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Richtlinie Weltoffenes Sachsen
Leitfaden für Regionale Netzwerke (B)
Stand: 25. März 2022
Hinweis: Bitte beachten Sie, dass dieser Leitfaden eine Orientierungshilfe darstellt und keinesfalls
die Regelungen der Richtlinie Weltoffenes Sachsen (WOS) vom 22. Februar 2022 ersetzt.
Eckdaten
Grundlage der Förderung:
Richtlinie WOS vom 22. Februar 2022 Teil 1 und Teil 2 Buchstabe B)
Art der Förderung:
Zuschuss (Anteilfinanzierung)
Förderhöhe:
bis zu 95%, jedoch maximal 120.000 EUR pro Jahr
Frist:
bis zum 30. Juni des laufenden Jahres für das Folgejahr
(Beginn des Bewilligungszeitraums: 1. Januar)
Projektlaufzeit:
bis zu 3 Jahre
Fördergegenstand:
Projekte, die Phänomene gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit, insbeson-
dere politisch und religiös motivierten Extremismus, Fremdenfeindlichkeit, Ras-
sismus, Antisemitismus, Islam- und Muslimfeindlichkeit, Antiziganismus ab-
bauen helfen.
Projekte, die demokratische Werte stärken und demokratische Handlungskom-
petenzen fördern.
Voraussetzung:
Zuwendungsfähig sind Maßnahmen, die eine starke Verbindung aus mindes-
tens drei zivilgesellschaftlichen und kommunalen Kooperationspartnern (Kom-
mune oder Landkreis) sowie weiteren Netzwerkpartnerstrukturen im Bereich
der Fördergegenstände der Richtlinie WOS vorweisen können.
Definition Regionales Netzwerk
Regionale Netzwerkprojekte sind Projekte, die durch die Vernetzung der regionalen Gemeinwesenarbeit zur
Stärkung der demokratischen Kultur in Sachsen beitragen. Ziel und Aufgabe dieser Netzwerkprojekte ist es
u.a., die regionale Vernetzung von Akteuren der Demokratiearbeit in einem Landkreis bzw. einer Kreisfreien
Stadt zu stärken und weiterzuentwickeln. Darüber hinaus bündeln und transferieren sie fachliche Expertise
im o.g. Bereich. Regionale Netzwerkprojekte weisen sie eine starke Verbindung aus mindestens drei mit
zivilgesellschaftlichen und kommunalen
Kooperationspartnern (Kommune oder Landkreis) sowie weiteren
Netzwerkpartnerstrukturen im Bereich der Fördergegenstände der Richtlinie WOS auf. Dabei ist mindestens
ein zivilgesellschaftlicher und ein kommunaler Kooperationspartner vorzuweisen. Bei der Einbindung der
Mindestanzahl der Netzwerkpartner sind folgende Konstellationen zulässig:
zwei zivilgesellschaftliche und ein kommunaler Kooperationspartner sein oder
je ein Partner aus der Zivilgesellschaft, ein kommunaler Partner sowie ein Partner aus „weiteren Netz-
werkpartnerstrukturen“, wie z. B. Projekte thematisch naher Bundesprogramme.

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Die Regionalen Netzwerke bewahren einen Überblick über aktive Einzelakteure, Initiativen, Organisationen
und Vereine in der jeweiligen Region sowie über deren Kompetenzen. Sie tragen zur Vernetzung dieser
miteinander bei. Dadurch sind sie der erste Ansprechpartner jeglicher Verweisberatung im thematischen Be-
reich der Fördergegenstände der Richtlinie WOS. Die Netzwerke können gemeinsame Aktionen und Veran-
staltungen initiieren und organisieren sowie Publikationen veröffentlichen. Sie sind Ansprechpartner für staat-
liche Kooperationspartner.
Es können bis zu 13 Regionale Netzwerke im Rahmen der Richtlinie WOS gefördert werden. Die Höhe der
Förderung beträgt maximal 120.000 Euro pro Jahr und Landkreis bzw. Kreisfreier Stadt. Es ist zulässig, dass
sich mehrere Träger aus einem Landkreis bzw. einer Kreisfreien Stadt diese Aufgabe teilen. Möglich sind
mehrere abgestimmte Projektanträge, die zusammen die maximale Fördersumme (120.000 Euro) nicht über-
steigen oder ein gemeinsamer Antrag mehrerer Partner. Die Abstimmung zwischen potenziellen Antragstel-
lern wird durch eine digitale Pinnwand auf der Website des Landesprogrammes WOS unterstützt. Sollten
sich Antragsteller unabhängig voneinander bewerben, werden diese einer vergleichenden fachlichen Prüfung
des zuständigen Fachreferats unterzogen.
Antragstellung
Der Antrag ist bis zum 30. Juni unter Verwendung der entsprechenden Antragsformulare schriftlich bei der
Bewilligungsstelle Sächsische Aufbaubank – Förderbank – (SAB) einzureichen.
Der Antrag besteht aus formellen und inhaltlichen Fragen zum geplanten Projekt. Im Fokus der Bewertung
des Projektantrags stehen Ihre Angaben zu den inhaltlichen Fragen.
In der folgenden Tabelle sind zum einen die
Angaben
aufgeführt, welche in der
Projektkonzeption zum Antrag
dargestellt werden müssen. Bei der Beantwortung sollten Sie darauf achten, dass die Inhalte zum einen
vollständig und zum anderen für Dritte nachvollziehbar dargestellt werden. Problemlage, Ziele und Ausrich-
tung des Netzwerkes sollten aus der Beschreibung heraus und ohne spezielles Vorwissen erschließbar sein.
In der rechten Spalte der Tabelle sind
Orientierungsfragen
zu den
Angaben
aufgeführt. Die
Orientierungsfra-
gen
sind lediglich eine Arbeitshilfe. Sie dienen dazu, näher zu erläutern, welche Aspekte sich hinter der be-
treffenden Leitfrage verbergen. Die
Orientierungsfragen
können und müssen auch nicht bei allen Projekten
vollständig beantwortet werden.
Angaben in Projektkonzeption
[vollständig im Antrag beantworten]
Orientierungsfragen, Arbeitshilfe
[Müssen nicht vollständig im Antrag beantwortet werden.]
Bitte beschreiben Sie unter Berück-
sichtigung der aktuellen Ausgangs-
situation, welche konkreten Bedarfe
für Ihr Projekt bestehen und wel-
ches Kernproblem gelöst werden
soll.
Wie gestaltet sich die demokratie-fördernde Arbeit in Ihrer Region? Gibt
es besondere Problemlagen in Ihrer Region, die Sie zur Gründung oder
Weiterentwicklung Ihres Regionalen Netzwerkes motivieren?
Beschreiben Sie die allgemeine Situation, bezogen auf die relevanten
Themen der Förderrichtlinie, in Ihrer Region. Mit welchen besonderen
Problemlagen haben Sie in Ihrer Region zu tun? Welchen Bereichen (der
Demokratiearbeit) werden Sie sich im Projekt hauptsächlich widmen?
Wie haben Sie es festgestellt? Gibt es Studien, die Ihre Beobachtung be-
legen?

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Angaben in Projektkonzeption
[vollständig im Antrag beantworten]
Orientierungsfragen, Arbeitshilfe
[Müssen nicht vollständig im Antrag beantwortet werden.]
Beschreiben Sie bitte, an welche
Zielgruppen Sie Ihr Projekt richten.
Wie werden Sie die Zielgruppen er-
reichen?
Wie erfährt die Zielgruppe von Ih-
rem Projekt?
Wie motivieren Sie die Zielgruppen,
sich am Projekt langfristig zu betei-
ligen?
An wen richtet sich Ihr Projekt? (Hauptzielgruppen innerhalb und außer-
halb des Netzwerkes darstellen.)
Gibt es Teilgruppen innerhalb der genannten Zielgruppen, die Sie mit Ih-
rem Projekt besonders erreichen möchten? Gibt es weitere Zielgruppen?
Wenn ja welche?
Was ist in Ihren Zielgruppen in Hinblick auf die Problemlage besonders zu
beachten? Gibt es besondere Bedürfnisse oder Eigenschaften der Ziel-
gruppen, die in Ihrem Projekt besonders beachtet werden müssen?
Wie werden Menschen aus den Zielgruppen motiviert, am Projekt teilzu-
nehmen? Was kann in Bezug auf eine Teilnahme am Projekt hinderlich
wirken? Wie begegnen Sie diesen Herausforderungen?
Bitte beschreiben Sie das Leitziel Ih-
res Projektes.
Welcher Zielzustand soll mit dem
Projekt erreicht werden?
Allgemeine Darstellung des Regionalen Netzwerkes und dessen besonde-
rem regionalen Fokus.
Formulieren Sie für Ihr Projekt ein positives Leitziel, das sie auch zu ei-
nem Motto verkürzen können. Das Leitziel soll die Identität Ihres Projekts
zum Ausdruck bringen und andere zum Mitmachen motivieren.
Stellen Sie Ihre Ziele im Hinblick auf Ihr Netzwerk und auf die durch das
Netzwerk zu erreichenden Zielgruppen dar.
Beschreiben Sie bitte, mit welchen
Maßnahmen Ihre Projektziele er-
reicht werden sollen.
Welche einzelnen Maßnahmen pla-
nen Sie?
Welche Methoden und Formate
kommen zum Einsatz?
Mit welchen Indikatoren kann die Er-
reichung der Projektziele gemessen
werden?
Formulieren Sie konkrete Ziele oder Meilensteine zum Leitziel. Wie sollen
Ihre Maßnahmen innerhalb der Zielgruppe(n) wirken?
Wissenszuwachs/Informationsweitergabe (kurzfristig)
Einstellungen verändern/Fähigkeiten erweitern (mittelfristig)
Verhalten verändern (langfristig)
Formulieren Sie Ihre Ausführungen nach dem SMART-Konzept
(
s
pezifisch,
m
essbar,
a
ttraktiv,
r
ealistisch,
t
erminiert).
Formulieren Sie Ihre Ziele möglichst positiv und im „IST-Zustand“.
Was können Sie beobachten, messen und auswerten, um festzustellen,
dass Ihr Projekt die gewünschte Wirkung entfaltet? (qualitative und/oder
quantitative Indikatoren)
Bitte beschreiben Sie Ihre Koopera-
tionspartner.
Welche Partnerstruktur hat Ihr Netzwerk?
Knappe Darstellung des Selbstverständnisses des Netzwerkes und der
Kooperationspartner- und Netzwerkpartnerstruktur inkl. Funktion oder Auf-
gaben, welche in Netzwerk übernommen werden.
Mit welchen staatlichen und / oder kommunalen Akteuren sowie anderen
Strukturen werden Sie im Ihrem Landesweiten Fachnetzwerk arbeiten? Ist
eine Anbindung an das Demokratie-Zentrum Sachsen und die Strukturen
der einschlägigen Bundesprojekte vorgesehen? Wenn ja, was streben Sie
an? Wenn nicht, warum nicht?
Bitte beschreiben Sie Ihre Öffent-
lichkeitsarbeit im Projekt.
Mit welchen Maßnahmen der Öffentlichkeitsarbeit wird das Projekt beglei-
tet und zu welchem Zeitpunkt?
Welche Kommunikationsstrategie verfolgen Sie im Projekt? Stellen sie
diese aus der Innen- und Außenperspektive dar.
Welche Maßnahmen sind geplant, um das Projekt bekannt zu machen?
Auf welche Weise möchten Sie Ihr Projekt für die Öffentlichkeit darstellen?
(Website, Zeitungsberichterstattung, Social Media etc.)
Wer soll über welche Kanäle von den Ergebnissen Ihres Projektes erfah-
ren?

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Angaben in Projektkonzeption
[vollständig im Antrag beantworten]
Orientierungsfragen, Arbeitshilfe
[Müssen nicht vollständig im Antrag beantwortet werden.]
Wie werden Sie die Qualität und
Nachhaltigkeit Ihres Projektes si-
chern? In welchem Rahmen und
wann findet die Überprüfung der
Zielerreichung statt?
Welche Schritte haben Sie im Bereich der Projektevaluation angedacht?
Wie kann die Wirkung Ihres Projektes gemessen werden? Welche Maß-
nahmen zur Wirkungskontrolle haben Sie vorgesehen? Wann führen Sie
die Maßnahmen zur Wirkungskontrolle durch?
Beratung
Im Vorfeld der Antragstellung kann eine Beratung in Anspruch genommen werden. Wenden Sie sich dazu
per E-Mail an das zuständige Fachreferat.
Kontakt:
Sächsisches Staatsministerium
für Soziales und Gesellschaftlichen Zusammenhalt
Referat 63 – Demokratieförderung
E-Mail:
demokratie@sms.sachsen.de
Hinweise:
Bitte fügen Sie Ihrer Terminanfrage bei:
-
ein Kurzkonzept zu Ihrem Projekt (max. 4 DIN A4-Seiten) sowie
-
ggfs. auch Ihre konkreten Fragen zu Projekt und Antragstellung.
Bitte beachten Sie ferner, dass der Zeitraum für Beratungsgespräche zwei Wochen vor dem
Stichtag endet. Nachfragen zu einzelnen Sachverhalten sind bis zum Stichtag möglich.
Der Leitfaden für Projekte wird regelmäßig aktualisiert. Die jeweils aktuellste Version ist über die Website zur Richtlinie
www.weltoffenes.sachsen.de
abrufbar.