
schont die natürlichen Ressourcen in besonderem Maße, hat vielfältige positive
Auswirkungen auf Natur und Umwelt und dient der Erzeugung qualitativ hochwer-
tiger Lebensmittel. […] Zu den Anbauregeln gehört der Verzicht auf leichtlösliche
mineralische Düngemittel und chemisch synthetische Pflanzenschutzmittel sowie
auf gentechnisch veränderte Organismen. […].“
S. 63, Abs. 1, Kap. B II. 12b, Fortschrittsbericht 2008 zur Nat. Nachhaltigkeitsstrate-
gie
9. „Der ökologische Landbau wird den Anforderungen an eine nachhaltige Landwirt-
schaft […] in besonderem Maße gerecht. Ziel ist es, den Anteil des ökologischen
Landbaus an landwirtschaftlich genutzten Flächen bis 2010 auf 20 % zu steigern.“
S. 113, Abs. 4, Nationale Nachhaltigkeitsstrategie
10. „Verringerung der betrieblichen Stickstoffüberschüsse auf 60 kg N/ha ab dem Jah-
re 2011 (EPLR).“
S. 25, Kap. 2,Pkt. 8, Programm zur Biologischen Vielfalt im Freistaat Sachsen
11. „Die Biologische Vielfalt wird durch Auflösung ökonomischer – ökologischer Ziel-
konflikte in der landwirtschaftlichen Produktion erhalten und nachhaltig genutzt.
Stärkung des ökologischen Landbaus u. a. durch den Ausbau von regionalen
Märkten, Schaffung von Verarbeitungskapazitäten, […].“
S. 25, Kap. 2, Pkt. 8, Programm zur Biologischen Vielfalt im Freistaat Sachsen

Leitlinien Naturschutz und Landschaftspflege im Freistaat Sachsen
2010
53
K-L 5
Klima- und luftschonende Landwirtschaft
12. „Im Übermaß in die Umwelt eingetragener Stickstoff führt zu weitreichenden
Problemen: zur Verunreinigung des Grundwassers, zur Überdüngung (Eutrophie-
rung) von Binnengewässern, Meeren und Landökosystemen, zur Entstehung von
Treibhausgasen und versauernden Luftschadstoffen mit ihren Folgen für Klima, Ar-
tenvielfalt und Landschaftsqualität. Der Stickstoffindikator für die Landwirtschaft
in Deutschland ergibt sich rechnerisch aus der Gegenüberstellung von Stickstoffzu-
fuhr (im Wesentlichen durch Dünge- und Futtermittel sowie dem Saatgut) und
Stickstoffabfuhr (über pflanzliche und tierische Erzeugnisse). In dem für jedes Jahr
getrennt nach dem Prinzip der „Hoftor-Bilanz“ für Deutschland ermittelten Ge-
samtsaldo (kg N/ha und Jahr) sind die aggregierten Mengen an eingesetztem Stick-
stoff enthalten, die nicht durch Agrarprodukte den Agrarsektor verlassen haben.
Die bilanzierten Überschüsse werden als Maß für die Umweltbelastung in diesem
Bereich herangezogen; da der Bilanzsaldo z. B. auch die Stickstoffmenge für den
Erhalt der Bodenfruchtbarkeit enthält, darf er nicht pauschal mit Verlusten in die
Umwelt gleichgesetzt werden. […]. Analysen von Betriebsdaten zeigen, dass hohe
Überschüsse vor allem in Betrieben mit hohem Viehbesatz anfallen. Es zeigt sich
auch, dass selbst in Vieh haltenden Betrieben mit vergleichbarer Produktionsstruk-
tur eine hohe Bandbreite von Stickstoffüberschüssen auftritt. Dies lässt darauf
schließen, dass weitere Minderungspotenziale bestehen, um die Stickstoff-
Effizienz zu verbessern.“
S. 62, Kap. B II. 12a, Fortschrittsbericht 2008 zur Nat. Nachhaltigkeitsstrategie

Leitlinien Naturschutz und Landschaftspflege im Freistaat Sachsen
2010
54

Leitlinien Naturschutz und Landschaftspflege im Freistaat Sachsen
2010
55
K-L 6
Erneuerbare Energien, Energieeffizienz und integrierte Planung
Leitlinie
Die Nutzung Erneuerbarer Energien und die Energieeffizienz von Siedlungs- und Ver-
kehrsinfrastruktur sowie Landnutzung wurden durch integrative und grenzüber-
schreitende Planungspraxis in der Raum-, Bauleit-, Landschafts- und Siedlungsentwick-
lungsplanung sowie eine entsprechende Ausrichtung der land- und forstwirtschaftli-
chen Förderinstrumente natur- und landschaftsverträglich gesteigert.
Die Standortwahl für Erneuerbare Energien, insbesondere für den Anbau energetisch
zu verwertender Pflanzen und für Windkraftanlagen, erfolgt qualifiziert sowie natur-
und landschaftsschonend.
Zusammenfassende Übersicht der UQZ, UHZ und UQS für die Leitlinie K-L 6
UQZ, UHZ, UQS
1. „Die zuständigen Behörden ergreifen [….] Maßnahmen, um die Einhaltung der
durch […] Rechtsverordnung nach § 48a festgelegten Immissionswerte sicherzustel-
len. Hierzu gehören insbesondere Pläne nach § 47. Die[se] Maßnahmen […] müssen
einem integrierten Ansatz zum Schutz von Luft, Wasser und Boden Rechnung tra-
gen; […] dürfen keine erheblichen Beeinträchtigungen der Umwelt in anderen Mit-
gliedstaaten verursachen.; […].“
§ 45 Abs. 1 und 2 BImSchG
2. „Bis 2020 soll der Einsatz erneuerbarer Energien in allen Sektoren stark ausgebaut
werden: bei Strom Steigerung ihres Anteils von 14,2 % (2007) auf mindestens 30 %
(der Bundestag hat im parlamentarischen Verfahren zur Novellierung des EEG für
den Ausbau der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien ein Ziel von 30 % bis
2020 beschlossen) und danach kontinuierlicher weiterer Ausbau, bei der Wärmeer-
zeugung Steigerung des Anteils von 6,6 % (2007) auf 14 %. Bis Mitte des Jahrhun-
derts sollen erneuerbare Energien rd. die Hälfte des Energieverbrauchs decken.“
S. 89, Spalte 1, Anstrich 1, Kap. C I. 2b., Fortschrittsbericht 2008 zur Nat. Nachhal-
tigkeitsstrategie
3. „Entwicklung von kooperativen Konzepten und Strategien zur Konfliktvermeidung
und -minderung zwischen den verschiedenen Raumansprüchen bei der Gewinnung
erneuerbarer Energien und nachwachsender Rohstoffe (Nutzungskonkurrenz) bis
2010 und ihre Umsetzung bis 2015, […].“
S. 50, B 2.6, Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt
4. „Die Staatsregierung setzt sich zum Ziel, den Anteil der erneuerbaren Energien am
Bruttostromverbrauch in Sachsen bis 2020 auf mindestens 24 % zu erhöhen.“
S. 32, Kap. C.2, Aktionsplan Klima und Energie des Freistaates Sachsen
5. „Ziel der Bundesregierung ist es, den Anteil der erneuerbaren Energien am Primär-
energieverbrauch bis 2010 gegenüber 2000 auf 4,2 % und am Stromverbrauch auf
12,5 % zu erhöhen. Dies entspricht etwa einer Verdoppelung. […]. Bis Mitte des
Jahrhunderts sollen erneuerbare Energien rund die Hälfte des Energieverbrauchs
decken. Daraus ergeben sich zwischen 2010 und 2050 liegende Orientierungswer-
te. Um eine solche Entwicklung zu erreichen, genügt es nicht, die erneuerbaren
Energien auszubauen. Vielmehr muss zugleich der Energieverbrauch insgesamt re-
duziert werden.“
S. 97, Kap. 3, Nationale Nachhaltigkeitsstrategie

Leitlinien Naturschutz und Landschaftspflege im Freistaat Sachsen
2010
56
K-L 6
Erneuerbare Energien, Energieeffizienz und integrierte Planung
6. „Der Rat billigte ein verbindliches Ziel von 20 % für den Anteil von Energie aus er-
neuerbaren Quellen am Gesamtenergieverbrauch in der Gemeinschaft bis 2020
und ein von allen Mitgliedstaaten zu erreichendes verbindliches Mindestziel von 10
% für den Anteil von Biokraftstoffen am Benzin- und Dieselkraftstoffverbrauch bis
2020, das kosteneffizient verwirklicht werden sollte.“
S. 17, Erwägungsgrund 9, Richtlinie zur Förderung Erneuerbarer Energien
7. „Jeder Mitgliedstaat sorgt dafür, dass sein gemäß den Artikeln 5 bis 11 berechneter
Anteil von Energie aus erneuerbaren Quellen am Bruttoendenergieverbrauch im
Jahr 2020 mindestens seinem nationalen Gesamtziel für den Anteil von Energie aus
erneuerbaren Quellen in diesem Jahr gemäß der dritten Spalte der Tabelle in An-
hang I Teil A entspricht. Diese verbindlichen nationalen Gesamtziele müssen mit
dem Ziel in Einklang stehen, bis 2020 mindestens 20 % des Bruttoendenergiever-
brauchs der Gemeinschaft durch Energie aus erneuerbaren Quellen zu decken.“
Art. 3 Abs. 1 Richtlinie zur Förderung Erneuerbarer Energien
8. „Um den Zweck des Absatzes 1 zu erreichen, verfolgt dieses Gesetz das Ziel, den
Anteil Erneuerbarer Energien an der Stromversorgung bis zum Jahr 2020 auf min-
destens 30 Prozent und danach kontinuierlich weiter zu erhöhen.“
§ 1 Abs. 1 und 2 Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG)
9. „Unter anderem sollen: der Anteil der erneuerbaren Energien an der Stromversor-
gung bis 2020 auf mindestens 30 % gesteigert werden, […], der Anteil von Biokraft-
stoffen am gesamten Kraftstoffverbrauch bis zum Jahr 2020 auf 7 % Netto-
Treibhausgasminderung (entspricht rund 12 % energetisch) steigen, der Anteil der
Wärme aus erneuerbaren Energien von derzeit 6,6 % auf 14 % bis 2020 steigen.“
S. 1, Abs. 5, Nationaler Biomasseaktionsplan für Deutschland
10. „Die Bundesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, den Anteil erneuerbarer Energien
an der Stromversorgung von rund 6,7 % im Jahr 2000 auf mindestens 12,5 % im
Jahr 2010 und auf mindestens 20 % im Jahre 2020 zu erhöhen. Derzeit (Mitte
2007) sind rund 13 % erreicht, so dass das 2010-Ziel bereits jetzt überschritten ist.
Die Bundesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, den Anteil der erneuerbaren Ener-
gien im Strombereich auf 25 bis 30 % im Jahr 2020 zu steigern.“
S. 76, C 8, Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt
11. „Unsere Ziele sind: Bis 2010 wird der Anteil der erneuerbaren Energien am gesam-
ten Energieverbrauch auf mindestens 4,2 % und bis 2020 auf mindestens 10 % ge-
steigert (bezogen auf das Jahr 2000) und danach kontinuierlich entsprechend der
nationalen Nachhaltigkeitsstrategie. […]. Im Kraftstoffbereich sollen die erneuer-
baren Energien bis 2010 mindestens 6,75 % abdecken.“
S. 49, 50, B 2.6, Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt

Leitlinien Naturschutz und Landschaftspflege im Freistaat Sachsen
2010
57
K-L 7
Anpassung an den Klimawandel
Leitlinie
Die Anpassungsfähigkeit von Naturhaushalt, Landschaft und Landnutzung an unver-
meidbare Auswirkungen des Klimawandels ist erhalten und verbessert.
Planungsalternativen, die die Anpassungsfähigkeit im Allgemeinen erhöhen und unter
einem breiten Spektrum an Klimafolgen robust und effizient sind, werden bevorzugt.
Entwicklungsziele sind den regionalen klimatischen Bedingungen anpasst.
Die Anpassungsfähigkeit der biologischen Vielfalt, des Schutzgebietssystems und des
ökologischen Verbundsystems an den Klimawandel ist gewährleistet.
Eine angepasste und flexible landwirtschaftliche Nutzung vermindert Erosion und er-
hält und stärkt die Agrobiodiversität; Wälder können Hitze- und Trockenstress durch
standortgerechte, risikoarme Mischbestände weitgehend schadlos überstehen.
Zusammenfassende Übersicht der UQZ, UHZ und UQS für die Leitlinie K-L 7
UQZ, UHZ, UQS
1. „Es werden auch Strategien benötigt, die dazu beitragen, dass die biologische Viel-
falt sich an verändernde Temperaturen und Wasserhaushalte anpassen kann. Dazu
ist insbesondere die Kohärenz des Natura-2000-Netzes wichtig. Außerdem muss
dafür Sorge getragen werden, dass aus den Maßnahmen zur Anpassung an den
Klimawandel und den Begrenzungsmaßnahmen möglicherweise resultierende
Schäden verhindert, minimiert bzw. ausgeglichen werden.“
S. 16, Kap. 5.2.3, Ziel 9, Eindämmung des Verlustes der biologischen Vielfalt bis zum
Jahr 2010 – und darüber hinaus, Mitteilung der Kommission
2. „Vor dem Hintergrund bestehender Unsicherheiten sollte in Planungs- und Ent-
scheidungsprozessen möglichst solchen Alternativen der Vorzug gegeben werden,
die die Anpassungsfähigkeit im Allgemeinen verstärken können, zumindest aber
nicht schwächen.“
S. 7, Abs. 1, Deutsche Anpassungsstrategie an den Klimawandel
3. „Zur Milderung von Hitzefolgen müssen Frisch- und Kaltluftentstehungsgebiete
sowie -abflussbahnen im Rahmen der Siedlungsentwicklung freigehalten werden.
Hier ergeben sich enge Berührungspunkte der Handlungsfelder der Regionalpla-
nung und Stadtentwicklung. Insbesondere die Umsetzung kleinklimatischer Anpas-
sungsstrategien setzt eine intensive Kooperation zwischen Stadt und Umland vo-
raus.“
S. 43, Abs. 5, Deutsche Anpassungsstrategie an den Klimawandel
4. „Als nächsten wichtigen Schritt wird die Bundesregierung bis zum Frühjahr 2011
einen Aktionsplan zur Anpassung an den Klimawandel vorlegen, der die Umsetzung
dieser Strategie konkretisiert.“
S. 6, Abs. 1, Deutsche Anpassungsstrategie an den Klimawandel
5. „Die Bundesregierung wird daher bis Ende März 2011 einen gemeinsam mit den
Ländern erarbeiteten ‚Aktionsplan Anpassung’ vorlegen.“
S. 58, Abs. 4, Deutsche Anpassungsstrategie an den Klimawandel

Leitlinien Naturschutz und Landschaftspflege im Freistaat Sachsen
2010
58
K-L 7
Anpassung an den Klimawandel
6. „[…]. Auch bei einem solchen begrenzten Temperaturanstieg [auf 2° C über dem
vorindustriellen Niveau] werden die ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen
Folgen des bereits begonnenen Klimawandels spürbar bleiben. Bei der Einhaltung
des 2° C- Ziels wird davon ausgegangen, dass die Folgen durch geeignete und
rechtzeitige Anpassungsmaßnahmen aufzufangen sind und schwere Folgen ver-
mieden werden können. Gelingt die Begrenzung des Temperaturanstiegs nicht, ist
mit erheblichen Schäden zu rechnen.“
S. 5, Abs. 1, Deutsche Anpassungsstrategie an den Klimawandel
UQZ, UHZ, UQS
7. „Außerdem müssen die Durchgängigkeit und Strukturvielfalt von Gewässern erhöht
und Flussauen rückgewonnen und redynamisiert werden. Entsprechende Maß-
nahmen […] sollten intensiviert und in Kooperation zwischen den zuständigen Be-
hörden für Naturschutz, Landwirtschaft und Wasserwirtschaft und Landnutzern
umgesetzt werden.“
S. 27, Abs. 6, Deutsche Anpassungsstrategie an den Klimawandel
8. „In Flussgebieten ist der Schutz gegen zunehmende Hochwasserrisiken sowohl
durch passive Sicherungsmaßnahmen (insbesondere Freihaltung von Bebauung) als
auch durch aktive Abflussregulierung zu verstärken.
[…]. Die Raumordnung setzt sich dafür ein, in regionaler und überregionaler Ab-
stimmung bis zum Jahr 2020 eine erhebliche Ausweitung der Retentionsflächen zu
erreichen und dabei alle vorhandenen Potenziale weitgehend auszuschöpfen, um
dem wachsenden Hochwasserrisiko auf Dauer wirksam zu begegnen.“
S. 43, Abs. 1, Deutsche Anpassungsstrategie an den Klimawandel
9. „Die Zerschneidung natürlicher Systeme sowie der Flächenverbrauch müssen ver-
ringert werden. Dazu müssen Siedlungs-, Infrastruktur- und Verkehrsplanungen
entsprechend umsichtig gestaltet werden und geeignete Maßnahmen entlang be-
stehender Verkehrswege sowie an Fließgewässern getroffen werden.“
S. 26, Abs. 6, Deutsche Anpassungsstrategie an den Klimawandel
10. „Bund und Länder sollten Optionen analysieren, wie das bestehende Schutzge-
bietssystem an zukünftige Anforderungen durch den Klimawandel angepasst wer-
den kann. […]. Die Länder sollten bei der Erstellung bzw. der Überarbeitung der
Pflege- und Entwicklungspläne sowie Managementpläne für Schutzgebiete und
ggf. einzurichtende Pufferzonen die Erfordernisse des Klimawandels berücksichti-
gen.“
S. 27, Abs. 2, Deutsche Anpassungsstrategie an den Klimawandel
11. „Für stark durch Klimawandel gefährdete Arten […] sollten gleichzeitig andere
vorhandene Gefährdungsursachen und beeinträchtigende Nutzungsformen ihrer
Biotope verringert werden. Die Erhaltung ausreichend großer Bestände mit einer
entsprechenden genetischen Vielfalt ist eine wichtige Voraussetzung für Anpas-
sungsprozesse.“
S. 27, Abs. 5, Deutsche Anpassungsstrategie an den Klimawandel
12. „Die Raumordnung kann bei der Steuerung der Siedlungsentwicklung unter dem
Aspekt der Gesundheit zukünftig verstärkt bioklimatischen Belastungsgebieten
Rechnung tragen. Durch das voraussichtlich häufigere Auftreten von Wärmeperio-
den und Hitzewellen im Sommer werden insbesondere in verdichteten Räumen
‚Wärmeinseln‘ entstehen.“
S. 43, Abs. 5, Deutsche Anpassungsstrategie an den Klimawandel
13. „Wir streben Folgendes an: […], Anpassung der Wälder an die Herausforderungen
des Klimawandels z. B. durch Anbau möglichst vielfältiger Mischbestände, […].“
S. 32, B 1.2.1, Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt

Leitlinien Naturschutz und Landschaftspflege im Freistaat Sachsen
2010
59
Ku 1
Nachhaltige Funktion
Leitlinie
Die Kulturlandschaften erfüllen ökologische, ökonomische, soziale und kulturelle Funk-
tionen in einem ausgeglichenen Verhältnis. Keine dieser Funktionen ist gänzlich zu
Lasten der anderen entwickelt worden.
[ keine UQZ, UQS, UHZ für diese Leitlinie ]

Leitlinien Naturschutz und Landschaftspflege im Freistaat Sachsen
2010
60
Ku 2
Eigenart und Identität
Leitlinie
Kulturlandschaften weisen eine regionalspezifische Eigenart auf. Dazu tragen histori-
sche Kulturlandschaftselemente und ihre räumlichen, geschichtlichen und kulturellen
Zusammenhänge sowie die naturraumspezifische biotische und abiotische Ausstattung
der Naturräume bei. Dies drückt sich in regional unterschiedlichen Landschaftsbildern
aus.
[ keine UQZ, UQS, UHZ für diese Leitlinie ]

Leitlinien Naturschutz und Landschaftspflege im Freistaat Sachsen
2010
61
Ku 3
Historische Elemente und Ablesbarkeit der historischen Entwicklung
Leitlinie
Besonders stark durch historische Kulturlandschaftselemente geprägte Kulturland-
schaftsräume sowie Denkmäler und Denkmalbereiche genießen besonderen Schutz.
Bei der Weiterentwicklung der Kulturlandschaft werden historische Kulturlandschafts-
elemente möglichst umfänglich in ihren räumlichen, geschichtlichen und kulturellen
Zusammenhängen erhalten, so dass die charakteristische Entwicklung der Kulturland-
schaftsräume ablesbar und erlebbar bleibt. Die Einfügung neuer Elemente berücksich-
tigt in besonderem Maße die historisch entstandenen Charakteristika.
Liste der UQZ, UHZ und UQS für die Leitlinie Ku 3
UQZ, UHZ, UQS
1.
„Bis 2015 nimmt der Flächenanteil naturschutzfachlich wertvoller Agrarbiotope
(hochwertiges Grünland, Streuobstwiesen) um mindestens 10 % gegenüber 2005
zu. In 2010 beträgt in agrarisch genutzten Gebieten der Anteil naturnaher Land-
schaftselemente (z. B. Hecken, Raine, Feldgehölze, Kleingewässer) mindestens
5 %.
Von GVO geht auch in Zukunft keine Gefährdung für die biologische Vielfalt, insbe-
sondere in Schutzgebieten, aus.“
S. 47, B 2.4, Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt

Leitlinien Naturschutz und Landschaftspflege im Freistaat Sachsen
2010
62
Ku 4
Neugestaltung von Kulturlandschaftsteilen
Leitlinie
Stark durch den Menschen überprägte Bereiche, die neu zu gestalten sind, weisen
Bezüge zu umgebenden Kulturlandschaftsräumen und ihrer eigenen Geschichte auf,
wobei auch zeitgemäße Gestaltungskonzepte und kreative Interpretationen Raum
haben.
[ keine UQZ, UQS, UHZ für diese Leitlinie ]

Leitlinien Naturschutz und Landschaftspflege im Freistaat Sachsen
2010
63
Ku 5
Alte regionaltypische Kulturpflanzensorten und Nutztierrassen
Leitlinie
Die alten, regionaltypischen Kulturpflanzensorten und Nutztierrassen bleiben erhal-
ten.
[ keine UQZ, UQS, UHZ für diese Leitlinie ]

Leitlinien Naturschutz und Landschaftspflege im Freistaat Sachsen
2010
64
Ku 6
Identifikation
Leitlinie
Die in den Kulturlandschaften lebenden Menschen sind sich des Wertes dieser Räume
bewusst und identifizieren sich mit ihnen.
Liste der UQZ, UHZ und UQS für die Leitlinie Ku 6
UQZ, UHZ, UQS
1. „Die Wege sollen:
durchgängig befahrbar sein, sich möglichst an reizvollen Landschaftsteilen orien-
tieren und den Radfahrer an touristisch interessante Sehenswürdigkeiten heran-
führen.“
S. 41 Abs. 5 Anstrich 2, 3, Kap. 4.4, Maßnahmen: Radverkehrsplan 2002-12

Leitlinien Naturschutz und Landschaftspflege im Freistaat Sachsen
2010
65
Lb 1
Vielfalt, Eigenart und Schönheit
Leitlinie
Ausgewählte Landschaften genießen wegen ihrer besonderen Vielfalt, Eigenart und
Schönheit und ihrer herausgehobenen Bedeutung für die landschaftsbezogene Erho-
lung besonderen Schutz. Diese Kulturlandschaftsteile werden mit Rücksicht auf das
Landschaftsbild besonders behutsam weiterentwickelt.
Die Vielfalt, Eigenart und Schönheit der übrigen Landschaften wird gestärkt, indem die
charakteristischen Elemente erhalten und neue Elemente entsprechend des Land-
schaftscharakters gestaltet und in die Landschaft eingepasst werden.
Liste der UQZ, UHZ und UQS für die Leitlinie Lb 1
UQZ, UHZ, UQS
1. „Wildnisgebiete Ziele: Bis zum Jahre 2020 kann sich die Natur auf mindestens 2 %
der Landesfläche Deutschlands wieder nach ihren eigenen Gesetzmäßigkeiten
entwickeln, beispielsweise in Bergbaufolgelandschaften, auf ehemaligen Truppen-
übungsplätzen, an Fließgewässern, an den Meeresküsten, in Mooren und im
Hochgebirge.
Bei einem Großteil der Wildnisgebiete handelt es sich um großflächige Gebiete.
Das Thema Wildnis spielt eine zunehmend wichtige Rolle bei der Umweltbildung.“
S. 40, B 1.3.1, Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt

Leitlinien Naturschutz und Landschaftspflege im Freistaat Sachsen
2010
66
Lb 2
Sichtachsen
Leitlinie
Wichtige Sichtachsen auf natürliche und kulturhistorische landschaftsprägende Ele-
mente werden frei gehalten, so dass die Kulturlandschaft visuell erlebbar bleibt.
[ keine UQZ, UQS, UHZ für diese Leitlinie ]

Leitlinien Naturschutz und Landschaftspflege im Freistaat Sachsen
2010
67
Lb 3
Entwicklung intensiv genutzter Landschaften
Leitlinie
Intensiv genutzte Landschaften sind ausreichend strukturiert und bilden dadurch ein
attraktives Umfeld für die in ihnen lebenden Menschen.
[ keine UQZ, UQS, UHZ für diese Leitlinie ]

Leitlinien Naturschutz und Landschaftspflege im Freistaat Sachsen
2010
68
LE 1
Attraktive Räume für die Nah- und Fernerholung
Leitlinie
Innerhalb der Siedlungen, im siedlungsnahen Bereich wie auch im ländlichen Raum
stehen ausreichend viele attraktive und möglichst ruhige, geruchsarme Räume für
Nah- und Fernerholung zur Verfügung. Sie bieten Möglichkeiten zur Naturerfahrung,
zur Ausübung von modernen, landschaftsbezogenen, sportlichen Aktivitäten und des
Erlebens von Kulturlandschaften. Besonders in verdichteten Räumen sind miteinander
vernetzte Freiflächen für die Erholung vorhanden und werden von Beeinträchtigungen
wie Lärm weitgehend freigehalten. In der freien Landschaft sind genügend großflächig
unzerschnittene Räume für die Erholung vorzufinden
Zusammenfassende Übersicht der UQZ, UHZ und UQS für die Leitlinie LE 1
UQZ, UHZ, UQS
1. „Ziele: Im Jahr 2020 existieren in Deutschland siedlungsnahe, qualitativ hochwer-
tige und barrierefreie (d. h. behindertenfreundliche) Erholungsgebiete in ausrei-
chendem Umfang mit guten ÖPNV- und Besucherlenkungskonzepten.
Im Jahr 2020 sind 30 % der Fläche in Deutschland Naturparke. Bis 2010 erfüllen
80 % der Naturparke Qualitätskriterien im Bereich Tourismus und Erholung. Alle
Nationalparke ermöglichen in geeigneten Bereichen Naturerfahrung für die Men-
schen.
Bis 2020 ist die Anzahl von Regionalparks und Freiraumverbünden im Umfeld von
großen Städten deutlich erhöht.
Erholungs- und touristische Angebote und Infrastrukturen in Deutschland basieren
auf umwelt- und naturverträglichen Leitbildern. Bis 2020 erfüllen mindestens 10 %
der Tourismusanbieter ökologische Kriterien (z. B. Viabono).
In 2010 sind die Nationalen Naturlandschaften als Dachmarke der deutschen
Großschutzgebiete als hochwertiges Markenzeichen auch für naturnahe Erholung
und Qualitätstourismus in der Natur anerkannt.“
S. 52f, B 2.9, Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt

Leitlinien Naturschutz und Landschaftspflege im Freistaat Sachsen
2010
69
LE 2
Gute ÖPNV Erschließung der Räume für die Erholung
Leitlinie
Für Nah- und Fernerholung bedeutsame Räume sind mit öffentlichen Verkehrsmitteln
gut erschlossen und allgemein zugänglich. Auch neu entstandene Erholungslandschaf-
ten, die z. B. im Zuge der Bergbausanierung entwickelt wurden, und insbesondere
Gewässer sind zugänglich, wen n nicht Teile zum Schutz der Tier- und Pflanzenwelt
davon ausgenommen sind.
Zusammenfassende Übersicht der UQZ, UHZ und UQS für die Leitlinie LE 2
UQZ, UHZ, UQS
1. „Ziele: Im Jahr 2020 existieren in Deutschland siedlungsnahe, qualitativ hochwer-
tige und barrierefreie (d. h. behindertenfreundliche) Erholungsgebiete in ausrei-
chendem Umfang mit guten ÖPNV- und Besucherlenkungskonzepten.
Im Jahr 2020 sind 30 % der Fläche in Deutschland Naturparke. Bis 2010 erfüllen
80 % der Naturparke Qualitätskriterien im Bereich Tourismus und Erholung. Alle
Nationalparke ermöglichen in geeigneten Bereichen Naturerfahrung für die Men-
schen.
Bis 2020 ist die Anzahl von Regionalparks und Freiraumverbünden im Umfeld von
großen Städten deutlich erhöht.
Erholungs- und touristische Angebote und Infrastrukturen in Deutschland basieren
auf umwelt- und naturverträglichen Leitbildern. Bis 2020 erfüllen mindestens 10 %
der Tourismusanbieter ökologische Kriterien (z. B. Viabono).
In 2010 sind die Nationalen Naturlandschaften als Dachmarke der deutschen
Großschutzgebiete als hochwertiges Markenzeichen auch für naturnahe Erholung
und Qualitätstourismus in der Natur anerkannt.
S. 52f, B 2.9, Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt

Leitlinien Naturschutz und Landschaftspflege im Freistaat Sachsen
2010
70
LE 3
Naturverträgliche Erholung
Leitlinie
Erholungsmöglichkeiten und -angebote in naturnahen und ländlichen Räumen sind in
der Regel naturverträglich, konfliktarm und insbesondere geräuscharm.
Zusammenfassende Übersicht der UQZ, UHZ und UQS für die Leitlinie LE 3
UQZ, UHZ, UQS
1. „Ziele: Im Jahr 2020 existieren in Deutschland siedlungsnahe, qualitativ hochwer-
tige und barrierefreie (d. h. behindertenfreundliche) Erholungsgebiete in ausrei-
chendem Umfang mit guten ÖPNV- und Besucherlenkungskonzepten.
Im Jahr 2020 sind 30 % der Fläche in Deutschland Naturparke. Bis 2010 erfüllen
80 % der Naturparke Qualitätskriterien im Bereich Tourismus und Erholung. Alle
Nationalparke ermöglichen in geeigneten Bereichen Naturerfahrung für die Men-
schen.
Bis 2020 ist die Anzahl von Regionalparks und Freiraumverbünden im Umfeld von
großen Städten deutlich erhöht.
Erholungs- und touristische Angebote und Infrastrukturen in Deutschland basieren
auf umwelt- und naturverträglichen Leitbildern. Bis 2020 erfüllen mindestens 10 %
der Tourismusanbieter ökologische Kriterien (z. B. Viabono).
In 2010 sind die Nationalen Naturlandschaften als Dachmarke der deutschen
Großschutzgebiete als hochwertiges Markenzeichen auch für naturnahe Erholung
und Qualitätstourismus in der Natur anerkannt.“
S. 52f, B 2.9, Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt