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12 AFZ-DerWald 21/2016
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Sachsen
10 Jahre Sachsenforst
Bewirtschaften, Bewahren,
Gestalten
Sachsenforst wurde am 1. Januar 2006 als Staatsbetrieb gegründet. Ziele der Forstreform waren, den wirtschaftlichen und
gesellschaftlichen Wandel in der Forstwirtschaft erfolgreich zu meistern, den Wald des Freistaates Sachsen
für das Allgemeinwohl in vorbildlicher Weise naturnah und multifunktional zu bewirtschaften und gleichzeitig die finanziellen
und personalwirtschaftlichen Zielvorgaben der Sächsischen Staatsregierung zu erfüllen.
Hubert Braun
A
us heutiger Sicht waren die letzten
zehn Jahre für Sachsenforst eine
erfolgreiche Dekade. Ein Spaziergang hin
zu einem modernen, wirtschaftlich er-
folgreichen, nachhaltig wirtschaftenden
öffentlichen Forstbetrieb war es jedoch
nicht. Dass der Weg trotz Umwege und
Rückschläge gelungen ist, verdanken wir
insbesondere den engagierten Mitarbei-
terinnen und Mitarbeitern von Sachsen-
forst.
Der Weg zum Staatsbetrieb
Sachsenforst
Der Weg zur Gründung von Sachsenforst
begann schon vier Jahre vorher mit einer
Fachregierungserklärung des damaligen
Staatsministers für Umwelt und Land-
wirtschaft Steffen Flath im Jahr 2002.
Mittelfristiges Ziel
[…]
ist die Bildung
eines Unternehmens Sachsenforst. Das
Unternehmen soll insgesamt die gleichen
Aufgaben wie die heutige Landesforstver-
waltung erfüllen, also neben der Staats-
waldbewirtschaftung auch hoheitliche
Dienstleistungen für den Freistaat wahr-
nehmen. Das Unternehmen Sachsenforst
[…]
soll aber nicht mehr Teil der Staats-
verwaltung sein, sondern in einer anderen
Rechtsform ein Höchstmaß an Selbstän-
digkeit erhalten.
Nach einem langen Verhandlungs-
prozess, der insbesondere die Frage der
Rechtsform umfasste, nahm Sachsen-
forst 2006 als Staatsbetrieb nach § 26
der Sächsischen Haushaltsordnung seine
Arbeit auf. Die Sächsische Forstverwal-
tung war ab diesem Zeitpunkt zweistu g
organisiert: das Sächsische Staatsminis-
terium für Umwelt und Landwirtschaft
als oberste Forstbehörde und Sachsen-
forst als die Forstbehörde. Die bis dahin
existierenden 47 Forstämter wurden in
15 Forstbezirken zusammengefasst, bei
denen auch alle hoheitlichen Aufgaben
angesiedelt waren.
Zum 1. August 2008 wurde im Freistaat
Sachsen eine umfangreiche Funktional-
und Verwaltungsreform vollzogen, die die
Bildung von zehn Landkreisen (davor 22)
und drei kreisfreien Städten (davor sieben)
sowie eine Verlagerung staatlicher Aufga-
ben auf die kommunale Ebene beinhaltete.
Verbunden mit der Übertragung forstho-
heitlicher Aufgaben wie dem Vollzug des
Waldgesetzes für den Freistaat Sachsen
(Forstaufsicht, Forstschutz, Waldschutz-
monitoring) sowie des Forstvermehrungs-
gut- und P anzenschutzrechtes wechsel-
ten 193 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
von Sachsenforst an die Landkreise und
kreisfreien Städte. Das Aufgabenportfolio
von Sachsenforst wurde umfassend neu
strukturiert. So wurden Sachsenforst die
Aufgaben als Amt für Großschutzgebiete
übertragen – ein Alleinstellungsmerkmal
in Deutschland.
Nach der erforderlichen Umstruktu-
rierung von Sachsenforst ist es inzwi-
schen gelungen, strukturelle Kontinuität
zurückzugewinnen. Kontinuität bedeutet
nicht Stillstand, sondern Voraussetzung
für zielgerichtetes Arbeiten, Innovation
und wirtschaftlichen Erfolg.
Zur Festlegung eines mittelfristigen
Kurses wurde 2013 unter Beteiligung
zahlreicher Mitarbeiter die Unterneh-
menskonzeption „Sachsenforst 2020“
erarbeitet. Die darin formulierten Ge-
samt-, Ober- und Teilziele bilden die stra-
tegischen Zielsetzungen von Sachsenforst
und sind als Bestandteile einer Balanced
Scorecard (BSC) eine Grundlage der jähr-
lichen Zielvereinbarungen.
Zehn Jahre Sachsenforst –
Welche Bilanz kann gezogen
werden?
Ökonomische Bilanz
Maßgeblich für einen nachhaltig wirt-
schaftenden Forstbetrieb ist es, das
betriebliche Wirtschaftsvermögen zu
erhalten oder sogar zu steigern. Sachsen-
forst konnte das Anlagevermögen von
441 Mio. € (Eröffnungsbilanz 1. Ja-
nuar 2006) auf über 467 Mio. € (Schluss-
bilanz Wirtschaftsjahr 2015) erhöhen.
Die Staatswaldbewirtschaftung hat in
der letzten Dekade deutlich an Ef zienz
und Effektivität gewonnen. Kontinuier-
lich gestiegene Erlöse und Deckungsbei-
träge im Holzverkauf zeigen das. Erreicht
wurde das durch eine wertschöpfende
Sortimentsaushaltung und eine sinnvolle
Kombination von Regiearbeit und Fremd-
leistungen (hier wie auch in den anderen
Produktbereichen).
Gleichzeitig wurden mit der neuen
Aufbaustruktur und gestrafften Abläu-
fen immer weniger Haushaltsmittel zur
Abgeltung öffentlicher Leistungen außer-
Abb. 1: Titelseite der Entwicklungs-
konzeption „Sachsenforst 2020“
Quelle: Staatsbetrieb Sachsenforst

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AFZ-DerWald 21/2016 13
Sachsen
10 Jahre Sachsenforst
halb der Produktion von Holz und ande-
ren Erzeugnissen in Anspruch genommen.
Lag der Zuschuss aus dem Staatshaushalt
im Gründungsjahr noch bei 45 Mio. €,
mussten 2015 durch Sachsenforst nur
noch knapp 30 Mio. € abgerufen werden.
Die Holzvorräte in Sachsens Wäldern
haben – das hat die dritte Bundeswald-
inventur eindrucksvoll gezeigt – eine
nie dagewesene Größenordnung er-
reicht. Im Gegensatz zum Bundestrend
stehen im sächsischen Staatswald im
Vergleich mit den anderen Waldeigen-
tumsarten die höchsten Holzvorräte
(338 VfmD m.R./ha). Hohe Vorräte dür-
fen allerdings nicht per se als Indikator
für Nachhaltigkeit herangezogen wer-
den. Vielmehr muss hinterfragt werden,
ob diese unter bestimmten Bedingungen
nicht das Betriebsrisiko von morgen sind.
Der Holzeinschlag im Staatswald ist in
den letzten Jahren mit rund einer Million
Festmeter relativ konstant geblieben. Ins-
besondere das Orkantief „Kyrill“, aber
auch einige kleinere Sturmtiefs und Kala-
mitäten führten zeitweilig zu höheren
Zwangsnutzungen. Die „Zuwachswelle“
konnte das langfristig aber nicht bre-
chen – aktuell werden im Staatswald nur
60 % des jährlich nachwachsenden Derb-
holzes genutzt. Die Holznutzung kann
und soll deshalb gesteigert werden. Nur
so können wir die „Risikovorräte“, ins-
besondere in alten Fichtenbeständen, zu-
gunsten standortgerechter Verjüngungs-
vorräte abbauen.
Der Holzmarkt bewies in den vergan-
genen zehn Jahren seine Eigenschaft als
stark konjunkturabhängiges Geschäft.
Risikostreuung und Absatzsicherheit er-
langten für Sachsenforst höchste Rele-
vanz. Die Anzahl vertraglich gebundener
Abnehmer wurde deshalb kontinuierlich
ausgebaut.
Mit der Zielsetzung, die konjunktur-
gesteuerte Abhängigkeit von den Roh-
holzmärkten zu verringern, rückte die
Erschließung neuer Geschäftsfelder zu-
nehmend in den Fokus. Heute agiert
Sachsenforst erfolgreich als Dienstleister
für Kompensationsleistungen und Öko-
kontomaßnahmen.
Ökologische Bilanz
Die Ergebnisse der Bundeswaldinven-
tur haben es uns deutlich vor Augen ge-
führt: In Sachsen dominieren noch immer
die Baumarten Fichte und Kiefer. Wir
haben uns zum Ziel gesetzt, stabile, leis-
tungs- und anpassungsfähige Wälder zu
schaffen. Schon seit den frühen 1990er-
Jahren läuft unser Generationenprojekt
„Waldumbau“. Seit 2006 wurden al-
lein im Staatswald auf einer Fläche von
12.200 ha standortgerechte Baumarten
eingebracht. 146 Mio. € wurden damit
in die Zukunftsfähigkeit des Waldes in-
vestiert. Nun liegt es an uns, dass diese
Kulturen in gesicherte Bestände überge-
hen. Gleichzeitig wird der Waldumbau
im Staatswald in mindestens gleichblei-
bender Intensität fortgeführt – auf etwa
1.300 ha jährlich. Handlungsgrundlage
hierfür sind detaillierte Standortsinfor-
mationen, leistungsfähige klimatische
Modellrechnungen, wissenschaftlich fun-
dierte Schlussfolgerungen und klar for-
mulierte Strategien. Mit unserem Kom-
petenzzentrum Wald und Forstwirtschaft
stellen wir den Waldumbau auf eine fach-
lich fundierte Basis.
Abb. 2: Entwicklung der Vertragsmengen und Abnehmerstruktur von Sachsenforst bei
Nadelsägeholz-Rahmenverträgen seit 2006
Vertragsmenge [Mio. m
3
]
1,2
– 9
– 8
– 7
– 6
– 5
– 4
– 3
– 2
– 1
– 0
Anzahl Vertragskunden
1,0
0,8
0,6
0,4
0,2
0
2006
2007
2008
2009
2010
2011
2012
2013
2014
2015
Vertragsmenge:
≥ 100.000 m
3
≥ 20.000 – < 100.000 m
3
< 20.000 m
3
, Eigenverkauf Forstbezirke
Anzahl Vertragskunden ≥ 20.000 m
3
:
Quelle: Staatsbetrieb Sachsenforst
Abb. 3: Entwicklung des Unternehmeranteils am Gesamtholzeinschlag im Staatswald
Quelle: Staatsbetrieb Sachsenforst
Anteil der Holzernte inklusive gewerblicher Selbstwerbung [%]
80
70
60
50
40
30
20
10
0
1996
1997
1998
1999
2000
2001
2002
2003
2004
2005
2006
2007
2008
2009
2010
2011
2012
2013
2014
2015

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Sachsen
10 Jahre Sachsenforst
Der Waldumbau ist aber nicht unser
einziges Naturschutzprojekt. Sachsen-
forst verbessert die Schutzfunktionen,
bewahrt und entwickelt sensible Na-
turräume im Staatswald und in den zu-
geordneten Schutzgebieten. Die FFH-
Managementplanung im sächsischen
Wald ist abgeschlossen – auch hier ist
Sachsen Vorreiter. Im Staatswald werden
die Erhaltungs- und Entwicklungsmaß-
nahmen vorbildlich in die Betriebsplanung
und -führung integriert, im Privat- und
Körperschaftswald ist Sachsenforst be-
ratend aktiv. Die Ergebnisse der flächen-
deckenden Waldfunktionen- und Wald-
biotopkartierung dienen dafür ebenfalls
als Grundlage.
Die biologische Vielfalt unserer Wäl-
der kann nicht allein über Segregations-
maßnahmen erhalten werden. Integra-
tiver Naturschutz ist unser Leitmotiv.
Die Bilanz geht auf – Waldwirtschaft
auf ökologischer Grundlage, integrativer
Naturschutz und Management von Groß-
schutzgebieten funktionieren auch unter
einem Dach.
Soziale Bilanz
Die Zielsetzung bei Gründung von Sach-
senforst war klar: Verwaltungsaufwand
abbauen, Organisationsstrukturen konse-
quent straffen. Der folgende Umbaupro-
zess wurde mit einer langfristigen Perso-
nalentwicklungskonzeption hinterlegt.
Der bisherige Personalabbau im Staats-
betrieb Sachsenforst wurde überwiegend
durch folgende Maßnahmen kompen-
siert:
Einsatz von Forstdienstleistern im Be-
reich der Waldarbeit;
verstärkter Technikeinsatz in der Wald-
arbeit (85 % der Holzernte erfolgten
im Jahr 2015 vollmechanisiert);
Rationalisierung durch konsequente
Digitalisierung;
verstärkte Vergabe von Werkverträgen
bei Forschung, Planung und Monito-
ring.
Zunächst in einem vom Sächsischen
Staatsministerium für Umwelt und Land-
wirtschaft initiierten Modellvorhaben,
konnte Sachsenforst das mittlerweile ver-
stetigte Instrument der Personalbudgetie-
rung nutzen. Mit der Möglichkeit, den
bisherigen Stellenplan um bis zu 85 Stel-
len zu überschreiten, ergibt das eine deut-
liche und aktuell auch vollständig ausge-
schöpfte Möglichkeit zur Flexibilisierung
im Personalbereich. Die Finanzierung der
entstehenden zusätzlichen Personalkosten
erfolgt durch Einsparungen oder Mehrer-
löse.
Über den betrieblichen Erfolg entschei-
den jedoch nicht die Anzahl der Ange-
stellten, sondern qualitative Aspekte.
Die zielgerichtete Aus- und Fortbildung
gemeinsam mit externen Partnern ist ein
unerlässliches Instrument, um qualifizier-
tes Personal einsetzen zu können. Jähr-
lich absolvieren etwa 40 Forstwirte ihre
Ausbildung bei Sachsenforst, dazu kom-
men 20 Absolventen der Laufbahnaus-
bildung zum gehobenen Dienst. Alle zwei
Jahre beenden zehn Forstreferendare
ihre Ausbildung. Viele von ihnen fanden
in der Vergangenheit eine Anstellung bei
Sachsenforst – oder aber bei unseren
Partnern in der freien Wirtschaft. Einige
unserer eigenen Waldarbeiter werden
regelmäßig zu Forstwirtschaftsmeistern
weitergebildet. Alle Mitarbeiter können
und sollen an unseren umfangreichen
Fortbildungsangeboten im fachlichen und
sozialen Bereich teilnehmen.
Gesellschaftliche Bilanz
45 % der Waldfläche, 85.000 Waldbe-
sitzer und fast 240.000 ha – Sachsen
ist ein „Privatwald-Land“. Dazu kom-
men gut 52.000 ha körperschaftliches
Waldeigentum. So vielfältig wie der
Waldbesitz, so vielgestaltig sind auch die
Anforderungen an die Waldbewirtschaf-
tung und die Herausforderungen für die
Waldbesitzer. „Hilfe zur Selbsthilfe“ ist
unser Leitmotiv für den Privatwald. Mit
unserer Unterstützung sollen die Wald-
besitzer ihre Verantwortung erkennen
und daraus ihre persönliche Motivation
und individuellen Ziele für ihr Eigen-
tum entwickeln. Unsere 63 Privat- und
Körperschaftswald revierleiter stehen be-
ratend zur Seite, organisieren Waldbesit-
zerversammlungen und Fortbildungsver-
anstaltungen oder stellen den Kontakt zu
anderen Waldbesitzern, Dienstleistern,
Forstbetriebsgemeinschaften oder Be-
hörden her. Gut 175.000 Beratungsge-
spräche wurden so in den letzten zehn
Jahren geführt.
Die Kooperation insbesondere mit pri-
vaten, aber auch körperschaftlichen und
kirchlichen Waldbesitzern erfordert hohe
Kompetenzen. Nicht nur im fachlichen,
sondern insbesondere im sozialen Be-
reich. Mit fundierter Ressortforschung,
zielgerichteter Beratung, Maßnahmen
der Öffentlichkeitsarbeit und starken
Partnern müssen künftige Herausfor-
derungen angepackt werden. Dazu ge-
hören beispielsweise der noch immer
niedrige – historisch begründete – Orga-
nisationsgrad in forstlichen Zusammen-
schlüssen (46.500 ha und 2.700 Mitglie-
der) oder eine noch effizientere Nutzung
und Bewerbung bestehender Förderin-
strumente.
Abb. 4: Personalentwicklung 2006 bis 2021 (Haushalts- und Budgetstellen)
Quelle: Staatsbetrieb Sachsenforst
Anzahl der Stellen
2.000
1.800
1.600
1.400
1.200
1.000
800
600
400
200
0
2006
2007
2008
2009
2010
2011
2012
2013
2014
2015
2021
Haushaltsstellen
Stellen Personalbudget

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AFZ-DerWald 21/2016 15
Sachsen
10 Jahre Sachsenforst
Prof. Dr. Hubert Braun,
Hubert.Braun@smul.sachsen.de,
ist Landesforstpräsident und
Geschäftsführer von Sachsenforst.
Interesse am Wald haben aber nicht
nur die sächsischen Privatwaldbesitzer.
Der Wald als Ort der Erholung und des
Sports gewinnt zunehmend an Bedeutung.
Das umfangreiche forstliche Wegenetz im
Staatswald bildet die grundlegende Infra-
struktur für zahlreiche Freizeitaktivitäten.
Rund 3 Mio. € jährlich lassen wir uns die
Verbesserung der Erholungsfunktion im
Staatswald kosten. Mit Kooperationsver-
einbarungen, beispielsweise zum Betrieb
von Loipen oder Mountainbike-Trails,
lenken wir diese Aktivitäten gezielt.
Mit den veränderten Ansprüchen der
Menschen gehen zunehmend Tendenzen
zur Entfremdung von der Natur und den
damit verbundenen Wirtschaftskreisläu-
fen einher. Diesen begegnen wir mit un-
serem gesetzlich verankerten Bildungsauf-
trag. Nur wenn Kinder und Jugendliche
die elementaren Zusammenhänge zwi-
schen Mensch und Umwelt früh begrei-
fen, können sie sich später für ihren Er-
halt, aber auch für eine nachhaltige und
multifunktionale Bewirtschaftung einset-
zen. Öffentlichkeitsarbeit, Waldpädago-
gik und Umweltbildung sind für uns keine
Kür, sondern Kernaufgaben eines modern
aufgestellten und zukunftsorientierten
Forstbetriebes.
Wie geht es weiter?
Sachsenforst wird auch künftig sei-
nem Leitbild „Bewirtschaften, Bewah-
ren, Gestalten“ folgen. In einem Prozess
wirtschaftlichen und gesellschaftlichen
Wandels müssen wir verstärkt für unser
Wirken werben und uns mit allen Akteu-
ren des ländlichen Raums dieser Heraus-
forderung stellen. Weltweit erfahren wir
für unser Prinzip einer multifunktionalen
und nachhaltigen Forstwirtschaft – an-
ders als teilweise auf regionaler oder
nationaler Ebene – hohe Anerkennung.
Sachsenforst ist sich seiner Rolle und
Bedeutung für den ländlichen Raum be-
wusst. Um die zukünftigen Herausforde-
rungen meistern zu können, müssen wir
unsere nanziellen und personellen Res-
sourcen noch exibler einsetzen können,
verstärkt über die Landesgrenzen hinaus
Netzwerke und Partnerschaften knüpfen
und die Digitalisierung der betrieblichen
Abläufe konsequent vorantreiben. Dafür
braucht Sachsenforst vor allem eines: Be-
triebliche Freiheitsgrade und strukturelle
Kontinuität als Voraussetzung für zielge-
richtetes Arbeiten, Innovation und wirt-
schaftlichen Erfolg.
Abb. 5: Sachsen ist ein Land des Privatwaldes. Zur nachhaltigen Waldbewirtschaftung bietet
Sachsenforst den Waldbesitzern Hilfe zur Selbsthilfe an.
Foto: Doc Winkler Photography