image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
Land Brandenburg
Land Mecklenburg-Vorpommern
Freistaat Sachsen
Bewirtschaftungsplan
nach Artikel 13 der Richtlinie 2000/60/EG
für den deutschen Teil der internationalen
Flussgebietseinheit Oder
Dezember 2009

Herausgeber:
Ministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz
des Landes Brandenburg
Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz
des Landes Mecklenburg-Vorpommern
Sächsisches Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft
22. Dezember 2009

Bewirtschaftungsplan deutscher Teil FGE Oder
Inhaltsverzeichnis
3
Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis ............................................................................................................... 3
Abbildungsverzeichnis ....................................................................................................... 6
Tabellenverzeichnis ............................................................................................................ 7
Anhangverzeichnis.............................................................................................................. 9
Kartenverzeichnis.............................................................................................................. 10
Abkürzungsverzeichnis .................................................................................................... 12
Literaturverzeichnis .......................................................................................................... 15
Einführung ......................................................................................................................... 19
1
Allgemeine Beschreibung der Merkmale der Flussgebietseinheit Oder ..... 23
1.1
Oberflächengewässer im deutschen Teil der FGE Oder.................................... 27
1.1.1
Lage und Grenzen der Wasserkörper................................................................ 27
1.1.2
Ökoregionen und Oberflächenwasserkörpertypen im Einzugsgebiet................. 28
1.1.3
Künstliche und erheblich veränderte Gewässer................................................. 30
1.2
Grundwasser im deutschen Teil der FGE Oder ................................................. 34
2
Zusammenfassung der signifikanten Belastungen und anthropogenen
Auswirkungen auf den Zustand von Oberflächengewässern und
Grundwasser ................................................................................................... 37
2.1
Oberflächengewässer ....................................................................................... 37
2.1.1
Punktquellen ..................................................................................................... 39
2.1.2
Diffuse Quellen.................................................................................................. 40
2.1.3
Signifikante Wasserentnahmen/Wiedereinleitungen.......................................... 41
2.1.4
Signifikante Abflussregulierungen/hydromorphologische Veränderungen ......... 42
2.1.5
Einschätzung sonstiger signifikanter anthropogener Belastungen..................... 44
2.2
Grundwasser..................................................................................................... 44
2.2.1
Diffuse Quellen.................................................................................................. 46
2.2.2
Punktquellen ..................................................................................................... 47
2.2.3
Bergbaufolgen................................................................................................... 47
2.2.4
Grundwasserentnahmen ................................................................................... 48
3
Ermittlung und Kartierung der Schutzgebiete (gemäß Artikel 6 und
Anhang IV WRRL)............................................................................................ 49
3.1
Gebiete zur Entnahme von Wasser für den menschlichen Gebrauch
(Anhang IV 1 i) .................................................................................................. 50
3.2
Gebiete zum Schutz wirtschaftlich bedeutender aquatischer Arten
(Anhang IV 1 ii) ................................................................................................. 51
3.3
Erholungsgewässer (Badegewässer) (Anhang IV 1 iii) ...................................... 51
3.4
Nährstoffsensible Gebiete (nach Nitrat- und Kommunalabwasserrichtlinie)
(Anhang IV 1 iv)................................................................................................. 51
3.5
FFH- und Vogelschutzgebiete (Anhang IV 1 v).................................................. 51
3.6
Fischgewässer.................................................................................................. 52
3.7
Muschelgewässer.............................................................................................. 52
4
Überwachungsnetze und Ergebnisse der Zustandsbewertung der
Wasserkörper und Schutzgebiete.................................................................. 53
4.1
Oberflächengewässer ....................................................................................... 54
4.1.1
Ökologischer Zustand/ökologisches Potenzial der Oberflächengewässer ......... 56
4.1.2
Chemischer Zustand der Oberflächengewässer nach national geltendem
Recht................................................................................................................. 62

Bewirtschaftungsplan deutscher Teil FGE Oder
Inhaltsverzeichnis
4
4.1.3
Chemischer Zustand der Oberflächengewässer unter Berücksichtigung der
Tochterrichtlinie Umweltqualitätsnormen (2008/105/EG)................................... 65
4.2
Grundwasser..................................................................................................... 70
4.2.1
Chemischer Zustand des Grundwassers........................................................... 73
4.2.2
Mengenmäßiger Zustand des Grundwassers.................................................... 74
4.3
Schutzgebiete ................................................................................................... 76
4.3.1
Überwachung von Wasserkörpern für die Entnahme von Trinkwasser nach
Art. 7 ................................................................................................................. 76
4.3.2
Zustand von Wasserkörpern für die Entnahme von Trinkwasser nach Art. 7 ..... 77
5
Umweltziele und Ausnahmeregelungen (Liste der Umweltziele gemäß
Artikel 4)........................................................................................................... 79
5.1
Überregionale Strategien zur Erreichung der Umweltziele................................. 82
5.2
Anpassungsstrategien an den Klimawandel ...................................................... 87
5.3
Umweltziele für Oberflächenwasser- und Grundwasserkörper .......................... 89
5.3.1
Künstliche und erheblich veränderte Oberflächenwasserkörper ........................ 91
5.3.2
Inanspruchnahme von Ausnahmen ................................................................... 91
5.4
Umweltziele Schutzgebiete ............................................................................... 99
5.5
Zusammenfassung Umweltziele und Ausnahmen ........................................... 103
6
Zusammenfassung der wirtschaftlichen Analyse der Wassernutzung
(gemäß Art. 5 und Anhang III WRRL) ........................................................... 105
6.1
Einleitung ........................................................................................................ 105
6.2
Datenerhebung ............................................................................................... 105
6.3
Charakteristik des deutschen Teils der Flussgebietseinheit Oder.................... 105
6.4
Wirtschaftliche Bedeutung der Wassernutzung ............................................... 106
6.4.1
Begriffe und Definitionen ................................................................................. 106
6.4.2
Wasserentnahmen und Wassereinsatz ........................................................... 106
6.4.3
Wasserdienstleistungen: Öffentliche Wasserversorgung und
Abwasserentsorgung....................................................................................... 107
6.4.4
Landwirtschaft ................................................................................................. 108
6.4.4.1
Wassernutzung ............................................................................................... 108
6.4.4.2
Stoffeinträge.................................................................................................... 111
6.4.5
Bergbau .......................................................................................................... 113
6.4.6
Nutzung der Wasserenergie............................................................................ 113
6.4.7
Schifffahrt........................................................................................................ 113
6.5
Auswirkungen auf den Wasserverbrauch ........................................................ 113
6.5.1
Bevölkerungsentwicklung ................................................................................ 113
6.5.2
Klimaänderungen - Szenarien ......................................................................... 115
6.6
Analyse der Kostendeckung............................................................................ 116
6.6.1
Kostendeckung in den Bereichen Wasserversorgung und
Abwasserentsorgung....................................................................................... 116
6.6.2
Kostendeckungsgrad bei Wasserversorgung und Abwasserentsorgung in
der Sektoren Industrie und Landwirtschaft....................................................... 118
6.6.3
Kostendeckung 2015 und Sicherstellung der Kostendeckung bei
Wasserdienstleistungen .................................................................................. 119
6.6.4
Umwelt- und Ressourcenkosten...................................................................... 119
6.7
Beurteilung der kosteneffizientesten Maßnahmen zur Minderung der
Hauptbelastungen im Einzugsgebiet ............................................................... 121
7
Zusammenfassung des Maßnahmenprogramms gemäß Artikel 11 .......... 123
7.1
Maßnahmen zur Umsetzung gemeinschaftlicher Wasserschutzvorschriften.... 127
7.2
Praktische Schritte und Maßnahmen zur Anwendung des Grundsatzes der
Deckung der Kosten der Wassernutzung ........................................................ 128
7.3
Maßnahmen an Gewässern zur Entnahme von Trinkwasser........................... 129
7.4
Begrenzungen in Bezug auf die Entnahme oder Aufstauung von Wasser ....... 130
7.5
Begrenzungen für Einleitungen über Punktquellen und sonstige Tätigkeiten
mit Auswirkungen auf den Zustand des Grundwassers ................................... 131

Bewirtschaftungsplan deutscher Teil FGE Oder
Inhaltsverzeichnis
5
7.6
Begrenzung direkter Einleitungen in das Grundwasser ................................... 132
7.7
Maßnahmen im Hinblick auf prioritäre Stoffe................................................... 132
7.8
Maßnahmen zur Verhinderung oder Verringerung der Folgen
unbeabsichtigter Verschmutzungen ................................................................ 133
7.9
Maßnahmen für Wasserkörper, die die Umweltziele möglicherweise nicht
erreichen ......................................................................................................... 135
7.10
Ergänzende Maßnahmen zur Erreichung der Umweltziele .............................. 135
7.11
Maßnahmen zur Vermeidung einer Zunahme der Verschmutzung der
Meeresgewässer ............................................................................................. 136
7.12
Zusammenfassung der festgelegten Maßnahmen........................................... 138
7.12.1
Oberflächengewässer ..................................................................................... 138
7.12.2
Grundwasser................................................................................................... 142
7.13
Weitere ergänzende Maßnahmen ................................................................... 145
8
Verzeichnis detaillierter Programme und Bewirtschaftungspläne ............ 147
9
Information und Anhörung der Öffentlichkeit - Auswertungen und
daraus sich ergebende Änderungen des Plans .......................................... 149
9.1
Information der Öffentlichkeit und Beteiligung der interessierten Stellen ......... 149
9.2
Anhörungen der Öffentlichkeit – Auswertung der Stellungnahmen .................. 152
9.2.1
Anhörung zum Zeitplan und Arbeitsprogramm ................................................ 152
9.2.2
Anhörung zu den wichtigen Wasserbewirtschaftungsfragen............................ 152
9.2.3
Anhörung zum Entwurf des Bewirtschaftungsplans......................................... 154
10
Liste der zuständigen Behörden (gemäß Anhang I WRRL)........................ 157
11
Anlaufstellen für die Beschaffung der Hintergrunddokumente und -
informationen (gem. Art. 14, Absatz 1 WRRL)............................................ 159
12
Zusammenfassung/Schlussfolgerungen..................................................... 161

Bewirtschaftungsplan deutscher Teil FGE Oder
Abbildungsverzeichnis
6
Abbildungsverzeichnis
Abb. 1-1:
Bearbeitungsgebiete bzw. Planungseinheiten im deutschen Teil der
FGE Oder
23
Abb. 1-2:
Bodennutzungsstruktur im deutschen Odereinzugsgebiet (nach
CORINE Land Cover 2000)
26
Abb. 1-3:
Abgrenzung der Ökoregionen
28
Abb. 2-1:
Verteilung der Hauptbelastungsarten für Oberflächenwasserkörper
(nach Anzahl der OWK)
39
Abb. 2-2:
Schematische Darstellung eines naturfernen und eines naturnahen
Flusses (Quelle: WGE)
44
Abb. 4-2:
Ablaufschema zur Ableitung des guten ökologischen Potenzials (GÖP) 58
Abb. 5-1:
Ziele der WRRL
81
Abb. 6-1:
Bewässerungswasser und bewässerte Flächen in Brandenburger
Landkreisen im Odereinzugsgebiet
110
Abb. 6-2:
Bevölkerungsprognose der Landkreise des Landes Brandenburg in der
FGE Oder
114
Abb. 6-3:
Kostendeckung im Abwasserbereich nach Entsorgern mit und ohne
Förderung im mecklenburg-vorpommerschen Einzugsgebiet der FGE
Oder
118
Abb. 6-4:
Vorgehensweise zur Ermittlung der kosteneffizientesten
Maßnahmekombination
122
Abb. 7-1:
Funktionsweise des Warn- und Alarmplans IWAP Oder
135
Abb. 7-2:
Anteil der festgelegten Maßnahmenarten in den Bearbeitungsgebieten
des deutschen Odereinzugsgebiet zur Reduzierung signifikanter
Belastungen in Oberflächengewässern (ohne konzeptionelle
Maßnahmen)
139
Abb. 7-3:
Anteil der festgelegten Maßnahmenarten im deutschen
Odereinzugsgebiet zur Reduzierung signifikanter Belastungen im
Grundwasser (ohne konzeptionelle Maßnahmen)
143

Bewirtschaftungsplan deutscher Teil FGE Oder
Tabellenverzeichnis
7
Tabellenverzeichnis
Tab. 1-1:
Bearbeitungsgebiete mit deutschen Anteilen in der internationalen
Flussgebietseinheit Oder
24
Tab. 1-2:
Vergleich der ausgewiesenen Oberflächenwasserkörper 2005/2009 für
den deutschen Teil der FGE Oder
27
Tab. 1-3:
Fließgewässertypen im deutschen Einzugsgebiet der Oder
29
Tab. 1-4:
Standgewässertypen im deutschen Einzugsgebiet der Oder
30
Tab. 1-5:
Anteil künstlicher und erheblich veränderter
Fließgewässerwasserkörper
31
Tab. 1-6:
Vergleich der Anteile künstlicher und erheblich veränderter
Fließgewässerwasserkörper 2005 und 2009
32
Tab. 1-7:
Vergleich der abgegrenzten Grundwasserkörper 2005 und 2009
34
Tab. 1-8:
Anzahl der ausgewiesenen Grundwasserkörper
35
Tab. 2-1:
Signifikante Belastungen und anthropogene Auswirkungen auf den
Zustand der Oberflächengewässer
38
Tab. 2-2:
IVU- und PRTR-Anlagen im deutschen Einzugsgebiet der Oder
40
Tab. 2-3:
Ergebnisse der aktualisierten Analyse der Belastungen und
Auswirkungen auf den Grundwasserzustand
45
Tab. 3-1:
Anzahl der Grundwasserkörper mit Trinkwasserentnahmen nach Art. 7
Absatz 1 WRRL
50
Tab. 4-1:
Übersicht über die Überwachungsfrequenzen im Überwachungsnetz
im deutschen Odereinzugsgebiet
53
Tab. 4-2:
Anzahl der Überblicksmessstellen in Oberflächengewässern im
deutschen Teil der FGE Oder
55
Tab. 4-3:
Messstellen im Rahmen der IKSO mit bi- bzw. trinational
abgestimmten Untersuchungsprogramm mit Bezug zu
Flussabschnitten im deutschen Teil der FGE Oder
55
Tab. 4-4:
Ökologischer Zustand/ökologisches Potenzial natürlicher, erheblich
veränderter oder künstlicher Oberflächenwasserkörper
59
Tab. 4-5:
Ökologischer Zustand/ökologisches Potenzial der
Oberflächenwasserkörper (differenziert nach den biologischen
Qualitätskomponenten und den spezifischen Schadstoffen)
60
Tab. 4-6:
Chemischer Zustand natürlicher, erheblich veränderter oder künstlicher
Oberflächenwasserkörper (Einstufung nach geltendem nationalen
Recht)
64
Tab. 4-7:
Auswertung des chemischen Zustands der Oberflächenwasserkörper
(differenziert nach der Einhaltung der UQN in den aufgeführten
Schadstoffgruppierungen – Einstufung nach geltendem nationalen
Recht)
64
Tab. 4-8:
Zuordnung der Schadstoffe zu Schadstoffgruppen
67
Tab. 4-9:
Auswertung des chemischen Zustands der Oberflächenwasserkörper
differenziert nach der Einhaltung der UQN in den
Schadstoffgruppierungen Schwermetalle, Pestizide,

Bewirtschaftungsplan deutscher Teil FGE Oder
Tabellenverzeichnis
8
Industriechemikalien, andre Schadstoffe, und Nitrat unter
Berücksichtigung der Richtlinie 2008/105/EG (JD-UQN und/oder
ZHKUQN überschritten)
69
Tab. 4-10:
Messnetz zur Überwachung des mengenmäßigen Zustands des
Grundwassers
71
Tab. 4-11:
Messnetz zur überblicksweisen Überwachung des chemischen
Zustands des Grundwassers
71
Tab. 4-12:
Messnetz zur operativen Überwachung des chemischen Zustands des
Grundwassers
72
Tab. 4-13:
Ergebnisse der Zustandsbewertung der Grundwasserkörper (Anzahl
der Grundwasserkörper, deren Zustand als schlecht bewertet wurde)
75
Tab. 4-14:
Überwachungsfrequenzen für Trinkwasserentnahmen in Abhängigkeit
von der versorgten Bevölkerung
77
Tab. 4-15:
Zustand von Grundwasserkörpern für die Entnahme von Trinkwasser
nach Art. 7 WRRL
77
Tab. 5-1:
Regionale Vorranggewässer Durchgängigkeit im deutschen Teil der
FGE Oder
84
Tab. 5-2:
Zielerreichung der Oberflächenwasserkörper bis 2015
90
Tab. 5-3:
Zielerreichung der Grundwasserkörper bis 2015
90
Tab. 5-4:
Fristverlängerungen für Oberflächenwasserkörper
95
Tab. 5-5:
Fristverlängerungen für Grundwasserkörper
96
Tab. 5-6:
Fristverlängerungen für Grundwasserkörper in Bezug auf mögliche
Belastungen
97
Tab. 5-7:
Qualitätsstandards der Badegewässerrichtlinie (2006/7/EG)
101
Tab. 6-1:
Wasserentnahmen und Wassereinsatz im deutschen Teil der FGE
Oder
106
Tab. 6-2
Öffentliche Wasserversorgung 2005 und 2015
107
Tab. 6-3:
Abwasserentsorgung 2005 und 2015
107
Tab. 6-4:
Anzahl der Kläranlagen 2005 und 2015
108
Tab. 6-5:
Wasserentnahme der Landwirtschaft aus der Natur und Wassereinsatz
der Landwirtschaft
109
Tab. 6-6:
Verwendung des Bewässerungswassers im Brandenburger
Odereinzugsgebiet
109
Tab. 6-7:
Wasserbedarf in der Tierhaltung (Brandenburg)
111
Tab. 6-8:
Mineraldüngereinsatz in Brandenburg (BB) und im Vergleich zu
Deutschland (kg/ha LN)
112
Tab. 6-9:
Wasserentnahmeentgelte
120
Tab. 9-1:
Maßnahmen zur Information der Öffentlichkeit (Auswahl)
150
Tab. 9-2:
Stellungnahmen zu den wichtigen Wasserbewirtschaftungsfragen in
der internationalen Flussgebietseinheit Oder *
153
Tab. 9-3:
gruppenweise Einordnung der eingegangenen Stellungnahmen zum
Entwurf des Bewirtschaftungsplans (Stand: 1.10.2009)
154
Tab. 10-1:
Übersicht der zuständigen Behörden
157

Bewirtschaftungsplan deutscher Teil FGE Oder
Anhangverzeichnis
9
Anhangverzeichnis
Anhang A0-1:
Hintergrunddokumente
Anhang A2-1:
Kriterien zur Beurteilung der Signifikanz der Belastungen
Anhang A3-1:
Wasserkörper, die für die Entnahme von Wasser für den menschlichen
Gebrauch genutzt werden (Art. 7 Abs. 1 WRRL)
Anhang A3-2:
Trinkwasserschutzgebiete nach § 19 WHG (Art. 7 Abs. 3 WRRL)
Anhang A3-3:
Erholungsgewässer (Badegewässer) (Anhang IV 1 iii WRRL)
Anhang A3-4:
EG-Vogelschutz- und FFH-Gebiete (Anhang IV 1 v WRRL)
Anhang A3-5:
Fischgewässer gemäß RL 78/659/EWG
Anhang A4-1:
Umweltqualitätsnormen (QN) für Schadstoffe zur Beurteilung des ökologi-
schen Zustands/Potenzials
Anhang A4-2:
Umweltqualitätsnormen (QN) für Schadstoffe zur Beurteilung des chemi-
schen Zustands
Anhang A5-1:
Vorgehensweise bei der Festlegung der Umweltziele im deutschen Teil
des Odereinzugsgebiets
Anhang A5-2:
Liste der Umweltziele für Oberflächengewässer und Grundwasser

Bewirtschaftungsplan deutscher Teil FGE Oder
Kartenverzeichnis
10
Kartenverzeichnis
Für die Bearbeitungsgebiete
Lausitzer Neiße, Mittlere Oder, Untere Oder, Stettiner Haff
im deutschen Teil der Flussgebietseinheit Oder liegen folgende Karten vor:
Karte 1.1:
Bearbeitungsgebiet – Überblick
Karte 1.2:
Typen von Oberflächenwasserkörpern
Karte 1.3:
Kategorien von Oberflächenwasserkörpern
Karte 1.4:
Lage und Grenzen von Grundwasserkörpern
Karte 2.1:
Signifikante Belastungen von Oberflächenwasserkörpern durch Abflussregu-
lierungen und morphologische Veränderungen
Karte 3.1:
Schutzgebiete I: Wasserkörper für die Entnahme von Wasser für den mensch-
lichen Gebrauch nach Art. 7 WRRL
Karte 3.2:
Schutzgebiete II: Badegewässer, nährstoffsensible Gebiete
Karte 3.3:
Schutzgebiete III: Habitatschutzgebiete (FFH), Vogelschutzgebiete
Karte 4.1:
Überwachungsnetz der Oberflächengewässer
Karte 4.2:
Ökologischer Zustand und ökologisches Potenzial der Oberflächenwasser-
körper
Karte 4.2.1:
Einhaltung der Umweltqualitätsnormen für andere (nationale) Schadstoffe in
Oberflächenwasserkörpern
Karte 4.3:
Chemischer Zustand der Oberflächenwasserkörper nach nationalem Recht
Karte 4.3b:
Chemischer Zustand der Oberflächenwasserkörper unter Berücksichtigung
der Tochterrichtlinie Umweltqualitätsnormen
Karte 4.3.1:
Einhaltung der Umweltqualitätsnormen für Schwermetalle in Oberflächenwas-
serkörpern nach national geltendem Recht
Karte 4.3.2:
Einhaltung der Umweltqualitätsnormen für Pestizide in Oberflächenwasser-
körpern nach national geltendem Recht
Karte 4.3.3:
Einhaltung der Umweltqualitätsnormen für industrielle Schadstoffe in Oberflä-
chenwasserkörpern nach national geltendem Recht
Karte 4.3.4:
Einhaltung der Umweltqualitätsnormen für andere Schadstoffe in Oberflä-
chenwasserkörpern nach national geltendem Recht
Karte 4.3.5:
Einhaltung der Umweltqualitätsnormen für Nitrat in Oberflächenwasserkörpern
nach national geltendem Recht
Karte 4.4:
Überwachungsnetz des Grundwassers – Menge
Karte 4.5:
Überwachungsnetz des Grundwassers – Chemie
Karte 4.6:
Chemischer Zustand der Grundwasserkörper und Identifikation von Grund-
wasserkörpern mit signifikant zunehmendem Schadstofftrend
Karte 4.6.1:
Chemischer Zustand der Grundwasserkörper hinsichtlich Nitrat
Karte 4.6.2:
Chemischer Zustand der Grundwasserkörper hinsichtlich Pestiziden
Karte 4.6.3:
Chemischer Zustand der Grundwasserkörper hinsichtlich der Schadstoffe
nach Anhang II der Tochterrichtlinie Grundwasser und anderer Schadstoffe
Karte 4.7:
Mengenmäßiger Zustand der Grundwasserkörper
Karte 4.8:
Zustand von Wasserkörpern für die Entnahme von Wasser für den menschli-
chen Verbrauch nach Art. 7 WRRL
Karte 5.1:
Umweltziele der Oberflächenwasserkörper – Ökologie

Bewirtschaftungsplan deutscher Teil FGE Oder
Kartenverzeichnis
11
Karte 5.2:
Umweltziele der Oberflächenwasserkörper – Chemie
Karte 5.3:
Umweltziele der Grundwasserkörper – Menge
Karte 5.4:
Umweltziele der Grundwasserkörper – Chemie
Karte 10.1:
Zuständige Behörden

Bewirtschaftungsplan deutscher Teil FGE Oder
Abkürzungsverzeichnis
12
Abkürzungsverzeichnis
Abb.
Abbildung
AbwV
Abwasserverordnung
Art.
Artikel
AWB
Artificial Water Body (künstlicher Wasserkörper)
BB
Land Brandenburg
BGBl.
Bundesgesetzblatt
BGW
Bundesverband der deutschen Gas- und Wasserwirtschaft e.V.
BImSchV
Bundes-Immissionsschutzverordnung
CIS
Common Implementation Strategy (Gemeinsame Umsetzungsstra-
tegie)
d
Tag
DIN
Deutsches Institut für Normung e.V.
DGJ
Deutsches Gewässerkundliches Jahrbuch
DRIPS
Drainage-Runoff-Spraydrift Input of Pesticides in Surface Waters
DVGW
Deutsche Vereinigung des Gas- und Wasserfaches e.V
EG
Europäische Gemeinschaft
ELER
Europäischer Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländli-
chen Raumes
EPER
Europäisches Schadstoffemissionsregister
EU
Europäische Union
EWG
Europäische Wirtschaftsgemeinschaft
FFH
Flora-Fauna-Habitat
FGE
Flussgebietseinheit
GAK
Gemeinschaftsaufgabe zur Verbesserung der Agrarstruktur und des
Küstenschutzes
GW
Grundwasser
GWK
Grundwasserkörper
ha
Hektar
HELCOM
Kommission für den Schutz der Meeresumwelt des Ostseegebiets
(Helsinki-Kommission)
HMWB
Heavily Modified Water Body (erheblich veränderter Wasserkörper)
HWRM-RL
Hochwasserrichtlinie (Richtlinie 2007/60/EG des Europäischen Par-
laments und des Rates über die Bewertung und das Management
von Hochwasserrisiken)
IfSG
Infektionsschutzgesetz
IKSO
Internationale Kommission zum Schutz der Oder
ISW
Institut für Strukturpolitik und Wirtschaftsförderung gemeinnützige
Gesellschaft mbH
IMO
Internationale Seeschifffahrts-Organisation

Bewirtschaftungsplan deutscher Teil FGE Oder
Abkürzungsverzeichnis
13
IVU
Integrierte Vermeidung und Verminderung der Umweltverschmut-
zung
IWAP
Internationaler Warn- und Alarmplan Oder
k
karbonatisch geprägt
KAG
Kommunalabgabengesetz
KBE
Koloniebildende Einheit
KD
Kostendeckungsgrad
km
Kilometer
km²
Quadratkilometer
KOM
Europäische Kommission
LAN
Bearbeitungsgebiet/Planungseinheit Lausitzer Neiße
LAWA
Bund/Länder-Arbeitsgemeinschaft Wasser
LMBV
Lausitzer und Mitteldeutscher Bergbau-Verwaltungsgesellschaft
mbH
LUNG MV
Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie Mecklenburg-
Vorpommern
m
Meter
Kubikmeter
Mio.
Millionen
MLUV
Ministerium für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Verbraucher-
schutz Brandenburg (bis November 2009)
MUGV
Ministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz Bran-
denburg (ab November 2009)
MOD
Bearbeitungsgebiet/Planungseinheit Mittlere Oder
MPI
Max-Planck-Institut Hamburg
Mrd.
Milliarden
MQ
mittlerer Abfluss
MV
Land Mecklenburg-Vorpommern
MW
Mega-Watt
N
Stickstoff
NGO
non-governmental organisation (Nichtregierungsorganisation)
NN
Normal-Null
NWB
Natural Water Body (natürlicher Wasserkörper)
OWK
Oberflächenwasserkörper
pH
pH-Wert
PIK
Potsdam Institut für Klimafolgenforschung
PRTR
Pollutant Release and Transfer Register (Schadstofffreisetzungs-
und -verbringungsregister in Nachfolge von EPER)
PSM
Pflanzenschutzmittel
RL
Richtlinie
s
Sekunde

Bewirtschaftungsplan deutscher Teil FGE Oder
Abkürzungsverzeichnis
14
SMUL
Sächsisches Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft
SN
Freistaat Sachsen
STH
Bearbeitungsgebiet/Planungseinheit Stettiner Haff
t
Tonnen
TrinkwV
Trinkwasserverordnung
TW
Trinkwasser
UBA
Umweltbundesamt
UGR
Umweltökonomische Gesamtrechnungen
UM
Umweltministerium Mecklenburg-Vorpommern
UOD
Bearbeitungsgebiet/Planungseinheit Untere Oder
UQN
Umweltqualitätsnorm
UVP
Umweltverträglichkeitsprüfung
WHG
Wasserhaushaltsgesetz
WK
Wasserkörper
WRRL
Wasserrahmenrichtlinie
ZALF
Leibnitz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung e.V. Müncheberg

Bewirtschaftungsplan deutscher Teil FGE Oder
Literaturverzeichnis
15
Literaturverzeichnis
BACH, M. & FREDE H.G. (2000): Drainage-Runoff-Spraydrift Input of Pesticides in Surface
Waters. UBA-Texte 3/00, Berlin.
DVGW
(2006) - DEUTSCHER VEREIN DES GAS- UND WASSERFACHES E. V.: Richtlinien für
Trinkwasserschutzgebiete, Teil 1: Schutzgebiete für Grundwasser. – Technische Regel,
Arbeitsblatt W 101. Bonn.
E
UROPÄISCHE KOMMISSION (2005): CIS Policy Paper – Environmental Objectives under the
Water Framework Directive. Brüssel.
E
UROPÄISCHE KOMMISSION (2007): CIS Policy Paper – Exemptions to the Environmental Ob-
jectives under the Water Framework Directive, Article 4.4 (extension of deadlines), 4.5
(less stringent objectives) and 4.6 (temporary deterioration). Brüssel.
E
UROPÄISCHE KOMMISSION (2000): Richtlinie 2000/60/EG des Europäischen Parlaments und
des Rates vom 23. Oktober 2000 zur Schaffung eines Ordnungsrahmens für Maßnahmen
der Gemeinschaft im Bereich der Wasserpolitik. Brüssel.
FGG
ELBE (2009): FLUSSGEBIETSEINHEIT ELBE: Hintergrundpapier zu Ausnahmen von Bewirt-
schaftungszielen, -fristen und –anforderungen in Übereinstimmung mit der EG-
Wasserrahmenrichtlinie im Gebiet der FGGn Elbe und Oder vom Braunkohlebergbau be-
einflussten Grundwasserkörper. Magdeburg.
IKSO
(2004): INTERNATIONALE KOMMISSION ZUM SCHUTZ DER ODER: Bericht für die Internatio-
nale Flussgebietseinheit Oder über die Umsetzung des Artikels 3, Anhang I der Richtlinie
2000/60/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 23. Oktober 2000 zur
Schaffung eines Ordnungsrahmens für Maßnahmen der Gemeinschaft im Bereich der
Wasserpolitik. Breslau.
IKSO
(2005): INTERNATIONALE KOMMISSION ZUM SCHUTZ DER ODER: Bericht an die Europäi-
sche Kommission gemäß Artikel 15, Abs. 2, 1. Anstrich der Richtlinie 2000/60/EG des
Europäischen Parlamentes und des Rates vom 23. Oktober 2000 zur Schaffung eines
Ordnungsrahmens für Maßnahmen der Gemeinschaft im Bereich der Wasserpolitik.
Breslau.
IKSO (2007): INTERNATIONALE KOMMISSION ZUM SCHUTZ DER ODER: Bericht an die Europäi-
sche Kommission gemäß Artikel 8 der Richtlinie 2000/60/EG des Europäischen Parla-
mentes und des Rates vom 23. Oktober 2000 zur Schaffung eines Ordnungsrahmens für
Maßnahmen der Gemeinschaft im Bereich der Wasserpolitik. Breslau.
IKSO (2008): INTERNATIONALE KOMMISSION ZUM SCHUTZ DER ODER: Internationale Flussge-
bietseinheit Oder - Entwurf des Bewirtschaftungsplans.
www.mkoo.pl
Breslau.
ISW
(2008a): INSTITUT FÜR STRUKTURPOLITIK UND WIRTSCHAFTSFÖRDERUNG GEMEINNÜTZIGE
GESELLSCHAFT MBH: Analyse der Kostendeckung der Wasserdienstleistungen für die
Flussgebietseinheit Elbe – Endbericht. Halle (Saale).
ISW
(2008b): INSTITUT FÜR STRUKTURPOLITIK UND WIRTSCHAFTSFÖRDERUNG GEMEINNÜTZIGE
GESELLSCHAFT MBH: Analyse der Kostendeckung der Wasserdienstleistungen für die
Flussgebietseinheit Warnow Peene – Endbericht. Halle (Saale).
LAWA
(2003): BUND/LÄNDER-ARBEITSGEMEINSCHAFT WASSER: Arbeitshilfe zur Umsetzung der

Bewirtschaftungsplan deutscher Teil FGE Oder
Literaturverzeichnis
16
EG-Wasserrahmenrichtlinie. Bearbeitungsstand 30.04.2003, am 14.10.2003 aktualisiert.
www.lawa.de/pub/kostenlos/wrrl/Arbeitshilfe_30-04-2003.pdf.
LAWA (2004): B
UND/LÄNDER-ARBEITSGEMEINSCHAFT WASSER: Ableitung von Geringfügig-
keitsschwellenwerten für das Grundwasser. 2004, Berlin.
www.lawa.de/pub/kostenlos/gw/GFS-Bericht-DE.pdf
LUA (2007): L
ANDESUMWELTAMT BRANDENBURG: Deutsches Gewässerkundliches Jahrbuch,
Elbegebiet, Teil II, Havel mit deutschem Odergebiet, 1998, 1.11.1997 – 31.12.1998. 2007,
Potsdam.
MLUV
(2005a): MINISTERIUM FÜR LÄNDLICHE ENTWICKLUNG, UMWELT UND
VERBRAUCHERSCHUTZ BRANDENBURG ET AL: Bericht über die Umsetzung der Artikel 5 und
6 sowie die Anhänge II, III und IV der Richtlinie 2000/60/EG im Bearbeitungsgebiet Mittle-
re Oder. Potsdam.
MLUV
(2005b): MINISTERIUM FÜR LÄNDLICHE ENTWICKLUNG, UMWELT UND
VERBRAUCHERSCHUTZ BRANDENBURG ET. AL.: Bericht über die Umsetzung der Artikel 5
und 6 sowie die Anhänge II, III und IV der Richtlinie 2000/60/EG im Bearbeitungsgebiet
Untere Oder. Potsdam.
MLUV
(2007): MINISTERIUM FÜR LÄNDLICHE ENTWICKLUNG, UMWELT UND
VERBRAUCHERSCHUTZ BRANDENBURG ET. AL.: Bericht zum Überwachungsprogramm nach
Artikel 8 der Richtlinie 2000/60/EG im deutschen Teil der internationalen Flussgebietseinheit
Oder. Potsdam.
MLUV
(2008a): MINISTERIUM FÜR LÄNDLICHE ENTWICKLUNG, UMWELT UND
VERBRAUCHERSCHUTZ BRANDENBURG ET. AL.: Entwurf des Maßnahmenprogramms nach
Artikel 11 der Richtlinie 2000/60/EG bzw. § 36 WHG für den deutschen Teil der internati-
onalen Flussgebietseinheit Oder. Potsdam.
MLUV
(2008B): MINISTERIUM FÜR LÄNDLICHE ENTWICKLUNG, UMWELT UND
VERBRAUCHERSCHUTZ BRANDENBURG ET. AL.: Entwurf des Bewirtschaftungsplans nach Artikel
13 der Richtlinie 2000/60/EG für den deutschen Teil der internationalen Flussgebietseinheit
Oder. Potsdam
MUGV
(2009): MINISTERIUM FÜR UMWELT, GESUNDHEIT UND VERBRAUCHERSCHUTZ
BRANDENBURG ET. AL.: Maßnahmenprogramm nach Artikel 11 der Richtlinie 2000/60/EG
bzw. § 36 WHG für den deutschen Teil der internationalen Flussgebietseinheit Oder.
Potsdam.
SMUL
(2005): SÄCHSISCHES STAATSMINISTERIUM FÜR UMWELT UND LANDWIRTSCHAFT ET AL:
Bericht über die Umsetzung der Artikel 5 und 6 sowie die Anhänge II, III und IV der Richt-
linie 2000/60/EG im Bearbeitungsgebiet Lausitzer Neiße. Dresden.
S
TATISTISCHES BUNDESAMT (2003a): Umweltnutzung und Wirtschaft. Bericht zu den Umwelt-
ökonomischen Gesamtrechnungen 2003.
S
TATISTISCHES BUNDESAMT (2003b): 10. koordinierte Bevölkerungsvorausberechnung.
<http://www.destatis.de>
UBA (2008): Aktualisierung der Steckbriefe der bundesdeutschen Fließgewässertypen (Teil
A) und Ergänzung der Steckbriefe der deutschen Fließgewässertypen um typspezifische
Referenzbedingungen und Bewertungsverfahren aller Qualitätselemente (Teil B).
<http://www.umweltbundesamt.de/wasser/themen/downloads/1_Begleittext.pdf>

Bewirtschaftungsplan deutscher Teil FGE Oder
Literaturverzeichnis
17
UM
(2005) UMWELTMINISTERIUM MECKLENBURG-VORPOMMERN ET AL: Bericht über die Umset-
zung der Artikel 5 und 6 sowie die Anhänge II, III und IV der Richtlinie 2000/60/EG im Be-
arbeitungsgebiet Stettiner Haff. Schwerin.

Bewirtschaftungsplan deutscher Teil FGE Oder
Literaturverzeichnis
18

Bewirtschaftungsplan deutscher Teil FGE Oder
Einführung
19
Einführung
Grundsätze
Am 22.12.2000 wurden mit dem Inkrafttreten der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie
„Richtlinie 2000/60/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 23. Oktober 2000
zur Schaffung eines Ordnungsrahmens für Maßnahmen der Gemeinschaft im Bereich der
Wasserpolitik“ (im Folgenden als „Richtlinie 2000/60/EG“ oder „Wasserrahmenrichtlinie
(WRRL)“ bezeichnet) umfangreiche Neuregelungen für den Gewässerschutz und die Was-
serwirtschaft in Europa geschaffen. Mit ihr wurde ein Großteil der bisherigen europäischen
Regelungen zum Gewässerschutz in einer Richtlinie gebündelt und um moderne Aspekte
des Gewässerschutzes ergänzt. Ein wichtiger Ansatz der WRRL ist, die Gewässerschutzan-
strengungen innerhalb von Flussgebietseinheiten durch die beteiligten Staaten koordiniert
durchzuführen.
Ziel der Wasserrahmenrichtlinie ist es, dass möglichst viele Gewässer (Oberflächengewäs-
ser und das Grundwasser) bis 2015 einen guten Zustand erreichen. Bei entsprechender
Voraussetzungen sind Fristverlängerungen bis 2027 möglich. Ein Instrument zum Erreichen
dieser Zielstellung ist die Erarbeitung von flusseinzugsgebietsbezogenen Bewirtschaftungs-
plänen. Die Staaten in der internationalen Flussgebietseinheit Oder haben die koordinierte
Erstellung eines Bewirtschaftungsplans beschlossen.
Bewirtschaftungspläne umfassen eine aktuelle Beschreibung der Gewässer, Angaben zu
Belastungen für die Wasserkörper, zu Schutzgebieten, zu Überwachungsnetzen und zum
Zustand der Wasserkörper. Weiterhin werden die künftig in den einzelnen Gewässern zu
erreichenden Ziele festgelegt sowie die dazu erforderlichen Maßnahmen zur Zielerreichung
zusammenfassend dargestellt. Ausgangspunkt für die Bewirtschaftung sind die Ergebnisse
der Bestandsaufnahme und des Überwachungsprogramms sowie die überregional wichtigen
Wasserbewirtschaftungsfragen in der Flussgebietseinheit Oder und die daraus abgeleiteten
überregionalen Umweltziele.
Der vorliegende erste Bewirtschaftungsplan wurde gemäß Art. 13 WRRL bis Ende 2009 er-
arbeitet und veröffentlicht. Im Zeitraum vom 22.12.2008 bis 22.06.2009 war der Entwurf des
Plans Gegenstand einer öffentlichen Anhörung gemäß Art. 14 WRRL. Nach Abschluss der
Anhörung sind gegenüber dem für die Anhörung zugrunde gelegten Datenstand
(01.12.2008) weitere Aktualisierungen und Vervollständigungen erfolgt (Datenstand des vor-
liegenden Plans: 07.10.2009). Darüber hinaus wurden textliche Änderungen vorgenommen,
die aus Forderungen von eingegangenen Stellungnahmen im Rahmen der Anhörung resul-
tieren.
Der Bewirtschaftungsplan wird für die internationale Flussgebietseinheit (FGE) Oder als
internationaler Plan (gem. Art. 15) nach den Vorgaben der WRRL aufgestellt. Der internatio-
nale Plan kann voraussichtlich erst zum März 2010 fertig gestellt werden. Der vorliegende
deutsche Teil des gemeinsamen internationalen Bewirtschaftungsplans in der FGE Oder ist
das Ergebnis einer kooperativen, länder- und staatenübergreifenden Koordinierung auf Ebe-
ne des gesamten Einzugsgebiets der Oder. International koordiniert wurde insbesondere die
Gewässerüberwachung (Messnetz).
Der Bewirtschaftungsplan und das darin zusammengefasste Maßnahmenprogramm für den
deutschen Teil des Odergebietes stellen die Bewirtschaftungsplanung der drei Bundesländer
Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen bis 2015 dar. Sie sind nach Maßgabe
der Landeswassergesetze zumindest behördenverbindlich, d. h. sie sind bei allen Planun-
gen, die die Belange der Wasserwirtschaft betreffen, zu berücksichtigen.
Soweit konkrete Umsetzungsmaßnahmen die Belange der Wasser- und Schifffahrtsverwal-
tung des Bundes berühren, ist für diese gem. § 1b Abs. 2 Nr. 4 WHG das Einvernehmen
einzuholen.

Bewirtschaftungsplan deutscher Teil FGE Oder
Einführung
20
In einer umfangreichen Bestandsaufnahme der Oberflächen- und Grundwasserkörper im
Jahr 2004 und der Aufstellung eines Überwachungsprogramms wurde der Grundstein für
die Aufstellung des Bewirtschaftungsplans gelegt. Durch die Erfassung der ökologischen
Qualitätskomponenten und des chemischen Zustands wurde ein Kenntnisstand über die
Gewässer erreicht, den es bisher in diesem Maße noch nicht gab.
Wichtige Grundlagen für die Erarbeitung des Bewirtschaftunsplans sind neben der WRRL
selbst die Leitlinien, die auf EU-Ebene zusammen von der EU-Kommission und allen Mit-
gliedstaaten erarbeitet wurden (so genannte „Guidance Dokumente“), sowie die nationalen
Abstimmungen auf Ebene der Bund-Länder-Arbeitsgemeinschaft Wasser (LAWA).
Die WRRL ist durch Übernahme der Regelungen in das national geltende Wasserhaushalts-
gesetz (WHG) vom 19. August 2002 und in die Wassergesetze der Länder vollständig in
deutsches Recht umgesetzt worden. Zur Vereinfachung der Abstimmungen auf internationa-
ler Ebene und der Übergabe des Plans an die EU-Kommission wird im vorliegenden Bericht
im Allgemeinen nur auf die Regelungen in den Artikeln der WRRL und nur in Einzelfällen
zusätzlich auf die bundes- oder landesrechtlichen Regelungen Bezug genommen.
Eine wichtige Rolle in der Wasserwirtschaftsplanung werden künftig das Hochwasserrisiko-
management und die Folgen des Klimawandels sowie der Schutz der Meeresumwelt spielen.
Die Richtlinie 2007/60/EG des Europäischen Parlaments und des Rates über die Bewertung
und das Management von Hochwasserrisiken (Hochwasserrichtlinie, HWRM-RL) ist am
26.11.2007 in Kraft getreten. Mit dieser Richtlinie hat sich die Wasserpolitik der EU in Ergän-
zung zur Richtlinie 2000/60/EG die Aufgabe gestellt, unter Berücksichtigung der Wechselwir-
kungen des Hochwasserschutzes mit der Ökologie und der Ökonomie sowie unter Berück-
sichtigung möglicher Folgen einer Klimaänderung einen wasserwirtschaftlich geschlossenen
Methoden- und Planungsraum zu entwickeln. Durch die fachliche Verknüpfung der HWRM-
RL mit der WRRL sollen inhaltlich und organisatorisch Synergien genutzt werden, die sich
insgesamt auch vorteilhaft auf die Erreichung der umweltpolitischen Ziele auswirken. Ziel ist
die integrative Umsetzung eines vorbeugenden Hochwasserschutzes in den Flussgebiets-
einheiten.
Im Einzugsgebiet der Oder erfolgt bereits seit Einführung der WRRL im Jahr 2000 eine er-
weiterte internationale und nationale Kooperation zu Fragen des Hochwasserschutzes. Be-
reits heute werden auf internationaler und nationaler Ebene die Planungen wasserwirtschaft-
licher Maßnahmen hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf die Anforderungen beider Richtlinien
(WRRL und HWRM-RL) regelmäßig geprüft. Hochwasserschutzaspekte finden bei der Auf-
stellung des ersten Bewirtschaftungsplans grundsätzlich Beachtung (z.B. bei der Aufstellung
des Maßnahmenprogramms).
Bei der Einbeziehung von möglichen Folgen des Klimawandels in den Aufstellungs- und
Umsetzungsprozess des Bewirtschaftungsplans besteht die vorrangige Aufgabe darin, künf-
tige Veränderungen des Wasserhaushalts als Folge von möglichen Klimaveränderungen
aufzuzeigen. Wissenschaftliche Untersuchungen dokumentieren, dass sich das Klima verän-
dern und diese Veränderungen den Wasserkreislauf und damit die Wasserressourcen u. a.
durch das Auftreten von Wassermangel und Dürren beeinflussen werden. Die Auswirkungen
des Klimawandels werden die Umsetzung der WRRL langfristig beeinflussen. Insbesondere
werden durch die Auswirkungen des Klimawandels auf das Niederschlags- und Verduns-
tungsregime langfristige Veränderungen der Grundwasserneubildung und des oberirdischen
Abflusses erwartet. Für den ersten Bewirtschaftungszeitraum bis 2015 werden in der FGG
Oder nach derzeitigen Erkenntnissen die Auswirkungen des Klimawandels allerdings als
noch nicht signifikant eingeschätzt. Dennoch müssen bereits heute die Maßnahmen zur Ver-
besserung des chemischen und ökologischen Zustandes der Wasserkörper auf eine mögli-

Bewirtschaftungsplan deutscher Teil FGE Oder
Einführung
21
che Beeinflussung der dauerhaften Wirksamkeit durch den projizierten Klimawandel über-
prüft werden.
Ziel ist es jedoch, den Wasserwirtschaftsverwaltungen frühzeitig Hinweise über die Auswir-
kungen des Klimawandels auf die quantitativen und qualitativen gewässerkundlichen Grund-
lagen zu geben sowie nachhaltige Handlungsstrategien für die Umsetzung im Sinne des
Vorsorgeprinzips zu entwickeln. Diese Aufgabe kann nur in einem mittel- bis längerfristigen
Programm geplant und umgesetzt werden. Die einzelnen Arbeits- und Untersuchungsprojek-
te müssen dabei fachlich aufeinander abgestimmt und in ihrem Gesamtzusammenhang dar-
gestellt sein. Um langfristig auf die künftigen Veränderungen
des Wasserhaushalts als Folge der projizierten Klimaveränderungen vorbereitet zu sein,
bedarf es entsprechend angepasster wasserwirtschaftlicher Konzepte.
Die Richtlinie 2008/56/EG des Europäischen Parlaments und des Rates zur Schaffung eines
Ordnungsrahmens für Maßnahmen der Gemeinschaft im Bereich der Meeresumwelt (Mee-
resstrategierahmenrichtlinie) ist am 15.07.2008 in Kraft getreten. Damit hat die EU einen
Rahmen geschaffen, innerhalb dessen die Mitgliedstaaten die notwendigen Maßnahmen
ergreifen, um bis zum Jahr 2020 einen guten Zustand der Meeresumwelt zu erreichen oder
zu erhalten. Durch die fachliche Verknüpfung von WRRL und Meeresstrategierahmenrichtli-
nie finden auch Meeresschutzaspekte bei der Aufstellung des ersten Bewirtschaftungsplans
Berücksichtigung. Für die FGE Oder spielt dabei die internationale Zusammenarbeit im
Rahmen der Helsinki-Konvention zum Schutz der Meeresumwelt des Ostseegebietes
(HELCOM) eine wesentliche Rolle.
Vorgehensweise bei der Erarbeitung des Bewirtschaftungsplans
Die Flussgebietseinheit Oder erstreckt sich über Teile der Hoheitsgebiete der EU-
Mitgliedstaaten Bundesrepublik Deutschland, Tschechische Republik und Republik Polen.
Nach Inkrafttreten des Vertrages über die Internationale Kommission zum Schutz der Oder
(IKSO) am 26. April 1999 wurde eine Kooperation im internationalen Gewässerschutz im
Odereinzugsgebiet möglich. Die Staaten haben sich am 08. Mai 2002 darauf geeinigt, die
Umsetzung der Richtlinie 2000/60/EG unter dem Dach der Internationalen Kommission zum
Schutz der Oder gegen Verunreinigungen (IKSO) zu koordinieren.
Die Koordination zur Bearbeitung und Umsetzung des Bewirtschaftungsplans obliegt der
Verantwortung der Staaten. Aufgrund des föderalen Charakters der Bundesrepublik hat die
länderübergreifende Kooperation innerhalb der Bundesrepublik daher eine besondere Be-
deutung.
Im deutschen Teil des Einzugsgebiets der Oder liegen die Bundesländer Brandenburg,
Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen. Sie koordinieren die Umsetzung der WRRL im
deutschen Odereinzugsgebiet und stimmen insbesondere die Maßnahmen- und Bewirtschaf-
tungsplanung ab.
Aufbau des Bewirtschaftungsplans
Der Aufbau des Bewirtschaftungsplans ist zweistufig. In einem internationalen Bericht – Teil
A - sind die übergeordneten Bewirtschaftungsaspekte der Flussgebietseinheit Oder zusam-
menfassend dargestellt. Grundsatzfragen wie staatenübergreifende wichtige Wasserbewirt-
schaftungsfragen und Umweltziele, die u.a. auch die Grundlage für die nationale Maßnah-
menplanung bilden, werden aufgezeigt.
Die zweite Stufe bildet in der Bundesrepublik Deutschland der nationale Bewirtschaftungs-
plan für die deutschen Anteile am Einzugsgebiet der Oder - Teil B. Er umfasst detaillierte
Angaben zu den einzelnen Inhalten und betrachtet zusätzlich auch Wasserbewirtschaftungs-
fragen, die keine grenzübergreifenden Auswirkungen haben. Dieser nationale Bewirtschaf-

Bewirtschaftungsplan deutscher Teil FGE Oder
Einführung
22
tungsplan wird von den obersten Wasserbehörden der Länder für behördenverbindlich er-
klärt.
Gemäß den Anforderungen aus Art. 15 WRRL werden beide Teile des gesamten Bewirt-
schaftungsplans am 22. März 2010 an die EU-Kommission übermittelt.
Zur Erfüllung der Anforderungen der WRRL waren neben der Aufstellung des Bewirtschaf-
tungsplans vorbereitende fachliche Arbeiten in einem höheren Detaillierungsgrad erforder-
lich. Diese wurden durch die Bundesländer durchgeführt, die für die Datenbereitstellung und
die Umsetzung der Maßnahmen im Bewirtschaftungsplan zuständig sind.
Der hiermit vorgelegte Bewirtschaftungsplans bezieht sich auf den deutschen Anteil an der
internationalen Flussgebietseinheit Oder und ist Bestandteil des gemeinsamen internationa-
len Bewirtschaftungsplans.
Er greift im ersten Teil die Inhalte des Berichts zur Bestandsaufnahme nach Art. 5 in aktuali-
sierter Form wieder auf und beschreibt die allgemeinen Merkmale des Einzugsgebiets
(Kap. 1). Anschließend erfolgt eine Zusammenfassung der signifikanten Belastungen und
anthropogenen Auswirkungen auf den Zustand der Wasserkörper (Kap. 2), der Schutzgebie-
te (Kap. 3) und der Überwachungsnetze mit ersten Ergebnissen zum Zustand der Wasser-
körper (Kap. 4). Der Hauptteil des Bewirtschaftungsplans legt in Kapitel 5 die jeweiligen Um-
weltziele für die einzelnen Wasserkörper fest (dies beinhaltet auch die Inanspruchnahme von
Ausnahmeregelungen) und fasst die bis 2015 vorgesehenen Maßnahmen zum Erreichen der
Ziele der WRRL zusammen (Kap. 7). Vervollständigt wird der Plan durch eine wirtschaftliche
Analyse des Wassergebrauchs entsprechend Art. 5 und Anhang III WRRL (Kap. 6).
Kapitel 9 beinhaltet die Ergebnisse der bisherigen Information und Beteiligung der Öffentlich-
keit. Darüber hinaus werden in einem weiteren Kapitel die zuständigen Behörden (Kap. 10)
und Anlaufstellen zur Beschaffung von Hintergrundinformationen (Kap. 11) aufgelistet. Der
Bericht schließt mit einer ausführlichen Zusammenfassung (Kap. 12).
Informationen zu unterschiedlichsten fachlichen Fragestellungen sind in einer Vielzahl the-
matischer Karten als Anhang beigefügt. Dort sind ebenfalls umfangreiche Verzeichnisse und
Tabellen enthalten, die gemäß den Anforderungen der WRRL erforderlich sind.
Zur Vermeidung von Wiederholungen aus vorhergehenden Berichten im Zuge der Umset-
zung der WRRL sind die einführenden Kapitel des vorliegenden Berichts in stark gestraffter
Form dargestellt, da der nationale Bericht nach Art. 5 WRRL bereits umfassende Informatio-
nen zum Einzugsgebiet enthält. Für weitergehende Informationen zur Bestandsaufnahme
aus 2005 (Bericht nach Art. 5 WRRL), zu den Überwachungsprogrammen aus 2007 (Bericht
nach Art. 8 WRRL) sowie den Anhörungsdokumenten zum Zeitplan und Arbeitsprogramm
sowie zu den wichtigen Wasserbewirtschaftungsfragen wird auf die Internetseiten der drei
Bundesländer verwiesen.
Vertiefende Hintergrunddokumente sind ebenfalls über die Internetseiten der drei Bundes-
länder verfügbar, Anhang A0-1 listet diese mit Herkunft und Bezugsmöglichkeit auf.

image
Bewirtschaftungsplan deutscher Teil FGE Oder
Kapitel 1
23
1
ALLGEMEINE BESCHREIBUNG DER MERKMALE DER
FLUSSGEBIETSEINHEIT ODER
Geographisch-administrativer Überblick
Die Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU) haben gemäß Artikel 3 der WRRL alle
Haupteinzugsgebiete innerhalb ihres Hoheitsgebiets bestimmt und internationalen Fluss-
gebietseinheiten zugeordnet.
Die Flächengröße der internationalen Flussgebietseinheit Oder beträgt rund 124.000 km².
Der größte Teil, rund 107.200 km² bzw. 86,4 % liegen auf dem Gebiet der Republik Polen,
rund 7.300 km² bzw. 5,9 % in der Tschechischen Republik und 9.600 km² bzw. 7,7 % im Ge-
biet der Bundesrepublik Deutschland.
Abb. 1-1: Bearbeitungsgebiete bzw. Planungseinheiten im deutschen Teil
der FGE Oder

Bewirtschaftungsplan deutscher Teil FGE Oder
Kapitel 1
24
Um die zur Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie notwendigen Arbeiten sinnvoll zu struktu-
rieren, wurden innerhalb der internationalen Flussgebietseinheit Oder sechs Bearbeitungs-
gebiete abgegrenzt. Die deutschen Anteile an diesen Bearbeitungsgebieten stellen gleichzei-
tig die Planungseinheiten für die Aufstellung der Maßnahmenprogramme dar. Deutschland
hat Anteil an den vier Bearbeitungsgebieten Lausitzer Neiße, Mittlere Oder, Untere Oder,
und Stettiner Haff. Nähere Informationen zur Ausdehnung dieser Bearbeitungsgebiete kön-
nen der folgenden Tabelle 1-1 und der Abb. 1-1 entnommen werden.
Tab. 1-1:
Bearbeitungsgebiete mit deutschen Anteilen in der internationalen
Flussgebietseinheit Oder
Name
Lausitzer
Neiße
Mittlere Oder
Untere Oder
Stettiner Haff
Abkürzung
LAN
MOD
UOD
STH
Umfang
Teileinzugsge-
biet Lausitzer
Neiße
Mündung Glat-
zer Neiße bis
Mündung War-
the
Mündung War-
the bis Trze-
bieŜ
(Mündung
Oderhaff)
Übergangsgewässer und Küs-
tengewässer des Stettiner Haffs
(Kleines und Großes Haff) ein-
schließlich des Einzugsgebiets
des Stettiner Haffs (Gowienica
und Swine Einzugsgebiet und
das Einzugsgebiet von Uecker,
Randow und Zarow) sowie der
östliche Teil der Insel Usedom
und der westliche Teil der Insel
Wollin
Fläche
[km²]
4.390
31.230
10.910
5.010
Fläche in
Deutschland
[km²]
1.410
690
3.700
3.800
Fläche in
Deutschland
[%]
32,0
2,2
33,9
75,9
Beteiligte
Bundesländer
Sachsen,
Brandenburg
Brandenburg
Brandenburg,
Mecklenburg-
Vorpommern
Mecklenburg-Vorpommern,
Brandenburg
Koordinierung
Sächsisches
Staatsministeri-
um für Umwelt
und Landwirt-
schaft
Ministerium für
Umwelt, Ge-
sundheit und
Verbraucher-
schutz des Lan-
des
Brandenburg
Ministerium für
Umwelt, Ge-
sundheit und
Verbraucher-
schutz des Lan-
des
Brandenburg
Ministerium für Landwirtschaft,
Umwelt und Verbraucherschutz
Mecklenburg-Vorpommern

Bewirtschaftungsplan deutscher Teil FGE Oder
Kapitel 1
25
Naturräumlicher Überblick und hydrologische Verhältnisse
Die Oder entspringt in einer Höhe von 632 m ü. NN im Odergebirge, dem südöstlichen Teil
des Mittelgebirgszuges der Sudeten. Der Hauptlauf ist 855 km lang und ist der sechstgrößte
Zufluss zur Ostsee. Der Jahresabfluss am letzten Pegel mit Durchflussmessung vor der
Mündung ins Stettiner Haff beträgt 16,5 Mrd. m
3
(524 m³/s; MQ 1941/98 DGJ 1998) am Pe-
gel Hohensaaten-Finow).
Das Abflussverhalten ist durch hohe Abflüsse zur Schneeschmelze, geringe Abflüsse im
Sommer und in der Regel kurze, steile Hochwasserwellen bei Starkniederschlägen geprägt.
Allgemein treten in der Oder jährlich zwei Hochwasser auf, ein Frühjahrshochwasser im
März/April und ein Sommerhochwasser im Zeitraum Juni/Juli/August.
Die bedeutendsten Nebenflüsse der Oder sind linksseitig die Oppa, Glatzer Neiße, Ohle,
Weistritz, der Katzbach, der Bober und die Lausitzer Neiße sowie rechtsseitig die Ostrawitza,
Olsa, Klodnitz, Malapane, Stober, Weide, Bartsch und die Warthe.
Größter Nebenfluss ist die bei Kilometer 617,5 einmündende Warthe, die im langjährigen
Mittel mit 224 m
3
/s etwa 40 % des langjährigen mittleren Abflusses der Oder bringt. Mit ei-
nem Einzugsgebiet von über 54.000 km
2
stellt sie etwa die Hälfte des gesamten Oderein-
zugsgebietes und verleiht diesem die für das Einzugsgebiet typische Asymmetrie, die durch
ein großes rechtsseitiges und ein kleines linksseitiges Areal gekennzeichnet ist.
Bevölkerung und Industrie
Im Einzugsgebiet der Oder leben 16,4 Mio. Einwohner, davon 5 % in Deutschland, 10 % in
der Tschechischen Republik und ca. 85 % in Polen.
Die größten Städte im deutschen Einzugsgebiet der Oder sind Görlitz, Guben, Frankfurt
(Oder), Eberswalde und Schwedt/Oder.
Die Industrie sorgt für Wirtschaftskraft, führt aber auch zu deutlichen Gewässerbelastungen.
Wesentliche Abwasserlasten entstehen in den Branchen:
kommunale Kläranlagen
chemische und pharmazeutische Industrie,
mineralölverarbeitende Industrie,
Zellstoff- und Papierindustrie,
Metallherstellung, Metallbe- und -verarbeitung,
Bergbau und Braunkohlenverarbeitung,
Glasindustrie und Herstellung keramischer Erzeugnisse
Klima und Bodenverhältnisse
Das Klima im Gebiet der internationalen Flussgebietseinheit Oder unterliegt in Richtung Ost-
europa zunehmend kontinentalem Einfluss. Es kann allgemein als Gebiet mit gemäßigt kon-
tinentalem Klima bezeichnet werden.
Die mittleren Jahresniederschlagssummen liegen in den Kammlagen der höheren Gebirgs-
regionen bei 1000 - 1400 mm. Der größte Teil der Internationalen Flussgebietseinheit weist
jedoch Jahresniederschlagssummen zwischen 500 und 600 mm aus.
Vor allem in den Kammlagen der Mittelgebirge dominieren Waldflächen, im Tiefland hinge-
gen sind Ackerflächen weit verbreitet. Insgesamt machen Ackerflächen einen prozentualen

Bewirtschaftungsplan deutscher Teil FGE Oder
Kapitel 1
26
Anteil von 49 % im Odereinzugsgebiet aus, Waldflächen 29 %, Grünlandflächen 12 % und
sonstige Flächen 10 % (vgl. Abb. 1-2).
Dauerkulturen
0%
Grünland
12%
Wälder
29%
Feuchtflächen
0%
offene
Wasserflächen
5%
Siedlung
5%
Freiflächen
0%
Ackerland
49%
Abb. 1-2: Bodennutzungsstruktur im deutschen Odereinzugsgebiet
(nach CORINE Land Cover 2000)
Die Bodenbedeckung hat einen großen Einfluss auf das Wasserrückhaltevermögen eines
Gebiets und wirkt sich auf das Abflussverhalten der Flüsse aus.
Mögliche Auswirkungen des Klimawandels in der FGG Oder werden in Kapitel 5.2 beschrie-
ben.

Bewirtschaftungsplan deutscher Teil FGE Oder
Kapitel 1
27
1.1 Oberflächengewässer im deutschen Teil der FGE Oder
Zu den Oberflächengewässern zählen Fließgewässer, Seen, Übergangsgewässer und Küs-
tengewässer.
1.1.1 Lage und Grenzen der Wasserkörper
Ein Oberflächenwasserkörper (OWK) im Sinne der WRRL ist ein einheitlicher und bedeuten-
der Abschnitt eines Oberflächengewässers, z. B. ein See, ein Speicherbecken, ein Strom,
ein Fluss, ein sonstiges Fließgewässer oder Kanal, ein Teil eines Flusses, eines sonstigen
Fließgewässers oder Kanals, ein Übergangsgewässer oder ein Küstengewässerstreifen. Die
Wasserkörper bilden die kleinste Bewirtschaftungseinheit für die Oberflächengewässer, auf
die sich die Aussagen der Bestandsaufnahme und der Überwachungsprogramme beziehen.
Die OWK wurden auf Basis der Kategorisierung und Typisierung so abgegrenzt, dass ihre
Zustände genau beschrieben und mit den Umweltzielen der WRRL verglichen werden konn-
ten (WFD CIS Guidance document no. 2 – Identification of Water Bodies, 2003). Aufgrund
der Kleinräumigkeit der hydrologischen und sonstigen gewässertypologischen Bedingungen
ist allerdings eine sehr hohe Anzahl von Wasserkörpern die Folge.
Lage, Grenzen und Kategorien der Oberflächenwasserkörper sind in der Karte 1.2 für die
Bearbeitungsgebiete dargestellt.
Tabelle 1-2 dokumentiert die Veränderungen bei der Ausweisung von Oberflächen-
wasserkörpern gegenüber dem Stand im Bericht 2005.
Tab. 1-2:
Vergleich der ausgewiesenen Oberflächenwasserkörper 2005/2009 für
den deutschen Teil der FGE Oder
Anzahl der Oberflächenwasserkörper
Abgrenzung 2005
Abgrenzung 2009
Fließgewässer
445
453
Standgewässer
51
49
Übergangsgewässer
0
0
Küstengewässer
1
1
gesamt
497
503
Die vorläufige Ausweisung der Wasserkörper aus der Bestandsaufnahme wurde auf der
Grundlage erster Monitoringergebnisse und den vorbereitenden Arbeiten für das Maßnah-
menprogramm und den Bewirtschaftungsplan in einigen Fällen verändert. Begründet wird
dies u.a. mit der Präzisierung für einzelne Gewässerabschnitte.
Insgesamt werden nach der Überprüfung 6 Oberflächenwasserkörper weniger als zur Be-
standsaufnahme ausgewiesen. Das entspricht einer Änderung von etwas mehr als ein Pro-
zent.
Zwischen der Tschechischen Republik, der Republik Polen und den deutschen Bundeslän-
dern Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen wurden in der Kategorie Fließ-
gewässer insgesamt 15 grenzüberschreitende bzw. grenzbildende Oberflächenwasserkörper
vereinbart.

image
Bewirtschaftungsplan deutscher Teil FGE Oder
Kapitel 1
28
1.1.2 Ökoregionen und Oberflächenwasserkörpertypen im Einzugsgebiet
Die Gewässertypisierung ist die Grundlage für eine sich an biozönotischen Gegebenheiten
orientierende Bewertung und Bewirtschaftung der Gewässer nach WRRL. In Deutschland
wurde nach Anhang II WRRL, System B, typisiert.
Insgesamt sind für die Bundesrepublik Deutschland aktuell 25 Fließgewässertypen definiert.
Eine Überarbeitung der 2004 vorgelegten Steckbriefe zur Beschreibung der damals 24 deut-
schen Fließgewässertypen, auf deren Grundlage die damalige Bestandsaufnahme durchge-
führt wurde, erfolgte im November 2006. Die im deutschen Einzugsgebiet der Oder ausge-
wiesenen Gewässertypen sind in Tabelle 1-3 und Karte 1.2 dargestellt. Die Bewertung der
Oberflächenwasserkörper anhand der biologischen Qualitätskomponenten erfolgt bezogen
auf das gewässertypspezifische Leitbild (Referenzzustand). Hierzu sind in Deutschland neue
biologische Bewertungsverfahren entwickelt worden (vgl. UBA, 2008).
Die insgesamt 13
Fließgewässertypen
des Odergebiets sind der Ökoregion 9 „zentrales
Mittelgebirge“’ und der Ökoregion 14 „zentrales Flachland“ zuzuordnen. Die Grenzen der
Ökoregionen sind der Abbildung 1-3 zu entnehmen. Vier Fließgewässertypen können in allen
Ökoregionen vorkommen. Hinzu kommen die ebenfalls ökoregionunabhängigen künstlichen
Fließgewässer.
Abb. 1-3: Abgrenzung der Ökoregionen

Bewirtschaftungsplan deutscher Teil FGE Oder
Kapitel 1
29
Tab. 1-3:
Fließgewässertypen im deutschen Einzugsgebiet der Oder
Ökoregion
Typ
Bezeichnung
Anteil der Fließ-
länge (%)
5
Grobmaterialreiche,
silikatische Mittelgebirgsbäche (s)
4,1
9
Silikatische, fein- bis grobmaterialreiche
Mittelgebirgsflüsse (s)
1,7
9: Zentrales
Mittelgebirge,
Höhe
200 – 800 m
9.2
Große Flüsse des Mittelgebirges (k)
0,7
14
Sandgeprägte Tieflandbäche (s, k)
10,3
15
Sand- und lehmgeprägte Tieflandflüsse (k)
9,5
16
Kiesgeprägte Tieflandbäche (s, k)
5,3
20
Sandgeprägte Ströme (k)
5,7
14: Zentrales Flachland,
Höhe < 200 m
23
Rückstau- bzw. brackwasserbeeinflusste
Ostseezuflüsse
0,9
11
Organisch geprägte Bäche (o)
16,2
12
Organisch geprägte Flüsse (o)
5,8
19
kleine Niederungsfließgewässer in Fluss-
und Stromtälern (k)
11,1
Ökoregionunabhängige
Typen
21
Seeausflussgeprägte Fließgewässer
5,9
artificial Künstliche Fließgewässer
22,6
k = karbonatisch geprägt
s = silikatisch geprägt
o = organisch geprägt
Für die Typisierung der
Standgewässer
ergaben sich für die Bundesrepublik Deutschland
14 Seentypen, von denen 6 im deutschen Einzugsgebiet der Oder vertreten sind (vgl. Tabel-
le 1-4).

Bewirtschaftungsplan deutscher Teil FGE Oder
Kapitel 1
30
Tab. 1-4:
Standgewässertypen im deutschen Einzugsgebiet der Oder
Ökoregion
Typ
Bezeichnung
Anteil der Stand-
gewässer (% der
Anzahl)
9: Zentrales
Mittelgebirge,
Höhe 200 – 800 m
5
Kalkreicher*, geschichteter*** Mittelgebirgssee
mit relativ großem Einzugsgebiet**
2,0
10
Kalkreicher, geschichteter Flachlandsee
mit relativ großem Einzugsgebiet
28,6
11
Kalkreicher, ungeschichteter Flachlandsee
mit relativ großem Einzugsgebiet und einer
Verweilzeit > 30 d
34,7
12
Kalkreicher, ungeschichteter Flachlandsee
mit relativ großem Einzugsgebiet und einer
Verweilzeit > 3 d und < 30 d
2,0
13
Kalkreicher, geschichteter Flachlandsee
mit relativ kleinem Einzugsgebiet
24,5
14: Zentrales
Flachland,
Höhe < 200 m
14
Kalkreicher, ungeschichteter Flachlandsee
mit relativ kleinem Einzugsgebiet
8,2
*
kalkreiche Seen: Ca
2+
15 mg/l; kalkarme Seen: Ca
2+
< 15 mg/l
** relativ großes Einzugsgebiet: Verhältnis der Fläche des oberirdischen Einzugsgebiets
(mit Seefläche) zum Seevolumen (Volumenquotient VQ) > 1,5 m²/m³
relativ kleines Einzugsgebiet: VQ
1,5 m²/m³
*** Ein See wird als geschichtet eingeordnet, wenn die thermische Schichtung an der tiefsten Stelle
des Sees über mindestens 3 Monate stabil bleibt.
Die Mehrzahl der im deutschen Gebietsteil der FGE Oder als Oberflächenwasserkörper aus-
gewiesenen Standgewässer (98,0 %) liegt in der Flachlandregion. Der Ökoregion „Zentrales
Mittelgebirge“ wurde dagegen mit dem Olbersdorfer See in Sachsen nur ein für den ersten
Bewirtschaftungsplan als Oberflächenwasserkörper relevantes Standgewässer (2,0 %) zu-
geordnet. Der Olbersdorfer See stellt einen künstlich entstandenen See dar, wurde als künst-
licher Wasserkörper (AWB) ausgewiesen und dem ähnlichsten natürlichen Seentyp (Typ 5)
zugeordnet. Im nördlichsten Teil des Einzugsgebietes der Oder befindet sich ein Küstenwas-
serkörper des Typs B1 „oligohaline innere Küstengewässer.
Sind Oberflächengewässer durch ihre Nutzung geprägt und verändert oder neu geschaffen,
werden sie den erheblich veränderten und den künstlichen Wasserkörpern zugeordnet.
1.1.3 Künstliche und erheblich veränderte Gewässer
Künstliche Gewässer
(
A
rtificial
W
ater
B
odies) sind „von Menschen geschaffene oberirdi-
sche Gewässer“ (Art. 2 Nr. 8 WRRL), die weder durch die direkte physikalische Veränderung
noch durch eine Verlegung oder Begradigung eines bestehenden Wasserkörpers entstanden
sind. Als
erheblich veränderte Gewässer
(
H
eaviliy
M
odified
W
ater
B
odies) können Gewäs-

Bewirtschaftungsplan deutscher Teil FGE Oder
Kapitel 1
31
ser eingestuft werden, die durch den Menschen in ihrem Wesen physikalisch erheblich ver-
ändert wurden und durch intensive und dauerhafte oder ggf. irreversible Nutzungen geprägt
sind (Art. 2 Nr. 9 WRRL, WFD CIS Guidance document no. 4 – Identification and Designati-
on of Heavily Modified and Artificial Water Bodies). Die Bedingungen, unter denen Oberflä-
chenwasserkörper als künstlich oder erheblich verändert ausgewiesen werden können, sind
unter Art. 4 Abs. 3 beschrieben (siehe dazu Kap. 5-2-1). Die im deutschen Einzugsgebiet der
Oder ausgewiesenen erheblich veränderten und künstlichen Wasserkörper sind in der Kar-
te 1.3 dargestellt. Tabelle 1-5. zeigt die zahlenmäßige Verteilung für die Fließgewässerwas-
serkörper.
Von den 49 Standgewässerwasserkörpern wurden keine als erheblich verändert und je einer
in den Bearbeitungsgebieten Mittlere Oder und Lausitzer Neiße als künstlich ausgewiesen.
Der Küstenwasserkörper Kleines Haff ist ein natürlicher Wasserkörper.
Tab. 1-5:
Anteil künstlicher und erheblich veränderter Fließgewässerwasserkörper
davon künstliche
davon erheblich
veränderte
Bearbeitungsgebiet
Anzahl
Fließgewässer-
wasserkörper
gesamt
Anzahl
%-Anteil
(der Länge)
Anzahl
%-Anteil
(der Länge)
Lausitzer Neiße
53
11
13,8
12
18,9
Mittlere Oder
42
12
19,7
4
6,1
Untere Oder
179
81
34,2
15
11,7
Stettiner Haff
179
62
33,9
74
42,8
gesamt
453
166
36,6
105
23,2
Die Ausweisung der erheblich veränderten und künstlichen Wasserkörper erfolgte auf der
Grundlage der in den CIS-Leitlinien der Europäischen Kommission erarbeiteten Vorgaben.
Im Vergleich zur Bestandsaufnahme 2005 hat sich ebenso die Gesamtzahl der Wasserkör-
per als auch die Anzahl der erheblich veränderten und künstlichen Wasserkörper verändert,
wie in Tabelle 1-6 dargestellt. Nach der Überprüfung gibt es ca. 6,5% mehr künstliche und
ca. 4,5% mehr erheblich veränderte Oberflächenwasserkörper (Vergleich der Lauflänge) als
zur Bestandsaufnahme ausgewiesen.

Bewirtschaftungsplan deutscher Teil FGE Oder
Kapitel 1
32
Tab. 1-6:
Vergleich der Anteile künstlicher und erheblich veränderter Fließgewäs-
serwasserkörper 2005 und 2009
Fließgewässerwasserkörper
Anzahl
gesamt
davon
künstlich
davon erheb-
lich verändert
2005
NW B
52%
AW B
31%
HMW B
17%
446
140
78
2009
AW B
37%
HMW B
23%
NWB
40%
453
166
105
Im Rahmen der Bestandsaufnahme wurden zur Ausweisung der Wasserkörper abgefragt:
• ob bedeutende hydromorphologische Veränderungen vorliegen;
• welche spezifizierte Nutzungen diesen Veränderungen zugrunde liegen;
• ob im Ergebnis trotz dieser Veränderungen der gute ökologische Zustand noch erreicht
werden kann.
Wurde die dritte Frage verneint, konnte der Wasserkörper vorläufig als erheblich verändert
ausgewiesen werden.

Bewirtschaftungsplan deutscher Teil FGE Oder
Kapitel 1
33
Für die abschließende Ausweisung im Bewirtschaftungsplan 2009 wurde darauf aufbauend
geprüft:
• ob durch Verbesserungsmaßnahmen in den Wasserkörpern ein guter ökologischer Zu-
stand erreicht werden kann;
• ob diese Verbesserungsmaßnahmen signifikante negative Auswirkungen „auf die spezifi-
zierten Nutzungen“ oder die „Umwelt im weiteren Sinne“ haben können. Zu den Auswir-
kungen auf Nutzungen zählen dabei u. a. die Beeinträchtigung von Flächennutzungen
bei veränderter Landbe- oder Entwässerung, die Auswirkungen auf die Urbanisierung bei
verändertem Hochwasserschutz, möglicher Verlust der Energieerzeugung, Behinderung
der Schifffahrt;
• ob es technisch und finanziell mögliche Alternativen zu den Verbesserungsmaßnahmen
gibt, die zudem noch die bessere Umweltoption darstellen.
Nur in den Fällen, in denen Verbesserungsmaßnahmen zu signifikanten negativen Auswir-
kungen auf Nutzungen bzw. Schutzgüter führen können, konnten die Oberflächenwasser-
körper als erheblich verändert eingestuft werden. Die Ausweisung erfolgte immer wasserkör-
perbezogen, nicht für einzelne Gewässerabschnitte. Eine Nutzung allein betrachtet oder
auch eine morphologische Veränderung für die Nutzung kann nicht aus sich selbst heraus
Ausweisungsgrund sein. Für eine Ausweisung des Oberflächenwasserkörpers als erheblich
verändert müssen immer erhebliche negative Auswirkungen von Maßnahmen, die zum Er-
reichen des guten Zustands nötig wären, auf die Nutzung vorhanden sein.

Bewirtschaftungsplan deutscher Teil FGE Oder
Kapitel 1
34
1.2 Grundwasser im deutschen Teil der FGE Oder
Grundwasser ist entsprechend den Begriffsbestimmungen der WRRL alles unterirdische
Wasser in der Sättigungszone, das in unmittelbarer Berührung mit dem Boden oder dem
Untergrund steht. Da flächendeckend oberflächennah Grundwasserleiter vorhanden sind,
wurde für die Abgrenzung von Grundwasserkörpern die gesamte Fläche des deutschen Ein-
zugsgebiets der Oder abzüglich der Fläche der Küstengewässer einbezogen.
Im Grundwasser bildet der Grundwasserkörper die kleinste Bewertungs- und Bewirtschaf-
tungseinheit. Hierbei handelt es sich um ein abgegrenztes Grundwasservolumen innerhalb
eines oder mehrerer Grundwasserleiter. Bei der Abgrenzung der Grundwasserkörper wurden
die hydraulischen und geologisch-hydrogeologischen Verhältnisse, untergeordnet auch die
anthropogenen Einwirkungen soweit berücksichtigt, dass es möglich wurde, die Grundwas-
serkörper hinsichtlich ihres Zustands als relativ homogene Einheiten zu bewerten.
Die Beschreibung der Grundwasserkörper anhand der wesentlichen Eigenschaften in Hin-
blick auf die vorherrschenden Grundwasserleitertypen und die geochemischen Eigenschaf-
ten erfolgte mit der Bestandsaufnahme und ist über den Bericht an die Europäische Kom-
mission von 2005 nachzuvollziehen. Der Bericht enthält auch detaillierte Angaben zur Ab-
grenzung der Grundwasserkörper.
Nach aktuellem Stand wurden im deutschen Einzugsgebiet der Oder 23 Grundwasserkörper
abgegrenzt.
Insbesondere die unterschiedlichen natürlichen Gegebenheiten begründen die z. T. erhebli-
chen Abweichungen der Flächengröße der Grundwasserkörper. Im Festgesteinsbereich
wurden meist kleinere Grundwasserkörper ausgewiesen als im Lockergesteinsbereich. In
genauerer Kenntnis der Belastungssituation und unter Berücksichtigung der hydrogeologi-
schen Verhältnisse wurden einige Grundwasserköper nach 2005 neu abgegrenzt. Die Lage
sowie die Grenzen der aktuellen Grundwasserkörper in der Oder sind der Karte 1.4 zu ent-
nehmen.
Tabelle 1-7 dokumentiert die Veränderungen bei der Abgrenzung von Grundwasserkörpern
gegenüber dem im Bericht 2005 dargestellten Stand.
Tab. 1-7:
Vergleich der abgegrenzten Grundwasserkörper 2005 und 2009
Bearbeitungsgebiet
Abgrenzung 2005
Abgrenzung 2009
Lausitzer Neiße
6
7
Mittlere Oder
3
3
Untere Oder
6
6
Stettiner Haff
4
7
gesamt
19
23

Bewirtschaftungsplan deutscher Teil FGE Oder
Kapitel 1
35
Tabelle 1-8 enthält die aktualisierten Angaben für Anzahl und Fläche der Grundwasser-
körper.
Tab. 1-8:
Anzahl der ausgewiesenen Grundwasserkörper
Bearbeitungsgebiet
Gesamtanzahl
Fläche
[km²]
Lausitzer Neiße
7
1.459,2
Mittlere Oder
3
690,6
Untere Oder
6
3.688,4
Stettiner Haff
7
3.642,0
gesamt
23
9.480,2*
* Gesamtflächengröße der Grundwasserkörper weicht von der Fläche des deutschen Anteils
an der FGE Oder ab durch unterschiedliche oberirdische und unterirdische Abgrenzungskri-
terien

Bewirtschaftungsplan deutscher Teil FGE Oder
Kapitel 1
36

Bewirtschaftungsplan deutscher Teil FGE Oder
Kapitel 2
37
2
ZUSAMMENFASSUNG DER SIGNIFIKANTEN BELASTUNGEN
UND ANTHROPOGENEN AUSWIRKUNGEN AUF DEN
ZUSTAND VON OBERFLÄCHENGEWÄSSERN UND
GRUNDWASSER
Nach der Aufstellung der Überwachungsprogramme für Oberflächenwasser und Grund-
wasser und dem Vorliegen erster bzw. ergänzender Messdaten wurde die vorläufige Analyse
der Belastungen und Auswirkungen aus dem Jahr 2005 validiert und fortgeschrieben.
2.1 Oberflächengewässer
Die Oberflächenwasserkörper werden im Allgemeinen durch verschiedene Belastungsarten
beeinträchtigt, die sich unterschiedlich stark auf verschiedene Qualitätskomponenten, z. B.
das Phytoplankton oder die Fischfauna auswirken können. Es wurden daher Kriterien festge-
legt, nach denen die Signifikanz der Belastung bewertet werden soll, um ein möglichst ein-
heitliches Vorgehen zu gewährleisten (WFD CIS Guidance document no. 3 – Analysis of
Pressure and Impacts, 2003).
Bezüglich der Beeinflussung des Zustands der Oberflächenwasserkörper sind folgende Ar-
ten von Belastungen maßgeblich:
Punktquellen
Diffuse Quellen
Wasserentnahmen und/oder Wiedereinleitungen
Abflussregulierungen und hydromorphologische Veränderungen
Eine Belastung ist dann
signifikant
, wenn sie mit großer Wahrscheinlichkeit wesentlich zur
Verfehlung des „guten Zustands“ im Wasserkörper beiträgt und sich daraus ein Erfordernis
zur Umsetzung von gezielten Maßnahmen ergibt. Grundlage für die Einstufung der einzelnen
Belastungen ist das Bezugsjahr 2006 in Verbindung mit der Zustandsbewertung der Was-
serkörper aus den Jahren 2006 bis 2008.
Die Kriterien, die zur Beurteilung der Signifikanz von Belastungen im deutschen Oderein-
zugsgebiet überwiegend herangezogen wurden, sind in Anhang A2-1 aufgeführt.
Die Ergebnisse der Bewertung nach den Hauptbelastungsarten in den Oberflächenwasser-
körpern sind in Tabelle 2-1 differenziert dargestellt. Es ist festzustellen, dass meist nicht nur
eine, sondern mehrere Belastungsarten je Wasserkörper vorliegen.

Bewirtschaftungsplan deutscher Teil FGE Oder
Kapitel 2
38
Tab. 2-1:
Signifikante Belastungen und anthropogene Auswirkungen auf den Zustand der Oberflächengewässer
Zustand
Hauptbelastungsarten (Anzahl Wasserkörper je Bearbeitungsgebiet)
Bearbei-
tungsgebiet
Anzahl
OWK
gesamt
schlechter
als gut
davon
natürlich
davon
erheblich
verändert
davon
künstlich
Belastungen
aus
Punktquellen
Belastungen
aus diffusen
Quellen
Belastungen durch
Wasserentnahmen
und/oder
Wiedereinleitungen
Belastungen durch Ab-
flussregulierungen
und/oder hydromorpho-
logische
Veränderungen
andere
Belastungen
bewertet als Fluss
Lausitzer
Neiße
53
52
30
12
10
6
35
3
46
0
Mittlere
Oder
42
38
25
4
9
1
23
0
29
0
Untere Oder
179
163
78
13
72
10
125
0
135
0
Stettiner
Haff
179
174
42
74
58
9
155
0
157
0
gesamt
453
427
175
103
149
26
338
3
367
0
bewertet als See
Lausitzer
Neiße
1
1
0
0
1
0
1
0
0
0
Mittlere
Oder
3
2
2
0
0
1
2
0
0
0
Untere Oder
21
19
19
0
0
7
17
0
0
0
Stettiner
Haff
24
13
13
0
0
6
10
0
0
1
gesamt
49
35
34
0
1
14
29
0
0
1
Küstengewässer
Stettiner
Haff
1
1
1
0
0
0
0
0
0
0

Bewirtschaftungsplan deutscher Teil FGE Oder
Kapitel 2
39
Gesamt-
zahl
OWK
503
Diffuse
Quellen
73,2%
Punktquellen
8,0%
Abfluss-
regulierungen/
hydromorph.
Veränderungen
73,0%
Wasser-
entnahmen/
Wieder-
einleitungen
0,6%
Sonstige
Belastungen
0,2%
0
100
200
300
400
500
Abb. 2-1:
Verteilung der Hauptbelastungsarten für Oberflächenwasserkörper (nach
Anzahl der OWK)
Im Ergebnis ist festzustellen, dass hydromorphologische Veränderungen sowie Abflussregu-
lierungen für die Fließgewässer die Hauptbelastungsart darstellen (vgl. Abb. 2-1). An zweiter
Stelle folgen die diffusen Belastungen, die alle Oberflächenwasserkörperkategorien betref-
fen. Weitere Schwerpunkte der Belastung bilden Punktquellen im gesamten deutschen
Odergebiet sowie in einzelnen Wasserkörpern mit relativ geringen Abflussdargeboten bei
gleichzeitig umfangreichen Nutzungsansprüchen auch Wasserentnahmen (z.B. im Gebiet
der Lausitzer Neiße). Eine quantitative wasserkörperbezogene Aussage zur signifikanten
Belastung durch Wasserentnahmen und Wiedereinleitungen ist momentan nicht sicher mög-
lich. So sind nur 3 konkrete Fließgewässerkörper erfasst worden, in denen Wasserentnah-
men/ Wiedereinleitungen durchgeführt werden, die eine signifikante Belastung darstellen
können.
Sonstige Belastungsquellen sind von untergeordneter Bedeutung.
2.1.1 Punktquellen
Insgesamt
weisen
im
deutschen
Teil
der
Flussgebietseinheit
Oder
40 Oberflächenwasserkörper signifikante Belastungen aus Punktquellen auf, die in erster
Linie auf kommunale und in und zweiter Linie auf industrielle, gewerbliche oder bergbauliche
Direkteinleitungen zurückzuführen sind.
Als wesentliche Quellen für signifikante Belastungen kommen z. B. folgende Direkteinleiter in
Betracht:
kommunale Kläranlagen

Bewirtschaftungsplan deutscher Teil FGE Oder
Kapitel 2
40
chemische und pharmazeutische Industrie,
mineralölverarbeitende Industrie,
Zellstoff- und Papierindustrie,
Metallherstellung, Metallbe- und -verarbeitung,
Bergbau und Braunkohlenverarbeitung,
Glasindustrie und Herstellung keramischer Erzeugnisse und
Kraftwerke
Es gibt im deutschen Einzugsgebiet der Oder 4 industrielle Direkteinleiter nach IVU-Richtlinie
(96/61/EG), die ebenfalls PRTR-Anlagen sind und einer diesbezüglichen Meldepflicht unter-
liegen. Diese Anlagen überschreiten einen oder mehrere Schwellenwerte folgender Parame-
ter: Stickstoff, organisch gebundener Gesamt-Kohlenstoff, Chloride, Fluoride und die Metalle
Blei, Kupfer, Zink, Cadmium und Nickel. Die Verteilung der Anlagen in den Bearbeitungsge-
bieten ist Tabelle 2-2 zu entnehmen.
Tab. 2-2:
IVU- und PRTR-Anlagen im deutschen Einzugsgebiet der Oder
Bearbeitungsgebiet
Anzahl Anlagen
(Direkteinleitung
in Gewässer)
Parameter, deren Schwellenwerte überschritten wird
Lausitzer Neiße
1
Zink*
Mittlere Oder
1
Stickstoff, Fluoride, Zink*, Cadmium*,
Kupfer*, Nickel*; Blei*
Untere Oder
2
Organ. gebundener Gesamt-Kohlenstoff,
Chloride, Fluoride, Nickel*, Stickstoff
Stettiner Haff
0
-
gesamt
4
*und Verbindungen
2.1.2 Diffuse Quellen
In 82 % der Oberflächenwasserkörper im deutschen Teil der Flussgebietseinheit Oder (368
OWK) wurden signifikante diffuse Belastungen identifiziert. Die diffusen Einträge von Nähr-
stoffen wie Stickstoff und Phosphor und von Pflanzenschutzmitteln in die Oberflächenge-
wässer sind zum größten Teil auf die Landbewirtschaftung zurückzuführen.
Hinsichtlich der Einträge von Pflanzenschutzmitteln in die Oberflächengewässer werden in
Deutschland die Abschwemmung gelöster Wirkstoffe von landwirtschaftlichen Flächen und
die Hofabläufe als die bedeutendsten Eintragspfade eingeschätzt. Gefährdungskarten liegen
vom Umweltbundesamt (Berechnungen mit DRIPS, B
ACH & FREDE 2000) vor. Die Ab-
schwemmung ist bedeutend in Gebieten mit hohem Anteil an Hackfrüchten (Zuckerrüben,
Mais, Kartoffeln) sowie in Mittelgebirgslagen mit starken Hangneigungen, sofern sie acker-
baulich genutzt werden.
Diffuse Schwermetalleinträge hingegen entstehen vor allem durch städtische und industriell-
gewerbliche Flächennutzungen. Weitere diffuse Schadstoffeinträge in die Oberflächen-
gewässer im deutschen Odereinzugsgebiet stehen in ursächlichem Zusammenhang mit Alt-
lasten (Altstandorte/Altablagerungen) und mit atmosphärischen Depositionen.

Bewirtschaftungsplan deutscher Teil FGE Oder
Kapitel 2
41
Die Nährstoffeinträge in die Oder sind in den letzten Jahren bei Stickstoff und bei Phosphor
weiter kontinuierlich zurückgegangen. Das ist im Wesentlichen auf den Bau von Abwasser-
behandlungsanlagen mit Nährstoffeliminierung und die gezielte Verminderungen der Stick-
stoffüberschüsse auf landwirtschaftlichen Nutzflächen zurückzuführen.
Hohe Phosphoreinträge durch Erosion liegen vorrangig in den Gebieten mit intensiver land-
wirtschaftlicher Nutzung vor. Die Einträge werden verstärkt durch erosionsgefährdete Bo-
denbedeckungen insbesondere bei stärkeren Gefällen wie z. B. im Mittelgebirge. Erhebliche
Einträge an Stickstoff gelangen darüber hinaus über Grundwasser und Dränagen in die
Oberflächengewässer.
Die anthropogen beschleunigte Eutrophierung von Binnenseen und des Stettiner Haffs ist
nach wie vor ein ökologisches Problem und erfordert auch künftig weitere Maßnahmen ins-
besondere zur Reduzierung von diffusen Nährstoffeinträgen im gesamten Einzugsgebiet der
internationalen Flussgebietseinheit Oder.
2.1.3 Signifikante Wasserentnahmen/Wiedereinleitungen
Wasserentnahmen spielen im deutschen Odereinzugsgebiet ebenfalls eine bedeutende Rol-
le. Allerdings kann gegenwärtig auf Grund fehlender Datengrundlagen und der Überlagerung
durch natürliche Dargebotsschwankungen und Belastungen aus hydromorphologischen Ver-
änderungen keine Quantifizierung hinsichtlich ihres Einflusses auf die Zielerreichung in den
betroffenen Wasserkörpern vorgenommen werden. Im Maßnahmenprogramm sind aus die-
sem Grund unter der Belastungsgruppe Wasserhaushalt auch Aktualisierungen von Was-
serbilanzen und – soweit erforderlich – daraus resultierende Überprüfungen und Anpassun-
gen von Festlegungen zu Mindestabflüssen und Wasserentnahmeerlaubnissen unter den
ökologischen Gesichtspunkten der WRRL vorgesehen. Gegenwärtig sind nur 3 konkrete
Fließgewässerkörper erfasst worden, in denen Wasserentnahmen/ Wiedereinleitungen
durchgeführt werden, die eine signifikante Belastung darstellen können.
Zwei der drei Fließgewässer-Wasserkörper werden zur Flutung des Berzdorfer See genutzt.
Die Wasserentnahmen werden dabei so gesteuert, dass ein ökologisch erforderlicher Min-
destwasserabfluss in den Fließgewässern verbleibt. In Kombination mit anderen Belastun-
gen kann aber auch die jeweilige Wasserentnahme zu einer signifikanten Belastung für den
ökologischen Zustand des Fließgewässers werden. Mit Abschluss der Flutung des Berzdor-
fer Sees wird dieser Belastungsaspekt zukünftig wegfallen.
Wasserentnahmen und Wiedereinleitungen, insbesondere durch Kommunen, Industrie, Ge-
werbe, Bergbau, Energieerzeugung sowie Land- und Fischereiwirtschaft können aufgrund
wesentlicher Veränderungen des Abflussregimes im Gewässerbett die Fischfauna und das
Makrozoobenthos signifikant beeinträchtigen. Sie werden im industriellen, gewerblichen,
energetischen, landwirtschaftlichen und fischereilichen Sektor genutzt. Bei Wasserkraftnut-
zungen können dabei die abflussreduzierten Fließstrecken (Ausleitungsstrecken) zwischen
Wasserentnahme und Einleitung problematisch sein. Ebenso können Kühlwasserentnahmen
für den Wärmekraftwerksbetrieb, die Entnahme für den Braunkohlenbergbau und Überlei-
tungen in benachbarte Flussgebietseinheiten sowie andere Teileinzugsgebiete der Oder zu
den signifikanten Belastungen zählen.
In Wasserkörpern der Stand- und Küstengewässer gibt es keine maßgeblichen Wasserent-
nahmen/Wiedereinleitungen.

Bewirtschaftungsplan deutscher Teil FGE Oder
Kapitel 2
42
2.1.4 Signifikante Abflussregulierungen/hydromorphologische Veränderungen
Bauwerke und Anlagen, die das natürliche Regime von Oberflächen- und Grundwasser-
körpern beeinflussen, können abflussregulierend wirken und/oder ebenso die Hydro-
morphologie von Oberflächengewässern deutlich beeinträchtigen (vgl. Karte 2.1). Solche
Bauwerke dienen hauptsächlich dem Hochwasserschutz, der Wasserkraftnutzung, der Ge-
währleistung der landwirtschaftlichen Nutzung, dem Erhalt der Schiffbarkeit, der Fischerei-
wirtschaft, dem Geschieberückhalt und/oder der industriellen Nutzung. Des Weiteren können
Baumaßnahmen an Oberflächengewässern im Längsverlauf strukturelle morphlogische Be-
lastungen darstellen. Unterhaltungsmaßnahmen können je nach Art und Umfang hydromor-
phologisch zu einer Belastung führen oder auch zu einer Aufwertung des Gewässers beitra-
gen..
Der Nutzungshintergrund hydromorphologischer Veränderungen durch Ausbau, Einengung
und Begradigung der Fließgewässer deckt sich weitgehend mit denen der Abflussregulierun-
gen. Der Grad hydromorphologischer Veränderungen und die hohe Anzahl abflussregulie-
render Bauwerke im Einzugsgebiet drücken sich u. a. im relativ hohen Anteil erheblich ver-
änderter und künstlicher Fließgewässer-Wasserkörper aus. Die folgenden Ausführungen
beziehen sich auf Bauwerke und anthropogenen Überprägungen, die signifikante Abflussre-
gulierungen darstellen bzw. hydromorphologische Veränderungen nach sich ziehen.
Querbauwerke
Die Anzahl der Bauwerke insgesamt liegt bei ca. 2.500. Das Spektrum der Querbauwerke
reicht von großen Wehren und Schleusen über Schöpfwerke, Deichsiele und Stauteiche bis
hin zu kleinen Wehren und Mühlenstauen. Aufgrund von Veränderungen hinsichtlich von
Lichtverhältnissen, Temperatur und Gewässerstruktur können je nach Größe u. a. auch Ver-
rohrungen und Durchlässe zu Einschränkungen der aquatischen Lebensgemeinschaft füh-
ren. Querbauwerke bilden oft Wanderungshindernisse für aquatische Lebewesen und beein-
flussen häufig erheblich den ökologischen Zustand von Gewässern aufgrund ihrer Rück-
stauwirkung, der Verhinderung der ökologischen Durchgängigkeit und dem oft vorausgegan-
genen Gewässerausbau.
Die langfristige Wiederherstellung bzw. der Erhalt der Durchgängigkeit für die Langdistanz-
wanderfischarten und Rundmäuler sowohl an der Hauptwanderroute des Flusses Oder als
auch in bedeutenden Nebenflüssen der Flussgebietseinheit Oder ist ein wichtiges überregio-
nales bzw. länderübergreifendes Umwelt- bzw. Bewirtschaftungsziel. Eine besondere Bedeu-
tung für die deutschen Gebietsteile in der Flussgebietseinheit Oder besitzen hierbei im oben
genannten Zusammenhang vor allem die länderübergreifenden Hauptfließgewässer Oder
und Lausitzer Neiße. Da diese beiden Flüsse gleichzeitig die Landesgrenze zur Republik
Polen bilden, ist eine Realisierung notwendiger Maßnahmen zur Verbesserung der Gewäs-
serdurchgängigkeit sowie der hydromorphologischen Bedingungen nur in internationaler Ab-
stimmung der Ländern Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Sachsen mit der Repu-
blik Polen möglich. Entsprechend werden hierfür erforderliche Abstimmungen zur Forcierung
weiterer Maßnahmenaktivitäten einen wichtigen Schwerpunkt der Arbeiten internationaler
Expertengruppen (z.B. auf Ebene der IKSO bzw. der jeweiligen Grenzgewässerkommissio-
nen) in den nächsten Jahren bilden. Der Oderstrom selbst ist im deutschen Teil des Ein-
zugsgebiets im o. g. Sinne durchgängig.
Die Wiederherstellung der Durchgängigkeit ist auch eine wichtige Maßnahme zur Wiederauf-
füllung des Bestandes des Europäischen Aals und damit Gegenstand des „Aalmanagement-
plans der Flussgebietsgemeinschaft Oder / Ücker“ gemäß Verordnung (EG) Nr. 1100/2007
des Rates vom 18. September 2007 (Institut für Binnenfischerei Potsdam-Sacrow 2008).
Dort werden auch die weiteren Maßnahmen zur Zielerreichung im Detail beschrieben.

image
Bewirtschaftungsplan deutscher Teil FGE Oder
Kapitel 2
43
Ergänzend zu den Ausrichtungen der weiteren internationalen Bemühungen zur Wiederher-
stellung bzw. den Erhalt der Durchgängigkeit auf die Hauptfließgewässer Oder und Lausitzer
Neiße wurden speziell im Gebiet des Landes Brandenburg weitere „regionale Vorrangge-
wässer“ ausgewiesen (siehe Kapitel 5.1 und im Maßnahmenprogramm Kapitel 3.1.2).
Flussbettregulierungen/Gewässerausbau
Die Regulierung und der Ausbau der Flüsse und Seen aufgrund vielfältiger Nutzungsansprü-
che bewirkte in den letzten Jahrhunderten ein beträchtliches Ausmaß an Überformungen in
der Gewässerlandschaft. Bei den Belastungen handelt es sich vornehmlich um hydromor-
phologische Veränderungen, die die Ausweisung als erheblich veränderte oder künstliche
Gewässer zur Folge haben können, wie
Gewässerbegradigungen,
Gewässerverlegungen,
Kanalisierungen,
Flusseintiefungen,
Uferstrukturregulierungen,
Eindeichungen,
Meliorationen oder
Verrohrungen
Die folgende Abbildung 2-1 stellt typische Beispiele für Flussbettregulierungen bzw. für Ge-
wässerausbau dar.

Bewirtschaftungsplan deutscher Teil FGE Oder
Kapitel 2
44
Abb. 2-2:
Schematische Darstellung eines naturfernen und eines naturnahen Flus-
ses (Quelle: WGE)
Wasserüberleitungen
Wasserüberleitungen zwischen Einzugsgebieten können in unterschiedlicher Art (offener
Kanal, Freispiegelleitung, Pumpleitung, z. T. Schifffahrtskanäle) erfolgen. Sie beeinflussen
die Wasserstände in Flüssen und Seen und können signifikante Belastungen darstellen. Im
deutschen Odereinzugsgebiet gibt es unter anderem Überleitungen im Lausitzer Tagebaure-
vier zur Flutung der Tagebaurestlöcher (z.B. „Neiße-Überleitung“),, an der Spree-Oder-
Wasserstraße und der Havel-Oder-Wasserstraße zur Bereitstellung von Schleusungswasser
und im Bereich des Oderbruchs für Bewässerungszwecke. Abflussregulierungen im Zusam-
menhang mit Wasserüberleitungen stellen im deutschen Gebietsteil der FGE Oder in der
Regel keine signifikanten Belastungen dar, soweit diese in Abhängigkeit von der hydrologi-
schen Abflussdargebotssituation in Ausleitungsgewässern variabel gesteuert werden (z.B.
„Neiße-Überleitung“ im Lausitzer Braunkohlenrevier).
2.1.5 Einschätzung sonstiger signifikanter anthropogener Belastungen
Sonstige anthropogene Belastungen im deutschen Odereinzugsgebiet werden regionalspezi-
fisch und einzelfallbezogen betrachtet. Belastungen sonstiger Art können u. a. in Wärme- und
Stoff-/ Salzeinleitungen bestehen, den Bau von Häfen und anderen Verkehrseinrichtungen
betreffen, mit dem Tourismus einhergehen oder aus Bergbau und Bergbaufolgen herrühren.
Im Bereich Bergbau und Bergbaufolgen stellen sich die Belastungen für die Oberflächen-
wasserkörper insbesondere über naturferne Verlegungen von Fließgewässerabschnitten dar,
die sich häufig außerhalb der ehemaligen Fließgewässerauen befinden. Entsprechend den
geologischen Voraussetzungen kommt ein hohes Versauerungspotenzial der bergbaulich in
Anspruch genommenen Erdmassen hinzu, was in der Regel die Bildung von stark sauren
Seewasserkörpern zur Folge hat.
Die durch die bergbaulichen Maßnahmen aerobisierten Lockergesteinsbereiche führen im
Zuge des Wiederanstiegs des Grundwassers mit Anschluss an die Vorflut im Sanierungs-
bergbau oder durch Grundwasserabsenkungsmaßnahmen im aktiven Bergbau zu signifikan-
ten Sulfat - und Eiseneinträgen in die Flüsse, v. a. Lausitzer Neiße. Zur Vermeidung von
Nutzungskonflikten sind Maßnahmen zu entwickeln, die geeignet sind, die Belastungen der
Gewässer unter Beachtung wirtschaftlicher Aspekte und technischer Machbarkeiten auf ein
Mindestmaß zu beschränken.
In einem Seewasserkörper wurden sonstige anthropogene Belastungen explizit ausgewie-
sen.
2.2 Grundwasser
Nach der Aufstellung der Überwachungsprogramme für das Grundwasser und dem Vorlie-
gen erster bzw. ergänzender Messdaten wurde die Analyse der Belastungen und Auswir-
kungen aus dem Jahr 2005 im deutschen Odereinzugsgebiet überarbeitet und aktualisiert.
Im Ergebnis dieser Aktualisierung wurde für 6 Grundwasserkörper (GWK) der insgesamt 23
ausgewiesenen Grundwasserkörper kein guter mengenmäßiger Zustand sowie für 14 GWK
kein guter chemischer Zustand festgestellt. Für diese Bewertung waren die nachfolgend ge-
nannten Arten von signifikanten Belastungen maßgebend:
diffuse Quellen,

Bewirtschaftungsplan deutscher Teil FGE Oder
Kapitel 2
45
Punktquellen,
Grundwasserentnahmen,
sonstige anthropogene Einwirkungen (insbesondere Auswirkungen des Berg-
baus)
Das entspricht den im Bericht 2005 nach den Kriterien und Methoden in LAWA (2003) fest-
gestellten relevanten Belastungen.
Tabelle 2-3 zeigt für den deutschen Teil der Flussgebietseinheit Oder die Häufigkeit, mit der
die einzelnen Arten von Belastungen zur Bewertung schlechter mengenmäßiger Zustand
oder schlechter chemischer Zustand geführt haben. Die Tabelle verdeutlicht, dass rund 57 %
aller Grundwasserkörper im schlechten chemischen Zustand sind; hervorgerufen hauptsäch-
lich durch diffus eingetragenes Nitrat bzw. Ammonium sowie Sulfat.
26 % der Grundwasserkörper weisen einen schlechten mengenmäßigen Zustand auf.
Tab. 2-3:
Ergebnisse der aktualisierten Analyse der Belastungen und Auswirkun-
gen auf den Grundwasserzustand
GWK im schlechten mengenmäßigen Zu-
stand
GWK im schlechten chemischen Zustand
davon aufgrund folgender Belastung
davon aufgrund folgender Belas-
tung
Bearbetungs-
gebiet
GWK
ge-
samt
An-
zahl
Ent-
nahme
Berg-
bau-
folgen
Intrusio-
nen
unbe
kannt
An-
zahl
Diffu-
se
Quel-
len
Punkt
quel-
len
Berg-
bau-
folgen
unbe-
kannt
Lausitzer
Neiße
7
5
5
5
1
4
4
4
Mittlere Oder
3
2
1
1
Untere Oder
6
5
5
Stettiner Haff
7
1
1
3
3
gesamt
23
6
6
5
13
13
1
Im Vergleich zu den Ergebnissen der Analyse der Belastungen und Auswirkungen aus dem
Jahr 2005 wurde für die Zustände der Grundwasserkörper die damalige Bewertung des Risi-
kos in Bezug auf die Erreichung der Umweltziele der WRRL für einige GWK durch die aktuel-
le Bewertung des Zustands bestätigt. Beim Vergleich mit den entsprechenden Zahlen aus
dem Jahr 2005 muss beachtet werden, dass der Zuschnitt einiger Grundwasserkörper durch
Zusammenlegung, Teilung oder sonstige Veränderungen der Körpergrenzen modifiziert wur-
de.
Wegen ihrer besonderen Bedeutung für den deutschen Teil des Odereinzugsgebiets wurden
die Belastungen mit Nährstoffen aus diffusen Quellen und mit Schadstoffen aus Altlasten
sowie die Auswirkungen der Bergbaufolgen den wichtigen Wasserbewirtschaftungsfragen
zugeordnet. Häufig wirken diese Belastungsarten auf die Grundwasserkörper, bevor sie über

Bewirtschaftungsplan deutscher Teil FGE Oder
Kapitel 2
46
den Basisabfluss die ökologische und chemische Qualität der mit den Grundwasserkörpern
in Verbindung stehenden Oberflächengewässer beeinflussen.
2.2.1 Diffuse Quellen
Landwirtschaftliche und urbane Flächennutzungen, ausgedehnte Industriegebiete und Ver-
kehrsanlagen sowie Luftschadstoffe aus Industrie, Verkehr, Haushalt und Landwirtschaft
liefern wesentliche diffuse Schadstoffeinträge in das Grundwasser. Daher wurde zumeist
ausgehend von der Landnutzung eine Emissionsbetrachtung durchgeführt, wobei der Para-
meter Nitrat als Leitparameter für Belastungen aus der Landwirtschaft und Sulfat als Leitpa-
rameter für Belastungen aus der urbanen Flächennutzung betrachtet wurden. Mit einem ähn-
lichen Ansatz wurde auch das Risiko für einen möglichen diffusen Eintrag von Arsen oder
von Schwermetallen abgeschätzt. Im Ergebnis erwiesen sich nur einige der untersuchten
diffusen Quellen als relevant.
Insgesamt wurde für 13 Grundwasserkörper der schlechte chemische Zustand festgestellt.
Landwirtschaftliche Aktivitäten
Die diffusen Einträge von Nährstoffen wie Stickstoff in das Grundwasser im deutschen Oder-
einzugsgebiet sind zum größten Teil auf die Landbewirtschaftung zurückzuführen. Aufgrund
der Verminderung der Stickstoffüberschüsse auf den landwirtschaftlichen Nutzflächen und
eine deutliche Reduzierung der Viehbestände in den letzten Jahren sind die Nährstoffeinträ-
ge zurückgegangen. Diese Reduzierung hat sich bislang wegen der Aufenthaltszeiten des
Sickerwassers in der ungesättigten Bodenzone und der Grundwasserfließzeiten noch nicht
flächendeckend messbar auf die Grundwasserqualität ausgewirkt. Nitrat und/oder Ammoni-
umbelastung infolge diffuser Stickstoffeinträge sind die Ursache für den schlechten chemis-
hen Zustand o.g. 13 Grundwasserkörper.
Auch Pflanzenschutzmittel werden über landwirtschaftliche Nutzflächen, z.T. aber auch über
Siedlungsflächen (Kleingärten), diffus in das Grundwasser eingetragen.
Nicht an die Abwasserkanalisatioon angeschlossene Bevölkerung
An öffentliche Abwasserbehandlungsanlagen nicht angeschlossene Einwohner haben im
deutschen Teil des Flussgebiets Oder keinen wesentlichen Anteil an diffusen Schadstoffein-
trägen.
Urbane Flächennutzung
Diffuse Belastungen in urbanen Regionen können durch undichte Abwasserkanalisation,
durch den Straßenverkehr oder durch umfangreiche Bautätigkeiten bedingt sein.
Sonstige diffuse Quellen
In deutschen Odereinzugsgebiet wirken sich besonders die großräumigen, sowohl aktiven
als auch in der Rekultivierung befindlichen Braunkohletagebaue auf die hydrochemischen
Eigenschaften des Grundwassers aus. Aufgrund der geochemischen Zusammensetzung der
Gesteine führen die ausgedehnten Grundwasserstandsabsenkungen sowie insbesondere
die Umlagerung von Gesteinsschichten als Abraum zum sogenannten Acid-Mine-Drainage-
Effekt, der Bildung eines hohen Versauerungspotentials im Grundwasser. Diese Bergbaufol-
gen führten für einige Grundwasserkörper zu einer Einstufung in den schlechten chemischen
Zustand (Leitparameter: Sulfat, Schwermetalle).

Bewirtschaftungsplan deutscher Teil FGE Oder
Kapitel 2
47
2.2.2 Punktquellen
Altlasten
Im deutschen Odereinzugsgebiet wirken sich gebietsweise Altlasten (Altablagerungen und
Altstandorte) als punktuelle Schadstoffquellen aus. Sie sind infolge längerfristigen unsach-
gemäßen Umgangs mit wassergefährdenden Stoffen in der Vergangenheit entstanden.
Maßgebende Kriterien für die Identifizierung von signifikanten Punktquellen sind die Stoff-
konzentrationen und die Fläche, die von Überschreitungen der Grundwasserqualitätsnormen
bzw. von Schwermetallen betroffen ist.
In allen am Oder-Einzugsgebiet partizipierenden deutschen Bundesländern existieren so
genannte Altlastenkataster. Auf deren Grundlage wurden zunächst die grundwasserrelevan-
ten Altlasten selektiert. Darunter wurden die Fälle verstanden, bei denen eine Freisetzung
von Schadstoffen zu einem Grundwasserschaden verbunden mit Überschreitungen von
Grundwasserqualitätsnormen bzw. Schwellenwerten geführt hat. In einem nächsten Schritt
erfolgte eine Signifikanzprüfung, um die Wirkung der punktuellen Schadstoffquelle in Bezug
zur gesamten Fläche des betroffenen Grundwasserkörpers zu bewerten. Hierbei wurde für
jede punktuelle Schadstoffquelle die Fläche ermittelt, auf die die bereits festgestellte Über-
schreitung der Grundwasserqualitätsnorm bzw. des Schwellenwerts zu übertragen
ist. Wenn
ein Grundwasserkörper, unabhängig von seiner absoluten Größe, auf mehr als 25 km² von Über-
schreitungen der Grundwasserqualitätsnormen bzw. der Schwellenwerte betroffen ist, dann
wurde der Grundwasserkörper wegen der Punktquelle in den schlechten chemischen Zu-
stand eingestuft. Bei Grundwasserkörpern mit einer Fläche kleiner als 250 km² erfolgte die
Einstufung in den schlechten Zustand, wenn auf mehr als 10 % der Fläche des betroffenen
GWK die Grundwasserqualitätsnormen bzw. die Schwellenwerte überschritten werden. Für
die Analyse wurden nach Möglichkeit aktuelle Daten verwendet. Teilweise wurde auch auf
Daten/Messreihen aus unterschiedlichen zurückliegenden Jahren zurückgegriffen.
Die Belastung mit Schadstoffen aus punktuellen Quellen führt nur für einen Grundwasser-
körper (ODR_OD_7) zu einer Einstufung in den schlechten chemischen Zustand, für alle
anderen aufgrund punktueller Belastungen gefährdeten GWK wurden die Ergebnisse der
Bestandsaufnahme nicht bestätigt und die GWK konnten hinsichtlich punktueller Belastun-
gen in den guten chemischen Zustand eingestuft werden. Die maßgeblichen Belastungspa-
rameter sind den Stoffgruppen der organischen Schadstoffe und Schwermetalle zuzuordnen.
Deponien
Nach Abfallrecht betriebene Deponien stellen keine signifikante Belastung der Grundwasser-
körper in der FGG Oder dar.
Direkteinleitungen
Direkte Einleitungen als Ursache für Grundwasserverschmutzungen spielen im deutschen
Teil des Odereinzugsgebiets keine Rolle.
Andere maßgebliche Punktquellen
Andere maßgebliche Punktquellen wurden nicht identifiziert.
2.2.3 Bergbaufolgen
Im deutschen Odereinzugsgebiet sind Auswirkungen des Bergbaus auf das Grundwasser zu
verzeichnen. Hier wirken sich besonders die Bergbau- und Bergbaufolgegebiete der groß-

Bewirtschaftungsplan deutscher Teil FGE Oder
Kapitel 2
48
räumigen Braunkohlegewinnungsstätten im Bereich der Lausitzer Neiße auf den Wasser-
haushalt und die hydrochemischen Eigenschaften des Grundwassers aus.
Diese Belastung führt bei 5 Grundwasserkörpern zu einer Einstufung in den schlechten
mengenmäßigen Zustand (siehe Kap. 2.2.4) und für 3 Grundwasserkörper (NE1-1, NE4, NE-
MFB)in den schlechten chemischen Zustand (Parameter: Sulfat, Ammonium), wie auf den
Karten 4.6 und 4.7 ersichtlich.
2.2.4 Grundwasserentnahmen
Bei der Analyse der Belastung wurden alle Entnahmepunkte mit Grundwasserentnahme >
100 m³/Tag ermittelt und unabhängig vom Verwendungszweck des entnommenen Wassers
berücksichtigt. Signifikante Grundwasserentnahmen führen auf deutscher Seite des
Odereinzugsgebiets zur Einstufung von 6 Grundwasserkörpern in den schlechten mengen-
mäßigen Zustand.
Entnahmen durch den Bergbau
Im Einzugsgebiet der Lausitzer Neiße sind signifikante Grundwasserentnahmen durch den
Bergbau in 5 Grundwasserkörpern zu verzeichnen (NE1-1, NE2, NE3, NE4, NE-MFB). Sie
stehen im Zusammenhang mit der Sümpfung der Tagebaue Nochten, Reichwalde und
Jänschwalde, wie bereits im Kapitel 2.2.3. beschrieben.
Entnahmen für die öffentliche Wasserversorgung
Darüber hinaus ist der Grundwasserkörpes Usedom-Ost (ODR_OF_4) unmittelbar an der
Grenze zur Republik Polen stark durch Grundwasserentnahmen zur Trinkwasserversorgung
der Ostseebäder auf Usedom und für die Stadt Swinoujscie beeinflusst und deshalb als
mengenmäßig schlecht eingestuft.
Entnahmen für die Landwirtschaft
Grundwasserentnahmen für die Landwirtschaft führen im deutschen Odereinzugsgebiet nicht
zur Einstufung in den schlechten mengenmäßigen Zustand.
Industrielle Entnahmen
Grundwasserentnahmen für industrielle Zwecke führen im deutschen Odereinzugsgebiet
nicht zur Einstufung in den schlechten mengenmäßigen Zustand.
Sonstige Grundwasserentnahmen
Sonstige Grundwasserentnahmen stellen keine Belastung im deutschen Teil des Oderein-
zugsgebiets dar.

Bewirtschaftungsplan deutscher Teil FGE Oder
Kapitel 3
49
3
ERMITTLUNG UND KARTIERUNG DER SCHUTZGEBIETE
(GEMÄß ARTIKEL 6 UND ANHANG IV WRRL)
Nach Artikel 6 Absatz 1 und Anhang IV 1 der WRRL wurde ein Verzeichnis aller Schutz-
gebiete innerhalb der Flussgebietseinheit Oder erstellt. Das Verzeichnis der Schutzgebiete
für die FGE Oder wurde 2005 vorgelegt und war bereits Bestandteil des Berichts zur Be-
standsaufnahme nach Artikel 5 WRRL (IKSO 2005).
Das Verzeichnis umfasst diejenigen Gebiete, für die nach den gemeinschaftlichen Rechts-
vorschriften zum Schutz der Oberflächengewässer und des Grundwassers oder zur Erhal-
tung von Lebensräumen und Arten ein besonderer Schutzbedarf festgestellt wurde. Das
Verzeichnis wurde, als obligatorischer Bestandteil, im Rahmen der Erarbeitung des vorlie-
genden Bewirtschaftungsplans aktualisiert.
Die Ausweisung von Schutzgebieten trägt unter anderem dazu bei, auch den aquatischen
Lebensraum effektiv zu schützen. Über ein Netz verschiedener Schutzgebietsarten wird der
Austausch von Arten in einem Biotopverbund gefördert und es werden Rückzugsgebiete für
gefährdete Arten bereitgestellt.
Folgende Schutzgebietsarten sind im Verzeichnis enthalten:
Gebiete zur Entnahme von Wasser für den menschlichen Gebrauch (Anhang IV 1 i
WRRL),
Erholungsgewässer (Badegewässer) (Anhang IV 1 iii WRRL),
Nährstoffsensible bzw. empfindliche Gebiete (Anhang IV 1 iv WRRL),
Vogelschutz- und FFH-Gebiete (NATURA 2000) (Anhang IV 1 v WRRL),
Fisch- und Muschelgewässer (78/659/EWG
1
, 79/923/EWG
2
).
Gebiete zum Schutz wirtschaftlich bedeutender aquatischer Arten nach Anhang IV 1 ii WRRL
sind im deutschen Einzugsgebiet der Oder nicht ausgewiesen worden.
In den nachfolgenden Kapiteln 3.1 bis 3.7 werden die Europäischen Richtlinien bzw. Rechts-
vorschriften genannt, auf deren Grundlage die Gebiete ausgewiesen wurden. Die Gebiete im
deutschen Odereinzugsgebiet werden im Überblick dargestellt und es wird auf die jeweiligen
Tabellen- und Kartendarstellungen der Schutzgebiete verwiesen (s. Anhänge A3-1 bis A3-5
und Karten 3.1 bis 3.3).
Besondere Anforderungen an die Überwachung in Schutzgebieten werden in Kapitel 4.3
benannt, während die Schutzgebiete in Kapitel 5.3 im Hinblick auf die Umweltziele nach Arti-
kel 4 WRRL betrachtet werden.
1
novelliert durch die Richtlinie 2006/44/EG vom 6. September 2006
2
novelliert durch die Richtlinie 2006/113/EG vom 12. Dezember 2006

Bewirtschaftungsplan deutscher Teil FGE Oder
Kapitel 3
50
3.1 Gebiete zur Entnahme von Wasser für den menschlichen Ge-
brauch (Anhang IV 1 i)
Für das Schutzgebietsverzeichnis wurden alle Wasserkörper, die für die Entnahme von
Wasser für den menschlichen Gebrauch genutzt werden und durchschnittlich mehr als 10 m³
täglich liefern oder mehr als 50 Personen bedienen, sowie die für eine solche Nutzung künf-
tig bestimmten Wasserkörper ermittelt (Art. 7 Abs. 1 WRRL). Sie sind in Karte 3.1 dargestellt
und in Anhang A3-1 verzeichnet.
In 21 von 23 Grundwasserkörpern (91 %) befinden sich Entnahmen, die die genannten Ent-
nahmegrenzen überschreiten und die demzufolge als Schutzgebiete im Sinne des An-
hang IV 1 i WRRL anzusehen sind. In den 503 Oberflächenwasserkörpern findet keine Ent-
nahme von Wasser für den menschlichen Gebrauch statt. Die Anzahl der Grundwasserkör-
per mit entsprechenden Entnahmen ist in Tabelle 3-1 nach Bearbeitungsgebieten aufgeführt.
Tab. 3-1:
Anzahl der Grundwasserkörper mit Trinkwasserentnahmen nach Art. 7
Absatz 1 WRRL
davon
Grundwasserkörper mit
Trinkwasserentnahmen
(Schutzgebiete nach
Art. 7 Abs. 1 WRRL)
Bearbei-
tungsgebiet
Gesamtanzahl der
Grundwasserkörper
Anzahl
%-Anteil
Lausitzer Neiße
7
6
85,7
Mittlere Oder
3
2
66,7
Untere Oder
6
6
100
Stettiner Haff
7
7
100
gesamt
23
21
91,3
Nach deutschem Recht (§ 19 Abs. 1 Nr. 1 WHG) wurden Wasserschutzgebiete für die Ent-
nahme von Wasser für den menschlichen Gebrauch von den zuständigen Wasserbehörden
rechtlich festgesetzt. Die Gebiete dienen zum Schutz der öffentlichen Wasserversorgung vor
nachteiligen Einwirkungen. Die Wasserschutzgebiete entsprechen den Schutzzonen nach
Art. 7 Abs. 3 WRRL. Im deutschen Einzugsgebiet der Oder wurden für Grundwasser 285
solcher Wasserschutzgebiete ausgewiesen. Diese Wasserschutzgebiete sind in Karte 3.1
zusätzlich zu den Wasserkörpern nach Art. 7 Absatz 1 WRRL dargestellt und in Anhang A3-
2 verzeichnet.
Qualitätsanforderungen für zur Trinkwasserversorgung genutztes Wasser sind in der EG-
Trinkwasserrichtlinie (98/83/EG), der Trinkwasserverordnung (TrinkwV 2001) und der DIN
2000 definiert.

Bewirtschaftungsplan deutscher Teil FGE Oder
Kapitel 3
51
3.2 Gebiete zum Schutz wirtschaftlich bedeutender aquatischer Ar-
ten (Anhang IV 1 ii)
Gebiete zum Schutz wirtschaftlich bedeutender aquatischer Arten sind im deutschen Ein-
zugsgebiet der Oder nicht ausgewiesen worden. Damit entfällt eine tabellarische und karto-
graphische Darstellung dieser Schutzgebiete.
3.3 Erholungsgewässer (Badegewässer) (Anhang IV 1 iii)
Als Erholungsgewässer gemäß Anhang IV 1 iii WRRL werden im deutschen Odereinzugs-
gebiet Badegewässer betrachtet, die nach der Badegewässerrichtlinie (76/160/EWG) bzw.
der novellierten Fassung dieser Richtlinie (2006/7/EG) und durch deren Umsetzung in
Rechtsnormen der Bundesländer (Badegewässerverordnungen) durch das zuständige Ge-
sundheitsamt ausgewiesen worden sind. In Karte 3.2 und Anhang A3-3 sind die im deut-
schen Einzugsgebiet der Oder ausgewiesenen 72 Badegewässer dargestellt bzw. verzeich-
net. Weitere Erholungsgewässer wurden nicht ausgewiesen.
3.4 Nährstoffsensible Gebiete (nach Nitrat- und Kommunalabwas-
serrichtlinie) (Anhang IV 1 iv)
Zum Schutz der Gewässer vor Verunreinigung durch Nitrat aus landwirtschaftlichen Quellen
nach der Nitratrichtlinie (91/676/EWG) werden im gesamten Gebiet der Bundesrepublik
Deutschland Aktionsprogramme ausgeführt. Daher entfällt innerhalb Deutschlands die ge-
sonderte Ausweisung gefährdeter Gebiete. Umgesetzt wird die Nitratrichtlinie auf Bundes-
ebene mit der Düngeverordnung sowie z. T. in den Bundesländern durch Regelungen in An-
lagenverordnungen und im Landeswassergesetz.
Auch die nach der Kommunalabwasserrichtlinie (91/271/EWG) als empfindlich eingestuften
Gebiete umfassen flächendeckend den deutschen Teil des Odereinzugsgebietes (siehe Kar-
te 3.2). Eine tabellarische Auflistung entfällt daher. Die Umsetzung der Richtlinie erfolgt
durch die Bundesabwasserverordnung sowie in den Ländern durch die Kommunalabwasser-
verordnungen, z. T. auch zusätzlich durch Regelungen im Landeswassergesetz oder durch
Indirekteinleiterverordnungen.
Die flächendeckende Anwendung sowohl der Nitratrichtlinie als auch der Kommunalabwas-
serrichtlinie in Deutschland resultiert aus internationalen Übereinkommen für den Meeres-
schutz. Flächendeckende Maßnahmen sollten insbesondere dazu beitragen, die im Rahmen
der Internationalen Nordseeschutzkonferenz vereinbarte Reduzierung der Stickstoff- und
Phosphoreinträge im Zeitraum 1985 bis 1995 um 50 % zu erreichen.
3.5 FFH- und Vogelschutzgebiete
(Anhang IV 1 v)
Gebiete, die der Europäischen Kommission zur Aufnahme in das europäische ökologische
Netz „NATURA 2000“ vorgeschlagen wurden, d. h. die ihr als FFH-Gebiete nach der Fauna-
Flora-Habitat-Richtlinie (92/43/EWG) oder als Vogelschutzgebiete nach der Richtlinie
79/409/EWG (Vogelschutzrichtlinie) benannt wurden, sind nach Anhang IV 1 v WRRL eben-
falls Bestandteil des vorliegenden Schutzgebietsverzeichnisses. Rechtsgrundlagen für die
Umsetzung der Richtlinien sind das Bundesnaturschutzgesetz und das Wasserhaushalts-
gesetz sowie z. T. Rechtsnormen der Bundesländer (v. a. Landesnaturschutzgesetze, Vo-
gelschutzverordnungen).

Bewirtschaftungsplan deutscher Teil FGE Oder
Kapitel 3
52
Im deutschen Odereinzugsgebiet sind insgesamt 394 flächenhafte FFH-Gebiete mit einer
Gesamtfläche von 1.624,74km² gemeldet worden. Darüber hinaus sind insgesamt 112 Vo-
gelschutzgebiete mit einer Gesamtfläche von 2.980,792km² gemeldet worden (s. Karte 3.3
und Anhang A3-4). Die Flächen der gemeldeten FFH- und Vogelschutzgebiete überschnei-
den sich in einigen Fällen.
3.6 Fischgewässer
Fischgewässer wurden auf Grundlage der Fischgewässerrichtlinie (78/659/EWG)
3
und durch
deren Umsetzung in Rechtsnormen der Bundesländer (Fischgewässerverordnungen) aus-
gewiesen. Die Richtlinie unterteilt die geschützten Gewässer in Salmoniden- und Cyprini-
dengewässer. Im deutschen Odereinzugsgebiet ist lediglich ein Fischgewässer (die Welse)
ausgewiesen. Anhang A3-5 gibt das festgesetzte Fischgewässer und relevante Angaben
wider.
3.7 Muschelgewässer
Muschelgewässer werden auf Grundlage der Qualitätsanforderungen nach der Muschel-
gewässerrichtlinie (79/923/EWG)
4
ausgewiesen. Im deutschen Odereinzugsgebiet wurde
bisher kein Muschelgewässer ausgewiesen.
3
Inzwischen liegt eine kodifizierte Fassung der Richtlinie vor (2006/44/EG vom 06.09.2006).
4
Inzwischen liegt eine kodifizierte Fassung der Richtlinie vor (2006/113/EG vom 12.12.2006).

Bewirtschaftungsplan deutscher Teil FGE Oder
Kapitel 4
53
4
ÜBERWACHUNGSNETZE UND ERGEBNISSE DER
ZUSTANDSBEWERTUNG DER WASSERKÖRPER UND
SCHUTZGEBIETE
Seit dem 22.12.2006 sind die Programme für die Überwachung des Zustands der Gewässer
(Oberflächengewässer und Grundwasser) und der Schutzgebiete in Betrieb, um einen zu-
sammenhängenden und umfassenden Überblick über den Zustand der Gewässer zu erhal-
ten. Sie sind ausführlich in dem „Bericht zum Überwachungsprogramm nach Art. 8 der
Richtlinie 2000/60/EG im deutschen Teil der internationalen Flussgebietseinheit Oder“
(MLUV 2007) beschrieben.
Tabelle 4-1 gibt eine zusammenfassende Übersicht über die Überwachungsprogramme.
Tab. 4-1:
Übersicht über die Überwachungsfrequenzen im Überwachungsnetz im
deutschen Odereinzugsgebiet
Oberflächengewässer
(Flüsse, Seen und
Küstengewässer)
Grundwasser
Überblicksüberwachung
Ökologischer Zustand
(abhängig vom Parameter –
genauere Angaben im Bericht zum
Überwachungsprogramm)
Chemischer Zustand
(4 – 12 x pro Jahr bei Einleitungen)
an 15 Messstellen im deutschen Teil
des Odereinzugsgebiets
Chemischer Zustand
(grundsätzlich 1 x jährlich, min-
destens aber 1 x im Bewirt-
schaftungszeitraum an ca. 94
Messstellen im deutschen Teil
des Odereinzugsgebiets)
Operative Überwachung
Ökologischer Zustand
(abhängig vom Parameter –
genauere Angaben im Bericht zum
Überwachungsprogramm)
Chemischer Zustand
(Frequenzen der Messungen:
12 x pro Jahr)
an ca. 363 Messstellen im deutschen
Teil des Odereinzugsgebiets
Chemischer Zustand
(grundsätzlich 1 x jährlich
an
ca. 108 Messstellen im
deutschen Teil des
Odereinzugsgebiets)
Überwachung zu
Ermittlungszwecken
Ökologischer Zustand
Chemischer Zustand
(Messungen bei Beeinträchtigungen
der Gewässer je nach Bedarf)
-
Überwachungsnetz –
Grundwasserspiegel
-
Mengenmäßiger Zustand
(mindestens 1 x monatlich an
ca. 84 Messstellen im
deutschen Teil des
Odereinzugsgebiets)

Bewirtschaftungsplan deutscher Teil FGE Oder
Kapitel 4
54
Die Ergebnisse der Überwachung – auch Monitoring genannt – sind Basis der Zustandsbe-
wertung der Wasserkörper. Außerdem ist die Überwachung ein Instrument zur Planung und
Erfolgskontrolle von Maßnahmen, die zum Schutz und zur Verbesserung der Gewässer er-
griffen werden.
Bei der Überwachung der Gewässer wird in den Oberflächengewässern, im Grundwasser
und in den Schutzgebieten eine Vielzahl von Parametern untersucht. Im Ergebnis sollen bei
den Oberflächengewässern der ökologische und der chemische Zustand und beim Grund-
wasser der mengenmäßige und der chemische Zustand erfasst und dargestellt werden (vgl.
Tab. 4-1).
Für die Durchführung und die Finanzierung der Gewässerüberwachung im deutschen Teil
des Einzugsgebiets sind die in den Bundesländern zuständigen Behörden verantwortlich.
Ein Überblick der Überwachungsprogramme mit Angaben zu Aufbau und Messumfang wird
für Oberflächengewässer in Kapitel 4.1 und für Grundwasser in Kapitel 4.2 gegeben. Be-
sondere Anforderungen an die Überwachung in Schutzgebieten werden in Kapitel 4.3 ge-
nannt.
4.1 Oberflächengewässer
Die Überwachung des Zustands der Oberflächenwasserkörper basiert auf den Vorgaben
des Anhangs V der WRRL (WFD CIS Guidance document no. 7 – Monitoring under the
Water Framework Directive, 2003). Sie ist so ausgelegt, dass sich umfassende und kohä-
rente Erkenntnisse zum ökologischen und chemischen Zustand der Wasserkörper gewinnen
lassen. Die Messverfahren, -programme und -netze werden in den kommenden Jahren nach
Auswertung der Ergebnisse fortlaufend angepasst.
Das Überwachungsprogramm unterscheidet dabei:
die Überblicksüberwachung,
die operative Überwachung und
die Überwachung zu Ermittlungszwecken.
Überblicksüberwachung
Die überblicksweise Überwachung dient der Überprüfung der Bestandsaufnahme und der
Bewertung langfristiger Trends. Die Auswahl der Messstellen erfolgte im deutschen
Odereinzugsgebiet nach einheitlichen Kriterien in Abhängigkeit von der Einzugsgebietsgrö-
ße der Fließgewässer, der Größe der Standgewässer sowie an Mitgliedstaaten übergreifen-
den Wasserkörpern und an Staatsgrenzen. Es werden dabei an jeder Überwachungsstelle
Parameter für
alle
Qualitätskomponenten entsprechend festgelegter Überwachungsfre-
quenzen überwacht. Die Messstellen sind in Karte 4.1 dargestellt.

Bewirtschaftungsplan deutscher Teil FGE Oder
Kapitel 4
55
Die Messstellen gliedern sich in die in Tabelle 4-2 genannten Kategorien.
Tab. 4-2:
Anzahl der Überblicksmessstellen in Oberflächengewässern im deut-
schen Teil der FGE Oder
Kategorie
Anzahl der Messstellen
Flüsse
8
Seen
6
Küstengewässer
1
gesamt
15
Eine Teilmenge der Überblicksüberwachungsmessstellen im Einzugsgebiet der Oder wird zu
einem "Internationalen Messprogramm Oder" gruppiert, das zwischen den beteiligten Mit-
gliedstaaten abgestimmt ist. Das Internationale Odermessprogramm umfasst insgesamt
8 Messstellen an den Staatengrenzen, davon 2 im Oderstrom und 6 Messstellen an bedeu-
tenden Zuflüssen der Oder. An diesen Messstellen werden im Rahmen der IKSO gemein-
same, speziell bi- bzw. trinational abgestimmte Untersuchungen durchgeführt. Drei dieser
Messstellen aus dem „Internationalen Messprogramm Oder“ haben auch Bezug zu Flussab-
schnitten des deutschen Gebietsteiles der FGE Oder (siehe Tabelle 4-3).
Tab. 4-3:
Messstellen im Rahmen der IKSO mit bi- bzw. trinational abgestimmten
Untersuchungsprogramm mit Bezug zu Flussabschnitten im deutschen
Teil der FGE Oder
Fluss
polnische Bezeich-
nung der Messstelle
deutsche/tschechische
Bezeichnung der Mess-
stelle
Grenze
Nysa
ŁuŜycka
(Lužická
Nisa, Lausitzer Neiße)
trójpunkt graniczny
Hrádek n. Nisou
bzw.
Hradek / Hartau
PL-CZ-
DE
Nysa
ŁuŜycka
(Lužická
Nisa, Lausitzer Neiße)
poniŜej
Gubina
NE_0040 (Guben)
PL-DE
Odra (Oder)
Odra
poniŜej ujścia
Słubi (Osinów)
OD_0070 (Hohenwutzen)
PL-DE
Operative Überwachung
Die operative Überwachung dient der Ermittlung des Zustands der Gewässer, die das gel-
tende Umweltziel nicht erreichen, als Grundlage für Festlegung von Maßnahmen und zur
Erfolgskontrolle. Zudem kann sie ergänzend zur überblicksweisen Überwachung erfolgen,
um dort hinreichend abgesicherte Aussagen zu Schwankungsbreiten und Entwicklungs-
trends zu ermöglichen.

Bewirtschaftungsplan deutscher Teil FGE Oder
Kapitel 4
56
Es werden dabei
für die biologischen Qualitätskomponenten diejenigen Parameter erfasst, die am
empfindlichsten auf Belastungen reagieren;
prioritäre Stoffe oder andere Schadstoffe, die in signifikanten Mengen eingeleitet
werden, überwacht;
chemisch-physikalische Hilfskomponenten untersucht, die die biologischen Quali-
tätskomponenten unterstützen;
Parameter überwacht, die indikativ für diejenigen hydromorphologischen Quali-
tätskomponenten sind, welche am empfindlichsten auf Belastungen reagieren.
Die Überwachungsfrequenzen werden so gewählt, dass Daten in ausreichendem Umfang
für die Bewertung der relevanten Qualitätskomponente ermittelt werden.
Überwachung zu Ermittlungszwecken
Ziel der Überwachung zu Ermittlungszwecken ist es, Informationen zu Ursachen und Mög-
lichkeiten der Beseitigung von Beeinträchtigungen der Gewässer zu erlangen. Dazu zählt
die Ermittlung von Eintragspfaden und Auswirkungen von Unfällen und Havarien. In Abhän-
gigkeit von der Problemstellung müssen der Untersuchungsumfang und -zeitraum teilweise
kurzfristig festgelegt werden.
4.1.1 Ökologischer Zustand/ökologisches Potenzial der Oberflächengewässer
Die Bewertung des Zustands der Oberflächenwasserkörper in den Kategorien Flüsse,
Standgewässer und Küstengewässer erfolgt in Kombination von immissionsseitiger che-
misch-physikalischer Messung, gewässerökologischen Untersuchungen, Belastungsanalyse
und Analogieschlüssen (Expertenwissen). Hierdurch werden eine flächendeckende Gewäs-
serbewertung und eine belastbare Grundlage für den wasserwirtschaftlichen Vollzug bei
angemessenem Aufwand für die Überwachung erhalten.
Für die Bewertung werden auch Umweltqualitätsnormen herangezogen. Umweltqualitäts-
normen sind Konzentrationen bestimmter Schadstoffe oder Schadstoffgruppen, die in Was-
ser, Sedimenten oder Biota aus Gründen des Gesundheits- und Umweltschutzes nicht über-
schritten werden dürfen.
Die
Bewertung des ökologischen Zustands
eines natürlichen Wasserkörpers (
N
atural
W
ater
B
ody) erfolgt vorrangig anhand von biologischen Qualitätskomponenten, ergänzt
durch hydromorphologische sowie chemische und physikalisch-chemische Qualitätskompo-
nenten. Sie erfolgt anhand einer 5-stufigen Skala (sehr gut, gut, mäßig, unbefriedigend,
schlecht).
Die Einstufung erfolgt gewässertypspezifisch unter Betrachtung des
schlechtesten
Bewer-
tungsteilergebnisses aus den biologischen Qualitätskomponenten (Phytoplankton, Ma-
krophyten/Phytobenthos, Makrozoobenthos, Fische) und den Umweltqualitätsnormen für
spezifische Schadstoffe sowie unterstützend anhand der allgemeinen physikalisch-
chemischen Qualitätskomponenten (Hintergrund-/Orientierungswerte). Diese Vorgehens-
weise hat erhebliche Auswirkungen auf die Aussage des ermittelten ökologischen Zustand,
da dieser so grundsätzlich nur das schlechteste Teilergebnis widerspiegelt. So wird z. B. ein
Wasserkörper, der nur in einer biologischen Qualitätskomponente noch deutliche Defizite
aufweist (z. B. bzgl. Fischen aufgrund mangelnder Durchgängigkeit), aber ansonsten alle
Anforderungen erfüllt, ebenso als schlecht eingestuft werden wie ein Wasserkörper, der ne-
ben der Verfehlung aller biologischen Komponenten auch zahlreiche Umweltqualitätsnor-

Bewirtschaftungsplan deutscher Teil FGE Oder
Kapitel 4
57
men verfehlt. Für die Interpretation der Ergebnisse und Maßnahmenableitung kommt daher
den Einzelergebnissen eine hohe Bedeutung zu.
Bei Nichteinhaltung mindestens einer der national festgelegten Umweltqualitätsnormen aus
Anhang VIII der WRRL kann die Einstufung maximal in den mäßigen ökologischen Zustand
erfolgen. Kartographisch wird dies durch einen schwarzen Punkt im Wasserkörper ange-
zeigt.
Die Umweltqualitätsnormen gelten als eingehalten, wenn die Jahresmittelwerte der gemes-
senen Schadstoffkonzentrationen die Umweltqualitätsnormen an den Messstellen nicht
überschreiten.
Im Anhang A4-1 sind die Umweltqualitätsnormen für spezifische Schadstoffe zur Beurteilung
des ökologischen Zustands aufgeführt.
Für die Erreichung des
sehr guten Zustands
müssen zusätzlich die Anforderungen an die-
hydromorphologischen Komponenten und die Grenzwerte für die Konzentrationen der spezi-
fischen synthetischen (kleiner Nachweisgrenze) und nichtsynthetischen (Hintergrundwerte)
Schadstoffe bewertet werden.
Durch eine mit der WRRL vorgegebene europaweite Harmonisierung der nationalen Bewer-
tungsverfahren (den sogenannten Interkalibrierungsprozess) wird sichergestellt, dass die
Ergebnisse der nationalen biologischen Bewertungsverfahren mit denen anderer Mitglied-
staaten vergleichbar sind und somit ein einheitliches Anforderungsniveau in der EU gilt.
Für künstliche Gewässer (Artificial Water Bodies) ist in den meisten Fällen die vorgegebene
Orientierung am gewässertypischen natürlichen Zustand ungeeignet, da sie durch anthro-
pogene Nutzungstätigkeiten entstanden sind (siehe Kapitel 1.1.3)..
Für eine Reihe von Wasserkörpern könnte der gute ökologische Zustand theoretisch nur bei
signifikanter Einschränkung oder Aufgabe der Nutzungen realisiert werden. Für diese Was-
serkörper lässt die WRRL es zu, sie als erheblich veränderte Wasserkörper (Heavily Modi-
fied Water Bodies) auszuweisen (siehe dazu Kapitel 1.1.3).
Für beide Arten von Wasserkörpern (AWB und HMWB) ist bei deren Zustandseinstufung
das Erreichen des auf Basis der Qualitätskomponenten ermittelten ökologischen Potenzials
maßgebend. Dabei dürfen die Qualitätskomponenten für den ökologischen Zustand nur ge-
ringfügig vom höchsten ökologischen Potenzial abweichen. Das höchste ökologische Poten-
zial berücksichtigt die physikalischen Bedingungen, die sich aus dem künstlichen oder er-
heblich veränderten Zustand ergeben.
Die Ausweisung von Wasserkörpern sowie die Festlegung des ökologischen Potenzials für
erheblich veränderte und künstliche Wasserkörper erfolgte auf der Grundlage der in den
CIS-Leitlinien der Europäischen Kommission erarbeiteten Vorgaben.
Bei der
Bewertung des ökologischen Potenzials
werden die als HMWB und AWB einge-
stuften Oberflächenwasserkörper den Typen der Gewässerkategorie zugeordnet, der sie am
ähnlichsten sind, und das ökologische Potenzial dementsprechend bewertet (z. B. Talsper-
ren als erheblich veränderte Fließgewässer werden als Standgewässer ökologisch und
chemisch bewertet). Die Darstellung erfolgt in einer vierstufigen Skala (gut und besser, mä-
ßig, unbefriedigend, schlecht).
Die Ermittlung des guten ökologischen Potenzials erfolgt in den Bundesländern entspre-
chend den Vorgaben des CIS-Leitfadens nach vergleichbaren Ansätzen. Dabei sind die
Länder grundsätzlich einem Ansatz gefolgt, der nur die Verbesserungsmaßnahmen betrach-

image
Bewirtschaftungsplan deutscher Teil FGE Oder
Kapitel 4
58
tet, die auch tatsächlich ein gutes Potenzial erreichen lassen, ohne die Nutzungen signifi-
kant zu beeinträchtigen. Dieser Ansatz wird auch „Prager Ansatz“ genannt, die KOM hat ihn
auf einer Konferenz 2006 in Prag aufgestellt und im März 2009 noch einmal bestätigt. Der
Prager Ansatz besteht aus einer Maßnahmenliste und einer Prognose der ökologischen
Veränderungen durch diese Maßnahmen. Nach Durchführung der hydromorphologischen
Maßnahmen sind anhand der biologischen Bewertungsmethoden eine Überprüfung und ein
Vergleich mit dem prognostizierten Zielwert erforderlich.
Abb. 4-2: Ablaufschema zur Ableitung des guten ökologischen Potenzials (GÖP)
Das gute ökologische Potenzial für einen Wasserkörper bedeutet immer die bestmögliche
Verbesserung der hydromorphologischen Bedingungen zur Erhöhung der Lebensraumquali-
tät für die aquatische Biozönose, ohne die anthropogenen Nutzungen signifikant zu beein-
trächtigen. Das bedeutet zum Beispiel für Fließgewässer, dass die Durchgängigkeit dort
hergestellt wird, wo es ökologisch erforderlich und praktisch möglich ist.
Die Ergebnisse der Bewertung des ökologischen Zustands/ökologischen Potenzials der
Oberflächenwasserkörper im deutschen Odereinzugsgebiet sind in der Karte 4.2 dargestellt
und in der Tabelle 4-4 für die Kategorien Flüsse, Standgewässer und Küstengewässer diffe-
renziert in den Bearbeitungsgebieten für NWB, HMWB und AWB ausgewiesen.

Bewirtschaftungsplan deutscher Teil FGE Oder
Kapitel 4
59
Tab. 4-4:
Ökologischer Zustand/ökologisches Potenzial natürlicher, erheblich
veränderter oder künstlicher Oberflächenwasserkörper
% - prozentualer Anteil an Länge bzw. Fläche
Zustand
schlechter als
gut
darunter
NWB
darunter
HMWB
darunter
AWB
Bearbeitungs-
gebiet
Anzahl
OWK gesamt
Anzahl
%-
Anzahl
%
Anzahl
%
Anzahl
%
bewertet als Fluss
Lausitzer Neiße
53
52
97,9
30
67,3
12 18,9
10
11,7
Mittlere Oder
42
38
92,8
25
73,0
4
6,1
9
13,7
Untere Oder
179
164
96,4
78
52,9
14 11,0
72
32,5
Stettiner Haff
179
174
99,2
42
23,0
74 42,8
58
33,4
gesamt
453
428
97,3
175
45,6
104 23,7
149
28,0
bewertet als See
Lausitzer Neiße
1
1
100
0
0
0
0
1
100
Mittlere Oder
3
2
48,1
2
48,1
0
0
0
0
Untere Oder
21
19
96,3
19
96,3
0
0
0
0
Stettiner Haff
24
13
67,0
13
67,0
0
0
0
0
gesamt
49
35
79,4
34
78,1
0
0
1
0,7
bewertet als Küstengewässer
Stettiner Haff
1
1
100
1
100
0
0
0
0
Zusammenfassend für den deutschen Teil der Flussgebietseinheit Oder ist festzustellen,
dass bezogen auf die Gesamtlänge ca. 97 % der Wasserkörper, die als Fluss, und bezogen
auf die Gesamtfläche ca. 79 % der Wasserkörper, die als See bewertet wurden, den guten
ökologischen Zustand/das gute ökologische Potenzial nicht erreichen. Der als Küstenge-
wässer bewertete Wasserkörper wurde in einen unbefriedigenden Zustand eingestuft.
In der Tabelle 4-5 und in Karte 4.2.1 ist eine Differenzierung des ökologischen Zu-
stands/ökologischen Potenzials der Oberflächenwasserkörper, deren Zustand schlechter als
gut bewertet wurde, dargestellt.
Es ist festzustellen, dass die Einstufung der meisten Oberflächenwasserkörper, deren Zu-
stand/Potenzial für Fließgewässer schlechter als gut bewertet wurde, durch die Qualitäts-
komponenten Fische, Makrophyten/Phytobenthos und Makrozoobenthos und für die Stand-
gewässer durch Phytoplankton und Makrophyten/Phytobenthos bedingt ist.

Bewirtschaftungsplan deutscher Teil FGE Oder
Kapitel 4
60
Tab. 4-5:
Ökologischer Zustand/ökologisches Potenzial der Oberflächenwasserkörper (differenziert nach den biologischen Quali-
tätskomponenten und den spezifischen Schadstoffen)
% - prozentualer Anteil an Länge bzw. Fläche
Zustand schlechter
als gut
darunter
Phytoplankton
darunter Makrophy-
ten/ Phytobenthos
darunter
Makrozooben-
thos
darunter
Fisch
darunter
Schadstoffe
nach Anhang
VIII
Bearbeitungs-
gebiet
Anzahl
OWK
gesamt
Anzahl
%
Anzahl
%
Anzahl
%
Anzahl
%
Anzahl
%
Anzahl
%
bewertet als Fluss
Lausitzer Neiße
53
52
97,9
4
12,4
30
69,7
32
60,0
34
65,0
8
24,5
Mittlere Oder
42
38
92,8
0
0
3
27,3
9
43,8
2
27,3
1
25,2
Untere Oder
179
164
96,4
0
0
12
25,3
18
30,8
10
23,5
1
6,8
Stettiner Haff
179
174
99,2
2
0,7
4
2,3
129
79,0
3
2,4
0
0
gesamt
453
428
97,3
6
2,1
49
23,5
188
54,5
49
22,2
10
8,6
bewertet als See
Lausitzer Neiße
1
1
100
0
0
1
100
0
0
0
0
1
100
Mittlere Oder
3
2
48,1
1
28,7
1
19,4
0
0
0
0
0
0
Untere Oder
21
19
69,3
2
4,2
15
64,6
0
0
0
0
0
0
Stettiner Haff
24
13
67,0
3
24,1
5
15,1
0
0
0
0
0
0
gesamt
49
35
78,8
6
15,7
22
36,7
0
0
0
0
1
0,7

Bewirtschaftungsplan deutscher Teil FGE Oder
Kapitel 4
61
Zustand schlechter
als gut
darunter
Phytoplankton
darunter
Makrozooben-
thos
darunter
Schadstoffe nach
Anhang VIII
Bearbeitungs-
gebiet
Anzahl
OWK
gesamt
Anzahl
%
Anzahl
%
Anzahl
%
Anzahl
%
bewertet als Küstengewässer
Stettiner Haff
1
1
100
1
100
1
100
0
0

Bewirtschaftungsplan deutscher Teil FGE Oder
Kapitel 4
62
Unsicherheiten bei der Bestimmung des ökologischen Zustands und Potenzials
Die Zustandsbewertung der Wasserkörper anhand der einzelnen Qualitätskomponenten un-
terliegt Unsicherheiten, die verschiedene Ursachen haben können:
Es können natürliche Schwankungen auftreten, die klimatische, hydrologische und populati-
onsbiologische Gründe haben können. Der Zeitraum der Erhebung kann vor dem Hintegrund
der Schwankungen zu kurz sein.
Die Entwicklung und Interkalibrierung von Bewertungsverfahren ist für einige Qualitätskom-
ponenten noch nicht abgeschlossen. Die Eindeutigkeit der Indikation von Qualitätskompo-
nenten für vorliegende Belastungen ist nicht gegeben. Große und heterogene Wasserkörper
erschweren die Auswahl von repräsentativen Messstellen.
Daher wird bei der Bewertung des ökologischen Zustands bzw. des ökologischen Potenzials
ein Vertrauensbereich für die Bestimmungssicherheit der Zustandsbewertung angegeben.
Dieser unterscheidet zwischen einer niedrigen, einer mittleren und einer hohen Stufe und
wird in der Berichterstattung gegenüber der EU mit low, medium und high confidence be-
zeichnet.
Im deutschen Teil der Flussgebietseinheit Oder wird eine niedrige Vertrauensstufe vergeben,
falls die Bewertung übertragen und nicht durch Untersuchungsdaten abgeleitet werden konn-
te oder falls zum Zeitpunkt der Bewertung für keine der relevanten Qualitätskomponenten ein
WRRL-konformes, interkalibriertes Bewertungsverfahren zur Verfügung stand.
Die mittlere Stufe wird vergeben, falls noch nicht für alle relevanten Qualitätskomponenten
die Bewertungsergebnisse der WRRL-konformen, interkalibrierten und durch die LAWA an-
erkannten Verfahren vorliegen.
Die hohe Stufe wird vergeben, falls alle Bewertungsergebnisse mit WRRL-konformen, inter-
kalibrierten und durch die LAWA anerkannten Verfahren zu den relevanten biologischen
Qualitätskomponenten vorhanden sind und die unterstützenden Qualitätskomponenten (Hyd-
romorphologie, Allgemeine chemisch-physikalische Parameter) keine Abweichungen zeigen.
4.1.2 Chemischer Zustand der Oberflächengewässer nach national geltendem
Recht
Die Bewertung des chemischen Zustands der Wasserkörper erfolgt durch Vergleich mit den
in den Länderverordnungen festgelegten Umweltqualitätsnormen für Schadstoffe aus den
Anhängen IX und X der WRRL. Des Weiteren werden Umweltqualitätsnormen aus weiteren
Rechtsvorschriften der EU (bisher nur aus der Nitratrichtlinie) herangezogen, wobei für einige
Schadstoffe in den Kategorien Übergangsgewässer und Küstengewässer strengere Umwelt-
qualitätsnormen gelten als in den Binnenoberflächengewässern.
Die Umweltqualitätsnormen gelten als eingehalten, wenn die Jahresmittelwerte der gemes-
senen Schadstoffkonzentrationen die Umweltqualitätsnormen an den Messstellen nicht über-
schreiten. Die Darstellung erfolgt in den zwei Zustandsklassen „gut“ (kartenmäßige Darstel-
lung blau) und „nicht gut“ (kartenmäßige Darstellung rot).
Im Anhang A4-2 sind die derzeit geltenden Umweltqualitätsnormen für die Schadstoffe zur
Beurteilung des chemischen Zustandes einschließlich der im Bewirtschaftungsplan vorzu-
nehmenden Schadstoffgruppierung aufgelistet.

Bewirtschaftungsplan deutscher Teil FGE Oder
Kapitel 4
63
Im Folgekapitel 4.1.3 wird bereits die Bewertung des chemischen Zustands der Wasserkör-
per unter Berücksichtigung der Richtlinie des Europäischen Parlaments und des Rates über
Umweltqualitätsnormen im Bereich der Wasserpolitik (Tochterrichtlinie Umweltqualitätsnor-
men
5
) vorgenommen, soweit dafür eine belastbare Datenbasis vorhanden war. Die Tochter-
richtlinie Umweltqualitätsnormen ist bis zum 13.07.2010 in deutsches Recht umzusetzen.
Die Ergebnisse der Bewertung des chemischen Zustands der Oberflächenwasserkörper nach
dem derzeit geltendem Recht sind in Karte 4.3 dargestellt und in der Tabelle 4-6 für die Ka-
tegorien Flüsse, Standgewässer Küstengewässer differenziert in die Bearbeitungsgebiete für
die natürlichen (NWB), erheblich veränderten (HMWB) und künstlichen (AWB) Oberflächen-
wasserkörper ausgewiesen.
Zusammenfassend für den deutschen Teil der Flussgebietseinheit Oder ist festzustellen,
dass 2 % der Wasserkörper, die als Fließgewässer bewertet wurden, den guten chemischen
Zustand nicht erreichen. Alle Wasserkörper, die als Standgewässer bewertet wurden und der
Küstenwasserkörper „Kleines Haff“ befinden sich im guten chemischen Zustand.
In den Karten 4.3.1 bis 4.3.4 und in der Tabelle 4-7 ist eine Differenzierung des nicht guten
chemischen Zustands der Oberflächenwasserkörper bezüglich der Einhaltung der Umwelt-
qualitätsnormen in den Schadstoffgruppierungen Schwermetalle (Karte 4.3.1), Pflanzen-
schutzmittel (Karte 4.3.2), Industriechemikalien (Karte 4.3.3) und andere Schadstoffe (Karte
4.3.4) dargestellt.
Am häufigsten überschreiten dabei in den als Fließgewässer bewerteten Oberflächen-
wasserkörpern die Gruppe der „anderen Schadstoffe“, Nitrat und Schwermetalle die Umwelt-
qualitätsnormen.
5
Richtlinie des Europäischen Parlaments und des Rates über Umweltqualitätsnormen im Bereich der Wasserpoli-
tik und zur Änderung der Richtlinien 82/176/EWG, 83/513/EWG, 84/156/EWG, 84/491/EWG, 86/280/EWG und
2000/60/EG
.

Bewirtschaftungsplan deutscher Teil FGE Oder
Kapitel 4
64
Tab. 4-6:
Chemischer Zustand natürlicher, erheblich veränderter oder künstlicher
Oberflächenwasserkörper (Einstufung nach geltendem nationalen Recht)
% - prozentualer Anteil an Länge bzw. Fläche
chemischer
Zustand nicht
gut
darunter
NWB
darunter
HMWB
darunter
AWB
Bearbeitungs-
gebiet
Anzahl
OWK
gesamt
Anzahl
%
Anzahl
%
Anzahl
%
Anzahl
%
bewertet als Fluss
Lausitzer Neiße
53
7
13,0
5
11,2
0
0
2
1,9
Mittlere Oder
42
0
0
0
0
0
0
0
0
Untere Oder
179
0
0
0
0
0
0
0
0
Stettiner Haff
179
2
1,5
0
0
2
1,5
0
0
gesamt
453
9
2,5
5
1,7
2
0,6
2
0,3
bewertet als See
Lausitzer Neiße
1
0
0
0
0
0
0
0
0
Mittlere Oder
3
0
0
0
0
0
0
0
0
Untere Oder
21
0
0
0
0
0
0
0
0
Stettiner Haff
24
0
0
0
0
0
0
0
0
gesamt
49
0
0
0
0
0
0
0
0
bewertet als Küstengewässer
Stettiner Haff
1
0
0
0
0
0
0
0
0
Tab. 4-7:
Auswertung des chemischen Zustands der Oberflächenwasserkörper
(differenziert nach der Einhaltung der UQN in den aufgeführten Schad-
stoffgruppierungen – Einstufung nach geltendem nationalen Recht)
% - prozentualer Anteil an Länge bzw. Fläche
chem.
Zustand
nicht gut
darunter
Schwer-
metalle
darunter
Pflanzen-
schutz-
mittel
darunter
Industrie-
chemika-
lien
darunter
andere
Schad-
stoffe
darunter
Nitrat
Bearbei-
tungs-
gebiet
Anzahl
OWK
gesamt
An-
zahl
%
An-
zahl
%
An-
zahl
%
An-
zahl
%
An-
ahl
%
An-
zahl
%
bewertet als Fluss
Lausitzer
Neiße
53
7
13,0
2
1,9
0
0
0
0
5
11,2
0
0

Bewirtschaftungsplan deutscher Teil FGE Oder
Kapitel 4
65
chem.
Zustand
nicht gut
darunter
Schwer-
metalle
darunter
Pflanzen-
schutz-
mittel
darunter
Industrie-
chemika-
lien
darunter
andere
Schad-
stoffe
darunter
Nitrat
Bearbei-
tungs-
gebiet
Anzahl
OWK
gesamt
An-
zahl
%
An-
zahl
%
An-
zahl
%
An-
zahl
%
An-
ahl
%
An-
zahl
%
Mittlere
Oder
42
0
0
0
0
0
0
0
0
0
0
0
0
Untere
Oder
179
0
0
0
0
0
0
0
0
0
0
0
0
Stettiner
Haff
179
2
1,5
0
0
0
0
0
0
0
0
2
1,5
gesamt
453
9
2,5
2
0,3
0
0
0
0
5
1,7
2
0,5
bewertet als See
Lausitzer
Neiße
1
0
0
0
0
0
0
0
0
0
0
0
0
Mittlere
Oder
3
0
0
0
0
0
0
0
0
0
0
0
0
Untere
Oder
21
0
0
0
0
0
0
0
0
0
0
0
0
Stettiner
Haff
24
0
0
0
0
0
0
0
0
0
0
0
0
gesamt
49
0
0
0
0
0
0
0
0
0
0
0
0
bewertet als Küstengewässer
Stettiner
Haff
1
0
0
0
0
0
0
0
0
0
0
0
0
Unsicherheiten bei der Bestimmung der chemischen Daten
Besonderer Wert wird bei der Ermittlung der chemischen Daten auf die analytische Qualitäts-
sicherung gelegt.
Durch die Akkreditierung bzw. durch die vergleichbare Notifizierung der beteiligten Untersu-
chungsstellen nach DIN EN ISO/IEC 17025 wird sichergestellt, dass Daten von hoher wis-
senschaftlicher Qualität und Vergleichbarkeit ermittelt werden. Die verwendeten Methoden
für die physikalisch-chemischen und chemischen Qualitätskomponenten entsprechen inter-
nationalen oder nationalen Normen.
4.1.3 Chemischer Zustand der Oberflächengewässer unter Berücksichtigung
der Tochterrichtlinie Umweltqualitätsnormen (2008/105/EG)
Die Richtlinie 2008/105/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 16.12.2008
über Umweltqualitätsnormen im Bereich der Wasserpolitik und zur Änderung und anschlie-
ßenden Aufhebung der Richtlinien 82/176/EWG, 83/513/EWG, 84/156/EWG, 84/491/EWG,

Bewirtschaftungsplan deutscher Teil FGE Oder
Kapitel 4
66
86/280/EWG (Tochterrichtlinien zur Richtlinie 76/464/EWG, kodifiziert durch Richtlinie
2006/11/EG) und 2000/60/EG (WRRL) wurde am 24.12.2008 im Amtsblatt der EU veröffent-
licht (Abl. EU Nr. L 348 S. 84 ff.) und ist am 20. Tag nach ihrer Veröffentlichung am
13.01.2009 in Kraft getreten.
Diese Tochterrichtlinie zur Wasserrahmenrichtlinie („Tochterrichtlinie Umweltqualitätsnor-
men“) ist durch die Mitgliedstaaten 18 Monate nach Inkrafttreten bis zum 13.07.2010 in nati-
onales Recht umzusetzen. Mit der Tochterrichtlinie werden eine Reihe von Änderungen auch
zur Einstufung des chemischen Zustands der Oberflächenwasserkörper vorgegeben, z. B.
Erhöhung des Umfangs der zu berücksichtigenden Umweltqualitätsnormen oder Verschär-
fungen, aber auch Herabsetzungen von Umweltqualitätsnormen.
Um bereits bei der Erstellung des 1. Bewirtschaftungsplanes diese am 13.01.2009 in Kraft
getretene Tochterrichtlinie angemessen und zwischen den Ländern in der Flussgebietsein-
heit Oder vergleichbar bei der Erstbewertung des chemischen Zustands für Oberflächenwas-
serkörper zu berücksichtigen, wurde wie folgt verfahren.
Die Erstbewertung des chemischen Zustands erfolgt gemäß Anhang I, Teil A mit den 33
Nummernschadstoffen (prioritäre Stoffe, darunter 13 prioritäre gefährliche Stoffe, entspricht
neuem Anhang X der WRRL) und mit den 5 Nummern-Buchstabenschadstoffen (bestimmte
andere Schadstoffe, entspricht dem Rest der Schadstoffe aus dem Anhang IX der WRRL, die
nicht mit Entscheidung Nr. 2455/2001/EG in den Anhang X als prioritäre Stoffe übernommen
wurden) sowie mit dem Stoff Nitrat.
Wenn alle Umweltqualitätsnormen (UQN) der 39 Schadstoffe (33+5+1) eingehalten sind,
befindet sich der Oberflächenwasserkörper in einem guten chemischen Zustand (vgl. Anhang
4-3).
Bei den Schadstoffen nach Anhang I der Tochterrichtlinie sind sowohl die UQN für die Jah-
resdurchschnittskonzentration (JD-UQN) als auch – und das ist neu – die UQN für die zuläs-
sige Höchstkonzentration (ZHK-UQN) – soweit festgelegt – in den einzelnen Wasserkörpern
zu berücksichtigen. Es sind alle festgelegten Arten der UQN für einen guten chemischen Zu-
stand einzuhalten.
Bis zur Spezifizierung der „Zulässigen Höchstkonzentration“ wird aus Praktikabilitätsgründen
jeweils der Maximalwert für die Beurteilung der Einhaltung der ZHK-UQN herangezogen. Für
den Schadstoff Nitrat gilt nur die Jahresmittelkonzentration (JD-UQN). Im Fall des Stoffes
Cadmium sind JD-UQN entsprechend Wasserhärteklassen festgelegt. Für einige Schadstoffe
in sonstigen Oberflächengewässern (Übergangs- und Küstengewässer) gelten schärfere
UQN als in Binnenoberflächengewässern; mit Ausnahme der Metalle gelten die UQN als Ge-
samtkonzentration in der gesamten Wasserprobe; bei den Metallen bezieht sich die UQN auf
die gelöste Konzentration.
Die Zuordnung der 38 einzelnen Schadstoffe (prioritäre Stoffe als Nummernstoffe und be-
stimmte andere Schadstoffe als Nummern-Buchstabenstoffe und ohne Nitrat) nach Anhang I
der Tochterrichtlinie erfolgt nach Festlegung der Wasserdirektoren im 2010 Reporting sheets
for River Management Planung – Final draft 30.05.2007 – Reporting Sheet Code SWM 3 in
die Schadstoffgruppierungen Schwermetalle, Pestizide, Industrielle Schadstoffe und andere
Schadstoffe (vgl. Tab. 4-8).
Die 13 prioritären gefährlichen Stoffe sind fett und unterstrichen in den einzelnen Schadstoff-
gruppen hervorgehoben und separat aufgeführt.

Bewirtschaftungsplan deutscher Teil FGE Oder
Kapitel 4
67
Tab. 4-8:
Zuordnung der Schadstoffe zu Schadstoffgruppen
Schadstoffgruppe
Schadstoff-Nr.
Schadstoffname
Schwermetalle
6
20
21
23
Cadmium und Cadmiumver-
bindungen
Blei- und Bleiverbindungen
Quecksilber- und Quecksil-
berverbindungen
Nickel- und Nickelverbindungen
Pestizide
1
3
8
9
13
14
18
19
26
29
33
Alachlor
Atrazin
Chlorfenvinphos
Chlorpyrifos
Diuron
Endosulfan
Hexachlorcyclohexan
Isoproturon
Pentachlorbenzol
Simazin
Trifluralin
Industrielle Schadstoffe
2
4
5
6a
7
10
11
12
22
24
25
29a
29b
32
Anthracen
Benzol
Bromierte Diphenylether
Tetrachlorkohlenstoff
C10-13 Chloralkane
1,2-Dichlorethan
Dichlormethan
Bis(2-ethyl-hexyl)phthalat
(DEHP)
Naphthalin
Nonylphenol (4- Nonylphenol)
Octylphenol
((4-(1,1′,3,3′-
Tetramethylbutyl)-phenol))
Tetrachlorethylen
Trichlorethylen
Trichlormethan
Andere Schadstoffe
9a
Cyclodien Pestizide
Aldrin
Dieldrin
Endrin
Isodrin

Bewirtschaftungsplan deutscher Teil FGE Oder
Kapitel 4
68
Schadstoffgruppe
Schadstoff-Nr.
Schadstoffname
9b
15
16
17
27
28
30
31
DDT insgesamt
Para-para-DDT
Fluoranthen
Hexachlorbenzol
Hexachlorbutadien
Pentachlorphenol
Polycyclische aromatische
Kohlenwasserstoffe (PAK)
Benzo(a)pyren
Benzo(b)fluoranthen
Benzo(g,h,i)-perylen
Indeno(1,2,3-cd)-pyren
Tributylzinnverbindungen
(Tributylzinn-Kation)
Trichlorbenzole
Bis zur Umsetzung der Tochterrichtlinie in deutsches Recht spätestens am 13.07.2010 und
der Durchführung des entsprechenden Monitorings werden für die Erstbewertung des Che-
mischen Zustands für den 1. Bewirtschaftungsplan zunächst nur die Umweltqualitätsnormen
für Wasser angewendet (JD-UQN und ZHK-UQN).
Die Einhaltung der Umweltqualitätsnormen von Schadstoffen in Biota und Sedimenten sowie
die Einhaltung der UQN z.B. für den Schadstoff C10-13 Chloralkane in der Wasserphase
werden wegen fehlender analytischer Voraussetzungen bei der Erstbewertung des chemi-
schen Zustands in der Endfassung des 1. Bewirtschaftungsplans noch nicht berücksichtigt.
Die im vorliegenden Bewirtschaftungsplan für den Auswertungszeitraum 2006 – 2008 vorge-
nommene Bewertung des chemischen Zustands von Oberflächenwasserkörpern kann sich
hierdurch in Einzelfällen noch ändern.
Bis Ende 2008 lagen für alle Oberflächenwasserkörper Erstbewertungen des chemischen
Zustands unter Berücksichtigung der Tochterrichtlinie Umweltqualitätsnormen vor. Die Er-
gebnisse der dieser Erstbewertungen sind in Karte 4.3b für die einzelnen Bearbeitungsgebie-
te im deutschen Teil der FGE Oder in den Kategorien Flüsse, Seen, Übergangsgewässer
und Küstengewässer für die natürlichen (NWB), erheblich veränderten (HMWB) und künstli-
chen (AWB) Oberflächenwasserkörper dargestellt.
In der Tabelle 4-9 ist für das deutsche Odereinzugsgebiet und die Bearbeitungsgebiete eine
Differenzierung des nicht guten chemischen Zustands der Oberflächenwasserkörper bezüg-
lich der Einhaltung der Umweltqualitätsnormen in den Schadstoffgruppierungen Schwerme-
talle, Pflanzenschutzmittel, Industriechemikalien und andere Schadstoffe ausgewiesen.
Zusammenfassend für den deutschen Teil der Flussgebietseinheit Oder ist festzustellen,
dass gegenüber dem geltenden Recht mit ca. 2,5 % nunmehr ca. 13,6 % der als Flüsse be-
werteten Oberflächenwasserkörper bezogen auf die Gesamtlänge den guten chemischen
Zustand verfehlen. Die Seen und das Küstengewässer Stettiner Haff erreichen in beiden Be-
wertungen den guten chemischen Zustand.

Bewirtschaftungsplan deutscher Teil FGE Oder
Kapitel 4
69
Am häufigsten überschreiten dabei in den als Flüsse bewerteten Oberflächenwasserkörpern
die Gruppe der „anderen Schadstoffe“, Schwermetalle und Industriechemikalien die Umwelt-
qualitätsnormen.
Tab. 4-9:
Auswertung des chemischen Zustands der Oberflächenwasserkörper
differenziert nach der Einhaltung der UQN in den Schadstoffgruppierun-
gen Schwermetalle, Pestizide, Industriechemikalien, andre Schadstoffe,
und Nitrat unter Berücksichtigung der Richtlinie 2008/105/EG (JD-UQN
und/oder ZHKUQN überschritten)
% - prozentualer Anteil an Länge bzw. Fläche
chem.
Zustand
nicht gut
darunter
Schwer-
metalle
darunter
Pflanzen-
schutz-
mittel
darunter
Industrie-
chemika-
lien
darunter
andere
Schad-
stoffe
darunter
Nitrat
Bearbei-
tungs-
gebiet
Anzahl
OWK
gesamt
An-
zahl
%
An-
zahl
%
An-
zahl
%
An-
zahl
%
An-
ahl
%
An-
zahl
%
bewertet als Fluss
Lausitzer
Neiße
53
23
58,2
8
23,5
2
2,0
1
10,9
18
50,1
0
0
Mittlere
Oder
42
1
25,2
1
25,2
0
0
0
0
1
25,2
0
0
Untere
Oder
179
1
6,8
1
6,8
0
0
1
6,8
1
6,8
0
0
Stettiner
Haff
179
0
0
0
0
0
0
0
0
0
-
0
0
gesamt
453
25
13,6
10
8,4
2
0,3
2
4,3
20
12,4
0
0
bewertet als See
Lausitzer
Neiße
1
0
0
0
0
0
0
0
0
0
0
0
0
Mittlere
Oder
3
0
0
0
0
0
0
0
0
0
0
0
0
Untere
Oder
21
0
0
0
0
0
0
0
0
0
0
0
0
Stettiner
Haff
24
0
0
0
0
0
0
0
0
0
0
0
0
gesamt
49
0
0
0
0
0
0
0
0
0
0
0
0
bewertet als Küstengewässer
Stettiner
Haff
1
0
0
0
0
0
0
0
0
0
0
0
0

Bewirtschaftungsplan deutscher Teil FGE Oder
Kapitel 4
70
4.2 Grundwasser
Die Grundwasserüberwachung umfasst alle Komponenten der Grundwasserüberwachung
nach WRRL und schließt die Überwachung von Schutzgebieten vielfach mit ein, soweit eine
Verbindung zum Grundwasser besteht. Bei der Einrichtung der Überwachungsprogramme
haben die Bundesländer gemeinsame Grundsätze z. B. zu Parametern und Messfrequenzen
abgestimmt, die an allen zu untersuchenden Grundwassermessstellen zur Anwendung kom-
men (MLUV
2007).
Die Grundwasserüberwachung ist im Hinblick auf die natürlichen Eigenschaften und die Be-
lastungssituation des Grundwasserkörpers repräsentativ. Weiterhin liefern die Untersu-
chungsergebnisse Rückschlüsse über die Auswirkungen der Grundwasserbeschaffenheit auf
die in hydraulischem Kontakt stehenden Oberflächengewässer und Landökosysteme. Die
Überwachungsmessnetze sind daher so konzipiert, dass der Fokus der Überwachung auf
den oberen Hauptgrundwasserleiter abzielt und die Verteilung der Messstellen die prägen-
den hydrogeologischen Gegebenheiten sowie die Belastungs- und damit Gefährdungssitua-
tion eines Grundwasserkörpers bzw. der Grundwasserkörpergruppe widerspiegelt.
Die Überwachungsdaten der einzelnen Messstellen wurden für die Bewertung des Grund-
wasserkörpers bzw. der Grundwasserkörpergruppe nach der vom LAWA-Ausschuss Grund-
wasser/Wasserversorgung entwickelten Methode aggregiert. Der Zustand des Grundwasser-
körpers wurde gemäß den Vorschriften der Grundwasserrichtlinie durch Vergleich mit den
Qualitätsnormen und Schwellenwerten sowie im Hinblick auf eine Beeinträchtigung der Ober-
flächengewässer oder signifikante Schädigung der Landökosysteme bewertet.
Die Überwachungsprogramme basieren konsequent auf den Vorgaben des Anhangs V der
WRRL. Die für die Überwachung eingesetzten Grundwassermessstellen können sowohl für
die Überwachung des chemischen als auch des mengenmäßigen Zustands benutzt werden.
Die Anordnung von Messstellen, die Messnetzdichte und die Messfrequenz sind abhängig
vom Zweck des Messstelle, von der Schutzwirkung der Deckschichten des zu untersuchen-
den Grundwasserleiters, regionalen Besonderheiten im hydrogeologischen Bau des Unter-
grunds und zum Teil von der Landnutzungsintensität, so dass die Messnetzdichte variieren
kann.
Im Folgenden werden allgemeine Informationen über die Einrichtung der Überwachungsnet-
ze gegeben. Bei Bedarf erfolgt eine Fortschreibung und Optimierung der Überwachung. Es
ist anzunehmen, dass sich die im Weiteren aufgeführten statistischen Angaben zur Anzahl
der Messstellen in den nächsten Jahren ändern werden. Die Messprogramme der einzelnen
Messstellen sind in Datenbanken der deutschen Bundesländer dokumentiert.
Überwachung des mengenmäßigen Zustands des Grundwassers
Die Auswahl der Messstellen für die mengenmäßige Überwachung berücksichtigt neben hyd-
rogeologischen Aspekten einschließlich hydraulischer Kontakte zu Oberflächengewässern
und Landökosystemen auch die wasserwirtschaftliche Bedeutung des Grundwasserleiters.
Es werden vor allem Messstellen der Landesgrundwasserdienste genutzt, darüber hinaus
werden zum Teil auch Messstellen Dritter verwendet. Als Folge regionaler Unterschiede in
der Hydrogeologie und der Lage und Größenordnung von Grundwasserentnahmen wurde
keine einheitliche Messstellendichte, die für die gesamte Flussgebietseinheit gelten soll, fest-
gelegt. Das Messnetz ist in Karte 4.4 dargestellt; aus kartographischen Gründen kann in der
Darstellung nicht zwischen Messstellen und Informationspunkten differenziert werden.
Für die Überwachung des mengenmäßigen Zustands des Grundwassers werden insgesamt
844 Messstellen genutzt. Weitergehende statistische Angaben zur Überwachung des men-
genmäßigen Zustands des Grundwassers sind in Tabelle 4-10 aufgeführt.

Bewirtschaftungsplan deutscher Teil FGE Oder
Kapitel 4
71
Tab. 4-10:
Messnetz zur Überwachung des mengenmäßigen Zustands des
Grundwassers
Gesamt-
anzahl der
Messstellen
Gesamtanzahl
der Grundwas-
serkörper
Gesamtfläche der
Grund-
wasserkörper
[km
2
]
durchschnitt-
liche Anzahl je
Grundwasser-
körper
durchschnittliche Mess-
netzdichte
[km
2
pro
Messstelle]
844
23
9.480
36,7
11,2
Überblicksweise Überwachung des chemischen Zustands des Grundwassers
Die Auswahl der Messstellen für die überblicksweise Überwachung erfolgte in Abhängigkeit
von den Ergebnissen der Analyse der Belastungen und Auswirkungen unter Berücksichti-
gung des konzeptionellen Modells des Grundwasserkörpers und der spezifischen Eigen-
schaften der relevanten Schadstoffe. Das so abgeleitete Überwachungsnetz ist repräsentativ
für jeden Grundwasserkörper bzw. jede Grundwasserkörpergruppe. Wegen der unterschied-
lichen hydrogeologischen Bedingungen war es fachlich nicht vertretbar, eine einheitliche
Dichte des Überwachungsnetzes festzulegen. Die Messstellen für die überblicksweise Über-
wachung des chemischen Zustands des Grundwassers sind in Karte 4.5 dargestellt.
Für die überblicksweise Überwachung des chemischen Zustands des Grundwassers werden
insgesamt 94 Messstellen genutzt. Weitergehende statistische Angaben zur Überwachung
des chemischen Zustands des Grundwassers sind in der Tabelle 4-11 aufgeführt.
Tab. 4-11:
Messnetz zur überblicksweisen Überwachung des chemischen Zustands
des Grundwassers
Gesamt-
anzahl der
Messstellen
Gesamtanzahl
der Grundwas-
serkörper
Gesamtfläche der
Grund-
wasserkörper
[km
2
]
durchschnitt-
liche Anzahl je
Grundwasser-
körper
durchschnittliche Mess-
netzdichte
[km
2
pro
Messstelle]
94
23
9.480
4,1
100,9
Operative Überwachung des chemischen Zustands des Grundwassers
Die operative Überwachung wird in den Zeiträumen zwischen den Programmen für die über-
blicksweise Überwachung durchgeführt. Ziel der operativen Überwachung ist es, das
Verhalten der für die Gefährdung maßgeblichen Schadstoffe im Grundwasser sowie maß-
gebliche Stoffeinträge über das Grundwasser in das Oberflächenwasser zu beobachten. Die
Auswahl repärsentativer Messstellen für das operative Überwachungsmessnetz berücksich-
tigte neben den Auswahlkriterien für überblicksweise Messstellen auch die Untersuchungsbe-
funde der überblicksweisen Überwachung. Für die Zwecke der operativen Überwachung
werden in vielen Grundwasserkörpern die Messstellen der überblicksweisen Überwachung
genutzt, je nach Bedarf kann das Messnetz durch weitere Beobachtungsstellen verdichtet
werden. Die Überwachung der Grundwasserkörper ergab, dass sich zahlreiche Grundwas-
serkörper, die im Zuge der Bestandsaufnahme nach Artikel 5 der WRRL in ihrer Zielerrei-
chung als unklar/unwahrscheinlich eingestuft wurden, einen guten Zustand aufweisen. In
diesen Grundwasserkörpern wurden Messstellen der operativen Überwachung zum Teil in
Messstellen zur überblicksweisen Überwachung umgewandelt.

Bewirtschaftungsplan deutscher Teil FGE Oder
Kapitel 4
72
Die Messstellen für die operative Überwachung des chemischen Zustands sind im Anhang in
Karte 4.5 dargestellt.
Für die operative Überwachung des chemischen Zustands des Grundwassers werden für die
operative Überwachung insgesamt 108 Messstellen genutzt. Weitergehende statistische An-
gaben zur operativen Überwachung des chemischen Zustands des Grundwassers sind in der
Tabelle 4-12 aufgeführt.
Tab. 4-12:
Messnetz zur operativen Überwachung des chemischen Zustands des
Grundwassers
Gesamt-
anzahl der
Messstellen
Gesamt-anzahl
der Grundwas-
ser-körper
Gesamtfläche der
Grund-
wasserkörper
[km
2
]
durchschnitt-
liche Anzahl je
Grundwasser-
körper
durchschnittliche Mess-
netzdichte
[km
2
pro
Messstelle]
108
23
9.480
4,7
87,8
Die operative Überwachung des chemischen Zustands sieht jedes Jahr hydrochemische Un-
tersuchungen vor. Der mindestens jährliche Untersuchungszyklus stellt sicher, dass Verän-
derungen der Grundwasserbeschaffenheit kurzfristig feststellbar sind und außerdem im Laufe
des ersten Bewirtschaftungsplans bis 2015 flächendeckend hinreichende Untersuchungsbe-
funde für Trendermittlungen vorliegen. Die Bewertung der Untersuchungsbefunde umfasst
einen Abgleich mit den EU-Qualitätsnormen bzw. Schwellenwerten; darüber hinaus wird es
künftig bei Vorliegen hinreichend langer Zeitreihen von Untersuchungsbefunden in zuneh-
mendem Maße möglich sein, die zeitliche Entwicklung der Inhaltsstoffe zu bewerten.
Der chemische Zustand der Grundwasserkörper ist in Karte 4.6 dargestellt; die Beurteilung
des chemischen Zustands hinsichtlich von Nitrat, Pflanzenschutzmitteln und anderen Schad-
stoffen in den Karten 4.6.1 bis 4.6.3.
Der mengenmäßige Zustand der Grundwasserkörper und der Zustand von Wasserkörpern
für die Entnahme von Wasser für den menschlichen Gebrauch nach Art. 7 WRRL ist den
Darstellungen in den Karten 4.7 und 4.8 zu entnehmen.
Tabelle 4-13 in Kapitel 4.2.2 gibt einen Gesamtüberblick über die Zustandsbewertung, die im
Einzelnen in den Kapiteln 4.2.1 und 4.2.2 erläutert wird.

Bewirtschaftungsplan deutscher Teil FGE Oder
Kapitel 4
73
4.2.1 Chemischer Zustand des Grundwassers
Der chemische Zustand der Grundwasserkörper wurde sowohl in der aktuellen Beschaffen-
heit als auch in seiner zeitlichen Entwicklung charakterisiert. Analysiert werden mit wenigen
Ausnahmen die in der Grundwasserrichtlinie (2006/118/EG) nach Art. 17 WRRL in den An-
hängen I und II vorgegebenen Beurteilungsparameter. Darüber hinaus werden die Ergebnis-
se der Bestandsaufnahme berücksichtigt. Um den Übergang vom guten zum schlechten Zu-
stand markieren zu können, werden für die Bewertung die auf der EU-Ebene vorgegebenen
Qualitätsnormen bzw. die auf nationaler Ebene festgelegten Schwellenwerte verwendet. Im
Vorgriff auf die beabsichtigte Vorgabe in einer Bundesverordnung zur Umsetzung der
Grundwasserrichtlinie werden auf der Grundlage einer fachlichen Empfehlung des LAWA-
Ausschusses Grundwasser und Wasserversorgung die Geringfügigkeitsschwellenwerte der
LAWA (LAWA 2004) als Schwellenwerte nach Anhang II der o. g. Richtlinie verwendet. In
einigen Fällen wurden diese Werte an die geogenen Hintergrundwerte in Grund-
wasserkörpern angepasst. Die Ableitung und Anwendung der Schwellenwerte folgt damit im
Wesentlichen der EU-Guideline No. 18 zur Umsetzung der WRRL (CIS fort he Water Frame-
work Directive: Guidance on Groundwater and Trend Assessment). Die Aggregation der Be-
wertungsergebnisse auf den Grundwasserkörper erfolgte auf Grundlage einer fachlichen
Empfehlung des LAWA-Ausschusses Grundwasser und Wasserversorgung (LAWA 2008:
Fachliche Umsetzung der Richtlinie zum Schutz des Grundwassers vor Verschmutzung und
Verschlechterung, unveröffentlicht).
Vier Grundwasserkörper sind durch Nitrat belastet. Hier spiegelt sich das hohe Maß der in-
tensiven Landwirtschaft wider, die besonders in der Vergangenheit durch eine starke Kon-
zentration auf die Nutztierhaltung geprägt war. Insgesamt 9 Grundwasserkörper sind mit
sonstigen Schadstoffen belastet. Dazu zählen z. B. Ammonium und Sulfat.
Der chemische Zustand der Grundwasserkörper ist in Karte 4.6 dargestellt; die Beurteilung
des chemischen Zustands hinsichtlich Nitrat, Pflanzenschutzmitteln und Schadstoffen nach
Anhang II der Tochterrichtlinie Grundwasser und anderer Schadstoffe (ausgenommen Nitrat
und Pestizide) in den Karten 4.6.1 bis 4.6.3.
Als zusätzliche Information zum chemischen Zustand des Grundwassers verlangt die WRRL
die Angabe von Trends der Schadstoffkonzentrationen. Die Trendanalyse wird hinsichtlich
der Zielerreichung bei gefährdeten Grundwasserkörpern an allen Messstellen für alle rele-
vanten Parameter nach der im LAWA-Ausschuss Grundwasser/Wasserversorgung verein-
barten Vorgehensweise durchgeführt, d. h. nicht in allen Grundwasserkörpern findet eine
Trendermittlung statt.
Die Trendbetrachtung erfolgt jeweils über einen 6-Jahres-Zeitraum (Zeitintervall eines Be-
wirtschaftungsplans). Entscheidend für die Bewertung ist das jeweils aktuelle 6-Jahres-
Intervall. Bei Bedarf, zum Beispiel zur Plausibilisierung, können auch frühere Daten hinzuge-
zogen werden. Um den Einfluss jahreszeitlicher Schwankungen ausschließen zu können,
wird an einer Messstelle immer der annähernd gleiche Messzeitpunkt eingehalten.
Die Trendanalyse erfolgt in der Regel mittels linearer Regressionsanalyse. Eine Trendanaly-
se kann nur durchgeführt werden, wenn in einem Überwachungszeitraum für mindestens
zwei Drittel der Jahre Überwachungsergebnisse vorliegen. Bei mehr als 4 bis 10 Messwerten
kann alternativ der Mann-Kendall-Test durchgeführt werden. Bei weniger als 4 Messwerten
kann keine Trendanalyse durchgeführt werden. Vor dem Test auf signifikantes Trendverhal-
ten erfolgt ein Ausreißertest. Die Ermittlung der Trendumkehr erfolgt über die Bildung von
gleitenden 6-Jahres-Intervallen. Für jedes Intervall wird über eine lineare Regression die
Steigung der Regressionsgeraden bestimmt und als Zeitreihe in einem Koordinatensystem
(x, y) aufgetragen. Ein Nulldurchgang, d. h. ein Übergang von einem steigenden in einen
fallenden Trend (und umgekehrt) bedeutet eine Trendumkehr. Das Verfahren, das zur Ermitt-
lung von signifikanten und anhaltend steigenden Trends dient, die eine signifikante Gefahr
für die Qualität der aquatischen oder terrestrischen Ökosysteme oder für – tatsächliche oder

Bewirtschaftungsplan deutscher Teil FGE Oder
Kapitel 4
74
potenzielle – legitime Nutzungen der Gewässer darstellen, wurde von der LAWA festgelegt.
Nach dieser Methodik wurden die Trends sowohl für Messstellen als auch für die Grundwas-
serkörper ermittelt.
Im Ergebnis ist festzustellen, dass für 2 Grundwasserkörper ein signifikant steigender Trend
ermittelt wurde, der den Parameter Ammonium betrifft. Da nicht überall ausreichend lange
Zeitreihen vorliegen, konnte im vorliegenden ersten Bewirtschaftungsplan allerdings auch für
viele Grundwasserkörper keine bzw. keine gesicherte Trendaussage getroffen werden.
Alle Grundwasserkörper wurden hinsichtlich ihres chemischen und mengenmäßigen Zu-
stands bewertet. Tabelle 4-11 gibt einen Gesamtüberblick über die Zustandsbewertung.
4.2.2 Mengenmäßiger Zustand des Grundwassers
Der mengenmäßige Zustand eines Grundwasserkörpers wurde in dynamischer Hinsicht
– d. h. in seiner zeitlichen Entwicklung – bewertet. Die Methodik orientiert sich an den Vorga-
ben der LAWA. Die Messgrößen Grundwasserstand bzw. Quellschüttungen und – sofern
erforderlich – Chloridkonzentration (als Indikator für Versalzung infolge einer Übernutzung) in
ihrer zeitlichen Entwicklung sind Grundlage der Zustandsbeschreibung und -bewertung. Au-
ßerdem werden Fachexpertisen zu Änderungen der Strömungsrichtung, die einen Zustrom
von Salzwasser in den Grundwasserkörper verursachen können, für die Zustandsbewertung
herangezogen.
Die Mengenbilanz eines Grundwasserkörpers darf durch anthropogene Eingriffe nicht derart
beeinflusst werden, dass ein fortlaufender Vorratsverlust auftritt. Dementsprechend unterliegt
der Grundwasserspiegel keinen anthropogenen Schwankungen, in deren Folge angeschlos-
sene Oberflächengewässer- bzw. Landökosysteme signifikant geschädigt werden. Als Krite-
rien für einen solchen Vorratsverlust wurden trendhaft abfallende Grundwasserstände oder
ein Nachströmen von versalzenem Tiefengrundwasser herangezogen. Dementsprechend
mussten aufgrund von Trinkwasserentnahmen sowie Entnahmen aus dem Bergbau sechs
Grundwasserkörper in den schlechten Zustand eingestuft werden, wie in der Tabelle 4-13
dargestellt.
Wasserknappheit spielt jedoch selbst in den Grundwasserkörpern im schlechten mengenmä-
ßigen Zustand keine Rolle.
Der mengenmäßige Zustand der Grundwasserkörper ist der Karte 4.7 zu entnehmen.

Bewirtschaftungsplan deutscher Teil FGE Oder
Kapitel 4
75
Tab. 4-13:
Ergebnisse der Zustandsbewertung der Grundwasserkörper (Anzahl der Grundwasserkörper, deren Zustand als
schlecht bewertet wurde)
Schlechter
chemischer
Zustand
Nitrat
Schlechter
chemischer
Zustand
Pflanzenschutzmittel
Schlechter
chemischer
Zustand
Schadstoffe nach
Anhang II und andere
Schlechter
chemischer
Zustand
gesamt
Schlechter
mengenmäßiger Zu-
stand
Schlechter
Gesamtzustand
Bearbeitungs-
gebiet
gesamt
% (Anzahl)
% (Fläche)
gesamt
% (Anzahl)
%(Fläche)
gesamt
% (Anzahl)
%(Fläche)
gesamt
% (Anzahl)
%(Fläche)
gesamt
% (Anzahl)
%(Fläche)
gesamt
% (Anzahl)
%(Fläche)
Lausitzer
Neiße
1
14,3
4,1
0
0
3
14,3
23,9
4
57,1
49,6
5
71,4
81,8
6
85,7
85,9
Mittlere Oder
1
33,3
18,4
0
0
1
33,3
7,3
2
66,7
25,6
0
0
2
66.7
25,6
Untere Oder
2
33,3
4,5
0
0
4
66,7
28,1
5
83,3
30,8
0
0
5
83,3
30,8
Stettiner Haff
0
0
0
0
3
42,9
7,9
3
42,9
7,9
1
14,3
3,5
4
57,1
11,5
gesamt
4
17,4
3,7
0
0
9
39,1
18,2
14
60,9
24,5
6
26,1
13,9
17
73,9
31,5

Bewirtschaftungsplan deutscher Teil FGE Oder
Kapitel 4
76
4.3 Schutzgebiete
Gemäß Anhang VII A4 sind die Ergebnisse der Überwachungsprogramme gemäß Art. 8 und
Anhang V WRRL in Form von Karten für den Zustand der Schutzgebiete darzustellen. Dies be-
trifft folgende Schutzgebietsarten:
a)
Wasserkörper für die Entnahme von Trinkwasser,
b)
Gebiete zum Schutz wirtschaftlich bedeutender aquatischer Arten,
c)
Erholungs- und Badegewässer,
d)
nährstoffsensible Gebiete,
e)
Vogelschutz- und FFH-Gebiete,
f)
Fisch- und Muschelgewässer.
Da die Zustandsbeschreibung für die Gebiete nach c) bis f) gemäß der jeweiligen Richtlinie über
eigenständige Berichte an die EU erfolgt, können diese Angaben hier entfallen. Gebiete nach b)
wurden im deutschen Teil der FGE Oder nicht ausgewiesen. Die Überwachungsprogramme
nach WRRL werden mit den spezifischen Überwachungsprogrammen der jeweiligen Schutzge-
biete abgestimmt. Für detaillierte Informationen wird auf die aktuellen Berichte zu den in Kapitel
3 genannten schutzgebietsrelevanten Richtlinien verwiesen. Diese sind dem Maßnahmenpro-
gramm für den deutschen Teil der FGE Oder (MLUV 2008) beigefügt.
Zur Überwachung und zum Zustand der Wasserkörper, die für die Entnahme von Wasser für
den menschlichen Verbrauch genutzt werden (Schutzgebietsart a) und die durchschnittlich mehr
als 10 m³ täglich liefern oder mehr als 50 Personen bedienen, finden sich die Angaben in den
Kapiteln 4.3.1 und 4.3.2.
4.3.1 Überwachung von Wasserkörpern für die Entnahme von Trinkwasser nach
Art. 7
Wasserkörper in Oberflächengewässern, aus denen eine durchschnittliche tägliche Entnahme
von mehr als 100 m³ Trinkwasser (Trinkwasserentnahmestellen) erfolgt, wurden als Überwa-
chungsstellen ausgewiesen und insoweit zusätzlich überwacht werden, als dies für die Erfüllung
der Anforderungen des Art.s 7 erforderlich ist. Diese Wasserkörper werden in Bezug auf alle
eingeleiteten prioritären Stoffe sowie auf alle anderen in signifikanten Mengen eingeleiteten
Stoffe, die sich auf den Zustand des Wasserkörpers auswirken könnten, und Stoffe, die nach
Trinkwasserrichtlinie zu untersuchen sind, überwacht. Da im deutschen Gebietsteil der FGE
Oder keine Trinkwasserentnahmen aus Oberflächengewässern erfolgen, wurden keine entspre-
chenden Überwachungsstellen nach Art. 7 an Oberflächenwasserkörpern ausgewiesen.
Grundwasserkörper, aus denen durchschnittlich täglich mehr als 100 m³ Trinkwasser entnom-
men werden, wurden den Anforderungen nach Art. 7 gemäß im Rahmen der überblicksweisen
Überwachung nach Richtlinie 2000/60/EG überwacht. Alle Trinkwasserentnahmen unterliegen
der Überwachung durch die Gesundheitsämter nach § 18 ff TrinkwV (vgl. Tab. 4-12). Die Über-
wachungsergebnisse für Anlagen > 1.000 m³/d oder zur Versorgung von über 5.000 Personen
unterliegen der EU-Meldepflicht nach Trinkwasserrichtlinie.

Bewirtschaftungsplan deutscher Teil FGE Oder
Kapitel 4
77
Tab. 4-14:
Überwachungsfrequenzen für Trinkwasserentnahmen in Abhängigkeit von
der versorgten Bevölkerung
Versorgte Bevölkerung
Frequenz
< 10 000
viermal jährlich
10 000 bis 30 000
achtmal jährlich
> 30 000
zwölfmal jährlich
4.3.2 Zustand von Wasserkörpern für die Entnahme von Trinkwasser nach Art. 7
Im gesamten deutschen Gebietsteil der FGE Oder erfolgen Wasserentnahmen für die Trinkwas-
serversorgung nur aus dem Grundwasser. In der Karte 4.8 ist der Zustand der Grundwasser-
körper mit Trinkwasserentnahmen dargestellt.
Tabelle 4-15 zeigt eine Auswertung des Zustands der betroffenen Grundwasserkörper, differen-
ziert nach Überschreitungen von Umweltqualitätsnormen der Schadstoffe zur Beurteilung des
chemischen Zustands der Grundwasserkörper bzw. nach Überschreitungen von Parametern der
Trinkwasserverordnung.
Tab. 4-15:
Zustand von Grundwasserkörpern für die Entnahme von Trinkwasser nach
Art. 7 WRRL
Bearbeitungs-
Anzahl GWK mit TW-Entnahmen nach Art. 7 WRRL
gebiet
Anzahl
GWK ge-
samt
gesamt
davon mit
Über-
schreitung
UQN Nit-
rat im GW
davon mit
Über-
schreitung
UQN
PSM im
GW
davon mit
Über-
schreitung
andere
Schad-
stoffe im
GW
davon mit
Nicht-
einhaltung
der
TrinkwV
im TW
davon
nicht zu
bewerten
Lausitzer Neiße
7
6
1
0
1
0
Mittlere Oder
3
2
1
0
0
0
Untere Oder
6
6
2
0
4
0
Stettiner Haff
7
7
0
0
3
0
gesamt
23
21
4
0
8
0
Fast 73,9 % der Grundwasserkörper, die einem flächenmäßigem Anteil von 59,3% entsprechen,
sind auch gleichzeitig Wasserkörper für die Entnahme von Trinkwasser nach Art. 7. Soweit dort
ein schlechter Zustand festgestellt wurde, ist er auf den schlechten chemischen Zustand zu-
rückzuführen. Ein schlechter Zustand bezüglich der Trinkwassergewinnung tritt in keinem Fall
auf.

Bewirtschaftungsplan deutscher Teil FGE Oder
Kapitel 4
78

Bewirtschaftungsplan deutscher Teil FGE Oder
Kapitel 5
79
5
UMWELTZIELE UND AUSNAHMEREGELUNGEN
(LISTE DER UMWELTZIELE GEMÄß ARTIKEL 4)
Der deutsche Teil des Odereinzugsgebiets repräsentiert eine mäßig urbanisierte und indust-
rialisierte Region Mitteleuropas. Von besonderer Bedeutung für die Gewässer sind hydro-
morphologische Veränderungen infolge Besiedlung, Hochwasserschutz und andere Nutzun-
gen wie z. B. die Landwirtschaft als anteilig größte Flächennutzungsart. Zugleich besitzen
die Oder und einige ihrer Nebenflüsse noch naturnahe Gewässerstrukturen und ein hinrei-
chendes Potenzial für eine kosteneffiziente Entwicklung hin zum Erreichen der Umweltziele.
Zielsetzungen für Oberflächengewässer und Grundwasser sind aufgrund dieser komplexen
Ausgangssituation ohne eine Betrachtung der sozioökonomischen Auswirkungen nicht sinn-
voll erreichbar. Diesen Umstand berücksichtigt die WRRL, indem als integraler Bestandteil
der Bewirtschaftungsplanung für jeden Wasserkörper das jeweilige Umweltziel festgelegt
wird. Diese Umweltziele bilden damit den Kern der WRRL und sehen eine langfristige nach-
haltige Gewässerbewirtschaftung mit einem hohen Schutzniveau für die aquatische Umwelt
vor.
Die vorliegenden Untersuchungsergebnisse für die Oder, aber auch andere Flussgebiete in
Europa zeigen, dass der Zustand der aquatischen Ökosysteme schlechter als erwartet war,
obwohl die Belastung der Gewässer durch umfangreiche Investitionen in den vergangenen
Jahrzehnten mit Erfolg erheblich reduziert werden konnte. Die Zielverfehlungen sind u. a.
darauf zurückzuführen, dass die Anforderungen der WRRL anspruchsvoller als frühere Um-
weltziele sind und für viele biologische Qualitätskomponenten bei Einführung der WRRL
noch keine Bewertungsverfahren vorlagen.
Angesichts des hohen Anteils von Zielverfehlungen (vgl. Kap. 4) ist es unwahrscheinlich,
dass sämtliche in der aquatischen Umwelt zutage getretenen Probleme bereits im ersten
Bewirtschaftungsplanungszyklus angegangen und gelöst werden können. Dies berücksich-
tigt die WRRL, indem sie bei der Bewirtschaftungsplanung für Wasserkörper einerseits die
Möglichkeit der Ausweisung von künstlichen oder erheblich veränderten Oberflächenwasser-
körpern in Verbindung mit der Anstrebung des alternativen Umweltzieles „Gutes ökologi-
sches Potenzial“ sowie andererseits die Anwendung von Ausnahmeregelungen vorsieht.
Ausnahmen ermöglichen den Mitgliedstaaten, Maßnahmen nach ihrer Dringlichkeit zu pla-
nen und die Wasserumwelt über mehrere Planungszyklen hinweg zu verbessern. Die Ablei-
tung realistisch erreichbarer überregionaler Umweltziele an der Oder folgt diesem Ansatz
konsequent.
Analog zum ökologischen und chemischen Gewässerzustand ist für die Betrachtung der
Umweltziele ebenfalls die jeweils
schlechteste Qualitätskomponente
heranzuziehen („one-
out-all-out-Prinzip“). Dies führt dazu, dass z. B. im Falle einer hinreichenden Verbesserung
mehrerer Belastungen eines Wasserkörpers (z. B. Reduzierung der Stoffeinträge, Verbesse-
rung der Gewässerstruktur, Herstellung Durchgängigkeit) bei Verbleib nur einer Zielverfeh-
lung (z. B. Überschreitung eines Grenzwerts) eine Ausnahme ebenso in Anspruch zu neh-
men ist wie in einem Wasserkörper, in dem bis 2015 keine wesentliche Verbesserung er-
reicht wird. Da jedoch i. d. R. mehrere Belastungen für die Zielverfehlung eines Wasserkör-
pers verantwortlich sind, die oftmals nicht alle zeitgleich bis 2015 behoben werden können,
werden im ersten Planungszyklus für das Flusseinzugsgebiet der Oder Ausnahmeregelun-
gen (im Wesentlichen Fristverlängerungen) erheblich häufiger angewendet werden müssen
als erwartet. Ihre Zahl wird sich mit den ergriffenen Maßnahmen und der Zielerreichung in
den folgenden Zyklen voraussichtlich deutlich reduzieren.
Im Rahmen der Umsetzung der WRRL sind auf der Basis der Analyse der signifikanten Be-
lastungen und der Monitoringergebnisse durch die beteiligten Bundesländer zahlreiche Maß-

Bewirtschaftungsplan deutscher Teil FGE Oder
Kapitel 5
80
nahmen zur weiteren Verbesserung der Oder und ihrer Nebengewässer vorgesehen (vgl.
Kap. 5.3 und 7). Diese Maßnahmen werden einen entscheidenden Beitrag leisten, die vor-
gegebenen Ziele der WRRL zu erreichen.
Als spezieller und langfristig relevanter Aspekt spielen auch die Folgen des Klimawandels für
die Umsetzung der WRRL eine Rolle. Mögliche Auswirkungen werden bereits bei der Maß-
nahmenplanung für den ersten Bewirtschaftungsplan aufgrund der derzeit verfügbaren In-
formationen berücksichtigt.
In den folgenden Kapiteln werden die Voraussetzungen und die grundsätzlichen Methoden
zur Bestimmung der Umweltziele innerhalb des deutschen Teils der FGE Oder erläutert.
-
Überregionale Anforderungen an die Bewirtschaftung der Flussgebietseinheit
Oder (Kap. 5.1),
-
Anpassungsstrategien an den Klimawandel (Kap. 5.2),
-
Darstellung und Begründung der aufgrund des gemeinsamen Verständnisses
auf Flussgebietsebene und der länderspezifischen Strategien abgeleiteten
konkreten Umweltziele für die Oberflächenwasser- und Grundwasserkörper
(Kap. 5.3),
-
Umweltziele für künstliche und erheblich veränderte Oberflächenwasserkörper
(Kap. 5.3.1),
-
Inanspruchnahme von Ausnahmen (Kap. 5.3.2):
-
Fristverlängerungen (Kap. 5.3.2.1),
-
Weniger strenge Umweltziele (5.3.2.2),
-
Vorübergehende Verschlechterungen, neue Änderungen der physischen Ei-
genschaften, Folgen nachhaltiger Entwicklungstätigkeiten (Kap. 5.3.2.3),
-
Besondere Anforderungen in Schutzgebieten (Kap. 5.4),
-
Zusammenfassung der Umweltziele (Kap. 5.5).
Diese basieren maßgeblich auf den rechtlichen Anforderungen der WRRL bzw. auf nationa-
len Gesetzen und orientieren sich an den auf europäischer Ebene vorhandenen CIS-
Leitlinien.
Eine eindeutige Methode zur Einstufung der Umweltziele wird jedoch weder rechtlich noch
durch die Leitlinien vorgegeben, so dass die angewandten Methoden neben vielen Gemein-
samkeiten auch regionale Unterschiede aufweisen. Dies ist u. a. auf unterschiedliche regio-
nale Gewässer- und Landschaftstypen aber auch auf unterschiedliche Datengrundlagen,
Umsetzungsstrukturen und Vorgehensweisen im Rahmen der Beteiligung der Öffentlichkeit
zurückzuführen. Im Zusammenhang mit der Festsetzung von Zielen und der Anwendung von
Ausnahmeregelungen ist für einzelne Beurteilungen die Datenverfügbarkeit für die Kriterien-
prüfung zur Begründung von Ausnahmen noch immer begrenzt.
Rechtliche Anforderungen
Die Umweltziele der WRRL für Oberflächen- und Grundwasserkörper sind in Art. 4 der
WRRL niedergelegt und werden in Abbildung 5-1 zusammenfassend dargestellt.
Ein integraler Bestandteil der Umweltziele sind Ausnahmen. Unter Berücksichtigung der so-
zioökonomischen Auswirkungen können bei Vorliegen der rechtlichen Voraussetzungen Fris-
ten verlängert, weniger strenge Umweltziele festgelegt, vorübergehende Verschlechterungen
und das Nichterreichen eines guten Zustands infolge „neuer Änderungen“ zugelassen wer-
den.
Künstliche und erheblich veränderte Wasserkörper bilden dabei weder ein konventionelles
Ziel noch einen Ausnahmetatbestand. Sie sind eine besondere Oberflächenwasserkörper-
kategorie mit eigenem Einstufungssystem und eigenen Zielen (alternative Umweltziele). In

Bewirtschaftungsplan deutscher Teil FGE Oder
Kapitel 5
81
Art. 4 Absatz 3 der WRRL werden zudem strenge Kriterien für die Einstufung eines Wasser-
körpers als erheblich verändert oder künstlich aufgeführt.
Abb. 5-1: Ziele der WRRL
Unsicherheiten bei der Erreichung der Umweltziele
Gemäß Wasserrahmenrichtlinie werden durch die Einstufung eines Wasserkörpers in natür-
lich, erheblich verändert oder künstlich dessen Umweltziele festgelegt. Die Einschätzung, ob
die Umweltziele guter ökologischer und chemischer Zustand und gutes ökologisches Poten-
zial und guter chemischer Zustand bis 2015 oder, wenn Ausnahmen in Anspruch genommen
werden, innerhalb der für den Wasserkörper genannten Fristen erreicht werden können, ist
mit erheblichen Unsicherheiten verbunden. Diese Unsicherheiten beruhen darauf, dass ne-
ben dem Zustand beziehungsweise dem Potenzial (vgl. Kap. 4) auch die Bereiche Maßnah-
menwirkung, Maßnahmenumsetzung sowie die allgemeine gesellschaftliche Entwicklung
schwer vorhersagbar sind.
Für die Einschätzung der Zielerreichbarkeit werden verlässliche Beziehungen zwischen einer
Maßnahme, der Wirkung einer Maßnahme und der Reaktion der biologischen Qualitätskom-
ponenten benötigt. Diese Beziehungen liegen gegenwärtig nur qualitativ vor und werden
darüber hinaus häufig durch externe Faktoren wie der Besiedlungsgeschwindigkeit eines
Gewässerabschnitts maßgeblich bestimmt. Daher kann die Wirkung von Maßnahmen meist
nur grob qualitativ und ohne verlässliche Informationen zur zeitlichen Verzögerung angege-
ben werden. Diese Unkenntnis über die zu erwartende Zustandsverbesserung wird bei der
Verwendung von Ausnahmen mit der Begründung „natürliche Bedingungen“ benannt.
Unabhängig davon ist auch die Einschätzung, ob eine für den ersten oder für spätere Bewirt-
schaftungszeiträume geplante Maßnahme umgesetzt werden kann oder nicht, mit Unsicher-
heiten verbunden. Diese beruht darauf, dass zum gegenwärtigen Zeitpunkt der für die Maß-
nahme notwendige Planungsprozess nicht vollständig und abschließend durchgeplant wer-
den kann, wobei der Planungsprozess insbesondere durch die Faktoren Finanzierung (Mit-
telbereitstellung) und Flächenverfügbarkeit geprägt wird. Beide Faktoren lassen sich gegen-
wärtig nur grob abschätzen, und wurden bei der vorliegenden Planung mit festen Größen
Oberflächengewässer
Verschlechterungsverbot
Reduzierung der Verschmutzung mit prioritä-
ren Stoffen
Einstellung von Einleitungen, Emissionen und
Verlusten prioritärer gefährlicher Stoffe
(Phasing-out)
Natürliche Wasserkörper (NWB)
Guter ökologischer Zustand
Guter chemischer Zustand
Erheblich veränderte/künstliche Wasserkörper
(HMWB/ AWB)
Gutes ökologisches Potenzial
Guter chemischer Zustand
Grundwasser
Verschlechterungsverbot
Guter mengenmäßiger Zustand
Guter chemischer Zustand
Trendumkehr bei signifikant und anhaltend
zunehmenden Schadstoffkonzentrationen
Schutzgebiete
Erreichung aller Normen und Ziele der WRRL, sofern die Rechtsvorschriften, auf deren Grundlage
die einzelnen Schutzgebiete ausgewiesen wurden, keine anderweitigen Bestimmungen enthal-
ten

Bewirtschaftungsplan deutscher Teil FGE Oder
Kapitel 5
82
angesetzt, die sich aber während des ersten Bewirtschaftungszeitraums kontinuierlich an-
passen werden. Die Flächenverfügbarkeit wird darüber hinaus maßgeblich durch die Weiter-
entwicklung der europäischen Agrarpolitik bestimmt.
Finanzierung und Maßnahmenumsetzung werden darüber hinaus auch durch die gesell-
schaftliche Entwicklung als ganzes beeinflusst. Diese wirken als äußere, sich normalerweise
nur langsam verändernde Randbedingungen auf die gesellschaftliche Prioritätensetzung
und Mittelverteilung in allen Politikfeldern. Durch unvorhergesehene Ereignisse
können diese Faktoren sich kurzfristig grundlegend ändern, so dass sich hieraus eine
grundlegende systemische Unsicherheit ergibt.
5.1 Überregionale Strategien zur Erreichung der Umweltziele
Ausgehend vom aktuellen Zustand der Gewässer und der Ziele der WRRL wurden die be-
stehenden Defizite an den Gewässern aufgezeigt und daraus überregionale Umweltziele auf
internationaler und nationaler Ebene abgeleitet und vereinbart. Dabei handelt es sich um
Problemfelder, die nur durch eine intensive Zusammenarbeit und Abstimmung aller am
Flussgebiet beteiligten Staaten und Bundesländer angegangen werden können. Grundsätz-
lich wird deren Festlegung als gemeinsame Grundlage genutzt werden, um im Rahmen von
Bewirtschaftungsplänen und Maßnahmenprogrammen Prioritäten für Maßnahmen in den
Regionen zu setzen.
Dieser Priorisierungsprozess berücksichtigt eine Reihe maßgeblicher Kriterien, wie zum Bei-
spiel (siehe auch Kap. 7):
Synergien mit anderen Richtlinien, z. B. FFH-Richtlinie, Hochwasserrichtlinie;
Kosteneffizienz/Nutzen der Maßnahmen;
Folgen des Nicht-Handelns;
Auswirkungen auf Wassernutzungen
Sicherheit/Unsicherheit („no-regret-Maßnahmen“);
Maßnahmen, die kurzfristig umgesetzt werden könnten;
Dringlichkeit des zu lösenden Problems (ernste Folgen/hohe Kosten des Nicht-
Handelns, z. B. Schutz der Trinkwasserversorgung);
verfügbare Finanzierungsmechanismen;
öffentliche Akzeptanz.
Im deutschen Teil der FGE Oder wurden die wichtigen überregionalen Wasserbewirtschaf-
tungsfragen abgeleitet. Dabei handelt es sich um
morphologische Veränderungen der Oberflächengewässer,
signifikante stoffliche Belastungen (Nährstoffe, Schadstoffe),
Wasserentnahme und Überleitungen von Wasser
Als besondere regionale Auswirkung wurden
die Folgen des aktiven und ehemaligen Braunkohlenbergbaus
identifiziert.

Bewirtschaftungsplan deutscher Teil FGE Oder
Kapitel 5
83
a) Morphologische Veränderungen der Oberflächengewässer
Zum Erreichen des guten ökologischen Zustands der Fließgewässer ist eine möglichst natür-
liche, anthropogen möglichst unbeeinflusste Gewässermorphologie erforderlich, die eine
weitgehende Durchgängigkeit von den Laichgebieten im Oberlauf bis zur Mündung in das
Küstengewässer aufweist. Die geschilderten Randbedingungen werden in den meisten Was-
serkörpern im deutschen Einzugsgebiet der Oder durch den Gewässerausbau insbesondere
für die Schifffahrt, die Landentwässerung und den Hochwasserschutz verfehlt.
Daher sind die langfristige Wiederherstellung bzw. der Erhalt der Durchgängigkeit für die
Langdistanzwanderfischarten und Rundmäuler sowohl an der Hauptwanderroute des Flus-
ses Oder als auch in bedeutenden Nebenflüssen der Flussgebietseinheit Oder ein wichtiges
überregionales bzw. länderübergreifendes Umwelt- bzw. Bewirtschaftungsziel. Eine beson-
dere Bedeutung für die deutschen Gebietsteile in der Flussgebietseinheit Oder besitzen im
oben genannten Zusammenhang vor allem die länderübergreifenden Hauptfließgewässer
Oder und Lausitzer Neiße. Da diese beiden Flüsse gleichzeitig die Landesgrenze zur Repu-
blik Polen bilden, ist eine Realisierung notwendiger Maßnahmen zur Verbesserung der Ge-
wässerdurchgängigkeit sowie der hydromorphologischen Bedingungen nur in internationaler
Abstimmung der Ländern Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Sachsen mit der
Republik Polen möglich. Entsprechend werden hierfür erforderliche Abstimmungen zur For-
cierung weiterer Maßnahmenaktivitäten einen wichtigen Schwerpunkt der Arbeiten internati-
onaler Expertengruppen (z.B. auf Ebene der IKSO bzw. der jeweiligen Grenzgewässerkom-
missionen) in den nächsten Jahren bilden.
Ergänzend zu den Ausrichtungen der weiteren internationalen Bemühungen zur Wiederher-
stellung bzw. den Erhalt der Durchgängigkeit auf die Hauptfließgewässer Oder und Lausitzer
Neiße wurden insgesamt 18 Nebenflüsse im deutschen Gebietsteil der FGE Oder als „regio-
nale Vorranggewässer“ ausgewiesen, welche für die Fischpopulation durch Ihre hohe fisch-
ökologische Bedeutung besonders wertvoll und für die Gewässerentwicklung besonders ge-
eignet sind (siehe Tabelle 5-1).
Wegen des erheblichen baulichen Aufwands wird es nicht möglich sein, bereits bis 2015 an
allen signifikanten Querbauwerken in den Vorranggewässern eine Durchgängigkeit herzu-
stellen. Dies betrifft u.a. auch den in der Tab. 5-1 aufgeführten Abschnitt des Finowkanals.
Zudem müssen parallel auch die hydromorphologischen Verhältnisse in den Vorranggewäs-
sern so verbessert werden, dass sie die Umweltziele erreichen und den Fischen geeignete
Laich- und Aufwuchshabitate bieten. Dabei sind auch die Wasserbeschaffenheit und die Ab-
flussverhältnisse von Bedeutung. Aus diesem Grund ist es notwendig, auch innerhalb der
Vorranggewässer eine Prioritätenliste zu erstellen, um sich auf solche Wasserkörper zu kon-
zentrieren, in denen der größte ökologische Nutzen im Verhältnis zu den erforderlichen Kos-
ten zu erwarten ist. Dies sind i. d. R. solche, in denen noch hinreichend gute biologische
Verhältnisse bestehen und sich der technische Aufwand für die Herstellung der Durchgän-
gigkeit in Grenzen hält.
Für die Bundeswasserstraßen wird in Umsetzung der vorgenannten Vorgehensweise ein
zwischen Bund und Ländern abgestimmtes nationales Priorisierungskonzept zur Erhaltung
und Wiederherstellung der Fischdurchgängigkeit erarbeitet.
Neben der Problematik der Durchgängigkeit kommt in Vorranggewässern auch der Verbes-
serung der Gewässerstruktur eine besondere Bedeutung zu.

Bewirtschaftungsplan deutscher Teil FGE Oder
Kapitel 5
84
Tab. 5-1:
Regionale Vorranggewässer Durchgängigkeit im deutschen Teil der FGE
Oder
Gewässer
Abschnitt
Einzugsgebiet
1 Lausitzer Neiße
Abschnitt in Brandenburg
2 Grano-Buderoser-Mühlenfließ
ganzes Gewässer
3 Alte Mutter
ganzes Gewässer
4 Schwarzes Fließ
ganzes Gewässer
Lausitzer
Neiße
5 Ucker
Brandenburg und Mecklenburg-
Vorpommern
6 Strom
ganzes Gewässer
7 Quillow
ganzes Gewässer
8 Welse
Wolletzsee bis Mündung
Oder
9 Salveybach
ganzes Gewässer
10 Stöbber
Abendrothsee bis Mündung
11 Platkower Mühlenfließ
ganzes Gewässer
12 Alte Oder (mit HoFriWa) *
ganzes Gewässer
13 Finow
ganzes Gewässer
14 Hellmühler Fließ
Liepnitzsee bis Mündung
15 Schwärze
ganzes Gewässer
16 Nonnenfließ
ganzes Gewässer
17 Finowkanal *
Finow bis Mündung
18 Schlaube
Wirchensee bis Mündung
Oder
* = Bundeswasserstraße
b) Signifikante stoffliche Belastungen
Nährstoff- und Schadstoffeinträge wirken sowohl auf Oberflächengewässer als auch auf das
Grundwasser. Im deutschen Recht ist der Grundsatz des flächendeckenden Gewässer-
schutzes in einer Vielzahl von konkreten Rechtsvorschriften verankert. Sie sind als ständig
wirkende „grundlegende Maßnahmen“ im Sinne des Maßnahmenprogramms anzusehen, auf
die in Kapitel 7 im Detail eingegangen wird, und bewirken, dass der gute Gewässerzustand
in vielen Wasserkörpern erhalten bzw. fristgemäß erreicht wird.
Beispielhaft seien genannt: Der Vollzug der auf der Grundlage der Nitratrichtlinie
(91/676/EWG) erlassenen Düngeverordnung
6
stellt die Verringerung der Nitratbelastung aus
landwirtschaftlichen Quellen sicher. Die auf der Grundlage der Pflanzenschutzmittelrichtlinie
(91/414/EWG) erlassenen Verordnungen über Pflanzenschutzmittel und Pflanzenschutzge-
räte (Pflanzenschutzmittelverordnung
7
) und über Anwendungsverbote für Pflanzenschutzmit-
6
DüV in der Fassung der Bekanntmachung vom 27.02.2007 (BGBl I S. 221).
7
PflSchMGV in der Fassung vom 09.03.2005 (BGBl. I S. 734) zuletzt geändert durch Artikel 1 der
Verordnung vom 12.03.2007 (BGBl. I S. 319), zuletzt novelliert am 26.11.2003.

Bewirtschaftungsplan deutscher Teil FGE Oder
Kapitel 5
85
tel (Pflanzenschutzanwendungsverordnung
8
) bewirken sicher, dass die Anwendung von
Pflanzenschutzmitteln keine schädlichen Auswirkungen auf die Gewässer mehr hat. Bun-
desbodenschutzgesetz und Bundes-Bodenschutz- und Altlastenverordnung
9
regeln die Ver-
pflichtung zur Sanierung von Altlasten und altlastbedingten Grundwasserschäden. Damit
wird der Eintrag von altlastentypischen Schadstoffen in die Gewässer verringert und die
Ausbreitung von altlastbedingten Gewässerschäden verlangsamt bzw. verhindert.
Im Gegensatz zum Oberflächengewässer wird das Grundwasser durch Nährstoff- und
Schadstoffeinträge eher lokal und wasserkörperbezogen beeinflusst, so dass es nicht not-
wendig ist, für das Grundwasser eigene überregionale Ziele abzuleiten. Da die Maßnahmen
zur Erreichung der überregionalen Ziele u. a. auch die Landnutzung in den Einzugsgebieten
der Oberflächengewässer betreffen, bewirken diese Flächenmaßnahmen gleichzeitig auch
eine Verbesserung des Grundwasserzustands. Dem Ziel des guten chemischen Zustands
des Grundwassers wird bei der Maßnahmenplanung insoweit Rechnung getragen, als Flä-
chenmaßnahmen zur Reduzierung der Nähr- und Schadstoffeinträge auf Gebiete mit
schlechtem Grundwasserzustand konzentriert werden, z. B. durch die Bildung von Flächen-
kulissen für Maßnahmen.
Nährstoffe
Überhöhte Nährstoffkonzentrationen von Stickstoff und Phosphor führen in den Küstenge-
wässern, in den Unterläufen und gestauten Bereichen der Flüsse sowie in den Standgewäs-
sern zu Eutrophierungserscheinungen wie erhöhten Algenkonzentrationen und vermehrten
Algenblüten, häufigeren Sauerstoffmangelsituationen und erhöhter Wassertrübung, die an-
dere Qualitätskomponenten beeinträchtigen.
Das Bewertungsverfahren für die hier maßgebliche biologische Qualitätskomponente Phy-
toplankton ist noch nicht abschließend interkalibriert, so dass die Klassengrenzen zwischen
dem mäßigen und guten Zustand noch unter dem Vorbehalt der Entscheidung der EU-
Kommission stehen.
Durch den Ausbau der Abwasseranlagen in den letzten Jahren wurde der Anteil der Punkt-
quellen an der Gesamtfracht erheblich reduziert. Die Nährstofffrachten aus diffusen Quellen
haben sich dagegen weniger stark vermindert. Hier sind daher weitere Frachtreduzierungen
und eine Verbesserung des Stoffrückhalts erforderlich. Eine der Haupteintragsquellen ist die
Landbewirtschaftung. Insofern geht es besonders um eine Minimierung von Nährstoffüber-
schüssen bei der landwirtschaftlichen Düngung sowie um die Verminderung von oberflächli-
chen Abschwemmungen und der Nitratauswaschung in Grund- und Oberflächenwasser. Als
Maßnahmen kommen Bewirtschaftungsauflagen im Rahmen von geförderten kooperativen
Agrarumweltmaßnahmen, die Wiedervernässung von Feuchtgebieten und der Fließgewäs-
serauen und die Anlage von Gewässerrandstreifen zur Vermeidung von Nährstoffeinträgen
in Oberflächengewässer zur Anwendung (vgl. Kap. 7).
Zahlreiche dieser Maßnahmen werden ihre volle Wirkung erst im Laufe mehrerer Jahre ent-
falten, da der Nährstofftransport hin zum Oberflächengewässer über das Grundwasser mit
zeitlicher Verzögerung erfolgt. Verminderte Nährstoffbilanzsalden wirken sich somit erst mit-
telfristig in den Oberflächengewässern aus. Mit dem Überwachungsprogramm wird an den
Bilanzmessstellen überprüft, ob die Ziele erreicht werden.
8
PflSchAnwV vom 10.11.1992 (BGBl. I S. 1887), zuletzt geändert durch die Verordnung vom
23.07.2003 (BGBl. I S. 1533).
9
BBodSchG vom 17.03.1998 (BGBl. I S. 502), zuletzt geändert am 9. Dezember 2004, BGBl. I S.
3214; BBodSchV vom 12.07.1999 (BGBl. I S. 1554), geändert durch Artikel 2 der Verordnung vom
23.12.2004 (BGBl. I S. 3758).

Bewirtschaftungsplan deutscher Teil FGE Oder
Kapitel 5
86
Schadstoffe
Schadstoffe können in Oberflächengewässern bereits in Spurenkonzentrationen toxische
Wirkungen auf Tiere und Pflanzen haben und mittelbar über verschiedene Nutzungspfade,
wie Trinkwassergewinnung, Fischverzehr und landwirtschaftliche Auennutzung, die mensch-
liche Gesundheit beeinträchtigen. Die Zustandsbestimmung der Oberflächenwasserkörper
im deutschen Teil FGE Oder hat ergeben, dass für einige Stoffe, die zur Beurteilung des
chemischen oder ökologischen Zustands gemäß WRRL heranzuziehen sind, der Zustand
schlecht ist. Durch eine Reihe von Stoffen werden Meeresschutzziele gefährdet. Wegen der
Schadstoffbelastung können weitere wasserwirtschaftlich relevante Anforderungen wie jene
der EG-Richtlinien für Fischverzehr, Futtermittelsicherheit sowie die Anforderungen des
Trinkwasserschutzes in Teilen der Oder nicht oder nur eingeschränkt erfüllt werden.
c) Wasserentnahmen und Überleitungen von Wasser
Im deutschen Teil der FGE Oder wird vor allem zur Trink- und Brauchwasserversorgung
Grund- und Oberflächenwasser entnommen. Hauptsächlicher Wassernutzer von Grundwas-
ser ist hierbei die öffentliche Wasserversorgung. Eine erhebliche Menge des darüber hinaus
entnommenen Wassers wird als Kühlwasser, für die Energieerzeugung, für die Produktion in
Industrie und Gewerbe sowie als Bewässerungswasser in der Landwirtschaft verwendet oder
wird durch den Braunkohlenbergbau entnommen.
Wasser steht als bedeutende Ressource nur in begrenztem Umfang innerhalb eines Ein-
zugsgebiets für die Überleitung in ein anderes Einzugsgebiet zur Verfügung. Zur Erreichung
des guten ökologischen Zustands fordert die WRRL daher eine ausgeglichene Wasserbilanz,
die auf Grund der starken Wechselwirkungen zwischen Ober- und Unterlieger besonders bei
Aufstau und Retention oder Entnahme großer Mengen negative ökologische Auswirkungen
haben und schwerwiegende Nutzungskonflikte verursachen kann.
d) Bergbaufolgen mit Auswirkungen auf Gewässer
Bergbauaktivitäten können sowohl aktuell als auch nach Stilllegung Einfluss auf Gewässer
nehmen. Bezogen auf den deutschen Teil der FGE wirkt sich insbesondere der großräumige
Braunkohlenabbau auf die hydrologischen Verhältnisse des deutschen Einzugsgebiets der
Lausitzer Neiße aus.
In Brandenburg und Sachsen liegt das Lausitzer Revier, in dem durch die Braunkohlegewin-
nung in erheblichem Umfang Grundwasserleiter und Gewässer beeinträchtigt bzw. zeitweise
ganz beseitigt und auch neu hergestellt werden oder wurden. Aufgrund der wirtschaftlichen
und energiepolitischen Bedeutung sowie der langfristigen Planung dieser Branche wird die
Braunkohlenutzung nicht eingeschränkt werden.
Als Belastung auf den mengenmäßigen Zustand wirken Sanierungsbergbau und aktiver
Bergbau gleichermaßen, aber mit jeweils umgekehrtem Vorzeichen. Während der Sanie-
rungsbergbau gegenwärtig in Größenordnungen Wasser aus der fließenden Welle zur akti-
ven Flutung der Restlöcher entnimmt, gibt der Aktivbergbau gehobenes Grundwasser in die
Vorflut ab. In Westsachsen bzw. im Mitteldeutschen Braunkohlerevier ist dieses Verhältnis
gegenwärtig weitgehend ausgeglichen, da die im aktiven Bergbau gehobenen Grundwas-
sermengen zu großen Teilen für die Flutung der Tagebaurestseen verwendet werden kön-
nen.
Im ersten Bewirtschaftungszeitraum wird der Sanierungsbergbau mit dem Ziel eines sich
weitgehend selbst regulierenden Wasserhaushalts fortgesetzt. Probleme durch Veränderun-
gen der Qualität des Grundwassers und der entstehenden Oberflächengewässer durch bio-

Bewirtschaftungsplan deutscher Teil FGE Oder
Kapitel 5
87
chemische Prozesse sind nur im überregionalen Maßstab lösbar. Grundlage bilden die zwi-
schen Bund und den betroffenen Bundesländern abgestimmten Grundsätze zur nachhaltigen
Sicherung der wasserwirtschaftlichen Sanierungsmaßnahmen in den Gebieten des Braun-
kohlenbergbaus der Lausitz und Mitteldeutschlands“ (BMU 2001), In den letzten Jahren wur-
den maßgebliche Sanierungserfolge erzielt sowie wissenschaftlich-technischer Vorlauf für
die – unter den Bedingungen des bereits fortgeschrittenen Grundwasserwiederanstiegs an-
stehenden – weiteren Sanierungsschritte erreicht. Im Hinblick auf einen ausgeglichenen
Grundwasserhaushalt konnten damit in den letzten Jahrzehnten mit hohem finanziellen Ein-
satz bereits große Erfolge erzielt werden, die sich zwischenzeitlich positiv auf die neu ent-
standenen Ökosysteme auswirken.
Die weitere Nutzung von Braunkohlevorkommen wird im Einklang mit den Anforderungen
und Zielen der WRRL erfolgen. Soweit erforderlich, werden dazu entsprechende Konzepte
aufgestellt und bei Genehmigung und Betrieb berücksichtigt.
Im Umgang mit den Auswirkungen der Bergbaufolgen auf die Gewässer wird eine zwischen
den betroffenen Bundesländern abgestimmte Strategie verfolgt:
Die Auswirkungen des Bergbaus auf den Wasserhaushalt werden minimiert.
Die bereits eingeleiteten Maßnahmen zur Reduzierung der Belastungen aus Bergbaufolgen
hinsichtlich der Wassermenge und -beschaffenheit werden konsequent fortgeführt.
Es werden geeignete länderübergreifende Strategien unter Beachtung der schon eingeleite-
ten Maßnahmen bei der Sanierung der Bergbaufolgelandschaften zur Wiederherstellung
eines weitgehend nachsorgefreien und sich selbst regulierenden Wasserhaushaltes vor dem
Hintergrund des zur Verfügung stehenden Wasserdargebotes im Bereich Grund- und Ober-
flächenwasser entwickelt.
Die Koordinierung und die Durchführung von Sanierungen sowie die Entwicklung der Berg-
baufolgelandschaften erfolgt im aufgelassenen Braunkohlenbergbau im Auftrag des Bundes
und der Länder durch die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft
mbH (LMBV). Das aktive Braunkohlenbergbau-Unternehmen Vattenfall Europe Mining AG ist
im Rahmen der laufenden Zulassungs- und Genehmigungsverfahren schon während des
laufenden Abbaus um die Abmilderung der Umweltauswirkungen des Bergbaubetriebs be-
müht.
5.2 Anpassungsstrategien an den Klimawandel
Erwartete Klimaänderungen
Der Anstieg der mittleren Lufttemperatur, das derzeit vielleicht deutlichste Indiz eines Klima-
wandels, wird den Wasserkreislauf spürbar beeinflussen. Für das Gebiet der Bundesrepublik
Deutschland werden folgenden Veränderungen erwartet:
Zunahme der mittleren Lufttemperatur,
Meeresspiegelanstieg,
Erhöhung der Niederschläge im Winter und Abnahme der Niederschläge im
Sommer,
Zunahme der Starkniederschlagsereignisse in der Häufigkeit als auch in der
Niederschlagshöhe und
Zunahme der Trockenperioden in Mittel- und Ostdeutschland.
Der gesicherte Nachweis dieser angenommenen großräumigen Veränderungstendenzen
steht insbesondere für die Niederschläge und deren Extrema noch aus. Von einem anstei-
genden Trend der Lufttemperatur ist global aber auch für Deutschland als gesichert

Bewirtschaftungsplan deutscher Teil FGE Oder
Kapitel 5
88
auszugehen (LAWA 2009). Die Veränderungen werden sich im Einzugsgebiet der Oder regi-
onal unterschiedlich ausprägen.
Auswirkungen auf den Wasserhaushalt
Insbesondere aufgrund der Veränderung im Niederschlags- und Verdunstungsregime (lang-
fristige Veränderungen des mittleren Zustandes, der saisonalen Verteilung, des Schwan-
kungs- und Extremverhaltens), ist künftig mit Veränderungen des Grund- und Bodenwasser-
haushalt sowie dem oberirdischen Abfluss zu rechnen. Die Veränderung dieser Faktoren hat
unmittelbare Auswirkung auf wesentliche Teilbereiche der Wasserwirtschaft, z. B. auf
den Küstenschutz
den Hochwasserschutz
die Wasserversorgung
den Gewässerschutz, und die Gewässerentwicklung sowie
die Nutzung der Gewässer (z.B. zur Speicherung, Wasserkraftnutzung, Schiff-
fahrt, Kühlwassernutzung, Landwirtschaft).
Fließgewässer mit kleinem Einzugsgebiet werden bei wärmeren Sommern häufiger trocken
fallen. Bei stehenden Gewässern besteht durch höhere Wassertemperaturen eine generell
steigende Tendenz zur Eutrophierung und behindert dadurch ggf. die Zielerreichung für die
Seen. Häufigere hydraulische Spitzenbelastungen bei Starkregenereignissen sowie höheren
Temperaturen im Winter können zu einer Modifizierung der Binnengewässer als Lebensraum
führen. Gesicherte Aussagen zu den Auswirkungen von Klimaänderungen auf das Verhalten
von Nähr- und Schadstoffen in Oberflächen- und Grundwasser sind derzeit noch nicht mög-
lich.
Auswirkungen auf die Umweltziele
Durch den Klimawandel können sich die Lebensräume (z. B. für Salmoniden) und die Biozö-
nose in Fließgewässern und Seen (z. B. durch Neozoen) ändern. Damit kann auf längere
Sicht auch eine Veränderung der Referenzzustände einhergehen, wie sie im Rahmen der
Bestandsaufnahme festgelegt wurden. Eindeutige Aussagen lassen sich jedoch derzeit nicht
treffen (LAWA 2009).
Auswirkungen auf die Maßnahmeplanung bis 2015
Für den ersten Bewirtschaftungszeitraum bis 2015 sind nach derzeitigen Erkenntnissen noch
keine so signifikanten Auswirkungen des Klimawandels zu erwarten, dass sie schon konkret
bei der Maßnahmenplanung berücksichtigt werden können. Um den derzeit erwarteten Ein-
fluss von Klimaveränderungen auf Gewässerschutzmaßnahmen jedoch bei der strategischen
Bewirtschaftungsplanung über 2015 hinaus einzubeziehen, wurden die Maßnahmen im ver-
wendeten LAWA-Katalog einem „Klima-Check“ unterzogen. Es wurden z. B. Maßnahmen
identifiziert, die besonders günstig auf die Widerstandsfähigkeit ("resilience") des Wasser-
haushalts gegenüber Veränderungen und sich verschlechternden Bedingungen sowie gegen
Extremereignisse wirken. Diese sollen in den nächsten Bewirtschaftungszyklen in betroffe-
nen Regionen verstärkt zur Anwendung kommen, um kosteneffizient eine Anpassung an den
Klimawandel zu erreichen..
Forschungsbedarf
Für belastbare, regionalisierte Aussagen ist es erforderlich, die Grundlagen über die Auswir-
kungen einer Klimaveränderung auf den gesamten Wasserhaushalt weiterzuentwickeln. Erst

Bewirtschaftungsplan deutscher Teil FGE Oder
Kapitel 5
89
dann können die Auswirkungen besser quantifiziert und die notwendigen Vorkehrungen und
wasserwirtschaftlichen Maßnahmen rechtzeitig und zielgerichtet in die Wege geleitet werden.
Ein Schwerpunkt des GLOWA Elbe-Projekts liegt derzeit bereits auf der Entwicklung zukünf-
tiger Anpassungsstrategien, die für das Odergebiet voraussichtlich gut übertragbar sind. Ne-
ben Szenarien zu den erwarteten Änderungen und deren Folgen werden konkrete Hand-
lungsoptionen für die Wassermengen- und Gütebewirtschaftung in folgenden Bereichen ei-
ner wissenschaftlichen Betrachtung unterzogen:
- Speichersteuerung (z. B. Polderausbau)
- Wasserüberleitungen (z. B. über den Mittellandkanal),
- Management der Landschaftswasserhaushalts zur Regulierung und Optimierung
des Wasserbedarfs von Feuchtgebieten (z. B. Nutzungsextensivierung),
- Wassernachfragemanagement (z. B. ordnungsrechtliche Mengenrationierung in
Trockenperioden) und
- Nährstoffmanagement (z. B. Abkopplung von Flächen vom Kanalnetz, Wiederver-
nässung entwässerter Feuchtgebiete).
Die daraus ableitbaren Erkenntnisse werden in den weiteren Bewirtschaftungszyklen eine
wichtige Grundlage bei der Ableitung und Umsetzung zukünftiger Maßnahmen bilden.
5.3 Umweltziele für Oberflächenwasser- und Grundwasserkörper
Gemäß Art. 4 der WRRL sind die Wasserkörper zu schützen und zu sanieren, um bis zum
Jahr 2015 den guten Zustand zu erreichen. Ausgehend vom aktuellen Zustand der Wasser-
körper wurden die für die Flussgebietseinheit maßgeblichen Defizite der Wasserkörper auf-
gezeigt und daraus die Zielerreichung abgeleitet.
Die Umweltziele der Oberflächen- und Grundwasserkörper sind für die deutschen Anteile der
Bearbeitungsgebiete in der Flussgebietseinheit Oder in den Karten 5.1 bis 5.4 dargestellt.
Angegeben sind jeweils die Zielerreichung bis 2015 und – soweit erforderlich – die jeweils in
Anspruch zu nehmende Ausnahme (Fristverlängerung, weniger strenge Ziele, vorüberge-
hende Verschlechterung, veränderte Eigenschaften). Die Karte 5.1 zeigt den ökologischen
und die Karte 5.2 den chemischen Zustand der Oberflächenwasserkörper. In der Karte 5.3
ist der mengenmäßige, in der Karte 5.4 der chemische Zustand der Grundwasserkörper ab-
gebildet. Inwieweit die Wasserkörper die Umweltziele bis 2015 voraussichtlich erreichen,
stellen die Tabellen 5-2 und 5-3 für die vier Bearbeitungsgebiete mit deutschen Anteilen dar.
Methodische Informationen sind dem Anhang 5-1 zu entnehmen. Die Liste der Umweltziele
der einzelnen Wasserkörper bzw. Planungseinheiten befindet sich in Anhang 5-2.
Bei Vorliegen der rechtlichen Anforderungen können für Wasserkörper, die den guten Zu-
stand bis 2015 voraussichtlich nicht erreichen, Ausnahmen in Anspruch genommen werden.
Diese werden in Kapitel 5.3.2 dargestellt und begründet. Das zunächst folgende Kapitel 5.3.1
stellt die Umweltziele für künstliche und erheblich veränderte Oberflächenwasserkörper dar.

Bewirtschaftungsplan deutscher Teil FGE Oder
Kapitel 5
90
Tab. 5-2:
Zielerreichung der Oberflächenwasserkörper bis 2015
Oberflächenwasserkörper, die die Ziele bis 2015 erreichen
Flüsse
Seen
Küstengewässer
Bearbeitungsgebiet
Anzahl
%-Anteil
Länge
Anzahl
%-Anteil
Fläche