Anhang 1: Steckbriefe der Prognose-Fall-
gruppen zum Verschlechterungsverbot
Inhalt
Gewässerausbau (ink. Anlagen, ohne Querbauwerke)
Technischer Ausbau/Verbau des Gewässers .............................................................................................................. 1
Bauliche Anlage(n) im/am Gewässer ........................................................................................................................... 7
Nachholende Gewässerunterhaltung ......................................................................................................................... 13
Gewässerentwicklung/Renaturierung ......................................................................................................................... 19
Neubau/Umbau von Anlage(n) in der Aue .................................................................................................................. 25
Querbauwerk (Ausbau, Neubau, Betrieb)
Talsperre .................................................................................................................................................................... 31
Hochwasserrückhaltebecken ...................................................................................................................................... 37
Wasserkraftanlage ...................................................................................................................................................... 43
Kulturstau/Sonstiges Querbauwerk ............................................................................................................................ 49
Durchlass/Brücke, Verrohrung .................................................................................................................................... 55
Einleitung mit vorrangig stofflichen Wirkungen
Kommunale Kläranlage .............................................................................................................................................. 61
Industrielle Einleitung .................................................................................................................................................. 67
Einleitung aus bergbaulicher Aktivität ......................................................................................................................... 73
Einleitung mit vorrangig thermischen Wirkungen
Kraftwerkseinleitung ................................................................................................................................................... 79
Einleitung mit vorrangig hydraulischen Wirkungen
Flächenentwässerung ................................................................................................................................................. 85
Überleitung (z. B. NW-Erhöhung, HW-Entlastung)..................................................................................................... 91
Ausleitung/Entnahme mit Wiedereinleitung
Ausleitungsstrecken .................................................................................................................................................... 97
Ausleitung/Entnahme ohne Wiedereinleitung
Flutung von Restseen ............................................................................................................................................... 103
Brauchwasserentnahme ........................................................................................................................................... 109
Sonstige Vorhaben/Nutzungen
Wassertourismus/Schifffahrt ..................................................................................................................................... 115
Fischzucht/Aquakultur .............................................................................................................................................. 121
Intensivierte Landwirtschaft ...................................................................................................................................... 127
Version 1.1, Stand: 11.03.2021

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Steckbriefe der Prognose-Fallgruppen
„Gewässerausbau (inkl. Anlagen, ohne Querbauwerke) - Technischer Ausbau/Verbau des Gewässers“
1
* basierend auf der entsprechenden Fallgruppe gemäß LAWA Handlungsempfehlung
Gewässerausbau (inkl. Anlagen, ohne Querbauwerke)
Technischer Ausbau/Verbau des Gewässers*
Flüsse
Kurzbeschreibung
Skizze
Vorhaben mit direkten Veränderungen der morphologischen
Verhältnisse eines Fließgewässers innerhalb des Querpro-
fils. Die Umgestaltung des Querprofils erfolgt dabei voraus-
sichtlich gleichartig oder naturferner. Maßnahmen der natur-
nahen Gewässerentwicklung sind daher ausgeschlossen.
Die Vorhaben sind i. d. R. dauerhaft und rufen anlagebe-
dingte Wirkungen hervor. Zudem können während der Maß-
nahmenumsetzung baubedingte Wirkungen auftreten.
Die Baumaßnahmen können räumlich deutlich abgegrenzt
werden, wohingegen vorhabenbedingte Wirkungen mehr o-
der weniger weit über den baulich veränderten Abschnitt hin-
aus auftreten können.
Wirkungen des technischen Ausbaus/Verbaus sind direkte
Veränderungen der morphologischen Verhältnisse im Sohl-
und Uferbereich. Damit geht i. d. R. eine Beeinflussung der
lateralen Durchgängigkeit sowie der (lokalen) Fließverhält-
nisse einher. Beeinflussungen der Auenmorphologie sowie
der linearen Durchgängigkeit können im Einzelfall möglich
sein. Sie sind über eigene Fallgruppen beschrieben. Dauer-
hafte Veränderungen der physikalisch-chemischen und che-
mischen Wasserbeschaffenheit können Folgewirkungen der
hydromorphologischen Veränderungen sein.
Legende
Potenziell relevante Wirkfaktoren
Abfluss und Fließverhältnisse
Durchgängigkeit
Gewässerstruktur
1
2
Wasserbeschaffenheit
3
i. d. R. relevant
im Einzelfall relevant
i. d. R. nicht relevant
Fußnoten
1 sofern Veränderungen der Wasserspiegellagen direktes Ziel des Vorhabens sind; Veränderungen der Wasserspiegellagen
infolge übriger Ausbauvorhaben werden als mittelbare abiotische Wirkungen berücksichtigt
2 direkte, unmittelbare Wirkungen des technischen Ausbaus auf die lineare Durchgängigkeit, sofern keine Vorhaben der Art
"Querbauwerk (Ausbau/Neubau/Betrieb)" vorliegen
3 direkte baubedingte Wirkungen auf den Schwebstoffhaushalt; Veränderungen der Schwebstoffhaushalts infolge anlagebe-
dingter Wirkungen werden als mittelbare abiotische Wirkungen berücksichtigt

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Steckbriefe der Prognose-Fallgruppen
„Gewässerausbau (inkl. Anlagen, ohne Querbauwerke) - Technischer Ausbau/Verbau des Gewässers“
2
Regelmäßig zugehörige Vorhaben mit wasserrechtlicher Relevanz
Naturferner Ausbau eines Gewässers oder seiner Ufer nach § 67 (2) WHG (bzw. § 14 WaStrG für
Bundeswasserstraßen), z. B. Flusskanalisierungs- und Stromkorrekturarbeiten (Nr. 13.8, Anlage 1
UVPG) oder (Aus-) Bau einer Bundeswasserstraße (Nr. 14.1 f., Anlage 1 UVPG)
berücksichtigt keine Vorhaben i. S. der Fallgruppe „Nachholende Gewässerunterhaltung“
berücksichtigt keine baulichen Anlagen i. S. der Fallgruppe „Bauliche Anlage(n) im/am Gewässer“
berücksichtigt keine baulichen Anlagen i. S. der Fallgruppen der Belastung „Querbauwerke“
Potenziell abiotische Wirkungen
Wirkungsmatrix
Erläuterungen
X Potenzieller Zusammenhang zwischen i. d. R. potenziell relevantem Wirkfaktor der Fallgruppe und abiotischer Wirkung
X Potenzieller Zusammenhang zwischen im Einzelfall potenziell relevantem Wirkfaktor der Fallgruppe und abiotischer Wirkung
X
Potenzieller Zusammenhang zwischen Wirkfaktor und abiotischer Wirkung (für die Fallgruppe nicht relevant)
-
kein potenzieller Zusammenhang zwischen Wirkfaktor und abiotischer Wirkung
Fußnoten
1 Als Parameter des Sauerstoffhaushaltes kann der Eisengehalt durch Ausfällung von Eisenhydroxid zu Verockerung und Kol-
mation führen und somit potenziell auf die Sohlstruktur und Substratbeschaffenheit bzw. -dynamik wirken. Zudem kann
dadurch der Schwebstoffanteil erhöht werden
2
Abfluss relevante Kenngröße in Bezug auf gelöste Stoffe
3
Fließverhalten relevante Kenngröße in Bezug auf partikulär gebundene Stoffe
4
Wirkungen auf die Parameter-Gruppe können ggf. auch eine Barrierewirkung für BQK (insb. Fische, ggf. auch MZB) entfalten
5
berücksichtigt auch potenzielle abiotische Wirkungen der Wasserbeschaffenheit auf das Interstitial

Steckbriefe der Prognose-Fallgruppen
„Gewässerausbau (inkl. Anlagen, ohne Querbauwerke) - Technischer Ausbau/Verbau des Gewässers“
3
Methoden zur Quantifizierung potenzieller Wirkungen – Hydromorphologie
BfN (in Vorb.): Anleitung zur Erfassung und Bewertung des Zustands von Flussauen
Foerster et al. (2017): Entwicklung eines Habitatindex zur Beurteilung biozönotisch relevanter Gewässerstrukturen
LAWA (2017): Klassifizierung des Wasserhaushalts von Einzugsgebieten und Wasserkörpern
Quick et al. (2017): Das hydromorphologische Erfassungs- und Bewertungsverfahren Valmorph 2 für schiffbare Oberflä-
chengewässer
LAWA (2019a): LAWA-Verfahrensempfehlung zur Gewässerstrukturkartierung – Verfahren für kleine bis mittelgroße Ge-
wässer
LAWA (2019b): LAWA-Verfahrensempfehlung zur Gewässerstrukturkartierung – Verfahren für mittelgroße bis große Ge-
wässer
hydraulische Modellierung (Wasserspiegellagen, Fließgeschwindigkeit, Ausuferungsverhalten, Grundwasserflurabstand,
Veränderungen bettbildender Abflüsse oder Niedrigwasserführung)
Methoden zur Quantifizierung potenzieller Wirkungen – Wasserbeschaffenheit
Abflussgewichtete Mischungsrechnung
Im Einzelfall Modellierung (z. B. mit DWA-Gütemodell)
Potenziell relevante Beurteilungswerte zur qualitativen Bewertung
UBA (2014): Hydromorphologische Steckbriefe der deutschen Fließgewässertypen
Amelung (1982): Auswirkungen gelöster Eisenverbindungen auf die Ei- und Larvalentwicklung von
Salmo gairdneri
BWK (2007): Ableitung von immissionsorientierten Anforderungen an Misch- und Niederschlagswassereinleitungen unter
Berücksichtigung örtlicher Verhältnisse (BWK-Merkblatt 3)
BWK (2008): Detaillierte Nachweisführung immissionsorientierter Anforderungen an Misch- und Niederschlagswassereinlei-
tungen (BWK-Merkblatt 7)
SächsFischgewV – Verordnung des Sächsischen Staatsministeriums für Umwelt und Landesentwicklung zur Umsetzung
der Richtlinie 78/659/EWG über die Qualität von Süßwasser, das schutz- oder verbesserungsbedürftig ist, um das Leben
von Fischen zu erhalten
Freie und Hansestadt Hamburg (2001): Stickstoff in Oberflächengewässern Nitrat, Nitrit, Ammonium, Ammoniak
Halle & Müller (2014): Korrelationen zwischen biologischen Qualitätskomponenten und allgemeinen chemischen und physi-
kalisch-chemischen Parametern in Fließgewässern.
Halle & Müller (2015a): Typspezifische Ableitung von Orientierungswerten für den Parameter Sulfat
Halle & Müller (2015b): Fließgewässertypspezifische Ableitung von Orientierungswerten und taxaspezifischen Präferenz-
spektren des Makrozoobenthos für den Parameter Eisen
Halle & Müller (2017): Ergänzende Arbeiten zur Korrelation zwischen biologischen Qualitätskomponenten und allgemeinen
physikalisch-chemischen Parametern in Fließgewässern
Lammersen (1997): Die Auswirkungen der Stadtentwässerung auf den Stoffhaushalt von Fließgewässern
LAWA (1997): Zielvorgaben zum Schutz oberirdischer Binnengewässer
LAWA (2015): RaKon Teil B - Arbeitspapier II
LfULG (2012): Qualitative und quantitative Beeinflussungen von Fließgewässerorganismen durch Eisen
OGewV - Verordnung zum Schutz der Oberflächengewässer
Otto & Zahn (2008): Literaturrecherche Temperatur- und Sauerstoff-Toleranz ausgewählter Wanderfischarten der Elbe
Schiemer et al. (2003): The early life history stages of riverine fish: ecophysiological and environmental bottlenecks
Schubert (2010): Einfluss standorttypischer abiotischer Faktoren auf die Brut ausgewählter rheophiler Fischarten

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Steckbriefe der Prognose-Fallgruppen
„Gewässerausbau (inkl. Anlagen, ohne Querbauwerke) - Technischer Ausbau/Verbau des Gewässers“
4
Potenziell biotische Auswirkungen
Sensitivität der biologischen Qualitätskomponenten
Fußnoten
1 nicht relevant, da Arten der Auengewässer nicht bewertungsrelevant sind

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Steckbriefe der Prognose-Fallgruppen
„Gewässerausbau (inkl. Anlagen, ohne Querbauwerke) - Technischer Ausbau/Verbau des Gewässers“
5
Vorkehrungen zur Minderung potenzieller Auswirkungen
Optimierung der Abflussverhältnisse (z. B. durch Mindestwasserführung)
Optimierung der Fließverhältnisse (z. B. durch Laufverlängerung, Reduzierung von Rückstau)
Verbesserung der Habitatqualität – Sohle/Ufer (z. B. durch Einbau von Totholz, Profilaufweitung)
Verbesserung der Habitatqualität – Umfeld (z. B. durch Anbindung von Auengewässern, Auswei-
sung von Gewässerentwicklungsflächen)
Reduzierung hydraulischer Belastungen (z. B. durch Anlage/Optimierung von Rückhaltebecken,
Anlage/Entwicklung naturnaher Profile zur Erhöhung der Ausuferungshäufigkeit)
Herstellung/Verbesserung der lateralen Durchgängigkeit (z. B. durch Deichrückverlegung/ Sohlauf-
höhung zur Anbindung der Primäraue, Anlage von Sekundärauen)
Herstellung/Verbesserung der vertikalen Durchgängigkeit (z. B. durch Verbesserung von Geschie-
betransport und -dynamik, Entwicklung naturnaher Grundwasserstände)
Reduzierung von Feinsedimenteinträgen (z. B. durch Anpassung der Flächenbewirtschaftung, An-
lage von Gewässerrandstreifen)
Reduzierung von Nährstoffeinträgen (z. B. durch Optimierung von Kläranlagen, Anpassung der
Flächenbewirtschaftung, Anlage von Gewässerrandstreifen)
Reduzierung von Schadstoffeinträgen (z. B. durch Aufbereitung von Abwasser)
Verbesserung der Wassertemperatur (z. B. durch Anlage/Entwicklung von Ufergehölzen)
Ökologisch optimierte Gewässerunterhaltung (z. B. durch wechselseitige Mahd, Belassen von Tot-
holz)
Potenziell betroffene Bewertungsmodule
Erläuterungen
X direkter Zusammenhang zwischen potenziell abiotischer Wirkung und Modul des BQK-Bewertungsverfahrens
- kein direkter Zusammenhang zwischen potenziell abiotischer Wirkung und Modul des BQK-Bewertungsverfahrens
Fußnoten
1 Die Module im fiBS (Qualitätsmerkmale) reagieren insgesamt relativ unspezifisch auf verschiedene Belastungen, sodass
überwiegend Zusammenhänge zu mehreren Modulen abgebildet sind
2 Der Sauerstoffgehalt kann sich auch als Folge von veränderten Nährstoffverhältnissen (Sekundärsaprobie) auf die Bewer-
tung des Saprobienindex

Steckbriefe der Prognose-Fallgruppen
„Gewässerausbau (inkl. Anlagen, ohne Querbauwerke) - Technischer Ausbau/Verbau des Gewässers“
6
weiterführende Hinweise
Sächsische Daten
Geodatendownload LfULG zur WRRL: z. B. Geometrien und Stammdaten der Wasserkörper:
https://www.wasser.sachsen.de/geodatendownload-12834.html
Lage der Messstellen:
https://www.wasser.sachsen.de/messstellen-oberflaechenwasser-beschaf-
fenheit-11496.html
Chemische Gewässergütedaten zu den sächsischen Messstellen:
https://www.wasser.sach-
sen.de/gewaesserguetedaten-9343.html
Fische:
https://www.landwirtschaft.sachsen.de/umsetzung-der-eu-wrrl-13820.html
Sächsische Beiträge zu den Bewirtschaftungsplänen Elbe und Oder (2015) (aktuell gültige Ergeb-
nisse inklusive der zugrundeliegenden Methodik): https://publikationen.sachsen.de/bdb/artikel/
25830
Biologische Bewertungsverfahren und weiterführende Informationen
Rahmenkonzeption Monitoring, Arbeitspapier III (RaKon III):
http://www.wasserblick.net/servlet/
is/142684/
Phytoplankton:
http://www.gewaesser-bewertung.de/
Makrophyten und Phytobenthos:
https://www.gewaesser-bewertung.de/
Benthische wirbellose Fauna (Makrozoobenthos):
https://www.gewaesser-bewertung.de/
Fische: https://lazbw.landwirtschaft-bw.de/pb/,Lde/Startseite/Themen/Wasserrahmenrichtlinie,
https://www.gewaesser-bewertung.de/
Chemisch-physikalische Orientierungswerte (zur Interpretation biologischer Ergebnisse) - „Rakon
II“ (Rahmenkonzeption Monitoring, Arbeitspapier II):
http://www.wasserblick.net/servlet/is/142684/
Beschreibung der Gewässertypen (Steckbriefe der Fließgewässertypen). Die Zuweisung der säch-
sischen Wasserkörper zu den Fließgewässertypen entnehmen Sie bitte den Stammdaten zu den
Wasserkörpern:
http://www.wasserblick.net/servlet/is/18727/
Gewässerstruktur (Morphologie):
https://www.wasser.sachsen.de/strukturkartierung-12669.html

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Steckbriefe der Prognose-Fallgruppen
„Gewässerausbau (inkl. Anlagen, ohne Querbauwerke) - Bauliche Anlage(n) im/am Gewässer“
7
* basierend auf der entsprechenden Fallgruppe gemäß LAWA Handlungsempfehlung
Gewässerausbau (inkl. Anlagen, ohne Querbauwerke)
Bauliche Anlage(n) im/am Gewässer*
Flüsse
Kurzbeschreibung
Skizze
Vorhaben zur Errichtung und Umgestaltung von punktuellen,
linienförmigen oder flächenhaften Bauwerken in/an/unter/
über dem Querprofil des Gewässers mit Ausnahme der über
eigene Fallgruppen beschriebenen Querbauwerke. Übrige
bauliche Anlagen in der Aue sind über eine eigene Fallgruppe
beschrieben.
Die Vorhaben sind i. d. R. dauerhaft und rufen anlagebe-
dingte Wirkungen hervor. Zudem können während der Maß-
nahmenumsetzung baubedingte Wirkungen auftreten. Be-
triebs- und nutzungsbedingte Wirkungen, die durch die bau-
liche Anlage ermöglicht werden, sind über eigene Fallgrup-
pen beschrieben.
Die Baumaßnahmen können räumlich deutlich abgegrenzt
werden, wohingegen vorhabenbedingte Wirkungen mehr o-
der weniger weit über den baulich veränderten Abschnitt hin-
aus auftreten können.
Wirkungen baulicher Anlagen in/an/unter/über Gewässern
sind i. d. R. Veränderungen der morphologischen Verhält-
nisse im Sohl- und Uferbereich durch die bauliche Anlage in-
nerhalb des Querprofils sowie mögliche Sicherungen des
Querprofils zur Schutz der baulichen Anlage in/an/unter/ über
dem Querprofil. Im Einzelfall kann dies mit der Beeinflussung
des Fließverhaltens und der Auenanbindung einhergehen.
Dauerhafte Veränderungen der physikalisch-chemischen
und chemischen Wasserbeschaffenheit können Folgewirkun-
gen der hydromorphologischen Veränderungen sein.
Legende
Potenziell relevante Wirkfaktoren
Abfluss und Fließverhältnisse
Durchgängigkeit
Gewässerstruktur
Wasserbeschaffenheit
1
i. d. R. relevant
im Einzelfall relevant
i. d. R. nicht relevant
Fußnoten
1 direkte baubedingte Wirkungen auf den Schwebstoffhaushalt; Veränderungen der Schwebstoffhaushalts infolge anlagebe-
dingter Wirkungen werden als mittelbare abiotische Wirkungen berücksichtigt

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Steckbriefe der Prognose-Fallgruppen
„Gewässerausbau (inkl. Anlagen, ohne Querbauwerke) - Bauliche Anlage(n) im/am Gewässer“
8
Regelmäßig zugehörige Vorhaben mit wasserrechtlicher Relevanz
Bauliche Anlagen in/an/über/unter Gewässern mit Genehmigung nach § 36 WHG bzw. § 78 WHG,
z. B. Stege, Hafenanlagen, Versorgungsleitungen (z. B. Nr. 13.9 - 13.12, Anlage 1 UVPG)
berücksichtigt keine baulichen Anlagen i. S. der Fallgruppen der Belastung „Querbauwerke“
berücksichtigt keine baulichen Anlagen i. S. der Fallgruppe „Bauliche Anlage(n) in der Aue“
berücksichtigt nicht die ggf. mit der baulichen Anlage einhergehende Gewässerbenutzung
Potenziell abiotische Wirkungen
Wirkungsmatrix
Erläuterungen
X Potenzieller Zusammenhang zwischen i. d. R. potenziell relevantem Wirkfaktor der Fallgruppe und abiotischer Wirkung
X Potenzieller Zusammenhang zwischen im Einzelfall potenziell relevantem Wirkfaktor der Fallgruppe und abiotischer Wirkung
X
Potenzieller Zusammenhang zwischen Wirkfaktor und abiotischer Wirkung (für die Fallgruppe nicht relevant)
-
kein potenzieller Zusammenhang zwischen Wirkfaktor und abiotischer Wirkung
Fußnoten
1 Als Parameter des Sauerstoffhaushaltes kann der Eisengehalt durch Ausfällung von Eisenhydroxid zu Verockerung und Kol-
mation führen und somit potenziell auf die Sohlstruktur und Substratbeschaffenheit bzw. -dynamik wirken. Zudem kann
dadurch der Schwebstoffanteil erhöht werden
2
Abfluss relevante Kenngröße in Bezug auf gelöste Stoffe
3
Fließverhalten relevante Kenngröße in Bezug auf partikulär gebundene Stoffe
4
Wirkungen auf die Parameter-Gruppe können ggf. auch eine Barrierewirkung für BQK (insb. Fische, ggf. auch MZB) entfalten
5
berücksichtigt auch potenzielle abiotische Wirkungen der Wasserbeschaffenheit auf das Interstitial

Steckbriefe der Prognose-Fallgruppen
„Gewässerausbau (inkl. Anlagen, ohne Querbauwerke) - Bauliche Anlage(n) im/am Gewässer“
9
Methoden zur Quantifizierung potenzieller Wirkungen – Hydromorphologie
BfN (in Vorb.): Anleitung zur Erfassung und Bewertung des Zustands von Flussauen
Foerster et al. (2017): Entwicklung eines Habitatindex zur Beurteilung biozönotisch relevanter Gewässerstrukturen
LAWA (2017): Klassifizierung des Wasserhaushalts von Einzugsgebieten und Wasserkörpern
Quick et al. (2017): Das hydromorphologische Erfassungs- und Bewertungsverfahren Valmorph 2 für schiffbare Oberflä-
chengewässer
LAWA (2019a): LAWA-Verfahrensempfehlung zur Gewässerstrukturkartierung – Verfahren für kleine bis mittelgroße Ge-
wässer
LAWA (2019b): LAWA-Verfahrensempfehlung zur Gewässerstrukturkartierung – Verfahren für mittelgroße bis große Ge-
wässer
Methoden zur Quantifizierung potenzieller Wirkungen – Wasserbeschaffenheit
Abflussgewichtete Mischungsrechnung
Im Einzelfall Modellierung (z. B. mit DWA-Gütemodell)
Potenziell relevante Beurteilungswerte zur qualitativen Bewertung
UBA (2014): Hydromorphologische Steckbriefe der deutschen Fließgewässertypen
Amelung (1982): Auswirkungen gelöster Eisenverbindungen auf die Ei- und Larvalentwicklung von
Salmo gairdneri
BWK (2007): Ableitung von immissionsorientierten Anforderungen an Misch- und Niederschlagswassereinleitungen unter
Berücksichtigung örtlicher Verhältnisse (BWK-Merkblatt 3)
BWK (2008): Detaillierte Nachweisführung immissionsorientierter Anforderungen an Misch- und Niederschlagswassereinlei-
tungen (BWK-Merkblatt 7)
SächsFischgewV – Verordnung des Sächsischen Staatsministeriums für Umwelt und Landesentwicklung zur Umsetzung
der Richtlinie 78/659/EWG über die Qualität von Süßwasser, das schutz- oder verbesserungsbedürftig ist, um das Leben
von Fischen zu erhalten
Freie und Hansestadt Hamburg (2001): Stickstoff in Oberflächengewässern Nitrat, Nitrit, Ammonium, Ammoniak
Halle & Müller (2014): Korrelationen zwischen biologischen Qualitätskomponenten und allgemeinen chemischen und physi-
kalisch-chemischen Parametern in Fließgewässern.
Halle & Müller (2015a): Typspezifische Ableitung von Orientierungswerten für den Parameter Sulfat
Halle & Müller (2015b): Fließgewässertypspezifische Ableitung von Orientierungswerten und taxaspezifischen Präferenz-
spektren des Makrozoobenthos für den Parameter Eisen
Halle & Müller (2017): Ergänzende Arbeiten zur Korrelation zwischen biologischen Qualitätskomponenten und allgemeinen
physikalisch-chemischen Parametern in Fließgewässern
Lammersen (1997): Die Auswirkungen der Stadtentwässerung auf den Stoffhaushalt von Fließgewässern
LAWA (1997): Zielvorgaben zum Schutz oberirdischer Binnengewässer
LAWA (2015): RaKon Teil B - Arbeitspapier II
LfULG (2012): Qualitative und quantitative Beeinflussungen von Fließgewässerorganismen durch Eisen
OGewV - Verordnung zum Schutz der Oberflächengewässer
Otto & Zahn (2008): Literaturrecherche Temperatur- und Sauerstoff-Toleranz ausgewählter Wanderfischarten der Elbe
Schiemer et al. (2003): The early life history stages of riverine fish: ecophysiological and environmental bottlenecks
Schubert (2010): Einfluss standorttypischer abiotischer Faktoren auf die Brut ausgewählter rheophiler Fischarten

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Steckbriefe der Prognose-Fallgruppen
„Gewässerausbau (inkl. Anlagen, ohne Querbauwerke) - Bauliche Anlage(n) im/am Gewässer“
10
Potenziell biotische Auswirkungen
Sensitivität der biologischen Qualitätskomponenten
Fußnoten
1 nicht relevant, da Arten der Auengewässer nicht bewertungsrelevant sind

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Steckbriefe der Prognose-Fallgruppen
„Gewässerausbau (inkl. Anlagen, ohne Querbauwerke) - Bauliche Anlage(n) im/am Gewässer“
11
Vorkehrungen zur Minderung potenzieller Auswirkungen
Optimierung der Abflussverhältnisse (z. B. durch Mindestwasserführung)
Optimierung der Fließverhältnisse (z. B. durch Laufverlängerung, Reduzierung von Rückstau)
Verbesserung der Habitatqualität – Sohle/Ufer (z. B. durch Einbau von Totholz, Profilaufweitung)
Verbesserung der Habitatqualität – Umfeld (z. B. durch Anbindung von Auengewässern, Auswei-
sung von Gewässerentwicklungsflächen)
Reduzierung hydraulischer Belastungen (z. B. durch Anlage/Optimierung von Rückhaltebecken,
Anlage/Entwicklung naturnaher Profile zur Erhöhung der Ausuferungshäufigkeit)
Herstellung/Verbesserung der lateralen Durchgängigkeit (z. B. durch Deichrückverlegung/Sohlauf-
höhung zur Anbindung der Primäraue, Anlage von Sekundärauen)
Herstellung/Verbesserung der vertikalen Durchgängigkeit (z. B. durch Verbesserung von Geschie-
betransport und -dynamik, Entwicklung naturnaher Grundwasserstände)
Reduzierung von Feinsedimenteinträgen (z. B. durch Anpassung der Flächenbewirtschaftung, An-
lage von Gewässerrandstreifen)
Reduzierung von Nährstoffeinträgen (z. B. durch Optimierung von Kläranlagen, Anpassung der
Flächenbewirtschaftung, Anlage von Gewässerrandstreifen)
Reduzierung von Schadstoffeinträgen (z. B. durch Aufbereitung von Abwasser)
Verbesserung der Wassertemperatur (z. B. durch Anlage/Entwicklung von Ufergehölzen)
Ökologisch optimierte Gewässerunterhaltung (z. B. durch wechselseitige Mahd, Belassen von Tot-
holz)
Potenziell betroffene Bewertungsmodule
Erläuterungen
X direkter Zusammenhang zwischen potenziell abiotischer Wirkung und Modul des BQK-Bewertungsverfahrens
- kein direkter Zusammenhang zwischen potenziell abiotischer Wirkung und Modul des BQK-Bewertungsverfahrens
Fußnoten
1 Die Module im fiBS (Qualitätsmerkmale) reagieren insgesamt relativ unspezifisch auf verschiedene Belastungen, sodass
überwiegend Zusammenhänge zu mehreren Modulen abgebildet sind
2 Der Sauerstoffgehalt kann sich auch als Folge von veränderten Nährstoffverhältnissen (Sekundärsaprobie) auf die Bewer-
tung des Saprobienindex

Steckbriefe der Prognose-Fallgruppen
„Gewässerausbau (inkl. Anlagen, ohne Querbauwerke) - Bauliche Anlage(n) im/am Gewässer“
12
weiterführende Hinweise
Sächsische Daten
Geodatendownload LfULG zur WRRL: z. B. Geometrien und Stammdaten der Wasserkörper:
https://www.wasser.sachsen.de/geodatendownload-12834.html
Lage der Messstellen:
https://www.wasser.sachsen.de/messstellen-oberflaechenwasser-beschaf-
fenheit-11496.html
Chemische Gewässergütedaten zu den sächsischen Messstellen:
https://www.wasser.sach-
sen.de/gewaesserguetedaten-9343.html
Fische:
https://www.landwirtschaft
.sachsen.de/umsetzung-der-eu-wrrl-13820.html
Sächsische Beiträge zu den Bewirtschaftungsplänen Elbe und Oder (2015) (aktuell gültige Ergeb-
nisse inklusive der zugrundeliegenden Methodik): https://publikationen.sachsen.de/bdb/artikel/
25830
Biologische Bewertungsverfahren und weiterführende Informationen
Rahmenkonzeption Monitoring, Arbeitspapier III (RaKon III):
http://www.wasserblick.net/servlet/
is/142684/
Phytoplankton:
http://www.gewaesser-bewertung.de/
Makrophyten und Phytobenthos:
https://www.gewaesser-bewertung.de/
Benthische wirbellose Fauna (Makrozoobenthos):
https://www.gewaesser-bewertung.de/
Fische: https://lazbw.landwirtschaft-bw.de/pb/,Lde/Startseite/Themen/Wasserrahmenrichtlinie,
https://www.gewaesser-bewertung.de/
Chemisch-physikalische Orientierungswerte (zur Interpretation biologischer Ergebnisse) - „Rakon
II“ (Rahmenkonzeption Monitoring, Arbeitspapier II):
http://www.wasserblick.net/servlet/is/142684/
Beschreibung der Gewässertypen (Steckbriefe der Fließgewässertypen). Die Zuweisung der säch-
sischen Wasserkörper zu den Fließgewässertypen entnehmen Sie bitte den Stammdaten zu den
Wasserkörpern:
http://www.wasserblick.net/servlet/is/18727/
Gewässerstruktur (Morphologie):
https://www.wasser.sachsen.de/strukturkartierung-12669.html

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Steckbriefe der Prognose-Fallgruppen
„Gewässerausbau (inkl. Anlagen, ohne Querbauwerke) - Nachholende Gewässerunterhaltung“
13
Gewässerausbau (inkl. Anlagen, ohne Querbauwerke)
Nachholende Gewässerunterhaltung*
Flüsse
Kurzbeschreibung
Skizze
Seltene, ggf. erst- oder einmalige Maßnahmen der Gewäs-
serunterhaltung, die Veränderungen der morphologischen
Verhältnisse eines Fließgewässers einschließlich der Uferbe-
reiche verursachen, die i. d. R. über das Maß der regelmäßi-
gen Gewässerunterhaltung deutlich hinausreichen (z. B. um-
fassende Räumungen der Gewässersohle oder der Ufer).
Das Querprofil ist nach Umsetzung der Maßnahme i. d. R.
naturferner.
Das Vorhaben wird i. d. R. einmalig durchgeführt und erzeugt
daher temporäre baubedingte Wirkungen, um einen wasser-
wirtschaftlichen Zielzustand (meist bzgl. Wasserabfuhr) wie-
derherzustellen, der i. d. R. anlagebedingte Wirkungen ent-
faltet. Betriebsbedingte Wirkungen einer regelmäßigen Ge-
wässerunterhaltung nach Vorgaben von § 39 WHG schlie-
ßen sich dem Vorhaben i. d. R. an, sind jedoch wasserrecht-
lich nicht prüfrelevant.
Die Unterhaltungsmaßnahmen können räumlich deutlich ab-
gegrenzt werden, wohingegen vorhabenbedingte Wirkungen
mehr oder weniger weit über den instandgesetzten Abschnitt
hinaus auftreten können.
Wirkungen der nachholenden Gewässerunterhaltung sind di-
rekte Veränderungen der morphologischen Verhältnisse im
Sohl- und Uferbereich, seltener auch in der Aue. Damit wird
i. d. R. eine Veränderung des Fließverhaltens beabsichtigt.
Im Einzelfall können auch Wasserspiegellagen und die line-
are Durchgängigkeit beeinflusst werden. Dauerhafte Verän-
derungen der physikalisch-chemischen und chemischen
Wasserbeschaffenheit können Folgewirkungen der hydro-
morphologischen Veränderungen sein.
Legende
Potenziell relevante Wirkfaktoren
Abfluss und Fließverhältnisse
Durchgängigkeit
Gewässerstruktur
1
2
Wasserbeschaffenheit
3
i. d. R. relevant
im Einzelfall relevant
i. d. R. nicht relevant
* basierend auf der entsprechenden Fallgruppe gemäß LAWA Handlungsempfehlung
Fußnoten
1 sofern Veränderungen der Wasserspiegellagen direktes Ziel des Vorhabens sind; Veränderungen der Wasserspiegellagen
infolge übriger Ausbauvorhaben werden als mittelbare abiotische Wirkungen berücksichtigt
2 direkte, unmittelbare Wirkungen des technischen Ausbaus auf die lineare Durchgängigkeit, sofern keine Vorhaben der Art
"Querbauwerk (Ausbau/Neubau/Betrieb)" vorliegen
3 direkte baubedingte Wirkungen auf den Schwebstoffhaushalt; Veränderungen der Schwebstoffhaushalts infolge anlagebe-
dingter Wirkungen werden als mittelbare abiotische Wirkungen berücksichtigt

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Steckbriefe der Prognose-Fallgruppen
„Gewässerausbau (inkl. Anlagen, ohne Querbauwerke) - Nachholende Gewässerunterhaltung“
14
Regelmäßig zugehörige Vorhaben mit wasserrechtlicher Relevanz
Nachholende Maßnahmen der Gewässerunterhaltung nach § 39 (1) WHG, die auf Grund der Sel-
tenheit und/oder des Umfangs der Umsetzung über die Maßstäbe nach § 39 (2) WHG hinausge-
hen, z. B. umfassende Räumungen der Sohle oder der Ufer
Gewässerunterhaltung ist wasserrechtlich zu unterscheiden vom Gewässerausbau nach § 67 (2)
WHG (bzw. § 14 WaStrG für Bundeswasserstraßen) i. S. der Fallgruppe „Technischer Ausbau/Ver-
bau des Gewässers“
Potenziell abiotische Wirkungen
Wirkungsmatrix
Erläuterungen
X Potenzieller Zusammenhang zwischen i. d. R. potenziell relevantem Wirkfaktor der Fallgruppe und abiotischer Wirkung
X Potenzieller Zusammenhang zwischen im Einzelfall potenziell relevantem Wirkfaktor der Fallgruppe und abiotischer Wirkung
X
Potenzieller Zusammenhang zwischen Wirkfaktor und abiotischer Wirkung (für die Fallgruppe nicht relevant)
-
kein potenzieller Zusammenhang zwischen Wirkfaktor und abiotischer Wirkung
Fußnoten
1 Als Parameter des Sauerstoffhaushaltes kann der Eisengehalt durch Ausfällung von Eisenhydroxid zu Verockerung und Kol-
mation führen und somit potenziell auf die Sohlstruktur und Substratbeschaffenheit bzw. -dynamik wirken. Zudem kann
dadurch der Schwebstoffanteil erhöht werden
2
Abfluss relevante Kenngröße in Bezug auf gelöste Stoffe
3
Fließverhalten relevante Kenngröße in Bezug auf partikulär gebundene Stoffe
4
Wirkungen auf die Parameter-Gruppe können ggf. auch eine Barrierewirkung für BQK (insb. Fische, ggf. auch MZB) entfalten
5
berücksichtigt auch potenzielle abiotische Wirkungen der Wasserbeschaffenheit auf das Interstitial

Steckbriefe der Prognose-Fallgruppen
„Gewässerausbau (inkl. Anlagen, ohne Querbauwerke) - Nachholende Gewässerunterhaltung“
15
Methoden zur Quantifizierung potenzieller Wirkungen – Hydromorphologie
BfN (in Vorb.): Anleitung zur Erfassung und Bewertung des Zustands von Flussauen
Foerster et al. (2017): Entwicklung eines Habitatindex zur Beurteilung biozönotisch relevanter Gewässerstrukturen
LAWA (2017): Klassifizierung des Wasserhaushalts von Einzugsgebieten und Wasserkörpern
Quick et al. (2017): Das hydromorphologische Erfassungs- und Bewertungsverfahren Valmorph 2 für schiffbare Oberflä-
chengewässer
LAWA (2019a): LAWA-Verfahrensempfehlung zur Gewässerstrukturkartierung – Verfahren für kleine bis mittelgroße Ge-
wässer
LAWA (2019b): LAWA-Verfahrensempfehlung zur Gewässerstrukturkartierung – Verfahren für mittelgroße bis große Ge-
wässer
hydraulische Modellierung (Wasserspiegellagen, Fließgeschwindigkeit, Ausuferungsverhalten, Grundwasserflurabstand,
Veränderungen bettbildender Abflüsse oder Niedrigwasserführung)
Methoden zur Quantifizierung potenzieller Wirkungen – Wasserbeschaffenheit
Abflussgewichtete Mischungsrechnung
Im Einzelfall Modellierung (z. B. mit DWA-Gütemodell)
Potenziell relevante Beurteilungswerte zur qualitativen Bewertung
UBA (2014): Hydromorphologische Steckbriefe der deutschen Fließgewässertypen
Amelung (1982): Auswirkungen gelöster Eisenverbindungen auf die Ei- und Larvalentwicklung von
Salmo gairdneri
BWK (2007): Ableitung von immissionsorientierten Anforderungen an Misch- und Niederschlagswassereinleitungen unter
Berücksichtigung örtlicher Verhältnisse (BWK-Merkblatt 3)
BWK (2008): Detaillierte Nachweisführung immissionsorientierter Anforderungen an Misch- und Niederschlagswassereinlei-
tungen (BWK-Merkblatt 7)
SächsFischgewV – Verordnung des Sächsischen Staatsministeriums für Umwelt und Landesentwicklung zur Umsetzung
der Richtlinie 78/659/EWG über die Qualität von Süßwasser, das schutz- oder verbesserungsbedürftig ist, um das Leben
von Fischen zu erhalten
Freie und Hansestadt Hamburg (2001): Stickstoff in Oberflächengewässern Nitrat, Nitrit, Ammonium, Ammoniak
Halle & Müller (2014): Korrelationen zwischen biologischen Qualitätskomponenten und allgemeinen chemischen und physi-
kalisch-chemischen Parametern in Fließgewässern.
Halle & Müller (2015a): Typspezifische Ableitung von Orientierungswerten für den Parameter Sulfat
Halle & Müller (2015b): Fließgewässertypspezifische Ableitung von Orientierungswerten und taxaspezifischen Präferenz-
spektren des Makrozoobenthos für den Parameter Eisen
Halle & Müller (2017): Ergänzende Arbeiten zur Korrelation zwischen biologischen Qualitätskomponenten und allgemeinen
physikalisch-chemischen Parametern in Fließgewässern
Lammersen (1997): Die Auswirkungen der Stadtentwässerung auf den Stoffhaushalt von Fließgewässern
LAWA (1997): Zielvorgaben zum Schutz oberirdischer Binnengewässer
LAWA (2015): RaKon Teil B - Arbeitspapier II
LfULG (2012): Qualitative und quantitative Beeinflussungen von Fließgewässerorganismen durch Eisen
OGewV - Verordnung zum Schutz der Oberflächengewässer
Otto & Zahn (2008): Literaturrecherche Temperatur- und Sauerstoff-Toleranz ausgewählter Wanderfischarten der Elbe
Schiemer et al. (2003): The early life history stages of riverine fish: ecophysiological and environmental bottlenecks
Schubert (2010): Einfluss standorttypischer abiotischer Faktoren auf die Brut ausgewählter rheophiler Fischarten

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Steckbriefe der Prognose-Fallgruppen
„Gewässerausbau (inkl. Anlagen, ohne Querbauwerke) - Nachholende Gewässerunterhaltung“
16
Potenziell biotische Auswirkungen
Sensitivität der biologischen Qualitätskomponenten
Fußnoten
1 nicht relevant, da Arten der Auengewässer nicht bewertungsrelevant sind

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Steckbriefe der Prognose-Fallgruppen
„Gewässerausbau (inkl. Anlagen, ohne Querbauwerke) - Nachholende Gewässerunterhaltung“
17
Potenziell betroffene Bewertungsmodule
Vorkehrungen zur Minderung potenzieller Auswirkungen
Optimierung der Abflussverhältnisse (z. B. durch Mindestwasserführung)
Optimierung der Fließverhältnisse (z. B. durch Laufverlängerung, Reduzierung von Rückstau)
Verbesserung der Habitatqualität – Sohle/Ufer (z. B. durch Einbau von Totholz, Profilaufweitung)
Verbesserung der Habitatqualität – Umfeld (z. B. durch Anbindung von Auengewässern, Auswei-
sung von Gewässerentwicklungsflächen)
Reduzierung hydraulischer Belastungen (z. B. durch Anlage/Optimierung von Rückhaltebecken,
Anlage/Entwicklung naturnaher Profile zur Erhöhung der Ausuferungshäufigkeit)
Herstellung/Verbesserung der lateralen Durchgängigkeit (z. B. durch Deichrückverlegung/ Sohlauf-
höhung zur Anbindung der Primäraue, Anlage von Sekundärauen)
Herstellung/Verbesserung der vertikalen Durchgängigkeit (z. B. durch Verbesserung von Geschie-
betransport und -dynamik, Entwicklung naturnaher Grundwasserstände)
Reduzierung von Feinsedimenteinträgen (z. B. durch Anpassung der Flächenbewirtschaftung, An-
lage von Gewässerrandstreifen)
Reduzierung von Nährstoffeinträgen (z. B. durch Optimierung von Kläranlagen, Anpassung der
Flächenbewirtschaftung, Anlage von Gewässerrandstreifen)
Verbesserung der Wassertemperatur (z. B. durch Anlage/Entwicklung von Ufergehölzen)
Ökologisch optimierte Gewässerunterhaltung (z. B. durch wechselseitige Mahd, Belassen von Tot-
holz)
Erläuterungen
X direkter Zusammenhang zwischen potenziell abiotischer Wirkung und Modul des BQK-Bewertungsverfahrens
- kein direkter Zusammenhang zwischen potenziell abiotischer Wirkung und Modul des BQK-Bewertungsverfahrens
Fußnoten
1 Die Module im fiBS (Qualitätsmerkmale) reagieren insgesamt relativ unspezifisch auf verschiedene Belastungen, sodass
überwiegend Zusammenhänge zu mehreren Modulen abgebildet sind
2 Der Sauerstoffgehalt kann sich auch als Folge von veränderten Nährstoffverhältnissen (Sekundärsaprobie) auf die Bewer-
tung des Saprobienindex

Steckbriefe der Prognose-Fallgruppen
„Gewässerausbau (inkl. Anlagen, ohne Querbauwerke) - Nachholende Gewässerunterhaltung“
18
weiterführende Hinweise
Sächsische Daten
Geodatendownload LfULG zur WRRL: z. B. Geometrien und Stammdaten der Wasserkörper:
https://www.wasser.sachsen.de/geodatendownload-12834.html
Lage der Messstellen:
https://www.wasser.sachsen.de/messstellen-oberflaechenwasser-beschaf-
fenheit-11496.html
Chemische Gewässergütedaten zu den sächsischen Messstellen:
https://www.wasser.sach-
sen.de/gewaesserguetedaten-9343.html
Fische:
https://www.landwirtschaft.sachsen.de/umsetzung-der-eu-wrrl-13820.html
Sächsische Beiträge zu den Bewirtschaftungsplänen Elbe und Oder (2015) (aktuell gültige Ergeb-
nisse inklusive der zugrundeliegenden Methodik): https://publikationen.sachsen.de/bdb/artikel/
25830
Biologische Bewertungsverfahren und weiterführende Informationen
Rahmenkonzeption Monitoring, Arbeitspapier III (RaKon III):
http://www.wasserblick.net/servlet/
is/142684/
Phytoplankton:
http://www.gewaesser-bewertung.de/
Makrophyten und Phytobenthos:
http://www.gewaesser-bewertung.de/
Benthische wirbellose Fauna (Makrozoobenthos):
http://www.gewaesser-bewertung.de/
Fische: https://lazbw.landwirtschaft-bw.de/pb/,Lde/Startseite/Themen/Wasserrahmenrichtlinie,
https://www.gewaesser-bewertung.de/
Chemisch-physikalische Orientierungswerte (zur Interpretation biologischer Ergebnisse) - „Rakon
II“ (Rahmenkonzeption Monitoring, Arbeitspapier II):
http://www.wasserblick.net/servlet/is/142684/
Beschreibung der Gewässertypen (Steckbriefe der Fließgewässertypen). Die Zuweisung der säch-
sischen Wasserkörper zu den Fließgewässertypen entnehmen Sie bitte den Stammdaten zu den
Wasserkörpern:
http://www.wasserblick.net/servlet/is/18727/
Gewässerstruktur (Morphologie):
https://www.wasser.sachsen.de/strukturkartierung-12669.html

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Steckbriefe der Prognose-Fallgruppen
„Gewässerausbau (inkl. Anlagen, ohne Querbauwerke) - Gewässerentwicklung/Renaturierung“
19
Gewässerausbau (inkl. Anlagen, ohne Querbauwerke)
Gewässerentwicklung/Renaturierung*
Flüsse
Kurzbeschreibung
Skizze
Vorhaben mit direkten Veränderungen der hydromorphologi-
schen Verhältnisse eines Fließgewässers und/oder seiner
Aue. Die Umgestaltung dient dabei der naturnahen Gewäs-
serentwicklung bzw. der Gewässerrenaturierung. Maßnah-
men des naturfernen Gewässerausbaus sind daher ausge-
schlossen.
Die Vorhaben sind i. d. R. dauerhaft. Sie rufen kurz- bis mit-
telfristig anlagebedingte Wirkungen hervor, die grundsätzlich
positiv zu werten sind und sich i. d. R. an temporäre, baube-
dingte Wirkungen im Zuge der Maßnahmenumsetzung ein-
stellen. Betriebsbedingte Wirkungen i. S. von Maßnahmen
der Gewässerunterhaltung sind i. d. R. nicht prüfrelevant.
Die Baumaßnahmen können räumlich deutlich abgegrenzt
werden, wohingegen vorhabenbedingte Wirkungen mehr o-
der weniger weit über den baulich veränderten Abschnitt hin-
aus auftreten können.
Wirkungen der Gewässerentwicklung/Renaturierung sind di-
rekte Veränderungen der morphologischen Verhältnisse im
Sohl- und Uferbereich und/oder der Aue. Je nach Zielsetzung
kann damit eine Verbesserung der lateralen/linearen Durch-
gängigkeit sowie der (lokalen) Fließverhältnisse einherge-
hen. Dauerhafte Veränderungen der physikalisch-chemi-
schen und chemischen Wasserbeschaffenheit können Folge-
wirkungen der hydromorphologischen Veränderungen sein.
Legende
Potenziell relevante Wirkfaktoren
Abfluss und Fließverhältnisse
Durchgängigkeit
Gewässerstruktur
1
Wasserbeschaffenheit
2
i. d. R. relevant
im Einzelfall relevant
i. d. R. nicht relevant
* basierend auf der entsprechenden Fallgruppe gemäß LAWA Handlungsempfehlung
Fußnoten
1 sofern Veränderungen der Wasserspiegellagen direktes Ziel des Vorhabens sind; Veränderungen der Wasserspiegellagen
infolge übriger Ausbauvorhaben werden als mittelbare abiotische Wirkungen berücksichtigt
2 direkte baubedingte Wirkungen auf den Schwebstoffhaushalt; Veränderungen der Schwebstoffhaushalts infolge anlagebe-
dingter Wirkungen werden als mittelbare abiotische Wirkungen berücksichtigt

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Steckbriefe der Prognose-Fallgruppen
„Gewässerausbau (inkl. Anlagen, ohne Querbauwerke) - Gewässerentwicklung/Renaturierung“
20
Regelmäßig zugehörige Vorhaben mit wasserrechtlicher Relevanz
Naturnaher Ausbau eines Gewässers oder seiner Ufer nach § 67 (2) WHG zur Zielerreichung nach
§§ 27 (1) Nr. 2 sowie (2) Nr. 2 WHG, z. B. Maßnahmen der Sohl- und Uferentwicklung oder Beseiti-
gung von Verrohrungen (Nr. 13.18.2, Anlage 1 UVPG)
Auenentwicklungsmaßnahmen mit Beeinflussung des Hochwasserabflusses, z. B. Deichrückverle-
gungen nach § 67 (2) WHG und Nr. 13.13, Anlage 1 UVPG
Herstellung der Durchgängigkeit an Querbauwerken nach §§ 34 (2) und (3) WHG, sofern über die
Maßstäbe der Gewässerunterhaltung nach § 39 (2) WHG hinaus
Potenziell abiotische Wirkungen
Wirkungsmatrix
Erläuterungen
X Potenzieller Zusammenhang zwischen i. d. R. potenziell relevantem Wirkfaktor der Fallgruppe und abiotischer Wirkung
X Potenzieller Zusammenhang zwischen im Einzelfall potenziell relevantem Wirkfaktor der Fallgruppe und abiotischer Wirkung
X
Potenzieller Zusammenhang zwischen Wirkfaktor und abiotischer Wirkung (für die Fallgruppe nicht relevant)
-
kein potenzieller Zusammenhang zwischen Wirkfaktor und abiotischer Wirkung
Fußnoten
1 Als Parameter des Sauerstoffhaushaltes kann der Eisengehalt durch Ausfällung von Eisenhydroxid zu Verockerung und Kol-
mation führen und somit potenziell auf die Sohlstruktur und Substratbeschaffenheit bzw. -dynamik wirken. Zudem kann
dadurch der Schwebstoffanteil erhöht werden
2
Abfluss relevante Kenngröße in Bezug auf gelöste Stoffe
3
Fließverhalten relevante Kenngröße in Bezug auf partikulär gebundene Stoffe
4
Wirkungen auf die Parameter-Gruppe können ggf. auch eine Barrierewirkung für BQK (insb. Fische, ggf. auch MZB) entfalten
5
berücksichtigt auch potenzielle abiotische Wirkungen der Wasserbeschaffenheit auf das Interstitial

Steckbriefe der Prognose-Fallgruppen
„Gewässerausbau (inkl. Anlagen, ohne Querbauwerke) - Gewässerentwicklung/Renaturierung“
21
Methoden zur Quantifizierung potenzieller Wirkungen – Hydromorphologie
BfN (in Vorb.): Anleitung zur Erfassung und Bewertung des Zustands von Flussauen
DWA (2014): Fischaufstiegsanlagen und fischpassierbare Bauwerke – Gestaltung, Bemessung, Qualitätssicherung
FGG EMS (2012): Herstellung der Durchgängigkeit für Fische und Rundmäuler in den Vorranggewässern der internationa-
len Flussgebietseinheit Ems
Foerster et al. (2017): Entwicklung eines Habitatindex zur Beurteilung biozönotisch relevanter Gewässerstrukturen
LAWA (2017): Bewertung der Durchgängigkeit von Fließgewässern für Sedimente - Anwenderhandbuch Sedimente
LAWA (2017): Klassifizierung des Wasserhaushalts von Einzugsgebieten und Wasserkörpern
MUNLV (2005): Handbuch Querbauwerke
Quick et al. (2017): Das hydromorphologische Erfassungs- und Bewertungsverfahren Valmorph 2 für schiffbare Oberflä-
chengewässer
LAWA (2019a): LAWA-Verfahrensempfehlung zur Gewässerstrukturkartierung – Verfahren für kleine bis mittelgroße Ge-
wässer
LAWA (2019b): LAWA-Verfahrensempfehlung zur Gewässerstrukturkartierung – Verfahren für mittelgroße bis große Ge-
wässer
hydraulische Modellierung (Wasserspiegellagen, Fließgeschwindigkeit, Ausuferungsverhalten etc.)
Methoden zur Quantifizierung potenzieller Wirkungen – Wasserbeschaffenheit
Abflussgewichtete Mischungsrechnung
Im Einzelfall Modellierung (z. B. mit DWA-Gütemodell)
Potenziell relevante Beurteilungswerte zur qualitativen Bewertung
UBA (2014): Hydromorphologische Steckbriefe der deutschen Fließgewässertypen
Amelung (1982): Auswirkungen gelöster Eisenverbindungen auf die Ei- und Larvalentwicklung von
Salmo gairdneri
BWK (2007): Ableitung von immissionsorientierten Anforderungen an Misch- und Niederschlagswassereinleitungen unter
Berücksichtigung örtlicher Verhältnisse (BWK-Merkblatt 3)
BWK (2008): Detaillierte Nachweisführung immissionsorientierter Anforderungen an Misch- und Niederschlagswassereinlei-
tungen (BWK-Merkblatt 7)
DWA (2014): Fischaufstiegsanlagen und fischpassierbare Bauwerke – Gestaltung, Bemessung, Qualitätssicherung
SächsFischgewV – Verordnung des Sächsischen Staatsministeriums für Umwelt und Landesentwicklung zur Umsetzung
der Richtlinie 78/659/EWG über die Qualität von Süßwasser, das schutz- oder verbesserungsbedürftig ist, um das Leben
von Fischen zu erhalten
LAWA (2017): Bewertung der Durchgängigkeit von Fließgewässern für Sedimente - Anwenderhandbuch Sedimente
Freie und Hansestadt Hamburg (2001): Stickstoff in Oberflächengewässern Nitrat, Nitrit, Ammonium, Ammoniak
Halle & Müller (2014): Korrelationen zwischen biologischen Qualitätskomponenten und allgemeinen chemischen und physi-
kalisch-chemischen Parametern in Fließgewässern
Halle & Müller (2015a): Typspezifische Ableitung von Orientierungswerten für den Parameter Sulfat
Halle & Müller (2015b): Fließgewässertypspezifische Ableitung von Orientierungswerten und taxaspezifischen Präferenz-
spektren des Makrozoobenthos für den Parameter Eisen
Halle & Müller (2017): Ergänzende Arbeiten zur Korrelation zwischen biologischen Qualitätskomponenten und allgemeinen
physikalisch-chemischen Parametern in Fließgewässern
Lammersen (1997): Die Auswirkungen der Stadtentwässerung auf den Stoffhaushalt von Fließgewässern
LAWA (1997): Zielvorgaben zum Schutz oberirdischer Binnengewässer
LAWA (2015): RaKon Teil B - Arbeitspapier II
LfULG (2012): Qualitative und quantitative Beeinflussungen von Fließgewässerorganismen durch Eisen
MUNLV (2005): Handbuch Querbauwerke
OGewV - Verordnung zum Schutz der Oberflächengewässer
Otto & Zahn (2008): Literaturrecherche Temperatur- und Sauerstoff-Toleranz ausgewählter Wanderfischarten der Elbe
Schiemer et al. (2003): The early life history stages of riverine fish: ecophysiological and environmental bottlenecks
Schubert (2010): Einfluss standorttypischer abiotischer Faktoren auf die Brut ausgewählter rheophiler Fischarten

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Steckbriefe der Prognose-Fallgruppen
„Gewässerausbau (inkl. Anlagen, ohne Querbauwerke) - Gewässerentwicklung/Renaturierung“
22
Potenziell biotische Auswirkungen
Sensitivität der biologischen Qualitätskomponenten
Fußnoten
1 nicht relevant, da Arten der Auengewässer nicht bewertungsrelevant sind

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Steckbriefe der Prognose-Fallgruppen
„Gewässerausbau (inkl. Anlagen, ohne Querbauwerke) - Gewässerentwicklung/Renaturierung“
23
Potenziell betroffene Bewertungsmodule
Vorkehrungen zur Minderung potenzieller Auswirkungen
Optimierung der Abflussverhältnisse (z. B. durch Mindestwasserführung)
Optimierung der Fließverhältnisse (z. B. durch Laufverlängerung, Reduzierung von Rückstau)
Verbesserung der Habitatqualität – Sohle/Ufer (z. B. durch Einbau von Totholz, Profilaufweitung)
Verbesserung der Habitatqualität – Umfeld (z. B. durch Anbindung von Auengewässern, Ausweisung
von Gewässerentwicklungsflächen)
Reduzierung hydraulischer Belastungen (z. B. durch Anlage/Optimierung von Rückhaltebecken, An-
lage/Entwicklung naturnaher Profile zur Erhöhung der Ausuferungshäufigkeit)
Herstellung/Verbesserung der linearen Durchgängigkeit (z. B. durch Anlage von Fischpässen, Um-
gehungsgerinnen)
Herstellung/Verbesserung der lateralen Durchgängigkeit (z. B. durch Deichrückverlegung/Sohlauf-
höhung zur Anbindung der Primäraue, Anlage von Sekundärauen)
Herstellung/Verbesserung der vertikalen Durchgängigkeit (z. B. durch Verbesserung von Geschie-
betransport und -dynamik, Entwicklung naturnaher Grundwasserstände)
Reduzierung von Feinsedimenteinträgen (z. B. durch Anpassung der Flächenbewirtschaftung, An-
lage von Gewässerrandstreifen)
Reduzierung von Nährstoffeinträgen (z. B. durch Optimierung von Kläranlagen, Anpassung der Flä-
chenbewirtschaftung, Anlage von Gewässerrandstreifen)
Reduzierung von Schadstoffeinträgen (z. B. durch Aufbereitung von Abwasser)
Verbesserung der Wassertemperatur (z. B. durch Anlage/Entwicklung von Ufergehölzen)
Erläuterungen
X direkter Zusammenhang zwischen potenziell abiotischer Wirkung und Modul des BQK-Bewertungsverfahrens
- kein direkter Zusammenhang zwischen potenziell abiotischer Wirkung und Modul des BQK-Bewertungsverfahrens
Fußnoten
1 Die Module im fiBS (Qualitätsmerkmale) reagieren insgesamt relativ unspezifisch auf verschiedene Belastungen, sodass
überwiegend Zusammenhänge zu mehreren Modulen abgebildet sind
2 Der Sauerstoffgehalt kann sich auch als Folge von veränderten Nährstoffverhältnissen (Sekundärsaprobie) auf die Bewer-
tung des Saprobienindex

Steckbriefe der Prognose-Fallgruppen
„Gewässerausbau (inkl. Anlagen, ohne Querbauwerke) - Gewässerentwicklung/Renaturierung“
24
Ökologisch optimierte Gewässerunterhaltung (z. B. durch wechselseitige Mahd, Belassen von Tot-
holz)
weiterführende Hinweise
Sächsische Daten
Geodatendownload LfULG zur WRRL: z. B. Geometrien und Stammdaten der Wasserkörper:
https://www.wasser.sachsen.de/geodatendownload-12834.html
Lage
der
Messstellen:
https://www.wasser.sachsen.de/messstellen-oberflaechenwasser-beschaffenheit-11496.html
Chemische Gewässergütedaten zu den sächsischen Messstellen:
https://www.wasser.sach-
sen.de/gewaesserguetedaten-9343.html
Fische:
https://www.landwirtschaft.sachsen.de/umsetzung-der-eu-wrrl-13820.html
Sächsische Beiträge zu den Bewirtschaftungsplänen Elbe und Oder (2015) (aktuell gültige Ergeb-
nisse inklusive der zugrundeliegenden Methodik): https://publikationen.sachsen.de/bdb/artikel/
25830
Biologische Bewertungsverfahren und weiterführende Informationen
Rahmenkonzeption Monitoring, Arbeitspapier III (RaKon III):
http://www.wasserblick.net/servlet/
is/142684/
Phytoplankton:
http://www.gewaesser-bewertung.de/
Makrophyten und Phytobenthos:
http://www.gewaesser-bewertung.de/
Benthische wirbellose Fauna (Makrozoobenthos):
http://www.gewaesser-bewertung.de/
Fische: https://lazbw.landwirtschaft-bw.de/pb/,Lde/Startseite/Themen/Wasserrahmenrichtlinie,
,
https://www.gewaesser-bewertung.de/
Chemisch-physikalische Orientierungswerte (zur Interpretation biologischer Ergebnisse) - „Rakon II“
(Rahmenkonzeption Monitoring, Arbeitspapier II):
http://www.wasserblick.net/servlet/is/142684/
Beschreibung der Gewässertypen (Steckbriefe der Fließgewässertypen). Die Zuweisung der säch-
sischen Wasserkörper zu den Fließgewässertypen entnehmen Sie bitte den Stammdaten zu den
Wasserkörpern:
http://www.wasserblick.net/servlet/is/18727/
Gewässerstruktur (Morphologie):
https://www.wasser.sachsen.de/strukturkartierung-12669.html

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Steckbriefe der Prognose-Fallgruppen
„Gewässerausbau (inkl. Anlagen, ohne Querbauwerke) - Neubau/Umbau von Anlage(n) in der Aue“
25
Gewässerausbau (inkl. Anlagen, ohne Querbauwerke)
Neubau/Umbau von Anlage(n) in der Aue*
Flüsse
Kurzbeschreibung
Skizze
Vorhaben zur Errichtung und Umgestaltung von punktuellen,
linienförmigen oder flächenhaften Bauwerken im Über-
schwemmungsgebiet.
Die Vorhaben sind i. d. R. dauerhaft und rufen anlagebe-
dingte Wirkungen hervor. Zudem können während der Maß-
nahmenumsetzung baubedingte Wirkungen auftreten.
Die Baumaßnahmen können räumlich deutlich abgegrenzt
werden, wohingegen vorhabenbedingte Wirkungen mehr o-
der weniger weit über den baulich veränderten Abschnitt hin-
aus auftreten können.
Wirkungen des Neubaus/Umbaus von Anlagen in der Aue
sind i. d. R. direkte Veränderungen der morphologischen Ver-
hältnisse in der Aue, ggf. auch der Vernetzung von Gewässer
und Aue. Im Einzelfall kann dies mit der Beeinflussung des
Fließverhaltens (vorrangig im Hochwasserfall) sowie mit Wir-
kungen auf die Gewässerufer einhergehen.
Dauerhafte Veränderungen der physikalisch-chemischen
und chemischen Wasserbeschaffenheit können Folgewirkun-
gen der hydromorphologischen Veränderungen sein.
Legende
Potenziell relevante Wirkfaktoren
Abfluss und Fließverhältnisse
Durchgängigkeit
Gewässerstruktur
1
Wasserbeschaffenheit
i. d. R. relevant
im Einzelfall relevant
i. d. R. nicht relevant
* basierend auf der entsprechenden Fallgruppe gemäß LAWA Handlungsempfehlung
Fußnoten
1 i. d. R. erst relevant nach Ausuferung des Gewässers in die Aue, d. h. im Hochwasserfall

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Steckbriefe der Prognose-Fallgruppen
„Gewässerausbau (inkl. Anlagen, ohne Querbauwerke) - Neubau/Umbau von Anlage(n) in der Aue“
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Regelmäßig zugehörige Vorhaben mit wasserrechtlicher Relevanz
Deich- und Dammbauten mit Einfluss auf den Hochwasserabfluss nach § 67 (2) WHG, z. B. Neubau
von Deichen und Hochwasserschutzanlagen (Nr. 13.13, Anlage 1 UVPG)
Bauliche Anlagen in der Aue mit Einfluss auf den Hochwasserabfluss und Genehmigung nach § 36
WHG bzw. § 78 WHG, z. B. Gebäude und infrastrukturelle Anlagen für Entsorgung/Versorgung/ Ver-
kehr
Potenziell abiotische Wirkungen
Wirkungsmatrix
Erläuterungen
X Potenzieller Zusammenhang zwischen i. d. R. potenziell relevantem Wirkfaktor der Fallgruppe und abiotischer Wirkung
X Potenzieller Zusammenhang zwischen im Einzelfall potenziell relevantem Wirkfaktor der Fallgruppe und abiotischer Wirkung
X
Potenzieller Zusammenhang zwischen Wirkfaktor und abiotischer Wirkung (für die Fallgruppe nicht relevant)
-
kein potenzieller Zusammenhang zwischen Wirkfaktor und abiotischer Wirkung
Fußnoten
1 Als Parameter des Sauerstoffhaushaltes kann der Eisengehalt durch Ausfällung von Eisenhydroxid zu Verockerung und Kol-
mation führen und somit potenziell auf die Sohlstruktur und Substratbeschaffenheit bzw. -dynamik wirken. Zudem kann
dadurch der Schwebstoffanteil erhöht werden
2
Abfluss relevante Kenngröße in Bezug auf gelöste Stoffe
3
Fließverhalten relevante Kenngröße in Bezug auf partikulär gebundene Stoffe
4
Wirkungen auf die Parameter-Gruppe können ggf. auch eine Barrierewirkung für BQK (insb. Fische, ggf. auch MZB) entfalten
5
berücksichtigt auch potenzielle abiotische Wirkungen der Wasserbeschaffenheit auf das Interstitial

Steckbriefe der Prognose-Fallgruppen
„Gewässerausbau (inkl. Anlagen, ohne Querbauwerke) - Neubau/Umbau von Anlage(n) in der Aue“
27
Methoden zur Quantifizierung potenzieller Wirkungen – Hydromorphologie
BfN (in Vorb.): Anleitung zur Erfassung und Bewertung des Zustands von Flussauen
Foerster et al. (2017): Entwicklung eines Habitatindex zur Beurteilung biozönotisch relevanter Gewässerstrukturen
LAWA (2017): Klassifizierung des Wasserhaushalts von Einzugsgebieten und Wasserkörpern
Quick et al. (2017): Das hydromorphologische Erfassungs- und Bewertungsverfahren Valmorph 2 für schiffbare Oberflächen-
gewässer
LAWA (2019a): LAWA-Verfahrensempfehlung zur Gewässerstrukturkartierung – Verfahren für kleine bis mittelgroße Ge-
wässer
LAWA (2019b): LAWA-Verfahrensempfehlung zur Gewässerstrukturkartierung – Verfahren für mittelgroße bis große Ge-
wässer
Methoden zur Quantifizierung potenzieller Wirkungen – Wasserbeschaffenheit
Abflussgewichtete Mischungsrechnung
Im Einzelfall Modellierung (z. B. mit DWA-Gütemodell)
Potenziell relevante Beurteilungswerte zur qualitativen Bewertung
UBA (2014): Hydromorphologische Steckbriefe der deutschen Fließgewässertypen
Amelung (1982): Auswirkungen gelöster Eisenverbindungen auf die Ei- und Larvalentwicklung von
Salmo gairdneri
BWK (2007): Ableitung von immissionsorientierten Anforderungen an Misch- und Niederschlagswassereinleitungen unter Be-
rücksichtigung örtlicher Verhältnisse (BWK-Merkblatt 3)
BWK (2008): Detaillierte Nachweisführung immissionsorientierter Anforderungen an Misch- und Niederschlagswassereinlei-
tungen (BWK-Merkblatt 7)
SächsFischgewV – Verordnung des Sächsischen Staatsministeriums für Umwelt und Landesentwicklung zur Umsetzung der
Richtlinie 78/659/EWG über die Qualität von Süßwasser, das schutz- oder verbesserungsbedürftig ist, um das Leben von
Fischen zu erhalten
Freie und Hansestadt Hamburg (2001): Stickstoff in Oberflächengewässern Nitrat, Nitrit, Ammonium, Ammoniak
Halle & Müller (2014): Korrelationen zwischen biologischen Qualitätskomponenten und allgemeinen chemischen und physi-
kalisch-chemischen Parametern in Fließgewässern.
Halle & Müller (2015a): Typspezifische Ableitung von Orientierungswerten für den Parameter Sulfat
Halle & Müller (2015b): Fließgewässertypspezifische Ableitung von Orientierungswerten und taxaspezifischen Präferenzspek-
tren des Makrozoobenthos für den Parameter Eisen
Halle & Müller (2017): Ergänzende Arbeiten zur Korrelation zwischen biologischen Qualitätskomponenten und allgemeinen
physikalisch-chemischen Parametern in Fließgewässern
Lammersen (1997): Die Auswirkungen der Stadtentwässerung auf den Stoffhaushalt von Fließgewässern
LAWA (1997): Zielvorgaben zum Schutz oberirdischer Binnengewässer
LAWA (2015): RaKon Teil B - Arbeitspapier II
LfULG (2012): Qualitative und quantitative Beeinflussungen von Fließgewässerorganismen durch Eisen
OGewV - Verordnung zum Schutz der Oberflächengewässer
Otto & Zahn (2008): Literaturrecherche Temperatur- und Sauerstoff-Toleranz ausgewählter Wanderfischarten der Elbe
Schiemer et al. (2003): The early life history stages of riverine fish: ecophysiological and environmental bottlenecks
Schubert (2010): Einfluss standorttypischer abiotischer Faktoren auf die Brut ausgewählter rheophiler Fischarten

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Steckbriefe der Prognose-Fallgruppen
„Gewässerausbau (inkl. Anlagen, ohne Querbauwerke) - Neubau/Umbau von Anlage(n) in der Aue“
28
Potenziell biotische Auswirkungen
Sensitivität der biologischen Qualitätskomponenten
Fußnoten
1 nicht relevant, da Arten der Auengewässer nicht bewertungsrelevant sind

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Steckbriefe der Prognose-Fallgruppen
„Gewässerausbau (inkl. Anlagen, ohne Querbauwerke) - Neubau/Umbau von Anlage(n) in der Aue“
29
Potenziell betroffene Bewertungsmodule
Vorkehrungen zur Minderung potenzieller Auswirkungen
Optimierung der Abflussverhältnisse (z. B. durch Mindestwasserführung)
Optimierung der Fließverhältnisse (z. B. durch Laufverlängerung, Reduzierung von Rückstau)
Verbesserung der Habitatqualität – Sohle/Ufer (z. B. durch Einbau von Totholz, Profilaufweitung)
Verbesserung der Habitatqualität – Umfeld (z. B. durch Anbindung von Auengewässern, Ausweisung
von Gewässerentwicklungsflächen)
Reduzierung hydraulischer Belastungen (z. B. durch Anlage/Optimierung von Rückhaltebecken, An-
lage/Entwicklung naturnaher Profile zur Erhöhung der Ausuferungshäufigkeit)
Herstellung/Verbesserung der lateralen Durchgängigkeit (z. B. durch Deichrückverlegung/Sohlauf-
höhung zur Anbindung der Primäraue, Anlage von Sekundärauen)
Herstellung/Verbesserung der vertikalen Durchgängigkeit (z. B. durch Verbesserung von Geschie-
betransport und -dynamik, Entwicklung naturnaher Grundwasserstände)
Reduzierung von Feinsedimenteinträgen (z. B. durch Anpassung der Flächenbewirtschaftung, An-
lage von Gewässerrandstreifen)
Reduzierung von Nährstoffeinträgen (z. B. durch Optimierung von Kläranlagen, Anpassung der Flä-
chenbewirtschaftung, Anlage von Gewässerrandstreifen)
Reduzierung von Schadstoffeinträgen (z. B. durch Aufbereitung von Abwasser)
Verbesserung der Wassertemperatur (z. B. durch Anlage/Entwicklung von Ufergehölzen)
Ökologisch optimierte Gewässerunterhaltung (z. B. durch wechselseitige Mahd, Belassen von Tot-
holz)
Erläuterungen
X direkter Zusammenhang zwischen potenziell abiotischer Wirkung und Modul des BQK-Bewertungsverfahrens
- kein direkter Zusammenhang zwischen potenziell abiotischer Wirkung und Modul des BQK-Bewertungsverfahrens
Fußnoten
1 Die Module im fiBS (Qualitätsmerkmale) reagieren insgesamt relativ unspezifisch auf verschiedene Belastungen, sodass
überwiegend Zusammenhänge zu mehreren Modulen abgebildet sind
2 Der Sauerstoffgehalt kann sich auch als Folge von veränderten Nährstoffverhältnissen (Sekundärsaprobie) auf die Bewer-
tung des Saprobienindex

Steckbriefe der Prognose-Fallgruppen
„Gewässerausbau (inkl. Anlagen, ohne Querbauwerke) - Neubau/Umbau von Anlage(n) in der Aue“
30
weiterführende Hinweise
Sächsische Daten
Geodatendownload LfULG zur WRRL: z. B. Geometrien und Stammdaten der Wasserkörper:
https://www.wasser.sachsen.de/geodatendownload-12834.html
Lage der Messstellen:
https://www.wasser.sachsen.de/messstellen-oberflaechenwasser-beschaf-
fenheit-11496.html
Chemische Gewässergütedaten zu den sächsischen Messstellen:
https://www.wasser.sach-
sen.de/gewaesserguetedaten-9343.html
Fische:
https://www.landwirtschaft.sachsen.de/umsetzung-der-eu-wrrl-13820.html
Sächsische Beiträge zu den Bewirtschaftungsplänen Elbe und Oder (2015) (aktuell gültige Ergeb-
nisse inklusive der zugrundeliegenden Methodik): https://publikationen.sachsen.de/bdb/artikel/
25830
Biologische Bewertungsverfahren und weiterführende Informationen
Rahmenkonzeption Monitoring, Arbeitspapier III (RaKon III):
http://www.wasserblick.net/servlet/
is/142684/
Phytoplankton:
http://www.gewaesser-bewertung.de/
Makrophyten und Phytobenthos:
http://www.gewaesser-bewertung.de/
Benthische wirbellose Fauna (Makrozoobenthos):
http://www.gewaesser-bewertung.de/
Fische: https://lazbw.landwirtschaft-bw.de/pb/,Lde/Startseite/Themen/Wasserrahmenrichtlinie,
https://www.gewaesser-bewertung.de/
Chemisch-physikalische Orientierungswerte (zur Interpretation biologischer Ergebnisse) - „Rakon
II“ (Rahmenkonzeption Monitoring, Arbeitspapier II):
http://www.wasserblick.net/servlet/is/142684/
Beschreibung der Gewässertypen (Steckbriefe der Fließgewässertypen). Die Zuweisung der säch-
sischen Wasserkörper zu den Fließgewässertypen entnehmen Sie bitte den Stammdaten zu den
Wasserkörpern:
http://www.wasserblick.net/servlet/is/18727/
Gewässerstruktur (Morphologie):
https://www.wasser.sachsen.de/strukturkartierung-12669.html

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Steckbriefe der Prognose-Fallgruppen
„Querbauwerk (Ausbau, Neubau, Betrieb) - Talsperre“
31
Querbauwerk (Ausbau, Neubau, Betrieb)
Talsperre*
Flüsse
Kurzbeschreibung
Skizze
Vorhaben zum Ausbau, Neubau sowie zum (weiteren) Be-
trieb von Talsperren und vergleichbaren Querbauwerken mit
Speicherfunktion und Wasserkraftnutzung im Hauptschluss.
Die Anlagen sind dauerhaft und geeignet zeitweise bis dau-
erhaft Abflussmengen zurückzuhalten.
Die Abgabe des gespeicherten Volumens richtet sich nach
den jeweiligen Anforderungen der Speicherbewirtschaftung
und Wasserkraftnutzung. Sie erfolgt gleichbleibend kontinu-
ierlich oder kurzfristig deutlich schwankend (Schwall-Sunk-
Betrieb).
Die Anlagen wirken betriebsbedingt direkt auf das Fließver-
halten und die Wasserspiegellagen im Ober- und Unterwas-
ser. Sie stellen zudem i. d. R. ein Hindernis für die lineare
Durchgängigkeit dar, wobei bei Neu- und Umbauvorhaben di-
rekte anlagebedingte Veränderungen der morphologischen
Verhältnisse im Gewässer und der Aue am Standort nicht
auszuschließen sind. In diesen Fällen sind zudem baube-
dingte Wirkungen zu erwarten. Der technische Ausbau/Ver-
bau des Gewässers im Ober- und/oder Unterwasser der An-
lage wird über eine eigene Fallgruppe betrachtet.
Insb. in Folge des beeinflussten Fließverhaltens können Ver-
änderungen der physikalisch-chemischen Verhältnisse (insb.
Temperatur, Sauerstoff und Nährstoffe) sowie der morpholo-
gischen Verhältnisse (gestörter Sedimenthaushalt) auftreten.
Legende
Potenziell relevante Wirkfaktoren
Abfluss und Fließverhältnisse
Durchgängigkeit
Gewässerstruktur
1
1
Wasserbeschaffenheit
2
2
2
3
i. d. R. relevant
im Einzelfall relevant
i. d. R. nicht relevant
* basierend auf der entsprechenden Fallgruppe gemäß LAWA Handlungsempfehlung
Fußnoten
1 nur bei Neubau/Ausbau von Querbauwerken am unmittelbaren Standort des Bauwerks; weitere Ausbauvorhaben am Ge-
wässer werden über Vorhaben der Art "Gewässerausbau (inkl. Anlagen)" berücksichtigt
2 relevant bei großen Talsperren mit Tiefenablass
3 direkte baubedingte Wirkungen auf den Schwebstoffhaushalt; Veränderungen der Schwebstoffhaushalts infolge anlagebe-
dingter Wirkungen werden als mittelbare abiotische Wirkungen berücksichtigt

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Steckbriefe der Prognose-Fallgruppen
„Querbauwerk (Ausbau, Neubau, Betrieb) - Talsperre“
32
Regelmäßig zugehörige Vorhaben mit wasserrechtlicher Relevanz
Bau von Querbauwerken im Hauptschluss mit Wasserkraftnutzung als bauliche Anlagen im Gewäs-
ser nach § 36 WHG und Nr. 13.6, Anlage 1 UVPG
Gewässerbenutzungen i. S. v. § 9 (1) Nr. 2 WHG mit Aufstau/Absenkung eines Gewässers durch
Speicherfunktion der Anlage und Betrieb der Wasserkraftanlage
Erweiterung bestehender Anlagen (Änderung von Lage, Beschaffenheit, Betrieb) i. S. von § 2 (2) Nr.
2 UVPG für Anlagen nach Nr. 13.6, Anlage 1 UVPG
berücksichtigt nicht ggf. weiteren notwendigen Verbau in Gewässer und Aue i. S. der Fallgruppen
„Technischer Ausbau/Verbau des Gewässers“ und „Bauliche Anlage(n) in der Aue“
berücksichtigt keine Anlagen im Nebenschluss (s. Fallgruppen „Ausleitung/Entnahme“)
Potenziell abiotische Wirkungen
Wirkungsmatrix
Erläuterungen
X Potenzieller Zusammenhang zwischen i. d. R. potenziell relevantem Wirkfaktor der Fallgruppe und abiotischer Wirkung
X Potenzieller Zusammenhang zwischen im Einzelfall potenziell relevantem Wirkfaktor der Fallgruppe und abiotischer Wirkung
X
Potenzieller Zusammenhang zwischen Wirkfaktor und abiotischer Wirkung (für die Fallgruppe nicht relevant)
-
kein potenzieller Zusammenhang zwischen Wirkfaktor und abiotischer Wirkung
Fußnoten
1 Als Parameter des Sauerstoffhaushaltes kann der Eisengehalt durch Ausfällung von Eisenhydroxid zu Verockerung und Kol-
mation führen und somit potenziell auf die Sohlstruktur und Substratbeschaffenheit bzw. -dynamik wirken. Zudem kann
dadurch der Schwebstoffanteil erhöht werden
2
Abfluss relevante Kenngröße in Bezug auf gelöste Stoffe
3
Fließverhalten relevante Kenngröße in Bezug auf partikulär gebundene Stoffe
4
Wirkungen auf die Parameter-Gruppe können ggf. auch eine Barrierewirkung für BQK (insb. Fische, ggf. auch MZB) entfalten
5
berücksichtigt auch potenzielle abiotische Wirkungen der Wasserbeschaffenheit auf das Interstitial

Steckbriefe der Prognose-Fallgruppen
„Querbauwerk (Ausbau, Neubau, Betrieb) - Talsperre“
33
Methoden zur Quantifizierung potenzieller Wirkungen – Hydromorphologie
BfN (in Vorb.): Anleitung zur Erfassung und Bewertung des Zustands von Flussauen
DWA (2014): Fischaufstiegsanlagen und fischpassierbare Bauwerke – Gestaltung, Bemessung, Qualitätssicherung
FGG EMS (2012): Herstellung der Durchgängigkeit für Fische und Rundmäuler in den Vorranggewässern der internationalen
Flussgebietseinheit Ems
Foerster et al. (2017): Entwicklung eines Habitatindex zur Beurteilung biozönotisch relevanter Gewässerstrukturen
LAWA (2017): Bewertung der Durchgängigkeit von Fließgewässern für Sedimente - Anwenderhandbuch Sedimente
LAWA (2017): Klassifizierung des Wasserhaushalts von Einzugsgebieten und Wasserkörpern
MUNLV (2005): Handbuch Querbauwerke
Quick et al. (2017): Das hydromorphologische Erfassungs- und Bewertungsverfahren Valmorph 2 für schiffbare Oberflächen-
gewässer
LAWA (2019a): LAWA-Verfahrensempfehlung zur Gewässerstrukturkartierung – Verfahren für kleine bis mittelgroße Ge-
wässer
LAWA (2019b): LAWA-Verfahrensempfehlung zur Gewässerstrukturkartierung – Verfahren für mittelgroße bis große Ge-
wässer
hydraulische Modellierung (Wasserspiegellagen, Fließgeschwindigkeit, Ausuferungsverhalten, Grundwasserflurabstand, Ver-
änderungen bettbildender Abflüsse oder Niedrigwasserführung)
Methoden zur Quantifizierung potenzieller Wirkungen – Wasserbeschaffenheit
Abflussgewichtete Mischungsrechnung
Im Einzelfall Modellierung (z. B. mit DWA-Gütemodell)
Potenziell relevante Beurteilungswerte zur qualitativen Bewertung
UBA (2014): Hydromorphologische Steckbriefe der deutschen Fließgewässertypen
Amelung (1982): Auswirkungen gelöster Eisenverbindungen auf die Ei- und Larvalentwicklung von
Salmo gairdneri
BWK (2007): Ableitung von immissionsorientierten Anforderungen an Misch- und Niederschlagswassereinleitungen unter Be-
rücksichtigung örtlicher Verhältnisse (BWK-Merkblatt 3)
BWK (2008): Detaillierte Nachweisführung immissionsorientierter Anforderungen an Misch- und Niederschlagswassereinlei-
tungen (BWK-Merkblatt 7)
CCME (2011): Canadian Water Quality Guidelines: Chloride Ion
DWA (2014): Fischaufstiegsanlagen und fischpassierbare Bauwerke – Gestaltung, Bemessung, Qualitätssicherung
SächsFischgewV – Verordnung des Sächsischen Staatsministeriums für Umwelt und Landesentwicklung zur Umsetzung der
Richtlinie 78/659/EWG über die Qualität von Süßwasser, das schutz- oder verbesserungsbedürftig ist, um das Leben von
Fischen zu erhalten
LAWA (2017): Bewertung der Durchgängigkeit von Fließgewässern für Sedimente - Anwenderhandbuch Sedimente
Freie und Hansestadt Hamburg (2001): Stickstoff in Oberflächengewässern Nitrat, Nitrit, Ammonium, Ammoniak
Halle & Müller (2014): Korrelationen zwischen biologischen Qualitätskomponenten und allgemeinen chemischen und physi-
kalisch-chemischen Parametern in Fließgewässern
Halle & Müller (2015a): Typspezifische Ableitung von Orientierungswerten für den Parameter Sulfat
Halle & Müller (2015b): Fließgewässertypspezifische Ableitung von Orientierungswerten und taxaspezifischen Präferenzspek-
tren des Makrozoobenthos für den Parameter Eisen
Halle & Müller (2017): Ergänzende Arbeiten zur Korrelation zwischen biologischen Qualitätskomponenten und allgemeinen
physikalisch-chemischen Parametern in Fließgewässern
Halle et al. (2017) Schwellenwerte und Bioindikatoren zur gewässerökologischen Beurteilung des Salzgehalts von Fließge-
wässern gemäß EG-WRRL
Haybach & König (2010): Ableitung ökologisch begründeter Schwellenwerte des Chloridgehaltes und Abschätzung des Ein-
flusses der Gewässerstruktur auf das Makrozoobenthos in NRW
Lammersen (1997): Die Auswirkungen der Stadtentwässerung auf den Stoffhaushalt von Fließgewässern
LAWA (1997): Zielvorgaben zum Schutz oberirdischer Binnengewässer
LAWA (2015): RaKon Teil B - Arbeitspapier II
LfULG (2012): Qualitative und quantitative Beeinflussungen von Fließgewässerorganismen durch Eisen
MUNLV (2005): Handbuch Querbauwerke
OGewV - Verordnung zum Schutz der Oberflächengewässer
Otto & Zahn (2008): Literaturrecherche Temperatur- und Sauerstoff-Toleranz ausgewählter Wanderfischarten der Elbe
Schiemer et al. (2003): The early life history stages of riverine fish: ecophysiological and environmental bottlenecks
Schubert (2010): Einfluss standorttyp. abiotischer Faktoren auf die Brut ausgewählter rheophiler Fischarten
Sundermann (2017): Taxaspezifische Schwellenwerte für benthische Invertebraten in Fließgewässern
Wolfram et al. (2014): Chlorid-Studie. Auswirkungen von Chlorid auf die aquatische Flora und Fauna, mit besonderer Berück-
sichtigung der Biologischen Qualitätselemente im Sinne der EG-WRRL

image
Steckbriefe der Prognose-Fallgruppen
„Querbauwerk (Ausbau, Neubau, Betrieb) - Talsperre“
34
Potenziell biotische Auswirkungen
Sensitivität der biologischen Qualitätskomponenten
Fußnoten
1 nicht relevant, da Arten der Auengewässer nicht bewertungsrelevant sind

image
Steckbriefe der Prognose-Fallgruppen
„Querbauwerk (Ausbau, Neubau, Betrieb) - Talsperre“
35
Potenziell betroffene Bewertungsmodule
Erläuterungen
X direkter Zusammenhang zwischen potenziell abiotischer Wirkung und Modul des BQK-Bewertungsverfahrens
- kein direkter Zusammenhang zwischen potenziell abiotischer Wirkung und Modul des BQK-Bewertungsverfahrens
Fußnoten
1 Die Module im fiBS (Qualitätsmerkmale) reagieren insgesamt relativ unspezifisch auf verschiedene Belastungen, sodass
überwiegend Zusammenhänge zu mehreren Modulen abgebildet sind
2 Der Sauerstoffgehalt kann sich auch als Folge von veränderten Nährstoffverhältnissen (Sekundärsaprobie) auf die Bewer-
tung des Saprobienindex
Vorkehrungen zur Minderung potenzieller Auswirkungen
Optimierung der Abflussverhältnisse (z. B. durch Mindestwasserführung)
Optimierung der Fließverhältnisse (z. B. durch Laufverlängerung, Reduzierung von Rückstau)
Verbesserung der Habitatqualität – Sohle/Ufer (z. B. durch Einbau von Totholz, Profilaufweitung)
Verbesserung der Habitatqualität – Umfeld (z. B. durch Anbindung von Auengewässern)
Reduzierung hydraulischer Belastungen (z. B. durch Anlage/Optimierung von Rückhaltebecken, An-
lage/Entwicklung naturnaher Profile zur Erhöhung der Ausuferungshäufigkeit)
Herstellung/Verbesserung der linearen Durchgängigkeit (z. B. durch Anlage von Fischpässen, Um-
gehungsgerinnen)
Herstellung/Verbesserung der lateralen Durchgängigkeit (z. B. durch Anlage von Sekundärauen)
Herstellung/Verbesserung der vertikalen Durchgängigkeit (z. B. durch Verbesserung von Geschie-
betransport und -dynamik, Entwicklung naturnaher Grundwasserstände)
Reduzierung von Feinsedimenteinträgen (z. B. durch Anpassung der Flächenbewirtschaftung, An-
lage von Gewässerrandstreifen)
Reduzierung von Nährstoffeinträgen (z. B. durch Optimierung von Kläranlagen, Anpassung der Flä-
chenbewirtschaftung, Anlage von Gewässerrandstreifen)
Reduzierung von Schadstoffeinträgen (z. B. durch Aufbereitung von Abwasser)
Verbesserung der Wassertemperatur (z. B. durch Anlage/Entwicklung von Ufergehölzen, Reduzie-
rung von Tiefenwasserabschlägen)

Steckbriefe der Prognose-Fallgruppen
„Querbauwerk (Ausbau, Neubau, Betrieb) - Talsperre“
36
Ökologisch optimierte Gewässerunterhaltung (z. B. wechselseitige Mahd, Belassen von Totholz)
weiterführende Hinweise
Sächsische Daten
Geodatendownload LfULG zur WRRL: z. B. Geometrien und Stammdaten der Wasserkörper:
https://www.wasser.sachsen.de/geodatendownload-12834.html
Lage der Messstellen:
https://www.wasser.sachsen.de/messstellen-oberflaechenwasser-beschaf-
fenheit-11496.html
Chemische Gewässergütedaten zu den sächsischen Messstellen:
https://www.wasser.sach-
sen.de/gewaesserguetedaten-9343.html
Fische:
https://www.landwirtschaft.sachsen.de/umsetzung-der-eu-wrrl-13820.html
Sächsische Beiträge zu den Bewirtschaftungsplänen Elbe und Oder (2015) (aktuell gültige Ergeb-
nisse inklusive der zugrundeliegenden Methodik): https://publikationen.sachsen.de/bdb/artikel/
25830
Biologische Bewertungsverfahren und weiterführende Informationen
Rahmenkonzeption Monitoring, Arbeitspapier III (RaKon III):
http://www.wasserblick.net/servlet/
is/142684/
Phytoplankton:
http://www.gewaesser-bewertung.de/
Makrophyten und Phytobenthos:
http://www.gewaesser-bewertung.de/
Benthische wirbellose Fauna (Makrozoobenthos):
http://www.gewaesser-bewertung.de/
Fische: https://lazbw.landwirtschaft-bw.de/pb/,Lde/Startseite/Themen/Wasserrahmenrichtlinie,
https://www.gewaesser-bewertung.de/
Chemisch-physikalische Orientierungswerte (zur Interpretation biologischer Ergebnisse) - „Rakon II“
(Rahmenkonzeption Monitoring, Arbeitspapier II):
http://www.wasserblick.net/servlet/is/142684/
Beschreibung der Gewässertypen (Steckbriefe der Fließgewässertypen). Die Zuweisung der säch-
sischen Wasserkörper zu den Fließgewässertypen entnehmen Sie bitte den Stammdaten zu den
Wasserkörpern:
http://www.wasserblick.net/servlet/is/18727/
Gewässerstruktur (Morphologie):
https://www.wasser.sachsen.de/strukturkartierung-12669.html

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Steckbriefe der Prognose-Fallgruppen
„Querbauwerk (Ausbau, Neubau, Betrieb) - Hochwasserrückhaltebecken“
37
Querbauwerk (Ausbau, Neubau, Betrieb)
Hochwasserrückhaltebecken
Flüsse
Kurzbeschreibung
Skizze
Vorhaben zum Ausbau, Neubau sowie zum (weiteren) Be-
trieb von Hochwasserrückhaltebecken und vergleichbaren
Querbauwerken mit Speicherfunktion im Hauptschluss, ohne
Wasserkraftnutzung.
Die Bauwerke sind auf den Hochwasserrückhalt ausgerich-
tet. Sie sind dauerhaft, wirken jedoch i. d. R. lediglich tempo-
rär im Hochwasserfall auf das Fließgewässer. Außerhalb des
Hochwasserfalls erzeugen lediglich Bauwerke mit Dauerstau
Wirkungen. Hochwasserabflüsse werden nach dem Abfluss-
scheitel kontinuierlich weitergegeben.
Hochwasserrückhaltebecken zielen auf die Reduzierung von
Abflussmengen und/oder Wasserspiegellagen im Hochwas-
serfall ab und bewirken anlage- und betriebsbedingt durch
ihre Drossel-/Rückhaltefunktion auch Veränderungen des
Fließverhalten und der linearen Durchgängigkeit
Bei Neu- und Umbauvorhaben sind direkte anlagebedingte
Veränderungen der morphologischen Verhältnisse im Ge-
wässer und der Aue am Standort nicht auszuschließen. In
diesen Fällen sind zudem baubedingte Wirkungen zu erwar-
ten. Der technische Ausbau/Verbau des Gewässers im Ober-
und/oder Unterwasser der Anlage wird über eine eigene Fall-
gruppe betrachtet.
Folgewirkungen auf die Wasserbeschaffenheit durch den
Rückhalt im Hochwasserfall sind i. d. R. nicht zu erwarten.
Legende
Potenziell relevante Wirkfaktoren
Abfluss und Fließverhältnisse
Durchgängigkeit
Gewässerstruktur
1
1
1
1
2
2
Wasserbeschaffenheit
3
i. d. R. relevant
im Einzelfall relevant
i. d. R. nicht relevant
Fußnoten
1 in Abhängigkeit der Funktionsweise des Bauwerks (Dauerstau, temporärer Stau im Hochwasserfall) ggf. nur temporär für
Hochwasserereignisse potenziell relevant
2 nur bei Neubau/Ausbau von Querbauwerken am unmittelbaren Standort des Bauwerks; weitere Ausbauvorhaben am Ge-
wässer werden über Vorhaben der Art "Gewässerausbau (inkl. Anlagen)" berücksichtigt
3 direkte baubedingte Wirkungen auf den Schwebstoffhaushalt; Veränderungen der Schwebstoffhaushalts infolge anlagebe-
dingter Wirkungen werden als mittelbare abiotische Wirkungen berücksichtigt

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Steckbriefe der Prognose-Fallgruppen
„Querbauwerk (Ausbau, Neubau, Betrieb) - Hochwasserrückhaltebecken“
38
Regelmäßig zugehörige Vorhaben mit wasserrechtlicher Relevanz
Bau von Querbauwerken mit Rückhalt von Wasser zur Beeinflussung des Hochwasserabflusses als
bauliche Anlagen im Gewässer nach § 36 WHG und Nr. 13.6, 13.13., 13.14, Anlage 1 UVPG)
Gewässerbenutzungen i. S. v. § 9 (1) Nr. 2 WHG mit temporärem oder dauerhaftem Aufstau eines
Gewässers
Erweiterung bestehender Anlagen (Änderung von Lage, Beschaffenheit, Betrieb) i. S. von § 2 (2) Nr.
2 UVPG für Anlagen nach Nr. 13.6, 13.13 und 13.14, Anlage 1 UVPG)
berücksichtigt nicht ggf. weiteren notwendigen Verbau in Gewässer und Aue i. S. der Fallgruppen
„Technischer Ausbau/Verbau des Gewässers“ und „Bauliche Anlage(n) in der Aue“
Potenziell abiotische Wirkungen
Wirkungsmatrix
Erläuterungen
X Potenzieller Zusammenhang zwischen i. d. R. potenziell relevantem Wirkfaktor der Fallgruppe und abiotischer Wirkung
X Potenzieller Zusammenhang zwischen im Einzelfall potenziell relevantem Wirkfaktor der Fallgruppe und abiotischer Wirkung
X
Potenzieller Zusammenhang zwischen Wirkfaktor und abiotischer Wirkung (für die Fallgruppe nicht relevant)
-
kein potenzieller Zusammenhang zwischen Wirkfaktor und abiotischer Wirkung
Fußnoten
1 Als Parameter des Sauerstoffhaushaltes kann der Eisengehalt durch Ausfällung von Eisenhydroxid zu Verockerung und Kol-
mation führen und somit potenziell auf die Sohlstruktur und Substratbeschaffenheit bzw. -dynamik wirken. Zudem kann
dadurch der Schwebstoffanteil erhöht werden
2
Abfluss relevante Kenngröße in Bezug auf gelöste Stoffe
3
Fließverhalten relevante Kenngröße in Bezug auf partikulär gebundene Stoffe
4
Wirkungen auf die Parameter-Gruppe können ggf. auch eine Barrierewirkung für BQK (insb. Fische, ggf. auch MZB) entfalten
5
berücksichtigt auch potenzielle abiotische Wirkungen der Wasserbeschaffenheit auf das Interstitial

Steckbriefe der Prognose-Fallgruppen
„Querbauwerk (Ausbau, Neubau, Betrieb) - Hochwasserrückhaltebecken“
39
Methoden zur Quantifizierung potenzieller Wirkungen – Hydromorphologie
BfN (in Vorb.): Anleitung zur Erfassung und Bewertung des Zustands von Flussauen
DWA (2014): Fischaufstiegsanlagen und fischpassierbare Bauwerke – Gestaltung, Bemessung, Qualitätssicherung
FGG EMS (2012): Herstellung der Durchgängigkeit für Fische und Rundmäuler in den Vorranggewässern der internationa-
len Flussgebietseinheit Ems
Foerster et al. (2017): Entwicklung eines Habitatindex zur Beurteilung biozönotisch relevanter Gewässerstrukturen
LAWA (2017): Bewertung der Durchgängigkeit von Fließgewässern für Sedimente - Anwenderhandbuch Sedimente
LAWA (2017): Klassifizierung des Wasserhaushalts von Einzugsgebieten und Wasserkörpern
MUNLV (2005): Handbuch Querbauwerke
Quick et al. (2017): Das hydromorphologische Erfassungs- und Bewertungsverfahren Valmorph 2 für schiffbare Oberflä-
chengewässer
LAWA (2019a): LAWA-Verfahrensempfehlung zur Gewässerstrukturkartierung – Verfahren für kleine bis mittelgroße Ge-
wässer
LAWA (2019b): LAWA-Verfahrensempfehlung zur Gewässerstrukturkartierung – Verfahren für mittelgroße bis große Ge-
wässer
hydraulische Modellierung (Wasserspiegellagen, Fließgeschwindigkeit, Ausuferungsverhalten, Grundwasserflurabstand,
Veränderungen bettbildender Abflüsse oder Niedrigwasserführung)
Methoden zur Quantifizierung potenzieller Wirkungen – Wasserbeschaffenheit
Abflussgewichtete Mischungsrechnung
Im Einzelfall Modellierung (z. B. mit DWA-Gütemodell)
Potenziell relevante Beurteilungswerte zur qualitativen Bewertung
UBA (2014): Hydromorphologische Steckbriefe der deutschen Fließgewässertypen
Amelung (1982): Auswirkungen gelöster Eisenverbindungen auf die Ei- und Larvalentwicklung von
Salmo gairdneri
BWK (2007): Ableitung von immissionsorientierten Anforderungen an Misch- und Niederschlagswassereinleitungen unter
Berücksichtigung örtlicher Verhältnisse (BWK-Merkblatt 3)
BWK (2008): Detaillierte Nachweisführung immissionsorientierter Anforderungen an Misch- und Niederschlagswassereinlei-
tungen (BWK-Merkblatt 7)
CCME (2011): Canadian Water Quality Guidelines: Chloride Ion
DWA (2014): Fischaufstiegsanlagen und fischpassierbare Bauwerke – Gestaltung, Bemessung, Qualitätssicherung
SächsFischgewV – Verordnung des Sächsischen Staatsministeriums für Umwelt und Landesentwicklung zur Umsetzung
der Richtlinie 78/659/EWG über die Qualität von Süßwasser, das schutz- oder verbesserungsbedürftig ist, um das Leben
von Fischen zu erhalten
LAWA (2017): Bewertung der Durchgängigkeit von Fließgewässern für Sedimente - Anwenderhandbuch Sedimente
Freie und Hansestadt Hamburg (2001): Stickstoff in Oberflächengew. Nitrat, Nitrit, Ammonium, Ammoniak
Halle & Müller (2014): Korrelationen zwischen biologischen Qualitätskomponenten und allgemeinen chemischen und physi-
kalisch-chemischen Parametern in Fließgewässern
Halle & Müller (2015a): Typspezifische Ableitung von Orientierungswerten für den Parameter Sulfat
Halle & Müller (2015b): Fließgewässertypspezifische Ableitung von Orientierungswerten und taxaspezifischen Präferenz-
spektren des Makrozoobenthos für den Parameter Eisen
Halle & Müller (2017): Ergänzende Arbeiten zur Korrelation zwischen biologischen Qualitätskomponenten und allgemeinen
physikalisch-chemischen Parametern in Fließgewässern
Halle et al. (2017) Schwellenwerte und Bioindikatoren zur gewässerökologischen Beurteilung des Salzgehalts von Fließge-
wässern gemäß EG-WRRL
Haybach & König (2010): Ableitung ökologisch begründeter Schwellenwerte des Chloridgehaltes und Abschätzung des Ein-
flusses der Gewässerstruktur auf das Makrozoobenthos in NRW
Lammersen (1997): Die Auswirkungen der Stadtentwässerung auf den Stoffhaushalt von Fließgewässern
LAWA (1997): Zielvorgaben zum Schutz oberirdischer Binnengewässer
LAWA (2015): RaKon Teil B - Arbeitspapier II
LfULG (2012): Qualitative und quantitative Beeinflussungen von Fließgewässerorganismen durch Eisen
MUNLV (2005): Handbuch Querbauwerke
OGewV - Verordnung zum Schutz der Oberflächengewässer
Otto & Zahn (2008): Literaturrecherche Temperatur- und Sauerstoff-Toleranz ausgewählter Wanderfischarten der Elbe
Schiemer et al. (2003): The early life history stages of riverine fish: ecophysiological and environmental bottlenecks
Schubert (2010): Einfluss standorttyp. abiotischer Faktoren auf die Brut ausgewählter rheophiler Fischarten
Sundermann (2017): Taxaspezifische Schwellenwerte für benthische Invertebraten in Fließgewässern
Wolfram et al. (2014): Chlorid-Studie. Auswirkungen von Chlorid auf die aquatische Flora und Fauna, mit besonderer Be-
rücksichtigung der Biologischen Qualitätselemente im Sinne der EG-WRRL

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Steckbriefe der Prognose-Fallgruppen
„Querbauwerk (Ausbau, Neubau, Betrieb) - Hochwasserrückhaltebecken“
40
Potenziell biotische Auswirkungen
Sensitivität der biologischen Qualitätskomponenten
Fußnoten
1 nicht relevant, da Arten der Auengewässer nicht bewertungsrelevant sind

image
Steckbriefe der Prognose-Fallgruppen
„Querbauwerk (Ausbau, Neubau, Betrieb) - Hochwasserrückhaltebecken“
41
Potenziell betroffene Bewertungsmodule
Erläuterungen
X direkter Zusammenhang zwischen potenziell abiotischer Wirkung und Modul des BQK-Bewertungsverfahrens
- kein direkter Zusammenhang zwischen potenziell abiotischer Wirkung und Modul des BQK-Bewertungsverfahrens
Fußnoten
1 Die Module im fiBS (Qualitätsmerkmale) reagieren insgesamt relativ unspezifisch auf verschiedene Belastungen, sodass
überwiegend Zusammenhänge zu mehreren Modulen abgebildet sind
2 Der Sauerstoffgehalt kann sich auch als Folge von veränderten Nährstoffverhältnissen (Sekundärsaprobie) auf die Bewer-
tung des Saprobienindex
Vorkehrungen zur Minderung potenzieller Auswirkungen
Optimierung der Abflussverhältnisse (z. B. durch Mindestwasserführung)
Optimierung der Fließverhältnisse (z. B. durch Laufverlängerung, Reduzierung von Rückstau)
Verbesserung der Habitatqualität – Sohle/Ufer (z. B. durch Einbau von Totholz, Profilaufweitung)
Verbesserung der Habitatqualität – Umfeld (z. B. durch Anbindung von Auengewässern, Ausweisung
von Gewässerentwicklungsflächen)
Reduzierung hydraulischer Belastungen (z. B. durch Anlage/Optimierung von Rückhaltebecken, An-
lage/Entwicklung naturnaher Profile zur Erhöhung der Ausuferungshäufigkeit)
Herstellung/Verbesserung der linearen Durchgängigkeit (z. B. durch Anlage von Fischpässen, Um-
gehungsgerinnen)
Herstellung/Verbesserung der lateralen Durchgängigkeit (z. B. durch Deichrückverlegung/Sohlauf-
höhung zur Anbindung der Primäraue, Anlage von Sekundärauen)
Herstellung/Verbesserung der vertikalen Durchgängigkeit (z. B. durch Verbesserung von Geschie-
betransport und -dynamik, Entwicklung naturnaher Grundwasserstände)
Reduzierung von Feinsedimenteinträgen (z. B. durch Anpassung der Flächenbewirtschaftung, An-
lage von Gewässerrandstreifen)
Reduzierung von Nährstoffeinträgen (z. B. durch Optimierung von Kläranlagen, Anpassung der Flä-
chenbewirtschaftung, Anlage von Gewässerrandstreifen)

Steckbriefe der Prognose-Fallgruppen
„Querbauwerk (Ausbau, Neubau, Betrieb) - Hochwasserrückhaltebecken“
42
Reduzierung von Schadstoffeinträgen (z. B. durch Aufbereitung von Abwasser)
Verbesserung der Wassertemperatur (z. B. durch Anlage/Entwicklung von Ufergehölzen, Reduzie-
rung von Tiefenwasserabschlägen)
Ökologisch optimierte Gewässerunterhaltung (z. B. durch wechselseitige Mahd, Belassen von Tot-
holz)
weiterführende Hinweise
Sächsische Daten
Geodatendownload LfULG zur WRRL: z. B. Geometrien und Stammdaten der Wasserkörper:
https://www.wasser.sachsen.de/geodatendownload-12834.html
Lage der Messstellen:
https://www.wasser.sachsen.de/messstellen-oberflaechenwasser-beschaf-
fenheit-11496.html
Chemische Gewässergütedaten zu den sächsischen Messstellen:
https://www.wasser.sach-
sen.de/gewaesserguetedaten-9343.htmlFische:
https://www.landwirtschaft.sachsen.de/umsetzung-
der-eu-wrrl-13820.html
Sächsische Beiträge zu den Bewirtschaftungsplänen Elbe und Oder (2015) (aktuell gültige Ergeb-
nisse inklusive der zugrundeliegenden Methodik): https://publikationen.sachsen.de/bdb/artikel/
25830
Biologische Bewertungsverfahren und weiterführende Informationen
Rahmenkonzeption Monitoring, Arbeitspapier III (RaKon III):
http://www.wasserblick.net/servlet/
is/142684/
Phytoplankton:
http://www.gewaesser-bewertung.de/
Makrophyten und Phytobenthos:
http://www.gewaesser-bewertung.de/
Benthische wirbellose Fauna (Makrozoobenthos):
http://www.gewaesser-bewertung.de/
Fische: https://lazbw.landwirtschaft-bw.de/pb/,Lde/Startseite/Themen/Wasserrahmenrichtlinie,
https://www.gewaesser-bewertung.de/
Chemisch-physikalische Orientierungswerte (zur Interpretation biologischer Ergebnisse) - „Rakon
II“ (Rahmenkonzeption Monitoring, Arbeitspapier II):
http://www.wasserblick.net/servlet/is/142684/
Beschreibung der Gewässertypen (Steckbriefe der Fließgewässertypen). Die Zuweisung der säch-
sischen Wasserkörper zu den Fließgewässertypen entnehmen Sie bitte den Stammdaten zu den
Wasserkörpern:
http://www.wasserblick.net/servlet/is/18727/
Gewässerstruktur (Morphologie):
https://www.wasser.sachsen.de/strukturkartierung-12669.html

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Steckbriefe der Prognose-Fallgruppen
„Querbauwerk (Ausbau, Neubau, Betrieb) - Wasserkraftanlage“
43
Querbauwerk (Ausbau, Neubau, Betrieb)
Wasserkraftanlage*
Flüsse
Kurzbeschreibung
Skizze
Vorhaben zum Ausbau, Neubau sowie zum (weiteren) Be-
trieb eines Querbauwerks im Hauptschluss zur Regulierung
von Wasserspiegellagen für die Wasserkraftnutzung. Gegen-
über Talsperren und vergleichbaren Bauwerken verfügt die
Anlage über keine Speicherfunktion und funktioniert i. d. R.
als Laufwasserkraftwerk. Anlagen im Nebenschluss sind hin-
sichtlich Aus- und Einleitungen relevant.
Die Anlagen sind dauerhaft; der Betrieb hingegen kann kon-
tinuierlich erfolgen oder nach Bedarf (Lastschwankungen)
gesteuert werden.
Die Anlagen wirken betriebsbedingt direkt auf das Fließver-
halten im Ober- und Unterwasser und die Wasserspiegella-
gen vorranging im Oberwasser.
Sie stellen zudem i. d. R. ein Hindernis für die lineare Durch-
gängigkeit dar, wobei bei Neu- und Umbauvorhaben direkte
anlagebedingte Veränderungen der morphologischen Ver-
hältnisse im Gewässer und der Aue am Standort sowie bau-
bedingte Wirkungen nicht auszuschließen sind.
Der technische Ausbau/Verbau des Gewässers im Ober-
und/oder Unterwasser der Anlage wird über eine eigene Fall-
gruppe betrachtet.
In Folge des beeinflussten Fließverhaltens können Verände-
rungen der physikalisch-chemischen Verhältnisse sowie der
morphologischen Verhältnisse auftreten.
Legende
Potenziell relevante Wirkfaktoren
Abfluss und Fließverhältnisse
Durchgängigkeit
Gewässerstruktur
1
1
Wasserbeschaffenheit
2
i. d. R. relevant
im Einzelfall relevant
i. d. R. nicht relevant
* basierend auf der entsprechenden Fallgruppe gemäß LAWA Handlungsempfehlung
Fußnoten
1 nur bei Neubau/Ausbau von Querbauwerken am unmittelbaren Standort des Bauwerks; weitere Ausbauvorhaben am Ge-
wässer werden über Vorhaben der Art "Gewässerausbau (inkl. Anlagen)" berücksichtigt
2 direkte baubedingte Wirkungen auf den Schwebstoffhaushalt; Veränderungen der Schwebstoffhaushalts infolge anlagebe-
dingter Wirkungen werden als mittelbare abiotische Wirkungen berücksichtigt

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Steckbriefe der Prognose-Fallgruppen
„Querbauwerk (Ausbau, Neubau, Betrieb) - Wasserkraftanlage“
44
Regelmäßig zugehörige Vorhaben mit wasserrechtlicher Relevanz
Bau von Querbauwerken im Hauptschluss mit Wasserkraftnutzung als bauliche Anlagen im Gewäs-
ser nach § 36 WHG und Nr. 13.14, Anlage 1 UVPG
Gewässerbenutzungen i. S. v. § 9 (1) Nr. 2 WHG mit Aufstau/Absenkung eines Gewässers durch
Speicherfunktion der Anlage und Betrieb der Wasserkraftanlage
Erweiterung bestehender Anlagen (Änderung von Lage, Beschaffenheit, Betrieb) i. S. von § 2 (2) Nr.
2 UVPG für Anlagen nach Nr. 13.14, Anlage 1 UVPG
berücksichtigt nicht ggf. weiteren notwendigen Verbau in Gewässer und Aue i. S. der Fallgruppen
„Technischer Ausbau/Verbau des Gewässers“ und „Bauliche Anlage(n) in der Aue“
berücksichtigt keine Anlagen im Nebenschluss (s. Fallgruppen „Ausleitung/Entnahme“)
Potenziell abiotische Wirkungen
Wirkungsmatrix
Erläuterungen
X Potenzieller Zusammenhang zwischen i. d. R. potenziell relevantem Wirkfaktor der Fallgruppe und abiotischer Wirkung
X Potenzieller Zusammenhang zwischen im Einzelfall potenziell relevantem Wirkfaktor der Fallgruppe und abiotischer Wirkung
X
Potenzieller Zusammenhang zwischen Wirkfaktor und abiotischer Wirkung (für die Fallgruppe nicht relevant)
-
kein potenzieller Zusammenhang zwischen Wirkfaktor und abiotischer Wirkung
Fußnoten
1 Als Parameter des Sauerstoffhaushaltes kann der Eisengehalt durch Ausfällung von Eisenhydroxid zu Verockerung und Kol-
mation führen und somit potenziell auf die Sohlstruktur und Substratbeschaffenheit bzw. -dynamik wirken. Zudem kann
dadurch der Schwebstoffanteil erhöht werden
2
Abfluss relevante Kenngröße in Bezug auf gelöste Stoffe
3
Fließverhalten relevante Kenngröße in Bezug auf partikulär gebundene Stoffe
4
Wirkungen auf die Parameter-Gruppe können ggf. auch eine Barrierewirkung für BQK (insb. Fische, ggf. auch MZB) entfalten
5
berücksichtigt auch potenzielle abiotische Wirkungen der Wasserbeschaffenheit auf das Interstitial

Steckbriefe der Prognose-Fallgruppen
„Querbauwerk (Ausbau, Neubau, Betrieb) - Wasserkraftanlage“
45
Methoden zur Quantifizierung potenzieller Wirkungen – Hydromorphologie
BfN (in Vorb.): Anleitung zur Erfassung und Bewertung des Zustands von Flussauen
DWA (2014): Fischaufstiegsanlagen und fischpassierbare Bauwerke – Gestaltung, Bemessung, Qualitätssicherung
FGG EMS (2012): Herstellung der Durchgängigkeit für Fische und Rundmäuler in den Vorranggewässern der internationalen
Flussgebietseinheit Ems
Foerster et al. (2017): Entwicklung eines Habitatindex zur Beurteilung biozönotisch relevanter Gewässerstrukturen
LAWA (2017): Bewertung der Durchgängigkeit von Fließgewässern für Sedimente - Anwenderhandbuch Sedimente
LAWA (2017): Klassifizierung des Wasserhaushalts von Einzugsgebieten und Wasserkörpern
MUNLV (2005): Handbuch Querbauwerke
Quick et al. (2017): Das hydromorphologische Erfassungs- und Bewertungsverfahren Valmorph 2 für schiffbare Oberflächen-
gewässer
LAWA (2019a): LAWA-Verfahrensempfehlung zur Gewässerstrukturkartierung – Verfahren für kleine bis mittelgroße Ge-
wässer
LAWA (2019b): LAWA-Verfahrensempfehlung zur Gewässerstrukturkartierung – Verfahren für mittelgroße bis große Ge-
wässer
hydraulische Modellierung (Wasserspiegellagen, Fließgeschwindigkeit, Ausuferungsverhalten, Grundwasserflurabstand,
Veränderungen bettbildender Abflüsse oder Niedrigwasserführung)
Methoden zur Quantifizierung potenzieller Wirkungen – Wasserbeschaffenheit
Abflussgewichtete Mischungsrechnung
Im Einzelfall Modellierung (z. B. mit DWA-Gütemodell)
Potenziell relevante Beurteilungswerte zur qualitativen Bewertung
UBA (2014): Hydromorphologische Steckbriefe der deutschen Fließgewässertypen
Amelung (1982): Auswirkungen gelöster Eisenverbindungen auf die Ei- und Larvalentwicklung von
Salmo gairdneri
BWK (2007): Ableitung von immissionsorientierten Anforderungen an Misch- und Niederschlagswassereinleitungen unter Be-
rücksichtigung örtlicher Verhältnisse (BWK-Merkblatt 3)
BWK (2008): Detaillierte Nachweisführung immissionsorientierter Anforderungen an Misch- und Niederschlagswassereinlei-
tungen (BWK-Merkblatt 7)
DWA (2014): Fischaufstiegsanlagen und fischpassierbare Bauwerke – Gestaltung, Bemessung, Qualitätssicherung
SächsFischgewV – Verordnung des Sächsischen Staatsministeriums für Umwelt und Landesentwicklung zur Umsetzung der
Richtlinie 78/659/EWG über die Qualität von Süßwasser, das schutz- oder verbesserungsbedürftig ist, um das Leben von
Fischen zu erhalten
LAWA (2017): Bewertung der Durchgängigkeit von Fließgewässern für Sedimente - Anwenderhandbuch Sedimente
Freie und Hansestadt Hamburg (2001): Stickstoff in Oberflächengewässern Nitrat, Nitrit, Ammonium, Ammoniak
Halle & Müller (2014): Korrelationen zwischen biologischen Qualitätskomponenten und allgemeinen chemischen und physi-
kalisch-chemischen Parametern in Fließgewässern
Halle & Müller (2015a): Typspezifische Ableitung von Orientierungswerten für den Parameter Sulfat
Halle & Müller (2015b): Fließgewässertypspezifische Ableitung von Orientierungswerten und taxaspezifischen Präferenzspek-
tren des Makrozoobenthos für den Parameter Eisen
Halle & Müller (2017): Ergänzende Arbeiten zur Korrelation zwischen biologischen Qualitätskomponenten und allgemeinen
physikalisch-chemischen Parametern in Fließgewässern
Lammersen (1997): Die Auswirkungen der Stadtentwässerung auf den Stoffhaushalt von Fließgewässern
LAWA (1997): Zielvorgaben zum Schutz oberirdischer Binnengewässer
LAWA (2015): RaKon Teil B - Arbeitspapier II
LfULG (2012): Qualitative und quantitative Beeinflussungen von Fließgewässerorganismen durch Eisen
MUNLV (2005): Handbuch Querbauwerke
OGewV - Verordnung zum Schutz der Oberflächengewässer
Otto & Zahn (2008): Literaturrecherche Temperatur- und Sauerstoff-Toleranz ausgewählter Wanderfischarten der Elbe
Schiemer et al. (2003): The early life history stages of riverine fish: ecophysiological and environmental bottlenecks
Schubert (2010): Einfluss standorttypischer abiotischer Faktoren auf die Brut ausgewählter rheophiler Fischarten

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Steckbriefe der Prognose-Fallgruppen
„Querbauwerk (Ausbau, Neubau, Betrieb) - Wasserkraftanlage“
46
Potenziell biotische Auswirkungen
Sensitivität der biologischen Qualitätskomponenten
Fußnoten
1 nicht relevant, da Arten der Auengewässer nicht bewertungsrelevant sind

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Steckbriefe der Prognose-Fallgruppen
„Querbauwerk (Ausbau, Neubau, Betrieb) - Wasserkraftanlage“
47
Potenziell betroffene Bewertungsmodule
Erläuterungen
X direkter Zusammenhang zwischen potenziell abiotischer Wirkung und Modul des BQK-Bewertungsverfahrens
- kein direkter Zusammenhang zwischen potenziell abiotischer Wirkung und Modul des BQK-Bewertungsverfahrens
Fußnoten
1 Die Module im fiBS (Qualitätsmerkmale) reagieren insgesamt relativ unspezifisch auf verschiedene Belastungen, sodass
überwiegend Zusammenhänge zu mehreren Modulen abgebildet sind
2 Der Sauerstoffgehalt kann sich auch als Folge von veränderten Nährstoffverhältnissen (Sekundärsaprobie) auf die Bewer-
tung des Saprobienindex
Vorkehrungen zur Minderung potenzieller Auswirkungen
Optimierung der Fließverhältnisse (z. B. durch Laufverlängerung, Reduzierung von Rückstau)
Verbesserung der Habitatqualität – Sohle/Ufer (z. B. durch Einbau von Totholz, Profilaufweitung)
Verbesserung der Habitatqualität – Umfeld (z. B. durch Anbindung von Auengewässern, Auswei-
sung von Gewässerentwicklungsflächen)
Reduzierung hydraulischer Belastungen (z. B. durch Anlage/Optimierung von Rückhaltebecken,
Anlage/Entwicklung naturnaher Profile zur Erhöhung der Ausuferungshäufigkeit)
Herstellung/Verbesserung der linearen Durchgängigkeit (z. B. durch Anlage von Fischpässen, Um-
gehungsgerinnen)
Herstellung/Verbesserung der lateralen Durchgängigkeit (z. B. durch Deichrückverlegung/Sohlauf-
höhung zur Anbindung der Primäraue, Anlage von Sekundärauen)
Herstellung/Verbesserung der vertikalen Durchgängigkeit (z. B. durch Verbesserung von Geschie-
betransport und -dynamik, Entwicklung naturnaher Grundwasserstände)
Reduzierung von Feinsedimenteinträgen (z. B. durch Anpassung der Flächenbewirtschaftung, An-
lage von Gewässerrandstreifen)
Reduzierung von Nährstoffeinträgen (z. B. durch Optimierung von Kläranlagen, Anpassung der
Flächenbewirtschaftung, Anlage von Gewässerrandstreifen)
Reduzierung von Schadstoffeinträgen (z. B. durch Aufbereitung von Abwasser)

Steckbriefe der Prognose-Fallgruppen
„Querbauwerk (Ausbau, Neubau, Betrieb) - Wasserkraftanlage“
48
Verbesserung der Wassertemperatur (z. B. durch Anlage/Entwicklung von Ufergehölzen, Reduzie-
rung von Tiefenwasserabschlägen)
Ökologisch optimierte Gewässerunterhaltung (z. B. durch wechselseitige Mahd, Belassen von Tot-
holz)
weiterführende Hinweise
Sächsische Daten
Geodatendownload LfULG zur WRRL: z. B. Geometrien und Stammdaten der Wasserkörper:
https://www.wasser.sachsen.de/geodatendownload-12834.html
Lage der Messstellen:
https://www.wasser.sachsen.de/messstellen-oberflaechenwasser-beschaf-
fenheit-11496.html
Chemische Gewässergütedaten zu den sächsischen Messstellen:
https://www.wasser.sach-
sen.de/gewaesserguetedaten-9343.html
Fische:
https://www.landwirtschaft.sachsen.de/umsetzung-der-eu-wrrl-13820.html
Sächsische Beiträge zu den Bewirtschaftungsplänen Elbe und Oder (2015) (aktuell gültige Ergeb-
nisse inklusive der zugrundeliegenden Methodik): https://publikationen.sachsen.de/bdb/artikel/
25830
Biologische Bewertungsverfahren und weiterführende Informationen
Rahmenkonzeption Monitoring, Arbeitspapier III (RaKon III):
http://www.wasserblick.net/servlet/
is/142684/
Phytoplankton:
http://www.gewaesser-bewertung.de/
Makrophyten und Phytobenthos:
http://www.gewaesser-bewertung.de/
Benthische wirbellose Fauna (Makrozoobenthos):
http://www.gewaesser-bewertung.de/
Fische: https://lazbw.landwirtschaft-bw.de/pb/,Lde/Startseite/Themen/Wasserrahmenrichtlinie,
https://www.gewaesser-bewertung.de/
Chemisch-physikalische Orientierungswerte (zur Interpretation biologischer Ergebnisse) - „Rakon
II“ (Rahmenkonzeption Monitoring, Arbeitspapier II):
http://www.wasserblick.net/servlet/is/142684/
Beschreibung der Gewässertypen (Steckbriefe der Fließgewässertypen). Die Zuweisung der säch-
sischen Wasserkörper zu den Fließgewässertypen entnehmen Sie bitte den Stammdaten zu den
Wasserkörpern:
http://www.wasserblick.net/servlet/is/18727/
Gewässerstruktur (Morphologie):
https://www.wasser.sachsen.de/strukturkartierung-12669.html

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Steckbriefe der Prognose-Fallgruppen
„Querbauwerk (Ausbau, Neubau, Betrieb) - Kulturstau/Sonstiges Querbauwerk“
49
Querbauwerk (Ausbau, Neubau, Betrieb)
Kulturstau/Sonstiges Querbauwerk
Flüsse
Kurzbeschreibung
Skizze
Vorhaben zum Ausbau, Neubau sowie zum (weiteren) Be-
trieb von einem oder mehreren Querbauwerken zur Regulie-
rung von Wasserspiegellagen ohne Wasserkraftnutzung oder
Speicherfunktion.
Die Anlagen sind i. d. R. dauerhaft; in Abhängigkeit der Bau-
werksfunktion kann der Betrieb temporär (gesteuerter, zeit-
lich begrenzter Einstau beweglicher Anlagen zur Bereitstel-
lung einer bedarfsgerechten Wassertiefe, z. B. bei Kultur-
stau) oder dauerhaft (ungesteuerte Regulierung der Wasser-
spiegellagen durch feste Bauwerke, z. B. Sohlschwellen,
Streichwehre) erfolgen.
Die Bauwerke wirken anlage- und betriebsbedingt direkt auf
das Fließverhalten (Rückstau) vorrangig im Oberwasser,
insb. bei Niedrigwasserverhältnissen.
Sie können temporär bis dauerhaft ein Hindernis für die line-
are Durchgängigkeit darstellen. Bei Neu- und Umbauvorha-
ben sind direkte anlagebedingte Veränderungen der morpho-
logischen Verhältnisse im Gewässer und der Aue am Stand-
ort sowie baubedingte Wirkungen nicht auszuschließen.
Der technische Ausbau/Verbau des Gewässers im Ober-
und/oder Unterwasser der Anlage wird über eine eigene Fall-
gruppe betrachtet.
In Abhängigkeit der Einstauhöhe und –dauer können Verän-
derungen der physikalisch-chemischen Verhältnisse sowie
der morphologischen Verhältnisse auftreten.
Legende
Potenziell relevante Wirkfaktoren
Abfluss und Fließverhältnisse
Durchgängigkeit
Gewässerstruktur
1
1
1
2
2
Wasserbeschaffenheit
3
i. d. R. relevant
im Einzelfall relevant
i. d. R. nicht relevant
Fußnoten
1 bei Kulturstauen i. d. R. temporärer Einstau zur Erhöhung des Grundwasserspiegels zur Bewässerung insb. im Sommerhalb-
jahr; bei übrigen Bauwerken i. d. R. dauerhafte potenzielle Wirkungen
2 nur bei Neubau/Ausbau von Querbauwerken am unmittelbaren Standort des Bauwerks; weitere Ausbauvorhaben am Ge-
wässer werden über Vorhaben der Art "Gewässerausbau (inkl. Anlagen)" berücksichtigt
3 direkte baubedingte Wirkungen auf den Schwebstoffhaushalt; Veränderungen der Schwebstoffhaushalts infolge anlagebe-
dingter Wirkungen werden als mittelbare abiotische Wirkungen berücksichtigt

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Steckbriefe der Prognose-Fallgruppen
„Querbauwerk (Ausbau, Neubau, Betrieb) - Kulturstau/Sonstiges Querbauwerk“
50
Regelmäßig zugehörige Vorhaben mit wasserrechtlicher Relevanz
Neu-/Um-/Ausbau von Querbauwerken als bauliche Anlagen im Gewässer nach § 36 WHG zur tem-
porären (z. B. Wehre mit regulierbaren Schützen) oder dauerhaften Regulierung (z. B. Sohlschwellen
und Streichwehre) von Wasserspiegellagen
Gewässerbenutzungen i. S. v. § 9 (1) Nr. 2 WHG mit Aufstau eines Gewässers
berücksichtigt nicht den Umbau von Querbauwerken für Zielstellungen i. S. der Fallgruppe „Gewäs-
serentwicklung/Renaturierung“
berücksichtigt nicht ggf. weiteren notwendigen Verbau in Gewässer und Aue i. S. der Fallgruppen
„Technischer Ausbau/Verbau des Gewässers“ und „Bauliche Anlage(n) in der Aue“
Potenziell abiotische Wirkungen
Wirkungsmatrix
Erläuterungen
X Potenzieller Zusammenhang zwischen i. d. R. potenziell relevantem Wirkfaktor der Fallgruppe und abiotischer Wirkung
X Potenzieller Zusammenhang zwischen im Einzelfall potenziell relevantem Wirkfaktor der Fallgruppe und abiotischer Wirkung
X
Potenzieller Zusammenhang zwischen Wirkfaktor und abiotischer Wirkung (für die Fallgruppe nicht relevant)
-
kein potenzieller Zusammenhang zwischen Wirkfaktor und abiotischer Wirkung
Fußnoten
1 Als Parameter des Sauerstoffhaushaltes kann der Eisengehalt durch Ausfällung von Eisenhydroxid zu Verockerung und Kol-
mation führen und somit potenziell auf die Sohlstruktur und Substratbeschaffenheit bzw. -dynamik wirken. Zudem kann
dadurch der Schwebstoffanteil erhöht werden
2
Abfluss relevante Kenngröße in Bezug auf gelöste Stoffe
3
Fließverhalten relevante Kenngröße in Bezug auf partikulär gebundene Stoffe
4
Wirkungen auf die Parameter-Gruppe können ggf. auch eine Barrierewirkung für BQK (insb. Fische, ggf. auch MZB) entfalten
5
berücksichtigt auch potenzielle abiotische Wirkungen der Wasserbeschaffenheit auf das Interstitial

Steckbriefe der Prognose-Fallgruppen
„Querbauwerk (Ausbau, Neubau, Betrieb) - Kulturstau/Sonstiges Querbauwerk“
51
Methoden zur Quantifizierung potenzieller Wirkungen – Hydromorphologie
BfN (in Vorb.): Anleitung zur Erfassung und Bewertung des Zustands von Flussauen
DWA (2014): Fischaufstiegsanlagen und fischpassierbare Bauwerke – Gestaltung, Bemessung, Qualitätssicherung
FGG EMS (2012): Herstellung der Durchgängigkeit für Fische und Rundmäuler in den Vorranggewässern der internationa-
len Flussgebietseinheit Ems
Foerster et al. (2017): Entwicklung eines Habitatindex zur Beurteilung biozönotisch relevanter Gewässerstrukturen
LAWA (2017): Bewertung der Durchgängigkeit von Fließgewässern für Sedimente - Anwenderhandbuch Sedimente
LAWA (2017): Klassifizierung des Wasserhaushalts von Einzugsgebieten und Wasserkörpern
MUNLV (2005): Handbuch Querbauwerke
Quick et al. (2017): Das hydromorphologische Erfassungs- und Bewertungsverfahren Valmorph 2 für schiffbare Oberflä-
chengewässer
LAWA (2019a): LAWA-Verfahrensempfehlung zur Gewässerstrukturkartierung – Verfahren für kleine bis mittelgroße Ge-
wässer
LAWA (2019b): LAWA-Verfahrensempfehlung zur Gewässerstrukturkartierung – Verfahren für mittelgroße bis große Ge-
wässer
Methoden zur Quantifizierung potenzieller Wirkungen – Wasserbeschaffenheit
Abflussgewichtete Mischungsrechnung
Im Einzelfall Modellierung (z. B. mit DWA-Gütemodell)
Potenziell relevante Beurteilungswerte zur qualitativen Bewertung
UBA (2014): Hydromorphologische Steckbriefe der deutschen Fließgewässertypen
Amelung (1982): Auswirkungen gelöster Eisenverbindungen auf die Ei- und Larvalentwicklung von
Salmo gairdneri
BWK (2007): Ableitung von immissionsorientierten Anforderungen an Misch- und Niederschlagswassereinleitungen unter
Berücksichtigung örtlicher Verhältnisse (BWK-Merkblatt 3)
BWK (2008): Detaillierte Nachweisführung immissionsorientierter Anforderungen an Misch- und Niederschlagswassereinlei-
tungen (BWK-Merkblatt 7)
DWA (2014): Fischaufstiegsanlagen und fischpassierbare Bauwerke – Gestaltung, Bemessung, Qualitätssicherung
SächsFischgewV – Verordnung des Sächsischen Staatsministeriums für Umwelt und Landesentwicklung zur Umsetzung
der Richtlinie 78/659/EWG über die Qualität von Süßwasser, das schutz- oder verbesserungsbedürftig ist, um das Leben
von Fischen zu erhalten
LAWA (2017): Bewertung der Durchgängigkeit von Fließgewässern für Sedimente - Anwenderhandbuch Sedimente
FREIE UND HANSESTADT HAMBURG (2001): Stickstoff in Oberflächengewässern Nitrat, Nitrit, Ammonium, Ammoniak
Halle & Müller (2014): Korrelationen zwischen biologischen Qualitätskomponenten und allgemeinen chemischen und physi-
kalisch-chemischen Parametern in Fließgewässern
Halle & Müller (2015a): Typspezifische Ableitung von Orientierungswerten für den Parameter Sulfat
Halle & Müller (2015b): Fließgewässertypspezifische Ableitung von Orientierungswerten und taxaspezifischen Präferenz-
spektren des Makrozoobenthos für den Parameter Eisen
Halle & Müller (2017): Ergänzende Arbeiten zur Korrelation zwischen biologischen Qualitätskomponenten und allgemeinen
physikalisch-chemischen Parametern in Fließgewässern
Lammersen (1997): Die Auswirkungen der Stadtentwässerung auf den Stoffhaushalt von Fließgewässern
LAWA (1997): Zielvorgaben zum Schutz oberirdischer Binnengewässer
LAWA (2015): RaKon Teil B - Arbeitspapier II
LfULG (2012): Qualitative und quantitative Beeinflussungen von Fließgewässerorganismen durch Eisen
MUNLV (2005): Handbuch Querbauwerke
OGewV - Verordnung zum Schutz der Oberflächengewässer
Otto & Zahn (2008): Literaturrecherche Temperatur- und Sauerstoff-Toleranz ausgewählter Wanderfischarten der Elbe
Schiemer et al. (2003): The early life history stages of riverine fish: ecophysiological and environmental bottlenecks
Schubert (2010): Einfluss standorttypischer abiotischer Faktoren auf die Brut ausgewählter rheophiler Fischarten

image
Steckbriefe der Prognose-Fallgruppen
„Querbauwerk (Ausbau, Neubau, Betrieb) - Kulturstau/Sonstiges Querbauwerk“
52
Potenziell biotische Auswirkungen
Sensitivität der biologischen Qualitätskomponenten
Fußnoten
1 nicht relevant, da Arten der Auengewässer nicht bewertungsrelevant sind

image
Steckbriefe der Prognose-Fallgruppen
„Querbauwerk (Ausbau, Neubau, Betrieb) - Kulturstau/Sonstiges Querbauwerk“
53
Potenziell betroffene Bewertungsmodule
Erläuterungen
X direkter Zusammenhang zwischen potenziell abiotischer Wirkung und Modul des BQK-Bewertungsverfahrens
- kein direkter Zusammenhang zwischen potenziell abiotischer Wirkung und Modul des BQK-Bewertungsverfahrens
Fußnoten
1 Die Module im fiBS (Qualitätsmerkmale) reagieren insgesamt relativ unspezifisch auf verschiedene Belastungen, sodass
überwiegend Zusammenhänge zu mehreren Modulen abgebildet sind
2 Der Sauerstoffgehalt kann sich auch als Folge von veränderten Nährstoffverhältnissen (Sekundärsaprobie) auf die Bewer-
tung des Saprobienindex
Vorkehrungen zur Minderung potenzieller Auswirkungen
Optimierung der Abflussverhältnisse (z. B. durch Mindestwasserführung)
Optimierung der Fließverhältnisse (z. B. durch Laufverlängerung, Reduzierung von Rückstau)
Verbesserung der Habitatqualität – Sohle/Ufer (z. B. durch Einbau von Totholz, Profilaufweitung)
Verbesserung der Habitatqualität – Umfeld (z. B. durch Anbindung von Auengewässern, Auswei-
sung von Gewässerentwicklungsflächen)
Reduzierung hydraulischer Belastungen (z. B. durch Anlage/Optimierung von Rückhaltebecken,
Anlage/Entwicklung naturnaher Profile zur Erhöhung der Ausuferungshäufigkeit)
Herstellung/Verbesserung der linearen Durchgängigkeit (z. B. durch Anlage von Fischpässen, Um-
gehungsgerinnen)
Herstellung/Verbesserung der lateralen Durchgängigkeit (z. B. durch Deichrückverlegung/Sohlauf-
höhung zur Anbindung der Primäraue, Anlage von Sekundärauen)
Herstellung/Verbesserung der vertikalen Durchgängigkeit (z. B. durch Verbesserung von Geschie-
betransport und -dynamik, Entwicklung naturnaher Grundwasserstände)
Reduzierung von Feinsedimenteinträgen (z. B. durch Anpassung der Flächenbewirtschaftung, An-
lage von Gewässerrandstreifen)
Reduzierung von Nährstoffeinträgen (z. B. durch Optimierung von Kläranlagen, Anpassung der
Flächenbewirtschaftung, Anlage von Gewässerrandstreifen)
Reduzierung von Schadstoffeinträgen (z. B. durch Aufbereitung von Abwasser)

Steckbriefe der Prognose-Fallgruppen
„Querbauwerk (Ausbau, Neubau, Betrieb) - Kulturstau/Sonstiges Querbauwerk“
54
Verbesserung der Wassertemperatur (z. B. durch Anlage/Entwicklung von Ufergehölzen, Reduzie-
rung von Tiefenwasserabschlägen)
Ökologisch optimierte Gewässerunterhaltung (z. B. durch wechselseitige Mahd, Belassen von Tot-
holz)
weiterführende Hinweise
Sächsische Daten
Geodatendownload LfULG zur WRRL: z. B. Geometrien und Stammdaten der Wasserkörper:
https://www.wasser.sachsen.de/geodatendownload-12834.html
Lage der Messstellen:
https://www.wasser.sachsen.de/messstellen-oberflaechenwasser-beschaf-
fenheit-11496.html
Chemische Gewässergütedaten zu den sächsischen Messstellen:
https://www.wasser.sach-
sen.de/gewaesserguetedaten-9343.html
Fische:
https://www.landwirtschaft.sachsen.de/umsetzung-der-eu-wrrl-13820.html
Sächsische Beiträge zu den Bewirtschaftungsplänen Elbe und Oder (2015) (aktuell gültige Ergeb-
nisse inklusive der zugrundeliegenden Methodik): https://publikationen.sachsen.de/bdb/artikel/
25830
Biologische Bewertungsverfahren und weiterführende Informationen
Rahmenkonzeption Monitoring, Arbeitspapier III (RaKon III):
http://www.wasserblick.net/servlet/
is/142684/
Phytoplankton:
http://www.gewaesser-bewertung.de/
Makrophyten und Phytobenthos:
http://www.gewaesser-bewertung.de/
Benthische wirbellose Fauna (Makrozoobenthos):
http://www.gewaesser-bewertung.de/
Fische: https://lazbw.landwirtschaft-bw.de/pb/,Lde/Startseite/Themen/Wasserrahmenrichtlinie,
https://www.gewaesser-bewertung.de/
Chemisch-physikalische Orientierungswerte (zur Interpretation biologischer Ergebnisse) - „Rakon
II“ (Rahmenkonzeption Monitoring, Arbeitspapier II):
http://www.wasserblick.net/servlet/is/142684/
Beschreibung der Gewässertypen (Steckbriefe der Fließgewässertypen). Die Zuweisung der säch-
sischen Wasserkörper zu den Fließgewässertypen entnehmen Sie bitte den Stammdaten zu den
Wasserkörpern:
http://www.wasserblick.net/servlet/is/18727/
Gewässerstruktur (Morphologie):
https://www.wasser.sachsen.de/strukturkartierung-12669.html

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Steckbriefe der Prognose-Fallgruppen
„Querbauwerk (Ausbau, Neubau, Betrieb) - Durchlass/Brücke, Verrohrung“
55
Querbauwerk (Ausbau, Neubau, Betrieb)
Durchlass/Brücke, Verrohrung
Flüsse
Kurzbeschreibung
Skizze
Vorhaben zum Ausbau und Neubau von Durchlässen, Brü-
cken und vergleichbaren Querbauwerken sowie Verrohrun-
gen ohne Speicherregulierung oder Wasserkraftnutzung.
Die Vorhaben dienen der flächenhaften Überbauung des Ge-
wässers, der linienhaften Gewässerüberquerung oder der
Abflussbündelung/-umleitung (Verrohrung).
Die Maßnahmen sind i. d. R. dauerhaft (temporär insbeson-
dere bei Baumaßnahmen). Wirkungen von Folgenutzungen,
die durch die Vorhaben ermöglicht werden (z. B. Straßenver-
kehr auf Brücke), können über weitere Fallgruppen beschrie-
ben werden.
Der Aus- und Neubau geht i. d. R. mit anlagebedingten Ver-
änderungen der morphologischen Verhältnisse in der Aue
einher und kann den Ufer- und Sohlbereich einschließen. In
Abhängigkeit des Bauwerks, das i. d. R. ein Abflusshindernis
darstellt, kann das Fließverhalten anlagebedingt bereits früh-
zeitig, insbesondere aber bei Ausuferung (im Hochwasser-
fall) beeinflusst werden. Anlagebedingt können hieraus Wir-
kungen auf die lineare Durchgängigkeit entstehen.
Baubedingte Wirkungen auf den Schwebstoffhaushalt kön-
nen darüber hinaus auftreten. Direkte Wirkungen auf die
Wasserbeschaffenheit sind hierbei i. d. R. nicht zu erwarten.
Legende
Potenziell relevante Wirkfaktoren
Abfluss und Fließverhältnisse
Durchgängigkeit
Gewässerstruktur
1
2
1
1
Wasserbeschaffenheit
3
i. d. R. relevant
im Einzelfall relevant
i. d. R. nicht relevant
Fußnoten
1 potenzielle Wirkungen bei Veränderungen der Sohl- und/oder Uferstrukturen i. d. R. im Bereich des Bauwerks
2 potenzielle Wirkungen auf die Wasserspiegellagen bei Hochwasser (bei Ausuferung und morphologischen Veränderungen in
der Aue) werden als mittelbare
3 direkte baubedingte Wirkungen auf den Schwebstoffhaushalt; Veränderungen der Schwebstoffhaushalts infolge anlagebe-
dingter Wirkungen werden als mittelbare abiotische Wirkungen berücksichtigt

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Steckbriefe der Prognose-Fallgruppen
„Querbauwerk (Ausbau, Neubau, Betrieb) - Durchlass/Brücke, Verrohrung“
56
Regelmäßig zugehörige Vorhaben mit wasserrechtlicher Relevanz
Neu-/Um-/Ausbau von baulichen Anlagen am/über dem Gewässer nach § 36 WHG (z. B. Brücken,
Durchlässe, Verrohrungen)
Erstmalige oder erweiterte dauerhafte oder ggf. temporäre Verrohrung eines Gewässers als Ausbau
nach § 67 WHG
berücksichtigt nicht ggf. weiteren notwendigen Verbau in Gewässer und Aue i. S. der Fallgruppen
„Technischer Ausbau/Verbau des Gewässers“ und „Bauliche Anlage(n) in der Aue“
Potenziell abiotische Wirkungen
Wirkungsmatrix
Erläuterungen
X Potenzieller Zusammenhang zwischen i. d. R. potenziell relevantem Wirkfaktor der Fallgruppe und abiotischer Wirkung
X Potenzieller Zusammenhang zwischen im Einzelfall potenziell relevantem Wirkfaktor der Fallgruppe und abiotischer Wirkung
X
Potenzieller Zusammenhang zwischen Wirkfaktor und abiotischer Wirkung (für die Fallgruppe nicht relevant)
-
kein potenzieller Zusammenhang zwischen Wirkfaktor und abiotischer Wirkung
Fußnoten
1 Als Parameter des Sauerstoffhaushaltes kann der Eisengehalt durch Ausfällung von Eisenhydroxid zu Verockerung und Kol-
mation führen und somit potenziell auf die Sohlstruktur und Substratbeschaffenheit bzw. -dynamik wirken. Zudem kann
dadurch der Schwebstoffanteil erhöht werden
2
Abfluss relevante Kenngröße in Bezug auf gelöste Stoffe
3
Fließverhalten relevante Kenngröße in Bezug auf partikulär gebundene Stoffe
4
Wirkungen auf die Parameter-Gruppe können ggf. auch eine Barrierewirkung für BQK (insb. Fische, ggf. auch MZB) entfalten
5
berücksichtigt auch potenzielle abiotische Wirkungen der Wasserbeschaffenheit auf das Interstitial

Steckbriefe der Prognose-Fallgruppen
„Querbauwerk (Ausbau, Neubau, Betrieb) - Durchlass/Brücke, Verrohrung“
57
Methoden zur Quantifizierung potenzieller Wirkungen – Hydromorphologie
BfN (in Vorb.): Anleitung zur Erfassung und Bewertung des Zustands von Flussauen
Foerster et al. (2017): Entwicklung eines Habitatindex zur Beurteilung biozönotisch relevanter Gewässerstrukturen
LAWA (2017): Klassifizierung des Wasserhaushalts von Einzugsgebieten und Wasserkörpern
Quick et al. (2017): Das hydromorphologische Erfassungs- und Bewertungsverfahren Valmorph 2 für schiffbare Oberflä-
chengewässer
LAWA (2019a): LAWA-Verfahrensempfehlung zur Gewässerstrukturkartierung – Verfahren für kleine bis mittelgroße Ge-
wässer
LAWA (2019b): LAWA-Verfahrensempfehlung zur Gewässerstrukturkartierung – Verfahren für mittelgroße bis große Ge-
wässer
Methoden zur Quantifizierung potenzieller Wirkungen – Wasserbeschaffenheit
Abflussgewichtete Mischungsrechnung
Im Einzelfall Modellierung (z. B. mit DWA-Gütemodell)
Potenziell relevante Beurteilungswerte zur qualitativen Bewertung
UBA (2014): Hydromorphologische Steckbriefe der deutschen Fließgewässertypen
Amelung (1982): Auswirkungen gelöster Eisenverbindungen auf die Ei- und Larvalentwicklung von
Salmo gairdneri
BWK (2007): Ableitung von immissionsorientierten Anforderungen an Misch- und Niederschlagswassereinleitungen unter
Berücksichtigung örtlicher Verhältnisse (BWK-Merkblatt 3)
BWK (2008): Detaillierte Nachweisführung immissionsorientierter Anforderungen an Misch- und Niederschlagswassereinlei-
tungen (BWK-Merkblatt 7)
SächsFischgewV – Verordnung des Sächsischen Staatsministeriums für Umwelt und Landesentwicklung zur Umsetzung
der Richtlinie 78/659/EWG über die Qualität von Süßwasser, das schutz- oder verbesserungsbedürftig ist, um das Leben
von Fischen zu erhalten
Freie und Hansestadt Hamburg (2001): Stickstoff in Oberflächengewässern Nitrat, Nitrit, Ammonium, Ammoniak
Halle & Müller (2014): Korrelationen zwischen biologischen Qualitätskomponenten und allgemeinen chemischen und physi-
kalisch-chemischen Parametern in Fließgewässern.
Halle & Müller (2015a): Typspezifische Ableitung von Orientierungswerten für den Parameter Sulfat
Halle & Müller (2015b): Fließgewässertypspezifische Ableitung von Orientierungswerten und taxaspezifischen Präferenz-
spektren des Makrozoobenthos für den Parameter Eisen
Halle & Müller (2017): Ergänzende Arbeiten zur Korrelation zwischen biologischen Qualitätskomponenten und allgemeinen
physikalisch-chemischen Parametern in Fließgewässern
Lammersen (1997): Die Auswirkungen der Stadtentwässerung auf den Stoffhaushalt von Fließgewässern
LAWA (1997): Zielvorgaben zum Schutz oberirdischer Binnengewässer
LAWA (2015): RaKon Teil B - Arbeitspapier II
LfULG (2012): Qualitative und quantitative Beeinflussungen von Fließgewässerorganismen durch Eisen
OGewV - Verordnung zum Schutz der Oberflächengewässer
Otto & Zahn (2008): Literaturrecherche Temperatur- und Sauerstoff-Toleranz ausgewählter Wanderfischarten der Elbe
Schiemer et al. (2003): The early life history stages of riverine fish: ecophysiological and environmental bottlenecks
Schubert (2010): Einfluss standorttypischer abiotischer Faktoren auf die Brut ausgewählter rheophiler Fischarten

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Steckbriefe der Prognose-Fallgruppen
„Querbauwerk (Ausbau, Neubau, Betrieb) - Durchlass/Brücke, Verrohrung“
58
Potenziell biotische Auswirkungen
Sensitivität der biologischen Qualitätskomponenten
Fußnoten
1 nicht relevant, da Arten der Auengewässer nicht bewertungsrelevant sind

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Steckbriefe der Prognose-Fallgruppen
„Querbauwerk (Ausbau, Neubau, Betrieb) - Durchlass/Brücke, Verrohrung“
59
Potenziell betroffene Bewertungsmodule
Erläuterungen
X direkter Zusammenhang zwischen potenziell abiotischer Wirkung und Modul des BQK-Bewertungsverfahrens
- kein direkter Zusammenhang zwischen potenziell abiotischer Wirkung und Modul des BQK-Bewertungsverfahrens
Fußnoten
1 Die Module im fiBS (Qualitätsmerkmale) reagieren insgesamt relativ unspezifisch auf verschiedene Belastungen, sodass
überwiegend Zusammenhänge zu mehreren Modulen abgebildet sind
2 Der Sauerstoffgehalt kann sich auch als Folge von veränderten Nährstoffverhältnissen (Sekundärsaprobie) auf die Bewer-
tung des Saprobienindex
Vorkehrungen zur Minderung potenzieller Auswirkungen
Optimierung der Fließverhältnisse (z. B. durch Sohlstrukturierung, Reduzierung von Rückstau)
Verbesserung der Habitatqualität – Sohle/Ufer (z. B. durch Profilaufweitung)
Reduzierung hydraulischer Belastungen (z. B. durch Optimierung des Hochwasserabflusses, An-
lage/Entwicklung naturnaher Profile mit typischen Wasserspiegellagenschwankungen)
Herstellung/Verbesserung der linearen Durchgängigkeit (z. B. durch Anlage von Fischpässen, Um-
gehungsgerinnen)
Herstellung/Verbesserung der lateralen Durchgängigkeit (z. B. durch Anlage von Sekundärauen)
Herstellung/Verbesserung der vertikalen Durchgängigkeit (z. B. durch Verbesserung von Geschie-
betransport und -dynamik)
Reduzierung von Feinsedimenteinträgen (z. B. durch Anpassung der Flächenbewirtschaftung, An-
lage von Gewässerrandstreifen)
Reduzierung von Nährstoffeinträgen (z. B. durch Optimierung von Kläranlagen, Anpassung der
Flächenbewirtschaftung, Anlage von Gewässerrandstreifen)
Reduzierung von Schadstoffeinträgen (z. B. durch Aufbereitung von Abwasser)
Verbesserung der Wassertemperatur (z. B. durch Anlage/Entwicklung von Ufergehölzen, Reduzie-
rung von Tiefenwasserabschlägen)
Ökologisch optimierte Gewässerunterhaltung (z. B. durch wechselseitige Mahd)

Steckbriefe der Prognose-Fallgruppen
„Querbauwerk (Ausbau, Neubau, Betrieb) - Durchlass/Brücke, Verrohrung“
60
weiterführende Hinweise
Sächsische Daten
Geodatendownload LfULG zur WRRL: z. B. Geometrien und Stammdaten der Wasserkörper:
https://www.wasser.sachsen.de/geodatendownload-12834.html
Lage der Messstellen:
https://www.wasser.sachsen.de/messstellen-oberflaechenwasser-beschaf-
fenheit-11496.html
Chemische Gewässergütedaten zu den sächsischen Messstellen:
https://www.wasser.sach-
sen.de/gewaesserguetedaten-9343.html
Fische:
https://www.landwirtschaft.sachsen.de/umsetzung-der-eu-wrrl-13820.html
Sächsische Beiträge zu den Bewirtschaftungsplänen Elbe und Oder (2015) (aktuell gültige Ergeb-
nisse inklusive der zugrundeliegenden Methodik): https://publikationen.sachsen.de/bdb/artikel/
25830
Biologische Bewertungsverfahren und weiterführende Informationen
Rahmenkonzeption Monitoring, Arbeitspapier III (RaKon III):
http://www.wasserblick.net/servlet/
is/142684/
Phytoplankton:
http://www.gewaesser-bewertung.de/
Makrophyten und Phytobenthos:
http://www.gewaesser-bewertung.de/
Benthische wirbellose Fauna (Makrozoobenthos):
http://www.gewaesser-bewertung.de/
Fische: https://lazbw.landwirtschaft-bw.de/pb/,Lde/Startseite/Themen/Wasserrahmenrichtlinie,
https://www.gewaesser-bewertung.de/
Chemisch-physikalische Orientierungswerte (zur Interpretation biologischer Ergebnisse) - „Rakon
II“ (Rahmenkonzeption Monitoring, Arbeitspapier II):
http://www.wasserblick.net/servlet/is/142684/
Beschreibung der Gewässertypen (Steckbriefe der Fließgewässertypen). Die Zuweisung der säch-
sischen Wasserkörper zu den Fließgewässertypen entnehmen Sie bitte den Stammdaten zu den
Wasserkörpern:
http://www.wasserblick.net/servlet/is/18727/
Gewässerstruktur (Morphologie):
https://www.wasser.sachsen.de/strukturkartierung-12669.html

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Steckbriefe der Prognose-Fallgruppen
„Einleitung (mit vorrangig stofflichen Wirkungen) - Kommunale Kläranlage“
61
Einleitung
Kommunale Kläranlage*
Flüsse
Kurzbeschreibung
Skizze
Vorhaben mit der Zufuhr von Wasser aus einer kommunalen
Kläranlage in einer gegenüber dem Vorfluter vorrangig phy-
sikalisch-chemisch bzw. chemisch abweichenden Beschaf-
fenheit (insbesondere Nährstoffe). Nachgeordnet können
thermische und hydraulisch-hydrologische Wirkungen auftre-
ten.
Die Einleitung erfolgt i. d. R. kontinuierlich in nahezu gleich-
bleibender Wassermenge; in Stoßzeiten und bei Nieder-
schlägen kann die Wassermenge kurzfristig mehr oder weni-
ger deutlich ansteigen.
Die Einleitung erzeugt ausschließlich betriebsbedingte Wir-
kungen. Maßnahmen mit anlage- und baubedingten Wirkun-
gen im Zusammenhang mit der Einleitung sind über eigene
Fallgruppen beschrieben.
Die Einleitung erfolgt punktuell und erzeugt stoffliche Verän-
derungen der Wasserbeschaffenheit im Vorfluter, die sich
vorrangig in Fließrichtung ausbreiten.
Das Ausmaß und die Ausdehnung der Veränderungen wer-
den maßgeblich durch die eingeleitete Wassermenge
und -qualität im Verhältnis zu den Verhältnissen im Vorfluter
bestimmt. Die Abflussverhältnisse im Vorfluter sowie die Ein-
leitmengen sind i. d. R. zeitlich (sehr) variabel. Mit abnehmen-
der Gewässergröße kann die Einleitung zunehmend auch auf
den Abfluss, im Einzelfall auch das Fließverhalten im Vorflu-
ter wirken.
Wirkungen auf die Gewässer- und Auenmorphologie sowie
die Durchgängigkeit sind i. d. R. unwahrscheinlich.
Legende
Potenziell relevante Wirkfaktoren
Abfluss und Fließverhältnisse
Durchgängigkeit
Gewässerstruktur
1
Wasserbeschaffenheit
2
i. d. R. relevant
im Einzelfall relevant
i. d. R. nicht relevant
* basierend auf der entsprechenden Fallgruppe gemäß LAWA Handlungsempfehlung
Fußnoten
1 potenzielle Wirkungen auf die lineare Durchgängigkeit werden als mittelbare abiotische Wirkungen berücksichtigt
2 bezieht sich auf den Eisengehalt als Parameter des Sauerstoffhaushalts; Veränderungen von Sauerstoffgehalt bzw. -sätti-
gung als Folgewirkung anderer Wirkfaktoren werden als mittelbare abiotische Wirkungen berücksichtigt

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Steckbriefe der Prognose-Fallgruppen
„Einleitung (mit vorrangig stofflichen Wirkungen) - Kommunale Kläranlage“
62
Regelmäßig zugehörige Vorhaben mit wasserrechtlicher Relevanz
Gewässerbenutzungen i. S. v. § 9 (1) Nr. 4 WHG sowie nach § 57 (1) WHG mit Einleitung von insb.
stofflich verändertem Wasser aus einer kommunalen Kläranlage; z. B. AbwV (2004), Anhang 1:
häusliches und kommunales Abwasser
Berücksichtigt keine Einleitungen aufgrund (vorrangig) industrieller oder bergbaulicher Aktivitäten
berücksichtigt nicht den Bau der mit der Einleitung verbundenen technischen Anlagen (z. B. Einlei-
tungsbauwerk, Abwasseranlage), s. Fallgruppen „Technischer Ausbau/Verbau des Gewässers“ und
„bauliche Anlage(n) in der Aue“
Potenziell abiotische Wirkungen
Wirkungsmatrix
Erläuterungen
X Potenzieller Zusammenhang zwischen i. d. R. potenziell relevantem Wirkfaktor der Fallgruppe und abiotischer Wirkung
X Potenzieller Zusammenhang zwischen im Einzelfall potenziell relevantem Wirkfaktor der Fallgruppe und abiotischer Wirkung
X
Potenzieller Zusammenhang zwischen Wirkfaktor und abiotischer Wirkung (für die Fallgruppe nicht relevant)
-
kein potenzieller Zusammenhang zwischen Wirkfaktor und abiotischer Wirkung
Fußnoten
1 Als Parameter des Sauerstoffhaushaltes kann der Eisengehalt durch Ausfällung von Eisenhydroxid zu Verockerung und Kol-
mation führen und somit potenziell auf die Sohlstruktur und Substratbeschaffenheit bzw. -dynamik wirken. Zudem kann
dadurch der Schwebstoffanteil erhöht werden
2
Abfluss relevante Kenngröße in Bezug auf gelöste Stoffe
3
Fließverhalten relevante Kenngröße in Bezug auf partikulär gebundene Stoffe
4
Wirkungen auf die Parameter-Gruppe können ggf. auch eine Barrierewirkung für BQK (insb. Fische, ggf. auch MZB) entfalten
5
berücksichtigt auch potenzielle abiotische Wirkungen der Wasserbeschaffenheit auf das Interstitial

Steckbriefe der Prognose-Fallgruppen
„Einleitung (mit vorrangig stofflichen Wirkungen) - Kommunale Kläranlage“
63
Methoden zur Quantifizierung potenzieller Wirkungen – Hydromorphologie
BfN (in Vorb.): Anleitung zur Erfassung und Bewertung des Zustands von Flussauen
Foerster et al. (2017): Entwicklung eines Habitatindex zur Beurteilung biozönotisch relevanter Gewässerstrukturen
LAWA (2017): Klassifizierung des Wasserhaushalts von Einzugsgebieten und Wasserkörpern
Quick et al. (2017): Das hydromorphologische Erfassungs- und Bewertungsverfahren Valmorph 2 für schiffbare Oberflä-
chengewässer
LAWA (2019a): LAWA-Verfahrensempfehlung zur Gewässerstrukturkartierung – Verfahren für kleine bis mittelgroße Ge-
wässer
LAWA (2019b): LAWA-Verfahrensempfehlung zur Gewässerstrukturkartierung – Verfahren für mittelgroße bis große Ge-
wässer
Methoden zur Quantifizierung potenzieller Wirkungen – Wasserbeschaffenheit
Abflussgewichtete Mischungsrechnung
Im Einzelfall Modellierung (z. B. mit DWA-Gütemodell)
Potenziell relevante Beurteilungswerte zur qualitativen Bewertung
UBA (2014): Hydromorphologische Steckbriefe der deutschen Fließgewässertypen
AbwV – Verordnung über Anforderungen an das Einleiten von Abwasser in Gewässer
Amelung (1982): Auswirkungen gelöster Eisenverbindungen auf die Ei- und Larvalentwicklung von
Salmo gairdneri
BWK (2007): Ableitung von immissionsorientierten Anforderungen an Misch- und Niederschlagswassereinleitungen unter
Berücksichtigung örtlicher Verhältnisse (BWK-Merkblatt 3)
BWK (2008): Detaillierte Nachweisführung immissionsorientierter Anforderungen an Misch- und Niederschlagswassereinlei-
tungen (BWK-Merkblatt 7)
CCME (2011): Canadian Water Quality Guidelines: Chloride Ion
SächsFischgewV – Verordnung des Sächsischen Staatsministeriums für Umwelt und Landesentwicklung zur Umsetzung
der Richtlinie 78/659/EWG über die Qualität von Süßwasser, das schutz- oder verbesserungsbedürftig ist, um das Leben
von Fischen zu erhalten
Freie und Hansestadt Hamburg (2001): Stickstoff in Oberflächengewässern Nitrat, Nitrit, Ammonium, Ammoniak
Halle & Müller (2014): Korrelationen zwischen biologischen Qualitätskomponenten und allgemeinen chemischen und physi-
kalisch-chemischen Parametern in Fließgewässern
Halle & Müller (2015a): Typspezifische Ableitung von Orientierungswerten für den Parameter Sulfat
Halle & Müller (2015b): Fließgewässertypspezifische Ableitung von Orientierungswerten und taxaspezifischen Präferenz-
spektren des Makrozoobenthos für den Parameter Eisen
Halle & Müller (2017): Ergänzende Arbeiten zur Korrelation zwischen biologischen Qualitätskomponenten und allgemeinen
physikalisch-chemischen Parametern in Fließgewässern
Halle et al. (2017) Schwellenwerte und Bioindikatoren zur gewässerökologischen Beurteilung des Salzgehalts von Fließge-
wässern gemäß EG-WRRL
Haybach & König (2010): Ableitung ökologisch begründeter Schwellenwerte des Chloridgehaltes und Abschätzung des Ein-
flusses der Gewässerstruktur auf das Makrozoobenthos in NRW
Lammersen (1997): Die Auswirkungen der Stadtentwässerung auf den Stoffhaushalt von Fließgewässern
LAWA (1997): Zielvorgaben zum Schutz oberirdischer Binnengewässer
LAWA (2015): RaKon Teil B - Arbeitspapier II
LfULG (2012): Qualitative und quantitative Beeinflussungen von Fließgewässerorganismen durch Eisen
OGewV - Verordnung zum Schutz der Oberflächengewässer
Otto & Zahn (2008): Literaturrecherche Temperatur- und Sauerstoff-Toleranz ausgewählter Wanderfischarten der Elbe
Schiemer et al. (2003): The early life history stages of riverine fish: ecophysiological and environmental bottlenecks
Schubert (2010): Einfluss standorttypischer abiotischer Faktoren auf die Brut ausgewählter rheophiler Fischarten
Sundermann (2017): Taxaspezifische Schwellenwerte für benthische Invertebraten in Fließgewässern
Wolfram et al. (2014): Chlorid-Studie. Auswirkungen von Chlorid auf die aquatische Flora und Fauna, mit besonderer Be-
rücksichtigung der Biologischen Qualitätselemente im Sinne der EG-WRRL

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Steckbriefe der Prognose-Fallgruppen
„Einleitung (mit vorrangig stofflichen Wirkungen) - Kommunale Kläranlage“
64
Potenziell biotische Auswirkungen
Sensitivität der biologischen Qualitätskomponenten
Fußnoten
1 nicht relevant, da Arten der Auengewässer nicht bewertungsrelevant sind

image
Steckbriefe der Prognose-Fallgruppen
„Einleitung (mit vorrangig stofflichen Wirkungen) - Kommunale Kläranlage“
65
Potenziell betroffene Bewertungsmodule
Erläuterungen
X direkter Zusammenhang zwischen potenziell abiotischer Wirkung und Modul des BQK-Bewertungsverfahrens
- kein direkter Zusammenhang zwischen potenziell abiotischer Wirkung und Modul des BQK-Bewertungsverfahrens
Fußnoten
1 Die Module im fiBS (Qualitätsmerkmale) reagieren insgesamt relativ unspezifisch auf verschiedene Belastungen, sodass
überwiegend Zusammenhänge zu mehreren Module abgebildet sind
2 Der Sauerstoffgehalt kann sich auch als Folge von veränderten Nährstoffverhältnissen (Sekundärsaprobie) auf die Bewer-
tung des Saprobienindex
Vorkehrungen zur Minderung potenzieller Auswirkungen
Optimierung der Abflussverhältnisse (z. B. durch Mindestwasserführung)
Optimierung der Fließverhältnisse (z. B. durch Laufverlängerung, Reduzierung von Rückstau)
Verbesserung der Habitatqualität – Sohle/Ufer (z. B. durch Einbau von Totholz, Profilaufweitung)
Verbesserung der Habitatqualität – Umfeld (z. B. durch Anbindung von Auengewässern, Auswei-
sung von Gewässerentwicklungsflächen)
Reduzierung hydraulischer Belastungen (z. B. durch Anlage/Optimierung von Rückhaltebecken,
Anlage/Entwicklung naturnaher Profile zur Erhöhung der Ausuferungshäufigkeit)
Herstellung/Verbesserung der lateralen Durchgängigkeit (z. B. durch Anlage von Sekundärauen)
Reduzierung von Feinsedimenteinträgen (z. B. durch Anpassung der Flächenbewirtschaftung, An-
lage von Gewässerrandstreifen)
Reduzierung von Nährstoffeinträgen (z. B. durch Optimierung von Kläranlagen)
Reduzierung von Schadstoffeinträgen (z. B. durch Aufbereitung von Abwasser)
Verbesserung der Wassertemperatur (z. B. durch Anlage/Entwicklung von Ufergehölzen, Reduzie-
rung von Tiefenwasserabschlägen)
Ökologisch optimierte Gewässerunterhaltung (z. B. durch wechselseitige Mahd, Belassen von Tot-
holz)

Steckbriefe der Prognose-Fallgruppen
„Einleitung (mit vorrangig stofflichen Wirkungen) - Kommunale Kläranlage“
66
weiterführende Hinweise
Sächsische Daten
Geodatendownload LfULG zur WRRL: z. B. Geometrien und Stammdaten der Wasserkörper:
https://www.wasser.sachsen.de/geodatendownload-12834.html
Lage der Messstellen:
https://www.wasser.sachsen.de/messstellen-oberflaechenwasser-beschaf-
fenheit-11496.html
Chemische Gewässergütedaten zu den sächsischen Messstellen:
https://www.wasser.sach-
sen.de/gewaesserguetedaten-9343.html
Fische:
https://www.landwirtschaft.sachsen.de/umsetzung-der-eu-wrrl-13820.html
Sächsische Beiträge zu den Bewirtschaftungsplänen Elbe und Oder (2015) (aktuell gültige Ergeb-
nisse inklusive der zugrundeliegenden Methodik): https://publikationen.sachsen.de/bdb/artikel/
25830
Biologische Bewertungsverfahren und weiterführende Informationen
Rahmenkonzeption Monitoring, Arbeitspapier III (RaKon III):
http://www.wasserblick.net/servlet/
is/142684/
Phytoplankton:
http://www.gewaesser-bewertung.de/
Makrophyten und Phytobenthos:
http://www.gewaesser-bewertung.de/
Benthische wirbellose Fauna (Makrozoobenthos):
http://www.gewaesser-bewertung.de/
Fische: https://lazbw.landwirtschaft-bw.de/pb/,Lde/Startseite/Themen/Wasserrahmenrichtlinie,
https://www.gewaesser-bewertung.de/
Chemisch-physikalische Orientierungswerte (zur Interpretation biologischer Ergebnisse) - „Rakon
II“ (Rahmenkonzeption Monitoring, Arbeitspapier II):
http://www.wasserblick.net/servlet/is/142684/
Beschreibung der Gewässertypen (Steckbriefe der Fließgewässertypen). Die Zuweisung der säch-
sischen Wasserkörper zu den Fließgewässertypen entnehmen Sie bitte den Stammdaten zu den
Wasserkörpern:
http://www.wasserblick.net/servlet/is/18727/
Gewässerstruktur (Morphologie):
https://www.wasser.sachsen.de/strukturkartierung-12669.html

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Steckbriefe der Prognose-Fallgruppen
„Einleitung (mit vorrangig stofflichen Wirkungen) - Industrielle Einleitung“
67
Einleitung
Industrielle Einleitung*
Flüsse
Kurzbeschreibung
Skizze
Vorhaben mit der Zufuhr von Wasser aus einem Industriebe-
trieb in einer gegenüber dem Vorfluter vorrangig physika-
lisch-chemisch bzw. chemisch abweichenden Beschaffenheit
(insbesondere Schadstoffe). Nachgeordnet können thermi-
sche und hydraulisch-hydrologische Wirkungen auftreten.
Die Einleitung erfolgt i. d. R. kontinuierlich in nahezu gleich-
bleibender Wassermenge; in Stoßzeiten kann die Wasser-
menge kurzfristig mehr oder weniger deutlich ansteigen.
Die Einleitung erzeugt ausschließlich betriebsbedingte Wir-
kungen. Maßnahmen mit anlage- und baubedingten Wirkun-
gen im Zusammenhang mit der Einleitung sind über eigene
Fallgruppen beschrieben.
Die Einleitung erfolgt punktuell und erzeugt stoffliche Verän-
derungen der Wasserbeschaffenheit im Vorfluter, die sich
vorrangig in Fließrichtung ausbreiten.
Das Ausmaß und die Ausdehnung der Veränderungen wer-
den maßgeblich durch die eingeleitete Wassermenge
und -qualität im Verhältnis zu den Verhältnissen im Vorfluter
bestimmt. Die Abflussverhältnisse im Vorfluter sowie die Ein-
leitmengen sind ggf. zeitlich (sehr) variabel. Mit abnehmen-
der Gewässergröße kann die Einleitung zunehmend auch auf
den Abfluss, im Einzelfall auch das Fließverhalten im Vorflu-
ter wirken.
Wirkungen auf die Gewässer- und Auenmorphologie sowie
die Durchgängigkeit sind i. d. R. unwahrscheinlich.
Legende
Potenziell relevante Wirkfaktoren
Abfluss und Fließverhältnisse
Durchgängigkeit
Gewässerstruktur
1
Wasserbeschaffenheit
2
i. d. R. relevant
im Einzelfall relevant
i. d. R. nicht relevant
* basierend auf der entsprechenden Fallgruppe gemäß LAWA Handlungsempfehlung
Fußnoten
1 potenzielle Wirkungen auf die lineare Durchgängigkeit werden als mittelbare abiotische Wirkungen berücksichtigt
2 bezieht sich auf den Eisengehalt als Parameter des Sauerstoffhaushalts; Veränderungen von Sauerstoffgehalt bzw. -sätti-
gung als Folgewirkung anderer Wirkfaktoren werden als mittelbare abiotische Wirkungen berücksichtigt

image
Steckbriefe der Prognose-Fallgruppen
„Einleitung (mit vorrangig stofflichen Wirkungen) - Industrielle Einleitung“
68
Regelmäßig zugehörige Vorhaben mit wasserrechtlicher Relevanz
Gewässerbenutzungen i. S. v. § 9 (1) Nr. 4 WHG sowie nach § 57 (1) WHG mit Einleitung von
insb. stofflich verändertem Wasser aus industrieller Aktivität einschließlich der Prozesse der berg-
baulichen Aufbereitung i. S. v. § 4 (3) Nr. 2. BBergG; z. B. AbwV (2004), Anhang 2-57, u. a. Le-
bensmittelherstellung, Metallverarbeitung, Papier- und Textilherstellung u. w.
berücksichtigt keine Einleitungen aus kommunalen Kläranlagen oder bergbaulicher Aktivität
berücksichtigt keine Brauchwasserentnahme i. S. der Fallgruppen „Ausleitung/Entnahme“
berücksichtigt nicht den Bau der mit der Einleitung verbundenen technischen Anlagen (z. B. Einlei-
tungsbauwerk, Abwasseranlage), s. Fallgruppen „Technischer Ausbau/Verbau des Gewässers“
und „bauliche Anlage(n) in der Aue“
Potenziell abiotische Wirkungen
Wirkungsmatrix
Erläuterungen
X Potenzieller Zusammenhang zwischen i. d. R. potenziell relevantem Wirkfaktor der Fallgruppe und abiotischer Wirkung
X Potenzieller Zusammenhang zwischen im Einzelfall potenziell relevantem Wirkfaktor der Fallgruppe und abiotischer Wirkung
X
Potenzieller Zusammenhang zwischen Wirkfaktor und abiotischer Wirkung (für die Fallgruppe nicht relevant)
-
kein potenzieller Zusammenhang zwischen Wirkfaktor und abiotischer Wirkung
Fußnoten
1 Als Parameter des Sauerstoffhaushaltes kann der Eisengehalt durch Ausfällung von Eisenhydroxid zu Verockerung und Kol-
mation führen und somit potenziell auf die Sohlstruktur und Substratbeschaffenheit bzw. -dynamik wirken. Zudem kann
dadurch der Schwebstoffanteil erhöht werden
2
Abfluss relevante Kenngröße in Bezug auf gelöste Stoffe
3
Fließverhalten relevante Kenngröße in Bezug auf partikulär gebundene Stoffe
4
Wirkungen auf die Parameter-Gruppe können ggf. auch eine Barrierewirkung für BQK (insb. Fische, ggf. auch MZB) entfalten
5
berücksichtigt auch potenzielle abiotische Wirkungen der Wasserbeschaffenheit auf das Interstitial

Steckbriefe der Prognose-Fallgruppen
„Einleitung (mit vorrangig stofflichen Wirkungen) - Industrielle Einleitung“
69
Methoden zur Quantifizierung potenzieller Wirkungen – Hydromorphologie
BfN (in Vorb.): Anleitung zur Erfassung und Bewertung des Zustands von Flussauen
Foerster et al. (2017): Entwicklung eines Habitatindex zur Beurteilung biozönotisch relevanter Gewässerstrukturen
LAWA (2017): Klassifizierung des Wasserhaushalts von Einzugsgebieten und Wasserkörpern
Quick et al. (2017): Das hydromorphologische Erfassungs- und Bewertungsverfahren Valmorph 2 für schiffbare Oberflä-
chengewässer
LAWA (2019a): LAWA-Verfahrensempfehlung zur Gewässerstrukturkartierung – Verfahren für kleine bis mittelgroße Ge-
wässer
LAWA (2019b): LAWA-Verfahrensempfehlung zur Gewässerstrukturkartierung – Verfahren für mittelgroße bis große Ge-
wässer
Methoden zur Quantifizierung potenzieller Wirkungen – Wasserbeschaffenheit
Abflussgewichtete Mischungsrechnung
Im Einzelfall Modellierung (z. B. mit DWA-Gütemodell)
Potenziell relevante Beurteilungswerte zur qualitativen Bewertung
UBA (2014): Hydromorphologische Steckbriefe der deutschen Fließgewässertypen
AbwV – Verordnung über Anforderungen an das Einleiten von Abwasser in Gewässer
Amelung (1982): Auswirkungen gelöster Eisenverbindungen auf die Ei- und Larvalentwicklung von
Salmo gairdneri
BWK (2007): Ableitung von immissionsorientierten Anforderungen an Misch- und Niederschlagswassereinleitungen unter
Berücksichtigung örtlicher Verhältnisse (BWK-Merkblatt 3)
BWK (2008): Detaillierte Nachweisführung immissionsorientierter Anforderungen an Misch- und Niederschlagswassereinlei-
tungen (BWK-Merkblatt 7)
CCME (2011): Canadian Water Quality Guidelines: Chloride Ion
SächsFischgewV – Verordnung des Sächsischen Staatsministeriums für Umwelt und Landesentwicklung zur Umsetzung
der Richtlinie 78/659/EWG über die Qualität von Süßwasser, das schutz- oder verbesserungsbedürftig ist, um das Leben
von Fischen zu erhalten
FREIE UND HANSESTADT HAMBURG (2001): Stickstoff in Oberflächengewässern Nitrat, Nitrit, Ammonium, Ammoniak
Halle & Müller (2014): Korrelationen zwischen biologischen Qualitätskomponenten und allgemeinen chemischen und physi-
kalisch-chemischen Parametern in Fließgewässern
Halle & Müller (2015a): Typspezifische Ableitung von Orientierungswerten für den Parameter Sulfat
Halle & Müller (2015b): Fließgewässertypspezifische Ableitung von Orientierungswerten und taxaspezifischen Präferenz-
spektren des Makrozoobenthos für den Parameter Eisen
Halle & Müller (2017): Ergänzende Arbeiten zur Korrelation zwischen biologischen Qualitätskomponenten und allgemeinen
physikalisch-chemischen Parametern in Fließgewässern
Halle et al. (2017) Schwellenwerte und Bioindikatoren zur gewässerökologischen Beurteilung des Salzgehalts von Fließge-
wässern gemäß EG-WRRL
Haybach & König (2010): Ableitung ökologisch begründeter Schwellenwerte des Chloridgehaltes und Abschätzung des Ein-
flusses der Gewässerstruktur auf das Makrozoobenthos in NRW
Lammersen (1997): Die Auswirkungen der Stadtentwässerung auf den Stoffhaushalt von Fließgewässern
LAWA (1997): Zielvorgaben zum Schutz oberirdischer Binnengewässer
LAWA (2015): RaKon Teil B - Arbeitspapier II
LfULG (2012): Qualitative und quantitative Beeinflussungen von Fließgewässerorganismen durch Eisen
OGewV - Verordnung zum Schutz der Oberflächengewässer
Otto & Zahn (2008): Literaturrecherche Temperatur- und Sauerstoff-Toleranz ausgewählter Wanderfischarten der Elbe
Schiemer et al. (2003): The early life history stages of riverine fish: ecophysiological and environmental bottlenecks
Schubert (2010): Einfluss standorttypischer abiotischer Faktoren auf die Brut ausgewählter rheophiler Fischarten
Sundermann (2017): Taxaspezifische Schwellenwerte für benthische Invertebraten in Fließgewässern
Wolfram et al. (2014): Chlorid-Studie. Auswirkungen von Chlorid auf die aquatische Flora und Fauna, mit besonderer Be-
rücksichtigung der Biologischen Qualitätselemente im Sinne der EG-WRRL

image
Steckbriefe der Prognose-Fallgruppen
„Einleitung (mit vorrangig stofflichen Wirkungen) - Industrielle Einleitung“
70
Potenziell biotische Auswirkungen
Sensitivität der biologischen Qualitätskomponenten
Fußnoten
1 nicht relevant, da Arten der Auengewässer nicht bewertungsrelevant sind

image
Steckbriefe der Prognose-Fallgruppen
„Einleitung (mit vorrangig stofflichen Wirkungen) - Industrielle Einleitung“
71
Potenziell betroffene Bewertungsmodule
Erläuterungen
X direkter Zusammenhang zwischen potenziell abiotischer Wirkung und Modul des BQK-Bewertungsverfahrens
- kein direkter Zusammenhang zwischen potenziell abiotischer Wirkung und Modul des BQK-Bewertungsverfahrens
Fußnoten
1 Die Module im fiBS (Qualitätsmerkmale) reagieren insgesamt relativ unspezifisch auf verschiedene Belastungen, sodass
überwiegend Zusammenhänge zu mehreren Module abgebildet sind
2 Der Sauerstoffgehalt kann sich auch als Folge von veränderten Nährstoffverhältnissen (Sekundärsaprobie) auf die Bewer-
tung des Saprobienindex
Vorkehrungen zur Minderung potenzieller Auswirkungen
Optimierung der Abflussverhältnisse (z. B. durch Mindestwasserführung)
Optimierung der Fließverhältnisse (z. B. durch Laufverlängerung, Reduzierung von Rückstau)
Verbesserung der Habitatqualität – Sohle/Ufer (z. B. durch Einbau von Totholz, Profilaufweitung)
Verbesserung der Habitatqualität – Umfeld (z. B. durch Anbindung von Auengewässern, Auswei-
sung von Gewässerentwicklungsflächen)
Reduzierung hydraulischer Belastungen (z. B. durch Anlage/Optimierung von Rückhaltebecken,
Anlage/Entwicklung naturnaher Profile zur Erhöhung der Ausuferungshäufigkeit)
Herstellung/Verbesserung der lateralen Durchgängigkeit (z. B. durch Anlage von Sekundärauen)
Herstellung/Verbesserung der vertikalen Durchgängigkeit (z. B. durch Verbesserung von Geschie-
betransport und -dynamik, Entwicklung naturnaher Grundwasserstände)
Reduzierung von Feinsedimenteinträgen (z. B. durch Anpassung der Flächenbewirtschaftung)
Reduzierung von Nährstoffeinträgen (z. B. durch Optimierung von Kläranlagen)
Reduzierung von Schadstoffeinträgen (z. B. durch Aufbereitung von Abwasser)
Verbesserung der Wassertemperatur (z. B. durch Anlage/Entwicklung von Ufergehölzen, Reduzie-
rung von Tiefenwasserabschlägen)
Ökologisch optimierte Gewässerunterhaltung (z. B. durch wechselseitige Mahd, Belassen von Tot-
holz)

Steckbriefe der Prognose-Fallgruppen
„Einleitung (mit vorrangig stofflichen Wirkungen) - Industrielle Einleitung“
72
weiterführende Hinweise
Sächsische Daten
Geodatendownload LfULG zur WRRL: z. B. Geometrien und Stammdaten der Wasserkörper:
https://www.wasser.sachsen.de/geodatendownload-12834.html
Lage der Messstellen:
https://www.wasser.sachsen.de/messstellen-oberflaechenwasser-beschaf-
fenheit-11496.html
Chemische Gewässergütedaten zu den sächsischen Messstellen:
https://www.wasser.sach-
sen.de/gewaesserguetedaten-9343.html
Fische:
https://www.landwirtschaft.sachsen.de/umsetzung-der-eu-wrrl-13820.html
Sächsische Beiträge zu den Bewirtschaftungsplänen Elbe und Oder (2015) (aktuell gültige Ergeb-
nisse inklusive der zugrundeliegenden Methodik): https://publikationen.sachsen.de/bdb/artikel/
25830
Biologische Bewertungsverfahren und weiterführende Informationen
Rahmenkonzeption Monitoring, Arbeitspapier III (RaKon III):
http://www.wasserblick.net/servlet/
is/142684/
Phytoplankton:
http://www.gewaesser-bewertung.de/
Makrophyten und Phytobenthos:
http://www.gewaesser-bewertung.de/
Benthische wirbellose Fauna (Makrozoobenthos):
http://www.gewaesser-bewertung.de/
Fische: https://lazbw.landwirtschaft-bw.de/pb/,Lde/Startseite/Themen/Wasserrahmenrichtlinie,
https://www.gewaesser-bewertung.de/
Chemisch-physikalische Orientierungswerte (zur Interpretation biologischer Ergebnisse) - „Rakon
II“ (Rahmenkonzeption Monitoring, Arbeitspapier II):
http://www.wasserblick.net/servlet/is/142684/
Beschreibung der Gewässertypen (Steckbriefe der Fließgewässertypen). Die Zuweisung der säch-
sischen Wasserkörper zu den Fließgewässertypen entnehmen Sie bitte den Stammdaten zu den
Wasserkörpern:
http://www.wasserblick.net/servlet/is/18727/
Gewässerstruktur (Morphologie):
https://www.wasser.sachsen.de/strukturkartierung-12669.html

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Steckbriefe der Prognose-Fallgruppen
„Einleitung (mit vorrangig stofflichen Wirkungen) - Einleitung aus bergbaulicher Aktivität“
73
Einleitung
Einleitung aus bergbaulicher Aktivität*
Flüsse
Kurzbeschreibung
Skizze
Vorhaben mit der Zufuhr von Wasser aus bergbaulicher Akti-
vität (Wasserhaltungsmaßnahmen) in einer gegenüber dem
Vorfluter vorrangig physikalisch-chemisch bzw. chemisch ab-
weichenden Beschaffenheit (insbesondere Salz-/Schadstoff-
gehalt). Nachgeordnet können thermische und hydraulisch-
hydrologische Wirkungen auftreten.
Die Einleitung erfolgt i. d. R. kontinuierlich in nahezu gleich-
bleibender Wassermenge; bei Niederschlägen kann die Was-
sermenge kurzfristig mehr oder weniger deutlich ansteigen.
Die Einleitung erzeugt ausschließlich betriebsbedingte Wir-
kungen. Maßnahmen mit anlage- und baubedingten Wirkun-
gen im Zusammenhang mit der Einleitung sind über eigene
Fallgruppen beschrieben.
Die Einleitung erfolgt punktuell und erzeugt stoffliche Verän-
derungen der Wasserbeschaffenheit im Vorfluter, die sich
vorrangig in Fließrichtung ausbreiten.
Das Ausmaß und die Ausdehnung der Veränderungen wer-
den maßgeblich durch die eingeleitete Wassermenge
und -qualität im Verhältnis zu den Verhältnissen im Vorfluter
bestimmt. Die Abflussverhältnisse im Vorfluter sind i. d. R.
zeitlich variabel. Mit abnehmender Gewässergröße kann die
Einleitung zunehmend auch auf den Abfluss, im Einzelfall
auch das Fließverhalten im Vorfluter wirken.
Wirkungen auf die Gewässer- und Auenmorphologie sowie
die Durchgängigkeit sind i. d. R. unwahrscheinlich.
Legende
Potenziell relevante Wirkfaktoren
Abfluss und Fließverhältnisse
Durchgängigkeit
Gewässerstruktur
1
Wasserbeschaffenheit
2
i. d. R. relevant
im Einzelfall relevant
i. d. R. nicht relevant
* basierend auf der entsprechenden Fallgruppe gemäß LAWA Handlungsempfehlung
Fußnoten
1 potenzielle Wirkungen auf die lineare Durchgängigkeit werden als mittelbare abiotische Wirkungen berücksichtigt
2 bezieht sich auf den Eisengehalt als Parameter des Sauerstoffhaushalts; Veränderungen von Sauerstoffgehalt bzw. -sätti-
gung als Folgewirkung anderer Wirkfaktoren werden als mittelbare abiotische Wirkungen berücksichtigt

image
Steckbriefe der Prognose-Fallgruppen
„Einleitung (mit vorrangig stofflichen Wirkungen) - Einleitung aus bergbaulicher Aktivität“
74
Regelmäßig zugehörige Vorhaben mit wasserrechtlicher Relevanz
Gewässerbenutzungen i. S. v. § 9 (1) Nr. 4 WHG sowie nach § 57 (1) WHG mit Einleitung von
insb. stofflich verändertem Wasser aus bergbaulicher Aktivität ausschließlich der Prozesse der
bergbaulichen Aufbereitung i. S. v. § 4 (3) Nr. 2. BBergG
berücksichtigt keine Einleitungen aus kommunalen Kläranlagen oder industrieller Aktivität
berücksichtigt keine Brauchwasserentnahme i. S. der Fallgruppen „Ausleitung/Entnahme“
berücksichtigt nicht den Bau der mit der Einleitung verbundenen technischen Anlagen (z. B. Einlei-
tungsbauwerk, Abwasseranlage), s. Fallgruppen „Technischer Ausbau/Verbau des Gewässers“
und „bauliche Anlage(n) in der Aue“
Potenziell abiotische Wirkungen
Wirkungsmatrix
Erläuterungen
X Potenzieller Zusammenhang zwischen i. d. R. potenziell relevantem Wirkfaktor der Fallgruppe und abiotischer Wirkung
X Potenzieller Zusammenhang zwischen im Einzelfall potenziell relevantem Wirkfaktor der Fallgruppe und abiotischer Wirkung
X
Potenzieller Zusammenhang zwischen Wirkfaktor und abiotischer Wirkung (für die Fallgruppe nicht relevant)
-
kein potenzieller Zusammenhang zwischen Wirkfaktor und abiotischer Wirkung
Fußnoten
1 Als Parameter des Sauerstoffhaushaltes kann der Eisengehalt durch Ausfällung von Eisenhydroxid zu Verockerung und Kol-
mation führen und somit potenziell auf die Sohlstruktur und Substratbeschaffenheit bzw. -dynamik wirken. Zudem kann
dadurch der Schwebstoffanteil erhöht werden
2
Abfluss relevante Kenngröße in Bezug auf gelöste Stoffe
3
Fließverhalten relevante Kenngröße in Bezug auf partikulär gebundene Stoffe
4
Wirkungen auf die Parameter-Gruppe können ggf. auch eine Barrierewirkung für BQK (insb. Fische, ggf. auch MZB) entfalten
5
berücksichtigt auch potenzielle abiotische Wirkungen der Wasserbeschaffenheit auf das Interstitial

Steckbriefe der Prognose-Fallgruppen
„Einleitung (mit vorrangig stofflichen Wirkungen) - Einleitung aus bergbaulicher Aktivität“
75
Methoden zur Quantifizierung potenzieller Wirkungen – Hydromorphologie
BfN (in Vorb.): Anleitung zur Erfassung und Bewertung des Zustands von Flussauen
Foerster et al. (2017): Entwicklung eines Habitatindex zur Beurteilung biozönotisch relevanter Gewässerstrukturen
LAWA (2017): Klassifizierung des Wasserhaushalts von Einzugsgebieten und Wasserkörpern
Quick et al. (2017): Das hydromorphologische Erfassungs- und Bewertungsverfahren Valmorph 2 für schiffbare Oberflä-
chengewässer
LAWA (2019a): LAWA-Verfahrensempfehlung zur Gewässerstrukturkartierung – Verfahren für kleine bis mittelgroße Ge-
wässer
LAWA (2019b): LAWA-Verfahrensempfehlung zur Gewässerstrukturkartierung – Verfahren für mittelgroße bis große Ge-
wässer
Methoden zur Quantifizierung potenzieller Wirkungen – Wasserbeschaffenheit
Abflussgewichtete Mischungsrechnung
Im Einzelfall Modellierung (z. B. mit DWA-Gütemodell)
Potenziell relevante Beurteilungswerte zur qualitativen Bewertung
UBA (2014): Hydromorphologische Steckbriefe der deutschen Fließgewässertypen
Amelung (1982): Auswirkungen gelöster Eisenverbindungen auf die Ei- und Larvalentwicklung von
Salmo gairdneri
BWK (2007): Ableitung von immissionsorientierten Anforderungen an Misch- und Niederschlagswassereinleitungen unter
Berücksichtigung örtlicher Verhältnisse (BWK-Merkblatt 3)
BWK (2008): Detaillierte Nachweisführung immissionsorientierter Anforderungen an Misch- und Niederschlagswassereinlei-
tungen (BWK-Merkblatt 7)
CCME (2011): Canadian Water Quality Guidelines: Chloride Ion
SächsFischgewV – Verordnung des Sächsischen Staatsministeriums für Umwelt und Landesentwicklung zur Umsetzung
der Richtlinie 78/659/EWG über die Qualität von Süßwasser, das schutz- oder verbesserungsbedürftig ist, um das Leben
von Fischen zu erhalten
FREIE UND HANSESTADT HAMBURG (2001): Stickstoff in Oberflächengewässern Nitrat, Nitrit, Ammonium, Ammoniak
Halle & Müller (2014): Korrelationen zwischen biologischen Qualitätskomponenten und allgemeinen chemischen und physi-
kalisch-chemischen Parametern in Fließgewässern
Halle & Müller (2015a): Typspezifische Ableitung von Orientierungswerten für den Parameter Sulfat
Halle & Müller (2015b): Fließgewässertypspezifische Ableitung von Orientierungswerten und taxaspezifischen Präferenz-
spektren des Makrozoobenthos für den Parameter Eisen
Halle & Müller (2017): Ergänzende Arbeiten zur Korrelation zwischen biologischen Qualitätskomponenten und allgemeinen
physikalisch-chemischen Parametern in Fließgewässern
Halle et al. (2017) Schwellenwerte und Bioindikatoren zur gewässerökologischen Beurteilung des Salzgehalts von Fließge-
wässern gemäß EG-WRRL
Haybach & König (2010): Ableitung ökologisch begründeter Schwellenwerte des Chloridgehaltes und Abschätzung des Ein-
flusses der Gewässerstruktur auf das Makrozoobenthos in NRW
Lammersen (1997): Die Auswirkungen der Stadtentwässerung auf den Stoffhaushalt von Fließgewässern
LAWA (1997): Zielvorgaben zum Schutz oberirdischer Binnengewässer
LAWA (2015): RaKon Teil B - Arbeitspapier II
LfULG (2012): Qualitative und quantitative Beeinflussungen von Fließgewässerorganismen durch Eisen
OGewV - Verordnung zum Schutz der Oberflächengewässer
Otto & Zahn (2008): Literaturrecherche Temperatur- und Sauerstoff-Toleranz ausgewählter Wanderfischarten der Elbe
Schiemer et al. (2003): The early life history stages of riverine fish: ecophysiological and environmental bottlenecks
Schubert (2010): Einfluss standorttypischer abiotischer Faktoren auf die Brut ausgewählter rheophiler Fischarten
Sundermann (2017): Taxaspezifische Schwellenwerte für benthische Invertebraten in Fließgewässern
Wolfram et al. (2014): Chlorid-Studie. Auswirkungen von Chlorid auf die aquatische Flora und Fauna, mit besonderer Be-
rücksichtigung der Biologischen Qualitätselemente im Sinne der EG-WRRL

image
image
image
image
Steckbriefe der Prognose-Fallgruppen
„Einleitung (mit vorrangig stofflichen Wirkungen) - Einleitung aus bergbaulicher Aktivität“
76
Potenziell biotische Auswirkungen
Sensitivität der biologischen Qualitätskomponenten
Fußnoten
1 nicht relevant, da Arten der Auengewässer nicht bewertungsrelevant sind
Fische
Makrozoobenthos
Makrophyten
Phytobenthos / Diatomeen
Phytoplankton
Abflussverhältnisse/
Abflussdynamik
direkt relevant (z.B.
Wanderverhalten), indirekt
relevant (z.B. Verringerung von
dynamischen Kiesbänken)
indirekt relevant (über
abflussbedingte Veränderungen
auf der Sohle/am Ufer)
direkt relevant
direkt relevant (z.B. Abflussspende
in großen Flüssen)
Fließverhältnisse/ Rückstau
direkt relevant (z.B.
Fließgeschwindigkeit: Verhältnis
rheophiler-/potamophiler Arten,
Rückgang klassischer
Rhithralarten bzw. Zunahme
Potamalarten), indirekt relevant
(z.B. Temperatur, Zunahme
wärmeliebender Stillgewässerarten
bei Rückstau)
direkt relevant (z.B.
Fließgeschwindigkeit: Verhältnis
rheophiler-/potamophiler Arten,
Rückgang klassischer
Rhithralarten bzw. Zunahme
Potamalarten), indirekt relevant
(z.B. Temperatur, Zunahme
wärmeliebender Stillgewässerarten
bei Rückstau)
direkt relevant (z.B.
Fließgeschwindigkeit: Verhältnis
rhithraler/potamaler Arten,
Rückgang klassischer
Rhithralarten bzw. Zunahme
Potamalarten), indirekt relevant
(z.B. Temperatur, Zunahme
wärmeliebender Stillgewässerarten
bei Rückstau)
indirekt relevant (z.B. bei gleicher
Nährstoffkonzentration erhöhte
Trophie bei Rückstau, u.a. durch
Temperaturerhöhung, z.B.
Ablagerung von Feinsedimenten
bei Rückstau)
indirekt relevant (z.B. bei gleicher
Nährstoffkonzentration erhöhte
Trophie bei Rückstau, u.a. durch
Temperaturerhöhung)
Wasserstand/-dynamik,
Auenanbindung
direkt relevant (z.B. bei geringen
Wasserständen Rückgang
größerer bzw. hochrückiger Arten)
direkt relevant (für ufernahe Sohl-
und Ufervegetation)
Verb. GW
Grundwasseranbindung
indirekt relevant (über Einfluss
Grundwasseranbindung auf
Temperatur, z.B. Rhithralarten mit
Präferenz für sommerkühle
Gewässer)
indirekt relevant (über Einfluss
Grundwasseranbindung auf
Temperatur, z.B. Rhithralarten mit
Präferenz für sommerkühle
Gewässer)
direkt relevant
direkt relevant
Linear (aquatische
Organismen)
direkt relevant (z.B. Rückgang
Wanderfische, eingeschränkte
Wiederbesiedlung)
direkt relevant (vor allem für
hololimnische, nicht flugfähige
Arten)
Lateral (aquatische
Organismen)
direkt relevant (z.B. Rückgang
Auenarten, Rückgang von Arten,
die Auengewässer als Laich- oder
Jungfischhabitat nutzen)
1
indirekt relevant
Vertikal (Hyporheisches
Interstitial)
direkt relevant (z.B. Rückgang
Kieslaicher)
direkt relevant (z.B. für grabende
Arten wie Ephemera danica, z.B.
Überdauerungshabitat bei
Hochwasser, Niedrigwasser)
direkt relevant
Sedimenthaushalt
indirekt relevant (z.B. Verringerung
von dynamischen Kiesbänken)
direkt relevant (für substratlebende
Arten, z.B. Pelalarten, Akalarten)
direkt relevant, wenn
Geschiebedynamik
Habitatverfügbarkeit für Diatomeen
einschränkt
Laufentwicklung
indirekt relevant (z.B. für
Fließgeschwindigkeit,
Habitatvielfalt)
indirekt relevant (z.B. für
Fließgeschwindigkeit,
Habitatvielfalt)
indirekt relevant (z.B. für
Fließgeschwindigkeit,
Habitatvielfalt)
Längsprofil
indirekt relevant (z.B. für Pool-
Riffel-Habitate)
direkt relevant (z.B. Längsbänke
relevant für Akal- und Pelalarten)
Tiefen-/Breitenvarianz
indirekt relevant (z.B. für
strömungsberuhigte Bereiche und
Flachwasserbereiche als
Jungfischhabitat)
direkt relevant
Sohlstruktur
direkt relevant (z.B. Kolke als
Adulthabitat, Totholz als
Deckungsstruktur), indirekt
relevant (z.B. über
Strömungsdiversität,
Nahrungsverfügbarkeit Wirbellose)
direkt relevant (z.B. Totholz als
Schlüsselstruktur für Wirbellose),
indirekt relevant (z.B. über
Strömungsdiversität)
direkt relevant
direkt relevant (z.B. für die
Artenzusammensetzung)
Substratbeschaffenheit/
Substratdynamik
direkt relevant (z.B. Laichhabitat
für Substratspezialisten wie
Kieslaicher, Alterstruktur der
Zönose)
direkt relevant
(Substratzusammensetzung und -
diversität insgesamt wichtig für die
Zusammensetzung der
Artengemeinschaft)
direkt relevant
direkt relevant, wenn
Geschiebedynamik
Habitatverfügbarkeit für Diatomeen
einschränkt
Uferstruktur/ Querprofil
direkt relevant (z.B. als
Jungfischhabitat,
Deckungsstrukturen)
direkt relevant (z.B. für
uferlebende Wirbellose, viele
Käfer-, Wanzen- und
Libellenarten)
Uferbewuchs/ Beschattung
direkt relevant (z.B. verringerte
Deckungsstrukturen), indirekt
relevant (z.B. Temperaturerhöhung
mit Auswirkungen auf kälte-
/wärmeliebende Arten, verringerter
Totholzeintrag)
direkt relevant (für flugfähige
Stadien mit Ansprüchen an die
Auenvegetation wie Libellen, EPT-
Arten), indirekt relevant (z.B.
Temperaturerhöhung mit
Auswirkungen auf kälte-
/wärmeliebende Arten,
Veränderung des Nahrungsnetzes,
verringerter Totholzeintrag)
direkt relevant (z.B. verringerte
Beschattung, besonders relevant
für Makrophyten-Abundanz und
Artenzusammensetzung), indirekt
relevant (z.B. Temperaturerhöhung
mit Auswirkungen auf
wärmeliebende Arten)
direkt relevant (z.B. verringerte
Beschattung), indirekt relevant
(z.B. Temperaturerhöhung mit
Auswirkungen auf wärmeliebende
Arten)
kann in Grenzen limitierend
wirken, jedoch nur bei
mittelgroßen Flüssen (Relevanz
unklar)
Gewässerrandstreifen/
Umfeldstruktur
direkt relevant (Ausprägung von
Auenhabitaten), indirekt relevant
(z.B. erhöhter Eintrag von
Feinsedimenten, Nährstoffen)
direkt relevant (für flugfähige
Stadien mit Ansprüchen an die
Auenvegetation wie Libellen, EPT-
Arten), indirekt relevant (z.B.
erhöhter Eintrag von
Feinsedimenten, Nährstoffen)
indirekt relevant (z.B. erhöhter
Eintrag von Feinsedimenten,
Nährstoffen)
indirekt relevant (z.B. erhöhter
Eintrag von Feinsedimenten,
Nährstoffen)
(nicht-)synthetische
Schadstoffe
direkt relevant (mutmaßlich stoff-
und konzentrationsabhängig akut
toxische und/oder chronische
Wirkungen)
direkt relevant (mutmaßlich stoff-
und konzentrationsabhängig akut
toxische Wirkungen bei
Insektiziden)
direkt relevant (mutmaßlich stoff-
und konzentrationsabhängig akut
toxische Wirkungen bei
Herbiziden)
direkt relevant (mutmaßlich stoff-
und konzentrationsabhängig akut
toxische Wirkungen bei
Herbiziden)
direkt relevant (mutmaßlich stoff-
und konzentrationsabhängig akut
toxische Wirkungen bei
Herbiziden)
Temperaturverhältnisse
direkt relevant (z.B. für
Vorkommen, Häufigkeit und
Reproduktion von Rhithralarten
und Potamalarten)
direkt relevant (z.B. für
Vorkommen und Häufigkeit von
Rhithralarten und Potamalarten)
direkt relevant
direkt relevant für Trophie (vor
allem im Juli bis September)
Sauerstoffhaushalt
direkt relevant für alle atmenden
(tierischen) Organismen, kritische
Verhältnisse unter 7 mg/l (z.B.
auch durch Ablagerung von
Eisenhydroxid)
direkt relevant für alle atmenden
(tierischen) Organismen, kritische
Verhältnisse unter 7 mg/l (z.B.
auch durch Ablagerung von
Eisenhydroxid)
indirekt relevant
direkt relevant (z.B. durch
Ablagerung von Eisenhydroxid)
direkt relevant
Salzgehalt
direkt relevant (physiologisch
wirksam, jedoch haben Fische
gute Osmoregulation, daher robust
gegenüber mäßiger Versalzung)
direkt relevant (physiologisch
wirksam, Wirbellose sind z. T.
schlechte Osmoregulierer, EPT-
Arten sehr sensitiv gegenüber
Chlorid)
direkt relevant (physiologisch
wirksam, jedoch hohe
Toleranzschwelle vieler
Makropyhtenarten, deutlicher
Rückgang ab etwa 400–800 mg/l
Chlorid zu erwarten)
direkt relevant (hohe Sensitivität
vieler Diatomeenarten für Salz,
schnelle und deutliche
Indikatorfunktion)
Versauerungszustand
direkt relevant, wenn pH-bedingt
mehr Ammoniak im Wasser
gebildet wird/verbleibt (fischgiftig)
direkt relevant (physiologische
Wirkung, z.B. Rückgang von
Eintagsfliegen und Mollusken)
direkt relevant für
versauerungsempfindliche Arten,
Verschiebung des Artenspektrums
direkt relevant (hohe Sensitivität
vieler Diatomeenarten gegenüber
Versauerung, schnelle und
deutliche Indikatorfunktion)
Nährstoffverhältnisse
indirekt relevant, wenn es infolge
erhöhter Primärproduktion zu
Sauerstoffzehrung kommt
indirekt relevant, wenn es infolge
erhöhter Primärproduktion zu
Sauerstoffzehrung kommt
direkt relevant für die Trophie (z.B.
Zunahme Trophiezeiger)
direkt relevant für die Trophie (z.B.
Zunahme oftmals
konkurrenzstarker Trophiezeiger,
schnelle und deutliche
Indikatorfunktion)
direkt relevant für die Trophie
(Änderung der Abundanz Chl a
und Artenzusammensetzung)
Schwebstoffe/ abfiltrierbare
Stoffe
indirekt relevant (z.B. für
Kieslaicher, wenn Schwebstoffe
das Grobsediment bedecken ->
Kolmation)
indirekt relevant (z.B. für
bodenlebende, grabende Arte,
wenn Schwebstoffe das
Grobsediment bedecken ->
Kolmation)
direkt relevant, wenn es zu
längerer Lichtlimitierung durch
Schwebstoffe kommt, dann
Rückgang von Makrophyten
wahrscheinlich
direkt relevant, wenn es zu
längerer Lichtlimitierung durch
Schwebstoffe kommt, dann
Rückgang von Phytobenthos
wahrscheinlich, zudem können
Schwebstoffe sich am Boden
ablagern und Phytobenthos
bedecken
direkt relevant (hemmende
Wirkung auf Phytoplankton unter
hohen und dichten
Schwebstoffgehalten;
Phytoplankton gehört aber auch
zu den Schwebstoffen)
FGS
Allgemeine
physikalisch-chemische Parameter
(ACP)
Potenzielle abiotische Wirkungen
Hydromorphologische Verhältnisse
Wasserhaushalt
Abfluss/
Abfluss-dynamik
Morphologische Verhältnisse
Durchgängigkeit
Tiefen-/ Breiten-
variation
Struktur/
Substrat Boden
Struktur
Uferzone
Wasserbeschaffenheit

image
Steckbriefe der Prognose-Fallgruppen
„Einleitung (mit vorrangig stofflichen Wirkungen) - Einleitung aus bergbaulicher Aktivität“
77
Potenziell betroffene Bewertungsmodule
Erläuterungen
X direkter Zusammenhang zwischen potenziell abiotischer Wirkung und Modul des BQK-Bewertungsverfahrens
- kein direkter Zusammenhang zwischen potenziell abiotischer Wirkung und Modul des BQK-Bewertungsverfahrens
Fußnoten
1 Die Module im fiBS (Qualitätsmerkmale) reagieren insgesamt relativ unspezifisch auf verschiedene Belastungen, sodass
überwiegend Zusammenhänge zu mehreren Module abgebildet sind
2 Der Sauerstoffgehalt kann sich auch als Folge von veränderten Nährstoffverhältnissen (Sekundärsaprobie) auf die Bewer-
tung des Saprobienindex
Vorkehrungen zur Minderung potenzieller Auswirkungen
Optimierung der Abflussverhältnisse (z. B. durch Mindestwasserführung)
Optimierung der Fließverhältnisse (z. B. durch Laufverlängerung, Reduzierung von Rückstau)
Verbesserung der Habitatqualität – Sohle/Ufer (z. B. durch Einbau von Totholz, Profilaufweitung)
Verbesserung der Habitatqualität – Umfeld (z. B. durch Anbindung von Auengewässern, Auswei-
sung von Gewässerentwicklungsflächen)
Reduzierung hydraulischer Belastungen (z. B. durch Anlage/Optimierung von Rückhaltebecken,
Anlage/Entwicklung naturnaher Profile zur Erhöhung der Ausuferungshäufigkeit)
Herstellung/Verbesserung der lateralen Durchgängigkeit (z. B. durch Deichrückverlegung/Sohlauf-
höhung zur Anbindung der Primäraue, Anlage von Sekundärauen)
Herstellung/Verbesserung der vertikalen Durchgängigkeit (z. B. durch Verbesserung von Geschie-
betransport und -dynamik, Entwicklung naturnaher Grundwasserstände)
Reduzierung von Feinsedimenteinträgen (z. B. durch Anlage von Gewässerrandstreifen)
Reduzierung von Nährstoffeinträgen (z. B. durch Optimierung von Kläranlagen)
Reduzierung von Schadstoffeinträgen (z. B. durch Aufbereitung von Abwasser)
Verbesserung der Wassertemperatur (z. B. durch Anlage/Entwicklung von Ufergehölzen)
Ökologisch optimierte Gewässerunterhaltung (z. B. durch wechselseitige Mahd, Belassen von Tot-
holz)

Steckbriefe der Prognose-Fallgruppen
„Einleitung (mit vorrangig stofflichen Wirkungen) - Einleitung aus bergbaulicher Aktivität“
78
weiterführende Hinweise
Sächsische Daten
Geodatendownload LfULG zur WRRL: z. B. Geometrien und Stammdaten der Wasserkörper:
https://www.wasser.sachsen.de/geodatendownload-12834.html
Lage der Messstellen:
https://www.wasser.sachsen.de/messstellen-oberflaechenwasser-beschaf-
fenheit-11496.html
Chemische Gewässergütedaten zu den sächsischen Messstellen:
https://www.wasser.sach-
sen.de/gewaesserguetedaten-9343.html
Fische:
https://www.landwirtschaft.sachsen.de/umsetzung-der-eu-wrrl-13820.html
Sächsische Beiträge zu den Bewirtschaftungsplänen Elbe und Oder (2015) (aktuell gültige Ergeb-
nisse inklusive der zugrundeliegenden Methodik): https://publikationen.sachsen.de/bdb/artikel/
25830
Biologische Bewertungsverfahren und weiterführende Informationen
Rahmenkonzeption Monitoring, Arbeitspapier III (RaKon III):
http://www.wasserblick.net/servlet/
is/142684/
Phytoplankton:
http://www.gewaesser-bewertung.de/
Makrophyten und Phytobenthos:
http://www.gewaesser-bewertung.de/
Benthische wirbellose Fauna (Makrozoobenthos):
http://www.gewaesser-bewertung.de/
Fische: https://lazbw.landwirtschaft-bw.de/pb/,Lde/Startseite/Themen/Wasserrahmenrichtlinie,
https://www.gewaesser-bewertung.de/
Chemisch-physikalische Orientierungswerte (zur Interpretation biologischer Ergebnisse) - „Rakon
II“ (Rahmenkonzeption Monitoring, Arbeitspapier II):
http://www.wasserblick.net/servlet/is/142684/
Beschreibung der Gewässertypen (Steckbriefe der Fließgewässertypen). Die Zuweisung der säch-
sischen Wasserkörper zu den Fließgewässertypen entnehmen Sie bitte den Stammdaten zu den
Wasserkörpern:
http://www.wasserblick.net/servlet/is/18727/
Gewässerstruktur (Morphologie):
https://www.wasser.sachsen.de/strukturkartierung-12669.html

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Steckbriefe der Prognose-Fallgruppen
„Einleitung (mit vorrangig thermischen Wirkungen) - Kraftwerkseinleitung“
79
Einleitung
Kraftwerkseinleitung*
Flüsse
Kurzbeschreibung
Skizze
Vorhaben mit der Zufuhr von Wasser aus einem Kraftwerk
mit Kühlwassernutzung in einer gegenüber dem Vorfluter vor-
rangig thermisch abweichenden Beschaffenheit. Nachgeord-
net können physikalisch-chemische bzw. chemische und
hydraulisch-hydrologische Wirkungen auftreten.
Die Einleitung erfolgt i. d. R. kontinuierlich in nahezu gleich-
bleibender Wassermenge; in Stoßzeiten kann die Wasser-
menge kurzfristig mehr oder weniger deutlich ansteigen.
Die Einleitung erzeugt ausschließlich betriebsbedingte Wir-
kungen. Maßnahmen mit anlage- und baubedingten Wirkun-
gen im Zusammenhang mit der Einleitung sind über eigene
Fallgruppen beschrieben.
Die Einleitung erfolgt punktuell und erzeugt thermische Ver-
änderungen der Wasserbeschaffenheit im Vorfluter, die sich
vorrangig in Fließrichtung ausbreiten.
Das Ausmaß und die Ausdehnung der Veränderungen wer-
den maßgeblich durch die eingeleitete Wassermenge
und -temperatur im Verhältnis zu den Verhältnissen im Vor-
fluter bestimmt. Die Abflussverhältnisse im Vorfluter sowie
die Einleitmengen sind i. d. R. zeitlich (sehr) variabel. Mit ab-
nehmender Gewässergröße kann die Einleitung zunehmend
auch auf den Abfluss, im Einzelfall auch das Fließverhalten
im Vorfluter wirken.
Wirkungen auf die Gewässer- und Auenmorphologie sowie
die Durchgängigkeit sind i. d. R. unwahrscheinlich.
Legende
Potenziell relevante Wirkfaktoren
Abfluss und Fließverhältnisse
Durchgängigkeit
Gewässerstruktur
1
Wasserbeschaffenheit
i. d. R. relevant
im Einzelfall relevant
i. d. R. nicht relevant
* basierend auf der entsprechenden Fallgruppe gemäß LAWA Handlungsempfehlung
Fußnoten
1 potenzielle Wirkungen auf die lineare Durchgängigkeit werden als mittelbare abiotische Wirkungen berücksichtigt

image
Steckbriefe der Prognose-Fallgruppen
„Einleitung (mit vorrangig thermischen Wirkungen) - Kraftwerkseinleitung“
80
Regelmäßig zugehörige Vorhaben mit wasserrechtlicher Relevanz
Gewässerbenutzungen i. S. v. § 9 (1) Nr. 4 WHG sowie nach § 57 (1) WHG mit Einleitung von insb.
thermisch verändertem Wasser aus Kraftwerken, z. B. AbwV (2004), Anhang 31: Wasseraufberei-
tung, Kühlsysteme, Dampferzeugung
berücksichtigt keine Einleitungen mit vorrangig stofflich verändertem Wasser
berücksichtigt nicht die Brauchwasserentnahme i. S. der Fallgruppen „Ausleitung/Entnahme“
berücksichtigt nicht den Bau der mit der Einleitung verbundenen technischen Anlagen (z. B. Einlei-
tungsbauwerk, Abwasseranlage), s. Fallgruppen „Technischer Ausbau/Verbau des Gewässers“ und
„bauliche Anlage(n) in der Aue“
Potenziell abiotische Wirkungen
Wirkungsmatrix
Erläuterungen
X Potenzieller Zusammenhang zwischen i. d. R. potenziell relevantem Wirkfaktor der Fallgruppe und abiotischer Wirkung
X Potenzieller Zusammenhang zwischen im Einzelfall potenziell relevantem Wirkfaktor der Fallgruppe und abiotischer Wirkung
X
Potenzieller Zusammenhang zwischen Wirkfaktor und abiotischer Wirkung (für die Fallgruppe nicht relevant)
-
kein potenzieller Zusammenhang zwischen Wirkfaktor und abiotischer Wirkung
Fußnoten
1 Als Parameter des Sauerstoffhaushaltes kann der Eisengehalt durch Ausfällung von Eisenhydroxid zu Verockerung und Kol-
mation führen und somit potenziell auf die Sohlstruktur und Substratbeschaffenheit bzw. -dynamik wirken. Zudem kann
dadurch der Schwebstoffanteil erhöht werden
2
Abfluss relevante Kenngröße in Bezug auf gelöste Stoffe
3
Fließverhalten relevante Kenngröße in Bezug auf partikulär gebundene Stoffe
4
Wirkungen auf die Parameter-Gruppe können ggf. auch eine Barrierewirkung für BQK (insb. Fische, ggf. auch MZB) entfalten
5
berücksichtigt auch potenzielle abiotische Wirkungen der Wasserbeschaffenheit auf das Interstitial

Steckbriefe der Prognose-Fallgruppen
„Einleitung (mit vorrangig thermischen Wirkungen) - Kraftwerkseinleitung“
81
Methoden zur Quantifizierung potenzieller Wirkungen – Hydromorphologie
BfN (in Vorb.): Anleitung zur Erfassung und Bewertung des Zustands von Flussauen
Foerster et al. (2017): Entwicklung eines Habitatindex zur Beurteilung biozönotisch relevanter Gewässerstrukturen
LAWA (2017): Klassifizierung des Wasserhaushalts von Einzugsgebieten und Wasserkörpern
Quick et al. (2017): Das hydromorphologische Erfassungs- und Bewertungsverfahren Valmorph 2 für schiffbare Oberflä-
chengewässer
LAWA (2019a): LAWA-Verfahrensempfehlung zur Gewässerstrukturkartierung – Verfahren für kleine bis mittelgroße Ge-
wässer
LAWA (2019b): LAWA-Verfahrensempfehlung zur Gewässerstrukturkartierung – Verfahren für mittelgroße bis große Ge-
wässer
Methoden zur Quantifizierung potenzieller Wirkungen – Wasserbeschaffenheit
Abflussgewichtete Mischungsrechnung
Im Einzelfall Modellierung (z. B. mit DWA-Gütemodell)
Potenziell relevante Beurteilungswerte zur qualitativen Bewertung
UBA (2014): Hydromorphologische Steckbriefe der deutschen Fließgewässertypen
AbwV – Verordnung über Anforderungen an das Einleiten von Abwasser in Gewässer
Amelung (1982): Auswirkungen gelöster Eisenverbindungen auf die Ei- und Larvalentwicklung von
Salmo gairdneri
BWK (2007): Ableitung von immissionsorientierten Anforderungen an Misch- und Niederschlagswassereinleitungen unter
Berücksichtigung örtlicher Verhältnisse (BWK-Merkblatt 3)
BWK (2008): Detaillierte Nachweisführung immissionsorientierter Anforderungen an Misch- und Niederschlagswassereinlei-
tungen (BWK-Merkblatt 7)
CCME (2011): Canadian Water Quality Guidelines: Chloride Ion
SächsFischgewV – Verordnung des Sächsischen Staatsministeriums für Umwelt und Landesentwicklung zur Umsetzung
der Richtlinie 78/659/EWG über die Qualität von Süßwasser, das schutz- oder verbesserungsbedürftig ist, um das Leben
von Fischen zu erhalten
Freie und Hansestadt Hamburg (2001): Stickstoff in Oberflächengewässern Nitrat, Nitrit, Ammonium, Ammoniak
Halle & Müller (2014): Korrelationen zwischen biologischen Qualitätskomponenten und allgemeinen chemischen und physi-
kalisch-chemischen Parametern in Fließgewässern
Halle & Müller (2015a): Typspezifische Ableitung von Orientierungswerten für den Parameter Sulfat
Halle & Müller (2015b): Fließgewässertypspezifische Ableitung von Orientierungswerten und taxaspezifischen Präferenz-
spektren des Makrozoobenthos für den Parameter Eisen
Halle & Müller (2017): Ergänzende Arbeiten zur Korrelation zwischen biologischen Qualitätskomponenten und allgemeinen
physikalisch-chemischen Parametern in Fließgewässern
Halle et al. (2017) Schwellenwerte und Bioindikatoren zur gewässerökologischen Beurteilung des Salzgehalts von Fließge-
wässern gemäß EG-WRRL
Haybach & König (2010): Ableitung ökologisch begründeter Schwellenwerte des Chloridgehaltes und Abschätzung des Ein-
flusses der Gewässerstruktur auf das Makrozoobenthos in NRW
Lammersen (1997): Die Auswirkungen der Stadtentwässerung auf den Stoffhaushalt von Fließgewässern
LAWA (1997): Zielvorgaben zum Schutz oberirdischer Binnengewässer
LAWA (2015): RaKon Teil B - Arbeitspapier II
LfULG (2012): Qualitative und quantitative Beeinflussungen von Fließgewässerorganismen durch Eisen
OGewV - Verordnung zum Schutz der Oberflächengewässer
Otto & Zahn (2008): Literaturrecherche Temperatur- und Sauerstoff-Toleranz ausgewählter Wanderfischarten der Elbe
Schiemer et al. (2003): The early life history stages of riverine fish: ecophysiological and environmental bottlenecks
Schubert (2010): Einfluss standorttypischer abiotischer Faktoren auf die Brut ausgewählter rheophiler Fischarten
Sundermann (2017): Taxaspezifische Schwellenwerte für benthische Invertebraten in Fließgewässern
Wolfram et al. (2014): Chlorid-Studie. Auswirkungen von Chlorid auf die aquatische Flora und Fauna, mit besonderer Be-
rücksichtigung der Biologischen Qualitätselemente im Sinne der EG-WRRL

image
Steckbriefe der Prognose-Fallgruppen
„Einleitung (mit vorrangig thermischen Wirkungen) - Kraftwerkseinleitung“
82
Potenziell biotische Auswirkungen
Sensitivität der biologischen Qualitätskomponenten
Fußnoten
1 nicht relevant, da Arten der Auengewässer nicht bewertungsrelevant sind

image
Steckbriefe der Prognose-Fallgruppen
„Einleitung (mit vorrangig thermischen Wirkungen) - Kraftwerkseinleitung“
83
Potenziell betroffene Bewertungsmodule
Vorkehrungen zur Minderung potenzieller Auswirkungen
Optimierung der Abflussverhältnisse (z. B. durch Mindestwasserführung)
Optimierung der Fließverhältnisse (z. B. durch Laufverlängerung, Reduzierung von Rückstau)
Verbesserung der Habitatqualität – Sohle/Ufer (z. B. durch Einbau von Totholz, Profilaufweitung)
Verbesserung der Habitatqualität – Umfeld (z. B. durch Anbindung von Auengewässern, Auswei-
sung von Gewässerentwicklungsflächen)
Reduzierung hydraulischer Belastungen (z. B. durch Anlage/Optimierung von Rückhaltebecken,
Anlage/Entwicklung naturnaher Profile zur Erhöhung der Ausuferungshäufigkeit)
Herstellung/Verbesserung der lateralen Durchgängigkeit (z. B. durch Deichrückverlegung/Sohlauf-
höhung zur Anbindung der Primäraue, Anlage von Sekundärauen)
Herstellung/Verbesserung der vertikalen Durchgängigkeit (z. B. durch Verbesserung von Geschie-
betransport und -dynamik, Entwicklung naturnaher Grundwasserstände)
Reduzierung von Feinsedimenteinträgen (z. B. durch Anpassung der Flächenbewirtschaftung, An-
lage von Gewässerrandstreifen)
Reduzierung von Nährstoffeinträgen (z. B. durch Optimierung von Kläranlagen, Anpassung der
Flächenbewirtschaftung, Anlage von Gewässerrandstreifen)
Reduzierung von Schadstoffeinträgen (z. B. durch Aufbereitung von Abwasser)
Verbesserung der Wassertemperatur (z. B. durch Anlage/Entwicklung von Ufergehölzen, Reduzie-
rung von Tiefenwasserabschlägen)
Ökologisch optimierte Gewässerunterhaltung (z. B. wechselseitige Mahd, Belassen von Totholz)
Erläuterungen
X direkter Zusammenhang zwischen potenziell abiotischer Wirkung und Modul des BQK-Bewertungsverfahrens
- kein direkter Zusammenhang zwischen potenziell abiotischer Wirkung und Modul des BQK-Bewertungsverfahrens
Fußnoten
1 Die Module im fiBS (Qualitätsmerkmale) reagieren insgesamt relativ unspezifisch auf verschiedene Belastungen, sodass
überwiegend Zusammenhänge zu mehreren Module abgebildet sind
2 Der Sauerstoffgehalt kann sich auch als Folge von veränderten Nährstoffverhältnissen (Sekundärsaprobie) auf die Bewer-
tung des Saprobienindex

Steckbriefe der Prognose-Fallgruppen
„Einleitung (mit vorrangig thermischen Wirkungen) - Kraftwerkseinleitung“
84
weiterführende Hinweise
Sächsische Daten
Geodatendownload LfULG zur WRRL: z. B. Geometrien und Stammdaten der Wasserkörper:
https://www.wasser.sachsen.de/geodatendownload-12834.html
Lage der Messstellen:
https://www.wasser.sachsen.de/messstellen-oberflaechenwasser-beschaf-
fenheit-11496.html
Chemische Gewässergütedaten zu den sächsischen Messstellen:
https://www.wasser.sach-
sen.de/gewaesserguetedaten-9343.html
Fische:
https://www.landwirtschaft.sachsen.de/umsetzung-der-eu-wrrl-13820.html
Sächsische Beiträge zu den Bewirtschaftungsplänen Elbe und Oder (2015) (aktuell gültige Ergeb-
nisse inklusive der zugrundeliegenden Methodik): https://publikationen.sachsen.de/bdb/artikel/
25830
Biologische Bewertungsverfahren und weiterführende Informationen
Rahmenkonzeption Monitoring, Arbeitspapier III (RaKon III):
http://www.wasserblick.net/servlet/
is/142684/
Phytoplankton:
http://www.gewaesser-bewertung.de/
Makrophyten und Phytobenthos:
http://www.gewaesser-bewertung.de/
Benthische wirbellose Fauna (Makrozoobenthos):
http://www.gewaesser-bewertung.de/
Fische: https://lazbw.landwirtschaft-bw.de/pb/,Lde/Startseite/Themen/Wasserrahmenrichtlinie,
https://www.gewaesser-bewertung.de/
Chemisch-physikalische Orientierungswerte (zur Interpretation biologischer Ergebnisse) - „Rakon
II“ (Rahmenkonzeption Monitoring, Arbeitspapier II):
http://www.wasserblick.net/servlet/is/142684/
Beschreibung der Gewässertypen (Steckbriefe der Fließgewässertypen). Die Zuweisung der säch-
sischen Wasserkörper zu den Fließgewässertypen entnehmen Sie bitte den Stammdaten zu den
Wasserkörpern:
http://www.wasserblick.net/servlet/is/18727/
Gewässerstruktur (Morphologie):
https://www.wasser.sachsen.de/strukturkartierung-12669.html

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Steckbriefe der Prognose-Fallgruppen
„Einleitung (mit vorrangig hydraulischen Wirkungen) - Flächenentwässerung“
85
Einleitung
Flächenentwässerung*
Flüsse
Kurzbeschreibung
Skizze
Vorhaben mit der Zufuhr von Wasser aus Maßnahmen zur
Entwässerung von Flächen mit vorrangig hydraulisch-hydro-
logischen Wirkungen. Nachgeordnet können in Abhängigkeit
der Nutzung der entwässerten Fläche physikalisch-chemi-
sche bzw. chemische und thermische Wirkungen auftreten.
Die Einleitung erfolgt i. d. R. temporär bei Niederschlag in
sehr unterschiedlicher Menge in Abhängigkeit der Art und In-
tensität des Niederschlagereignisses.
Die Fallgruppe beschreibt ausschließlich betriebsbedingte
Wirkungen. Maßnahmen mit anlage- und baubedingten Wir-
kungen im Zusammenhang mit der Einleitung sind über ei-
gene Fallgruppen beschrieben (z. B. „Technischer Aus-
bau/Verbau des Gewässers“).
Die Einleitung erfolgt punktuell und erzeugt hydraulisch-hyd-
rologische Veränderungen im Vorfluter, die sich vorrangig in
Fließrichtung ausbreiten.
Das Ausmaß und die Ausdehnung der Veränderungen wer-
den maßgeblich durch die eingeleitete Wassermenge im Ver-
hältnis zu den Abflussverhältnissen im Vorfluter bestimmt. Mit
abnehmender Gewässergröße kann die Einleitung zuneh-
mend auch auf die Wasserbeschaffenheit im Vorfluter wirken.
Direkte Wirkungen auf die Gewässer- und Auenmorphologie
sowie die Durchgängigkeit sind i. d. R. unwahrscheinlich;
diese treten meist als Folgewirkung von veränderten Abfluss-
und/oder Fließverhältnissen auf.
Legende
Potenziell relevante Wirkfaktoren
Abfluss und Fließverhältnisse
Durchgängigkeit
Gewässerstruktur
1
Wasserbeschaffenheit
i. d. R. relevant
im Einzelfall relevant
i. d. R. nicht relevant
* basierend auf der entsprechenden Fallgruppe gemäß LAWA Handlungsempfehlung
Fußnoten
1 potenzielle Wirkungen auf die lineare Durchgängigkeit werden als mittelbare abiotische Wirkungen berücksichtigt

image
Steckbriefe der Prognose-Fallgruppen
„Einleitung (mit vorrangig hydraulischen Wirkungen) - Flächenentwässerung“
86
Regelmäßig zugehörige Vorhaben mit wasserrechtlicher Relevanz
Gewässerbenutzungen i. S. v. § 9 (1) Nr. 4 WHG sowie nach § 57 (1) WHG mit Einleitung von Nie-
derschlagswasser von nicht landwirtschaftlich genutzten Flächen
berücksichtigt nicht die Herstellung/die Fortführung der zu entwässernden Flächennutzung sowie
den Bau der mit der Einleitung verbundenen technischen Anlagen (z. B. Einleitungsbauwerk, Ab-
wasseranlage), s. Fallgruppen „Technischer Ausbau/Verbau des Gewässers“ und „bauliche An-
lage(n) in der Aue“
Potenziell abiotische Wirkungen
Wirkungsmatrix
Erläuterungen
X Potenzieller Zusammenhang zwischen i. d. R. potenziell relevantem Wirkfaktor der Fallgruppe und abiotischer Wirkung
X Potenzieller Zusammenhang zwischen im Einzelfall potenziell relevantem Wirkfaktor der Fallgruppe und abiotischer Wirkung
X
Potenzieller Zusammenhang zwischen Wirkfaktor und abiotischer Wirkung (für die Fallgruppe nicht relevant)
-
kein potenzieller Zusammenhang zwischen Wirkfaktor und abiotischer Wirkung
Fußnoten
1 Als Parameter des Sauerstoffhaushaltes kann der Eisengehalt durch Ausfällung von Eisenhydroxid zu Verockerung und Kol-
mation führen und somit potenziell auf die Sohlstruktur und Substratbeschaffenheit bzw. -dynamik wirken. Zudem kann
dadurch der Schwebstoffanteil erhöht werden
2
Abfluss relevante Kenngröße in Bezug auf gelöste Stoffe
3
Fließverhalten relevante Kenngröße in Bezug auf partikulär gebundene Stoffe
4
Wirkungen auf die Parameter-Gruppe können ggf. auch eine Barrierewirkung für BQK (insb. Fische, ggf. auch MZB) entfalten
5
berücksichtigt auch potenzielle abiotische Wirkungen der Wasserbeschaffenheit auf das Interstitial

Steckbriefe der Prognose-Fallgruppen
„Einleitung (mit vorrangig hydraulischen Wirkungen) - Flächenentwässerung“
87
Methoden zur Quantifizierung potenzieller Wirkungen – Hydromorphologie
BfN (in Vorb.): Anleitung zur Erfassung und Bewertung des Zustands von Flussauen
Foerster et al. (2017): Entwicklung eines Habitatindex zur Beurteilung biozönotisch relevanter Gewässerstrukturen
LAWA (2017): Klassifizierung des Wasserhaushalts von Einzugsgebieten und Wasserkörpern
Quick et al. (2017): Das hydromorphologische Erfassungs- und Bewertungsverfahren Valmorph 2 für schiffbare Oberflä-
chengewässer
LAWA (2019a): LAWA-Verfahrensempfehlung zur Gewässerstrukturkartierung – Verfahren für kleine bis mittelgroße Ge-
wässer
LAWA (2019b): LAWA-Verfahrensempfehlung zur Gewässerstrukturkartierung – Verfahren für mittelgroße bis große Ge-
wässer
Methoden zur Quantifizierung potenzieller Wirkungen – Wasserbeschaffenheit
Abflussgewichtete Mischungsrechnung
Im Einzelfall Modellierung (z. B. mit DWA-Gütemodell)
Potenziell relevante Beurteilungswerte zur qualitativen Bewertung
UBA (2014): Hydromorphologische Steckbriefe der deutschen Fließgewässertypen
Amelung (1982): Auswirkungen gelöster Eisenverbindungen auf die Ei- und Larvalentwicklung von
Salmo gairdneri
BWK (2007): Ableitung von immissionsorientierten Anforderungen an Misch- und Niederschlagswassereinleitungen unter
Berücksichtigung örtlicher Verhältnisse (BWK-Merkblatt 3)
BWK (2008): Detaillierte Nachweisführung immissionsorientierter Anforderungen an Misch- und Niederschlagswassereinlei-
tungen (BWK-Merkblatt 7)
CCME (2011): Canadian Water Quality Guidelines: Chloride Ion
SächsFischgewV – Verordnung des Sächsischen Staatsministeriums für Umwelt und Landesentwicklung zur Umsetzung
der Richtlinie 78/659/EWG über die Qualität von Süßwasser, das schutz- oder verbesserungsbedürftig ist, um das Leben
von Fischen zu erhalten
Freie und Hansestadt Hamburg (2001): Stickstoff in Oberflächengewässern Nitrat, Nitrit, Ammonium, Ammoniak
Halle & Müller (2014): Korrelationen zwischen biologischen Qualitätskomponenten und allgemeinen chemischen und physi-
kalisch-chemischen Parametern in Fließgewässern
Halle & Müller (2015a): Typspezifische Ableitung von Orientierungswerten für den Parameter Sulfat
Halle & Müller (2015b): Fließgewässertypspezifische Ableitung von Orientierungswerten und taxaspezifischen Präferenz-
spektren des Makrozoobenthos für den Parameter Eisen
Halle & Müller (2017): Ergänzende Arbeiten zur Korrelation zwischen biologischen Qualitätskomponenten und allgemeinen
physikalisch-chemischen Parametern in Fließgewässern
Halle et al. (2017) Schwellenwerte und Bioindikatoren zur gewässerökologischen Beurteilung des Salzgehalts von Fließge-
wässern gemäß EG-WRRL
Haybach & König (2010): Ableitung ökologisch begründeter Schwellenwerte des Chloridgehaltes und Abschätzung des Ein-
flusses der Gewässerstruktur auf das Makrozoobenthos in NRW
Lammersen (1997): Die Auswirkungen der Stadtentwässerung auf den Stoffhaushalt von Fließgewässern
LAWA (1997): Zielvorgaben zum Schutz oberirdischer Binnengewässer
LAWA (2015): RaKon Teil B - Arbeitspapier II
LfULG (2012): Qualitative und quantitative Beeinflussungen von Fließgewässerorganismen durch Eisen
OGewV - Verordnung zum Schutz der Oberflächengewässer
Otto & Zahn (2008): Literaturrecherche Temperatur- und Sauerstoff-Toleranz ausgewählter Wanderfischarten der Elbe
Schiemer et al. (2003): The early life history stages of riverine fish: ecophysiological and environmental bottlenecks
Schubert (2010): Einfluss standorttypischer abiotischer Faktoren auf die Brut ausgewählter rheophiler Fischarten
Sundermann (2017): Taxaspezifische Schwellenwerte für benthische Invertebraten in Fließgewässern
Wolfram et al. (2014): Chlorid-Studie. Auswirkungen von Chlorid auf die aquatische Flora und Fauna, mit besonderer Be-
rücksichtigung der Biologischen Qualitätselemente im Sinne der EG-WRRL

image
Steckbriefe der Prognose-Fallgruppen
„Einleitung (mit vorrangig hydraulischen Wirkungen) - Flächenentwässerung“
88
Potenziell biotische Auswirkungen
Sensitivität der biologischen Qualitätskomponenten
Fußnoten
1 nicht relevant, da Arten der Auengewässer nicht bewertungsrelevant sind

image
Steckbriefe der Prognose-Fallgruppen
„Einleitung (mit vorrangig hydraulischen Wirkungen) - Flächenentwässerung“
89
Potenziell betroffene Bewertungsmodule
Erläuterungen
X direkter Zusammenhang zwischen potenziell abiotischer Wirkung und Modul des BQK-Bewertungsverfahrens
- kein direkter Zusammenhang zwischen potenziell abiotischer Wirkung und Modul des BQK-Bewertungsverfahrens
Fußnoten
1 Die Module im fiBS (Qualitätsmerkmale) reagieren insgesamt relativ unspezifisch auf verschiedene Belastungen, sodass
überwiegend Zusammenhänge zu mehreren Module abgebildet sind
2 Der Sauerstoffgehalt kann sich auch als Folge von veränderten Nährstoffverhältnissen (Sekundärsaprobie) auf die Bewer-
tung des Saprobienindex
Vorkehrungen zur Minderung potenzieller Auswirkungen
Optimierung der Abflussverhältnisse (z. B. durch Mindestwasserführung)
Optimierung der Fließverhältnisse (z. B. durch Laufverlängerung, Reduzierung von Rückstau)
Verbesserung der Habitatqualität – Sohle/Ufer (z. B. durch Einbau von Totholz, Profilaufweitung)
Verbesserung der Habitatqualität – Umfeld (z. B. durch Anbindung von Auengewässern, Auswei-
sung von Gewässerentwicklungsflächen)
Reduzierung hydraulischer Belastungen (z. B. durch Anlage/Optimierung von Rückhaltebecken,
Anlage/Entwicklung naturnaher Profile zur Erhöhung der Ausuferungshäufigkeit)
Herstellung/Verbesserung der lateralen Durchgängigkeit (z. B. durch Deichrückverlegung/Sohlauf-
höhung zur Anbindung der Primäraue, Anlage von Sekundärauen)
Herstellung/Verbesserung der vertikalen Durchgängigkeit (z. B. durch Verbesserung von Geschie-
betransport und -dynamik, Entwicklung naturnaher Grundwasserstände)
Reduzierung von Feinsedimenteinträgen (z. B. durch Anpassung der Flächenbewirtschaftung, An-
lage von Gewässerrandstreifen)
Reduzierung von Nährstoffeinträgen (z. B. durch Optimierung von Kläranlagen, Anpassung der
Flächenbewirtschaftung, Anlage von Gewässerrandstreifen)
Reduzierung von Schadstoffeinträgen (z. B. durch Aufbereitung von Abwasser)
Verbesserung der Wassertemperatur (z. B. durch Anlage/Entwicklung von Ufergehölzen, Reduzie-
rung von Tiefenwasserabschlägen)
Ökologisch optimierte Gewässerunterhaltung (z. B. wechselseitige Mahd, Belassen von Totholz)

Steckbriefe der Prognose-Fallgruppen
„Einleitung (mit vorrangig hydraulischen Wirkungen) - Flächenentwässerung“
90
weiterführende Hinweise
Sächsische Daten
Geodatendownload LfULG zur WRRL: z. B. Geometrien und Stammdaten der Wasserkörper:
https://www.wasser.sachsen.de/geodatendownload-12834.html
Lage der Messstellen:
https://www.wasser.sachsen.de/messstellen-oberflaechenwasser-beschaf-
fenheit-11496.html
Chemische Gewässergütedaten zu den sächsischen Messstellen:
https://www.wasser.sach-
sen.de/gewaesserguetedaten-9343.html
Fische:
https://www.landwirtschaft.sachsen.de/umsetzung-der-eu-wrrl-13820.html
Sächsische Beiträge zu den Bewirtschaftungsplänen Elbe und Oder (2015) (aktuell gültige Ergeb-
nisse inklusive der zugrundeliegenden Methodik): https://publikationen.sachsen.de/bdb/artikel/
25830
Biologische Bewertungsverfahren und weiterführende Informationen
Rahmenkonzeption Monitoring, Arbeitspapier III (RaKon III):
http://www.wasserblick.net/servlet/
is/142684/
Phytoplankton:
http://www.gewaesser-bewertung.de/
Makrophyten und Phytobenthos:
http://www.gewaesser-bewertung.de/
Benthische wirbellose Fauna (Makrozoobenthos):
http://www.gewaesser-bewertung.de/
Fische: https://lazbw.landwirtschaft-bw.de/pb/,Lde/Startseite/Themen/Wasserrahmenrichtlinie,
http://www.gewaesser-bewertung.de/
Chemisch-physikalische Orientierungswerte (zur Interpretation biologischer Ergebnisse) - „Rakon
II“ (Rahmenkonzeption Monitoring, Arbeitspapier II):
http://www.wasserblick.net/servlet/is/142684/
Beschreibung der Gewässertypen (Steckbriefe der Fließgewässertypen). Die Zuweisung der säch-
sischen Wasserkörper zu den Fließgewässertypen entnehmen Sie bitte den Stammdaten zu den
Wasserkörpern:
http://www.wasserblick.net/servlet/is/18727/
Gewässerstruktur (Morphologie):
https://www.wasser.sachsen.de/strukturkartierung-12669.html

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Steckbriefe der Prognose-Fallgruppen
„Einleitung (mit vorrangig hydraulischen Wirkungen) - Überleitung (z. B. NW-Erhöhung, HW-Entlastung)“
91
Einleitung
Überleitung (z. B. NW-Erhöhung, HW-Entlastung)
Flüsse
Kurzbeschreibung
Skizze
Vorhaben mit der Überleitung von Wasser aus einem ande-
ren Gewässer mit vorrangig hydraulisch-hydrologischen Wir-
kungen, z. B. zur Niedrigwassererhöhung (mit Wasser aus
einem anderen Fließgewässer oder Speicher) oder zur Hoch-
wasserentlastung (eines anderen Fließgewässers oder Spei-
chers).
Die Überleitung erfolgt i. d. R. nicht dauerhaft, sondern in Ab-
hängigkeit der Zielstellungen über einen meist deutlich einzu-
grenzenden Zeitraum (z. B. in ausgeprägten Niedrigwasser-
phasen, in Phasen mit erhöhtem Wasserbedarf oder in Hoch-
wasserereignissen) zwischen einigen Stunden und mehreren
Wochen bis einigen Monaten.
Die Überleitung erzeugt ausschließlich betriebsbedingte Wir-
kungen. Maßnahmen mit anlage- und baubedingten Wirkun-
gen im Zusammenhang mit der Überleitung sind über eigene
Fallgruppen beschrieben.
Die Überleitung erfolgt punktuell und führt zur Abflusserhö-
hung im Vorfluter, die hydraulisch-hydrologische Verände-
rungen erzeugt, die sich vorrangig in Fließrichtung ausbrei-
ten.
Das Ausmaß und die Ausdehnung der Veränderungen wer-
den maßgeblich durch die eingeleitete Wassermenge im Ver-
hältnis zu den Abflussverhältnissen im Vorfluter bestimmt. Mit
zunehmendem Anteil der übergeleiteten Wassermenge am
Abfluss im Vorfluter kann die Überleitung auch auf die Was-
serbeschaffenheit im Vorfluter wirken. Wirkungen auf die Ge-
wässer- und Auenmorphologie sowie die Durchgängigkeit
können in Folge hydraulischer Veränderungen auftreten.
Legende
Potenziell relevante Wirkfaktoren
Abfluss und Fließverhältnisse
Durchgängigkeit
Gewässerstruktur
1
2
Wasserbeschaffenheit
i. d. R. relevant
im Einzelfall relevant
i. d. R. nicht relevant
Fußnoten
1 sofern Veränderungen der Wasserspiegellagen direktes Ziel des Vorhabens sind (z. B. Hochwasserentlastung)
2 potenzielle Wirkungen auf die lineare Durchgängigkeit werden als mittelbare abiotische Wirkungen berücksichtigt

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Steckbriefe der Prognose-Fallgruppen
„Einleitung (mit vorrangig hydraulischen Wirkungen) - Überleitung (z. B. NW-Erhöhung, HW-Entlastung)“
92
Regelmäßig zugehörige Vorhaben mit wasserrechtlicher Relevanz
Gewässerbenutzungen i. S. v. § 9 (1) Nr. 4 WHG, ggf. auch Nr. 13.7, Anlage 1 UVPG, mit Einleitung
von Wasser aus einem anderen Gewässer
berücksichtigt nicht den Bau der mit der Einleitung verbundenen technischen Anlagen (z. B. Einlei-
tungsbauwerk, Abwasseranlage), s. Fallgruppen „Technischer Ausbau/Verbau des Gewässers“ und
„bauliche Anlage(n) in der Aue“
berücksichtigt nicht das Gewässer, aus dem die eingeleitete Wassermenge zur Einleitung entnom-
men wird (s. Fallgruppe „Ausleitung/Entnahme“)
Potenziell abiotische Wirkungen
Wirkungsmatrix
Erläuterungen
X Potenzieller Zusammenhang zwischen i. d. R. potenziell relevantem Wirkfaktor der Fallgruppe und abiotischer Wirkung
X Potenzieller Zusammenhang zwischen im Einzelfall potenziell relevantem Wirkfaktor der Fallgruppe und abiotischer Wirkung
X
Potenzieller Zusammenhang zwischen Wirkfaktor und abiotischer Wirkung (für die Fallgruppe nicht relevant)
-
kein potenzieller Zusammenhang zwischen Wirkfaktor und abiotischer Wirkung
Fußnoten
1 Als Parameter des Sauerstoffhaushaltes kann der Eisengehalt durch Ausfällung von Eisenhydroxid zu Verockerung und Kol-
mation führen und somit potenziell auf die Sohlstruktur und Substratbeschaffenheit bzw. -dynamik wirken. Zudem kann
dadurch der Schwebstoffanteil erhöht werden
2
Abfluss relevante Kenngröße in Bezug auf gelöste Stoffe
3
Fließverhalten relevante Kenngröße in Bezug auf partikulär gebundene Stoffe
4
Wirkungen auf die Parameter-Gruppe können ggf. auch eine Barrierewirkung für BQK (insb. Fische, ggf. auch MZB) entfalten
5
berücksichtigt auch potenzielle abiotische Wirkungen der Wasserbeschaffenheit auf das Interstitial

Steckbriefe der Prognose-Fallgruppen
„Einleitung (mit vorrangig hydraulischen Wirkungen) - Überleitung (z. B. NW-Erhöhung, HW-Entlastung)“
93
Methoden zur Quantifizierung potenzieller Wirkungen – Hydromorphologie
BfN (in Vorb.): Anleitung zur Erfassung und Bewertung des Zustands von Flussauen
Foerster et al. (2017): Entwicklung eines Habitatindex zur Beurteilung biozönotisch relevanter Gewässerstrukturen
LAWA (2017): Klassifizierung des Wasserhaushalts von Einzugsgebieten und Wasserkörpern
Quick et al. (2017): Das hydromorphologische Erfassungs- und Bewertungsverfahren Valmorph 2 für schiffbare Oberflä-
chengewässer
LAWA (2019a): LAWA-Verfahrensempfehlung zur Gewässerstrukturkartierung – Verfahren für kleine bis mittelgroße Ge-
wässer
LAWA (2019b): LAWA-Verfahrensempfehlung zur Gewässerstrukturkartierung – Verfahren für mittelgroße bis große Ge-
wässer
Methoden zur Quantifizierung potenzieller Wirkungen – Wasserbeschaffenheit
Abflussgewichtete Mischungsrechnung
Im Einzelfall Modellierung (z. B. mit DWA-Gütemodell)
Potenziell relevante Beurteilungswerte zur qualitativen Bewertung
UBA (2014): Hydromorphologische Steckbriefe der deutschen Fließgewässertypen
Amelung (1982): Auswirkungen gelöster Eisenverbindungen auf die Ei- und Larvalentwicklung von
Salmo gairdneri
BWK (2007): Ableitung von immissionsorientierten Anforderungen an Misch- und Niederschlagswassereinleitungen unter
Berücksichtigung örtlicher Verhältnisse (BWK-Merkblatt 3)
BWK (2008): Detaillierte Nachweisführung immissionsorientierter Anforderungen an Misch- und Niederschlagswassereinlei-
tungen (BWK-Merkblatt 7)
CCME (2011): Canadian Water Quality Guidelines: Chloride Ion
SächsFischgewV – Verordnung des Sächsischen Staatsministeriums für Umwelt und Landesentwicklung zur Umsetzung
der Richtlinie 78/659/EWG über die Qualität von Süßwasser, das schutz- oder verbesserungsbedürftig ist, um das Leben
von Fischen zu erhalten
Freie und Hansestadt Hamburg (2001): Stickstoff in Oberflächengewässern Nitrat, Nitrit, Ammonium, Ammoniak
Halle & Müller (2014): Korrelationen zwischen biologischen Qualitätskomponenten und allgemeinen chemischen und physi-
kalisch-chemischen Parametern in Fließgewässern
Halle & Müller (2015a): Typspezifische Ableitung von Orientierungswerten für den Parameter Sulfat
Halle & Müller (2015b): Fließgewässertypspezifische Ableitung von Orientierungswerten und taxaspezifischen Präferenz-
spektren des Makrozoobenthos für den Parameter Eisen
Halle & Müller (2017): Ergänzende Arbeiten zur Korrelation zwischen biologischen Qualitätskomponenten und allgemeinen
physikalisch-chemischen Parametern in Fließgewässern
Halle et al. (2017) Schwellenwerte und Bioindikatoren zur gewässerökologischen Beurteilung des Salzgehalts von Fließge-
wässern gemäß EG-WRRL
Haybach & König (2010): Ableitung ökologisch begründeter Schwellenwerte des Chloridgehaltes und Abschätzung des Ein-
flusses der Gewässerstruktur auf das Makrozoobenthos in NRW
Lammersen (1997): Die Auswirkungen der Stadtentwässerung auf den Stoffhaushalt von Fließgewässern
LAWA (1997): Zielvorgaben zum Schutz oberirdischer Binnengewässer
LAWA (2015): RaKon Teil B - Arbeitspapier II
LfULG (2012): Qualitative und quantitative Beeinflussungen von Fließgewässerorganismen durch Eisen
OGewV - Verordnung zum Schutz der Oberflächengewässer
Otto & Zahn (2008): Literaturrecherche Temperatur- und Sauerstoff-Toleranz ausgewählter Wanderfischarten der Elbe
Schiemer et al. (2003): The early life history stages of riverine fish: ecophysiological and environmental bottlenecks
Schubert (2010): Einfluss standorttypischer abiotischer Faktoren auf die Brut ausgewählter rheophiler Fischarten
Sundermann (2017): Taxaspezifische Schwellenwerte für benthische Invertebraten in Fließgewässern
Wolfram et al. (2014): Chlorid-Studie. Auswirkungen von Chlorid auf die aquatische Flora und Fauna, mit besonderer Be-
rücksichtigung der Biologischen Qualitätselemente im Sinne der EG-WRRL

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Steckbriefe der Prognose-Fallgruppen
„Einleitung (mit vorrangig hydraulischen Wirkungen) - Überleitung (z. B. NW-Erhöhung, HW-Entlastung)“
94
Potenziell biotische Auswirkungen
Sensitivität der biologischen Qualitätskomponenten
Fußnoten
1 nicht relevant, da Arten der Auengewässer nicht bewertungsrelevant sind

image
Steckbriefe der Prognose-Fallgruppen
„Einleitung (mit vorrangig hydraulischen Wirkungen) - Überleitung (z. B. NW-Erhöhung, HW-Entlastung)“
95
Potenziell betroffene Bewertungsmodule
Erläuterungen
X direkter Zusammenhang zwischen potenziell abiotischer Wirkung und Modul des BQK-Bewertungsverfahrens
- kein direkter Zusammenhang zwischen potenziell abiotischer Wirkung und Modul des BQK-Bewertungsverfahrens
Fußnoten
1 Die Module im fiBS (Qualitätsmerkmale) reagieren insgesamt relativ unspezifisch auf verschiedene Belastungen, sodass
überwiegend Zusammenhänge zu mehreren Modulen abgebildet sind
2 Der Sauerstoffgehalt kann sich auch als Folge von veränderten Nährstoffverhältnissen (Sekundärsaprobie) auf die Bewer-
tung des Saprobienindex
Vorkehrungen zur Minderung potenzieller Auswirkungen
Optimierung der Abflussverhältnisse (z. B. durch Mindestwasserführung)
Optimierung der Fließverhältnisse (z. B. durch Laufverlängerung, Reduzierung von Rückstau)
Verbesserung der Habitatqualität – Sohle/Ufer (z. B. durch Einbau von Totholz, Profilaufweitung)
Verbesserung der Habitatqualität – Umfeld (z. B. durch Anbindung von Auengewässern, Auswei-
sung von Gewässerentwicklungsflächen)
Reduzierung hydraulischer Belastungen (z. B. durch Anlage/Optimierung von Rückhaltebecken,
Anlage/Entwicklung naturnaher Profile zur Erhöhung der Ausuferungshäufigkeit)
Herstellung/Verbesserung der lateralen Durchgängigkeit (z. B. durch Deichrückverlegung/Sohlauf-
höhung zur Anbindung der Primäraue, Anlage von Sekundärauen)
Herstellung/Verbesserung der vertikalen Durchgängigkeit (z. B. durch Verbesserung von Geschie-
betransport und -dynamik, Entwicklung naturnaher Grundwasserstände)
Reduzierung von Feinsedimenteinträgen (z. B. durch Anpassung der Flächenbewirtschaftung, An-
lage von Gewässerrandstreifen)
Reduzierung von Nährstoffeinträgen (z. B. durch Optimierung von Kläranlagen, Anpassung der
Flächenbewirtschaftung, Anlage von Gewässerrandstreifen)
Reduzierung von Schadstoffeinträgen (z. B. durch Aufbereitung von Abwasser)
Verbesserung der Wassertemperatur (z. B. durch Anlage/Entwicklung von Ufergehölzen, Reduzie-
rung von Tiefenwasserabschlägen)
Ökologisch optimierte Gewässerunterhaltung (z. B. wechselseitige Mahd, Belassen von Totholz)

Steckbriefe der Prognose-Fallgruppen
„Einleitung (mit vorrangig hydraulischen Wirkungen) - Überleitung (z. B. NW-Erhöhung, HW-Entlastung)“
96
weiterführende Hinweise
Sächsische Daten
Geodatendownload LfULG zur WRRL: z. B. Geometrien und Stammdaten der Wasserkörper:
https://www.wasser.sachsen.de/geodatendownload-12834.html
Lage der Messstellen:
https://www.wasser.sachsen.de/messstellen-oberflaechenwasser-beschaf-
fenheit-11496.html
Chemische Gewässergütedaten zu den sächsischen Messstellen:
https://www.wasser.sach-
sen.de/gewaesserguetedaten-9343.html
Fische:
https://www.landwirtschaft.sachsen.de/umsetzung-der-eu-wrrl-13820.html
Sächsische Beiträge zu den Bewirtschaftungsplänen Elbe und Oder (2015) (aktuell gültige Ergeb-
nisse inklusive der zugrundeliegenden Methodik): https://publikationen.sachsen.de/bdb/artikel/
25830
Biologische Bewertungsverfahren und weiterführende Informationen
Rahmenkonzeption Monitoring, Arbeitspapier III (RaKon III):
http://www.wasserblick.net/servlet/
is/142684/
Phytoplankton:
http://www.gewaesser-bewertung.de/
Makrophyten und Phytobenthos:
http://www.gewaesser-bewertung.de/
Benthische wirbellose Fauna (Makrozoobenthos):
http://www.gewaesser-bewertung.de/
Fische: https://lazbw.landwirtschaft-bw.de/pb/,Lde/Startseite/Themen/Wasserrahmenrichtlinie,
https://www.gewaesser-bewertung.de/
Chemisch-physikalische Orientierungswerte (zur Interpretation biologischer Ergebnisse) - „Rakon
II“ (Rahmenkonzeption Monitoring, Arbeitspapier II):
http://www.wasserblick.net/servlet/is/142684/
Beschreibung der Gewässertypen (Steckbriefe der Fließgewässertypen). Die Zuweisung der säch-
sischen Wasserkörper zu den Fließgewässertypen entnehmen Sie bitte den Stammdaten zu den
Wasserkörpern:
http://www.wasserblick.net/servlet/is/18727/
Gewässerstruktur (Morphologie):
https://www.wasser.sachsen.de/strukturkartierung-12669.html

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Steckbriefe der Prognose-Fallgruppen
„Ausleitung/Entnahme (mit Wiedereinleitung) - Ausleitungsstrecken“
97
Ausleitung/Entnahme
Ausleitungsstrecken*
Flüsse
Kurzbeschreibung
Skizze
Vorhaben mit Ausleitung einer definierten Abflussmenge aus
einem Fließgewässer in einen Bypass und Wiedereinleitung
in das gleiche Fließgewässer ohne direkte Veränderungen
der Wassermenge oder -beschaffenheit innerhalb des By-
passes.
Die Ausleitung erfolgt i. d. R. dauerhaft zur Gewährleistung
der mit der Ausleitung verbundenen Zielstellungen (z. B.
Schiffbarkeit des Bypasses). Das (natürliche) Fließgewässer
verfügt nur noch über eine definierte Restwassermenge, die
dynamisch (z. B. jahreszeitlich schwankend oder abflussab-
hängig) festgesetzt sein kann.
Die Ausleitung erzeugt ausschließlich betriebsbedingte Wir-
kungen. Maßnahmen mit anlage- und baubedingten Wirkun-
gen im Zusammenhang mit der Ausleitung sind über eigene
Fallgruppen beschrieben.
Die Ausleitung erfolgt punktuell und führt zu einer ggf. zeitlich
variablen Abflussreduzierung im Vorfluter bis zur Wiederein-
leitung. Die Abflussmenge kann temporär (z. B. kein Betrieb
des Bypasses oder Hochwasserentlastung des Bypasses)
naturnahen Verhältnissen entsprechen.
Das Ausmaß der Veränderungen wird maßgeblich durch die
ausgeleitete Wassermenge bestimmt. In Folge der reduzier-
ten Abflussmenge können innerhalb der Ausleitungsstrecke
physikalisch-chemische Wirkungen (z. B. durch Zuflüsse o-
der verringerte Fließgeschwindigkeit) sowie morphologische
Wirkungen (auf Sohle, Ufer, Aue, z. B. durch reduzierte Ei-
gendynamik, tiefere Wasserspiegellagen) auftreten.
Legende
Potenziell relevante Wirkfaktoren
Abfluss und Fließverhältnisse
Durchgängigkeit
Gewässerstruktur
1
1
Wasserbeschaffenheit
2
2
2
2
2
2
2
i. d. R. relevant
im Einzelfall relevant
i. d. R. nicht relevant
* basierend auf der entsprechenden Fallgruppe gemäß LAWA Handlungsempfehlung
Fußnoten
1 potenzielle Wirkungen auf die Wasserbeschaffenheit infolge reduzierter Abflussmengen werden als mittelbare abiotische
Wirkungen berücksichtigt
2 räumlich begrenzt auf die Ausleitungsstrecke bis Wiedereinleitung

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Steckbriefe der Prognose-Fallgruppen
„Ausleitung/Entnahme (mit Wiedereinleitung) - Ausleitungsstrecken“
98
Regelmäßig zugehörige Vorhaben mit wasserrechtlicher Relevanz
Gewässerbenutzungen i. S. v. § 9 (1) Nr. 1 WHG mit Entnahme von Wasser und Wiedereinleitung
in das gleiche Gewässer in nicht wesentlich veränderter Menge und Qualität, z. B. Entnahme für
Wasserkraftnutzung im Nebenschluss, Entnahme für Bypässe (Schifffahrtskanäle u. ä.)
berücksichtigt nicht den Bau der mit der Ausleitung verbundenen technischen Anlagen (z. B. Aus-
leitungsbauwerk), s. Fallgruppen „Querbauwerk“ und ggf. „Bauliche Anlagen im/am Gewässer“
berücksichtigt nicht den ggf. Ausbau/Verbau des Gewässers zum Zweck der Ausleitung, s. Fall-
gruppe „Technischer Ausbau/Verbau des Gewässers“
berücksichtigt nicht die durch die Ausleitung verfolgte Gewässerbenutzung
berücksichtigt nicht die mit der Ausleitung einhergehende Wiedereinleitung
Potenziell abiotische Wirkungen
Wirkungsmatrix
Erläuterungen
X Potenzieller Zusammenhang zwischen i. d. R. potenziell relevantem Wirkfaktor der Fallgruppe und abiotischer Wirkung
X Potenzieller Zusammenhang zwischen im Einzelfall potenziell relevantem Wirkfaktor der Fallgruppe und abiotischer Wirkung
X
Potenzieller Zusammenhang zwischen Wirkfaktor und abiotischer Wirkung (für die Fallgruppe nicht relevant)
-
kein potenzieller Zusammenhang zwischen Wirkfaktor und abiotischer Wirkung
Fußnoten
1 Als Parameter des Sauerstoffhaushaltes kann der Eisengehalt durch Ausfällung von Eisenhydroxid zu Verockerung und Kol-
mation führen und somit potenziell auf die Sohlstruktur und Substratbeschaffenheit bzw. -dynamik wirken. Zudem kann
dadurch der Schwebstoffanteil erhöht werden
2
Abfluss relevante Kenngröße in Bezug auf gelöste Stoffe
3
Fließverhalten relevante Kenngröße in Bezug auf partikulär gebundene Stoffe
4
Wirkungen auf die Parameter-Gruppe können ggf. auch eine Barrierewirkung für BQK (insb. Fische, ggf. auch MZB) entfalten
5
berücksichtigt auch potenzielle abiotische Wirkungen der Wasserbeschaffenheit auf das Interstitial

Steckbriefe der Prognose-Fallgruppen
„Ausleitung/Entnahme (mit Wiedereinleitung) - Ausleitungsstrecken“
99
Methoden zur Quantifizierung potenzieller Wirkungen – Hydromorphologie
BfN (in Vorb.): Anleitung zur Erfassung und Bewertung des Zustands von Flussauen
Foerster et al. (2017): Entwicklung eines Habitatindex zur Beurteilung biozönotisch relevanter Gewässerstrukturen
LAWA (2017): Klassifizierung des Wasserhaushalts von Einzugsgebieten und Wasserkörpern
Quick et al. (2017): Das hydromorphologische Erfassungs- und Bewertungsverfahren Valmorph 2 für schiffbare Oberflä-
chengewässer
LAWA (2019a): LAWA-Verfahrensempfehlung zur Gewässerstrukturkartierung – Verfahren für kleine bis mittelgroße Ge-
wässer
LAWA (2019b): LAWA-Verfahrensempfehlung zur Gewässerstrukturkartierung – Verfahren für mittelgroße bis große Ge-
wässer
Methoden zur Quantifizierung potenzieller Wirkungen – Wasserbeschaffenheit
Abflussgewichtete Mischungsrechnung
Im Einzelfall Modellierung (z. B. mit DWA-Gütemodell)
Potenziell relevante Beurteilungswerte zur qualitativen Bewertung
UBA (2014): Hydromorphologische Steckbriefe der deutschen Fließgewässertypen
Amelung (1982): Auswirkungen gelöster Eisenverbindungen auf die Ei- und Larvalentwicklung von
Salmo gairdneri
BWK (2007): Ableitung von immissionsorientierten Anforderungen an Misch- und Niederschlagswassereinleitungen unter
Berücksichtigung örtlicher Verhältnisse (BWK-Merkblatt 3)
BWK (2008): Detaillierte Nachweisführung immissionsorientierter Anforderungen an Misch- und Niederschlagswassereinlei-
tungen (BWK-Merkblatt 7)
CCME (2011): Canadian Water Quality Guidelines: Chloride Ion
SächsFischgewV – Verordnung des Sächsischen Staatsministeriums für Umwelt und Landesentwicklung zur Umsetzung
der Richtlinie 78/659/EWG über die Qualität von Süßwasser, das schutz- oder verbesserungsbedürftig ist, um das Leben
von Fischen zu erhalten
Freie und Hansestadt Hamburg (2001): Stickstoff in Oberflächengewässern Nitrat, Nitrit, Ammonium, Ammoniak
Halle & Müller (2014): Korrelationen zwischen biologischen Qualitätskomponenten und allgemeinen chemischen und physi-
kalisch-chemischen Parametern in Fließgewässern
Halle & Müller (2015a): Typspezifische Ableitung von Orientierungswerten für den Parameter Sulfat
Halle & Müller (2015b): Fließgewässertypspezifische Ableitung von Orientierungswerten und taxaspezifischen Präferenz-
spektren des Makrozoobenthos für den Parameter Eisen
Halle & Müller (2017): Ergänzende Arbeiten zur Korrelation zwischen biologischen Qualitätskomponenten und allgemeinen
physikalisch-chemischen Parametern in Fließgewässern
Halle et al. (2017) Schwellenwerte und Bioindikatoren zur gewässerökologischen Beurteilung des Salzgehalts von Fließge-
wässern gemäß EG-WRRL
Haybach & König (2010): Ableitung ökologisch begründeter Schwellenwerte des Chloridgehaltes und Abschätzung des Ein-
flusses der Gewässerstruktur auf das Makrozoobenthos in NRW
Lammersen (1997): Die Auswirkungen der Stadtentwässerung auf den Stoffhaushalt von Fließgewässern
LAWA (1997): Zielvorgaben zum Schutz oberirdischer Binnengewässer
LAWA (2015): RaKon Teil B - Arbeitspapier II
LfULG (2012): Qualitative und quantitative Beeinflussungen von Fließgewässerorganismen durch Eisen
OGewV - Verordnung zum Schutz der Oberflächengewässer
Otto & Zahn (2008): Literaturrecherche Temperatur- und Sauerstoff-Toleranz ausgewählter Wanderfischarten der Elbe
Schiemer et al. (2003): The early life history stages of riverine fish: ecophysiological and environmental bottlenecks
Schubert (2010): Einfluss standorttypischer abiotischer Faktoren auf die Brut ausgewählter rheophiler Fischarten
Sundermann (2017): Taxaspezifische Schwellenwerte für benthische Invertebraten in Fließgewässern
Wolfram et al. (2014): Chlorid-Studie. Auswirkungen von Chlorid auf die aquatische Flora und Fauna, mit besonderer Be-
rücksichtigung der Biologischen Qualitätselemente im Sinne der EG-WRRL

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Steckbriefe der Prognose-Fallgruppen
„Ausleitung/Entnahme (mit Wiedereinleitung) - Ausleitungsstrecken“
100
Potenziell biotische Auswirkungen
Sensitivität der biologischen Qualitätskomponenten
Fußnoten
1 nicht relevant, da Arten der Auengewässer nicht bewertungsrelevant sind

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Steckbriefe der Prognose-Fallgruppen
„Ausleitung/Entnahme (mit Wiedereinleitung) - Ausleitungsstrecken“
101
Potenziell betroffene Bewertungsmodule
Erläuterungen
X direkter Zusammenhang zwischen potenziell abiotischer Wirkung und Modul des BQK-Bewertungsverfahrens
- kein direkter Zusammenhang zwischen potenziell abiotischer Wirkung und Modul des BQK-Bewertungsverfahrens
Fußnoten
1 Die Module im fiBS (Qualitätsmerkmale) reagieren insgesamt relativ unspezifisch auf verschiedene Belastungen, sodass
überwiegend Zusammenhänge zu mehreren Modulen abgebildet sind
2 Der Sauerstoffgehalt kann sich auch als Folge von veränderten Nährstoffverhältnissen (Sekundärsaprobie) auf die Bewer-
tung des Saprobienindex
Vorkehrungen zur Minderung potenzieller Auswirkungen
Optimierung der Abflussverhältnisse (z. B. durch Mindestwasserführung)
Optimierung der Fließverhältnisse (z. B. durch Laufverlängerung, Reduzierung von Rückstau)
Verbesserung der Habitatqualität – Sohle/Ufer (z. B. durch Einbau von Totholz, Profilaufweitung)
Verbesserung der Habitatqualität – Umfeld (z. B. durch Anbindung von Auengewässern, Auswei-
sung von Gewässerentwicklungsflächen)
Reduzierung hydraulischer Belastungen (z. B. durch Anlage/Optimierung von Rückhaltebecken,
Anlage/Entwicklung naturnaher Profile zur Erhöhung der Ausuferungshäufigkeit)
Herstellung/Verbesserung der lateralen Durchgängigkeit (z. B. durch Sohlaufhöhung zur Anbin-
dung der Primäraue, Anlage von Sekundärauen)
Herstellung/Verbesserung der vertikalen Durchgängigkeit (z. B. durch Verbesserung von Geschie-
betransport und -dynamik, Entwicklung naturnaher Grundwasserstände)
Reduzierung von Feinsedimenteinträgen (z. B. durch Anpassung der Flächenbewirtschaftung)
Reduzierung von Nährstoffeinträgen (z. B. durch Optimierung von Kläranlagen, Anpassung der
Flächenbewirtschaftung, Anlage von Gewässerrandstreifen)
Reduzierung von Schadstoffeinträgen (z. B. durch Aufbereitung von Abwasser)
Verbesserung der Wassertemperatur (z. B. durch Anlage/Entwicklung von Ufergehölzen, Reduzie-
rung von Tiefenwasserabschlägen)
Ökologisch optimierte Gewässerunterhaltung (z. B. wechselseitige Mahd, Belassen von Totholz)

Steckbriefe der Prognose-Fallgruppen
„Ausleitung/Entnahme (mit Wiedereinleitung) - Ausleitungsstrecken“
102
weiterführende Hinweise
Sächsische Daten
Geodatendownload LfULG zur WRRL: z. B. Geometrien und Stammdaten der Wasserkörper:
https://www.wasser.sachsen.de/geodatendownload-12834.html
Lage der Messstellen:
https://www.wasser.sachsen.de/messstellen-oberflaechenwasser-beschaf-
fenheit-11496.html
Chemische Gewässergütedaten zu den sächsischen Messstellen:
https://www.wasser.sach-
sen.de/gewaesserguetedaten-9343.html
Fische:
https://www.landwirtschaft.sachsen.de/umsetzung-der-eu-wrrl-13820.html
Sächsische Beiträge zu den Bewirtschaftungsplänen Elbe und Oder (2015) (aktuell gültige Ergeb-
nisse inklusive der zugrundeliegenden Methodik): https://publikationen.sachsen.de/bdb/artikel/
25830
Biologische Bewertungsverfahren und weiterführende Informationen
Rahmenkonzeption Monitoring, Arbeitspapier III (RaKon III):
http://www.wasserblick.net/servlet/
is/142684/
Phytoplankton:
http://www.gewaesser-bewertung.de/
Makrophyten und Phytobenthos:
http://www.gewaesser-bewertung.de/
Benthische wirbellose Fauna (Makrozoobenthos):
http://www.gewaesser-bewertung.de/
Fische: https://lazbw.landwirtschaft-bw.de/pb/,Lde/Startseite/Themen/Wasserrahmenrichtlinie,
https://www.gewaesser-bewertung.de/
Chemisch-physikalische Orientierungswerte (zur Interpretation biologischer Ergebnisse) - „Rakon
II“ (Rahmenkonzeption Monitoring, Arbeitspapier II):
http://www.wasserblick.net/servlet/is/142684/
Beschreibung der Gewässertypen (Steckbriefe der Fließgewässertypen). Die Zuweisung der säch-
sischen Wasserkörper zu den Fließgewässertypen entnehmen Sie bitte den Stammdaten zu den
Wasserkörpern:
http://www.wasserblick.net/servlet/is/18727/
Gewässerstruktur (Morphologie):
https://www.wasser.sachsen.de/strukturkartierung-12669.html

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Steckbriefe der Prognose-Fallgruppen
„Ausleitung/Entnahme (ohne Wiedereinleitung) - Flutung von Restseen“
103
Ausleitung/Entnahme
Flutung von Restseen
Flüsse
Kurzbeschreibung
Skizze
Vorhaben mit Wasserentnahme aus einem Fließgewässer
(ohne Wiedereinleitung) zur Flutung eines Restsees.
Die Entnahme erfolgt i. d. R. kontinuierlich an einem oder
mehreren Entnahmebauwerken über einen definierten Zeit-
raum (i. d. R. bis zum Erreichen eines stabilen Zielwasser-
standes im Restsee über mehrere Jahre bis einige Jahr-
zehnte). Eine Entnahme zur Hochwasserentlastung kann
auch danach erfolgen. Eine mögliche Wiedereinleitung kann
über entsprechende Fallgruppen beschrieben werden.
Die Entnahme ohne Wiedereinleitung erzeugt ausschließlich
betriebsbedingte Wirkungen. Maßnahmen mit anlage- und
baubedingten Wirkungen im Zusammenhang mit der Ent-
nahme sind über eigene Fallgruppen beschrieben.
Die Entnahme führt zur Reduzierung der Abflussmenge im
Vorfluter. Das Ausmaß der hydraulisch-hydrologischen Wir-
kungen ist v. a. von der anteiligen Entnahmemenge abhän-
gig. Sie ist i. d. R. an die Abflussmenge im Vorfluter gekoppelt
und steigt mit zunehmendem Abfluss bis zu einer technisch
maximalen Entnahmemenge am Entnahmebauwerk an. Bei
Niedrigwasserverhältnissen im Vorfluter wird die Entnahme
ggf. ausgesetzt.
Die Entnahme wirkt i. d. R. bis der Verlust u. a. durch Zuflüsse
hinreichend kompensiert wird. In Folge der reduzierten Ab-
flussmenge können physikalisch-chemische Wirkungen (z. B.
durch Zuflüsse oder verringerte Fließgeschwindigkeit) sowie
morphologische Wirkungen (auf Sohle, Ufer, Aue, z. B. durch
reduzierte Eigendynamik, tiefere Wasserspiegellagen) auf-
treten.
Legende
Potenziell relevante Wirkfaktoren
Abfluss und Fließverhältnisse
Durchgängigkeit
Gewässerstruktur
Wasserbeschaffenheit
1
1
1
1
1
1
1
i. d. R. relevant
im Einzelfall relevant
i. d. R. nicht relevant
Fußnoten
1 potenzielle Wirkungen auf die Wasserbeschaffenheit infolge reduzierter Abflussmengen werden als mittelbare abiotische
Wirkungen berücksichtigt

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Steckbriefe der Prognose-Fallgruppen
„Ausleitung/Entnahme (ohne Wiedereinleitung) - Flutung von Restseen“
104
Regelmäßig zugehörige Vorhaben mit wasserrechtlicher Relevanz
Gewässerbenutzungen i. S. v. § 9 (1) Nr. 1 WHG mit Entnahme von Wasser ohne unmittelbare
zeitliche und räumliche Wiedereinleitung in das gleiche Gewässer zur Herstellung von Restseen
nach Abschluss bergbaulicher Aktivität
berücksichtigt nicht den Bau der mit der Ausleitung verbundenen technischen Anlagen (z. B. Aus-
leitungsbauwerk), s. Fallgruppen „Querbauwerk“ und ggf. „Bauliche Anlagen im/am Gewässer“
berücksichtigt nicht ggf. Ausbau/Verbau des Gewässers zum Zweck der Ausleitung, s. Fallgruppe
„Technischer Ausbau/Verbau des Gewässers“
berücksichtigt nicht die durch die Ausleitung verfolgte Nutzung und ggf. Wiedereinleitung
Potenziell abiotische Wirkungen
Wirkungsmatrix
Erläuterungen
X Potenzieller Zusammenhang zwischen i. d. R. potenziell relevantem Wirkfaktor der Fallgruppe und abiotischer Wirkung
X Potenzieller Zusammenhang zwischen im Einzelfall potenziell relevantem Wirkfaktor der Fallgruppe und abiotischer Wirkung
X
Potenzieller Zusammenhang zwischen Wirkfaktor und abiotischer Wirkung (für die Fallgruppe nicht relevant)
-
kein potenzieller Zusammenhang zwischen Wirkfaktor und abiotischer Wirkung
Fußnoten
1 Als Parameter des Sauerstoffhaushaltes kann der Eisengehalt durch Ausfällung von Eisenhydroxid zu Verockerung und Kol-
mation führen und somit potenziell auf die Sohlstruktur und Substratbeschaffenheit bzw. -dynamik wirken. Zudem kann
dadurch der Schwebstoffanteil erhöht werden
2
Abfluss relevante Kenngröße in Bezug auf gelöste Stoffe
3
Fließverhalten relevante Kenngröße in Bezug auf partikulär gebundene Stoffe
4
Wirkungen auf die Parameter-Gruppe können ggf. auch eine Barrierewirkung für BQK (insb. Fische, ggf. auch MZB) entfalten
5
berücksichtigt auch potenzielle abiotische Wirkungen der Wasserbeschaffenheit auf das Interstitial

Steckbriefe der Prognose-Fallgruppen
„Ausleitung/Entnahme (ohne Wiedereinleitung) - Flutung von Restseen“
105
Methoden zur Quantifizierung potenzieller Wirkungen – Hydromorphologie
BfN (in Vorb.): Anleitung zur Erfassung und Bewertung des Zustands von Flussauen
Foerster et al. (2017): Entwicklung eines Habitatindex zur Beurteilung biozönotisch relevanter Gewässerstrukturen
LAWA (2017): Klassifizierung des Wasserhaushalts von Einzugsgebieten und Wasserkörpern
Quick et al. (2017): Das hydromorphologische Erfassungs- und Bewertungsverfahren Valmorph 2 für schiffbare Oberflä-
chengewässer
LAWA (2019a): LAWA-Verfahrensempfehlung zur Gewässerstrukturkartierung – Verfahren für kleine bis mittelgroße Ge-
wässer
LAWA (2019b): LAWA-Verfahrensempfehlung zur Gewässerstrukturkartierung – Verfahren für mittelgroße bis große Ge-
wässer
Methoden zur Quantifizierung potenzieller Wirkungen – Wasserbeschaffenheit
Abflussgewichtete Mischungsrechnung
Im Einzelfall Modellierung (z. B. mit DWA-Gütemodell)
Potenziell relevante Beurteilungswerte zur qualitativen Bewertung
UBA (2014): Hydromorphologische Steckbriefe der deutschen Fließgewässertypen
Amelung (1982): Auswirkungen gelöster Eisenverbindungen auf die Ei- und Larvalentwicklung von
Salmo gairdneri
BWK (2007): Ableitung von immissionsorientierten Anforderungen an Misch- und Niederschlagswassereinleitungen unter
Berücksichtigung örtlicher Verhältnisse (BWK-Merkblatt 3)
BWK (2008): Detaillierte Nachweisführung immissionsorientierter Anforderungen an Misch- und Niederschlagswassereinlei-
tungen (BWK-Merkblatt 7)
CCME (2011): Canadian Water Quality Guidelines: Chloride Ion
SächsFischgewV – Verordnung des Sächsischen Staatsministeriums für Umwelt und Landesentwicklung zur Umsetzung
der Richtlinie 78/659/EWG über die Qualität von Süßwasser, das schutz- oder verbesserungsbedürftig ist, um das Leben
von Fischen zu erhalten
Freie und Hansestadt Hamburg (2001): Stickstoff in Oberflächengewässern Nitrat, Nitrit, Ammonium, Ammoniak
Halle & Müller (2014): Korrelationen zwischen biologischen Qualitätskomponenten und allgemeinen chemischen und physi-
kalisch-chemischen Parametern in Fließgewässern
Halle & Müller (2015a): Typspezifische Ableitung von Orientierungswerten für den Parameter Sulfat
Halle & Müller (2015b): Fließgewässertypspezifische Ableitung von Orientierungswerten und taxaspezifischen Präferenz-
spektren des Makrozoobenthos für den Parameter Eisen
Halle & Müller (2017): Ergänzende Arbeiten zur Korrelation zwischen biologischen Qualitätskomponenten und allgemeinen
physikalisch-chemischen Parametern in Fließgewässern
Halle et al. (2017) Schwellenwerte und Bioindikatoren zur gewässerökologischen Beurteilung des Salzgehalts von Fließge-
wässern gemäß EG-WRRL
Haybach & König (2010): Ableitung ökologisch begründeter Schwellenwerte des Chloridgehaltes und Abschätzung des Ein-
flusses der Gewässerstruktur auf das Makrozoobenthos in NRW
Lammersen (1997): Die Auswirkungen der Stadtentwässerung auf den Stoffhaushalt von Fließgewässern
LAWA (1997): Zielvorgaben zum Schutz oberirdischer Binnengewässer
LAWA (2015): RaKon Teil B - Arbeitspapier II
LfULG (2012): Qualitative und quantitative Beeinflussungen von Fließgewässerorganismen durch Eisen
OGewV - Verordnung zum Schutz der Oberflächengewässer
Otto & Zahn (2008): Literaturrecherche Temperatur- und Sauerstoff-Toleranz ausgewählter Wanderfischarten der Elbe
Schiemer et al. (2003): The early life history stages of riverine fish: ecophysiological and environmental bottlenecks
Schubert (2010): Einfluss standorttypischer abiotischer Faktoren auf die Brut ausgewählter rheophiler Fischarten
Sundermann (2017): Taxaspezifische Schwellenwerte für benthische Invertebraten in Fließgewässern
Wolfram et al. (2014): Chlorid-Studie. Auswirkungen von Chlorid auf die aquatische Flora und Fauna, mit besonderer Be-
rücksichtigung der Biologischen Qualitätselemente im Sinne der EG-WRRL

image
Steckbriefe der Prognose-Fallgruppen
„Ausleitung/Entnahme (ohne Wiedereinleitung) - Flutung von Restseen“
106
Potenziell biotische Auswirkungen
Sensitivität der biologischen Qualitätskomponenten
Fußnoten
1 nicht relevant, da Arten der Auengewässer nicht bewertungsrelevant sind

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Steckbriefe der Prognose-Fallgruppen
„Ausleitung/Entnahme (ohne Wiedereinleitung) - Flutung von Restseen“
107
Potenziell betroffene Bewertungsmodule
Erläuterungen
X direkter Zusammenhang zwischen potenziell abiotischer Wirkung und Modul des BQK-Bewertungsverfahrens
- kein direkter Zusammenhang zwischen potenziell abiotischer Wirkung und Modul des BQK-Bewertungsverfahrens
Fußnoten
1 Die Module im fiBS (Qualitätsmerkmale) reagieren insgesamt relativ unspezifisch auf verschiedene Belastungen, sodass
überwiegend Zusammenhänge zu mehreren Modulen abgebildet sind
2 Der Sauerstoffgehalt kann sich auch als Folge von veränderten Nährstoffverhältnissen (Sekundärsaprobie) auf die Bewer-
tung des Saprobienindex
Vorkehrungen zur Minderung potenzieller Auswirkungen
Optimierung der Abflussverhältnisse (z. B. durch Mindestwasserführung)
Optimierung der Fließverhältnisse (z. B. durch Laufverlängerung, Reduzierung von Rückstau)
Verbesserung der Habitatqualität – Sohle/Ufer (z. B. durch Einbau von Totholz, Profilaufweitung)
Verbesserung der Habitatqualität – Umfeld (z. B. durch Anbindung von Auengewässern, Auswei-
sung von Gewässerentwicklungsflächen)
Reduzierung hydraulischer Belastungen (z. B. durch Anlage/Entwicklung naturnaher Profile zur Er-
höhung der Ausuferungshäufigkeit)
Herstellung/Verbesserung der lateralen Durchgängigkeit (z. B. durch Sohlaufhöhung zur Anbin-
dung der Primäraue, Anlage von Sekundärauen)
Herstellung/Verbesserung der vertikalen Durchgängigkeit (z. B. durch Verbesserung von Geschie-
betransport und -dynamik, Entwicklung naturnaher Grundwasserstände)
Reduzierung von Feinsedimenteinträgen (z. B. durch Anpassung der Flächenbewirtschaftung, An-
lage von Gewässerrandstreifen)
Reduzierung von Nährstoffeinträgen (z. B. durch Optimierung von Kläranlagen, Anpassung der
Flächenbewirtschaftung, Anlage von Gewässerrandstreifen)
Reduzierung von Schadstoffeinträgen (z. B. durch Aufbereitung von Abwasser)
Verbesserung der Wassertemperatur (z. B. durch Anlage/Entwicklung von Ufergehölzen)
Ökologisch optimierte Gewässerunterhaltung (z. B. wechselseitige Mahd, Belassen von Totholz)

Steckbriefe der Prognose-Fallgruppen
„Ausleitung/Entnahme (ohne Wiedereinleitung) - Flutung von Restseen“
108
weiterführende Hinweise
Sächsische Daten
Geodatendownload LfULG zur WRRL: z. B. Geometrien und Stammdaten der Wasserkörper:
https://www.wasser.sachsen.de/geodatendownload-12834.html
Lage der Messstellen:
https://www.wasser.sachsen.de/messstellen-oberflaechenwasser-beschaf-
fenheit-11496.html
Chemische Gewässergütedaten zu den sächsischen Messstellen:
https://www.wasser.sach-
sen.de/gewaesserguetedaten-9343.html
Fische:
https://www.landwirtschaft.sachsen.de/umsetzung-der-eu-wrrl-13820.html
Sächsische Beiträge zu den Bewirtschaftungsplänen Elbe und Oder (2015) (aktuell gültige Ergeb-
nisse inklusive der zugrundeliegenden Methodik): https://publikationen.sachsen.de/bdb/artikel/
25830
Biologische Bewertungsverfahren und weiterführende Informationen
Rahmenkonzeption Monitoring, Arbeitspapier III (RaKon III):
http://www.wasserblick.net/servlet/
is/142684/
Phytoplankton:
http://www.gewaesser-bewertung.de/
Makrophyten und Phytobenthos:
http://www.gewaesser-bewertung.de/
Benthische wirbellose Fauna (Makrozoobenthos):
http://www.gewaesser-bewertung.de/
Fische: https://lazbw.landwirtschaft-bw.de/pb/,Lde/Startseite/Themen/Wasserrahmenrichtlinie,
https://www.gewaesser-bewertung.de/
Chemisch-physikalische Orientierungswerte (zur Interpretation biologischer Ergebnisse) - „Rakon
II“ (Rahmenkonzeption Monitoring, Arbeitspapier II):
http://www.wasserblick.net/servlet/is/142684/
Beschreibung der Gewässertypen (Steckbriefe der Fließgewässertypen). Die Zuweisung der säch-
sischen Wasserkörper zu den Fließgewässertypen entnehmen Sie bitte den Stammdaten zu den
Wasserkörpern:
http://www.wasserblick.net/servlet/is/18727/
Gewässerstruktur (Morphologie):
https://www.wasser.sachsen.de/strukturkartierung-12669.html

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Steckbriefe der Prognose-Fallgruppen
„Ausleitung/Einleitung (ohne Wiedereinleitung) - Brauchwasserentnahme“
109
Ausleitung/Entnahme
Brauchwasserentnahme
Flüsse
Kurzbeschreibung
Skizze
Vorhaben mit Brauchwasserentnahme (z. B. zur Bewässe-
rung) aus einem Fließgewässer (ohne Wiedereinleitung).
Die Entnahme erfolgt i. d. R. temporär innerhalb eines defi-
nierten Zeitraums (einige Stunden bis mehrere Wochen) kon-
tinuierlich oder zeitweise (z. B. tageszeitlich unterschiedlich)
in Abhängigkeit des Verwendungszwecks.
Die Entnahme ohne Wiedereinleitung erzeugt ausschließlich
betriebsbedingte Wirkungen. Maßnahmen mit anlage- und
baubedingten Wirkungen im Zusammenhang mit der Ent-
nahme sind über eigene Fallgruppen beschrieben.
Die Entnahme führt zur Reduzierung der Abflussmenge im
Vorfluter. Das Ausmaß der hydraulisch-hydrologischen Wir-
kungen ist v. a. von der anteiligen Entnahmemenge abhän-
gig. Sie ist i. d. R. konstant, d. h. abflussunabhängig und
durch die Leistungsfähigkeit der Pumpen definiert. Bei Nied-
rigwasserverhältnissen im Vorfluter wird die Entnahme ggf.
ausgesetzt.
Die Entnahme wirkt i. d. R. bis der Verlust u. a. durch Zuflüsse
hinreichend kompensiert wird. In Folge der reduzierten Ab-
flussmenge können physikalisch-chemische Wirkungen (z. B.
durch Zuflüsse oder verringerte Fließgeschwindigkeit) auftre-
ten. Morphologische Wirkungen (auf Sohle, Ufer, Aue) sind i.
d. R. unwahrscheinlich.
Legende
Potenziell relevante Wirkfaktoren
Abfluss und Fließverhältnisse
Durchgängigkeit
Gewässerstruktur
Wasserbeschaffenheit
1
1
1
1
1
1
1
i. d. R. relevant
im Einzelfall relevant
i. d. R. nicht relevant
Fußnoten
1 potenzielle Wirkungen auf die Wasserbeschaffenheit infolge reduzierter Abflussmengen werden als mittelbare abiotische
Wirkungen berücksichtigt

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Steckbriefe der Prognose-Fallgruppen
„Ausleitung/Einleitung (ohne Wiedereinleitung) - Brauchwasserentnahme“
110
Regelmäßig zugehörige Vorhaben mit wasserrechtlicher Relevanz
Gewässerbenutzungen i. S. v. § 9 (1) Nr. 1 WHG mit Entnahme von Wasser ohne unmittelbare
zeitliche und räumliche Wiedereinleitung in das gleiche Gewässer zur Brauchwassernutzung, u. a.
zur Bewässerung in der Landwirtschaft, z. B. nach Nr. 13.5, Anlage 1 UVPG
berücksichtigt nicht den Bau der mit der Entnahme verbundenen technischen Anlagen (z. B. Ent-
nahmebauwerk), s. Fallgruppen „Querbauwerk“ und ggf. „Bauliche Anlagen im/am Gewässer“
berücksichtigt nicht die durch die Entnahme verfolgte Nutzung und Folgewirkungen der Nutzung, s.
z. B. „Sonstige Vorhaben/Nutzungen - Intensivierte Landwirtschaft“
Potenziell abiotische Wirkungen
Wirkungsmatrix
Erläuterungen
X Potenzieller Zusammenhang zwischen i. d. R. potenziell relevantem Wirkfaktor der Fallgruppe und abiotischer Wirkung
X Potenzieller Zusammenhang zwischen im Einzelfall potenziell relevantem Wirkfaktor der Fallgruppe und abiotischer Wirkung