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ASP „Stadtzentrum - Wohnareal Am Sachsenplatz“, Freital - Landschaftsökologie Moritz
Artenschutzrechtliche Prüfung
Zum Vorhaben
„Stadtzentrum – Wohnareal Am Sachsenplatz“
Endbericht
Erstellt im Auftrag von:
HD Investitions und Verwaltungs GmbH
Eichendorffstraße 52
53721 Siegburg
Bearbeitet von:
Landschaftsökologie Moritz
Brösgen 8
01731 Kreischa OT Brösgen
Stand:
30.07.2019

ASP „Stadtzentrum - Wohnareal Am Sachsenplatz“, Freital - Landschaftsökologie Moritz
Inhalt
1.
Vorhaben ........................................................................................................................................................ 1
1.1.
Veranlassung ......................................................................................................................................... 1
1.2.
Allgemeine Lage und Abgrenzung des Gebietes ................................................................................... 1
2.
Grundlagen und Planungen ............................................................................................................................ 4
2.1.
Rechtliche Grundlagen .......................................................................................................................... 4
2.2.
Ablauf zur Prüfung des Artenschutzes ................................................................................................... 5
3.
Untersuchungsumfang ................................................................................................................................... 5
4.
Methodik ........................................................................................................................................................ 6
4.1.
Erfassung von Brutvögeln ...................................................................................................................... 6
4.2.
Erfassung von Fledermäusen/Quartieren ............................................................................................. 7
4.3.
Erfassung von Reptilien ......................................................................................................................... 8
4.4.
Erfassung weiterer relevanter Arten ..................................................................................................... 8
5.
Ergebnisse ...................................................................................................................................................... 8
5.1.
Erfassung Brutvögel ............................................................................................................................... 8
5.2.
Erfassung Fledermäuse ........................................................................................................................ 10
5.3.
Erfassung Reptilien .............................................................................................................................. 13
5.4.
Erfassung weiterer relevanter Arten ................................................................................................... 13
6.
Prüfung der Beeinträchtigung ...................................................................................................................... 14
6.1.
Brutvögel ............................................................................................................................................. 14
6.1.1.
Gebäudegebunden brütende Arten............................................................................................ 15
6.1.2.
Gehölzgebunden brütende Vogelarten ...................................................................................... 16
6.1.3.
Nahrungsgäste ............................................................................................................................ 18
6.2.
Fledermäuse ........................................................................................................................................ 19
6.3.
Reptilien ............................................................................................................................................... 21
7.
Maßnahmenplanung .................................................................................................................................... 21
7.1.
Allgemein zutreffende Maßnahmen ................................................................................................... 21
7.1.1.
Ökologische Baubegleitung......................................................................................................... 21
7.1.2.
Kollisionen an Glasflächen vermeiden ........................................................................................ 21
7.2.
Gebäudegebunden brütende Vogelarten............................................................................................ 22
7.2.1.
Bauzeitenregelung Gebäudeabriss ............................................................................................. 22
7.2.2.
Ökologische Baubegleitung......................................................................................................... 22
7.2.3.
Schaffung neuer Fortpflanzungs- und/oder Ruhestätten ........................................................... 23
7.3.
Gehölzgebunden brütende Vogelarten ............................................................................................... 24
7.3.1.
Bauzeitenregelung Gehölzrückschnitt ........................................................................................ 24
7.3.2.
Ökologische Baubegleitung......................................................................................................... 24
7.3.3.
Schaffung neuer Fortpflanzungs- und/oder Ruhestätten ........................................................... 24

ASP „Stadtzentrum - Wohnareal Am Sachsenplatz“, Freital - Landschaftsökologie Moritz
7.4.
Fledermäuse ........................................................................................................................................ 25
7.4.1.
Ökologische Baubegleitung......................................................................................................... 25
7.4.2.
Schaffung neuer Fortpflanzungs- und/oder Ruhestätten ........................................................... 25
8.
Weitere Empfehlungen ................................................................................................................................ 26
8.1.
Beleuchtung ......................................................................................................................................... 26
8.2.
Schaffung von Kleinlebensräumen bzw. Strukturen zum Erhalt der Artenvielfalt .............................. 27
9.
Prüfung der naturschutzrechtlichen Voraussetzungen ................................................................................ 28
10.
Quellenverzeichnis ................................................................................................................................... 28
10.1.
Literatur ............................................................................................................................................... 28
10.2.
Gesetze, Verordnungen, Sonstige ....................................................................................................... 29
11.
Anhang ..................................................................................................................................................... 29
11.1. Karte 1 –Erfassungsergebnisse ............................................................................................................ 29
Tabellenverzeichnis
Tabelle 1: Termine zur Erfassung der Brutvögel ..................................................................................................... 7
Tabelle 2: Termine zur Erfassung der Fledermäuse/Quartiersuche ....................................................................... 7
Tabelle 3: Termine zur Erfassung der Reptilien ...................................................................................................... 8
Tabelle 4: Ergebnis der Brutvogelerfassung ............................................................................................................ 8
Tabelle 5: Ergebnisse der Fledermauserfassung ................................................................................................... 12
Fotodokumentation
Foto 1: Blick auf die große Lagerhalle im Westen des Gebiets ............................................................................... 2
Foto 2: Blick auf die Fahrzeughalle im Norden des Gebietes (links) und die Große Lagerhalle (rechts) ................ 2
Foto 3: Blick auf die kleinere Lagerhalle im Nordosten des Gebiets ....................................................................... 2
Foto 4: Blick auf die Garagen im Süden des Gebietes ............................................................................................. 3
Foto 5: Verwaltungsgebäude des Bestattungsunternehmens ................................................................................ 3
Foto 6: Blick auf die Weißeritz mit dem angrenzenden Böschungsbereich ............................................................ 3
Foto 7: Nest eines Großvogels, vermutlich Aaskrähe ........................................................................................... 10
Foto 8: Große Lagerhalle: Abstehende Verblechungen und Attikabereiche als potentielle Quartiere
spaltenbewohnender Fledermausarten................................................................................................................ 11
Foto 9: Kleine Lagerhalle - Einflugmöglichkeit über die Attikaverblechung ......................................................... 11
Foto 10: Kleine Lagerhalle - Holzverschalung im Deckenbereich.......................................................................... 12
Foto 11: Kotpellet einer größeren Fledermausart unterhalb der Attika auf der Ostseite der kleinen Lagerhalle 13

1
ASP „Stadtzentrum - Wohnareal Am Sachsenplatz“, Freital - Landschaftsökologie Moritz
1.
Vorhaben
1.1.
Veranlassung
Die HD Investitions und Verwaltungs GmbH plant den Abriss der Gebäude auf dem Gelände der VEP
Becker Umweltdienste Gmbh in der Poisentalstraße in Freital sowie den Neubau einer Wohnsiedlung
mit 11 Eigenheimen. Teile der bestehenden Gebäude wie beispielsweise Ausbrüche am Mauerwerk
oder Attikaverblechungen können geschützten Arten als Fortpflanzungs- und/oder Ruhestätten
dienen. Um eine Beeinträchtigung von Tieren durch den Abriss der Gebäude zu vermeiden, müssen
zunächst Untersuchungen durchgeführt werden, um Aussagen zum möglichen Besatz treffen zu
können und Maßnahmen zum Schutz zu ergreifen.
Die Ergebnisse der Kartierung und die Darstellung möglicher Beeinträchtigungen sowie ein geeignetes
Maßnahmenkonzept zum Schutz der vorkommenden Arten sind im vorliegenden Gutachten
dargestellt.
1.2.
Allgemeine Lage und Abgrenzung des Gebietes
Das Untersuchungsgebiet liegt in Freital zwischen dem Sachsenplatz im Westen und Süden, dem
Poisenbach im Osten und der Weißeritz im Norden (vgl. Karte 1). Das gesamte Gelände wird von der
VEP Becker Umweltdienste GmbH sowie der Bestattungshaus am Sachsenplatz GmbH genutzt. Auf
dem Gelände befinden sich Lagerhallen verschiedener Bauart und Größe sowie Garagen- und
Bürogebäude. Zu den betroffenen Gebäuden gehören eine große Lagerhalle im Westen, in der
verschiedenster Sperrmüll gelagert wird (vgl. Foto 1). Die Halle ist dadurch nicht vollständig begeh-
und einsehbar. Des Weiteren soll die sich im Norden anschließende Fahrzeughalle ebenfalls abgerissen
werden (vgl. Foto 2). Beide Hallen sind in Leichtbauweise aus Blechelementen errichtet und verfügen
über eine Attika. Im Nordosten befindet sich eine gemauerte Lagerhalle mit einer Holzverschalung im
Dachbereich (innen) und einer breiten Blechattika außen (vgl. Foto 3 und 9). Die Tore an allen drei
Hallen waren teilweise geöffnet. Im Süden befindet sich ein Garagenkomplex, welcher ebenfalls
abgerissen werden soll (vgl. Foto 4). Die einzelnen Abteilungen werden als Lagerraum genutzt. An der
Rückseite des Gebäudes befinden sich im oberen Wandbereich offene Stellen zur Durchlüftung. Das
Verwaltungsgebäude im Südosten wird derzeit von einem Bestattungsunternehmen genutzt. Die steile
Böschung der Weißeritz wurde mit groben Natursteinen gestaltet und ist stark verkrautet (vgl. Foto 6).
Auf der gesamten Fläche findet sich nur ein geringer Gehölzbestand, davon nur einzelne Altbäume im
Norden und Osten des Gebietes.

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2
ASP „Stadtzentrum - Wohnareal Am Sachsenplatz“, Freital - Landschaftsökologie Moritz
Foto 1: Blick auf die große Lagerhalle im Westen des Gebiets
Foto 2: Blick auf die Fahrzeughalle im Norden des Gebietes (links) und die Große Lagerhalle (rechts)
Foto 3: Blick auf die kleinere Lagerhalle im Nordosten des Gebiets

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3
ASP „Stadtzentrum - Wohnareal Am Sachsenplatz“, Freital - Landschaftsökologie Moritz
Foto 4: Blick auf die Garagen im Süden des Gebietes
Foto 5: Verwaltungsgebäude des Bestattungsunternehmens
Foto 6: Blick auf die Weißeritz mit dem angrenzenden Böschungsbereich

4
ASP „Stadtzentrum - Wohnareal Am Sachsenplatz“, Freital - Landschaftsökologie Moritz
2.
Grundlagen und Planungen
2.1.
Rechtliche Grundlagen
Neben dem allgemeinen Artenschutz muss bei Vorhaben und Planungen stets auch der Aspekt des
speziellen Artenschutzes betrachtet werden, um die naturschutzrechtliche Zulässigkeit des Vorhabens
erreichen zu können. Die Grundlage für den speziellen Artenschutz bildet zunächst der § 44 des
Bundesnaturschutzgesetztes (BNatSchG).
Nach § 44
(1) ist es verboten,
wild lebenden Tieren der besonders geschützten Arten nachzustellen, sie zu fangen, zu
verletzen oder zu töten oder ihre Entwicklungsformen aus der Natur zu entnehmen, zu
beschädigen oder zu zerstören. (nachfolgend als „
Tötungsverbot
“ bezeichnet)
wild lebende Tiere der streng geschützten Arten und der europäischen Vogelarten während
der Fortpflanzungs-, Aufzucht-, Mauser-, Überwinterungs- und Wanderungszeiten erheblich
zu stören; eine erhebliche Störung liegt vor, wenn sich durch die Störung der
Erhaltungszustand der lokalen Population einer Art verschlechtert (nachfolgend als
Störungsverbot
“ bezeichnet),
Fortpflanzungs- oder Ruhestätten der wild lebenden Tiere der besonders geschützten Arten
aus der Natur zu entnehmen, zu beschädigen oder zu zerstören (nachfolgend als
Schädigungsverbot
“ bezeichnet).
Im Bundesnaturschutzgesetz wird klar definiert, welche Arten als besonders und welche als streng
geschützt gelten. Diese Definitionen werden nachfolgend aufgeführt.
Als besonders geschützt (§ 7 Abs. 2, Nr. 13 BNatSchG) gelten,
„Tier- und Pflanzenarten, die in Anhang A oder Anhang B der Verordnung (EG) Nr.
338/97…aufgeführt sind“ (EG-Artenschutzverordnung),
„Tier- und Pflanzenarten, die in Anhang IV der Richtlinie 92/43/EWG aufgeführt sind“ (FFH-
Richtlinie),
„europäische Vogelarten“ (Vogelschutzrichtlinie)
„Tier- und Pflanzenarten, die in einer Rechtsverordnung nach § 54 Abs. 1 aufgeführt sind“
(Bundesartenschutzverordnung).
Als streng geschützt (§ 7 Abs. 2, Nr. 14 BNatSchG) gelten Arten, die
„in Anhang A der Verordnung (EG) Nr. 338/97“ (EG-Artenschutzverordnung),
„in Anhang IV der Richtlinie 92/43/EWG“ (FFH-Richtlinie),
„in einer Rechtsverordnung nach § 54 Abs. 2“ (Bundesartenschutzverordnung) geführt sind.
Die artenschutzrechtlichen Verbote bei nach § 15 BNatSchG zulässigen Eingriffen in Natur und
Landschaft sowie nach den Vorschriften des Baugesetzbuches zulässigen Vorhaben im Sinne des

5
ASP „Stadtzentrum - Wohnareal Am Sachsenplatz“, Freital - Landschaftsökologie Moritz
§ 18 Abs. 2 Satz 1 des Bundesnaturschutzgesetztes gelten nur für die in
Anhang IV der FFH-Richtlinie
aufgeführten
Tier- und Pflanzenarten
sowie die heimischen
europäischen Vogelarten
gem. Art. 1 der
Vogelschutzrichtlinie.
2.2.
Ablauf zur Prüfung des Artenschutzes
Das Sächsische Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie hat zur Vereinheitlichung der des
Prüfverfahrens eine Handlungsempfehlung veröffentlicht (SMUL 2017). Dieses als „Ablaufschema zur
Prüfung des Artenschutzes“ bezeichnete Dokument kommt im vorliegenden Gutachten zur
Anwendung. Hierzu ist es notwendig, die artenschutzrechtlichen Belange nach § 44 Abs. 1 Nr. 1 bis Nr.
4 in Verbindung mit § 44 Abs. 5 BNatSchG zu bearbeiten.
1. Relevanzprüfung: Ermittlung des prüfrelevanten Artenspektrums durch Bestandsaufnahme
oder worst-case-Betrachtung,
2. Prüfung der Beeinträchtigung – Prüfung der Verbotstatbestände des § 44 Abs. 1 i. V. m. Abs. 5
BNatSchG,
ob
unter
Berücksichtigung
der
geplanten
Vermeidungs-
und
ggfs.
funktionserhaltenden Ausgleichs-(CEF) Maßnahmen (z. B. Umsiedlung) Verbotstatbestände
erfüllt sind,
3. Prüfung der naturschutzfachlichen Voraussetzungen für eine Ausnahme entsprechend § 45
Abs. 7 BNatSchG soweit dies erforderlich ist.
3.
Untersuchungsumfang
Der Untersuchungsrahmen entspricht den Vorgaben der UNB (Landratsamt Pirna).
1. Bestandsaufnahme/Bearbeitungsrahmen
Artengruppe Vögel:
4-malige Begehung der Fläche zur Erfassung der Brutvögel (Revierkartierung nach den
Methodenstandards zur Erfassung der Brutvögel Deutschlands (Südbeck et al. 2005)
Schwerpunkt der Begehungen sind dabei die gebäudebewohnenden Arten
Erstellung einer Revierkarte der gefundenen Brutvorkommen
Artengruppe Fledermäuse:
Kontrolle aller Gebäude Innen und Außen zur Spurensuche (Kot, Fraßreste, Fettspuren usw.)
4 Detektorbegehungen mit Ausflugkontrolle bei geeignetem Wetter in der Wochenstubenzeit
Mai, Juni und Juli
Dokumentation der Quartiere

6
ASP „Stadtzentrum - Wohnareal Am Sachsenplatz“, Freital - Landschaftsökologie Moritz
Artengruppe Reptilien:
3-malige Begehung der Fläche bei geeignetem Wetter zur Suche nach Zauneidechsen verteilt
über den Zeitraum Ende April bis Mitte Juni
Erstellung einer Karte mit den Fundpunkten
2. Prüfung der Betroffenheit
– Eingrenzung der vom Vorhaben betroffenen Arten auf Basis der
Bestandsaufnahme; Festlegung der betroffenen europarechtlich geschützten Arten
3. Prüfung der Beeinträchtigung
– Prüfung der Verbotstatbestände des § 44 Abs. 1 i. V. m. Abs. 5
BNatSchG, ob unter Berücksichtigung der geplanten Vermeidungs- und ggfs. Funktionserhaltenden
Ausgleichs (CEF) -maßnahmen (z.B. Umsiedlung) Verbotstatbestände erfüllt sind.
4. Prüfung der naturschutzfachlichen Voraussetzungen
für eine Ausnahme entsprechend §45 Abs. 7
BNatSchG:
Prüfung, ob Vorliegen zwingender Gründe
Alternativen Prüfung
Prüfung der Wahrung des günstigsten Erhaltungszustandes der Population der betroffenen Art
in ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet (Arten des Anhang IV FFHRL)
Erhaltungszustand der Population einer Art darf sich nicht verschlechtern (Europäische
Vogelarten)
5. Vorschläge zu Vermeidungs- und Ausgleichsmaßnahmen
4.
Methodik
4.1.
Erfassung von Brutvögeln
Die Erfassung der Brutvögel richtete sich generell nach den Vorgaben der „Methodenstandards zur
Erfassung der Brutvögel Deutschlands“ (Südbeck et al. 2005). So wurde auf typische revieranzeigende
Merkmale wie beispielsweise:
Im geeigneten Habitat zur Brutzeit anwesende Paare
Balz-, Nahrungsflüge, singende Männchen
Nistplatz aufsuchende Alttiere
brütende Altvögel
futtertragende Altvögel
warnende oder verleitende Altvögel
Jungvögel im Nest
Jungenführende Altvögel

7
ASP „Stadtzentrum - Wohnareal Am Sachsenplatz“, Freital - Landschaftsökologie Moritz
geachtet. Die Begehungen zur Erfassung der Brutvögel fanden an den in der nachfolgenden Tabelle
aufgeführten Terminen statt.
Tabelle 1: Termine zur Erfassung der Brutvögel
Datum
Temperatur
[°C]
Windstärke
[Bft]
Bewölkung [%]
Niederschlag
08.04.2019
19 bis 10
1
20
-
23.05.2019
12 bis 14
0 bis 1
50
-
12.06.2019
21 bis 24
1 bis 3
100 bis 75
-
20.06.2019
26 bis 23
2 bis 1
40 bis 80
-
4.2.
Erfassung von Fledermäusen/Quartieren
Zunächst fand eine Begutachtung aller Gebäude innerhalb des Untersuchungsgebietes statt mit dem
Ziel deren mögliche Eignung als Fledermausquartier zu evaluieren. Geeignete Strukturen, wie
beispielsweise Mauerausbrüche, abstehende Bleche oder Attikaverblechungen wurden, sofern vom
Boden oder Leiter aus erreichbar, mittels Taschenlampe und unter Zuhilfenahme einer
Endoskopkamera auf aktuellen oder ehemaligen Besatz kontrolliert. Bei der Kontrolle lag das
Hauptaugenmerk auf Kot-, Urinspuren, Haare, Lautäußerungen, Kratzspuren und die generelle
Zugänglichkeit und Eignung der vorgefundenen Struktur für Fledermäuse. Sofern Quartierstrukturen
nicht erreicht werden konnten oder nicht einsehbar waren, fand eine abendliche Ausflugbeobachtung
an der jeweiligen Struktur statt. Dabei werden Fledermausrufe in Echtzeit manuell mittels Detektor
(Batlogger M der Firma Elekon) für spätere Analysen aufgezeichnet. Spezielle Software (BatExplorer
Version 2.1.5) unterstützt die Datenverwaltung und Artdiskriminierung am Rechner. Je nach
aufgenommener Rufqualität und Fledermausart ist eine Determination bis auf Artniveau möglich. Zur
Unterstützung wird Fachliteratur zur Rufanalyse herangezogen (Skiba 2009, Arthur & Lemaire 2009,
Pfalzer 2002).
Tabelle 2: Termine zur Erfassung der Fledermäuse/Quartiersuche
Datum
Temperatur
[°C]
Windstärke
[Bft]
Bewölkung [%]
Niederschlag
Bemerkung
08.04.2019
19 bis 10
1
20
-
Quartiersuche
23.05.2019
11 bis 12
0 bis 1
50
-
morgendlicher Einflug
12.06.2019
22 bis 18
0 bis 1
80 bis 50
-
abendlicher Ausflug
20.06.2019
23 bis 20
1 bis 2
80 bis 100
-
abendlicher Ausflug
10.07.2019
20 bis 18
0 bis 1
20 bis 40
-
abendlicher Ausflug

8
ASP „Stadtzentrum - Wohnareal Am Sachsenplatz“, Freital - Landschaftsökologie Moritz
4.3.
Erfassung von Reptilien
Das
Untersuchungsgebiet
wurde
langsam
begangen,
um
Reptilien
nicht
gleich
durch
Trittschwingungen zu vertreiben. Neben der direkten Sichtbeobachtung lebender Tiere wurde
zusätzlich auf tote Tiere und Hautreste geachtet. Diese Beobachtungen werden als indirekte
Vorkommensnachweise geführt. Darüber hinaus fand eine Einschätzung zur Eignung des
Untersuchungsraumes als Reptilienhabitat anhand der vorgefundenen Habitatparameter statt.
Tabelle 3: Termine zur Erfassung der Reptilien
Datum
Temperatur
[°C]
Windstärke
[Bft]
Bewölkung [%]
Niederschlag
23.05.2019
12 bis 14
0 bis 1
50
-
12.06.2019
21 bis 24
1 bis 3
100 bis 75
-
20.06.2019
26 bis 23
2 bis 1
40 bis 80
-
4.4.
Erfassung weiterer relevanter Arten
Im Rahmen der Begehungen wurde auf das mögliche Vorkommen weiterer relevanter streng
geschützter bzw. Anhang IV-Arten geachtet.
5.
Ergebnisse
5.1.
Erfassung Brutvögel
In der nachfolgenden Tabelle sind die Ergebnisse der Brutvogelerfassung dargestellt. Die
nachgewiesenen Arten sind in „Brutvogelarten mit hervorgehobener artenschutzrechtlicher
Bedeutung“ und „Häufige Brutvogelarten“ (SMUL 2019a) unterteilt. Die in der Tabelle angegebenen
Gilden, die ausschließlich für die im Gebiet brütenden Arten angegeben wurden, richten sich nach den
Angaben in Südbeck et al. (2005).
Tabelle 4: Ergebnis der Brutvogelerfassung (Gilde => ausschließlich für im Gebiet brütende Arten angegeben)
(*: Brutplatz südlich knapp außerhalb des UG siehe Karte 1)
Deutscher
Artname
Wissenschaftlicher
Artname
Gilde
ST
B
RL SN
RL D
VS-RL
BNat
SchG
EHZ
Brutvogelarten mit hervorgehobener artenschutzrechtlicher Bedeutung
Graureiher
Ardea cinerea
-
G
-
*
*
§
g
Mäusebussard
Buteo buteo
-
G
-
*
*
§§
g
Mehlschwalbe
Delichon urbicum
-
NG
-
3
3
§
u
Turmfalke
Falco tinnunculus
-
NG
-
*
*
§§
g
Häufige Brutvogelarten
Amsel
Turdus merula
F
B
2 + (1)*
*
*
§
g
Bachstelze
Motacilla alba
F
B
1
*
*
§
g

9
ASP „Stadtzentrum - Wohnareal Am Sachsenplatz“, Freital - Landschaftsökologie Moritz
Deutscher
Artname
Wissenschaftlicher
Artname
Gilde
ST
B
RL SN
RL D
VS-RL
BNat
SchG
EHZ
Blaumeise
Parus caeruleus
-
NG
-
*
*
§
g
Buchfink
Fringilla coelebs
-
NG
-
*
*
§
g
Buntspecht
Dendrocopos major
-
NG
-
*
*
§
g
Feldsperling
Passer montanus
-
NG
-
*
V
§
g
Fichtenkreuzschnabel
Loxia curvirostra
-
G
-
*
*
§
g
Girlitz
Serinus serinus
F
B
(1)*
*
*
§
g
Grünfink
Carduelis chloris
F
B
1
*
*
§
g
Hausrotschwanz
Phoenicurus ochruros
HH/N
B
2
*
*
§
g
Haussperling
Passer domesticus
H
B
1
V
V
§
g
Kernbeißer
Coccothraustes
coccothraustes
-
NG
-
*
*
§
g
Kohlmeise
Parus major
-
NG
-
*
*
§
g
Mauersegler
Apus apus
-
NG
-
*
*
§
g
Mönchsgrasmücke
Sylvia atricapilla
F
B
(1)*
*
*
§
g
Ringeltaube
Columba palumbus
F
B
1
*
*
§
g
Rotkehlchen
Erithacus rubecula
-
RV
-
*
*
§
g
Singdrossel
Turdus philomelos
F
B
1
*
*
§
g
Star
Sturnus vulgaris
-
NG
-
*
3
§
g
Stockente
Anas platyrhynchos
-
G
-
*
*
§
g
Straßentaube
Columba livia f. domestica
F/N
B
1
*
*
§
g
Zaunkönig
Troglodytes troglodytes
-
NG
-
*
*
§
g
Legende
Gilde nach SÜDBECK ET AL (2005)
F
Freibrüter
HH
Halbhöhlenbrüter
H
Höhlenbrüter
N
Nischenbrüter
ST - Status
B
Brutvogel
G
Gast
NG
Nahrungsgast
RV
Rastvogel (Zugvogel)
B - Anzahl der Brutpaare
RL SN - Rote Liste Sachsen
*
ungefährdet
nb
nicht bewertet
0
Ausgestorben o. verschollen
1
Vom Aussterben bedroht
2
Stark gefährdet
3
Gefährdet
R
Extrem selten
V
Vorwarnliste
RL D - Rote Liste Deutschland
*
ungefährdet
nb
nicht bewertet
0
Ausgestorben o. verschollen
1
Vom Aussterben bedroht
2
Stark gefährdet
3
Gefährdet
G
Gefährdung unbekannten Ausmaßes
R
Extrem selten
V
Vorwarnliste
D
Daten unzureichend
VS-RL - Vogelschutzrichtlinie
I
Arten des Anhang I
BNatSchG - Bundesnaturschutzgesetz
§
besonders geschützt
§§
streng geschützt
EHZ – Erhaltungszustand Sachsen
g
günstig
u
unzureichend

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10
ASP „Stadtzentrum - Wohnareal Am Sachsenplatz“, Freital - Landschaftsökologie Moritz
Innerhalb des Untersuchungsgebietes wurden 26 Vogelarten nachgewiesen, von denen für 6 Arten der
Brutnachweis vorliegt. Die Brutplätze bzw. -reviere sind in der Karte 1 dargestellt. In der großen
Lagerhalle im Westen des Untersuchungsgebietes befinden sich jeweils ein Brutplatz der Straßentaube
und des Haussperlings. Der Hausrotschwanz brütet in der Fahrzeughalle im Norden des Gebietes. Ein
weiterer Brutplatz des Hausrotschwanzes sowie ein Brutplatz der Bachstelze befinden sich in der
Lagerhalle im Nordosten. In einer Blaufichte im Westen wurde eine brütende Ringeltaube
nachgewiesen. Des Weiteren brüten Amseln im Gehölz nördlich der Fahrzeughalle sowie östlich der
kleineren Lagerhalle. Im dichten Efeu an der Ostseite dieser Halle befindet sich zudem ein Nest der
Singdrossel. Ein altes Nest einer Großvogelart (vermutlich Aaskrähe) befindet sich im Kirschbaum im
Norden des Untersuchungsgebietes (Foto 7). In der Gehölzgruppe nördlich der Garagen brütet der
Grünfink. In den Fichten etwas außerhalb des Gebietes im Süden wurde der Brutplatz eines Girlitz
nachgewiesen sowie ebenfalls etwas außerhalb südlich der Garagen im Gehölzstreifen Brutplätze von
Amsel und Mönchsgrasmücke. Die übrigen Arten nutzen Teilbereiche des Untersuchungsgebietes zur
Nahrungssuche bzw. überflogen es lediglich auf dem Weg zwischen Brutstätte und Nahrungshabitat
(z.B. Blaumeise) bzw. Nahrungshabitat und Schlafplatz (z.B. Graureiher).
Regelmäßig jagten Mauersegler weit oberhalb der untersuchten Fläche nach Insekten. Brutplätze
dieser Art befinden sich vermutlich in den umliegenden Altbauten.
Foto 7: Nest eines Großvogels, vermutlich Aaskrähe
5.2.
Erfassung Fledermäuse
Die Gebäude im Untersuchungsgebiet bieten aufgrund ihrer Bauweise potentielle Quartierstrukturen
für spaltenbewohnende Fledermausarten (vgl. Foto 8 & 9). Vor allem die kleinere Lagerhalle im
Nordosten ist aufgrund der abstehenden Attika und der Holzverschalung im inneren Dachbereich
potentiell geeignet (vgl. Foto 10).

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11
ASP „Stadtzentrum - Wohnareal Am Sachsenplatz“, Freital - Landschaftsökologie Moritz
Foto 8: Große Lagerhalle: Abstehende Verblechungen und Attikabereiche als potentielle Quartiere spaltenbewohnender
Fledermausarten
Foto 9: Kleine Lagerhalle - Einflugmöglichkeit über die Attikaverblechung

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12
ASP „Stadtzentrum - Wohnareal Am Sachsenplatz“, Freital - Landschaftsökologie Moritz
Foto 10: Kleine Lagerhalle - Holzverschalung im Deckenbereich
Um den Besatz der Gebäude mit Fledermäusen abzuprüfen fanden an 4 Terminen abendliche
Ausflugbeobachtung bzw. morgendliche Einflugbeobachtungen statt (vgl. Tabelle 2).
Im Rahmen dieser Dämmerungsbeobachtungen wurden die in der nachfolgenden Tabelle
aufgeführten Fledermausarten im Gebiet nachgewiesen.
Tabelle 5: Ergebnisse der Fledermauserfassung
Deutscher
Artname
Wissenschaftlicher
Artname
RL SN
RL D
FFH
BNatSchG
Nachweis
Großer Abendsegler
Nyctalus noctula
V
V
IV
§§
D
Zwergfledermaus
Pipistrellus pipistrellus
V
*
IV
§§
D
Legende
RL SN - Rote Liste Sachsen
*
Ungefährdet
0
Ausgestorben o. verschollen
1
Vom Aussterben bedroht
2
Stark gefährdet
3
Gefährdet
R
Extrem selten
V
Vorwarnliste
RL D - Rote Liste Deutschland
*
Ungefährdet
0
Ausgestorben o. verschollen
1
Vom Aussterben bedroht
2
Stark gefährdet
3
Gefährdet
G
Gefährdung unbekannten Ausmaßes
R
Extrem selten
V
Vorwarnliste
D
Daten unzureichend
FFH – Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie
II
Arten des Anhang II
IV
Arten des Anhang IV
BNatSchG - Bundesnaturschutzgesetz
§
besonders geschützt
§§
streng geschützt
Nachweis
D
Detektor/Batlogger

image
13
ASP „Stadtzentrum - Wohnareal Am Sachsenplatz“, Freital - Landschaftsökologie Moritz
Am 10.07.2019 wurde im Zuge der Ausflugbeobachtung am Abend ein Großer Abendsegler
beobachtet, welcher aus der kleineren Lagerhalle im Nordosten des Gebietes geflogen kam. Eine
Zwergfledermaus flog an diesem Abend unter der westlichen Attika des gleichen Gebäudes hervor
(vgl. Karte 1). Unter der Attika auf der gegenüberliegenden Gebäudeseite wurde am 12.06.2019 ein
Kotpellet einer größeren Fledermausart gefunden (vgl. Foto 11). An diesem Abend flog jedoch an
dieser Stelle keine Fledermaus aus.
Mindestens 2 Große Abendsegler und 3 Zwergfledermäuse jagten zeitgleich über dem gesamten
Gelände, dabei flogen sie auch in die vorhandenen Hallen ein, um dort zu jagen.
Foto 11: Kotpellet einer größeren Fledermausart unterhalb der Attika auf der Ostseite der kleinen Lagerhalle
5.3.
Erfassung Reptilien
Im Rahmen der durchgeführten Untersuchungen wurden keine Hinweise auf eine Nutzung des
Untersuchungsgebietes durch Reptilien festgestellt. Das Fehlen der Art wird aus fachlicher Sicht zum
einen auf die extreme Isolierung der Untersuchungsfläche aufgrund direkt angrenzender, stark
befahrener Straßen bzw. unüberwindbarer Bauwerke und zum anderen die starke Nutzung des
Gebiets durch die Mitarbeiter der VEP Becker Umweltdienste und deren Fahrzeuge zurückgeführt.
Selbst die Einwanderung vom Weißeritzufer aus ist in diesem Gebiet nahezu ausgeschlossen, da das
Mauerwerk einer Sanierung unterzogen wurde und keinerlei Hohlräume oder Fugen aufweist.
5.4.
Erfassung weiterer relevanter Arten
Im Rahmen der Begehungen wurden innerhalb des Untersuchungsgebietes keine Anhang II oder IV
Arten der FFH-Richtlinie festgestellt, die einer Prüfung unterzogen werden müssten.

14
ASP „Stadtzentrum - Wohnareal Am Sachsenplatz“, Freital - Landschaftsökologie Moritz
6.
Prüfung der Beeinträchtigung
6.1.
Brutvögel
Vogelarten mit hervorgehobener artenschutzrechtlicher Bedeutung
Es wurden vier Arten mit hervorgehobener artenschutzrechtlicher Bedeutung während der
Erfassungen festgestellt, wobei der Graureiher und Mäusebussard das Gebiet lediglich zum Erreichen
des Schlafplatzes überflogen. Daher fand keine gesonderte Prüfung der Beeinträchtigungen statt, da
für den Graureiher und Mäusebussard im Zuge der Umsetzung des Vorhabens keine
Beeinträchtigungen zu erwarten sind. Mehlschwalben nutzten den offenen Luftraum über dem Gebiet
zur Nahrungssuche. Der Turmfalke wurde nur überfliegend bzw. auf der nördlich angrenzenden
Brachfläche nahrungssuchend beobachtet. Es wird keine gesonderte Einzelfallprüfung der
Beeinträchtigung durchgeführt, da im Zuge der Umsetzung des Vorhabens keine Beeinträchtigungen
für Mehlschwalbe und Turmfalke zu erwarten sind.
Häufige Brutvogelarten
Für im Gebiet brütend nachgewiesenen, häufigen Brutvogelarten wird aufgrund ihres günstigen
Erhaltungszustandes keine Einzelartenprüfung, sondern einer Prüfung auf Gildenebene durchgeführt.
Folgende Gilden werden für die Betrachtung gebildet:
Gehölzgebunden brütende Vogelarten (Freibrüter, Halbhöhlen und Höhlenbrüter sowie
gehölzgebunden brütenden Bodenbrüter)
Gebäudegebunden brütende Vogelarten (im vorliegenden Gutachten beinhaltet dies die
Freibrüter wie Bachstelze und Straßentaube sowie die Nischenbrüter wie Hausrotschwanz und
Haussperling)
Für die häufigen Brutvogelarten, die ausschließlich nahrungssuchend im Gebiet erfasst werden, findet
eine zusammenfassende Prüfung mit den Nahrungsgästen der Arten mit hervorgehobener
artenschutzrechtlicher Bedeutung statt.
Maßnahmen
Unter der nachfolgenden Betrachtung der Betroffenheit werden, wenn nötig, Maßnahmen empfohlen,
die dem Eintreten eines Straftatbestandes entgegenwirken. Eine ausführliche Beschreibung der im
Kapitel 6 genannten Maßnahmen findet sich unter Kapitel 7.

15
ASP „Stadtzentrum - Wohnareal Am Sachsenplatz“, Freital - Landschaftsökologie Moritz
6.1.1. Gebäudegebunden brütende Arten
Habitatansprüche und Artcharakteristika
Zu den gebäudebewohnenden Vogelarten zählen generell alle Arten, die Nester am bzw. in Gebäuden
frei anlegen oder vorhandene Nischen bzw. Hohlräume zur Anlage von Brutplätzen nutzen. Im
vorliegenden Gutachten betrifft das die Bachstelze und Straßentaube sowie den Haussperling und den
Hausrotschwanz.
Verbreitung der Arten in Sachsen
Alle nachgewiesenen gebäudegebunden brütenden Vogelarten zählen zu den häufigen, weit
verbreiteten Brutvogelarten. Der Haussperling wird in der Roten Liste Sachsen als auch Deutschlands
auf der Vorwarnliste geführt. Der Schutzstatus der Straßentaube wurde nicht bewertet, da es sich um
keine nach dem Bundesnaturschutzgesetz besonders geschützte Art handelt. Alle weiteren gelten
sowohl Sachsen- als auch deutschlandweit als ungefährdet.
Vorkommen innerhalb des Untersuchungsgebietes
Im Inneren der Großen Lagerhalle wurde jeweils ein Brutplatz der Straßentaube sowie des
Haussperlings im oberen Bereich des Dachs nachgewiesen. Die Brutplätze des Hausrotschwanzes
befinden sich im Dachbereich im Inneren der Fahrzeughalle sowie der kleinen Lagerhalle. In letzterer
befindet sich auch der Brutplatz der Bachstelze. Die Lage der Brutstätten kann der Karte 1 entnommen
werden.
Prognose und Bewertung möglicher Verbotstatbestände
Tötungsverbot
Da der Abriss der Gebäude geplant ist, kann eine baubedingte Tötung ohne die Beachtung von
geeigneten Schutzmaßnahmen nicht ausgeschlossen werden. Folgende Maßnahmen sind zum Schutz
gebäudebrütender Vogelarten vorzusehen:
Bauzeitenregelung Gebäudeabriss
Ökologische Baubegleitung
Störungsverbot
Alle Vogelarten dieser Gilde zählen zu den häufigen Brutvogelarten und werden In der Arbeitshilfe
Vögel und Straßenverkehr in der Gruppe 4, also als Arten mit schwacher Lärmempfindlichkeit geführt
(GARNIEL, A. & MIERWALD, U. 2010). Als städtische Vogelarten sind diese bereits an einen gewissen Lärm
aber auch Lichtpegel gewöhnt, sodass eine Scheuchwirkung durch temporären Baulärm oder ein neues
Beleuchtungskonzept zu vernachlässigen ist. Da ein Abriss der betreffenden Gebäude angestrebt wird,
kann der Verlust der Brutstätten aller drei Arten nicht ausgeschlossen werden. Dies stellt zwar eine
Störung dar, die allerdings aufgrund der Häufigkeit der Arten im Stadtgebiet und des guten
Erhaltungszustandes nicht als erheblich für die Population eingeschätzt wird. Dennoch kann auch das

16
ASP „Stadtzentrum - Wohnareal Am Sachsenplatz“, Freital - Landschaftsökologie Moritz
Maß der unerheblichen Störung unter Beachtung der in diesem Kapitel benannten Maßnahmen
gemindert werden.
Schädigungsverbot
Da ein Abriss der betreffenden Gebäude angestrebt wird, kann der Verlust der Brutstätten der
nachgewiesenen gebäudebewohnenden Vogelarten nicht ausgeschlossen werden. Beispielsweise die
auf der Vorwarnliste Deutschlands geführten Sperlinge zählen zu den Kulturfolgern, die durch den Bau
von Gebäuden in Siedlungen bzw. Städten stark profitiert haben. Leider gehen viele Fortpflanzungs-
und Ruhestätten durch Sanierungen, Modernisierungen oder Abriss von Gebäudestrukturen verloren
und der Bestand der gebäudebewohnenden Arten wie des Haus- oder Feldsperling ist stellenweise
rückläufig. Im Dresdner Raum wurden in den vergangenen Jahren und auch aktuell sehr viele
Sanierungen, Modernisierungen und auch Abrissarbeiten an Gebäudestrukturen vorgenommen und
Neubauten sind stellenweise so dicht gebaut, dass Gebäudebrütern kein Platz gegeben wird, sodass
die Schädigung trotz der Häufigkeit der Art aufgrund der Kumulation von Verlusten erhebliche Effekte
auf Gebäudebrüter haben kann. Aus diesem Grund müssen die nachfolgenden Maßnahmen bei
geplanten Arbeiten an den betreffenden Gebäuden beachtet werden, um diesen Effekten
entgegenzuwirken:
Bauzeitenregelung
Ökologische Baubegleitung
Schaffung neuer Fortpflanzungs- und/oder Ruhestätten
6.1.2. Gehölzgebunden brütende Vogelarten
Habitatansprüche und Artcharakteristika
Zu den gehölzgebunden brütenden Vogelarten werden im vorliegenden Gutachten alle Arten gezählt
die ihre Nester in, auf oder direkt unterhalb von Gehölzstrukturen wie Bäumen oder Hecken errichten
aber auch die Nistkästen an Gehölzen aufgesucht haben. Dazu zählen alle Höhlenbrüter (mit
Ausnahme des Haussperlings und Hausrotschwanzes, die im vorliegenden Fall am bzw. im Gebäude
brütend erfasst wurden und unter Kap. 6.1.1 betrachtet wurde) und der überwiegende Anteil der
Freibrüter (mit Ausnahme der Straßentaube und Bachstelze, die ebenfalls am Gebäude brütend erfasst
wurden und unter Kap. 6.1.1. betrachtet wurden).
Verbreitung der Arten in Sachsen
Insgesamt wurden Brutreviere von 6 gehölzgebunden brütenden Vogelarten innerhalb des bzw. direkt
an das Untersuchungsgebiet angrenzend festgestellt. Es handelt sich bei allen Arten um Arten mit
einem guten Erhaltungszustand. Zudem gelten alle nachgewiesenen häufigen Brutvogelarten sowohl
Sachsen- als auch Deutschlandweit als ungefährdet.

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ASP „Stadtzentrum - Wohnareal Am Sachsenplatz“, Freital - Landschaftsökologie Moritz
Vorkommen innerhalb des Untersuchungsgebietes
Die Verteilung der Brutreviere kann der Karte 1 entnommen werden.
Prognose und Bewertung möglicher Verbotstatbestände
Tötungsverbot
Sofern Rodungen von Bäumen oder Hecken bzw. der Rückschnitt dieser Strukturen im Rahmen der
Umsetzung der geplanten Maßnahmen notwendig werden, kann eine baubedingte Tötung von Tieren
ohne die Beachtung von Schutzmaßnahmen nicht ausgeschlossen werden. Folgende Maßnahmen
müssen bei der Umsetzung Beachtung finden, um den Tatbestand der Tötung zu vermeiden:
Bauzeitenregelung Gehölzrückschnitt
Ökologische Baubegleitung
Störungsverbot
Alle Vogelarten dieser Gilde zählen zu den häufigen Brutvogelarten und werden In der Arbeitshilfe
Vögel und Straßenverkehr in der Gruppe 4, also als Arten mit schwacher Lärmempfindlichkeit geführt
(GARNIEL, A. & MIERWALD, U. 2010). Mit Ausnahme der Mönchsgrasmücke wurden alle Arten dieser
Gilde lediglich mit einem Brutrevier im Gebiet erfasst, sodass unabhängig vom Umfang der geplanten
Maßnahmen nicht mit einer erheblichen Störung der Population zu rechnen ist. Zumal diese Arten als
städtische Vogelarten bereits an einen gewissen Lärmpegel gewöhnt sind, sodass eine Scheuchwirkung
durch temporären Baulärm eher zu vernachlässigen ist. Das Eintreten dieses Verbotstatbestandes
kann daher ausgeschlossen werden. Durch die Beachtung der zeitlichen Regelung zur
Baufeldfreimachung (vgl. Tötungsverbot) und der unter dem Schädigungsverbot genannten
Maßnahmen (Flächeninanspruchnahme bzw. Schaffung neuer Strukturen) werden auch unerhebliche
Störungen gemindert.
Schädigungsverbot
Da Fortpflanzungsstätten auf bzw. in Gehölzen oder in Kästen, die an Gehölzen abgebracht wurden,
liegen können, kann eine Schädigung von Lebensstätten im Zuge der Umsetzung des Vorhabens nicht
ausgeschlossen werden. Allerdings unterliegen die Brutstätten der häufigen Brutvogelarten außerhalb
der Brutsaison keinem gesonderten Schutz. Unter Beachtung der nachfolgenden Maßnahmen kann
eine Schädigung von Brutplätzen vermieden werden:
Bauzeitenregelung Gehölzrückschnitt
Ökologische Baubegleitung
Schaffung neuer Fortpflanzungs- und/oder Ruhestätten

18
ASP „Stadtzentrum - Wohnareal Am Sachsenplatz“, Freital - Landschaftsökologie Moritz
6.1.3. Nahrungsgäste
Habitatansprüche
Es wurden insgesamt 11 Vogelarten, darunter die Mehlschwalbe und der Turmfalke als Arten mit
hervorgehobener Bedeutung und Buchfink, Blau- und Kohlmeise, Buntspecht, Feldsperling,
Kernbeißer, Star, Zaunkönig sowie Mauersegler als häufige Brutvogelarten ausschließlich als
Nahrungsgäste innerhalb des Untersuchungsgebietes nachgewiesen. Das Verhalten dieser Arten
deutete nicht auf einen Brutplatz innerhalb des Untersuchungsgebietes hin.
Buchfink, Buntspecht, Feldsperling, Kernbeißer, Star, Blau- und Kohlmeise sowie Zaunkönig zählen zu
den überwiegend gehölzgebunden brütenden Arten und Turmfalke und Mehlschwalbe werden eher
an Gebäuden bzw. innerstädtisch auch in speziell für diese Arten entwickelten Nistkästen brütend
vorgefunden.
Die Nahrungsgrundlage und das Jagdverhalten der aufgeführten Arten unterscheiden sich in einigen
Bereichen. So gehen Turmfalken überwiegend auf Jagd nach Kleinsäugern, wohingegen für die übrigen
Arten, insbesondere während der Brutzeit, hauptsächlich Insekten und Spinnen einen Großteil des
Nahrungsspektrums ausmachen.
Verbreitung der Arten in Sachsen
Alle aufgeführten Arten sind in Sachsen weit verbreitet allerdings in unterschiedlicher Dichte. Der
Schutzstatus der einzelnen Arten kann der Tabelle 4 entnommen werden. Alle Arten weisen, mit
Ausnahme der Mehlschwalbe, einen guten Erhaltungszustand auf.
Vorkommen innerhalb des Untersuchungsgebietes
Je nach Präferenz der einzelnen Arten wurden diese innerhalb des gesamten Untersuchungsgebietes
nahrungssuchend festgestellt.
Prognose und Bewertung möglicher Verbotstatbestände
Tötungsverbot
Eine Tötung der Nahrungsgäste kann ausgeschlossen werden, da sich die Brutstätten außerhalb des
Untersuchungsgebietes befinden und Vogelarten bei Störungen eine arttypische Fluchtdistanz
wahren.
Störungsverbot
Der Grad der Störung hängt vom Umfang, der Art und dem Zeitpunkt der Umsetzung der des
Vorhabens ab. Die bisher als Lagerplatz für verschiedene Abfallarten sowie Stellfläche der
Entsorgungsfahrzeuge genutzte Fläche wird in Ihrer Funktion vollständig umgewandelt. Sofern die
Arbeiten im Brutzeitraum durchgeführt werden, können sich durch den Bau verursachte Geräusch-
bzw. Schmutzemissionen auch auf Brutstätten im Umfeld des Untersuchungsgebietes auswirken. Wie
aber bereits bei den gebäude- und gehölzbrütenden Vogelarten beschrieben, wird dieser Einfluss als

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ASP „Stadtzentrum - Wohnareal Am Sachsenplatz“, Freital - Landschaftsökologie Moritz
vernachlässigbar betrachtet, da sich das Gebiet bereits jetzt schon inmitten von urbanen Strukturen
befindet und die Vögel an ein gewisses Maß an Störung gewöhnt sind.
Aus fachlicher Sicht sollte die Störung im Zuge der Umsetzung des Bauvorhabens nicht über die
Erheblichkeitsschwelle hinaus gehen.
Folgende Maßnahme wird empfohlen, um dem Verlust von Nahrungsflächen zu begegnen.
Schaffung von Kleinlebensräumen bzw. Strukturen zum Erhalt der Artenvielfalt
Schädigungsverbot
Eine direkte Schädigung kann ausgeschlossen werden, da sich innerhalb des Untersuchungsgebietes
keine Brutstätte der nachgewiesenen Nahrungsgäste befindet, die durch die Umsetzung der geplanten
Maßnahmen beeinträchtigt würde. Eine indirekte Schädigung durch den Verlust von Nahrungsflächen
im Nahbereich der Brutreviere kann nicht ausgeschlossen werden. Das Maß der Schädigung geht aus
fachlicher Sicht nicht über die Erheblichkeitsschwelle hinaus.
Folgende Maßnahme wird empfohlen, um dem Verlust von Nahrungsflächen zu begegnen.
Schaffung von Kleinlebensräumen bzw. Strukturen zum Erhalt der Artenvielfalt
6.2.
Fledermäuse
Habitatansprüche und Artcharakteristika
Fledermäuse nutzen, meist artspezifisch, verschiedene Strukturen an Gehölzen aber auch an
Bauwerken als Quartierlebensraum. Auf dem Speiseplan stehen hauptsächlich Insekten und Spinnen.
Verbreitung der Arten in Sachsen
Ein Großteil der in Sachsen gemeldeten Fledermausarten ist flächendeckend verbreitet, kommt
allerdings in unterschiedlicher Dichte vor. Ausnahmen bilden Arten wie beispielsweise die Kleine
Hufeisennase oder die Nordfledermaus, deren Verbreitung deutliche Grenzen aufweisen. Alle
Fledermausarten sind streng geschützt (BNatSchG) und werden im Anhang IV der FFH-Richtlinie
geführt.
Vorkommen innerhalb des Untersuchungsgebietes
Die akustischen Erfassungen konzentrierten sich auf die Dämmerungszeiten am Abend bzw. Morgen,
sodass das erfasste Artenspektrum nicht als vollständig betrachtet werden kann. Nichts desto trotz,
gelang in diesen kurzen Zeitfenstern der Nachweis von 2 Fledermausarten im Gebiet. Generell könnten
alle beiden sicher nachgewiesenen Arten Strukturen an Gebäuden als Quartierstandort nutzen. Für
den Großen Abendsegler und die Zwergfledermaus wurden an bzw. in der kleinen Lagerhalle jeweils
ein Sommerquartier festgestellt. Die Gehölze im Gebiet boten keine geeigneten Quartierstrukturen

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ASP „Stadtzentrum - Wohnareal Am Sachsenplatz“, Freital - Landschaftsökologie Moritz
Prognose und Bewertung möglicher Verbotstatbestände
Tötungsverbot
Da der Abriss der kleinen Lagerhalle sowie aller anderen Gebäude im Gebiet vorgesehen ist, kann eine
baubedingte Tötung von Fledermäusen ohne die Beachtung von Schutzmaßnahmen nicht
ausgeschlossen werden. Folgende Maßnahmen müssen bei der Umsetzung Beachtung finden, um den
Tatbestand der Tötung zu vermeiden:
Ökologische Baubegleitung
Störungsverbot
Auf Grundlage der Erfassungen wird davon ausgegangen, dass das Untersuchungsgebiet als
Nahrungshabitat von den nachgewiesenen Arten genutzt wird. Häufig wurden überfliegende Tiere und
Jagdsequenzen aufgenommen. Der Große Abendsegler und die Zwergfledermaus, die die kleine
Lagerhalle als Quartierstandort nutzten, hielten sich, insbesondere zu den Aus- bzw. Einflugzeiten
länger im Gebiet auf. Die Nutzung der Fläche als Lagerplatz verschiedenster Abfallarten und die direkte
Nähe zur Weißeritz und die nördlich angrenzende Ruderalfläche bedingen einen hohen Anteil an
Insekten, welche wiederum als Nahrung für Fledermäuse in Frage kommen. Je nachdem was für
Eingriffe für die Fläche geplant sind, kann dies zu Beeinträchtigungen als Nahrungshabitat (neue
Lichtquellen
an
Gebäuden,
weitere
Flächenversieglungen)
führen.
Da
es
sich
beim
Untersuchungsgebiet allerdings schon um ein stark versiegeltes Gebiet handelt, werden diese
Beeinträchtigungen als nicht erheblich beurteilt. Betrachtet man allerdings die Menge an Bauvorhaben
im gesamten Stadtgebiet, können kumulierende Beeinträchtigungen nicht ausgeschlossen werden.
Aus diesem Grund sollten folgende Maßnahme zur Minimierung von Störungen Beachtung finden:
Beleuchtung
Schaffung neuer Strukturen
Schädigungsverbot
Da der Abriss der kleinen Lagerhalle sowie aller anderen Gebäude im Gebiet vorgesehen ist, kann eine
Schädigung der nachweislich genutzten Lebensstätte von Großen Abendsegler und Zwergfledermaus
nicht ausgeschlossen werden. Folgende Maßnahmen müssen daher Beachtung finden:
Ökologische Baubegleitung
Schaffung neuer Fortpflanzungs- und/oder Ruhestätten
Ergeben sich im Rahmen der Baubegleitung Hinweise auf weitere aktuell oder ehemalig genutzte
Quartiere, müssen Maßnahmen zum Erhalt der Struktur oder geeignete Ausgleichsmaßnahmen in
Abstimmung mit einem Fachgutachter erörtert werden.

21
ASP „Stadtzentrum - Wohnareal Am Sachsenplatz“, Freital - Landschaftsökologie Moritz
6.3.
Reptilien
Aus den Untersuchungen liegen keine Hinweise auf das Vorkommen von Reptilien im Gebiet vor,
sodass von keiner Beeinträchtigung durch die Umsetzung des Vorhabens ausgegangen wird.
7.
Maßnahmenplanung
Bei Einhaltung der nachfolgend aufgeführten Vermeidungsmaßnahmen bzw. den Hinweisen wird das
Eintreten eines Verbotstatbestandes vermieden.
Es wird darauf hingewiesen, dass derzeit noch kein
endgültiges
Gestaltungskonzept
für
das
Untersuchungsgebiet
vorliegt,
sodass
die
Maßnahmenplanung recht allgemein gehalten werden musste. Da der Artenschutz in die
Konzeptentwicklung einfließen muss, sollten die Maßnahmen in der Entwicklungsphase angepasst
und detaillierter ausformuliert bzw. auf die Umsetzbarkeit im Gebiet geprüft werden.
7.1.
Allgemein zutreffende Maßnahmen
7.1.1. Ökologische Baubegleitung
Die gesamte Baumaßnahme sollte von der Planung bis zur Umsetzung von einem Fachgutachter für
Artenschutz begleitet werden. Weiterführende bzw. auf spezielle Arten, Artengruppen oder Zeiträume
abgestimmte Ausführungen zur Ökologischen Baubegleitung finden sich unter den Kapiteln 7.2.2, 7.3.2
und 7.4.1.
7.1.2. Kollisionen an Glasflächen vermeiden
Jedes Jahr sterben unzählige Vögel durch die Kollision mit Glasscheiben. Die Zahl der toten Tiere wird
bspw. Vom NABU auf mindestens 100 Millionen allein für Deutschland geschätzt. Eine Vermeidung von
Kollision ist unter Beachtung einiger wichtiger Kernpunkte und durch Beachtung dieser Problematik in
der Planungsphase bereits mit relativ einfachen Mitteln möglich. Beim Neubau ist darauf zu achten die
verwendeten Glasflächen sichtbar für Vögel zu machen bzw. auf großflächige Glasfronten zu
verzichten, um Vogelkollisionen zu vermeiden. Vogelkollisionen werden durch Transparenz,
Spiegelung und nächtliche Beleuchtung im Innenraum hervorgerufen. Zunächst sollte bereits bei der
Planung darauf geachtet werden, klare Durchsicht für Vögel zu vermeiden da diese ein freies Flugfeld
vortäuscht. Folgende stark zusammengefasste Punkte wurden von der Vogelschutzwarte Sempach mit
vielen Beispielen veranschaulicht dargestellt und sehr detailliert ausgeführt. Das Dokument
(SCHMID ET AL. 2012) ist frei zugänglich und kann unter folgendem Link heruntergeladen werden:
http://vogelglas.vogelwarte.ch/
Durchsicht vermeiden:
Eckverglasungen vermeiden
auf großflächige direkt sich gegenüberliegende Glasflächen verzichten

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ASP „Stadtzentrum - Wohnareal Am Sachsenplatz“, Freital - Landschaftsökologie Moritz
Spiegelung vermeiden:
Fensterscheiben mit geringem Außenreflexionsgrad verwenden
Verwendung von Insektenschutzgittern
Markierungen aufbringen:
Markierungen außenseitig auf die Fenster aufbringen
Flächig arbeiten:
o
Vertikale Linien (mind. 5 mm breit, max. 10 cm Abstand)
oder
o
Horizontale Linien (mind. 3 mm breit bei max. 3 cm Abstand oder mind. 5 mm breit bei
max. 5 cm Abstand)
oder
o
Punktraster (mind. 25 % Deckungsgrad bei mind. 5 mm Durchmesser oder mind. 15
Deckungsgrad ab 30 mm Durchmesser)
Attraktionen vermeiden:
Verzicht auf Pflanzen hinter Scheiben
Achtung:
Die Verwendung von auf die Scheiben klebbaren Greifvogelsilhouetten hat sich als nahezu
wirkungslos erwiesen.
Aus diesem Grund wird von dieser Variante abgeraten.
7.2.
Gebäudegebunden brütende Vogelarten
Zuzüglich zu den bereits benannten Maßnahmen müssen für diese Gruppe zudem die nachfolgend
aufgeführten Maßnahmen Beachtung finden.
7.2.1. Bauzeitenregelung Gebäudeabriss
Alle Arbeiten an den Gebäuden müssen außerhalb der Brutzeit der heimischen Brutvogelarten
stattfinden, um eine Tötung von Tieren zu vermeiden. Die Brutzeit erstreckt sich für den
überwiegenden Teil der nachgewiesenen Arten zwischen Anfang März und Ende August eines Jahres.
Ist dies nicht möglich, muss die Maßnahme 7.2.2 Beachtung finden.
7.2.2. Ökologische Baubegleitung
Sofern während der Brutzeit der heimischen Vogelarten der Abriss der Gebäude vorgesehen ist, kann
eine Tötung von gebäudebrütenden Vogelarten nicht ausgeschlossen werden. In diesem Zeitraum
müssen daher direkt vor Beginn der Baumaßnahme Kontrollen auf eine aktuelle Nutzung durch
Brutvögel durchgeführt werden. Wird eine Nutzung festgestellt, müssen Brutbereiche (im Umkreis von
mindestens 1 m beidseitig der Brutstätte) vollständig bis zum Abschluss der Bruttätigkeiten
ausgelassen werden. Von einer Bergung von Eiern bzw. Jungvögeln oder einer Umsiedlung wird

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abgeraten, da die Aussicht auf eine erfolgreiche Umsiedlung oder Aufzucht wenig erfolgsversprechend
ist. Eine damit verbundene Tötung von Tieren kann daher nicht vollständig ausgeschlossen werden.
Die Freigabe des Baufeldes erfolgt in schriftlicher Form durch einen Fachgutachter in Absprache mit
der Unteren Naturschutzbehörde.
7.2.3. Schaffung neuer Fortpflanzungs- und/oder Ruhestätten
Durch den Gebäudeabriss gehen nachgewiesene Fortpflanzungs- und/oder Brutstätten geschützter
Vogelarten (alles außer Straßentaube) verloren.
Um einer anhaltenden Schädigung der
nachgewiesenen Fortpflanzungs- und Ruhestätten entgegenzuwirken, muss ein geeigneter Ausgleich
stattfinden. Dieser Ausgleich soll direkt im Untersuchungsgebiet an neuen Gebäuden integriert
werden. Ist dies nicht möglich, sollte ein geeigneter Platz im direkten Umfeld gefunden werden oder
ein anderer, gleichwertiger Ausgleich mit der Naturschutzbehörde abgestimmt werden. Die geplante
Fußgängerbrücke über die Weißeritz kann, je nach Bauweise, mit verschiedenen Vogelkästen versehen
werden.
Für den Wegfall der Brutstätten von Haussperling, Hausrotschwanz und Bachstelze müssen geeignete
Vogelkästen angebracht bzw. in die Fassade integriert werden.
Beim Ausgleich muss immer beachtet werden, dass traditionell genutzte Lebensstätten durch Neubau
in deren Form und Ausprägung und gelegentlich sogar in der Position verändert werden. Dadurch wird
das Auffinden dieser Struktur für Vögel und Fledermäuse erschwert. Dies ist auch der Grund warum
der Ausgleich in einem höheren Verhältnis umgesetzt werden muss.
Aus fachlicher Sicht wird folgender Ausgleich empfohlen:
3 x Nist- und Einbausteine Typ 24 (Firma Schwegler)
1 x Wasseramsel- und Bachstelzenkasten Nr. 19 (Firma Schwegler) => an Brücke möglich
(Achtung mindestens 0,5 m über Hochwasserlinie)
4 x Nist- und Einbaustein Typ 26 (Firma Schwegler)
2 x Fassaden Einbaukasten 1HE (Firma Schwegler)
Die genaue Positionierung der empfohlenen Kästen sollte in Zusammenarbeit mit dem Fachgutachter
für Artenschutz (Ökologische Baubegleitung) und der Unteren Naturschutzbehörde stattfinden. Auf
eine Anbringung direkt über Fenstern oder Türen sollte verzichtet werden, um einen möglichen
Konflikt zwischen Menschen und geschützten Arten nicht zu provozieren.
Vogelkästen können farblich an die Fassade des Neubaus angepasst werden. Dabei ist auf die
Verwendung unbedenklicher Farben zu achten.
Statt
der
empfohlenen
Kastentypen
können
auch
vergleichbare
Kästen
von
anderen
Naturschutzanbietern in Abstimmung mit der ökologischen Baubegleitung geordert werden. Folgende
Anbieter sind derzeit auf dem Markt bekannt und anerkannt:

24
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Naturschutzbedarf Strobel:
https://naturschutzbedarf-strobel.de/
Vivara -Spezialist für Naturschutzprodukte:
https://www.vivara.de/
Schwegler:
http://www.schwegler-natur.de/
Hasselfeldt:
https://www.nistkasten-hasselfeldt.de/
7.3.
Gehölzgebunden brütende Vogelarten
Zuzüglich zu den bereits benannten Maßnahmen muss für diese Gruppe zudem die nachfolgend
aufgeführte Maßnahme Beachtung finden.
7.3.1. Bauzeitenregelung Gehölzrückschnitt
Die Rodung bzw. der Rückschnitt von Gehölzstrukturen (Bäume, Hecken…) im Zuge der
Baufeldfreimachung oder Baustelleneinrichtung muss außerhalb der Brutzeit der heimischen
Brutvogelarten stattfinden, um eine Tötung von Tieren zu vermeiden. Die Brutzeit erstreckt sich für
den überwiegenden Teil der nachgewiesenen Arten zwischen Anfang März und Ende Juli eines Jahres.
Ist dies nicht möglich, muss die Maßnahme 7.3.2 Beachtung finden.
7.3.2. Ökologische Baubegleitung
Werden Gehölzrodungen bzw. der Rückschnitt von Gehölzen innerhalb des Brutzeitraums oder aber
die Rodung bzw. der Rückschnitt von Altbäumen ganzjährig vorgesehen, müssen diese Arbeiten von
einem Fachgutachter ökologisch begleitet werden. Nur so kann eine mögliche Tötung von geschützten
Tierarten verhindert werden. Ob zum Zeitpunkt der Arbeiten eine Umsiedlung, Bergung oder
ausschließlich ein Stopp der Fällung bzw. des Rückschnittes möglich sind, kann nur vor Ort vom
Fachgutachter und in Absprache mit der zuständigen Unteren Naturschutzbehörde festgelegt werden.
Oberste Priorität hat aber immer der Erhalt von Lebensstätten geschützter Arten. Für eine Bergung
oder
Umsiedlung
muss
eine
schriftliche
Befreiung
von
Verbotstatbeständen
bei
der
Naturschutzbehörde beantragt werden (vgl. Kapitel 9), da es sich ohne diese Befreiung um einen
Verbotstatbestand nach § 44 BNatSchG handelt.
7.3.3. Schaffung neuer Fortpflanzungs- und/oder Ruhestätten
Sofern Rodungen von Bäumen unumgänglich sind, müssen Neupflanzungen vorgenommen werden.
Der Umfang des Ausgleichs ist mit der zuständigen Behörde abzustimmen. Bei der Neupflanzung ist
auf einheimische Laubbaumarten zurückzugreifen, deren Standortansprüche ein optimales Wachstum
innerhalb des Untersuchungsgebietes zulassen. Da Neupflanzungen im Vergleich zum Gehölzbestand
erst in vielen Jahren eine Funktion als Habitatbaum übernehmen können, wird zur Stützung der

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gehölzgebunden brütenden Vogelarten die Anbringung von 5 Vogelkästen im verbleibenden
Gehölzbestand oder direkten Umfeld empfohlen.
3 x Nisthöhle 1B (32 mm Fluglochweite mit Marderschutz)
1 x Nisthöhle 1B (26 mm Fluglochweite mit Marderschutz)
1 x Nisthöhle 1B (ovales Flugloch)
Sofern Rodungen von Hecken unumgänglich sind, müssen neue Heckenstrukturen im Gebiet
geschaffen werden. Dabei sollten heimische Wildsträucher gewählt werden, die sowohl den
Standortansprüchen gerecht werden als auch einen ökologischen Nutzen für heimische Vogelarten
aufweisen. Dazu zählen beispielsweise Arten wie Schlehe, Brombeere, Berberitze, Holunder,
Haselnuss, Wildapfel- oder Birne, Felsenbirne oder ähnliches.
7.4.
Fledermäuse
7.4.1. Ökologische Baubegleitung
Da der Abriss aller Gebäude im Gebiet vorgesehen ist, kann eine Tötung von gebäudebewohnenden
Fledermausarten nicht ausgeschlossen werden. Direkt vor Beginn der Baumaßnahme müssen daher
Kontrollen auf eine aktuelle Nutzung durch Fledermäuse durchgeführt werden. Geeignete Methoden
wären hierfür abendliche Aus- bzw. morgendliche Einflugbeobachtungen direkt vor Abriss des
betreffenden Gebäudes. Wird eine Nutzung festgestellt, müssen diese Bereiche zunächst ausgelassen
werden, bis die Nutzung abgeschlossen ist bzw. es müssen Vergrämungsmaßnahmen durchgeführt
werden. Ggf. kommen auch eine Bergung und Umsiedlung in Frage. Die Freigabe des Bauabschnittes
erfolgt in schriftlicher Form durch einen Fachgutachter in Absprache mit der Unteren
Naturschutzbehörde sobald geeignete Schutzmaßnahmen umgesetzt wurden.
7.4.2. Schaffung neuer Fortpflanzungs- und/oder Ruhestätten
Durch den Abriss der Gebäude gehen nachgewiesene Fortpflanzungs- und/oder Ruhestätten
geschützter Arten dauerhaft verloren. Um einer anhaltenden Schädigung der nachgewiesenen
Fortpflanzungs- und Ruhestätten entgegenzuwirken, muss ein geeigneter Ausgleich stattfinden. Dieser
Ausgleich soll direkt im Untersuchungsgebiet an neu entstehenden Bauwerken integriert werden. Ist
dies nicht möglich, sollte ein geeigneter Platz im direkten Umfeld gefunden werden oder ein anderer,
gleichwertiger Ausgleich mit der Naturschutzbehörde abgestimmt werden.
Für den Verlust der Fledermausquartiere (1 Sommerquartier Zwergfledermaus unter Attika,
1 Sommerquartier Großer Abendsegler und ein Hangplatz einer weiteren Art (Fund von Kotpellets) in
der Halle) müssen neue geeignete Quartierstrukturen geplant werden. Geeignet ist eine Kombination
aus Fledermauskästen und einer fledermausfreundlichen Attika. Dies sollte bei den Planungen für die
Neubauten soweit möglich gleich Beachtung finden.

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Beim Ausgleich muss immer beachtet werden, dass traditionell genutzte Lebensstätten durch Neubau
in deren Form und Ausprägung und gelegentlich sogar in der Position verändert werden. Dadurch wird
das Auffinden dieser Struktur für Fledermäuse erschwert. Dies ist auch der Grund warum der Ausgleich
in einem höheren Verhältnis umgesetzt werden muss.
Aus fachlicher Sicht wird folgender Ausgleich an den Neubauten empfohlen:
6 x Fledermaus-Flachsteine Typ Nr. 123 (Naturschutzbedarf Strobel) => immer 2 direkt
nebeneinander
2 x Fledermaus-Universal-Sommerquartiere Typ 2FTH (zum Integrieren in die Fassade dann
mit Grundstein zum versenkten Einbau) ggf. falls Lieferengpass 6 x Fledermaus-
Großraumeinbaustein Nr. 126 (Naturschutzbedarf Strobel) => immer 3 nebeneinander
ersetzen ein 1 FTH
fledermausfreundliche Attika in möglichst allen Ausrichtungen => diese Attika bietet
Spaltenraum zwischen der Dachkante und der Metallattika, indem in regelmäßigen
Abstandkeile zwischen Dachkante und Bohle eingebracht werden. => Feinabstimmung
zwischen Ökologischer Baubegleitung und Architekt
Die genaue Positionierung der empfohlenen Kästen sollte in Zusammenarbeit mit dem Fachgutachter
für Artenschutz (Ökologische Baubegleitung) und der Unteren Naturschutzbehörde stattfinden. Auf
eine Anbringung direkt über Fenstern oder Türen sollte verzichtet werden, um einen möglichen
Konflikt zwischen Menschen und geschützten Arten nicht zu provozieren.
Fledermauskästen können farblich an die Fassade des Neubaus angepasst werden. Dabei ist auf die
Verwendung unbedenklicher Farben zu achten.
Statt
der
empfohlenen
Kastentypen
können
auch
vergleichbare
Kästen
von
anderen
Naturschutzanbietern in Abstimmung mit der ökologischen Baubegleitung geordert werden. Folgende
Anbieter sind derzeit auf dem Markt bekannt und anerkannt:
Naturschutzbedarf Strobel:
https://naturschutzbedarf-strobel.de/
Vivara -Spezialist für Naturschutzprodukte:
https://www.vivara.de/
Schwegler:
http://www.schwegler-natur.de/
Hasselfeldt:
https://www.nistkasten-hasselfeldt.de/
8.
Weitere Empfehlungen
8.1.
Beleuchtung
Um mögliche Beeinträchtigungen von temporär genutzten Nahrungsflächen auch das angrenzende
bedeutende Fledermausnahrungshabitat entlang der Weißeritz zu beeinträchtigen bzw. nicht unnötig
Insekten aus umliegenden Habitaten anzulocken, sollte mit Beleuchtung sparsam umgegangen

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werden. Die Lampen müssen nach oben abgeschirmt werden und die Wahl des Leuchtmittels ist für
das Überleben der Insekten entscheidend.
Durch die Wahl der richtigen Leuchtmittel, der richtigen Ausrichtung und Abschirmung des Lichtkegels
und sofern möglich durch zeitliche Einschränkungen der Beleuchtung kann für nachtaktive Insekten
viel getan werden.
Wahl des Leuchtmittels
„Lichtemissionen unter 400 nm liegen außerhalb des für den Menschen sichtbaren Bereichs, haben
aber eine starke Anlockwirkung auf nachtaktive Insekten“ (BUND 2019). Aus diesem Grund sollte auf
Lichtquellen zurückgegriffen werden, die keinen UV-Anteil aufweisen. Bisher haben sich
Natriumhochdrucklampen (SE/ST-Lampe) bewährt. Untersuchungen zeigten, dass die Anlockung
nachtaktiver Insekten um bis zu 80% gegenüber herkömmlicher Leuchtmittel abnahm. Als noch
geeigneter erweisen sich LED-Lampen. Bei der Wahl von LED-Lampen sollte warmweißes Licht gewählt
werden.
Ausrichtung und Abschirmung
Um eine unnötige Ausleuchtung von angrenzenden Biotopen zu vermeiden, muss die Leuchte nach
oben abgeschirmt werden.
Sonstige Hinweise
Das Lampengehäuse muss vollständig gekapselt sein, damit ein Eindringen von Insekten verhindert
werden kann.
Durch den Einsatz von Bewegungsmeldern kann ein unnötiges Strahlen über die gesamte Nachtlänge
und die damit verbundene Anlockung von Tieren, aber auch die finanzielle Belastung langfristig
verringert werden.
8.2.
Schaffung von Kleinlebensräumen bzw. Strukturen zum Erhalt der Artenvielfalt
Die Fläche weißt aktuell eine starke Versiegelung auf. Um Lebensräume für Insekten, Vögel,
Fledermäuse und andere Tiergruppen zu schaffen, sollten Strukturen wie naturnah gestaltete,
„ganzjährig“ blühende Beete integriert werden. Zudem sollten Hecken- bzw. Baumpflanzungen mit
heimischen Arten aber auch die Einbringung kleiner Holz- oder Steinelemente die Artenvielfalt im
Gebiet vorgesehen werden.
Bei der Planung derartiger Kleinlebensräume ist die Vernetzung miteinander aber auch zu den
umliegenden Habitatstrukturen insbesondere den angrenzenden Weißeritzzug von großer Bedeutung.
Ohne diese Vernetzung entstehen lediglich isolierte, kleinteilige Strukturen, die eine Besiedlung
nahezu unmöglich machen.

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9.
Prüfung der naturschutzrechtlichen Voraussetzungen
Eine Ausnahmeregelung nach § 45 Abs. 7 BNatSchG ist im Zuge der Realisierung des Vorhabens auf
Grundlage der aktuellen Ergebnisse der Erfassungen nicht notwendig.
Da eine Beseitigung von Fortpflanzungs- und Ruhestätten geschützter Arten sicher ist und eine
mögliche Bergung von Tieren im Zuge der Umsetzung des Vorhabens nicht ausgeschlossen werden
kann, muss eine Befreiung nach § 67 BNatSchG von den Verbotstatbeständen des § 44 BNatSchG beim
Landratsamt beantragt werden.
Der § 67 Abs. 2 BNatSchG gibt folgende Regelungen vor: „Von den Verboten […] des § 44 […] kann auf
Antrag Befreiung gewährt werden, wenn die Durchführung der Vorschriften im Einzelfall zu einer
unzumutbaren Belastung führen würde.“ Des Weiteren regelt § 67 Abs. 3 BNatSchG: „Die Befreiung
kann mit Nebenbestimmungen versehen werden.“
10.
Quellenverzeichnis
10.1.
Literatur
BUNDESAMT FÜR NATURSCHUTZ (Hrsg.) (2016): Rote Liste gefährdeter Tiere, Pflanzen und Pilze
Deutschlands. Band 3: Wirbellose Tiere (Teil 2). Veröffentlicht in: Naturschutz und Biologische
Vielfalt 70 (4).
BUNDESAMT FÜR NATURSCHUTZ (Hrsg.) (2011): Rote Liste gefährdeter Tiere, Pflanzen und Pilze
Deutschlands. Band 3: Wirbellose Tiere (Teil 1). Veröffentlicht in: Naturschutz und Biologische
Vielfalt 70 (3).
BUNDESAMT FÜR NATURSCHUTZ (Hrsg.) (2009): Rote Liste gefährdeter Tiere, Pflanzen und Pilze
Deutschlands. Band 1: Wirbeltiere. Veröffentlicht in: Naturschutz und Biologische Vielfalt 70
(1).
BUND
(2017):
Insektenfreundliche
Außenbeleuchtung.
Eingesehen
am
23.10.2017
unter:
http://region-hannover.bund.net/themen_und_projekte/artenschutz/insekten
/insektenfreundliche_aussenbeleuchtung
DIETZ, C. & KIEFER, A. (2014): Die Fledermäuse Europas – kennen, bestimmen, schützen. Franckh-Kosmos
Verlags-GmbH & Co. KG, Stuttgart.
HAUER ET AL. (2009): Atlas der Säugetiere Sachsens. Hrsg. Sächsisches Landesamt für Umwelt,
Landwirtschaft und Geologie
GARNIEL, A. & MIERWALD, U. (2010): Arbeitshilfe Vögel und Straßenverkehr. Ergebnis des Forschungs-
und Entwicklungsvorhabens FE 02.286/2007/LRB „Entwicklung eines Handlungsleitfadens für
Vermeidung und Kompensation verkehrsbedingter Wirkungen auf die Avifauna“. Erstellt im
Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung.
LANDESAMT FÜR UMWELT, LANDWIRTSCHAFT UND GEOLOGIE (HRSG.) (2015): Rote Liste der Wirbeltiere
Sachsens.
PFALZER, G. (2002): Inter- und intraspezifische Variabilität der Soziallaute heimischer Fledermausarten
(Chiroptera: Vespertiolopnidae). Dissertation vom Fachbereich Biologie der Universität
Kaiserslautern.

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SÄCHSISCHES LANDESAMT FÜR UMWELT, LANDWIRTSCHAFT UND GEOLOGIE (SMUL) (2019a): Tabelle - In Sachsen
auftretende Vogelarten, Version 2.0 (Stand: 30.03.2017).
SÄCHSISCHES LANDESAMT FÜR UMWELT, LANDWIRTSCHAFT UND GEOLOGIE (SMUL) (2019b): Tabelle – Streng
geschützte Tier- und Pflanzenarten (außer Vögel) in Sachsen, Version 2.0 (Stand: 12.05.2017).
SÄCHSISCHES
LANDESAMT
FÜR
UMWELT,
LANDWIRTSCHAFT
UND
GEOLOGIE
(SMUL)
(2019c):
Rasterverbreitungskarte
(MTB-Q)
für
Sachsen.
Eingesehen
am
26.06.2019
unter:
https://www.umwelt.sachsen.de/umwelt/infosysteme/ida/pages/map/default/index.xhtml;j
sessionid=AF7D32CBB6D07DB7DE580FA8BB837C91
SCHMID, H., DOPPLER, W., HEYNEN, D., RÖSSLER, M. (2012): Vogelfreundliches Bauen mit Glas und Licht. 2.
überarbeitete Auflage. SChweizerische Vogelwarte Sempach. Eingesehen am 29.05.2018
unter: vogelglas.vogelwarte.ch/assets/files/broschueren/voegel_glas_licht_2012.pdf
SCHOBER, W. & E. GRIMMBERGER (1998): Die Fledermäuse Europas. Kennen, bestimmen, schützen.-
Franck-Kosmos Verlags-GmbH Stuttgart 265 S
SKIBA, R. (2009): Europäische Fledermäuse. Kennzeichen, Echoortung und Detektoranwendung).
2. aktualisierte und erweiterte Auflage. Die Neue Brehm-Bücherei Bd. 648.
STEFFENS, R., NACHTIGALL, W., RAU, S., TRAPP, H.; ULBRICHT, J. (2013): Brutvögel in Sachsen. Sächsisches
Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie, Dresden. 656 S
SÜDBECK, P. ANDRETZKE, A., FISCHER S., GEDEON, K., SCHIKORE, T., SCHRÖDER, K., SUDFELDT, C. (2005):
Methodenstandards zur Erfassung der Brutvögel Deutschlands. Radolfzell.
10.2.
Gesetze, Verordnungen, Sonstige
Gesetz über Naturschutz und Landschaftspflege (BNatSchG) vom 29.07.2009 (BGBl. I S. 2542)
in Kraft seit 01.03.2010., zuletzt geändert durch Art. 421 v. 31.8.2015 I 1474.
11.
Anhang
11.1.
Karte 1 –Erfassungsergebnisse

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Source: Esri, DigitalGlobe, GeoEye, Earthstar Geographics, CNES/Airbus DS, USDA, USGS, AeroGRID, IGN, and the
GIS User Community
Artenschutzrechtliche Prüfung
Stadtzentrum - Wohnareal Am Sachsenplatz
(Freital, Sachsen)
Karte 1: Erfassungsergebnisse
Stand: 25.07.2019
0
10
20
40
Meter
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Auftragnehmer:
Auftraggeber:
Nachgwiesene Brutreviere bzw. -plätze
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Mg
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Stt
Amsel
Bachstelze
Girlitz
Grünfink
Hausrotschwanz
Haussperling
Mönchsgrasmücke
Ringeltaube
Singdrossel
Straßentaube
HD Investitions und Verwaltungs GmbH
Eichendorffstraße 52
53721 Siegburg
Nachgewiese Fledermausquartiere
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Großer Abendsegler (Sommerquartier)
!
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Zwergfledermaus (Sommerquartier)
Untersuchungsradien
Untersuchungsfläche
Landschaftsökologie Moritz
Büro für Artenschutz und Naturschutz,
Landschaftsplanung, Datenbanken,
GIS, Kartierungen und Bioakustik
Brösgen 8, 01731 Kreischa
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