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Richtlinie Weltoffenes Sachsen
Leitfaden für Kleinprojekte (D)
Stand: 25. März 2022
Hinweis: Bitte beachten Sie, dass dieser Leitfaden eine Orientierungshilfe darstellt und keinesfalls
die Regelungen der Richtlinie Weltoffenes Sachsen (WOS) vom 22. Februar 2022 ersetzt.
Eckdaten
Grundlage der Förderung:
Richtlinie WOS vom 22. Februar 2022 Teil 1 und Teil 2 Buchstabe D)
Art der Förderung:
Zuschuss (Anteilfinanzierung)
Förderhöhe:
bis zu 95%, mindestens 500 €, jedoch maximal 10.000 EUR
Auszahlung:
kann auf Antrag unmittelbar nach Inkrafttreten der Bestandskraft des Bewilli-
gungsbescheides erfolgen
Frist:
keine (Beantragung vier Wochen vor Beginn des Projekts; aber frühestens mit
Beginn des Jahres, in dem das Projekt umgesetzt werden soll.)
Projektlaufzeit:
bis zu 11 Monate
Fördergegenstand:
Projekte, die Phänomene gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit, insbeson-
dere politisch und religiös motivierten Extremismus, Fremdenfeindlichkeit, Ras-
sismus, Antisemitismus, Islam- und Muslimfeindlichkeit, Antiziganismus ab-
bauen helfen.
Projekte, die demokratische Werte stärken und demokratische Handlungskom-
petenzen fördern.
Voraussetzung:
Die Projekte sind im Freistaat Sachsen durchzuführen.
Die Maßnahmen sollen ihre Wirkung im Freistaat Sachsen entfalten.
Definition Kleinprojekt
Das Förderinstrument Kleinprojekt soll engagierten Vereinen und Initiativen die Möglichkeit bieten, Ihre Pro-
jektidee aus dem Bereich Demokratiearbeit zügig in Sachsen umsetzen zu können und neuen Antragstellern
ermöglichen, das Förderverfahren kennenzulernen.
Gefördert werden z.B. Projekte, die infolge einer lokalen bzw. regionalen Initiative oder eines solchen Bedar-
fes entstanden sind. Hierbei kann es sich um Projekte auf Quartiersebene einer Stadt bzw. einer Dorfge-
meinschaft, zum Beispiel der Freiwilligen Feuerwehr, des Fußballvereins oder eines Jugendclubs handeln.
Darüber hinaus sind Projekte denkbar, welche neue Maßnahmen, Methoden oder Werkzeuge kurzfristig oder
exemplarisch ausprobieren möchten. Bei Antragstellern, welche bereits über die Richtlinie WOS gefördert
werden gilt: Die Kleinprojekte sind von bereits laufenden WOS-Projekten klar abzugrenzen.
Ein Kleinprojekt sollte in Hinblick auf sein/e Projektziel/e und Maßnahmen eindeutig den Fördergegenständen
nach Richtlinie WOS Teil 1 Ziffer II zuzuordnen sein. Maßnahmen, welche nach Richtlinie WOS Teil 1 Ziffer
VII Nr. 1 a) bis e) ausgeschlossen sind, können nicht gefördert werden.

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In der folgenden Tabelle sind einige Beispiele aufgeführt, welche die Unterscheidung in der Zuwendungsfä-
higkeit verdeutlichen sollen:
Mögliche Projekte, die in ihrer Zielsetzung eine stärkere Bürgerbeteiligung in einer konkreten Kommune /
einen kommunalen Verbund erreichen wollen und entsprechende Formate der Bürgerbeteiligung anwenden,
müssen die Förderung nach der Förderrichtlinie „Bürgerbeteiligung“ vorrangig in Anspruch nehmen. Dies gilt
auch bei Projekten, die der Vernetzung und dem Erfahrungsaustausch von Akteuren zur Bürgerbeteiligung
in Sachsen dienen. Eine Förderung über Teil 2 Buchstabe D der Richtlinie „Weltoffenes Sachsen“ kommt nur
dann in Betracht, wenn der Antragssteller einen Ablehnungsbescheid zur Förderrichtlinie „Bürgerbeteiligung“
vorlegt oder die beantragte Fördersumme 5000 Euro nicht übersteigt.
Antragstellung
Der Antrag ist mindestens vier Wochen vor Projektbeginn unter Verwendung der entsprechenden Antrags-
formulare schriftlich bei der Bewilligungsstelle Sächsische Aufbaubank – Förderbank – (SAB) einzureichen.
Der Antrag besteht aus formellen und inhaltlichen Fragen zum geplanten Projekt. Im Fokus der Bewertung
des Projektantrags stehen Ihre Angaben zu den inhaltlichen Fragen.
In der folgenden Tabelle sind zum einen die Angaben aufgeführt, welche in der Projektkonzeption zum Antrag
dargestellt werden müssen. Bei der Beantwortung sollten Sie darauf achten, dass die Inhalte zum einen
vollständig und zum anderen für Dritte nachvollziehbar dargestellt werden. Problemlage, Ziele und Ausrich-
tung des Kleinprojektes sollten aus der Beschreibung heraus und ohne spezielles Vorwissen erschließbar
sein.
In der rechten Spalte der Tabelle sind Orientierungsfragen zu den Angaben aufgeführt. Die Orientierungsfra-
gen sind lediglich eine Arbeitshilfe. Sie dienen dazu, näher zu erläutern, welche Aspekte sich hinter der be-
treffenden Leitfrage verbergen. Die Orientierungsfragen können und müssen auch nicht bei allen Projekten
vollständig beantwortet werden.
WOS-Kleinprojekt
Kein WOS-Kleinprojekt
Workshops „Verschwörungstheorien in Social Me-
dia – Was man wissen sollte, was man tun kann.“
Workshops „Medienkompetenz in Social Media“
Diskussionsveranstaltung – „Demokratiefeindliche
Gruppierungen – eine Gefahr für unser Dorf?“
Infoveranstaltung – „Kommunalwahl 20XY - Par-
teien stellen sich vor“
Workshop – „Die Macht der Worte – Sexismus und
Homophobie in Songtexten“
Interkulturelle Reggae-Night im Jugend-Kulturhaus.
Stadtteilrundgang – „Spurensuche Judenverfol-
gung in XY“
Verlegung von Stolpersteinen.
Methodenwerkstatt – „Demokratiebildung im Ren-
tenalter“
Methodenwerkstatt – „Ältere Menschen in das Ge-
meindeleben integrieren“

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Angaben in Projektkonzeption
[vollständig im Antrag beantworten]
Orientierungsfragen, Arbeitshilfe
[Müssen nicht vollständig im Antrag beantwortet werden.]
Bitte beschreiben Sie unter Berück-
sichtigung der aktuellen Ausgangs-
situation, welche konkreten Bedarfe
für Ihr Projekt bestehen und wel-
ches Kernproblem gelöst werden
soll.
Darstellung der Problemlage, auf die Sie mit Ihrem Projekt reagieren
möchten. Welches Ausmaß hat das Problem, dass Sie erkannt haben?
Welches Kernproblem soll im Projekt gelöst werden? In welchem Umfang
kann Ihr Projekt dieses Problem lösen?
Wie haben Sie festgestellt, dass es einen Bedarf für Ihr Projekt gibt?
Ergibt sich der Bedarf aus Ihren Erfahrungen in einem anderen Projekt?
Wenn ja, aus welchen?
Beschreiben Sie bitte, an welche
Zielgruppen Sie Ihr Projekt richten.
Wie werden Sie die Zielgruppen er-
reichen?
Wie erfährt die Zielgruppe von Ih-
rem Projekt?
Wie motivieren Sie die Zielgruppen,
sich am Projekt langfristig zu betei-
ligen?
An wen richtet sich ihr Projekt? (Zielgruppe des Projekts)
Gibt es Teilgruppen in der Zielgruppe, die Sie mit Ihrem Projekt besonders
erreichen möchten? Gibt es weitere Zielgruppen? Wenn ja welche?
Was ist in Ihrer Zielgruppe in Hinblick auf die Problemlage besonders zu
beachten? Gibt es besondere Bedürfnisse oder Eigenschaften der Ziel-
gruppe, die in Ihrem Projekt besonders beachtet werden müssen?
Wie werden Menschen aus der Zielgruppe motiviert, am Projekt teilzuneh-
men? Was kann in Bezug auf eine Teilnahme am Projekt hinderlich wir-
ken? Wie begegnen Sie diesen Herausforderungen?
Bitte beschreiben Sie das Leitziel Ih-
res Projektes.
Welcher Zielzustand soll mit dem
Projekt erreicht werden?
Allgemeine Darstellung des Projektes und dessen besondere Fokussie-
rung.
Formulieren Sie für Ihr Projekt ein positives Leitziel, das sie auch zu ei-
nem Motto verkürzen können. Das Leitziel soll die Identität Ihres Projekts
zum Ausdruck bringen und andere zum Mitmachen motivieren.
Beschreiben Sie bitte, mit welchen
Maßnahmen Ihre Projektziele er-
reicht werden sollen.
Welche einzelnen Maßnahmen pla-
nen Sie?
Welche Methoden und Formate
kommen zum Einsatz?
Mit welchen Indikatoren kann die Er-
reichung der Projektziele gemessen
werden?
Formulieren Sie konkrete Ziele oder Meilensteine zum Leitziel. Wie sollen
Ihre Maßnahmen innerhalb der Zielgruppe(n) wirken?
Wissenszuwachs/Informationsweitergabe (kurzfristig)
Einstellungen verändern/Fähigkeiten erweitern (mittelfristig)
Verhalten verändern (langfristig)
Formulieren Sie Ihre Ausführungen nach dem SMART-Konzept
(
s
pezifisch,
m
essbar,
a
ttraktiv,
r
ealistisch,
t
erminiert).
Formulieren Sie Ihre Ziele möglichst positiv und im „IST-Zustand“.
Was können Sie beobachten, messen und auswerten, um festzustellen,
dass Ihr Projekt die gewünschte Wirkung entfaltet? (qualitative und/oder
quantitative Indikatoren)
Bitte beschreiben Sie Ihre Koopera-
tionspartner.
Kann Ihnen bei der Zielerreichung ein Partner behilflich sein? (gemeint
sind Partner, die das Projekt inhaltlich unterstützen. Nicht Partner, die
Räume/Technik etc. zur Verfügung stellen.) Wenn ja, welche Kooperati-
onspartner sind dies und welche Aufgabe(n) übernehmen sie?
Wenn Sie keine Kooperationspartner einbeziehen, schildern Sie bitte, wa-
rum dies nicht notwendig bzw. nicht möglich ist.
Bitte beschreiben Sie Ihre Öffent-
lichkeitsarbeit im Projekt.
Mit welchen Maßnahmen der Öffentlichkeitsarbeit wird das Projekt beglei-
tet und zu welchem Zeitpunkt?
Welche Maßnahmen sind geplant, um das Projekt bekannt zu machen?
Auf welche Weise möchten Sie Ihr Projekt für die Öffentlichkeit darstellen?
(Website, Zeitungsberichterstattung, Social Media etc.)
Wer soll über welche Kanäle von den Ergebnissen Ihres Projektes erfah-
ren?

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Beratung
Im Vorfeld der Antragstellung besteht die Möglichkeit einer Antragsberatung durch die SAB.
Der Leitfaden für Projekte wird regelmäßig aktualisiert. Die jeweils aktuellste Version ist über die Website zur Richtlinie
www.weltoffenes.sachsen.de
abrufbar.